naserftlich General=Anzeiger Ef4 iii fes min Betlegs: Des Bippesland. Ittellungsblett des F 5üs nulese Brauen 9: Junge beatide Beuniceft.— Detmeln für das Land Lippe 20 Pir. Postgedühr und 20 *. 1 191 5 Tege ver Beine Nr. 288 Dekmold, Freitag, den 3. Julmond=Dezember 1333 38. Jahrgang Die Abiturienten, die an dem ersten Werkhalbjahr teilgenommen haben, stehen jetzt vor dem Problem, sich für einen Beruf zu entscheiden, von dem die Gestaltung ihres Lebens abhängen soll. Es zeigt sich bei dieser Gelegenheit, daß der Einfluß des Werkhalbjahres nicht nur auf körperlichem Gebiet heilsam gewesen ist, sondern daß es offenbar auch für die Einstellung der Teilnehmer zu der Frage des praktischen Daseins von grundlegender Bedeutung war. Es hat sich nämlich herausgestellt, daß viele dieser Abiturienten während ihres Verweilens zwischen ihren Altersgenossen den Entschluß gefaßt haben, von einer akademischen Laufbahn Abstand zu nehmen und sich einem anderen Beruf zuzuwenden. Damit greift die Frage des Werkhalbjahres auf ein Gebiet über, für dessen Behandlung die verschiedensten Ratschläge vorlagen, ohne daß irgend ein positiver Erfolg sich zeigen wollte. Es haudelte sich um das Prohlem der Ueberfüllung der Universitäten und damtt der akademischen Berufe. Das Wort von dem ständig wachsenden akademischen Proletariat war nicht unberechtigt: wir waren mit der Zeit dahin gekommen, daß es eigentlich beinahe selbstverständlich wurde, die Bildung nicht mit dem Abiturientenexamen, sondern mit einem akademischen Examen abzuschließen. Die Universitäten wurden damit ihrer Stellung als Stätten des wissenschaftlichen Forschene beraubt und kamen in Gefahr, schließlich nur noch Anstalten zur Verleihung von gungszeugnissen für eine Reihe gehobener Berufe zu werden. Neben der Jagd nach dem BeAus der„Deutschen Arbeitsfront Gewerblicher Mittelstand kommt über„Das neue becyt ver v.„kt zutziut ug treibenden zu geben hätten. Us-hago zur Arbeitsfront Wie das Bdz.=Büro meldet, hat der Führer der Deutschen Arbeitssront, Dr. Ley, verfügt, daß die Eingliederung aller in Handwerk, Handel und Gewerbe tätigen Betriebsinhaber, Gesellen, Arbeiter, Angestellten und Lehrlingg, vin, Die Deutsche Arbeitofront durch die Dienststellen der RS=Hago erfolgt. Er hat weiter bestimmt, daß die hierzu notwendigen Durchführungsbeftumungen der Amtswalter der RS=Hago, Pg. Dr. von Renteln, zu erlassen hat. das einem gesellschaftlichen Geltungsbedürfnis entsprang. Der Doktor=Titel, der eigentlich die Bezeugung zur Befähigung in selbständiger wisenschaftlicher Forschung bedeutete, wurde m vielen Fällen etwas Aehnliches wie einer der einstigen sogenannten„Frühstücksorden", die einen rein dekorativen Wert hatten. Daß die Abhilfe für diese Gefahr aus Werkhalbjahr der Abiturienten kommen könnte, hatte man vielleicht im stillen gehofft, aber wohl kaum mit Sicherheit auszusprechen gewggt. Benn jetzt bereits die erste Generation, die durch das Verkhalbjahr hindurchgegangen ist, so erfreuliche Folgen zeitigt, so ist es nur rech und billig, wenn alles dazu getan wird, um diesen Wandel in der Einstellung zu unterstützen. Das, Reichsinnenministerium hat in erfreulicher Ertenntnis dieser Tatsache bereits verfügt, daß diejenigen Abiturienten, die das Werkhalbjahr hinter sich gebracht haben, bei Anstellung im öffentlichen Dienst bevorzugt werden sollen. Ebenso wendet es sich in einem Rundschreiben an die Gemeinden worin es auffordert, diese Abiturienten bei der Berufswahl zu unterstützen und die Sperre, die für manche Laufbahnen bis zum 1. April besteht, auf sie nicht anzuwenden, um zu verhindern, daß der Vorteile hat, der sich zu der Teilnahme an dem Werkhalbjahr nicht entschließt. Hoffentlich erwächst aus dem Werkhalbjahr wie der jenes schöne Verhältnis zur eigenen Arbeit und dem Wert der eigenen Leistung, von dem Schiller sagt:„Jeder freut sich seiner Stelle, bietet dem Verächter Trutz!“ Vorauszahlung auch an die ReichsAngestellten und vor Weihnachten Wie das Bd3=Büro meldet, hat das Reichssinanzministerium anläßlich des bevorstekenden Meibnachtsfestes versügt, daß die zweite Hälfte der Dienstbezüge der Reichsangestellten für den Monat Dezember 1933 bereits am 20. Dezemder ausgezablt werden darf: der normale Auszahlunartermin wöre der 2. Dezember gewesen. Weiter dot das Ministerium bestimmt, daß der am Freitgs, 2. zembar fällige Lohn der Arbeiter im Reichsdienst schon am 21. Dezember ausgezahlt werden kann. Grundsätzlich bestimmt das Ministerium, daß die im allgemeinen am 10. ds. Mts. fällige Hälfte der Monatsbezuges der Reichsbeamten in den in denen der 10. aus einen Sonntag oder gesetzlichen Jeiertaa fällt, schon am verhergehenden letzten Werktage ausgezahlt werden kann. Reichspräsident von Hindenburg emp sing den Reichommnister des Auswärtigen, Freiherrn ron Neurath, zum Vortrage über außenpolitische Fragen. Zowilerbachert und andere. nüßzliche Dinge Wie das BdZ.=Büro meldet, werden jetzt Richtlinien bekannt über die berufliche Ertüchtigung der weiblichen Jugend in der Deutschen Arbeitsfront. Grundsatz sei keine Konkurrenz, sondern Erginzung der Vernfaschale. Beim ersten Male spreche die Lugeppreßerentn mit dem jungen Mädchen, um ihm die Notwendigkeit der hausfraulichen Ertüchtigung klarzumachen. Dann folge die Schulung. In den Schneiderkarfer solle das junge Mädchen wie man auch mit wenig Geld sich immer gut kleiden kann. Im Kochunterricht werde, aufbauend auf dem Plan der Berufsschule u. a. die vielseitige Verwendung von Gemüsen, Kartoffeln, Fleischresten gelehrt, ferner die Zubereitung der Kost für das kranke Kind, für den kranken Mann, die notwendigsten Gesetze der Diät usw. Dies alles müsse dem jungen Menschen in frischer, lebendiger Forrr klargemacht werden. Daher würden kleine Kurse eingerichtet und Familienkochen getrieben, daher komme auch die Einteilung der Mädchen in Kochfamilien, die wiederum für eine sechsköpfige Familie kochen müssen. Reben den beiden Hauptgruppen Nähen und Kochen werde u. a. Gesandbeitanslege getrieben, und zwar in schlichtem, einfachem Maßstab. Dazu komme einfache Krankenpflege. Anlegen von Verbänden, Umschlägemachen sowie andererseits auch der Unterricht über die kleinen Handgriffe im Hause, 2 B. Pflege des einfachen Geschirrs, Herstellung von Adventslichten, Weihnachtshandarbeiten usw. Bei der Jugendertüchtigung werde der Grundsatz aufgestellt, daß in jedem Kursus, welches Fach es auch immer sein möge, in den Pausen Gymnastik getrieben wird und daß gesungen werden muß. Schließlich sei noch die Kategorie der Angestellten=Jugend zu erwähnen. Ihre berufliche Weiterbildung erfolge auf dem Gebiet der Stenographie, der Schreibmaschine, der Sprachkurse usw. Daneben werde ihnen nahegelegt, sich an den hausfraulichen Kursen ihrer Kolleginnen zu beteiligen. Erst wenn es gelinge, die weibliche Jugendertüchtigung auf den Generalnenner zu bringen: die deutsche Frau als Vorbild in Heim und Familie: werde der Nationalsozialismus zu seinem vollen Siege kommen. Es sei daher auch notwendig, daß in44 Heimabenden die Mädchen in kurzen, lebendigen Vorträgen unterrichtet werden über die Rassenfrage, über Maßnahmen der Regierung, über Fett= und Milchwirtschaft, billige Brennstoffe und über alles, was unser Volk angeht. Zur Durchsetzung des deutschen Volkes mit lebensbejahenden Elementen werde die Feierabendgestaltung wesent lich beitragen. Wie das Vöz.=Büro meldet, äußert sich treibenden zu geben hätten. Dr. Verner Wetgelt für, N#e, Drzte ur,#. Arbeiksfronk übernimmt alle Ver— b n güichtaungen der ibernommenen Verbände Der Führer der Deutschen Arbeitofront, Dr. Kodert Ley, gibt bekannt:.. sr.11.— inmer. Bet ber nntwendtoen mongentfeter innge: Be bänden erworbenen Rechte bleiben also auch Angestellten werden ebenso von der Deutschen Mitarbeit heranzsehen kgm, einstellen müssen. der veve 2/ehanr g e, Arbelbseaut „Der Deutsche“ schildert die Bebeutung, die die Schaffung des neuen Festanzuges der Arfreitsfrout für die Schneiderindustrie hat. Durch diese Einführung des Feierabend=Anschen Arbeit. Er geht davon aus, daß das Schicksal des sogenannten freien Arbeitsvertrages in Zeit endgültig besiegelt sein werde. Die bieher überwiegend privatrechtliche rechtliches Gepräge erhalten. Keinesfalls werde es, wie bisher, möglich sein, die Grundsätze vom Betriebsrisiko auf alle erdenklichen Fälle anzuwenden und so eine Verlagerung der Betriebsverantwortung vom Unternehmer auf die Belegschaft zu erreichen. Denn der Arbeitgeber sei und bleibe der Teil, der das wirtschaftliche Miste tngt,### er werde daher künftig auch verjenige sein, der nach dem Führerprinzip das Bestimmungsrecht in dem aus ihm und der Belegschaft gebildeten Betriebsrat hat, wie dies Dr. Ley bereits ausgeführt habe. Was die zeitliche Dauer der Arbeitopflicht anlange, so gebiete der Gedanke der Unterwerfung des Arbeitsverhältnisses unter das Gesamtwohl dem Unternehmer, an Stelle von Mehrarbeit neue Arbeitskräfte einzustellen und so seinen Teil zur siegreichen Durchführung der Arbeitsschlacht beizutragen. Hier eröffneten sich bis. her unbekannte Möglichkeiten für die Betriebsvertretungen, indem ihnen eine rechtliche Handhabe für die Ersetzung der Ueberstundenarbeit durch Reueinstellungen gegeben sei. Eine Ausnahme könnte nur Platz greifen, wenn das Wohl des Betriebes eine Mehrarbeit, die sich naturgemäß in den Grenzen eines vorübergehenden Notfalles bewegen müsse, gebiete. Schließlich müsse der Begriff der Fürsorgepflicht des Unternehmers erweitert und im Falle ihrer Verletzung dem Arbeiter ein klarer deutlicher Schadenersatzanspruch gegeben werden. Dr. Ley vor den Amtswaltern der Us-hago Auf der Reichstagung der RS=Hago hielt der Stabsleiter der PO und Führer der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Ley, eine Rede, in der er u. a. ausführte: Das Schicksal hat dem deutschen Volke mehrmals Führer von überragender Größe geschenkt: Friedrich den Großen, Bismarck, Adolf Hitler. Keiebeiur den Groh.,——"— Der Bestand einer politischen Führung aber ist auf die Dauer immer von der Qualität der politischen Unteroffiziere abhängig. Der Nationalsozialismus hat als erste Bewegung diese Not wendigkeit klar erkannt und ihr dadurch Rech nung getragen, indem er bewußt die Ausbildun der politischen Amtswalter in den Vordergrun stellte. „Wir haben uns das Ziel gesetzt,“ so fuhr Dr. Ley fort,„daß die politischen und weltanschaulichen Grundsätze richtunggebend für Jahrhunderte, ja vielleicht für ein Jahrtausend werden. Damit haben wir aber auch die Verantwortung übernommen, jetzt und in der Zukunft einen volitischen Führerstab heranzubilden, der in der Lage ist, auch unter anderen Voraussetzungen, als sie heute gegeben sind, unser Werk durchzuführen. Es muß von jedem Amtswalter verlangt werden, daß er seine Aufgaben in soldatischer Disziplin erfüllt. Wir verlangen aber auch, daß er zu jeder Zeit in seinem Kreise, in dem er wirkt. Prediger unserer Idee ist.“ Dr. von Renteln, der Leiter der NS=Hago, teilte unter großem Beifall mit, Dr. Ley habe ihm zugesagt, daß die Lehrlinge, Gesellen und Angestellten in Betrieben des Handwerks, des Handels und des Gewerbes ihre Meldung zum zugs wird, wie das Blatt angibt, eine fast unglaublich aumutende Arbeitsbelebung in den beteiligten Industrien einsetzen, die in den nächsten Wochen erst zur vollen Geltung komBei der Reichezeugmeisterei der RSou# schätzt man, daß vorläufig die gesamte Textilindustrie und das Schneidergewerbe auf ein ganzes Jahr vollbeschäftigt sein werden. Die Reichszeugmeisterei, der die Festsetzung der Qualitäten obliegt, hat zum Zwecke der gleichmäßigen Arbeitsbeschaffung einige zweckmäßige Maßnahmen getroffen. Zunächst dürfen nur gute Stoffe geliefert werden. Vier verschiedene Stoffqualttäten werden geliefert. Die Herstellung dieser Qualitäten wurde folgendermaßen verteilt: erste Norm(Kammgarn) Westdeutschland, zweite Norm: Lausitz, dritte und vierte Norm: Sachsen. Mitteldeutschland, Baden. Es ist weiter zur Bedingung gemacht worden, daß immer nur ein Webstuhl von einem Mann bedient werden darf. Diese Maßnahme hat zur Folge, daß eine große Anzahl von Webern neu eingestellt werden kann, da nach neueren Systemen teilweise von einem einzigen Arbeiter drei bis vier Webstühle bedient worden sind. Der Preis erhöht sich dadurch nur um 10 Pfennig pro Meter, was bei den Stoffpreisen, die zwischen 5.40 RM. und 11.— RM. vro Meter gehalten sind, überhaupt nicht ins Gewicht fällt. Die Tuchballen müssen den eingeplätteten Vermerk tragen„einstühlig gewebt“. Die Ueberwachung dieser ganzen Maßnahme ist den Betriebszeslen der Fabriken übertragen worden. Es wird kontrolliert werden, daß die schwarzen Steinknöpfe der Festanzüce nur in dentschen Fabriken hergestellt werden. Da gleichzeitig auch noch ein Bedarf von SA.=Dienstanzügen und 400000 Mänteln besteht, werden auch noch andere Zweige der Textilindustrie in Anspruch genommen. Zur Preisfrage erklärt die Reichszeugmeisterei, daß sich der Preis natürlich nach der Qualität des Stoffes und der Schneiderarbeit richtet. Billige Anzüge(die natürlich genau dieselbe Form haben müssen wie die teueren) kommen auf etwa 30.— NM. Keine Protektorate der Reichsregierung Der Reichaminister für Volksaufklärung und Propagande teilt mit: Das Reichskabinett hat vor wenigen Tagen beschlossen, Schirmherrschaften und Protektorate in Zukunft grundsätzlich abzulehnen. Dieser Beschluß war angesichts der erdrückenden Fülle von Einladungen zu Wohltätigkeitsveranstaltungen, Empfängen und Tees, zur Uebernahme von Protektoraten für Ausstellungen und zum Eintritt in Ehrenausschüsse und von Bitten um Geleitnosten nach Mitwirkung der Reichsregierung und ihrer Mitglieder an solchen Veranstaltungen und Kundgebungen des öffentlichen Lebens ist, so bedrohlich wurde dieser Zustand auf die Dauer für die Arbeitskraft der Reichsregierung und den Geschäftsgang der Behörden. Diese Reichoregierung ist eine Regierung der praktischen Arbeit und der politiven Leikung wie keine Regierung es gewesen ist. Sie kann die gewaltigen Aufgaben der Wiederaufrichtung von Volk, Staat und Wirtschaft nur lösen, wenn sie sich mit aller Kraft auf diese Arbeit konzentriert. Aus diesem Grunde bedeuten alle die geschilderten Anliegen, so gut gemeint sie auch sind und so sehr in ihnen das Gefühl der Verbundenheit zwischen Volk und Regierung zum Ausdruck kommt, eine Ablenkung der Reichsregterung von der großen Aufgabe, die ihr gestellt ist. Ich appelliere aus diesem Grunde an die Selbstdisziplin aller Volksgenossen und bitte sie, in Zukunft grundsätzlich von dem Vorbringen derartiger Wünsche an die Reichsregierung und ihre Mitglieder abzusehen, bis auf die Einzelfälle, in denen es sich um Ereignisse von staatspolitischer 40jähriges Dienshsubiläum des Generaldirektors Dr. Dorpmüller Am 7. Dezember 1933 sah der Generaldirektor der Deutschen Reichsbahn, Dr. ing. e. h. Julius Dorpmüller, Vorsitzender des Verwaltungsrates und Generaldirektor der Reichsautobahnen, auf eine 40jährige Dienstzett zurück. Vor 40 Jahren hat er in Aachen als Regierungsbauführer des Eisenbahn= und Straßenbaufaches seine Laufbahn bei der Eisenbahndirektion Köln begonnen. 1908 trat er in den Dienst der Kaiserlich Chinesischen Staatsbahn Tientsin— Bukow über, um als Chefingenieur den Bau des 700 Kilometer langen Nordabschnittes dieser Bahn zu leiten, für die er auch die Betriebsführung übernahm. Nachdem China 1917 in den Weltkrieg eintrat, wurde er aus dem chinesischen Staatsdienst entlassen. Der drohenden Internierung entzog er sich durch die Flucht. Er kehrte nach Deutschland zurück und war bei Kriegsende im Feldeisenbahndienst bei der Organisation der Kriegstransporte auf den transkaukasischen Eisenbahnen tätig. 1922 bis 1924 leitete er als Präsident die neuerrichtete Reichsbahndirektion Oppeln und vertrat in Verhandlungen mit Polen die deutschen Interessen. 