Lippische Tageszeitung General=Anzeiger Sllnden: Das Rispetland. S Dies und diun. Hoedeertand: Hersord. Bohlchellonte: Honnoven unn Dradtonscheste Togeneltung für das Land Lippe — einichl. 20 Vig, Postgebühr, ber dei Abholen vom Bokanz. Aodt, 2,.gegesd, Anzeigenpreise; Die Rummer 222 38. Fahrgang Der Wirtschaftsplan der Reichsregierung Der Sinn der neuen Agrargesetzgebung, die Reichsernährungsminister Darre in seiner programmatischen Rede ergänzte und erlauterse, 9##t. in der Herausnahme des deutschen Bauern aus der Abhängigkeit von der sogenannten freien Wirtschaft, der deutsche Nährstano soll nicht mehr der Spekulation auf Gnade und Ungnade ausgeliefert sein, der deutsche Bauer soll für seine Arbeit einen gerechten Lohn erhalten. Es werden daher zunächst Festpreise für Weizen und Roggen geschaffen werden. Dadurch, daß der Preis unter rücksichtigung der Erntemengen und der Einkommenskraft der Bevölkerung für das ganze Getreidewirtschaftsjahr festgesetzt wird und dieser Preis dem Landwirt guch tatsäch lich gezahlt werden muß, ist jeder Speku lation der Boden entzogen, und der Land wirt hat die Gewähr, daß er nicht um die Früchte seiner Arbeit betrogen werden kann. Das bedeutet eine Abkehr von den bisherigen Methoden, den Beginn eines neuen Bauernrechts aus Blut und Boden heraus. Die Reichsregierung hat bewiesen, daß sie entschlossen ist, ihre ganze Kraft zur Errer tung des Bauernstandes einzusetzen. Daraus wird die Pflicht hergeleitet, daß sich der Nährstand seiner nationalwirtschaftlichen Aufgabe bewußt wird und sein auf die Sicherung der Versorgung des deut Bhiche de Lanhosto Ke 2. di. Pgeng an Futtermitteln, an Oel= und Faser früchten, an denen es bisher in Deutschland immer noch fehlte, gedeckt werden, kann, Der Getreidebau darf, nachdem hier feste P.. überteigert werden. Wenn Deutschland lb han eie ie, belse el eee Gesamtheit wieder besseren Zeiten entgegengeben. Der Vertragsabschluß zwischen der ste) Reienstein in der gesamdeutschen, Ostraumpolitik. Danzig. hat, das Frkommeg mit Polen nicht billig erhalten. Es wurde dienstes der Schuldverschreibungen ist in jeder Weise sichergestellt, da, falls die Gemeinden mit ihren Leistungen im Rückstand bleiben, der Reichsminister der Finanzen die rückständigen Beträge dem Umschuldungsverband überweist und sie dann von den Steuerüberweisungen an die Länder abgibt. Die Gemeinden sollen ferner eine durchgreifende Berlin, 20. Sept. Am Mittwoch tagle der Generalrat der Wirtschaft zunächst unter dem Vorsitz des Reichswirtschaftsministers Dr. Schmitt. Ueber die Tagung ersolgte eine ausführliche amtliche Mitteilung, der wir Die Reicheregierung hat mit dem aine eganisd Veseruag dr Witrchaste e bopop vun„Glaglagze or. 3ge, Herkeserung bes Semeintehaushalles Seas e eer i tionsbedarf wieder zu wecken. Gelingt dies auch nur in einigermaßen nennenswertem Umfang. so wird der wichtigste Schritt zur wirtschaftlichen Wiedergesundung getan sein. Hierauf hat die Reichsregierung ihre Politik abgestellt. Daraus ergeben sich klar folgende den die Reichsregierung nach der heutigen Beratung mit dem Generalrat durchz führen beschlossen hat: 1. Gesundung, der Te gur zuglftzgge durch Konsolidierung der Schulden und Sanierung des durch starke Entlastung von Wohlfahrts2. Energische Weiterführung der Arbeits3. Lösung der Starre auf dem Geld= und Kapitalmarkt. Im Mittelpunkt dieses Planes steht die Gesundung der Kommunalwirtschaft Die Reichsregierung hat ein Gesetz über die Umwandlung kurzfristiger Inlandsschulden der Gemeinden, ein Gemeindeumschuldungsgesetz Das Gesetz berechtigt aue deutschen Gemeinden, die bei ihren kurzfristigen Schulden Zahlungsschwierigkeiten gegenüberstehen, mit Genehmigung der obersten Landesbehörden einem dadurch erfahren, daß sie weitgehend von den Wohlfahrtslasten entlastet werden. Die Entlastung ist so zu bemessen, daß sie zusammen mit der Zinsersparnis, die bei der kurzfristig Schuld unmittelbar eintritt, und bei der langfristigen Verschuldung im Zuge der weiterhin geplanten Lapitalugutroitischen, Maßnahmen zu erwarten ist, einen entischei denden Schritt zur Gesundung finanzen darstellt. Die Reichsregierung verfolgt hierbei die Absicht, den Gemeinden wieder die Bewegungsfreiheit zu verschaffen, die sie haben müssen, um ihre wichtigen Funktionen im Rahmen der Gesamtwirtschaft zu erfüllen. Ebenso wie in der öffentlichen Wirtschaft, so soll auch auf wichtigen Gebieten der Gestaltung des Kapitalmarktes dessen Entwicklung die auf den verschiedenen Gebieten der Wirtschaft eingetretene Besserung noch nicht widerspiegelt. hank hat bisher keine ausreichende Möglichkeit gehabt, hier helfend Die Reichsbank muß die Möglichkeit erhalten. auf dem Wege über eine entsprechende Regelung des Geldmarktes den Kapitalmarkt leistungsfähiger zu machen, seine Funktions. fähigkeit allmählich zu beleben und so das Vertrauen der Effektenbesitzer, insbesondere auf dem Gebiete der festverzinslichen Werte, in die Aufnahmefähigkeit des Kep. almark tes zu festigen. Die Reichsbank ist entschlossen, diesen Weg zu gehen. Der gemeinsame feste Wille der Reichsregierung und der Reichsbankleitung bietet die Gewähr dafür, daß die Reichsbank von der Erweiterung ihrer Bewegungs= und Betätigungefreiheit nur unter gewissenhafter Berücksichtigung der Währung Gebrauch machen wird. Die vorbereitenden Schritte zur Erganzung des Bankgesetzes sind bereits eingeleitet. Als unerläßliche Voraussetzung einer erfolgreichen Durchsetzung dieser Pläne sieht es die Reichsregierung an, das Lohn= und Preisniveau in seinem Gesamtdurchschnitt zu erhalten. Das schließt jedoch eine Auflockerung des Lohn= und Preis gefüges in vereinzelten Fällen nicht aus. Alle Maßnahmen sind auf der eng Schicksalsgemeinschaft Landwirtschaft und der übrigen Wirtschaft aufgebaut. Privatwirtschaft Umschuldungsverband mit Polen nicht billig erhalten. Eaußerordentlich teuer erkauft. Aber hier wurde ein Weg gefunden, um die Minder heitenfrage im Ostraum anzukurbeln. Das morden ist, das kann man kurz zusammenhas Ginrie aue die auf Grog eine ahthundertealten., Ueberlieferung standen waren, alles verödete, lag brach. Erschütternd war eine Fahrt durch den Dan, ziger Hafen, erschütternd um so mehr, wen man kurz vorher in Gdingen beobachtet hatte, wie hier ein künstlich geschaffenes Hafenbecken zu einem„Welthafen“ gestempelt werden sollte, ein Untersangen, das esie se scshe ehe e. wirtschaftskrise verständlich gewes.are. Danzia litt nicht allein, Danzig, das eins war und eins ist mit seinem Hafen, Danzig lae baul se geiste Pene 1e. 2 ein Provisorium geschaffen worden, das ein weiteres Atmen ermöglicht. als Mitglied beizutreten. Hierbei ist daran ind im Sinne des Gesetzes solche Kapitalwerden. Lieferantenforderungen, zu denen lanafristige Darlehnsforderungen sowie AufSesce eice heiche eche " Gemeinden, die Mitglieder des Umschuldungsverbandes geworden sind, dürfen jedem inländischen Gläubiger einer kurzfristigen Forderung die Umwandlung in Schulderschtel en anbieren, Dieesg, verschreibungen werden dungsverband ausgegeben, mit 4 und vom 1. Oktober 1936 ab mit 3 vH. jährlich ersparter Zinsen getigt. Dus Opfer, da der Gläubiger dadurch bringen muß, daß er in Zukunft nur 4 v5. Zinsen erhält, ist n ein scheinbares. Denn in den Fällen, di umgeschuldet werden, hat er nicht meh Gewähr, daß die Gemeinde ihren Schuldendienst erfüllt. Die Ersülung des Schupendurch großzügige Maßnahmen fördernd eingegriffen werden. Zu diesem Zweck Reichsfinanzminister ermächtigt, 500 lionen RM. zur Förderung von Instandsetzungs= und Ergänzungsarbeiten an Gebänden für die Teilung von Wohnungen und für den Umbau sonstiger Räume zur Verfügung zu stellen. Voraussetzung ist, daß der Eigentümer das Vierfache dieses Betrages aus eigenen oder geliehenen Mitteln für die oben genannten Arbeiten aufbringt. Die Leistung des Zinsendienstes wird ihm dadurch erleichtert, doßz ihm 4, Z. a.gige wendeten Kapitalbetrages auf die Hauszinssteuer angerechnet werden. Weiter wird für die Landwirtschaft eine erhebliche Lastensenkung vorgenommen, indem für sie die Amsatz: steuer auf 1 vo. festgesetzt wird. Außerdem wird die landwirtschaftliche Grundvermögenssteuer ab 1. Okt. 1933 um einen Jahresbetrag bis zu 100 Millionen RM. gesenkt. Zur Förderung des Wohnungsbaues und zur weiteren Anregung des Baumarktes sind neue Steuerbefreiungen für neu errichtete Kleinwohnungen und Eigenheime vorgesehen. Arbeitsbeschaffung wird die Reichsregierung auf energische Ntachbhnung der Lcteron Vegeenng, bedacht sein. Im übrigen wird sie es nach der Sanierung der Gemeindefinanzen als auschließliche Augabe, betachten, enzelne große. in ihrer Wirtschaftlichkeit gesicherte und nur zenütral durchführbare Vorhaben, mit Autobahnen und Ferngasleitungen, mit allen Kräften zu fördern. Ein Gegenstand besonderer Sorge ist e lich die Nach diesen Darlegungen des Reichswirtder“ Kapitalmo, zu ergreifenden Naß, An der Aussprache beteiligten Iich dot alle Mitgliecder des Generalgates in sehr ergiebiger Weise. Aufruf Dr. Leys Berlin, 20. Sept. Dr. Ley hat folgenden Aufruf erlassen:„Wir bereits angekündigt, indet im Rohmen des großen Propagandafeldzuges des Reichspropagandaministeriums gegen Hunger und Kälte ein Werbefeldzug der Deutschen Arbeitsfront statt, Unter dem Motto:„Wir gehen in die Betriebe“ darf in diesen Wochen kein Betrieb Deutschlands unberührt bleiben. Ich selbst werde im Verein mit den Führern der Gesamtverbände der wegs sein und erwarte, daß alle Dienststellen und Redner der Deutschen Arbeitsfront das gleiche tun. Wir wollen den arbeitenden Menschen im Betriebe die Hand drücken. Es muß wahr werden: In diesem Winter darf kein Volksgenosse hungern und frieren. Die früheren Machthaber führten das Wort Sozialismus auf den Lippen. Wir wollen es in die Tat umsetzen. Vorwärts mit Hitler geg Hunger und Kälte!" Die Nationalsynode unserem gestrigen Leitartikel:„Die sammentretende Nationalsynode... Abreise nach Genf Berlin, 20. Sept. Das Büro der deutschen Abordnung für Genf fuhr am Mittwochnachmittag 16.32 Uhr von Berlin ab. Abends um 21 Uhr fuhren die Mitglieder der Abordnung Gaus, Meyer, Völckers, Aschmann, der Sekretär des Außenministers Siegfried Erbprinz zu Waldeck und Ministerialrat Siehl vom Reichsinnenministe. rium nach Genf. Reichsaußenminister v. Neurath sich der deutschen Abordnung Donnerstag morgen in Karlsruhe an. Reichsminister Dr. Goebbels nimmt am Sonnabend an der Eröffnung der Bauarbeiten der Reichsautobahn in Frankfurt a. M. teil und fährt von dort aus am Sonntag früh mit den Herren seiner Begleitung nach Genf weiter. Freitag polnischer Staatsbesuch in Danzig Danzig, 20. Sept. Nach einer beim Danziger Senat eingegangenen Mitteilung der diplomatischen Vertretung der Republik Polen in Danzig werden Ministerpräsident Jedrzejewicz und Handelsminister Zarzycki am Freitag. dem 22. September, früh zu einem offiziellen Besuch in Danzig eintreffen. Die Herren werden sich hier einen Tag aufhalten. Geplant sind neben den offiziellen Besichtigungen von Stadt und Hafen nachmittags ein Empfang im altstädtischen Rathaus und abends ein Essen im Rathaus Langgasse. Der garantierte Umschlag im Danziger Hafen. Danzig, 20. Sept. Nach der Rückkehr der Danziger Abordnung von Warschau werden jetzt Einzelheiten über die Liste der Umschlagwaren bekannt, die über den Danziger Hafen gehen sollen und die Polen garantiert. Danach wird innerhalb eines Jahres. vom 1. Oktober d. J. bis zum 30. September 1934, ein Umschlag in der Ausfuhr von insgesamt 4 150000 Tonnen garantiert. In der Einfuhr beträgt die garantierte Umschlagsmenge 267000 Tonnen, so daß insgesamt mit einem Umschlag über den Danziger Hasen von etwa 4,4 Millionen Tonnen in dem angegebenen Zeitraum zu rechnen sein wird. Wenn man zum Vergleich das zweite Halbjahr 1932 und das erste Halbjahr 1933 heranzieht, deren Umschlagsmengen als Grundlage für die Verhandlungen dienten, so ergibt sich, daß in diesem Zeitraum insgesamt 5,2 Millionen Tonnen umgeschlagen wurden, wovon auf die Ausfuhr 4,8 Millionen Tonnen entfallen. Bei einem Vergleich dieser Zahlen mit den jetzt von Polen garantierten Ziffern muß bedacht werden, daß die polnische Kohlenausfuhr stark rückgängig ist, so daß im Verhältnis ungefähr die gleichen Zahlen bei den Verhandlungen für den Umschlag im Danziger Hafen erreicht worden sind. Es muß aber weiter berücksichtigt werden, daß noch mit gewissen Mengen zu rechnen ist, die den ausgesprochenen Eigenbedarf Danzigs decken. So kamen zum Beispiel im letzten Jahre 100000 Tonnen Kohle aus England. Im einzelnen sind folgende von Polen für den Umschlag im Danziger Hafen garantierte Zahlen zu erwähnen: für die Ausfuhr an Getreide etwa 300 000 Tonnen, an Holz und Holzwaren 560000 Tonnen, an Kohle und Koks insgesamt 3 Millionen Tonnen Heute van der Lubbe=Prozeß Leipzig, 20. Sept. Die Besetzung des Vierten Strassenats des Reichsgerichts in dem Reichstagsbrandstifterverfahren, das am Donnerstagvormittag 9 Uhr beginnt, ist folgende: Vorsitzender: Senatspräsident Dr. Bünger; Beisitzende: die Reichsgerichtsräte Coenders, Dr. Froelich, Dr. Lersch, Landgerichtsdirektor Rusch und als Ergänzungsrichter Landgerichtsdirektor Dr. Full. Berichterstatter ist Landgerichtsdirektor Rusch. Die Anklage im Reichstagsbrandstiftungsverfahren vertritt im Auftrage des Oberreichsanwalts Dr. Werner, der selbstverständlich bei der Verhandlung nach Bedarf persönlich anwesend sein wird, der Sachbearbeiter Landgerichtsdirektor Dr. Parisius. der auch im Auftrage des Oberreichsanwalts die umfassende Anklageschrift ausgearbeitet hat. Als Sachverständige sind geladen: Geheimer Regierungsrat Prosessor E. Josse (Berlin=Charlottenburg), Oberingenieur Werner(Berlin=Charlottenburg), Branddirektor Dr.