Die Erwerbslosen=Versicherungs-Beiträge. Nach immer richten sich die Beiträge für die Erwerbslosenversicherung nach denen der Krankenkassen, von welchen sie auch eingezogen werden. Diese Verbindung wird auf dem Lande als unerträglich und besonders ungerecht empfunden, da sich die landwirtschaftliche Leistung für die Erwerbslosenfursorge nicht nach den Arbeitslosenverhältnissen des Berufsstandes, sondern nach dem allgemeinen örtlichen Arbeitsmarkt richtet. Dies stellt, namentlich in Betrieben mit leichten Böden, in Industriegegenden eine solche Belastung dar, daß der baldige Zusammenbruch der ländlichen Krankenversicherung unvermeidlich ist, wenn dieses Verfahren nicht schleunigst geändert wird. Sachgemäße Arbei!! Mehr und mehr wachsen die uns zugehenden Klageschriften von Arbeitgebern und Arbeitnehmern, über die stetig steigenden Krankenkassenbeträge bei dauernd sinkenden Leistungen der Krenkenkassen, an. Mlan kann sich des Eindrucks nicht erwehren, daß es sich bei der Verwaliung der Krankenkassengelder nicht mehr um sachgemäße Arbeit, sondern nur noch um die Erhaltung eines leerlausenden Personalapparates handelt. Gerade von Arbeitnehmerkreisen wird immer wieder der Wunsch laut, dessen Berechtigung wir uns nicht verschließen können, daß die Krankenversorgung wieder durch Betriebskrankenkassen zugelassen werden moge, wie es vor der Verordnung vom 3. 2. 1919 der Foll war. Severings Personalpolikik.„Die Zeit“(9. 12.) bedauert, daß die Deutschnationalen durch die nicht zu überbietende Dummheit ihrer Tak tik die pleuß. Koalition gerelte hatten. Es gehe aber nicht länger an, in Osipreußen Herrn Lüdbring als Polizeipräsidenten in Königsberg zu belassen, Pommern Herrn Lippmann aufzuzwingen, in Schlesien den Oberprasidenten Zimmer. Die preuß. Landtagsfraktion der D. V. P müsse hier entschieden nach dem Rechten sehen Nachdem das Zentrum in der Besetzung der Reichskanzlei und des Reichspresseamts sofort seine Leute eingesetzt habe, brauche die D. V. P. auch nicht mehr so zurückhaltend sein. Es wäre gut, wenn berechtigten Vorwürsen der Deutsch nationalen die Grundlage genommen werde. Man merkt also endlich auch in der Deutschen Volkspartei, wohin das Staatsschiff Preußens von werrn Severing gesteuert wird. Wann wiro man endlich die Folge ziehen und die längst überiebte große Koalition brechen? Man hat aber schon wieder Angst vor der eigenen Courage, denn man bestätigt bereits 2 Tage später aus die Anzapfung der„Franks. Ztg.“, daß man den dringenden Wunsch habe, die große Koalition in Preußen zu erhalten. Das ist schon nicht mehr Drehcheibe, das nennt man Karussell. Lippischer Landbund Geschästestelle: Lemgo, Au den Oieben Lösen 130. Fernsprecher 133. Der Geschäftsstelle gingen bisher Nachrichten über Veränderungen in den Bezirken nicht zu. Es darf daher angenommen werden, daß alle Herren ihre Vertrauensposten behielten. Die Wahl des Vorstandes wird von hier aus in die Wege geleitet. * Dem letzten Ersuchen der Geschästsstelle um Anlieferung der Raturalbeiträge ist, wie immer, von den ruhrigen Herren Vertrauensleuten sofort entsprochen worden. Nicht eine der bereits früher veroffentlichten Ortsgruppen, auch diejenigen nicht, die für 1923 noch im Rückstande sind, ist ihren Verpflichtungen nachgekommen. Abgesehen davon, daß eine Mahnung durch Karte insolge der Portokosten kaum noch möglich ist, muß es für unsere Gegend ein besonderer Vergnügen sein, festzustellen, daß ein Teil unserer Landwirte die Größe der Gefahr für sich und ihre Kinder noch nicht eikannt hat. Eine nochmalige Veröffentlichung der säumigen Ortsgruppen erfolgt demnächst Am Samstag, 22. Dezember, findet die Hauptversammlung der Landwirtschaftskammer statt. Einzelheiten in den Tageszeitungen. * Der Reichslandbund gibt wiederholt bekannt, daß er Anfragen, die ihm unmittelbar zugehen, nur dann beantworten kann, wenn genügend Freigebühr für die Rücksendung beigefügt ist Vorzugsangeboi für Düngekalk. Die Firma Frische=Leingo, teilt uns mit, daß sie den lippischen Landwitten während der nächsten Wochen Vorzugspreise beim Bezug von Düngekalk