Lippische Tageszeitung General=Anzeiger Die Lippische Tegeszeitung erscheint täglich außer Montags mit den Beilagen: Das Lipporland L#indwirtschaftliche Beilage der Lippischen Tageszeitung. Mitteilungsblatt des Lippischen SauernKandes. Herausgeder: Lippischer Bauernstand. Für unsere Frauen tagsbeilage für die deutsche Hausfrau).— Geschäftsstelle: Detmold. Exterstraße 11. Fernruf: 3145 und 3146. Postversand: Herford. Postscheckkonto: Hannover 9839. Drahtanschrift: Tageszeitung Rummer 265 für das Land Lippe Monatl. AM. 2.— einschl. 30 bzw. 40 Pfg. Zustellgeld. Postbezugspreife dei Adholen vom Postamt RN. 2.— einschl. 30 Pfg. Postgebühr, bei Lieferung frei Haus RM. 30 Pfg. Postgedühr und 30 Pfg. Bestellgeld. Abbestellungen gelten nur mindestens 5 Tage vor a Geseinanamalie: Die 1p. um=Zeile 1% Mi. r.in.—„— Monat! 2.36 einschl. # isp. umeile 12 Pfg., kleine Anzeigen priv. Art 7 Pfg. das Wort.— Bei Streiks over Betriebskörung besteht für den Verlag keine Verpflichtung zur Rückzahlung des Bezugspreises. Gerichtsdarkeit für beide Teile Detmold. Zahlungspflicht innerhald 8 Tagen beginn. Anzeigenpreise: Die höherer Gewalt. Streik Detmold, Freitag, den 10. Rebelung„November 1933 Unruhen in ganz Oesterreich Immer neue Kundgebungen gegen Dollfuß: Hakenkrenzfeuer und schwimmende Hakenkreuze Politische Tageschronik Mehr als 3000 Organisationen der deutschen Wirtschaft haben durch 20000 Vertreter sich auf einer gewaltigen Kundgebung hinter die Politik des Kanzlers gestellt und ein Bekenntnis zum neuen Staat der friedlichen Arbeit und der Neuordnung der Arbeit abgelegt. Eine Welle von Aktivismus ist durch die Ueberwindung der alten Uebel der Zerteilung Deutschlands in politische und wirtschaftliche Interessentenhausen ausgeteilt worden. Sie ist grundsätzlich aus anderen Tiefen gekommen als die bisberigen Wirtschaftsvorstellungen. und dieser Drang nach vorwärts paart sich mit der großen politischen Linie, die für Deutschland einen Frieden des Rechts. eine gleichberechtigte Stellung innerhalb der Rationen und die Sicherung dafür erstrebt, daß die deutsche Arbeit ungestört im Dienste des VolksHeute um 13 Uhr werden im ganzen Deutschen Reich die Sirenen ertönen zum Zeichen, daß in sämtlichen Betrieben die Räder stillitehen, damit das ganze deutsche Volk der Nede des Führers an alle Schaffenden lauschen kann. Adolf Hitler wird in den Berliner SiemensSchuckert=Werken, und zwar im Dynamowerk, sprechen. Wien, 9. Nov. Trotz aller Drohungen mit immer strengeren Strafen und trotz verschärfter Sicherheitsmaßahmen setzen sich die lebhaften Kundgebungen gegen die Negierung immer stärker fort. In Sraz setzten brennende Hakenkrenze, die die Mur herabschwammen, die ganze Stadt in Bewegung. Im ganzen Lande Salzburg flammten Hakenkrenzsener auf. und auch Linz an der Donau war am Mittwochabend von einem ganzen Kranz solcher Höhensener umgeben. An den Wiener Hochschulen sanden Kundgebungen statt, obwohl bereits Polizeibeamte der Hochschulwache auf allen Gäugen ausgestellt sind und sogar in den Vorlesungen Kriminalbeamte in Zivil sitzen. Im Anatomischen Institut der Wiener Universität, in der Vorlesung des Prosessors Pernkopf. wurden sie von den Studenten erkannt und mit lauten Pfuirufen empfangen. Als sich die Kriminalbeamten entfernten, stimmten die Studenten das Horst=Wessel=Lied an. * Von christlich=sozialer Seite wird die Nachricht verbreitet, daß noch im Lause der kommenden Woche die Auflösung des deutschen Turnerbundes erfolgen würde, der rund 7000 Vereine mit insgesamt 64 000 aktiven Mitgliedern und 50 000 Angehörigen umsaßt. Der König von Asghanistan ermordet. Berlin. 9. Nov. Wie die Berliner Morgenblätter aus London melden, ist der König von Afghanistan, Nadir Khan, am Mittwochmorgen ermordet worden. Zu seinem Nachfolger ist sein Sohn ausgerusen worden. * London, 9. Nov. Aus Peshawar wird gemeldet, daß der Königsmord in Kabul außerordentliche Rückwirkungen auf die gesamte mohammedanische Welt haben werde. Die englischen Truppen in der indischen Nordwestprovinz stehen in Bereitschaft, um möglichen Aufstandsversuchen sofort ent gegenzutreten. Weitere Meldungen, die im asghanischen Konsulat in Bombay eingelaufen sind, besagen, daß in Afghanistan Ruhe herrsche und daß das ganze Land seine Ergebenheit dem neuen Herrscher erklärt habe. Die Ermordung des afgbanischen Königs Nadir Kahn ist vorläufig noch von einem Geheimnis umgeben: Die afghanischen Behörden in Kabul schweigen sich über die Umstände des Anschlags aus. Der einzige vorliegende Bericht ist ein Telegramm der englischen Gesandtschaft in Kabul an die englische Regierung, demzufolge der Mörder ein Student war und nicht, wie zuerst angenommen, ein Freund und Höfling des Königs. Aman Ullah will nach Afghanistan zurückkehren. London. 9. Nov. Der frühere König von Afahanistan. Aman Ullah, hat in einer aus seinem Landhaus in Rom übermittelten Botschaft an den„Evening Standard“ seine Bereitwilligkeit zur Rückkehr nach Afghani stan erklärt. ganzen und zur Vermehrung der materiellen und kulturellen Wohlfahrt dienen kann. Dem Ausland gegenüber ist damit eine Geschlossenheit ge zeigt worden. an der alle Spekulationen auf jene Eigenbrödeleien. die früher Deutschland in Ohnmacht stürzten, zerschellen. Die deutsche Wirtschaft und jeder, der ihr angehört, ist durchdrungen von dem neuen Gemeinschaftsgefühl, das die Wirtschaft. ihre Regelung und ihre Lei stung nicht nach Sonderinteressen wertet, sondern danach, ob die gegenwärtige und sich daraus entwickelnde künftige Wirtschaftsform dem Staate angevaßt ist. Kuba. das schöne und doch so unglückliche Eiland. scheint nicht zur Ruhe kommen zu wol len. Nach dem Sturz des Diktators Machado ist es noch nicht wieder gelungen, eine Autorität aufzurichten. obwohl die Amerikaner aus ihren bedrohten Interessen heraus alles taten, um jede Regierung zu unterstützen. Nach Cespedes Sturz entwickelten sich geradezu chaotische Zustände. Verschwörer standen gegen Verschwörer. Deutlich machte sich dolschewistische Agitation bemerkbar. Der Nachfolger des DreiwochenPräsidenten. Gran San Martin. erwies sich als zu schwach. um das Ueberwuchern von volitischen Abenteurertum zu verbindern. Der Sergeant Batista schwang sich an die Snitze der Armec und richtete ein Blutbad unter den Offizieren an. Eine zeitlang schien es. als sei die kubanische Freiheitsorganisation, die sogenannte ABC vom Erdboden verschwunden oder hätte sich zum mindesten den Machthabern gebeugt. Es war nur die Rube vor dem Sturm. Jetzt kommen Nachrichten von neuen Aufständen im Paradics der Antillen. die offenbar sorglich vorbereitet sind und im Heer ihre Stütze finden. Selbst Flugzeuggeschwader werden eingesetzt. Bomben auf Kuba! Das klingt wie ein phantastischer Roman und ist doch Wirklichkeit. Und wenn man weiß, daß letzten Endes die Drahtzieher. nie nur auf den Knonf zu drücken brauchen. in der Wallstreet sitzen, dann gewinnt dieser Roman sogar weltpolitische Aspekt. Der Kampf ist noch nicht entschieden, aber dessen dari man gewiß sein, daß die Geldinteressen eben dieser Wallstreet ohne Rücksicht auf Verluste an Gut und Menschenleben sich so oder so durchsetzen werden, wenn der Kampf auch noch so morderisch wird. Neuregelung des Margarinebezugs Maßznahmen für Minderbemittelte Berlin. 9. Nov. Amtlich wird mitgeteilt: Die Reichsregierung hat neue bedeutsame Maßnahmen für die gesamte Bevölkerung, insbesondere für die minderbemittelten Volksgenossen, getrossen. Ab Dienstag. dem 14. November 1933, wird folgende Regelung wirksam: 1. Die Margarinepreise werden herabgesetzt und festgelegt. 2. Größere Margarinemengen werden bereitgestellt. 3. Der Kreis der zum Bezuge von Haushaltsmargarine Berechtigten wird bedeutend erweitert. Die Margarine wird ab Dienstag, dem 14. November 1933, zu folgenden Preisen verkauft: 50 oH. von der Gesamterzeugung als steuerfreie Haushaltsmargarine zu 38 Reichs. pfennig je Pfund. 25 oH. als Konsumware zu 66 Reichspfennig je Pfund. Außerdem sind noch zwei Klassen für kaufkräftigere Verbraucherschichten zum Preise von 0.98 und 1.10 Reichsmark für je 12 95. der Erzeugung zugelassen. Zur Versorgung der Minderbemittelten dient, wie bisher, jedoch für einen erweiterten Verbraucherkreis, die Haushaltsmargarine, die nur am Bezugsberechtigte abgegeben werden darf. Darüber hinaus wird nunmehr für die übrigen Bevölkerungschichten in ausreichendem Umfange eine beonders gekennzeichnete„Konsumware“ zum Preise von 66 Reichspfennig zur Verfügung stehen, während bisher diese Ware zu einem Preise von etwa 80 Reichspfennig. oft auch noch teurer, verkauft und in unzureichendem Umfange in den Verkehr gebracht wurde. Mit Rücksicht auf den größeren Fettbedart in den Wintermonaten, der durch die Erhöhung der Kaufkraft infolge des Rückganges der Arbeitslosigkeit noch verstärkt wird, hat der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft der Margarineindustrie Zusatzkontingente in beträchtlichem Ausmaße gewährt. Mit sofortiger Wirkung wird ferner die Fettverbilligungsaktion über den bisherigen Rahmen hinaus ausgedehnt. Die mit der Durchführung betrauten Stellen sind angewiesen worden, bei der Einbeziehung von Personen, deren Lohn= und sonstiges Einkommen den Richtsatz der öffentlichen Fürsorge nicht wesentlich übersteigt, weitherzig zu verfahren. Im Hinblick auf die besondere Bedeutung der kinderreichen Familien für die Erhaltung des Volkstums ist ferner ihre weitgehende Berücksichtigung bei der Fettverbilligung vorgesehen. Es ist angeordnet, daß auch Familien mit drei und Witwen mit zwei Kindern Bezugsscheine auf Haushaltsmargarine erhalten, während bisher nur Familien mit vier und Witwen mit drei Kindern berücksichtigt wurden. Auch die dem Mittelstand zuzurechnenden Familien mit mäßigem Einkommen sollen künftig an dieser Vergünstigung teilhaben. Durch diese Maßnahmen wird die Fettversorgung der Verbraucher fühlbar erleichtert, ohne daß das Ziel der nationalen Fettwirtschaft irgendwie gefährdet wird. Das Genfer Theater Gens. 9. Nov. Das Präsidium der Abrüstungskonferenz trat Donners. tag nachmittag unter dem Vorsitz von Henderson wieder einmal zu einer neuen Tagung zusammen, die, wie üblich, innerhalb weniger Tage durch eine neue Vertagung abgelöst werden soll. Präsident Henderson sagte, den Mitgliedern des Hauptausschusses müsse noch vor dem 4. Dezember ein revidierter Ab kommenstext vorgelegt werden. Martin Luther Zum heutigen 450. Geburtstag. D. E. K. Wer Luthers Bild anschaut, den kann wohl eine ähnliche Empfindung überkommen, wie vor Michelangelos Moses, diesem Bild menschgewordener Herrschgewalt. Aber aus der gewaltigen Luthergestalt klingen ihm entgegen die tiefsten Töne des Herzens und die zartesten Weisen des Ge mütes und es weht uns eine Kraft an, die verklärt ist von dem heiligen Ernst des höchsten Dienstes. Der Kraftmensch ist gebunden in Gott und befreit in reichster Innerlichkeit. Er ist Herrscher und Feldherr im Geisterkampfe, aber er ist auch Prophet und Psalmist. Er senkt seinem Volk den heiligen Ernst ins Herz, der weiß, was gut ist und was böse und er kann auch lachen in sorgloser Freude. Er ist seiner Sache gewiß in jedem Augenblick, daher kann er über alles. was klein und gewöhnlich ist an sich und anderen heiter spotten, liegt doch die Sache in eines anderen Hand. Und diese Vereinigung machte ihn nicht nur fähig, den Kern des Christentums in seiner ganzen Süße und Herbigkeit zu schmecken und das Wesen des Christentums in seiner vollen Innigkeit und Tatkräftigkeit zu erfassen, sondern befreite ihn auch innerlich, den Kampf wider eine Welt aufzunehmen. Luther war kein Heiliger. Aber er war einer jener großen Führer, die in ihrem tiefsten Wesen von der Wirklichkeit des Christentums erschüttert sind und daher diese heilige Wirklichkeit mit neuem hellen Licht zu beleuchten vermögen. Er war einer von jenen, die wirklich glauben und die selbst glauben und nicht nur andern den Glauben lehren wollen. Er hat Gott in seiner Wirklichkeit im Innern empunden und er hat nicht bloß anempfunden, was andere von ihm erlebt hatten. Das gab ihm den prophetischen Zug, den die Zeitgenossen schon ahnten. Man kann von der Mystik(Versenkung) Luthers reden. wenn man hierunter die unmittelbare Empindung und innere Schau der Gottheit vertehen will. Während nun aber die Mystik neuplatonischer Herkunft der Gottheit in dem Maß inne wird. als ihm die Welt entwird, hat Luthers die sinnliche Erfahrung übersteigender Wirklichkeitssinn Gott in deutlichen Gedanken und in der Wirklichkeit des Lebens ergreisen gelehrt. Er hat sich dem neuplatonischen Ursprung der Mystik merkwürdig schnell entwandt, aber Anregungen der deutschen Mystik sind immer in ihm wirksam geblieben. Noch ein Zug ist hervorzuheben. Die Einsamkeit der großen Geister hat auch Luther zu schmecken bekommen. Aber die ihm eigentümliche Großartigkeit trieb ihn nicht n die Einsamkeit, wie es bei dem Mystiker der Fall ist. Es war wieder sein Wirklichkeitssinn, der ihn stark und tief das menschliche Gesamtleben spüren ließ. Er hatte einen kräftigen Sinn für die Schönheit der Welt und ihre Anregungen und konnte in kindlicher Unmittelbarkeit sich ihrer freuen. Aber nie vergaß er über diesen Gaben die Aufgaben, welche sie stellen, und nie ließ er sich durch sie die Strenge der sittlichen Pflicht trüben. In unmittelbarem Erleben fühlte er sich eins mit seinem Volk. Es war ein Stück seines Lebens, was sich um ihn her im Staat oder in der Kirche zutrug. Er spürte alle Not und Freude, alle Schäden und alle aufsteigenden Tendenzen. welche die Zeit brachte. Er handelte im Bewußtsein der Einheit mit den anderen als ihr Vertreter und Führer. Es war eine wuchtige Herrschgewalt in seiner Seele, und zumal im Alter mochte sie nicht immer bequem sein für seine Umgebung. Aber die deutsche soziale Art war stark genug in ihm. um das persönliche Leben auch in den andern zu sehen und anzuerkennen. Dieser innere Sinn für menschliche Gemeinschaft ist ein weiterer Gesichtspunkt zur Erklärung der geschichtlichen Kraft Luthers. Er lebte ein Leben mit seinem Volk. so wurde sein eigenes gewaltiges Leben zur treibenden Kraft in der geschichtlichen Bewegung. 1 c ∆ d 11 n 10 de m m sel vo de Ge M Vor zehn Jahren 8 9. Nov. Nach einem Auftakt am Mittwoch erreichten am Donnerstag die Gedächtnisseiern an den Befreiungsversuch Adolf Hitlers in München am 9. November 1923 ihren Höhepunkt. Die Veranstaltungen wurden eingeleitet durch den Opferzug der alten Kämpfer von 1923. Dieser Opferzug ging vom Bürgerbränkeller bis zur Feldherrnhalle, nahm alse den gleichen Weg wie vor zehn Jahren. Nachdem die alte Garde mit dem Führer und seinen Getreuen um 12 Uhr vor dem Bürgerbräukeller vollzählig versammelt war, gad um 12.10 Uhr der Führer das Zeichen zum Abmarsch. An der Spitze des Zuges schritt der Führer. An seine rechte Seite trat Ministerpräsident Söring, ihm zur Linken schritt Oberstleutnant Kriebel. Hierauf folgte die Blutfahne, deren erster Träger am 9. November 1923 gefallen ist. Mit dem Fahnenträger marschierte auch Gauleiter Streicher(Nürnberg). Der Jubel der Menge legte sich sofort, als der Zug ohne Musik und ohne Spiellente sich in Bewegung setzte. Die Hitlerjugend säumte den Weg. Alle 12 Meter brannten zu beiden Seiten der Straße hohe Kandelaber. Schweigend reckten sich die Hände zum Himmel. Die Tribünengäste ehrten die Vorüberziehenden durch Erheben von den Plätzen. An der Stelle, an der vor zehn Jahren die ersten 16 Toten der Bewegung sielen— unmittelbar neben der Feldherrnhalle am Eingang der Residenzstraße— hängt eine große schwarze Fahne mit dem Hakenkrenz auf goldenem Grund und dem Opferzeichen. Ein Trommelwirbel kündigte kurz vor 13 Uhr die Ankunft der alten Kämpfer an. Unter der großen schwarzen Fahne machte der Führer Halt. Salutschüsse forderten die Bevölkerung zu einer Minute Schweigen auf. Während dieses Schweigens verkündete der Rundfunk über ganz Deutschland die Namen der 16 Toten vom 9. November 1923. geworden sind und daß diese Einheit niemals mehr in Deutschland zerbrechen wird. Würden unsere Toten des 9. November heute auferstehen, sie würden weinen vor Glück, daß nunmehr die deutsche Armee und das erwachende deutsche Volk sich zu einer Einheit gefunden haben.“ Sodann vollzog der Führer den Weiheakt. Nach dem Festakt verließ der Führer die Feldherrnhalle und entfernte sich unter dem ubel der Menge im Kraftwagen. Bei dieser Gelegenheit weihte der Führer mit der Blutfahne 42 neue Sturmfahnen. Er hielt dabei eine kurze Ansprache, in der er der SS. für die Treue in all den Jahren dankte und sie aufforderte, diese Treue auch in Zukunft zu bewahren. Dann legten die SA.= und SS.=Männer durch Berührung mit der Blutfahne den Eid für die nationalsozialistische Bewegung und den Führer ab. Mit dem Choral„Nun danket alle Gott“ schloß die erhebende Feier. Auf alle Fälle wäre es unzulässig, daß Frankreich noch weiter abrüste, um Deutschand wieder nach Genf zurückzuführen. Die Regierung solle von dem Recht Gebrauch machen, das der Artikel 213 ihr gebe, um die Eröffnung einer internationalen Unteruchung zu veranlassen.(Lebhafter Beisall auf sämtlichen Bänken der Kammer.) Paul Boncour erklärte von seiner Bank aus, daß er es immer bedauert habe, daß man sich nicht häufiger auf den Artike! 213 berufen habe. Der Ausklang Der Abend des Donnerstag brachte die letzten Veranstaltungen. Um 18 Uhr begannen die Wiedersehensfeiern der Kämpfer von 1923 in ihren alten Sturmlokalen. Im Nationaltheater wurde„Lohengrin“ aufgeführt. Eine besondere Veranstaltung war im Prinzregenten=Theater vorgesehen, wo anläßlich des Erinnerungstages an den Zug der nationalsozialistischen Kämpfer vor 10 Jahren eine Gedenkfeier stattfand, zu der die bayrische Staatsregierung. die Spitzen der Reichsregierung, der Länderregierungen sowie der NSDAP. eingeladen hatten. Nach einem Vorspruch gelangte das Schauspiel„Alle gegen einen, einer für alle“ von Friedrich Forster=Burggraf zur Uraufführung. Als letzte abschließende Veranstaltung an der Feldherrnhalle war in der 9. Abendstunde die Bereidigung der Standarte„ovif Hitler“ anberaumt, ebenso die Vereidigung des SA=Sturmbanns „Hermann Göring“. Glockengeläut zu Luthers Geburtstag Berlin, 9. Nov. Aus Anlaß des 450. Ge burtstages Dr. Martin Luthers, den am Freitag das evangelische Deutschland und das gesamte Luthertum der Welt festlich begeht, werden um die Mittagsstunde von 12 bis 12.15 Uhr sämtliche Glocken läuten. Aus Anlaß des 450. Geburtstages Dr Martin Luthers, der am 10. November von der gesamten protestantischen Welt begangen wird, hat die Großherzogin Feodora von Sachsen=Weimar=Eisenach der Wartburgstiftung die an der Lutherstube angrenzenden Reformationszimmer der Wartburg zu Besichtigung freigegeben. Der Reichsbischo hat dem Vorsitzenden der Wartburgstiftung. dem Eisenacher Oberbürgermeister Dr. Janson. in einem Telegramm für seine erfolg reiche Bemühungen gedankt. Kriegszustand auf Kuba Aufstand in Havanna niedergeschlagen. Verein Deutscher Zeitungsverleger rust zum 12. November auf Festatt vor der Feldherrnhalle Eine halbe Stunde etwa dauerte der in Sechserreihen erfolgende Vorbeimarsch der alten Kämpfer vor dem Führer, der seine Getreuen, von denen die meisten ihre alten Windjacken trugen, und die alten verblichenen Fahnen mit erhobener Hand grüßte. Auf dem zwischen den Standarten und der Leibwache freigehaltenen Platz nahm diese erste Garde der Partei Aufstellung. Mit dem Glockenschlag 1 Uhr begab sich der Führer zur Tribüne, in seiner Begleitung Ministerpräsident Göring und als alter Mitkämpfer Oberstleutnant a. D. Kriebel. Hinter dem Führer wurde die Blutfahne des November 1923 getragen. Vor der Halle, wo der Führer inmitten der Reichs= und Staatsminister Aufstellung nahm, hielten sodann der Gauleiter von München. Wagner, der bayerische Ministerpräsident Siebert, Ministerpräsident Görina und Stabschef Röhm Ansprachen. Hierauf erfolgte die feierliche Weihe eines Mahnmals durch Adolf Hitler. Vor der Weihe des Mahnmals vor der Feldherrnhalle hielt der Führer eine Ansprache, worin er u. a. ausführte: Da die Revolution des November 1918 die Gesetze von einst gebrochen hat, konnte sie nicht von uns erwarten, daß wir sie allegalen Rechtszustand anerkennen würden. Wir haben ihr damals als Männer und politische Soldaten den Krieg angesagt, entschlossen, die Verantwortlichen des November zu stürzen. So sind wir denn auch im November 1923 marschiert, erfüllt von dem Glauben. es könnte gelingen, die Schuldigen des November 1918 zu beseitigen. Das Schicksal hat damals anders entschieden. Heute, nach zehn Jahren, beurteilen wir die Zeit leidenschaftslos. Es sollte nicht gelingen, die Zeit war noch nicht reif dafür. Das. was uns damals am meisten schmerzte, war der Zwiespalt, der entstand zwischen den Kräften, die auch uns einst in ihren Reihen hatten, und den Kräften, die die Nation brauchte, um frei zu werden. Der Riß tat damals weh. und wir hatten nur eine Hoffnung, daß die Zeit diese innere Wunde wieder heile, daß aus den damals feindlichen Brüdern. die doch alle nur für ein Deutschland am Ende streiten wollten, einst wieder die Gemeinschaft erwüchse, die wir viereinhalb Jahre lang erlebt hatten. Zehn Jahre sind jetzt vergangen, und es ist für mich an diesem Tage das höchste Glück, daß nunmehr die Hoffnung von einst in Erfüllung gegangen ist, daß wir nun zusammenstehen: die Repräsentanten unseres Heeres und die Vertreter unseres Volkes, daß wir wieder eins Berlin. 8. Nov. Der Verein deutscher Zeitungsverleger hat an die deutschen Zeitungsverleger folgenden Aufruf erlassen: Nur wenige Tage trennen uns von der Entscheidung des 12. November. Die ganze Welt erwartet mit Spannung das Ergebnis. Das deutsche Volk wird durch die Bekundung seiner völligen Geschlossenheit vor der Geschichte seierlich seinen Anspruch auf Gleichberechtigung erneut erheben. Es wird die Uebernahme jeder Verpflichtung, die seine Ehre schändet, für alle Zukunft ablehnen. Der deutschen Presse fällt die Aufgabe zu, die von der Reichsregierung ins Volk getragene Aufklärung durch ihre Mitarbeit wirksam zu unterstützen. Die deutschen Zeitungen erblickten in dieser Aufgabe schon bisher eine Ehrenpflicht und empfanden ihre Mitarbeit als ihr vornehmstes Recht. Gerade jetzt in den letzten Tagen vor den Abstimmungen gilt es, jedem Leser ihre geschichtliche Bedeutung immer wieder klar und eindringlich vor Augen zu führen. Jeder muß wissen, daß er es mit seiner Stimme in der Hand hat, an der Gestaltung des deutschen Schicksals zu seinem Teil mitzuwirken. Kein deutscher Volksgenosse darf darum am kommenden Sonntag an der Urne sehlen. Es geht um die Sicherung von Ehre und Frieden für Deutschlands Zukunft. Die deutschen Zeitungen müssen mit der ganzen Macht ihrer inneren Ueberzeugung diese Tatsache immer wieder in das Gewissen ihrer Leser rufen..... Der Führer will, daß dieser Bekennt nistag des deutschen Volkes auch den inneren Ausgleich und die Versöhnung bringt, die alle ehrlichen Deutschen zu einer festen Front zusammenIs gebe der Erwartung Ausdruck. daß jeder deutsche Zeitungsverleger in diesen Tagen seine Pflicht tut. Der Kampf des Führers gilt dem Lebensrecht der Nation. Er gilt zugleich dem wirklichen Frieden der Welt. Das einmütige Bekenntnis zu ihm und seinen Zielen wird ein Ehrentag des deutschen Volkes sein. Heil Hitler! (gez.) Amann, Vorsitzender des Vereins deutscher Zeitungsverleger. München nach Berlin kennengelernt haben will. Er habe sich ihr als ein Dr. Hediger vorgestellt und angegeben, daß er im Auftrage der italienischen Regierung ein Wert über die deutsche Kultur zu schreiben habe. Er sei Forscher und habe zu allen Bibliotheken und Archiven Deutschlands Zutritt Im übrigen habe er über seine persönlichen Verhältnisse erzählt, daß er von seiner Frau getrennt lebe. Die Zeugin Rösler sagt dann weiter aus, daß sie am nächsten Morgen mit Dimitroff im Zuge einem Ehepaar gegenübersaß, das eine Zeitung mit dem Bericht über den Reichstagsbrand hatte. Sie habe sich die Zeitung ausgeliehen und sie dann auch an Dimitroff gegeben. Auf die Frage des Vorsitzenden, ob Dimitroff sich irgendwie über den Reichstagsbrand geäußert habe erwidert die Zeugin, daß sie sich darauf nicht besinnen könne. Dimitroff fragt, ob sie nicht mehr wisse, daß er gesagt habe:„Das ist eine Vropakation: Zeugin: Nein. Ich entsinne mich nur, daß Dimitroff mit dem Kopf geschüttelt hat. Erst am Abend des gleichen Tages, als mit mit ihm in Berlin traf, hat er sich dahin geäußert, daß die Brandstiftung nicht von den Kommunisten ausgeführt sein könne. Nach Vernehmung von zwei weiteren Zeugen, die keine Aussage von Bedeutung machten, wurde die Verhandlung geschlossen. Die nächste Sitzung findet am Sonnabend statt. Der Freitag bleibt sitzungsfrei. Havanna, 9. Nov. Der Grau=Regierung ist es gelungen, den Aufstand mit Hilfe der treugebliebenen Armee restlos zu unterdrücken. Der Präsident hat den Kriegszustand über ganz Kuba erklärt. In Havanna dauerten die Straßenkämpfe die ganze Nacht über an. Bisher wurden 70 Tote und 250 Verwundete gezählt. 400 Aufständische sind gefangen genommen worden. Die Aufständischen setzten sich zusammen aus Anhängern der Organisation ABC., meuternden Soldaten und Polizisten. Havanna machte eine wahre Schreckensnacht durch. Allenthalben traten Dachschützen auf. Vielfach ereigneten sich Explosionen. Ueberall knatterten Maschinen= gewehre, während Panzerkraftwagen mit Scheinwerfern durch die Straßen fuhren. Die Verbindungen mit dem Innern des Landes sind unterbrochen. Die Telephonund Telegraphenleitungen sind durchschnitten worden. An mehreren Stellen wurde der Bahnkörper gesprengt. Die Funkscationen melden örtliche Aufstände in verschiedenen Städten des Landes. Die Anhänger der Organisation ABC., die an dem jetzigen Aufstand führend beteiligt sind, streben die Wiederberufung von de Cesvedes. der theoretisch noch von der Regierung der Vereinigten Staaten als Präsident anerkannt ist, an. Das amerikanische Marineministerium trifft Vorbereitungen, die bereits aus den kubanischen Gewässern zurückgezogenen Kriegsschiffe wieder nach Kuba zu entsenden, falls das Leben von Bürgern der Vereinigten Staaten bedroht werden sollte. Gegenwärtig befinden sich noch ei amerikanische Kriegsschiffe in der Nähe von Kuba. 2000 kubanische Aufständische gesangen genommen.— Der Aufstand beendet. Havanna, 9. Nov. Im Fort Atares, oberhalb der Stadt Havanna, eingeschlossene etwo 2000 Aufständische hißten die weiße Flagge, nachdem die Regierungstruppen die Wasserzufuhr abgeschnitten hatten. Durch den Fall dieses wichtigen Stützpunktes und die Gefangennahme des größten Teiles der aufständischen Streitkräfte scheint der Aufstand wenigstens zeitweilig von der Regierung unterdrückt zu sein. Bei den Kämpfen um das Fort Atares gab es fünf Tote und sunszehn Verwundete. Letzte Funkmeldungen Der alte Haß Stiller Tag Berlin, 9. Nov. Die Donnerstagverhand lung im Reichstagsbrandstifterprozeß war ein sehr ruhiger Tag, ein Tag ohne Sen sationen und ohne daß zum Prozeßgegen stand irgendwelche wesentlich neue Gesichtspunkte hinzugekommen wären. Es wurden am Donnerstag im ganzen sechs Zeugen vernommen, die Aussagen machten über den Berliner Aufenthalt Dimitroffs und ihn zum Teil entlasten sollen. So tritt ein Fraulein Rösler als Zeugin auf. die Dimitroff unter anderm Namen in der Brandacht im Zuge von Beginn der außenpolitischen Aussprache in der französischen Kammer. Pari, 9. Nov. Die französische Kammer hat am Donnerstagnachmittag die große außenpolitische Aussprache begonnen. Zehn Interpellanten der verschiedensten Gruppen werden zur Frage der Abrüstung, der angeblichen Aufrüstung Deutschlands, der allgemeinen internationalen Lage sowie der Saarfrage von der Regierung Aufklärung verlangen. Die Antwort des Außenministers und des Ministerpräsidenten wird erst Anfang kommender Woche erfolgen. Im Verlauf der Aussprache warf der radi kalsozialistische Abgeordnete„Guernut Deutschland vor, daß es aufrüste. Deutschland habe die Abrüstungskonferenz verlassen, weil es befürchte, daß die Kontrolle seine Verstöße entschleiert hätte.(?) Der ehemalige Kammerchef Clemenceaus, der Abgeordnete Georges Mandel, warf dem Außenminister vor, daß er die Politik der Liquidation des Sieges fortsetze. Deutschland habe nur das eine Ziel, die Verträge zu zerreißen, damit die ehemals deutschen Gebiete wieder deutsch würden. Was gedenke die französische Regierung im blick auf die bestimmte Aufrüstung Deutsch lands zu tun? Es sei unerhört, daß Deutschland die Gleichberechtigung zugestanden sei. Der bekannte westdeutsche Wirtschaftsführe: preußischer Staatsrat Dr. jur. h. c. Fritz Thyssen vollendet am 9. November sein 60. Lebensjahr. Die Reichskirchenführung hat augeordnet. daß aus Anlaß der Volksabstimmung am 12. November die Kirchen und kirchlichen Gebäude von Freitag bis Sonntag zu beflaggen sind. In Hannover wurde am Donnerstag früh der Melker Funk aus Mandelsloh hingerichtet. Funk hatte einen Rentner ermordet. Im Anschluß an die Schulfunk=Reichssendung am 11. November von 9 bis 9.25 Uhr „Deutschland zerstörte seine Wafsen— und die anderen?“ spricht bis 9.40 Uhr Reichsjugendführer Baldur v. Schirach zur deutschen Schuljugend. Obgleich im Oktober erstmalig saisonmäßige Zugänge an Arbeitslosen in stärkerem Maße eingetreten sind, führten die planmäßig eingesetzten Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen zu einem Rückgang der Arbeitslosenzahl in diesem Monat um fast 103 000. Die Gesamtzahl der Arbeitslosen beträgt Ende Oktober rund 3746 000. Vizekanzler v. Papen sprach am Donnerstag in Köln auf einer großen Kundgebung der Arbeitsgemeinschaft katholischer Deutscher zu den Wahlen. Die Madrider Polizei entdeckte einen großangelegten Umsturzplan. Die Stadt Magdeburg verleiht dem Reichsarbeitsminister Franz Seldte das Ehrenbürgerrecht. Die feierliche Ueberreichung des Ehrenbürgerbriefes erfolgt am Sonntag, dem 12. November, vormittags, im Bürgersaal des Nathauses. Reichsinnenminister Dr. Frick sprach am Donnerstagabend vor 20000 Menschen in Karlsruhe zu den Wahlen. In der auslä wieder mit ges daß niemand di streite, und daß gen lediglich ar trägen zu erfüll Tat seine Verpf uns nicht frein schlossen worde Mächte, die in freiwillig einge gehalten, was sputeren Abkom der deutschen V ebgetretenen G ternationalen 2 den. Aber wa Rbeinland. im schen Osten un letzten 14 Jahre Entsinnt man heuren Bedrü Staatsbürger a der Ruhr aus nahmte ihre Ha man wies sie 4 Insurgenten=Au stigt? Duldete fall der Litaue volen wurde f ichen vertrieben Weltmeinung gend hingenom Als aber D Hoheitsbezirk 1 beseitigte, die Rechtslosigkeit worden waren, uniere inneren tausend Staats weil für iäre uns kein Raun Pharisäern der barei und deDeutschland kä starken Staatsf Am 12. Novem fremden Solitt wort erteilen. einmal durch en. sondern wi serer Führung die Nation den dern, den die a Ab 12. N für Ab 15. Novnahn Netzkart geniet aus. man eine Netz! 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Die Rechte der deutschen Volksgenossen in den besetzten und ebgetretenen Gebieten waren in zahlreichen internationalen Vereinbarungen sichergestellt worden. Aber was spielte sich im Saargebiet, im Rbeinland, im Ruhrgebiet. im ehemaligen deutschen Osten und an der Memel im Laufe der letzten 14 Jahre an Rechtswidrigkeiten alles ab?! Entsinnt man sich denn nicht mehr der ungeheuren Bedrückungen, denen reichsdeutsche Staatsbürger an der Saar. in der Pfalz und an der Ruhr ausgesetzt waren? Man beschlagnahmte ihre Habe. man warf sie ins Gefängnis, man wies sie aus. Hat die Entente nicht die Insurgenten=Aufstände in Oberschlesien begünstigt? Duldete sie nicht den bewaffneten Einfall der Litauer ins Memelgebiet? Aus Neuvolen wurde fast eine Million deutscher Menichen vertrieben. Alle diese Uebergriffe hat die Weltmeinung geduldet und größtenteils schweigend hingenommen. Als aber Deutschland in seinem eigenen Hoheitsbezirk Ordnung schaffte und Mißstände beseitigte, die gerade durch die internationalRechtslosigkeit unseres Landes unerträglich geworden waren, da mischte sich das Ausland in uniere inneren Angelegenheiten ein. Ein paar tausend Staatsfeinde gingen über die Grenze. weil für iäre volkszersetzende Betätigung bei uns kein Raum mehr war. Das genügte den Pharisäern der Weltmeinung. um uns der Barbarei und des Rechtsbruches zu beschuldigen. Deutschland kämpft heute unter seiner neuen starken Staatsführung um sein wirkliches Recht. Am 12. November wird das deutsche Volk den fremden Solitterrichtern die gebührende Antwort erteilen. Wir sind nicht bereit, uns wieder einmal durch schöne Phrasen einfangen zu lassen. sondern wollen beweisen, daß wir mit unserer Führung zusammenstehen und endlich für die Nation den Rechtsfrieden als Tatsache fordern, den die andern nur auf der Livve tragen. serung des Umsatzes genügte mir aber nicht. und ich setzte das Aufkommen um 150 Millionen höher ein als im Jahre 1932. also mit 1500 Millionen ark. Die Einnahmen im ersten Halbjahr 1.33 haben nun für die Umsatzsteuer für sechs Monate bereits 748 Millionen Mark erbracht oder rund die Hälfte des Voranschlages. Es steht aber fest, daß die Umsatzsteuer in der zweiten Hälfte des Haushaltsjahres immer mehr einbringt. sodaß schon bei der vorjährigen prozentualen Mehreinnahme im zweiten Halbjahr mit einem Umsatzsteueraufkommen von 1550 Millionen zu rechnen ist. also 50 Millionen Mark mehr als im Voranschlag. Ich behaupte aber ferner, daß die Umsatzsteuer im Jahre 1933 rund 1600 Millionen Mark erbringen wird, d. b. im ersten Jahre der Regierung Adolf Hitlers eine viertel Milliarde Mark mehr als im Vorjahr. weil eben der Umsatz der Volkswirtschaft gestiegen ist. Neuer Höhenrekord im Leichtflugzeug. Der im Jahre 1930 von dem Junkersflieger Zimmermann mit 5625 Meter aufgestellte internationale Höhenrekord für Wasser=Leichtflugun unr Acse u ie un dn Salius Noclot beträchtlich überboten worden. Noclot erreichte auf dem römischen Littorio=Flugbafen die hervorragende Höhe von 8411 Meter. Ende von Pat und Patachon Berlin. Der dänische Volksschullehrer Schonström. de= unter dem Namen„Pat“ als Teil der de en Film=Attraktion„Pat und Patachon“ bekannt geworden ist. wurde, wie die Berliner Morgenblätter melden. in ein Irrenhaus gebracht. Er erlitt während einer Filmaufnahme einen Tobsuchtsanfall. Wetterbericht für den 19. November 1933. Für das mittlere Deutschland: Abgesehen von Morgennebel wolkig bis heiter. trocken. Temperatur wenig verändert. schwachwindig. Für das übrige Deutschland: Im größten Teil des Reiches beständiges und vielfach heiteres Wetter. Nur im Alvenvorland Wetterverschlechterung. Ab 12. Rovember Retzkarten für die ganze Reichsbahn. Beginn der neuen Sitzungszeit des englischen Parlaments. Ministerpräsident MacDonäld im Gespräch mit dem Arbeiterführer und Abgeordneten J. H. Thomas. Ab 15. November gibt die Deutsche Reichsnahn Netzkarten für das ganze Reichsbahngebiet aus. Für 250 RM. monatlich wird man eine Netzkarte 3. Klasse für das gesamte Reichsbahngebiet erhalten. Für die 2. Klasse kostet diese Karte 325 RM., für die 1. Klasse 100 RM. Zum gleichen Termin werden sämtliche Netzkarten auch für die 1. Klasse ausgegeben. Eine solche Netzkarte für ein Netz wird 150 RM. kosten. Treuebekenntnis der deutschen Wirtschaft. Von links: Generaldirektor Dr. Albert Vögler(2. von links); Dr. von Renteln, Führer der Reichsstände des Deutichen Handels und des Deutschen Handwerks; Dr. Krupp von Bohlen und Halbach. Führer des Reichsstandes der deutschen Industrie. Gesunde Finanzpolitik Eine viertel Milliarde mehr an Umsatzsteuer. Bieleseld, 8. November. Im Rahmen einer großen Wahlkundgebung. die hier in der Ausstellungshalle abgehalten wurde, nahm Staatssekretär im Reichsfinanz= ministerium Dr. Reinhard Gelegenheit, in gründlicher Weise auf die Finanzpolitik im neuen Deutschland einzugehen. Dabei stellte er die Tatsache fest, daß es steuerlich bereits wieder auswärts gebe. Zum Beweise dafür führte er die Umsatzsteuer an, die im Jahre 1932 insgesamt 1350 Millionen erbrachte. Für den Voranschlag 1933— so erklärte Dr. Reinhard— schlug mir mein Reserent vor. in den Haushaltsplan 1100 Millionen einzusetzen. Diese BesNew Yorks neuer Bürgermeister Fiorella La Guardia der nopuläre frühere republikanische Kongreß Abocordnete. wurde mit überragender Mehrheit zum Bürgermeister von New Vork gewählt. Handel und Wirtschaft Berlin. 9. Nov. Das Geschäft an der Börse blieb bei uneinheitlicher Kursgestaltung klein. Die Kursabweichungen gingen nicht über 1% nach beiden Seiten hinaus. Die später verstärkt eintretende Geschäftsstille führte zu weiteren Kursabbröckelungen. Tagesgeld 4% bzw. 4¼7. Kassakurse der Berliner Ohne Gewähr für Hörsehler Sachwert=Anleihe (Notierung in Mark) 67 Pr. Ld Pfbr.=B. GPf Br. 17/18 676 do. R. 22 676 do. Komm. Odl. N. 20.. 6% Pr. Centr. Bd. GPfBr. 1924 6% dito 1927 67 Pr. Ctr. Bod. Komm. 1926/28 676 Pr. Pfddr. Gof. 41 6% dito Serie A 47.. 6% dito Kom. Em. 17/19.. 5% Getr. Rentenbk. R. 1—3 5% Rogg. Rentenbk. Bln.1—11 5% Berl. Roggenw. 1923 f. 1 3. Wests. Prov.=Koble 1923 f. To. Schiffabrtoaktien Hamburg=Amerika=Paketfahrt Norddeutscher Lloyd Bankaktien Commerz= u. Privat=Bk.=A.=G. Deutsche Bank u. Disconto=Ges. Dresdner Bank Reichsbank Devisenkurse(in Mark) kleizen, märk. märt Sommerderste Lintergerste d##ter. westor dater. märk. Getreidemarkt Berlin, 9. Nov. Die Grundstimmung am Getreidegroßmarkt war stetig. Das Geschäft erfuhr kaum eine Belebung. Das Angebot genügte, trotzdem es sehr vorsichtig war, zur Deckung der Nachfrage. Weizen= und Roggenmehle werden allgemein nur für den Tagesbedarf gekauft. In Hafer hat sich die Nachfrage des Konsums verringert, die Tendenz war aber gut behauptet. Von Gersten finden Futter= und Industriesorten noch Beachtung. Berlin, den 9. Nov.(Preise in Mk. p. 1o) ?.15— 26. 12 20,90— 1.10— 11,# 10.0— 1020 3.40—1 Bremen, 9. Nov. Weizen: Manitoba 1 4,40. Gerste: Russen: 8.60. Dt. Gerste 8.70. Hafer: dt. vomm. Weißhafer, 53—54 Kg., Ernte 1933, 8,10, Holst. Weißhafer, 54—55 Kg., 8,00. Mais: La Plata, ab Bremen verkehrsfrei. 9,10, do. ab Brake verkehrsfrei 9,10. Tendenz stetig. Webstoffe. Bremen, 9. November. Loko 10,99(10,66). Biehmärkte Dortmund, 8. Nov. Zum heutigen Zuchtund Fuselviehmarkt wurden ausgetrieben: 488 Großvieb, 246 Schweine, 46 Kälber. Der Handel war in guten Tieren rege, sonst angsam. Es kosteten: Kühe: 1. 340—375 RM.. 2. 290—330 RM., 3. 230—280 RM.; Rinder: 150—270 RM. Am Schweinemarkt war der Handel langsam. Es wurden gezahlt für 6—8 Wochen alte Ferkel 10—13 RM., für 8—10 Wochen alte Ferkel 15—25 RM., für 10—12 Wochen alte Ferkel 26—35 RM. Der nächste Markt Erstes Bildtelegramm von den großen Münchener Gedenkseiern. Stabschef Röhm mit seiner Begleitung beim Abschreiten der Fronten der ehem. Freikorps auf dem Königsplatz in München. Von rechts nach links: Oberleutnant Roßbach. Oberleutnant Wever, ebemaliger Führer des Bundes Oberland, daneben Kühme. Führer des nach ihm benannten Freikorps, neben ihm der Bruder des vor der Feldherrnhalle gefallenen Kurt Neubauer. in der Mitte Obergruppenführer Heines, links alte Freikorpskameraden mit der Blutfahne von 1923. 10 Statt Karten. Fritz Pollmann Erna Pollmann geb. Woche Vermählte Pollhof b. Lage Detmold, Klüter Str. 16 10. November 1933. Statt Karten. Für die vielen Beweise der Liebe und Teilnahme beim Heimgange unseres lieben Entschlafenen, für die überaus reichen und schönen Blumen= und Kranzpenden sagen wir auf diesem Wege allen unseren herzlichen Dank. Detmold. den 8. November 1933. Im Namen aller Leidträgenden: Adolfine Hagemeister, geb. Beißner. Für die überaus vielen Beweise herzher Teilnahme beim Hinscheiden unserer den Entschlafenen danken herzlichst Frau Wwe. Juliane Brokmeier und Kinder. Unterwüsten i. L., im November 1933. Hoffer, Handtaschen, üktenund Schülertaschen kaufen Sie preiswert bei Lindau. Nrumme Straße 6 Verlangen Sie überall auch auf den Bahnhöfen die Livvische Tageszeitung! LICHTSPIELE Täglich 6 und 8.15 Uhr Sonntag auch 4 Uhr Ein Volksdrama aus den Bergen von stärkster Kraft Der sündige Hof (Lona und ihr Ruecht) mit Hauna Raiph. hauus Bed-Gaden. Ein volkstümlicher Film mit prachtvollen Bergaufnahmen von großer Schönheit Landestheater ei Zum 450. Geburtstag Martin Luthers Ganbs uni Jains Die Tragödie eines Volkes von Karl Schönherr 13. Nood 19.45 Uhr Getiniet der Bielefelder Oper Fidelio Große Oper von Beethoven. Die Jendder wrchsenebe sie wechten. Zur ordentlichen General-Versammlung des Verbandes der Lipvischen Pferdezüchter Lopshorn e. G. m. d. H lade ich unsere Mitglieder auf Sonnabend, 13. November 1933, nachm 2 Uhr, im Hotel Krummes Haus, Detmold ergebenst ein Tagesordnung: 1. Geschäftsbericht. 2. Vorlegung und Genehmigung der Bilanz für das Gesch 3. Entlaf und Vorstand 4. Bekanntaabe und Besprechung über den Anschluß der Lipp. Pferdezucht an Westfalen. 5. Verschiedenes. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates v. Lengerke, Schloßhauptmann. Krätüigeloppen uz für das Geschäftsjahr 1932/33. astungserteilung für Aufsichtsrat Vorstand. I.Männer u. Ber Bequemer Källeschutz, erprobt proktischer Schnitt wann Ulert zunveruden. Sto f. bei haltbater Verarbeitung ollen u geschloss zu tragen. Billigste Preise! Von Mk. 7.50 bis #l. 28.— je noch Stol qua itöt Pesellschaftstahrten (ATsitzer) führt preiswert aus I III, Gasenzentrale 8 ∆ Rudolf Winterll III-HSGHLCMGS Cappel(Lippe) Nr. 6. Fernruf: Großenmarpe 42. MiteinemTelefunkensuper:s Hanen e 139 mansichervorneuen, stärkeren Sendern-— er bleibt ihnen gewochsen. Dieser Super, der nur die Hälflekostet, trennt die Wellen superscharf, bringt eine reiche Auswahl von Programmen und klingt wie ein TELEFUNKEN. Hören Sie ihn einmal ganz zwanglos im Radiogeschöft. Er kostef nur RM 225.— einschließlich Köhren. 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Das nenat Harmenle! In Gesellschaft de Lippischen Tadeszeltung let’s doch gemütlichsten! Ihre Freunde und Bekannten werden sich ebenso für den Inhalt der Lippischen Tegeszeltung interessieren wie Sie und ihre Familie! Bitte, empfehlen Sie unser Blatt! Besten Dank im voraus! unge Erbsen unge Erbsen, mittelfein Karotten in Würtel Berliner Allerlei unge Schnittbohnen unge Brechbohnen Plefferlinge 1 ¼ 50 57 70 32 70 42 45 98 Sämtliche Schlachtegewürze in guter Qualität. beslage Nr. 265 Lippische Tageszeitung Oetmold, Freitag, 10. Rovember 1933 Fremdenverkehrskundgebung auf der Grotenburg Vaterländische Kundgebung am Hermannsdenkmal- Staatsminister Riecke spricht- Drei Referate über grundsätzliche Fragen Lipverland Weitere Anordnung der Gauleitung ür den Demonstrationszug am Sonnabend, sem 11. November 1933. Die Verbände und Vereine marschieren in Zivil ohne Fahnen. Komm. Ortsgruppenleiter. gez.: Wedderwille. Die Schulen hören den Führer Der Heir Reichs- und Volkskanzler Adolf hitler wird am Freitag, dem 10. November, am 1 Uhr mittags im Kampf um Deutschands Ehre. Freiheit und Frieden in einem großen Bekliner Werk sprechen. Um auch die Schuljugend an dieser bedeutenden Stunde der Nation teilnehmen zu lassen, ist sie in allen Altersstufen geschlossen in die Aula zu führen. Dort ist dafür Sorge zu tragen, daß sie die durch Rundfunk übertragene Rede des Führers vor den Lautsprechern mit anhören kann. In Schulen ohne Aula und Rundfunkgerät sind die Lebker bezw. Schulleiter und Bezirksrektoren dafür verantwortlich, daß der Erlaß nach Möglichkeit sinngemäß durchgeführt wird. In den letzten Tagen vor der Abstimmung ist ferner in den Schulen auf die Bedeutung des 12. Januar hinzuweisen, wenn möglich, an Hand der Flugschrift„Das Genfer Nein“. Diese Anordnung wird nur durch die Tagespresse bekanntgegeben. Detmold, den 9. November 1933. Lippische Landesregierung. Die Schulen flaggen Die Landesregierung hat angeordnet, daß sämtliche Schulen des Ländes aus Anlaß der hochbedeutsamen Volksabstimmung und Reichstagswahl von Freitag, den 10. Nov. mittags 12 Uhr ab bis einschließlich Sonntag, den 12. November, mit den Reichsfahnen zu beflaggen sind. Die Anordnung wird nur auf diesem Wege bekanntgemacht. Detmold, den 9. November 1933. Lippische Landesregierung. Deutsche Arbeitsfront Berufskameraden! Wir verweisen auf die Anordnung des Stellvertreters der Deutschen Arbeitsfront, Pg. Uhl, und erwarten, daß jeder Berufskollege an der Demonstration für Frieden und Freiheit am Sonnabend teilnimmt. Keiner darf fehlen! Wir sammeln uns um 17,30 Uhr vor dem Hotel„Jum Hermann" und marschieren geschlossen zum Aufstellungsplatze der Staffel 2 an der Arminstraße. W. Gärtner, Vertrauensmann. Zu der bereits gemeldeten Fremdenverkehrstagung, die am 14. November vom Landesverkehrsverband Westfalen veranstaltet wird, erfahren wir noch folgendes: Im Zuge der Neuorganisation der deutschen Fremdenverkehrsförderung hat der Landesverkehrsverband Westfalen die Fremdenverkehrs= Interessen des gesamten Teutoburger Waldgebietes einschließlich Wiehengebirge, lippisches Bergland und Eggegebirge einheitlich zusammengefaßt und im sogenannten Gebietsausschuß 4 organisatorisch vereinigt. Um alle an der Fremdenverkehrswerbung dieses Gesamtgebietes beteiligten Stellen über die Neuorganisation der Fremdenverkehrsförderung zu unterrichten und gleichzeitig für den Gedanken des Fremdenverkehrs öffentlich zu werben, veranstaltet der Landesverkehrsverband Westfalen die bereits gemeldete allgemeine Gebietsversammlung. Sie findet auf der Grotenburg beim Hermannsdenkmal statt, um dadurch in sinnvoller Weise die Zielrichtung zu unterstreichen, die die Fremdenverkehrswerbung im nationalsozialistischen Deutschland erhalten hat. Mit der Tagung wird auch eine vaterländische Kundgebung am Hermannsdenkmal verbunden, das zu diesem Zweck festlich angestrahlt wird. Staatsminister Riecke=Detmold wird die Ansprache halten. Sonnabend Durchmarsch durch die Stadt Die Neuwahlen zum Reichstag und die von der Reichsregierung angeordnete Volksabstimmung sind diesmal eine Angelegenheit des ganzen Volkes. Die Angehörigen der Reichswehr bedauern, daß sie bei dieser Abstimmung beiseite stehen müssen und nicht ihr„Ja“ für die Regierung abgeben können! Um aber die innere Verbundenheit mit der Reichsregierung und iblen nur dem Wohle des Vaterlandes dienenden politischen Zielen auch äußerlich zu zeigen, findet am Samstag. dem 11. November, gegen 10 Uhr ein Durchmarsch des Detmolder Bataillons durch die Hauptstlaßen mit anschließendem Vorbeimarsch auf dem Kaiser Wilhelms-Platz statt. Das Bataillon wird folgenden Weg nehmen: Kaserne 3. Obere Straße, Freiligrath=, Paulinen=, Bismarckstraße, Rosental, Lange=, Hornsche=, Leopold=, Schüler=, Bruchstraße zum Kaiser Wirhelms=Platz. Die eigentliche Gebietsversammlung wird der Vorsitzende des Landesverkehrsverbandes Westfalen, Bürgermeister Schüler=Dor:mund mit grundsätzlichen Ausführungen über die Neugestaltung des deutschen Fremdenverkehrs eröffnen. Es folgen sodann Referate des Schriftführers des Verbandes. Verkehrsdirektor Dr. Schmidt=Dortmund über die Neuorganisation des Fremdenverkehrs und die Fremdenverkehrswerbung im Bereich des Gebietsausschusses 4. sowie des Gauverwalters für den Gau Westfalen=Lippe des Reichsverbandes des deutschen Gaststättengewerdes, Nephuth=Dortmund über das Thema„Gaststättengewerbe und Fremdenverkehr". Allen Mitgliedern des Landesverkehrsverbandes Westfalen, die im Bereich des Gebietsausschusses 4(also Teutoburger Wald, Wiehengebirge, lippisches Bergland und Eggegebirge) ihren Sitz haben, wird die Teilnahme an der Gebietsversammlung auf der Grotenburg zur Pflicht gemacht. Das Gleiche gilt für alle Stellen und Organisationen, insbesondere Verkehrsvereine, die sich in dem genannten Gebiet mit Fremdenverkehrswerbung befassen. Der Beginn der Kundgebung ist auf 16 Uhr festgesetzt. Für die aus den beiden Richtungen in Detmold einlaufenden Züge stehen am Bahnhof Autobusse für die Fahrt zur Grotenburg bereit. Am Sonntag„Großes Wecken“. Weiter werden die Bürger der Stadt am Sonntag durch„Das große Wecken“ der Spielleute und Bataillonskapelle schon gegen 7 Uhr morgens an ihre vaterländische Pflicht für den Wahltag erinnert.„Das große Wecken“ wird durch folgende Straßen führen: Kaserne 3, Teut=, Luisen=, Paulinen=, Weinberg=, Hornsche=, Leopold=, Woldemarstraße, Rosental, Bismarck=, Paulinen=, Langestraße, Hitlerdamm, Palais=, Obere Straße zur Kaserne 3. * Außerdem hat bereits an fast allen Tagen dieser Woche aus Gründen der Wahlpropaganda die Bataillonskapelle ihre schneidigen Märsche auf dem Kaiser Wilhelms=Platz er klingen lassen. Weitere Platzkonzerte finden statt: am Freitag, dem 10. 11. von 5—6 Uhr nachmittags auf dem Marktplatz; am Sonn tag, dem 12. 11. von 11,30—12,30 Uhr auf dem Kaiser Wilhelms=Platz. Aus der Landeshauptstadt Detmold. den 10. November. Militärkonzerte im Rahmen des Wahlkampfes! Am Freitag, dem 10. 11. 33, findet von 17—18 Uhr Platzkonzert unserer Bataillonskaxelle auf dem Marktplatz statt. Musikfolge: 1. a) Armeemarsch 27(Der Coburger) von**=; b) Armeemarsch 160(Pepita) von Neumann. 2. Ouv. z.„Rosamunde" von Schubert. 3. a) Armeemarsch 174(Viktoria) von Neumann; b) Der Adler von Lille, Marsch von Blankenburg. 4. Dorfschwalben aus Oesterreich, Walzer von Strauß. 5. a) Volk ans Gewehr(Barikaden=Marsch) von Rathke; b) Alte Kameraden, Marsch von Teike. 6. Soldateska, Soldatenlieder=Potp. von Seidenglanz. 7. Treue Waffengefährten, Marsch von Blankenburg. * Programm für Sonntag. Am Sonntag, dem 12. 11. 33, findet von 11,30—12,30 Uhr Platzkonzert unserer Bataillon.kapelle auf dem Kaiser Wilhelmsplatz statt. Musikfolge: 1. a) Aufbruch der Nation, Marsch von Stieberitz; b) Armeemarsch 186(Düppel=Schanzen) von Piefke. 2. Ouv. zur Oper„Der Freischütz" von Weber. 3. a) Mein Regiment, mein Heimatland, Marsch von Blume; b) Regimentsgruß, Marsch von Steinbeck. 4. An der schönen blauen Donau, Walzer von Strauß. 5.a) Mit preußischen Standarten, Marsch von Blon; b) Ernst=August, Marsch von Blankenburg. 6. Die Musik kommt von Strauß. 7. Armeemarsch 198(Fridericus=Rer) von Radeck. Immmmmmmmmmmmmmmm Sendeplan des Großlautsprechers der Lippischen Tageszeitung Freitag. 13 Uhr: Rede des Führers aus einem Berliner Betrieb. Sonnabend, 7 Uhr abends: Aufruf des Reichspräsidenten an das deutsche Volk. Tonntag(abends): Bekanntgabe der Abstimmungsekgebnisse. Die Anlage stellt die Radiofirma Tiemann, Exterstraße freundlichst zur Verfügung. * Das Detmolder Schützenbataillon tritt an zu der Kundgebung am Sonnabend um 17.30 Uhr mit sämtlichen Kompagnien im Rosental und zwar nicht in Uniform und ohne Fahne. Die Schützen haben nie gefehlt, wenn es galt, für das Vateralnd einzutreten und stehen auch heute in alter Treue zum neuen Reich und seinem Führer. Unser Bataillon im Zeichen der Wahl Sünte Märten und die Kurrende Sünte Märten— so schallte es bei der sugend und nicht immer war es die kleinste. Jubel und Trubel, Maskeraden und Unfug, und endlich das Sammeln.— Sünte Märten — Sankt Martin. Martin Luthers Geburtstag soll gefeiert werden. Aber es ist eigenlümlich, dieses Sünte Märten hat in Wirklichkeit nichts mit Martin Luther zu tun. Ein katholischer Heiliger war es ursprünglich, dessen Geburtstag gefeiert wurde. Aber im Laufe der Zeit verwischte sich der Unterschied und allgemein wurde Luthers Geburtstag gefeiert. Man wechselte vom 11. zum 10. November. Alt und ehrwürdig ist diese Sitte, die sich bis auf den heutigen Tag erhalten hat, leider aber nicht in der Form, wie es einem solchen Anlaß entspräche. Es ist ja eine nicht ungewöhnliche Tatsache, daß Gebräuche, deren Inhalt mit der Zeit unklar oder deren Bedeutung nicht mehr recht erfaßt wird, verwildern. So auch in diesem Falle. In den letzten Jahren haben wir es beobachten können, daß aus einer frohen ehrfurcht vollen Feier eine bunte Maskerade wurde und daß nicht selten in völliger Verkennung des Tages die neuesten Schlager ertönten. Es liegt ganz im Sinne des neuen Deutschland, wenn hierin ein Wandel geschaffen wird. Von jetzt ab werden wir wieder den alten Brauch der Kurrende kennen lernen. Mancher weiß, was er darunter zu verstehen hat und der sachverständige Sprachler kann die Bedeutung von dem lat. currere— heiumlaufen, herleiten. Es war ursprünglich ein Herumziehen der Schüler, die sich durch das Singen religiöser Lieder ihren Unterhalt verdienten. Dieser Brauch wurde auch in die evangelischen Kirchen übernommen, verschwand aber leider mit der Zeit. In einzelnen Gegenden, z. V. im Harz, kann man zwar noch heute auf ihn stoßen. Nun wird auch hier diese alte Sitte wieder aufleben und manch einer wird heute an ihr seine Freude haben. Mit Deutschem Brauch wollen wir den Geburtstag eines unserer größten deutschen Männer ehren. „Fidelio“ im Landestheater Montag. 13. November, 19.45 Uhr, Gastspiel der Bielefelder Oper„Fidelio", große Oper von Ludwig van Beethoven. Ueber die Erstaufführung schreibt man in Bielefeld: Eine Fidelio=Aufführung muß in allem auf den großen Psalterton abgestimmr, muß wie das Werk ethisch im höchsten Sinne sein. Die gestrige Wiedergabe in unserem Theater war es. Im Musikalischen bewährte sich Werner Gößling als anfeuernder und die Materie, souverän beherrschender Führer. Der langanhaltende Sonderbeifall entsprach der trefflichen Leistung. Das Orchester präsentierte sich in guter Klongverfassung. Ueber dem Bühnengeschehen waltete Intendant Geer, und seine Regie erhielt aus straffer Disziplin und Formkraft das Gepräge sauberer und sinnfällig durchdachter Arbeit. Erinnert sei nur an die zwingende Wirkung, die von der Gliederung des Gesangorchesters ausging; sie hatte aus den ergreifenden Tönen dieses Chores ihre Weihe empfangen. In der Titelrolle durfte man Hilde Wild=Geer als Gast begrüßen. Auf der Stufenleiter von Angst, seelischer Erschütterung. tröstlich weicher Spannung und freudigem Jubel, schenkte die Künstlerin jeder dieser Stufen das ihr Eigene, und das war viel. Je echter nun das Darstellende war, desto größer wurde die Leistung. Josef Janko(Florestan) entlud in visionärer Arie die gesammelte Kraft seiner Stimme und fand auch sonst eindrucksvolle Töne für die Leidenschaft des Leidens.“ Es sei auch an dieser Stelle noch einmal auf die heutige Aufführung von Schönherr's „Glaube und Heimat“ hingewiesen. Detmolder Lichtspiele Der fündige Hof. „Der sündige Hof“ ist die Tragödie der jungen Frau und des alternden kränklichen Mannes, zwischen die ein junges Blut tritt. Während aber die Frau in hemmungsloser Leidenschaft Hans und Hof und sich selbst zugrunde richtet, findet der Junge— Martin — den Weg zu der stillen Christin, der Stieftochter der Frau. Von wundervoller Größe und Realistik sind die Schlußszenen. Verstoßen von Mann und Heimat gerät die Frau in das nahe Hochmoor und versinkt. Zur gleichen Zeit brennt der wahnsinnig gewordene Mann Haus und Hof nieder und kommt in den Flammen um. Unten aber im Tal knien zwei Beter in der Kavelle, bereit, den Bund für das Leben zu schließen. Hanns Beck=Gaden und Hanna Ralph spielen die Titelrollen. Hanna Ralph, deren Kunst durch den Nibelungenfilm weitberühmt wurde, arbeitete die letzten Jahre in Paris. Die übrigen maßgebenden Rollen sind mit Maria Byk, der vielversprechenden jungen Darstellerin der Münchener Kammerspiele, mit Theodor Aufzinger, Fritz Rasp und Philipp Weichand besetzt. Der Film läuft ab heute in den Detmolder Lichtspielen. Deutsche Bühne Vor jeder Vorstellung Hinweis auf den 12. November. Der Reichsleiter des Reichsverbandes Deutsche Bühne, Dr. Walther Stang, hat in einer Verfügung an alle Landesgeschäftsführer, Ortsgruppen und Stützpunkte des Reichsverbandes angeordnet, daß in der Woche vom 5. bis 11. November vor Beginn jeder Vorstellung der Deutschen Bühne und jeder sonstigen Veranstaltung kurz auf die Bedeutung der Volksabstimmung und der Reichstagswahl vom 12. November hingewiesen wird. Der Kunstfteund. Der Herzog von Wellington hatte von ernem damals berühmten Künstler namens Wilkie ein Gemälde gekauft, das ihm sehr gut gefallen hatte. Er bezahlte die sechshundert Guineen, die der Künstler dafür gefordert hatte, in bar. Es war ein hübscher Haufen Geld, ein ganzes Säckchen voll. Der Künstler fragte, ob ein Scheck nicht praktischer sei. „Um des Himmelswillen nicht“, sagte Wellington.„Soll mich denn mein Bankier für verrückt halten, daß ich für ein Bild soviel Geld ausgebe?“ Mark Twain und der Mormone. Mark Twain unterhielt sich einmal mit einem Mormonen über die Vielweiberei. Der Mormone verteidigte diese mormonische Einrichtung. „Es gibt in der ganzen Bibel keine Stelle, welche die Vielweiberei verbietet“, sagte er. „So?“, sagte Mark Twain.„Und wie ist es mit dem Satz: Niemand kann zween Herren dienen."(Kurt Miethke). Schütmar Ihr 70. Lebensjahr vollendete Frau Muthilde Bock, Adolf Hitler=Straße. Herzliche Glückwünsche! Bad Salzusten 25 Jahre im Diensie der leidenden Mensch. heit. Heute kann die Oberin unseres städt. Feierabend= Hauses, Schwester Marie Gronemeier, auf eine 25jährige segensreiche Tätigkeit im Dienste an ihren leidenden Mitmenschen zurückblicken. Es war ihr in diesen Jahren vergönnt, viel Segen zu stiften, vielen ihrer Mitmenschen Trost und Hilfe in allen Nöten und schwersten Stunden zu spenden. Möge ihr Gott der Herr noch viele Jahre weiterer ersprießlicher Tätigkeit schenken. Zu ihrem heutigen Ehrentage sprechen auch wir ihr unsere herzlichsten Glückwünsche aus. Der Kampf gegen Hunger und Kälte wird auch in Lemgo erfolgreich durchgeführt. Aus der Tagesarbeit der hiesigen Ortsgruppe seien nur zwei Zahlen wiedergegeben. Heute gelangen 400 Zentner Kartoffeln und morgen 1200 Brote zur Verteilung. Bei der Kreisleitung Lemgo für das Winterhilfswerk sind an Geldspenden bis jetzt fast 2000 Mark eingegangen, weitere Beträge sind bereits angekündigt und werden noch eingezahlt, so daß auch Geldmittel für den Kampf gegen Hunger und Kälte in einem entsprechenden Rahmen zur Verfügung stehen. Auf ganz raffinierte Art stahl eine junge Dame einem älteren Herrn die Taschenuhr. Als höflicher Bürger hatte der betr. Herr der jungen Dame geholfen, ihre anscheinend nicht brennende Fahrradlampe wieder in Ordnung zu bringen; aber Undank ist der Welt Lohn. In seiner Wohnung mußte der freundliche Helfer feststellen, daß ihm seit dieser Begegnung Uhr nebst Kette fehlte. Horn Ergebnis der Einkopssammlung. Ein gutes Ergebnis hatte die am letzten Sonntag durchgeführte Eintopfgericht=Sammlung. Wa wir von der Ortsgruppe der NS.=Volkswohlfahrt erfahren, sind in Horn und den Gemeinden Grevenhagen, Bellenberg, Holzhausen=Externstein, Heesten und Veldrom insgesamt 520 RM. gespendet worden. Im Vormonat betrug das Ergebnis 459 RM. (21) Von der Wahl. Heute abend wird die Rede des Führers auch im Rathaussaale übertragen. Alle Volksgenossen, die kein Radio besitzen, finden sich dort um 7,30 Uhr ein. An der am morgigen Sonnabend stattfindenden letzten Wahlkundgebung muß ein jeder teilnehmen. Die Aufstellung erfolgt an der Steinheimer=, Bahnhofs=, Heer= und Pfuhlstraße, und zwar um 5,45 Uhr. Jeder Formation geht ein genauer Plan zu. Nach Meldung der Stärke werden die Fackeln verteilt. Auf dem Marktplatze wird Ortsgruppenleiter Pg. Jürgens eine Proklamation verlesen. Danach wird gemeinsom das Sitzung der Großen Strafkammer Detmold das Rahrungsmittelgesetz hatte ein Müller aus Stemmen, dem die Anklage vorwirft, daß er im Frühjahr d. J. mit Eosin bespritzten Roggen vermahlen und an Bäcker verkauft habe. Bereits vor einigen Jahren stand der heutige Angeklagte wegen des gleichen Vergehens vor dem Richter, jedoch wurde damals das Verfahren eingestellt, weil der Nachweis nicht erbracht wurde, daß er absichtlich gehandelt hatte. Die Folge dieser Handlung des Müllers war, daß mehrere Personen, die von dem aus solchem Mehl hergestelltem Brot gegessen hatten, an Vergiftungserscheinungen erkrankten. Einige Fälle waren sogar so schwer, daß ein Arzt herbeigerufen werden mußte. Das Schöffengericht in Alverdissen verurteilte darauf den Angeklagten wegen Vergehens gegen Paragraph 6 des Nahrungsmittelgesetzes zu einer Geldstrafe von 150 Reichsmark und in die Kosten des Verfahrens; der Vertreter der Anklage hatte 1000.N.4 Geldstrafe beantragt. Gegen dieses Urteil hatte die Staatsanwaltschaft rechtzeitig Berufung eingelegt, so daß sich die große Strafkammer erneut mit dieser Sache beschäftigen mußte. Auch in der heutigen Verhandlung gibt der Angeschuldigte zu, in einem Fall mit Eosin gebeizten Roggen als Brotmehl verarbeitet zu haben. Nach Schluß der Beweisaufnahme hob das Gericht das erstinstanzliche Urteil auf und verurteilte den Angeklagten zu einer Geldstrafe von 500 J.w. an deren Stelle im Nichtbeitreibungsfalle 50 Tage Gesängnis treten, und in die Kosten des Verfahrens. Mit emnem schweren Verkehrsunfal! mußte sich dann die Strafkammer befassen und zwar kam es am Tage der Einholung des Reichsstatthalters an der Straßenkreuzung bei der Post in Detmold zu einem schweren Zusammenstoß zwischen zwei Personenkraftwagen. bei dem zwei Personen erheblich verletzt wurden. Der Kraftwagenführer A. aus Holzbausen=Externsteine, der Führer des einen Unglückswagens, wurde darauf unter Anklage gestellt, aber in der ersten Instanz freigesprochen. Gegen dieses Urteil hatte der als Nebenkläger zugelassene Verletzte sowie die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt. Bereits nach der Vernehmung der Augenzeugen verzichtete aber „Niederländische Dankgebet“ gesungen, das von der Kapelle Leopoldstal begleitet wird. Die Formationen marschieren dann geschlossen al.(21) Blomberg Fahrplanänderung bei der Krastpostlinie Blomberg— Barntrup— Bad Pyrmont. Vom 12. Nov. ab fährt das Postauto von Bad Pyrmont Post nach Barntrup statt bisher 9.36 erst um 10,15 Uhr. Von Barntrup Bahnhof verkehr der Omnibus nach Blomberg statt um 18.50 um 19.05 Uhr. Weitere Aenderungen sind nicht eingetreten. Achtung Wandergewerbetreibende! Diejenigen im hiesigen Stadtbezirk wohnhaften Personen, die im kommenden Jahr ein Wandergewerbe betreiben wollen, werden ausgefordert, die Anträge auf Ausfertigung eines der Nebenkläger sowie die Staatsanwaltschaft auf die Durchführung der Berufung, so daß das freisprechende Urteil des Erstrichters rechtskräftig wurde. * Von der Brandstiftung freigesprochen Der Arbeiter H. aus Pivitsheide sollte durch Fahrlässigkeit am 11. August 1933 das Anwesen des Maurers Stocksiek in Pivitsheide in Brand gesteckt haben. H. wohnte als Untermieter in diesem Hause und an dem Unglückstage brach in dem Schweinestall des Angeklagten ein Feuer aus. welches das ganze Stallgebäude und das Obergeschoß des Wohnhauses einäscherte Da in dem Stall keine Lichtleitung is, zum andern aber H. als starker Raucher bekannt war. fiel auf ihn der Verdacht der fahrlässigen Brandstiftung. H. wurde in der ersten Instanz von dieser schweren Anklage freigesprochen und auch die große Strafkammer kam nach eingehender Beweisaufnahme zu einem Freispruch und legte die Kosten des Verfahrens der Staatskasse zur Last. * Einen milden Richter fand der 22 Jahre alte Arbeiter Karl B. aus Bad Salzuflen, der am 24. Juni d. J. eine 55 Jahre alte Frau, mit der er in einem Hause wohnte. überfiel und mit den Fäusten bearbeitele. Die Angegriffene erlitt dabei u. a. zwei Rippenbrüche. In der ersten Instanz wurde der Angeklagte zu einer Gefängnisstrafe von drei Monaten sowie zur Zohlung einer Buße von 200 J.K verurteilt. Gegen dieses Urteil legte der Angeklagte Berufung ein und in der gestrigen Hauptverhandlung war der Angeschuldigte sofort geständig. Das Gericht verurteilte den Angeklagten nach eingehender Beratung zu einer Gefängnisstrafe von zwei Monaten. in erster Linie aber zu einer Geldstrafe von 200.. und zur Zahlung einer Buße in Höhe von 200.K.K und legte ferner die Kosten des Verfahrens. einschl. der dem Nebenkläger erwachsenen Kosten dem Angeklagten auf. * Mit einem Freispruch endete dann schließlich die letzte Verhandlung gegen den Landwirt B. aus Hörste. der der Hehlerei angeklagt war. Nach eingehender Wandergewerbescheines bis spätestens zum 15. Dezember beim Stadtrat zu stellen. Photoaufnahme ist in Visitenkartenform unaufgezogen bei Stellung des Antrages beizu. bringen. Dem Wahltage näter. Seitens der Ortsgruppenleitung wird darauf aufmerksam gemacht, daß gebrechliche, leidende und kranke Personen, die hinter der RSDAP. stehen, und nicht in der Lage sind, das Wahllokal aufzusuchen, von den RSKK. unentgeltlich zum Wahllokal gefahren werden. Anmer dungen haben rechtzeitig bei dem Führer der RSKK., Pg. Twesmann, Neuetorstraße, stattzufinden. Da im Gegensatz zum 1. Mai diesmal kein Lautsprecher auf dem Marktplatz Aufstellung findet, ist die Möglichkeit gegeben. die Führerrede im Bürgerheim bezw. in anderen Gaststätten mitanzuhören, ohne daß Trinkzwang besteht. Verhandlung sprach das Gericht genau wie der Erstrichter frei und legte der Staatskasse die Kosten des Verfahrens auf. Amtsgericht Leichtsinnige Burschen waren zwei Angeklagte, von denen der eine S. aus Nienhagen, bereits wiederholt vorbestraft ist, während der andere K., ebenfalls aus Nienhagen, zum ersten Mal vor den Schranken des Gerichts stand. Die beiden jungen Burschen hatten nach einer Bierreise in Detmold den Zug verpaßt und ließen sich in einem Auto nach Nienhagen bringen, ohne einen Pfennig Geld in der Tasche zu haben. In Nienhagen verschwanden die beiden dann in der Dunkelheit. Einige Tage nach diesem Streich machten nie von Nienhagen aus eine Schwarzfahrt mit einem Motorrade, die aber bald durch Motordefekt endete. Drei Tage später versuchten die Burschen in Detmold das Fleiche Manöver. wurden aber von dem Besitzer des Rades dabei erwischt. In der Verhandlung gaben beide die ihnen zur Last gelegten Taten zu. Das Gericht verurteilte darauf den S. wegen Betruges. Diebstahls in strafverschärfendem Rückfall und Gebrauch eines Kraftfahrzeuges ohne Erlaubnis des Besitzers zu einer Gesamtgefängnisstrafe von sechs Monaten und sprach K. von der Anklage des Betruges frei und verurteilte ihn im übrigen wegen der gleichen Delikte zu einer Gefängnisstrafe von einem Monat und einer Woche. Die Kosten des Verfahrens fallen den Angeklagten zur Last und die Untersuchungshaft wird nicht angerechnet. Mit einem Freispruch endete dann das letzte Verfahren wegen Beleidigung gegen einen Arbeiter aus Hiddesen. Der Arbeiter hatte Holz aus dem Walde geholt und soll in der Dunkelheit den Forstgehilfen beleidigt haben. Das Gericht sprach den Angeklagten aber von der Anklage frei. Deutsches Jungvolk horn Ich fordere bis zum 15. Nov. spätestens die Teilnehmer für den Führerkursus auf, sich bei mir zu melden und den Betrag von 2 Reichsmark mitzubringen. Am 20. Nov. findet um 16 Uhr in Horn auf dem Marktplatz eine Besichtigung durch den Fähnleinführer statt. Die Jungzugführer sind für vollzähliges Erscheinen der Pimpte verantwortlich. Heil Hitler! Rolf Geringer, Fähnleinführer. Laß Dich niebl besehämen Arbeise mi am Wreru „Wenn die Kraft zum Kampfe um die eigene Gesundheit nicht mehr vorhanden ist, endet das Recht zum Leben in dieser Welt des Kampfes.“ Adolf Hitler (Reichstagsrede am 17. Mai 33). „Die Brüder vom blauen Mond“. gathdruck verbeten, (Die Achillesdose) von Franz Karl Wagner. Copprioht do Langen=Müller. (35. Fortsetzung.) „Das wäre nicht das Schlimmste, aber Mike Jonas ist im Gefängnis ermordet worden, weil seine Komplicen wahrscheinlich gefürchtet haben, er würde plaudern. Dieses Schicksal könnte auch Sie treffen...“ Mit Genugtuung stellte der Detektiv fest, daß seine Worte den beabsichtigten Eindruck machten. Da zog er. einer augenblicklichen Eingebung folgend, seine Brieftasche und entnahm ihr eines der beiden kleinen runden Blättchen.„Die Polizei weiß mehr, als Sie glauben; da sehen Sie einmal her.“ Philippa Monti warf einen einzigen Blick auf das runde Ding. das ihr der Inspektor entgegenhielt. Dann sagte sie ruhig: „Sie haben mir einen schönen Schreck eingejagt, warum gaben Sie mir nicht gleich zu verstehen, daß Sie zu uns gehören?“ Fan glaubte nicht richtig zu hören. Aber plötzlich hielt Philippa ein ebensolches Blättchen in der Hand, um es jedoch gleich wieder verschwinden zu lassen. „Ich habe dem„Großen Chef' bisher noc nie Anlaß gegeben, an meiner Verschwiegenheit zu zweiseln. Diese Prüfung war ziemlich überflüssig. Sie werden mich natürlich jetzt laufen lassen, aber was werden Sie denn Ihren Vorgesetzten berichten?“ „Daß ich mich geirrt habe und daß gegen Sie nichts vorHegt", antwortete Inspektor Fan fast mechanisch. Er wollte noch etwas hinzusetzen, aber Philippa war schon außer Hörweite. Der Detektiv schlug sich vor die Stirne.„Zum Teufel, das Mädchen glaubt, ich bin einer von den Mondbrüdern.. Er lachte schallend auf. XVII. Die Presse tobte. Unfähigkeit war noch das wenigste, was man der Polizei vorwais. Und gewisse oppositionelle Blätter erhoben schon anklagende Stimmen. sprachen von einem Riesenskandal, von Korruption und Bestechung. Mit Feuereifer hatten sich die Reporter auf die verschiedenen Kriminalfälle gestürzt und manches herausbekommen. Vor allem war es die Fälichung der Staateanleihe, die so große Erregung in der Oeffentlichkeit hervorrief Hinter dieser Angelegenheit witterten die Journalisten mut ihrem für solche Dinge o sicheren Instinkt die große Sensation. Diesen Betrug konnte kein einzelner ausgeführt haben, dazu gehörte ein großer Apparat und eine ebensolche Organisation. Auch Einzelheiten von der Ermordung Mite Jonas' waren durchgesickert. Und je mehr sich die Polizei gegen die Pressevertreter zugeknöpft zeigte, je größer wurden die Lettern der Titelzeilen, desto länger und fetter gedruckt waren die Artikel. „Da lesen Sie!" rief Dalenbrogg dem eben eintretenden Inspektor Fan entgegen.„Ich kann den Leuten nicht einmal unrecht geben. Sie zahlen ihre Steuern und wollen tüchtige Beamte, die im Interesse der öffentlichen Sicherheit arbeiten. Mit Erfolg. Instektor.. verstehen Sie...!“ Fan ließ sich durch das aufgebrachte Wesen seines Chefs nicht erschüttern.„Das ist kein gewöhnlicher Kriminalfall, Herr Präsident, der sich so im Handumdrehen erledigen läßt. Aber ich habe Hoffnung...“ „Lassen Sie mich mit Ihren Hoffnungen aus, wir brauchen einen Schuldigen, eine einwandfreie Verhaftung mit unwiderlegbaren Indizien.“ „Nun, einen Verhafteten haben wir ja gehabt“, entgegnete der Detektiv. „Ja, aber den hat man Ihnen unter den Augen weggemordet.“ Das Telephon läutete, und mit allen Zeichen eines heftigen Unwillens ergriff Dalenbrogg den Hörer. „Hallo! Ja, hier Präsident Dalenbrogg... Bitte? Nein leider nicht bis jetzt... Aber selbverständlich... Inspektor Fon ist eben bei mir, ich werde ihm sofort Ihren Auftrag über. mitteln...“. Er hängte ab und wandte sich an Fan.„Da haden Sie's. Sie sollen sofort zum Kanzler kommen, er will Ihren persönlichen Bericht. Nun, ich wünsche Ihnen viel Glück und hofse, daß Sie heil zurückkommen. Ich verliere nicht gern einen alten Beamten...“ „Vorhin waren Sie nicht ganz der gleichen Meinung. Herr Präsident.“ „Legen Sie nicht jedes Wort auf die Wagschale, Inspektor, und seien Sie nicht empfindlich! Auf meinem Rücken wird die ganze Angelegenheit ausgetragen. Ich verliere auch nicht gerne unter solchen Umständen meine Stelle.“ Fon begab sich in das Kanzleramt und ließ sich bei de Lakromy melden. Dieser empfing ihn äußerst ungnädig. „Inspektor. Sie haben mich bis jetzt schwer enttäuscht. Es hieß. Sie seien einer der gewiegtesten Kriminalisten, und ich habe daher meine Zustimmung gegeben, daß Sie, mit ganz außergewöhnlichen Vollmachten ausgestattet, diesen Fall übernehmen. Bis jetzt haben Sie so gut wie gar nichts erreicht. Was können Sie mir darauf antworten““ „Ich bitte um meine Entlassung", entgegnete der Detektiv zuhin De Lakromy sah überrascht auf und wollte eine scharfe Antwort geben, dann besann er sich aber und schüttelte den Kopf.„Nein. Inspektor, dieses Entlassungsgesuch nehme ich vorläufig nicht an. Zuerst müssen Sie mit dieser Affäre zu Ende kommen, dann können wir darüber sprechen. Wenn Sie mir einsach davonlaufen, damit ist mir nicht gedient.“ Der Kanzler erhob sich und trat hinter seinem großen Schreibtisch hervor.„Sie sind tüchtig. Inspektor, das weiß ich, aber in diesem Fall wollen Sie nicht recht zupacken..“ „Wir haben keine Handhaben gehabt bis jetzt, außer bei Mile Jonas...“ „Eine unangenehme Sache das, aber ich messe ihr gar nicht so viel Bedeutung zu wie die Oeffentlichkeit. Der Mann hat einen Anschlag gegen Sie ausführen wollen, das ist ihm mißglückt, und seine eigenen Freunde haben ihn aus Angst umgebracht. Glauben Sie, wenn dieser Kerl gesprochen hätte, daß Sie dann ein gutes Stück weitergekommen wären?" „Mike Jonas hätte gewiß mancherlei zu erzählen gewußt. was für uns von außergewöhnlicher Wichtigkeit gewesen wäre. Vielleicht hätte er uns auf die richtige Spur gebracht.“ „Nein. Inspektor, ich glaube das nicht, denn meiner Ansicht nach haben Ihre bisherigen Mißerfolge ihren Hauptgrund darin, daß Sie den Feindt dort vermuten, wo er sich gar nicht befindet.“ „Ich wäre Ihnen dankbar, Exzellenz. wenn Sie mir das näher erklären wollen.“ „Sie rauchen gerne. Inspektor, bedienen Sie sich." Der Kanzler schob dem Detektiv eine Zigarrenkiste zu, und Fan war über diese kleine Unterbrechung sehr erfreut. Nachdem sie beide ihre Zigarren in Brand gesetzt hatten, fuhr der Kanzler fort:„Sie sind Kriminalbeamter, und wenn Sie ein Verbrechen aufzuklären haben, so beginnen Sie natürlich zuerst mit Ihren Nachforschungen bei Berufsverbrechern. Sehen Sie. das ist im vorliegenden Fall Ihr großer Irrtum gewesen. Glauben Sie denn wirklich, daß ein Berufsverbrecher einen solchen Raubzug gegen einen Staat unternehmen kann? Die Fälschung der Anleihe und der Banknoten, die Bedrohung der Mitglieder der ausländischen Finanzgruppe, der Diebstahl der Sprengstofspläne, der Einbruch im Außenministerium... das alles haben nicht Leute unternommen, die ihre Kenntnisse im Zuchthaus erworben haben. Diese Ansicht habe ich schon bei unserer so dramatisch verlaufenen Zusammenkunft im Polizeipräsidium festgelegt. und ich bleibe auch noch heute dabei.“ „Verzeihung. Exzellenz, aber das verstehe ich nicht", war Fan ein. Fortsetzung folgt Dein Schicksal entscheidet der 12. November Erhebende Kundgebung im Neuen Krug- Oberpräsident Freiherr von Lüninak und Staatsminister Riecke über den Sinn der Wahl MKTG UGS 1 8 AE SCEE Die große Wahlkundgebung hatte gestern abend die Detmolder Bürger zum Neuen Kruge hinaus gerufen. Sie waren dem Rufe so zahlreich gefolgt, daß im Saale, der mit Transparenten, Hakenkreuzfahnen und Tannengrün geschmückt war, kaum ein Platz mehr zu haben war. Weit über anderthaldtausend Menschen waren gekommen, um aus dem Munde des Oberpräsidenten der Provinz Westfalen, Freiherrn von Lüningk und des Staatsministers Riecke den tiefen und für jeden Einzelnen bedeutenden Sinn der Wahl am 12. November zu hören. Unter den Klängen des Badenweiler Marsches— gespielt von der Standartenkapelle. die auch die Pausen mit flotter Marschmusik ausfüllte— erfolgte der Einmarsch der Fahnen, mit denen zugleich, stürmisch begrüßt, Oberpräsident Freiherr von Lüningk erschien. Nach kurzen Eröffnungsworten des komm. Vorsitzenden, Pg. Wedderwille nahm Freiherr von Lüningk das Wort und überbrachte zunächst herzliche Grüße des Reichsstattholters Dr. Meyer. Sodann gab er seiner Freude Ausdruck, wieder einmal nach langen Jahren in Detmold weilen zu. dürfen und gleichzeitig die freund. nochbarlichen Beziehungen zwischen Wesrfolen und dem stammverwandten Lippe zu pflegen. Er rief die Erinnerung an die Zeiten wach, wo er bei den damals aus der Orgesch hervorgegangenen nationalen Verbönden, z. B. dem Cheruskerbund, in Detmold weilen durfte und schuf damit die Ueberleitung zum Heldengedenktog des 9. November, zu den Ereignissen vor 10 Jahren in München. Die Zeit damals— so führte Freiherr von Lüningk nach den Worten des Führers aus — war noch nicht reif für den nationalen Aufbruch. Erst 10 Jahre der Schmach mußte unser Volk über sich ergehen lassen, bis aus der Tiefe des Volkes heraus der Weg gefunden wurde. Freiherr von Lüningk beleuchtete, dann schlaglichtartig die katastrophale Lage, die der Führer vorgefunden hatte, als er das Steuer des Deutschen Reiches ergriff. Bruder hatte gegen Bruder, Land gegen Land gestanden. Fast 6.5 Millionen deutscher Männer waren aus dem Arbeitsprozeß ausgeschlossen. Der Bauernstand war verelendet. der Mittelstand fast völlig proletarisiert und seines Vermögens beraubt. Sittenlosigkeit und Gemeinheit machten sich breit. Jede Gegenmaßnahme scheiterte im parlamentarischen Miderstreit. Das deutsche Volk hatte seinen Mut verloren, und„Mut verloren, alles verloren". Alles das als Folge des verlorenen Krieges und einer 14jährigen Mißwirtschaft. Kaum sind neun Monate vergangen. da wundern sich schon Leute, daß wir noch keine himmlischen Zustände haben. Sehen diese Menschen denn nicht, was alles schon geschaffen ist? Wie lange haben unsere Väter unter Bismarck um die deutsche Freiheit gerungen! Wir wissen, daß noch nicht das Endziel erreicht ist, aber der Ansang ist gemacht. Vergleiche ein jeder diesen Anfang mit dem, mas in der Welt in dieser Hinsicht geschieht Im einzeinen ging der Referent sodann auf die Maßnahmen zur Rettung des Bauernstandes ein. Früher der Verelendung preisgegeben, sitzt heute der Bauer nach Durchführung des Erbhofgesetzes— eines der folgenschwersten Ergebnisse der letzten Monate— fest auf seiner Scholle. Niemand soll sich daran stoßen, daß vielleicht einzelne Maßnahmen ihm nicht gefallen, die Grundlinie ist recht, das darf niemand verkennen. Scharf wandte sich der Redner gegen die durch den Vertrag von Versailles über Deutschland verhängte Wehr= und Ehrlosigkeit.„Die Unterschrift unter Versailles wai objektiv eine Ehrlosigkeit!“ Zwingende Folge dieser Ehrlosigkeit war das, was uns in der Folgezeit in den Abrüstungsverhandlungen zugemutet wurde. Bis in Deutschland der Mann erstand, der da sagte:„Ich lasse mich lieber totschlagen. als daß ich etwas gegen die Ehre meines Volkes tue!“(Stürmischer Beifall.) Die Welt glaubt, das sei eine kriegerische Geste, es ist aber das Gegenteil, nicht in der Kriegslust oder Stärke. sondern in der Schwäche Deutschlando liegt die Gefahr für den Frieden. da es sich nicht gegen die Begehrlichkeit seiner Nachbarn wehren kann. Den Willen zum Krieg bei uns vorauszusetzen, heißt uns für Narren halten! Wir werden am 12. November nicht aufgerufen, für Hitler ein Vertrauensvotum abzugeben, sondern wir müssen zeigen, daß vor allem die deutsche Ehe kommt. Jeder bestimmt damit sein eigenes Schicksal. Verkennt Deutschland die Bedeutung der Volksabstimmung. so schreitet es in die Vernichtung.— Zum Schluß erklärte Freiherr v. Lüningk:„Ohne Rücksicht auf das Bekenntnis müssen wir als deutsche Männer und Frauen zusammenhalten! Protestanten und Katholiken müssen dem Führer den Beweis erbringen, daß die sprichwörtliche Westfalentreue auch im Dritten Reich dieselbe geblieben ist!— Starker Beifall dankte dem Redner für seine durchdachten Ausführungen. Freiherr von Lüningk führte dann ciwa weiter aus: Die Wahl am nächsten Sonntag ist nicht als Vertrauensvotum für Hitler auszufassen, der ganzen Welt soll durch diese Wahl gezeigt werden, daß hinler dem Entschluß des Führers das ganze deutsche Volk steht(brausender Beifall). Das ist für unser Volk die einzige Lebenschance für die Zukunft. Wenn das Ausland siehl, daß auch in dieser Frage unser Volk zerrissen ist, dann wird es diese Zerrissenheit zum Anlaß nehmen. um die endgültige Vernichtung der deutschen Volkes zu betreiben und wird dies Ziel auch erreichen. Wer am 12. November zur Urne gehl. muß sich klar sein, daß er damit über sein eigenes Schicksal letztlich entscheidet. Niemand kann sein Schicksal von dem seines Volkes und Vaterlandes trennen. Wer in dieser Frage versagt, gräbt sich und seinen Kindern das Grab. Das Ausland muß jetzt erkennen, daß wir als Volk zusammenstehen. als eine unzerstörbare Mauer, die gegen jeden Angriff gesaßt ist. Der Redner streifte dann kurz die konfessionelle Frage und bezeichnete die schon 400 Jahre währende Glaubensspaltung als das größte nationale Unglück des deutschen Volkes. Bis in die jüngste Zeit hinein ziehen sich durch die Jahrhunderte hindurch die Folgen dieses Unglücks. Wir haben jetzt keine Zeit, uns wegen dieser Dinge gegenseitig zu zerfleischen Katholiken und Protestanten müssen zusammenstehen für unser Vaterland und es so bauen, wie sie es als Deutsche und als Christen haben wollen(Beifall.) Vielleicht erhört uns dann eines Tages der Allmächtige, daß Wege gefunden werden, diesen Fluch der Glaubensspaltung von uns zu nehmen(Beifall). Zum Schluß seiner immer wieder durch Beifall unterbrochenen klaren und in ihrer ruhigen Sachlichkeit zwingenden Ausführungen erinnerte Freiherr von Lüninak an die Blutopfer des Krieges und des Freiheitskempfes um Deutschland und rief zum Einsatz im gleichen Geiste am 12. November auf. „Auf die Frage. ob sa oder nein, kann es nur eine Antwort geben: Danken wir Gott. daß er uns diesen Führer gegeben hat, wir stehen alle Mann für Mann in dieser Entscheidung hinter dem Führer. Heil Deutschland!“ * Die nun folgende Pause wurde durch schneidige Märsche der SA.=Standartenkapelle ausgefüllt. Dann erteilte gegen 21,50 Uhr komm. Ortsgruppenleiter Pg. Wedderwille Herrn Staatsminister Riecke, der vorher in Salzuflen gesprochen hatte, das Wort. Bevor der Staatsminister sprach, verhielt die Versammlung eine Minute lang in ehrfürchtigem Schweigen und Gedenken an die gefallenen Kameraden. Anschließend erklang das Lied vom guten Kameraden. Staatsminister Riecke Sodann führte Staatsminister Riecke etwa folgendes aus: In Lippe sei der Anfang emacht worden mit der' Machtergreifung er nationalsozialistischen Bewegung. Niemand habe damals gedacht, daß die Entscheidung sobald kommen würde. Am 30. Jan. sei dann schon die Entscheidung gefallen in dem jahrelangen und opferreichen Kampfe um die Macht. Zwar sei die Bewegung nicht von Rückschlägen verschont geblieben. Aber der Glaube an die Person Aodlf Hitlers und an den Nationalen Sozialismus habe gesiegt. Daß Hitler Männer gefunden habe, die an seine Idee geglaubt hätten, sei nicht von ungefähr— es seien die Kameraden des Weltkrieges, die schon damals, ohne es selbst aussprechen zu können, dasselbe gefühlt hätten. In allen habe der Glaube gelebt, daß einmal der Wandel zum Volke kommen müsse. Anscheinend habe dann der November 1918 alles zunichte gemacht. Auch 1923 sei es nicht möglich gewesen, zur Macht zu kommen, da das Volk und die Zeit nicht reif gewesen sei. Fast alle hätten den Mut sinken lassen, nur einer nicht: Adolf Hitler. Denn er wußte, daß man nur auf der Volksgemeinschaft aufbauen könne. Mit aller Macht habe er den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit in Angriff genommen und weil ein unfreier Deutscher auch kein sicheres Brot essen kann, ebenfalls den Kampf um die Freiheit, die Gleichberechtigung und Ehre des deutschen Volkes. Mit einem Schlage habe er die Einheit des Reiches, den jahrhundertelangen Traum der Deutschen hergestellt. Unendlich viel Arbeit liege noch vor uns. Und wenn jetzt das Winterhilfswerk in Angriff genommen werde, dann sei dies keine Wohltätigkeit. sondern der Einzelne müsse die Verpflichtung verspüren, das mit Opfern wieder gut zu machen, was er bisher verschuldet habe durch sein untätiges Zusehen.(Beifall). Sodann brachte der Staatsminister einen Ueberblick über die Zeit, die hinter uns liegt, über Völkerbund und Abrüstungskonferenz. Die Welt könne uns dankbar sein, daß wir sie vor der Gefahr des Bolschewismus gerettet hätten, denn dies sei die Herrschaft des Untermenschentums. Wir seien nur deshalb in Genf ausgetreten, um der Welt zu zeigen, daß wir nichts mehr unterschreiben würden. was wir nicht mit unserer Ehre vereinbaren könnten.(Beifall). Wenn jetzt der einzelne den Stimm= und Wahlzettel in die Hand bekomme, müsse er sich darüber klar sein, daß er vor den gefallenen grauen Kameraden, vor der konimenden Generation die Verantwortung mit seinem Entschlusse trage und daß es sich nicht um die Macht in Deutschland, nicht um Parteien, sondern um uns alle und um Deutschlands Zukunft handele. Mit dem Deutschland= und Horst WesselLiede und einem Sieg Heil auf unseren Führer schloß diese eindrucksvolle Kundgebung. Kundgebung in Leopoldshöhe Fackelzug und Kundgebung in Leopoldshöhe. Am Sonnabend, 11. November findet, wie in allen Teilen des Reiches, eine große nationalsozialistische Kundgebung statt. Sämtliche Vereine, Verbände und Schulen aus Leopoldshöhe und Umgebung nehmen an dieser Veranstaltung teil. Die Vereine von Heipke, Schuckenbaum und Evenhausen formieren sich um 6,30 Uhr in ihren Ortschaften zum Fackelzug, der sich sternförmig in Richtung Marktplatz Leopoldshöhe bewegi. Fackeln sind bei den zuständigen Zellenleitern, für Leopoldshöhe W. Kornsteiner, Schuckenbaum Julius Plöger, Heipke Frizz Pott und Evenhausen=Bechterdissen Karl Schäfer ab Sonnabend morgen bis zu Abend zu haben Die vielen alten Parteisuppen habe ich nun satt- am 12. Rovember gibt's wieder ein ordentliches Eintopfgericht! Aus den Amtern Hiddesen demonstriert für Frieden und GleichAm Sonnabend, 11. November, wird auch in anserem Orte für Frieden und Gleichberechtigung demonstriert werden. Nach einer Besprechung der Führer und Leiter der einzelnen Verbände und Vereine, die am letzten Sonnabend im Gemeindesitzungszimmer stattfand, nehmen diese alle geschlossen an der Kundgebung teil, ebenso die oberen Jahrgänge der hiesigen Schule. Am Sonnabend nachmittag 5,45 Uhr versammeln sich die Verbände, Vereine und Schulklasse auf dem Schulhof, woselbst die Fackeln verteilt werden. Der Fackelzug wird sich durch folgende Straßen bewegen: Abmarsch 18 Uhr Schulhof, Adolf=Hitler=Straße, Hülsenweg, Hindenburg=Straße, Adolf=Hitler=Straße, Meierkamp, Spritzenhaus, Franz= Seldte= Straße, obere und untere Neue Wiese und Franz=SeldteStraße zurück zum Schulhof. Hier wird nach dem Vortrag eines vaterländischen Liedes des Gesangvereins„Teutonia“ die Proklamation des Führers verlesen und das Niederländische Dankgebet gespielt und gesungen. Nach einem dreifachen Sieg=Heil auf Vaterland und Führer ist sofortiger Abmarsch und alsdann Auflösung der Kundgebung.(11) Hiddesen. Aus den Vereinen. Der Gesangverein„eutonia“ wird an der am Sonnabend, 11. November, hier in Hiddesen stattfindenden Kundgebung aktiv mitwirken und auf dem Schulhof ein Lied zum Vortrag bringen. Der Verein tritt um 5,45 Uhr nachmittags vor dem Vereinslokal„Waldheim“ an und marschiert dann geschlossen zum Schulhof.— Turnvekein„Germania“. Sämtliche Turner und Turnerinnen treten am Sonnabend, 11. November, pünktlich 6 Uhr abends auf dem Schulhof(Ecke Leppelmeier) zur Teilnahme am Fackelzug an. Am gleichen Abend um 8,30 Uhr findet im Gasthof„Hiddeser Hof" die Monatsversammlung statt.— Die Mitglieder des Sportvereins„Arminia“ finden sich pünktlich um 6 Uhr abends auf dem Schulhof zur Teilnahme an der Kundgebung ein.— RSBO. Alle hier in Hiddesen ansässigen RSBO.=Kameraden treten um 5,45 Uhr nachmittags auf dem Schulhof an, um an dem Fackelzug teilzunehmen.(11) Hiddesen. Ortsgruppe der Neuhausbesitzer. Am Mittwoch abend fand im Gasth##„Hiddeser Hof“(G. Kligge) eine Versammg der Ortsgruppe der Neuhausbesitzer statt, zu der auch der Führer des Landesverbandes, err Friedrichsmeier= Lemgo erschienen war. drichsmeier sprach über Zweck und Landesverbandes. Die Mitgliedskarten werden in den nächsten Tagen verteilt werden. Die Sprechstunden des Herrn Friedrichsmeier finden jeden Donnerstag von 16 bis 17 Uhr in Lemgo statt. Die Mitgliedskarten sind vorzuzeigen, da sonst keine Auskunft erteilt wird. Die Jahreshauptversammlung wird wahrscheinlich in diesem Monat in Lage stattfinden, wozu auch die Mitglieder der hiesigen Ortsgruppe vollzählig zu erscheinen haben. Die Ortsgruppe der Neuhausbesitzer nimmt ebenfalls an der am Sonnabend, 11. November, hier stattfindenden Kundgebung teil. Die Mitglieder versammeln sich um 17,50 Uhr vor dem Gasthof„Hiddeser Hof“.(11) Hiddesen. Vaterländischer Frauenverein vom Roten Kreuz. Zwecks Teilnahme an der vaterländischen Kundgebung am Sonnabend wollen sich die Mitglieder vollzählig und pünktlich um 18 Uhr vor der Schule einfinden. Heidenoldendors. Das 26. Stiftungsfest der reiwilligen Feuerwehr nahm den günstigen Verlauf. Nach einem von Frl. Wedderwille glänzend gesprochenen Prolog begrüßte ein Mitglied der Wehr alle Erschienenen. Seine Worte klangen in dem heißen Wunsche aus, daß der Feuerwehr innerhalb der Gemeinde mehr Daseinsberechtigung entgegengebracht werden möchte. Der 12. November gebe jedem die Gelegenheit dazu, die Worte wieder wahr zu machen: Nichtswürdig ist die Nation, die nicht ihr Höchstes setzt an ihre Ehre! In ein SiegHeil auf Reichspräsident und Volkskanzler stimmte alles freudig ein. Das Deutschlandund Horst=Wessel=Lied schlossen sich an. An lebende Bilder von Feuerwehrmanns Freud und Leid, mehrere Duette unserer Humoristen und das Lachsalven hervorzaubernde Theaterstück „Blinder Alarm“ schloß sich ein Tänzchen an. Alle werden den 26. Geburtstag der Wehr in Erinnerung behalten.(17) * Heidenoldendorf. Winterhilfswerk Die erste Kleidersammlung, die in der nächsten Woche wiederholt werden soll, hat einen guten Erfolg gehabt. Bisher haben sich 25 Damen zur Verfügung gestellt. Weitere Meldungen nimmt unser Vorsteher entgegen. Die am letzten Sonntag veranstaltete Sammlung zum Eintopfgericht hatte ein Ergebnis von 196.55.K. die erste Haussammlung von 201.50 K.. die Hausund Straßensammlung 87.48 K. f. * Brokhausen. Kundgebung. Am Sonn abend, 11. November, versammeln sich alle Volksgenossen und Volksgenossinnen von Brokhausen, Barkhausen und Apenberg sowie die Schule und der Kriegerverein um 18 Uhr in der Gastwirtschaft Schneiders, Apenkrug. Es findet ein Fackelzug statt. Nachher wird die Rede unseres Reichskanzlers durch Großlautsprecher im Saale der Gastwirtschaft Schneiders übertragen. Schlangen. Herbstmarkt. An den beiden ersen Tagen der Woche wurde in unserem Orte oer übliche Jahrmarkt abgehalten. Au dem Viehmarkt am Montag morgen war zwar der Auftrieb gut, aber der Handel flau. Ferkel im Altec von 6—8 Wochen wurden mit 8—12 Mark gehandelt. Infolge des schlechten Wetters ließ am Montag nachmittag der Betrieb sehr nach. Bei einer abgehaltenen Verlosung, bei der Vieh, landwirtschaftliche Geräte und Gebrauchsgegenstände zur Verteilung gelangten, gab es freudige und enttäuschte Gesichter. An eiden Abenden herrschte in beiden Lokalen reger Betrieb. „Scharnhorst“ Extertal Deutsches Jungvolk„Stamm Siegfried“.- Angliederung des„Scharnhorst“ Das größte Ereignis vor der Trennung von ihrem Scharnhorstbund bedeutete für unsere Jungen der 14. Reichsfrontsoldatentag im September 1933 in Hannover. Bis zuletzt im Zweifel, ob sie mitdurften— brachte die gemeinsame Fahrt jubelnde Freude. In Hannover ging es ohne Aufenthalt zum Welfenplatz, wo schon ein Teil der Fahnen zusammen gestellt waren, von dessen Anblick sich die Jungen nicht trennen wollten. In Gemeinschaft mit den Frontkämpfern marschierten sie auf die Maschwiesen und konnten nun hier den vierstündigen Aufmarsch des Stahlhelms miterleben, inmitten unübersehbarer Fahnen und Mannschaften. Die Führer sprechen, die Gefolgschaft grüßt mit brausendem Jubel als der Stabschef Röhm ruft:„Wir können nicht ohne den Stahlhelm auskommen!“ Franz Seldte verleiht die Fahnenbänder und weiht die Fahnen neu. Dann beginnt der Vorbeimarsch. Alles dürfen die Scharnhorster beobachten, sie ind ganz Auge und Ohr. Alle Jungen erfüllt nur der eine Wunsch, auch einmal so zu werden, wie die da vorn, die mit tiefernstem Gesicht und eisernem Willen unaufhaltsam für ihr Vaterland marschieren. Genau wie die Frontsoldaten darf unn diese kleine Schar als einzigste Scharnhorstgruppe Deutschlands mit ihrem Führer Kamerad Böger, Nickbruch, an Franz Seldte und dem Stabschef Röhm vorbeimarschieren. Dieses überwältigende Ereignis läßt in den jungen Menschenkindern jubelnde Freude und Stolz im Herzen aufkommen. Die Augen fliegen zu den Führern und unseren verehrten Kronprinzen. Diese Erinnerung wird nie erlöschen und wird ihnen allen in guten wie auch bösen Stunden Freude und Trost sein. Ernste Feierstunde Am 15. Oktober vereinte die Ortsgruppe auf Gut Rickbruch ihre Jungmannen zu einer ernsten Feierstunde vor der Angliederung an das deutsche Jungvolk. 50 Jungen in tadellosem Zeug mit Spielmannszug waren zur Stelle. Der Gauführer des Scharnhorstbundes, Kamerad Gräfe, der Gauführer des Stahlhelm, Hauptmann von Kotze(Gau Mittelweser) mit Adjutanten, der Luisenbund, die Kornblümchengruppe und zahlreiche Anverwandte der Jungen waren erschienen. Strahlender Sonnenschein lag über den herbstlich gefärbten Bäumen als die Gruppe unter klingendem Spiel aufmarschierte. Der Gauführer richtete ernste, zu Herzen gehende Worte an die Jungen mit den Mahnungen, immer Kameradschaft zu halten, wo es sei für Volk und Vaterland zu stehen, unserm Herrgott die Ehre zu geben und ein christliches Leben zu führen. Scharnhorstgeist im Herzen darf nicht untergehen und darum freudig mit festem Willen an die neue Arbeit. Nachdem das Deutschlandlied verklungen, übergab die Ortsgruppenführerin des Bundes Königin Luise, Kamradin Heidenhain die Scharnhorstfahne, die im weißen Felde den preußischen Adler führt, mit dem Wunsche, daß einst, wenn die Zeit gekommen sei, aus den Reihen der Gruppe. aus dem ganzen Extertal ein Regiment mit dem Namen Scharnhorst unter dieser Fahne für das Vaterland bereitstehen möge. Fahnenweihe Der Gauführer weihte die Fahne feierlich mit dem Spruch:„Tue Recht und scheue niemand!“. Es folgte ein Gedenken unserer gefallenen Frontsoldaten und das Lied vom guten Kameraden. Sodann schmückte die Führerin des Bundes Königin Luise die Fahnenspitze mit Eichenlaub und dem schwarz=weißroten Fahnenband. Ein Scharnhorst=Heil auf die Führer schloß die schöne Feier, die ewig in die Herzen der Jungen eingegraben bleiben wird. Die leuchtenden Augen auf ihre Fahne gerichtet, geführt von ihrem Gauführer Kam. Gräfe und Ortsgruppenführer Kam. Böger unter den Klängen der alten, ewig herrlichen Märsche, rückte die Gruppe zum Bögerhof ab. Dort erwartete sie die Stahlhelmgruppe Extertal mit ihrer Fahne und der Reiterabteilung. Vor dem Gauführer des Stahlhelm und Scharnhorst erfolgte der Aufmarsch. Luisenbund, Spielkreis und zahlreiche Gäste hatten sich eingefunden. Die Scharnhorstgruppe übergab feierlichst die Fahne der Stahlhelmgruppe zu treuen Händen. Alsdann rückten die Abordnungen des deutschen Jungvolkes„Stamm Siegfried“ mit ihren Fahnen, geführt vom Stammführer Eberhardt. ein. Kamerad Gräfe hielt eine Ansprache an die Jungmannen, in der er wünschte, daß Scharnhorst und Jungvolk gemeinsam am großen Ziele arbeiten werden und das Vertrauen zu den neuen Führern wachsen möge. Zum Schluß brachte er das letzte Scharnhorst=Heil auf den Reichspräsidenten, Generalfeldmarschall von Hindenburg und die Stahlhelmführer aus. Nach dem Liede„Ich hab mich ergeben“ sprach Stammführer Eberhardt. Er heißt die neuen Jungmannen herzlich willkommen und bringt zum Ausdruck, wie nötig Einigkeit in dieser schweren Zeit sei. Im Sinne des Führers Adolf Hitler wollen alle treu und ohne Rast arbeiten. Kam. Böger, der Führer der Scharnhorstgruppe, wird zum Fähnleinführer „Fähnlein Nr. 7 Extertal“ ernannt. Derselbe begrüßte seine neue Gruppe, wünschte, daß Disziplin und Kameradschaft die Jungen mit ihm verbinden werde. Treffen in Rinteln Mit dem Gedenken unserer Gefallenen endete die Angliederung mit dem„Horst=Wessel=Liede". Stahlhelm, Scharnhorst rückte ab, ihnen folgte das Jungvolk auch mit dem Spielmannszug. 14 Tage später fand ein gemeinsames Treffen in Rinteln statt. Schon am frühen Morgen kam der Scharnhorst nach Rinteln und zog mit Musik durch die Stadt. Herzlich begrüßt am Eingang der Stadt vom Kam. Müller und hier mit den nötigen Erfrischungen versehen, zogen sie zum Steinanger, wo Kam. Böger eine kurze Morgenandacht abhielt. Danach zeigten Jungen ihre Künste im Sport und Geländespiel vor dem Stammführer Eberhardt. Anschließend fand eine Besichtigung des Baldurvon=Schirach=Heims statt. Punkt 12 Uhr war Abmarsch zum Essenempfang. Die Rintelner Luisengruppe hatte „Die einzige Nation, die mit Recht eine Invasion fürchten könnte, ist die deutsche Nation, der man nicht nur die Angriffswassen verbot, sondern sogar das Recht auf Verteidigungswaffen beschnitt und auch die Anlage von Grenzbefestigungen untersagte.“ sich freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Frau Gödecke hatte im Hotel„Stadt Kassel" eine schöne Erbsensuppe gekocht. Herr Lüttringhaus stellte in herzlicher Gastfreundschaft seine Räumlichkeiten zur Verfügung, wo 53 muntere Jungen das leckere Mahl verzehrten. Auch die schöne Nachspeise von Frau Müller ließen sich alle gut munden. Sie alle danken den Spendern für die in so großem Maße gezeigte Kameradschaft. Ein noch verbleibender Topf mit Suppe wanderte zum Flugplatz und wurde von den Luisen an die SS. und den Motorsturm verteilt. Kameradschaftlich wanderten die Teller von Hand zu Hand und wurden mit gutem Appetit geleert. Nach einer Abwäsche in der Exter kam die Belohnung für die Spenderinnen, ein Aufstieg im Flugzeug, sicher ein schönes Ereignis. Um 1 Uhr gemeinsamer Aufmarsch mit dem Rintelner Jungvolk zum Wettbewerb der Spielmannszüge unter Leitung von Stammführer Eberhardt und Fähnleinführer Kamerad BöZum Besten der Winterhilfe Die Temde=Mannschaft spielt gegen BfB. Detmold am Sonnabend! Am Sonnabend nachmittag um 3 Uhr steigt auf dem Arminplatz(VfB.=Platz) in Detmold ein Fußballspiel, das schon allein um der guten Sache willen einen sehr guten Besuch verdient. Zu diesem Fußballspiel ist zunächst zu bemerken, daß die Einnahme der Winterhilfe zugeführt werden soll und daß sich die Sportler gerne in den Dienst der Sache stellen. Zum andern aber erhält für den Sportler dieser Kampf insofern eine besondere Bedeutung, als damit erstmalig in Lippe eine Firmenmannschaft an die Oeffentlichkeit tritt. In größeren Städten sind diese Firmenmannschaften schon lange bekannt und ihr Stand in den Tabellen der Meisterschaftsspiele beweist, mit was für guten Mannschaften man es hier zu tun hat. Wir können heute bereits die Mannschaften mitteilen und zwar spielen sie in folgender Aufstellung: Temde=Mannschaft: Linnemann Moritz W. Hildebrand Köller Stecker Tünker Budde Faust Strunk Mittelgöker Winter Ersatz: Oswald Dux Es sind in dieser Mannschaft also viele bekannte Namen wie Faust, Mittelgöker, Stecker usw., Leute, die in der Ligaklasse jahrelang spielen und für ihre Vereine schon manch schönen Sieg herausgearbeitet haben. Der VfB. Detmold wird schon eine äußerst starke Mannschaft stellen müssen und zwar wird folgende Elf spielen: Bremer L. Wölker Böhmer Kulka Taschenberger Kette Blöß Drewes Heidemann Bröcker Busekros Ersatz: Möller. H. Wölker. Diese Mannschaft dürfte mit zu den stärksten Aufstellungen zählen, die der Detmolder BfB zur Zeit herausbringen kann. Man sieht also daß sich der Spielausschuß darüber im klaren ist, daß der Gegner keineswegs unterschätzt werden darf. und das ist mit das Erfreuliche an diesem Spiel, daß die Gegner den Zuschauern ein wirklich gutes Spiel garantieren. Als Schiedsrichter hat man sich auf den bekannten Schiedsrichter Postert, ebenfalls von der Firma Temde. geeinigt. Es ist nun Sache der Detmolder, die Sportler in ihrem Bestreben, etwas für die notleidenden Volksgenossen zu tun. zu unterstützen, damit ein erkleckliches Sümmchen an die Winterhilfe abgeführt werden kann. Also: Sonnabend nachmittag 3 Uhr auf dem Arminplatz! Detmolder TB. von 1860 Mit Rücksicht auf die heute abend und am morgigen Sonnabend stattfindenden großen am der ger. Der erste Preis wurde der Gruppe„Exertal“ zuerkannt. Alle drei Spielmannszüge vereint, ging es mit klingendem Spiel zum Flugplatz„Heinekamp". Dort durften die Jungen noch die Leistungen unserer Flieger bewundern und Interesse für den schönen und so wichtigen Sport gewinnen. Zum Gedächtnis an die Kameraden, die in Not geraten sind. opferte jeder Junge der Gruppe„Extertal“ fünf Reichspfennige für die Winterhilfe. Ein ereignisreicher und herrlicher Tag ging zu Ende und mit Freuden wurde nun noch die von Frl. Hugenberg gestiftete Milch, die Familie Bönde! freundlicherweise gewärmt und befördert hatte. an die Jungen verabreicht. Müde, aber reich an wertvollem Erleben, ging es nun wieder heim zu den Eltern. Deutsche Musiker Das Reichskartell der deutschen Musikerschaft ist die Zwangsorganisation der deutschen Musikerschaft. Mit der„Ersten Verordnung zur Durchführung des Reichskulturkammergesetzes" vom 1. November 1933 wurden die Grundlage und der Rahmen der Zusammenfassung der deutschen Kulturgebiete in der Reichskulturkammer gechaffen. Das Reichskartell der deutschen Muikerschaft hat die Eigenschaft einer Körperschaft des öffentlichen Rechts und weiterhin die Bezeichnung„Reichsmusikkammer“ erhalten. Die Reichskulturkammer hat die Aufgabe, durch Zusammenwirken der Angehörigen aller von ihr umfaßten Tätigkeitszweige die deutsche Kultur in Verantwortung für Volk und Reich zu fördern, die wirtschaftlichen und sozialen Angelegenheiten der Kulturberuje zu regeln und zwischen allen Bestrebungen der ihr angehörenden Gruppen einen Ausgleich zu bewirken. Das Reichskartell der deutschen Musikerschaft ist demnach für die Gesamtvertretung der Angehörigen des Tätigkeitszweiges Musik zuständig und regelt die kulturellen, künstlerischen, wirtschaftlichen und sozialen Belange der gesamten Musikerschaft. Damit sind alle Behauptungen, die dem Reichskartell lediglich kulturfördernde und berufsbildende Aufgaben zusprechen, gründlich widerlegt. Wer bei der Erzeugung, der Wiedergabe, der eistigen oder technischen Verarbeitung, der erbreitung, der Erhaltung, dem Absatz oder der Vermittlung des Absatzes von Kulturgut mitwirkt, muß Mitglied der Einzelkammer sein, die für seine Tätigkeit zuständig ist. Für die Angehörigen des Tätigkeitszweiges Musik bedeutet das: Jeder Musiker, ganz gleich, ob freistehender Ensemble= oder Orchestermusiker, Musiklehrer oder Chorleiter. Konzert= oder Vortragskünstler, Kirchenmusiker oder Komponist, kuz jeder, der sich öffentlich mit Musik beschäftigt, muß Mitglied des Reichskartells der deutschen Musikerschaft und damit der Reichsmusikkammer werden. Damit ist das Reichskartell der deutschen Musikerschaft die Zwangsorganisation der gesamten deutschen Musikerschaft geworden, der jeder Musikausübende angehören muß. Hierbei ist es vollkommen unerheblich, ob die Tätigkeit gewerbemäßig oder gemeinnützig, durch Einzelpersonen, durch Gesellschaften. Vereine, durch Körperschaften oder Anstalten des öffentlichen Rechts, durch Reichsangehörige oder Ausländer, durch Unternehmer oder Personen in einem Anstellungsverhältnis ausgeübt wird. Vom Reichskartell wird die Zuverlässigkeit und Eignung auf Grund von Fragebogen und nötigenfalls durch eine besondere Prüjung festgestellt. Wer als Mitglied in das Reichskartell und damit zur Ausübung des Musikerberufes zugelassen wird, erhält eine Ausweis= bezw. Lizenzkarte. Das Reichskartell der deutschen MusikerschaftReichsmusikkammer, Landesleitung RheinlandWestfalen und Niedersachsen, hat im Bereiche eines jeden Arbeitsamtes Ortsgruppen organisiert, bei denen diejenigen Musiker, die dem Reichskartell heute noch nicht angehören, ihre Aufnahme in die Reichsmusikkammer beontragen und Fragebogen in Empfang nehmen können. Für den Bereich des Arbeitsamtes Detmold befindet sich die Ortsgruppe in Händen des Herrn Willy Wilke in De sche Straße Nr. 29. Jetmold, HornVereinskalender Bund Königin Luise. Sonnabend, 11. November. Die Kameradinnen erwarten den Fackelzug nach seinem Umzug auf dem Marktplatz. Lippischer Kavallerie= und Artillerieverein, Detmold. Zu dem am Sonnabend stattsindenden Demonstrationsumzug tritt der Verein um 5 Uhr nachmittags am Vereinslokal an. Erscheinen ist Kameradenpflicht. Lutherische Frauenhülse. Freitag 4 Uhr: Gemeinschaftsstunde und 8 Uhr: Singabend. morgigen Sonnabenb stattfindenden gri Wahlkundgebungen für die Entscheidung 12. November d. J. fällt der Turnabend Frauenabteilung, der Knabenabteilung und der Schülerinnenabteilung aus. Es wird erwartet, daß sämtliche Turnerinnen und Turner an den Kundgebungen teilnehmen. Zur Teilnahme an dem Demonstrationszug am Sonnabend, 11. November d. J., tritt der Verein um 18 Uhr in der Orbker Straße an. Auch hierzu wird vollzähliges Erscheinen erwartet. None-Rell ALy. CLEI: gegen spröde Haut für Politik, Feuillevon, Lokales. Unterhaltung un Sport Gustao meyer; für Anzeigen und Geschäftsnotizen Hans Dimmek, sämtlich in Detmold. Druck u. Verlog: Westfälisch=Lippische Vereinsoruckerei. G. m. d H. Detmold Sprechstunden der Schriftleitung nur vormittags von 11 bie 12 Uhr— Rücksendung unverlangter Manustripie ersss# nur im Falle der Beisugun dpottes und auf Geahr des Absenders. Besage Nr. 265 Das Handwerk steht treu zum Führer Vom Vorstand des Innungsausschusses der vereinigten Innungen der Stadt Detmold wird uns geschrieben: Das Detmolder Handwerk hat in der gestern abend stattgefundenen Innungsausschußsitzung der vereinigten Detmolder Handwerker den Beschluß gesaßt, am Sonnabend, 11. November d. J., abends 8 Uhr, an der Orbker Straße mit sämtlichen Meistern, Gesellen und Lehrlingen zu dem Demonstrationszuge vollzählig anzutreten. Es ist möglich, daß auch andere beteiligte Organisationen wünschen, den Fackelzug in den Reihen des betreffenden Vereins mitzumachen. das Handwerk will aber durch eine recht große Beteiligung seine Stärke zeigen, das ganze Handwerk will geschlossen dem Rufe unseres Führers folgen, keiner darf zu Hause bleiden. Geschäfte, die sonst abends geöffnet sind, müssen an diesem wichtigen Abend schließen oder sich, wenn garnicht anders möglich, eine Vertretung beschaffen. Einmal muß es so einzurichten sein. Einkäufe usw. auch vorher oder nachher zu tätigen. Rein Handwerker darf sich entschuldigen, alle müssen sich bewußt sein, daß es ein ernster Augenblick ist, am Vorabend der denkwürdigen Neichstagswahl durch ihre Beteiligung am Gelingen des Werkes mitzuhelfen. Unsere Führer bringen für uns große Opfer, lassen wir uns jetzt nicht durch kleine Geister (sogenannte Miesmacher) zurückhalten, auch zu opfern. Unsere Aufträge sind noch nicht so reichhaltig, daß wir nicht mal Zeit hätten, unseren Dank den Führern dadurch zum Ausdruck zu bringen, indem wir uns alle am Fackelzug, sowie an der Reichstagswahl vollzählig beteiligen. Vielleicht bringt uns das nächste Jahr schon en Segen an Arbeit, dann wollen wir doppelt den Männern danken, die dieses gewaltige Werk„Wilfe dem arbeitenden Menschen“ vollbracht haben, jetzt nicht zögern, nicht zagen, uner Führer ruft und alle kommen! Varole für Sonnabend und Sonntag Jeder Handwerker muß erscheinen(Meister, sellen und Lehrlinge). Nähere Bekanntgabe über die Veranstaltung erfolgt beim Antreten in der Ordker Straße. Fackeln werden dort verteilt. Heil Hitler! Paul Blome, Vorsitzender. Der Bundesführer des Reichsbundes der Deutschen Kapital= und Kleinrentner hat in einem Telegramm an den Reichskanzler den besonders starken Widerhall zum Ausdruck gebracht, den der Austritt aus dem Völkerbund rade in diesen Kreisen auslöste, die durch den Versailler Vertrag und alle damit zusammenhängenden und nachfolgenden Diktate unbestritten am härtesten detroffen wurden. Sie kämpfen seit dieser Zeit unentwegt für Wiederherstellung von Treu und Glauben, von Recht und Gerechtigkeit. Nur durch die Erklärung von der inneren Entschuldung wurde das deutsche Volk. wurden insbesondere die deutschen Kapitalrentner mit Reparationen derart belastet, daß die Rechtsansprüche der eigenen Volksgenossen, wieder gerade der Rentner, mit Füßen getreten wurden. Das ungerechte und niemanden befriedigende Aufwertungsgesetz schaffte Unfrieden und weierlei Recht im eigenen Volke und stürzte nsbesondere die ehemaligen Kapitalrentner, die während der Inflation aus Not fast ihre gesamten Erspaxnisse aufzehren mußten, in eelische und moralische Verzweiflung, weil man ihnen als Dank für ihre Opfer einen Weg wies, der voller Martyrien war, nämlich der Rotes Kreuz Entsprechend der Anordnung des Präsidenten des Deutschen Roten Kreuzes haben sich die Helferinnen, Nothelferinnen und Samariterin nen des Vaterländischen Frauenvereins am Wahlsonntag, morgens 9 Uhr, in Diensttracht in dem Wahllokal ihres Wohnbezirks zu melden, um beim Transport oder als Begleitung von schwerkranken und körperlich behinderten Personen zu helfen. Bei den Fackelzügen und Kundgebungen am Vorabend der Wahl schließen sich die weiblichen Vereinshilfskräfte, ebenfalls in Tracht, den örtlichen Sanitätskolonnen an. Die Vorstände unserer Vereine ersuchen alles Rähere mit den örtlichen Stellen zu einbaren. Baterländischer Frauenverein vom Roten Kreuz Der Landesvorstand Frau Cl. Niemoeller Freiherr v. Biedenweg. M wir, verILLIEN UINGEE Lippische Tageszeitung Treugelöbnis der deutschen Kapitalrentner Veuoro, Freung, 10. Abbember 1933 des Almosens durch die Fürsorge. Den gleichen Kampf, den das deutsche Volk um die äußere Befreiung führt, kämpfen daher seit 1919 die deutschen Gläubiger der öffentlichen Hand und der Wirtschaft um Befreiung aus der Fürsorge, um Wiederherstellung wenigstens eines Teiles ihrer verbrieften Rechte. Um so freudiger begrüßen die Gläubiger den gewaltigen Impuls der nationalsozialistischen Regierung, die an Stelle innerpolitischen Parteigezänks das einheitliche Staatsvolk setzte. Diese Einheit wird den Weg freilegen, um endlich Deutschland auch im Ausland wieder als Nation von Ehre anzuerkennen und es dadurch auch instandsetzen, seine moralische und rechtliche Ehrenpflicht gegenüber den eigenen Volksgenossen, gegen Eltern und Großeltern, gegen die treuesten Stützen und Steuerzahler zu erfüllen und dem ganzen Volke wieder eine hoffnungsvolle Zukunft und Daseinsmöglichkeit zu gewähren. Der Bundesführer bringt am Schluß seines Telegramms dem Volkskanzler Adolf Hitler nochmals ein unerschütterliches Treugelöbnis der deutschen Rapitalrentner dar und gelobt unwandelbare Gefolgschaft, insbesondere auch am 12. November, zum Segen von Volk und Vaterland. Wet cn worden ist, ist durch Adolf Male ins Feld geführt werDas deutsche Volk hat seit der Märzerhebung einen neuen Staat erhalten, den nationalsozialistischen Staat. In ihm geht alles auf, was rassisch deutsch ist und sich zum Deutschtum bekennt. Es sind erst wenige Monate vergangen, und doch ist schon sehr viel geschaffen worden, was unser Deutschtum bewußt im Staat hervortreten läßt. Wir sind wieder Deutsche geworden, Deutschland ist erwacht, nachdem es von dem Größten seiner Geschichte, unserm Führer Adolf Hitler zu dieser gewaltigen Selbstbesinnung geführt worden ist. Die innere Geschlossenheit um die in Jahrtausenden vergeblich gekämpft Hitler erzielt worden. Nun soll sie zum ersten den, ins Feld gegen die Verleumder der deutschen Ehre, gegen die Unterdräcker der deutschen Gleichberechtigung unter den Mächten der Erde. ozialistischen Staates noch nicht erworden. Des sei Dir eingeben Du am kommenden Sonntag, dem 12. November zur Wahl gehst. Wer am Sonntag nicht zur Wahlurne gebt, läuft Gefahr, Staatsbürger zweiter Klasse zu werden. Es wird und muß die Szennung kommen zwischen deutschen Volksgenossen und jenen, die sich nicht zum Volkstum bekennen. Gezwungen wird niemand werden, aber derjenige, der glaubt, sich von dieser kleinen Mühe drücken zu können, wird sehr bald nach der Wahl hören müssen, daß wir auf seine Teilnahme an der deutschen Volksgemeinschaft verzichten..7 schmachtest. Dann mußt Du auch für den Wahlvorschlag der NSDAP zum Reichstag stimmen, denn der Führer braucht den Reichstag zur Mitarbeit. Und nun, entscheide selbst, ob Du Staatsbürger 2. Klasse werden willst, oder ob Du Dich in die deutsche Volksgemeinschaft durch Deine„I“ Stimme eingliedern willft. M Aufruf! An alle deutschen Neuhaus= und Eigenheimbesitzer! Die Volksabstimmung und die Reichstagswahl am 12. November 1933 haden Weltbedeutung. Die Volksabstimmung soll der Welt zeigen. daß das deutsche Volk die Friedenspolitik Adolf Hitlers einmütig billigt. Die Reichstagswahl soll die Männer berusen, die das Vertrauen unseres Volkskanzlers haben. Der 12. November muß eine machtvolle, bisher noch nie gesehene Kundgebung des Volkswillens für Adolf Hitler werden. Kein Wähler darf an der Urne fehlen. Alle unsere Mitglieder haben sich in den Dienst des Volkes zu stellen und haben für die Abstimmung in allen Nachbar= und Bekanntenkreisen zu werben. Unsere Organisationen haben sich der RSDAP. zur Verfügung zu stellen und sie in ihrer Werbeaktion tatkräftig zu unterstützen. Besonders ist darauf Wert zu legen, daß die vielen Tausenden von Nichtwählern dieses Mal erfaßt werden. Es darf im neuen Deutschland keine Lauen und Gleichgültigen mehr geben. Wer dem 12. November gleichgültig gegenübersteht, der liebt nicht sein Volk, das den Frieden und die Arbeit in Ehre und Gleichberechtigung will. Reichsverband Deutscher Neuhaus= und Eigenheimbesitzer, Berlin W. 35. Am Karlsbad 16. Aufruf des Lipp. Sängerbundes Liebe Sangesbrüder und Sangesschwestern! Als in diesem Jahre mit dem neuen Frühling die Erhebung und Auferstehung der deutschen Nation einzog, hat die im Lippischen Sängerbund geeinte Sängerschaft gelobt, in treuer Pflichterfüllung und opferbereiter Hingabe tätige Mithelfer an der Neugestaltung der deutschen Zukunft zu sein. reischen Kampf ringt unser Neugestaltung In einem beeer Adolf Hitre und SleichbeAufruf des Landeswarts für Lippe im Reichsbunde der Deutschen Beamten ler um einen Frieden der Ehre nar rechtigung, der allein die Srundlage dieser neuen Zukunft sein kann. Nur ein Frieden der Ehre und Gleichberechtigung wird das neue Deutschland der Einigkeit, des Rechts und der Freiheit ggrantieren und den Staat schaffen, der jedem ner Glieder Arbeit und Brot gibt. In diesem heroischen Kampf müssen und wol: len wir Sänger des Führers Mitstreiter sein! Sein Ruf an Euch ist des Vaterlandes Ruf! Darum wird niemand von uns am 12. Rovember abseits stehen, er wird dem Führer in der Wahl seine Stimme und in der Volksabstimmung sein ehrliches Ja geben! Da wird und darf keiner fehlen, wenn wir am Vortage der Wahl mit allen Volksgenossen marschieren, wenn wir am Wahltage mit unserer Stimme und unserem Ja die Fesseln von Versailles zerGangeobrüder, Sangesschwestern! Rüttelt die Trägen und Zaudernden auf. ruft die Zweisler heran, begeistert auch der letzten Mann! Dann werdet Ihr Eure Aufgabe er: füllen, Bannerträger einer neuen Zeit zu sein Heil Hitler! Lippischer Haus Bethke, Bundesführer. An die Detmolder Gesangvereine 1. Am Sonnabend, dem 11. November, 17,50 Uhr, treten die Gesangvereine in folgender Reihenfolge in der 8. Staffel hinter den Schützenvereinen in der Orbker Straße an: M.G.V.„Arion“,„Eintracht“. Gut— oldendorf tafel", Oratorienverein, Schuberir. Fahnen mit Begleitern treten zur auf dem Kronenplatz an. Es wird, in Sechier: Reihen marschiert. Jeder Verein beschafft sich selbst für je 6 Mann 2 Fackeln. Ein Transparent wird vom Bund gestellt. Soweit Sängermüßen vorhanden sind, sollen diese getragen werden. Die Mitglieder unserer Frauenchöre marschieren nicht mit. Am Aufmarsch müssen sich alle Sänger beteiligen. Jeder gliedert sich seinem Gesangverein ein. Eine Ausnahme bilden nur die Sangesbrüder, die in der SA., der SS. oder im Stahlhelm sind, desgleichen die Feuerwehrleute wegen des von ihnen zu versehenden Ordnungsdlenstes. Für die Aufstellung der Sänger ist Sangesbruder H. Potthoff(Liedertafel) verantwortlich. 2. Soweit die Sänger, und Sargggune der Straße an: M1.0.9.„Sbion“, gwes“, Guttempler=Chor,„Thusnelda dorf,„Arion"=Jerxen, M.G.V.„Lieder" Oratorienverein, Schubertbund. Die Der 12. November entscheidet über die Zukunft der deutschen Nation. Ex, rust, zum, Behaus-Plakette und Anstecknadel für Opfer im Kampf gegen hunger und Kälte 1933.34. Monat November. kenntnis für den Frieden der Welt, für Ehre, Würde und Gleichberechtigung des Deutschen Volkes, für Arbeit und Brot aller deutschen Volksgenossen. Nach diesen Grundsätzen hat die Regierung Hitler seit 8 Monaten in heißem Mühen und Ringen Stück um Stück gewaltigste Aufbauarbeit geleistet für das gesamte Volk und damit in Sonderheit für die unmittelbaren und mittelbaren Staatsbediensteken, denen erst diese Regierung die den Amtsträgern zukommende Stellung und Achtung gesichert hat. Zu ihr hat daher jeder einzelne von uns zu stehen und unter vollstem Einsatz seiner Persönlichkeit allüberall restlos seine Pflicht zu tun, damit diese Volksabstimmung und diese Reichstagewahl zur gewaltigsten Bekundung des gleichen Willens eines ganzen Volkes wird. Deutsche Beamte, Behördenangestellte und earbeiter! Erkennt diese Verpflichtung und stimmt freudig mlt„e“ für Ehre und Gleichberechtigung, für Frieden, Irbeit und Brot, mit„Ja“ für unseren Volkskanzler Adolf Hitler und die Männer seines Vertrauens. Dr. Oppermann, Oberregierungsrat. Ich erwarte, daß sämtliche im Deutschen Beamtenbunde und seinen Nebenorganisationen vereinten Beamten und Angestellten sich an den Schlußkundgebungen des Bundes in Gemeinschaft mit den Gliederungen der RSDAP. am Sonnabend, 11. November, beteiligen. Niemand darf sehlen!.. Die örtlichen Veranstaltungen sind in der Tagespresse mitgeteilt, weitere Auskunft bei Der Bandeowart dan Deutschen Baamtenbonder für Lippe und Schaumburg=Lippe Dr. Oppermann, Oberregierungsrat. Detmolder Vereine sich beteiligen können, werden sie gebeten, am Freitag, 10. November, 18.15 Uhr, auf dem Marktplatz an der LutherKundgebung teilzunehmen. Heil Hitler! Hans Bethke, Bundesführer. W „Deutsches Volk! Du bist nicht zweilklassig, und wenn kau sendmal die Welt es haben will. Du bist nicht zweiten Wertes, zweiter Bedeutung. Deutsches Volk, besinne Dich auf Dich selbst, auf Deine Vergangenheit und die Leistungen Deiner Väter, sa. auf die Leistungen Deiner eigenen Generation! Vergiß 14 Jahre des Verfalles, hebe Dich hervor zu zweitausene Jahren deutscher Geschichte! Adolf (1. Mai). Martin Luther- deutschen Landes Prophet Vaterländische Gebanken zum 450. Geburtstag des großen Reformators am 10. November 1933 Wach auff, es nahent gen dem tag! zu hör singen im grünen bag Ein wunnigliche nachtigall Ir stim durchklinget berg und Thal. Haus Sachs. „Am St. Martiniabend, welches war der 10. November nach Christi unseres Heilandes Geburt im 1483. Jahr, ist Martinus Luther. der große und treue Prophet deutschen Landes, unter dem Grafen von Mansfeld zu Eisleben am Harz von Hansen Luther, einem Bergmann und Margareten. Luthers Hausfrau, geboren und diesen Tag(11. November) in St. Peters Kirche im Namen der heiligen Dreifaltigkeit christlich getauft und Martin genannt, welchen Namen er auch als seliger Streiter und Ritter des Herrn Christi sein Leben lang mit christlichen Ehren behalten und geführt hat“, so berichtet Johann Matthesius, ein Freund und Tischgenosse Luthers in der ersten seiner siebzehn Predigten, die er über den Lebensgang des großen Reformators seinen Pfarrkindern hielt. Und wir wissen es, daß Luther allzeit stolz auf seine bäuerische Herkunft war, d. h. stolz darauf, im Boden seines Volkes zu wurzeln. aus dem er in der Tat auch seine stärksten und besten Kräfte gewann. In seinem rein theologischen Denken und Schaffen blieb er, so sehr er als Erneuerer des religiösen Fühlens. Wissens. Glaubens wirkte und so bedeutsam sein Werk wurde, doch immer Kind seiner Zeit, als deutscher Volksmann aber, als Prophet des deutschen Landes. wie Mattbesius es schon so schön sagte, wird er alle Zeiten überdauern! Wenn Martin Luther als religiöser Reformator davon ausgeht, daß nicht Werkgerechtigkeit. sondern der Glaube vor Gott Rechtfertigung gebe; daß keine priesterlichkirchliche Vermittlung zu Gott hinführe, sondern die eigene. innere Bereitung, Selbstpriestertum; daß das Ziel alles religiösen Lebens nicht Kirchengehorsam sei, sondern die Gemeinschaft mit Gott, dann hat er weit über die religiösen Begriffe hinaus das Suchen des deutschen Volkes nach Wahrheit. die Sehnsucht des deutschen Volkes nach geistiger Freiheit gefördert. Nichts ist dem nordischen Menschen unerträglicher als Gewillenszwana! Und Luther hat dem deutschen Volk die Gewissensfreiheit errungen. Es lag hinfort in der persönlichen Entscheidung jedes einzelnen, wie weit er davon Gebrauch machen wollte. Und wenn Luther der Begründer der protestantischen Schule wird, fordert, daß Bibelkunde. Musik und die Schulökonomie im Unterricht getrieben, daß die klassischen Sprachen und Historien gelernt werden. wenn er der Kirchengemeinde den Gemeindegesang und die Gottesdienstordnung gibt. wenn er sich der weltlichen Obrigkeit im Staatsleben beugt und seine Kirche als ein dienendes Glied in den Staat hineinstellt, dann wächst er wiederum über das kirchlichEin Luther=Fünfmarkstück zum Luther=Jahr. Aus Anlaß des 450. Geburtstages Dr. Martin Luthers am 10. November wird ein neues Fünfmarkstück zur Ausgabe gelangen, das auf der einen Seite den Kopf des Resormators und die Jahreszahlen 1483—1933 trägt, während die andere Seite die gleiche Ausführung wie die bisherigen Fünfmark= stücke zeigt. Schulisch=Religiöse weit hinaus und wird zum Volkserzieher auch für die fernsten Generationen. Wenn Luther endlich durch seine Bibelübersetzung, durch seine zahlreichen Kampfund Lehrschriften, durch seine Predigten und Briefe, durch seine Fabel= und Lieddichtungen Schöpfer der neuhochdeutschen Schriftsprache geworden ist, so hat er damit erst recht ein Kulturgut geschaffen, daß die gesamte geistig=seelische Haltung und Entrichtung des deutschen Volkes entscheidend beeinflußte. Ohne Luther gäbe es keinen Kant und keinen Goethe! Im Volke wurzelnd, erfüllt von seinem Geiste, seiner Sehnsucht, seine Nöte kennend und seine Sprache redend, wurde Luther im besten und tiefsten Sinne des Wortes: Führer des Volkes! Und weil unser Volk auch heute wieder in bitterster Notzeit zu einem Führer voll unterschütterlichen Vertrauens aufblickt, der ihm entstammt, zu ihm sich bekennt und aus ihm seine Kraft nimmt, wird es an Luthers 450. Geburtstage mit doppelter Dankbarkeit und mit um so reinerem Verständnis dieses großen, teuren Propheten deutschen Landes gedenken. Dr. Will Sauer. Martin Luther und seine Frau Katharina. Luthers treuester Kampfkamerad und 1523 mit acht anderen Nonnen aus dem Weggenosse war seine Frau Käthe, die. aus Kloster Nimptsch befreit wurde und in Witdem armen adligen Geschlecht von Bora stam= tenberg Zuflucht fand. Dort lernte sie den mend, mit 16 Jahren Nonne wurde, bis sie. Reformator kennen, der sie 1525 heimführte. vom Geist der evangelischen Lehre beseelt, Sie schenkte ihrem Gatten sechs Kinder. Der Mönch von Wittenberg Ven Wildelm Schäfer Das Lob der Torheit lachte in den Spässen des Erasmus, der Humanimus zahlte den Scholasten den letzten Schimpf, Leo der Medicäer war Papst, und Kaiser Maximilian, der letzte Ritter, starb als die unruhvolle Spin del verblaßter Herrlichkeit: da schlug zu Wittenberg in Sachsen die Stunde der neuen Zeit. Ein Mönch hob seinen Hammer, das Mauerwerk zu prüfen, darauf im Namen Christi das Freudenhaus der Kirche gebaut war; ein Augustiner rief im Gottesstaat der Priester die Losung der deutschen Seele aus; ein Bergmannssohn aus Sachsen trat in den Rat der Fürsten, das Reich von Rom zu lösen. Er hatte Welt und Würde abgetan nach harten Jünglingsjahren und schmerzensreich in seiner Zeue um Gott gerungen, bis sein Gewissen den Trost der Schrift, sein Glaube den Gnadenquell der Liebe fand. Von seinem Orden als Lehrer nach Wittenberg gesandt, fand seine Predigt das Ohr des Volkes, und die Inbrunst seiner Lehre zog vieler Schüler an, als ihm der Ablaßhande! Predigt und Lehre störte. Sie schlugen ihre Buden auf gleich Kirmesleuten, mit Höllenpein und Fegefeuer das Christenvolk zu schrecken, mit gotteslästerlichem Witz die Gläubigen zu betrügen, daß sie für einen Groschen den Ablaß ihrer Schuld und die Vergebung ihrer Sünden kauften. Als aber Tetzel sein Marktgeschrei in Jüterbog anhob, so daß dem Doktor Martin Luther seine Beichtkinder in Wittenberg die Ablaßzettel brachten: da schwoll dem Doktor der gottbemühte Geist im Zorn um diesen Seelenhandel. Er schlug seine Thesen an die Schloßkirchentür, mit jedem in der Welt zu streiten: daß sie samt ihren Meistern zum Teufel führen, die durch den Groschen für einen Ablaßbrief vermeinten, der Seligkeit yersichert zu werden. Es sollte nur eine Streitschrift sein, dem Ablaßhandel zu begegnen, aber es wurde eine Botschaft Gottes daraus; denn wie Gewässer von den Bergen, so fing die Hoffnung an zu rinnen, daß hier ein Herold des Heilands die Wiederkunft verkünde. Noch schien dem Medicäer der Handel nur Mönchsgezänk: Rom drohte mit dem Finger, die Dreistigkeit zu dämpfen: es sandte Cajetan, den Kardinal, und danach Miltitz, den Kammerherrn; und was der eine hochmütig in die Grube warf, das scharrte der andere mit Taubenklugheit wieder aus. Schon schien der Trotz des Mönches in Milde eingepackt, da sprang der Schwabe Johann Eck dazwischen mit seiner Feuerzange. Der hielt sich für den Kirchenvater der neuen Zeit, und der gedachte, mit Gelehrsamkeit den Mönch zu packen, als er den Kühnen nach Leipzig rief. Antwort zu geben auf seine frechen Thesen. Da socht die fauchende Scholastik den letzten Hahnenkampf; durch zwanzig Tage sprangen die Kämpfer an und ließen Federn, bis der Schwabe zerrupft abfuhr nach Rom, sich einen neuen Dorn zu schärfen. Der Bannstrahl, der den Salier barfüssig nach Canossa brachte und der dem Hohenstaufen das Henkerbeil zückte, der die Stedinger ausbrannte und den Scheiterhaufen in Konstanz flammen ließ: mit dem traf nun der Medicäer den Mönch in Wittenberg. Seines Sieges sicher brachte der Schwabe selber die Bannbulle mit; doch war indessen der Doktor Luther hoch in Gunst gestiegen, und seine Sendschreiben hatten den deutschen Zorn gezückt. Nicht mehr dem Tetzel galt der Zorn und nicht mehr dem Ablaßhandel, den Kutten nicht und nicht mehr den Ketzerrichtern, dem Wohlleben der Bischöse und der Priesterverderbnis: er galt der dreifachen Krone der römischen Kirchengewalt. So konnte der Mönch in Wittenberg wagen, was Jesus von Nazareth tat, da er im Tempel die Tische der Wechsler umwarf und seinen Wehruf über Jerusalem sprach. Ein Wintertag klang in den Schritten der Männer und Schüler, die ihm vor das Elstertor zum verwegenen Hochgericht folgten: ein Wintertag füllten den Himmel mit frostkaltem Licht, als sie den Holzstoß ansteckten, daß die zuckenden Flämmchen sich einten zur Flamme, die steil und stolz auf dem Opferaltar stand. Da trat er vor in den Kreis. Magister und Mönch in der Kutte und Machthaber der ewigen Gleichung; da warf er die päpstliche Bulle hinein in das Feuer, das uralte Sinnbild der Entsühnung, und sprach das Wort aus Josua: Weil du den Heiligen des Herrn betrübt hast, so betrübe und verzehre dich das ewige Feuer! Der gerichtet war im päplichen Spruch, stand richtend vor seinen Richtern; nicht ihren Irrtum allein verwarf er, er verwarf ihren Grund im Gesetz: mit der Bulle verbrannten die Bücher der kirchlichen Her kunft, verbrannte im Holzstoß des eifernden Doktors das kanonische Recht der römischen Kirche. Nie hatte einer so Kühnes gewagt, seitdem es römisches Kirchentum gab; die Flammen frassen sich fröhlich hinein in die Schrift des tausendjjährigen Reichs; eine tapfere Schar stand dem Tollkühnen bei auf dem Rand der brennenden Welt. Trost in einer Krankheit Da D. Martin Luther krank lag und der Medikus ihm an den Puls griff und befand, daß er sich geändert hatte, sprach er:„Ich bin, stehe und liege hier in Gottes Willen; demselbigen habe ich mich ganz ergeben, er wird wohl machen! Denn das weiß ich gewiß, daß ich nicht werde sterben, denn Er ist das Leben und die Auferstehung, und wer da lebet und glaubet an ihn, der wird nicht sterben, und wenn er gleich stürbe, so wird er leben. Darum befehle ichs seinem Willen und lasse ihn walten!“ Brief an Hänschen Luther Enad und Friede in Christo! Herzlieber Sohn, ich höre sehr gerne, daß du wohl lernest und fleißig betest. Tu also, mein Söhnchen, und fahre fort! Wenn ich heimkomme, so will ich dir einen schönen Jahrmarkt mitbringen. Ich weiß einen hübschen lustigen Garten. da gehen viel Kinder innen, haben güldene Röcklein an und lesen schöne Aepfel unter den Bäumen und Birnen, Kirschen, Spilling und Pflaumen, singen, springen und sind fröhlich, haben auch schöne kleine Pferdlein mit güldnen Zäunen und silbernen Sätteln Da fragt ich den Mann, des der Garten ist. wes die Kinder wären? Da sprach er: es sind die Kinder, die gern beten, lernen und fromm sind. Da sprach ich: Lieber Mann. ich hab auch einen Sohn, heißt Hänschen Luther, möcht er nicht auch in den Garten kommen, daß er auch solche schönen Aepfe! und Birnen essen möchte und solche seinen Pferdlein reiten und mit diesen Kindern spielen? Da sprach der Mann: Wenn er auch gerne betet, lernt und fromm ist, so soll er auch in den Garten kommen, Lippus und Jost auch; und wenn sie alle zusammen kommen, so werden sie auch Pseisen, Pauken, Lauten und allerlei Saitenspiel haben, auch tanzen und mit kleinen Armbrüsten schießen. Und er zeigte mir dort eine seine Wiese in Garten, zum Tanzen zugerichtet, da hingen eite güldne Pfeisen, Pauken und silberne Armrüste. Aber es wär noch frühe, daß die Kinder noch nicht gegessen hatten. Darum konnte ich des Tages nicht erharren und sprach zu dem Mann: Ach lieber Herr, ich will flugs hingehen und das alles meinem lieben Söhn. lein Hänschen schreiben, daß er ja fleißig bete und wohl lerne und fromm sei, auf daß er auch in diesen Garten komme; aber er hat eine Muhme Lene, die muß er mitbringen. Da sprach der Mann: Es soll ja sein, gehe hin und schreibe ihm also! Darum, liebes Söhnlein Hänschen, lerne und bete ja getrost und sage es Lippus und Josten auch, daß sie auch lernen und beten; so werdet ihr miteinander in den Garten kommen. Hiermit bis dem lieben Gott befohlen und grüße Muhme Lene und ihr einen Kuß von meinet wegen... Festplakette zum Luthertag. Der Reichsarbeitsausschuß für den Luthertag, dessen Feier vom 12. auf den 19. Novem. ber verschoben wurde, hat anläßlich dieses Tages eine Festplakette herausgegeben, mit dem Zeichen, das Martin Luther zum Sinnbild seines Wesens und Werkes erkoren, der Rose. Dieses Zeichen zeigt schon der ältest: uns erhaltene Siegelbrief Luthers aus dem Jahre 1516.