=Ing. Wagner(Berlin=Charlottenburg) und Dr. Wilhelm Schatz(Halle a. d. S.), für Sonnabend Kriminalassisten: Bauch(Berlin). Admiral Harder: Bremen, 20. Sept. Am Dienstag verstarb in Bremen am Herzschlag der Kontre=Admiral a. D. Harder. Er war in der Skagerrakschlacht Kommandant des Schlachtkreuzers „Lützow“, der als Flaggschiff des Admirals Hitler vor dem Generalrat Der Reichskanzler über die Aufgaben der Wirtschaft im nationalsozialistischen Staat Berlin, 20. Sept. Abends um 18.30 Uhr erschien der Reichskanzler Adolf Hitler in der Sitzung des Generalrats und nahm gleich das Wort zu längeren Ausführungen über die Lage und die Aufgaben der Wirtschaft im nationalsozialistischen Staat. Reichskanzler Adolf Hitler ging davon aus, daß die wirtschaftliche Entwicklung niemals von der politischen zu trennen ist. Die Macht ist immer die Wegbereiterin der Wirtschaft gewesen. In den verflossenen acht Monaten ist ein starkes Postament geschaffen worden, auf dem die Wirtschaft stehen kann und der Nahmen gegeben worden, in den sie sich einfügen kann. Die Wirtschaft könne jetzt wieder auf lange Sicht disponieren, weil bei dieser Regierung nicht die Gefahr bestehe, daß sie morgen oder übermorgen nicht mehr da ist. Der Reichskanzler ging im einzelnen auf die in dem vom Reichswirtschaftsminister vorgetragenen Wirtschaftsplan enthaltenen Maßnahmen ein, insbesondere auf die Umschuldungsaktion für die Gemeinden, die nun wieder zu gesunden Finanzen und zu einem gesunden Eigenleben kommen sollen, ferner auf die Erleichterungen, die für den Landwirt durch Steuerermäßigungen geschaffen werden, und auf die große Aktion von Hausreparaturen, bei der mit verhältnismäßig geringen Mitteln ein außerordentlich großer Nutzeffekt erzielt und für den Winter neue Arbeitsmöglichkeiten in erheblichem Umfange sichergestellt werden. Das riesenhafte Straßenbauprojekt werde sich allmählich auch auswirken. Der Reichskanzler wandte sich sehr energisch gegen die posessionellen Kritiker, die Kritik nur um der Kritik üben und nicht zu sagen vermöchten, wie man es besser machen könne. Für gute und brauchbare Ratschläge sei die Regierung dankbar. Sie müsse sich aber eine Kritik verbitten, die alles der Kritik unterwerse, nur nicht die eigene Kritik. Wenn die Regierung nach reichlicher Ueberlegung eine Maßnahme verkündete, muß alles hinter eine solche Maßnahme treten. Der Sinn des Generalrates der Wirtschaft sei der, eine Gemeinschaft zu schaffen zwischen der Reichsregierung und den Männern, die in der praktischen Wirtschaft stehen. Die Reichsregierung könne zwar die kranke Wirtschaft in eine gesunde Situation setzen, aber gesund werden müsse die Wirtschaft aus sich selbst heraus. Der Vorsitzende des Reichsstandes der deutschen Industrie, Dr. Krupp von Bohlen, dankte im Namen des Generalrates dem Reichskanzler für das Vertrauen, das er den Männern der praktischen Wirtschaft durch die Berufung in den Generalrat zum Ausdruck gebracht habe, und gelobte feierlich rückhaltlose und bedingungslose Unterstützung der Reichsregierung. Die englische „Keine große Klust zwischen englischer und französischer Auffassung“ London, 20. Sept. Das englische Kabinett hielt am Mittwochnachmittag eine zweistündige Kabinettssitzung ab. Das Kabinett war, wie verlautet, von der „zweckdienlichen, maßvollen und vernunftgemäßen Haltung" der französischen Vertreter stark beeindruckt. Beide Regierungen hätten gefunden, daß in keiner noch offenen Frage eine große Kluft zwischen ihren Auffassungen bestehe. Die von Frankreich in der Ueberwachungsfrage vorgebrachte Stellungnahme sei natürlich ein neues Element in den Verhandlungen. Es sei jetzt nicht der geeignete Augenblick, um zu einer Entscheidung über einzelne Punkte des gesamten Abrüstungsprogramms zu kommen. Man habe sich daher die Frage vorgelegt, was für ein Ausmaß von Abrüstung sich jetzt erreichen lasse und wie sich das Element der Rüstungsüberwachung in Einklang mit dem Entwurf der Abrüstungsvereinbarung bringen lasse. England nähere sich insofern dem amerikanischen Standpunkt, als es für den Fall, daß eine Probezeit angeregt werden sollte, vorherige greisbare Zusagen über das Maß der Abrüstung erhalten will, das nach Ablauf der vorgesehenen Zeit durchzuführen sei. Hinsichtlich der Dauer der Probezeit wurde dem Kabinett bekanntgegeben, daß keine feste Vorschläge gemacht worden seien. Die Anregungen schwankten zwischen 6 Monaten und 5 Jahre. Das englische Kabinett hat zu dieser Frage noch keine endgültige Stellung genommen. Es hofft, daß sich in Genf die Möglichkeit ergeben werde, zwischen England, Frankreich, Italien, Deutschland und Amerika die Frage des Hineinpassens der Ueberwachungsvorschläge in die Abrüstungsvereinbarung sowie die weiteren Aussichten für die Abrüstungsvereinbarung zu besprechen, auf deren Zuchandekommen die englische Politik den größten Wert lege. Pause in Paris Paris, 20. Sept. In den Pariser Verhandlungen ist am Mittwoch eine Pause eingetreten. Norman Davis wird am Donnerstag oder Freitag wieder am Quai d'Orsay vorsprechen. Es steht übrigens noch nicht fest, ob Unterstaatssekretär Eden persönlich wieder nach Paris zurückkehrt oder ob sich die englischen Regierung damit begnügt, ihrem Pariser Botschafter, Lord Tyrrell. die notwendigen Anweisungen zu geben. Stimme der Vernunft Mailand, 20. Sept. Zum diplomatischen Meinungsaustausch über die Abrüstungskonferenz schreibt die Turiner„Stampa“: Entweder man einige sich auf einen Verständigungsplan oder es würde zweckmäßiger sein, die Abrüstungskonferenz neuerlich zu verschieben. Ohne ein Kompromiß wäre es zwecklos und sogar schädlich, das„Glücksspiel“ in Genf wieder aufzunehmen. Nach dem vom Viererpakt ausgehenden Geist sollte eine Verständigung erreichbar sein. Die Kontrollfrage dürfe kein unüberwindliches Hindernis bilden. Die Franzosen seien im Unrecht, sich hinter dem Vertrag von Verailles zu verschanzen, der Deutsch= land in eine nachteilige Zwangslage versetze. Im Grunde genommen verhandle man doch seit Jahren darum, die unhaltbaren Bedingungen des Versailler Vertrages abzuändern. Man solle einsehen, daß man zu einem neuen Dokumenr an Stelle des Vertrages von Versailles gelangen müsse, das die unbedingte Rechtsgleichheit zur Grundlage habe. Das neue Deutschland werde die Fortsetzung der Ungleichheit nicht mehr ertragen. Zudem sollten die Verhandlungen nicht getrennt geführt werden, sondern müßten sobald als möglich auch auf Deutschland aus. gedehnt werden. Verwaltungsrat der Reichsbahn Berlin, 20. Sept. In der letzten Sitzung des Verwaltungsrates der Deutschen Reichsbahn wurde festgestellt, daß es, freilich unter finanziellen Opfern, gelingen wird, 62.000 Zeitarbeiter, die im Herbst dieses Jahres hätten entlassen werden müssen, den Winter über bei Arbeit und Brot zu belassen. Es handelt sich hierbei um Zeitarbeiter, die zu 85 vH. SA.=, SS.= und Stahlhelmformationen angehören. Ferner wurde im Zuge Verjüngung des Personals eine Reihe von Reichsbahndirektionspräsidenten neu ernannt. U. a. tritt auf seinen Antrag mit Wirkung vom 1. Januar 1934 Reichsbahndirektionspräsident Schumacher(Münster] in den Ruhestand. An seine Stelle tritt der Direktor bei der Reichsbahn Uttech, bisher Abteilungsleiter der Reichsbahndirektion Erfurt. Papens Ungarnreise Säuberung der RSBO Die Frauen sollen ausscheiden Wuvvertal. 20. Sept. Auf einer Amtswaltertagung in Wuppertal machte der Gaubetriebszellenobmann Bangert interessante Mitteilungen über eine durchgreifende Neuordnung der NSBO. In der Erkenntnis, daß die NSBO. eine politische Kampfgruppe sei, würde nunmehr eine durchgreifende Erneuerungsaktion durchgeführt werden. Bei der bereits in den nächsten Tagen durchzuführenden Säuberung der zu groß gewordenen Organisation werde von dem Grundsatz ausgegangen, daß alle Mitglieder, die vor dem 30. Januar der NSBO. angehörten, auch jetzt unbedingt das Recht weiterer Mitgliedschaft hätten. Die nach dem 30. Januar eingetretenen Mitglieder würden einer neuen Prüfung unterzogen. Wenn in den nächsten Tagen an das eine oder andere NSBO.=Mitglied das Ersuchen gerichtet werde, die Mitgliedschaft aufzugeben, dann sollten die Betroffenen bedenken, daß sie die Mitgliedschaft zu einer Zeit hätten erwerben können, als es noch unbequem und opfervoll war, für die Idee Hitlers zu kämpfen. Wenn in den nächsten Tagen auch an die Frauen der NSBO. das Ersuchen gerichtet werde, auszuscheiden, dann sollten sie bedenken, daß die Hipper während der Taggefechte die Linie der deutschen Schiffe anführte.„SMS. Lützow“ sank bekanntlich als einziges deutsches Großkampfschiff in der Schlacht. Bis zum Ende des Krieges hatte der Verstorbene das Kommando des Flottenflaggschiffes Zaden!. NSBO. eine Kampforganisation sei und daß das Kämpfen eine Angelegenheit der Männer sei. Der rote Feind Harburg=Wilhelmsburg, 20. Sept. Von der Staatspolizei sind mit Hilfe der SS. 18 in Harburg wohnende kommunistische Funktionäre, die sich in der letzten Zeit in staatsfeindlichem Sinne betätigt haben, festgenommen worden. Ferner sind bei Ueberholung mehrerer Wohnungen eine größere Anzahl Seitengewehre. eine Pistole und ein Karabiner gefunden und beschlagnahmt worden. * Goslar, 20. Sept. Nach einer erfolgreichen Aktion am Dienstag, bei der die Polizei 11 Kommunisten, darunter einen holländischen Kurier, festgenommen hatte, gelang hier heute ein zweiter großer Schlag gegen die KPD. und die staatsfeindlichen Elemente in Goslar. Heute morgen um 5 Uhr wurden SA., SS., Stahlhelm und Polizei alarmiert, die gruppenweise im ganzen Stadtgebiet insgesamt 80 Haussuchungen vornahmen, wobei umfangreiches Material zutage gefördert und rund 30 Personen festgenommen wurden. Auf Grund der Vernehmungen folgen noch weitere Maßnahmen. Bemerkenswert ist, daß man auch hier in Goslar überall auf eine bis ins kleinste gehende Organisationsarbeit der KPD. gestoßen ist. Budapest, 20. Sept. Am Mittwochmittag wurde im Einvernehmen zwischen Ministerpräsident Gömbös und dem Vizekanzler v. Papen über den Aufenthalt Papens in Ungarn folgende Verlautbarung veröffentlicht: „Vizekanzler v. Papen kehrte heute aus der Provinz nach Budapest zurück. Der viertägige Aufenthalt auf Einladung Seiner Exzellenz des Herrn Ministerpräsidenten Gömbös gab trotz des inoffiziellen Charakters der Reise des Herrn v. Papen den beiden Staatsmännern Gelegenheit zu eingehender Aussprache über alle außen= und innenpolitischen Fragen ihrer Länder. Insbesondere wurde der Ausbau einer intensiveren wirtschaftlichen Zusammenarbeit erörtert, der dem so engen freundschaftlichen Verhältnis der beiden Länder besonders Rechnung trägt.“ Gaue statt Länder München, 20. Sept. Nach Mitteilungen des„Völkischen Beobachters" machte der bayrische Kultusminister Schemm auf einer Mitgliederversammlung der Bayreuther Ortsgruppe der NSDAP. sehr bedeutsame Ausführungen. Kultusminister Schemm stellte fest, daß nach dem Willen des Führers es künftig in Deutschland keine Länder, keine Landesgrenzen und keine Stammesgrenzen mehr geben soll, sondern daß die Einheit des Reiches in seiner staatlichen Gliederung die 37 Gaue ausmachen werden, wodurch also den Städten, worin Gauleitungen ihren Sitz haben, also auch Bayreuth, künftig die Bedeutung von Regierungssitzen zukommen wird. Bleibt der Vogelzug ein Geheimnis? Erste Ergebnisse des Storchversuchs Torheit. Die Wut des Bauern richtete sich gegen den Hirten, der flüchten mußte. Die ostpreußische Vogelwarte Rossitten hat bekanntlich zweck, Klärung des Vogelzuges in Essen und in Frankfurt a. M. ostpreußische Störche ausgesetzt, er Versuch sollte über die Frage bringen, ob die Störche aus Ostpreußen, auch wenn man sie im Westen des Reiche, aussetzt, gleich ihren Eltern aus den Gebieten östlich der Elbe nach Süden über Spanien oder über den Balkan und Kleinasien Ssbseie hecer fesehelhe sce se. haben die in Essen ausgesetzten Störche über den Südwestharz die Richtung nach Südosten eingeschlagen. Einer der Störche ist auf dem Dach einer Gastwirtschaft in Zwinge Südharz festgestellt worden. Daraus kann zunächst geschlossen werden, daß die östlich der Elbe zur Welt gekommenen Störche den Flugweg über den Balkan und Kleinasien nach Aegypten einschlagen, auch wenn sie westlich der Elbe zum Südlandflug gestartet werden. Komplizierter wird die Angelegenheit schon, wenn von den in ausgesetzten ebenfalls ostpreußischen Störchen die Nachricht eingeht, daß zwei von ihnen in Frankreich an der Loire abgeschossen wor. den sind. Zweifellos waren sie über Spanien weitergeflogen, d. h. also, daß onpreußische Störche, die westlich der Elbe aufgelassen wurden, die Ost= und die Westzugstraße eingeschlagen haben. Man wird die weiteren Nachrichten abwarten müssen, ehe man weiter zu diesem interessanten Problem Stellung nehmen kann. Eifersuchtstragödie Paris. Ein Eifersuchtsdrama hat unter den in Paris lebenden Italienern zwei Todesopfer gefordert. Ein junger Arbeiter, dessen Braut sich von ihm losgesagt hatte, um einen anderen Landsmann zu heiraten begab sich in ein Tanzlokal, in dem sich die Jungverlobten befanden. Er forderte beide auf. ihm auf die Straße zu folgen. Um kein Aufsehen zu erregen, kamen sie dieser Bitte in Begleitung von mehreren Freunden nach. Kaum hatten sie die Straße vr. als Revolverschüsse krachten und Schmerzensschreie erkennen ließen, daß die Kugeln getroffen hatten. Braut und Bräutigam lagen in ihrem Blut und starben auf dem Wege zum Krankenhaus. Drei von den Be gleitern waren ebenfalls verwundet worden. Der Mörder flüchtete im Dunkel der Nacht; aber bereits wenige Stunden später wurde er verhaftet und ins Gefängnis eingeliefert. tinière“ verläßt am 29. September die Insel St. Martin de Ré mit 670 Schwerverbrechern. Auch unter diesem Schub befindet sich wieder ein„Star“: der Zahnarzt Layet aus Montpellier, der seine Mutter und seine beiden Schwestern vergiftete, um sich in den Besitz der Erbmasse zu bringen. Layet war ursprünglich zum Tode verurteilt worden. Er verdankt seine Begnadigung dem Umstande, daß der damalige französische Staatspräsident Doumer gerade am Vorabend der zu vollstreckenden Hinrichtung erschossen wurde. Da das Gnadengesucht an diesem Tage von ihm entschieden werden sollte, hat man die Strafe in lebenslängliche Zwangsarbeit umgewandelt. Im Hemd auf der Straße ein, den Schusterhammer in der Hand. der Küche traf er die Frau des Schwagers der er einen tödlichen Hammerschlag über den Kopf versetzte. Im anstoßenden Zimmer befanden sich die beiden Kinder, seine Nichten, im Alter von 6 und 8 Jahren, sowie ein zufälig auf Beluch, weilertet. PorPreege zufällig auf Besuch weisendes Mädchen von 20 Jahren. Nacheinander tötete der rasende