gewährt. Einzelheiten zu erfragen bei der Landwict#afskanuar. Der Drucksehlerteusel brachte im letzten Lipperland unsere Besprechung über die Versuche mit Rubarth=Krümelpflügen unter „Merkwürdiges“, während die unter unseren„Mitteilungen“ angekündigte Notiz des Hannoverschen Kuriers die Bandendiebe im Kaz itel„Merkwürdiges" betrifft. I Vereinenachrichten I Die hauplversammlung des lippischen landwirtschaftlichen Hauptvereins findet am Sonnabend, dem 13. Januar, 4 Uhr nachmittags im Amishaus in Lage statt. Neben geschäftlichen Mitteilungen und Anträgen steht ein Vortrag des Gutsbesitzers Nägel=Crumbach über „Neuere Wirtschaftsfragen“ auf der Tagesordnung. * Die von der Landwirtschaftskammer ins Leben gerufene„ Saaiban- und Gründlandgenossenschaft e. G. m. b. H. ladet zu einer allgemeinen Tagung auf Freitag, den 21. Dez. 1923 in Lemgo(Rödings Saal) ein. (Auch Damen können an der Tagung teilnehmen). 10 Uhr vorm.: Eröffnung durch den Vorsitzenden des Aufsichtsrates der Saatbau= und Grünlandgenossenschaft, Herrn Oberamtmann Treviranus=Varenholz. 10½—12 Uhr vorm.: Vortrag des Herrn Dr. Tiemann über„Die Bedeutung der Gründlandwirtschaft für Lippe“ mit anschl. Aussprache. Mittagspause. Vorbereitungen zur Einnahme eines einfachen Mittagessens sind getroffen. 1½ Uhr nachm.: Vortrag des Herrn Diplomlandwirts Schalk über. „Mittel und Wege zur Steigerung der Kartoffelerträge.“ 3—4 Uhr nachm.: Vortrag des Herrn Dr. Graebke über„Zweck der neugegründeten Saatbau= und Grünlandgenossenschaft“ (Aussprache und Pause). 4½—6 Uhr nachm.: Vortrag des Herrn Dr. Schirneker, z. Zt. Gienhof(Oderbruch) über„Moderne Bodendearbeitung“ (Fräskultur)(mit Lichtbildern). Aussprache. Da die Veranstaltung ein geschlossenes Ganzes darstellt, wird gebeten, an der ganzen Tagung teilzunehmen. * Schüler= und Ellernabend der landwirtschaftlichen Schule Blomberg. Blomberg, den 14. 12. 23. Die Einrichtung und Vorbereitung solcher Abende mit Vorträgen der Schüler, sowie belehrenden Lichtbild und Filmvortägen und gemütlichem Zusammensein der Schüler und ihrer Angehörigen, sind mehr wie alles andere geeignet, einen innigen Konex zwischen Schule und Landwirtschaft zu bilden. Um so mehr, als die Vorbereitungen und Vorarbeiten für die immer sehr anregenden Schülerabende zum großen Teil in den Händen der Schüler selbst liegen, die sich auch ihrerseits doch sehr freuen, einmal ihren Angehörigen und Freunden etwas bieten und sie als Gäste bei sich sehen zu können. So ist es recht bedauerlich und nicht gerade den Arbeitsgeist der jungen Leute anspornend, wenn nun diese Eltern und Freunde in ihrer überwiegenden Anzahl geschlossen den Abenden fernbleiben. Jedenfalls war die Befürchtung vielleicht mancher Eltern, in dem großen Saal im„Deutschen Haus“ bei dem letzten derartigen Schülerabend, Freitag, den 14. Dezember, 4—8 Uhr nachmittags, bei drohender Ueberfüllung keinen Platz mehr zu bekommen, gänzlich ungerechtfertigt. Dafür bekamen diesenigen, die gekommen waren, allerlei Interessantes zu hören und zu sehen. Nach zwei beifällig ausgenommenen Vorträgen der Schüler Friedrichsmeier=Siebenhösen und MüllerWellentrup, einem lehrreichen und werbenden Film aus der Rettungsarbeit der technischen Nothilse, nachdem zuvor der Vorsitzende des Bezirks der Teno im Bereich der Schule, Herr Admiral von Hornhard in einer Ansprache die anwesenden Gäste und Schüler, auch die Damen, zum Beitritt aufgesordert hatte. Sodann einen Film, der die Arbeitsweise einer Lanzschen Dreschmaschine in anschaulicher Weise im Querschnitt zeigte. Den Schluß bildeten zwei Vorträge mit Lichtbildern, die die verschiedenen Gewinnungsarten des Steinsalzes und den Mosoe im Dienste der Landwirtschaft in scharsen Bildern veranschaulichten. Der nächste Schülerabend, der im Januar stattfinden wird(Näheres noch im Anzeigenteil der Zeitung), wird hoffentlich ein ausverkauftes Haus zeitigen! Infolge des Weihnachtsfestes wird das Lipperland in der nächsten Woche nicht erscheinen. Druck und Verlag: Lippische Vereinsdruckerei Detmold. Für den Inhalt verantwortlich: Dr. Wilhelm Piepenbrink, Detmold. ##Spg.