D##„Applsche Sandes: Zeilung“ mit den unemdgeltlichen Beilagen#### Drand“,„Der Lendwirt, Die„lpsisee Gertenlaube“ and„Statte ##rlippische Heimet#unde, erscheint mit Ausnahme der Sonn= und Festtage Leitung und Geschäftsstelle: Detmold, Leopoldstraße 12.— Fernsprecher Nr. 23. Abonnement spreise: bei der Weschäftostelle und unseren Vertretungen: für ¼ Jahr M. 2.— für 2 Monate M. 1.85, für 1 Mionat Di. 0.10) Pos„ ½„„ 1.80„„„„ 1.20,„1„" 0.00 Postbestellgeld:„ ¼ Anseigen weiden für Lippe mit 15 Pf, für Auswärts mit 20 Pf. die kleinspaltige Petitzale oder deren Raum berechnet. Reklamezelle 50 Pf. Kompilzirter Satz 50% Ausschlag. Vertretungen in: Ahmsen, Almena, Alpeidissen, Asemissen, Asendorf, Asmissen, Auguste dorf, Barntrup, Bavenhausen, Bega, Belle, Bentors. Bentrup, Berlebeck, Berten, Billerbeck, Oillinghausen, Blomberz. Böslnaleld. Brafe Brarelfisf. Oreltenbeibe. Brotbaufen. Brünkrus Lippische , Heideld ddesen, Hillentrup, 50 eld. Hummersen, a. Maspe, Matorf, Beiersseld, Meinberg, U in u. S), Oerlinzhausen Obrsen, Pivl## lrchen, Rezen, Mischenau, Sabbenhausen, Eimar, Schuckend uum, Schwalenberg, Schwel Bagen Reeil. Sckimar, e vern, Spork, Stapelage, Stemmen, r Shreutrup, N e eide, Hörste, erxen, S8ttup Strup. bruch, aden. „Nien“ hausen Galzusten, Schieder, Schlangen, Schling, enberg, Schweientrup, Selbeck, Siekhol, Commersell, SonneSudheide, Spidach, Tase, Tevephansen, Liutrur. Huhlkevig. Barer holz, Waddenhausen, Währentrup, Wahmbeckerbeide, Wehren, Wellentrup u. O. Wellentwip b. B Wyfl, Wiüberg„Wissentrup, Wöbbel Wörderseld„O.=Wüsten u.= Wüsten. Landes Altestes und verbreitetstes Blatt des Fürstenthums und der angrenzenden Bezirke. Ns 127. Detmold, Montag, 3. Juni 1901. 134. Jahrgang. Die Wirren in China. 31. Mai. Die bedingungslose Annahme der Forderung der Mächte auf Zahlung einer Entschädigung von 450 Millionen Taels durch die Chinesen hat unter den Gesandten große Befriedigung hervorgerufen. Es bleiben thatsächtlich nur noch einige Fragen von geringer Bedeutung übrig, um die Verhandlungen vollständig zu Ende zu führen. Man erwartet indessen, daß doch noch gewisse Verzögerungen eintreten können, mit Rücksicht auf die Räumung des Landes. Einige freinde Vertreter können nicht verstehen, wie China für die pünktliche Zahlung der Entschädigung zur Zufriedenheit der Mächte Garanite leisten kann, wie es in der gemeinsamen Note verlangt wird. Die Mehrzahl der Gesandten ist für Erhebung zehnprozentiger Seczölle und für Entnahme von fünf Millionen Taels aus dem Fonds der Litin=Abgaben. Hierdurch würden nach Zahlung der Zinsen für die bereits vorhandene auswärtige Schuld etwa 23 Mill. Taels übrig bleiben. Die fremden Vertreter würden hiermit einverstanden sein, wenn China die Litin=Abgaben für ausländische Waaren abschaffen würde. London, 1. Juni. Die Blätter melden aus Peting, vom 30. Mai: Die Gesandten sprachen sich dahin aus, daß die Entschädigungsfrage erst geregelt werden müsse, bevor sie mit den chinesischen Behörden über irgend welche Handelsinteressen und diese betreffenden Abmachungen berathen könnten, da, wie sie voraussehen, die letzteren eine eingehende Prüfung erfordern.— Liehungtschang veröffentlicht in den unruhigen Distrikten der mittleren Provinzen Befehle zur Unterdrückung aller Unruhen in dem Zeitraume von zwei Monaten und zur strengen Bestrafung aller Schuldigen. Der Vizekönig bezieht sich in seinen Befehlen auf die letzte Depesche des Feldmarschalls Grafen v. Waldersee, in welcher dieser betonte, wie wichtig es sei, daß die Chinesen selbst schnell und energisch vorgehen. London, 2. Juni. Den Morgenblättern wird aus Peking von gestern gemeldet: Die chinesischen Gouverneure berathen mit den europäischen Verwaltungsorganen wegen der Uebergabe der Verwaltung Pekings. Sie drücken den Wunsch aus, fremde Soldaten als Polizeitruppe hier zu behalten, bis die chinesischen Truppen in die Stadt einrücken. Nach einer Depesche von der französischen Mission in der Westmongolei wird dort ein Angriff als nahe bevorstehend befürchtet. Prinz Tuan und einer seiner Verwandten, einer der ersten unter den mongolischen Prinzen, ständen an der Spitze des Aufstandes. Der französische Konsul in Shanghai habe der Mission zu Vertheidigungszwecken durch Vermittelung des Bizekönigs von Kansu 2000 Taels übersandt. Berlin, 31. Mai. Mit der Zurückziehung des ostasialischen Korps soll außer der Heimbeorderung der „Brandenburg"=Division auch das Kreuzergeschwader noch um 4 Schiffe(„Geier",„Seeadler",„Bussard“ und „Schwalbe“) verringert werden. London, 31. Mai. Mehrere Blätter melden aus Peling vom heutigen Tage: Der britische Gesandte Salow benachrichtigte die chinesischen Bevollmächtigten, daß die britischen Truppen das Land nicht früher verlassen, als bis die Indemnitätsfrage geregelt ist. Politische Aebersicht. Deutsches Reich. Detmold, 3. Juni. — Der Kaiser verlieh der Königin von Holland den Luisenorden mit der Jahreszahl 1813/14 und dem Prinzen Heinrich der Niederlande den Schwarzen Adler= Orden, welchen derselbe bei der Parade am Sonnabend bereits trug. Herzog Adolf Friedrich zu Mecklenburg erhielt das Großkrenz zum Rothen Adler=Orden. — Die Königin Wilhelmina und Prinz Heinrich der Niederlande sind Sonnabend Nachmittag kurz nach 5 Uhr von Wildpark nach Rabensteinsels abgereist. Zur Verabschiedung waren auf dem Bahnhof anwesend der Kaiser und die Kaiserin, der Kronprinz, Prinz und Prinzessin Friedrich Leopold, serner die Herzogin von Albany, Prinzessin Alice von Großbritannien, der Herzog von Koburg, Prinz und Prinzessin Ernst von SachsenAltenburg, die Umgebung vom Dienst und die Mitglieder der holländtschen Gesandtschaft. Königin Wilhelmina und Prinz Heinrich verabschiedeten sich von Ihren Majestäten dem Kaiser und der Kaiserin auf das Herzlichste. — König Christian von Dänemark und sein Bruder Prinz Johann zu Schleswig=Holstein=SonderburgGlücksburg sind in Wiesbaden eingetroffen. — Rach der Parade am Sonnabend fand bei Ihren Majestäten im Muschelsaal des Stadtschlosses zu Potsdam eine Frühstückstafl statt, an welcher die hohen Gäste mit ihrem Gesolge, die daselbst anwesenden Prinzen und Prinzessinnen und u. A. die sremden Oifiziere, sowie die selbständigen Kommandeure, welche in Parade standen, theilnahmen. Es wurde an einzelnen Tischen gespeist. Am ersten Tische saßen die Königin der Niederlande zwischen dem Kaiserpaar, rechts vom Kaiser Prinzessin Friedrich Leopold, Prinz Heinrich der Niederlande, Herzog Adolf Friedrich zu Meckleuburg und Prinz Ernst von SachsenAltenburg, links von der Kaiserin der Großherzog von Mecklenburg=Schwerin, die Erbprinzessin von Hohenzollern, Prinz Friedrich Wilhelm, der Herzog von Koburg. Gegenüber der Kaiserin saß der Krouprinz, nach rechts folgte die Herzogin von Albany, Prinz Eitel Friedrich, Prinzeß Alice von Großbritannien, Prinz Chlodwig von Hessen=Philipps thal(der Bruder der Verlobten des Grafen Leopold zur Lippe) und Erbprinz von Hohenzollern, nach links Prinzessin Ernst von Sachsen=Altenburg und die Prinzen Friedrich Leopold, August Wilhelm, Oskar und Albert von Schleswig=Holstein. — Die Beileidsdepesche S. M. des Kaisers an die Gräfin Wilhelm Bismarck lautet nach dem „Lokalanzeiger“: Ich bin tief erschüttert durch Ihre mir sorben zugehende Trauerkunde und eile. Ihnen meine aufrichtigste Theilnahme auszusprechen. Den Verewigten im besten Mannekalter aus segensreicher Wirksamkeit, wenige Tage vor der Feier seines großen Vaters aus diesem Leben entrissen zu sehen, betrübt mich sehr. Seine Tüchtigkeit seine echte preußische Gesinnung, sein vornehmer Charakter sichern dem Entschlasenen bei mir ein treues und dankbares Gedächtniß. — Zum Ableben des Grafen Wilhelm Vismarck. Aus Varzin wird gemeldet: Die Leiche des Grafen Wilhelm Bismaick ist im Billardzimmer des Barziner Schlosses aufgebahrt. Je zwei Beamte der Herrschaft halten abwechselnd bei ihr die Leichenwache. Von Mitgliedern der fürstlichen Familie trifft noch Graf Rautzau heute hier ein. Gräsin Rantzan, die Schwester des Verstorbenen, ist ebenso wie die Fürstin Bismarck durch ihren Gesundheitszustand am Erscheinen verhindert. Graf Rantzau weilt zur Zeit auf der Besitzung des gräflichen Paares bei Kiel. Beileidstelegramme haben von fürstlichen Persönlichkeiten bisher der Kaiser, der Prinzregent von Braunschweig, der Landgraf von Hessen und die Großherzogin Wilhelmine von Meckleuburg gesandt. Die Königsberger Studentenschaft beabsichtigt, sich durch größere Abordnungen an den Beisetzungsfeierlichkeiten zu betheiligen. — Aus Varzin erfährt der„Berl. L.=A.