Lippische Tageszeitung General=Anzeiger mnt täglich auder Moutons mit den Beklagen: Dao Lipperland. Landwirtschaftliche Beilagz der Lippischen Togeszeitung, Sport und Spiel, Bilder ans alle: Wolt, Anterhaltungsbeilagen. Für unsere Brouen(Sonntagsbetans für die deutsche Hausfren). Ingendbeilage: Junge deutsche Maunschaft.— Geschäftostelle: Exterstraße 11. Feruruf: 31e und 314s. Postversand: Detmold. Drahtauschrift: Tageszeitung. für das Land Lippe dei Adhelen unm Vokamt B9f. 2.— ansal. m 20 Pig. Postgedühr und 20 Pig. Bestellgeld. Abbestellungen gelter nur wirdesege 5 Toae vor Anzeigenpreise: Die kspaltige uw=Zeite 12 Pig., Aeine Anxeiorn po#e. baberer“. Streita ader Betriedsstörung beseht für den Verlag keine Verpflichtung zur taislung das Lemoporaten. Gurichtsdorkait Ar bade Tat. Dutuach Jatlungostlicgt immerhald Nr. 300 Der Kampf gegen Obwohl seit nahezu dreiviertel Jahren alle Behörden und die zuständigen Stellen der Regierung auf Grund des Gesetzes zum Schutz der nationalen Symbole, das am 19. Mai in Kraft trat, mit allen Mitteln aufgenommen haben, tauchen noch immer da und dort Anzeichen dafür auf, daß der Sinn dieses Gesetzes sehr vielen noch nicht in Fleisch und Blut übergegangen ist. Vor allem zur Weihnachtszeit ist gute Gelegenheit dafür gegeben, sich ein Bild zu machen, was auf dem Gebiete des Kitsches noch alles geleistet wird. Im übrigen hat sich gezeigt, daß der Kampf gegen den Kitsch weniger den kleinen Händlern zu gelten hat, als den Herstellern der Kitschware, die in großer Geschäftstüchtigkeit Mißbrauch mit der Begeisterung oder der Anhänglichkeit der großen Masse der Käufer treiben. Freilich berufen ch diese geschäftstüchtigen Fabrikanten, die Zigaretten=Etuis, Bier= und Weingläser, Kissen und anderes mit den nationalen Symbolen oder mit den Bildern der Führer schmücken zu müssen glauben, häufig darauf, daß in der Zeit nach der Gründung des zweiten Kaiserreiches die Bilder des Kaisers und Bismarcks ebenfalls für solche Zwecke herhalten mußten. Man darf aber nicht vergessen, daß wir eben heute 60 Jahre später leben, und das, was damals vielleicht dem Geschmack entsprach, schon rein von der Frage des Geschmacks aus gesehen heute eben nicht mehr möglich ist. Ganz abgesehen natürlich von dem Standpunkt der Würdigung des großen nationalen Geschehens und seiner Träger in der GegenWA.„„ Bei der Mannigfaltigkeit der vielen Waren und Artikel, die beim Kampf gegen den Kitsch in Frage kommen, mag es natürlich auch oft sehr schwer sein, die richtige Entscheidung zu treffen, und so kann es vorkommen, daß auf der einen Seite irgendwelche Waren verboten werden, andere aber in den Handel gelangen. Ein Zeichen ganz grober Geschmacklosigkeit scheint es uns aber zu sein, wenn jetzt in der Weihnachtszeit plötzlich Heftchen im Straßenhandel angeboten werden mit neuen Weihnachtsliedern, und zwar handelt es sich dabei nicht etwa um irgend welche neuen Texte, sondern unsere alten, schönen, guten Weihnachtslieder werden gewisser maßen als Gerippe für Gedichte und Lieder be nutzt, in denen Schlagworte und Namen, die auf die nationale Erhebung bezug haben, verflochten werden. Die Hersteller dieser Art von Kitsch verfündigen sich nicht nur gegen die Gesetze des duten Geschmacks, gegen unsere deutsche Kultur, sondern sie versündigen sich in stärkerem Maße gegen die nationale Würde und Ueberlieferung unseres Volkes Goebbels an die Amtswalter bei einer Ehrung alter Kämpen der HSUHP. Die evangelische Jugend in die Hitlerjugend Mit dem 20. Dezember ist die evangelische Ingend aufgelöst worden. Zu gleicher Zeit werden die Mitglieder der evangelischen Jugend in die Aus vgen—.J.t hat der Reichobischof Lndwig Müller an Reichskanzler Adolf Hitler fol gendes Telegramm gesandt: Ich habe soeben durch Vereinbarung mit dem von Ihnen bevollmächtigen Reichsju gendührer die Eingsiederung des wnangell sen Jugendwerkes in die Hitlerjugend voll zogen. Die dem evangelischer Juge anvertraute besondere Aufgabe ist da das große Ziel einer einheitlichen Erziehung der gesamten deutschen Jugend eingesetzt. Gott segne diese Stunde für unser Volk und unsere Kirche, Gott lasse sein heitiges Werk mächtig werden in der aationalsozialistischen Erziehung der kommenden Geschlechter. Der Reichsjugendführer hat in einem Telegramm an den Reichskanzler die Eingliederung der evangelischen Jugend gemeldet. Das Tele gramm lautet: Melde im Rahmen des mir gewordenen Auftrages, die Einigung der deutschen Jugend zu vollziehen, die Eingliederung der evangelischen Jugend in die Hitlerjugend Schließlich hat der Reichsjugendführer an den bisherigen Leiter des evangelischen Jugendwer kes, Stange, folgendes Telegramm gesandt: Mit sofortiger Wirkung entziehe ich Ihnen Ihr Amt im Jugendführerring Habe 9— Der Kreis 2 der RSDAP. veranstaltete Mittwoch abend in den Tennishallen in Berlin einen Amtswalter=Appell verbunden mit einer Ehrung verschiedener alter Amtswalter. U. a. sprach Propagandaminister Dr. Goebbels. Wir entnehmen seiner Rede: Richt nur das eigene Volk, sondern die ganze Welt sei üverzeugt, daß der Nationalsozialismus die modernste Staatsform ist. Es wäre falsch, wenn man nur einer Formation das Verdienst am Aufbau Deutschland zuschreiben würde, es ist die ganze Partei, die sich für die Idee des Nationalsozialismus eingesetzt hat, und das Wunderbare an der Bewegung ist, daß es für jede Aufgabe einen bestimmten Typ gab, der die dafür nötigen Fähigkeiten haben mußte. Wenn die St mannhaft und tapfer die Gewalt der Straße brach, so war der Amtswalter der geistige Vortruppler der BeSeine Aufgabe war, die Bewegung rein und unverfälscht dem deutschen Volke zu übermitteln. Es ist klar, daß ein autoritärer Staat nicht auf der Gewalt der Bajonette sitzen kann. Das ist auf die Dauer eine schwache Regierungsform, um das Staatsgefüge zu halten und zu tragen. Nur das Volk selbst hat die Kraft, die Ideen des Staates in das Volk selbst wieder zu übertragen. Und diese Aufgabe hat der kleine unbekannte Amtswalter gelegt. Die Idee hätte nicht gesiegt, wenn nicht Kraft gepaart gewesen wäre mit Geist und geistigen Arbeiten. Und seiner, des Amtswalters Vermittlung ist auch zu danken, daß dem Nationalsozialismus die Möglichkeit ge geben, siegen zu können. Revolutionäre unterscheiden sich von Revolnzern. Und der Revolutionär zeigt sich darin, daß er das Tempo nicht überspannt. Man muß die genwart vergleichen mit der Zeit der Machtüber nahme. Als wir die Macht übernahmen, lag Deutschlands Schicksal in völligem Dunkel. Es fehlte damals ein kleines Tröpfchen, um das Faß zum Ueberlaufen zu bringen. Revolutionen schwächen einen Staat immer. Das machen wir auch der SPD. zum Vorwurf, daß sie 1918 das schwache verblutete. Deutschland mit der Belastungsprobe dieses ernsten Revolutiönchens belastet hat. Es hat sich wieder die Wahrheit erwiesen:„Dem Mutigen gehört die Welt". Jetzt, wo das Jahr zu Ende ist, wo wir mit ruhigem Gewissen vor das Volk treten können, müssen wir daran denken, wie schwierig die Lage vor neun Monaten war. So schwierig sie damals war, wir haben sie gemeistert, sind ihrer Herr geworden Ich glaube die ganze Welt gibt zu, daß kein System auf einem so festen Fundament ruht, wie das Deutschlands. Wir haben nicht nur die Macht, wir werden sie auch behalten.(Großer Beifall.) Wenn, wie ich heute in den französischen Zeitungen lese, Breitscheid sogt, Hitler und seine Minister seien mit telmäßige Köpfe, muß ich sagen, wie minderwertig muß Breitscheid gewesen sein, wenn er sich hat von uns beseitigen lassen. Der Minister schloß: Wir wollen nicht zerstören, sondern wir wollen aufbauen, ein neues Deutschland, ja schließlich letzthin ein geistig neues Europa und dabei werden Sie, Parteigenossen, uns wieder helfen müssen. Keiner kann dabei entbehrt werden. Wir müssen sere ganze Kraft einsetzen und der ste Amtswalter muß auf seinem Posten stehen. Mancher Abend, manche Nacht wird geopfert werden müssen. So sind wir aufeinander angewiesen, ob wir wollen oder nicht. Hinter uns liegt die Verzweiflung, und vor uns steht der Aufstieg. Ich möchte Ihnen, meine Parteigenossen, meinen persönlichen Dank zum Ausdruck bringen. Wir haben gewählt, es war die Wahl für unsere Fahne, der wi. uns verpflichtet haben, der wir treu bleiben bis zum Tode. Im nächsten Jahre werden wir wieder ein gewaltiges Stück vorwärts kommen. In absehbarer Zeit wird eine echte, glückvolle Volksgemeinschaft bestehen und dann gibt es nichts, was uns noch unmoglich ist. Die Partei ist unsere Heimat und wird es ewig bleiben. Wie wir ein Reich, einen Staat und ein Volk daraus geformt haben, werden wir auch die letzten Aufgaben meistern können, die uns gestellt sind. Aus dem Volk sind wir gekommen, im Volk werden wir bleiben, denn das Volk ist die ewige Kraftquelle für eines neuen Reiches Zukunft. Ausreisesichtvermerkszwang ab 1. Januar aufgehoben Der Reichsminister des Innern hat den an 4. April 1933 eingeführten Ausreisesict: vermerkszwang für Reichsangehsrige mit Wirkung vom 1. Januar 1934 aufgehoben. 22 koreanische Kommunisten zum Tode verurteilt Ein Massenprozeß gegen Kommnnisten in Soeul(Korea) endete mit der Verurteilung von 245 Kommunisten. Von ihnen wurden 22 zum Tode verurteilt, 20 zu lebenslänglichem Gefängnis und 203 zu Gefängnisstrafen von 1 bis 15 Jahren. Die Verurteilten hatten an kommunistischen Revolten in Korea im Jahre 1930 Frankreichs Platz? Auswärtige Ausschuß der französischen Hammer fordert eine Erklärung ihrer Regierung „... an Deutschlands und Japaus Seite“— Der Wunsch Francois Cotys sofortigen Ausschluß aus der RSDAP im Schnellverfahren beantragt. Dieses Telegromm ist nach einer Contimel dung dadurch veranlaßt worden, daß Stange, der erst seit kurzem der RSDAP angehört, versucht hat, die vom Reichskanzler Adolf Hitler gewünschte Einigung der deutschen Jugend zu #abotieren Im Ami du peuple setzt sich Francois Coty wieder für die Parole„Mit dem Hitler=Deutschland gegen den Kommunismus“ ein und schreibt: Ein französisch=sowjetrussisches Bündnis würde Frankreich vor allen Bölkern schänden. Zwei mächtige Nationen, Deutschland in Europa und Japan in Asien, zeigen deutlich genug, daß sie sich für die ehrenvolle Sache entschieden haben, bis zum letzten Mann für die Zivilisation kämpfen zu wollen. Das Deutschland Hitlers und Japan sind gegenwärtig die Schutzwälle all dessen, was die Würde des Menschenlebens ausmacht. Frankreichs Platz ist an ihrer Seite; Frankreich muß ihn sofort beziehen. In französischen Blätter. wird entgegen anderslautenden Berichten darauf hingewiesen, daß das vom französischen Botschaftsrat in Berlin überbrachte Dokument lediglich den deutschen Standpunkt in der Frage der militärischen Gleichberechtigung feststelle. Dieser Standpunkt stoße, so wird behauptet, die im Versailler Vertrag verankerte und von den übrigen Mächten bisher stets vertretene(aber in der Durchführung durch die hochgerüsteten Mächte stets verhinderte d. Red.) These um, daß alle Bemühungen der Einschränkung und Herabsetzung der Weltrüstungen und der Verhinderung eines neuen Rüstungswettlaufs zu gelten hätten. Diese anscheinend von offiziöser Seite ausgehende Auslegung macht sich ein großer Teil der Blätter zu eigen, indem er teils eine scharf ablehnende Haltung einnimmt, teils aber auch auf dem Standpunkt steht, daß man jetzt wenigstens für die Besprechungen, die der englische Außen minister Sir John Simon Ende der Woche in Pa ris mit den Vertretern der französischen Regierung haben werde, präzise Unterlagen besitze, an Hand deren England hoffentlich endlich aus seiner zurückhaltenden und„etwas zweideutigen“ Haltung heraustreten werde, denn nur so könne eine klare Lage geschaffen werden. herriot macht Mitteilung vom Bericht des Berliner Botschafters Der auswärtige Ausschuß der französischen Kammer hielt eine Sitzung ab, in der der Generalsekretär des Völkerbundes, Avenol, zu der am Bölkerbund geübten Kritik Stellung nahm. Er vertrat die Auffassung, daß man gewisse Vorwürfe, die dem Völkerbund gemacht würden, abstellen könne, doch dürfe an den Grundlagen des Völkerbundes selbst nicht ge rüttelt werden. Eine Verbesserung der Arbeits methoden des Völkerbundes würde bereits Ab hilfe scaffen. Der zweite Teil der Ausschußsitzung war aus gefüllt mit einer Ansprache über das deutsch=französische# Der Ausschußvorsitzende Herriot gab Kenntnis von den Informationen, die der französische Botschafter in Berlin über seine Besprechungen mit Reichskanzler Hitler übermittelt habe. In der anschließenden Debatte vertrat der Abgeordnete Bienot den Standpunkt, daß Frankreich jetzt zu wählen habe zwischen einem Regime des entsprechend den Grundsätzen des Völkerbundes organisierten Friedens und der Rückkehr zu einem System des bewaffneten Friedens, der eine völlige Entwertung der internationalen Institutionen mit sich bringen würde. Der Anschluß schloß sich der Forderung des Abgeordneten Vienot an, daß die Regierung im Parlament vor Schluß der Tagung in einer öffentlichen Erklärung zu den deutsch=französischen Be sprechungen Stellung nehmen und zu verstehen geben solle, wie sie sich dazu einstellen wolle. Der Abgeordnete Fribourg erklärte, daß die deutschen Forderungen ein Rückschritt gegenüber den früher von Deutschland angenommenen Vereinbarungen darstellen, namentlich gegenüber der Genfer Erklärung vom 11. Dezember 1932 und gegenüber dem Locarno=Pakt. Durch die Erklärung vom 11. Dezember 1932 hätten die Regierungen Englands, Frankreichs und Italiens festgelegt, daß die Gleichberechtigung in der Rüstungsfrage Deutschland und den übrigen vertraglich abgerüsteten Mächten nur unter der Bedingung bewilligt werden könne, daß ein Regime geschaffen werde, das für alle Nationen die Sicherheit verbürge. Damals sei nicht davon die Rede gewesen, Deutschland die Rüstungsgleichheit zu gewähren, ohne Frankreichs Sicherheit zu garantieren. Durch die Erklärung vom 11. Dezember hätten die deutsche, französische, italienische und englische Regierung erneut feierlich bekräftigt, daß sie unter keinen Umständen versuchen würden, gegenwärtige oder zukünftige Streitfälle, die etwa entstehen könnten, gewaltsam zu lösen. Andererseits stelle das Sicherheitsabkommen von Locarno, das den status quo der französisch=deutschen und der französisch=belgischen Grenze wahre, einen formellen Nichtangriffspakt zwischen Deutschland und Frankreich dar, der überdies unbestreitbar durch England und Italien garantiert werde. Es wäre nach Ansicht Fribourgs für Frankreich gefährlich, sich auf direkte Verhandlungen mit Deutschland über einen neuen Richtangriffspakt einzulassen. Die Folge eines derartigen Paktes könnte, so behauptet er, sein, England und Italien zu veranlassen, die durch den Locarno=Pakt eingegangene Vernflichtung als hinfällig anzusehen, sofort im Falle einer Verletzung des Locarno=Abkommens und namentlich für den Fall, daß deutsche Truppen in die entmilitarisierte Zone einrücken sollten, auf die Seite Frankreichs zu Der Prozeß Hirtsiefer u. Gen. Neschluß der Beielsaufnahme— Der unwissende Minister So wurde am Donnerstog die gesetzt mit der Genosser ufnahme fortdes Arimmalserretars Meyer. Der Zeuge hat dem Angeklogten Becker es nach der Vernehmung untersogt, mit den anderen Fühlung zu nehmen. Trotzdem reiste Becker gleich nach der Vernehmung nach Essen Hirtsiefer. Der Zeuge Stamm, Angestellter Heimbaues in Essen, habe bei seiner ersten Vernehmueng einen sehr zurückhaltenden Eindruck gemacht Hirtsiefer habe bei seiner Vernehmung schließlich die Möglichkeit zugegeben, die Unterschrift unter die Schuldurkunden über die zu tragenden Baukosten des Wochenendhauses erst einige Monate später geleistet zu haben. Hirrsiefer habe auch zugegeben, seinen Einfluß als Minister auf den Verbandspräsidenten des Ruhrsiedlongsverbandes bei der Vergebung der Hauszinssteuermittel ausgeübt zu haben. Auf Vorhauung der Verteidigung bleibt der Zeuge dabei, dem Angeklagten Becker für die nächsten Tage nach seiner Vernehmung eine Fühlungnahme mit den übrigen Angeklagten wegen der Verdunkelungsgefahr untersagt zu haben. Es kommt hier zu einem Zusammenstoß zwischen dem Staatsanwalt Boeker und dem Verteidiger Hirtsiefer, Rechtsanwolt Dr. Pelkmann, über die Art der Vernehmung Hirtsiefers. Der Staatsanwalt betont, daß Hirtsiefer durchaus vorsichtig und ruhig vernommen worden sei, daß aber gerade durch ihn Schärfen in die Vernehmung hineingebracht worden seien. Wenn eine verfängliche Frage gestellt wurde, dann brauste Hirtsiefer jedesmal heftig auf. Der Zeuge Ewald, Leiter der kaufmönnischen Abteilung der Hauptgeschäftsstelle der Genoban in Bochum, hat von der am 15. 8. 1931 von der Heimbau, Essen, in Bochum einlaufenden Rechnungskopie Hirtfiefers, die auffälligerweise verschwunden ist, keine Kenntnis erhalten. Der Vorsitzende hält dem Zeugen vor, daß doch jeder Lehrling im Büro über diesen Fall sich in Erörterungen erging. Der Vorsitzende frogt den Zeugen, ob er von der Auftragserteilung an die Genobau für den Bau des Wochenendhauses etwas erfahren habe. Sache der Genobau als gemeinnütziges Unternehmen sei doch nicht, Wochenendhäuser für Minister zu bauen. Ewald verneint diese Frage. Auf die weitere Frage, kein Kontororrentkonto Hirtsiefers bei der Genobau angelegt worden sei, ergeht sich der Zeuge in unklaren Ausführungen. Der Zeuge bleibt wegen des Verdachts der Teilnahme unvereidigt. Zeuge Bauführer Jung, der mit der Verschachtelung der Rechnung auf die Bauvorhaben Gelsenkirchen beauftrogt war, hat sich hierbei nichts weiter gedocht. Der Vorsitzende findet es von dem Minister den Eindruck erhalten. daß ihm die Begriffe Grundschuld und Hypothek nicht geläufig gewesen seien, was den Vorsitzenden veronlaßte, zu bemerken, das sollte doch ein Minister wissen Sodann wurde eine Anzahl von Bittbriefen verlesen, die persönlich den früheren Wohlfahrtsminister angingen um Bewilligung von Hauszinssteuermitteln. Zeuge Ministerialrat Lehmann, früher Sachbearbeiter im Ministerium Hirtsiefers, bestätigt, daß der Minister gegenüber den unzähligen Anregungen und Wünschen nach Hauszinssteuermitteln die größte Zurückhaltung geübt habe. Der Minister sei seinen Beamten gegenüber nie diktatorisch aufgetreten Die Zeugen Regierungsbaurat Watermann, Verbandspräsident Hüsker und Regierungsbaudirektor Fritze vom Ruhrsiedlungsverband äußern sich eingehend über die Verteilung von Mitteln aus dem Hauszinssteueraufkommen. In einer Besprechung im Verbandspräsidium de fürwortete Hirtsiefer die Berücksichtigung der christlichen Gewerkschaften bei Vergebung von Mitteln aus dem Hauszinssteueraufkommen. Es seien ihm aus diesen Kreisen Klagen zugegangen über Benachteiligungen. Regierungsbaurat Fritze hatte persönlich den Eindruck, daß der Minister sich hier und da über den Rahmen des Ueblichen für den Deutschen Heimbau eingesetzt hat. Damit schließt die Beweisaufnahme. Der Vorsitzende teilt mit, daß die Angeklagten Becker und Bergmann statt wegen Beihilfe wegen Begünstigung zur Untreue des Angeklagten Mock unter Umständen verurteilt werden könnten. Dann wurde die Verhandlung auf Freitag vormittag vertagt. „Treubau“ Selbsthilfe des handwerks zur Belebung der Bauwirtschaft Wie das BöZ.-Büro meldet, ist unter Führung des Reichsstandes des deutschen Handwerks eine Treuhandgesellschaft unter dem Ramen„Treubau“, Ac. für Baufinanzierungen im Deutschen Reich zu Berlin RW. 7, Dorotheenstr. 