-ri S ** Sasg? Nr. 23. Detmold, den 19. Dezember 1923. 28. Jahrgang. Aufruf! Reichswehrweihnachten für die Armen! Größer denn je ist die Not im Deutschen Lande. Tiefe Verzweiflung, hoffnungslose Stumpfheit, haßerfüllte Verbitterung— das sind die Gefühle, mit denen heute Tausende und Aberlausende dem kommenden Weihnachtsfeste entgegensehen. Ihnen wird dieses tiesste und deutscheste Fest nichts anderes sein, als ein Tag, der das Elend und den Jommer der Gegenwart nur noch schmerzlicher ins Bewußtein rücken wird. Hier gilt es zu helfen. Unersetzliche— in der Volksseele tief verwurzelte Werte sind in Gefahr, verloren zu gehen. Den Armen und Aermsten über den Heiligen Abend hinwegzuhelsen, sie, wenn auch nur ein einziges Mal, aus der Not des Tages herauszuheben, ihnen Sättigung, Wärme und Kerzenglanz zu schenken, das ist die Forderung der Stunde. Kein Deutscher, der sein auskömmliches Cssen, eine zureichende Pekleidung und ein warmes Obdach hat, darf sich dieser Forderung entziehen. Die Wehrmacht des Deutschen Reiches, die im Volke wurzelt und die aus organischer Notwendigkeit mit dem Volksganzen zusammenlebt und zusammenfühlt, hält sich in erster Linie für verpflichtet, ihre Mittel und Kräfte in den Dienst dieser Aufgabe zu stellen. Es ist— den Wünschen der Truppen folgend— Anordnung getrossen, daß in allen Garalsonorten des Deutschen Reiches am Helligen Abend den Armen und Notleidenden warme, welhnachtlich geschmückte Räume, reichliche Bewirlung und, sowelt es möglich ist. auch Bescherungen vorbereitel werden. Erhebliche Mittel sind beschafft worden durch Gaben und freiwillige Sammlungen innerhalb der Reichsweh: selbst, durch Stiftungen und Zuwendungen aus allen Kreisen des Volkes, die zur Reichswehr in verwandtschaftlichen oder sieundschaftlichen Be ziehungen stehen. Angesichts der unermeßlichen Noi, der es allerorten zu heisen gllt, wendet sich die Reichswehr heute— im Namen und als Glied der Volksgesamtheil auch an alle anderen Kreise der Bevölkerung mit der Bille, ihr bei diesem Weihnachlsliebe werk zu heisen. Dieser Appell ist an jeden Einzelnen gerichtet, der in diesem Jahre in der Lage ist, für sich selbst und seine Angehörigen den Heiligen Abend festlich zu begehen. Die Reichswehr hofft und erwartet mit Zuversicht, daß ihr Ruf nicht ungehärt verhallt, und daß er gelingen wird, möglichst vielen der Armen ein wirkliches Weihnachtsfest zu verschaffen * Der Reichslandbund hat uns um Abdruck dieses Aufrufs. Wir erfüllen diesen Wunsch besonders gern. Möge der Ruf der foldgrauen Jungs nicht ungehört verhallen. Auf ihnen ruht unsere Hoffnung in dieser schweren Zeit mehr denn je: ihre schlichte und ernste Arbeit war d ihnen manche Freunds. Ihre Hilfsbereitschaft ist unserer Liede wert. (Bezüglich der Spenden=Annahme verweisen wir auf die Notiz in der Tageszeitung). Deutsche Weihnacht 1923. „Friede auf Erden“, so schallt es zur Weihnacht durch die Lande. „Friede auf Erden“, so schallt es hernieder aus der überirdischen Unendlichkeit und trifft aus ein rast= und ruhloses kleines Menschengeschlecht. Sang= und klanglos muß der Friedensruf verhallen, denn er findet auf der Welt nur wenige Ohren, die ihn wirklich verstehen. Die Welt ist ja ein großer Kampsplatz, auf dem die Menschen nur die Schachfiguren abgeben für den Kampf der überirdischen, sittlichen Werte gegen den Mammonismus und den Materialismus, dem weite Gruppen, sa ganze Völker und Menschenrassen verfallen sind. Unter diesem Gesichtswinkel ist auch der Weltkrieg letzten Endes zu betrachten. Die Weltanschauung des Materialismus, mit dem Ziel der Beseitigung des Kenkurrensen, verkörpert in den internationalen Handels= und Börsenkreisen von England, Frankreich und Amerika, sie war letzten Endes die einheitliche Triebkraft aller Staaten, die gegen Deutschland zu Felde zogen. Und auf der anderen Seite stand die idealistische Aufsassung von Volk, Nation und Staat, der kategorische Imperativ der Pflicht zum Dienst am Vaterland, der der deutschen Volksseele die Kraft zum Widerstand gegen den Materialismus verleihen sollte. Doch dieses Kampfelement blieb aus