1924 nach Essen versetzt, arbeitete er dort unter den schwierigen Be satzungsverhältnissen und erwarb sich die Aner kennung weitester Kreise des Ruhrgebietes. Am 1. Juli 1925 wurde er auf den Posten des Ständigen Stellvertreters des Generaldirektors der Deutschen Reichsbahngesellschaft berufen und nahm an den Londoner Verhandlungen teil. Seit dem Jahre 1926 leitet er als Generaldirektor die Deutsche Reichsbahn. Im Sitzungsraum der Reichsbahnhauptverwaltung versammelten sich der Vorstand der Deutichen Reichsbahn und die Direktion der Reichsautobahnen zu einer schlichten Feter. Reichsverkehrsminister Freiherr von Eitz=Rübeh überbrachte Dr. Dorpmüller die Glückwünsche des Reichsverkehrsministeriums und ein Glückwunschschreiben des Herrn Reichspräsidenten. Die Besprechungen mit den ausläudischen Gläubigern Die Reichsbank gibt am 7. Dezember folgen des bekannt: Die Besprechungen mit den Vertretern der ausländischen Gläubiger lang= und mittelfristiger Forderungen sind heute in Berlin zum Abschluf gelangt. Die Gläubiger wurden über die Devi senlage unterrichtet. Alle mit dem Transfer zu sammenhängenden statistischen Unterlagen und Ziffern wurden ihnen mitgeteilt und mit ihnen durchgesprochen. Die Reichsbank wird vor Ablauf des Monats Dezember bekanntgeben, ob sie sich in der Lage glaubt, die Transferierung der in Frage kommenden Zinsbeträge auf der bisherigen Höhe zu halten oder nicht. Im Laufe der Besprechungen wurde von ein zelnen Gläubigergruppen angeregt, es möge dem Gläubigerkomitee im Interesse der Aufrechterhaltung der zwischen ihm und der Reichsbank bestehenden Beziehungen Gelegenheit zur Stel lungnahme zu etwaigen von der deutschen Regie rung einzugehenden Sonderabmachungen au dem Gebiete des Zahlungsverkehrs gegeben wer den, durch welche die Interessen der Gläubiger berührt werden könnten. Der Reichswirtschafts minister hat daraufhin dem Reichsbankpräsiden ten gegenüber erklärt, daß er im Falle des Ab schlusses von solchen Sonderabmachungen den Reichsbankpräsidenten so rechtzeitig über den Inhelt dieser Abmachungen unterrichten werde aß dem Gläubigerkomitee vor ihrem Inkraft „Deutscher Tag“ in Rewyork 25 000 Deutschamerikaner zu einer gewaltigen Hundgebung versammelt Die Feier des„Deutschen Tages“ in Newyork, die der Erinnerung an die erste deutsche Einwanderung im Jahre 1683 galt, gestaltete sich zu der gewaltigsten Kundgebung des Deutschamerikanertums 1 EEPTAIH in der Geschichte Die etwa 25 000 Personen fassende festlich gechmückte Madison Square Garden=Halle war chon lange vor Beginn der Feier dicht besetzt, so daß Hunderte keinen Einlaß mehr bekamen. Botschafter Dr. Luther wurde bei seinem Eintreffen mit donnernden Heil=Hitler=Rufen stürmisch begrüßt. Nach der amerikanischen und der deutschen Nationalhymne entbot handelsminister Roper die Grüße und besten Wünsche Roosevelts. Die erste deutsche Ansiedlung Germanentown bezeichnete der Redner als epochemachendes Ereignis der Kolonialgeschichte Amerikas. Roper würdigte eingehend den großen und segensreichen Einfluß wande SEIT der deutschen Einrer. Er beleuchtete schließlich die gegenwärtigen Wirtschaftsverhältnisse und drückte die Hoffnung aus, daß die Tage einer uneingeschränkten Ausbeutung in den Vereinigten Staaten vorüber sein müssen. Grüße der amerikanischen Armee und Marine Weiter sprachen der Generalinspekteur der amerikanischen Armee, Generalmajor Preston, und Konteradmiral Stirling, der Kommandeur der Brooklyner Marinewerft. Beide priesen die Verdienste Steubens um Amerika und würdigten eingehend die Mitwirkung der Deutschen beim Aufbau des Landes. Riesiger Beifall scholl auf, ale Stitling erklarte, die wundervoll funktionierende deutsche Flotte brauche sich ihrer Tätigkeit im Weltkriege durchaus nicht zu schämen. Er freue sich, zahlreiche Amerikaner deutscher Abstammung in der amerikanischen Marine zu haben. Man müsse sich fragen, wie angesichts der großen Verdienste der Deutschamerikaner die deutschfeindliche Hysterie beim Eintritt Amerikas in den Weltkrieg überhaupt erklärbar sei. Als sodann Botschafter Dr. Luther das Rednerpodium bestieg, wurde er erneut lebhaft umjubelt. Vereinzelte Störungsversuche kommunistischer Elemente wurden von donnernden und dreifachen Heil=Hitler=Rufen übertönt. Im Ru waren die Störenfriede an die Luft befördert. Dr. Luther überbrachte zunächst die Grüße des deutschen Volkes. Er zollte sodann dem noch heute lebendigen Pioniergeist Amerikas, seinem mit religiösen und kirchlichen Kräften in engem Zusammenhang stehenden Staats= und Familienleben und seiner starken Hingabe an alle Kräfte geistiger und technischer Betätigung hohes Lob. Der Botschafter bat die Anwesenden, stets der Wahrheit über Deutschland nachzuforschen. Er erinnerte an die Wucht und Kraft des Geschehens in Deutschland, an die Bekämpfung der Erwerbslosigkeit und insbesondere an die großen Friedensbemühungen des Reichskanzlers Adolf Hitler. Der feste nationale Zusammenschluß der ungeheuren Mehrheit des deutschen Volkes gelte nur der Verteidigung der eigenen Ehre und des eigenen Daseins Deutschlands. Das Verlangen nach wirklicher Gleichbe rechtigeung sei so selbstverständlich, daß es keinerlei Begründung bedürfe. Der Botschafter schloß mit dem Ausdruck der Hoffnung auf eine enge Zusammenarbeit aller Völker der Erde an den Menschheitsgütern der Wohlfahrt und des Friedens. Als Dr. Luther endete, brachen die Versammelten spontan in brausende Heil=Hitler=Rufe aus. Der stellvertretende Vorsitzende des Nationalrates der Steuben=Gesellschaft, Theodore hoffman, wandte sich in setner abschließenden Rede mit Schärfe. gegen die deutschfeindliche Propaganda berufsmäßiger Agitatoren und gewisser Zeitungen. Schärfstens verurteilte er den Schandvertrag von Versailles. Mehrere Eutschließungen wurden von der gewaltigen Versammlung einstimmig angenommen, die sich gegen den Boykott deutscher Waren, gegen die antideutsche Propaganda und die Versuche deutschfeindlicher Kreise wenden, die amerikanische Regierung gegen Deutschland zu beeinflussen. „Kraft durch Freude“. Rein Honkurrenzunternehmen für das Vergnügungsgewerbe Anläßlich der Verkündung des großen Planes für die Freizeitgestaltung„Kraft durch Freude“ durch den Führer der Deutschen Arbeitsfront Staatsrat Dr. Ley war in manchen Kreisen, vor allem des Vergnügungsgewerbes, die Befürchtung aufgetaucht, daß die Veranstaltungen der Freizeitgestaltung als Sonderveranstaltungen eine erhebliche Konkurrenz für das freie Vergnügungsgewerbe und die darin Tätigen bedeuten könnten. Wie das B9Z.=Büro meldet, werden in unterrichteten Kreisen diese Befürchtungen entschieden zurückgewiesen und als völlig grundlos bezeichnet. Wer etwa annehme, daß die neue Freizeitgestaltung darauf hinauslaufe, den breiten Schichten des deutschen Volkes, bezw. vor allem der Arbeiterschaft Sonderveranstaltungen auf den vielen Gebieten der Feierabendkultur zu geben, der mißverstehe die Grundgedanken des Wortes„Nach der Arbeit“. Der Grundsatz dieser Neuschöpfung sei ja gerade der, daß nicht wieder die Arbeiterschaft durch„Sonderveranstaltungen“ aus dem Kreise der Volksgenossen abgesondert werde, sondern daß vielmehr diese breiten Schichten, die bisher durch den Marxismus abseits gehalten wurden, nunmehr auch in der Freizeitgestaltung tatsächlich in die Volksgemeinschaft einbezogen werden. Das lasse sich auf keine andere Weise so gut erreichen wie auf die, daß die bisher abseits gehaltenen Millionen nunmehr die Möglichkeit erhalten, die regulären Veraustaltungen künstlerisch=kultureller Art usw. zu besuchen. In vorbildlicher Weise sei dieses Problem bereits dieses Jahr anläßlich der Bayreuther Festspiele gelöst worden, wo Lausende von bedürftigen SA= und SS=Männern bezw. Parteigenossen, die sonst nie im Leben Gelegenheit gehabt hätten, so hochste hende Kunstgenüsse sich zu verschaffen, Freikar- und andere Ermäßigungen erhielten und dadurch in die Lage kamen, obwohl sie arme Volksgenossen waren, doch an einer Spitzenveranstaltung deutschen Kunst= und Geistesleben teilzunehmen. Das Ziel liegt nun darin, daß durch gewisse Verbilligungen, etwa durch gelegentlichen Gagenverzicht führender Künstler usw., es ermöglicht wird, daß die regulären Veranstaltungen der Freizeitgestaltung den wenig bemittelten Volksgenossen zugänglich gemacht werden. treten Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben werden kann. Der Reichsbankpräsident hat seinerseits den Gläubigervertretern mitgeteilt, daß er für eine entsprechende Ausführung dieser Erklärung Sorge tragen werde. Künfllernachwuchs im Dritten Reich Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, hat der preußische Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung in einem Erlaß, der die Regelung des Reichsgesetzes gegen die Ueberfüllung der deutschen Schulen und Hochschulen vom 25. April 1933 zugrundelegt, Bestimmungen über die endgültige Zulassung nichtarischer studierender an den staatlichen Kunstschulen und Akademien, Meisterateliers, Hochschulen für Musik und den Meisterichulen für musikalische Komposition getroffen. Die Vorschriften des Erlasses nahmen diejenigen Reichsdeutschen nichtarischer Abstammung aus, deren Vater im Weltkriege an der Front für das Deutsche Reich oder für seine Verbündeten gekämpft hat, sowie Abkömmlinge aus Ehen, die vor Inkrafttreten des Gesetzes geschlossen sind, falls ein Elternteil oder zwei Großeltern arischer Abstammung sind. Der Anteil der nichtarischen Studierenden darf auch an diesen Schulen und Akademien den Hundertsatz von 1.5 der Gesamtheit aller Studierenden nicht über schreiten. In dem Erlaß heißt es dann weiter, daß in erster Linie nach diesen Bestimmungen von den zuzulassenden Bewerbern nichtarischer Abstammung nur diejenigen zu berücksichtigen seien, deren persönliche und künstlerische Eignung zum Studium feststeht. Das Zugehörigkeitsverbot für 52 zu Klubs Von maßgebender Seite wird zu dem Erlaß des Stabschefs Röhm über das Verbot der Zugehörigkeit von SA- und SS=Mitgliedern zu Klubs erklärt, daß dieres Verbot, wie aus dem Wortlaut auch eindeutig hervorgeht, sich selbstverständlich nur auf polttische Klubs bezieht Richt betroffen wird die Zugehörigkeit zu Sportund anderen unpolitischen Organisationen. Der Stabschef der SA hat, wie die RSK meldet, eine Verfügung erlassen nach der der Zu gehörigkeit“ von Angehörigen der SA und SS In wenigen Zellen Der italienische Botschafter überreichte dem Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, Dr. Göbbels. im Namen des Königs von Italien den Orden der Krone von Italien zugleich mit einem persönlichen Schreiben des italienischen Regierungschefs, in dem Mussolini Reichsminister Dr. Göbbels seinen herzlichsten Glückwunsch übermittelt. Zum Jahrestag der Seeschlacht bei den Falkland=Inseln hat der Polizeipräsident die Umbeneunung mehrerer Straßen Berlins nach Männern der alten Marine verfügt. Die umbenannten Straßen liegen in unmittelbarer Nähe des alten Marinegebäudes, in dem sich heure das Reichswehrministerium befindet. Die Saarbrücker Zeitung meldet aus dem saarpfälzischen Dorf Walsheim, daß die dortigen Gemeinderäte geschlossen zur Deutschen Front übergetreten sind. Auch die bisherigen fünf sozialdemokratischen Gemeinderäte haben ihren Uebertritt zur Deutschen Front erklärt. Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda und Präsident der Reichskulturkammer, Dr. Josef Göbbels, hat den Vorsitz des Preisgerichts in dem Journalisten= Wettbewerb„Mit Hitler in die Macht“ übernommen, der von dem Reichspressechef der RSDAP, Dr. Otto Dietrich, für die deutschen Journalisten und Zeitungsleser ausgeschrieben worden ist. Der Führer der Hitler=Jugend des Saargebiets hat alle bisher der Hitlerjugend unterstellten Spielscharen, Tanzkreise usw. in einer SaarSviel=Gemeinschaft zusammengefaßt. Zum Führer dieser Saardeutschen Spielgemeinschaft wurde der bisherige Führer des in der HitlerJugend, aufgegangenen Jugend-Verbandes „Deutsch=Saar", M. Sauer=Bölklingen, ernannt. Der Reichsverband der evangelischen Eltern= und Volksbünde trat in Wittenberg zu einer Führertagung zusammen. Die Verhandlungen beschäftigten sich mit der Einordnung des Reichselternbundes in den Neubau der Kirche. Professor D. Hinderer wurde als Führer des Reichselternbundes bestätigt. Zu Ehrenmitgliedern des Führerrates wurden die bisherigen Vorsitzenden Erz. Conze und Senatspräsident Radtke ernannt. zu Arbeiterorgantsationen nians mehr im Wege seit. Wie die RSK meldet, gibt der Oberstlandesführer der SA=Reserve II bekannt: „Aus mir zugegangenen Nachrichten ersehe ich, daß von gewissen Organisationen Vereine und Verbände ehemaliger Heeresangehöriger unter Androhung der Auflösung der Vereine oder unter anderem Zwang zum Anschluß aufgefordert werden. Ein Anschluß an solche Organisationen, der von den Vereinen nicht freiwillig gewünscht wird, hat in Zukunft nicht mehr stattzufinden. Weitere Anordnungen über einen Zusammenschluß der Vereine zu„Mitteilungszwecken“ werde ich erlassen. Ich habe Veranlassung, auf die Verfügung der Obersten SA=Führung über„Vereinsmeierei" besonders hinzuweisen. Der Oberstlandesführer: gez. Reinhard.“ Kundgebungen Roosevelts zur Aushebung der Prohibikiousgesetze Prästdent Roosevelt hat eine Proklamation erlassen, in der die Abschaffung der Prohibitionsgesetzgebung angekündigt wird und die amerikanischen Bürger aufgefordert werden, mit der Regierung in dem Bestreben zusammenzuarbeiten, die Hochachtung vor dem Gesetz dadurch wiederherzustellen, daß alkoholische Getränke nur bei im Besitz einer Verkaufsgenehmigung befindlichen Stellen gekauft werden. Roosevelt ersucht ferner die einzelnen Bundesstaaten, unter keinen Umständen die Wiedereinrichtung der sogenannten „Saloons“, sei es in der alten oder in einer modernen Aufmachung zu gestatten. Der Präsident erklärte weiter in der Proklamation: Wir werden das Unwesen des Alkoholschunggeltums und sonstiger auf Kosten einer guten Verwaltung des Gesetzes und der Ordnung betriebenen Profitmacherei endgültig ausrotten. Ansprache auf einer protestankischen Kirchentagung Präsident Roosevelt hielt eine im ganzen Lande durch Rundfunk verbreitete Ansprache vor einer Vereinigung von 25 protestantischen Glaubensrichtungen, die zurzeit anläßlich ihres 25jährigen Jubiläums in Washington eine Tagung abhält. Roosevelt erklärte, daß die Kirchen jeder Glaubensrichtung, einschließlich der jüdischen Religion, mithelfen müßten im Kampfe für soziale Gerechtigkeit. Rooievelt benutzte den Anlaß, um die kürzlichen Lynchjustizfälle scharf zu verurtellen, die er als kollektlvistischen Mord und flagrante Verletzung des Gebotes„Du sollst nicht töten“ brandmarkte. Die Regierung garantiere allen Kirchen, so schloß der Präsident, den Ariern wie den Juden das Recht, Gott in ihrer eigenen Weise anzubeten; aber die Kirchen könnten infolgedessen um so bestimmter die Gläubigen die neuen sozialen Ideale lehren. Schule und Politik an der Saar Der Prozes gegen Kommerzienrat Röchling wegen eines Flugblattes ** 0sla har nnr 21 In Saarbrücken ist—. Dr. h. e. Röchling das bereits angekündigte Strafverfahren eröffnet worden. Die Anklage beschuldigt ihn der„Aufreizung der Bevölkerung und Beleidiguns“. Hermann Röchling hatte durch ein von ihm verfaßtes Flugblatt die Saarbevölkerung aufgesordert, ihre Kinder nicht in die französischen Domanialschulen zu schicken. Zwei Vergleute m Velsen, deren Kinder in die französische Schule gehen, glaubten in dem Flugblatt„grode Beleidigungen und provokatorische Drohungen“ er blicken zu müssen. In der gleichen Angelegenheit sind ferner angeklagt der Verlagsdirektor Hall von der Saarbrücker Landeszeitung und drei Flugolattver teiler.„ In der Verhandlung betonte Kommerzienrat Röchling, daß sein politischer Kampf stets der Schulfrage als einer der wichtigsten gegolten habe, weil jeder Bergmann entlassen würde, der seine Kinder auf eine andere als die französische Schulz=Gahmen kun. bestrektet dieses, gibt aber uu. demale die ersten mithgllichen Vertiuge aust sie Aihen und Sisce lcheauch un Kier. 5000 Entlassungen aus Sammellagern vor den Weihnachtstagen Der Preußische Ministerpräsident hat in seischickt: daraufhin bekam er Arbeit. Frau Stiebiy ner Eigenschaft als Chef der Geheimen Staatssagt aus, ihrem Manne sei vom Leiter der Grube polizei an die Inspekteure der Geheimen StaatsHeinitz Arbeit versprochen worden. Dess iem polizei ein Schreiben, Vertchtsr, ig, erg, 5, beißt: Kinder ausübte. Die Verteidigung hat nur zwölf Zeugen zu diesem Thema benannt, obwohl sie, wie erklärt wird, mehr als 70 Fälle hätte vorbringen können. Der Bergmann Morchette hat seine Kinder aus der deutschen Schule herausgenommen und in die französische schickt; daraufhin bekam er Arbezt, Frau Stiebttz Heinin Arbeit versprochen worzen.7 Kinder zur französischen Schule kämen. Sie taten das auch, und innerhalb acht Tagen hatte der Mann Arbeit. Stiebitz hatte vorher seine Kinder aus der französischen Schule herausgenommen, worauf die Familie Wohnung und Arbeit verlor, wie vom französischen Schuldirektor bereits vorher angedeutet worden war.— Sieben weitere Bergleute und Grubenangestellte führen ebenfalls Fälle an, in denen die Weigerung, die Kinder in die französische Schule zu schicken und der Verlust der Arbeitsstätte zeitlich so nahe zusammenliegen, daß ein Zusammenhang zwischen bei den Ereignissen als sicher angenommen werden müsse. Das Gericht verkündete, dem Antrage des deutschen Lergte und seber einzelnen Beztes insbesondere der Pg.=Aerzte— um die Vollegesundheit in vollem Umfange zu würdigen. E habe in seiner Rede zu den Rethoden, der Schulmedizin und der Naturheilkunde Stellung genommen und dabei die Asgirzggzre giert Meh im Interesse der Volksgesundheit die Naturheilkunde den ihr gebührenden Vang, erhatten sich bentenleiia an befruchen Hüten. In der un, Srtenung der Birlisen SaurFesheneischer energischer Ausmerzung eines instematischen Studiums wisse er sich eins mit Volksgesundheit verantwortlichen Stellen, insbesondere mit dem Reichsführer der deutsche Aerzteschaft, Dr. Wagner. Nwer auf ein underean.—v—o?* Schule gab. Geheimrat Röchling wies auf einen Das Gericht verkündete, der Erlaß der Regierungskommission hin, der einen Staatsanwalts entsprechend, den Druck auf die Eltern der Kinder als unzulässig„„ bezeichnete und betonte mit Nachdruck, daß diese Verordnung und eine entsprechende Bekanntden seit Aich esx. Prsbricher. Selech. be e Flugblattes gegriffen, das nur für deutsche Eltern bestimmt gewesen sei, die ihre Kinder schon in die Domanialschulen schicken. Die Flugblattverteiler Mercher, Hillmann und „ haß nie FlugFreispruch sämtlicher Angeklagten auf Kosten der Landeskasse. Aus der Begründung ist hervorzuheben, daß das Gericht bei dem Angeklagten Röchling sowohl den objektiven als auch den subjektiven Tatbestand der Aufreizung einzelner Teile der Bevölverneinte.„ 41— Es sei unzweifelhaft, daß ein Druck auf die A mtien abhängigen VerDie Gingklattverteller, Nercher, Litz garg umw..