“ noch, dort herrsche allgemein liese Trauer über das unerwartete Ableben des Gutsherrn. Vor noch nicht 14 Tagen habe man ihn inmitten seiner Familie blühend und gesund ankommen sehen. Wie jetzt bekannt wird, hat der Graf in den letzten Tagen in Folge einer schweren Verdauungsstörung recht schmerzlich zu leiden gehabt. Der Graf wird, wie bestimmt feststeht, am Montag Vormittag 11 Uhr bestattet werden. Die Wahl der Stunde ist so getroffen worden, daß die Trauergäste mit dem fahrplanmäßigen Zuge in Hammermühle eintreffen und unmittelbar nach der Beerdigung wieder abreisen können. Es war das nothwendig, weil in dem im Umbau begriffenen Schloß nur wenige Zimmer bewohnbar sind, Gastlichkeit somit dort nicht geübt werden kann. Im Dorfe selbst aber giebt es nur ein Gasthaus, das„Zum alten Cours“, und auch dieses ist auf Wunsch der Herrschaft nur für den einsachsten ländlichen Verkehr eingerichtet; es ist das auf Wunsch des alten Fürsten seiner Zeu hier so arrangirt worden, da dieser den ihm lästigen Fremdenverkehr von Varzin absolmt fernzuhalten wünschte. Die Bewohner mußten sich trotz der verführerischen Aussicht, durch Gäste Varzins Geld zu verdienen und so den Ort zu heben, fügen. Auf dem Lande widerspricht man der„Herrschaft" nicht, am allerwenigsten, wenn der Schloßherr Fürst Bismarck heißt. So ist das Dorf ein armes, hinterpommersches Rest geblieben, das allerdings augenblicklich einen reizvollen, romantischen Anblick bietet. Es ist die Zeit der Kastanienblüthe, und die mächtigen alten Bäume längs der Dorsstraße tragen Hunderttausen, stolzer, süßduftender Kerzen. Auf der Höhe am Sidwestende des Dorses, an deren Fuß das Schloß, umg ben von weiten Wirthschaftsgebäuden, liegt, prangt der herrschaftliche Park in seinem frischesten Frühlingsgrün, das Betreten seiner schattigen, lauschigen Pfade ist verboten. Auf der hiesigen Postagentur, die nur beschränkten Dienst hat, herrscht starker Depeschenverkehr. Auch beginnen bereits Kränze in großer Anzahl aus aller Welt einzugehen. Ob eine Ausstellung der Leiche des Grasen wird stattfinden können, ist sehr zweifelhaft, sowohl weil die Räumlichkeiten hierfür fehlen, als auch, weil baldige Schließung des Sarges bei der starken Konstitution des Verstotbenen und mit Rücksicht auf die Temperatur sich nothwendig erweisen dürfte. — Gräfin Stefauie Lonyay, die verwittwete Kronprinzessin von Oesterreich, liegt in Baden krank darnieder. Ihr Leiden soll nicht ganz unbedenklich sein, sie steht in Behandlung des Frauenarztes Professor TEEE Crobal-„-„„ — In dem Befinden des Generalobersten v. Hahnke hat die Besserung seit einigen Tagen keine keine Fortschritte gemacht. Unter Zutritt mäßigen Fiebers sind die Schultergelenke von Neuem affiziri. Der Generaloberst muß noch den größten Therl des Tages das Bett hüten; das Allgemeinbefinden ist im Uebrigen befriedigend. — Enthülung des Bismarck=Denkmals. Mit Genehmigung des Kaisers ist die in Folge des Ablebens des Oberpräsidenten Grafen Wilhelm v. Bismarck verschobene Feier für die Enthüllung des Bismarck=Denkmals auf Sonntag, den 16. Juni, um 12 Uhr, festgesetzt worden. — Weitere Liebenswürdigkeiten gegen Frankreich. Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" meldet: Se. Majestät der Kaiser haben genehmigt, daß in der Ertheilung von Erlaubnißscheinen für den Besuch französischer Offiziere in den Reichslanden unter den nothwendigen Kautelen Erleichterungen eintreten. — Lord Roberts kommt zu den Kaisermanövern nach Deutschland. Der Brief eines englischen Offiziers aus der Umgebung Lord Roberts, der an einen Bekannten in Hannover gerichtet wurde, besagt, daß Lord Roberts in Begleitung zweier höherer englischer Offiziere im September nach Deutschland kommt, um den Kaisermanövern zwischen dem 1. und 17. Armeekorps an der Weichsel beizuwohnen. Bereits im Jahre 1881 wohnte Roberts als Oberst den Kaisermanövern bei, die damals bei dem 10. Armeekorps in der Umgegend von Hannover stattfanden. — Das deutsche Panzergeschwader hat heute die Heimreise von Wusung angetreten. — Bei der Reichstagsstichwahl im kreise Greifswald-Grimmen am 29. Mai wurden insgesammt 17123 Stimmen abgegeben. Davon entfielen auf den Bergrath a. D. Gothein=Berlin(freis. Vereinigung) 9666 Stimmen und auf den Landrath v. Behr=Greifswald (kons.) 7457 Stimmen. Ersterer ist somit gewählt. Dieser Wahlkreis war bisher konservativ vertreten. — Ein Vertrauensmißbrauch? Die„Nordd. Allg. Ztg.“ schreibt: Ein Berliner Lokalblatt(der Berl. LokalAnz.) hat Mittheilungen über einen Trinkspruch veröffentlicht, den der Kaiser im Offizierskasino des 2. Garde=Regiments nach dem Exerzieren der 2. Garde=Infanteriebrigade gehalten hat. Von einiger Ungenauigkeit abgesehen, ist die Ansprache im Ganzen richtig wiedergegeben. Obwohl ihr Inhalt auf allgemeine Zustimmung rechnen konnte, müssen wir doch darauf aufmerksam machen, daß die Veröffentlichung in einem Lokalblatte auf einem Vertrauensmißbrauch beruht, da die in solchen Fällen nothwendige Ermächtigung zur Veröffentlichung nicht ertheilt war. Es widerspricht den allerhöchsten Intentionen und den ausdrücklichen Weisungen des Kaisers, daß Ansprachen und Aeußerungen von ihm bei militärischen Anlässen und in kameradschaftlichen Kreisen ohne ausdrückliche Ermächtigung durch die Presse verbreitet werden.(Wer ist es denn aber, der das Vertrauen in dieser Weise mißbrauchen kann? Die vorstehende Erklärung scheint uns doch nicht ausreichend. D. R.) Frankreich. Paris, 1. Juni. Präsident Loubet begab sich heute Vormittag nach La Fleche(Departement Sarthe) zum Besuche der dortigen Militärschule und nahm auf dem Bahnhose in Le Mans kurzen Aufenthalt. Der Präsident, welcher auf der ganzen Reise lebhaft begrüßt wurde, kehrte alsbald nach Paris zurück. Britisches Reich. London, 1. Juni. Bei der Nachwahl zum Unterhause im Wahlkreise Saffron Walden(Essex) wurde Pease(liberal) wit 3994 Stimmen gewählt. Der Wahlkreis war auch bisher liberal vertreten, die liberale hat sich um 600 Stimmen vergrößert. Italien. Rom, 1. Juni. Die Köniain wurde heute früh von einer Prinzessin ginauch entbunden.(Also doch kein Prinz!) Die Königin und die Prinzessin befinden sich sehr wohl. Die neugeborene Prinzessin hat die Namen Jolanda Margherita erhalten. Den Eindruck, den die Geburt einer Prinzessin in Rom hervorbrachte, schildert folgendes Telegramm: Soeben gegen 12 Uhr Mittags kündigen 20 Kanonenschüsse der Hauptstadt die um 9% Uhr erfolgte Geburt einer Prinzessin an. Die Häuser bedecken sich mit Fahnen. Die Bevölkerung füllt die Straßen, kleine Gruppen mit Fahnen ziehen hochrusend nach dem Quirinal. Die Zeitungen veranstalten Sonderausgaben. Die Theilnahme an der Freude des Königshauses ist allgemein und nimmt namentlich unter den Frauen der Volksquartiere sehr herzliche, rührende Formen an. Rom, 1. Juni. Aus Anlaß der Geburt der Prinzessin wehen von den öffentlichen und sehr vielen privaten Gebäuden Fahnen. Die Glocke auf dem Kapitol läutete. Von den Forts wurden Salven abgegeben. Vor dem Quirinal ist eine festlich gestimmte Menge angesammelt. Rom, 2. Juni. Aus Anlaß der Geburt der Prinzessin fand gestern Abend eine große Kundgebung des Volkes statt. Der Zug bewegte sich von Porta popolo nach dem Kapitol, um den Bürgermeister zu bitten, dem König und der Königin die Gefühle der Stadt Rom aus Anlaß des freudigen Ereignisses auszudrücken. In allen Straßen hatten viele Gebäude, darunter auch die Botschafts= und Gesandtschaftspalais, geflaggt und illn Albumblätter. Man könnte eine Menge Glücklicher machen mit dem Glück, das in der Welt unbenützt verloren geht. Mißtrauen. Roman von H. Waldemar. (Nachbruck verboten. (22. Fortsetzung.) *„Gott lohne Dir Dein Opser, mein Sohn!“ sprach der alte Mann feierlich.— „Sie nennen es Opser, Herr Graf,“ fuhr Everhard in demselben ernsten Ton fort,„während ich meinen Entschluß nur mit„Dankbarkeit“ bezeichnen kann. Wer hat der armen Wittwe, als mein Vater starb, zur Seite gestanden. Wer hat es bei ihr— und einer anderen durchgesetzt, daß ich meiner Leidenschaft, Soldat zu werden, genügen konnte? Wer sendete heimlich— unter anderem Namen— dem ermen Kadetten bald diese, bald jene Ueberraschung? Glauben Sie, verehrter Herr Graf, meine Ehre habe es zugelassen, von einem Unbekannten Almosen zu empfangen? Nein, Nein, ich konnte das nicht; ich ruhte nicht, bis ich d.i Geber herausgefunden und mir selber zur Beruhigung sagen konnte, daß von Ihnen eine Gabe anzunehmen, meiner Ehre niemals schaden könne. Ich habe bisher von meinen Ermittelungen nicht gesprochen, weil ich Sie zu verletzen fürchtete; doch jetzt, da sie meinen Entschluß so hoch stellen, muß ich Ihnen sagen, wie die Erfüllung Ihres Wunsches mir Gelegen9est giebt, Ihnen durch dieselbe meinen Dank abzutragen für Alles, was Sie an mir gethau. Ich leugne nicht, Herr Graf, daß während des einsamen Rittes hierher lockende Bilder einer Zukunft vor mir aufstiegen, wie ich sie stets geträumt und wie sie mir verschlossen bleiben wird, wenn 19 Ihr Erbe antrete; der Gedanke, einst diesen mir so theuren Rock ablegen, aus den Reihen unserer Armee austreien zu mülsen brach so unvermittelt auf mich herein. daß ich all' meine Kraft nöthig hatte, um an dem festzuhalten, was ich mir vorgenommen; ich leugne es nicht, daß sich mein Herz zusammenkrampfte, wenn ich bedachte, daß ich thatenlos genießen soll, was mir durch Ihre Güte in den Schoß gefallen. Doch auch hier wird es eine Thätigleit geben, die mich ganz zu erfüllen vermag. Ich sage Ihnen dies, Herr Graf, nicht um mein Verhalten in ein günstiges Licht zu stellen, sondern um Ihnen Gelegenheit zu geben, einen Würdigeren an diese Stelle zu setzen.“ Eberhard schwieg, und der alte Graf schaute lange Zeit auf das bleiche Antlitz des Todten, dem die untergehende und durch das geöffnete Fenster eindringende Sonne einen rosigen Schimmer verlieh, wie ihn der Knabe selbst im Leben nicht gehabt. „Du willst?“ frug Graf Winfried endlich, des jungen Ofsiziere Hand ergreifend. „Ich will!