31, gegründet worden. Träger dieser Gesellschaft sind r Reichsstand selbst, die Baufachverbände des Handwerks, der Bund deutscher Architekten, die berufsständischen Versicherungsanstalten des Handwerks und die Reichsverbände der Innungskrankenkassen. Das Aktienkapital beträgt 500000 RM., dient aber nur als Garantiekapital gegenüber den Geldgebern, Zweck der„Treubau“ ist nämlich nur die Finanzierung von Bauvorhaben jeder Art. Zur Erreichung des Zweckes vermittelt die Gesellschaft Baudarlehen und Hypotheken unter gleichzeitiger Kontrolle zur sachgemäßen Verwendung als Vertrauensorgan für Geldgeber, Bauherren und Bauhandwerker. Eine Betätigung als Bauunternehmer ist der Treubau nicht gestattet. Die berufsständischen Versicherungsanstalten, Innungskrankenkassen und andere soziale Einrichtungen des Handwerks haben sich bereit erklärt, wesentliche Mittel ihrer gesetzlichen Reserven unter Bürgschaft der Treuhandgesellschaft für erste Hypotheken zur Verfügung zu stellen, um damit aktin in die Belebung der Bauwirtschaft und die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit er ifen. Bei genügender Aufklärung dürfte •* d auch Privatkapital den Weg zur Treubau suchen. Die Gliederung der Reichsschrifttumskammer Der Präsident der Reichsschrifttumskammer hat über die Gliederung der Kammer eine Bekanntmachung erlassen. Aus dieser ist hervorzuheben, daß in der Reichsschrifttumskammer die folgenden Verbände zusammengefaßt sind: 1. Der Reichsverband deutscher Schriftsteller, 2. Der Börsenverein der deutschen Buchhändler, 3. Der Verband der deutschen Volksbibliothekare, e. V., 4. Der Verein deutscher Bibliothekare, e. V., 5. Die Gesellschaft der Bibliophilen, 6. Die Reichsfachschaft Buchhandel im deutschen Handlungsgehilfenverband, 7. Die Gesellschaft für Senderechte, 8. ferner die im Aufbau befindlichen Arbeitsgemeinschaften. Neuernennungen deutscher Mitglieder der J. h. K. Der Präsident der deutschen Gruppe der Internationalen Handelskammer, Abraham Frowein, hat in den Verwaltungsrat als weiteres Mitglied den neuen Vorsitzenden des Verbandes deutscher Reeder, Staatsrat John T. Eßberger (Hamburg), berufen. Ferner sind in der letzten Zeit folgende Neuernennungen erfolgt: Luftfahrtausschuß der Internationalen Handelskammer, Admiral a. D. Lahs, Vorsitzender des Reichsverbandes der deutschen Luftfahrt=Industrie(Berlin), Oberstleutnant a. D. Wagenführ (Arado-Flugzeugwerke), Berlin, Telegraphenausschuß: Dr. Julius Schlinck(in Firma Julius E. Schlinck), Hamburg. Internationaler Ausschuß für Fragen der Absatzorganisationen: Dr. Hilland, geschäftsführendes Präsidialmitglied des Deutschen Industrie= und Handelstages, Berlin. Wahlfieg der rumänischen Regierung Die rumänischen Parlamentswahlen haben einen Sieg der Regierung ergeben. Nach Angaben aus Regierungskreisen soll die national liberale Partei Ducas etwa 55 Prozent der Stimmen erzielt haben. Da schon 40 Prozent merkwürdig, daß sich alle über einen sol chen Vorgang nichts gedacht haben wollen. Der Zeuge Meise, der durch Anzeige den Foll Hirtsiefer ins Rollen gebrocht hat, ergänzt seine Ausführungen über ein Gespräch zwischen ihm und dem Bauführer Jung, in welchem sich dieser äußerte, er lasse den Leiter der Genobau, Becker, und den Chef der kaufmännischen Abteilung der Genobau, Ewald, mit hochgehen. Er, Jung, habe das Wochenendhaus„vergraben“ müssen. Eine Reihe von Zeugen bestätigen, daß der Minister Hirtsiefer wiederholt von dem Plau der Aufstockung seines Wochenendhauses gesprachen habe, u. g. auch der Sohn des Angeklagten Hirtfiefer, Student der Architektur Heinrich Hirtsiefer. Zeuge Bankdirektor a. D. Suckau, Aufsichtsratsvorsitzender der Genobau, hat die ihm durch den Verbandsrevisor Berkenkamp mitgeteilte unkorrekte Verbuchung bei der Genobau ofort gerügt. Der Angeklagte Becker habe ihm entgegnet, er habe dies nicht veranlaßt. Nach den Zeugen hatte Hirtsiefer bei der Deutschen Volksbank in Essen ein Debetsaldo von 30000 Mark, welches er auf wiederholtes Drängen bis auf 10000 Mark ablöste. Für die letzteren 10 000 Mark verpfändete Hirtsieser der Volksbank eine Versicherung. Ein Zeuge schildert den Angeklagten Hirtfiefer als zögernden Zahler. Dem Zeugen Steinhoff. Sonderbeauftragter für Heimbauwesen, hat der Angeklagte Bergmann bestätigt, daß der Angeklagte Mock gelegentlich ihm gegenüber sich geäußert habe, der verstorbene Geschäftsführer hlitzer habe ihm auf dem Krankenbett mitgeteilt, er wolle dem Minister etwas zukommen lassen, weil er sich für den Heimbau eingesetzt habe. Der Angeklagte Mock könne die Sache in Ordnung bringen. Die Forderungen, welche der Deutsche Heimbau jetzt noch an Hirtsiefer hat, belaufen sich unter Einschluß der Zinsen auf 11½ bis 12000 Mark. Zeuge Ministerialdirektor a. D. Peters, der früher im Ministerium Hirtsiefers gearbeitet hat, bestätigt, daß Hirtsiefer eine Hypothek gesucht habe. Der Zeuge hat Die Korruption in Belgien Bau unbrauchbarer Hatenanlagen im wert von 100 Millionen Francs Wie man in Belgien an Orden kam Belgien scheint eine Serie von Skandalaffären zu erleben. Die Affäre Angerhausen=Pauwels nimmt mit jedem Tag größere Ausmaße an. Ebenso drohen die aus oppositionellen Kammerkreisen angekündigten Enthüllungen über die Verbindungen führender Staatsmänner zur Societe Generale und zu anderen Finanzinstituten neue Beunruhigung in der öffentlichen Meinung heraufzubeschwören. Nun veröffentlichen die Blätter spaltenlange Berichte über einen Riesenskandal im Ministerium für öffentliche Arbeiten. In der Kammersitzung erklärte der liberale Abgeordnete Marquet, daß die neuen Hafenanlagen in Ostende sann den großen Schleusen, sowie das neue Fischversteigerungsgebäude, die insgesamt etwa 100 Millionen Francs gekostet haben, vollkommen unbrauchbar seien. Der Ostender Gemeinderat habe es abgelehnt, die vor kurzem fertiggestellten Hafenanlagen und Gebäude zu übernehmen. Als Marquet kürzlich mit einem hohen Beamten des Verkehrsministeriums über gewisse Unregelmäßigkeiten gesprochen habe, die in diesem Ministerium vorgekommen seien, habe der Abteilungschef erwidert:„Also auch bei uns gibt es Skandale? Ich glaubte, das sei nur im Ministerium für öffentliche Arbeiten der Fall?“ Die Mitteilungen des Abgeordneten Morquet brochten die Mitglieder der liberalen und der katholischen Fraktion in Aufruhr. Der Minister für öffentliche Arbeiten, Sap, sprang in höchster Crregung von seinem Sitz auf und rief aus: „Bringen Sie mir Einzelheiten, Herr Abgeordneter! Sie verdächtigen meine Peamtenschaft! Das kann ich unter keinen Umständen zulassen!" Mar, uet antwortete in aller Ruhe:„Wenn ich hier vor 14 Togen gesagt hätte, daß beim Polizeikorps nicht alles in Ordnung sei, so hätte man mich wohl auch ausgepfiffen. Der Minister regt sich auf, weil ich mitgeteilt habe, daß in Ostende 100 Millionen Francs zum Fenster hinausgeworfen sind. Ich erkläre mit allem Nachdruck, daß der neue Hafen, die Schleusen und die anderen Anlagen durch Stümper und Gauner erbaut worden sind. Machen Sie, was Sie wollen, Herr Minister!“ Wie verlautet, hat Minister Sap unverzüglich eine Untersuchung der Angelegenheit eingeleitet. * Die sozialdemokratische Kammerfraktion hat einen Antrag eingebracht, der die Einsetzung einer parlamentarischen Untersuchung über die Einflußnahme gewisser Großbanken auf die Beschlüsse der Regierung fordert. Bekanntlich wurde in der vergangenen Woche ein ähnlicher Antrag vom Senat abgelehnt. Der neue Antrag ist von einer Reihe von Sozialistenführern unterzeichnet. Der Parteiführer Vandervelde, der in dem demokratischen Kabinett Poullet Außenminister war, zählt nicht zu den Unterzeichnern des Antrages. Umfangreicher Ordenhandel! Der Unterdirektor im belgischen Arbeitsministerium, Lejeune, ist im Zusammenhang mit der großen Bestechungsaffäre, die um den Brüseler Polizeipräsidenten herum spielt, in Haft genommen worden. Lejeune hatte in amtlicher Eigenschaft die Vorschläge für Ordensverleihungen mn seinem Departement zu bearbeiten. Er wird beschuldigt, seit drei Jahren wertvolle Geschenke, von dem ehemaligen Polizeikommissar, jetzigen Oelhändlers Pauwels, angenommen zu haben. Als Gegenleistung bevorzugte er die Ordenskandidaten, die ihm von Pauwels vorgeschlagen wurden. Der Pariser Spionagefall Neue Einzelheiten Die Pariser Blätter bringen weitere Einzelheiten über die durch die Verhaftung von 10 Personen, meist Ausländern, in Paris aufgedeckte angebliche Spionageangelegenheit. Nach dem Journal soll das gesamte, mit der Untersuchung zusammenhängende Spionagegesetz, einschließlich der 10 Verhafteten, etwa 50 Personen umfassen. Diese Gruppe von 50 Personen ihrerseits sei nur eine Art Unterabteilung einer Organisation, die in allen Ländern Europas und vielleicht überhaupt der Welt Verästelungen besitze. Die Führer der Abteilung hätten in Frankreich gefaßt werden können. Unter den Verhafteten befinde sich, wie schon gemeldet, ein Uebersetzer des französischen Marineministeriums, der, wie das Journal außerdem berichtet, dort im Chiffrierungsdienst angestellt gewesen sei. Es handele sich bei der Organisation, deren Aufdeckung die Pariser Polizei bereits seit März verfolge, um Zuträger eines internationalen Büros, dessen Sitz an sich von einer Stadt in die andere verlegt werde, dessen Hauptzentrale jedoch Moskau zu sein scheine. Die erworbenen Nachrichten seien dann an verschiedene fremde Mächte weiterverkauft worden. Der Petit Paristen will berichten können, daß man bei den Haussuchungen zahlreiche Dokumente, geheime Funkapparate und moderne Photo=und Filmmaterial mit Vergrößerungsaparaten usw. entdeckt habe. Das gleiche Blatt erklärt übrigens, daß ein französischer Polizeikommissar mit dem Flugzeug nach Warschau reisen und dort eine Untersuchung fortsetzen werde. Amerika fordert restlose Aufklärung Reuter meldet aus Washington, 20. Dez.: Das Staatsdepartement hat der amerikanischen Botschaft in Paris telegraphisch die Weisung erteilt, über die Verhaftung einer Gruppe von angeblichen internationalen Spionen in Paris „restlos Aufklärung“ zu beschaffen. Unter den Verhafteten befindet sich ein amerikanisches EheRAdT der Stimmen zur Sicherung der Wahlmehrheit genügen, ist mit einer überwältigenden Mehrheit der Nationalliberalen zu rechnen. Bei den Wahlen haben sich mehrfach Zusammenstöße ereignet, die auch einige Todesopfer forderten. In Militarin bei Bukarest wurde ein liberaler Wahlagent getötet. In Barlat gaben die als Wache vor den Wahllokalen aufgestellten Gendarmerieposten auf zwei Personen, die sich anscheinend unberechtigt in das Wahllokal einschleichen wollten, Feuer. Der eine erlag seinen Verletzungen. Nach bisher nicht bestätigten Berichten sollen drei Wähler, die bei einem Zusammenstoß mit politischen Gegnern verletzt wurden, ihren Wunden erlegen sein. Eine weitere Meldung berichtet: Sämtliche Minister sind gewählt worden, desgleichen die Führer der Opposition. Die Wahlbeteiligung wird auf ungefähr 75% geschätzt. Nach den ersten Berechnungen dürfte die Regierung etwa 602 der abgegebenen Stimmen erhalten haben. Die Reorganisalion des englischen Steinkohleubergbaues Warnungen an die Grubenbesitzer Die Reorganisationskommission für den englischen Steinkohlenbergbau hat dem Minister für das Bergbanwesen ihren Bericht vorgelegt. Die Kommission stellt fest, daß durch Fusionen oder Interessengemeinschaften große regionale Produktionseinheiten gebildet werden müssen, die zu einer zentralen Organisation zusammengeschlossen werden sollen. Diese Zentralorganisotion soll einen Fonds bilden, der auf dem Umlagewege von den Mitgliedern erhoben wird und der für die Stillegung unrentabler und überflüssiger Gruben verwandt werden soll. Die Kommission erklärt, daß auch bei erfolgreicher Durchführung derartiger Reorganisationsmaßnahmen die jetzigen Besttzverhältnisse in den Kohlendistrikten ein Hindernis für die wirksame Reorganisation des Bergbauwesens bedeute. Die Kommission erklärt mit Hinsicht auf den hartnäckigen Widerstand der Grubenbesitzer, daß früher oder später das Parlament zwangsläufig Ge setze beschließen müsse, die die„Renitenz“ der Grubenbesitzer brechen würde, und zwar ent weder durch Nationalisierungs= oder durch andere weniger radikale Reformmaßnahmen. Kund Rasmussen gestorben Ja Kovenbagen ist der Grönlandforscher Dr. Kund Rasmussen gestorben. Knud Rasmussen wurde 1879 in Jatobshafen (Nordgrönland) geboren. Seine Mutter war eine Eskimofrau. 1910 errichtete Rasmussen im Kap York Distrikt die arktische Station Thule als Basis für wissenschaftliche Expeditionen und auch als Handelsstation. Von hier leitete er mehrere Expeditionen. Die fünfte Thule=Ernedition trat er im Sommer 1921 an. Ueber 15 Monate war er verschollen, und man hielt ihn schon für verloren, als er endlich im August 1924 nahe der Behringstraße wieder auftauchte. Diese Reise war die größte Hundeschlittenreise in der Geschichte der arktischen Forichung überhaupt. Die wissenschaftlichen Ergebnisse seiner Reise legte er in zahlreichen Schriften i dänischer, englischer und auch in der Eskimospreche nieder. Olympia 1936 Sport- Spiel — msie Tase be Die Welt wurde eingeladen Am 18. Dezember 1933 haben die Organisationskomitees der 11. Olympischen Spiele und der 4. Qlympischen Winterspiele die amtliche Einladung für die Winterveranstaltungen des Jahres 1936 in Berlin und Garmisch=Partenkirchen an die Länder der Welt hinausgehen lassen. Die Einladungen haben einen in den olymvischen Satzungen vorgeschriebenen Wortlaut und sind unterzeichnet von den Präsidenten der Organisationskomitees, Staatssekretär a. D. Dr. Theodor Lewald und Dr. von Halt. Die Nationalen Olympischen Komitees der verschiedenen Länder werden darin auch um Antwort gebeten, ob sie der Einladung Folge leisten werden." Nachdem das Internationale Olymvische Komitee auf seiner Sitzung in Barcelona im Jahre 1931 die Sviele des Jahres 1936 der Hauptstadt des Deutschen Reiches zugesprochen hatte, ging der Deutsche Olymvische Ausschuß(das nationale olymvische Komitee von Deutschland) bald nach der Rückkehr der deutschen Olymviaexpedition von Los Angeles an die Vorbereitungen für das Jahr 1936. Der erste entscheidende Schritt im Zuge dieser Vorbereitungen war die Gründung des Organisationskomitees. Indem jetzt diese Organisationskomitees die amtliche Einladung hinausschicken, treten ne zum ersten Male in aller Form vor die Olymviagrunven der Welt hin und zeigen damit feierlich an. daß die Arbeiten eröffnet sind und daß man sich im Jahre 1936 bereithalten wird, die Jugend der Welt in olymvischer Gastfreundschaft zu empfangen. Der Bedeutung dieser Einladung und dem bisherigen olymvischen Brauch entsprechend. ist das Auswärtige Amt gebeten worden. durch seine Missionen jeder beteiligten ausländischen Regierung davon Kenntnis zu geben, daß das Nationale Olymvische Komitee des betreffenden Landes offiziell zur Teilnahme an den Spielen des Jahres 1936 eingeladen worden ist. Darüber binaus wird das Auswärtige Amt die fremden Regierungen wissen lassen, daß die deutsche Reichsregierung und mit ihr das gesamte deutsche Volk die Annahme der Einladung außerordentlich begrüßen würde. Das ganze deutsche Volk hofft, daß die Völker der Welt der Einladung mit starken Mannschaften Folge leisten und so das Ihre dazu beitragen werden, daß das Fest des Jahres 1936 ein Fest des Friedens und der weltumfassenden alumvischen Kulturgemeinschaft werden wird. Die Einladung an alle Länder gerichtet worden— entsorechend den olymvischen Satzungen— in denen Olymvische Komitees bestehen. Es sind dies(Aegypten fehlt noch): Afghanistan. Argentinien. Australien. Belgien, Bolivien. Brasilien. Bulgarien. Chile. Cbing. Columbien. Dänemark. Estland. Finnland, Frankreich. Griechenland. Groß=Britannien. Guatemala, Haiti. Holland. Indien. Irland. Italien. Japan. Jugoslawien. Kanada. Kuba. Lettland. Luxemburg. Meriko. Mittelamerika. Monaco. Neuseeland. Ricaraaug. Norwegen, Oesterreich, Paraguay, Pern. Philivvinen. Polen. Portugal. Rumänien. Sau Salvador. Schweden. Schweiz. Spanien. Südafrika. Tschechoslowakei. Türkei. Ungarn. Uruguav. Venezuela und die Vereinigten Staaten von Nordamerika. Nachstehend der genaue Wortlant der Das Internationale Olymvische Komitee hat die Stadt Berlin als Ort der Feier der 11. Olvmpiade bestimmt. Demgemäß beehrt sich das Organisationssomitee Spiele 1936 zur Teilnahme an den Wettbewerben und Festen einzuladen. Anlaß in Berlin vom 1. bis 16. August 1936 stattfinden werden. Der Präsident des Organisationskomitees für die 11. Olympiade Berlin 1936 gez Dr. Th. Lewald". Wefsigleus Repräsenkakivkampf gegen den Mittelrhein Am 15. Januar treffen sich in der Kölner lundhalle die Gaue Westfalen und Mittelrhein der Amateurboxer im Repräsentativkampf. Westfalen bemübt sich, die stärkste Staffel auszubieten und so hat man noch eine Aenderung in der Besetzung eintreten lassen. Im Fliegengewicht startet Disselbeck(Polizei Bochum) und im Federgewicht wird der vorzügliche Jakubowski(Bochum=Gerthe) boxen. Das ist nun aber wirklich die allerbeste Vertretung. die Westfalen stellen kann: Disselbeck=Bochum Brinkmann=Dortmund. Jakubowski=Bochum=Gertbe Schmedes=Dortmund. Wagenführ=Altena. Blum Altena. Kyfuß=Gevelsberg. Kohlhaas=Münster. KSB Witten 07 gemaßregelt Gaubehörde gegen Krachschläger Der Kraft=Sportverein Witten 07. einer der tuchtigsten Schwerathletikvereine Westialens, ist von der zuständigen Gaubehörde empfindlich regelt worden. Am 10. Dezember stellte sich in Witten der AC Hörde 04 zum Mannschaftsmeisterschaftskampf ein und man versprach sich von dem Kampf sehr viel. Aber es kam anders. Nach Schwergewichtskampf. der nach einbarung als dritte Programmnummer durchgeführt wurde. benahmen sich die Zuschauer und einige Vereinsmitglieder von Witten 07 derart daneben, daß eine Weiterführung der Veranstaltung unmöglich wurde. Der Kampfrichter war gezwungen, den Kampf zu stopven. nicht lange auf sich warten. die Gaubebörde äußerte 1. Der Vereinssührer von Witten O7 erhält eine Verwarnung, weil er nicht für eine einwandfreie gtude alt wich mit einer Geldstrate von 20 RM belegt. weil der von ihm am 10. 1933 veranstaltete Kampf geeignet war. das Ansehen unseres Sportes schwer zu schädigen. 3. Für Witten 07 tritt bis zum 1. April 1934 Glatzsverre ein. Kämpfe, die für Witten vorgeseben kind. veranstaltet nunmehr der Gegner. Tagegelder und Tagespreise deim Dortmunder Sechslagerennen Die neuen Bestimmungen für Sechstagerennen werden zum ersten Male bei dem am 12. Januar beginnenden 9. Dortmunder Sechstagerennen praktisch erprobt. In der soeben erschienenen Ausschreibung sind interessante Einzelheiten über die Neugestaltung der kommenden Sechstagefahrten enthalten. Das Rennen wird in Tagesabschnitten gefahren, mit Zwangspausen in der Zeit von 6 bis 12 Uhr. Als Tagesabschnitt rechnet die Zeit von 23 Uhr bis 23 Uhr des nachfolgenden Tages. Jeder Fahrer erhält ein Startgeld von 150 RM für jeden Tagesabschnitt. Beim Ausscheiden eines Fabrers wird vom dritten Tag ab das Startgeld von sechs zu sechs Stunden berechnet. Außerdem werden jedem Teilnehmer die Reisespesen X. Klasse einschließlich Rädertransvort nach Dortmund und zurück zum Wohnort erstattet. Ferner werden jeder Mannschaft die Reisespesen für einen Pfleger vergütet. Für die einzelnen Tagesabschnitte erreichen die Gesamtpreise eine Höhe von, 15910 RM. Am ersten Tage werden zehn Preise von 500 bis 70 RM vergeben, vom zweiten Tage von 690 bis 30 RM verteilt, am dritten Tage sind es nur noch neun Preise von 600 bis 100 RM. am vierten Tage acht Preise von 600 bis 120 RM und am fünften Tage sieben Preise von 600 bis 150 RM. Am Schlußtage sind sechs Preise ausgesetzt und zwar erhält der Erste 1000. der Zweite 700. der Dritte 600. der Vierte 500. der Fünfte 400 und der Sechste 300 RM. Die Feststellung des Endergebnisses erfolgt nach den gefahrenen Kilometern und Punkten. die jede Mannschaft in den einzelnen Tagesabschnitten erzielt hat Riessersee— Cambridge 6:0! Einen überraschenden Ausklang nahm das Rück wiel zwischen dem SC. Rießersee und der Eishockenmannschaft der Cambridge=Universität. Bei glanzenden Eisverhältnissen im Münchener Prinzregenten=Stadion siegten am Mittwochabend die Bayern vor rund 1500 Zuschauern ganz überlegen mit 6:0(3:0. 