— A.2—eradirektion abhängigen Per Didw bekunden übereinstmnend, baß die Flug, Lon.n zum Fesuche der Domanialschulen ausge läituer auitf egoroertafzundort gaschrugen wurden übt worden st. La sei auch erwiesen, daß di Eltern mit Domanialkindern getragen wurden oder zu solchen, bei denen in dieser Beziehung Gefahr bestand. Der Bergmann Vorscheid, der sich laut An klageschrift beleidigt gefühlt hat, daß er das Flugblatt nur auf eigenes Anfordern bekommen hat. Es stellt sich ferner heraus, daß Dorscheid den Antrag auf Erwerb der französischen Staatsangehörigkeit gestellt hat und daß der andere Antragsteller, Bergmann Kohler, sie bereits besitzt. Beide gehören natürlich der separatistischen saarländischen soziglistischen Partei an Am Nachmittag wurde eine Anzahl Zeugen übt worden ist. Es sei auch erwiesen, daß die Kinder, die die Franzosenschulen besuchten, im späteren Daseinskampf nicht mit denjenigen konkurrieren könnten, die die deutschen Schulen besucht haben. Seiner ganzen Einstellung entsprechend habe Röchling daher vor dem Besuche dieser Schulen warnen müssen. In der Beleidigungsklage Kohlers und Dorscheids liege eine Beleidigung beider nicht vor, da Kohler als naturalisierter Franzose nicht durch ein an Deutsche gerichteter Flugblatt heleidigt werden könna. Auch Dorscheid habe sich durch seinen Antrag auf Aufnahme in die französische PekLEALaN, nam Sientichfum dbStaorzösteperschaeft bereits unm Deustun ab. waltung einen Druck auf die Eltern deutscher gewendet. Im Hinblick auf das günstige Ergebnis der Reichstagswahl, insbesondere in den Konzentrationslagern, und aus Anlaß des Weih nachtsfestes habe ich die Absicht Entlassungen aus den Konzentrationslagern vorzunehmen. Ich halte es bei der Beruhigung der innerpolitischen Lage und im Hinblick auf die abgeschlossene Stabilisierung des nationalsozialistischen Regimes für tragbar, auf diese Weise bis Beihnachten n#ch,z#n 5000 Gefangene zur Entlassung Damit die Entlassungen ihren Erziehungszweck nicht verfehlen, haben sie als Sammelentlassungen zu erfolgen, wobei Beauftragte der Geheimen Staatspolizei oder die Lagerkommandanten gehalten sind, die versammerten Gefangenen auf die Gründe dieser merner Anordnungen hinzuweisen. Die zur Entlassung kommenden Gefangenen sind insbesondere über meine Absicht aufzuklären, sie dem Wunsche des Führers entsprechend wieder in die nationalsozialistische Volksgemeinschaft einzuordnen. Sie sind aber auch nicht im unklaren darüber zu lassen, daß ich mit rücksichtsloser Strenge diejenigen, die die Großmut des nationalsozialistischen Staates erneut mit staatsfeindlichen Treibereien entgelten, in unnachsichtlicher Weise und für immer unschädlich machen werde. Wie das Geheime Staatspolizeiamt hierzu mitteilt, betrachtet der Preußische dent diese Entlassungsaktion als einen Versuch, den er zu wiederholen gedenkt, falls die Entlassenen nicht rückfällig werden. Vor allem sollen Bäter von mehreren Kindern entlassen werden, falls nicht schwerwiegende Gründe dagegen bestehen. Reichsminister Heß zur praktikerfrage Die Schwarzbrennerei Schulz=Gahmen Recht hngectiose ur dn Braikannen— Der Sahn uinm die Schuld men, fünf drei Vor der Großen Strafkammer in DortBrennmeister Hugo Klaus sowie weitere Angeklagte. Während die brei erstgenannten Schwarzbrennerei und Steuerhinterzie hung angeklagt, sind die übrigen Angeklagten der Beihilfe bezm. Hehlerei angeklagt. Scheigeshahmen führte zu seiner Verteidigung aus, daß er niemals von der Schwarzbrennerei sowohl, wie von der durch Abgabe einer falschen Vermögenserklärung festgestellten SteuerZhuge eze u# wußt habe. Als er im Jahre 1920 für das Zen trum in den Reichstag gewählt war, Huve er seinem Sohne die Leitung des Brennereibetriebes übertragen. Seine als Abgeordneter habe, a., nicht gxnigg. licht, daß er sich um einzelne Geschäftsvorgänge habe kümmern können. Durch den der Reichsregierung vorliegenden Entwurf für das Heilpraktikergesetz wird endlich in entscheidender Weise die Frage der Kurierfreiheit in Deutschland gelöst werden. Leider ist, so schreibt das Wolffbüro, im Anschluß an die erste nationalsozialistische Lugung der Heilpraktiker in München durch unvollständige und unrichtige Berichterstattung in der Tadee gespresse der Eindruck erweckt worden, als habe Jahr 1925 über seinen Namen gekauft habe und der Jeitpun., I., In einer in der neuesten Nummer des Deute Se gun bee..##.#.## Lahr 1925 sch n Aerzteblattes veröffentlichten Erklärung alte, ehne bet aleringe duos Gelantgrauntum) wot Iu Gegenteil wise er die Verwdtense der davon berührt werde. erbkranken Nachwuchses Die Husführung des neuen Reichsgesetzes #— die Ausführung des Gesetzes zur Lebensgefahr verbunden ist. Ferner soll die Unerbkranken Nachwuchses sprach fruchtbarmachung nicht vor Vollendung des 10. eimn dem Staate die Dr. Gütt. Er führte u. a. aus: 1 Um dem Staate die Die Unfruchtbarmachung ist keineswegr gleich Möglichkeit der bedeutend mit der Kastration, sondern Kastration! Eingreifer nennt man die Entfernung der Keimdrüsen zu geben, sollen Aerzte und alle Personen, die selbst. Während die chirurgische Entfernung der sich mit der Heilbehandlung, mit der UnterKeimdrüsen eine körperliche und seelische Ver= suchung oder Beratung von Kranken befassen, änderung des operierten Menschen zur Folge#ur Meldung verpflichtet sein. Die Anzeige ist e bd de o e. u ne hat, ist dies bei der Sterliserung nicht der Fal. dem zuständigen Amtsarzt zu erstatten, dem die versinge babe Aimmern Gunen. 1 89., 2.44 harf die Unfruchtbor: Verpflichtung obliegt, den Antrog auf Unfrucht. Aus Freundeskreisen seten hm gelegegtlich Vor=I Bo9 S 1.., rorgenommen werden, wenn barmachung zu stellen, falls die betroffenen Perhaltungen genacht worden, daß seine Firna mit machung nur dann vorgenommen verden, wenn, vorun ,ix heren gesetliche Vertreiter es nicht niedrigeren Preisen als die Konkurrenz ope sie von einem Erbgel#tig= Pann#### chnen###kst tin und mor### seiner Ansicht nach zur habe, daß tatfächliche. 9— Schius sei renzpreise eingetreten würde. ner Vernehmung beteuerte mals, niemals von den unredlichen Vorkommnissen etwas gewußt zu haben. Schulz=Gahmen jum. hung en. Alkoholismus und schwere körperliche, erblich bedingte Leiden. Um das Gesetz zu verstehen, muß man sich den Sinn des Gesetzes vor Augen halten, der eindeutig und klar ist; 1. soll die Geburt solcher unglücklichen MenDie Kosten des Eingriff. trägt bei versicherten Personen die Krankenkasse, bei Hilfsbedürftigen der Fürsorgeverband, bei allen übrigen die Staatskasse. Hat das Gericht die Unfruchtbarmachung beschlossen und das Erbgesundheitsobergericht das erste Urteil bei einem etwaigen Einspruch aean dan 1lufruchthorznmachende Keine deutschen Verhandlungsvorschläge in Parie Cavas veröffentlicht am 7. Dezember Paris folgende Mitteilung: Nach einer im Auslande verbreiteten Meldung soll die deutsche Regierung gestern mittag am Quai d'Orsayf handlungsvorschlage unterbreitet haben. In maßgebenden Kreisen weiß man von einem derartigen Schritt nichts und sieht diese Nachricht als jeder Begründung entbehrend an. Der Londoner Korrespondent des echo de Paris meldet seinem Blatte, man rechne dort damit, daß binnen kurzem eine Konferenz Großmächte zusammenberufen werde, und zwar wahrscheinlich nach London Litwinoff in Berlin Aus Berlin, 7. Dez., wird berichtet: Der sowjetrussische Volkskommissar des Aeußern Litwin#### traf heute morgen, aus Rom kommend, mit dem fahrplanmäßigen Münchener Zuge um 8 Uhr auf dem Anhalter Bahnhof in Berlin ein. Zu seiner Begrüßung hatten sich eingefunden der russische Geschäftsträger in Berlin, Botschaftsrat Bessonow sowie der größte Teil der Beamten der russischen Botschaft. Im Auftrage der Reichsregierung begrüßte Legationsrat von Tippelskirch, der ferent für Rußland im Auswärtigen Amt, den russischen Außenminister. Frankreichs Finanzlage Die Kammerdebakte geht weiter In der Sitzung der französischen Kammer, die die Aussprache über die Finanzsanierungsvorlage fortsetzte, wies Einanzminister Vonnet daraufhin, daß zwar in sechs Wochen vier Milliarden Frank Gold aus den Kellern der Bank von Frankreich abgeflossen seien, daß aber die Währung nicht gefährdet werde, denn die Golddeckung betrage weiterhin 79 Prozent. Geldabfluß werde zum Teil verursacht durch die Beunruhigung des Auslandes. Dort gehe Spekulation gegen den Frank weiter. Frankreich werde den Goldstandard nicht anfgeben. Es sei und bleibe ein Gegner der Inflation. Der Abg. Malvy gab seiner Beunruhigung über die Gefährdung des parlamentarischen Regimes Ausdruck. Der frühere Ministerpräsident Dalagne erklärte darauf, er fordere seit Monaten, daß man die republikanische Verfassung rette. Er mache keinen Unterschied zwischen der Diktatur eines eines einzelnen Mannes und der der Gewerrschaften. Man müsse zwischen zwei Formen der Zivilisation wählen. Er spreche sich für die Freiheit des Individuums und gegen die Klassendiktatur aus. Die Weiterberatung wurde auf Freitog D“ sozialistische Kammerfraktion hat beschlossen, bei der Abstimmung über die Finanzsanierungsvorlage Stimmenthaltung zu üben. Feuer Menschen wurden Opfer der Flammen Aus unbekannter Ursache brach auf dem Abstellbahnhof Wesermünde=Speckenbüttel im Abspann= und Kesselhaus Feuer aus, das in den Behältern des Oelschalters reichliche Rahrung fand. Das Abspannwerk ist völlig abgebrannt. Vom Kesselhaus brannten der Dachstuhl und Boden nieder. 1. soll die Geburt solcher unglücklichen Men=erste Urteil bei einem erwaigen Einspr. ie lschon in Zukunft überhaupt verhindert werden, billigt, so ist der Unfruchtbarzumachende und az###.I von dem zuständigen Amtsarzt schri Damals harten sich staltte#.—.—2.### uug. und„„ G#kz. I von dem zuständigen Amtsarzt schriftlich Betriebsmittel bemerkbar gemacht. Er ha#r uxz 2. will das Gesetz die Familien und Angehö: aufzufordern, mulch doano die Wand Bor., H. einen Bonat.gen zur unendichen Leid und sahrlaungen /. aiuaurist knechabs von 14 Tagen in den biod de Loed, Vanr Rie haich luseichg den astasien Aeten Lode eprgz lel eht echscge Ge. Sehihisen eli e i. “ Sygu se, setou. L. iutz von Gochof wie bieher auch veiterhu die notnendige Pflege) wen unte) Anwendung unmitlelbaren Zwanger Verlust vor 35 00f Mark entstanden sei. Unter diesen Umständen habe er zu dem Hilfsmittel der Schwarzbrennerei gegriffen, aber lediglich um die laufenden Verbindlichkeiten decken zu können. Schulz=Gahmen gibt auch zu, Verkäufe nicht durch Die sehr der Gescherer u. Härten zu vermeiden, geht aus mehreren einschränkenden Bestimmungen hervor. So soll z. B. bei Personen, bei denen infolge hohen Alters oder aus anderen Gründen eine Fortpflanzung nicht mehr in Frage kommt, A Gain. ins SSterilifiernna überhaupt nicht Als dringend wird die Operetion im Sinne dieses Gesetzes in solchen Fällen anzusehen sein, bei denen die Gefahr besteht, daß sie sich ungehemmt fortpflanzen. Zusammenfassend kann gesagt werden, daß das Gesetz zur Verhütung erbkranfe AEEILINPT EI A. On Aus Kirschau(Oberlausitz) wird gemeldet: In der Wohnung einer Fabrikarbeiterin brach ein Stubenbrand aus, dem zwei Kinder im Alter von vier und fünf Jahren zum Opfer fielen. In das Bett der Kinder war zum Anwärmen ein heißer Ziegelstein gelegt worden. Das Bett geriet in Brand und bevor das Feuer bemerkt wurde, waren die Kinder ohnmächtig geworden und hatten schwere Verbrennungen und Rauchvergirtungen erlitten, so daß sie bald darauf starben. In Haag in der Daendelstraat brach in einem Wohnhaus ein Brand aus, der schnell eine solche Ausdehnung annahm, daß es den Bewohnern nicht moglich war, sich rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. Die 18 Jahre alte deutsche Hausangestellte Paula Becker und die drei bezw. sechs Jahre alten Söhnchen des Hausbesitzers Loewie kamen in den Flammen um. Loewie selbst und sein Bruder, die in der Verzweiflung vom Balkon des Hauses auf die Straße sprangen, mußten schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht werden. 5 Am Montag, dem 18. Dezember 1933, vorm 10 Uhr, wird Zimmer Nr. 3 der im Grundbuche vor Detmold 50. 37, Bl. 1811 auf den Namen der Ehefrau Toni Oppenheimer in Frankfurt a. M. eingetragene Grundbesitz, Garten„Doktorkamp“, in Große von 38 a 63 qm zwangsweise versteigert. Amtsgericht 1 Detmold. Oberförsterei Schieder. Landestheater. LICHTSPIELE .—.IC. Dezember, morgens 10 Uhr. in der Albert'schen Gastwirtschaft in Försterei Glashütte, Distr. Sandkuhle 28c, 276. Bu Nr. 1151/1333, 1341/1373. 1501/1536— 399.5 rm Kiod; 41 rm Knol. Ei Nr. 1471/1473, 1475 1485— 3 Stck. Nutzd. mit 2.79 fm. 2.8 rm Pfahlh. und Brennh; Esche Nr 2190— 1 Sick mit 0.57 fm(alter Einschlag; Distr. Greuse 26d. Fi Nr. 2/23. 26/45. 48/69, 71/81— 10 Sick mit 2.69 fm, 12 Sta. I., 20 Sta II. 22 Stg II., 11 Stg. 1V. M8 L. Försterei. Schieder, Distr. Hasselholz 20a, Bu Nr. 2180/2246, 2250/2253— 155 rm Klod., 5 rm Kupl.; Ahorn Nr. 2155/2159— 5 Sick. mit 0.79 fmr: Esche Nr. 2160/2161— 2 Sick Nutzh. mit 0.74 for: Ei Nr. 2162/2176— 4 Sick. Nutzn, mit 3.44 fm; 4,5 rm Pfahlh. u. Brennh. Die Nacht zumn f. deri Krimtnalstück in 5 Bildern von L. Zilah#. f. sei. 16 30 Uhr Melde hiermit neuhergestellte Verdindung an mit Nr. 3376 Zrou I. beidmon Detmold Hornsche Straße 37 Prima 1. 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ClemensGutberlet Detmold,-Lange Straße 8. Paulinenstr. 21. Lemgo, Mittelstr. 4 und 69.lamhare. Neuelorstr. 11. Steinheim, Marklstr. 18. Schieder Nr. 55. Lage, lange St. 81. Hern, Mittelstr. Schlangen, Detmolder Straße Böslagfeld, Marktplatz 6.-Baratrup. Spirituosen nur in den mit“ bezeichneten Filialen. Beslage Nr. 288 Livvische Tageszeitung Lipperland Glatteis Wenn jede Jahreszeit so ausgefallene Tage hat, an denen das Wetter eigentlich mit dem Kalender nicht so recht in Einklang zu bringen ist, warum sollte es dann im Winter anders sein. So hatten wir am Donnerstag einen ausgefallenen Wintertag zu verzeichnen. In den Nachtstunden fiel etwas Schnee, der sich dann in den früheren Vormittagsstunden in Regen verwandelte und als man seinen Weg ins Geschäft machte, da wehte ein frühlingswarmes Lüftchen. Aber der Schein trügt und so auch diesmal. Der vom Himmel fallende feine Regen verwandelte sich auf der Erde sofort in Eis und so hatten wir das, was man so gemeinhin Glatteis nennt. Die armen Fußgänger balanzierten durch die Straßen, als ob sie einen Eiertanz vollführen wollten und wenn man auch noch so vorsichtig ging, mit der Tücke des Schicksals mußte gerechnet werden. Wer einen auf's Pflaster fallenden Mitmenschen aus Schadenfreude belächelte, der mußte sich vergegenwärtigen, daß er im selven Moment den gleichen Purzelbaum schlug. Erst in den Nachmittagsstunden wurde es dann et was angenehmer. Es herrschte der richt ge, vor weihnachtliche Winterbetrieb in den Straßen mit all seiner Heimlichtuerei und Vorfestfreude. Die Sensation des Tages war, daß trotz unserer gutgemeinten Warnung in der Donnerstag=Ausgabe viele Hausbesitzer die nicht rechtzeitig von Schnee und Eis befreiten und ihrer Streupflicht genugten, und daß mit der Möglichkeit zu rechnen ist, daß die Polizei jetzt andere Seiten aufziehen wird. Wir möchten daher nochmals im Interesse der Hausbesitzer eindringlich auf diese Straßenvorschrift hin weisen. Wettervorhersage: Wollig, zeitweise auch bedeckt, nachts leichter Frost. Kein deutscher Volksgenosse ohne Ehristrose! Aufruf des Gauschatzmeisters An alle deutschen Das Weihnachtsfest steht vor der Tür! Tausende deutscher Seite zu stehen, bis auch se wieder zungemäglichteit gefunden eines jeden Einzelnen von uus. Niemand soll gern, niemand frieren! Jeder, und sei ärmste Volkogenosse, soll am„Weihnachtesek, wissen, hak das ganze deutsche Volk den Gedanken der Volkogemeinschaft auch durch die Tat zu bewei Um allen zu heisen und ihnen eine rende zu bereiten, soll im ganzen Deutschen Reiche eine in geschmackvoller Ausführung hergestellte Vertrieb gelangen. Es ist ein Gebot der Ka meradschaft und der Nächstenliebe, daß jeder Volks erwirkt. Er hilst damit Veinen ,uigigmng#.##e genossen und beweist seinen Sozialismus durch die Tat. Vor allen Dingen sollen die Eltern, Lehrerschaft und Heistlichkeit, die Kinder in geeigneter Weise anhalten, mit ihren Spargroschen durch den Kans einer„Christrose" ihren notleidenden deutschen Brüdern und Schwestern ein Weihnachtsfest bereiten zu helsen. Leuchtende Kinderangen werden Euch danken! Die Parole lautet: Kein deutscher Volksgenosse ehne Christrose! Heil Hitler! Vor der Großen Strafkammer: An 244esn Ein Prozeß mit politischem Ein Handelsbevollmächtigter von Dörentrup vor Gericht- Von Betruges und der Erpressung freigesprochen- Der Oberstaatsanw Mopilion eingelegt?- Der ehemalige Landespräsident Drate uld den Angestellte Heinrich Stachelhunge war kruyer..: dan Werken verlangen könne. bei den Dörentruper Sand= und Thouwerren beschäftigt und zwar als Beamter, doch dann wurde er nach der richtung des Klinkerwerkes Handelshevollmächtigter des Werkes. Er vertrat die Interessen des Klinkerwerkes und bereiste einen großen Teil des deutschen Reiches. Er machte mit den Dörentruver Sand= und Thonwerken einen Vertrag, in dem ihm die ihm zustehende von den Werken verlangen könne Im Verlauf des Gespräches spielte er dann auf die falsche Deklarierung der Klebmasse an, worauf ihm daß das eine böse Geschichte sei. Mir ja wohl bei dieser Geschichte nichts passieren können. Seien Sie vorsichtig, damit mir nichts passiert!“ Stachelhaus an den einen Vertrag, in dem ihm die ihm zusrehenee Daun schrieb Stachelhaus an orn Provision zugesichert wurde. Dann nahm er damaligen Aufsichtsratsvorsitzenden und LauVorschüsse und ging nun seinem Geschäft nach, Lespräsidenten Drake einen Brief, in dem es Er entvunpte sich als ein sehr tüchtiger Ve., am Schluß heißt:„Ich habe es verhindert, daß eine Anzeige an die Dörentruper S Vorschusse und gingnen„ 19 gf 22 Er entpuppte sich als ein sehr tüchtiger Ver käufer, jedoch gebrauchte er Vorschuß auf Vorschuß, bis er rund 11000 R.1 Vorschuß hatte. In dieser Zeit setzte dann die Wirtschaftskrise mit aller Macht ein. Wir wissen alle noch jene Zeit, wo die Arbeitslosigkeit lawinenartig anThonwerke gemacht wurde. Ich.w'gzeu#. aber nur beweisen, daß ich immer im Interesse des Werkes gehandelt habe. Ich bitte Sie um "— Zeit, wo die Arbeitslosigkeit lawinenartig an in Augsprache.