“ erwiderte Eberhard ernst und mit Festigkeit, sein Wort mit einem kräftigen Händedruck besiegelnd, dann sant er in die geöffneten Arme seines nunmehrigen zweiten Vaters. Hand in Hand knieten sie an dem Katafalk nieder und sprachen ein stilles Gebet; dann erhoben sie sich, küßten den Todten zum letzten Mal und verließen dann gemeinsam den Trauersaal. Eine Stunde später bewegte sich ein langer Zug von dem Schloß nach der auf dem Dorfkirchhof gelegenen kleinen Kapelle, welche zugleich die Gruft der gräflichen Herrschaften bildete. Ein alter, ehrwürdiger Geistlicher mit mild blickenden Augen und schneeweißem Haar sprach in kurzer, jedoch tief ergreifender Weise und widmete dem Dahingeschiedenen warme anertennende Worte. Nur vorübergehend streifte er in seiner Rede das Verhäugniß, welches dem alten Grafen nach und nach seine vier Söhne geraubt, er legte dar, wie schmerzvoll des Vaters Herz zerrissen worden, wie er einen nach dem andern dahinsterben sah, ohne im Stande zu sein, die fliehenden Lebensgeister zu bannen; er berührte das glückliche Familienleben auf dem Schloß, erzählte von der großen Liebe, die alle untereinander verbanden, erinnerte die Anwesenden an die unendliche Güle und Liebenswürdigkeit des Dahingeschiedenen, welcher Niemand ein Leid zugefügt, für Alle und Jeden ein freundliches Wort, eine hülfreiche Hand gehabt und schloß mit den Worten:„Er war zu gut für diese Welt, deshalb mußte er scheiden, doch er ist nicht von uns genommen, sondern uns nur zu einem besseren, schöneren Leben vorangegangen.“ In tiefer Rührung hatten Alle der schlichten Rede gelauschtd je den harten Gemüthern manche Thräne erpreßte, denn den Gutsangehörigen war der junge Grafensohn oft wie ein Feenkind ferschienen. Er wußte stets, wo ein wohlthätiges Eingreifen nöthig, wo Kummer und Sorgen und Elend zu lindern waren; wie eine Märchengestalt erschien dann der blonde Jüngling auf seinem Pony, streute Wohlthaten aus, wohin er seine Schritte lenkte, und jagte auf und davon, ehe die Ueberraschten sich zu einem Dank aufrafsen konnten. Eberhard verweilte bei dem Grafen auf dem Friedhof, bis sich der Schwarm der Leidtragenden verlaufen hatte; in stillem Gebet versunken, kniete Graf Winfried an den Särgen seiner Gemahlin und seiner Söhne, dann erhob er sich, blickte ein letztes Mal mit unendlich wehmüthigem Ausdruck zurück auf den Ort, der so viel Liebes barg, nahm dann des jungen Offiziers Arm, auf den er sich schwer stützte, und verließ mit diesem den Ort, der sein Liebstes barg. Schweigend schritten sie durch den Park, welcher in vollem Frühlingssonnenschein vor ihnen lag; die Blumen blühten und dufteten, die Sträucher sproßten, die Lerchen und anderen Singvögel jubilirten und zwitscherten, als ob man nicht eines Mannes letzte Hoffnung zu Grabe getragen, als ob dieses Mannes Herz nicht eben in qualvollem Schmerze zuckte und sich wand unter dem harten erneuten Schlag, den es erlitten; ein Buchfink flog vor ihnen her von Ast zu Ast, schmetterte sein Liedchen und blickte mit seinen glänzenden Aenglein verwundert auf die Schweigsamen, die seiner nicht achteten, das herrliche Bild keimenden, sprossenden Lebens nicht in sich aufnahmen, sondern mit gesenkten Blicken einherwanderten. Da, am Portal des Schlosses blieb Graf Winfried stehen, und das — trübe Auge zu seinem Begleiter erhebend, sagte er frierlich und ernst: „Einen Sohn habe ich hinausgeleitet, dahin, wohe: es kein Wiederkommen giebt— einen anderen Sohn führ: kich ein in das Haus meiner Väter! Möge' er dasselb: betreten mit dem festen Vorsatz, in meiner Vorfahren edlen Weilse zu handeln und zu wirken, wenn ich nicht mehr bin, in wahrem Sinne seiner Unterthanen Beschützer und Vater zu sein, allezeit treu an seinem Kaiser und Reich zu hangen und den Schild der Oelsner so fleckenlos zu er halten, wie ich ihm denselben einhändige.“ „Der Geist der Oelsner, die hier gehaust seit Jahr hunderten, wird mich umwehen, wenn ich, was Gott i seiner Gnade noch lange aufschieben möge, als Herr hiei einziehen werde,“ entgegnete Eberhard, den des alle Grafen Weise tief ergriff.„Deine Grundsätze, mein Vale: sind auch die meinigen, sie bürgen Dir für meine Gesinnun gen, meine Handlungen.“ „Du übernimmst jedoch noch weitere Verpflichtungen, mein Sohn,“ fuhr Graf Oelsner in demselben ernsten Tor fort, während sein Blick wehmüthig und forschend an Eberhards Antlitze ruhte.“ „Nennen Sie, mein Vater, nichts wird mir jetzt meh zu schwer.“ Ein schwermüthiges Lächeln herrschte um den Mun. des Grafen, als er sagte: „Du stelgt im Ruf eines Weiberfeindes, Eberhard und hast selbst oft genug die Absicht ausgesprochen, Di. niemals zu binden. Mein Sohn jedoch muß durch baldig Vermählung dazu beitragen, daß der Name, dem zu weihe er sich entschlossen, nicht ausstirbt; deshalb laß mich d Bitte aussprechen, mein Eberhard, Du mögest mir recht bal diejenige zuführen, welche Du Dir als Deine Lebensg fährtin ausgesucht, damit es mir noch vergönnt sein mög Deinen Sohn, meinen Enkel, den Träger unserres Namen auf den Knieen zu schaukeln.— Du schweigst?“ fragte nach einer kurzen Pause, während welcher Eberhard m einem seltsam leuchtenden Ausdruck in den braunen Auge vor sich hingesehen.(Fortsetzung folgt.) ne ubgehunger ldet. Jubilkums statt. Die Vor und 54 544 al Ein Amnesie-Erlaß ist dm Gebiete der Presse, für D aus Aulaß von Desertionen auf Verbrechen aus Anlaß der aufrührerischen Jahre 1850, ausgenommen der Fälle von## bezieht sich die Amnestie auf eine große Reihe von Uebertretungen auf straf= und zivilrechtlichem Gebiete. Rom. 2. Juni. Zur Feier des heutigen Ratio nalfestes fand hier heute Vormittag eine große Parade statt. Eine große Menschenmenge bereitete dem Könige überall begeisterte Huldigungen. Rom, 1. Juni. Alle Zeitungen bringen Extra Ausgaben. Das Volksblatt Messagero erzählt die kleinsten Details des Ereignisses, bezeichnet aber in einem Entrefilet die Geburt eines Mädchens als Enttäuschung da nach der Versassung die Krone nicht an Frauen über gehen könne. Diese Aeußerung ist bezeichnend für die Volksstimmung. Rom, 1. Juni. In der heutigen Sitzung der Devutirtenkammer machten der Ministerpräsident Zauardelli und der Präsident der Deputirtenkammer dem Hause von der Geburt der Prinzessin Mittheilung Beide Ansprachen wurden mit lebhaftem Beifall aufgenomnen. Die Kammer beschloß darauf einstimmig, dem König und der Königin ihre Glückwünsche darzubringen und zum Zeichen der Freude die Sitzung aufzuheben. Spanien. Madrid. 1. Juni. Ein Telegramm des„Imparcial“ aus Barcelona meldet: Der Generalkapitän und die Be hörden erhielten eine Mittheilung aus dem Auslande über die Entdeckung eines anarchistischen Auschlages gegen den König und die Königin=Regentin. Die Mittheilung besagt, daß die Verschworenen nach Barcelona und dann nach Madrid reisen würden. Madrid. 2. Juni. Die Posten der MilitärAttachés bei den Vertretungen Spaniens im Auslande sollen aus Sparsamkeitsgründen emngezogen werden Madrid. 31. Mal. Sensation macht die Fluck einer jungen Nonne aus dem Prouimaskloster in Barcelona. Sie stürzte sich aus dem Kirchenchor herab und wurde verwundet ins Hospital geschafft. Sie will dem Gerichte die Gründe ihrer Flucht erklären. Das Publikum sammelt sich vor dem Kloster an und bespricht mit Entrüstung den Vorfall. Däuemark. Kopenhagen, 1. Juni. Aus Privatnacheichten geht hervor, daß der Zustand Heurik Ibsens sehr ernst sei. Die Familie hat die Hoffnung auf Besserung bereis aufgegeben. Die Aerzte fürchten, daß der Dichter nur noch einige Monate leben werde. Japan. " Yokohama, 2. Juni. Vicomte Katsura hat jetzt die Bildung des neuen Kabinets übernommen. — Aus guter Quelle verlautet, daß auf der Insel Quelpart zwei Priester und sechs eingeborene Christen geeödtet worden sind. Ein jepanisches Kriegsschiff und zwei französische Schiffe sind nach Quellpart abgegangen. bereitunen zu dem Feste sind in können wir vvon heute einen großen in Aussicht stellen. Eine Reihe Anlage auf Bange gfanglichen Sennn—... Detwolder Gesangvereine hat ihre Mitwirkung zgesagt. Zum ersten Male werden bei diesem Feste vorzugsweise nur Volkslieder durch Gesammichöre zum Vortrag kommen. Jeder mitwirkende Gesangverein wird aber auch ein Sololied#ingen. Die erste Probe der gemeinsam zu singenden Lieder seitens der mitwirkenden Gesangvereine (Arion, Perpetna, Eintracht, Frohsinn, Senneselder) findet heute Abend präzise 9 Uhr in„Obeen“ Um pünktliches Erscheinen wird dringend ersucht. — Ein Unfall, welcher beinahe ein größeres Unglück im Gefolge haben konnte, ereignete sich gestern Mittag 12 Uhr auf der Krummenstraße, indem von einem einspäunigen Schlachterwagen die Gabeldeichsel absiel und dem Pferde auf ein Hinterbein schlug. In dem Augenblicke, als dies geschah und das Pferd zu einem scharfen Galopp ausholle, sprang ein Feuerwehrmann vor dasselbe und ergriff mit starker Hand die Leitzügel und brachte das Fuhrwerk dadurch sofort zum Stehen. Obgleich der Lenker des Fuhrwerks auch seinerseits sein Möglichstes that, das Pferd zum Stehen zu bringen, wäre ihm dies Vorhaben ohne Deichsel kaum gelungen. Das 85jährige Stiftungsfest der Freiwilligen euerwehr war vom schönsten Wetter begünstigt. eider hatten nur wenige Bewohner der Stadt Gelegen heit genommen, zur Feier des Tages ihre Fahnen aus zuhängen. Nachdem sich die hiesige Wehr und die erschlienenen fremden freiwilligen Wehren aus Lemgo, Horn, Salzufleu, Istrup und Schlangen(Oerlinghausen hatte sein Ausbleiben wegen Großfeuer entschuldigt) beim Spritzenhause in der Luisenstraße aufgestellt hatten, wurde von dort um 2 Uhr unter Musikbegleitung nach