Schuster die drei durch Hammerschläge. Die Todesschreie der Frauen und Kinder alarmierten die Nachbarn, denen es gelang, den Mörder zu überwältigen. Paris. Ein in Montpellier kasernierter französischer Soldat hatte in der Nacht zum Montag im Schlaf und nur mit dem Hemd bekleidet die Kaserne verlassen und in diesem bahre immer nach, schlafend in doz, nächste Hitler kommt nach Hannover Morgen erwachte, erklärt er, sich an nichts zu erinnern. Aberglaube und die Folgen Bukarest. In der Ortschaft Kobodin in der Dobrudscha sino 2000 Schafe einem ebenso verhängnisvollen wie törichten Aberglauben zum Opfer gefallen. In der Ortschaft, die hauptsächlich von deutschen Kolonisten bewohnt wird, ist ein Schaf an Milzbrand verendet. Der Hirt„impfte“ nun seine ganze Herde von mehreren tausend Stück mit dem Blut des verendeten Tieres weil ein Aberglaube besagte, daß diese Art Impfung die Tiere vor der gleichen Krankheit schütze. Auch andere Bauern tauchten ihre Messer in das Blut des Tieres und übertrugen die Krankheitskeime durch ihr fragwürdiges Impfverfahren. Binnen 48 Stunden erlagen über 2000 Schafe, fast der ganze Besitz des Dorfes, der abergläubischen Hannover, 19. Sept. Die Pressestelle der Reichsführertagung des Stahlhelms Wie schon bekannt, findet am SonnabendEigenartiger Eisenbahnunfall munnt ain tädlicher Unfall ereianete!..e Reichsführertagung im Kuppelsaal der Stadthalle statt, bei der bex. 9rährgz, der Stabschef Nöhm und der Seldte sprechen werden. Sie Reichsführerappell, der für das zugängig ist, am Sonntagmorgen auf den Maschwiesen ebenfalls das Wort ergreisen. Görlitz. Ein tödlicher Unfall ereignete sich an einem hiesigen Bahnübergang. Ein von Freiwaldau kommender Kleinbahnzug tieß mit einem Pferdefuyrwerk das in diesem Augenblick die überqueren wollte. Während der Kutscher ohne Verletzungen davonkam, wurde der Zugführer in dem Augenblick, als er den Kopf durch die Schiebetür des Packwagens steckte, von dem Fuhrwerk erfaßt und auf der Stelle getötet. Blutiger Familienstreit Sofia. In Sofia hat ein Schuster ein gräßliches Verbrechen begangen. Er hatte einen Prozeß um ein Woynyaus gegen seinen Schwager verloren, so daß er das Haus verlassen mußte. Der Schuster schwor Nache, trank sich einen Branntweinrausch an und drang in das Haus seines Schwagers Handel und Wirtschaft Kassakurse der Berliner Ohne Gewähr für Obrschler 20. 9. 119. 9 Es war ihr ja erlaubt von ihm Die Nache einer Verschmähten. Sosia. Im bulgarischen Grenzstädtchen Tru hat sich eine nicht alltägliche Liebestragödie abgespielt. Ein junger Mann aus Tru unterhielt seit längerer Zeit ein Liebesverhältnis mit einem Mädchen der gleichen Stadt, das gegebene Heiratsversprechen hielt der Liebhaber jedoch nicht, trotzdem das Mädchen inzwischen Mutter geworden war Mehr noch, er wandte seine Aufmerksamkeit anderen Mädchen zu. In der Zeit der ersten Liebe hatte der junge Gopoff seiner Freundin ewige Treue geschworen und ihr als Unterpfand eine Pistole gekauft, mit der Erlaubnis, ihn beim ersten Treubruch damit erschießen zu dürfen. Von dieser Erlaubnis hat das Mädchen nun Gebrauch gemacht. Sie lauerte Gopoff auf der Straße auf und streckte ihn durch zwei Schüsse aus der zu diesem Zweck gekauften Vistole nieder. Auf den augenblicklich Getöteten, am Boden Liegenden gab das Mädchen noch die restlichen im Magazin verbliebenen„schüisse unter lauten Verwünschungen ab und ließ sich dann widerstandslos abführen. Sachwert=Anleibe (Notierung in Mark) 67 Pr. Ld Pfbr.=B. GPfBr. 17/18 6%6 do. 6% do. Komm. Obl. N. 20 67 Pr. Centr. Bd. GPf Br.1924 6% dito 1927 6% Pr. Ctr. Bod. Komm. 1926/28 6% Pr. Pfdbr. Gpf. 41.. 6% dito Serie A47 6% dito Kom. Em. 17/19. 5% Getr. Rentenbk. R. 1—3 5% Nogg. Rentenbk. Bln.1—11 5% Berl. Roggenw. 1923 f. 1 Z. Westf. Prov.=Kosle 1923 f. To. Schiffahrtsaktien Hamburg=Amerika=Paketfahrt Norddeutscher Lloyd Bankaktien Commerz= u. Privat=Bk.=A.=G Deutsche Bank u. Disconto=Ges Dresdner Bank Reichsbank 80¼ s0 67¾ 77¼ 77¼ 65 77 77¼ 65 675 11½ 12½ 46% 47½ 40 141½ 79 79½ 66½ 77½ 77½ 63¾ 77 77¼ 64 6.30 6.10 11 12½ 47 48 40½ 140% Devisenkurse(in Mark) Feste Preise für Roggen und Weizen. Reideninipe: Dc. ge#eee Wder den Kuer do honiy der: Brelse üde: Die weuen Gesete, die füi. da, achapnte, deusihe, Vauerntun und die echamte Ermöbezingepirie gi., Lern. ise her Landwitlschest hestereit. der Amsterdam Oslo Helstngtors Kopenhagen Italien London Newoork Wien ie* Schwetz Schweden Spanten Brüsse! Brasilien Auch ein„Dienst am Kunden“ Staate Wyoming 9. 1,— A.2/,28.F enien Mngming urtee hem ser Unglück durch eine Motte Saone. Ein dortiger Landwirt war beim Schein einer Ratealeumlampe damit heschäftigt, “-- dngtranen zu füllen, als eine Motte ins Zimmer flog und über dem Zylinder der Lamve kreiste. Plötzlich verbrannte sie sich die Flügel und siel gerade auf das Pulver, vas der Landwirt vor sich liegen hatte. Es erfolgte eine Explosion, und das zweijährige Töchterchen des Jägers erlitt so schwere Brandwunden, daß es in hoffnungslosem Zustand in ein Krankenhaus überführt werden mußte. Das schwimmende Zuchthaus Wieder 670 Schwerverbrecher nach Cayenne. Paris. In La Rochelle beginnt die Zuesäkcie, iescherenichischeäet cbe Im Staate Wyoming gibt etwas wie eine Cowboy=Romantik. Man hat dort das Schießeisen noch ein wenig locker im Gürtel. Aber man ist dort trotzdem Kavalier. Oder vielleicht gerade deshalb. Im Staate Wyoming haben es die Angestellten öffentlicher Unternehmungen nicht leicht, den„Dienst am Kunden“ so zu sehen, daß das Interesse auf beiden Seiten gewahrt wird. Da gibt es zum Beispiel ein Bankhaus, dessen Schalterbeamten immer den Revolver unterm Pult liegen haben müssen. Unter solchen Umständen ist es schwer, die nötige Höflichkeit im Verkehr mit den Kunden aufzubringen. Der Verbrauch an Bankbeamten ist sehr groß. Erst kürzlich sind wieder drei Schalterbeamte schwer verletzt worden. Aber die Form wird trotz allem gewahrt. Nirgends auf der Wel wird man so höflich bedient wie in der Ban von Wyhming. Der Gast findet schon Eingang ein großes Plakat mit folgender „Unsere Kunden, die annehmen, daß in unserer Abrechnung Fehler vorgekommen sind, werden gebeten, nicht gleich zu ehe sie sich nicht überzeugt haben, daß tatsächlich Irrtümer vorliegen. Personen, die unseren Angestellten unbekannt sind, werden ersucht, mit erhobenen Händen in die Bankräume zu treten, da sie sonst vor scharfen Schüssen nicht sicher waren. Ungeduldige Kunden, die schnellste Abfertigung wünschen werden darauf aufmerksam gemacht, daß das Abschießen von Glühlampen die Arbeit des Beamtenpersonals verlänge. keineswegs beschleunigt.— Die Bankleitung lehnt jede Verantwortung für etwaige schwere Folgen ab!“ Es steht außer Zweifel, daß die Bankkunden von Wyoming unter dem Einfluß von so viel Höflichkeit milde gestimmt werden. Sie wissen jetzt, daß sie am Schießen nicht gehindert werden und daß sie nur der chnellen Abwicklung der Geschäfte wegen gebeten sind, doch lieber nicht zu schießen— Dienst am Kunden... .— Geld Brief 169.28 15.08 5..34 57.79 22.47 + 50 47.95 16, 40 N.7 65.78 35 11 1 0.234 169.62 65.17 5.746 57.91 22.11 12.97 2,6.3 48.05 16,445 81.43 66.82 35, 9 58.59 1.26 Vorkurse— Geib 109.23 6—.3 5.804 18.3 24. .33 47.25 16.115 81.17 67.61 32 05 58,44 1.26 169.7 67.07 5 813 58.61 22.08 1216 2 753 48.05 16.445 81 33 67.75 35,13 11. Sreiiten Berlin, den 20. Sept.(Preise in Mk. p. to) Weizen, märk. Roggen, mark. Sommergerse Wintergerste Hoster, wück: 177—179 142—141 148—156 144—157 135—143 Mats(lok. Bln.) Weizen mehl Roggenmehl Weizenkleie„ Roggenkleie Kartoffelflocken 24,30—25. 2.40—41.50 10.40— 1% 9.40—9.0 1—1 Radiumbad Oberschlema. In der am 14. September 1933 stattgefundenen ordentlichen Gesellschafterversammlung der Radiumbadgesellschaf wurde wieder die Verteilung von 5 Prozent Gewinn auf das ganse Stammkavital Heschlossen. Es wurde außerdem mitgeteilt, daß der Besuch des Bades in Jahre 1933,den, Toefears heluch der Jahre 1931 und 1932 noch übertroffen hat. Biehmürkte Dortmund, 18. Sept Rinorichter schlägt Voxer L.o. Sheuse, Pi. Seiteik. 3 gei se 3 Alcee — Lebendgewicht: Ochsen: a) 39—Js. b) 3—3 e) 28—25. Bullen: b) 25—27. c) 22. d) 19—21. Kühe: a) 27—30. b 24—26. c) 20 bis 23. d) 15—19. Färsen: a) 29—31, b) 26 bis 28, c) 22—25. Kälber: b) 50—53, c) 44 49. e) 40—43. Schweine: a) 51—53, 48—-51, c) 45—50, d) 43—46, e) 40—44; Sauen 39—45 RM. Marktverlauf: Großvieh sehr schlecht. Ueberstand; Kälber gut. Schweine langsam, Fettschweine gesucht. geräumt. Altenessener Schweinemarkt, 19. Sept. Auftrieb: 866 Stück. Es kosteten im Großhande.. Ferkel(Durchschnittsgewicht) unter 6 alte 7 RM., 6—8 Wochen alte 7 bis 10½ RMl., 8—12 Wochen alte 10½ bis 15 RM.; Läuferschweine: 3—4 Monate alte 15 bis 22 RM.. 4 bis 6 Monate alte 22 bis 40 RM., größere entsprechend höher. Marktverlauf: Ferkel langsam, Läuferschweine sehr langsam. Der„schlag"fertige Dempsey. Eine nicht alltägliche Begebenheit, daß der Ringrichter im Boxring einen der Kämpfer k. o. schlägt, trug sich in dem kalifornischen Städtchen San Bernardino zu. Im Hauptkampf einer dortigen Veranstaltung boxte der Australier Grimes sehr unsauber. Er hielt und klammerte seinen Gegner und schlug alle Ermahnungen des Ringrichters Jack Dempsey in den Wind. Als es Grimes noch bunter trieb, verwarnte der frühere Weltmeister den völlig unbeherrschten Australier, der daraufhin versuchte, einen Geraden gegen Dempsey abzuschießen. Ehe aber Grimes sein Ziel erreichte, war ihm Dempsey schon zuvorgekommen und hatte einen wohlgezielten Kinnhaken gelandet, der Grimes in das Land der Träume beförderte. Dempsey hob seinen bewußtlosen Angreifer vom Boden auf und trug ihn aus dem Ring. Nach seiner Rückkehr erklärte er den„Kampf“ für Unentschieden. Es versteht sich von selbst, daß Amerikas einstiger Boxheros von den 3000 Zuschauern als Held des Tages stürmisch gefeiert wurde. Wetterbericht Für das mittlere Deutschland: Stark bewölkt, Regenfälle, kühl. Für das übrige Deutschland: Ueberall trübes, zu Regenfällen neigendes Wetter, im Osten kühl, im Westen etwas wärmer, *1 Unsere Rätselecke. el Bedeutung der einzelnen Wörter. a) von links nach rechts: 1 Signalinstrument, 3 Laubbaum, 6 nordischer männlicher Vorname, 8 Stadt an der Donau, 10 Name mehrerer Kalisen, 12 Körnerfrucht, 14 Farbe, 16 Geliebte des Zeus, 18 Raubfisch, 20 russisches Gouvernement, 22 Titel verdienter Kapitäne, 26 Schlinge, 27 japanisches Kleidungsstück, 29 römischer Kaiser, 31 Titelheld eines Romans, 33 biblische Männergestalt, 35 weiblicher Vorname, 37 Monat, 38 ägyptische Göttin, 39 Nebenfluß der Donau, 40 Eigenart; b) von oben nach unten: 1 Stammvater, 2 Hautöffnung, 3 größte deutsche Filmgesellschaft, 4 griechische Göttin, 5 Urvater, 7 Vater des Kirchenliedes, 9 Grenzfluß im deutschen Lied, 11 Aufgeld, 13 General Wallensteine, 15. Stadt, in, Togr. 14, brecher, 19 Urkunde04. 00 24 bekannter 28 Stadt in Birkenfeld, 30 Körnerfrucht, 32 34 vornehmes Ansehen, 36 Fluß in Afrika. Jsllektsel„I“ a u. d. B WFe. s. h h. k k. 1 1 1. n n R, O. p p p p. F F r. s 8 8. t k k. 10. 2 Die Buchstaben ergeben, richtig eingesetzt, in den waagerechten Reihen Wörter folgender Bedeutung: 1. Bergmann, 2. Gestalt aus„Wilhelm Meister“, 3. Genußgift, 4. Strom in Hinterindien, 5. erdgeschichtlicher Abschnitt, 6. männlicher Vorname, 7. Kinderspielzeug. 29194 etgentum Einszwei ist es und dreist zumeist, Wenn jemand mit zwei Drei entreißt, Zwei Drei soll nicht Einszweidrei sein, Zwei Drei gehört mir ganz allein. 10833 Seographisches Silbenrätsel au— be— ber— ber— burz— 63— cum— dels— dus— eich— erl— gar— gast— ha — hal— hoc— in— it— ka— la— lais— land— lau— lüb— misch— na— nau— ri — ru— stadt— stätt— ter— un— Wol— 2e Aus vorstehenden 35 Silben sind 14 Wörter zu bilden, deren Anfangsbuchstaben von oben nach unten, und deren Endbuchstaben von unten nach oben gelesen, ein Wort von Bodenstedt ergeben. Bedeutung der einzelnen Wörter: 1. Stadt in Pommern, 2. Stadt in Ungarn, 3. Burgruine an der Saale, 4. Kur= und Sportort in Oberbayern, 5. Stadt im Spreewald, 6. Stadt in Westfalen, 7. Stadt in Franken, 8. französische Hafenstadt, 9. afrikanische Wüste, 10. Nebenfluß des Rheins, 11. Stadt in Schleswig=Holstein, 12. englische Grafschaft, 13. Stadt in der Provinz Sachsen, 14. westindischer Strom. 29123 Auflösungen aus voriger Rummer. Kreuzworträtsel: a) 1 Kakao, 5 Store, 9 Alaun, 10 Eidam, 11 Eli, 12 Kur, 13 Ena, 14 Rebus, 16 Erpel, 18 Memel, 20 Kleie, 23 Salem, 26 Edikt, 27 Mut, 29 Goa, 30 Ate, 31 Erika, 32 Loden, 33 Tapir, 34 Adele;— b) 1 Kaese, 2 Aller, 3 Kai, 4 Onkel, 5 Serum, 6 Ode, 7 Ranke, 8 Email, 14 Regie, 15 Senat, 17 Poe, 19 Mal, 20 Komet, 21 Laura, 22 Edgar, 23 Skala, 24 Eitel, 25 Miene, 28 Tip, 30 Ade. Rässelsorung: Es fiel beim Suchen heut in meine Hand Ein Buch, drin oft ich las in trüben Zeiten, Ein halbverwischter Beistiftstrich am Rand Steht hin und her noch auf den schmalen Seiten. Lang schwand die Schwermut jener Tage fort, Auch ihre Sehnsucht, süß und unermessen. Ich weiß die Verse heut noch Wort für Wort Und dachte doch, ich hatte sie vergessen.(Agnes Miegel.) Austauschrätsel: Heimat, Achse, Senne, Leder, Kaste, Chor, Kehle, Reue, Barde, Regen, Weide.— Mandschurei. Silbenrätsel: Das Jahr ist kurz, die Stunde ist lang.— 1. Dialog, 2. Allerseelen, 3. Sixtina, 4. John Bull, 5. Attentat, 6. Herkules, 7. Regeldetri, 8. Industrie, 9. Schlaraffenland, 10. Tannenzapfen, 11. Kakadu, 12. Universität, 13. Realismus, 14. Zypresse, 15. Druckerei. Entfernungs= und Umstellrätsel: 1. Barde, 2. Salta, 3. Lied, 4. Wade, 5. Seine, 6. Arkona, 7. Rebus, 8. Regel, 9. Ortwin, 10. Amor. Abessinien. C Die Geburt eines gesunden Töchterchens zeigen an Elisabeth Albrecht geb. Freiin von Gevekot Helmut Albrecht Oberleutnant z. See. Wilhelmshaven, 18. September 1933. Prinz=Heinrich=Str. 13. Frische Fische tägliche Zufuhr. Räucherware tägliche Räucherung. Beringe, Marinaden, Konserven in großer Auswahl. Fisch-Jürgens Detmold, Bruchstr. 31 Ruf 2008 Sensation der strahlenden Blondheit Triumpß der Spannung Triumpß der Liebe Triumpß der Schönheit Hervorragende Besetzung Herrliche Musik Der sonnige Süden DAS ALLES bietet Ihnen Ein gewisser Herr Gran mit den Ufa=Stars: Hans Albers, Karin Hardt, Albert Bassermann, Olga Tschechowa, Hermann Speelmanns usw. Morgen Freitag ERSTAUFFUHRUNG mit allen Ufa=Theatern Westdeutschlands in den Detmeld Zwetschen auch andere Obstsorten kauft gegen Kasse Heinrich Wertmann Detmold. Fernruf 2230 Laufe gebrauchte Möbel u. ganze Nachlasse laufend. Anktionshalle Brüning Hermannstraße 37 Fernruf 3122 Verlosung zur Förderung des Staatlichen Arbeitsdienstes in Lippe veranstaltet v. der Lippischen Landesregierung, Staatlicher Arbeitsdienst Detmold. 1. Hauptgewinn: Personentraftwagen, 6=Zylinder Limousine mit Führerschein— Zulassung— Steuerfrei. und weitere 4000 wertvolle Gewinne. Ziehung am 16. Oktober 1933 in Detmold. Preis des Loses 1 Reichsmark. Lose sind zu beziehen durch: Staatl. Arbeitsdienst, Detmold, Regierung, Zimmer Nr. 68. oder durch die Geschäftsstelle dieser Zeitung. Vertrauensstellung In der heutigen Zeit findet man leider eine solche nicht so schnell. Wichtig ist es deshalb. sich an die maßgebenden Persönlichkeiten in Handel, Industrie und Landwirtschaft zu wenden, d. h. an diezenigen, die Arbeit geben könne. Da die„Lippische Tageszeitung" auch sehr viel in Arbeitgeberkreisen gelesen wird, empfiehlt es sich, eine kleine Anzeige in der „Lippischen Tageszeitung" unter der Rubrik„Stellengesuche" erscheinen zu lassen. Die Kosten sind nur gering, weil diese Anzeigen zu einem sehr niedrigen Wortpreise berechnet werden. Kleinanzeigen privater Art berechnen wir mit 20 Pfg. für das Ueberschriftswort und 7 Pfg. für jedes weitere Wort, Stellengesuche mit 6 Pig. Kleinanzeigen der Lipy— Tageszeltung werden in ganz Lippe gelesen und finden stärkste Beachtung. Suche zum Oktober ein junges Mädchen nicht unter 18 Jahren, zur gründlichen Erlernung d. landwirtschaftl. Haushalts, bei Familienanschluß. Schlicht um schlicht. Frau E. Rauschenbusch. Diebrock b. Herford, Suche zum 1. od. 15.10. ein junges zur Erlernung des Haushaltes, bei Familienan= schluß. Fran Alb. Meier. Lüerdissen Post Lemgo. süchen? Mieter linden? Werrichtig fültert, füttert billig das echt deutsche Fabrikat für Geflügel, Schweine und Hunde NAGUT-Kraltfutterwerke G. m. b. N. Lage I. L. Mädchen sauberes, zuverlässiges, nicht unter 18 Jahren, das schon im Haushalt tätig war, zum 1. Okt. oder später gesucht. Frau Adosf Tremel. Herford i. W.. Gutenbergstraße 12. Wasch= und Hausmädchen tüchtiges, sofort gesucht; ferner sunges mädchen. nicht unter 17 Jahren, Lehrzeit. dungen bei— Iran Oesterling. Vereins “ h a u s, B i e l e f e l d. Alles nur ein leichtes Spiel Keine Hoßnung laß Bir schwinden, Eine„Kleise“ fhrt zum Ziel! Mädchen unges. ordentl., ehrl., das auch etwas kochen kann, wegen Verheirat meines jetzigen zum 1 Okt. gesucht. Gastho kabe, Kirchlengern be Bünde i. A. Gesucht zum 1. Oktober verheirateten Zuttermeister der einen Stall mit 18 Kühen u den Schweine stall übernimmt. Frau muß mit melken. Woh nung vorhanden. Pape. Domänenpächter, Dudenhausen, Post Alverdissen i. L. Dle„Kleine Anzeige“ in der Lippischen Tageszeitung ist von großer Wirkung Wegen Verheiratung meines jetzig. Mädchens suche zum 1. Oktober ein älteres kräftiges hausmädchen vom Lande bei gutem Gehalt u. Fam.=Anschluß Frau M. Winkler Verford i. B. Konzert=Haus Osnabrücker Hof. Junges Mädel sucht gestützt auf aller erste Zeugnisse zum 1 oder 15. Okt. Stellun in besserem Haushal Detmold bevorzugt. Zu schriften erbeten an Liesbeth Schlüter Hehlingen Vorsfelde—Land abgeschlossene Etage 4 Räume zum 1. Nov. oder früher zu vermie ten, Balkon und Badegelegenheit vorhanden Preis 39.— Detmold. Heldestraße 1 d. Schule Schulte Unsere Kurse beginnen in: (Deutsches Haus) Freitag, den 22. Sept. 8 Uhr (Rosental 13) Samstag, 23. Sept. 8 Uhr Montag, 16. Oktober 5 Uhr (Amtshaus) Montag, 25. Sept. 8 Uhr (Hotel Vialon) Ula Mittwoch, 27. Sept. 8 Uhr Salzussen-Schötmar und Herlinghausen Anfang Oktober. „Saison=Eröffnungshall“ im Gesellschaftshaus am 30. Sept. 8 Uhr E. Schulte, Frau u. Tochter Detmold, Rosental 13 Telefon 2043 Blomberg Detmold Lage horn SonderAngebot für diese Woche: 5 Pfd. mehl Weizen 75 bl nur 10 Pfg 1 Pfd. 16 Pfg 5 Pfd. Weizen=Auszug= 05 mehl nur 30 Pig 1 P0d. 20 Mbg 1 Pfd. gute Rosinen ohne Stein nur 40 Pfg. .. und 5% Rabatt in Marken auf alle Waren mit einigen Ausnahmen. Hamburger Kanes-Lager Thams.Garfs Paul Düvler Detmold Lemgo Horn Zum 15. November oder später eine ländliche Wohnung mit Stall und großem Garten zu vermieten. Nienbagen Nr. 12 nahe am Bahnhof Klavier und 2 zusammenliegende gut möbl. Zimmer (mit Heizung) zu vermieten. Palaisstr. 25. Frau J. L. In O. schreibt: Bin nach vielen Versuchen mit anderen Waschmitteln wieder auf LUHNS zurückgekommen, es ist und bleibt das beste. HIN NITE LUHNS SPAR-RABATT gibt die Möglichkeit, den Einkaut NlIGF LUHNS-SEIFEN noch um 2 K Pfg. zu verbilligen. Deshelb sam mie man unter allen Umständen dle aut den. uh n:: Psckungen aufgedruckten Rabattmarken: LUHNS-LOHNTS Bestage Nr. 222 Lippische Tageszeitung sinn Samnnian 21. enanberin1: Aus unserm Lipperland Ergänzungsgesetz vom 21. August 1933 zu dem Gesetz betressend den Landtag vom 5. Mai 1933 21. J25“ürP bes, Er Böhtgr Segehg hat die Landesregierung das folgende Gesetz beschlossen: Einziger Paragraph. Zur Erledigung der nach der Landesverfassung und anderen gesetzlichen dem Landtage allein übertragenen Aufgaben und Maßnahmen ist, falls die Landesregierung eine entsprechende Verfügung trifft, auch der auf Grund der Geschäftsordnung des Landtages gewählte Hauptausschuß herufeg. Detmold, den 21. August 1933. I. II. 1. 1. Lippische Landesregierung. Riecke. Im Namen des Reiches! Vorstehendes Gesetz wird hiermit verkündet Detmold, den 28. August 1933. Der Reichsstatthalter in Lippe und Schaumburg=Lippe. Dr. Meyer. Alle müssen helfen! Der Kampf gegen Hunger und Kälte Die lippische Landesarbeitsgemeinschaft für Volkswohlfahr: und Winterhilfe gegründet Wismenhfi der Gründung im vollen dabei etwa 6 Reichswehrkapessen und 1. Verordnung über die Beschäftigung nehmern in Schankstätten. Am Dienstag abend fand im Landtagsge bäude unter dem Vorsitz des Landesbeauftragten für Volkswohlfahrt und Winterhilfe die Gründung der Landesarbeitsgemeinschaft tatt, deren Mitglieder wir in unserer heugen Ausgabe gesondert veröffentlichen. Damit ist in Lippe der Großkampf gegen Hunger und Kälte, entsprechend dem Willen des Führers, ausgenommen. Die Parole lautet auch für Lippe: Niemand darf in diesem Winter hungern und frieren. Jedem muß und wird geholfen werden. Das Wort des Volkskanzlers von der nationalen Solidarität muß bis zur letzten Konsequenz durchgeführt werden. Jetzt ist die beste Möglichkeit gegeben, den wahren deutschen Sozialismus durch die Tat zu beweisen!— Alle Kreise, alle Stände, alle Volksgenossen müssen helfen, dies gewaltigste Werk der Liebe, das je in Angriff genommen durch zuführen. Auf Grund des§ 17 Abs. 2 des Gaststätten 1930(RGBI. I S. 146) wird folgendes verordnet: Wer vom 15. September d. Is. ab weibliche Arbeitnehmer in Schankstätten bei der Bedienung der Gäste mit Speisen oder Getränken beschäftigen will, bedarf dazu der Genehmigung der Ortspolizeibehörde. Die vorstehende Bestimmung gilt weder für ordnungsmäßig betriebende Konditoreien noch für alkoholfreie Schankstätten noch für Betriebe, in denen die weiblichen Arbeitnehmer neben der Bedienung der Gäste gleichzeitig mit häuslichen Arbeiten beschäftigt werden. Sie gilt ferner nicht für die Beschäftigung von weiblichen Arbeitnehmern, die mit dem Erlaubnisinhaber in aufsteigender oder absteigender Linie verwandt oder verschwägert sind. S 3 Die Vorschriften des Abschnitt III der Ver ordnung vom 4. September 1930 zur Durchführung des Gaststättengesetzes(L.=V. Bd. 31 S. 213) in der Fassung der Verordnung zur Abänderung dieser Verordnung vom 28. 1933(L.=V. Bd. 32 S. 169) bleiben unberührt. Inhaber von Schankstätten, die weibliche Ar beitnehmer ohne die in den vorstehenden Para graphen vorgeschriebene Erlaubnis beschäftigen, werden gemäß§ 29 Ziffer o nes Gaststatten: gesetzes mit Haft und mit Geldstrafe bis zu 150 Reichsmark oder mit einer dieser Strafen Detmold, den 14. September 1933. Lippische Landesregierung Riecke. Wie die Liste der Mitglieder der Landesarbeitsgemeinschaft ausweist, haben sich alle Stellen des Landes, der Partei und der Organisationen für das große Liebeswerk zur Verfügung gestellt. Die Arbeiten sind mit dem Augenblick der Gründung im vollen Umfange aufgenommen worden. In den Geschäften gilt es, Lebensmittel — auf dem Lande heißt es, die Früchte des Jeldes und Obst zu sammeln.— Die Frauenchaften sorgen für die Sammlung von Kleidungsstücken. Kohle muß bereitgestellt werden. Die Forsten liefern das notwendige Holz. Der Arbeitsdienst soll bereitgestellt werden, um das Fallholz zu sammeln, damit es Verwertung finden kann.— An jedem 1. Sonntag im Monat wird eine Geldsammlung veranstaltet. Jeder wohlhabende Volksgenosse verzichtet an diesem Tage auf einen Sonntagsbraten und begnügt sich mit einen Eintopfgericht, sodaß das somit ersparte Geld der Winterhilfe zugute kommt. Wer ein Bank= oder Postscheckkonto hat, überweist monatlich laufend eine Spende. Der Nr. beitnehmer gibt einen Prozentsatz ven seinem Einkommen ab.. Jeder hilft, alle helfen, so wird das große Werk gelingen. Einen besonderen Platz in diesem Winterhilfswerk nehmen die Veranstaltungen ein, die eigens aufgezogen werden, um der Winterhilfe beträchtliche Mittel zuzuführen.— Schon am Mittwoch dem 27. September, werden in Bad Salzuflen und am 23. September in Detmold große Milltärkonzerte stattfinden. Es werden dabei etwa 6 Reichswehrkapellen und 120 Militärsänger mitwirken, also Darbietungen ganz großen Stiles, wie sie Lippe lange nicht gehabt haben wird. Die Konzerte in Satzuflen werden nachmittags 4 Uhr und abends 8 Uhr im Kurpark stattfinden.— In Delmold werden die Veranstaltungen auf dem Kasernenübungsplatz stattfinden und zwar mittags für die Schuljugend und abends in ganz großer Aufmachung unter Anteilnahme der Truppe für die gesamte Bevölkerung. Des weiteren ist geplant, im Lause des Winters weitere Militärkonzerte im lippischen Südosten und auf dem Lande zu veranstalten.— Auch die Partei- und Frauenschaftsveranstaltungen werden in den Dienst der Winterhilfe gestellt werden, wie überhaupt alle Vereinsveranstaltungen im Lande unter diesem Gesichtspunkte aufzuziehen sind. Die Verteilung der Mittel erfolgt so, daß jeder Volksgenosse, dessen Mittel zum Lebensbedarf nicht ausreichen, oder dem keine Hilfe von seinen Angehörigen zuteil werden kann, berücksichtigt wird. Es möge jeder einzelne Volksgenosse im Lande, der diese Zeilen liest, sich schon jetzt überlegen, wie er mit seinem Teil dazu beitragen kann, die Not der bedürftigen Brüder und Schwestern nicht nur zu lindern, sondern sie zu beseitigen. Letzte Sommersonne über Wilbasen... 2,2 Mill. Haushaltungen mehr Die Gesamtzahl der Einzel=, Familien= und Anstaltshaushaltungen im Deutschen Reich beträgt nach dem vorläufigen Ergebnis der letzten Volkszählung 17500000. Gegenüber der Zählung von gesamt 15 350 000 Haushaltungen ergibt sich nach den Angaben des Statistischen Reichsamtes eine Zunahme um rund 2,2 Millionen Haushaltungen oder 14,3 vH., während die Einwohnerzahl gleichzeitig nur um 44 vH. zugenommen hat. Die Zahl der Haushaltungen ist also mehr als dreimal so rasch gewachsen wie die Einwohnerzahl. Die Durchschnittsgröße der Haushaltungen ist aber gegenüber den vorhergegangenen Zählungsperioden erneut zurückgegangen. Sie beläuft sich heute nur noch auf 3,72 Personen je Haushalt gegenüber 4,7 Personen im Jahre 1925. Diese rückläufige Entwicklung ist schon seit mehreren Jahrzehnten zu beobachten. Heute entfällt auf eine Haushaltung rund eine Person weniger als in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts Nun waren wir wieder einmal auf Witbasen und wieder standen wir mit Tausenden und Abertausenden im Banne dieses fröhlichen Festtages im Blomberger Becken. So wie es einst war, ist es geblieben! Immer, wenn im Spätsommer die welken Blätter zur Erde fallen, die Söhne der Pusta mit ihrem feurigen weiblichen Anhang und ungewaschenen Kindern mit krausen Locken und großen Löchern in den Socken mit schiefen Kaleschen durch das Lipperland ziehen, die vorsorgliche Landeswegeverwaltung sich bemüht, das Obst an den Landstraßen rechtzeitig— ehe es zu spät ist,— an den Mann u bringen, steht das Blomberger Becken für 24 Stunden im Zeichen des größten Pferdemarktes weitumher und damit auch im Zerchen eines Kirmestrubels, der trotz aller Verfeinerungen des Geschmacks von Jahr zu Jahr größeren Umfang annimmt. Gestern war wieder Wilbasen! Sensation des Tages: Kein Regen, keine schmutzigen Schuhe und Dafür zur größten Freude aller an interessierten Kreise: Letzte Sommer sonne über Wilbase..... Zehnmal und noch öfters waren wir au Wilbasen, doch immer lockt der Name wieder. Und so gings auch gestern, schon früh am Morgen in eilender Fahrt zum Ziel so vieler. Auf den in Nebel eingehüllten Umgehungsstraßen sahen wir Pferdehändler, Kraft wagen, Pferdekutschen und viele viele Rad fahrer, alle von einem Gedanken beseelt: Auf nach Wilbasen. Bereits um 8 Uhr morgens standen wir inmitten des Trubels auf dem Acker links und rechts von der Landstraße kurz vor Blombergs Toren. Aus der Richtung Detmold, Horn=Bad Meinberg brachten überfüllte Straßenbahnzüge riesige Menschenmassen nach hier. Eine endlos lange Menschenschlange schob sich aus dem Blomberger Hinterland nach Wilbasen. Um 9 Uhr waren nach vorsichtiger Schätzung beim Beginn des großen Pferdemarktes etwa 2—10000 Menschen hier versammelt! Es ist eine Rekordziffer, wie wir sie seit Jahren hier nicht mehr feststellen konnten. Die Landwirtschaft hat wieder Vertrauen und wendet dem Hafermotor größeres Interesse zu. Inmitten des Bauenrvolkes nahmen wir wieder Anteil am Handel und Wandel. Es ist zwar manchmal ein etwas rauher Pferdehandel, aber man muß die Menschen kennen, erst dann versteht man die Sprache. Es waren wieder 850 Pferde aufgetrieben, etwas mehr als im Vorjahre. Sag ein Mensch, daß die Pferde aussterben! IrWilbasen war davon gestern wahrhaftig nichts zu sehen. Zu sehen gab es zur allgemeinen Ueberraschung wirklich erstklassiges Pferdematerial. Besonderes Interesse galt den herrlichen Fohlen, die zu guten Preisen verkauft wurden. Ob der Handel schlecht, mittelmäßig und gut war, kann der Laie nur schwer feststellen. Wer als„Außenseiter" dem Handel zuhört, versteht trotzdem kein Wort!!! Die Sprache der Pferdehändler muß gelernt sein, diese Sprache lehrt keine Schule, diese Sprache wird wohl immer ein Geheimnis der Händler bleiben. Aber trotzdem,— daß sowieso,— hörten wir, daß gute Pferde wieder hoch im Kurse stehen und Klassenpferde manchmal sogar mit einem Tausendmarkschein bezahlt werden müssen. Wo Pferdemarkt ist, sind Zigeuner und wo Zigeuner sind, gibts natürlich auch Klepper und alte Böcke zu sehen. Die Neugierde lockte und so unternahmen wir wieder einen Besuch im Zigeunerlager —.„„„ A. Achtung, Berufskraftfahrer! Deutsche Arbeitsfront! Deutscher Arbeiterverband der öffentlichen Betriebe. Zum Zwecke der Eingliederung der Berufsraftfahrer in den für sie zuständigen Verband innerhalb der Deutschen Arbeitsfront findet am Sonnabend, den 23. September, abends 8.30 Uhr im ehem. Volkshaus ür sämtliche Berufskraftfahrer und Treckerührer in Detmold und Umgebung eine Ver sammlung statt. Wegen der Wichtigkeit der zu behandelnden Fragen liegt der Besuch der Versammlung im Interesse jedes einzelnen Becufskraftfahrers. Wir machen es jedem einzelnen zur Pflicht, an dieser Versammlung teilzuowe. Heil Hitler! Verbandskreisverwaltung Detmold Brandes, Verbandskreisleiter. Etwas abseits vom Pferdemarkt und Kirmestrubel erlebten wir ein Stückchen Pusta. Da standen sie wieder die roten, braunen, gelben und blauen Kaleschen, da hockten wieder die braunen Pferdehändler auf Kisten und Gerümpel, um sich über die Lage zu unterhalten und Richtlinien für einen möglichst raffinierten Pferdeverkauf auszuknobeln. Ein Blick hinter die Kulissen war für uns besonders interessant. Da stand der„Herr von's Ganze“, höchstpersönlich aus Hannover herübergekommen, um die Pferde vor dem Ver kauf einer letzten Prüfung zu um rziehen. Dieser modisch nicht schlecht gekleidete Vertreter der Pusta, an dessen heller Sommerhose schwarze Samtbisen schimmerten, hielt eine Zahnbürste und Schuhcreme in der Hand.„Wozu“, denken wir.„Zahnbürste und Schuhcreme paßt doch schlecht zusammen". Zigeuner denken anders darüber und was dann kam, hatten wir noch nie gesehen. Der Zigeuner tauchte die Zahnbürste in die Schuhcreme=Dose und strich mit der schwarz gewordenen Zahnbürste einem Pferde über die Augen. Und warum wohl? Wahrscheinlich um hier fehlenden Glanz vor= und Schwächen wegzutäuschen! Aber der Schwindel wurde noch bunter, denn es gab noch andere Dinge, um den Pferden Glanz und Farbe zu geben. Gottlob sind unsere Bauern, wie wir später feststellen konnten, nicht hereingefallen. Im Gegenteil, wenn die Polizei nicht dazwischen gefahren wäre, hätte an einer solennen Keilerei nicht viel mehr gefehlt! Doch nun vom Handel genug. Es gas gestern auf Wilbasen wieder Käufer, aber noch mehr Läufer und sehr viele„Sehleute“, die müde des Schauens, schließlich zum ersten Frühstück in einem der vielen, mit Blechmusik erfüllten Zelten beisammen saßen, sich Fleischbrühe und ein Stück Sülze servieren ließen, diverse Körner herunter. kippten und anschließend die erste auf dem Rost gebratene Wurst herunterdrückten, eben deshalb herunterdrückten, weil die Pelle gestern eigenartigerweise recht zäh war... Nachdem wir uns darüber klar geworden waren, den bettelnden Zigeunerkindern, die seit zwei Tagen kein Brot mehr gegessen haben wollen, kein Geld mehr zu geven, sondern an uns selbst zu denken, fanden auch wir in einem schon um 10 Uhr vollbesetzten Trompeten schmetterten lustige Weisen, vertraute Klänge:„Wenn am Sonntag abend die Dorfmusik spielt... und ähnliche schöne Dinge waren zu hören. Dann kam der Herr„Ober" und brachte uns das erste kühle„Helle". Freund August aus Heiligenkirchen gab zur Feier des Tages, er war das erste Mal auf Wilbasen, vor lauter Begeisterung eine Runde„Michollern Da konnte Onkel Karl aus Detmold nicht abseits stehen und sagte auch einen Ober, fünf Helle, aber bitte Kleine!“ Und zu aller Freude fühlte Freund Hans sich bewogen, fünf Zigarren zu spendieren. Wir waren versorgt und hörten rings um uns her dem fröhlichen Geplauder zu.„Es wiro schon wieder besser...“, meinte der alte Herr aus Mossenberg. Er hat recht, denn man sah gestern auf Wilbasen recht zufriedene Gesichter! Nach dem Pferdemarkt wollten wir noch mehr sehen. Ein Flugzeug kreiste in höchstens 50 Meter Höhe über dem Rummelplatz, warf Zettel ab, auf denen zum Besuch des Pottenhauser Rheinoldimarktes aufgefordert wurde. Dorthin, wo die grünen Zettel herunterflatterten, lenkten wir unsere Schritte. Inmitten vieler Karussells, Schaukeln, Schießbuden und Boxerbuden standen die Tanzzelte, wo nach altem Brauch an diesem Tage die Herbst=Tanzsaison des Blomberger Beckens eröffnet wird. Da recht viele Schönheiten erschienen waren, wollten wir Blumen sprechen lassen... Bald hatten wir einen Blumenstand entdeckt und lasen folgenden schönen Spruch: „Wer Blumen liebt und’nen Groschen hat, der drehe an diesem Glückesrad!" Gemacht mein Schatz! Mit leuchtenden Dahlien und Astern zogen wir vondannen. Als wir uns noch einmal nach dem schönen Spruch umsahen, hatte unser Freund und Begleiter Gustav, der vorher ganz vergessen hatte, für die kleine Gesellschaft einen auszugeben, mit dem kleinen niedlichen Blumenmädchen bereits Freundschaft geschlossen. Nicht zu Unrecht meinte jemand in unserer Runde: Wir kennen doch Gustav———“ * Doch wozu noch weiter aus der Schule plaudern! Wir haben wieder einmal auf Wilbasen viel erlebt und gesehen. Es war wirklich sehr schön! Der Nachmittag war gekommen, als Hoch betrieb zu sehen war. Es waren keine Zehntausend versammelt, o nein, viel, viel mehr. Alte„Fachleute" auf Wilbasen sagten uns, daß eher zwanzigkausend Menschen als 100 weniger hier zu fröhlichem Tun versammelt waren. Während die Musikkapellen zum Tanz aufspielten, hörten wir all' die bekannten Schlager, ohne die Wilbasen nicht leben kann. Selbstverständlich war auch„der treue Huar“ wieder da. In einem kleineren Zelt chluchzte eine Geige:„Schön ist jeder Tag, den Du mir schenkst Marie Luise...“ Alles was uns der Rundfunk und Tonfilm an musikalischen Neuheiten bereits gebracht hat, hörten wir gestern auf Wilbasen, natürlich nicht ganz so vollkommen und viel lauter: Auch was wert, denn die Herren Musikanten mußten schon ganz dicke Pustebacken machen, damit die Musik in all' dem Jube. und Trubel auch gehört wurde. Und so erlebten wir, die wir„dienstlich" auf Wilbasen waren, wieder einmal das alte Lied:„Immer wenn's am schönsten ist, muß man Abschied nehmen.. Wilbasen liegt hinter uns. Es war ein herrlicher Festtag vor den Toren der Nelkenstadt Blomberg, ein Tag ausgelassener Fröhlichkeit im Blomberger Becken, nach der Ernte ein Tag voll Jubel und Trubel... KoLippischer Kriegerbund Am 2. Oktober begeht unser Reichspräsident, der Ehrenpräsident des Deutschen Reichskriegerbundes„Kyffhäuser“, Generalfeldmarschall v. Hindenburg seinen 80. Geburtstag. Die Kameraden=Führer der uns angeschlossenen Kriegervereine haben in den nächsten Versammlungen, die möglichst auf den 2. Oktober zu legen sind, auf das Leben und Wirken des Generalfeldmarschalls besonders hinzuweisen. Werbetelegramme Das von der Deutschen Reichspost vor einigen Wochen neu geschaffene Werbetelegramm hat infolge seiner großen Werbewirkung in allen Wirtschaftskreisen besonderen Anklang gefunden. Auf vielfach geäußerte Wünsche hin soll es künftig auch kleineren geschäftlichen Unternehmungen nutzbar gemacht werden. Die Deutsche Reichspost hat daher die Zahl der Telegrammempfänger, die an verschiedenen Orten des deutschen Reiches wohnen können, für ein Werbetelegramm von sogleich an erheblich, und zwar auf mindestens 50 Empfänger herabgesetzt. Bei Werbetelegrammen, für die je Gebührenwort der Urschrift 5 Rpf. und für jede Ausfertigung ohne Rücksicht auf die Wortzahl 10 Rpf. erhoben werden, sind Telegrammkurzschriften nicht statthaft. Dagegen braucht in der Telegrammurschrift die Bestimmungsanstalt für alle an demselben Orte wohnenden Empfänger, wenn ihre Anschriften aufeinander folgen, nur einmal am Ende einer solchen Reihe angegeben zu werden. Einreise in das Saargebiet Zur Behebung von Zweifeln wird darauf hingewiesen, daß lediglich für solche Personen, die als Mitglieder eines Vereins oder einer sonstigen Personenmehrheit in dieser Eigenschaft, sei es einzeln oder geschlossen, sich in das Saargegebiet begeben, um dort an einer öffentlichen Veranstaltung teilzunehmen, eine Genehmigung zur Einreise in das Saargebiet erforderlich ist. Lobende Anerkennung der„Deutschen Woche“ des Lipverlandes Im Pressedienst des Volkswirtschaftlichen Aufklärungsdienstes schreibt Dr. Karl=Heinz Kikisch=Berlin über die„Deutsche Woche des Lipperlandes“ folgende lobende Anerkennung: „Der Wirtschaftsaufbau, für dessen energische, organische und zielklare Durchführung der nationalsozialistische Staat jede Gewähr bietet, schreitet rüstig fort. Die Zahl der Arbeitslosen geht zurück. An die Stelle von Verzweiflung bei Millionen unserer Volksgenossen tritt Hoffnung, aber auch das Mahnwort heran, das die diesjährige Deutsche Woche uns zuruft: Hitler baut auf, helft mit. Hitler baut auf, unsere Volksgenossen weiden wieder in die Wirtschaft eingeordnet. Hitler baut auf, die Schornsteine der Fabriken werfen wieder ihren Rauch zum Himmel. Hitler baut auf, mit hoffnungsfroher Hand greift der Bauer wieder sein Ackergerät, um des Volkes Nahrung aus der heligen deutschen Erde zu gewinnen. An alle aber, die als Verbraucher deutscher Ware jedweder Art, die als Auftraggeber fur deutsche Arbeit in Frage kommen, ergeht de: Ruf, der die Arbeitsbeschaffung mit dem Hinweis auf das Verantwortungsgefühl des Einzelnen verbindet: Hitler baut auf, helft mit, kauft deutsche Ware! In diesem Sinne erlebten wir die Deutsche Woche des Lipperlandes, die in der Zeit vom 9. bis 17. September stattfand. In Detmold und in allen lippischen Städten gestaltete sich diese Deutsche Woche, die unter der Schirmherrschaft des Herrn Reichsstatthalters Dr. Meyer stand und um deren Durchführung sich Staatsminister Riecke große Verdienste erwarb, zu einer einzigartigen Kundgebung. Gewaltig rauschte oas Fahnenmeer über Detmold, fest und straff klang der Schritt der aufmarschierenden SA., SS. und des Stahlhelms, tief ergreifend war die Eröffnungskundgebung im Landestheater zu Detmold. Das neue Deutschland, das Dritte Reich hielt hier seinen Appell an die Wirtschaftsver nunft des deutschen Staatsbürgers. Wir müssen deutsche Waren kaufen, damit Väter, Brüder und Söhne wieder Arbeit haben, wir müssen von neuem das deutsche Handwerk achten lernen, wir müssen unser Sein mit dem deutschen Schaffen verbinden, damit Deutschland wieder groß werde, ein freies Reich, das Dritte Reich in letzter nationaler Vollendung!" „Deutsche" Woche“ im Rundfunk Die„Deutsche Woche des Lipperlandes" wurde am Montag abend allen Hörern des Westdeutschen Rundfunks durch eine Reportage nahegebracht. Man hörte einen umfassenden Bericht über die geleistete Arbeit und besonders eine bilderreiche Darstellung des Festzuges. Durch eine ansprechende musikalische Untermalung des Hörberichts wurde allen Hörern das Bild der Landeshauptstadt Detmold, des Lipperlandes mit seinem Hermannsdenkmal und seinem reichen Leben und seiner geschichtlichen Entwicklung lebendig. Der Sprecher des Verkehrsverbandes wußte besonders durch die Unterstreichung der Schönheiten und der geschichtlichen Eigenart der verschiedenen lippischen Städte eine geschickte Werbung zum Besuch damit zu verbinden, so daß auch dem Wort„Ganz Lippe eine Sommerfrische“. Genüge getan wurde. Dem Dank des Sprechers des Rundfunks an den Landesbeauftragten Petersson und seinen nächsten Mitarbeitern schließen wir uns aus vollem Herzen an. Eine großzügiae Werbung für unser Lipvisches Landestheater Detmolder, rettet Euer Theater! Unter diesem Motto soll ein großangelegter Werbefeldzug für unser Lippisches Landestheater unternommen werden. Zu diesem Zweck fand gestern abend im Hotel„Kaierhof“ eine Besprechung der Theaterbeuchergemeinschaft„Deutsche Bühne“ statt, sie von Kulturkreisleiter Dr. Wiegand geleitet wurde und zu der auch Oberregierungsrat Dr. Oppermann, Intendant Becker, der Intendant von Münster sowie Intendant Leon Geer vom Stadttheater Bielefeld erschienen waren. Unser lippisches Landestheater als wichtiger Kulturträger muß uns erhalten bleiben, muß von dem Opfersinn der lippischen Bevölkerung getragen werden, der es eine Stätte guter deutscher, volksverbundener Kunst sein will. Wie wir schon einmal mitteilten, sind die Preise so gestaffelt, daß es wohl jedem, der guten Willens ist, möglich sein dürfte, einen Dauerplatz zu mieten. Darum hinein in Euer Theater, Detmolder! Am Sonntag werden Euch dazu Sprechchöre aufrufen, die alle Straßen durchziehen. SA., SS., Hitlerjugend, B0M., werden werben, die Detmolder Gesangvereine werden auf verschiedenen Plätzen der Stadt deutsche Weisen singen und ebenfalls werden Platzkonzerte veranstaltet, wobei immer wieder gemahnt wird„Detmolder, rettet Euer Theater! Zeichnet Euch in die Listen ein!" Am Dienstag wird nochmals dieser Mahnruf durch die Stadt schallen und von allen Plätzen aus Sängermund hallen. Der Mittwoch bringt als Krönung dieser ersten Werbearbeit eine große Werbeveranstaltung im Landestbenter. bei der die Spitzen der Behörden und Theaterleiter sprechen werden, Chöre gesungen werden, ein Orchester spielt und namhafte Künstlerinnen und Künstler als Solisten auftreten. Die Karten zu dieser Werbeveranstaltung, bei der niemand fehlen darf, werden ab kommenden Freitag ausgegeben. Am Mittwoch abend kann auch jeder, der schon einen Dauerplatz gemietet hat, sein Glück machen, da zwei Dauerkarten, die für die ganze Spielzeit Gültigkeit haben, ausgelost werden. Aber nur wer seinen Willen zur Erhaltung des Theaters durch Mieten eines Dauerplatzes bekundet, kommt als Empfänger in Frage. Darum Detmolder, kommt recht zahlreich am nächsten Mittwoch zum Theater und zeichnet Euch in die Listen für die Winterspielzeit ein, denn— so sagte Staatsminister Riecke einmal—: Der Thea. terbesuch ist im Dritten Reich kein müßiger Zeitvertreib, sondern Dienst am Volke. Er gibt dem Künstler Arbeit und Brot, fördert die Wirtschaft und schließt uns zusammen im gegeinsamen brleben der erhabenen Schhnt der Deutschen Kunst. Und zum Schluß noch ein Wort von Staatskommissar Keller: Wer soll in unser Theater kommen? Alle, aber wirklich alle, Die Kasse am Theatereingang soll keinen zurückhalten. Darum zeichne dich ein und gib auch anderen die Möglichkeit zum Besuch. Wir alle wollen uns gemeinsam freuen, erbauen und stärken für den deutschen Aufbau.“ Aus der Landeshauptstadt Detmold, den 21. September. * Ihren 90. Geburtstag feierte gestern in seltener geistiger und körperlicher Frische eine altbekannte Detmolderin, Frau Henriette Wellner, Gretchenstraße 3. Mit viel Vergnügen liest sie noch täglich die Zeitung. Wir schließen uns den vielen Gratulanten an und wünschen der Jubilarin noch einen sonnigen Lebensabend. * N o c h e i n m a l g u t a b g e l a u f e n. G e s t e r n nachmittag, kurz nach 17 Uhr, wurde auf der Hornschen Straße in der Nähe des ehemaligen Zollamtes eine Schülerin, die mit ihrer Klasse von einem Radausflug zurückkam und nicht aufgepaßt hatte, von der Straßenbahn angefahren und auf die Straße geschleudert. Das Mädchen kam glücklicherweise ohne Verletzungen davon, während das Fahrrad leicht beschädigt wurde. * Ein kunstvolles Modell eines Segelflugzeuges, das von dem Modellbauer Karl Herdejost in viermonatiger Arbeit gebaut wurde, ist augenblicklich im Schaufenster der Buchhandlung Schnelle, Lange Straße, ausgestellt. Die Schönheit der Arbeit dürfte auch über den Kreis der Flugsportbegeisterten hinaus Beachtung finden. Lage Luftfahrtlehrgang. Im Rahmen der in der Berufsschule stattfindenden Luftfahrtlehrgänge wird Herr Fregatten=Kapitän Brandt aus Detmold am heutigen Donnerstag abend 8 Uhr einen Vortrag halten über Navigation und Kompaßkunde. Die Mitglieder des Luftfahrtvereins Lage werden darauf hingewiesen. Freunde des Luftsports sind willkommen. Der Vortrag, der unentgeltlich ist, findet statt in Zimmer 5 der Berufsschule. Die Abschlußprüfungen als Ingenieur bestanden Herr Fritz Selse, Werrestraße und Hermann Haase, Lange Straße, beide mit sehr gut. Das Blindenkonzert in der res. Kirche bot allen Freunden kirchlicher Musik einige genußreiche Stunden. Neben dem Organisten Otto Heinermann wirkte die Quartettvereinigung Lage und Herr Wilke=Detmold mit. Die musikalische Feierstunde war für alle Hörer ein Erlebnis, die dankbar für das Gebotene des Abends waren. NS.=Frauenschaft wirbt. Am Sonnabend abend findet im Hotel Reichskrone ein Werbeabend statt. Die Veranstaltung wird mit einem reichhaltigen Abendprogramm aufwarten. Alle Bewohner sind hierzu herzlichst eingeladen. Schötmar Brief verloren. Am Dienstag morgen wurde auf dem Wege vom Bahnhof nach Ehrsen, wahrscheinlich in der Mergelkuhle, ein Brief mit Parteimarken verloren. Der Brief trug die Aufschrift A. Hollensteiner. Der Finder wird Es spult im Seebaus Ein heiterer Noman von Marianne von Ziegler. Copyright by Georg Müller u. Albert Langen. 47. Fortsetzung. „Das Seehaus?" wiederholte Frau Hollweck tonlos. „Ich muß vorausschicken, daß wir schon lange einer ganz organisierten Bande nachspüren, die bei allen möglichen Gelegenheiten die Hände im Spiel hat. Wo Banknoten gesälscht, Hotelzimmer beraubt, verbotene Waren gehandelt werden... immer trefsen wir auf dieselbe geschlossene Front, die durch ihren lückenlosen Zusammenhalt fast unangreisbar schten. „Aber wie kam gerade das Seehaus in Verdacht?“ „Immer noch unbegreiflich, was?“ neckte Martin seine Frau, die sich endlich an einem Glase Wein gestärkt hatte. Des—".——„"— der glü Gracgand! S erngs nachsorschen. Und dabei ergab sich so nebenbei, daß hier herum doch recht viel Spitzbüberei gedieh.“ Gina wurde dunkelrot. „Besonders im Schmuggel waren sie groß, aber man bekam utemand zu fassen. Kein Zweifel, daß geschickte Hehler in nächster Nähe waren. Die mußte man herausbekommen. Der alte Graswandl, dem man eigentlich außer seiner großen Gemütlichkeit nichts Schlimmes nachweisen konnte, wurde in aller Stille versetzt, und dafür kam der Kommissar Fuchsberger, einer unserer tüchtigsten Leute, nach Bichelberg.“ „Und von all dem haben Sie kein Wort gesagt?“ fragte Frau Hollweck vorwurfsvoll. Heinrich legte beteuernd die Hand aufs Herz.„Ich schwöre Ihnen, gnädige Frau, bei meiner Würde als Schwammerlkönig, bei dem Kranz, der meine Locken schmückte, ich wußte kein Wort davon. Daß die Geschichte hier mit der Bande zusammenhängt, der ich nachstelle, und daß der Mann, der sich Direktor Westhoff nennt, zum mindesten einer ihrer Hauptunternehmer ist, ging mir erst heute auf. Allerdings mit Hilfe der Ereignisse von gestern abend.“ „Ader du, Martin, wohin bist du so plötzlich verschwunden? Ich habe mich so um dich geängstigt.“ Martin erzählte unter großer Heiterkeit die Geschichte seiner Festnahme bei der Untersuchung des nächtlichen Spukes. „Du hättest wenigstens gleich morgens wiederkommen „Doch nicht. „Doch nicht. Während sie mich auf der Station verhörten, traf die erste telephonische Meldung des Herrn Polizeirats ein. Als er erfuhr, daß ich zufällig anwesend sei, verlangte er natürlich auch mich zu sprechen und bat mich dringend, in der Nähe braucht wür der Strippe zu bleiben, falls ich rde. Uebrigens war mir das auch R87 noch einmal geganz lieb, denn die Verstellung fremd.“ wir gl Und wie K glaubten, du seiest selbst verhaftet worden, rähuber „Ja, dieser Brave sitzt wirklich. Sie trauen ihm nicht recht. Er war zu eng mit Nante befreundet. Uebrigens, um alles in der Welt, Gina, wie kommst du zu dem falschen Gelde? Er bleibt dabei, du hättest es ihm gegeben!“ Gina verbarg ihr Gesicht in den Händen.„Frau Gaedeckes Rechnung... Möbius hat sie mir gestern abend damit bezahlt.“ „Nun natürlich,“ fiel der behagliche Herr Polizeirat ein, „Möbius gehörte auch zu Westhoffs Leuten. Ich zweifle nicht, daß die falsche Note vom Herrn Chef selber stammt.“ meine Diamanten?" fragte Piet.„Wer hat denn „Ja, mein lieber Herr van Dongern, darüber bin ich mir nicht ganz im klaren. Er, Möbius oder das Frauenzimmer. Einer von den Dreien muß es gewesen sein. Sobald wir sie haben...“ „Wenn wir sie kriegen!" „Das wollen wir jedenfalls versuchen. Aber darum heißt t aufbrechen. Gut, daß ich den Dienstwagen habe.“ wollen hinter ihnen drein?" „Das hätte keinen Wert. Nein, noch einmal zurück Bichelberg. Von dort gebe ich telephonische Weisung na allen Richtungen hinaus. Irgendwo geraten sie schon in die Falle. Aber ich bitte Sie, mit mir zu kommen. Ich — Magen ist seiden kann Ihre Aussagen nicht gut entbehren. Der Wagen groß und bequem: Herr und Frau Hollweck, die beid Herren Reichenbach.. „Wie, ich auch?“ fragte Vater Konrad bestürzt. Das fast vergessene Gespenst seiner Schuld stieg wieder vor ihm auf. „Gerade Sie, Mann des unsträflichen Gewissens," lachte der Polizeirat.„Dr. Mohr hat mir Ihr Abenteuer mit der Salamtwurst erzählt. Ich kann auf Ihre Vernehmung nicht sichten. Aber seien Sie ohne Sorge, es passiert ts. Und da Sie mit dem Schmuggel und mit der meier zusammenhängt...“ „Ich weiß!“ gestand Konrad leise. Ihnen Dame „Muß ich auch mit?“ fragte Piet, die Augen ängstlich aufreißend.„Meine Leber ist schon ganz geschwollen... „Sie kriegen die gewohnte Medizin und dürfen sich hier Ihren Schrecknissen erholen. Später schicken wir dann tüchtigen Fuchsberger, der sich von Ihnen alle Einzelüber den Wagen und Ihre Diamanten erzählen lassen von heiten U soll.“— „Und ich?“ „Du mußt— „Ganz allein kann überlassen, sie sind Herr van Dongern Mittagessen bekommen fragte Gutrune, hier bleiben, ich das Haus ohnehin schon soll doch we ie, Kurts Hand fassend. Kind!" bestimmte die die Treppe bestimmte die Mutter. den Mädchen heute nicht ganz närrisch. Der arme — wenigstens sein ordentlich Und jemand muß auch nach Maried e Pershcen. Und Schlons mag Gauf Rauf Mal Ich will mich nur schnell bei ihr verabschieden.“ Fran hinauf. Mariechen Reichenbach hatte inzwischen Ruhe und send ausgekostet und sing an, sich sanft zu Laut drang als Ausläuser der aufregenden habseligkeiten wieder sauber geordnet, als em Anklopsen den Kopf ins Zimmer itte eben ina Hollweck nach kurzem an— steckte.„Wie, schon auf?“ rief sie etwas erschrocken. Ach, Mariechen wäre im Bett so gut aufgehoben gewesen! Was machte man nun mit ihr? Gerade heute, an diesem Tag, wo sicher im Hause alles drunter und drüber ging? Da kam ihr einer jener glücklichen Einfälle, mit denen sie schon manches liebe Mal schwierige Lebenslagen überwunden hatte. Sie würde einfach Mariechen die Verantwortung übertragen, die mochte dann sehen, wie sie zurecht kam, und wenn etwas passierte, war es ihre Schuld. Nicht ohne Feierlichkeit legte sie also ihren Schlüsselbund wie eine Opsergabe auf den weiß überdeckten Toilettentisch.„Ich habe eine große Bitte an dich. Liebste. Würdest du für ein paar Stunden an meiner Stelle das Haus betreuen? Ich muß rasch wegfahren, es ist eine ganz wichtige Sache, Martin und ich haben in Bichelberg zu tun; ich erzähle dir später... oder laß es dir von dem Kind erzählen, Gutrune bleibt ja hier. Es liegt mir sehr viel daran, daß ich alles hier in deinen erfahrenen Händen weiß. Ordne an, was du willst. Du verstehst ja viel mehr sche Umarmung, ehe stürmis davon als ich!" Nun noch eine Mariechen protestieren konnte. (Fortsetzung folgt.) gebeten, den Brief beim Ortsgruppenführer, g. Wolfmeier, abzugeben. Eine Schulverstandesitzung findet heute aben 7.30 Uhr im Konferenzzimmer statt. Auf der Tagesordnung stehen folgende Punkte: Reparaturen, Hilfskasse, Verschiedenes. Bad Salzuflen uu ubeen naler Massenkundgebung Teilnahme des Reichsstatthalters. Sonnabend abend wird im Kurhaus Bad Salzuflen eine Massenkundgebung der RSDAP. stattfinden, an der Reichsstatthalter und Gauleiter Dr. Meyer über die Arbeitsschlacht in Lippe sprechen wird. Terrassen stehen zur Verfügung, sodaß erwartet werden darf, daß die Bevölkerung mn Scharen zu dieser Versammlung strömt. * 5000 J.a für die Winterhilfe haben Hoffmanns Stärkefabriken Aktiengesellschaft zur Verfügung gestellt. Für diese schöne Spende, die wesentlich zur Linderung der Not im kommenden Winter beitragen wird, gebührt der Firma allseitiger Dank. Eine schwere Schlägerei trug sich in der vorletzten Nacht gegen 2 Uhr vor dem Restauran „Bürgerbräu“ in der Langen Straße zu. Zwei junge Leute wurden hier von drei anderen Männern derartig mit Fäusten und Fußen arbeitet, daß sie bald, arg zugerichtet, hilflos auf der Straße lagen und um Hilfe riefen. Die Schwere der Schlägerei läßt sich daraus erkennen, daß noch am gestrigen Vormittag am Tatort eine große Blutlache zu sehen war. Die Personalien der Raufbrüder konnten noch nicht festgestellt werden, da die kurz danach die Straße kontrollierende Polizei niemanden mehr antraf und gestern vormittag noch keinerlei Anzeige erstattet worden war Neuigkeiten aus den Aemtern Montag abend im Dreierkrug statt. Mit Befriedigung konnte festgestellt werden, daß d Mitglieder fast restlos erschienen waren. Als kommiss. Zellenwart wurde Pg. Gustav Beige bestimmt. Als kommiss. Blockwarte####.###r. nannt: Pg. Blum für Spark=Eichholz, Pg. Leo Altmeier für Nemmighausen, Pg. Stork für Schönemark und Pg. Fritz Fiener für Schmedissen. ef. Hiddesen. Von der Freiwilligen Feuerwehr. Der erste Sonnabend im Oktober gehört alljährlich der Freiwilligen Feuerwehr, die an diesem Abend traditionsgemäß ihr Stiftungsfest begeht. In der letzten Versammlung wurde beschlossen, das Fest in bekannter Weise am 7. Oktober in den Räumen der Frischen Quelle zu feiern. el. Heidenoldendorf. Richtefest in der Gemeinde. Während am Sonnabend vom Neubau des Herrn Strunk auf der Waldheide die Hille=Bille=Schläge ertönten, wurde gestern abend der Neubau des Herrn Dörenmeier Sichterheide gerichtet. Neben zwei Siedlungshäusern auf der Waldheide, die schon unter Dach sind, und den oben erwähnten Bauten, harren noch einige Siedlungshäuser im neuen Sied Angsgelände„Mühlenbruch“, der baldigen Vollendung. el. Heidenoldendors. Einen Ausflug an den herrlich gelegenen Postteich unternimmt am kommenden Sonntag der Diestelbruch im Verein mit dem Orchesterverein, welche beide unter der Stabführung des Herrn Kreiling schon des öfteren ihr Können unter Beweis gestellt haben. Dem Gesangverein „Thusnelda“ sowie der„Einigkeit" Pivitsheide ist eine Einladung zugegangen. Es soll am Wer i“ der Finder? Vor einigen Tagen ver: Sonntag ein Sängertreffen werden, bei dem or eine“ me auf dem Wege von Bad Salz= aue Chöre auch insgesamt, Perlen, des deutschen amntn in Haudtasche in melcher i#d: Gehör bringen. Die Bürgerschaft ist zu diesem Sängertreffen, das keinerlei Kosten verursacht, herzlich eingeladen. gesamten Gemeindevertretung und dem Gemeindevorstande gebildet wurde. Darauf wurde die Sitzung geschlossen. * Ehleubruch. Großfeuer! Aber zum Glück war es nur eine Uebung; als am Sonnabend, 18.30 Uhr, die Sirenen der Fa. Bergmann und des Sägewerkes in Kachtenhausen ertönten und gleich darauf die Alarmierung der Freiwilligen Feuerwehr Kachtenhausen erfolgte. Nach kurzer Zeit traf die Feuerwehr Kachtenhausen an der Brandstelle bei Landwirt Obermann in Ehlenbruch ein. Es wurde angenommen, daß das Feuer in der Scheune entstanden sei. Das Feuer sollte inzwischen soweit um sich gegriffen haben, daß die Scheune selbst mehr zu rellen war. Die Wehr mußte daher die Rettung der Nachbargebäude vornehmen. Gegen 19 Uhr traf die Kleinmotorspritze aus Helpup ein und etwas später die Freiwillige Feuerwehr Evenhausen. Die Kleinmotorspritze schützte die Nachbargebäude mit drei Leitungen und mit der 4. wurde der„Hopphruggite Evenhausen Wasser zugeführt. Die drei Wehren konnten die Nachbargebäude danach mit sieben g Schlauchleitungen schützen, so daß ein UeberIn Ergänzung unseres ausführlichen Bi= greifen des Feuers unmöglich war.— In der anrichtes über den Verlauf des Tages in Wil= schließenden Aussprache wurde von der einzel: trieben waren. 6—8 Wochen alte Ferkel fallen sei. kosteten durchschnittlich 10 schweine 32—35 Pfg. je Pfund. Der Handel war flau. Die Sensation des Tages! mit einem Kleinkaliber=Gewey., um Spatzen zu schießen. Plötzlich ging der Schuß los. und die Kugel traf einen Schüler in den Hals. Er wurde sofort ins Detmolder Krankenhaus übergeführt, wo die Kugel auf operativem Wege entfernt werden konnte. Hoffentlich hat der beklagenswerte Unfall keinen dauernden Schaden für den Perletzten. In Kinderhände gehört keine Waffe! * Holzhausen= Externsteine. Aus der Schule. Die Herbstferien in der Schule beginnen hier am 22. September und dauern 3 Wochen. Herr Lehrer Augustin, welcher hier seit Anfang August d. Is. an der Schule als Hilfslehrer unterrichtete, will nach den Ferien Holzhausen verlassen, um eine neue Lehrerstelle in Blomberg zu übernehmen. Abendmeldungen aus Wilbasen lox eine ime auf den Wege don S————5 uflen nach Wüsten eine Handtasche, in sich etwa 25 Mark Bargeld, eine mit den Buchstaben H. D. gekennzeichnete goldene Damenuhr, eine Nagelschere und ein Taschentuch, welches die Buchstaben H. R. trägt, befanden. Der Finder wird ersucht, die Tasche auf dem Fundbüro oder bei der Kriminalpolizei abzugeben. Lemgo Feuerwehrübung. Die hiesige Feuerwehr veranstaltete am Mittwoch abend gegen 5.30 Uhr unter Mitwirkung der Sanitätskolonne eine Uebung am Rieper Berg. wurde, daß ein mit 20 Personen besetzter Lastwagen die Böschung heruntergefahren war und sich überschlagen hatte. Ein Toter und 9 Schwerverletzte mußten aus den Trümmern des in Brand geratenen Wagens geborgen werden. Die sogleich alarmierte Feuerwehr war schon nach wenigen Minuten zur Stelle und unter der Leitung des Landesbranddirektors GünterDetmold wurde tatkräftig gearbeitet, um die Verunglückten unter den Trümmern des Wagens hervorzuziehen. Die Bergungsarbeiten gestalteten sich sehr schwierig, da— wie angenommen wurde— das Lastauto bei dem Sturze in Brand geraten war. Die Sanitätskolonne nahm sich der Schwerverletzten an und legte Notverbände an. Nach erfolgreicher kurzer Bekämpfung war das Feuer gelöscht und die Aufräumungsarbeiten wurden in Angriff genommen. Im Verein mit der Sanitätskolonne konnten die Schwerverletzten in das Lemgoer Krankenhaus geschafft werden. Nach etwa stündiger Dauer war die Uebung beendet. Die sich anschließende Kritik war für alle Mannschaften lobenswert. Der 1. Tag des Obstverkauses brachte einen Erlös von erwa 300.K. Es waren zahlreiche Käufer erschienen. Auch die Gebote sind als überaus gut zu bezeichnen. Es hat den Anschein, als ob die Propaganda der Deutschen Woche: Eßt deutsches Obst, sich auch hier bei dem Obstverkauf dereits auswirkt. Wir hörten in diesen Tagen erst von einem Kaufmann, daß er in den letzten 14 Tagen keine ausländischen Früchte verkauft hat, ein Zeichen dafür, daß die unentwegte Bekämpfung des Genusses ausländischer Früchte erfolgbringend ist. Die Konsul=Wolfsstraße ist seit einigen Taaen fertiggestellt und dem Verkehr wieder übergeben. Die Straße ist mit Großpflaster versehen und macht jetzt einen vorzüglichen Eindruck. Die Hersorder Straße sieht ihrer Vollendung entgegen. Morgen wird die Dampfwalze zur Einwalzung der Straßenbahn kommen, eine Arbeit, die von der Regierung ausgeführt wird Im Anschluß daran werden dann die Bürgersteige und die Einfriedigungsmauern fertiggestellt werden. ek. Klüt. Belebung auf dem Baumarkte. Jetzt noch, im Nachsommer, hat die Bautätigkeit unserer Gemeinde einen großen Impuls bekommen, und zwar werden an der Landstraße, unweit der Randsiedlung, noch vier Neubauten errichtet, die alle noch vor Beginn des Winters fertiggestellt werden sollen. * Laßbruch. Hohes Alter! Am morgigen Tage feiert der Altbauer August Bünte Nr. 1 seinen 80. Geburtstag. Ein Leben, reich an Arbeit und Mühe, an Hoffen und liegt hinter ihm. Hat er doch auch den Wandel der Zeiten, den 70er Krieg, die Aufbaujahre Deutschlands großen Kriegen und seinen Niedergang gesehen. Und heute darf er freudiger als je an die Zukunft glauben. Er ist ein echter Bauer, seinen Hof hat er prächtig aufgebaut seine Felder tragen gute Ernten. Aber nicht nur für sich sorgte er, er lebte für die Allgemeinheit. Jahrzehnte bekleidete er die Ehrenposten der Gemeinde, von denen nur die Tätiakeit als Vorsteher und Brandmeister genannt sein sollen. Und gern ging dieser oder jener hin. um sich bei diesem echt deutschen Manne Rat zu holen, der auch gern gegeben wurde. Er ist alt geworden, der Altbauer Bunte, doch liest er noch jeden Tag seine Lippische Tages; zeitung. Im Kreise seiner Kinder. Enkel und Urenkel wird er seinen 80. Geburtstag feiern. Möge ihm noch mancher Tag zur Freude seiner Familie beschieden sein! Während in den vergangenen Jahren viele Taschendiebstähle an der Tagesordnung waren, ist bis gestern abend 11 Uhr kein einziger Taschendiebstahl gemeldet. Ein Unfall. Gestern vormittag wurde in der Nähe der Molkerei Blomberg kurz vor dem Rummerplatz in Wilbasen ein Mann aus Blomberg von einem Kraftwagen angefahren und ernstlich verletzt. Kleine Schlägereien. Wie gewohnt, kam es im Laufe rigen Abends auf dem Wilbasener Markt zwischen Zigeunern zu Streitigkeiten. Der Gummiknüppel der Sicherheitsbeamten machte dem Streit ein schnelles Ende. Weitere kleinere Streitigkeiten wurden im Keime erstickt. Die Sicherheitsbeamten (Polizei und Gendarmerie) hatten einen schweren Tag und sorgten für einen ungestörten Verlauf des großen Tages auf Witbasen Oerlinghausen * Haustenbeck. Begradigung des Rotebaches. Seit einiger Zeit sino Notsta. s arbeiter damit beschäftigt, den Rotebach zu begradigen. Die zum größten Teil morschen und verfallenen Ueberfahrten werden durch neue ersetzt. Durch die Begradigung wird eine bessere Abflußmöglichkeit geschaffen, so daß die stellenweise sehr sumpfigen Wiesen entwässert werden. * Haustenbeck. Seinen 77. Geburtstag feiert am heutigen Tage der Maurermeister Adolf Rose Nr. 160. Wir wünschen Herrn Rose, der körperlich und geinig noch sehr rüstig ist, daß ihm ein weiterer sonniger Lebensabend beschieden sein möge. * Helpup. Leichtsinnige Schießere:. Zwei 13jährige Schüler spielten Montag abend Terminkalender für den Kreis Lippe im 2. Kreisklasse— Gruppe 1: * Humseld. Eine Sitzung des Gemeindeausschusses fand in der Gastwirtschaft Wehrmann statt. arbeiten auf den großen Wiesengrundstücken, die den Landwirten Rehmsmeier und Tramsmeier gehören, wurden eingehend erörtert und es wurde einstimmig beschlossen, die Arbeiten auszuführen und die Gemeinde als Trägerin dieser Arbeiten auftreten zu lassen. Ferner wurde beschlossen, vor der Hofauffahrt des Landwirts Tramsmeier einen großeren Kang, durchlaß zu legen, damit bei Hochwasser nicht dauernd die Straße überschwemmt Nrr. erforderlichen Rohre will Tramsmeier liefern. Durch diese Arbeiten wird hier wieder auf lange Sicht Arbeitsmöglichkeit geschaffen. Unter Punkt Verschiedenes wurde der ablehnende Bescheid der Landesregierung in der Eingemeindungssache Vogtskamp und Oelentrup zur Kenntnis genommen; ebenfalls ein Schreiben der Kreissparkasse. Desgleichen wurde ein Schreiben des Landratsamtes betr. Müll abfuhrplätze, ein Schreiben des LLandeskenservators betr. Sammlung vorgeschichtlicher Altertümer verlesen und dem Vorsteher zur gung übergeben. Ein Schreiben des Bauratsamtes betr. Bildung eines Kampfausschusses zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit wurde dahingehend erledigt, daß der Ausschuß von der Aus der Rachbarschaft Schweres Motorradunglück Ein Toter, zwei Schwerverletzte. Salzkotten, 20. September. Gestern abend gegen 7.30 Uhr ereignete sich auf der Landstraße Paderborn—Salzkotten kurz hinter der Warte ein folgenschweres Unglück. Der etwa 60jährige Schlachter Brinkmann aus Salzkotten hatte an der Straße Zwetschen gepflückt und diese wie auch die Leiter auf einem Handkarren verladen. Um nicht nach Salzkotten laufen zu müssen, hatte er sich auf einen Pferdewagen gesetzt und zog von diesem aus seinen Karren, der nicht beleuchtet war. Wahrscheinlich in Folge der Dunkelheit fuhren zwei junge Geseker Motorradfahrer, die aus Richtung Paderborn kamen, auf diesen Karren auf. Brinkmann stürzte vom Wagen und erlitt einen komplizierten Beinbruch und starkblutende Verletzungen. Der Führer des Motorrades, Kreggenwinkel und sein Sozius Hesse verunglückten ebenfalls schwer. Hesse wurde vom Soziussitz auf die Straße geschleudert, wo er mit einem doppelten Schädelbruch liegen blieb. Kreggenwinkel zog sich eine große Fleischwunde am Unterschenkel zu. Trotz sofortiger Operation starb Brinkmann doch infolge des großen Blutverlustes. Gerichtssaal Aus dem Gerichtssaal. Ein hiesiger Kaufmann war angeklagt, Tapeten zu Partiepreis an Malermeister abgegeben und dadurch entgegen der Verordnung des Preiskommissars gehandelt zu haben. Der Angeklagte bestritt die Gültigkeit der Verordnung, während das Gericht die Rechtsgültigkeit feststellte. Der Kaufmann erhielt 30 Mark Geldstrafe Ein Melker aus Vahlhausen hatte in betrunkenem Zustande eine Fensterscheibe eingeschlagen und erhielt dafür eine Geldstrafe von 10 Mark. Für ein Knallpistolenschießen womit er sich nächtlicherweise belustigte, erhielt derselbe Melker 3 Mark Geldstrafe. Was sich ein altes Mütterchen unter dem vorgeschichtlichen Oerlinghausen vorstellt. Bekanntlich war der Oerlinghauser Festwagen anläßlich der Deutschen Woche in Detmoll an der linken Seite mit folgender Werbeschrift ver sehen:„Besucht das vorgeschichtliche Oerling= hausen“! Wohl die meisten Beschauer vermuteten von weitem, es mit Germanen zu tun zu haben, jedenfalls mußte das aus dem Zuruf wie:„Jetzt kommen die alten Germanen“, ge schlossen werden. Ein altes Mütterlein mit Umgebung dachten sich das vorgeschichtliche Herlinghausen aber in die Gegenwart versetzt, wie ein neben dem Mütterlein gestandener Oerlinghauser Bürger mitteilt. Dieser hatte seine helle Freude an deren Unterhaltung und hatte Not, nicht in Lachen über die Unterredung auszubrechen. Wir geben„oze'g, ,gage hafte Unterredung gern wieder:„Seo, dat sind dä Ankhiuser. Laupet denn dä de o# ben jummer leo rümme, auch in'n Winder fräuset dä nich? Eck dachte, vandage geube et söcke Wilden nich mehr, un dann nau in iusen Lipperlanne! Nein, mein liebes Mütterchen, wir Oerlinghauser sind keine Wilden, wir leben genau wie du. Wir wollten nur zeigen, wie unsere Vorfahren vor 7000 Jahren lebten. 9. Pivitsheide— Kachtenhausen, Jeschke Lage; Blomberg— Horn, Bergmann Höntrup; Waddenhausen— Klut, mann=Helvup; Hiddesen— Hörste, Mer tens=Heidenoldendorf. 1. 10. Kachtenhausen— Blomberg, WalterHelpup; Wahmbeck— Jerxen=Orbke, Deppermann=Lemgo; Horn— Waddenhausen, Kröge=Schlangen: Klüt— Hiddesen, Mackwart=Detmold; Hörste— Pivitsheide, Meier=Sylbach. 8. 10. Pivitsheide— Wahmbeck, LesemannHelpup; Hiddesen— Kachtenhausen, Sauer= Detmold; Waddenhausen— Hörste, Buse=Lemgo; Blomberg—. Klüt, Kröge=Schlangen: Jerxen= Orbke— Horn, Reineke=Klüt. 22. 10. Wahmbeck— Hiddesen, Bolte=Lemgo Kachtehausen— Waddenhausen, JeschkeLage: Hörste— Blombera. WalterHelpun: Klüt— Jerxen=Orbke. W. Postert= wold: Horn— Pivitsheide, Horstbrin! Cappel. Huls. Radsport Werbefest in Lieme. Am kommenden Sonntag veranstaltet der Radfahrverein„Tempo“ Lieme einen Werbetag für den Radsport. Mehrere auswärtige Vereine haben ihre Mitwil=ung zugesagt; u. a Wendlinghausen, Leese, Spork, Haustenbeck und der Kunstfahrer Letti=Hannover. Nach dem Empfang der auswärtigen Vereine findet um 12.30 Uhr eine wichtige Besprechung statt, in der über den Zusammenschluß aller lippischen Radfahrervereine im deutschen Radfahrerverband beraten werden soll.— In einem 1000 m Zuverlässigkeitsfahren erhält der Sieger den Titel: Lippischer Kurzstreckenmeister. Startberechtigt sind alle Fahrer, ob sie einem Verein angehören oder nicht. Im Anschluß an die Zuverlässigkeitsfahrt findet eine Werbefahrt durch den Ort statt. Radballspiele, Kunst= und Reigenfahren werden den Abschluß dieses Werbetages bilden. Asle lippischen Radfahrervereine und Sportfreunde werden gebeten, an diesem Tage in Lieme zu erscheinen. Ein gewisser Herr Gran Die Ufa startet am Freitag in den Landestheater=Lichtsvielen ibren neuesten Film Produktion 1933/34 und zwar gleich mit ihrem Spitzen=Spieler Hans Albers in der Hauptrolle. Die größten deutschen Schauspieler, Albert Bassermann, Karin Hardt, Tschechowa, Svelmanns, Rilla, Schur, v. Meyerinck, Schlettow, Deppe, Odemar, Loos usw. sind mit von dieser Ufa=Partie die im sonnigen Süden spielt, die von Sensationen angefüllt ist und deren unerbörter Erfolg bedingt ist durch Anhäufung größter deutscher Qualitätsarbeit, eben ein Begriff des Namens„Ufa“. In allen deutschen Großstädten wie Düsseldorf und Hamburg, in denen augenblicklich der Film„ein gewisser Herr Gran“ in Uraufführung läuft, sind die Rekordziffern von„Bomben auf Monte Carlo“ weit übertroffen, da Ein gewisser Herr Gran“ überall den größten Erfolg beim deutschen Theaterpublikum gefunIn den esten 3 Tagen der genannten Uraufführungen sind sämtliche Theater überfüllt und volizeilich geschlossen gewesen.... Auch beim Detmolder Publikum wird dieser größte Ufa=Spitzenfilm seinen bisherigen Erfolgsweg weiter fortsetzen und ein wei rer weis sein für die Qualitätsarbeit der Usa wie auch der Landestheater=Lichtsviele in Detmold Aus den Vereinen Lippische Erziehungswissenschaftler! Alle lippischen, Erziehungswissenschaftle: (innen) treffen sich am 23. September 1933, nachmittags 16 Uhr, im Kaiserhof=Detmold. Erscheinen ist Bflicht! Verantwortlich für Politik Feuilleton, Lokales. Unterhaltung und Sport: Augus Kog: für Anzeigen u Geschäftsnolizen: Hans Limmek, sämtlich in Detmold Druck und Verlag: est äisch=Livvisde Vereinsdruckerei. G. m. b H., Sportfest des BfB. Matorf. Am Sonnabend und Sonntag, den 23. und 24. September feiert der VfB. Matorf sein Sportfest, das am Sonnabend mit Freiübungen, Volkstänzen usw. der Schüler und Schülerinnen des VfB. Matorf. des TV. Kirchheide und der Damenabteilung des BV. Lemgo eröffnet wird Am Sonnabend abend findet ein Festkommers statt. Der Sonntag bringt auf dem Sportplatz Bredaerbruch verschiedene Fußballspiele und Vorführungen der Lemgoer Reiter=SA. Das Sportfest wird mit Tanz im neuerbauten Saale der Vereinswirtin beschlossen. est ä'isch=Lippisce, Vereinsdruckerei. G. m. d Sprechstunden der Schriftleitung nur vormittags von 11 bie 12 Uhr— Rücksendung unverlangter Manuskripte erfolg: nur im Falle der Be un Jostos und aus Gefahr des Absendere Ge chäftliches Tanzschule Schulte. Wie aus der heutigen Anzeige ersichtlich, beginnt dieser Tage die altbekannte und bewährte Tanzschule Schulte ihre neuen Kurse, worauf nochmals besonders hingewiesen wird. Einmal am Rhein om 14. bis zum 18. September veranstaltete die Eirma Autohaus Karl Niebäumer in Bad Salzuflen eine Gesellschaftsfahrt an den Rhein. Die Fahrt begann am 14., morgens 6 Uhr in Herford und ging über Bad Salzuslen, Lage, Detmold, Paderborn, Warburg Hier war eine Frübstückspause und es wurde danach die Fahrt über Kassel, Fritzlar bis Marburg sortgesetzt. In Marburg wurde zu Mittag gegessen. Es stand Zeit genug zur Verfügung zur Besichtigung der alten Feste Marburg mit der sie überragenden Burg. Nachdem wir uns gestärkt hatten, setzten wir die Fahrt über Lollar nach Gießen bis Bad Nauheim fort. Hier war wiederum 1½ stündiger Aufenthalt, der zur Besichtigung des Bades verwandt wurde. Sodann ging die Fahrt weiter über Frankfurt a. Main bis nach Wiesbaden, welches schon um 7.30 Uhr erreicht wurde Nach einem einfachen, aber guten Abendessen stand noch genügend Zeit zur Verfügung zur Besichtigung der Stadt Wiesbaden. Am zeiten Reisetage wurde unter Führung das Bad Wiesbaden, der Kurpark, die herrliche Kurballe und die warmen Quellen besichtigt. Um 10 Uhr erfolgte die Abfahrt zum Nhein. Es war für alle Fahrtteilnehmer ein unvergeßlicher Augenblick, als der wunderschöne deutsche Rhein vor unseren Augen auftauchte. Wir erreichten ihn bei Geisenheim und fuhren an seinem Ufer entlang bis Rüdesheim. Hier fand zum ersten Mal die Besichtigung der gewaltig groben Weinkellerei von Mathias Müller statt. Nach Kostproben wurde in Rüdesbeim Mittagsvause gemacht Wir besichtigten den schönen Rheinstrand, kehrten beim Lindenwirt in der Drosselgasse ein und fuhren mit der Zahnradbahn zum Niederwald denkmal. Hier genossen wir den herrlichen An blick des Denkmals und den Tiefblick auf den Rhein und die Nahe. Danach wurde die Fahrt sortgesetzt bis an das herrliche Rheinstädtchen Aßmannshausen. Wier war wiederum Uebernachtung.„„ Am dritten. Tage lieben wir uns in Abmannsbausen über den Rhein setzen, bestiegen die Burg Rheinstein und besichtigten das nnere der gut erhaltenen Burg. Sodann fuhren wir mit dem Dampser von Abmannsbausen den Rhein entlang an der Lorelen vorbei bis St. Goar. Hier erreichten wir wieder den Gesellschaftswagen, der mit einem Teil der Fahrtteilnehmer am linken Rheinufer entlanggefahren war Die Reise von Aßmannshausen am Rheinufer entlang über Boppard. Stolzensels, Ober= und Niederlahnstein gehörte zu den hervlichsten Erinnerungen der Fahrt. Gegen Mittag kamen wir in Koblenz an, wo Mittagsrast gemacht wurde. Der Nachmittag stand zur Verfügung für die Besichtigung der schönen Stadt, der Feste Ehrenbreitstein und des Ahrensberges. Es soll hier besonders der berühmte Wallfahrtsort Oelberg erwähnt werden. der in seiner Art etwas unvergleichliches an Schönheit, Kunstsinn und tiefem religiösem Empfinden bietet. Am Morgen des vierten Tages fuhren wir von Koblenz im Moseltal entlang über Cochem, Pullev, Zell, Traben=Trabach. Hier war das Moseltal am schönsten. Links und rechts der Mosel sahen wir die groben Weinberge, dazwischen wand sich die Mosel wie ein ilberner Streisen durch das Gebirge. Bei jeder *** freut. Daß wir dazwischen ab und zu den schönen Wein probierten, gehört zu den Annehmlichkeiten einer solchen Fahrt. Bei Nemagen erreichten wir dann wieder den Rhein und waren am Abend des vierten Tages in Königswinter. Am fünften Tagen fuhren wir in Königs= winier zum Drachenfels hinauf und hatten noch einmal den schönen Anblick des Rheines und seines Tales vor uns, wir sahen den Rolandsbogen und genossen vom Drachensels den unvergleichlichen Anblick des gesamten Tales. Biegung bot sich dem Auge etwas Neues Nun verließen wir das Moseltal, fuhren bei Wittich durch die Eisel über Daun, Dreis, Kellberg, kamen an den berühmten Nürburg=Ring vorbei, über Adenau und erreichten nun das Ahrtal. Hatten wir bisher geglaubt, die Gegend könne nichts Schöneres und Gewaltigeres. als wir bisher gesehen hatten, mehr bieten, so wurden wir im Ahrtal auf das Angenehmste überrascht. Etwas Gewaltigeres als das Ahrtal mit seiner wilden Romantik, seinen zerklüfteten Felsen und seinen berrlichen Rheinbergen kann es nicht geben. Immer wieder fuhren wir unter hohen Felsen durch lange Brücken und tiefe Ueberführungen im hrtal entlang und wurden immer wieder durch die gewaltige Natur erGegen 10 Uhr fuhren wir über Godesberg, Bonn die neue Autostraße entlang nach Köln Hier war wiederum zwei Stunden Mittagsvause und dann ging es über die Hohenzollernbrücke wieder der Heimat zu. Alle Fahrtteilnehmer hatten das Bewußtsein, eine wunderschöne Fahrt in deutschen Landen erlebt zu haben. Es soll zum Schluß nicht vergessen werden, daß die Reiseleitung, nämlich Herr und Frau Niebäumer nicht nur für die gute Unterbringung und die gute Beköstigung der Fahrtteilnehmer aufs Beste gesorgt hatten und stets bemüht waren, ihren Fahrtteilnehmern alle Sehenswürdigkeiten zukommen zu lassen. Es gebührt ihnen hierfür die vollste Anerkennung. Kamerad Referendar Es sind die letzten Wochen sonst voll Examensnot.— Heut wird kein Wort gesprochen von allem, was da droht. Wer Angst hat, ist Versager. Und das nützt nirgendwo. Wohlauf, Kam'rad, ins Lager zur Arbeit, frisch, frei, froh. Das Büffeln stört die Ruhe, es macht die Freizeit knapp.„ Herr Referendar putzt Schuhe, Herr Reserendar kocht ab. Sich Bücherwust entfremden, macht erst das Wissen hell.. derr Referendar wäscht Hemden und stürzt zum Frühappell. Das Hocken macht zum Stoffel, das Grübeln macht uns irr. Herr Doktor schält Kartoffel, Herr Doktor spült Geschirr. 9—„ Und kommt der Tag, der graue, ist er kein armer Tropf, Hat Nerven, wie die Taue und einen klaren Kopf. Mar auf hochdeutsch In einer thüringischen Volksschule ist neulich folgende niedliche Geschichte passiert: Vom Schulrat werden die Allerjüngsten, die„i“=Männchen, einer strengen Prüfung unterzogen. Dabei fragt er einen der kleinen Leute:„Wie heißt du mit Vornamen? „Hannes,“ sagte treuherzig der Kleine. Da rollt der Herr Schulrat ganz bös die Augen und sagt:„Es wird Zeit, daß du endlich hochdeutsch lernst, mein Junge! Johannes heißt du und nicht Hannes. Hast du mich verstanden?" „Und wie heißt du mit Vornamen?“ wendet sich der Herr Schulrat an das daneben sitzende„i“=Männchen. Da schnellt der kleine Mann wie ein Blitz in die Höhe und ruft:„Jomax, Herr Schuld Richt zufrieden Frau Schönwald ist eine etwas streitbare Dame. Neulich mußte sie wegen ihrer Gallensteine operiert werden. Einige Zeit nach der Operation trifft der Arzt ihren Gatten auf der Straße. „Nun, Herr Schönwald, ist die Operation bei Ihrer Gattin nicht gut verlaufen?“ „Das wohl. Herr Doktor“, meint er kummervoll,„die Steine sind ja nun entfernt, aber die Galle, die haben Sie sitzen lassen! kämpfte bei Soissons... 3 Monate Riesenarbeit des Zentralnachweises in Spanvun- Rund 200 000 Anfragen beantwortet Anfang September war der Termin abgelaufen, der für alle jene Beamten vorgesehen war, die nach dem neuen Beamtengesetz den Nachweis ihrer Frontkämpfertätigkeit zu erbringen hatten Wie der Zentralnachweis in Berlin=Spandau bekannt gibt, mußten allein im Monat August nicht weniger als 70000 Ansuchen bewältigt, d. h. beantwortet werden. Es wollten also in diesem einen Monat 70000 Leute bestätigt haben, daß sie im großen Krieg an irgendeiner Kampfhandlung vor dem Feinde teilgenommen hatten. Um die Nachweisbarkeit gemäß dem neuen Bestimmungsgesetz zu vereinfachen, war bekanntlich vorgesehen worden, daß der Nachweis eines einzigen Gesechts genügt. Hätte man in jedem Falle die Dienstleistungen während des ganzen Krieges bewältigen wollen, dann hätte man das zur VerJum 75. Geburtstag Albrecht Pencks. Geheimrat Prof. Dr. Albrecht Penck der berühmte Berliner Geograph, langjähriaer Ordinarius und Direktor des Geographischen Instituts an der Universität des Berliner Museums für Meereskunde, Mitglied der Berliner und Wiener Akademie der Lissenschaften und der National Academy of Science in Washington, begeht am 25 September seinen 75. Geburtstag. fügung stehende Personal wohl mindestens verbundertfachen müssen.. Drei Monate lang hat diese außerordentliche Beanspruchung des Zentralnachweisamtes in Spandau gewährt. Bereits im April begannen die ersten Rekordaufträge Immerhin waren es im April erst wenige Tausend. im Mai aber bereits 20 000. im Juni 30000 und im Juli 50000. Man kann also wohl annehmen, daß in den Berichtsmonaten rund 200000 Anfragen aus ganz Deutschland zu beantworten waren. Zweifellos wird jetzt im Zentralnachweisamt etwas mehr Rube einziehen, nötige und erwünschte Ruhe. Trotzdem: so still wie in den vergangenen Jahren wird es nie mehr werden. Das kommt daher, daß das Interesse jedes einzelnen Kriegsteilnehmers für die amtliche Bestätigung seiner Kriegserlebnisse erwacht ist. Derartige amtliche Bescheinigungen, im Zusammenhang wenn möglich mit eigenen zuammenhängenden Aufzeichnungen sind ein chöner und stolzer Familienbesitz. Es ist daher mit Recht anzunehmen, daß so mancher, dem vorläufig nur die Kriegsteilnehmerschaft und die Eigenschaft als Frontoldat bescheinigt worden ist, jetzt daran geht, zusammenhängende Aufstellungen seiner Teilnehmerschaft im Kriege dem Zentralnachweis zur Bestätigung einzuschicken. Auch noch in anderer Beziehung waren diese letzten drei Monate von Segen Die Tatsache, im großen Krieg als deutscher Feldfoldat seine Pflicht vor dem Feind getan zu haben, wurde diese ganzen letzten zehn unseligen Jahre nicht ehr wichtig genommen. Das Heldische Ideal galt ja nicht viel. Für all die Hunderttausende, die ihr Fronterlebnis boch und wert gehalten haben in all den vergangenen Jahren, bedeutete es eine Erlösung und eine Genugtuung, die Bedeutung des Frontsoldatentums auch vom Staate her bescheinigt zu erhalten. Niemand wird sich wohl mit größerer Freude und ebensolcher Ruhe an das Zentralnachweisamt gewandt haben, als sie. Für die anderen aber, die gleichgültig und innerlich ungepackt vom Strom der Zeit getrieben worden sind, denen das Krieaserlebnis fern am Horizont der Erinnerung verblaßte und langsam in Vergessenheit geriet, war es eine nötige und hoffentlich heilsame Aufrüttelung. In diesem Sinne kommt der Rekordarbeit des Zentralnachweises fast eine Art historischer Bedeutung zu. Noch einmal wurde für breit: Massen die Erinnerung an das große. unvergeßliche Geschehen von 1914 bis 1918 beschworen. Und es war zugleich eine Mahnung für Generationen: daß nichts in Vergessenheit gerät. was einer für sein Land getan hat, daß meist auch dem Lebenden die Stunde schlägt, wo Rechenschaft verlar; mrd über den des einzelnen zur Zei., als das Volk in war Verbot neuer Druckereien Stillegung der städtischen Druckereibetriebe- Maßnahmen zur Gesundung des graphischen Gewerbes In Bielefeld fand kürzlich eine bedeutsame Sitzung des graphischen Gewerbes tatt, zu der auch der Vertreter des GauWirtschaftsführers der NSDAP., Wemhöner=Münster, der Kreisleiter des Deutchen Arbeiterverbandes des graphischen Gewerbes, Helling und der Syndikus des Arbeitgeberverbandes der Metallindustrie, Dipl.=Ing. Karst, erschienen waren. Direktor Scharschmidt führte in seiner Anprache u. a. aus, daß vom graphischen Gewerbe das Verbot neuer Druckereien gefordert werde. Weiter sollen auch keine neuen Maschinen aufgestellt, sondern nur die alten ersetzt werden. Auch das öffentliche Ausschreibungswesen sei reformbedürftig. Die Schleuderei einzelner Wirtschaftskreise müsse unterbunden werden. Eine sehr wich tige Forderung des graphischen Gewerbes sei die Auflösung und das Verbot von Regie= und Hausdruckereien. Durch Verhandlung mit den zuständigen Bielefelder Stellen sei erreicht worden, daß die städtischen Druckereibetriebe sofort aufgelöst wurden. Die Forderung erstreckte sich auch auf die Gefängnisdruckereien, ebenfalls würde Sorge getragen, daß die Druckereien der NSDAP. nicht ihre Befugnisse überschritten. Zu der Frage der Arbeitszeitverkürzung konnte Direktor Scharschmidt mit teilen, daß in Kürze mit der Einführung der 40 Stunden-Woche zu rechnen sei. Ueberstunden sollen zukünf tig nur in den allerdringendsten Fällen ge leistet werden. Die Lehrlingfrage solle wie bisher behandelt werden, insbesondere solle dem Fachausschuß die Entscheidung obliegen, ob ein Arbeitnehmer zur Ausbildung von Lehrlingen berechtigt ist. Direktor Scharschmidt erklärte weiter, daß am 1. Oktober ein neuer Preistarif erscheinen würde, der sehr niedrig gehalten sei und empfahl den Firmen, auf keinen Fall die Preise jetzt weiter herabzusetzen, um evtl. mehr Aufträge zu bekommen. Direktor Scharschmidt schloß seine Ausführungen mit der Aufforderung Mitarbeit aller an dem Gesundungswerk Alle Abseitsstehenden würden den zustän digen Stellen gemeldet werden. In der Aussprache erklärte Syndikus Karst u. a. daß nach Ansicht des Reichsstandes der deut schen Industrie eine gesetzliche Regelung der 40 Stunden=Woche noch nicht in Frage kommen könne, dies müsse vorerst den einzelnen Betrieben überlassen werden. Interessant war auch die Mitteilung, daß Preisunterbietung als Wucher des Abnehmers anzuehen sei. Nachdem der Vertreter des GauWirtschaftsberaters der NSDAP., Wemhöner alle zur Mitarbeit an der Gesundung des graphischen Gewerbes aufgerufen hatte und der Kreisleiter des Deutschen Arbeiterverbandes des graphischen Gewerbes auch für die Arbeitnehmer tatkräftige Mitarbeit zugesichert hatte, schloß Direktor Scharschmidt die Sitzung mit einem Appell ir Zusammenarbeit von Arbeitgebern und rbeitnehmern bei der Aufbauarbeit. 15 Zum 150. Geburtstag des Malers Peter Cornelius. Peter von Cornelius der Begründer des monumentalen Stils in der deutschen Malerei, wurde vor 150 Jahren, am 23. September 1783, zu Düsseldorf geboren. Seine Hauptwerke sind gewaltige Fresken und Kartons symbolischen Charakters, die Stoffe aus der Heiligen Geschichte und aus der griechischen und deutschen Sagenwelt behandeln. Er starb 1867 in Berlin.