“ schwoll, jene Zeit, wo Betrieb auf Betried si:] Zu gleicher Zeit aber schickte St. einen angelegt wurde. Naturgemäß gungen auch bei deren Brief an die Reichsbahndirektion mn St. die Umfätze zurück, während, die„#en Franrjurt a. M. in dem er mitteilte, daß auch blieben. Die Leitung der., ven z sg. L5 hen die Fucheschen Thonwerke, bei denen St. nun und Thonwerke eröffnete ihm, daß sie. de: Ixm. Ltig war. unter der starken Konkurrenz zu Preisrücgang nicht mehr die verexihertez leiden hätten, die wesentlich billigere Fracht; Pravisionen zahlen könne, St., Lomiheigmbrz sätze zahle. Wenn ihm strenge Vertranlichkeit dagegen, erklärte sich aber doch damit einwei.... Luut würde, wolle er den Ramen der eencen! betr. Firma mitteilen. Die Reichsbahndirektion Auf seinen Geschäftsreisen kam St. nun mit sicherte dem Angeklagten dann die erbetene einer Konkurrenzfirma in Verbindung, Lis Vextraulichkeit zu, worauf er mitteilte, daß die ihm ein Angebot machte, worauf St. die#########ner Sand= und Thonwerle gemeint Dörentruper Werke verständigte, die ihm dann kurzerhand die Kündigung zuschickte. Bald dar:. auf wurde ihm eröffget, daß er noch 11000 an erhaltenen Vorschüssen zurückzuzahlen habe und eine Klage gegen ihn angestrengt. St. beantragte nun die Bewilligung des Armenrechtes. Dieser Antrag wurde vom Landgericht in Detmold abgelehnt und auch das Oberlandesgericht lehnte den Antrag nach eingehender Behandlung mit der Begründung Darauf wurde die Reichsbahndirektion in Hannover verständigt, die nun ihrerseits einen Beamten nach Dörentrup entsandte, der aber noch nicht hinter die große SchieNot befände und nicht 309## Luth,#ch bin daindirekte Anertenp urV,.#. Shr p. Loörigen Verntgemoerteil eeromnen. dazu des Brieses bedienten. und des Beder Tatbestand der Erpressung truges gegeben. Sollte das Gericht aber mein führungen nicht folgen einen Beoseantrog behhnechern### teiberen Phretoren Nen und Prile!er wie die Prokuristen Hein und Schmidt ar Zeugen zu hören und die gesamten Bücher und Korrespondenzen der Sand. und Thonwerke zum Beweise dafur heranzuziehen, daß Stachelhaus dem Werk rund 11000 R.A schuldet und keinesfalls annehmen konnte, eine ernsthafte Segensorderung in gleicher Höhe zu haben. Was das Strafmaß nun anaebt, so muß gesagt werden, daß eine Erpressung auf eine ganz gemeine Gesinnung beruht. Zum andern aber muß dem Angeklagten zugebilligt werden, daß er noch nicht vorbestraft ist und Rot heraus gehandelt hat. Unter geeler# ständen beantrage ich eine Gefängnisstrafe## drei Monaten. Der Verteidiger, Rechtsanwalt Sonntag, ging dann auf das Ergebnis der heutigen Hauptverhandlung ein und zerpflückte die Anklage Punkt für Punkt und kam zu dem Ergebnis, daß der Angeklagte der aber noch nicht hinter die große Schie= auf jeden Fall freigesprochen werden misse. bung kam, die in der nachsten„Dgt. 12.! 8 Gericht beschäftigen wird. Dadurch kam damals der Stein noch nicht ins Rollen. Das Urteil mals der Stein noch nicht ind nouen.I das Oberlanbesgerich seynn mn murszo. 1„— 4#ler Vorgange war nun gegen St. des Gerichts kautete dann nach eingehenver Spseckrder Schactiuns unt dr Betbebtes) Der Ve. Abter wernchr erchchten Belkrüige und Veratung Der Vogrlagte nich brigeswrahen. sbrict, nweihen ugeshiekeur Aursder hnur u mrestorten. s.Jaer, Pri Geridhen er ie Tise er Erpressung bejaht hat und Angeklagte einen unzulässigen Druck auf Drake ausgeübt hat. Die Frage aber, ob sich der Angeklagte einen rechtswidrigen VermögensvorKreuner, schilderte dann die Unterredung teil verschaffen wollte, mußte das Gericht verin seinem Hause. Schließlich wurde noch der neinen. Es ergibt sich auf Grund der heutigen Buchhalter der Dörentruper Werke gehört, der Beweisaufnahme, daß der Angeklagte von unerklärte, daß er nie habe feststellen können, daß sand an die Behauptung gemacht hat, „ In. 4.s bie Zarhe.n.— Almime Laltskt ahrs —————** Die Vernehmung des Angeklagten g.. bner schilderte dann die Unterredt Lipper in Düsseldorf Am 1. Dezember hielt der Lipper=Verin in Düsseldorf in seinem Vereinslokal „Schadow=Keller“, seine Monatsversammlung ob. Die Versammlung war außerordentlich gut besucht und waren hierzu auch mehrere sich vorübergehend in Düsseldorf aufhaltende Lipper erschienen. Der Abend verlief recht angeregt, Vorträge, Gesang und Humor trugen das ihrige hierzu bei Großen Beifall erntete Herr Schriftleiter Haase=Horn mit seinem Vortrag schöne Livverland, besonders über die Extern keine als germanische Kultstätte und Heiligtum Herr Haase. der ebenfalls ein Kind unseres Landes ist, schilderte in packenden Worten die Schönheiten unseres Landes, er bat um Treue zu Heimat und ersuchte die Lipper en. dgs Frezade ihre Nachkommen immer wieder auf das Schone der Heimat hinzuweisen und ihnen diese zeigen. Küche und Keller des rührigen und Landsmannes Festing taten das Uebrige, um die Stimmung zu heben. Allen Landsleuten kann der Besuch der Vereinsversammlungen, die an jedem ersten Freitag im Monat stattfinden nur empfohlen werden. 29. ergab im wesentlichen die eingangs geschilder ten Vorgänge. Nur tauchte vollständig neu auf. daß sich der Angeklagte damit verteidigte, daß er immer geglaubt habe, daß seine Gegenforderung an das Werk die Forderung des Werkes vollständig aufhebe. Mit dem Abstrich der Provisionen habe er sich nie einverstanden erklärt, sondern stets dagegen protestiert. Zum andern aber seien die Buchungen nicht richtig vorgenommen worden. Den Brief an den Aufsichtsratsvorsitzenden und Präsidenten Drake habe er nur geschrieben, um mit ihm an einen Verhandlungstisch zu kommen und an die Reichsbahndirektion in Frankfurt a. M. habe er nur im Interesse seiner neuen Firma geschrieben, um die mit den Dörentruper Werken konkurrenzfähig zu machen. Die Vernehmung der Zeugen. Als erster Zeuge wurde der frühere Landespräsident Drake vernommen, der erklärte, daß er sich selber gesagt habe als er den Brief erhalten habe, daß ihm hier etwas zugemutet würde, was sich nicht gehört Ich habe auch das Gefühl gehabt, daß hier ein Druck auf mich ausgeübt werden sollte und daher dem Briefschreiber, geschrieben, daß er so „„„„ GTat Rbernus TGo. raten und schäldere der wissen gebieten. Der nächste Zeuge, Direktorl vor, daß er eine Gegenforderung habe. Im sichen einer Geldstrafe von 100 R.4. Gegen diesen Der Nationalsozialistische Lehrerbund tagte Der Rulionatsohlatsseesche Peoeseee. der Notverordnung, weil er aus wirtschaftdie geringe zur Verfügung stehende Jeit zwin=slicher Rot heraus gehandelt habe. Die gen jeden Erzieher zur Sichtung. Die 3 wichtig= Strafkammer verwarf aber die Berufung des sten Gebiete für die pädagogische Auswertung Angeklagten auf seine Kosten und beließ es bei seien der Weltkrieg, die Rassenkunde, der Bauer der Strafe von 100 R. 4. und Boden. Es sei notwendig, die wichtigsten Werke herauszustellen und sie einer kurzen Besprechung zu unterziehen, damit ein größerer!, 4 Monate Gefängnis wegen LehrlingsKreis von Erziehern darauf hingelenkt würde.! gißhandlung. Er streifte ferner den Gegensatz zwischen der!.„ Staatsbürgerkunde des alten Systems und der! Der Schmicdemeister August Sch. nationalsozialistischen Gemeinschafts, und strup hatte am 1. August seinen 15jährigen Staatsidee. Der Vortragende gab eine ausführ= Lehrling in brutaler Weise mißhandelt. Er liche Besprechung des Buches von Wollowitz:] schlug den Jungen mit der Faust ins Gesicht. Deutschland, Deutschland, nichts als Deutschland. versetzte ihm Fußtritte und verprügelte ihn In Zukunft sollen fortlaufend solche Buchbe= schließlich noch mit einer dicken Weidengerte sprechungen erfolgen. l und dem Hammerstiel. Wegen dieser Tat hatte Darauf hielt Lehrer Wort=Augustdorf einen ihn das Schöffengericht in Horn in eine GeMNEJ. Ki gegen spröde Haut erklärte, daß er nie habe feststeuen konnen, denfand au die Behauplung Stachelhaus annehmen konnte, daß die Forde: Forderung von Dörentrup besteht, aber nicht rung der Werke nicht zu Recht beständen. Da= in der Höhe. Er hat dann den Brief geschriemit war die Beweisaufnahme beendet und ben, bevor ihm Celle das Armenrecht vernun nahm. sweigerte mit der Begründung, daß die DurchOberstaatsanwalt Dr. Tornan“ lführung seines Verfahrens keine Aussicht auf Oberstagtsonwalt Dr. Tornox. Erfolg habe, da seine Gegenforderung zu Undas Wort zu seiner Anklagerede und recht besteht. Der Angeklagte war also bei der betonte, daß der Angeklagte durch den Brief Abfassung des Briefes subjektiv von der Richan Herrn Drake sich des Betruas= undtigkeit seiner Einstellung überzeugt. Der AnErpressungsversuchs schuldig gemacht geklagte mußte daher freigesprochen werden. habe. Die Tatsache, daß er durch diesen Brief! Wie wir ersahren, will der Oberstaatsanwalt einen ungeheuren Druck auf den damals imII H.h, imiianshsch. IIeteil Menchas seu„Die wirersahten, Win Set Gercyes— gegen dieses freisprechende Urteil Revision einlegen. einen ungeheuten=sn„ M 2 Brennpunkt der Ereignisse stehenden Aufsichtsratsvorsitzenden ausüben wollte, um seine Vorschüsse gestrichen zu bekommen, ergibt, daß er sich dadurch einen widerrechtlichen Vermögensvorteil verschaffen wollte. Die Antwort, die ihm Herr Drake gegeben hat, liegt bei den Akten. Der Angeklagte kann heute garnicht ernsthaft behaupten, daß er Gegenforderungen! Der Bürstenfabrikant F. aus Sylbach bei an die Dörentruper Sand= und Thonwerke! Schötmar war in Zahlungsschwierigkeiten gehabe. die die Vorschußforderung von rund raten und schuldete der Invalidenversicherung 11000 R.A decken. Durch die ganze in diesen noch rund 00 R.A. Er hatte seinen Angestellten S Zwei weitere Urteile Keine Invalidenmarken geklebt Am Mittwoch nachmittag fand im„Arminius= Hotel“ eine Versammlung des NSLB., Ortsgruppe Detmold, statt. Der Ortsgruppenobmann Dr. Schmidt eröffnete die Tagung mit dem gemeinsam gesungenen Kampfliede„Volks ans Gewehr!" Die Novemberversammlung stand, so führte Dr. Schmidt aus, unter dem Zeichen des 12. November. Der gewaltige Erfolg hat gezeigt, daß Hitlers Glaube der richtige war. Es sei nun die Pflicht eines jeden, am Aufbau des neuen deutschen Reiches mitzuarbeiten. In diesem Sinne Volk ans Gewehr für ein großes deutsches Vaterland. Als Gäste nahmen teil Kreisohmann Dr. Geisler und Kreiskassenwart HülsiggenNach kurzen Darlegungen des„Kre,skasen wartes über die Entrichtung der Mitgliedsbei träge und nach meiteren geschäftlichen Mitteilungen des Ortsgruppen=Obmannes hielt Stur dienrat Dr. Donnermann einen kurzen, Heit BehlerWot-angusseeer* Vortrag über Familienkunde unter besonderer Berücksichtigung der Sippschaftstafel. Der Ortsgruppenobmann Dr. Schmidt schloß die Versammlung mit dem Hinweis auf das Weih*: Dr. Donnermann einen rurzen, nachtsfest und mit dem Absingen des Horst er elel Treiehsen. Borag, ben de. MAlte un. i. e. 9 2 238. De gäcste Versommung iunder vin das Echoffengerichr in Horn in eine swrfängnisstrafe von vier Monaten genommen. Wegen der Hähe der Strafe hatte der Angeklagte Berufung eingelegt. so daß sich die große Strafkammer noch einmal mit diesen Dingen befaßte. Die Strafkammer verwarf aber die Berufung des Angeklagten auf seine###*— Bur in denlmman Aus der Lunderhauprstadt den 8. Dezember. der üppischen Maler und Bildhauer in der Iunsthalle des Landestheaters ist nur noch einige Tage geöffnet, sie wird am Sonntag, 10. Dezember, abends 18 Uhr geschlossen. Wer noch nicht dort war, sollte sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen und der Ausstellung einen Besuch abstatten. Es wird niemand die abwechselumgsreiche und interessante Kunststätte ohne eine innere Bereicherung wieder verlassen. Außerdem besteht dort die beste Möglichkeit zum Erwerb eines passenden Weihnachtsgeschenkes vom einfachen und billigen bis zum kostbaren Kunstwerk. * der Beutschen Beumten Ortsgruppe Detmold Die bis zum 10. Dezember abzugebenden Auffür den Anderen Freude machen... nahmeerklärungen Hier Beamten gen für den Reichsbund der Deutwerden fachschaftsweise gesammelt. gilt auch für die Ruhestandsbeamten. Fachschaftsleiter sind folgende Partei= und Amtsgenossen: 1. für die Landesbeamten(Regierung) und LedLehrer: Wöhning(Regierung); 2. für die Steuer= und Zollbeamten: Wunder (Finanzamt); 3. für die Reichsbahnbeamten: Haferkamp(Bahnhof): 4. für die Reichspostbeamten: Kotzenberg(Postamt); 5. für die Reichsbankbeamten: Penning(Reichs6. für die Kommunalbeamten und Beamte der Körperschaften des öffentlichen Rechts: Schröder(Stadtrat); 7. für die Justizbeamten: Schröder(Amtsgericht); 8. für die Forstbeamten: Förster Schröder(Regierung); 9. für die Polizeibeamten: Burghardt(Stadtrat). Alle Beamten(auch die Ruheständler) haben sich an den Leiter der Fachschaft zu wenden, der ### angehören oder angehört haben. * Aus dem Heute, Freitag, den 8. Dezember, 19.45 Uhr, Erstaufführung des sensationellen Schauspiels „Die Nacht zum 17. April“ von Ludwig Zilahy. hat hier ein Stück geschaffen, daß am Inhalt und Ausbau zu den Meisterwerken kriminalistischer Bühnendichtung gehört. Die 5 Bilder hochgeschraubter Spannung sind trotz ihrer Unheimlichkeiten von ergreifender Wirklichkeitsnähe.. Es ist ein echtes Wiener Milieustück mit dem großen Geheimnis des Hintergründigen:„Wer ist der Mörder". * Weihnachtsmärchen im Am Sonnabend, dem 9. Dezember, 16,30 Uhr, hält das liebe gute Christkind seinen Einzug ins Landestheater. Es bringt den Knecht Ruprecht, die lieben kleinen Engel, die lustigen Zwerge, die tanzenden Schneeflocken und die gute Himmelssee mit, um„Brüderlein und Schwesterlein“ ein herrliches Weihnachtsfest zu bereiten beim aroßen Lichterbaum! Spielleitung Otto Will=Rasing. Ganz kleine Preise. Karten täglich an der Theaterkasse. Ganz besondere Beachtung verdient noch der Schneeflockentanz und der Solotanz von Gerda Hunyady. Mittwoch nachmittag hatten die Soarkinder, die wieder einmal in unserem Lipperland eingekehrt sind, mit ihren Pflegeeltern ein frohes Beisammensein im Evangelischen Vereinshaus. Manch einer wird sich wundern, daß auch in den kalten Wintermonaten die Kinder von der Saar in unsere Familien gesandt werden. Denken wir aber daran, daß bis 1935, bis zur Abstimmung im Saargebiet möglichst jedes Kind einmal im Reich gewesen sein soll, dann ist es selbstverständlich, daß wir alles daransetzen müssen, auch jetzt schon möglichst viele Kinder zu uns zu holen. Daß die Kinder sich auch jetzt, trotz Schnee und Kälte wieder recht wohl bei uns ühlen, das sah man ihnen gestern an. Mit frichen, schon ganz rund gewordenen Bäckchen und trahlenden Augen saßen sie um den langen Tisch, alle munter und froh. Als man sie sah, da wußte man, die Kinder sind alle recht wohl versorgt, in jeder Beziehung, an Leib und Seele wird das Beste für sie getan. Die Evangelische Schulgemeinde, die auch diese Kinder wieder aus dem Saargebiet geholt hat, macht es sich zur Hauptaufgabe, für die evangelischen Kinder zu sorgen; denn der größte eil der Saarbevölkerung ist katholisch. Und wir begrüßen es außerordentlich, wenn wir im Lipperland die Kinder pflegen dürfen, die so ganz zu uns gehören, denn nicht nur das nationale und soziale Gefühl wollen wir im Kinde pflegen, die Seele wollen wir nicht vergessen. Da danken wir es der Evangelischen Schulgemeinde, daß sie sich so sehr um unsere Saarkinder bemüht. Wie wir hörten, hat sie sich zur Aufgabe gemacht, bis zur Abstimmung im Jahre 1935 etwa 1000 Kinder aus dem Soargebiet aufzunehmen. Auch gestern hat die Leitung der Evangel. Schulgemeinde wieder keine Arbeit gescheut, den Kindern diese frohen Stunden zu bereiten. Bei frohem Gesang unserer schönen Adventslieder und bei Koffee und Kuchen fühlten sich die Kinder so recht wohl. Den Höhepunkt erreichte das kleine Fest, als der Nikolaus, den die Kleinen mit bangem Herzen erwarteten, endlich erschien. Sein riesiger Sack ließ schon allerlei ahnen. Aber erst kam das Strafgericht! Was der Nikolaus doch alles wußte! Sogar das der Schorsch — und noch einige Jungens— na, wir wollen nichts verraten!— Nachher war's doch noch wunderschön, als der Sack geleert wurde und jedes seine große Düte neugierig besah! Zum Dank sangen dann die Kinder noch mit ihren frischen, frohen Stimmen, begleitet von der Kapelle des BDA. das Treuebekenntnis„Deutsch ist die Saar". Das kleine Fest klang aus mit dem letzten Vers: Ihr Himmel hört's Jung Saarvolk schwört's Wir wollen's in den Himmel schrein Wir wollen niemals Knechte sein. Nie Knechte sein. Einer, der mit dabei war. Aus den Lichtspielhäusern Landestheater=Lichtspiele „Hochzeit am Wolfgangsee“ Das berühmte St. Wolfgang in den Salzburger Alpen ist der Schauplatz für einen Großfild, der durch seine humorerfüllte Handlung seine große Ausstattung und seine einschmeichelnde Musik ein großer rauschender Erfolg im besten Sinne des Wortes in allen deutschen Städten gewesen ist und auch in den Landestheater=Lichtspielen in Detmold sein wird. In der wundervollen Bergwelt des Salzkammergutes, am Ufer des weltberühmten Wolfgangsees, spielt dieser sonnig=heitere Film — und als buntbewegte und szenenreiche Revue auf den Brettern eines Großstadttheaters, durchzogen und durchwoben von den einschmeichelnden Melodien Robert Stolzscher Musik. Von„Zwei Herzen im ¼=Takt“ über eine Reihe großer Erfolge wie„Ich will nicht wissen, wer Du bist“, hat Nobert Stolz seinen Ideenreichtum und seine Musikalität bewiesen. Sich selbst übertroffen aber hat er sich mit der Musik zu„Hochzeit am Wolfgangsee“. Diese Musik. diese Landschaft und dieser beglückend heitere Stoff mit Unterstützung der bestbekannten Darsteller, Namen wie Rose Stradner, Hugo Schrader, Gustl StarkEstettenbauer, Oskar Sima. Hans Junkermann, Else Elster, Max Gülstorff, Hansi Niese, Oskar Sabo, Ed. v. Winterstein u. a. m. lassen nur den einen guten Rat zu:„Kommen Sie alle in die Landestheater=Lichtspiele in Detmold. kommen Sie zwei Stunden mitfeiern, mitlachen, miterleben! Oetmolder Lichtspiele Im Zeichen des Kreuzes Ein Film mit 7500 Menschen— Herstellungskosten 8 Millionen Mark. Wissen Sie, daß Nero siebzehn Jahre alt war, als er den Thron bestieg, und erst einunddreißig Jahre als er starb? daß der Brand Roms im Jahre 64 nach Christi stattfand? daß bei diesem Brande, der sechs Tage und sieben Nächte dauerte, drei von den vierzehn Quartieren Roms vollständig zerstört wurden? daß von sieben anderen nur wenige Häuser übrig blieben? daß Poppäa, Neros zweite Gattin. von diesem im Zorn durch einen Fußtritt getötet wurde? daß mit dem Namen Neros die ersten Christenverfolgungen in Rom verknüpft sind? daß bis zum Brande Roms Nero von dem römischen Pöbel angebetet wurde, weil er verschwenderisch Geld und Getreide austeilen ließ und beinahe täglich beispiellos glänzende Spiele und Schauveranstaltungen abhalten ließ? daß Nero als Musiker, Sänger und Wettfahrer öffentlich auftrat und gierig danach strebte, mit Beifall überschüttet zu werden? daß Nero seinen Bruder und seine Mutter auf bestialische Weise durch Gift töten ließ? daß Nero sich im Jahre 68 von einem Freigelassenen auf der Flucht töten ließ, weil er zu feige war, sich selbst den Todesstoß zu versetzen? Dor Zilm:„Im Zoichen des Kreuzes“, der ao heute in den Detmolder Lichtspielen zur Erstaufführung kommt, wielt zur Zeit Neros und der Christenverfolgungen. Es wurden für denselben mehr als 7500 Komparsen verpflichtet. 