0:0. 3:0). Die Bayern traten diesmat in bester Besetzung an und batten vor allem in dem kanadischen Trainer Heximer eine überragende Stütze. der auch allein vier Tore erzielte. Handel und Wirtschaft Berliner Börsenbericht Bei ruhigem Geschäft befestigt Die Börse eröffnete heute in freundlicher Haltung, da verschiedene gunstige Mitteilungen aus der Wirtchaft, wie z. B. über eine Belebung in der Maschinenindustrie und einen weiter erhöhten Ruhrtohlenabsatz anregten. Ausgehend vom Farbenmarkt, der auf Grund der starken Nachfrage für Bonds eine recht feste Veranlagung vermochte sich das Kursniveau überwiegend bis etwa 1 Prozent uno zum Teil darüber hinaus zu erhöhen. Die Farbenaktie kam 1¾8 Prozent höher zur Notiz. Am Montanmarkt waren Maxhütte mit plus 3 Prozent bevorzugt, was mit der Umgruppierung im Flickkonzern in menhang gebracht wird. Ruhig lagen Braunkohlenwerte, von denen lediglich Niederlausitzer um 1 Prozent höher eröffneten. Kaliaktien kamen mangels Umsätzen erst später, dann aber bis 2½ Prozent gebessert, zur Notiz. Von Gummiwerten sind Conti mit plus 1 Prozent zu erwähnen. Am Elektromarkt fielen Chade mit einem Anfangsgewinn von 2 RM auf, der sich später noch verdoppelte. Lediglich Siemens und A. E. G. waren an diesem Markt leicht gedrückt. Von Kabel= und Drahtaktien büßten Deutsche Kabel 1% Prozent ein. Bauwerte, besonders Julius Berger(plus 2¾ Prozent) profitierten von den günstigen Auslassungen des Konjunkturforschungsinstituts über den Tiefbau. Auch Papier= und Zellstoffwerte zeigten durchweg Besserungen, so Aschaffenburger 1% Prozent. Kaum verändert blieben Metallund Textilwerte sowie sonstige Industrieaktien. Bahnen und Schiffahrtsaktien waren nach den Abschwächungen der letzten Tage gut behauptet, dagegen standen Reichsbankanteile weiter unter Druck(minus ½ Prozent). Am Rentenmarkt n gemächtt nur Veibesdenlehhen lethaltere msätze, so daß der Kurs zunächst um 5 Pfg. höher eröffnete und später nochmals im gleichen Ausmaß anzog. Altbesitz waren um 2 Prozent erholt. Mittlere und späte Reichsschuldbuchforderungen gingen um ½ Prozent höher um. Für Farbenbonds war ein Kurs noch nicht zu hören. Die variabel gehandelten Stahlvereinsbonds kamen ½/8 Prozent niedriger zur Notiz. Auslandsrenten lagen sehr ruhig. Im Verlaufe setzten sich auf fast allen Aktienmärkten weitere Kursbesserungen fort. Schubert& Salzer kamen zum ersten Kurs 4 Prozent höher zur Notiz. Am Berliner Geldmarkt blieb die Situation unverändert. Der Satz für Tagesgeld wurde wieder mit 4½ bzw. 4% Prozent genannt. Das Wechselangebot ist weiter klein. Reichswechsel und Reichsschatzanweisungen hatten zu allen Terminen geringe Umsätze aufzuweisen. Essener Börsenbericht Ruhig Essen, 21. Dez. Die Essener Börse eröffnete in nicht einheitlicher und überwiegend freundlicher Haltung. Von variablen Werten waren Gelsenkirchen, Phönix, Mannesmann und R. W. E. im Verkehr. Wintershall eröffneten etwa 1 Prozent über letztem Kurs und blieben auch im Verlaufe gut behauptet. Am Kohlenkuxenmarkt wurden Deutschland auf letzter, Graf Schwerin auf niedrigerer Basis umgesetzt. Die übrigen Werte lagen gut gehalten. Von Braunkohlenwerten waren Bruckdorf Nietleben 10 RM höher. Von Kaliwerten hatten Beienrode einiges Geschäft bei unveränderten Preisen. Die übrigen Werte waren umsatzlos, aber gut behauptet. Von Kaliaktien erzielten Lothringen und Dahlbusch letzte Preise. Von sonstigen Werten waren Kabelwerk Rheydt zu höheren Kursen gefragt. Die Börse schloß gut behauptet bei ruhigem Geschäft. Kölner Börsenbericht Freundlich Köln, 21. Dez. Einige günstige Wirtschaftsmeldungen über gute Gesellschaftsabschlüsse, weitere Steigerung des Ruhrkohlenabsatzes und das gebesserte Inlandsgeschäft in Maschinen ließen die heutige Börte in freundlicherer Haltung eröffnen. Das schwache Newyork fand kaum Beachtung. Die Umsatztätigkeit war aber nach wie vor eng begrenzt. Fest waren I. G. Farven, die 1½ Prozent höher tendierten. Reichsbankanteile gingen unverändert um. Am Montanmarkt waren Deutsche Erdöl, Mannesmann, Rheinstahl, Harpener, Rhein. Braunkohlen bis ½ höher, während Phönix, Stahlverein und Klöckner ¾ bis 2/8 Prozent nachgaben. Von Elektroaktien waren Siemens knapp gehalten. Schuckert zogen um ½ Prozent und Felten um 2/8 Prozent an. Der Rentenmarkt war umsatzlos. Die Altbesitzanleihe konnte ¼ Prozent und Neubesitz um 5 Pfennig anziehen. Im Verlaufe wurde das Geschäft, besonders in Montanwerten, lebhafter, es traten Besserungen um Bruchteile eines Prozentes ein. Versicherungen gehalten. Der Einheitsmarkt verlief vollkommen geschäftslos. Von Pfandbriefen gingen Rheinboden um ½ Prozent zurück, Westboden blieben unverändert. Späte Reichsschuldbuchforderungen lagen bei 91/92. Die Börse schloß freundlich. Kölner Börse Heute nokierten: Basalt—; Vonner Berg—; Braunkohle Zukunft 58¼, Kalker Brauerei—; Kabel Rheydt 133; Kölner Dampf—. Rhein. Braunkohlen—; Stollwerck—. Essen, 21. Dez. Die Zufuhren zum Essener Großmarkt waren in Gemüsen und Kartoffeln genugend. in Obst und Südfrüchten reichlich, doch konnte —— langsam Geschäft entwickeln. Die zeigten seste Tendenz. Amtliche Berliner Metall=Rotierungen Berlin, 21. Dez. Es kosteten 100 Kiloar. Elektrolytkupfer(wirebars), prompt. eis Hamburg. Bremen oder Notterdam 50.75: Original=Hütten=Alne minium, 98—89 Proz., in Blöcken 160. desgl. in Walz= oder Drahtbarren 164: Reinnickel. 98—99 Proz. 305; Antimon=Regulus 30—41: Silber in Barren, ca. 1000 fein, per Klar. 37.75—40.75 RM. Notierungen des Sroßzmarktes für den Nährstand zu Dortmund Die Festpreise verstehen sich frei Verladestation der Erzeugers. die übrigen Preise sind Großhandelspreise und verstehen sich bei Getreide per Tonne. sonst per 100 Kilogr. waggonfrei Dortmund in Ladungen von 15000 Kilogr., Mehl zu Mühlenkonventionsbedingungen. Dortmund, 21. Dez. Wests. Weizen. 75/76 Kler. 192: Preisgebiet VII 188. VIII 189. X.192: westf. Roggen 71/72 Kilogr. 170: Preisgebiet VI 155 VII 156. VIII 158: vommerscher Haser 165; ostfriel. Haser 170; neue Wintergerste 178—180: Russengerste 186—188: Plata=Mais 205: Cinquantino= Mais 215: Weizenauszugsmehl Asche 0.405 32.50— 32.75: Bäckermehl Asche 0.79 27.50—27.75; 70pros. westd. Roggenmehl Asche 0.82 24.15—24.40; ostdtsch. Roggenmehl Asche 0.82 23.00—23.25; Weizenkleie seine 11.50—12.00. grobe 12.00—12.50: Roggenkleie 10.25—10.50: Trockenschnitzel 9.75—10.00; Steffens Zuckerschnitzel 11.75—12.00: Tendenz: geschäftslos. Berliner Kortoffel= und Raubfuttervreise Berlin, 21. Dez. Kartoffeln(RM per 50 Klgr.): Speisekartoffeln weiße 1.45—1.55, dito rote 1.60— 1.70, gelbe außer Nieren 1.95—2.10.— Die nächsten Notierungen erst am Freitag. 29. Dezember.— Kartofseln nur Montag und Donnerstaa Raubfutter nur Dienstag. Diehmärkte Fleischpreise im Sroßbandel Essen. 21. Dez. Ochsenfleisch: von vollfleischigen. ausgemästeten jungen Ochsen 54—56; Bullenfleisch: von fleischigen Bullen 53—56. von gering genährten Bullen 48—52: Kubfleisch: von fleischigen, ausgemästeten Kühen 50—56. von fleischigen Kühen 48 —52. von gering genährten Kühen 40—45: Färsen(Kalbinnen=)Fleisch: von fleischigen. ausgemästeten Färsen 54—56. von fleischigen Färsen 52—55: Kalbfleisch: von besten Mast= und Saugkälbern 55 —70. von mittleren Mast= und Saugkälbern 60— 65: Hammelfleisch: von Mastlämmern und jungeren Masthammeln 58—62, von mittleren Mastlämmern und älteren Masthammeln und gut genährtem Schafvieh 52—55. von gering genährtem Schafvieb 38—45: Schweinefleisch; von Schweinen zum Frischverkauf(Landschweinen bis zu ca. 225 Pfd. Lebendgewicht) 68—72. Osvabrücker Viebmarkt Oonabrück. 21. Dez. Am beutigen Biedmarkt standen zu Verkauf: 48 Großvieh. 138 Kälber. 290 Schweine. Die Preise für 1 Pfd. Lebendgewicht waren in Pfennigen: Bullen: a) 27—30. 5) 22— 26. c) 19—22: Kübe: b) 22—25. c) 18—21. d) 14— 17: Färsen: a) 20—30: Kälber: a) 40—43. b) 35— 39. c 30—34. d) 20—29; Schweine: a) 46. b) 44— 46. c) 40—43: Sauen 39—44. Marktverlauf: Großvieb gut. Kälber gut. Schweine gut.(Die vorstebenden Preise sind Marktvreise am Osnabrücker Schlachtviebmarkt und nicht mit Stallvreisen zu verwechseln.) Nächster Markt: 22. Dezember 33. Hmfliche Berliner Devisenkurse Air. Lander New York Amsterdan Brüssel Danzit Italien Jugoslaw. 21 Dezember 20 Dezember Geld Brief Geld] Brief V. dem Krieg 0.645 13.74 2.697 168.53 81.52 2.02 5.664 0.49 13.78 1.70 168.87 58.41 81.68 2.6 5.676 0.603 13.675 2.667 168.48 58.24 81.49 22.01 5.664 0.647 13.715 2.673 168.82 836 81.65 22.05 5.676 20.4. 4.20 168.05 81.00 81.00 181.40 Kopechag. Golo Parte Prag Schurrte Spanten Stockbolm Wien 21. Dezember 20. Dezember V. dem Geld Brief] Geld Brief Krieg 61.29 68.93 16.40 12.42 81.02 34.27 70.78 48.05 61.49 69.07 16.44 12.44 81.18 34.43 70.92 18.15 61.09 68.73 16.40 12.42 80.97 34.27 70.58 48.05 61.21 68.87 16.44 12.44 81.13 34.33 70.72 48.15 112.00 81.05 55.50 81.00 70.00 Berliner Börsenkurse vom 21. Dezember 1933 21122012 B1.12 20 12 21.12/2012 D. R.-Anl. 27 D. R.-Anl. v. 29 12 12 Com.- u. Privat-Bk.— Dtsch. Bk. u. Diekt. Dresdner Bank Reichsbank Rh.-Westf. BodenCrad. Verkehrswerte: Reichsbahn V.-A. Hapag Nordd. LJoyd Brauereien: Dortm. Aktien Dortm. Ritter Dortm. Union Schlegel-Scharp. Wicküler-Küpper Sonatiges Aku A. E. G. Bemberg I. P. Chem. Ind. Gelsenk. Cont. Cautsch. Daimler Mot. Otsch. Erdöl El. Licht u. Kraft Eschw. Berzw. G-Farbenind. Felten-Guilleaume Friedrichshütte Gebbard u. Co. Gelsenk. Berzw. 977 101½ 40½ 47% 54½ 158.— 92.— 12 40% 47¼ 54½ 157½ 24 1/8 28% 149½ 65. 182.— 180. 25 43. 33.— 101 94.— 42204¾ 121¾ 50½ 53¾ 28 3/8 26.— 65½ 181½ 179¼ 22% 146 /3 32½ 100% 101½ 204¾ 120½ 49½ Ges. f. el. Unt. 92¼ Goedh. Gebr. 101.3 Goldschmidt Harpener Berg Hoesch Eisen-KölnNeuessen Kali Aschereieben Klöcknerw. Köln. Gas u. Elek. W. Krefft Kromechröder G. Kronprinz Metall Küppersbusch Lahmeyer Manneem.-Röhren Mansfeld Maschb.-Untern. Mülh. Berzw. ## Phönix Berzw. Rhein. Braunk. Rh. Elektrizität Rhein-Spiegel Rbein-Stah Rh.-Westf. Elektr. Rhein-West Kalk Roddergrube Salzdetfurth Schött. Herm. Schwelm-Eisen Siemens u. Haleke Stolb. Zinkh. Stollwerck Tietz Ver. D. Nickel Ver. Glanzst. Elbt. Ver. Stahlwerke Waretein Gruben 54.—Waserw. Gelsenk 64.— 114¾ 54¾ 9 65½ 258 85 46 ½ 80.— 76.— 108½ 59% 23 ½/ 36% 83½ 42½ 193½ 88 ½2 60.— 87¾ 92 ¾ 59.— 81 ¾ 61.— 47¼ 86.— 63 112. 54¾ 63½ 27½ 70.— 78¾ 109.— 59½ 23 1/8 36 /8 83½ 42½ 193½ 61.— 87.93¾ 15.— 39.— 70.— 14½ 77¾ 35⅞ Westerezeln West. Draht Hamn Wittener Guß Westfälische Landesbankanl. 675 Prov. Feing. 25 6 dto. 25 62 Komm. Obl. 28/29 2—3 625 dte. 30 R. 4 675 Goldpfdbr. R. 1 Westf. Provinzialenleibe-Auslosg, Festverzinsliche Werte 6% Preuß. Ld.-Br. anstalt R. 19 625 dto. 4 625 dto. 13/15 625 dto. 17/18 625 dto. 21 6# dto. Komm. 20 675 dto. 16 625 dto. 6 625 dto. 8 149½ 6% Pr. Centr.-Bod u. Pfdbr. Em. 1 675 dto. Komm. Obl.! Durchechnittek. d. Steuergutecheine 138¼ 69 1/ 7I. 35 87.— 87.— 87½ 83½ 86¾ 85.— 92.— 92.— 92.— 92½ 92.— 88 ½ 89.— 89.— 89.— 88½ 85½ 95.4 86¼ 85 82½ 87½ 85 ¼ 92.— 92.— 92.— 92½ 92.— 88 ½ 89.— 89.— 89.— 88 85.— 95.40 —+) bedeutet: ohne Angebot und Nachtrage. Die fehlenden Dividenden eind noch nicht beeic Kirchen im Licht Verantwortlich: für Reichs= und Landespolitik und Zeuilleton: Heiuric Baumgarten: für Lokales, Sport: i. V. Fritz Hagemann: für Anzeigen und Geschäftsnotizen: Josef dorff. sämtlich in Detmold. Druck und Verlag: Lippisch= Tageszeitung Ernst Münnich. Detmold. Sprechstunde der leitung: nur vormittags von 11 bis 12 Udhr. Rücksendung unleitung: nur vormittags von 11 bis 12 Udr. Rücksendung verlangter Manuskripte ersolgt nur im Falle der Beifü des Rückportos und auf Gefahr des Absenders ügung Die Polizisten in Curacao in WolländischWestindien tragen grüne Sonnenschirme als Teil ihrer Ausrüstung * Im Jahre 1543 wurde eine Bestimmung erlassen, daß die Scharfrichter rot=weiß= grüne Lappen am Rockärmel und Mantelärmelloch zu tragen hätten, damit man sie von weitem erkennen konnte. Sie mußten außerhalb der Stadtmauern wohnen, die Erwerbung des Bürgerrechts war ihnen untersagt; wenn sie ein Gasthaus aufsuchten, bekamen sie ihre Speise abseits von den anderen Gästen an dem sogenannten„Henkertisch“ ausgetragen. Ihr Krug war henkellos, damit er nicht mit anderen verwechselt werden konnte. In Persien muß. vom Schah bis zum Bettler, jeder Mann sich an jedem Neujahrstag. der in den Anfang des Frühlings fällt, ein neues Gewand kaufen. Das bestimmt die Religion. und folglich geschieht es. Mit dieser Einrichtung dürfte Persien in der ganzen Welt einzig dastehen. Wenn die Männer vor den Frauen den Hut ziehen, so ist das ein Ueberbleibsel aus den Tagen, als die„Hüte" noch aus Metall waren und Helme genannt wurden. Damals entblößten die Ritter die Köpfe zum Zeichen, daß der Schutz des Helms in Gegenwart einer Dame nicht mehr nötig sei. Auch die Eisenhandschuhe wurden ausgezogen, um zu zeigen, daß man seine Waffen ablegte, weil man sich unter Freunden fühlte. Deutsche Arbeitsfront Deutscher holzarbenerverdand Ich mache darauf aufmerksam, daß es im Jahre 1934 neue Beitragsmarken gibt und daß die Mitgliedsbücher bis Ende 1934 sämtlich bis zur 52. Woche in Ordnung gebracht werden müssen, um die Mitgliedschaft zu erhalten. Dieses betrifft alle im Deutschen Holzarbeiter=Verband organisierten Volksgenossen.— Die Mitgliedsbücher sind Anfang Januar 1934 an die Kassierer bezw. im Büro Horst Wessel=Haus, Zimmer 4, zwecks Kontrolle abzugeben. Heil Hitler! gez. Holthius, Kreisleiter des Deutschen Holzarbeiter=Verbandes für Detmold und Paderborn Wußten Sie das schon? In England wurde unter König Eduard I. (Anfang des 14. Jahrhunderts) das Verbrennen von Steinkohle verboten, weil sich vie! Rauch und schlechter Geruch dabei entwickelte. * Die meisten amerikanischen Piloten tragen eine Kaninchenpfote als Glücksbringer bei sich. * In San Domingo muß der Besitzer eines Geldschrankes dafür Steuern bezahlen, da die Behörden von der Annahme ausgehen, daß ein Mann, der einen Geldschrank sein eigen nennt, mehr Geld als andere haben muß. Heillgabend dieses Jahr Senntag Ruf 2078 E. Steller, Deimold. Kletterwesten Jungvolkblusen Jungvelkhesen nach Vorschrift. Fausthandschuhe wieder eingetrollen AVA Hesenzentral Detmold, gegenüber dem Landgericht Stempg) Hefert GÖtz Oetmold Schreibmaschinen Verviellältigungen Abschrillen Wohnung gesucht für 1. Januar oder 1. Februar, 4 Zimmer und Küche Zu erfragen in der Ge schaftsstelle 5 Sta Suche zum 1. Januar 2 eotl. 3 möbl. Zimmer Zu erfragen in der Geschäftsst. d. 3ig Modernes möbl. Zimmer Heizung, fließ. Wasser, z. 1 1. 34 zu vermieten Frau Behling-Riddervusch Schanze, Haus Heimat. Tel. 3214. zu zeitgemäßen Preisen finden Sie im Heimschmuc Hitlerdamm 6 la Dauerwellen Wasserwellen werden erstkl. ausgeführt Lindau, Krumme Straße 8. „ Am die Lichter brennen.....“ Dom zu Spener. Das: Flutlicht läßt alle Feinheiten schöner Kirchenfassaden prachtvoll zur Geltung kommen, und die Erhabenheit des Bauwerkes macht, wenn es durch das Flutlicht wie selbstleuchtend in den dunklen Himmel hinaufragt, tiefen Eindruck. Verwendet wurden 80 Lampen zu je 1000 Watt. 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X Das gute Schlarassia-Holster nur im Spezialgeschäft Paul Schweppe, Detmold Rosental 13 Rus 2030 Vellage Nr. 299 Lippische Tageszeitung Detmold, Freitag, 22. Dezember 1933 Aus unserm Lipverland Es taut weiter Es ist doch zu schade, daß der Winter, der so mächtig einsetzte, anscheinend vorerst einmal am Ende seiner Kraft angelangt ist. Der warme Tag am Donnerstag hat nun auch die letzten Reste von Schnee und Eis in der Landeshauptstadt in ein Richts zergehen lassen und traurig liegen Schlittschuhe, Schlitten und Skier in einer Ecke und träumen von herrlichen Wintertagen. Gewiß ist das mildere Wetter für die Durchführung der Notstandsarbeiten bedeutend günstiger und auch zu begrüßen, aber es ist doch auf der anderen Seite so, ein Weihnachten ohne Schnee und Eis ist eben kein Weihnachten und wenn man dann noch die alte Bauernregel„Grüne Weihnachten— weiße Ostern" in Anrechnung bringt, dann sind die Aussichten ja sehr nett! Sehr nett war aber auch Donnerstag der Verkehr in Detmold. Die wärmere Witterung hatte die Landbevölkerung in die Stadt gelockt, die nun ihre Einkäufe tätigte. Man verband gleich das Rützliche mit dem Praktischen und beschickte zugleich den Wochenmarkt, der für einen Donnerstag sehr reichlich beschickt war. Es herrschte ein großes Angebot an Gänsen, die sich diesmal überhaupt ganz besonderer Wertschätzung zu erfreuen scheinen, denn der Umsatz war ziemlich lebhaft. Sehr lebhaft ging es auch auf dem Marktplatz beim Verkauf der Weihnachtsbäume zu. Die Auswahl ist aber noch so, daß jeder den passenden Baum finden wird, denn stündlich wird der Bestand wieder aufgefrischt Das Ereignis des Tages spielte sich in der Paulinenstraße ab, wo ein Schutzmann und ein SA.=Mann sich liebevoll eines stark angetrunkenen Zeitungsverkäufers annehmen mußten, der allerlei Allotria trieb und zu allem Aerger auch noch den Beamten und den SA.=Mann beleidigte. Wettervorhersage für Freitag: Heiter bis wolkig. Temperaturen noch wenig verändert. Um Nord schwankende Winde. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Wetterlage noch wenig verändert. Selbstverwaltung und Selbstverantwortung Führergedanke auch in der Kommunalpolitik G Giachs uh en Gemmnden dern 500 Murk Belohnung! Der Oberstaatsanwalt teilt mit: Unter Bezugnahme auf die gestrige Bekanntmachung über den Raubüberfall in Bad Salzuflen wird bekannt gemacht, daß für Mitteilungen, die zur Aufklärung der Tat führen, Belohnungen bis zum Betrage von 500 R.A ausgezahlt werden. Die Entscheidung steht dem Oberstaatsanwalt zu. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Detmold, den 21. Dezember 1933 Der Oberstaatsanwalt Dr. Tornau. Der Leiter des Amtes für Kommunalpolitik bei der Obersten Leitung der PO., Oberbürgermeister Fiehler, hat vor kurzem gesagt:„An der Spitze der Gemeinden muß ein Mann stehen, der sich nach oben, dem Führer gegenüber, dafür verantwortlich fühlt, daß die Gemeinde blüht und wieder in die Höhe kommt". Ganz in dieser Richtung liegen die vom preußischen Staatsministerium in der letzten Zeit erlassenen Verordnungen, das Gemeindefinanz= gesetz und das Gemeindeverfassungsgesetz. Beide zeigen den Weg an, den die Neuformung der Kommunalpolitik im nationalsozialistischen Sinne gehen wird. Damit ist in die gemeindliche Selbstverwaltung das wieder hineingebaut worden, was aus ihr immer mehr zu verschwinden drohte und zum großen Teil schon fast völlig verschwunden war: die Verantwortlichkeit der Führung einer Gemeinde. Auch das kommunalpolitische Leben Deutschlands war in jenem Interessenkampf der Parteien hineingestellt, der das gesamtstaatliche Leben unseres Vaterlandes bestimmte. Wie im großen damit Schluß macht worden ist und wie, nachdem schon durch die äußere Machtergreifung der neue Kurs, der allein maßgebend war, der durch gesetzliche Verankerung im größeren staatlichen Leben Deutschlands und seiner Länder für die Dauer gesichert wurde, ist nunmehr auch auf dem kommunalpolitischen Gebiete der im Nationalsozialismus ruhende Führergedanke gesetzlich zur Durchführung gelangt. Wo immer nach dem Umschwung an die Spitze von Gemeinden Männer gekommen sind, die wirkliche Nationalsozialisten sind, da war dieser Führergedanke von vornherein das, worauf sich nunmehr das kommunale Leben gründete. Dies wird nun Allgemeingeltung erlangen und auch dort letzte Spuren des ebenso wie alles andere vom Liberalismus der vergangenen Zeit angefressenen kommunalpolitischen Denkens entfernen, die hier und dort unter der bereits vorhandenen äußeren Decke der neuen Zeit sich über retten konnten. Mit dem Kommunalpolitik im nationalsozialistischen Sinne ist für solche Reste einer vergangenen Epoche kein Raum mehr. Die Verantwortlichkeit, die der nationalsozialistische Gedanke der Führung der Gemeinden auferlegt, die Stellung, die er den Leitern der Gemeindeverwaltungen zuspricht, erfordert es, daß pehan an der Spitze der Gemeinden Männer stehen, denen der Nationalsozialismus zum eigenen selbst geworden ist. Damit gewinnt der Begriff der Selbstverwaltung eine neue schönere Form. Er legt gewiß große Rechte wieder in die Hand der Gemeinden und ihrer Führung zurück, aber er legt auch eine große Verantwortung, nach oben wie nach unten, den Führern der Gemeinden ob. Hatte in der Vergangenheit besonders die unglückliche„Finanzreform“ Erzbergers den Gemeinden aufs stärkste die finanzielle Selbstständigkeit geraubt, so hatte man sich andererseits von den Gemeinden her gerade mit Vorliebe auf die Selbstverwaltung berufen, wenn man sich scheute, gewisse Verantwortungen und Pflichten zu übernehmen. Diese Verantwortung und die in ihr ruhenden Pflichten stehen heute im Vordergrund. So erwacht das, was der Reichsfreiherr vom Stein vor nunmehr über hundert Jahren mit der Schaffung der Selbstverwaltung wollte, in neuer Form zu lebensvollem Dasein. Auch die engste Anteilnahme der Bevölkerung wird durch das neue Gemeindeverwaltungsgesetz Preußens, das wohl für die weitere Entwicklung auch im übrigen Reiche richtunggebend sein dürfte, im vollen Sinne der Selbstverwaltung gesichert, wenn auch nicht mehr in der bisherigen parlamentarischen Form, für die im neuen Deutschland kein Raum mehr ist. Daß hier nun jeweils der oberste Leiter der Parteiorganisation der Gemeinde wie der oberste örtliche Führer der SA. oder SS. als Beigeordnete berufen werden, ist als selbstverständliche engste Verbindung der nationalsozialistischen Bewegung als Träger der Staate= auch in dommmeten Bthn zu begrüßen. Daneben werden gewerblichen Zweigen, vie, Aig er Gemteinde, su. Bild der Stadt oder der, LonktigeZ. miem WBän ver. den, zu Beigeordneten berufen, ferner Männer, deren Charakter, Fähigkeit und gesamte Persönlichkeit verbürgten, daß sie tatkräftig meinwohl mitarbeiten werden. Der Bürgermeister oder Orteversteber einer Gemeinde gilt damit im nationastastallstiächen Sinne als verantwortlicher Führer seines Gemetumehene Ein klarer Ausdruck nationalsozialistischer Staatsautorität auch in dem kleineren lichen Verwaltungskörper ist damit worden. Ueber dem Verwaltungsmenschen schlechthin, der bisher meist unter den Leitern der Gemeinden vorherrschend kunft daher stärker als bisher die führende Per sönlichkeit als solche wieder unter den Bürgermeistern und sonstigen Leitern von Gegeipde: wesen zu finden sein. Dieser Umbau und Neubau der Gemeindeverfassungen in Preußen ist daher, seinem inneren Werte nach, in viel kerem Maße noch eine Verwirklichung nationalsozialistischen Gedankengutes im prartischen Leben unserer Nation bis in die kleinsten Zellen hinein, als es seiner Zeit die vorläufige rung durch die Gleichschaltungen in den Kommunen war. Gerade dieses in Preußen nunmehr erlassene neue Gemeindeverfassungsgesetz zeigt, mit welch sicherer Hand die nationalsozialistische Regierung den Neubau des Reiches anpackt und durchführt. Wie alle Maßnahmen der nationalsozialistischen Regierung bisher, so wird auch durch diese, die eine starke Festigung und eine klare Verantwortlichkeit der Selbslverwaltung im kommunalpolitischen Leben schafft, das Vertrauen der gesamten Bevölkerung zu den Männern, die auf diese Weise das neue Deutschland in allen seinen Teilen, auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens, aufbauen, aufs neue gestärkt werden. B.. Blut und Boden Grundlage der deutschen Kultur Die„Lippische Heimatschule" Bil des deutschen Menschen Keine Lanzfestlichkeiten am 1. Feiertag Wie wir erfahren, sind Tanzfestlichkeiten am ersten Feiertag verboten. Es dürfen auch keine Unterhaltungskonzerte mir Tanzeinlagen an diesem Tage stattfinden. Diese Bestimmung, die das Weihnachtssest wieder zu dem Fest der Familie machen will, ist sehr zu begrüßen. Deutsche Eltern Nur noch wenige Tage und das Weihnachtsfest ist da. Habt Ihr Euch nicht schon oft gefragt, was schenken wir unseren Jungen zu Weihnachten, womit machen wir ihm eine Freude. Wir antworten Euch: Schenkt ihm die Einwilligung zum Eintritt in das Deutsche Jungvolk. Der sehnlichste Wunsch eines jeden deutschen Jungen ist, ein Jungvolkjunge zu sein. Was bedeutet das Deutsche Jungvolk? Es ist keine Jugendbewegung einer Partei, einer Konfession, nicht ein Zusammenschluß von Jungen dieser oder jener Stände, das Deutsche Jungvolk ist die deutsche Jugend. Eine Jugend, die weiß, daß Standesdünkel Dummheit und Egoismus Verrat an den Kameraden an der Volksgemeinschaft ist. Diese Jugend fühlt, daß sie zusammengehört, die keinen Unterschied bei den Kameraden kennt, denn im Jungvolk herrscht das, was Euch Eltern immer unmöglich erschien, nämlich Kameradschafts= und Gemeinschaftsgeist und aus dieser Kameradschaft wird die Volksgemeinschaft. Deutsche Eltern, auch Eure Jungen wollen, wie hunderttausende anderer deutscher Jungen Kameraden sein, darum gebt ihm das schönste Weihnachtsgeschenk, die Erlaubnis zum Eintritt in das Deutsche Jungvolk. Die Geschäfte sind in der Leit vor Heibmachten wohthans durchgebend geöstnet! Der Nationalsozialismus hat zu Beginn dieses Jahres, gestützt auf die Menschen, die seit Jahren als Kämpfer in den Reihen der Bewegung stehen, die Macht im Staate übernommen. Ge stützt auf die Menschen, die erfüllt sind von der tragenden Idee dieser neuen nationalsozialistischen Weltanschauung. Der Nationalsozialismus hat durch seinen Sieg über das ver gangene System und seine Kräfte diese: seiner Weltanschauung zum Siege verhoifen. Das gesamte öffentliche, politische, wirtschaftliche und kulturelle Leben ist von der Idee des Nationalsozialismus erfüllt worden und wird es immer mehr. Als damals der Führer in Detmold und in den anderen Orten des Lipperlandes sprach, sagte er, daß er darum kämpfen werde, jeden deutschen Menschen für das Reich, das geschaffen werden solle, zu erobern. Zu erobern nicht mit äußerer Gewalt, sondern innerlich zu gewinnen, mit seinem Herzen. Und auch heute gilt es, daß der Neubau des Reiches erst dann wahrhaft vollendet ist, wenn alles das, was die Vergangenheit an Fremdem und Entartetem auf allen Gebieten über unser gesamtes Volk geistig völlig wieder von der vielfachen Vergiftung durch volksschädliche Fremdstoffe geheilt worden ist. Die Mächte, die alles das, was wahres und echtes Deutschtum ausmachte, zu zerstören drohten, haben aufs furchtbarste im Volke gewirkt. Zu stark waren ihre Macht und ihr Einfluß, als daß mit der äußeren Machtübernahme durch den Nationalsozialismus mit einem Schlage alle diese Schäden beseitigt werden konnten. Alle äußeren Gleichschaltungen nützen nichts, wenn der Mensch in seinem Innern, in seiner Anschauung nicht ergriffen und umgebildet wird zu einem neuen deutschen Menschen. So war es vor allem im Schulwesen der Jugend Aufgabe, durch einen voilkommen von nationalsozialistischem Geiste getragenen und geführten Lehrerstand die Grundlage dafür zu legen, daß die Erziehung der deutschen Jugend im Geiste des neuen Reiches errolgt. Darüber hinaus aber ist es notwendig, daß überhaupt allen Volksgenossen Gelegenheit gegeben werden muß, sich vertraut zu machen mit den Gedankengängen des Nationalsozialismus und all dem, was er auf eigentlich allen Gebieten Neues will. Die große Organisation der Parrei und ihrer Nebenorganisationen erfüllt durch Schulungsabende und sonstige Einruhtungen diese Aufgaben an all den vielen Menschen, die zu ihnen geströmt sind. Darüber hinaus aber gilt es, an alle Volksgenossen heranzukommen und ihnen allen Gelegenheit zu geben, von dem zu hören und das zu erarbeiten, wac das Wesen des Nationalsozialismus seiner geistigen Grundlage nach ausmacht. Diesem Ziele dienen die Gesetze und Verordnungen, die im Hinblick auf die Erwachsenenbildung von der Reichsregierung demnächst im einzelnen erlassen werden. In dieser Richtung mum liegt das, was in unserem Lipperlande die Lippische Heimatschule ist. Auf Einladung des Landesschulrates Wollenhaupt als Leiters der Lippischen Heimatschule fand gestern eine Besprechung der verschiedenen in Betracht kommenden kulturellen Verbände Detmold, wie des Kampfbundes für Deutsche Kultur, des Bildungsvereins, des Kunstvereins, des Naturwissenschaftlichen Vereins. des Bun des Heimatschutz, des Sängerbundes, der Ver einigung der Freunde germanischer Vorgeschichte usw. statt. Nachdem Landesschulrat Wollenhaupt den Grundgedanken der Lippischen Heimatschule(Blut und Scholle) und die Grundzüge der zu lei stenden Arbeit, um diesen Grundgedanken zum Allgemeingut des gesamten Volkes zu machen, dargelegt hatte, wurde das Arbeitsprogramm dieses Winters bekanntgegeben. Ihren Auftakt nimmt die Arbeit mit einem Einführungsabend am Donnerstag, 11. Jan., über den Näheres noch bekanntgegeben wird. Geplant sind weiter sowohl Vortragsreihen zu sechs oder fünf Abenden, sowie Einzelvorträgen. In der Hauptvortragsreihe werden sprechen Staatsminister Riecke über den völkischen Staat, der Gaukulturwart Bar tels über„Die Kultur im neuen Staat“. Gau kommissar Steinecke über„Der neue Staat und seine Führer". Landesschulrat Wallenhaupt über„Der neue Staat und seine Schule", Dr. Schmidt über„Der neue Staat und seine Wirtschaft". Alle Einzelheiten über diese Abende und über die anderen Veranstaltungen werden noch kanntgegeben. Behandelt werden alle Fragen, die mit dem Wesen des Deutschtums in aller seiner Mannigfaltigkeit zusammenhängen, Rasse, Volkstum und Heimat, die Heimat der deutschen Frau, das Auslandsdeutschtum, die bildende Kunst, die Musik, die Familienkunde usw. Außer Rednern von auswärts wie Professor Hermann Wirth und Professor Günther=Freiburg etwa. sind vorwiegend heimische Redner vorgesehen. So wird u. a. über Fragen aus dem Gebiet der bildenden Kunst Herr Rötteken sprechen, über die Musik Professor Weweler, über Familienkunde Herr von Recklinghausen, der seit Jahren in Detmold als Sippensorscher ansässig und bekannt ist usw. An alle Volksgenossen wendet sich die Lippische Heimatschule, mit der Aufforderung, bei d. schönen Arbeit sich in das Gedankengut des Nationalsozialismuzu vertiefen und als wirklichen Bestand seines Seins zu erarbeiten, mitzuwirken. Die Gebühren für den Erwerb der Hörei= und Teilnehmerkarten sowohl für die einzelnen Vortragsreihen wie für die Einzelvorträge sind äußerst niedrig gehalten, sodaß jedem die Teilnahme ermöglicht ist. Für Erwerbslose unser Volk gebracht hat, verschwunden ist, wenn gelten besondere Vergünstigungsbestimmungen. Auch die Mitglieder der verschiedenen kulturellen Vereinigungen, die sich zur Mitwirkung bereit erklären, werden Vergünstigungen bestimmter Art erhalten. Es ist eine Selbstverständlichkeit, daß sich alle diese jetzt bereits bestehenden Verbände und Vereinigungen auf kulturellem Geviete dieser großen unter nationalsozialistischer Führung stehender und von der Regierung mit getragener Organisation in entsprechender Leistung ihren Eigenarten gemäß eingliedern werden. Die besonderen Aufgaben Einzelner finden im Rahmen des ganzen ihre entsprechende Berücksichtigung und Förderung. Auch auf dem kulturellen Gebiete, und gerade hier als dem besonders wichtigen, will der nationalsozialistische Staat alle vorhandenen Richtungen zusammenfassen und zu gemeinsamem Einsatz der vorhandenen Kräfte bringen. Wie auf allen anderen Gebieten, so muß auch hier die Totalität des Nationalsozialismus maßgebend sein. Daß außer den verschiedenen Organisationen, die für diese Arveit neben denen der Bewegung selbst in Betracht kommt, auch die Presse unseres Lipperlandes sich für Förderung der großen hier gestellten Aufgaben in vollem Maße einsetzt, erachten wir als seibstverständliche Pflicht. Es steht zu erwarten, daß schon in nächster Zeit von der Leitung der Lippischen Heimatschule sich nicht allein auf Detmold beschränkt, sondern ihrem Namen gemäß auf das ganze Lipperland erstreckt, durch die Zeitungen nähere Mitteilungen erfolgen werden. Möge dann, und wir sind deß gewiß, das Interesse an dieser neuen großartigen Schöpfung, die auch wiederum nur auf dem Boden des Nationalsozialismus und der von ihm geschaffenen Einheit des Volkes der wahren Volksgemeinschaft möglich war, in der gesamten Bevölkerung in stärkstem Maße zu regster Mitarbeit erwachen. Aus der Landeshauptstadt den 22. Dezember. 55 Der Gau Lippe des Deutschen Imker=Bundes hat unter seinen Mitgliedern auf Anordnung des Landesgruppenführers 257 Pfund deutschen Honig gesammelt. Trotz der diesjährigen Mißernte ist die Gebefreudigkeit seitens der lippischen Imker besonders dankbar anzuerkennen. Der Honig wird durch die örtlichen Gruppen des Winterhilfowerkes in den betreffenden Gemeinden an hilfsbedürftige Familien verteilt. Der gespendete Honig soll am Weihnachtsabend unter dem Weihnachtsbaum stehen. * Die Christ=Besper in der lutherischen Kirche in Detmold am Sonntag, den 24. Dezember, beginnt nicht, wie möglicherweise im Gemeindeblatt steht, um 6 Uhr, sondern schon um 5 Uhr. Bubenstreich! In der Nacht zum Donnerstag wurde von einem bis jetzt unbekanntem Burschen auf dem alten Friedhof ein ganz gemeiner Bubenstreich verübt. Der Dieb scheute sich nicht, von einem Kindergrab eine Tanne abzusägen und mit nach Hause zu nehmen. Anscheinend will der Bursche die Tanne als Weihnachtsbaum benutzen. Die Kriminalpolizei in der alten Schule am Markt hat die Ermittlungen nach diesem Grabschänder ausgenommen und erbittet sachdienliche Mitteilungen, die auf Wunsch vertraulich behandelt werden, und zur Ermittlung des Täters führen könnten. Kauft rechtzeitig! Am heiligen Abend, Sonntag, den 24. Dezember, sind die Geschäfte nur wenige Stunden 11.30 Uhr bis 5 Uhr geöffnet! Es liegt daher in Ihrem Interesse, wenn m Sonnabend abend Ihre Weihnachtseinkäufe beendet haben! * Ernennung. Ab 1. Januar ist der Musikdirektor Otto Müller=Daube zum Organisten an die Detmolder reformierte Stadtkirche berufen worden. Er tritt hiermit die Nachfolge umnseres verstorbenen hochverdienten Musitdirekvors Clemens Großjohann an. #inen. Die Ausgabe von Bedarfsdeckungsscheinen erfolgt bis spätestens Freitag nachmittag 6 Uhr. Bis dahin müssen alle Scheine abgeholt sein. In Frage kommen Notstandsarbeiter, Arbeitslose und Krisenunterstützungsempfänger. Wohlfahrtserwerbslose und die Unterstützungsempfänger der allgemeinen Fürsorge. * Neuer Briefkasten der Reichspost. An der Ecke Hans Hinrichsstraße=Wittjestraße ist von der Reichspost ein neuer Briefkasten angebracht worden. Von den Bewohnern der genannten Straßen und der weiteren dortigen Stadtgegend wird dies sehr begrüßt werden. Die stärkere Bebauung dieser Gegend am Hiddeser Berge ließ es seit einiger Zeit erwünscht erscheinen, dort einen neuen Briefkasten anzubringen, da der Weg zum nächsten Briefkasten ziemlich weit war. * Sitzung der großen Strafkammer Die Angeklagte erschien nicht Das Schöffengericht in Detmold hatte Frau G. aus Bad Lippspringe und ihre Schwester Frau F. aus Detmold wegen Betruges zu Freiheitsstrafen verurteilt. Gegen dieses Urteil hatten die beiden Angeklagten Berufung eingelegt, so daß sich die Große Strafkammer erneut mit dieser Sache befassen sollte. Es kam aber anders. Frau G. ist inzwischen gestorben, während Frau F. zu dem heutigen Termin nicht erschien. Gemäß dem Antrage des Anklagevertreters stellte das Gericht darauf das Verfahren gegen Frau G. ein und verwarf die Berufung der Frau F. auf ihre Kosten, so daß es in diesem Falle bei dem ersten Urteil bleibt. Es bleibt bei fünf Monaten Gefängnis Wegen Betruges in drei Fällen hatte das Schöffengericht in Detmold den Detmolder Holzhändler H. zu einer Gesamtstrafe von fünf Monaten Gefängnis verurteilt und wegen Fluchtverdacht gegen H. sofort einen Haftbefehl erlassen. H. legte wegen der Höhe der erkannten Strafe Berufung ein. In der erneuten Verhandlung vor der Strafkammer, in der auf die Vernehmung von Zeugen verzichtet wurde, bestätigte die Strafkammer das erstinstanzliche Urteil und betonte, daß der Kaufmann vor solchen Elementen geschützt werden müsse. Die Strafkammer hob lediglich den Haftbefehl auf, da Fluchtverdacht nicht vorliegt und bei der Höhe der Strafe nicht damit zu rechnen ist, daß sich H. der Verbüßung durch Flucht entziehen wird. Denk nicht immer an Dich! in der Weihnachtspackung das beste Geschenk Hermann Stecker, Detmold Lange Str. 79, gegenüb, d. Lichtspielhaus. Nicht Spenden, sondern Opfer! Tat ist Ausdruck wahrer Volksgemeinschaft Jedertrage den Christrosenzweig Christrosenzweige im Straßenverkauf und als Schaufensterdekoration. Seit 14 Tagen hat in Lippe der Straßenverkauf der Christrosenzweige mit gutem Erfolg zu Gunsten der Winterhilfe eingesetzt. Der Christrosenzweig ist ähnlich wie das Erntesträußchen gehalten und bei den Sammlern und Sammlerinnen für 20 Pfg. erhältlich. Erschwert den Sammlern und Sammlerinnen nicht die Arbeit; Denkt immer daran, daß sie nicht nur uneigennützig ihre freie Zeit für das Winterhilfswerk opfern, sondern darüber hinaus erheblich größere Opfer bringen. In Wind und Wetter, trotz der grimmigen Kälte, erfüllen sie freudig die freiwillig übernommenen Pflichten im Dienste an unseren notleidenden Brüdern und Schwestern. Die Geschäftsleute werden nochmals darauf hingewiesen, daß sich die Christrosenzweige besonders gut zur Ausschmückung der Schaufensterauslagen eignen. Der Reichsführer des Winterhilfswerks hat den Wunsch ausgesprochen, daß in möglichst großem Umfange Christrosenzweige für die Dekoration von Schaufensterauslagen benutzt werden. Wegen der Lieferung größerer Mengen von Christrosenzweigen wende man sich an die Geschäftsstelle bezw. Ortsgruppenleiter der RSDAP. Kein kinderloses Ehepaar ohne Patenkind Meldet Euch sofort zur Uebernahme einer Winterhilfswerk=Patenschaft. Der Landesinspekteur der RS.=Volkswohlfahrt und des Winterhilfswerkes richtet an alle kinderlosen Ehepaare, Junggesellen und alleinstehenden Personen mit eigenem Haushalt den dringenden Appell, aus Anlaß des Weihnachtsfestes besonders der armen Kinder zu gedenken und ihnen durch Uebernahme einer Patenschaft zu helfen. Das Winterhilfswerk des deutschen Volkes will zum Weihnachtsfest den vielen in größter Nat lebenden Eltern die Sorge um Kleidung und Brot für ihre Kinder erleichtern. Könnt Ihr, die Ihr keine Nahrungssorgen kennt, ermessen und mitfühlen, was ein Vater und eine Mutter empfinden müssen, wenn sie Weihnachten nicht Die Reichsregierung fördert: Instandsetzungsarbeiten des Hausbesitzers Helft alle mit an dem großen Werke der Reichsregierung zur Wiederherstellung des Hausbesitzes und zur winterlichen Arbeitsbeschaffung äftig zum Erfolge dieser Maßnahme beitragen. Gewisse Schwierigkeiten wird vielleicht im Einzelfalle die Finanzierung des vom Hausbesitzer aufzubringenden Anteils an den Kosten machen. Aber auch diese sind nicht unüberwindlich, es wird von den zuständigen Stellen mit allem Nachdruck gearbeitet, um diese Finanzierung möglich zu machen.