die Dauer unterlegen, das Deutsche Volkstum war nicht mehr rein, es sehlte an der sittlichen Kraft. denn die Lehre vom Materialismus, die der Jude Marx und seine Rassegenossen dem deutschen Volke— nicht nur in seinen untersten Schichten— eingeimpft hatte, sie fraß weiter wie ein eiterndes Geschwür. So kam es dahln, daß das deutsche Volk den Krieg zu leicht genommen hat, daß es sich nicht mehr bis zum letzten Mann bereitfand, in heiliger Vaterlandsliebe alles zu opfern für seine hehren Ideale Und dann kam das Ende: Betrogene Betrüger zermürbten die Widerstandskraft unter der Parole„Friede, Freiheit, Brot“. Arme Toren glaubten ihnen, man machte die Revolution und— fand weder Frieden noch Freiheit noch Brot. Erschütterndes Elend war die Folge. Statt des Friedens sand man Sklaventum unter der Herrschaft der schwarzen Knute, statt zur Freiheit kamen wir in Frondienst und Zinsknechtschaft, statt des versprochenen Brotes hielt man uns schöne Reden. Und zuletzt... Nein, laßt mich davon schweigen, sehet an die Kinder in der Schule, die dort ohne Frühstück, hungrig und elend, geistige Werte in sich aufnehmen sollen, sehet an das Mütterlein, das nach harter Lebensarbeit sich ausruhen wollte. Hunger und Elend schauen aus ihren Augen. Das ist der Friede auf Erden, den uns sozialistische Wortführer des Materialismus großspurig in trüben Novembertagen versprachen. Und nun läuten die Weihnachtsglocken dieselde Melodie. Sollen auch wir so predigen wie die Schergen der Lüge vor 5 Jahren? Nein. etwas anders soll's schon klingen. Die Worte sind den alten ähnlich. doch anders ist's mit dem Geist, der sie trägt. Friede dem, der ihn verdient. Friede dem, der gekämpft und gerungen hat bis zum Siege über sich selber, der opfermütig horcht auf den Ruf überirdischer Unendlichkeit, der bereit ist, auf die Sa mzen zu springen, wenn die Pflicht ihn ruft. K 8825 Bist du so weit? Hörten wir alle, die wir deutschen Blutes sind, auf den Ruf aus den Gefilden der Ewigkeit? Dort wandeln die gefallenen Helden vom Freiheitskrieg, die Männer, die 70=71 die deutsche Krone schmiedeten, die Kämpfer aus dem Weltkrieg, sie riesen uns, sie rufen uns noch heute, doch wir hören nicht, wir haben ihre Ruhmesfahne schamhaft eingerollt, dort draußen im Elsaß gaben wir deutsche Brüder preis, dort weht die Trikolore über dem deutschen Dom. Und dann klingt es wieder„Friede auf Erden“. Nein heute den Kampf, um unsertwillen, für unsere Brüder, für das Deutschtum! Rettet die lebendige Seele des deutschen Volkes.„Lieb Vaterland, sollst ruhlos hin, dis wieder frei der deutsche Rhein,“ so lehrt die Knäblein singen. weiter tön's von Mund zu Mund, bis Deutschlands Ehrenschild wieder rein gewaschen ist von welscher Schmach. Wir wollen kämpfen um den Frieden, den unsere Besten in Feindesland erstritten, um den Ehrenfrieden der Wahrheit, der es töten muß, jenes Schmachdiktat von Versailles, das die größte Lüge der Weltgeschichte„Frieden" nannte. Nur Freiwillige soll es geben in der Schar der deutschen Retter, nur solche, die heiliger Ernst in das Ringen führt, bereit zum Opfer mit Gut und Blut, gerüftet zum letzten, zum Todesritt. Und wollte das Schicksal es anders, kämen wir gesund zurück, dann sollen unsere Ehrennarben denen daheim zeigen, daß unser Herzblut die deutsche Schande getilgt und die Schuld vom November 1918 gesühnt... Kinder und Enkel sollen dann den Frieden haben, den wir erstritten, sollen ihn hüten als heiliges Gut, und sollen ihn schützen mit scharfgeschliffenem Schwerte. Und läutet einst die Glocke zu unserm letzten Gang, dann sei es der Klang der Weihnacht„Friede auf Erden“. Dann wollen wir in Frieden einziehen in die große Armee, im Frieden, dessen wir uns wert erwiesen.. Kampf ist die unerbittliche Losung unserer Tage. Nicht allein gegen den äußeren Feind. Ist's nicht fast noch schlimmer im Lande daheim. Ordnung. Sitte, Wahrheit und Zucht, alles das ist vergessen. Grausige Not auf der einen Seite, trauriges trostloses Weihnachtsfest in Hunger und Kälte und auf der anderen Luxus, Schwelgerei, Prasserei in Bars, Dielen usw. Kannst Du in Frieden