10000 Menschen erhielten durch die Herstellung des Filmes Beschäftigung. 600 Kopien antiker Schmuckgegenstände und etwa 1500 metallene Rüstungsteile und Waffen wurden in einer eigens dazu errichteten Fabrik für den Film angefertigt. 12 Löwen und 18 Löwinnen wirken in den großartigen Zirkesszenen des Filmes mit. 8000000 Mark betragen die Herstellungskosten. R6KOV., Ortsgruppe Detmold Am Mittwoch, dem 6. Dezember fand im Horst Wessel=Haus eine Mitgliederversammlung statt. Pünktlich um 8 Uhr eröffnete der Obmann die Versammlung und hieß die etwa 250 erschienenen Kameraden und Kameradenfrauen willkommen. Zunächst„wurden einige innere Organisationsfragen besprochen und des ferneren darauf hingewiesen, daß auf Anordnung des Reichsführers Pg. Kamerad Oberlindober für die Unterbringung der erwerbslosen Kameraden das denkbar Mögliche getan werden müßte. Laut Verfügung des Reichsarbeitsministers soll für die Kameraden und Kameradenfrauen, die nicht im Erwerbsleben stehen, eine einmalige Weihnachtsbeihilfe gezahlt werden. Sodann wurde die Weihnachtsfeier besprochen, die am 17. Dezember im Horst Wessel=Haus stattfinden soll. Diese Feier soll würdig und schlicht und im nationalsozialistischen Sinne aufgezogen werden und allen Kameraden und Kameradenfrauen eine Quelle der Freude und Hoffnung sein. Im zweiten Teil hielt der Kamerad Bollhöfer einen Lichtbildervortrag über die Kriegsgräberfürsorge. Die tiefergeifenden Bilder unserer zwei Millionen Gefallenen machten auf die Versamm. lung einen ernsten Eindruck. Nach Schluß des Vortrages wurde zu Ehren der Gefallenen gemeinschaftlich das Lied vom alten Kameraden gesungen. Darauf wurde die Versammlung mit einem dreifachen Sieg=Heil auf den Führer und Frontkameraden Hitler geschlossen. * Detmolder Turnverein von 1860 Die Mitglieder der Alten Riege, Männer=, Spiel=, Fecht= und Frauenabteilung werden hierdurch zu einer Besprechung über die zu veranstaltende Weihnachtsseier auf Sonnabend, 9. Dezember d. I., abends 8,30 Uhr, in die Turnhalle, Werrestraße, eingeladen. Sämtliche Mitglieder, die die Absicht haben, an der Weihnachtsfeier teilzunehmen, müssen unter allen Umständen erscheinen oder bei dringender Behinderung jemand mit der Abgabe seiner Unterschrift beauftragen. Am Sonnabend erfolgt auch bereits die für die Weihnachtsfeier vorgesehene Auslosung der einzelnen Mitglieder. Zeutiche Arbeitistrent Am Sonntag, 10. Dezember, mittags 1 Uhr, findet im Saale des Herrn Glösemeier in Kirchheide eine öffentliche Volksversammlung der Deutschen Arbeitsfront statt. Es spricht der Kreisleiter der RSBO. Pg. Naudorf. Jeder deutsche Volksgenosse ist herzlich eingeladen. Gedenket der hungernden Vögel! „Die Bellder vom blauen Mond“. (Die Ratllesdose) Franz Karl Cepprioht be Nundh (68. Fortsetzung.) dr Polizeipräsident die verschiebensten Pläne in seinem Kopf herumwälzte, ohne zu einem bestimmten Entschluß kommen zu können, langte eine neue Hiobsbotschaft ein. Die Polizisten, die sich in Inspektor Fans Wohnung begeben hatten, um dort nach ihm zu suchen, fanden diese versperrt vor. Da ihnen dies verdächtig schien, brachen sie die Tür ein und drangen in die Wohnung. Dort fanden sie die alte Wirtschafterin des Detektivs vor Schreck halb tot in ihrem Bett auf. Ihr ganzer Körper war mit starken Schnüren umwunden, im Mund hatte sie einen Knebel, an dem sie beinahe schon erstickt wäre. Sie glich einem hilflosen Paket, und es bedurfte erst der langen Bemühungen eines Arztes, um sie wieder so weit herzustellen, daß sie eine Aussage machen konnte. Was sie zu erzählen wußte, war wenig genug. Bald nach dem Weggehen des Inspektors in der Frühe läutete es an der Wohnungstür. Kaum hatte sie diese geöffnet, als sie von zwei Männern gepackt und gesesselt wurde. Dann hatten sich die Eindringlinge an die Untersuchung der Wohnung gemacht. Wie die Polizei nachher feststellte, hausten sie wie die Wilden. Alle Schubladen wurden aufgerissen, die versperrten Kasten einfach aufgebrochen. Joder Winke. durchsucht. Solbst die Einbände der Bücher zerfotzten sie, zerschlugen die Blumtöpfe und durchwühlten sogar die Erde. Nach zwei Stunden verließen sie wieder die Wohnung, ohne sich im geringsten um die Wirtschafterin des Inspektors zu kümmern. Das Erscheinen der Polizei war in der Nachbarschaft nicht unbemerkt gebkieben, und die Nachricht von diesem Ueberfall verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Natürlich erfuhr auch die Presse davon, und in den Mittagsblättern erschienen schon die sendationellsten Berichte Aber dieses neueste Ereignis. Fans Wirtschafterin, deren jahrelange böse Vorahnungen von Ueberfällen und Attentaten sich jetzt verwirklicht hatten, ließ ihrer Phatasie ungehemmt die Zügel schießen und gab den Zeitungsleuten bereitwilligst Auskunft. Das aber war für die Reporter eine ganz große Sache. Unter dem Kreuzfeuer ihrer Fragen brach die arme, geängstigte Frau vollkommen zusammen, sagte schließlich zu allem ja und Nieß die Journalisten auch in die Wohnung des Inspektors ein, wo in wenigen Minuten die Magnesiumwolben des Blitzlichtes der Pressephotographen eine greuliche Atmosphäre schufen. Bevor die Ueberfallene noch recht wußte, was eigentlich geschehen war, hatten die Sensationsjäger das Schlachtfeld schon verlassen, waren zum Telephon gestürzt und diktierten ihre Berichte. Eine Stunde später wußte die ganze Stadt, daß Inspektor Fan nach einer aufregenden Jagd von geheimnisvollen Banditen nach heftiger Gegenwehr tödlich verwundet fortgeschleppt worden war. „Die Sadt von Verbrechern bedroht!“, so hieß es in einem Blatte, und wieder einmal bemächtigte sich der Oeffentlichkeit Panikstimmung. Dalenbrogg raufte sich die Haare, denn in den nächsten Stunden glich sein Büro einem Tollhaus. Unaufhörlich ging das Telephon, liefen Anfragen ein, oder es wurden ihm angesehene Persönlichkeiten gemeldet, die er unmöglich abweisen konnte. Besonders die Geschäftswelt schien diesmal von Furcht erfüllt, und es verursachte riesige Aufregung, als einige große Juweliere in der City nachmittags die schweren eisernen Rollbalken herabließen. Auch die Bankhäuser waren beunruhigt und forderten für ihre Schalterräume polizeilichen Schutz.. Wenn Dalenbrogg alle Wünche erfüllt hätte, so wäre ihm für den Straßendienst kein einziger Mann geblieben. Der Polizeipräsident wehrte diesen Ansturm ab, so gut er konnte. Hunderte Male gab er die gleiche Auskunft, versicherte, daß kein Grund zu einer Beunruhigung wäre, daß es sich größtenteils nur um Gerüchte handle. Als Antwort bekam er das zu hören, was in den Zeitungen stand, und einige Bevorzugte, die es sich leisten konnten, auch einem Polizeipräsidenten zu sagen. was ihnen paßt, machten davon ziemlich ausgiebig Gebrauch, Als de Lakromy anrief, war Dalenbrogg schon am Ende seiner Kkäfte. Der Kanzler tobte vor Wut.„Die ganze Stadt ist in Aufruhr...!“ schrie er den Polizeipräsidenten durch das Telephon an.„Sie werden uns noch zwingen, den gesamten öffentlichen Sicherheitsdienst dem Militärkommandanten zu übergeben.“ „Tun Sie das!“ schrie Delenbrogg ebenso heftig zurück. Jetzt, nach seiner Demission ließ er sich auch dem Kanzler gegenüber vollkommen gehen. „Um mir diese Antwort zu geben, waren Sie zwölf Jahre Polizeipräsident?“ höhnte de Lakromy.„Noch sind Sie im Amt, noch tragen Sie die Verantwortung für die Sicherheit der Stadt. Ich wünsche Vorschläge, wie man die gespannte Lage klären kann.. das will ich wissen!“ Dalenbrogg umklammerte den Hörer des Apparates wie eine Mordwaffe. Er war weiß im Gesicht und bekam beim Sprechen sast keinen Atem. „Ich verbitte mir diesen Von. Epellenz... hören Sie, ich verbiite wir dos..* „s...! Die Stimme am anderen Ende des Drahten überschlug sich. Dann folgte eine kurze Pause. Der Kanzler schien einzusehen, daß er zu weit gegangen war, und sagte einlenkend:„Begreisen Sie mich doch... auch ich werde von meinen Kollegen im Ministerrat sortgesetzt interpelliert, das aber kann zu Verwicklungen führen, die mir gerade in diesem Moment höchst unerwünscht sind, da ich mich übermorgen auf meine Auslandsreise begebe. Für die Anleiheverhandlungen in Amerika aber benötige ich einen klaren Kopf und ruhige Nerven, darun will ich hier alles in Ordnung wissen, bevor ich wegfahre.“ „Aber, Exellenz, wir sind nun seit Monaten mit dieser Affäre beschäftigt, leider ohne viel Erfolg. da ist es doch vollkommen ausgeschlossen, daß wir bis übermorgen...“ „Es muß sein“, unterbrach de Lakromy schroff den Polizeipräsidenten.„Fan hat es mir überdies zugesagt.“ „Der Inspektor ist seit dem Ueberfall von heute morgen spurlos verschwunden. Wir befürchten das Schlimmste...“ Der Kanzler lachte.„Sorgen Sie sich nicht um Fan, der wird im richtigen Zeitpunkt schon wieder aufteuchen.“ „Exellenz irren sich, er ist in die Hände dieser Banditen gefallen.. „Ich glaube nicht daran... Fan ist zu schlau, um sich überLölpeln zu lassen... Trotzdem... es soll nichts unversucht Bleiben, um den Inspektor zu retten. Lassen Sie sofort eine hohe Prämie aussetzen für seine Wiederauffindung, sichern Sie tenen Leuten, die Angaben machen, Straffreiheit zu...“ „Wie hoch soll die Prämie sein?“ „Hunderttausend... nein, besser hundertfünfzigtaufend!“ Dalenbrogg entfuhr ein Ausruf der Ueberraschung.„Wie, hundertfünfzigtausend...? Tragen Sie für diese Summe die Verantwortung, Exellenz?“ „Gewiß, ich wünsche auch, daß sofort die Aufrufe gedruckt werden. Man muß Inspektor Fan auffinden, unter allen Umständen...!“ „Hoffen wir es. Ich werde selbstverständlich alles tun, was in meiner Macht steht, Exellenz.“ * Ein heftiges Nachtgewitter war über der Stadt niedergegangen. Trotzdem es nun zu regnen aufgehört hatte, war der Horizont noch von dichten Wolken bedeckt, die nicht den geringsten Sternenschimmer oder Mondstrahl durchließen. Wer aus dem Lichtkreis der elektrischen Straßenlampen trat, den umgab o tiese Finsternis, daß er sich nur mühsam vorwärtstaften Fortsetzung folgt. Aus den lippischen Städten Aus der Stadt Lage Aus der Stadt Blomberg Die Arbeiten im Amtshaus unterbrochen. Wegen des plötzlich eingetretenen Frostes mußten leider die Umbauarbeiten im Amtshaus unterbrochen werden. Hoffentlich tritt bald mildes Wetter ein, damit weitergearbeitet werden kann und die Beschäftigten ihre Arbeit wieder aufnehmen können. Vorboten für den Weihnachtsmarkt. Zu dem in den nächsten Tagen stattfindenden Weihnachtsmarkt sind die ersten Schausteller mit ihren Wagen eingetroffen. Außerdem rüsten auch die hiesigen Geschäftsleute für diese Veranstaltung. Sie werden auch mit hübschen Sachen als Geschenke für das kommende Weihnachtsfest aufwarten. Die Schaufenster werden dekoriert und zeigen schon die herrlichsten Sachen. Für die Kinder sind diese Tage recht unterhaltend. Stundenlang stehen sie vor den Fenstern und bewundern mit„Kennerblick" die ausgelegten Geschenkartikel. Vorsicht bei Glatteis! Bei dem eingetretenen Glatteis ist für Fußganger, Radfahrer und Autofahrer die größte Vorsicht geboten. Gestern konnte man beobachten, daß Kraftwagen, die auf dem Marktplatz zu schnell um die Verkehrssäule fuhren, ins Rutschen gerieten. Es ist nicht nur, daß die Autofahrer und deren Fahrzeuge Beschädigungen erleiden, sondern auch die Passanten werden dadurch gefährdet. Bei dieser Gelegenheit sei nochmals darauf hingewiesen, daß die Hausbesitzer verpflichtet sind, die Bürgersteige sauber zu halten. Für eotl. Schäden, die durch Nichtbefolgung dieser Verpflichtung entstehen, sind die Hausbesitzer voll verantwortlich. Spurlos verschwunden. Am 6. Dezember ist seltsamerweise die 47 Jahre alte Ehefrau Stegelmann aus Lage, die im Krankenhaus untergebracht war, nur mit einem Hemd und einem dunklen Mantel aus dem Krankenhaus entwichen und konnte noch nicht wieder gesaßt werden. Die Frau ist etwa 1.70 groß, hat blondes Haar und macht einen kranken schwächlichen Eindruck. Bei ihrem Auftauchen wolle man sofort die nächste zuständige Behörde verständigen. Amtsgericht In einer sehr kurzen Sitzung wurde gestern vor dem hiesigen Amtsgericht eine Strafsache erledigt. Der frühere Geschäftsührer M. aus L. hatte sich wegen Fohrlässigkeit zu verantworten. Dem Angeklagten wurde vorgeworfen, als Leiter einer Genossenschaft beim Herausbringen von Nährzwieback, der als hochwertige und beste Ware angepriesen wurde, die Prüfung nicht mit der nötigen Sorgsalt geführt zu haben. Bei der Unteruchung stellte sich später ein geringerer Nährwert heraus. Das Gericht erblickte darin eine Fahrlässigkeit des M. und verurteilte ihn zu einer Geldstrafe von 5 R.A. Schähmar Soldenes Arbeitsjubiläum. Der Ziegler veteran Heinrich Fromme. Storksbrede 7 kehrt am Freitag zum 50. Male in die Heimat zurück, nachdem er in Duisburg=Huckingen in dem Ziegeleibetriebe des Ziegeleibesitzers Wilhelm Schäfersnolte während der Kampagne schon vier Jahre lang tätig war. F. zog mit 14 Jahren zum ersten Male in die Fremde, um auf einer Ziegelei an der Unterelbe seinen ersten Lohn zu verdienen. Im Laufe der Jahre war er in Dänemark. Oldenburg, Hamburg, Bremen, Westsalen und Rheinland tätig. F. ist trotz der schweren Arbeit, die er in den 50 Jahren leisten mußte, körperlich noch sehr rüstig. Wir beglückwünschen ihn herzlichst zu seinem 50. Arbeitsjubiläum. Missionsfest. Am nächsten Sonntag, 10. De zember, gedenkt die Kirchengemeinde ihr jähr liches Missionsfest in der Kirche zu feiern und zwar durch einen Hauptgottesdienst, der um 9.30 Uhr morgens beginnt, und durch einen Nachmittagsgottesdienst, der um 3.30 Uhr anfängt. Im Hauptgottesdienst des Morgens wird Herr Missionsinspektor Ronicke die Festpredigt halten, des Nachmittags wird außer diesem Herr Pastor Scholten aus Bukoba sprechen. Der Kirchenchor, die gemischten Chöre und Posaunenchöre in der Gemeinde werden mitwirken. Schwalenberg Luftschutz tut not! Im„Bürgerverein“ fand seitens der hiesigen Ortsgruppe des Reichsluftschutzverbandes eine Besprechung statt. StudienRat Werwiek gab einen Ueberblick über den Stand und die bisherige Tätigkeit der hiesigen Ortsgruppe und wies darauf hin, daß es im Interesse der Sache liege, daß Vereine und Verbände korporativ sich der Vereinigung anschlössen. Ein erweiterter Vorstand soll gebildet werden. Anzustreben sei, daß auch hier Luftschutzräume geschaffen werden. Alsdann gab der Geschäftsführer Zürtz Anregung, daß die hiesige Ortsgruppe mehr in aktive Tätigkeit treten soll. Ein Lichtbildervortrag soll stattfinden und versucht werden, hierzu den Aus der alten Hansestadt Lemgo Kläschen vorüber! Nun ist auch Lemgos Karneval vorüber, auf das sich alle Bürger und die ganze Jugend der Nachbarorte schon vorher gefreut hatten. Inolge des schönen Winterwetters war an allen Tagen Hochbetrieb. Besonders groß war der Verkehr am Mittwoch. In den Eingangstraßen und auf dem Rummelplatz war ein Gedränge, daß man nur mit Mühe und Not hindurchkommen konnte. Es ist anzunehmen, daß die Schausteller ein gutes Geschäft gemacht haben. Gestern schien das Geschäft besonders gut zu sein. Bei einem Rundgang durch die Straßen sah man an einigen Ständen mehrere Käufer, die anscheinend den letzten Tag zum Einkauf benutzt hatten, um in aller Ruhe das Richtige auszuuchen. Aber auch die Gasthäuser sollten einen chönen Umsatz zu verzeichnen haben, denn oft konnte man kein Bein loskriegen und immer neue durstige Kehlen bestürmten die Lokale. Ganz unerwartet verlief der Markt auch ohne jeden Zwischenfall. Diebstähle und Keilereien, wie in früheren Jahren sind nicht zu verzeichnen. Wenn hier und da auch einige Besucher dem Alkohol mehr zugesprochen hatten, wie nötig war, und deswegen kleine Dummheiten begingen, so sieht man schon darüber hinweg, denn nur einmal im Jahre ist in Lemgo Kläschen. Und weil es eben so nett und schön war, freuen wir uns schon aufs nächste Mal. Aus der Tätigkeit des Nachtschutzes. Wie zweckmäßig und sogar notwendig der Nachtschutz ist, zeigt eine Monatsübersicht des „Nachtschutz Osnabrück". Im verflossenen Monat konnten die Angestellten des Nachtschutzes 90 Unregelmäßigkeiten verhindern und damit die Abonnenten vor Schaden bewahren. Krankenkassenbeiträge. Die Ortskrankenkasse weist darauf hin, daß die fälligen Beiträge für den verflossenen Monat bis zum 10. d. M. gezahlt sein müssen, da sonst Zuschläge erhoben werden. Vom Auto angefahren wurde am Mittwoch nachmittag ein junges Mädchen. Infolge der Glätte rutschte das Mädchen vom Bürgersteig und wurde vom Auto er faßt. Glücklicherweise ist es bei einem heftigen Sturz auf das Pflaster geblieben. Auto im Straßengraben gelandet. In der Nähe von Hörstmar fuhr ein aus Westfalen stammendes Auto in den Straßengraben. Anscheinend hatte der Fahrer sich einen Rausch auf dem Kläschenmarkt geholt und war ermüdet. Personen= und Sachschaden ist nicht entstanden. Nach längerem Aufenthalt konnte der Wagen mit Hilfe eines Pferdes wieder flott gemacht werden. Branddirektor Günther zu gewinnen. Pg. Pawelczik erläuterte alsdann die Tätigkeit zur Entgiftung bei Speisen und dergl. Erneut sollen Mitglieder geworben werden. Aus dem Amtsbezirk. Die im westlichen Bezirk des Amtes durchgeführten Sammlungen zur Winterhilfe zeitigten einen durchschlagenden Erfolg. Die Eintopfgericht=Sammlung erbrachte in Großenmarpe 50.50 R.A. in Kleinenmarpe 53 R.A. in Cappel 108 R.A. in Donop 54.50 R.A. Insgesamt ergab die in der Ortsgruppe Cappel durchgeführte Sammlung 266 Reichsmark. Von der Ortskrankenkasse. Im vergangenen Monat konnte die Allgemeine Ortskrankenkasse Blomberg einen Zugang von 51 neuen Mitgliedern verbuchen. Abmeldungen erfolgten 46. (Arbeitslose.) Der Krankenbestand betrug 38. (Im Vormonat 27.) In stationärer Behandlung befanden sich zwei Kranke. Der Mitgliederbestand betrug am 1. Dezember 2039. Aus der Bewegung. Auch hier wurde vor einigen Tagen eine Jungmädchengruppe gegründet. Die Ringführerin Frl. MeierElbrinxen gab einen Ueberblick über Zweck, Ziel und nähere Aufgaben der Mädchengruppe. Mit der Führung wurde Ilse Krausmann bestimmt. Insgesamt sind bis jetzt über 20 Mädels angemeldet. An die Eltern ergeht das Ersuchen. ihre Töchter der neugegründeter Gruppe zuzuführen. Hausplakette Aus der Salzestadt Bad Salzuflen Eine Stadtverordnetensitzung findet heute nachmittag 6 Uhr gemeinsam mit dem Stadtrat und dem Betriebsausschuß statt. Auf der Togesordnung steht die Gasversorgung unserer Stadt. Anschließend vertrauliche Sitzung. 