dem Marktplatze abgerückt, allwo die hiesige freiwillige Wehr vom Geheimen Ober=Regierungsrath Overbeck und dem Bürgermeister Petri besichtigt wurde. Danach wurde nach der Kaserne Nr. 1 marschirt, woselbst auf dem Hose derselben eine große Schauülbung abgehalten wurde, der folgende Idee zu Grunde lag: In dem Parterregeschoß der Kaserne war ein Brand ausgebrochen, die Treppen brannten und in den oberen Stockwerken befanden sich Meuschen in Lebensgefahr. Steiger gehen mit zwei Rettungsapparaten in die oberen Etagen vor und retten die dort befindlichen Menschen. Während dieser Zeit wird das Treppenhaus mit einem Strahlrohr abgelöscht. Dieser Schlauch wird daher zurückgenommen und mit zwei Schlauchleitungen das Feuer von außen bekämpft. Nachdem die Probe berndet war, wurde von den Spritzenmannschaften der hiesigen Wehr das von Herrn Branddirektor Winkler ausgearbeitete Reglement für die Abprotzspritzen durchgenommen, wobei die Delegirten der verschiedenen Wehren zugegen waren. Als auch diese Uebung zu Ende war, zogen die Wehren unter klingendem Spiel nach dem Odeon, wo bis 7½ Konzert stattfand. Leider war auch hierbei die Betheiligung der Bürgerschaft eine geringe. Der Bericht über den Commers wegen Raummangel in morgiger Rummer. — Besuch eines Vereins. Gestern Morgen traf Der Badekammission " 2. Juni. Gestern Abend 11 Uhr brach in dem sogenannten Brachtschen Schlosse euer aus. Das Feuer, welches in dem alten, aus dem Uttelalter Kammenden Gebäude reichliche Nahrung sand, griff mit solch einer rasenden Schnelligkeit um sich, daß es einzelnen Bewohnern nur mit Mühe gelang, ihr nacktes Leben zu retten. Unter den 10—12 Familien, welche das Haus bewohnten, sind mehrere, welche wenig(oder nichts versichert haben, und gerade diese sollen sehr wenig gerettet haben. Amt Schwalenberg. Niese, 31. Mai. Gestern Nachmittag um 2½ Uhr eutlud sich über unsere Gegend ein heftiges Gewitter, begleitet von mächtigem Hagelschlag. Die Körner hatten die Größe eines Taubeneies. Die Felder bieten einen traurigen Anblick, denn ½/ des Winterkorns liegt zerknickt am Boden. Ebenfalls sind die frühen Gartenfrüchte sehr beschädigt. Aus den Nachbargebieten. Herford, 1. Juni. Entslohen ist der zu Werden eine fünfjährige Zuchthausstrafe verbüßende Scheerenschleifer Brockmann von hier. Er wurde auf der Baustätte der Lungenheilstätte beschäftigt und entwich von dort gestern Nachmittag. Der Krieg in Süd= Afrika. London, 1. Juni. Die Meldung über das Gefecht bei Blaakfontein run allgemeine Bestürzung hervor, da sie beweist, daß die Buren stark genug sind, die Offensive zu ergreifen. Es heißt, daß Delarey die Eisendahnlinie Ratol=Johanmrüburg derart beschädigte, daß die Provienizufuhr für das Heer Kiicheners cesährdet ist. Die Forderung noch einer wahrheitsgetreuen Darlegung der Sachlage auf dem Kriegsschauplotze wird in der Presse täglich stürmtscher, da man den Berichten des Kriegsamis keinen Glauben mehr schenkt. Es besteht kein Zweifel, daß die Buren fortorsetzt VerKärkungen aus den Reihen der Afrikander erhalten: auch geht das Gerücht, daß Kitchener Mannschaft und Pferde verlangt habe. des Aus dem Fürstenthum Lippe und Umgegend. 8. — Ranmmangels wogen mußten heute verschiedene Artikel, auch die Fortsetzung des Militäo=Prazesses, für die morzige Rummer zurückgestellt werden. — Die Kanalistrungsarbeiten der Stadt haben von dem früheren Wellenbade bis zur Sachsenstraße die Hemn Mommnester Eickenann und Sanppram ehet In der nächsten Zeit soll mit den Arbeiten begonnen werden. — Beförderungen. Der Hilfshoboist Unterossizier W. Projehn wrrde zum etatsmäßigen Hoboisten und der Hilfshoboist Wörmer zum überzähligen Unter. offizier besördert. — Ein Konzert in dem schön gelegenen Garten des Schloßhotels findet morgen Abend bei günstiger Witterung statt. Ein Quintett der Regimentsmusik wird spielen. Der neue, strebsame Wirth des Schloßhotels darf gewiß auf einen recht zahlreichen Besuch des Konzerts rechnen. Wie uns Herr Mölders mittheilt, beabsichtigt er, an jedem Dienstag und Freiteg Abend bei günstiger Witterung ein Kozert zu veranstalten. — Auch der Kameradschaftliche Verein feierte gestern sein Stiftungsfest und führte bei dieser Gelegenheit zum ersten Mal die veränderte Vereinsfahne mit sich.— Gegen 2 Uhr erfolgte unter den Klängen der Muses der mer Kriegerverein in einer Stärke von ein; der Verein machte eine Partie nach der wo zu Mittag gespeist wurde. Dann wurde Marsch über Belebeck nach den Externsteinen sortgesetzt von Horn die Heimreise wieder angetreten. — Der hiesige Kriegerverein beging die Feie Geburtstages Seiner Erlaucht des Grafregenten surch einen Ausflug zum Walde und durch eine Festfeier daselbst. Um 8 Uhr versammelten sich etwa 100 Mitlieder des Vereins auf dem Marktplatze, von wo sich der gegen 3½ Uhr mit klingendem Spiel zum Walde Im 5 Uhr hielt der Vorsitzende, Herr Gerichtsan die Festtheilnehmer, speziell an die Vereinseine ergreifende Ansprache, in welcher er des gedachte und mit begeisternden Worten seine geistige Begabung, besonders aber seine vaterländische mung hervorhob. Auch der Kinder war gedocht. Es war ein Vergnügen, ihrem Wettlauf zuzusehen. Für elwe 30 Mark waren allerlei niedliche, zweckmäßige Sachen angekauft, die den Siegern als errungener Preis übergeben und von diesen den Eltern mit freudestrahlendem Gesicht Inzwischen konzertirte die Krügersche jelt die Theitnehmer durch edle, gut vorer herrlichen Musik. Um 8 Uhr erfolgte Bei dem herrlichen Weiter fand gestern Abend in Belle=Allianee wieder ein AbonnementsKonzert statt. Die Enthüllung des Weerth-Denkmals in Am Sonnabend Morgen 11 Uhr sand die feierliche Enthüllung des Weerth=Denkmnals statt. Das Seminar sowie die benachbarten Wohnhäuser hatten Flaggenschmuck angelegt, und auf vier beim Denkmal aufgestellten, mit Blattpflanzen umgebenen Masten wehten Fahnen in lippischen und deutschen Farben. Die Fesiversammlung bestand aus den Spitzen der Staats= und städtischen Behörden, des Militärs, aus den Lehrern des Gymmnasiums Leopoldinum, unter diesen der Refse des Verewigten, Herr Prof. Dr. Weerth, aus den Lehrern des Seminars, dem Lippischen Lehrer=Verein, als Vertreter der jüdischen Gemeinde Herrn Lehrer Plaut, sowie vielen Verehrern Weerths. Am Denkmal hatte der Seminar=Chor Aufstellung genommen. Eingeleitet wurde die Feier durch den 1. und 5. Vers des Chorals„Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut“ von Schütz. Hierauf nahm der Erbauer, der Assistent an der Kal lechnischen Hochschule zu Charlottenburg, Herr Architekt Otto Kuhlmann, geborener Detwolder, das Wort zur Uebergabe des Deukmals an den Herrn Bürgermeister als Vertreter der Stadt. Seine Worte waren: Hochansehnliche Festversammlung!# Sehr geehrter Herr Bürgermeister! Vor ungefähr einem halben Jahre wurde mir der ehrende Auftrag zur Erbauung dieses Denkmals zu Theil. Es sollte ein Merkstein dem Manne gesetzt werden, der sich um das Schulwesen unseres engeren Vaterlandes so sehr verdient gemacht hat. Mit großer Freude bin ich daher schon aus jenem Grunde an die Erledigung des Auftrages herangetreten, ferner aber auch deswegen, weil mir somit sich somit zum ersten Male die Gelegenheit darbot, in meiner Heimathsstadt, unserm lieben Detmold, schöpferisch thätig zu sein. In der Kunst stehen wir ja zur Zeit in einer neuen Richtung und Auffassung und überall bestrebt man sich, auf eine solche hinzuarbeiten. Dieses in manchen Punkten so hoch beachtenswerthe Streben wird von großem Einflusse sein auf unsere Kunstwerke, die Malerei und Musik und auf die Baukunst, da es sich un die Ausbildung von Einzelformen handelt. Ueberall da aber, wo es, wie besonders hier, die Denkmalbaukunst auf die Verkörperung eines rundgedankens ankommt,— nämlich des Dankes gegen die zu verherrlichende Persönlichkeit,— überalt da muß auch somit die Ueberlieferung des früheren Baustils bildlich bleiben. Kepecte und unterch getragene Weisen der Rückmarsch.— Jedes Bauwerk soll in seinem Aeußeren seine Bestimmung zum Ausdrucke bringen. Ein Denkmal, welches uns die großen Thaten und das Wirken einer Person im Gedächtniß erhalten soll, muß den Thaten entsprechend würdig, wie hier, d. h. monumental wirken. Außerdem wird auch die Denkmalsbaukunst stets Rücksicht auf den Charakter und die Thätigkeit des zu Verherrlichenden nehmen müssen. Ueber das Antile, die ich absichtlich vermieden habe, weil ich nach solchen Formen bedienen wollte, welche ihre hohe Ausbildung germanischem Fleiß und germanischer Arbeit verdanten, ist wohl kein Stil so geeignet, monumenArbeit verdansen, ist wohl kein Stil so geeignet, monumentale Wirkungen herrorzurusen wie der wuchtige und ernste romanische Baustil. Dieses giebt auch wohl einer DankesSage. — Die Liedertafel hat nun ihre Glanziege hinter sich. Selten ist in Lage ein so harmonisches Fest geseiert. Die ganze Bürgerschaft betheiligte sich an demselben. Sämmtliche Mitglieder des Vereins waren thätig, alle hatten sich in den Dienst der Gäste und Freuude des Vereins gestellt, und den letzteren wurde der Aufeuthalt nach jeder Richtung hin augenehm gemacht. Der Flaggeuschmuck war großartig und verdient Anerkeunung. Möge die alte Liedertafel in demselben Geiste weiter wirken! Ausführlicher Bericht folgt in morgiger Nummer. — Ueber die Bullenschau können wir erst morgen berichten. Amt Braße. — Adreßbuch für das Fürsteuthum Lippe. Die öffentliche