leben, wenn Du das alles wahrhaft miterlebst. Dein, Du wirst kämpfen müssen für die Reinigung deutschen Volkstums und deutschen Wesens, für seine sittliche, nationale, völkische Erneuerueng für die Erweckung und Wiederbelebung seiner christlich religlösen lebendigen Kraft. Und in solchem Kampf findest Du den Frieden Deiner Seele. Im Kampf wirst Du ihn weitertragen, wirst ihn hineintragen in die Gemeinschaft aller derer Die in Verantwortung vor den gefallenen Helden und vor den noch ungeborenen Geschlechtern Deines Vaterlandes Zukunft schmieden. Und ist dann das Werk gelungen, dann künde am Jubeltag deutscher Freiheit die Weihnachtsglocke allen Landen ihr„Friede auf Erden“. Die Bedeutung des Weidegangs für die Aufzucht der Fohlen. Von G. A. Baade. Bethel bei Bielefeld. Ist die Fohlenaufzucht ohne Weide möglich und ratsam? Gerade bei der Fohlenaufzucht ist die Weide durch nichts zu ersetzen; sie dietet dem Fohlen außer dem bekömmlichsten Futter alle die Lebensbedingungen, die es zu einem leistungsfähigen Pferde machen. Der Landwirt, welcher selbst keine Weide hat, kann wohl Fohlen ziehen, muß sie dann aber nach dem Absetzen(bis dahin kann ein Baumhof, Auslauf usw. als Weideersatz dienen) entweder verkaufen oder in eine Pensions= oder Genossenschaftsweide geben. Die Fohlenauszucht ist an die Weide gebunden, darüber muß sich der Pferdezüchter klar sein. Durch eine starke Düngung der Weiden mit den wichtigsten Pflanzennährstoffen— Stickstoff, Kali, Phosphorsäure und Kalk— können die Ertröge bedeutend erhöht werden. Gerade der Stickstoffdüngung wird in der Weidewirtschaft allgemein noch längst nicht die gebührende Beachtung geschenkt. Durch eine starke Stickstoffdüngung lassen sich, besonders in Bezug auf den Eiweißgehalt der Weidepflanzen, oft die Weideerträge verdoppeln. Auch Kalk oder Kalkmergel müssen öster gegeben werden. Einmal bedürfen ja die Gräser und Kleearten selbst Kalk zu ihrem Aufbau, zum anderen verbessert der Kalk die Bodeneigenschaften und endlich hängt der Kalkgehalt der Weidepflanzen wesentlich von dem Kalkvokrat im Boden ab. Von Natur kalkreiche oder genügend mit Kalt gedüngte Weiden erzeugen ein kalkhaltigeres Futter als kalkarme Weisämtliche Pflanzennährstoffe neben übrigen Wachstumsbedingungen: Feuchtigkeit. Wärme, Licht und Zuft in ausreichender Menge zur Verfügung und können sie darüber inaus noch in den Nährstoffen Stickstoff und Kalk„schwelgen“, dann sie die starke Düngung durch große Erträge an verhältnismäßig elweiß= und kalkreichem Futter. Die Fohlen entwickeln sich bei derartigem Futter besonders kräftig So sagen viele Weidewirte mit Recht:„Der Weide schadet nur de Dünger, den sie nicht bekommt.“ Nach dem Absetzen liefert eine gute Weide den Hauptteil des Fohlenfutters. Daneben gebe man aber noch je nach der betrefsenden Rasse und der Güte der zur Verfügung stehenden Weide vier bis ach Pfund mit Häcksel gemischten Hafer. Es empfiehlt sich, den Hafer quetschen. Wenn Frost und Schnee die Natur in den Winterschlaf zwingen, dann stallt man die Absatzfohlen auf und geht ganz zur Winterstallfütterung über, läßt die Fohlen aber täglich, wenn das Wetter es eben gestattet, einige Stunden auf der Weide oder einem Lausplatz hermtummeln. Wie soll der Fohlenstall beschaffen sein? Geräumig, hell und nicht zuwarm. Die beiden ersten Anforderungen werden jedem verständlich sein, der letzten wird aber leider nicht immer genügt, und doch ist gerade hierauf besonders zu achten. Mancher Landwirt denkt: im Winter ist mir eine warme Stube lieber als eine kalte und weil ich nicht gerne unter der Kälte leide, sollen es meine Fohlen auch nicht— folglich bekommen sie einen möglichst warmen Stall. Bis zu dem Gedankenstrich ist dem vorhergehenden Gedankengange zuzustimmen, denn wenn das Tier friert, geh Körperwärme, die wieder durch stärkeres Futter ersetzt werden muß, unnötig verloren. Fohlen, die in der vorhin geschilderten Weise von ihrer frühesten Jugend bis zum Spätherbst dauernd auf der Weide gehalten sind, und die sich auch im Winter tag.