75 Jahe alt. Das 75. Lebensjahr konnte gestern eine bekannte und geschätzte Mitbürgerin, Frau Witwe Johanne Meierjohann, Ortstraße 1, in noch stau. nenswerter Rüstigkeit vollenden. Der Jubilarin gelten zu ihrem heutigen Ehrentage auch unsere herzlichsten Glückwünsche! Der Kurparksee ist für den Wintersport freigegeben. Am Mittwoch herrschte hier bereits ein starker Verkehr. Und gestern früh hatten sich noch mehr eingefunden, um sich dem Vergnügen des Schlittschuhlaufens hinzugeben. Wer wollte auch fehlen, wenn eine so schöne Eisbahn lockt. Unfall. Auf der Ahornstraße stürzte infolge der Glätte eine Frau so unglücklich, daß sie sich eine Verletzung am Kopfe zuzog und für kurze Zeit die Besinnung verlor. Bhuneh Anstecknades Eine Schlägerei entstand auf dem Bahnhofsvorplatz. Als der Bauführer verhindern wollte, daß ein Gespann noch den Platz überquerte, weil hier gearbeitet wurde, griff ein Kraftwagenführer, der völlig unbeteiligt war, den Bauführer tätlich an und verletzte ihn am Kopf. Da sich noch ein zweiter Kraftwagenführer einmischte, mußte die Polizei angerufen werden. Für die beiden Kraftwagenführer wird das noch ein unangenehmes Nachspiel geben. Reparaturbedürftig ist seit mehreren Wochen das Geländer der Steintreppe von der Prinz Adolf=Straße zur Luisenstraße. Vor zwei Tagen kam es zu einer Verletzung eines Passanten, als wieder einmal die Stützen des Geländers an dem Mauerwerk herausfielen. Die augenblickliche Glätte der Treppe erfordert erst recht sofortige Abstellung dieses Uebelstandes. Fundbü Auf dem städtischen Fundbüro wurde eine Geldbörse mit Inhalt abgegeben. Jagdunfall. Brakelsiek. Bei der Treibjagd auf dem Mörth verirrte sich ein Geschoß und traf einen jugendlichen Treiber in den Oberschenkel. Die Verletzung war so schwerer Natur, daß der Angeschossene dem Landeskrankenhaus zugeführt werden mußte. Die Verlosung naht. Nur noch etliche Tage trennen uns von dem im Südosten stets stark besuchten Weihnachtsmarkt. Besondere Anziehungskraft bietet stets die Verlosung. Der Verkauf der Lose ist gut. Mit der Beschaffung der Gewinne wird begonnen. Sie bestehen aus Haushaltungs= bezw. landwirtschaftlichen Artikeln. Barntrup Adventsfeier. Am Dienstag nachmittag sand im„Deutschen Haus“ eine Adventsfeier des Vaterländischen Frauenvereins statt, verbunden mit einer Handarbeitsausstellung. Eingeleitet wurde die Feier durch gemeinsames Singen eines Weihnachtsliedes. An der darauf folgenden Kaffeetafel wurde eine Sammlung durchgeführt, die den nennenswerten Betrag von 60 RM. erbrachte. Nachdem noch von chulkindern ein Weihnachtsstück aufgeführt wurde, welches sehr großen Beifall fand, blieb man noch einige Stunden bei Handarbeit und gemütlicher Unterhaltung beisammen. Am Sonntag von 12—18 Uhr geöffnet Das Geschenkfür Ihn — noch dazu, wenn sie schön ist und Qualitätswert hat— Mollige Flauschqual. in schönen HsU Farben........ Aik. Besonders preiswerte Jacke in eleganter Ausmusterung Nik. 10 Beste Qualität mit Abseite in 1250 feinster Ausführung. Mk. I Bei uns finden Sie trotz der niedrigen Preise das Gute, das sich bewährt. OETMOLD• BRUCHSTRASSE 14 Die amtliche. von der Reichsführung des W. 8. 12. Verausgegedeue Opferpiakette für den Monat Dezemben kleidet Herren und Knaben Hochbetrieb bei den Segelfliegern. In den Werkstätten der hiesigen Ortsgruppe der Segelflieger herrscht Hochbetrieb. Bereits seit geraumer Zeit ist man mit der Herstellung einer zweiten Flugmaschine beschäftigt. Diesmal handelt es sich um eine sogen. Zöglingsmaschine. Leider hat sich bis heute die Flugplatz=Angelegenheit noch nicht geklärt. Im Interesse der Segelfliegerei wäre es wünschenswert, wenn der Gedanke der Verwirklichung intensiver betrieben würde. Er hat billig gewohnt. Vor einigen Tagen fand sich hier ein Zeitschriftenwerber ein, der sich einige Tage in einer Gastwirtschaft einlogierte und alsdann verschwand, ohne daß er seine Zeche bezahlte. „Der Beamte im neuen Staat“ betitelt sich ein Vortrag des Pg. Oberregierung=Rat Dr. Oppermann, den derselbe am kommenden Mittwoch vor der Beamtenschaft halten wird. Wegen der Wichtigkeit des Vortrages ist der Besuch dieser Versammlung Pflicht eines jeden Beamten. Derlinghausen Autounglück. Am Mittwoch abend gegen 8,30 Uhr, ereignete sich am Stdt. Sportplatz ein Autounglück, welches noch glimpflich abgelaufen ist. Ein Bielefelder Auto kam in schneller Fahrt von Oerlinghausen, konnte somit die Kurve am Sportplatz nicht nehmen und fuhr die steile Böschung herunter, wobei es sich mehrere Male überschlug. In dem Wagen befanden sich zwei Herren und zwei Damen, welche, wie man feststellte, stark angeheitert waren. Die Insassen kamen zum Glück mit einigen Hautabschürfungen davon. Der Wagen dagegen wurde stark beschädigt. Bauernkundgebung. Am Sonnabend nachmittag 4 Uhr findet im Essener Hof eine große Bauernkundgebung statt. Redner: Pg. Klöpper=Werl. Neuigkeiten aus den Aemtern der Gememde Billerben Zahlreiche Erwerbslose. 28 Mann, sind schon seit Wochen mit Röhrenlegen(Drainage) beschäftigt. Mehrere Landwirte lassen auf ihren Grundstücken diese Arbeiten ausführen, diese dauern noch längere Zeit an. Im kommenden Frühjahr soll der Dorfbach begradigt und an einzelnen Stellen verbreitert werden. Diese Arbeiten sind ebenfalls sehr umfangreich und geben den Erwerbslosen ebenfalls für längere Zeit Verdienstmöglichkeiten. Man sieht also. das alles getan wird, um Arbeitsmöglichkeit zu beschaffen.(1) Teils hielten noch einige gemütliche Stunden die Mitglieder beieinander.(18) Istrag. Viehzählung. Innerhalb der Gemeinde sind gezählt: 87 Pferde. 327 Stück Rindvieh, 851 Schweine, 2566 Federvieh und 14 Bienenvölker. Bis zum 30. November waren 120 Hausschlachtungen durchgeführt. * Istrup. Treibjag d. Die in der Istruper Mark durchgeführte Feldtreibjagd erbrachte 50 Hasen. Jagdkönig wurde Geheimrat Steneberg=Blomberg. Nach beendeter Jagd sand im Istruper Krug ein Schüsseltreiben statt. * Pwoitsheide. Reinigung des Post teiches. Wie wir in Erfahrung gebracht haben, soll in allernächster Zeit durch den freiwilligen Arbeitsdienst der Postteich eine gründliche Säuberung erfahren. In den letzten Jahren hat er leider keinerlei Reinigungsprozesse durchgemacht, es wird somit höchste Zeit, daß alle die Schlingpflanzen und Anwachsungen entsernt werden, damit der Postteich im nächsten Jahre ein sehr schönes Strandbad sein und auch einen größeren Bodebetrieb aufweisen wird. Auch das Zuflußbachbett soll eine Generalreinigung durchmachen.(24) * Wöbbel. Aus der Gemeinde. Die Emmerregulierungsarbeiten gehen nun zu Ende Viele Monate hindurch hatten bei diesen Arbeiten zahlreiche Arbeiter Beschäftigung. Der Vorteil der Emmerbegradigung und Verbreiteaeu bei Horn. Sie haben Hun der! Am letzten Mittwoch obend gegen 8 Uhr konnte man die Beobachtung machen, daß einige Rudel Rehe bis ins Dorf kamen und bei einer Runkekfinne ihren Hunger zu stillen suchten. Die armen Tiere leiden bereits jetzt schon Hunger. * Salbach. Gerktewettkampf. Am Sonn don. den 10. Dezember, findet in Syldach im Gast # Zum Löw“ der traditionelle GerätewettLampf zwischen dem DV. Vexterhagen, der T6. shausen und der Turngemeinde Sylbach statt. s. Mal stehen die Mannschaften der genannten eine im friedlichen Wettkampf gegenüber. Zum 1. Mal lag die Turngemeinde Sylbach vorn, wahcend zum 2. Mal der TV. Bexterhagen an 1. Stelle lag. Wie der Ausgang des Wettkampfes am Sonn— kein wird, ist schwer zu sagen, da die Mannschwertig sind. daher mit sehr ämpfen zu rechnen. Anfang des Wetthallsp 3.30 Uhr. Ab 2 Uhr finden auf dem VAlblagz sehr interessante Hand= und Fuß statt. Ab 6 Uhr Tanz. * Brecansen. Vom Winterhilfswerk. Die Eintopfgerichtssammlung in privaten Haushaltungen ergab in dem Gruppenbezirk Brokhausen für den Monat Dezember den erfreulichen Betrag von 55.60 J.4. Und zwar setzt sich der Betrag lalgendermahen zusammen: Brokhausen 17.10 Barkhausen 9.45 J.4. Apenberg 10.60 K.k. Hake13.50 JR.Kp; und Hohenwart mit 5.15 R.A. Im November ergab dieselbe Sammlung 53.40 J. f. * Brokhausen. Vom Kleinkalibersportverein. Am Mittwoch abend hatten sich die Mitgleider des Kleinkalibersportvereins BrokhausenBarkhausen zu einer Versammlung im Vereinslokal Reise eingefunden. Auf der Tagesordnung standen neue statistische Aufnahmen der Mitglieder und Wahl eines Werbewartes und dessen Stellvertreters. Der Bauer Wilhelm Potthoff jun von hier mit dem Amt beauftragt. Als Stellvertreter wurde der Bauer Gerhard Vornemeier aus Barkhausen ernannt. Nach Erledigung des offiziellen rung wird sich bei dem nächsten Hochwasser bemerkbar machen.— Im unteren Dorse wird em Kommunalweg ausgebessert und Auch in den nächsten Wintermonaten wird die Gemeindevertretung bemüht bleiben, Arbeit möglichkeiten zu beschaffen. * Lothe. Einschlechter Pierdekenf. Ein hiesiger Landwirt hatte auf dem Wilvaser Pferdemarkt ein wertvolles Kasfpreis wurden 550 Rim gezehlt„Schen dem Heimwege mußte der Käufer feststellen, daß das Pferd schlapp machte. Auch in der Zeit zeigte sich immer deutlicher, daß das Tier den Ansprüchen bei weitem nicht gewachsen war. Ein Tierarzt stellte fest, daß es sich um einen alten Gaul handelte. Da der Händler(Verkäufer) einen falschen Namen angegeben hatte, war dieser jedoch nicht zu finden. Es gelang aber im Aus der Arbeit der Berufsberatung Im Arbeitsamt Bielefeld fand in dieen Tagen unter Vorsitz des Arbeitsamtsdirektors Dr. Kuhlo eine Besprechung über die Gestaltung und Durchführung der Berussberatung im kommenden Winter statt. Da von der Berufsberatung im Arbeitsamt Bielefeld in Zusammenarbeit mit den benachbarten Arbeitsämtern der gesamte Bezirk Minden=Ravensberg und Lippe ersaßt wird, nahmen außer den Fachkräften des hies. Arbeitsamtes auch verschiedene Arbeitsamtsdirektoren und die zuständigen Sachbearbeiter sowie die nebenamtlichen Berufsberater der Außenbezirke teil. Dr. Kuhlo ging in seinen einleitenden Worten vor allem auf die Notwendigkeit der Arbeitsmarkt= beobachtung für die Berufsberatung ein, und unter diesem Gesichtspunkt wurde von ihm wie auch von den anderen Arbeitsamtsvorsitzenden ein kurzer Bericht über die Arbeitsmarktlage in den einzelnen Bezirken gegeben. In weiteren Ausführungen über Wert und Bedeutung der berufsberaterischen Arbeit betonte Dr. Kuhlo besonders, daß es nicht dem, Zufall überlassen werden könne. in welchen Berufszweig der Entlaßschüler oder der Berufsanwärter untergebracht werde, sondern daß dieses im Interesse der Gesamtheit durchgeführt werden müsse; für eine derartige Berufszuführung habe die nationalsozialistische Jugend Deutschlands mehr Verständnis als die frühere Jugend. Die Erziehung der Jugend im nationalsozialistischen Sinne zum Dienstgedanken sei daher die beste Vorbereitung dafür, sie nach planvollen berufsberaterischen Methoden in den organischen Neuaufbau unserer Wirtschaft auch tatsächlich eingliedern zu können. Die Berufszuführung habe nach qualitativen Grundsätzen zu erfolgen, jeder Anwärter sei soweit wie möglich seiner Eignung und seiner Veranlagung nach unterzubringen. Im Anschluß hieran hielt Dr. Hermelbracht ein größeres Referat über die Ziele und Aufgaben der Berufsberatung im nationalsozialistischen Staat: Ausgangspunkt für jede berufsberaterische Arbeit sei die nationalsozialistische Weltanschauung. Es sollen nicht mehr wie in der vergangenen, liberalistischen Epoche materielle Gesichtspunkte und egoistische Wünsche und Neigungen die Berufswahl und die Berufseingliederung bestimmen; auch und gerade im Berufsleben geht Gemeinnutz vor Eigennutz. and neben der selbstverständlich auch zu berücksichtigen den Existenzsicherung und dem„Recht auf Ardeit steht die Pflicht zur Leistung fur die Gesamtheit. Es ist für jeden nach Eignung und Begabung der Arbeitsplatz zu finden, wo er der Allgemeinheit am besten zu dienen vermag. In der Jugend muß ein Berufsethos gepflegt werden, durch das die Arbeit als Pflicht gegenüber der Gesamtheit geadelt und jede Arbeit um ihrer selbst willen geachtet wird. In der anschließenden Diskussion wurde u. a. betont, daß es darauf ankomme, von der Berufsberatung aus nicht nur die Jugendlichen zu erfassen, sondern daß die Berufsberatung sich sehr bei der Arbeitsberatung und Vermittlung älterer Arbeitsloser einschalten müsse, um an ihrer Wiedereingliederung in das Berufsleben mitzuIn anderen Bahnen als bisher wird sich die Berussberatung der weiblichen Jugend bewegen; denn hier steht, viel ausgeprägter als früher die Ausbildung für den Beruf als Frau und Mutter an erster Stelle, gilt es doch. gesunde Frauen fur ein gesundes Volk heranzubilden. Die Verusoberatung der Entlaßschüler soll wie bisher in engster Verbindung mit der Schule vor sich gehen; sie erfährt eine wesentliche Stütze ihrer Arbeit in der Beurteilung des Schülers durch den Lehrer und in der ärztlichen Begutachtung bei der Schuluntersuchung. Reichen diese Unterlagen nicht aus. oder handelt es sich bei den Berufswünschen der Jugendlichen um sehr überfüllte oder qualitativ besonders anspruchsvolle Beruse, so tritt die Eignungsuntersuchung hinzu. Noch manche wertvolle Anregungen wurden in der Diskussion gegeben, die die verschiedensten Seiten der praktischen berufsberaterischen Arbeit behandelten. U. a. wurde in Aussicht genommen, die aus dem Arbeitsdienst Ausscheidenden durch die Berufsberatung zu betreuen und ihre Rückführung in das Berufsleben vorzubereiten.— Mannigfach und umfassend sind die Aufgaben, die die kommenden Monate an die Berufsberatung stellen werden. Aber alle an ihr Beteiligten sind sich darin einig. daß der neue Staat den Fragen der Berufsberatung und Zuführung mehr Verständnis entgegenbringen wird als die liberalistische Vergangenheit, die innerlich einen organischen Aufbau unseres gesamten Berufslebens ablehnte und daß sie diesen Pflichten mit allen Kräften zu dienen bereit sind, um an ihrem Teil an der Gesundung und dem Wiederaufstieg des Volkes und der Wirtschaft mitzuarbeiten. Laufe der Zeit, den Händler ausfindig zu machen, und nach längerem Leugnen gestand er die Sache ein. Nun heißt es für den Verkaufer, zahlen, denn das Pferd war für 190 dem Händler gekauft und an den Landwirt in Lothe für 550 RM. wieder verkauft. Ein gerichtliches Nachspiel wird wohl die Folge sein Aus dem Sportsleben in Leopoldstal In vergangener Woche hielt der Fußballklub Leopoldstal=Heesten im Vereinslokal Disse in Heesten eine vom Vorsitzenden einberujene wichtig Generalversammlung statt. Da in den letzten Mo naten zahlreiche Sportler den nationalen Verbänden beigetreten sind, war der in Mitleidenschaft gezogen worden. So hat man sich denn nach reiflicher Ueberlegung entschlossen, die 1. Mannschaft von den Vexhandzkigter ngg: läufig zurückzuziehen. Die 2. Mannschaft wieder neu aufgestellt und wird im Frühjahr den vollen Spielbetrieb wieder aufnehmen In den Wintermonaten soll vorwiegend Leichtathlet;; und besonders Wintersport getrieben werden. Solange noch in Heesten bleiben. Mit einem wurde die Versammlung geschlossen.:(49) Gestern abend fand im Lokal Glösemeier eine Sitzung der Arbeitsgemeinschaft für das statt. In Beginn der Sitzung wurde Herr Lehrer Meier zum Protokollführer der NSB. vorgeschlagen, Herr Meier nahm das ihm übertragene Am an. Im Vordergrund der Sitzung stand das bevore stehende Weihnachtsfest. Zu diesem Zweck ergeht von der Arbeitsgemeinschaft die dringende Bitte, besonders an die deutschen Hausfrauen: Denkt de den Weihnachtseinkäufen an die Pfundsammellisten und an den Winterpfennig. Viel Not gibt es noch zu lindern, jede Kleinigkeit bringt Weihrachte: freude ins Haus. Weihnachten 1933 soll und muß ein echtes deutsches Fest werden, das ist unseres Führers Weihnachtswunsch. Frecher Diebstuhl in In den Nachtstunden haben bis jetzt unbekannte Diebe bei dem Gastwirt Korf eine Scheibe aus, und stiegen dann in das Haus ein. Sie stahlen 13 Pakete Tovak Marke„Mekka“, 12 Pokete Tabak Marke„Adler“. 15 bis 20 Tofeln Schokolade Marke„Novisia“, 3 Stück Seife, 100 retten Marke„Sturm“, 200 Zigaretten Marke „Ova“, 50 Brasil=Zigarren, fünf RM. in Kuosergeld und drei RM. in Fünf= und Zehnpfennigstücken. Von den Dieben fehlt bis jetzt ede Spur. Vor Ankauf der gestohlenen Waren wird gewarnt. Sachdienliche Mitteilungen erbittet die Gendarmeriestation in Langenholzhausen. * Brakeisiek. Unglücksfall bei der Jagd. In den letzten Tagen ereignete sich auf einer Treibjagd, die von einem Bielefelder Fabrikanten durchgeführt wurde, ein bedauerlicher Unglücksfoll. Bei einem Kesseltreiben auf dem Mörth wurde ein 17jähriger Treiber aus unserem Dorfe durch eine verirrte Kugel in den Oberschenkel getroffen. Der Junge blieb blutüberströmt liegen. Nach Anlegung eines Notverbandes wurde der junge Mann dem Landeskrankenhaus in Detmoald zugeführt. Wie man hört, bestehen für den Verunglückten keine nochhaltigen Folgen Eugenik und Weltanschauung Professor Dr. B. Bavinks 8. Vortrag. Nicht zum ersten Male sprach Prof. Dr. Bavink in Detmold: schon vor einigen Jahren hielt er vor einem kleinen Kreis bei uns einen Vortrag über das gleiche Thema wie am gestrigen Abend.— Ich weise darauf hin, daß besonders in heutiger Zeit der Begriff Eugenik oft unberechtigterweise mit dem Begriff Rassenpflege zusammengeworfen wird. Wohl erzielt die genik eine Verbesserung der Rasse, aber nicht nur einer Rasse an sich, sondern jeder Rasse überhaupt. Sie ist anwendbar auf jedes Volk und auf jede Nation, auf jede Familie und auf jeden Einzelnen. Es kann niemals und auch durch die Eugenik nicht eine Rasse oder Art wiedergezüchtet werden, sondern eine Rasse, ein Bolk, irgend eine Einheit kann in ihrer Art gepflegt werden, und das ist auch der Zweck de Eugenik. Es handelt sich bei der Eugenik um das Wohl des kommenden Geschlechts, um die Erkennung und Befolgung der Pflichten gegen dieses„kommende Geschlecht", und wiederum nicht nur um das eine Geschlecht, sondern um die Reihe der folgenden Generationen. Bovink rechnete mit den gegnerischen Welt anschauungen über die Eugenik, ab. Ein Volk kann untergehen durch willkürliche Ausrottung, etwa durch Kriege oder und durch Entartung. Beides will die Eugenik vermeiden. Es geht nicht darum, Nachkommen gut haben, es handelt sich um die lebende Ganzheit des Volkes in seiner Zukunft. Der gesamte Volkskörper ist eine überreifende Einheitsbildung, die ihre eigenen Gesetze und Lebensbedingungen hat. Jeder einzelne Teil dieser Einheit hat seine Gesetze, die mit der Gesamtheit verwandt sind. Die Ganzheit eines Volkes ist mehr als die Summe der Einzelnen. Bavink erläuterte dann die ersten Gesetze, die von Mendel im Gesamtgebiet der Eugenik zum ersten Male aufgestellt wurden. Jeder Organismus ist das Produkt aus den ererbten Anlagen und den während seiner Entwicklung auf ihn einwirkenden Umwelterscheinungen. Eine jede Frucht trägt die Hälfte der Erbonlagen von jedem der Eltern, hinzu kommt der Einfluß der Lebensbedingungen und Lebensweise der Umwelt. Die Wirkung der Umwelt auf das Individuum zeigt die Chinesische Primel, die in einem Treibhaus bei einer Temperatur über 35 Grad weiß, bei normaler Temperatur dagegen rot blüht. In den Kriegs= und Nachkriegsjahren gab es in Deutschland eine ungeheure Zahl von Unterernährten und Kranken, diese Erscheinungen gehören zu den erscheinungsbildlichen Abarten die nicht in den Bereich der Erberscheinungen übergehen. Es sind erworbene Eigenschaften, die sich niemals vererben lassen. Nach langen bedingten Einführungserläuterungen erst kam Bavink auf sein Thema, auf die Stellung der Eugenik zur Weltanschauung. Der Eugeniker 1 seine Forderungen die Geschichte und die Heisteswissenschaft der Nation nicht materialisieren. Zur marxistisch= sozialistischen Weltan schauung: Wer in Rußland die Nichtvererbung der erworbenen Eigenschaften vertritt, gilt als Hochverräter. Diese Anschauung, die zur idealistisch=sozialistischen Seite neigt, macht der Eugenik den Vorwurf, sie sei rein materilalistisch und nur auf Gegenwartswirkung abgestimmt. Daß dieser Vorwurs völlig unbegründet ist, beweist die Tatsache, daß der Eugenik das Wohl des Volkes in der Zukunft Zur Gegnerschaft der religiösen Weltanschauung: Hier ist es nicht möglich, im Einzelnen auf die Verschiedenheiten der protestantischen und katholischen Religion bezüglich dieser Frage einzugehen. Der christliche Gegner sagt: was für Kinder geboren werden, das zu bestimmen, hat sich Gott allein vorbehalten. Das ist der Hauptpunkt der Gegnerschaft. Was sagt der Eugeniker dazu? Der Mensch soll nach Sottes Wort ein Meister der Natur mit Hilfe seines menschlichen Verstandes sein. Der Körper unseres Volkes soll gut bleiben. Das fünfte Gebot befiehlt uns sogar, daß wir, wenn wir die Mittel kennen, den Volkskörper zu schützen haben und wenn wir es nicht tun, so ist es Sünde, die Kenntnis nicht anzuwenden. Weitere Einwände sind besonders in der päpstlichen Enzyclica zu finden, in der es gegen das Sterilisationsgesetz heißt, es sei ein Eingriff in die persönliche Freiheit des Einzelnen, die von Gott gegeben sei. Erbkrank im Sinne jenes Gesetzes ist, wer an folgenden Krankheiten leidet: 1. angeborenem Schwachsinn, 2. Schizophrenie, 3. zirkulärem(manisch=depressivem) Irre sein. 4. erblicher Fallsucht, 5. erblichem Veitstanz(Huntingtonsche Chorea), 6. erblicher Blindheit, 7. erblicher Taubheit, 8. schwerer erblicher körperlicher Mißbildung und ferner kann unfruchtbar gemacht werden, wer an schwerem Alkoholismus leidet. Die Vermehrung der mit diesen Krankheiten behafteten Menschen ist um mindestens das Doppelte größer, als die Vermehrung der Durchschnittsmenschen. Nach wenigen Generationen werden wir in solchem Fall nur noch minderwertige Volksgenossen haben, wenn das Gesetz der Sterilisierung nicht in Kraft tritt. Dann werden wir entweder von den fruchtbaren Polen überwandert oder aber von anderen Völkern unterdrückt. Das ist die Gefahr, die dem kommenden Geschlecht" unseres deutschen Volkes droht. Dieser Gefahr müssen wir zu begegnen suchen und der Weg, den wir dazu beschreiten müssen, ist eben die Eugenik, die Pflege des Volkstums in seiner Arterhaltung. Professor Bavink hat die unvermeidliche Gefahr des Untergangs alles Volkhaft=Bedingten geschildert, die nahe an uns herantritt, wenn nicht durch die Eugenik der Volkswert vor dem Untergang geschützt wird. Es ist bedauerlich, daß dem Ruf des Bildungsvereins nicht bedeutend mehr gefolgt sind Woran mag das liegen? Detmold scheint für einen wissenschaftlichen Vortrag nicht reif zu sein. Der Plan des Bildungsvereins ist gut und es ist zu hoffen, daß die kommenden Vorträge wieder die Besucherzahl ausweisen, die eben der Saal des Vereinshauses fassen kann. H. S. für Reichs= und Landespolitik und Jeuilleton: Heiurt# Baumgarten: für Lokates. Sport: i. W. Fritz Hagemann, für Anzeigen und Geschäftsnotizen: Josef Beundorff, sämtlich in Detmold. Druck und Verlaa: Lippische Tageszeitung Ernst Munnich. Detmold. Sprechstunde der Schriftnur vormittags von 11 bis 12 Udr. Rucksendung unr Manustripte erfolgt nur im Falle der Betfügung portos und auf Gefahr des Absenders. leitung verlangte bee Rüdportee MAGG Fleisc hbrüh * O Joh. Strauss ich Nochdruck vorhoten 13. Fortsetzung Nachdruck verhoten Strund bith bte. 8chre w ste Srrent,„de. ul. krachend hieb der Donner hinterher. Das Unwetter war da! Strans laf dem schmalen Pfad antlung— ahmärte, at auer ertenr enr kr..... l klatschte Regen vom Himmel. Der Sturm pfiff as ur zag hut gut die Tühle, diese Raß, dieser Sturm. esch e. Skätn gebissen! Gon Anmetter fabten. Wr ezich ünr esten Gelen. Panderte unter Donnergekrust, Iut her wier den, Seorr. Bachriüber Bruu Mlanid kerd eit Sic an. drüder am eisernen Halen schaulelbd hin und her und als Strauß plötzlich vorbeikam.„Gott beschütz mich Und arst ale denaer Angst pordei vur. wage Monik „Do war doch der Lrauntzi, Hher, Peo. eur, Seibe bel — der sah ja aus wie ein wandelnder Toter Stch ien Donr al. Jaumshe ut. busrenhe Hiechaunsch wie em Automst, schloß er die BohnungeZu Hause. Das Wort blieb in seinem Hirn hängen. Er schüttelte den Lopf. Stand im Schlafzimmer, Golch bilbe. Sonmate wieder Ztpamn in die Shadlestoebe. dan Salicht bronnh 1ol. Wie abwesend sah er um sich. Die Rässe rann von den Kleidern auf die Diele. Da stand Josef hinter ihm. Johann— E was in denn? So mad bochr...—4 ui, Stuse— Strauß blickte an ihm vorbei durch die Stude. Ja— ein schlimmes Unwetter draußen, Brüderlein, murmelte er.„Sehr schlimm—. „Wie redst nur— Johann— Gelts Sach Letzk. W. S4 er. ichel and eier u. Loben vichst dauns dn Soiest alch shtel Ainzugelgrungen ware. 17. Kapiter an Die. Sa.es eri, Ssise. u. sr ssee Denr de Slhr. Ve. Sei, lbe. aie bisa e Der Pe eicht ma. Berlceschonin Behahte! Run, wan schafte an iae cuepug. 84ue und Aace Peit ie Se eie ee n. an Ke. ecs echch i. i. bie aus.. nächsten Tagen nachkommen. Ja, das kam scho w ketterte der Bostilion auf den Bock. Get. eine Hochzeit stattfändl Nachher würden se noch viel zu schnattern haben! In Gottes Namen! Johang—“ Mutter Strauß stand in der Tür. alag meit Just gerad, uo dn *.“—laben warst. willst weg! Und warst noch gestern o fro) und hef ert weulich gsagt, die Aunen Lonnten dir dem Schürzenzipsel über die Augen, die Eebeann Stumd bliche beseln. Ja. Mutter— das ist nun mal so. Da kannst nix dram ändern. I mußz holt. Keisp, ge räge. Wirst dich freuen, wenn ich's dir scheffelweis' schick! Sie sah ihn groß und ernst an. — K 1n1 „elr. Se rüit he eue vr geht k 1ch eichen sein, Johann, i kann mir ner—. Es klang wie eine Froge. 1 nka. Strauß sad zu Boden und lächelte krampfhaft: .. die Mutter gleich so für Gedanken ee e e Air ie. Ssche, und e Sehtr art Ster. daß du met gleich das Spinett auch noch Josefl.“, Feacte, Strauß schied gabs. Wann wir uns wiedersebr nngs lnger Wes echer er chanst e. 1 Ws che. Aber 80. Er zog sie an sich und küßte se iunig an den paßz mir sein auf die Rutter auf und uach vie Linx Loe2vb. Vorn sihen Auste. So en eing). don ie schen ehom eisz Bor. ux ben de Kur Resal haben müssen. Das darfst net vergessen! Er blickte ihn ernst an. Diad Bosesl znd sch einen Uud. dp kend udenilch Od er versanden hatel Ihm mur beinaheK urdt dir schan ken! Schandt wachen. Johann: Wret. * troste derv... met für übel. Und eine gute Fahrt sbd—.##. Gruder. Und daß du den Petersburgern, all den rassischen Bären, ordentlich zeiakt, was halt ein Wiener Ge lache huabenhaft, während ihm die Augen uoß eur ucht guitn Beio, Schanns umarmte das Josefl impulsiv und riß sich dann los. sder beend. un um uuch un ui ue. Belewrche inr dier ühr de esienl Lae der Beie birch sih. baode Schnenkepren, wrisihen selle ge 5e de 4 65. 55 mochte er selhs eine kaiserliche Hoheik sein, konnte diese Freundin seines Herzens nehmen! schaute er mit einer selfan inbrünstig Junigleit auf den Dann stürmte er aus dem Zimmer. Der Reisemantel flatterte weitgebauscht um ihn her. Auf die Straße! In die Postkutsche hinein. Das Josefl und Mutter Strauß eilten hinterher. da nun der Wogen masselnd über das Holpergflaser davonEine Hand winkte aus dem geöffneten Fenster zurück. Eine matte, müde Hand. Nun bog die Kutsche um die Ecke. Der gelbe Lack der Karosse leuchtete Dann war sie verschwunden.— Mutter Strauß ließ den Arm sinken. Run ist er weg, Josefl—.. 1.6 dur Sosef E. in Das klang so erschütternd wez, r-7.:“ gaug zurück. die Arme nahm und schnell wieder ins Haus zuruck e e. e ee e ece pußte, seinen Schmerz dn Ahertünren. Still lehnte er in der Ecke des Wagens. Die Geler im Vrn.s(en Oh— nur erst aus Wien heraus sein. Er schloß die Augen. noch einmal auf Durch seine Seele irrte ein Traum. Ein von einem blonden Wiener uxsiehten Stunden im Wiediantin warl Ein Traum von vor.rz.u waren. Ein Tmum grie. Aund Go“ eunr uun dier Stet erie ghe bshraiet en b.ch eihe eie i, ei. bie 5. Herz verbrannten und von Lieve 1Pru.r. Lug feine aläuGe Se alchen Pi uur wondedam, ursiten östenbarung? Peld-en ubte e Sehelel würde immer zuviel sein! Man durste nicht Die Kutsche ratterte dahin. War man schon hinaus aus dle eten Strien Badhen 8b.. uue un Johann Straus prebte do.“ HHiener Baldeg. Da samAvden vindte, de Setk Hersse in und Amseln und feöhliche Liebe! Kleines Haus am Waldrand! Bus aues 1 als wär's nie gewesen! Johann Strans biß die Zähne auf die Sippen, daß Em ein Blutstropfen heraussprang. Er stöhnte leise auf. lachen mögen. Lachen über sich selbst. der größte Narr von Wien gewesen war!— And ber Augen beiurcte batte. u Re e e ecer enhe bche Ner 9. von Wien. Johann Strauz, Job den, Lopf, alse er plizlch den Bi. beshall eines schmatternden Hormnliches sürke. Er lauschte. 2..— 4e huhten die Bferde durch die Dümmernie der Gemächlich trabten die Pferor.-.7 L4, Sonne unter. Landschaft. Blutigrot ging am Himmel die Sonne unter. and Benat der Hestlien dien, dn ur ein. Baex un e. der Zeit, unter Dach und Fach zu kommen Ein behäbiges Dorf öffnete sich. Strauß steckte den Kopf zum Fenster hinaus. Küh Abendluft wehte um sein Haar. Postillon nahm das Vorn. v. L. 7 Lasseng met maehe. Du sebe Sel“ dachte Strauß,„worgen P/, Erespugz Und vonn habf ich enoteh v. durherr- Hann amms a Wann sind aue Erinnerungen stumm?„Wann komm nach Rußland? Der Herrgott schüt mich! Ja, es war schon eine vertrag Reise. Tag um Tag. Woche um Woche. Saeiozseres lel. Dies reigicher a.e der im Sauhm weiter, nachdem man auf russischer Erde war. Eine elende Fahrt!— Fass hald Gleich hinter der Grenze mußte er für einige Tage wochen. Denn der o guf die Mitglieder seiner Kapelle sprochen worden war. aus Dve. Vr g. 2i1e, foligen Bollworten, die ihm zwei Lage nach lotne. aiex hatte in Wien Wserete Die Stlache Sareie dasr apo is ire a5 Tage später traf die Gesellschaft ein. Eine lustige ae S S Bümiche Vageitung in den Secheune 1n Aind am Abend war das Gasthaus gerappelt voll von und höchsten Herrschaften spielen sollte. e aeh dnen Boeden Sübend. feug uuc 47 Das gebändigte Element Deutsche Bäche und Ströme— Die Wucht und der Wert des Wassers— Was Mensshenhand der Natur abrang— Die deutsche Wasserwirtschaft ##e „EFeuer und Wasser, zwei Elemente von größter Bedeutung für die Menschheit. Elemente. die sich gegenüberstehen. die der Mensch beherrscht, die ihm aber Verderben bringen. wenn er sie nicht bewacht. Wie Schiller in seiner„Glocke" das Feuer siebt. kann man auch das Wasser beurteilen und von ihm vartiert behaupten: Wohltätig ist des Wassers Macht. Wenn sie der Mensch bezähmt. bewacht... Der Mensch hat das wilde. unbändige Wasser erst bändigen. in geregelte Flußläufe und Bette bringen müssen. Die Natur dat wahllos Bäche und Ströme geschaifen. Seen und Meere. dem Menschen blied es vorbehalten. die Flüsse zu regulieren und damit die Schiffahrt zu ermöglichen. die Ueberschwemmungsgefahr zu beseitigen, also nicht nur die Flußufer aufzubauen und auszubauen. den Meeresstrand zu befestigen. die User der Seen einzujassen. kleinen Wassern Abfluß und Aufgabe zu geben. Seit Jahrbunderten arbeitet der Mensch und ringt dem Wasser seine„wohltätige Macht" ab. Milliarden sind bereits für Fluß= und Wasserregulierungen investiert. Diese Milliarden aber machen sich bezahlt, denn eine ungebeure Kraft liegt in diesem Wasser, das Schiffe tragen. Müblen treiden. Turbinen in Bewegung halten kann. Es ist im ewigen Kreislauf begrissen. Oft weiß man nicht, wober es kommt und wodin es gebt. Die meisten Quellen indessen sind bereits bekannt. Der Wasserstrom geht zu den Meeren. er gebt zumeist vom Süden nach dem Torden. Das Wasser kommt und geht letzten Endes nach oben. Aber nicht alles ist in Bewegung. Wie der Reichsverkehrsminister in einer kürzlichen Pressebesprechung feststellte, gibt es in Deutschland schätzungsweise 300 Milliarden Rubikmeter Wasser. Hiervon sind aber nur 100 Milliarden Kubikmeter in Bewegung. also zunächst zur praktischen Auswertung ersaßt. sofern man das Wasser der Schifffahrt und der gebundenen Kraft berücksichtigt. Ströme und Bäche. Meere und Seen! Deutschland ist damit reich gesegnet. Wir haben Ost= und Nordsee und die großen Binnenseen: Bodensee. Müritzsee. Spirdingsee. Mauersee. Chiemse; Schweeiner See. Starberger See. Dammscher See. Ammersee. Plauer See. Madüsee. Mummerowsee. Geserichsee. Steinbuder Meer. Gr. Plöner See. Walchensee. Natzeburger See. Tegernsee. Waginger See. Müggelsee. Königssee. Laacher See. Schliersee. Titilee. um nur die größeren nach der Größenfläche geordnet zu nennen. Daneben eine große Anzahl von Binnengewässern, die weniger als einen Quadratkilometer Bodenfläche bedecken. Und wir baben, was auch zu unseren Seen zu rechnen ist, das Kurische Hafs. das Pommersche Haff und das Frische Haff. Unendlich viele Teiche bewässern das deutsche Land. Teiche, die teilweise als Seen gelten können. barmlose und gefährliche, um die sich der Mensch kümmern muß, die er zu zähmen hat. um Ueberschwemmungen zu verbindern und praktisch auszuwerten. Um viele Seen spinnt sich eine gewisse Romantik. um viele gehen alte deutsche Sagen. namentlich dann. wenn sie mitten im Walde liegen und verträumt die Jabreszeiten erleben, als MenschenFeind und als Menschen=Freund. Wie mit den Seen aber gebt es auch mit den deutschen Flüssen. Es gibt deren viele. so viele. daß alle garnicht bekannt sind. Und sie treiben mit den Menschen ein gar seltsam Spiel, denn hier in ein kleiner Graben schlimmer als ein großer Fluß. dort meint man ein großes Wasser vor sich zu haben, während es sich nur um einen Graben handelt. Kanäle. von Menschenhand gelegt. verbinden Flüsse und Gräben. hier sind Flüsse nicht befahrbar. dort dient ein Graben der Menschheit. treibt Mühlen. schafft Fahrverbindungen. Die grohen Flüsse indessen. die Deutschland aufzuweisen hat. müssen jedem bekannt sein. se sind ja zumeist das kostbare gezähmte Gut der deutschen Wirtschaft. um sie gebt die Sorge der Wasserverwaltung. Sie werden zu geschlossenen Netzen zusammengezogen. gebegt und gepflegt. Obenan steht der Rhein. der deutsche Rhein. wenn er auch in Holland mündet. Und zu ihm gebören Main. Neckar. Mosel. Lahn. Lippe. Ruhr. Mit dem Rhein konkurriert die Elbe. die noch mehr Nebenflüsse in sich aufnimmt. Havel und Spree. Saale und Schwarze Elster. Weiße Elster. Freiberger Mulde und Zwickauer Mulde. Und der Elbe steht nicht weit nach die Oder mit ihrer beschiffbaren Länge. Warthe und Bober flieken in sie. Die Donau. ein mächtiger Strom. steht. da sie nur teilweise in Deutschland verläuft. in ihrer Verwendbarkeit innerhalb Deutschlands erst an der vierten Stelle. Und in sie strömen auf deutschem Gebiet: Inn. Isar. Altmühl und Lech. Die Weser, viel besucht. Konkurrent darin des Rheins. durchauert das deutsche Land in einer Länge von 480 Kilometer, verstärkt durch die Flüsse Aller. Fulda und Werra. Und wer kennt nicht neben diesen Strömen die kleineren Flüsse: Ems. Pregel. Memel, Peene. Vechte. Trave und Weichsel? Alle anderen Flüsse haben zumeist nur lokale Bedeutung. für einzelne Städte und Ortschaften aber eine desto größere. Deutschland braucht sich als Land der Flüsse und Seen nicht in den Schatten stellen zu lassen. Es rangiert mit seinem Wasservorrat so ziemlich an der Spitze aller Staaten. Und besonders Deutschland ist es, das eine sostematische Wasserwirtschaft aufzuweisen hat. 100 Milliarden Kubikmeter Wasser sind für die Wasserwirtschaft, also zumeist für die Schiffahrt, voll ersaßt. Wie die übrigen 200 Milliarden Kubikmeter Wasser in den größeren Dienst der Wirtschaft gestellt werden können, wie die bereits gebändigten Flüsse und Seen in die Rette der Wasserstraßen ausgenommen werden können das ist heute eine wichtige Frage. die die Reichswasserwirtschaft im Reichsverkehrsministerium zu lösen hat. Es ist bekannt. daß zahlreiche neue Kanalpläne schweben. daß neue Kanäle in Angriff genommen sind und ihre Fertigstellung bereits einen engeren Zusammenschluß der bisher ungenutzten Binnenwässer und ungünstig verlaufenden Flüsse herbeiführt.„Wohltätig ist des Wassers Macht. wenn sie der Mensch bezähmt. bewacht". Der deutsche Mensch schafft und sorgt Monat um Monat. Tag und Nacht um die Bändigung des Wassers. Ungeheure Aufgaben sind gerade jetzt zur Regulierung von Flüssen und Seen gestellt worden. Ufer werden neu errichtet, den Flüssen werden neue Bette bereitet. die Technik schafft auch dier Wunder. Aber am meisten ist es der Menschen Geist und der Menschen Kraft. die mit dem feuchten Element im Kampfe stehen und im Kampfe Sieger bleiben. E. 12. Das Stichwort Skizze von Franz Heinrich Pobl. Berlin „Egmont. Ein Trauerspiel in fünf Aufzügen von Johann Wolfgang von Goethe." Der stattliche junge Mann las den Theaterzette! am Eingang des Schauspielhauses. er las die Namen der bandelnden Personen und die der Darsteller. Mit den großen geschichtlichen Persönlichkeiten und den berühmten Schauspielern sing es an und endete bei dem tauben Invaliden Ruvsum und dem Schreiber Vansen. deren Rollen von wenig bekannten Schauspielern dargestellt wurden. Schließlich kamen dann„Volk. Gefolge. Wachen usw.“ Hierunter war er. Eckhard Frevdank. dessen Name nie genannt wurde. der immer dazu verdammt war. den Hintergrund der Bühne füllen zu helfen. ein paar Schritte zu tun. die Arme zu recken und wieder zu verschwinden. Der junge Schauspieler starrte finster auf das Programm. wandte sich schnell ab und mischte sich in den Strom der Vorübergebenden. Und wieder, wie in den letzten Tagen, wurde auch er von der großen Erregung ergriffen. die in Menschenansammlungen. Umzügen und flatternden Fahnen sichtbar wurde und in den überall aufbrausenden, binreißenden Liedern zu Höbenunkten der Begeisterung anschwoll. Freydank sand auch in der kleinen Stube. die er bewohnte. keine Rube: er durchmaß mit schnellen Schritten den engen Raum. laut Stellen aus dem „Egmont" versagend. Wie hatte er sich gefreut. als es im Theater bekannt geworden war. daß das französische Unterhaltungsstück, das nach früberen ähnlichen seichten Machwerken seit Wochen den Spielplan beberrscht batte. abgesetzt und„Egmont“ einstudiert wurde! Wie hatte Eckhard Frevdank geflebt. ihm eine Sprechrolle. und lei es die kleinste. zu geben— alles war vergebens gewesen: er sollte auch in diesem Stück. das er so liebte. das ihm so gegenwartsnab erschien, ein namenloser Mann des Gefolges oder eine Wache sein. Er durfte von den herrlichen Worten Goetbes nur seinen vier Wänden etwas vordeklamieren.— Am Abend berrschte im Theater festliche Stimmung. Der wohlgenährte Direktor. der von seiner Loge aus mit Befriedigung feststellte, wie sich der riesige Raum immer mehr füllte, rieb sich vergnügt Hände: er hatte sich ukt der Ansetzung des Egmont“ nicht verrechnet. Das Klingelzeichen ertönte. der Vorhang öffnete sich und das unsterbliche Trauerspiel begann. Es gab wohl keinen im Theater. der das Stück noch nicht kannte. aber noch nie hatte die Dichtung so gepackt wie zu dieser Stunde. Sie alle waren das unterdrückte niederländische Volk. das um seine Befreiung kämpfte! Auch unter ihnen konnte ein Egmont sein. der treue deutsche Held. der sich für sein Volk ovferte! Von Akt zu Akt steigerte sich der Beifall. und tief ergrissen folgten alle den Vorgängen auf der Büdne. Vierter Aufzug. Große Szene zwischen Egmont uno dem verräterischen Herzog Alba. Dieser hat zum Schein mit dem Grafen, der vertrauensvoll zu ihm gekommen ist. verhandelt— als er geben will. verhaftet er ihn: „Halt. Egmont! Deinen Degen!" Egmont siebt die Eingänge von Bewaffneten besetzt. er reißt den Degen aus der Scheide. ruft: „Bin ich denn wehrlos?“ Die Wache umringt ihn. Alba greift nach Egmonts Degen. den dieser, da eine Verteidigung zwecklos wäre. schon übergeben will— da soringt einer der Soldaten. ein dochgewachsener Jüngling mit funkelnden Augen, an die Seite Egmonts, zieht sein Schwert und ruft mit donnernder Stimme: „Nein. Graf Egmont. nein! Ihr seid nicht wehrlos! Das ganze Volk hat sich erhoben. es füllt die Straßen, stürmt die Festungen der elenden Bedrücker! Ihr sollt sein Führer sein, dann wird das Vaterland uns frei!" Die Schauspieler starren entgeistert auf Eckhard Freydank. den plötzlich improvisierenden Statisten. Der Direktor beugt sich gestikulierend aus seiner Loge. der Inspizient eilt auf die Bühne. und das Publikum weiß im ersten Augenblick nicht, wie ihm geschiebt. Dann aber braust ein Beisallssturm los, wie ihn das Theater wohl selten erlebt hat. Es erhebt sich das Parkett. in den Nängen stehen sie auf. und niemand ist in den Logen. der noch sitzt. Keiner achtet darauf. daß der Inspizient an die Rampe getreten ist und sich bemerkbar zu machen sucht, denn nun ertönt das Lied des Volkes: die große Hymne durchbraust den Raum. die schon Millionen gesungen haben, die in glücklichen Zeiten der Freude Ausdruck gegeben. in Zeiten der Not getröstet und ausgerüttelt hat. Und den Tausenden im Theater ist es. als schwänden die Mauern. als wölbe sich der kernenübersäte Nachtbimmel über ihnen und. so weit er reicht. ständen überall die Volksgenossen. in unübersehbarer Reihe. Hand in Hand das Lied singend. Ein unsterblicher Hofskandal Eine der angenehmsten Metboden. um zu Geld zu kommen. ist immer noch die Beerbung eines teueren Verwandten. Besonders beliebt sind für solche Zwecke naturgemäß dochgestellte Persönlichkeiten, möglichst sogar Fürsten und Könige, denn da darf man wohl die reichste Beute erwarten. Das ist auch der Grund. warum Herr Oscar M. Hartzell aus Amerika jetzt die Königin Elisabetb von England verklagt hat. Das Kriminalgericht von Sioux City im Staate Jowa soll entscheiden, ob Elisabetb. die„jungsräuliche Königin". die vor drei Jahrbunderten die englische Weltmacht begründete und einem ganzen Zeitalter seinen Namen gab. wirklich so spröde und männerseindlich war, wie es immer heißt. Oder ob ihr eigenartiges Verhalten vielleicht nur blanke Heuchelei und Verstellung war. Daß sich das die Engländer gefallen lassen! So fragt man sich unwillkürlich. Und so benutzten wir die Gelegenheit. einen im Reiche weilenden Angebörigen der britischen Nation um seine Stellungnahme in der Angelegenheit zu befragen.„Ja. seben Sie.“ war die Antwort.„Elisabetbs Name ist uns zwar aufs höchste verebrungswürdig. und wir lassen auf unsere Nationalbelden nicht gerne Klatsch und Verleumdung kommen. aber gerade bei Elisabeth ist doch manche Frage noch ungeklärt. vor allem die. ob sie überhaupt eine Königin gewesen ist und nicht vielmehr ein König...“ Von Karl R. Birkenried Geheimnis um Elisabeth Ein König?" stannt der deutsche Zuhörer. „Ja gewiß. in meiner Heimat läßt sich Wie große Entdeckungen gemacht wurden Das Mysterium des Zuckers Von Dr. A. Hahn Die meisten Menschen sind geneigt, bei den Worten„Große Erfindungen und Entdeckungen“ plötzlich an weithinstrahlende Fanale zu denken, an Erkenntnisse, die ein ganzes, großes Gebiet ein für allemal klären. Aber es gibt viele große Erfindungen, die in unscheinbarem Gewande auftreten, groß sind, ohne alles zu erschöpfen. Rehmen wir z. B. nur den einfachen chemischen Stoff Zucker. Welche Fülle von Entdeckungen sind um diesen einen vereinigt. Und doch immer sind seine Geheimnisse nicht vollkommen enthüllt. Ein ganzes Epos der wissenschaftlichen Entdeckungen könnte man um diesen eigenen Stoff herum schreiben. Ein Epos voll von Mühen, voll von Kämp. fen, voll von Tigersprüngen des Geistes und— von Zufällen. Eines der besten Hilfsmittel zur Messung von Zuckermengen ist das polarisierte Licht. Wir wollen nicht Erklärungen geben, wir wollen nur schildern, wie es entdeckt wurde. Ein junger Student namens Malus sitzt in seiner Wohnung und betrachtet durch ein Glasprisma die Fenster des Luxembourg=Palais, von deuen die untergehende Sonne widerstrahlt. Er dreht das Prisma in den Händen, und siehe da, plötzlich verändert sich eines der beiden Bilder, die er normalerweise durch das Prisma erhält. Dieser kleine Zufall, dieses unbewußte Drehen des Prismas, bedeutet die Geburtsstunde der Entdeckung des polarisierten Lichtes. Ein ganz gewaltiger Kämpe im Epos vom Zucker war der Physiologe Claude Bernard. Er beschäftigte sich damit, den Weg zu verfolgen, den der als Nahrungsmittel in den menschlichen Körper gelangte Zucker in diesem nimmt. Er untersuchte also die verschiedenen Körperpartien, Magen, Darm, Leber, die Venen, das Herz und die Lunge. Und aus diesen Befunden schloß er, daß der Zucker aus dem Darm in die Lebervenen gelangt, von da in die Leber. von dort durch weitere Venen in das Herz. von da in die Lunge und daß er dann in der Lunge verbrannt wird. Diese Ansicht war falsch. Nun kommt wieder der Moment, in dem der Weltgeist denen, die sehen können, den Wint des Zufalls gibt. Bernard untersucht den Urin eines Zuckerkranken. Und siehe da: dieser Urin enthält mehr Zucker, als durch die Nahrung in den Körper eingeführt worden war, obzwar ja der Zucker sogar schon nach seiner bisherigen Theorie in der Lunge verbrannt sein mußte. Dieser zufällige Befund warf alles über den Haufen, was er sich bis dahin vorgestellt hatte. Woher kam dieser Ueberfluß? Der Denkapparat Claude Bernards wurde zu einem ganz unwahrschemnlichen Schlusse gezwungen, nämlich zu dem: daß der Organismus selbst imstande sei, Zucker zu bilden. Das war etwas ganz Verblüffendes, denn bisher hatte man doch gerade geglaubt, daß nur die Pflanze imstande ist, Zucker zu bilden, und daß der Mensch nur den Zucer erhält, den ihm die Pflanze liefert. Und jetzt sollte der tierische Organismus gleichfalls pflanzenhafte Fähigkeiten haben? Jetzt galt es, zu ermitteln, wo diese geheime Zuckerquelle im tierischen Körper sitzt: Bernard begab sich auf Entdeckungsfahrten durch den Organismus. Er legte schrittweise den Weg vom Darm bis zum Herzen zurück und bestimmte in allen Teilen die Menge des dort vorhandenen Zuckers. Und was zeigte sich? Bis zur Leber fand er normale Mengen im Blute. Hatte aber das Blut die Leber passiert, so war plötzlich in der die Leber verlassenden Vene ein Ueberschuß von Zucker vorhanden. Nur in der Leber konnte die geheime Zuckerquelle sein. Nun galt es aber, neue Beweise für die zweiselnde Gelehrtenwelt heranzuholen. Bernard fütterte eine Zeitlang einen Hund nur mit Fleisch, aus dem kein Zucker entstehen kann. Tatsächlich findet sich in den Blutvenen vor der Leder keine Spur von Zucker. Aber die Vene, die die Leber verläßt, ist reich an diesem geheimnisvollen Stoffe. Aber noch immer sind nicht genug Beweise da. Nun macht Bernard das entscheidende Experiment. Er nimmt die Vierleiber und spült ihre Blutgefäße so lange mit fließendem Wasser aus, bis keine Spur von Zucker in der Flüssigkeit mehr nachzuweisen ist. Dann erwärmt er die Leber auf Körpertemperatur, schickt wieder Wasser durch, und siehe da, das Wasser ist zuckerhaltig. Die Leber hat die Zuckerfabrikation wieder aufgenommen. Eine der bedeutendsten Entdeckungen der Physiologie ist durch einen Zufall gemacht und durch exakte Arbeit, durch exaktes Experimentieren nachgewiesen worden Claude Bernard hat übrigens selber über das Wesen der wissenschaftlichen Entdeckung nachgedacht und geschrieben. Vor allem, sagt er. gehört Freiheit des Geistes dazu, damit will er sagen, daß jeder, der hartnäckig an„seiner“ Theorie festhält, und nicht dazu imstande ist, sie beweglichen Geistes zu verlassen, für den Entdeckerberuf verloren ist. Ohne viele Arbeit und Praxis auf einem Gebiete wird selten eine Entdeckung gemacht. Die Praxis liefert nämlich nicht bloß bewußte klare Erkenntnisse, sondern sie wirkt auch im Unterbewußtsein weiter und ermöglicht es, daß der Boden gedüngt ist, aus dem durch diese unbewußte Erfahrung die intuitive Erkenntnis plötzlich hervorspringt. Die geschilderte Entdekkung der Zuckerbildung im Körper, die für die Medizin von unermeßlichem Werte wurde, ist ein guter Beleg für diese Ansichten Claude Bernards. „Ja gewiß, in meiner Heimat laßt sio die Ueberlieferung nicht ausrotten, daß Heinrichs VIII. Töchterchen Elisabeth in einem einsamen Schloß weit draußen im flachen Lande. wo es aufwuchs. gestorben sei. Eine wichtige politische Rolle hat das Baby nicht gespielt. vom Vater war es odnedies verstoßen, so drang die Todesnachricht nicht gleich durch. Die Bedienten sprachen absichtlich nicht davon. um ihre Stellung behalten zu können. Es ging auch ulles gut. bis eines Tages überraschend die Ankunft des Königs angemeldet wurde. Er reiste durch die Gegend und kam auf den Einfall, sein Kind doch einmal ansehen zu wollen. Jetzt zitterten die Bediensteten um ihr Leben. eine kluge Wärterin aber kam auf den Gedanken. ein Kind unterzuschieben. Im Schloß lebte ein Knabe im passenden Alter. der wurde in die Kleider der Prinzessin gesteckt und dem König vorgeführt. Er gesiel dem Vater auch. und zwar gleich so gut, daß dieser eine andere. bessere Erziehung für seine vermeintliche Tochter anordnete und sie an den Hof bringen ließ. Der Wärterin und den Eltern des Kindes gelang es. sich in seiner Näbe zu halten: sie tauchten auch später am Hose auf. als „Elisabeth“ schon Königin geworden war. Der Knabe hatte seine Rolle gut gespielt. und später konnte man das Geheimnis nicht mehr entdecken. weil Krieg und Politik schon ihren Lauf danach eingerichtet batten. Der Mann Elisabetb konnte natürlich nicht beiraten. so findet die Sprödigkeit der jungfräulichen Königin zwanglos ihre Erklärung. Vor wenigen Jahren erst lasen wir in den englischen Zeitungen davon, daß man den Kindersarg der echten Elisabetb ausgefunden habe. Unsere Regierung ließ die Angelegenheit aber nicht genauer nachvrüfen. Jedenfalls glauben weite Kreise unseres Volkes noch selsenfest, daß die Königin in Wirklichkeit ein Mann war." „Sie selbst halten es auch nicht für ausgeschlossen?" will der deutsche Fragesteller wissen. Unser Bekannter aber lächelt nur vielsagend und zündet sich eine neue Zigarette an. Das sind also die nüchternen Engländer. denkt man unwillkürlich. Aber. wenn diese Ueberlieferung wirklich recht haben sollte, dann ist es um die Prozeßaussichten des Herrn Hartzell aus den Vereinigten Staaten schlimm bestellt. Denn er behauptet ja gerade. daß Elisabeth beimlich verbeiratet gewesen sei. und zwar mit Sir Francis Drake. dem Seebelden. der zweimal die Welt umsegelte und im Jahre 1588 die spanische Flotte vernichtete. War Franz Drake ein„braver Mann“? Weltumsegelung und Kriegstaten waren nur vor drei Jahrbunderten bestimmt ansehnliche Leistungen. Aber noch mehr müßte doch dazu gehört haben. der Günstling der berühmtesten Königin der Welt zu werden. Aus der beimlichen Ebe soll ein Sohn entsprungen sein. der sich unter dem Namen Hartzell in Amerika ansässig machte. Der Herr Hartzeil aus Siour Citv will dessen direkter Nachkomme sein und dies vor Gericht urkundlich nachweisen. So hofft er. die Erbschaft des Seejahrers zu gewinnen, die es ja tatsächlich gibt und die von den englischen Bebörden verwaltet wird. Sie beträgt zweisellos einige Milliönen Pfund. Francis Drake hat leider nicht für ein anständiges Testament Sorge getragen und seinen Sohn bililos nach Amerika zieben lassen. Da war er wohl am Ende gar nicht der„brave Mann“, wie es im Liede heißt? Aber diese Zweisel sollen je die Dokumente des Urenkels klären. Eine andere Frage dagegen muß sich dem unparteiischen Beobachter aufdrängen: Wie kommt der englische Königsurenkel dazu. mit seinen Klagen ausgerechnet ein Gericht im Wilden Westen zu behelligen. Ja. das tat er nur sehr unfreiwillig. Hartzell junior ist nämlich gar nicht Kläger. sondern Angeklagter. Er hatte vorläufig einmal eine Aktiengesellschaft zur Auswertung der Erbschaftsansprüche gegründet.— Das ist beutzutage nicht mehr gerade originell. Aber es fanden sich Amerikaner genug. die darauf bereinfielen. Sie opferten viele bunderttausend Dollar. um dann miterben zu können. und wollen allo alle von Franz Drake und der jungfräulichen Königin abstammen. Es scheint uns, als könnte Herr Hartzell diesen Anspruch noch am ebesten mit gewissem Recht erheben. Denn die Art, wie er zu Geld kommt. erinnert ja ganz von ferne etwas an Francis. den Weltumsegler: der hatte nämlich seinerzeit, ebe er Admiral wurde. als Seeräuber angejangen! Ob die ganze bochnotveinliche Verhandlung aber das Gebeimnis um Königin oder König Elisabeth klären wird. jetzt nach dreibundert Jahren, das erscheint doch reichlich zweiselhaft. Am besten wäre es wohl. der Toten die Rube im Grabe zu gönnen. Denn ob sie eine Königstochter oder ein Bauernjunge war— fest steht, daß ihre Kunst. zu regieren. lange nicht ihresgleichen sand.