„— Was zunächst die Frage des Realkredits anbelangt, so haben auf Veranlassung des Reichsarbeitsministers sämtliche in Frage kommenden Spitzenverbände der organisierten Kreditanstalten ihre Bereitwilligkeit erklärt, im Rahmen des irgend Möglichen Kredite zur Verfügung zu stellen. Von den einzelnen Kreditgruppen kommen zunächst die Sparkassen in Betracht. Diese sind auf die Notwendigkeit, ihrerseits zu den beabsichtigten Zwecken Kredite zu geben. hingewiesen worden. Es steht zu hoffen, daß gerade von den Sparkassen im großeren Umfange Instandsetzungs=, Teilungs= und Umbauarbeiten an Gebäuden finanziert werden konnen. Ebenso werden die privaten deutschen Hypothekenbanken zu der Finanzierung des Selbstaufbringungsbetrages beitragen, vor allem bei solchen Grundstücken, die bereits von ihnen beliehen worden sind. Zu dem beabsichtigten Zwecke wollen die deutschen Hypothekenbanken alle irgendwie entbehrlichen eigenen Mittel zur Verfügung stellen, um zu einer möglichst vollständigen Durchsetzung der mit dem Programm der Reichsregierung verfolgten Ziele ihrerseits beizusteuern. Das Gleiche gilt auch von den öffentlich=reahrlichen Kreditanstalten, ferner von den öffentlichrechtlichen und privaten Versicherungsanstalten. Neben dem Realkredit werden auch alle übrigen Finanzierungsmöglichkeiten ausgeschöpft werden. Soweit die Eigenmittel des Hausbesitzers nicht ausreichen, kommt in erster Linie eine Ergänzung durch einen kurzfristigen Personalkredit unter Umständen in Form eines Wechselkredits in Betracht. In diesem Zusammenhang ist wich** KIIET C.02: von die aus der Durchführung der Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen anfallen, durch die Reichsbankanstalten mit Entgegenkommen behandelt werden. Das Gleiche gilt auch für Anträge auf gelegentliche Prolongation solcher Wechsel, die vom Handwerker ausgestellt, vom Hausbesitzer akzeptiert und von einer Sparkasse giriert sind. Schließlich haben sich auch die genossenschaftlichen Organisationen und ihre Spitzenstellen bereit erklärt, zusätzliche Wechselkredite zur Finanzierung des Selbstaufbringungsbetrages zu geben, wenn es sich um Handwerkerwechsel im vorbezeichneten Sinne handelt. Wir weisen zur Aufklärung der breiten Oeffentlichkeit auf diese mannigfachen Möglichkeiten einer Finanzierung des vom Hausbesitzer neben den staatlichen Zuschüssen aufzubringenden Anteils hin und hoffen und erwarten, daß allerseits mit der notwendigen Tatkraft und Freudigkeit an die Lösung im Einzelfalle etwa bestehender Schwierigkeiten herangegangen wird. An die zur Mithilfe berufenen Kreditinstitute ergeht die Aufforderung, im Sinne vorstehender Anregungen mitzuhelfen und den Antragstellern aus Hausbesitzer= und Handwerkerkreisen Rat und Auskunft zu erteilen. Werke Wewelers werden aufgeführt Bereits das vergangene Jahr hat unterem heimischen Komponisten, Professor Weweler, wieder berechtigte größere Beachtung der Oeffentlichkeit zugebracht, als es in den letzten Jahren vorher der Fall war. Der Aufführung der Wewelerschen Operette„Das Dorf ohne Männer“ im Landestheater und Bad Oeynhausen, war die Uraufführung seiner Sinfonie in Bad Meinberg als Auftakt zur Deutschen Woche des Lipperlandes gefolgt. Nunmehr wird diese Sinfonie im Januar des nächsten Jahres in Hannover durch das dortige Philharmonische Orchester zum ersten Male außerhalb des Lipperlandes in einem Konzerte erklingen. Der Detmolder Bildungsverein hat es sich angelegen sein lassen, dafür Sorge zu tragen, daß das Hannoversche Orchester, das ja in Detmold schon mit Erfolg gastiert hat, die Sinfonie auch in einem Konzert des Bildungsvereins bringen wird. Freudig begrüßt werden dürfte es auch allerseits, daß das SchachtebeckQuartett aus Leipzig auf das Programm seines Kammermusikabends, den ebenfalls der Detmolder Bildungsverein veranstaltet, ein Streichquartett Wewelers besetzt hat. Ganz besonders aber wird begrüßt werden. daß der Oratorienverein sich vorgenommen hat, im Laufe des nächsten Jahres das große Werk Wewelers„Die Sintflut“, die seinerzeit kurz vor dem Kriege beim zweiten Lippischen Musikfest zum ersten Male aufgeführt wurde, herauszubringen. Gerade dieses Werk Professor Wewelers, das damals bei seiner Uraufführung wahre Begeisterung erweckte. verdient es, in heutiger Zeit, wo man sich auch auf das Schaffen dieses echt deutschen Tonmeisters wieder zu besinnen anschickt, zum eisernen Bestand unserer Oratorienwerke gerechnet zu werden. Möge im neuen Deutschland dem Meister Weweler, der in seinem musikalischen Schaffen all die Jahre des Niedergangs und der Zersetzung auch auf diesem Gebiete stets gegen den Strom dieses Zeitungeistes gestanden hat, die volle verdiente und berechtigte Anerkennung zuteil werden. Lippisches Landestheater Heute Freitag, den 22. Dezember, 19.45 Uhr, zum letzten Mal„Der Kaufmann von Venedig". Einiges aus der restlos anerkennenden Kritik der Erstaufführung: Die Aufführung zeigte, daß das Landestheater seine hohe Tradition zu wahren weiß. Der Abend war ein seines Erlebnis Shakespearescher Theaterkunst. Am ersten Weihnachtstag, 19.40 Uhr. Erstaufführung der Neuheit von Gerhart Hauptmann„Die goldene Harse“, Schauspiel in 12 Bildern. Das Stück paßt in unsere Zeit„hatte Gerhart Hauptmann zwei Tage vor der Aufführung zu den Vertretern der Presse gesagt. Schauplatz des Werkes— das auf ausdrücklichen Befehl des Reichskanzlers Adolf Hitler als„Festvorstellung“ für den Tag der deutschen Kunst“ angesetzt wurde— ist eines jener Schlösser. über denen, wie es im Stücke heißt— die Worte eines indischen Tempels leuchten könnten: „Schließ aus den rohen Odem der Wirklichkeit und nur dem Duft der Träume gib Dach und Fach“. Nicht endender Beifall dankte dem Regisseur, den Darstellern, und vor allem dem Dichter. der dem Tage der deutschen Kunst dieses Geschenk gemacht hat. Man empfand seinen Wert. Sie hob sich dar als lebendiges Zeugnis eines der schönsten Sätze, die in ihr gesprochen werden: Die Seele... es ist nicht wahr; sie ist nicht Luft: sie hat nicht nur Flügel, sie hat auch Wurzeln: es klingt paradox, aber sie verlernt das Fliegen, wenn sie ihre Wurzeln aus der Muttererde nimmt. nur mit leeren Händen vor ihren Kindern stehen. sondern auch nicht wissen, woher sie Geld für Kleidung und Brot für ihre Kinder nehmen sollen? Wenn Ihr ein mitfühlendes Herz habt für so viel unverschuldete Not, dann helft, aber allein aus Eurem Ueberfluß, sondern auch unter wirklichen fühlbaren Opfern! Beweist durch die Tat, daß Euer soziales Empfinden üver ein bloßes Lippenbekenntnis hinausgeht, daß Ihr Euch mit Euren hilfsbedürftigen und notleidenden Volksgenossen in wirklicher Volksgemeinschaft verbunden fühlt! Für jedes kinderlose Ehepaar muß es eine Ehrenpflicht sein, für die Dauer des Winters bis zum 1. April nächsten Jahres ein Kind zur Betreuung zu übernehmen, um den bedürftigen Eltern die Sorge um warme Kleidung und au. reichende Nahrung abzunehmen. In gleicher Weise können Junggesellen und sonstige alleinstehende Personen mit eigenem Haushalt zur Ueberwindung der Not beitragen. Wer glaubt, daß die volle Patenschaft über seine Leistungsfähigkeit hinausgeht, kann die Patenschaft auf Essen und Trinken oder nur auf Kleidung beschränken. Wo ein guter Wille ist, da ist auch ein Weg! Jeder muß helfen! Es wird erwartet, daß kein kinderloses=Ehepaar und niemand, der sonst dazu in der Lage ist, sich dieser Ehrenpflicht entzieht. Ein Weihnachtsfest ohne Kinder ist wie ein Weihnachtsbaum ohne Kerzen! Darum geht alle hin und meldet Euch sofort beim örtlichen Führer des Winterhilfswerkes. zur Uebernahme einer Patent6ah) Liebekgaben für die Winterhilfe Der gestrigen Anregung in unserer Zeitung, in dem jeder Lipper, der noch dazu in der Lage sei, Liebesgaben zu spenden, aufgefordert wird, hat u. a. auch die Firma A. Bunte. Getreidegroßhandlung, Detmold, Folge geleistet und spendete 100 Beutel je 2 Pfund Weizenmehl, die mit zu Weihnachten zur Ausgabe an Hilfsbedürftige gelangen, welches anderen Geschäften zur Nachahmung empfohlen wird. Dein Opfer: Ein Los für dein Volk Reichswinterhilse=Losbrieflotterie! Die Durchführung des Winterhilfswerkes des Deutschen Volkes 193334 erfordert, besonders nach Einsetzen der strengen Frostzeit, ungeheure Mittel. Um diesen erhöhten Bedarf an Geldmitteln heranzuschaffen, veranstaltet die Reichsleitung der NSDAP. München, eine Winterhilfe=Losbrieflotterie. Die Lotterie besteht aus 30 Millionen Losbriefen mit eingelegten Kupfertiefdruckbildern aus der RS.=Bewegung und aus der deutschen Geschichte. Ein Los kostet 0.50.K. Jedes 7. Los gewinnt. Sofortiger Gewinnentscheid. d. h. aus dem Lose ist sofort ersichtlich, ob Gewinn oder Niete. Gewinnhöhe 0.50 KK.4 bis 5000.— Auszahlung der Gewinne erfolgt sofort durch die Sparkassen(Städtische Sparkasse in Detmold). Nieten nicht fortwersen! Sämtliche Lose, gleich ob Gewinn oder Niete, nehmen an der Ausspielung einer Prämie von je 5000 K.K für je 1 Million Lose teil. Die Gewinnaussichten sind also denkbar günstig, die beigelegten, künstlerisch, kulturell und geschichtlich wertvollen Bilder regen zum Sammeln an. Die Reichsleitung der NSDAP. erwartet die tatkräftige Unterstützung aller. Keiner soll hungern und frieren! Zur Erreichung dieses Zieles soll und wird der Ertrag aus der Reichswinterhilfe=Lotterie wesentlich beitragen. Um die Reichswinterhilfe zu einem vollen Erfolg zu verhelfen, ist es Pflicht jedes deutschen Volksgenossen, die gute Sache durch Loskauf entsprechend seinen wirtschaftlichen Verhältnissen zu unterstützen. Lose sind in sämtlichen Geschäftsstellen der NSTAP. und bei den mit Ausweis versehenen Losverkäufern zu haben.— Militärgottesdienst und Weihnachtsfeier Am Mittwoch abend hatten sich die gesamte Garnison, die SA. und SS., der Stahlhelm und die ehemaligen 55er zu einer Weihnachtsfeier in der Garnisonkirche versammelt. Anwesend waren u. a. Staatsminister Riecke mit seinem Stabe, Bataillonskommandeur Major Meyer=Rabingen und Oberführer Dettmer. Nach verschiedenen musikalischen Barbietungen, unter denen das Trompetensolo, gespielt von Obermusikmeister Mietusch, besonders der Erwähnung bedarf, ergriff Garnisonpfarrer Superintendent Brüns das Wort zu einer von echtem deutschen Geist getragenen Predigt. Mit verschiedenen Chorliedern und gemeinsamen Gesange fand die eindrucksvolle Feier ihren Abschluß. unschädliche Abführmittel aus rein pflanzlichen Stoffen: L wirkt mild und zuverlässig. In Apotheken. Drogerien u. Reform hdusern zu haben. 1 Aus den Bad Salzuflen Der Film vom Deutschen Turufest in Stuttgart„Treu unserm Volk“ wird am Donnerstag, 28. Dezember, in den Kammerlichtspielen gezeigt werden. Dieser große Film, der im Auftrage der Deutschen Turnerschaft gedreht wurde, ist von seltener Schönheit und bringt ganz prachtvolle Bilder von der großen Feier und edler deutscher Turnkunst. Auch sei verraten, daß die Leistungen verschiedener Turnbrüder aus dem Lipperlande in dem Film vorzüglich zur Geltung kommen, was den Film also gerade für uns besonders wervoll erscheinen läßt. Viele durften an dem herrlichen großen Turnfest, dem ersten im Dritten Reiche, teilnehmen; ihnen wird der Film eine Auffrischung manch lieber Erinnerung sein; allen denen aber, die nicht das große Geschehen in Stuttgart mitmachen konnten, bietet sich hier eine Möglichkeit, im Film die herrlichen Tage von Stuttgart miterleben zu können, bei deren Erwähnung jedes echten Turners Herz höher schlägt. Da der Film nur an einem Abend zur Vorführung gelangt, empfiehlt es sich, diesen Abend unbedingt für einen Besuch der Kammerlichtspiele freizuhalten. Weihnachtsfeier und Ehrung. Die Belegschaft der Badeverwaltung hatte sich vorgestern nachmittag im weihnachtlich geschmückten Betriebsschulungsraum zusammengefunden, um gemeinsame Weihnachtsfeier zu halten. Pg. Rüdiger begrüßte die Anwesenden, unter denen sich auch mancher Veteran der Arbeit befand. Salinendirektor Horstmann wies in seiner Rede darauf hin, daß sich dies Weihnachtsfest, in dem nicht mehr Arbeitgeber und Arbeitnehmer, sondern die Angehörigen der großen Deutschen rbeitsfront um den Lichterbaum scharten, so ganz anders sei als die Feste früherer Jahre, wo man nur einen kurzen Burgfrieden der Parteien kannte. der spätestens in den ersten Januartagen wieder vom Kampf und Haß der Parteien abgelöst wurde. Eine große Zeit hätten wir im per gangenen Jahre erleben können, und der Gedanke des Friedens auf Erden sei durch die Tatkraft des Führers allen Völkern wenigstens näher gebracht worden. Zum ersten Male wieder könnten wir dies Fest begehen in Zuversicht und Hoffnung auf eine bessere Zukunft. 1900 Bekanntmachung. Nachdem nunmehr Tauwetter eingetreten ist. werden die Haus= und Grundbesitzer und die sonst Verpflichteten auf Grund des§ 18 der Straßenpolizeiverordnung vom 1. Juli 1920 aufgefordert, die Gehbahnen und Straßenrinnen von den Eismassen gründlich zu reinigen. Es soll hierdurch u. a. auch vermieden werden, daß bei erneut eintretendem Frostwetter die Vereisung der Straßen noch größer wird. Die Anlieger der Lange= und Heidensche Straße werden besonders dringend gebeten, die notwendigen Arbeiten im Interesse des Straßenverkehrs sofort in Angriff zu nehmen. Bei der Reinigung der Gehbahnen ist darauf Bedacht zu nehmen, daß eine Beschädigung der Gehbahnplatten vermieden wird. Das Aufeisen der Gehbahnen bezw. der Straßenrinnen hat so zu erfolgen, daß der Straßenverkehr dadurch nicht unnötig behindert wird. Die Polizeibeamten haben Anweisung, die Befolgung dieser Anordnung zu überwachen. Der Bürgermeister als Ortspolizeibehörde. Hohes Alter. Ihren 75. Geburtttag feiert heute Frau Doris Stüker, Rhienstraße 23. Ebenfalls 75 Jahre alt wird morgen Fräulein, Emma Villner, Bruch straße 23. Sie war mehrere Jahrzehnte als Lehrerin an der hiesigen höheren Mädchenschule tätig Auch wir gratulieren herzlich! Nach gemeinsamem Gesang eines Weihnachtsliedes gedachte der Vertreter des Kreises des Deutschen Arbeiterverbandes der öffentlichen Betriebe, Kreisfinanzwart Pg. Horstmann, eines Arbeitskameraden, der am Jahresende nach 38jähriger Tätigkeit bei der Badeverwaltung in den Ruhestand tritt. Es ist dies Kamerad Bade meister Fritz Wattenberg, Parkstraße. Lange Zeit hat er unermüdlich und treu seines Amtes gewaltet, aus dem er nun seines Alters wegen scheidet. Ihm wurde zum Zeichen der Anerrennung Hitlers großes Werk„Mein Kampf“ überreicht. Auch Salinendirektor Horstmann dankte dem nun Scheidenden für seine unermüdliche Tätigkeit. Nach Besprechung einiger organisatorischer Fragen durch Pg. Wortmann fand die stimmungsvolle von Weihnachtsliedern umrahmte Feier mit dreifachem Sieg=Heil auf den Führer ihr Ende Merket alle, Groß und Klein: Weihnachtsgabe deutsch sol sein! Bergstadt Blomberg Weihnachtsseier der Badeverwaltung. Wie in den Vorjahren, wird auch in diesem Jahre in den Wandelhallen eine Weihnachtsfeier abgehalten und zwar Sonnabend, 23. Dezember, nachmittags 16,30 Uhr. Frau Reuter=Burre hat liebenswürdigerweise ihre Mitwirkung wieder zugesagt. Erstmalig bei dieser alljährlichen Veranstaltung des Bades wirkt der Schülerchor der städtischen Realschule unter Leitung des Herrn Oberlehrer Velten mit. Die Hauskapelle Gedies wird mit stimmungsvollen Weisen die Feier verschönen. Drei Geburtstage. Herr Moritz Plöger, Teutstraße 10 vollendete gestern sein 74. Lebensjahr, während heute Frau Wilhelmine Georg. Am Hellweg 9 ihr 75. Lebensjahr und Frau Henriette Schmiedeskamp, Wüstener Straße 23 ihr 80. Lebensjahr in verhältnismäßiger Rüstigkeit vollenden können. Allen drei Jubilaren sprechen auch wir unsere herzlichsten Glückwünsche aus. Beste Aussichten für die Arbeitslager Bereits vor Jahresfrist bestand das in Blomberg ein Arbeitsdienstlager zu Durch eine Verkettung von Umständen zerschlugen sich jedoch die wohlgemeinten Pläne. Nunmehr hat man sich erneut mit dem Gedanken befaßt. die Angelegenheit umgehend in men, wird der Landrat des Kreises Detmold sofort alle weiteren Vorbereitungen treffen. Insbesondere wird der Landrat federführend bleiben. Es handelt sich hier bei der Errichtung um ein Lager mit über 200 Mann Arbeitsdienstwilligen, das in zwei weiteren Abteilungen Schwalenberg und Falkenhagen errichtet werden soll. Es wird damit gerechnet, daß die durchzuführenden Arbeiten im Bereich Südost sich auf einen Zeitraum von 10 Jahren erstrecken. achtenswert ist, daß auch nach Errichtung des Laaers seitens der Gemeinden bezw. der in Frage kommenden Landwirte laufend neue Aufträge gestellt werden können. Das Arbeitsdienstlager in bereit, durch Fachleute die erforderlichen Projekte kostenlos zu vermessen und zu berechnen. Geplant ist, die jeweiligen Lager mit je 70 bis 80 Mann zu besetzen. Der stellvertretende Staatsminister Wedderwille in der Nelkenstadt. Der gestrige Tag zeigte in den Abendstunden ein buntbewegtes Bilv. Die politischen Organisationen von Blomberg und Umgebung versammelten sich in der festlich geschmückten Turnhalle, wo nach begrüßenden Worten des Ortsgruppenleiters Pg. Frenger, der stellvertretende Staatsminister Pa. Wedderwille darauf hinwies, daß das deutsche Volk eine gründliche Wandlung durchgemacht habe. Dies sei auch am Weihnachtsfest festzustellen. Während man in früheren Jahren versucht habe, den Gedanken hierfür auszulöschen, zeige sich jetzt wieder mehr Sinn, das Fest der Liebe in kerndeutscher Weise zu begehen. Alsdann gab der Redner einen Ueberblick über das abgelaufene Jahr und schilderte, wie das deutsche Volk schwer gekämpft habe, um endlich wieder seine Stellung gegenüber dem Auslande zu festigen. Die marxistische Weltanschauung sei zwar überwunden, aber am Ausbau des Staates werde die RSDAP. unermüdlich weiterarbeiten. Ein Zweifeln an den Regierungsmaßnahmen gäbe es Barntrup Schötmar Vom Winterhilfswerk Nachdem schon vor einiger Zeit von der hier am Ort die Kleiderverteilung vorgenommen war. konnte der Rest der gesammelten Kleidungsstücke am vergangenen Freitag bei der Kreisverwaltung des Winterhilfswerkes abgeliefert werden. Gleichzeitig gelangten noch folgende Sachen zur Ablieferung: 30 Kg. eingekochte Birnen. 33 Kg. Apfelmus, 105 Kg. Marmelade. 181 Stück 1 Kg.= und 27 Stck. ½ Kg.=Dosen mit Fleisch und Wurst. Alle diese Gaben sind mit den von anderen Ortsgruppen eingegangenen Sachen dem Industriebezirk im Westen unseres Vaterlandes zugeschickt worden und werden da zu Weihnachten unter die bedürftigen Volksgenossen verteilt. Lasset es aber mit dem bisher Gespendeten nicht genug sein! Die Not dauert weiter an. Noch in der Winter nicht vorüber. Darum ergeht an alle die herzliche Bitte: Gebt weiter freudig! Vergeßt vor allem auch nicht die Wurstspenden. Biehzählung. Die hier letzthin durchgeführte Viehzählung hatte folgendes Ergebnis: 106 Pferde, 365 Kühe und Rinder, 1321 Schweine, 207 Schafe, 434 Ziegen, 2985 Stück Federvieh, 28 Bienenvölker Hausschlachtungen sind bis zur Zählung 263 vollzogen. Adventsseier. Am letzten Sonntag hielt die NS.