über draußen bemegen können, haben aber ein so dichtes und langes Haarkleid, daß sie auch in einem kühlen Stalle nicht frieren. Bei naturgemäßer Hallung schützt die Natur das Tier gegen die Unbilden der Witterung. Der Mensch kann sich auch wohl bis zu einem gewissen Grade abhärten und warm kleiden, aber keine dieser Maßnahmen können ihm in unserem Klima die warme Winterstube ganz ersetzen. Diesen Unterschied dürfen wir nie vergessen. Ständig im Stall gehaltenes Vieh hat ein dünnes kurzes Haarkleid und muß auch im Winter einen warmen Stall haben. Weidevieh hat ein dichtes, langes Haarkleid: in einem warmen Stalle schmitzt es. Bei dem dichten Haarpelze wird solches Vieh dann kaum wieder auf der Haut trocken, kommt es dann am Tage in die kalte Winterlust, so sind Erkältungen die naturnotwendige Folge. Fohlen mit einem dünnen Stallhaarkleid kann man im Frühjahr auch nicht s6 zeitig auf die Dauerweide schicken. Bei dem oft wechselvollen Frühjahrewetter würden auch hier Erkältungen, die bei naturgemäß gehaltenen Fohlen nicht zu befürchten sind, unausbleiblich sein. Aus diesem Gründen muß für Fohlen ein zwar zugfreier, aber kühler Stall gefordert werden Wie soll nun das Absatzsohlen im ersten Winter gefüttert werden? füttert weiden? Diese Frage ist nicht mit ein paar Worten abzutun, sie muß etwas eingehender erörtert werden. Bei unserem Nutzvieh hat das gereichte Futter in der Regel zwei Aufgaben zu erfüllen: einmal soll es das Tier am Leben erhalten; diesen Teil der Nahrung bezeichnen wir als das sogenannte Erhaltungsfutter, und zum anderen wollen wir auch von dem Tiere in der Regel eine Leistung, und diesen Teil der Nahrung nennen wir Leistungsfutter. Von dem Fohlen fordern wir eine große Leistung: es soll wachsen, d. h. es braucht kein Fett anzusetzen, ober es müssen Fleisch, Muskeln und Knochen gebildet werden. Diese Leistung wird nur durch ein eiweißreiches Futter ermöglicht. Biese Züchter sager:„die halbe Resse geht durch den Magen.“ In diesen Worten steckt viel Wahrheit. Sind auch die bei einem Pferde schätzenswerten Eigenschaften: Frohmüchsigkeit, Körperschwere und Knoch stärke einem Fohlen von seinen Eltern in der Anlage vererbi worten, so nützen sie nichts, wenn sie nicht durch entsprechende Fütterung weiter entwickelt werden. Die Hasergabe mit Strebböcksel bildet die Grundlage de: Futterration. Schwächlichen oder auch wertvollen Zuchtsohlen, bei denen eine besonders kräftige Entwicklung erwünscht ist, gebe man stets etwa Leinsamenmehl. Futterrezepte möchte ich auch hier nicht angeben, das prüsende Augs des Herrn kann allein das Richtige treffen Die Fohlen dürfen nicht mit Kraftsutter Übersuttert, nicht„getrieben“ werden— wie der landläufige Ausdruck lautet—, sollen aber stets in einem guten Ernährungszustande sein. Das Rauhsutter in Form von gutem Heu und gut gereinigten Mohr= und Futterrüben muß bis zur völligen Sättigung der Tiere gereicht werden. Die Kraftfuttergabe(Haser, Leinmehl oder auch etwas Bohnen) deckt in der Hauptsache den Einweißbedarf des wachsenden Fohlenkörpers und gibt dem Gesamtfutter jene Konzentration, die für eine möglichst gute Ausnützung auch der Nährstoffe des an sich schwerer verdaulichen Rauhfutters nötig ist. Ein starker Rauhfutterverzehr schafft tief= und vollrumpfige Pferde und bereitet den Magen= und Darmapparat darauf vor, große Mengen grünen Weidefutters in der solgenden Weidezeit aufzunehmen und auszunützen. Die Fohlen sollen als Jährlinge gut entwickelt, aber nicht„mastig“ und durch eine naturgemäße Haltung vorbereifet, aus die Weide kommrn. Wo man mehrere Fohlen in einem Stalle hält, muß man dafür sorgen, daß schwächere oder„bescheidene" Tiere nicht abgebissen werden und dann in ihrer Entwicklung zurückbleiben. Der Züchter sei sich stets darüber klar, daß im ersten Lebensjahre der Grundstein für die spätere Entwecklung gelegt wird und daß Versäumnisse später nie ganz wieder gut gemacht werden können. Sobald die Weide im Frühjahr ausreichendes Futter bietet, setzt der Dauerweidegang der Jährlinge, die dann schon nach Geschlechtern gelrennt werden müssen, wieder ein. Auf einer guten Weide ist ein Zufutter im