Auslegung der Hausverzeichnisse wird morgen in der Bauerschaft Brake und der Domäne Brake Abmarsch vom Vereinslokal„Gasthof Stadt Detmold" durch beginnen. Wir bitten, die Verzeichnisse genau auf ihre die Paulinen=, Bruch=, Krumme=, Lauge=, Schüler=, Leopold=, Hornsche=, Weinberg= und Freiligrathstraße nach dem Schützenberge, wo nach einer Pause das Konzert begann. Für die Mitglieder des Vereins, sowie auch für Richtmitglieder fanden Preisschießen statt. Im Laufe des Nachmittags sand sich eine große Zahl Festbesucher ein, die sich an den schönen Weisen der Kapelle erfreuten und die herrliche Fernsicht auf das nödliche Hügelland genossen. Nach Beendigung des Preisschießens fand um 7½ Uhr die Vertheilung der Preise statt. Es erhielten Preise: Auf der Preisscheibe für Vereinsmitglieder: die Herren F. Kanne, Preyer, Möhle, Ernsting, Siemers, Cordes, Peters, H. Meyer, Fitz, Multhaup, Stucke, G. Meyer, Riemeyer, Latsch, H. Harting, Langhardt, Ensterhus, Weele, Rosemeier, Rieke, Reiffert, Greimeier, Tünnermann, Winter, Korf, Vogelsänger, Diekmann, Hinder, Moses, Tegtmcyer, Heißenberg. Auf der Preisscheibe für Fremde: die Herren Drewes, Rosin, Grote, Vogi, Die knann, Wehrmann, Schulz, Heißenberg, Kaiser, Kanne, Tölle, Hofmeister. Der erste Preis auf der Scheide war ein sehr schönes Rauchservice, der Hauptpreis auf der Scheibe für Gäste ein Regulater. Die übrigen Preise, alle sehr nette Sachen, bestanden aus Cigarren, Schoppen, Stöcken, Bildern, Pfeifen, 1 Fl. Sekt, Reisekoffer, Schirmständer, Teppich ufw. usw — 50 jähriges Fahnenjubiläum des Gesangvereius„Concordia“. Am 25. Juni finbet in den hemlichen Anlagen des Falkenkruges die Feier des obigen Sichtigkeit zu prüfen und etwaige Fehler an Rande zu ver merken, Bestellungen auf Annoncen, Extrazeilen und Vorherbestellungen auf Adreßblicher können noch jeder Zeit gemacht werden. Sak#uffen. — Ein weiteres Schadeufeuer, vermuthlich durch Flugfeuer verursacht, entstand Sonnabend Morgen 10 ¼ Uhr in dem Dedering'schen Hause der Untermühlenstraße gegenüber der Brandstätte Nathan Hecht. Vier hatte das Feuer auf dem Boden reichlich Nahrung gefunden und dehnte sich im Augenblicke über das ganze Haus aus Auch das nebenanstehende Brakhoge'sche Haus wurde vom Feuer ergriffen und in Asche gelegt.(A. A.) C — Erhängt aufgefunden wurde heute Morgen der Maschinentechniker St. in seiner Schlafkammer. Was den Unglücklichen in den Tod getrieben hat, ist Allen ein Räthsel. Jedenfalls findet die Familie des Verstorbenen allgemeine Theilnahme. Amt Gerlinghausen. Oerlinghausen, 31. Mai. Gestern fand die Er öffnung der im Schopkethale gelegenen Badeaustalt statt. Die Anstalt erfreut sich, in Folge der schönen Lage, hier einer allgemeinen Beliebtheit und ist auch, da man dort stets einen guten Trunk Bier bekommt, besonders an Sonntages das Ziel vieler Spaziorgänger. Wir verfehlen daher nicht, alle Besucher unseres Ortes auf diese herrliche bezeugung den tiefsten und bleibendsten Ausdruck und war es gerade die Stimmung der Dankbarkeit, der ich mein Motiv entnommen. Aber nicht nur die Form, sondern auch die Farbe habe ich zu architektonischer Wirkung herangezogen und mich deshalb der gewählten Materialien bedient. Für den Aufbau verwendete ich den wegen seiner Wetterbeständigkeit bekannten Rochlitzer Porphyr, der mit seinem warmen Farbeton und seiner grobkörnigen Struktur ausgezeichnet zu dem Basalt des Unterbaues, der Brouce des Reliefs und dem Syenit der Inschrifttafel paßt. Möge nun die Hülle fallen. Der Herr Bürgermeister Petri und gab dem Wunf das Denkmal mü Dank entgegen und gab dem Wunsche Ausdruck, daß Geist des Mannes, dem das Denkmal gesetzt sei, der jevig wie der kommenden Generation stets zum Vorbilde di# möchte. Hierauf sang der Geminarchor die Motette von Georg Nägeli:„Der Meusch lebt und besteht nur eine kleine Nachdem die schönen, ergreifenden Töne verklungen nahm Herr Konsistorialrath Steinhagen das solgenden, eigentlichen Weiherede. Geehrte Anwesende! Drei Abschnitte sind es, in denen wichtige Ereignisse in der Menschheitsgeschichte ablaufen— der Gedanke, die That und das Werk. Der Gedanke der deutschen Einheit war zuerst am Platze— dann kam die That, wie sie im deutsch=französischen Kriege gipfelte— darauf das Werk, das neue deutsche Reich mit dem Kaiser an der Spitze. Der Schwerpunkt aber solcher geschichtlichen Vorgänge liegt in dem Zweiten, in der That— ohne sie bleibt der Gedanke bei sich selbst— ohne sie bleibt es in der Welt beim Alten, ohne sie giebt es nichts Neues, giebt es keinen Fortschritt in den Einrichtungen der Menschheit. Der Kern aber der That ist der Wille, der des Gedankens sich bemächtigt und ihn aus der Innenwelt des Geistes in die Wirklichkeit der Außenwelt einführte und ihm in dieser zu dauernder Gestaltung verhilft. Und der thatkräftige Wille macht den Kern, macht die Seele, macht das Wesen der Persönlichkeit aus— so sind Persönlichkeiten die treibenden und tragenden Kräfte der Menschheitsgeschichte. Dies ist nun auch auf dem Gebiete der Fall. auf welchem es sich um die Heranbildung von Persönlichkeiten handelt, auf dem Gebiete der Schule, als deren Aufgabe es ist, den Geist der heranwachsenden Geschlechter zu bilden, daß dem Verstande und dem Gemüthe und dem Willen zu einheitlich harmonischer Ausbildung verholfen wird, daß es im Kopfe klar durch das Licht der Wahrheit und im Herzen warm durch das Feuer der Liebe wird und mit der Wahrheit und der Liebe die Elemente im Geiste verankert werden, aus denen die charaktervolle Persönlichkeit ersteht. Und der hierzu die Schule gefordert und ersehnt hat, ist kein Geringerer gewesen, als unser Resormator Dr. Martin Luther, der Held unter den Helden auf dem Gebiete des deutschen Geisteslebens: er hat seine Stimme laut erschallen lassen an Fürsten und Städte, daß sie sich der Jugend durch Einrichtung und Pflege der Schulen aunehmen möchten zur Förderung des gemeinen Wohles der Christenheit. Und der von ihm ausgestreute Same ging auf— in den Ländern, in denen die Reformation Eingang gesunden hatte, wurde es ein Bestandtheil der öffentlichen Meinung, daß allgemeine Volksbildung die wesentliche Bedingung des allgemeinen Volkswohles sei. Und aus dem Zusammenwirken bedeutender Schulmänner und bedeutender Fürsten erstand in den deutschen Landen mälig und neben den gelehrten Schulen die Volksschule. n unserem Lande stand es bis über die Mitte des 18. Jahrhunderts hinaus um das Volksschulwesen nicht zum besten= in der 1767 für das platte Land erlassenen Schulordnung, sagt Graf Simon August, daß er mit vielem Mißfallen den Verfall des Schulwesens wahrgenommen habe.„ Unter diesem Grasen legte der Generalzupermiendent Ewald die bessernde Hand an unser Volksschulwesen.— In seine Arbeit trat 1796 der Generalsuperinteudent Ludwig von Cölln ein, der, von der Fürstin Pauline unterstützt, eine segensreiche Wirksamkeit zur Hebung unseres Volksschulwesens entsaltete, aber schon im Jahre 1804 in seiner vollen Manneskraft durch den Tod aus dem irdischen Tagewerk abgerufen wurde. Nachdem in der nun folgenden Bakanz von sieben Bierteljahren das Schulwesen von der Fürstin Pauline selbst ihr im Jahre 1805 in die Hand Indem ich hosfe, daß meine Arbeit Ihren Beifall und mein Werk Ihre gerechte Beurtheitung finden möge, übergebe ich Ihnen, sehr geehrter Herr Bürgermeister, das Dentmal. geleitet war, wurde es von des Generaksuperintendenten Weerih gelegt. Und in der war es aufs beste aufgehoben, so gut, daß sein Andenken es pahrlich werth ist, durch das hier errichtete Denkmal den kommenden Geschlechtern überliefert und so in ihnen lebendig erhalten zu werden. Die Frage, deren Lösung es für den Generalsuperint. Weerth galt, war, wie die Kinder des Landmannes und des Bürgers auf eine zweckmäßige Weise zu unterrichten seien, so daß Geist und Herz bei ihnen gebilbet und ihnen die ersorderliche Brauchbarkeit für ihren Beruf beschafft werde. Die erwünschte Löfung dieser Frage war ihm durch die Erbeitsleistung tüchtiger Lehrer bedingt. Darum lag ihre Heranbildung in dem 1781 gestifteten Seminare dem Generalsuperintendenten Weerth besonders am Herzen. Anfänglich brauchte der angehende Lehrer keine bestimmte Zeitdauer im Seminar zu bleiben; hatte ein Zög ling das nöthige, durch eine Prüfung festzustellende Maß von Bildung erreicht, dann wurde er, wenn eine für ihn passende Stelle vakant wurde, in den Schuldienst eingestellt. Durch die vom Generalfuperintendenten Weerth an geordnete Eintheitung der Seminaristen in zwei Klassen wurde die Leistungsfähigkeit des Seminars gesteigert. Für die einzelnen Unterrichtsfächer gab Weerth die maßgebenden Gesichtspunkte an. So hielt er darauf, daß der Unterricht in der Religion möglichst vereinfacht wurde. Hatte Generalsuperintendent Ewald durch sein„Lesebuch“ ein Lehrbuch für den Unterricht in der bibl. Geschichte beschafft, so lieferte Weerth die erforderliche Ergänzung, indem er den Hauptinhalt des von dem Generalsuperintendenten von Cölln verfaßten„Lehrbuchs der christlichen Religion“ in dem„Leitfaden für den Religionsunterricht in den Schulen“ auf einen kurzen Ausdruck brachte. Es wurde aber dieser Leitfaden, wie dem Unterricht am Seminar, so auch dem Religionsunterrichte in der Schule zu Grunde gelegt, weil dadurch der Forderung möglichster Einfachheit in diesem Unterrichte entsprochen wurde.— Als einen Versuch bezeichnete Weerth dieses Verfahren, über dessen Zweckmäßigkeit die Zukunft entscheiden müsse. Besonderes Gewicht legte Weerth darauf, daß sich die Zöglinge des Seminars eine schöne Handschrift und die Kunst, gut zu lesen, aneigneten— von dem Unterrichte in der Musik ließ er keinen dispensiren. Vor Allem hielt Weerth darauf, daß die Seminarzeit für die formale Bildung der Seminaristen ausgekauft wurde. Zu dem Zweck führte er besondere katechetische Uebungen ein, und nicht zum wenigsten wollte er unter jenem Gesichtspunkte den Unterricht in der Sprachlehre und in den Aufsätzen ertheilt wissen. Selbstständigkeit im Denken und Urtheilen sollten die Mitgift des Seminars an seine Zöglinge sein; nicht darum war es Weerth zu thun, daß die jungen Leute zur Arbeit in der Schule ge drillt wurden— der Geist sollte bei ihnen geweckt werden, damit sie in den Stand gesetzt würden, selbstthätig zu handeln. Hiermit war für Weerth der Grundsatz gegeben, daß den Seminaristen nicht blos das gelehrt werden sollte, was von ihnen wieder in der Schule zu lehren sein würde Darum erweiterte er auch den Lehrplan des Seminars, indem er in denselben im Gegensatze zu dem lose zusammen häugenden Unterrichte in den sogen, gemeinnützigen Ken nissen einen zusammenhängenden Unterricht in Geo graphie, Geschichte, Naturgeschichte und Naturlehre ein fügte. Für die Hauptsache hielt es Weerth, daß der Lehrer in freier Beherrschung und Verwerthung des Stoffes aus dem Eigenen schöpfe, weil er dadurch vor erschlaffendem Mechanismus bewahrt bleibe. Und dem Charakter bringe ein umfassender Unterricht keinen Schaden; vielmehr— je gründlicher und zusammenhängender das Wissen der jungen Leute sei, desto bescheidener würden sie auch sein, weil sie verständiger geworden seien. Eine umfassende Ausbildung bedinge auch das Wohlbefinden des Lehrers auf dem Lande und seine Fortbildung, da sie ihm einen befriedigenden Genuß gewähre und dadurch vor Abwegen bewahre, wie denn auch verschiedene, sehr gebildete Schullehrer treu in ihrem Amte und nützlich wirkten, sodaß sie in ihrem Dorse wären, was der Pastor im Pfarrdorfe sei. Ueberhaupt war es die Charakterbildung der jungen Lehrer, die dem Generalsuverintendenten Weerth besonders am Hergen linge des Eemt sich durch Dünk und vor eitter Ernst sollte ihn sehrer, bei dem dienen lassen, gells!“ den ehr verdiene, und b# Na müsse. So naristen väterli. den. Verwahrle und wer sich ur mahnung in di den wollte er n reichte ihm aber hatte, nach solch zu verfahren. Das im S sutzerintendent nicht für abges wisse, daß sie au salt unterrichtet stellung noch se legenheit zur Fi die man sich vo Bedeutung legte der jungen Leh selben unter Au vorzüglich eines sie oft eine Reih sein. Und Gene die Einrichtung Damit sich d der pädagogische richtete Weerth Bücher angescha bar nützlich sein die Bücher, die Die Probe darat Gewinn hatten, Preisfragen, wel stellt wurden. — Der Grunds seinen Bemühung ließ, war:„Wer geben!“ So ließ er e sehlen, welche den stellten Forderunger wartete er eine gu Lehrer stande und dem einzelnen 2 bewerthete es Gener Pauline bei dem# war und dasselbe d theilung zu einer meint Werth, wo würde ja wohl ein treuer Thätigkeit ar lich wirten können. Als einen Bei eines Lehrers geehrt die Schulvisitatione Lehrer, der mit Flei in, vorzüglich in Lage des Schullehre reundlichem Sinne Und wie es sich ihe eihellt aus der vom Aeußerung, daß, we noran freilich nicht escte rach e Arbeit die Megel wo# Freude hat den nehmung bereitet, d edlen Art, die das ih hebend und fördern! Daß durch die superintendent We auf die Kinder b nach vernünftigen treten sehen, die eb ao c. e damit es für sie et Mehrung solcher auch von der Feie Schulvisitationen sondern zum Flei wissen. Am Hherzen Weerth aber auch, für die Werthschätz geben werden und richt, der den Kinde betrachten; denn es der Lehrer und sein verachtet würden. die Eltern für die e superintendent Wer von s#iten des Lehr habe, wenn gereif einer Schule thätig Predigers zur Schu Art, wie sich die 4 Veerth aber vor al bringen, daß sie ih und er hatte auch die von ihm aufgewan er sich dadurch zu a berechtigt fühlen du die Erfällung nicht Mit der Sorge bei Weerth die Sor gedeihlichen Entwic hielt er darauf, daß =chulstuben so ang als brauchbare, ihre konnten. Bedacht Kindern nicht an d. für den gehörigen 1 lich gesorgt. Den Unterstützung bei il von zinslosen Vorsa Krankheit in einem sonst von einem Un kalsuperintendent W per Fürstin vermitt der Fürstin hinsich machte, hatte er die zu sehen. 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Mit Ernst sollte ihnen ans Herz gelegt werden, daß sehrer, bei dem es nicht Grundsatz sei:„Ich will mir nicht dienen lassen, sondern dienen; denn mich zammert des gells!“ den ehrwürdigen Namen eines Schullehrers nicht verdiene, und das Gottesfurcht und Menschenliebe ihr Ziel Ma müsse. So sorgte er denn auch dafür, daß die Semiraristen väterlich behandelt und gehörig beschäftigt wurten. Verwahrloste Burschen wurden nicht aufgenommen, urd wer sich ungeachtet aller liebevollen und ernsten Ermahnung in die gewiesene Ordnung nicht fügen wollte, den wollte er nicht im Seminar geduldet wissen. Es ge reichte ihm aber zu großer Freude, wenn er nicht nöthig hatte, nach solchen sittlich ernsten Grundsätzen mit Strenge zu verfahren. Das im Seminar getriebene Werk hielt General sutzerintendent Weerth mit dem Austritt aus demselben nicht für abgeschlossen— wer junge Leute kenne, der wisse, daß sie auch dann, wenn sie einige Jahre mit Sorg salt unterrichtet und erzogen worden seien, nach ihrer An stellung noch sehr der Aufsicht, Ermunterung und Ge legenheit zur Fortbildung bedürften, um den Hoffnungen, die man sich von ihnen mache, zu entsprechen. Besondere Bedeutung legte er hinsichtlich der weiteren Ausbirdung der jungen Lehrer den Lehrerkonserenzen bei; wenn dieselben unter Aufsicht und Leitung eines älteren Mannes, vorzüglich eines Predigers gehalten würden, dann könnten sie oft eine Reihe von Jahren ein Sporn für junge Leute sein. Und Generalsuperintendent Weerth selbst sorgte für die Einrichtung solcher Konserenzen. Damit sich die Lehrer zwecks ihrer Fortbildung betreffs der pädagogischen Wissenschaft auf dem Laufenden hielten, richtete Weerth ein Lesekabinet ein, für welches nur solche Bücher angeschafft wurden, welche den Lehrern unmittelbar nützlich sein konnten, und aus welchem jedem Lehrer die Bücher, die er zu haben wünschte, verabfolgt wurden. Die Probe darauf, ob die Lehrer von solcher Lektüre auch Gewinn hatten, machte Weerth an der Bearbeitung von Preisfragen, welche den Lehrern zur Beantwortung stellt wurden. Der Grundsatz, von welchem sich Weerth bei diesen seinen Bemühungen um die Fortbildung der Lehrer leiten ließ, war:„Wer fordert, der muß auch, wenn er geben kann, geben!""—"—— So ließ er es denn auch an solchen Einrichtungen nicht sehlen, welche den Lehrer ermuntern sollten, den an ihn gestellten Forderungen auch zu genügen. In dieser Richtung erwartete er eine gute Wirkung von der Achtung, die man dem Lehrerstande und, insosern er sich dessen würdig zeigte, auch einzelnen Lehrer erwene. Unter diesem Gesichtspunkte dem bewerthete es Generalsuperintendent Weerth hoch, daß die Fürstin——— Pauline bei dem fährlichen Examen der Seminaristen zugegen bedeutungsvollen Aufgabe gerecht werden soll— das war und dasselbe durch Chorgesang und Reden und Preisver= Sinn der Gewissenhaftigkeit, welcher den, der ihn theilung zu einer festlichen Feier gestaltet wurde. Selbst da, meint Werth, wo sich frommer Sinn und Pflichttreue sänden würde ja wohl eine solche äußere Ermunterung, wenn sie zu treuer Thätigkeit auch nicht unumgänglich nöthig sei, doch nütz lich wirten können. Als einen Beweis dafür, daß der Stand und das Amt eines Lehrers geehrt werde, wollte Generalsuperintendent Weerth die Schulvisitationen angesehen wissen. Diese sollten für den Lehrer, der mit Fleiß seiner Schule vorzustehen suche, ein Fest in, vorzüglich in den Orten, wo der Prediger, der sich in die Lage des Schullehrers zu versetzen wisse, diesem mit menschenreundlichem Sinne die Freuden des Tages zu erhöhen suche. Und wie es sich thatsächlich mit den Schulvisiationen verhielt, eihellt aus der vom Generalsuperintendenten Weerth gemachten Aeußerung, daß, wenn die Schulvisitationen eingehen sollten, woran freilich nicht von serne gedacht werde, die meisten Schullehrer dies sehr übek empfinden würden, eine Bemerkung, aus welther zugleich erhellt, daß in der Schule fleißige und treue Arbeit die Regel war. Frende hat dem Generalfuperintendenten Weerth die Wahrnehmung beweitet, daß humane Behandlung auf die Schullehrer edler Art, die das ihnen bewiesene Zutranen nicht wißbrauchten, bebend und fördernd einwirkte darch die Schule genutzt werde, wußte Generaluperintendent Weerth aber auch durch die Einwirkung auf die Kinder bedingt. Er wollte dieselbe durch eine nach vernünftigen Erundfähen gehanddavte Disziplin eintreten sehen, die ebensowohl barbarische Strenge, als nachgebende Schwäche verbanne. Darum wurden die Lehrer von ihm angewersen, die ihmen anvertranten Kinder mit väterlichem Ernst und mit herzlicher Liebe zu behandeln, damit es für sie eine Lust sei, die Schule zu besuchen Schule die bieligion im Volke sich weiter verbreitete, daß die Kinder, welche den genossenen Unterricht gehörig gefaßt hatten, wieder die Lehrer ihrer Eltern wurden. Wie von der Schule überhaupt, so erwartete er besonders von der Industrieschule mit ihrem Unterricht in den Handsertigkeiten des Spinnens, Strickens, Nähens und Flickens die Besörderung von Arbeitsamkeit und Fleiß im Volke. Mit Freude nahm Weerth auch die Thatsache wahr, daß durch die vorgenommenen Schulverbesserungen der Sinn für Volksbildung in weiten Kreisen geweckt und gefördert worden war. Die Sorge für die Schule fiel für den Generalsuperintendenten Weerth in eins zusammen mit der Sorge für das Volk. Vergönnt war dem Generalsuperintendenten Weerth bei einer 30jährigen Wirksamkeit die Wahrnehmung, daß seine Arbeit für die Schule nicht vergeblich war. Aber von stolzem Dünkel darob weit entsernt, verhehlte er sich nicht, daß noch viel zu thun übrig sei; durch das, was bereits igeschehen war, wußte und fühlte er sich aufs stärkste verpflichtet, in seiner Arbeit zu beharren und fortzufahren, um nachzudenken, zu bereden, vorzustellen, zu bitten, anzuordnen und einzurichten.— So wollte er seiner Vorgänger werth sein und das Zutrauen einer gnädigen Fürstin ehren. Und bei dem allen wollte er nie vergessen, daß Gottes Segen zu seinen Bemühungen unentbehrlich sei. Das ist, verehrte Anwesende, der Mann, dessen Andenken durch dieses Denkmal geehrt und im Volke wach erhalten werden soll. Ein echter deutscher Mann! Im Herzen einsache schlichte Frömmigkeit— darin wurzelnd das ernste streuge Pflichtgefühl— dadurch seinem Volke verbunden in sorgend dienender Liebe— damit voll Eifers für die geistige Bildung und Hebung des Volkes— darum ein warmer Freund der Schule als einer Einrichtung, durch welche vor allen andern an erster Stelle das Wohl des Volkes gefördert werden kann und soll. Ein solcher Volksfreund und Schulmann verdient wahrlich die Liebe und die Verehrung, in deren Bethätigung ihm dieses Denk.nal gesetzt ist. Es erfüllt aber dieses Dentmal seinen Zweck erst dann völlig, wenn es dazu mithilft, daß der Geist und Sinn, welcher dem edlen Manne, dem es gesetzt ist, eignete, in und unter uns lebendig bleibt, indem in unserem Lipperlande immerdar hoch im Preise stehen die von dem Generalsuperintendenten Weerth hoch gehaltenen Güter des Geistes und des Herzens, frommer Glaube, selbstlose Liebe, dienstwilliger Gemeinsinn, unverdrossene Beharrlichkeit auf dem Wege der Pflicht. Möge dieses Denkmal an diesem Platze hier besonders auch dazu mithelfen, daß in den Jünglingen, welche droben im Seminar ihre Ausbildung zum Lehrerberufe erhalten und die ihr Weg tagtäglich an diesem Denkmal vorbeiführt, der Geist ersteht und der Sinn festwurzelt, auf den es, wie überall in der Welt, besonders in der Schule ankommt, wenn sie ihrer großen, ist der seinem der Schule, die unserer Stadt einen Besuch wochen werden es sich nicht nehmen lassen, das Denkmal zu das einem Manne geweiht ist, der sich um das Schulwesen in Lippe ein großes Verdienst erworben hat. So wie Weerth bei den Leuten, die mit der Schule in engster Berührung sehen, in Folge seiner Schulreformationen niemals vergessen worden wäre, so wird das Denkmal dazu beitragen, daß der Name Weerth im Volke stets lebendig bleibt. Den vielen Freunden und Verehrern Weerths möchten wir hiermit zum Ffentlichen Ausdruck bringen, daß sie mit der Ausführung des Denkmals ein gutes Werk gethan haben; mag ihnen der Sinn der Worte zum Lohne dienen:„Ein Volk, das seine Großen ehrt, ehrt sich selbst.“ Buren n0 ggetäcbe mit einem Engländer ergaben — ues Secche undben Gien. Dir. Sumn uisthne 18 Gesangenen ließen sie d Waffen und Ausrüstungsgegepftänhe## 8 in wieder laufen. letterkarte der Lipp. Landes-Zeitung. in Herzen hegt, dazu antreibt, daß er sich die zu dem gewählten Berufe ersorderliche Tüchtigkeit aneignet und ihn in der Sorge dafür, so lange es für ihn heute heißt, nicht müde werden läßt und zugleich auch dazu nöthigt und anhält, daß er alle aus seinem Berufe sich für ihn ergebenden Pflichten mit sorgfältigem Sinne ausrichtet und erfüllt! Möchte das Denkmal hier dazu mithelfen, daß die Generationen der Lehrer, welche aus dem Seminar da droben hervorgehen werden, ihre Ehre darein setzen, daß sie dem liebenswürdigen und verehrungswürdigen Schalmanne, dessen Bildniß dieses Denkmal trägt, in ihrer Arbeit auf der Schule, in der Sorge um und für die Kinder unseres Volkes als unseres Volkes beste Schätze nacheisern mit dem Wahlspruch: In Gewissenhaftigkeit tüchtig und treu! Niemals wird es dann unserer Volksschule an Männern fehlen, welche auf der Höhe ihrer Aufgabe stehen und den Kindern unseres Volkes wirklich sind, was sie ihnen sein sollen, Gehülsen dazu, daß auch sie zu Gottesmenschen heranwachsen, welche in frommer Gewissenhaftigkeit tüchtig und treu zu u in der Erfüllung ihrer Pflicht sind! Möchte die durch dieses Denkmal wach erhaltene Erinnerung an den Generalsuperintendenten Weerth dazu mithellen, es in unserem Lande an und in den maßgebenden Stell Kreisen niemals an Männern sehlt, welche ein warm Herz für unser Schulwesen haben und darum auch gern## freudig bevenren und besorgen, was zur Hebung und Förderung desselben dienlich ist! Möchte dieses Denkmal auch noch dazu mithelsen, daß vom Volke selbst die Schule als der geistige Jungbrunnen des Volkslebens geschätzt wird, als aus welchem immer wieder neue Geschlechter bervorgehen sollen, die mit nene frischer Krait? redens urden und Fampf freudig und willig in die Hand nehmen und aufnehmen und des Lebens Arbeit ehrenvoll an — düchtig zu Serich scher und ds Shrus dupf pegrch büscher auch von der Feier von Schulfesten, und zumal bei den jedem guten Werke, treu in jeder heiligen Pflicht! Schulvisitationen wollte er die Kinder nicht vergessen, Das 2 12—4 12 22. sondern zum Fleiß und zu guter Rufführung ermahnt wissen. Am Hherzen lag es dem Generalfuperintendenten Weerih aber auch, daß den Eltern der rechte Gesichtspunkt für die Werthschätzung der Schule und ihrer Arbeit angegeben werden und dieselben gewöhnt würden, den Unterlicht, der den Kindern ertheilt werde, im gehörigen Lichte zu betrachten; demn es sei nicht ohne Einfluß auf die Kinder, ob der Lehrer und seine Schule von den Eltern geachtet oder verachtet würden. Für das Hauptmittel aber dazu, daß die Eltern für die Schule gewonnen würden, hielt General superintendent Weerth ein sorgsältig bewachtes Betragen von s##ten des Lehrers, was zumal dann eine gute Wirkung habe, wenn gereistere Schulmänner mehrere Jahre an einer Schule thätig wären. Auch die Stellungnahme des Predigers zur Schuie schätzte er als bedeutungsvoll für die Art, wie sich die Eltern zur Schule stellten. Worauf es Weerth aber vor allem ankam, war, die Eltern dahin zu bringen, daß sie ihre Kinder fleißig zur Schule schickten, und er hatte auch die Freude, daß der Schulfleiß in Folge der von ihm aufgewandten Bemühungen besser wurde und er sich dadurch zu angenehmen Hoffnungen für die Zukunft ser#chtis„fühlen, durfte, wie denn auch solchen Hoffnungen Erfällung nicht gefehlt hat. Mit der Sorge für das Innere der Schulwesens ging bei Weerth die Sorge für die äußeren Bedingungen einer gedeihlichen Entwickelung derselben Hand in Hand. So hlelt er darauf, daß bei dem Bou neuer Schulhäuser die Schulftuben so angelegt und eingerichtet würden, daß sie als brauchbare, ihrem Zwecke entsprechende Räume gelten konnten. Bedacht war er darauf, daß es auch den armen Kindern nicht an den nöthigen Lehrmitteln fehlte. Auch ur den gehörigen Unterhalt der Lehrer hat Weerth treu##sergt. Den jungen Lehrern wendete er zu ihrer Unterstützung bei ihrer ersten Einrichtung die Wohlthat on zinslosen Vorschüssen aus der Leihekasse zu. Kehrte rankheit in einem Schulhause ein, oder wurde ein Lehrer bust von einem Unglücksfall betroffen, war es der GeneUsuperintendent Weerth, welcher die gern gewährte Hülfe er Furstin vermittelte. Und die Vorschläge, die er bei der Furstin hinsichtlich der Aufbesserung der Gehälter hatte er die Freub., gnädigst von ihrr genehmigt ## auer seiner Mühwaltung um das Gedeihen des =chulwesens war Weerth von der Liebe zum Volke beseelt. Paren, dis Lehrer verständige und gute Männer, dann renthielt er ihnen seine Achtung und Liebe nicht,weil von ihrer Wirksamkeit unter dem Volke viel erwartete. einen Umstand von großer Bedeutung für die Volks„5 fah er es an, das dem Volke, dessen Sprache das hochdentfchage 87.vur) die Schule das Verständniß der die Vrbair'sar Schrft sprache übermittelt wurde. Durch „S5beit de Tchule wollte Weerth den Geist geweckt sehen Mieuschgrr.. L den Menschen, die in der Schule ###lschen geworden wären, nicht an der Fähigkeit fehlen Daß es darauf im Volle vor allem andern ankommt und ##ls Helterin denn die Schale deim Volle in Ehren stehen und wirklich steht, deß ein Wahrzeichen sei und bleibe dieses Denkwal! Das walte Gott! Die Rede machte einen gewaltigen Eindruck auf die Zuhörerschaar. Den Schluß der Feier bildete der Ambrostanische Lobgesang:„Großer Gott, wir leben dich“ von Peter Ritter. Die Gesangsvorträge wurden von dem Seminar=Chor unter der sicheren Leitung des Herrn Seminar=Musiklehrers Behmeier in außerordentlich exakter Weise zu Gehör gebracht. Die Feier war von dem herrlichsten Wetter begünstigt, der Himmel hatte sein blaues Zelt über der Festversammlung ausgespannt. Die Feier nahm einen äußerst würdigen Verlauf, sie wird allen Theilnehmern in steter Erinnerung bleiben. Ueber die Ausführung des in seiner Einfachheit imponirenden Denkmals machen wir folgende Mittheilungen: Auf einer 4stufigen Plattform aus Niedermendiger Basaltlava erhebt sich ein in romanischen Stylformen gehaltener Obelisk aus Rochlitzer Porphyr. Die 4 Ecken des Aufbaues werden durch kurze Säulchen aus Basaltlava, die das wuchtige, in seiner ornamentalen Ausbildung aber feine Abschlußgesims des Unterbaues tragen, unterbrochen. An der Vorderseite desselben sieht man in einer mit Kleeblattbogen geschlossenen Nische das von Professor Riegelmann modellirte Bronzerelief, darunter in Stein gemeihelt den Namen: Weerth. Dieselbe Stelle der Rüsseite wird von der Inschrift=Tasel mit der Widmung ein enommen. Ornamentale Darstellungen, die sich auf Schulwesen und den geistlichen Beruf des Verewigten beziehen, befinden sich auf der Vorder= und Rückseite in den Giebeldreiecken des Unterbaues. Ueber dem Giebel erhebt sich der schlichte Obelisk, der nur in der Mitte von einem romanischem Rankenfries, welches uns an der Vorderseite das Wappen der Stadt Detmold, an der Rückseite das Landeswappen entgegenhält, umschlungen wird. Die Plattform ist mit Mosaikpflaster belegt. Die Inschrift lautet: „Dem Andenken an den um das Schulwesen in Lippe hochverdienten Generalsuperintendenten Ferdinand Weerth, geb. am 1. Juni 1774, gest. am 18. Oktober 1836, gewidmet von seinen zahlreichen Verehrern“. Durch die bekannte Episode mit dem Kutscher, der die Steine zum Hermannsdenkmal hinauf beförderte, war es leider nicht mehr möglich, die Pflasterung, wie beabsichtigt, herzustellen und es wurde deshalb, damit die Enthüllung keinen Aufschub erleide, die Plattform zunächst provisorisch geflastert. Unternehmer der Maurer=, Steinmetz= und Bildhauerarbeiten war Herr Maurermeister Aug. König von hier. Die Modelle der Ornamentue, sowie das Broncerelie lieserte der durch seine Arbeiten im deutschen Hause auf der Pariser Weltausstellung und am romanischem Hause Letzte Nachrichten. Chinesische Wirren. Shaugsi, 3. Juni. Die Katholiken verlangen als Entschädigung für das kürzliche Massacre die nöthigen Bauplätze für zwei Schulen, Errichtung eines Sühnetempels in Tayenfu und schließlich das Terrain für eine Entwässerungsanlage im Süden von Tayensu. Peking, 3. Juni. Die chinesische Regierung überraschte durch die Promptheit, mit der sie auch die hauptsächlichsten Punkte der Entschädigungsfrage beantwortet hat und eifrigst bestrebt ist, als Macht wieder eingesetzt zu werden. Die deutschen Truppen haben Peling bereits verlassen unter einstweiliger Zurücklassung von 9 Abtheilungen zu je 300 Mann. Die Franzosen shaben mit der Räumung Chinas begonnen. Die japanischen Truppen kehren am 26. Juni in die Heimath zurück. Der Rest der Truppen verbleibt bis zur Rückkehr des kaiserlichen Hoses in Peking, da die gleichzeitige Zurückziehung aller Truppen bei den Chinesen salsche Vorstellungen erwecken, und die sich im Norden aufhaltenden Europäer gefährden dürfte. Peking, 3. April. Von der chinesischen Regierung ist für das Denkmal für den ermordeten Gesandten Freiherr von Ketteler in der Hadamenstraße ein Platz angewiesen; an dieser Stätte werden zwei Pfeiler, ein Standbild und ein Tempel errichtet. Der Text, der in chinesischer Sprache abgefaßt wird, soll der deutschen Regierung zur Begutachtung vorgelegt werden. Der Verfasser desselben ist ein früheres Mitglied des Tsungli=Yamen. Peking, 3. Juni. Die Gesandten erhielten eine MitEheilung des Grasen Waldersee, in welchem er seinen Entschluß, nach Europa zurückzukehren, kundgab. Die Abreise dürfte schon in den nächsten Tagen erfolgen. Peking, 3. Juni. Die chinesischen Behörden geben sich die größte Mühe, die bisher von den internationalen Truppen besetzt gewesenen Posten in ihren Besitz zu bringen. Graf Waldersce verläßt heute die Stadt. Skandal in Consouse. Toulouse, 3. Juni. Hier fand gestern anläßlich eines Vortrages des Vorsitzenden des National=Vereins eine große anüinationale Kundgebung statt. Kurz nach Eröffnung der Sitzung wurde ein Redner, welcher gegen den Minister präsidenten Waldeck=Roussean aufteat, unterbrochen. Ein großer Tumult entstand. Die Thür des Versammlungslokals wurde erbrochen und es entstand ein großes Handmenge. Zwei Revolverschüsse wurden abgegeben. Ein echtsanwalt aus Paris wurde durch zwei Dolchstiche verletzt, in Folge dessen die Versammlung aufgehoben wurde und die Polizei den Saal räumte. Neue Erschwerung im russischen Grenzverkehr. Berlin, 3. Juni. In dem Grenzverkehr mit Ruß land werden, einem hiesigen Blatte zufolge, neue Ein schränkungen eintreten. Die bisher zum Ueberschreiten der Grenze erforderliche Legsimationskarte wird künftig nicht wie bisher von den Polizeibehörden der Greuzorte, sondern nür noch von dem Grenzzollamte selbst ausgestellt werden meter R Barometer Gestr Stand leung. Stand Stand vom 3. Juni 10 Uhr vorm. Gestriger Stand 760 mm. Wasserwärme 20° C. Niedrigster Thermometerstand in vorigerNacht: 10 Grad R. Höchst. gestr. Stand. 20° R. Allgemeine Wettertage: Bedeckt, halb beiter. London: Schön Chefredakteur Dr. Adolf Neumann=Hofer. Verantwor licher Redakteur Emil Neumann. Für den Reklame= und Anzeigentheil verantwortlich: Louis Heisterhagen, alle drei in Detmold. Druck und Verlag der Meyer'schen Hofbuchdruckekei zu Detmold.— Alle Zusendungen sind an die Leitung oder an die Geschäftsstelle, nicht persönlich zu adressiren.— eidon Steffe, Sammte, Velvets Seidcn fürKleiber, Biulen u. Besat liefern wir - direkt an Private. Man verl. Muster von Elten& Koussen Aanbiuns Kreteld. würde 6even waten, nicht an der Fähigkeit fehlen##der pariser Weitausstellung und am romanischem Hause nistam.. in der Welt unter den verschiedensten Verhält= in Berlin bekannte Professor Riegelmann=Charlottenburg. Wiien zurecht zu finden. Zur Breube onraschte ihm ai.„ Beobachtzuug. L.. Zur Frende gereichte ihm weobachtung, daß durch den Religionsunterricht Mit dem Denkmal ist Detmold wieder um eine Sehenswürdigkeit reicher geworden. Schulmänner und Freunde A KAES Aurußen ir Spanien. Corunng, 3. Juni. Sämmtliche Aerzte der Stadt und Umgebung sind mit der Behandlung der Verwundeten beschäftigt. Die Prästdenten mehrerer Arbeitervereine wurden verhaftet. Der Dampfer„Auonz“ ist mit Marinetruppen Falsche Gerüchte Berlin, 3. Juni. Zu demu hier gestern verdreiteten eimen Mord und die Verstümmelung der Leiche gaben einige in der Nähe des Bahnhofes Eber sraße aufgefundenen Körpertheile Veranlassung. Die Pobizei gewann alsbald die Ueberzeugung, daß die Leichentheile von einer Leiche herjühren, die von einem Mediziner bearbeitet worden ist. Die Untersuchung wird eifrigst fort eregt. Eisenbatannsak. Paris, 3. Juni. In der Nähe von Chartres entgleiste ein Personenzug. Drei Wagen stürzten einen Ab hang hiunnter in ein Kornfeld. 42 Personen wurden mehr oder weniger verletzt, davon zwei schwer. Auncätion. London, 3. Juni. Der Korrespondent der„Times“ meldet aus Hongkong unterm 1., er habe gehört, die Franzosen sollen Haynan zu annektiren beabsichtigen. Herzog von Anhalt schmer erkrankt. Dessan, 3. Juni. Der Herzog von nAhalt ist in einem Schlosse zu Wörli tzschwer erkrankt. Prinz Aribert ist dort bereits eingetroffen. Anwetter. Karlsbad. 3. Juni. Ein arges Unwetter wüthete gestern Nachmittag in Karlsbad. Ungeheure Wassermengen gingen von den Bergen nieder und überflutheten die Straßen und Läden. Die Feuerwehr konnte in Folge eines außerordentlich starken Gewitters erst später in Aktion treten. Verluste an Menschenleben sind nicht zu beklagen. Abends hatte die Stadt wieder ihr gewöhnlgiches Aussehen Der Auschluß Kretas an Griechensand. Atben, 3. Juni. Ein Votum der Deputirtenkammer, betreffend den Anschluß der Insel Kreta, rust auf der Insel großen Jubel hervor. Fortgesetzt finden auf Kreta große Volkskundgebungen zu Gunsten des Anschlusses statt. In Regierungskreisen erwartet man, daß die Großmächte den Wünschen der Kreienser keine Hindernisse in den Weg legen werden. Bereits zustimmend haben sich Frankreich, Rußland und Italien geäußert. Von der Petersburg, 3. Juni. Die Entbindung der Zarin wird Ende kommender Woche erwartet. Meuterei englischer Truppen. London, 3. Juni. In dem Truppenlager zu Shorntlise brach gestern eine Meuterei aus.: Es kam zwischen den Aufständigen und der Wache, welche den Besehl hatte, die Ordnung wieder herzustellen, zu einem heftigen Zusammenstoß. Die Meuterer gaben auf die Wache mehrere scharfe Schüsse ab und widersetzten sich mit aufgepflanziem Bejonet ihrer Verhaftung. Drei Mann wurden durch Bajonetstiche schwer verwundet, 10 Füsiliere wurden in Auflösung der portugiesischen Zammer. Lissabon, 3. Juni. Die Regierung wird die Kammer auflösen und die Diktatur erklären, alsdann wird sie das Weingesetz dekretiren. Non, 3. Juni. Königin und Tochter befinden sich wohl. Die Tause findet dem Vernehmen nach am 15. Juni statt. Als Taufzeugen werden die Königin von Portugal und der Bürgermeister von Rom fungixen. Für ein her:utendes Geschäft in Blomberz wird ein junger Mann ale Lehrling gesucht. Derselbe erhält vortreffliche Ausbildung im Verkausen, geschäftlichen Touren, sowie alle schriftlichen Arbeiten. Kost und Logis frei im Hause. Näheres schriftlich durch Fr. Kahle, Geschäftsstelle der Lipp. Landeszig 6729 Blomborg i. J. Jüngerer Kaufmann Frisches Kochwild per Pfd. 30 Psg. —fiehlt— 6756 Ch. Kate, en! Hoflieferant. 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