=Frauenschaft im Hotel„Zum Schwan“ eine Adventsfeier ab Bei Kaffee und Kuchen, einer Ansprache, Gedicht und Liedervorträgen und Kindervorführungen verlief die Feier in bester Harmonie. Am Schluß erhielten die Kinder eine kleine Weihnachtstüte. Fleißige Hände regten sich in den letzten Tagen, um für die Hilfsbedürftigen unserer Stadt und des Dorfes Seldeck die Weihnachtspakete zu packen. Mit einem freundlichen Wunsch zu Weihnachten hat dann die Frauenschaft diese Gaben den Bedürftigen zugestellt. Kauft am Platze. Die hiesige Geschäftswelt hat sich in diesem Jahre sehr bemüht, den Ansprüchen des Publikums zum kommenden Fest gerecht zu werden. Wenn das Geschäft bislang auch noch nicht so glänzend war, so hofft man doch, immerhin einen größeren Umsatz erzielen zu können wie in den vorhergehenden Jahren. Bei dieser Gelegenheit wollen wir besonders darauf hinwei sen, daß es selbstverständlich ist, daß man seine Geschenke am Orte kauft, denn die Geschäfte werden jedem das Gesuchte in allen Preislogen und Qualitäten bieten nicht. Der Gedanke an den Volkskanzler aber Gewähr, dos aue2. zu strüßger T Fabr## lenkt würde. Wenn auch in früherer Saurron derten führende deutsche Männer eien, die dem Bosse, der:, Weise, Pilr eias eihe tärischer Beziehung verkannt Zweck sei der. durch das braune Hemd alle fester Ausammenzuschließen. Straffe Kampf gegen die Lauheit sei erstes Wenn wir auch keine Waffen hätten, so sei unsere Pflicht, grichlesgzeg, alzi# Heute stehe das gesamte Volk hinter Adolf Hitler. Für jeden bedente das Beiemme zn Bohg, nalsozialismus Geduld und und selbstlose Hingabe für die Maßnahmen der Reaierung. Der Widerstand sei zu brechen. der had durch sein ogenes Parkbild tragen, daß die Bewegung immer mehr an Ansehen gewinne. Dies sei die beste Propaganda. Mit dem Absingen der Nationalhymnen und einem dreifachen Sieg=Heil schloß der sehr interessant gehaltene Vortrag. Abgesagter Besuch. Die vom Reichsstatthalter geplante Besichtigung hiesiger industrieller Betriebe mußte aus dienstlichen Gründen verschoben werden. aber zu hoffen, daß der Herr Reichsstatthalter bald unser Bergstädtchen mit einem Besuch ehrt. Weihnachtsseier der Schule. In der Turnhalle fand die diesjährige Weihnachtsfeier der Schulkinder statt. Nach einleitenden Worten des Oberlehrers Bünte kam die echte Weihnachtsstimmung. Die vorgetragenen Lieder und Gedichte riefen bei den Zuhörern helle Begeisterung hervor. Den Höhepunkt bildeten zwei Aufführungen:„Aschenbrödels Weihnachtsse“ und ein Zwergenstück. Die kleinen Spieler, die in den Rollen auftraten, erledigten diese mir roßem Geschick. Die Feier hat dazu beigetragen sei alt und jung die Herzen weihnachtlich zu stimmen. Aus dem Gerichtssaal. Ein Radfahrer aus Detmold hatte einen Strafbefehl erhalten, da ihm die Schuld an einem Zusammenstoß auf der Landstraße Erbrinxen=Lügde mit einer Radfahrerin zur Last gelegt wurde. Es stellte sich jedoch bei der Gerichtsverhandlung heraus, daß die angefahrene Radfahrerin an dem Unfall selbst Schuld trug. Der Angeklagte wurde freigesprochen.— Ein Einwohner aus Tintrup, der bei einem hiesigen Schlachtermeister in Stellung war, veruntreute seinem Arbeitgeber etwa 500 RM. Der grobe Vertrauensbruch wurde mit drei Monaten Gefängnis geahndet.— Ein älterer landwirtschaftlicher Arbeiter stand unter der Anklage des § 175. Die Verhandlung fand unter Ausschiuß der Oeffentlichkeit statt. Freispruch ist erfolgt. Ein Konzert der hiesigen NSBO.=Kapelle findet am Sonntag mittag auf dem Marktplatze statt. Die NSBO.= Kapelle will mit dieser Veranstaltung der hiesigen Bevölkerung eine Weihnachtsfreude bereiten. Es wäre daher sehr erwünscht, wenn das Konzert zahlreich besucht werden würde. Auszahlung von Unterstützungen. Die am 1. Januar 1934 fälligen Unterstützungen selangen bereits am heutigen Freitag im Ratause zur Auszahlung. Handballspiel zugunsten der Winterhilfe. Am zweiten Weihnachtstag. nachmittags 2.30 Uhr. findet auf dem hiesigen Jahnplatz ein Handballspiel zweier kombinierter Mannschaften zum Besten der Winterhilfe statt. Die gesamte Einnahme wird restlos der Winterhilfe zugeführt. Schon aus diesem Grunde ist nur zu empfehlen, das Handballspiel zu besuchen. Sonnenwendseier. Das Jungvolk der Turngemeinde sammelte sich Mittwoch abend am Bismarckturm, um am lodernden Feuer nach altem Germanenbrauch die Sonnenwende zu begehen. Weihnachtsfeier im Diakonissenhaus Schwalenberg Das evangelische Jugendwerk veranstaltete am Sonntag abend im Rothaus saal einen Unterhaltungsabend, dessen Ertrag der Winterhilfe zufloß. Zur Aufführung gelangte das Spiel: Die Tochter des Demetrius Herr Pastor Zeiß betonte in seiner Ansprache daß Christentum und Vaterlandsliebe die beiden Kräfte zum Aufbau eines Volkes seien und daß darum auch die christlichen und vaterländischen Jugendvereine zusammengehörten. Der Abend hat allen Anwesenden sehr gut gefallen.(1) O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit.“ so sang alt und jung miteinander im weihnachtlich geschmückten Saal des Diakonissenhauses. Zwei schlanke Tannen, von freundlicher Hand geschenkt, umgeben von einer Reihe kleinerer Weihnachtsbäumchen, strahlten im Lichterglanz— ein deutscher Weihnachtswald. Und in den Augen der lieben Alten war auch ein freundliches Strahlen. Sie falteten still ihre Hände, dankbar, daß sie noch einmal das Fest Weihnacht erleben dürfen. Die Kleinen und Kleinsten knieten andächtig an der Krippe, strahlend vor Freude und Erwartung,— nur ahnend das Wunder der Weihnacht, sie können es noch nicht in der ganzen Tiefe erfassen. Also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn alauben. nicht verloren werden. sondern das ewige Leben ererben.“. Das Wort steht über der ganzen Weihnachtsfeier; und die Kunde von dem, der in die Welt gekommen, um uns arme, sündige Menschen froh und reich zu machen, klingt durch alles, was gesungen und gesagt wird. Der Schwesternchor wechselt mit den frischen Stimmen der Kinder. Geige und Flöte umkränzen den Gesang. Die Weihnachtsgeschichte wird von den Kindern gesagt, und das Wort, das Pastor Jürges an die gemeinde richtet, und an alle Freunde, die gekommen sind, mit alt und jung zu feiern. steht im Brief des Paulus an Titus Kav. 3, 4—7. Die Freude an all dem Schönen, was uns eine deutsche Weihnacht gibt, ist nur dann recht und dauernd. wenn sie herausquillt aus dem Dank für die Freundlichkeit und Leutseligkeir Gottes. die uns deutlich wird in dem Kind, das in der Krippe liegt, das unser Heiland ist„unser Helfer aus aller Not. „Nun geht, ihr lieben Christenleut', ins Leben wieder aus! Die Nacht ist lang, das Ziel ist weit, der Weg ist eng und kraus. Doch nicht gefürchtet, nicht gescheut vorm großen Weltgebraus; ein jeder trag. ein jeder nehm das Freudenlicht von Bethlehem im Herzen still nach Haus. Das war der letzte Vers, der an die Feiernden gerichtet wurde. Und alle Wünsche für die kommenden Weihnachtstage faßt die feiernde Gemeinde noch einmal in den Vers, den wir miteinander singen: Drum. Jesu. schöne Weihnachtssonne bestrahle mich mit deiner Gunst, dein Licht sei meine Weihnachtswonne und lehre mich die Weibnachtskunst, wie ich im Lichte wandeln soll und sei des Weihnachtsglanzes voll. Dann eilen die Kinder mit hellem Jubel zu den Gabentischen. Bei den lieben Alten geht es etwas langsamer: gestützt und getragen geht es hinauf in die Zimme, in denen ihnen auch ein Weihnachtsbaum strahlt. und wo sorgende Hände — gefüllt durch die Liebe unserer Freunde— versucht haben, ihnen ihre Wünsche zu erfüllen. So ist Freude oben und unten bei alt und jung: und die Freunde stimmen mit ein in die Weihnachtslieder, die da und dort noch in den Zimmern der Alten gesungen werden. Dann wird es wieder still im Haus. Die Kerzen verlieren ihren Schein; die Alten sind müde. der Kinderjubel verstummt: aber die Freude lebt im Herzen weiter, denn sie hängt nicht an den äußeren Dingen. sondern ist der Dank für die wahre Weihnachtsgabe, die Gott uns gegeben. 16 800 Zeutner Kartosseln hat der Kreis Lemgo für den Patenkreis Recklinghausen aufgebracht. Allein für rund 8000 Mark an Fleischkonserven sind im Kreis=Winterhilfswerk gesammelt worden. 1200 Zentner Mehl(6 Waggon) sind bis jetzt erfaßt. Das sind Zahlen, die eine deutliche Sprache reden von der Größe des Winterhilfswerks. Ladendieb. Am Mittwoch morgen wurde einem Käufer in einem hiesigen Geschäft eine Mark entwendet, die er auf den Tresen gelegt hatte. Der Bestohlene konnt nicht feststellen, wer der Dieb war. Er bittet aber die betreffende Person, die entwendete Mark für die Winterhilfe zu spenden. W5W. 54.37 R.c ergab die Sammlung für das Winterhilfswerk, die von der Ortsgruppe Lemgo auf der Bauernkundgebung durchgeführt wurde. Oerlinghausen Unfälle. Glück im Anglück hatte am Mittwoch ein hiesiger Kohlenhändler am Gehrenberg. Infolge der Glätte fuhr sein vollbeladener Wagen den Abhang hinunter und schlug um. Glücklicherweise kamen Fahrer und Pferde mit dem Schrecken davon Ein eigenartiger Verkehrsunfall ereignete sich in der Nähe des Scherenkruges, wo ein Reh auf den Kühler eines in Richtung Lage fahrenden Autos sprang. Die Windschutzscheibe ging in Trümmer und der Fahrer erlitt Schnittwunden im Gesicht Aus der Bewegung Hitler=Jugend Unterbann 1•55. Am Schulungskursus des Unterbannes I/55 können auch Hitlerjungen teilnehmen, die nicht in führender Stellung sind. Jedoch müssen diese zu Hause essen und schlafen. Nähere Auskunft wird in der Geschäftsstelle erteilt. Außerdem weise ich darauf hin, daß die Scharführer dafür zu sorgen haben, daß von seiner Schar mindestens zwei Jungen teilnehmen, darunter 1 Kameradschaftsführer. Vereinskalender Lutherische Frauenhülse. Freitag, 22. Dezember, 4 Uhr: Gemeinschaftsstunde. und 8 Uhr: Singabend. * Aus den lippischen Bauernschaften Aus der Gemeinde Hiddesen Verlosung im Verkehrsverein. Der Hauptgewinn der Verlosung im Hiddeser Verkehrsverein, der bekanntlich in einem Rind bestand, ist, wie wir hören, nach Augustdorf gefallen. Für den glücklichen Gewinner zweifellos ein schönes Weihnachtsgeschenk. Der zweite Gewinn dagegen ist in unserem Orte geblieben. Bemerkt sei noch, daß die Gewinne, die noch nicht abgeholt sind, unter Vorzeigung des Originalloses im Hotel„Teutoburger Wald" (Schuckenböhmer) in Empfang genommen werden können.(11) Aus den Vereinen. Der Krieger= und Landwehrverein veranstaltet auch in diesem Jahre eine Weihnachtsfeier und zwar am Sonnabend, 23. Dezember, abends 6 Uhr, im Vereinslokal „Teutoburger Wald"(Schuckenböhmer).— Der Mad.„Fenlonia" hält, wie alljährlich, am 1. Weihnachtstag seine Weihnachtsfeier im Hotel„Waldheim“(Fahrig) ab, die um 15 Uhr nachmittags ihren Anfang nimmt.— Es sei noch darauf hingewiesen, daß die nächste Singstunde erst am Dienstag, 9. Januar, stattfindet.— Die Freiwillige Feuerwehr hat in ihrer letzten Versammlung beschlossen, in diesem Jahre von einer Weihnachtsfeier abzusehen. (11) Gemeindevertrekersitzung. Am heutigen Freitag, 22. Dezember, abends 8 Uhr, findet im Gemeindesitzungszimmer eine öffentliche Sitzung der Gemeindevertretung statt. Auf der Tagesordnung stehen folgende Punkte: 1. Beschlußfassung über die Bürgersteuer 1934; 2. Verschiedenes.(11) Aus dem Turnverein„Germania“. Am Sonntag, 24. Dezember, vormittags 10 Uhr, findet in der Turnhalle eine Versammlung des Turnverein„Germania“ statt, zu der alle Mitglieder unbedingt erscheinen müssen.(11) Lutherischer Goktesdienst. Am Sonntag, dem 24. d. M., soll ein luthe rischer Advents= und Weihnachtsgottesdienst ge feiert werden, und zwar vorm. 10 Uhr in der Wohnung von Frau Sinn. Nr. 239, am Hülsenweg * * Pivitsheide. Weihnachtsfeier. Die Sonntagschule der Ev. Gemeinschaft Pivitsheide hält heute Freitag, abends 6.30 Uhr, ihre diesjährige Weihnachtsfeier ab. Die Feier findet im Gasthof zum Kohlpott statt. Im Mittelpunkt der Feier steht eine Ansprache des Herrn Prediger Handt=Detmold. Ein Männer= Quartett wird singen. Gedichte werden vorgetragen und anderes mehr. Die Eltern unserer Sonntagschüler sowie auch Freunde und Bekannte seien zu dieser Feier herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei. * H a u s t e n b e c k Z w e i G e b u r t s t a g s kinder. Seinen 73. Geburtstag feiert heute der Ziegler Friedrich Brinkmann Nr. 93.— Am Sonnabend kann Herr Fritz Wächter au seinen 72. Geburtstag zurückblicken. Beiden Ge burtstagskindern unsere herzlichsten Glück wünsche!(8) * Haustenbeck. Aus der Senne. Um fangreiche Notstandsarbeiten werden zur Zeit auf dem Truppenübungsplatze durchgeführt Rund 140 Arbeiter sind dort mit Kultivierungs arbeiten und Begradigung von Bachläufen be schäftigt. Der größte Teil der Arbeiter wurde von dem Arbeitsamt Paderborn überwiesen. — Ferner konnten beim Holzfällen ein Teil Arbeiter von hier beschäftigt werden.(8 * H a u s t e n d e c k. H o l z a u k t i o n. A m l e t z t e n Montag war für das Sennegebiet der erste Holzverkauf, zu dem sich zahlreiche Kauflustige eingefunden hatten. Für einen Raummeter Kloben wurden durchschnittlich 5 Mark gezahlt. Reisighaufen wurden je nach Qualität bezahlt. (8 * A u g u s t d o r k. E n t s c h u l d u n g s v e r fahren Ueber den landwirtschaftlichen Betrieb des Landwirts Ernst Wiebusch in Augustdorf Nr. 116(Bd. II Bl. 5 und Bd. VII Bl. 8von Augustdorf) wird am 11. Dezember 1933. 17 Uhr. das Entschuldungsverfahren eröffnet und die Lippische Landesbank. Staatl. Kreditanstalt in Detmold als Entschuldungsstelle ernannt. Die Gläubiger des Betriebs inhabers werden aufgefordert. bis zum 15. Januar einschließlich dem Gericht ihre Ansprüche in doppelter Ausfertigung anzumelden und die in ihren Händen befindlichen Schuldurkunden einzureichen. * Klüt. NS.=Volkswohlfahrt. Wir berichteten vor einigen Tagen über die bisherigen Gesamtergebnisse der Sammlung. Es muß hierbei statt RM. 925, die immerhin auch nicht unerhebliche Summe von RM. 295 heißen. Für Klüt eine sehr gute Leistung. * Klüt. RS.=Volkswohlfahrt. Das Ergebnis der Büchsensammlung am Sonntag, dem 17. 12., hatte folgendes Ergebnis: Klüt 17,05 Mark, Dehlentrup 6.77 Mk., Oettern 1,17 Mark, zusammen 24,99 Mark. In Bremke ist noch nicht gesammelt worden. In der letzten Sitzung wurden aus dem Ergebnis des Eintopfgerichtes 100 Mark in Waren und bar verteilt. lußerdem konnten 47 Zentner Kohlen zur Vereilung gelangen. Aus den zur Verfügung getellten Mitteln vom Reiche wurden für OetternBremke 109 Mark für Bezugsscheine und 73 Mark Bargeld verteilt. * Donop. Stiftungsfest des Zieglervereins! In der am Sonntag stattgeundenen Versammlung des Zieglervereins, Vogtei Donop, wurde beschlossen, das traditionelle Stiftungsfest am Silvestertage zu feiern. Da der 31. Dezember auf einen Sonntag fällt, hofft der Verein auf allseitigen Besuch und Hintanstellung aller früheren Klassenunterschiede. Das Fest wird im Vereinslokale gefeiert werden und die Eintrittsgelder niedrig bemessen. Ein gewisser Betrag muß der örtlichen Winterhilfe überwiesen werden. * Humseld. Die Adventsfeier der RS=Frauenschaft hatte einen sehr guten Besuch aufzuweisen. Eingeleitet wurde die Veranstaltung mit einem Chorgesang, der vom neugegründeten Frauenchor unter Leitung des Pg. Lehrer Diekmann sehr gut vorgetragen wurde. Anschließend wechselten dann in bunter Reihenfolge Gedichte und Chorlieder und gemeinsame Lieder sowie Volkstänze und Aufführungen, an denen sich auch die Kükengruppe beteiligte. Am Schluß wurde in einer Sammlung für die Winterhilfe, wofür ein namhafter Betrag erzielt wurde, auch der Notleidenden gedacht und auch eine Bescherung der Kleinsten wurde vorgenommen. Zusammenfassend kann gesagt werden, daß die gesamten Vorführungen ungeteilten Beifall fanden und von viel Fleiß und ausdauernder Arbeit beredtes Zeugnis ablegten. * Humfeld. Unfall. Einen sehr bedauer lichen Unfall erlitt, wie erst jetzt bekannt wird, Herr Oberlehrer Bödeker von hier. Der alte Herr hatte auf einem Gang zum sogenannten Marksberge bei dem glatten Wetter einen Fehltritt gemacht und war gefallen. Hierbei zog er sich eine sehr böse Kniverletzung zu, sodaß eine längere Bettruhe angeordnet wurde. Wir wünschen dem beliebten Herrn eine baldige Heilung. Horrido und Weidmannsheil... Zeit der Treibjagden in... ... Blomberg. Infolge des ungünstigen Wetters zeigte die in Nähe von Istrup stattgefundene Jagd ein mageres Ergebnis. Insgesamt wurden 8 Hasen, 2 Kaninchen und 5 Tauben gechossen. Eine nicht alltägliche Beobachtung bot ich, als Schwärme von hunderten von nordischen Wildtauben sich in der Nähe des Hurns niederließen, die von der Buchenmast angezogen wurden. ... Haustenbeck. Bei einer vor einigen Tagen in der Senne abgehaltenen Treibjagd wurden 25 Hasen, 2 Füchse und mehrere Kaninchen zur Strecke gebracht.(8) ... Betzen. Im hiesigen Jagdbezirk wurde das sehr gute Ergebnis von 50 Hasen erzielt. Ebenfalls wurde eine Ente erlegt. Ein Zeichen, daß die von den hiesigen Landwirten gepachtete Jagd sehr gut gehegt worden ist. Ein gemütlicher Umtrunk im Bahnhofsrestaurant Schake hielt die Jäger noch längere Stunden im fröhlichen Kreise zusammen. Jagdkönig wurden die Herren E. Meyer, Wendlinghausen, H. Rehmsmeier, Humfeld und A. Wiemann, Barntrup mit je 5 Hasen. ... Sommersell. In der Gemeinde wurden 20 Hasen, 1 Kaninchen und 2 Fasanhähne zur Strecke gebracht. Das zahlreich vorkommende Rehwild, mitunter 10—12 in einem Rudel, ist ein Beweis, daß die hiesige Jagd seit Jahren pfleglich behandelt ist. ... Ralhof. Am Dienstag wurden hier erlegt 16 Hasen, 5 Fasanen. Jagdkönig wurde Förster Bier von Rohbraken mit zwei Hasen und zwei Fasanen. Am Schluß fand ein gemütliches Schüsseltreiben bei Gastwirt Brandt, Fütig, statt. ... Humfeld. Im südlichen Teile der Gemeindejagd, die von hiesigen Landwirten gepachtet ist, konnten 18 Hasen erlegt werden. Leider litt auch hier das Ergebnis unter dem dunstigen Wetter. * Humfeld. Eine Adventsfeier der hiesigen Ortsba terinnengruppe sand am Dienstag im Saale des Deutschen Hauses statt und hatte die Bäuerinnen und Jungbäuerinnen in recht großer Zahl zu einer geschlossenen Feier zusammengebracht. Nach kurzen Begrüßungsworten der Ortsbäuerinnenführerin, Frau Griemert=Oelentrup, wurden von Jungbäuerinnen mehrere Aufführungen geboten, die sehr großen Anklang fanden. Bei einer Tasse Kaffee wurde mit dem Singen verschiedener Lieder rechte Adventsstimmung hervoregrufen und am Schluß nahm jeder die Ueberzeugung mit, daß sich viele bisher noch Unbekannte ein gutes Stuck näher gekommen waren. * Sommersell. Silberhochzeit. vergangenen Montag, dem 18. d. M., feierten die Eheleute Wilhelm Bertram und geb. Brakemeier von hier das schöne Fest der Silberhochzeit. Dem allseits beliebten Paare und treuen Lesern unserer Zeitung bringen auch wir die besten Glück= und Segenswünsche. * Bösinafeld. Vier Generationen unter dem Weihnachtsbaum. Es wird nicht oft vorkommen, daß sich Urgroßvater, Großvater, Vater und Sohn unter dem Weihnachtsbaum zusammenfinden, um gemeinsam Weihnachten zu feiern, wie es in der alten Bauernsamilie Pegemann auf der Hohen Asch(374 Meter) geschieht. Es ist erstaunlich, mit welcher Frische der 83 Jahre alte Urgroßvater noch häufig seine hohe Veste verläßt, um in Bösingfeld oder Alverdissen Besorgungen zu machen. Im Sommer konnte man ihn täglich beobachten, wenn er, begleitet von seinem treuen Hunde, die Kühe seines Enkelkindes, des jetzigen Besitzers, hütete. Jeder Besucher des leider noch viel zu wenig bekannten Berges erhielt von ihm bereitwillig Auskunft und Aufklärung über das herrliche Panorama, welches sich hier den Augen bietet. Von der Post Sonntag, den 24. d. M. ist der Paket=Annahme und Ausgabeschalter, sowie die Briefausgabe=Schalter 7— und die Briefannahme (Wertzeichenverkauf)— Schalter 6— wie werktags bis 16 Uhr geöffnet, mit Ausnahme der Zeit des Hauptgottesdienstes von 10—11,30 Uhr. Alle übrigen Schalter sind geschlossen. Nach 16 Uhr können Postwertzeichen in kleineren Mengen am Schalter 7 gekauft werden. An diesem Schalter werden auch Telegramme, Gesprächsanmeldungen sowie Wert= und Einschreibbriefe, die nach 18 Uhr eingeliefert werden, ist die besondere Einlieferungsgebühr von 20 Rpf. für jede Sendung zu entrichten. Die Briefzustellung findet wie an Sonntagen, die Paketzustellung wie werktags vor= und nachmittags statt; ferner wird eine Geld= und Landzustellung ausgeführt. Am 1. Weihnachtsfeiertage findet eine Pakek= Brief= und Landzustellung statt. Am 2. Feiertage ruht der Zustelldienst. Die Schalter sind an den beiden Weihnachtsfeiertagen wie an gewöhnlichen Sonntagen geöffnet. TURNEN UND SPORT Weihnachten der Sportler Die leidige Terminnot zwingt leider die Gruppenleiter dazu, auch an den Feiertagen Verbandsspiele austragen zu lassen. Man hat aber, um die Sportler an diesen Tagen nicht der Familie zu entziehen, die Spiele auf ein Mindestmaß herabgedrückt und es wäre weiter sehr zu begrüßen, wenn man die am 24. Dezember stattfindenden Spiele bereits so ansetzen würde, daß sie bis 1 Uhr mittags durchgeführt sind. Die Witterungsbedingungen sind ja für die Sportler bis jetzt noch nicht sehr günstig. Der ziemlich starke Schneefall vorher und das jetzt herrschende starke Tauwetter haben die Plätze gerade nicht in den besten Zustand gesetzt und es wird auch noch darauf ankommen, ob nicht schon wegen der Unbespielbarkeit der Plätze die angesetzten Spiele ausfallen müssen. Am Heiligen Abend sind ursprünglich in den Bezirksklassen einige Spiele angesetzt gewesen und zwar in der ersten Kreisklasse Fortuna Schlangen— Germania Schötmar B/L. Bad Salzuslen— BSV. Heidenol#endor# Die Germania aus Schötmar hat mit Recht um Verlegung des Spieles gebeten, da sie an diesem Tage die Reise quer durch das Lipperland nicht antreten möchte. Die zuständigen Instanzen haben dafür volles Verständnis aufgebracht und das Spiel auf den zweiten Feiertag verlegt. Aber die Begegnung BfL. Bad Salzuflen— BSV. Heidenoldendorf wird durchgeführt werden. Die Salzestädter wollen sich vom Weihnachtsmann die ihnen vorerst noch zustehende Tabellenführung bescheren lassen. Sie müssen aber trotz des Platzvorteiles auf der Hut sein, denn die Jusendörper sind wieder in Schwung gekommen und haben ebenfalls keine Lust, das Tabellenende weiter zu zieren. Wir wissen nun allerdings nicht, welche Mannschaft die Gäste zur Verfügung haben. Sollten sie in der Aufstellung wie gegen Heiden spielen, dann liegt ein knapper Sieg im Bereich des Möglichen, im anderen Falle aber dürften die Punkte in Salzuflen bleiben. Zweite Kreisklasse, Gruppe 1 wird sich am Heiligen Abend ebenfalls betätigen und zwar sind angesetzt die Begegnungen RSB. Wahmbeck— Eintracht Jerxen=Orbke Arminia Hiddesen— LAB. Pivitsheide. Zunächst einmal Wahmbeck— JerxenOrbke. In diesem Spiel geben wir den mächtic nach vorn drängenden Platzherren die größeren Siegesaussichten, während im zweiten Spiel wohl anzunehmen ist, daß die Pivitsheider, die wohl nicht in stärtster Aufstellung spielen werden. in Hiddesen Federn lassen müssen. Das wären die angesetzten Spiele am Heiligen Abend. Wie gesagt, wir wissen noch nicht, ob sie zur Durchführung kommen und möchten aber im bejahenden Falle den Vorschlag machen, die Spiele wie im benachbarten Westfalen so rechtzeitig anzusetzen, daß sie bis 1 Uhr erledigt sind. Am ersten Feiertag gehört der Sportler der Familie. Es sind keine Spiele, sowohl bei den Fun= wie bei den Handballern angesetzt. Anders liegen die Dinge wieder am zweiten Feiertag. Da gibt es in der ersten Kreisklasse die mit großer Spannung erwartete Begegnung Fortuna Schlangen— Germania Schötmar. Im ersten, aber annullierten Spiel zogen bekanntlich die Schötmaraner in Schlangen den Kürzeren und diese Niederlage war nicht unverdient. Wie wird es aber nun? Das ist eine sehr komplizierte Frage, deren Beantwortung wir dem Spiel überlassen müssen. Uns scheint es so. als ob eine Punkteteilung am ehesten möglich sein wird. Der Sieger wird aber nur ein knappes Ergebnis erringen. In den anderen Klassen herrscht Ruhe, nur die Ligareserven werden ihre Serie fortsetzen und zwar sind da folgende Spiele angesetzt: Sue Lage— VfB. Oerlinghausen BSB. Lemgo— Sportlust Helpup PfB. Detmold— BfL. Bad Salzuflen Germania Schötmar— BSB. Heidenoldendorf. Das wäre also das Programm der Fußballer. Die Handballer betätigen sich am zweiten Feiertag. Da besteht allerdings etwas Unklarheit, denn man hat Spiele der Bezirksklasse angesetzt und dafür folgende Paarungen vorgesehen: SuS. Lage— TB. Lügde TV. Lemgo— TV. Eichholz LAB. Pivitsheide— TS. Lage TV. Spork— BSV. Lemgo und hat gleichzeitig für diesen Tag die Handballer in den Dienst der Winterhilfe gestellt. Es sollen an diesem Tage zwei Spiele und zwar in Detmold und in Schötmar zwischen Auswahlmannschaften stattfinden, so daß wir wohl mit Recht annehmen, daß die angesetzten Punktspiele ausfallen werden und nur die beiden Spiele für die Winterhilfe stattfinden werden. Es gibt zwei sehr interessante Spiele und zwar spielen in Detmold eine Auswahl von Spielern aus den Vereinen 1860.„Bahn=Frei“ und VfB. Detmold gegen eine Mannschaft aus den Vereinen Augustdorf, BV. Heidenoldendorf. TV. Heidenoldendorf und TV. Pivitsheide. Und in Schötmar spielt VfL. Salzuflen, Knetterheide und Schötmar gegen Retzen, Holzhausen, Ehrsen und Bexterhagen. Man hat also in beiden Fällen ziemlich gleichwertige Mannschaften aufgestellt. und da die gesamte Einnahme der Winterhilfe zugeführt werden soll, werden die Spiele hoffentlich so besucht, wie es, im Interesse des guten Werkes liegt. DFV. Kreis Lippe Jugendwart: die Jugendlichen und Schüler besteht vom 23. Dezember bis zum 22. Januar 1934 striktes Spiel= und Startverbot. Ich erwarte von den Jugendleitern, daß diese Sperre gewissenhaft durchgeführt wird. Zuwiderhandlungen werde ich strengstens bestrafen. Eine Jugendleitertagung findet voraussichtlich am 7. Januar 1934 in Lage Hogrese. Kauft rechtzeitig und am Platze! Gelseinsteis üm Gere## Rieltelern ? Der Lenker des Lostwagens. der der falschen Straßensette dahergekourgten ei. Das Gegenteil war nicht zu beweisen. Das 3 teressonte an der Sache ist, daß ein Bolton behauptet, er habe den Lenker des Lastwagens am Tage vor dem Unfall in Begleitung eines Unbekannten gesehen. Unsere Leute zeigten ihm ein Lichtbild des Russen, den der Zeuge zu erkennen glaubte. Da die Begegnung jede bei einbrechendem Abend stattsand und der Unbekannte einen Hut mit breiter Krempe trug, der Zeuge seiner Sache nicht ganz sicher. Unser Russe war zur Zeit des Unfalls in seiner Wohnung in London und wurde eine Stunde später, zwar nicht von Bolton, aber von Manchester aus, das nur zwanzig Kilometer davon entfernt liegt, angeklingelt.“ „Scotland Yard hat gut gearbeitet. Alle Ach„Damit sind wir aber noch nicht fertig In der Nacht vom 24. auf den 25. April wurde auf dem Landsitze des Lord Irvindale eingebrochen, wobei der ganze Schmuck von Lady Irvindale verschwand. Der Wert der Beute war etwa hiebenundachtzigtausend Pfund. Schloß Irvindale liegt in der Nähe der Straße, die von Newvort nach Gloucester und weiter dann noch London führt.“ „Und unser Freund war am 23. Avril in Newport.“"„ „Sehr richtig. Sie haben ein gutes no. Herr Rickeberg. Haben Sie sich auch gemerkt, wann unser Freund in Mausfield war? „Am 3. und 24. Mai.“ „Jawohl. In der Nacht vom 4. auf den 5. Mai entgleiste der„Flying Scotchman", der bekannte Expreßzug von London nach Edinburgh, kurz vor Leicester. Zwei maskierte Männer drangen in den Postwagen und holten die Wertpost heraus, was unserer Postverwaltung etwa zweiundfünfzigtausend Pfund kostete. Amtlich wurde bekanntgegeben, daß der Unfall aus verkehrte Weichenstellung zurückzuführen war. Tatsächlich war die Weiche völlig losgeschraubt. Der Postraub wurde nicht bekanntgemacht. Der Verlust der Wertpost wurde durch den darauffolgenden Waggonbrand erklärt. Der begleitende beamte erklärt, daß einer der beiden Räuber ihm eine Pistole vorhielt, während der andere ihm die Schlüssel abnahm und den Waggonsafe plünderte. Die beiden haben nur einige rasche Worte in einer fremden Sprache gewechselt. Einen kurzen Ausruf des größeren der beiden hat er in seiner Erinnerung bewahrt und konnte ihn wiederholen. Das Wort lautete„Ostoroschno“ „Der russische Ausdruck für„Vorsichtig“.“ Der Minister niate anerkennend. Er hatte sich den richtigen Mann ausgesucht. „Sie sehen also, Herr Rickeberg, es gibt genug Bruchstücke. Nur hängen sie eben sehr lose zusammen. Die Verbindungsfäden sind zu dünn, um daran zu ziehen. Wir brauchen Beweise und keine Vermutungen.“ „Haben Exzellenz nicht daran gedacht, einen einfacheren Weg zu wählen, um sich dieses Mannes zu entledigen? In der Diplomatie ist es doch gebräuchlich, einer befreundeten Regierung nahezulegen, einen Vertreter, der sich, sagen wir, unbeliebt gemacht hat, abzuberufen. Auch das neue Rußland dürfte sich einem solchen Anliegen nicht widersetzen“ „Das ist anzunehmen, Herr Rickeberg. Aber es scheint mir nicht richtig, diesen Weg zu wählen. Die Angelegenheit hat Formen angenommen, die gebieterisch eine Aufklärung verlangen. Ich möchte überdies nicht gerne die Verantwortung dafür übernehmen, daß dieser einen anderen Staat losgelassen wird. Manchmal müssen wir ja ein recht weites Gewissen haben, aber so dehnbar ist mein Gewissen denn doch nicht, daß dieser Fall hineinpaßt!“ „Das war es, was ich feststellen wollte, ExzelNun weiß ich, daß sich Ihre unsicht deckt. Das erleichtert die ZusammenBrown, war also Engländerin, hatte eine grändliche Schalung als Hrinatseiretärin, ein bescheidenes Wesen, das man mit dem beste Willen nicht als besonders hübsch konnte. Ihre Eltern haben einen Gasthof in Brathon an Sea. Sie verließ den Dienst, wei ihre französischen Sprachkenntnisse ihrem Brotherrn nicht genügten, stellt ihm aber ein stiges Zeugnis aus. Die nächste Lucia war also Italienerin, jedoch in London aufgewachsen, hatte bis zum#.e einer Witwe, in deren Blumengeschäft gearbeitet, sprach nur Italienisch und Englisch u. d konnte weder mit einer Schreibmaschine umgehen, noch verstand sie Stenographie. War ein bekannt schönes Mädchen ohne weitere Familie m Lon don. Sie blieb sechs Wochen bei ihm. Wohin sie sich dann gewendet hat, ist unbekannt. Die nächste war Selma Borgström, eine dänische Waise. Ihr Vater war Musiker bei einem Londoner Orchester gewesen. Die Tochter hatte sich nach seinem Tode mit Klavierstunden durchgeschlagen. Wurde vor zwei Jahren auf dem Ball der Londoner Orchestergesellschaften zur Schönheitskönigin gewählt. Kehrte nach zwei Dienst bei unserem Russen angeblich nach Kopenhagen zurück. Die dortige Polizei kann sie aber trotz eifriger Nachforschungen in der Stadt nicht finden. Elise Brown war siebenundzwanzig Zahre. Lucia Santilotti war neunzehn und die blonde Borgström achtzehn Jahre alt. Die nächste ist uninteressant. Es war eine Engsänderin, die nach drei Monaten ihren Posten verlassen mußte, weil sie nicht schnell genug stenographieren konnte. Sie ist zweiunddreißig Jahre alt und arbeitet nun in den Armstrong=Werken. Ueber ihren Chef kann sie nur die allerbeste Auskunft geben. Er war stets zurückhaltend, aber freundlich, und hat beim Antritt ein dreimonatiges Gehalt ausbezahlt. Sie bedauert es sehr, daß sie seinen hohen Anforderungen beim Diktat nicht nachkommen konnte. Sie hätte den Posten gerne behalten. Ihr folgte wieder eine Engländerin, die neunzehnjährige Ethel Summerfiel aus Gerlington. Ihr Vater war Schreiber am dortigen Bürgermeisteramt. der Geburt gestorben. Ethel Summerfield war ein lebenslustiges Mädchen, sehr hübsch, und hat, als sie mit sechzehn Jahren ihren Vater verlor, ihr Glück am Theater versucht, als Chorgirl am Baudeville=Theater, dann bei der Sarrateltruppe, dann zwei Wochen bei unserem Russen und ist angeblich nach Sowjetrußland ausgewandert. Und so geht es weiter. Von seinen zwölf Sekretärinnen sind fünf in England nachweisbar. Alle fünf waren sehr zufrieden und bedauern es, daß sie den irgend einer mangelnden Fähigkeit aufgeben „Die Meinung der sieben übrigen dürfte anders lauten“, sagte Nickeberg mit einem bösartigen Unterton in seiner Stimme. Der letzte Teil der Erzählung des Ministers hatte seinen sichtsausdruck stark verändert. Es waren harte Falten hineingekommen. „Und wer arbeitet nun bei unserem Russen? „Unsere beste Kraft von Scotland Yard. Sie ist die Tochter von russischen Flüchtlingen. Ihr Vater war der Gouverneur von Kasan, ihre Mutter einen Engländerin. Sie kamen beim Umsturz hierher. Ihr Bruder ist Flieger bei den Roal Air Lines. Sie selbst arbeitet seit fünf Jahren für die Abteilung Fremdenvolizei bei Grbeiterfeir.— — der Abteilung Fremdenpolizei b Scotland Yard. Sie ist dreiundzwanzig Jah enz meinen arbeit.“ Hören Sie noch das Ende der Geschichte, das gußerdem etwas stärkere Anhaltspunkte bietet als die anderen Fälle; denn es verbindet sich direkt mit der Person unseres Fusseg., Segtsang Yard hat festgestellt, daß er in den drei seines Aufenthaltes in England nicht weniger als zwölf verschiedene Privatsekretärinnen geRickeberg pfiff leise durch die Zähne. Diese zwölf jungen Mädchen wurden von unserem Polizeidienst sozusagen katalegisiert. Alle verfügbaren Einzelheiten wurden miteinander verglichen. Dabei entstand Während man doch annehmen sollte, daß je der ständig eine Privatsekretärin braucht. jedem Wechsel derselben darauf achtet, daß sie„Neue“ wieder die gleichen Kenntnisse und Fähigkeiten hat wie ihre Vorgängerin, trifft das bei unserem Russen nicht zu. Die erste hieß Elise mand, bei die Scotland Farv. Sie# g Su m alt, sieht aus wie neunzehn, ist blond, spricht englisch wie eine geborene Engländerin und hat sich auf das letzte Inserat des Russen als Privatsekretärin gemeldet. Ihm gegenüber nannte sie sich Helen Mulford. In Wirklichkeit heißt sie Mary Alexandra Staroff. Sie ist nun bere zwölf Tage bei ihm und steht unter ständiger Bewachung von zwei unserer besten Leute, die sich ablösen. Die Polizei hat alles getan um keinen Verdacht zu erwecken. Eine Helen Mulford besteht wirklich. Sie ist das einzige Kind eines Dorfschulmeisters in Devonshire, eine Waise, ist neunzehn Jahre alt und ähnelt unserer Beamtin so weit, daß die mündliche Beschreibung der beiden ziemlich gleichlautend ausfallen muß. Alexandra Staroff hat die Haartracht Helen Mulfords angenommen und volle vier Wochen mit ihr zusammengewohnt, um sich in ihre Persönlichkeit einzuleben. Infolge ihrer hohen Intelligenz ist sie gewiß imstande, die Rolle Helen Mulfords, die nicht über den Alltagsdurchschnitt hinausragt, zu spielen. Helen Mulford selbst haben wir durch unsere Verbindungen in einem kleinen Ort in Schottland untergebracht. Dort arbeitet sie unter dem Namen Anne Miller im Kontor einer Maklerfirma und wird den Weg der falschen Helen Mulford sicher nicht kreuzen. Soweit wäre alles in Ordnung. Scotland Yard hat ohne Zweifel den besten Weg gewählt, um hinter die Wahrheit zu kommen. Alexandra Staroff hat die glänzende Erziehung genossen, die in guten, russischen Familien gebräuchlich ist. Sie spricht außer ihren beiden Muttersprachen fließend Deutsch und Französisch und hat zu Beginn Soscher det Pach mn vertrdeur Bchet brust,. weren lich eine starke Abneigung gegen die Partei in Rußland hegt. Sie Bestes tun. Aber dennoch gefällt nur die Sache nicht.“ Rickeberg blickte fragend auf. Scotland Yard konnte nicht wel e üer beine ander Auet geritet De Russisch und Englisch, slei9), Zu:„ezeräcer an tritt die ausgesprochene Schönheit Staroffs, die überdies mit dem jungen Hulherry Vertodt d. der zu ven besten Leuten von veurland Yard zählt. Was mir gegen den ist die große Gefahr, in der dieses hochstehende tunge Mädchen schwebt. Wenn der Anschein nich dem Gedanken, Nähe zu wissen. Ihr Großvater mütterlicherseitwar einer meiner besten Freunde. „Hat Fräulein Staroff bereits etwas Der Minister zögerte einen Augenblick und spielte nervös mit dem Papiermesser, das nehen dem Aktenstück log, Rickeberg zog unmerklich die Augenbrauen hoch Jene Stille trat ein, m der sich die Atmosphäre eines Raumes zu verdichten ien wirhr dum ermas undrre Dtecg Vhesien als meine Froge zu beantworten, Exzellenz... Ich weiß es, Herr Rickeberg. Ich bin auch vilig bereit dagr Mein Tögern bedentete gemy kein Mißtrauen. Aber, was nun kommt, ist so groß und bedrohlich für unser Wirtschaftsleben, daß mich der Gedanke daran eine Sekunde stocken ließ. Lesen Sie die rotangestrichene Stelle in diesem Bericht unserer Agentin.“ Rickeberg las:„„„ „Am zweiten Nachmittag hatte ich Gelegerhest. den Wandsafe zu öffnen. Ich fand darin unter anderem ein Bündel von der amtlichen Schleife der„Bank of Ich hatte eine guterhaltene Ein=Pfund=Note bei mir, schloß den Safe, ging hinunter und erbat mir ein elektrisches Bügeleisen Po##,###er. Haur: hälterin, die mich wegen meiner Eitelkeit auslachte. Ich ging hinauf, befeuchtete meine note und plättete sie. Safe nochmals und ersetzte eine Note des Bündels durch die meine.“ Hut gemacht— aber gefalrlicht, bewerihe Rücheberg,„as sogt die Lank iit Enolend u der Bate?? Der Fachmann der Bank int... .. der alte Breshman, der beste Banknotenfälscher seiner Zeit. Vor, dreißig Fälschung von Zehn=Pfund=Roten zu lebensläng. lichem Zuchthaus verurteilt. Berühmt dadurch, daß er seine Noten bei der Bank of England selbst einwechselte, wo sie zwei Jahre hindurch anstandslos angenommen wurven, weil sie Meisterwerke waren. Wurde von seiner Gelieb. ten verraten, nach vier Jahren begnadigt und bei der Bank als Notenzeichner und Kontrolleur angestellt. Ist heute ein hochangesehener Beamter und gilt als der beste Fachmann auf dem Gebiet der falschen Banknote.“ Der Minister mußte lächeln. „Und ich wollte Ihnen eben erzählen, wer Breshman ist. Also, Bresham sogte Die mir vorgelegte Ein=Pfund=Note ist die beste Fälschung, die ich jemals zu Gesicht habe. Ich benötigte drei Tage, um zwei Abweichungen festzustellen, die genügend deutlich sind, um als Unterscheidungsmerkmale zu dienen, aber selbst diese sind nur mit einem Vergrößerungsglase zu finden.“ Der Minister schwieg einen Augenblick. Dann fuhr er fort: „Bisher ist keine dieser Noten auf dem Markt erschienen. Wenn sie erscheinen, werden sie den ärgsten Schlag bedeuten, der seit langer Zeit egen das Vertranen der Welt mn die englische Banknote geführt worden ist. Es ist nicht auszuDer Minister war aufgesprungen. Nickeberg sah ihn nachdenklich an. „Das ärgste daran ist, daß diese Banknoten mit einem Schlage auftauchen werven. Richt etwa nach und nach. Sie werden am gleichen Tage in der ganzen Welt zu finden sein. In ungeheurer Zahl. Alexandra Staroff schwebt in einer größeren Gefahr, als ich dachte. Aber auch der englische Staat. Vergessen Sie das nicht, perr „Gewiß nicht, Exzellenz. 3ch darf wohl annehmen, daß Sie mir den ganzen Akt zur Einsicht zur Verfügung stellen!“ Der Minister hob das schwere Bündel auf und schob es über den Tisch. Rickeberg blätterte erst flüchtig darin. Eue vorwehgur, süle Strage Bschmn Uüone Pr und ursichr gehenr ein und denselben Wum m hr 7 ver Zleihun, Stellungen und stets i verschiedener Kleidunc und verschiedenen Umgebungen. un.. selben stand er eben vor seinem Auto, einem langen, tiefgebauten Wogen mit Modor. Die zuer sehten zegen m Vorder= und Seitenansicht. Rickeberg kudierte die beiden Aufnahmen. Sua Seberunddrrihg Joher 8#. tefliegende, srechende Angen, Stirn, glattes, schwarzes ten, daß der Mann aus der ManeschareHtommt. „Dem ostsibirischen Völkerlessel. Ja. Und dort hat er zur Genüge die Gele erdert ebett. Gerrichatter hr Srome uicht gschcht wrden Soiche Perichr. Wier uit uit k wie See tter Seuge Mischung von enropsischer Fuche mit schem Pänbertium u eine Verigstet anf den Tebradermarkk? „Ich lege die Behandtung derselhen ver trauensvoll in Ihre Hände, Herr Rickeberg. Das leichte Läuten einer hellen Glocke durch klang das Zimmer. Der Minister stand auf und öffnete die Tur. Vor derselben wartete ein Diener, der ihm um auf einem sülbernen Tablett emnen, Pterk## Minister nahm den Brief, schloß die Tür öffnete den Umschlag. Er las das Schreiben giche gesammen. Her, Bickeberg, eine Meiteino von Sentland Dard!“ Sefer kerr. „Alexenden Sarsft, weihe gestern gtend gre i sen Snchasft un dn gore. Der Par gag mieterin wollte die Gesuchte holen, kam mit der Meldung zurück, daß sie schon ausgegan gen sei. Die sofortige Untersuchung des Zimuurd wach den Feilen der voerudten Sageriher. dung. Spuren von Gewaltanwendung waren nicht zu finden, desgleichen keine anderen Fingerabdrücke als die von Alerandra Staroff selbst“ Rickeberg ließ das Blatt sinken. Wir werden diesen Akt hier nun vor allem noch mit einigen Lichtbildern von Alexandr# Staroff bereichern müssen. Vielleicht sind freundlich, Exzellenz, und geben Scotland Yaro den Auftrag.“ Der Minister griff zum Telephon und verlangte die Verbindung. Er gav den Wunsch Nickebergs durch und dieser verabschiedete sich. 4. Die Familie Mteberg Die Rickebergs stommten aus der Mogdeburger Gegend. Der Großvater Gerrys war der Schn des heumggcherr ehr Pache aer 56. tung gewesen. Man fürchtete den alten Ricke: berg als witzigen Journalisten mit einer scharfen Feder. Der Sohn trug den Beinamen„Der tolle Rickeberg“ und der Vater lachte über seine Streiche. Sein Lachen verstummte aber, als Hans, der damals Student der Rechte war, mit Adelheid Dahlstedt durchbrannte, dem einzigen Kinde des reichen Dahlstedt, des größten Gutsbesitzers mn der Magdebunger Börde. Vierzehn Tage, nachdem dieser Hans Rickeberg die Hand seiner Tochter verweigert hatte, war das Paar verschwunden. Es dauerte lange, bie eine Nachricht von ihm kam. Es aus Newyork. Haus Rickeberg diente bei der Newvorker Polizei, trot dann später in das berühmte Detektivinnaut Pinkerton über und erzielte schöne Erfolge. Der alte Dahlstedt verkaufte sein Gut und ging über das große Wasser. Er sah seine drei Enkel Arthur, Robert Wolfgang und William James zu kraftstrozenden Bengeln aufwachsen und schied zufrieden und ausgesöhnt mit seinem Schicksal. Mit den Millionen, die er hinterkieß, gründete Hans Rickeberg die„Dacia“. Das Wort war eine Zusammenziehung der Anfangsbuchstaben der Worte„Detektive and Commercial Information Agency". Büro für kriminelle und geschäftliche Erhedzungen. Gorrsetzung Ein guter Kamerad Hlders Arlegskameras Westenkircher erzählt Hitlers Kriegskamerad Ignaz Westenkirchner, der in Amerika arbeitslos wurde und dem der Kanzler die Mittel zur Rückreise nach Deutschland übersandte, befindet sich mit dem Dampfer „Hamburg“ auf der Heimfahrt in sein deutsches Vaterland. In einer Unterredung mit dem Newyorker Korrespondenten der„Nachtausgabe“ äußerte Westenkirchner seine große Freude durüber, daß is ihm durch das Eingreifen seines alten Feldzugskameraden und Freundes Adolf Hitler nun mehr möglich sei, mit seiner Frau und seinen drei Kindern in Deutschland wieder eine Lebensmöglichkeit zu finden. Adolf Hitler hat uns bewiesen, so sagte Westenkirchner, daß er haute noch das ist, was er stets im Felde war: ein guter Kamerad, der wie kein anderer zur Hilfe bereit ist. 1914 sind Adolf Hitler und ich mit dem gleichen Regiment ausgerückt, und als Meldegänger haben wir Freud und Leid miteinander geteilt. Hitler und ich wurden am 14. Oktober 1918 gemeinsam gasvergiftet. Oft habe ich Hitler im Feuer beobachtet, so erzählte Westenkirchner weier, denn oft haben wir im Dreck zusammengelegen. Adolf Hitler kannte keine Furcht. Er war immer da, wenn es galt, als Meldegänger besonders schwere Aufträge auszuführen. Er teilte und entbehrte mit uns alles in echter Kameradschaft. Wenn wir den Mut verloren, richtete Hitler uns auf. Weiter erzählte Westenkirchner einen Husarenstreich Adolf Hitlers während der Maioffensive des Jahres 1918: Hitler sollte dem 3. Bataillon die Meldung überbringen, daß die Front durchbrochen sei. Wir wußten bei dem Durcheinander nicht mehr, ob wir von Freund oder Feind beschossen wurden. Hitler nahm Deckung und arbeitete sich vor. Als er immer wieder neues Feuer bekam, entdeckte er durch sein Feldglas vorn im Gelände einen aufgeworfenen Hügel und erkannte dahinter Franzosen. Hitler ging mit der Pistole in der Hand auf sie zu und tat so. als ob ihm eine größere Abteilung folge. Die Franzosen ließen sich täuschen und von Hitler zwingen, die Stellung zu ver lassen. Hitler brachte sie tatsächlich mit vorgehaltenem Revolver bis zur deutschen Linie und lieferte sie persönlich beim Obersten ab. Das Arteil im Schulz=Gahmen=Prozeß Freiheits- und Geldstraten Dortmund. Nach zehntägiger Verhandlung wurde am Donnerstag von der Großen Stcafkammer der frühere Zentrums=Reichstagsabgeordnete Paul Schulz=Gahmen wegen Vergehens gegen den§ 15 der Steueramnestie=Verordnung vom 19. 9. 1931 zu vier Monaten Gefängnis und 1000 Mark Geldstrase verurteilt. Die Strafen sind durch die Untersuchungshaft verbüßt Schulz=Gahmen jun. wurde wegen Beihilfe zum Vergehen gegen die Zweite Steueramnestieverordnung zu drei Monaten Gefängnis und 500 Mark Geldstrafe, wegen Monopolabgabenhinterziehung zu einem Jahr Gefängnis und 970 038.16 Mark Geldstrafe, wegen unbefugten Reinigens zu einem Monat Gefängnis und wegen Monopolhehlerei zu 53 258,80 Mark Geldstrafe verurteilt. Die Gefängnisstrafen werden zu einer Gesamtstrafe von 1 Jahr, 2 Monaten zusammengezogen, wovon 10 Monate und 27 Tage durch die Untersuchungshaft verbüßt sind. Ferner wurden verurteilt: der Brennmeister Klaus wegen Monopolabgabenhinterziehung und verbotenen Reinigens zu einer Gesamtstrafe von 6 Monaten, einer Woche Gefängnis und 970 038.16 Mark Geldstrafe, der Destillateur Rüters wegen Monopolabgabenhinterziehung zu 5 Monaten Gefängnis und 970 038,16 Mark Geldstrafe, der Geschäftsführer Höfer wegen Beihilfe zur Monopolabgabenhinterziehung zu drei Monaten Gefängnis und 242509,54 Mark Geldstrafe, der Bücherrevisor Sanß unter Freisprechung von der Anklage der Beihilfe zur Monopolabgabenhinterziehung wegen Begünstigung der von Paul Schulz=Gahmen begangenen Steuerhinterziehung zu drei Monaten Gefängnis und 500 Mark Geldstrafe, der Brennereibesitzer Hasebrink wegen Monopolhehlerei zu 20000 Mark Geldstrafe und der Kaufmann Schönfeld wegen Monopolhehlerei zu 10000 Mark Geldstrafe. Für Wertersatz haften die Angeklagten gesamtschuldnerisch, und zwar bei Karl Schulz=Gahmen 291 840, Klaus und Rüters je 276640 Mark, Hasebrink 10000 Mark und Schönfeld 5000 Mark. Paul Schulz=Gahmen wurde ferner für haftbar erklärt für die Geldstrafen, zu denen sein Sohn, Klaus, Rüters und Höfer verurteilt worden sind sowie für die Kosten. Die Schwarz= brennereigeräte werden eingezogen. Nach dem Urteilstenor gab Landgerichtsrat Ingenüth eine sich etwa über eine Stunde ausdehnende Urteilsbegründung. in der im wesentlichen gesagt wird: Kein Uneingeweihter hätte jemals daran gedacht, daß in der alten und angesehenen Brennerei Schulz=Gahmen, dessen Besitzer im öffentlichen Leben eine führende Stellung einnahm, der Reichstagsabgeordneter war und der auch in Jachkreisen eine Führerrolle spielte, jahrelang schwarzgebrannt wurde. Das Unglaubliche sei aber Ereignis geworden. Der Sohn Schulz=Gahmens, der Brennmeister Klaus und der Destillateur Rüters haben im Verlaufe des Prozesses zugegeben, unbefugterweise gebrannt zu haben; se haben weiter zugegeben, in verbotener Weise enntwein gereinigt zu haben. Der Geschäftsdes Betriebes Schulz=Gahmens, der AnHöfer, hat sich der Beihilfe zu dieser brennerei schuldig gemacht. Durch seine ungsweise ist erst der Absatz der Schwarz= ermöglicht worden. Er hat den Branntwein, r verbotswidrig hergestellt wurde, nicht in die vennebsbücher eingetragen. Er hat auch für den Be='auf keine ordnungsgemäßen Belege ausgestellt#n#u kommt, daß Höfer auch im Branntue nvertriebsbuch falsche Eintragungen gemacht hat: ebenfalls ist er es gewesen, der das Geld von den pe##lern kassierte. Seine ganze Handungsweise widersoreche einem geordneten Gechäftsgang. Für die Schuld pöfers spricht auch ie Tatsache, deß er, als die Schwarzbrennerei nitdeckt worden war Unterlagen vernichtete. Die eigentliche Seele der Schwarzbrennerei war Schulz=Gahmen jr. Ob Schulz=Gaymen sen. etwas von dem Treiben in seinem Betriebe gewußt hat. hat das Gericht nicht mit Sicherheit feststellen können. Manches spricht für eine derartige Annahme, weil Schulz=Gahmen sen. trotz seines Bestreitens die eigentliche Seele des Unterneh mens war. Im Verlauf des Prozesses ist es un bestritten geblieben, daß Schulz=Gahmen sen wiederholt auf Unregelmäßigkeiten in seinem Betriebe aufmerksam gemacht wurde. Er sah den Aufwand, den der Brenner und der Destillateur seines Betriebes trieben. Schulz=Gahmen sen hat auch selbst Anweisung gegeben, verbotswidrig über Holzkohle zu filtrieren. Aber alle diese Verdachtsmomente reichten nicht aus, um Schulz Gahmen sen. wegen Hinterziehung von Monopol abgaben(Schwarzbrannt) zu verurteilen. Des halb war Schulz=Gahmen sen. nur wegen Ver gehens gegen§ 15 der zweiten Steueramnestie Verordnung vom 19. 9. 1931 schuldig zu spre chen. Die von ihm unterschriebene, dem Finanz amt eingereichte Vermögenserklärung vom 1 Ja nuar 1931 war objektiv falsch, weil zwei Konten und zwar das auf der Amylo=Bank mit 30 000 RM. und das auf der Darmstädter und National bank mit 50000 RM. fehlten. Daß Schulz Gahmen sen. von der Unrichtigkeit gewußt hat ist zwar wahrscheinlich, aber nicht einwandfrei nachzuweisen. Die entgegengesetzte Behauptung von Schulz=Gahmen sen. ist aber vollkommen unglaubwürdig. Ihn gingen als Inhaber des Geschäftes die Vermögenserklärungen in erster Linie an. Er hat sich auch, wie auch aus den in der Verhandlung zur Verlesung gekommenen zahlreichen Briefen hervorging, in erheblichem Umfange um das Geschäft gekummert. Dem An geklagten Schulz=Gahmen sen. war auch deshalt das in Rede stehende Steuervergehen zuzutrauen weil er einige Jahre zuvor einer Angestellter Anweisung zur Hinterziehung von Umsatzsteuer gegeben hatte. Nach den gesetzlichen Bestimmun gen hat das Gericht den Angeklagten Schulz Gahmen sen. auch für die von den Angeklaater Karl Schulz=Gahmen. Klaus. Rüters und Höfer verwirkten Geldstrafen und Kosten für haftbar erklären müssen, weil er es an der erforderlichen Sorgfalt innerhalb seines Betriebes hat fehlen lassen. Englands Außenpolitik „Der Rugenblick noch nicht geeignet, wichtige Erklärungen abzugeben“ Im Unterhaus gab es eine Aussprache über die auswärtigen Angelegenheiten. Der stellvertretende Führer der Opposition, Attlee, verlangte Auskunft über die Haltung der Regierung in der Frage der Wiederaufrüstung, b.treffe sie Deutschland oder Großbritannien. Attlee erklärte, daß die englische Arbeiterpartei sich jeder Art von Aufrüstung widersetze. Der Liberale Bernays wandte sich, gleich dem Vorredner, entschieden gegen Mussolinis Völker bunds=Reform=Vorschläge und forderte eine Er klärung der Regierung, daß sie eine solche Re sorm ablehne. In der Abrüstungsfrage verlangte er als Hauptgrundlage der Sicherheit eine wirkame Ueberwachung der Rüstungen durch eine internationale Autorität. Sir Edward Grigg erkärte, in Deutschland werde das zerschlagene Ribelungen=Schwert wieder geschmiedet, und zwar sehr rasch. England müsse entweder einer Politik der Isolierung entgegentreten oder es musse bereit sein, in irgend ein System kollektiver Sicherheit einzutreten. Er befürwortete letzteres. Der Nationalliberale Mabane bemerkte, nach der ersten sehr deutschfeindlichen Reaktion auf den Austritt Deutschlands aus dem Völkerbund sei die Auffassung in England jetzt, daß Deutich land nicht gerecht behandelt worden sei. Das eng lische Volk wünsche nicht, daß die Regierung eine frankreichfreundliche Politik verfolge, sondern eine revisionistische. Nachdem der franzosenfreundliche General Spears für ein Zusammengehen Englands mit Frankreich eingetreten war, ergriff der Staatssekretär des Aeußern Sir John Simon das Wort. Er betonte, daß der gegenwärtige Augenblick nicht geeignet sei, um wichtige Erklärungen abzugeben. Zu den Besprechungen, die nach dem Austritt Deutschlands aus der Abrüstungskonferenz stattgefunden haben, bemerkte Simon, das Wichtigste sei, daß Reichokanzler Hitler einige öffentliche Erklärungen abgegeben habe. Hitler habe gesagt, es würde von größter Wichtigkeit sein, wenn die beiden Natonen Deutsch= land und Frankreich ein= für allemal den Gebrauch der Gewalt aus ihrem gemeinsamen Leben verbannen könnten, und daß keine territorialen Konflikte zwischen den beiden Ländern bestehen, soweit Deutschland in Betracht komme, nachdem das Saargebiet zurückgegeben sein werde. Die britische Regierung halte es für notwendig, ihr äußerstes zu tun um die Lage zu klären. Hitler habe Vorschläge gemacht, die sicher den Zweck verfolgten, eine Anregung für Nichtangriffspakte mit seinen Nachbarn darzustellen. Die Vorschläge beschränkten sich nicht auf einen besonderen Nachbarn. Die britische Regierung habe sehr vorsichtig zum Ausdruck gebracht, daß sie nicht die Verpflichtungen vergessen habe, die auf den Mitgliedern des Völkerbundes ruhen. Simon erklärte, angesichts der gegenwärtigen Lage müsse jeder vernünftige Mensch besorgt sein. Er teilte mit, er werde mit dem französischen Außenminister zusammentreffen. Es sei äußerst wichtig, daß England und Frankreich so eng wie möglich zusammenkämen, um die Frage zu klären, wie sich der von der deutschen Regierung unterbreitete Vorschlag zur Politik und zu den Anforderungen der Nachbarn Deutschlands verhält. Die Ergebnisse der verschiedenen Nachforschungen müßten gesammelt werden. Auf eine vorher geäußerte Kritik des Parlamentsmitgliedes Boothby an seinem römischen Besuch antwortend, hob Simon hervor, daß dieser Besuch ihm die Gelegenheit geben werde, die Stärke der britischen öffentlichen Meinung und der britischen Politik in dieser verwickelten kontinentalen Lage in die Waagschale zu werfen Simon fuhr fort, die britische Regierung wolle von dem System internationaler Verhandlungen nicht zugunsten einer Erörterung zwischen zwei Mächten abweichen. Er habe das Stadium eines Gedonkenaustausches zwischen zwei Mächten nie anders angesehen, denn als ein primäres oder Zwischenstadium. Außerdem bestehe Grund zu der Annahme, daß die Mitteilung des Reichskanzlers nicht nur an den britischen Botschafter, sondern auch an die französische Regierung und sicherlich auch an andere Regierungen gerichtet gewesen sei. Er habe keine übertriebenen Hoffnungen, aber er hoffe doch, daß bis zum Wiederzusammentritt des Unterhauses die britische Regierung in der Lage sei, dem Hause bestimmtere Informationen über das Ergebnis des Meinungsaustausches zu geben. Der Reichskanzler habe so viel Nachdruck auf Vereinbarungen gelegt, die die Sicherheit fördern sollten, daß die Annahme gestattet sei, die Sicherheitsfrage schwebe nicht nur England, sondern auch anderen verantwortlichen Ländern vor. Die deutsche Regierung sei, wie er annehme, so gesehen von ihrem allgemeinen Standpunkt, bereit, die Schaffung einer internationalen Inspektion und Kontrolle mit Bezug auf die Rüstungen aller Länder anzunehmen. Bei den Erörterungen sei eine Art automatischer und periodischer Kontrolle, die allgemein zur Anwendung gebracht werden würde, in Aussicht genommen worden. Man müsse sich leider fragen, ob der Plan allgemein angenommen werde, wenn man an Japan und andere Länder denke. Man müsse der Tatsache Rechnung tragen, daß eine Grenze vorhanden sei, bis zu der England höchstens gehen könne. Das Endergebnis sei nicht durch individuelle oder einseitige Erklärungen, sondern nur durch Vereinbarungen zwischen allen Staaten zu erreichen. Man dürfe den Völkerbund nicht in Stücke reißen, wenn man nicht sicher sei, daß man etwas Besseres an seine Stelle zu setzen habe. Positive Abänderungsvorschläge zur Völkerbundssatzung seien von keiner Seite gemacht worden. Die britische Regierung sei dem Frieden aufrichtig ergeben, unterstütze fest den Völkerbund und wünsche dringend, internationale Vereinbarungen zu fördern Die Verhandlungen mit Rußland seien andgelthe In wenigen Zeilen Der Reichsminister des Innern, Dr. Frick, hat auf Grund des Gesetzes über den Deutichen Gemeindetag den Münchener Oberbürgermeister Fiehler zum Vorsitzenden des Deutschen Gemeindetages bestellt. Oberbürgermeister Fiehler hatte im Einverständnis der Reichsregierung als Leiter des Amtes für Kommunalpolitik der Reichsleitung der N. S. D. A. P. bereits bei der vorläufigen Bildung des Deutschen Gemeindetages im Mai 1933 die einstweilige Führung dieses Verbandes übernommen. Der schwedische Tampfer„Castor“ aus Sölvesborg ist nach einem Zusammenstoß mit dem Trawler„Kurd“ aus Hull in der Nordsee untergegangen. 6 Mann der Besatzung wurden gerettet. Das Schicksal der übrigen 7 Mann ist unbekannt. Zwischen Italien und dem Heiligen Stuhl ist das Abkommen über die in den Lateran=Vertrügen vorgesehene päpstliche Eisenbahn nunmehr im Vatikan unterzeichnet worden. Der Bau des Vatikan=Bahnhofs und der nur wenige hundert Meter langen Bahnstrecke ist schon seit einigen Monaten beendet. Die französische Kammer hat den Gesetzentwurf betreffend Ratifizierung des Abkommens über die Verkürzung der Arbeitszeit in den Kohlengruben angenommen. Aus Dublin wird gemeldet: Der Untersuchungsrichter beim Obersten Gerichtshof hat die Freilassung ODussys und seines Parteigängers Sullivan angeordnet, da ihre Festnahme zu Unrecht erfolgt sei. Aus Madrid wird gemeldet: Die Aussprache über die Regierungserklärung ging mit der Annahme eines Vertrauensvotums durch das Parlament zuende. Mit 265 gegen 53 Stimmen nahmen die Cortes die von der radikalen Fraktion eingebrachte Vertrauenstagesordnung an. Das Hauptquartier der Partei„Vereinigtes Irland“ in Dublin wurde von Kriminalbeamten durchsucht, die die gesamte Auflage des parteiamtlichen Oppositionsorgans„Vereinigtes Land“ beschlagnahmten. Die Zeitung, die am Donnerstag herauskommen sollte, enthielt die Rede, die O'Duffy am 17. Dezember in Westport halten wollte, woran er jedoch durch seine Verhaftung verhindert wurde. Die Politik der britischen Regierung bleibe darauf gerichtet, die Integrität und Unabhängigkeit Oesterreichs zu stützen. Austen Chamberlain gegen den „Londouer Scheiuprozes“ Sir Austen Chamberlatn, der nach Sir John Simon das Wort ergriff. trat in der schärfsten Weise gegen den Londoner Scheinprozeß im Zusammenhang mit dem Reichstagsbrand auf. Die Regierungsbänke stimmten ihm lebhaft zu, als er diesen Vorgang als eine Unverschämtheit gegen eir befreundetes Land bezeichnete. Sodann sagte Chamberlain, man dürfe die Völkerbundssatzung nicht für sakrosankt halten. Doch dürfe die Regierung an keiner Abänderung der Völkerbundssatzung teilnehmen, die nicht den Zweck verfolge, den Völkerbund stärker zu machen. Auch der Vertrag von Versailles sei„keinerwegs ein Werk übermenschlicher Weisheit“. Aber die revisionistischen Mächte dürften nicht versuchen, die Gesamtlage umzustürzen. Es müsse zu einem Kompromiß kommen, das die Frage erledigen müsse und nicht den Beginn einer neuen Kampagne bedeuten dürfe. Zum Schluß nannte Austen Chamberlain die Rede des deutschen Reichskanzlers zur Außenpolitik eine vollkommen aufrichtige Erklärung. Ader wenn das die Politik Deutschlands sei und nicht allein die Politik des Reichskanzlers, was bedeute dann die ganze deutsche Propaganda. Mit der Rede Chamberlains wurde die Debatte beendet. Die Weserkanalisierung Neuer Schlag gegen die Arbeitslosigkeit Die für vorbereitende Baumaßnahmen zu. Kanalisierung der Mittelweser von Minden bis Bremen erforderlichen Mittel in Höhe von ½ Million Reichsmark sind bereitgestellt worden. Nach Abschluß der Vorbereitungen und Flüssigmachung weiterer Reichsmittel kann der Baudetrieb voll aufgenommen werden. Damit gelangt ein Bauvorhaben zur Ausführung, das wegen seiner verkehrs= und volkswirtschaftlichen Bedeutung seit langem als vororinglich anerkannt ist. Die Geamtkosten betragen rund 75 Millionen RM., die restlos im Lande verausgabt werden. Die Bauausführung verschafft nicht nur vielen erwerbslosen Volksgenossen Arbeit und neue Lebensfreude, sondern auch dem Baugewerbe und der deutschen Baustoffindustrie für mehrere Jahre umsangreiche Aufträge