allgemeinen nicht erforderlich; allerdings kann es auch Ausnahmefälle geben, in denen sich die Verabreichung einer kleinen Kraftfuttergabe(dann möglichst abends) an besonders wertvolle Zuchttiere noch lohnt. Auch hier ist es wieder Sache des einzelnen Züchters, diese besonderen Fälle herauszufinden. Mit dem Eintritt des Winters weiden die dann etwa Eineinhalbjährigen in der Regel wieder aufgestellt. Wo im Verhältnis zur Kopfzahl große, von Natur trockene Weideflächen zur Verfügung stehen, kann man sie und auch die älteren Fohlen den ganzen Winter über auf der Weide lassen. Ein leichter, einfacher Bretterschuppen auf der Weide gibt für die Nächte und besonders unwirtliche Tage hinreichenden Schutz. Bietet die Weide nicht mehr genügend Futter oder verhindert eine Schneedecke die Aufnahme, dann müssen Kraftsutter nach Bedarf, in der Hauptsache aber Rauhfutter, Heu, Hafer, Bohnenstroh, Futterrüben usw., zugegeben werden. Die Winterdauerweide erwähne ich, weil sie in den letzten Jahren viel von sich reden machte und ich sie selbst nicht nur vom Hörensagen, sondern auch eigener Erfahrung kenne und mit ihr de besten Erfolge erzielle. Die Jährlinge, sowohl Kalt= als auch Warmblüter, blieben bis zur Einstellung ins Gespann dauernd auf der Weide. Langte die Welde nicht mehr zur ausreichenden Ernöhrung, dann wurde in der Hauptsache nur Rauhfutter zugegehen. Der Cesundheits= und Ernährungszustand u. auch die Entwicklung d. Tiere waren stets besonders gut. Die Winterweide kommt aber nur da in Frage, wo geeignete, d. h. in diesem Falle trockene und im Verhältnis zur Kopfzahl große Weideflächen, die auch im Winter immer noch einen Teil der Nahrung bieten, vorhanden sind. Für den Klein= und Mittelbetrieb trifft dieses selten zu. Sonst gilt für die Winterstollhaltung der Eineinhalbjährigen im wesentlichen das bei den Saugfohlen Gesagte. Die Fütterung kann sich jetzt nur noch mehr als im ersten Winter auf gutes Rauhsutter stützen: Kraftsutter, wie Haser, Bohnen, Leinmehl usw., braucht nur in verhältniemäßig kleinen Mengen gegeben zu werden. Die Tiere müssen so gefüttert werden, daß eine kräftige Entwicklung gewährleistet wird Den Sommer und Herbst verbringen die Zweijährigen dann wieder auf der Weide und den folgenden Winter in der zuvor geschilderten Weise wieder im Stalle. Dos Geheimnis der Fohlenzucht besteht in einer ausreichenden und doch wirtschaftlich sparsamen Ernährung und einer naturgemäßen Haltung: sie verbürgen die kräftige Entwicklung der Fohlen zu leistungsfähigen Pferden und damit den Ersolg der Zucht. III Rechte= u. Steuernachrichten /III Am 18. Dezember war die 3. Rale der Rhein=Ruhr=Abgabe fällig Im letzten Lipperland hatten wir bereits kurz auf die Zahlung hinge Treseg,.0heilen erbellen aus der Anzelge des Einanzamtes vom —ach eine n ie Umsahzsteuerzahlung war am gleichen Tage fällig Bie Sale nio nach der II, Novender geiesseten Voranssehung Die Zahlung war zu wiederholen, andernfalls der Umsatzsteuer der Goldmorkumsatz zu Grunde gelegt wird. achien eol. Doe Temim wrcden in ehnien aun den Kuzain ike RAltgadie, wie Velch, duch dann die Brolverbilligungsabgabe. Die Be scheide für diese Steuer sind zugestellt. Der Muttiplikator ist nom nicht . 9. 5. Januar findet eine weniere Zahlung für die Einkommen. der die Vrtündlaunaes Lu. au. u. Prngriecht M. Auch der missen de. der die Ankündigungen der Finanzämter abgewartet werden. . 2#5 Sendabgabe korumt in neren Jahre in Fortfan, an ihre Stele Sesesäzse Leine Be.. a erlelchertem Ausatnen kann vorläufig keine Rede sein, wenigstens nicht in der Landwirtschaft. Merkwürdiges. Mitte vergangener Woche bezahlten die hiesigen Mühlen 8 Goldmark für 1 Ztr. Roggen, z. B. die Mühlenvereinigung in Lage. Am gleichen Tage verkaufte die Getreidefirma Spiebernagel u. Philippt am gleichen Orte Roggen zu 12 Goldmark je Zentner. Diese Nouz erscheint uns zur Bewertung des Geschreis über den„Wucher der —.— Lassetiger Surian fal Nuallenübell. Haltel den Died! Ein Musterbelspiel, wie man die alleinige Berantwonung für die Mißzwirtschaft der schwarzen, roten und goldenen Internationale zu verschieden sucht, leistet sich die Berliner Volkszie. die kürzlich(Nr. 566) erklärte, die deutsche Beamtenschaft sei augenblicklich das Versuchskaninchen für die praktische Politik der nationalen Diktatur. Die Regierung habe ihre Macht in Einzelfragen an jen „Direktorium der nationalen Diktatur“ abgetreten, das als Verwaltungsrat der Rentenbank die Allgewalt besitze. Für die unerhörte Art, in der jetzt die Hungerpeitsche gegen die Beamten geschwungen werde, könne die Republik nicht verantwortlich gemacht werden. Die reaktionären Führer des Landbundes, der Schwerindustrie mitsamt dem Vertreter der wilhelminischen Bürokratie(Lentze) beslimmten mit dem Daumen auf dem Geldbeutel wie jetzt in Deutschland regiert werden dürfe. Demgegenüber ist festzustellen, daß es ein Verbrechen am Deutschen Vaterland wäre, wollte man ruhig zusehen, wie die sozialistische Mißwirtschaft auch noch das letzte verschlingt. Mitzslände bei der R. S. Die Schles. Zeitung(Nr. 578) erhölt eine Zuschrift, nach der im Februar für Rechnung enes Kommunalverbandes 500 Zentner Gerste als Umlagegetreide abgeliesert worden seien. Diese lagerten noch setzt, im Dezember, in der gleichen Mühle, und jetzt habe die R. G. auf Anfrage des Mühlenbesitzers, was mit der Gerste geschehen solle, geschrieben, ob er die Gerste käuflich übernehmen würde; er müsse aber Minderwert und Gewichtsverlust tragen! IU Vermischtes Grundsleuer für die Landwirtschaft. In der D. A. Z.(Nr. 579. 13. 12.) macht Reg.=Rat Senft(Lübeck) den Vorschlag, vom Landwirt nur eine Steuer zu fordern, nämlich die Grundsteuer. Diese könne dann auch recht hoch berechnet werden. Niemand würde eine Ungerechtigkeit darin finden, wenn Besitzer von Grundstücken gleicher Güte und Größe und gleichen Wirtschaftsbedingungen auch gleiche Steuern zahlen würden. Für den tüchtigen Landwirt, der höhere Reinerträge erziele, sei es besonders lohnend, da er nicht höhere Steuern zu bezahlen habe, als dejenige, der weniger für die Ernährung des Volkes leiste. Wir können es nur begrüßen, daß diese Grundsätze, über die man sich in hiesigen landwirtschaftlichen Kreisen längst einig ist, nun auch in der großen Presse Beachtung gefunden haben. Doch nützen wird auch dieses nichts. Die gegenwärtigen Machthaber, die letztlich doch nur von der Gnode ihrer roten Brüder leben, werden sich zur Preisgabe ihrer dieherigen Steuermethoden nur schwer bereitfinden, denn sie fürchten, dann Fachleuten Platz machen zu müssen. Was man alles noch schnell in Sicherheit zu bringen sucht, zeigt der Versuch zum Erlaß von Rotverordnungen für 1925. Erfreulicherweise ist der Landbund gut aus dem Posten gewesen. Er hat an den Reichskanzler ein Schreiben gerichtet, nach welchem zwar dem Reiche nicht die Berechtigung bestritten wird, eilige sinanzielle Maßnahmen im Wege der Notverordnung zu treffen. mit Nachdruck aber dagegen Verwahrung eingelegt wird, daß jetzt Maßnahmen getroffen werden, welche erst im Jahre 1925 in Kraft treten, für die auso nicht der geringste Anlaß besteht. Diese Maßnahmen, welche einem neuen Reichstog und einem neuen Einkommensteuergesetz vorzubehalten sind, im Wege der Notverordnung letzt schon festzulegen, bedeutet ungeheure Beunzuhigung in der länd lichen Bevölkerung und wird damit zweifellos auch einen schädlichen Einsluß auf die landwirtschaftliche Produktion ansüben. Der Reichekanzler wird gebeten, im Interesse der Volksernährung und der Ruhe der Bevölkerung dohin zu wirken, daß Maßnahmen, welche nicht unbedingt mit größter Beschleunigung getrossen werden müssen, bis zu einer ordnungsmäßigen Durchberatung zurückgestellt werden. In ähnlichen Eingaben hat sich der Reichslandbund auch an den Reichsfinanzminister und Reichsernährungsminister gewandt. Das ist sehr zu begrüßen, denn es geht nicht an, daß durch Mißbrauch des Ermächtigungsgesetzes über die Notwendigkeit der Gegenwart hinaus für spätere Jahre Verordnungen getroffen weiden können. Ist erst einmal ein solcher Prözedenzfall geschaffen, so könnte sich das deutsche Volk im Bezug auf künftige Gesetzesfesseln auf alles mögliche gefaßt machen.: