Lippische Tageszeitung General=Anzeiger —1— Die Lippische Tageepeltung vzamtft Wotig aur Laudmirtschaftskammerl. Rachrichten##gt#. 928 chodee ldenc. wistaslenptian in Popsegs. ue., Kugach Grestuatze u. Hannover 9839. Drahtanschrift: Tageszeitung für das Land Lippe 3 Nummer 175 Detmold, Freitag, den 28. Juli 1933 38. Jahrgang Rund um Aftkatu, eid Setahans glüclicbe Rücktshe von Bn. Vertugeg, euueg mtee. littwochabend von vem Rerrgggagtg## ). Tschammer=Osten auf dem Hof des Stur farter Schlosses eröffnet worden. Der Fest ikt gestaltete sich zu einer eindrucksvollen volksdeutschen Kundgebung. Die worte der Festansprace, v. Fezigrger Ostens.„Ein Volk, ein Geist, ein Fuhrer, gaben den Grundakkord„auf den dieses Fe deutscher Turner und Turnerinnen abgestimmt ist. Das Turnfest dieses Jahres steht ganz und gar im Zeichen des neuen Deutschland. Wie es kein Gebiet gab, in das sich der Marxismus mit seinen zersetzenden Te denzen einzuschleichen suchte, so hat er auch die deutsche Turnerschaft zu schwarzrot goldenen Zwecken mißbrauchen wollen. Doch der gesunde Sinn der Jünger und Jüngerinnen Vater Jahns wehrte sich stetz, da: gegen. Den Turnfesten zu Weimars Zeiten fehlte aber doch der innere Gehalt, es waren nur mechanische Körperübungen, die geleiste wurden. Jetzt dagegen hat die hohe Zeit edler Turnerei wieder begonnen, und Stelle mechanischer Körperübungen traze bg; Mleichheteiliat sind. In äuterten Sinne wird beste, denische Jugend jetzt zu Stuttgart in edlem Wettstreit sich messen auf grüner Kampfbahn. Italien sandte dem befreundeten Deut Jungfaschisten, die in München, der Wiege der nationalsozialistischen Bewegung, - Adolf Hitler hintraten und durch ihre Führer Gruß und Freundschaft Mussolinis entboten. Sie haben das Braune Haus besucht und werden nun durch das verjüngte und gewandelte Deutschland ziehen, um zu sehen, was ein Wille und eine gesammelte Trait vernag, genau do wie es in 8.27. Vaterland durch den Duce geschah. Die sprachen, die in München zwischen dem und dem italienischen B schafter zu Berlin, Cerutti, sowie zwischen Rudolf Heß und Cerutti gewechselt wurden, kruoo de a. sichsfreundschaltlicgen Ferakter. Das ist natürlich angesichts der Ver wandtschaft, die zwischen Faschismus und Nationalsozialismus besteht. Dabei ist man sich andererseits durchaus klar darüber, daß beide Bewegungen trotz vieler Gemeinsamkeiten manche Unterschiede voneinander aufweisen, die durch die Besonderheiten ihrer Länder bedingt sind. Die gemeinsame Linie der Politik tritt aber besonders stark auf dem Gebiete des Revisionismus hervor, den neu in Gang gebracht zu haben das große Verdienst Mussolinis ist. eng Beinhorn rund un Weita suibete, Leyrte Begeilalgreig 16.16 Uhr in Trotz der unglaublichen Hitze, die auf Tempelhoser Feld lastete, hatte sich eine vielhundertköpfige Menge von geladenen Gästen auf dem Flugplatz eingefunden. Den großen Flugplatz und das Restaurant selber umsäumten noch viele Tarsende schaulustiger Berliner. Kurz vor 17,30 Uhr heulte die Sirene, und aus südlicher Richtung kam in schneller Fahrt die rote Sportmaschine Elly Beinhorns. Nach zwei schneidig geflogenen Schleifen über dem Gebäude des setzte die Maschine glatt auf und rollte vor Unter den Klängen des und anschließend des Horst=Wessel=Liedes verließ die Fliegerin die Maschine und begab sich zu der Ehrentribüne, wo sie von dem Präsidenten des Aeroclubs in Berlin un einem Vertreter des Verlages Scherl begrüßt wurde. Schon auf dem Wege von de Maschine zur Tribüne wurden Elly Beinhorn unglaublich viele Olumen überreicht, sdaß sie beide Arme voller Blumen vor dem Mikrophon auf der Tribüne stand. Nach den offiziellen Begrüßungen wurde sie selbst vo das Mikrophon geführt, wo sie für die Wochenschau ein paar Worte sprach. Wie Elly Beinhorn ausführte, habe sie vor knapp vier Monaten Berlin vern., Der Flug habe sie in erster Linie in die hemals deutschen Kolonien geführt ung## sie sagen zu können glaube, hätten sich die Deutschen in Afrika alle selbst über diesen Flug gefreut. Man werde später aus dem reichen Bildmatertal, das sie von ihrem Afrikaflug mitgebracht habe, noch Einzelheiten über ihren Flug erfahren. Alsdann begab sich die Fliegerin zu ihrer Maschine zurück, packte ihr Gepäck aus, und unter stürmischen Heilrufen der Menge wurde sie dann zu dem Flughafezzelganggg geführt, wo ihr ein erster Imbiß gereich wurde Sonnabend Start nach Irland Shoal Harbour(Neufundland), 27. Juli. General Balbo beabsichtigt Sonnabend früh um 7.30 Uhr MEZ. mit seinem Fluggeschwader nach Valentia ten. Die endgültige Entscheidung hängt allerdings von den Wetterberichten ab, die im Augenblick noch ungünstig lauten. ut Dr Güt von Recheigterrzaistcktien über alle deutschen Sender über zur Verhütung erbkranken Nachwuchses. Ueber das schon Bekannte hinaus führte er im wesentlichen aus: Manne besteht die Beseitigung de der Samensträinge in den Leistenbengen, also in einer einfachen Operation, die Ras Karts e a de ie chäice dodtuch de Vericteus greselgeine ch be Srelce, eieseie s Beobachtung größtmöglichster Sorgfalt,und Schonung ausgeführt werden wichr., Jieie dties rhor niche nur der Rlcgang in der Vollzacht, der zu der, Jleichern Roße 6ie Anlaß gibt, sondern in gleichem Maße o mehr und mehr in Erscheinung tretende Verschlechterung des Erbgutes unseres Volkes In etwa drei Geschlechterfolgen ware rie wertvolle Schicht des Volses, Jatz,gotig pet; Newyork, 27. Juli. Wie aus Shoal Har; bour(Neufundland) gemeldet wird, traf dort das auf der Prinz Edward=In gewasserte Balbo=Flugzeug I=Novi nach Reparatur der Wasserpumpe wohlbehalten ein. Mulert fristlos entlassen des Ermittlungsverfahrens aus formalrechtlichen Gründen Berlin, 21. Juli. Das Ermittlungsverfahren gegen den Präsidenten des Deutschen Städtetages, Oskar Mulert, das Ende Mai bei der Staatsanwaltschaft anhängig gemacht war und zum Gegenstand den Vorwurf hatte, der Präsident habe sich der Untreue bezw. des Betruges zum Schaden des Deutschen Städtetages schuldig gemacht, ist nunmehr eingestellt, da sich die Beschuldigung als unbegründet erwiesen hat. Reichskonkordat und Oestereich“ lautet der Titel eines Aussatzes der Germania“, jenes ehemaligen Zentrums: lattes. das jetzt eine Umstellung in Richtung einer christlich=konservativen. Poitik im Sinne des Vizekanzlers v. Papen erfahren hat. Diese gewandelte„Germania hat jetzt einen sehr interessanten Artikel veröffentlicht, deren Verfasser nicht wird— der Artikel ist mit drei Sternen gezeichnet— und in dem offen an die Kern herangegangen wurde: Der galitzische Katholizismus war eine der stark Stützen des Dollfuß=Systems, nachdem er aber jetzt durch Auflösung des Zentrums im Reich beseitigt wurde und durch das Reichs konkordat der Heilige Stuhl ausdrücklich da nationalsozialistische Deutschland anergan, und es als Bewahrer und Hüter der deut schen Katholiken bezeichnet hat, hat der Kampf des Herrn Dollfuß gegen den Nationalsozialismus seinen Sipn verlgugammen, scheint uns, in dürren Worten zusammen gefaßt, der Kern des Artikels in der„Germania“ zu sein, und man kann gespannt sein, wie sich Herr Dollfuß zu diesen, wahrZu der Meldung, wonach das Verfahren gegen den früheren Präsidenten de. Deutschen Städtetages eingestellt worden sei, er fahren wir folgendes: In dem Bescheid der Staatsanwaltschaft wird ausdrücklich darauf hingewiesen, daß die Verträge, die Mulert unter bewußter oder unbewußter Täuschung, des ehgen. amtlichen Vorsitzenden des Deutschen Städtetages schloß, zu den Kürzungsvorschriften der Notverordnung vom 6. Oktober 1931 in Widerspruch standen und daß diese Handlungsweise vom moralischen Standpunkt aus zu verurteilen sei. Das Verfah ren gegen Dr. Mulert ist lediglich aus for malrechtlichen Gründen eingestellt worden. Mulert hat sich trotz seines bis dahin die Bezüge eines Reichsministers bedeutend übersteigenden Gehalts um etwa 11000 RM. bereichert. Wegen dieser unerhörten Vorgänge ist Dr. Mulert fristlos entlassen worden. Einziehung einer Millionenforderung gegen ein SPD.=Druckereiunternehmen Berlin, 27. Juli. Das Geheime Staatsvolizeiamt erläßt folgende Teianntnachrgg: Auf Grund des§ 1 des Gesetzes über die Einziehung kommunistischen Vermögens vom 26. Mai 1933 in Verbindung mit dem Gesetz über die Einziehung staats= und volksfeindlichen Vermögens vom 14. Juli und der preußischen Ausführungsverordnung vom 31. Mai d. J. wird die Forderung des Vorstandes der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands gegen die„Konzentrations= sozialdemokratische Druckerei= und Verlagsbetrieb Berlin“ in Höhe von 9517 152,55 RM. für den preußischen Staat, vertreten durch den Minister des Innern eingezogen. Ebenso sind auf Grund der gleichen Gesetze die 500 Inhaberaktien im Nennwerte von je 500 RM. der„Konzentration=AG. für den Staat eingezogen worden. Adenauer entlassen scheinlich von sehr berufener Seite ten Auslassungen stellen wird. bzw, ob er es überhaupt tun wird. Tatsache ist jedenfalls, daß Dollfuß' Machtstellung einer starken Stütze, eben des politischen Katholizismus, beraubt ist Köln, 27. Juli. Wie die„Kölnische Zeitung“ erfährt, ist Oberbürgermeister Adenauer auf Grund des§ 4 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums entlassen worden. Der betreffende Paragraph hat folgenden Wortlaut: Beamte, die nach ihrer bisherigen politischen Betätigung nicht die Gewähr dafür bieten, daß sie jederzeit rück haltlos für den nationalen Staat eintreten, können aus dem Dienst entlassen werden. Auf die Dauer von drei Monaten nach der Entlassung werden ihnen die bisherigen Bezüge belassen. Von dieser Zeit an erhalten sie dreiviertel des Ruhegeldes. wertvolle Schicht des Volles ser uo. schwunden gewesen. Es geht, Glilg Mazian; Leben oder Sterben der deutschen Nation! Wenn die wirtschaftliche Seite auch nicht ausschlaggebend sein darf, muß doch in diesem Zusammenhang erwähnt werden, daß für Geistesschwache, Hilfsschüler, Geiste: kranke und Asoziale jährlich, Iriziogen werte ausgewandt werden müssen, die den gesunden kinderreichen Familien durch direkte Steuern entzogen werden. So sind zum Beispiel nach den Ermittlungen des Statistischen Reichsamts im Rechnungsjahr 1930/31 allein für Geisteskranke, Taubstumme und Blinde für etwa 183 789 Personen ungejähr 170110000 RM. ausgegeben worden, dabei sind jedoch noch berücksichtigt die Kosten, die Krankenkassen und anderen Zahlungspflichtigen zu:— Zu betonen ist, daß beim Fortschreiten der wissenschaftlichen Erkenntnisse der Kreis der im Gesetz erwähnten Krankheiten erweite und erganzt werden kann! Im übrigen ge: das Gesetz davon aus, daß derjenige, bessen Unfruchtbarmachung zum Nutzen der## gesundheit notwendig ist, selbst die nötige Einsicht aufbringen wi um die Operation freiwillig zu Die Bestimmungen über die Mitwirkung des gesetzlichen Vertreters, des Pflegers un: des Vormundschaftsgerichts sind den allgeVorschriften des Vormundschaftssechte angepaßt. Das Gesetz ist die deraus ein Kanngesetz und beruht auf der Grund lage der Freiwilligkeit, um die sittliche Kräfte des Volkes zur Selbstreinigung an zuregen! Damit aber die Rechte des Staa tes gewahrt bleiben und eine dauernde Kon trolle der Regierung möglich Gesetz den Amtsarzt und den Anstaltsarze antragsberechtigt. Zusammenfassend soll also di. barmachung eine der Allgemeinheit dienen fürsorgerische Maßnahme nach Art der Entmündigung darstellen. Mit der Ausmerze und Reinigung des Volkskörpers allei es nicht getan, wenn dieser nicht positiv auf bauende bevölkerungspolitische Maßnahmer folgen würden. Infolgedessen hat das Reichskabinett unter dem Vorsitz des Reichskanzlers beschlossen, daß positive bevölke rungspolitische Maßnahmen beschleunigt vorzubereiten und in Angriff zu nehmer sind, die die ausreichende Fort##flanzung der erbgesunden deutschen Familien wieder fördern und verbürgen sollen! Im übrigen haben schon andere Nationen wertvolle Erfahrungen auf diesem Gebiete gemacht. So besteht bereits seit 1905 in einem nordamerikanischen Staat das Sterilisierungsgesetz, dem sich inzwischen 24 an dere Staaten angeschlossen haben. Der oberste Gerichtshof der nordamerikanischen Union hat diese Gesetze bestätigt. Ferner ist auch in Norwegen und in einem Kanton der Schweiz das Sterilisierungsgeset in Krakt. Kundgebung Seldtes Berlin, 27. Juli. Der Reichsarbeitsmini ster erläßt folgende Kundgebung: Die Kundgebung des Herrn Reichskanz lers über den Abschluß der deutschen Revolution, die Mitteilungen des Herrn Reichsministers des Innern, der schärfste Maßnahmen androht gegen unbefugte Eingriffe in die Wirtschaft und gegen Mißachtung von Anordnungen der Träger der Staatsautorität, sind allen Dienststellen in Reich und Ländern bekanntgegeben worden. Im Anschluß daran hat der Herr Preu ßische Ministerpräsident für den Bereich seiner Verwaltung befohlen, daß Kontrollen der Staatsverwaltung oder gar Eingriffe in sie durch außenstehende Personen in Zukunft verboten sind. Derartigen Versuchen sei mit allen Mitteln entgegenzutreten. Demzufolge erwarte ich, daß auch in meinem Arbeitsbereich die Autorität der Regierung unter allen Umständen sichergestellt bleibt und jeder Versuch, sie zu erhüttern, unterbunden wird. Insbesondere verweise ich aus den Ausführungen des Herrn Reichskanzlers auf zwei Punkte: 1. Jede Nebenaktion, möge sie herkommen, woher sie wolle, muß zurückgewiesen werden. 2. Keinerlei Organisationen oder Parteistellen irgendwelcher Art dürfen sich Regierungsbefugnisse anmaßen, Personen absetzen und Aemter besetzen. Wie in bezug auf die Wirtschaft allein der Herr Reichswirtschaftsminister, so ist auf dem Gebiet der Aufgaben des Reichsarheitsministeriums allein der Reichsarbeitsminister zuständig und den Richtlinien der Politik des Herrn Reichskanzlers entsprechend verantwortlich. Berlin, den 22. Juli 1933. gez. Franz Seldte Ministergehälter Finale in London Dr. Schacht: Der Fehler liegt im System— Macdonald: Lebt wohl London. 27. Juli. Die Schlußsitzung nationale Abmachungen erneuert werden tag vormittag um 10 Uhe wurde von Mae= Eine der wichtigsten Fragen sei die Prei vonald eröffnet. Es folgten die Reden der? J, 13, e Leinen bestimmten Zeitpunkt anHauptvertreter der Länder. Ein offene= geben, aber er sage: Lebt wohl! in der HoffWort sprach der Holländer Colijn, der er= nung, daß er vor Ablauf mehrerer Monate klärte, daß die Konferenz keinerlei endgül= die Vertreter wieder begrüßen dürfe. tige Ergebnisse gezeitigt habe. Es folgten] Die Konferenz wurde dann um 16.37 Uhr der Italiener Jung und der englische Schatz abgeschlossen.. Seeutung sandd Dann sprach unter großer Aufmerksamkeit ven Aufbruchs. Die Konferenzbar des ganzen Hause: schenkte ihre letzten Getränke aus und verkaufte die übriggebliebenen Speisen mit Dr. Schacht Er fährte u. a. aus. mungsarbeiten begannen. Nach mehr als sechs Wochen anstrengender Verlust. Um 18 Uhr marschierte ein Heer von Frauen auf, die mit den AufrauArbeit ist leider festzustellen, daß kaum ein Punkt des Programmes zu Abmachungen geführt hat. Die Resolutionen, die schließlich Abreise der deutschen Abordnung London, 27. Juli. Die deutsche Abordführt hat. Die Resolutionen, die schließlich s#am mir aus den Auschüissen hervorgegangen sind, nung auf Preitgenitag“ Sondonl epostzähig stellen lediglich augemeine Ansichten und bis zum Freitagmittag Land Empfehlungen dar, die wir seit der Brüsse THgcht und Bürgermeister Krogmann ler Konferenz von 1920 auf jeder internatio=]““ n Freitag früh nach Berlin bzw. Hamnalen Zusammenkunft registrieren können. burg. Reichswirtschaftsminister Schmitt Es würde abwegig sein, irgend einem ist am Donnerstagnachmittag abgefahren. Einzelnen die Schuld für diesen Ausgang Staatssekretär Posse hat London schon am der Konferenz zuzuschreiben. Der Fehler Donnerstagmittag verlassen liegt im System. Der Gedanke, durch generelle Empfehlungen und Beschlüsse gleichzeitig die Lage von 64 völlig verschieden gearteten Ländern bestimmen zu wollen, hat sich als undurchführbar erwiesen. Wir haben gesehen, daß nicht einmal auf dem Gebiete der Währungsstabilität eine Einheitlichkeit hergestellt werden Die Trauerfeier für Schillings Berlin, 27. Juli. Im großen Sitzungssaal der Akademie am Pariser Platz fand Donnerstag mittag eine eindrucksvolle Trauerfeier für den verstorbenen Präsidenten der Preußischen Akademie der Künste, Professor Max von Schillings statt. Unter den Anwesenden bemerkte man Vertreter der Reichsregierung sowie OberbürgerSahm. Es nahmen ferner an der Feier teil u. a. der französische Botschafter Francols Poncet neben Vertretern der italienischen Gesandschaft. Das Beileid des Hauses Wahnfried überbrachte Dr. von Prittwir und Gaffron. Hans Friedrich Blunck über. brachte die letzten Grüße der Dichterakademie. Nach der Trauerfeier fand die Ueberführung des Sarges zum Krematorium statt, wo eine schlichte Trauerfeier im engsten Rahmen stattfand. Oberbürgermeister Sahm sprach hier herzliche Worte des Gedenkens. Nach Gebet und Einsegnung durch Pfarrer Schwebel von St. Nikolai sank der Sarg unter Orgelklängen langsam in die Tiefe. Doch Anfang September Hauptverhandlung gegen den Reichstagsbrandstifter. Berlin, 27. Juli. In Verbindung mit konnte, seitdem einzelne Länder die Stabili= einem Presseempfang des tät ihrer Währungen bewußt aufgegeben Staatsministers der Justiz, V.. Fran, haben und durch Aenderung der Währungs=sirrtümlich verlautbart worden, daß de unterlagen ihre Wirtschaft zu beeinflussen Prozeß gegen den Reichstagsbrandstifter suchen. So sehr man im Intersse des inter.., Manamhar oder nationalen Güteraustausches eine solche Po van der Lubbe Ende November oder Anfang Dezember vor dem Senat des auch in der Wirtschaft. lnationalen Güteraustausches eine solche Po Anfang Dezember vor dem Senat Nasimaläitze ang in ver: 8otu2.—„ Ilitik bedauern mag, so wenig kann man Reichegerichte stattfinde. Demgegenüber Berlin. 27. Juli. Für die Reichsregierung Iam lanneränen Staat das Recht ab!"*f mitasteilt baß wird amtlich noch einmal mitgeteilt, daß mit der Hauptverhandlung in der Sache van der Lubbe in der ersten Hälfte des einem souveränen Staat das Recht ab sprechen, all diejenigen Maßnahmen zu er greifen, die er zur Wahrung seiner wirt schaftlichen Lebensrechte für nötig hält.... rachnen ist Solange die Einzelnationen nicht in sich September zu rechnen ist. ein gewisses wirtschaftliches Gleichgewicht wieder gefunden haben, wird der Erfolg einer neuen Weltwirschaftskonferenz zweiselhaft bleiben. Das ist die große Lehre, die uns diese Konferenz mitgibt. Internationale Zusammenarbeit wird erst dann zur praktischen Wirklichkeit werden, wenn sich nicht mehr der eine auf den anderen verläßt, sondern wenn jeder zunächst aus eigener Kraft alles daran Ostpreußens Kampf gegen die Arbeitslosigkeit Königsberg, 27. Juli. Auf einer Konferenz am Mittwoch erklärte Oberpräsident setzt um der wietschastlichen Keise Fere zu Koch vor Behördenvertretern u. werden. Stunde sei nicht ein einziger Pfennig aus beLetzte Funkmeldungen Die Große Strafkammer des Landgerichts Konstanz verurteilte am Mittwoch im Prozeß wegen der versuchten Entführung der Rotters vier Angeklagte zur Mindeststrafe von je drei Monaten Gefängnis, der fünfte Angeklagte wurde freigesprochen. Berlin. 27. Juli. Für die Reichsregierung besteht die gesetzliche Ermächtigung zur Kürzung von Dienstbezügen und Pensionen der Vorstands= und Aufsichtsratsmitglieder bei Unternehmungen, die oon der öffentlichen Hand eine finanzielle Beihilfe erfahren haben, und bei öffentlich=rechtlichen Betrieben. Dem Vernehmen nach schweben im Reichswirtschaftsministerium Verhandlungen, diese Bestimmungen möglichst baid in die Wirklichkeit umzusetzen. Es würde in der Oeffentlichkeit nicht verstanden werden, wenn die von der öffentlichen Hand subventionierten Betriebe, die sich nicht aus eigener Kraft erhalten können, noch weiterhin Gehälter an ihre Direktoren und Aufsichtsräte zahlen würden, die die Minister esuiter toertegent.. Die deutsche Regierung wird auch in Zu= sonderen Mitteln eingesetzt worden, sondern Ein Telegramm Hossenfelders gufz, dere eigenen Wirtschaft und in ihren nachbar=ßen Arbeitsstellen gefunden. Jetzt würde die lichen Beziehungen einen festen Grund dazu Voraussetzung dafür geschaffen, daß noch in gelegt haben. Das Ziel freilich wird immer diesem Jahre 100= bis 150 000 Erwerbslose das gleiche bleiben: Die Vereinigung der gug dem Westen in Ostpreußen eingesetzt Welt von den wirtschaftlichen und finanziellen Schlacken des Krieges, d. h. einen neuen werden könnten. 900 S Start zu gewinnen für eine bessere Zukunft.] Man habe den Bau von 2000 Häusern in Sowohl bei Beginn wie bei Schluß der Angriff genommen. Diese sollten nicht StadtRede erhielt der deutsche Vertreter star= randsiedlungen sein, sondern DorfrandsiedBerlin, 27. Juli. Der Reichsleiter der Deutschen Christen, Pfarrer felder, hat an Wehrkreispfarrer Mül ler folgendes Telegramm gerichtet: „Lieber Bruder Müller. Nachdem ich be reits am Sonntagabend melden durfte, daß die Kirchenwahl der Glaubensbewegung „Deutsche Christen“ den Sieg gebracht hat, kann ich nun nach Eingang der Einzelerfolge mitteilen, daß wir in allen unmittelbar und mittelbar zu wählenden Körperschaften die unbedingte Mehrheit haben werden. Dies mitzuteilen ist mir deshalb eine besondere Freude, weil dadurch Deine von uns geforderte Wahl zum Reichsbischof als gesichert gelten darf. Der Bitte, Dir nun— wie verabredet— die Vollmacht des provisorischen Bischofsgremiums übertragen zu lassen und dasselbe aufzulösen, schließe sch den Wunsch an Dich an, die Glaubensbewegung„Deutsche Christen“ weiterhin schirmen zu wollen. Gott segne Dich und unsere Bewegung. Dein getreuer Hossenfelder.“ Große Hitzewelle über Frankreich und England— 4 Todes= opfer der Hitze in London. Paris, 27. Juli. Die große Hitzewelle, die seit geraumer Zeit über Frankreich lagert, hat im Laufe des Donnerstag noch zugenommen. Das Barometer zeigte schon gegen 10 Uhr vormittags 31 Grad in Paris und stieg im Laufe des Nachmittags auf fast 36 Grad * London, 27. Juli. Der Donnerstag war der bisher heißeste Tag dieses Jahres in London. Die Temperatur stieg bis zu 33,5 Grad Celsius bei drückender Schwüle. Bisher sind vier Todesopfer infolge Hitzschlages gemeldet worden. Am Nachmit: tag setzten schwere Gewitter ein, die in einzelnen Stadtteilen Londons erhebliche Verwüstungen anrichteten. ken Beifall. Auch der deutsche Botschaf= lungen, freundliche Wohnstätten, in denen ter von Hoesch war während der Schluß= sich der Arbeiter wohl fühlen könne sitzung anwesend. Nach einer Rede eines argentinischen Ver treterg munFür jede Fabrik, die in Ostpreußen ent stehe, müsse eine im Reich verschwinden. Nach einer Kebe eines urgentinischen Vel=Ffrene. musse eine in Reich Presae“. eters wurde ein Telegramm des Zahlreiche Industrielle seien bereit, ihre fräsidenten Noosevelt vorgelesen. Zelte abzubrechen und ihre Industrien nach diesem spricht er die Hoffnung aus, daß, dem Osten zu verpflanzen. Der Deutschen wenn die Konferenz auch zetzt noch„funzz Arbeitsfront erwachse die große Aufgabe Erfolge erzielt habe, dieses doch in Zurun), der richtigen Ansiedlung, die nach dem Vor Tall 522. 5.„ der richtigen Ansiedlung, die nach dem Vor ittagspause ein bilde Würternisgtegt,e Hurcge Gaug urng ge hen Die Schlußsitzung wurde um 15 Uhr beiter und Angestellte durch Haus und Boden wieder aufgenommen und nach etwa einein= Krisenfestigkeit besäßen. Auch bei den Plähalbstündiger Dauer abgeschlossen. Dielnen für die Autostraßen werde Ostpreußen Reihen der Delegierten waren bereits sehr berücksichtigt werden. Man beginne soeben gelichtet. Das Interesse an den Schluß= mit dem Bau einer großen Straße Königsreden war äußerst gering. Von der ber—Danzig, wodurch rund 30.000 Menschen deutschen Abordnung waren Bürgermeister... Jahre hinaus Arbeit erhielten. GauleiKrogmann und Reichsbankpräsident Dr.)" Koch rechnet damit, daß der Plan der Der Deutsche Reichskriegerbund„Kysshäuser“ hat der Spende zur Förderung der nationalen Arbeit 10000 RM. überwiesen. * In der Mittwochsitzung des Kreditausschusses für öffentliche Arbeiten A6. wurde dem Lande Preußen ein Darlehen von 10 Millionen RM. für Instandsetzungs= und Ergänzungsarbeiten an öffentlichen bäuden gewährt. Der Dampfer„Majestie“ hat in bourg 126 Fässer Gold im Werte von 150 Millionen Franken ausgeladen. Das Gold t für die Bank von Frankreich bestimmt. * Nach Mitteilung des Sozialen Amtes der Reichsjugendführung kann die Hitlerjugend 50 000 Ferienkinder in Familienpflegestellen auf dem Lande unterbringen. Die italienischen Jungfaschisten wurden Donnerstag in München auf dem Rathaus und vom Ministerpräsidenten Siebert empangen.— * Ministerialdirektor Moritz vom Reichsernährungsministerium gab am Donnerstag vor Pressevertretern einen ausführlichen Bericht über die Lage auf dem deutschen Getreidemarkt. * Das dänische Königspaar ist zu einem Privatbesuch von Verwandten nach Warnemünde abgereist. Der erste nationalsozialistisch=faschistische Kongreß wurde in Leipzig eröffnet. Schacht anwesend. pans, Amerstas und Frankreichs gesprochen acht Jadren durchgeschrt sein würde hatten, hielt Konferenzpräsident] Wenn dann 1½ Millionen Esser in Ostspreußen mehr seien, könne man den Wakdona“[Bauern mit gutem Gewissen anraten die Schlußrede. Macdonald sah sehr Veredlungswirtschaft zu treiben. Schon im bedrückt aus und erging sich in vagen Hoff= nächsten Frühjahr würde mit der großen ter Koch rechnet damit, daß der Plan Industriealisierung Ostpreußens in fünf bis nungen, daß trotz aller Meinungsverschiedenheiten doch vielleicht nicht alles umsonst gewesen sei. Der Satz seiner Rede, man dürfe nicht glauben, daß dies das Ende der Konferenz sei, klang sehr gequält. Während der Vertagung müßten die Bemühungen zur Ebnung des Weges für interUmsiedlung begonnen werden können. * Als 31. Kreis in Ostpreußen wurde inzwischen auch der Kreis Ortelsburg von Arbeitslosen befreit. Durch Bubenhand wurde in der Nacht zum Donnerstag die am 1. Mai auf dem Tempelhofer Feld zu Ehren des Reichspräsidenten gepflanzte Hindenburgeiche zerstört. Die Täter konnten noch nicht ermittelt werden. * Ministerpräsident Göring weilte Donnerstag in Aachen, wo ihm der Ehrenbürgerbrief überreicht wurde. Anschließend wohnte er dem Kampf der Nationen um den Hindenburgpokal bei, der überlegen von der deutschen Reitermannschaft gewonnen wurde. * Auf einer NSBO.=Kundgebung am Donnerstag abend in der Westfalenhalle in Dortmund sprach Dr. Ley über den ständischen Aufbau im Dritten Reich. * Auf, auf zum Kampf! In Stuttgart begannen die Wettkämpfe Stuttgart. 27. Juli. Am Donnerstag vormittag waren auf den Svielfeldern zunächst die Vorkämpfe im Schlagball, Faustball. Handball. Fußball. Die Fechter begannen mit den ersten Kämpfen im Degen. Auf der Bade=Insel bei Untertürkheim stiegen auch schon die ersten Wasserballsviele. Dieser ganze Spielbetrieb stand aber zurück, denn dominiert wurden die Ereignisse des Donnerstags durch die Mehrkämose. Am Vormittag trat die Kreisgruppe 1 an. Man sah an den Geräten: Rheinländer, Pommern, Brandenburger, Hannoveraner. Braunschweiger, Badenser, Schwaben, Sachsen, Pfälzer, schließlich Turner aus Sachsen= Anhalt, Oberweser=Ems und aus dem Ausland. Dicht gedrängt standen Fachleute und Laien um die Kampfplätze und Kampfzelte herum und verfolgten mit Anteilnalme die Kämpfe der Riegen an den Geräten. Besonders drängten sich die Schaulustigen zu den Kämpfen der Turnerinnen, und eine recht große Zuschauermenge hatte die Jugend gefunden, die in ihrem Mannschafts=Wehrkampf ganz ausgezeichnete Leistungen zeigte. In einem Sonderzug kamen nachmittags die Lehrkommandos für Leibesübungen von Reichswehr und Marine aus Wünsdorf und Flensburg. Erstmals nehmen an einem Deutschen Turnfest die Vertreter unseres Heeres teil, und sie unterstreichen durch ihr Erscheinen die Bedeutung des Festes. Feuerüberfall.1—4 auf GA.=Patrouille Stuttgart, 27. Juli. In Süssen bei Geislingen wurde auf eine SA.=Patrouille ein Feuerüberfall verübt. Um 2.15 Uhr nachts wurde der SA.=Mann Schwan=Süßen, der von seinen Kameraden etwa 15 Meter entfernt war, beschossen und am Fuß verletzt, so daß er ins Krankenhaus Geislingen gebracht werden mußte. Die Täter sind unbelonnt. Unglaublicher Kitsch Berlin. Als Musterbeispiel nationalen Kitches kann ein jetzt auf Grund des Gesetzes zum Schutze der nationalen Symbole eingezogenes Erzeugnis einer Porzellanfabrik aus dem Thüringer Wald gelten. Es handelt sich, wie die „Wandelhalle" erfährt, um einen gleichzeitig als Deckelhalter dienenden Tropfenfänger, dessen figürlicher Teik den Reichskanzler darstellt. Auf der Rückseite der Figur ist, was man gar nicht für möglich halten sollte, der Bibelspruch aufgedruckt:„Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen“. Vom Stuttgarter Turnfest. Sieben deutsche Weltwunder Für die Ausstellung in Ehikago Es sind für die Ausstellung im„Deutschen Haus“ auf der Weltausstellung in Chicago in letzter Stunde von führenden deutschen Persönlichkeiten und Unternehmen folgende Gegenstände zur Prüfung gestellt worden: 1. Ein Modell des Luftschiffes„Graf Zeppelin" durch die Leitung des Deutschen Luftfahrt=Museums in Stuttgart und der Luftschiffbau Zeppelin G. m. b. H. in Friedrichsbafen. 2. Ein Modell des Riesendamvfers „Bremen“ vom Norddeutschen Lloyd in Bremen. 3. Ein Modell des Schnellflugzeuges „H. E. 70“ von den Ernst Heinckel=Flugzeugwerken in Warnemünde. 4. Ein Modell des größten Landflugzeuges„G. 38“ von der Deutschen Lufthansa in Berlin. 5. Ein Modell des„Fliegenden Ham burgers“ von der Reichsbahn=Zentrale für den deutschen Reiseverkehr G. m. b. H., Berlin. 6. Das Gemälde„Tag der nationalen Arbeit“ von Kunstmaler Haas, das Modell der Riesentribüne auf dem Temvelhofer Feld. sowie Vergrößerungen von Photoaufnahmen anläßlich der Kundgebung auf dem Tempelhofer Feld. 7. Eine Buchausstellung„Volk ohne Raum“ vom Verlag Albert Langen Georg Müller. München. Die Ausstellung dieser Gegenstände wird un ter dem Motto„Sieben deutsche Weltwunder stattfinden und soll in eindringlicher Art der Welt zeigen, daß Deutschland trotz aller Not noch immer Svitzenleistungen auf kulturellem und technischem Gebiete aufzuweisen hat. Am 13. August wird die„Deutsch=Amerikanische Gruvpe“ 1gu in Ch D icago anläßlich der Weltausstellung einen tschen Tag“ veranstalten. Aus einer Katastrophe wuchs die große Tat Zeppelin=Gedenkfeier in Echterdingen. Stuttgart. Am 6. August werden 25 Jahre vergangen sein, daß Graf Zeppelins Luftschifi nach einer Fahrt über dem Rheintal bei Echterdingen unweit Stuttgart einem Orkan zum Opfer fiel und verbrannte. Am Gedenkstein, der an der Stelle der Katastropbe errichtet wurde, wird eine Gedächtnisfeier stattfinden. 14 Jahre lang hatte der alte Graf einen beldenmütigen Kampf für seine Idee geführt, hatte durch vollen Einsatz seiner Person und seines Vermögens gesiegt. In jahrelangen Versuchen über dem Bodensee hatte er nach vielen Rückschlägen in mehrstündigen Fahrten die Güte seiner Erfindung bewiesen und im Juli 1908 mit einer 12=Stunden=Fahrt über der Schweiz eine Leistung vollbracht, die für den damaligen Stand der Luftfahrt geradezu unerhört erschien Nicht nur ganz Deutschland, auch das Ausland verfolgte darum mit Spannung den Erfolg der ersten großen Pernfahrt eins Luftfahrzeugs, die Graf Zeppelin am 4. August antrat und die am Rhein entlang bis Worms und zurück über Stuttgart führte. Nach einer Notlandung wegen Motorschadens verorannte das Schiff bei Echterdingen im Gewittersturm. Vier Luftschiffe hatte Zeppelin damals gebaut, seine Mittel waren erschöpft. Die Katastrophe von Echterdingen schien seine Pläne vernichtet zu haben. Dr. Eckener schilderte später, wie selbst die nächten Freunde des greisen Erfinders glaubten, daß alles verloren sei. Da brach plötzlich eine ungeheure Welle von Opfermut und nationaler Begeisterung für das Werk des Grafen Zeppelin los: Aus der Sache des Grafen wurde eine Angelegenheit des ganzen Volkes! 24 Stunden nach dem Unglück waren schon 900 000 Mark an freiwilligen Svenden eingegangen, bald waren es 6 Millionen Mark!— So wurde Echterdingen ein Ort großer nationaler Erinnerung für das deutsche Volk, für die ganze Welt aber Markstein auf dem Wege der Verwirklichung eines uralten Menschheitstraumes, der Beherrschung der Lufr.... Handel und Wirtschaft Berlin, 27. Juli. Die Börse verkehrte zu überwiegend festen Kursen. Im Verlauf machte sich eine Befestigung bemerkbar. Tagesgeld 4½5½%. Bei kleinen Umsätzen hielt sich die freundliche Grundstimmung bis zum Kassakurse der Berliner Eff.Börse Ohne Gewähr für Hörfehler Sachwert=Anleihe (Notierung in Mark) 67 Pr. Ld Pfbr.=B. GPfBr. 17/18 6% do. R. 22 6% do. Komm. Obl. R. 20.. 6% Pr. Centr. Bd. GPfBr. 1924 6% dito 1927 67 Pr. Ctr. Bod. Komm. 1926/28 67 Pr. Pfdbr. Gpf. 41.. 6% dito Serie A 47 6% dito Kom. Em. 17/19. 5% Getr. Rentenbk. R. 1—3 5% Rogg. Rentenbk. Bln.1—11 Verl. Roggenw. 1923 f. 1 Z. Wests. Prov.=Kohle 1923 f. To. Schiffahrtsaktien Hamburg=Amerika=Paketfahrt Norddeutscher Llood Bankaktien Commerz= u. Privat=Bk.=A.=G. Deutsche Bank u. Disconto=Ges. Dresdner Bank Reichsbank Museum"Großes Hauptquartier“ eröffnet. Die Villa Imhof in Bad Kreuznach, in der Hindenburg vom 17. Februar 1917 bis zum 12. März 1918 wohnte. 27. 7. 26. 7. Devisenkurse(in Mark) Amsterdam Oslo Helstagtors Nopenhagen Italien London Newyork Wien Barte Schweiz Schweden Spanten Brüffel Brasilien Geld 169,18 70.08 6,164 6r 13.93 3.047 45.25 16,41 81.17 71.88 35.02 58.50 0.234 169.52 70,22 6.176 62.41 22,13 13,97 3,053 47.08 16.45 81 33 72.02 35.10 58.6 0.236 Vorkurse Geld Brie 169.33 1938 6.194 41.,7 24.13 14.00 3.527 45.5 16.41 91.12 22•33 33 02 58,54 0.224 169.57 70.52 6.206 62 71 2 14.04 3 033 47.5 16.15 81 28 72.37 35.10 88.64 1.236 Ordnten Berlin, 27. Juli. Die Tendenz an der Getreidebörse blieb stetig. Das Inlandsange, bot hält sich in maßigen Grenzen. Am Mehlmarkt war Belebung zu bemerken. Hafer ruhig. Wintergerste stetig. In Juli= weizen und Roggen erfolgten Realisationen. Berlin, don 27. Juli.(Preise in Mk. p. to) Mais(lok. Blu.) Weizenmehl Weizenkleie Weizen, märk. Roggen, märk. Sommergerste Wintergerste Hafer, märk 159—159 134—140 194—140 22,60— 26,50 ,60— 22.0 9,30— 9,40 Roagenkleie 1 9.30— Karkoffelflocken 13,40—13,60 Weizen: Manitoba 1 Eröffnung des Museums„Großes Hauptquartier“ in Bad Kreuznach. Die Teilnehmer an der Feier im Kurpark. Man sieht in der ersten Reihe von links nach rechts: bedeutenden Generalstabschef der 1. Armee, Frau Prausnitzer, die Gattin des Kurdirektors. Legationsrat Freiherr von Lersner. General von Wedderkov und Major a. D. Neugebauer, die damals Mitglieder des„Großen Hauptquartiers" waren. 7. Gad Kreuznach mo nom 17. Februar 1917 bis 7. März 1918 das deutsche„Große HauptSitz aufgeschlagen hatte, wurde jetzt von der Kurdirektion eine Ausstellung erVeaachten olammneriast. Die Einweshung dieses Mostaume, das in einen Rebengesände de Bremen, 27. Juli. Weizen.— 5,20. Gerste: Dt. Gerste 8,15. vomm. Weißhafer, 52—53 Kg., 7,80, Mecklenburger Weißhafer, 51—52 Kg., 7,75. Mais: La Plata, ab Bremen verkehrsfrei 10, do. ab Brake verkehrsfrei 10, DonauGalfox verkehrsfrei 9,90. Tendenz ruhig. Webstoffe. Bremen, 27. Juli. Loko 12,13(11,96). Wetterbericht für den 28. Juli 1933. Für das mittlere Norddeutschland: Trocken, beiter und sehr warm, schwache bis mäßige südliche Winde. Für das übrige Deutschland: Im ganzen Reiche recht warmes und heiteres Wetter, nur im Westen Deutschlands vereinzelt örtliche Gewitter. Ein reumütiger Falschmünzer Seine Fäufmarkstücke gerieten daneben und er gab das Rennen auf Die Kette der Falschgeldvrosesse reißt nicht ab. Nach Rietberg und Quelle ist diesmal Hersord der Ort der Tat. Vor der Groben Strafkammer des Landgerichts Bielefeld hatten sich der 30 Jahre alte Uhrmacher und Goldarbeiter Heinrich F. und der 28 Jahre alte Zahntechniker Herbert R., beide aus Herford, zu verantworten. Beide sind noch unbestraft. F. sitzt seit dem 18. Mai in Untersuchungshaft. Die Anklage wirft dem F. vor, in der Zeit von Januar bis Mai 1933 es versucht zu haben, falsche Fünfmarkstücke herzustellen. N. ist wegen Beihilfe hierzu angeklagt. * war früher vier Jahre in einem Goldware zeschäft in Bielefeld beschäftigt, sing dann aber an zu trinken, machte Schulden und verlor schließlich seine Stellung. Vor etwa zwei Jahren hatte er den Mitangeklagten R. kennengelernt. Sie kamen später häufig zusammen, bei einem solchen Treffen fiel auch einmal die Bemerkung. es wäre doch eine Kleinigkeit, falsches Geld herzustellen. Wer dies geäubert hat, steht nicht mehr fest. F. lieh sich nun von N. einen Blasebalg, Wachs, Givs und allerlei Werkzeuge. N. will aber angenommen haben, daß F. die Sachen für seine Ringarbeiten brauche. Außerdem rühmte sich F., er mache eine Erfindung und wolle sie zum Patent anmelden. Wenn es soweit sei. könne er ihm 500000 Mark leihen. Mit den ihm übergebenen Instrumenten versuchte F. nunmehr in seiner Wohnung Falschgeld herzustellen. Einmal kam R. hinzu, wie jener gerade ein falsches Fünfmarkstück in Arbeit hatte.„Du willst wohl Geld machen". rief er ihm da zu. „damit will ich nichts zu tun haben, da kannst Du die grüne Minna schon bestellen". Die Versuche endeten mit kläglichen Ergebnissen, wie die dem Gericht vorgelegten Stücke bewiesen. F. ließ dann auch von seinem Tun ab und zerstörte die Formen. Es erfaßte ihn Reue und Verzweiflung über seine Tat und in diesem Zustand machte er einen Versuch, sich mit Gas zu vergiften. Da ein Fenster nicht fest geschlossen war, blieb er am Leben, wurde ins Krankenhaus und später von da ins Gefängnis gebracht. In seinen Abschiedsbriefen an Eltern und Bruder gibt er seine Tat zu und schreibt:„lieber ehrlich verschwinden, als schlecht weiter leben“. Bei diesem Sachverhalt beantragte der Vertreter der Staatsanwaltschaft gegen R., dem eine Beihilse nicht nachzuweisen sei, Freisprechung. Bei F. liegen wegen des Geständnisses und der ehrlichen Neue mildernde Umstände vor. Er beantragte sechs Monate Gefängnis. Das Gericht sprach N. frei und verurteilte 3 wegen Vergehens nach§ 151 zu vier Monaten Gefängnis. Zwei Monate der erlittenen Untersuchungshaft werden angerechnet, der Haftbesehl aufgehoben und der Strafrest auf drei Jahre ausgesetzt. Die Verzweiflung, in der sich F. befand, wurden strafmildernd berücksichtigt.(46) Gefährliche Bienen Im allgemeinen stehen die Bienen in dem guten Ruf, daß sie nicht stechen, wenn sie nicht gereizt werden, aber natürlich ereignen sich Ausnahmen und in solchen Fällen können Bienenstiche sogar besonders verhängnisvoll sein. Kürzlich ist es einer Imkerin, die einen Schwarm einfangen wollte, passiert, daß sie heftig von mehreren Bienen gestochen wurde. Sie brach ohnmächtig zusammen und starb bald danach. Diese Dinge kommen glücklicherweise bei uns ziemlich selten vor. In Indien dagegen gehören sie zu den häufigeren Ereignissen. Erst kürzlich wurde dort ein Offizier durch Bienen so gestochen, daß er unter schrecklichen Leiden daran starb. Als Eigenart ist zu erwähnen, daß es in der Nähe eines beliebten indischen Ausflugsortes, der viel von Touristen besucht wird, am MerbuddaFall, sogar einen besonderen Friedhof gibt, auf dem nur die Opfer solcher bösartigen und giftigen Bienen liegen. Wenn sich nämlich die Touristen den Fluß entlang nach den Fällen rudern lassen, so erregen sie durch lautes Rufen und Singen und auch durch Rauchen den Zorn der riesenhaften Bienen, die in den Klippen der Ufer ihre Nester haben. Die wildgewordenen Schwärme fallen dann über die Reisenden her, und eine Rettung ist nicht möglich. Humas Kollegiale Höflichkeit. Ob die Formen der kollegialen Höflichkeit immer aufrichtig gemeint sind, kann füglich bezweifelt werden. Ein vielbeschäftigter Kollege unterhält eine große Korrespondenz, die er mit Hilfe einer Sekretärin bewältigt. Am Ende jedes Briefes sagt er ganz kurz: Götz! Und die gutgeschulte Schreiberin tippt ohne mit der Wimper zu zucken::„Mit Dank für die Ueberweisung des interessanten Falles und bester kollegialer Empfehlung Ihr ergebener——.“ Sch. (Münchener Medizinische Wochenschrift.) Verantwortlich für Reichs= und Landespolitik, Dr. Hans=Ulrich Rein Kunst= und Wissenschaft: .—...— Retnice; für den lokalen Teil, Unterhaltung u. Sport: i. V. Dr. Reinicke; für Anzeigen u. Geschäftsnotizen: i. V. Willi Manns, sämtl. in mold. Druck und Verlag: Westf.=Lipp. Vereinsdruckerei. G. m. d. H., Detmold.— Sprechstunden der Schriftleitung: 11—12 Uhr vormittags. 6—7 Uhr abends. Rücksendung unverlangter Manuskripte erfolgt nur im Falle der Beifügung des Rückportos und auf Gefahr des Absenders mundet besser mit Essig aus Elb's Koffer Detmold. Landestheater. heute 20 Uhr Gastspiel der Tegernseer Bauernbühne Omnibusse für Vereins= u. Gesellschaftsfahrten 18=, 22=, 25= und 33=Sitzer empfiehlt zu konkurrenzlosen Preisen. Karl Niebäumer. Bad Salzuflen Hermannstraße 35 Fernruf 2833 Stublbeschwerden können Sie verhüten, wenn Sie täglich ½/—1 T nohmen, die Würtel unterstützen den Darm In seiner Funktion und eind auch für Gesunde ein gutes, unschädliches, Inneres Reinigungsmittel!— Erhältlich In Apotheken, Drogerlen und Reformhäusern. Achten Sie auf die Schutzmarke C Statt Karten. Wir haben uns verlobt: Erna Steinmeuer Helnrich Blome Staatl. dipl. Gartenbauinspektor Lohfeld Eisbergen Schötmar 27. Juli 1933. Bei genügender Beteilgna pudern. Lamend. Sonntag. Montag nach Bremerhaven Besichtigung der Europa und Dampferfahrt nach Helgoland. Autobusfahrpreis(Hin u. 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Reichsgericht ging hierbei von der Ansicht gus, daß Anzeigen, welche man einer Zeitung zuwandet. deuflich geschrieben sein müssen. Für telefon. übermittelte Anzeigen über nehmen wir keine Gewähr. Lippische Tageszeitung. Empfehle preiswert: Frische Fettbückinge Fll. 20 Pig. 5-Pld.-Kiste 95„ Frische Tomaten Fll. 22„ Frische Plirsiche" 20„ Deutscher Blumenkohl große Köpie Stück 29„ Feinste Fettheringe in Tomatensauce ovale Dose 32„ Clemens Gutberlet Helle, saubere Fabrikations- und Lagerräume mit und ohne Keller, im Zentrum der Stadt, preiswert zu vermieten. Zu erfragen in der Geschäftsstelle d. Zig. Wer stets zum Brote Strate trank— Ist immer lustig, niemals krank! Darlehen für alle Zwecke Deutsche Wertspar- und Finanzierungs-Gmöh. Blelesel Keine Bausparkasse, keine lange Wartezeit! Bezirksdirektion: Detmold. Lagesche Straße 110. Sprechstunden: 8—12 und 14—18 Uhr. Sonntags von 10- 12 Uhr. *" 0 SO X C. Bunn#. 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Das Hüteschwenken blieb, und man begnügte sich damit, in dieser Höflichkeitsbezeigung einen gewissen, wesenlich mil der gewordenen Ausdruck der Ehrerbietung zu erblicken. Mehr und mehr bildete sich der Gedanke heraus, daß der Gruß gar nicht eine Bekundung der Ergebenheit zu sein hätte, als vielmehr das Zeichen der Freude darüber, einen bekannten Menschen vor sich zu sehen. Der Wunsch eines guten Tages war im tieferen Sinne nichts anderes als ein Gruß zwi chen gleichgestellten und einander gleichbewertenden Menschen, wenn auch häufig dieser Sinn nicht hineingelegt wurde, sondern der alte Rest der Ergebenheit fortwirkte und teils aus kleinlichen und selbstgefälligen Absichten gefordert wurde. Das aber war es: Aeußerlichkeit, Formel kram war der Gruß geworden. Auch die Jahrzehnte demokratischer Ideen haben daran nicht gerüttelt und undemokratisch diese Zeichen der Ergebenheit gepflegt. Das neue Deutschland, das nicht an dem Kleinsten vorübergeht, das einer Aenderung bedarf, räumt auch damit auf und gibt dem Gruß wieder Inhalt und Bedeutung. Sie löst ihn vom Herkömmlichen, sie räumt auf mit der Lüge der Ergebenheit. Männlich und selbstbewußt ist sie, und ihre Männer beugen sich nicht, sondern stehen stramm vorm Führer, dem sie folgen. Die Führer selbst aber wollen keine Ergebenheit alter Art, sondern aufrechte, ehrliche Gefolgschaft. Das schließt nicht Höflichkeit aus, nicht Herzlichkeit, sondern eben diese beiden können ern recht gedeihen unter dem Zeichen dieses Grußes der Aufrichtigkeit und Aufrechtheit. „Deutsche Woche“ in Lippe vertagt Nun vom 9. 17. September. Die Landesarbeitsgemeinschaft„Deutsche Woche des Lipperlandes“ gibt bekannt, daß der Termin der großen Veranstaltung infolge des in der geplanten Zeit in Nürnberg stattfindenden Parteitages der NSDAP. um acht Tage verschoben werden muß. Die Deutsche Woche findet nunmehr in der Zeit vom 9. bis 17. September 1933 statt. Die Geschäftsstelle der Landesarbeitsgemeinschaft befindet sich im Regierungsgebäude in Detmold.„ Die nächste Sitzung der Landesarbeitsgemeinschaft„Deutsche Woche des Lipperlandes“ findet Freitag, 28. Juli, nachmittags 5 Uhr, im„Kaiserhof" in Detmold statt. Lipper beim Deutschen Turnfest Die lippischen Turnerinnen und Turner sind am Mittwoch mit dem Sonderzuge glücklich nach 2½stündiger Verspätung, die durch den Unfall bei Schötmar herbeigeführt war, um 11,30 Uhr in Stuttgart angekommen. Die Stimmung im Sonderzug war ausgezeichnet Die Verabschiedung der Turnfestfahrer über all begeisternd, die Begrüßung in Stuttgart überaus herzlich. Stuttgart prangt in einem unbeschreiblichen Festgewand. Alles in Festes stimmung. Vereinslokal des Lippischen Turn bezirks ist Ecke Ludwigstraße=Seyfferstraße. Sonntag Wahl zu den Klassentagen Nachdem am vorigen Sonntag die Wahlen zu den kirchlichen Gemeindevorständen erfolgten, werden kommenden Sonntag die neugewählten Körperschaften die Vertreter für die 5 Klassentage zu wählen haben. Diese Vertreter sind aus den Reihen der in die Kirchenvorstände gewählten Gemeindeglieder zu wählen. Reparaturzuschüsse auch für Reuhausbesitzer Der Landesverband Lippe der Neuhausbesitzer teilt mit: Wie wir schon bekannt gaben, werden unter den gleichen Bedingungen und den gleichen Voraussetzungen wie dem Althausbesitze dem Neuhausbesitze Reparaturzuschüsse gewährt. Wir können heute mitteilen, daß die Reichsregierung dem Antrage des Reichsverbandes auf Verlängerung der Fristen stattgegeben hat. Die Frist zum Baubeginn ist auf den 1. September 1933 und zur Fertigstellung auf den 1. März 1934 verlan gert. Wissenswertes vom lippischen Haushaltsplan Die Wirtschaftspläne der Betriebsverwaltungen- Die Vermögens= und Schuldenverwaltung Die Woirrscuye gg z ur, zugln 2.8 an den Relerveionos an diel 3. Erteratozer. 2.8. 46000 2.ct Westf. Ferngas A.=G. 50000 J.A n diesen Beteiligungen bringen Wesertal )# i Z i n s e n u n d d i e P e s a g 8 0 0 0 übrigen Beteiligungskapitalien bringen Zinsen und Dividenden. Bei der BeteiliDem Haushaltsplan des Landes Lippe, der nun durch Gesetz verkündet ist, sind eingehende Saline und Bad Salzusten, Bad Meinberg, Landesbank, Landesspar= und Leihekasse, Anstalt Lindenhaus und Landkrankenhaus. Natürlich besteht von Natur aus ein großer Unterschied zwischen dem Haushaltsplan der Staats hoheitsverwaltung und den Wirtschaftsplänen von Betrieben der genannten Art. Wir bringen nachstehend aus diesen Wirtschaftsplänen nur das Material, welches für die Oeffentlichkeit von besonderem Interesse und für die Gestaltung des Staatshaushaltsplanes von besonderer Bedeutung ist. 1. Forstverwaltung: Der Wirtschaftsplan der Forstverwaltung schließt für 1933 mit einem Reingewinn von 241 695##.K ab, der wie folgt verteilt werden soll: Rücklage aus Kapitalien und Beteiligungen 29070„K.K: Rücklagen für Neubauten 2000 M.K: Gemeinsam mit der Domänenverwaltung zu tragende Lasten: 63 700 M.x: Sonderleistungen für Zinsverpflichtungen der Dörentruper EmbH. 70000 JT.K: Ablieferung an die Landkasse: 76925 K.K. Die Sonderleistungen für die Dörentruper EmbH. treten in diesem Jahre zum ersten Male auf. Der Reingewinn und die Ablieferung der Forstverwaltung an die Landkasse haben sich seit 1929 wie folgt entwickelt: b) Ablieferung an die Landkasse: 471 594 J.# 386 165 270 750 P.A 87610 J.f 76 925„. K des Reingewinnes der a) Reingewinn 1929: 644 594 J.# 1930: 603000 J.A 1931: 425 222 F.f 1932: 162 710•P.4 1933: 241 695-R.A Der starke Rückgang des Reingewinner Forstverwaltung ist neben der Entwicklung der Wirtschaftskrise auf den in erster Linie durch die Schleuderkonkurrenz Räterußlands verursachten Verfall der Holzpreise zurückzuführen. Eine Besserung der Wirtschaftslage, verbunden mit einer Steigerung der Holzpreise wird hier eine fühlbare Besserung bewirken. Für 1933 wird trotz des erhöhten Reingewinns gegenüber 1932 eine größere Ablieferung an die Landkasse durch die notwendig gewordenen Sonderleistungen für Zinsverpflichtungen der Dören truper EmbH. verhindert. 2. Domänenverwaltung: Die Domänenverwaltung kann einen Rein gewinn von 105 380 g an die Landkasse abführen. Gegenüber den früheren Jahren ist natürlich auch hier ein Rückgang eingetreten; aber längst nicht in dem Maße wie bei der Forstverwaltung. 3. Bäder: Der Plan der Saline und Badeverwaltung Bad Salzuflen sieht die Abführung eines Reingewinns von 23000 J.K an die Landkasse vor, während der des Bades Meinberg in Einnahme und Ausgabe ausgeglichen ist. 4. Staatliche Kreditanstalten: Der Plan der Landesbank ist in Einnahme und Ausgabe ausgeglichen; die Landessparund Leihekasse kann neben einer Rückstellung von 33000 K. K an den Reservefonds an die Landkasse einen Reingewinn von 75000 Jch an die Landkasse abführen. 5. Anstalt Lindenhaus: Die Anstalt weist einen Gewinn von 21 831 ##in aus, der aber fast ganz aus der Kolonie Entrup stammt; der Plan der Hauptanstalt ist ausgeglichen; dieses Ergebnis muß unter den heutigen Verhältnissen als günstig bezeichnet werden. 6. Landkrankenhaus: Der Wirtschaftsplan des Landkrankenhauses sieht einen Verlust von 37306 K.4 vor. der durch den Zuschuß der Landkasse zu decken bleibt; diese läßt sich diese Summe von den Bezirksfürsorgeverbänden erstatten. Dieses ungünstige Ergebnis ist neben dem Rückgang in der Belegungsziffer des Landkrankenhauses auf die hohe Schuldenlast der Anstalt zurückzuführen. Diese, hervorgerufen in erster Linie durch die Ausführung des Neubaues, beträgt nach dem Stande vom 1. 4. 1933 die gewaltige Summe von 1263 106.57 J.K; für Zinsen und Abträge muß bei einer Gesamtausgabe von 466 149 6. K der Betrag von 91 700 g.K bereitgestellt werden. Eine weitere Zinssenkung wird für die Zukunft dieser Anstalt von größter Bedeutung sein. 7. Lippischer staatlicher Arbeitsdienst: Dieser zum ersten Male auftretende Haushalt schließt in Einnahme und Ausgabe mit 146 470„T.K ab, wovon das Reich 126 470 J.K leistet; der Zuschuß des Landes beträgt 20000 RM. In der dem Staatshaushaltsplan beigebenen Uebersicht über das Kapitalvermögen und die Schulden des Landes sind die aus dem Mietzins= und Gebäudeentschuldungssteueraufkommen gewährten Hypotheken nicht aufgeführt, da diese der Wohnungskreditanstalt zur Verwaltung übergeben sind. Bei den folgenden Zahlen, die nach dem Stande vom 1. 4. 1933 gegeben werden, sind die Kapitalvermögen und Schulden der einzelnen Betriebsverwaltungen unberücksichtigt geblieben; es handelt sich also um die reinen Kapitalvermögen und Schulden der Landkasse. Das ausgewiesene Kapitalvermögen der Landkasse setzt sich aus drei großen Posten zu sammen: Aus Anleihen weitergeleitete Baudarlehen: 1 534 415.85 J.A Darlehen zur Förderung von Notstandsdarlehen, Wegebauten u. s. 754 602,95 J#.A Beteiligungen und anderen Vermögensobjekten(Wert= papieren usw.) 3 479 910,16-.# 3. Extertalbahn A.=G. 828000 J.K 4. Steinbruch Adelebsen 48000 R. K 5. Westf. Ferngas A.=G. 50 000 J.A Von diesen Beteiligungen bringen 50.000 M.A Ziniennd d.= wealag Die übrig keine Zinsen und Dioibenven. Bei der gung Extertalbahn A.=G. sind nach deren Sanie: rung im Herbst 1932 als Verlust 207000 R.K abgeschrieben. Die Beteiligung an Dörentrup ist bei der Forstverwaltung mit 1233.000 R.s (Nominalwert) ausgewiesen. Zinsen werden hier ebenfalls nicht erwartet; im Gegenteil: die Forstverwaltung muß hier, wie im ordentlichen Haushalt ausgewiesen, wahrscheinlich ein Zinszuschuß von 70000 M leisten. Das Gesamtkapitalvermögen der Betriebsverwaltungen ist (einschl. Anteil Dörentrup) mit 4820043,97 R.A ausgewiesen. 6M— Dem Kapitalvermögen steht bei der Landkasse ein Schuldenbestand von 7 956 660,43 RR.K gegenüber; der eine Zinsleistung von 435 800,61 R.K und einen Abtragungsdienst von 168 492,65 R.s erfordert. An sonstigen Verpflichtungen der Landkasse bestehen 98491,79 K.c, die einen Zinsendienst von 12 746,99 K.Kk und einen Abtragungsdienst von 10 436.10 K.K erfordern. Außerdem bestehen bei der Landkasse, Bürgschaftsverpflichtungen in Höhe von Reichsmark 6 629 104,04. Bei den Betriebsverwaltungen ist ein Geamtschuldenbestand von 6638 102,78 K.K vorhanden. Zu diesen sehr hohen Schuldensummen muß allerdings bemerkt werden, daß das Land über einen großen, sehr wertvollen Grundbesitz verfügt; wir verweisen nur auf die Domänen und Forsten, sowie auf die staatlichen Bäder. 3. Insgesamt: 5 768 934,96 J.A Die Zinseneinnahmen betragen aus 1. 80 813.30 P. f 2. 22 227,23 K. fl. 3. 67711,00 J. K Insgesamt: 170 751.53 P. K Die bedeutendsten Beteiligungen sind: 1. Wesertal G. m. b. H. 1000000 P. 2. Pesag 391 800 J.K 33 Grad Celsius im Schatten Das Wetter bewegt sich in diesem Jahre nur in Extremen. Erst will es kein Sommer werden, dann brennt die Sonne, daß das Thermometer vor Angst nicht weiß, wohin klettern— und den Menschen geht es ebenLippes Reiter appellieren Hinein in die SA.-Reiterformation! Der Landesverband Lippischer Reitervereine hielt am Mittwoch, 26. Juli, in einer außerordentlichen Generalversammlung eine kurze Besprechung über Aufstellung der SA.= Reiterformationen ab. Die Aufstellung der Scharen und Stürme erfolgt nach den vom Obersten SA.=Führer herausgegebenen Beehlen. Für die Reiter, welche bereits in der SA. oder im Stahlhelm sind, ist danach die Aufname ohne weiteres gegeben. Für alle diejenigen aber, welche einer Wehrformation bisher noch nicht angehört haben, tritt laut Befehl des Obersten SA.=Führers ausnahmsweise die Aufnahmesperre erst am 1. August in Kraft. In der Versammlung wurde mit großem Nachdruck betont, daß nach diesem Termin endgültig allen jenen Leuten der Weg abgeschnitten sein wird, sich mit einzuspannen in die großen Ziele der Wehrhaftmachung und Ertüchtigung unserer deutschen Reiterjugend. Darum: Nicht verärgert oder gleichgültig zusehen und danebenstehen, sondern mit beiden Händen hineingreifen in die Speichen und mithelfen! Für jeden bis jetzt noch nicht gemeldeten Reiter gilt daher der Befehl, sofort seine Meldung zur Mitarbeit durch Anmeldung zur SA. an die Geschäftsstelle des Landesverbandes der Lippischen Reitervereine, Lemgo, Echternstraße 65, zu senden! bildete Wesen: Kleider aus— Badeanzug an — Kappe über den Bubikopf— und eins — drei hinein in das feuchte und immer noch halbwegs kühle Element! Die vielen Sommerfrischen des Lipperlandes bieten Ein schöner Sprung ins feuchte Element so.“. den Straßen der Landeshauptstadt u s vie Oberflächenteerung und die Absätze d.r. Passanten stempeln die ganze Straßendeue. Auf den Arbeitsstellen fließt der Schweiß in Strömen, über den Feldern glüht die Hitze wie in einer Backstube, aber die Hauptsache ist: das Erntewetter ist da! Wer irgend kann, macht es wie dieses hier abgeGe mannigfaltige Möglichkeiten, in klaren wässern zu schwimmen und an den Gestaden zu bräunen. Bei 33 Grad Celsius im Schatten schmort man schon, wenn man nur daran denkt, daß ein weiter sonniger Weg zur Arbeitsstätte zurückzulegen ist.„O, wie woh ist's mir am Abend,“ wenn die Badeanstalt lockt! Verwaltungssonderzuge der Reichsbahn Karten frühzeitig bestellen! Die von der Reichsbahn mit erheblicher Fahrpreisermäßigung gefahrenen Verwaltungssonderzüge sollen der Bevölkerung einen vollwertigen Ersatz für lange und kostspielige Reisen bieten, auf die ja heute leider weite Kreise verzichten müssen. Mit den Verwaltungssonderzügen sind Programme verbunden, die von allen bisherigen Teilnehmern voll anerkannt wurden. Die Aufstellung der Programme ist für die Reichsbahn mit erheblichen Vorarbeiten und Kosten verbunden. Es muß daher angestrebt werden, daß diese Züge auch ausreichend, d. h. mit mindestens 300 Personen besetzt sind. Um die Entscheidung über das Verkehren eines Sonderzuges trefen zu können, ist es unbedingt erforderlich, daß die Fahrkarten rechtzeitig gelöst bezw. bestellt werden, das heißt nicht erst einige Tage oder wohl gar, wie es bei den zuletzt gefahrenen Sonderzügen beobachtet wurde, am Tage vor der Reise oder am Reisetage selbst, gelöst werden. Diese Säumigkeit der Reiseteilnehmer erschwert der Reichsbahn die Entscheidung, ob der Sonderzug gefahren werden kann oder nicht, ganz ungeheuer. In allen Reiseprogrammen und auf allen Aushängen für einen Sonderzug wird immer wieder ersucht, die Fahrkarten rechtzeitig, d. h. bis spätestens drei Tage vor Abfahrt des Sonderzuges zu lösen. Hieran muß in Zukunft unbedingt festgehalten werden. Wenn die Reiseteilnehmer diesem Ersuchen nachkommen, ersparen sie sich selbst eine Enttäuschung, wenn ein geplanter Sonderzug erst am Tage vor der Abfahrt wegen ungenügender Beteiligung abgesagt werden muß, wie jetzt bei dem geplanten Zuge nach Wilhelmshaben— Helgoland; sie erleichtern aber auch der Reichsbahn die rechtzeitige Entscheidung. Aus der Landeshauptstadt Detmold, 28. Juli 1933. Rundflüge vom Königsberg Schon im vergangenen Herbst hatten wir an dieser Stelle darauf hingewiesen, daß in diesem Sommer Rundflüge veranstaltet werden sollten, um den Kurgästen aus Hiddesen usw. eine willkommene Abwechslung zu bieten und vor allem um sie mit dem herrlichen Panorama dieser Luftkurorte, des Teutoburger Waldes usw. bekannt zu machen. Nun finden die Rundflüge vom Königsberge aus statt. Die ersten Hiddeser Kurgäste flogen bereits am Dienstag nachmittag. Immer wieder zog der Sport=Eindecker seine Kreise und kehrte am Abend nach Bad Pyrmont zurück, um hier an den anderen Tagen ebenfalls Rundflüge auszuführen. Die hiesigen Fluggäste waren restlos zufriedengestellt und sprachen sich sehr begeistert über diese neue Einrichtung aus. Da bereits eine Anzahl weiterer Anmeldungen vorliegt, werden Mitte kommender Woche wiederum vom Königsberg aus Rundflüge stattfinden. Weitere Auskunft wird im Pavillon am Hülsenweg an der Endstation dev Straßenbahnlinie 3 erteilt, wo auch Anmeldungen entgegengenommen werden. Telephonische Anfragen und Anmeldungen unter Nr. 2420 * * Werbe= Badeanstalt. Wasserwärme: 25 Grad. * Die Hitze gebielet Arbeitspausen. Infolge der außerordentlich hohen Temperaturen waren verschiedene Detmolder Betriebe gestern gezwungen, die Arbeit über Mittag ruhen zu lassen und die Mittagspausen entsprechend auszudehnen, da den Angestellten und Arbeitern die Fortsetzung der. Arbeit in den Räumen über die heiße Mittagszeit nicht zugemutet werden konnte. * Detmolder Segelflieger fahren in die Rhön. Zu dem vom 6. bis 20. August auf der Wasserkuppe in der Rhön stattfindenden Segelflugwettbewerb sind von 63 gemeldeten Segelflugzeugen 53 zugelassen worden. Die Detmolder Segelflieger, die mit dem neuen Hochleistungs=Flugzeugtyp„Rhönadler“, das kommenden Sonntag im Kurpark des Bades Salzuflen getauft werden soll, in die Rhön wollen, haben die Startnummer 47 erhalten. Sie werden unter Fluglehrer Ruhl mit den besten Kräften antreten und hoffentlich die lippischen Farben würdig vertreten. * Kriegsopferfahrt nach Dortmund. Die Nationalsozialistische Kriegsopferversorgung, Ortsgruppe Detmold, tritt zur Dortmundfahrt am Sonntag, 30. Juli, morgens um 6 Uhr pünktlich am Bahnhof Detmold an. Die Fahrtkosten betragen 3 J. die für Mitglieder später eingezogen werden. Angehörige müssen diese am Bahnhof bezahlen. Für Kriegseltern, Hinterbliebene und langjährige erwerbslose Kameraden wird ein Zuschuß gewährt. Pünktliches und zahlreiches Erscheinen wird unbedingt erwartet. * Landestheater. Heute abend 8 Uhr: einmaliges Gastspiel der Tegernseer Bauernbühne. Die Theaterstücke werden umrahmt von Schuhplattl=Tänzen, Jodlern und Zitherspiel. Der Haushaltsplan der Stadt Schwalenberg 125 Mark Schulden auf den Kovf der Bevölkerung- Keine vorbezahlten Rechnungen mehr Ehrenamtlicher Bürgermeister Eine außerordentlich wichtige Sitzung der Stadtvertretung Schwalenberg fand Mittwoch abend im Rathause statt. Die Wirtschafts= und Finanzlage stand zur Beratung. Stadtv.=Vorsteher Drüke gab zunächst den Erlaß eines Ortsstatuts über die Erhebung von Gebühren für die Benutzung der städtischen Kanalleitung bekannt. Es soll in Zukunft nach Maßstab der anderen Städte der Vorkriegsbrandwert zugrunde gelegt werden. In Schwalenberg ist ein Brandkassenwert von 535000 Mark, der Unkostenbetrag beläuft sich jährlich auf 400 Mark, so daß auf je 1000 Brandkassenwert 80 Pfg. gehoben werden müssen. Dieser Satz wurde zum Beschluß erhoben. Eine Ermäßigung der Gebühren wird denen zuteil, die auf eigene Kosten einen Kanal angelegt haben, ferner sind diejenigen befreit, die ihr Wasser in den Tränkebach leiten. Es ist jedoch anzunehmen, daß schon im nächsten Jahr eine Ermäßigung der Gebühren eintreten wird. Der Haushalksplan schließt so hoch wie im Vorjahre ab, nämlich in Einnahme und Ausgabe mit 55 967,60 Mark. Bei dem Amtsantritt der jetzigen Stadtvertretung waren die Finanz= und vor allem die Kassenverhältnisse der Stadt äußerst trübe. Es lagen für rund 3800 Mark unbezahlte Rechnungen bezw. rückständige Verpflichtungen gegenüber dem Kreise vor. Die Kassenlage war derart schlecht, daß der Landrat in Detmold bereits die Unterstützungsgelder für die Wohlfahrtserwerbslosen vorschießen mußte. Der Stadtrat hat sofort nach Uebernahme der Geschäfte mit Nachdruck die Steuerrückstände und sonstigen Abgaben eingezogen, so daß die Zahlungen für die Wohlfahrtserwerbslosen und die sonstigen eiligen Zahlungen sichergestellt waren. Inzwischen hat sich die Kassenlage der Stadt durch Einziehung und Anforderung verschiedener Beträge, die schon seit Jahren rückständig bezw. überhaupt nicht aufgefordert waren, wesentlich gebessert. Es liegt z. Zt. bei der Stadtkasse keine unbezahlte Rechnung für das Rechnungsjahr 1932 mehr vor. Auch bezüglich der Zahlungen für das Rechnungsjahr 1933 ist die Stadt mit Ausnahme einiger am 1. Juli d. J. fällig gewesener Zinsund Tilgungsbeträge auf dem Laufenden. Der am 1. Januar 1932 aus erste Tilgungsrate auf die Schuld der Stadt für die Verluste bei der früheren Städt. Sparkasse von 300000 Mark fällige Betrag von 3000 Mark ist bereits auf einem besonderen Konto sichergestellt. Die Finanzlage der Stadt ist aber dennoch als äußerst ernst zu bezeichnen. An festen Schulden sind vorhanden 330 879.46 R.K. Diesen steht— ohne das Grundvermögen— ein Kapitalvermögen von 12 913,04 Mark gegenüber. An festen Schulden verbleiben mithin 317 966.42 Mark. Hierin ist das von der Stadt zur Abdeckung der Schuld für die Verluste bei der früheren Städt. Sparkasse aufgenommene Darlehen mit 300 000 Mark eingestellt. Dieses Darlehen muß von der Stadt jährlich mit 1 Prozent auf die Dauer von 34 Jahren getilgt werden. Tatsächlich sind daher von der Stadt nicht 300 000 Mark, sondern nur 102 000 Mark aufzubringen, so daß die tatsächliche Schuldenlast 119 966.42 Mark beträgt. Das bedeutet auf den Kopf der Bevölkerung 125.50 Mark. Eine Belastung, wie sie wohl keine der anderen Städte in Lippe zu verzeichnen haben wird Wenn es der Stadt nicht gelungen wäre, den Vertrag auf der für sie günstigen Basis abzuschließen, dann wäre die Existenzfähigkeit und die Selbständigkeit Schwalenbergs so gut wie Die Jahl der Wohlfahrtserwerbslosen, die am 1. 4. d. J. noch 26 betrug, ist auf 16 gesunken. Es ist damit zu rechnen, daß auch diese in den nächsten 14 Tagen in ein versicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis überführt werden können. Für den Herbst d. J. ist als größere Notstandsarbeit mit etwa 10.000 bis 12000 Tagewerken die Drainierung eines großen Teiles der Domänenländereien und von Privatgrundstücken in der Gemarkung Schwalenberg, deren Trägerschaft die Stadt übernimmt, geplant. Durch Vergleich ist der mit dem Landrat in Detmold über die Unterhaltungskosten der Straße Schwalenberg=Born geführte Prozeß erledigt. Auf eine Forderung von rund 19000 Mark sind 1000 Mark vergütet, die mit einer Schuld der Stadt an den Kreis Detmold verrechnet sind. Für die in Aussicht genommene Neupflasterung der Straße„In der Tränke“ ist ein Betrag von 600 Mark in den Haushaltsplan eingestellt. Die Wiederbesetzung der Bürgermeisterstelle soll ehrenamtlich erfolgen. Der Stadtrat hat die Hoffnung, daß dieses bis zum 1. Oktober d. J. möglich sein wird, und daß der für den ehrenamtlichen Bürgermeister aufzuwendende Betrag monatlich 120 Mark nicht übersteigen wird. In Aussicht genommen ist eine im Ruhestand lebende Beamtenperson mit geringer Pension oder ein sich eignender Kriegsbeschädigter. 4000 Bürgermeister Gierlichs auf Lebenszeit gewählt. In einer vertraulichen Sitzung der slädtischen Körperschaften wurde Bürgermeister Gierlichs, dessen Amtszeit am 31. August dieses Jahres beendet gewesen ware. einstimmig auf Lebenszeit gewählt. * Der NSDAp. als Hospikanten beigetreten. Stadtverordneter Schlossermeister Schnüll (Deutschnational) und Stadtverordneter Schmiedemeister Schüring(Evangelischer Volksdienst) sind als Hospitanten der nationalsozialistischen Stadtverordneten= Fraktion beigetreten. Das Stadtparlament Lage besteht nunmehr nur noch aus der NS.=Fraktion. * Stadtekat angenommen. Der Haushaltsplan wurde in der Stadtverordnetensitzung verabschiedet. Er schließt in Einnahme und Ausgabe mit 455 300 RM. ab. Der außerordentliche Haushaltsplan weist die Endsummen von 235 300 RM. auf, und der des Kranken= und Siechenhauses 71 500 RM. Bad Salzuflen Die Mittwoch-Militärkonzerle erfreuten sich bei dem Hundstagswetter eines außerordentlich großen Besuches und sorgten dafür, daß der Kurpark unseres schönen Bades im Zeichen ausgesprochenen sommerlichen Hochbetriebes stand. Meister Mietusch hatte für diesmal ein besonders ausgewähltes Programm aufgestellt und erbrachte den einwandfreien Beweis, daß Militärmusik nicht nur mit flotten Märschen und populären Liedern Gefallen zu finden braucht, sondern daß sie sich auch ganz gut auf klassischen Boden begeben darf, sofern sie über die dazu notwendigen tüchtigen und geschulten Kräfte verfügt. Daß dies bei der Detmolder Reichswehrkapelle der Fall ist, bedarf keiner ausdrücklichen Versicherung und so kam es, daß Stücke wie Liszts zweite Rhapsodie, Leoncavallos Bajazzo, Mascagnis Cavalleria rusticana stürmischen Beifall weckten und den gewohnten guten Eindruck der Militärkonzerte wesentlich verstärkten. Der Haushaltsplan 1933 der Stadt Bad Salzuflen ist nunmehr aufgestellt und liegt ab Freitag, 28. Juli, eine Woche lang im Städtischen Verwaltungsgebäude, Adolf Straße, zu jedermanns Einsicht öffentlich aus. Bestandene Prüfung. Die Prüfung für den mittleren gehobenen nichttechnischen Reichsbahndienst zum Reichsbahn=Obersekretär bestand vor dem Prüfungsausschuß der Reichsbahndirektion Köln Herr Karl Meier junior, Turmstraße 7. Einbruchsversuch. In einem Geschäftshause an der Adolf Hitler=Straße ist in der Nacht zum Donnerstag allem Anschein nach ein Einbruch verübt worden. An einem abseits in einer Ecke liegenden Fenster ist scheinbar mittels eines Diamanten ein halbrunder Einschnitt in Höhe des Fenstergriffes gemacht. Nachträglich scheint der Täter jedoch festgestellt zu haben, daß das Fenster durch einen festen Holzladen und ein davorstehendes schweres Bort gesichert war, so daß er sein Vorhaben aufgab, ohne das angeschnittene Stück des Fensters einzustoßen. Lemgo Die Einführung der neugewählten Kirchenvorstände findet am kommenden Sonntag im Anschluß an den Gottesdienst statt. Die Kirchenvorstände nehmen dann die Wahlen für die Klassentage vor. Staatsminister Riecke erscheint zum SS.= Treffen. Zu dem großen SS.=Treffen, das am Sonnabend und Sonntag hier stattfindet, werden am Sonntag mittag auch Staatsminiter Riecke und der Stellvertreter des Miniters, Herr Wedderwille=Lage, erscheinen. Die beiden Herren treffen gegen Mittag in Lemgo ein und werden um 12,30 Uhr auf dem Marktplatz den Vorbeimarsch der SS. abnehmen. Inschließend wird Staatsminister Riecke eine Ansprache halten. Staatsminister Riecke wird auch den großen sportlichen Wettkämpfen am Sonntag nachmittag beiwohnen. Die Einwohnerschaft wird gebeten, am Sonnabend und Sonntag die Häuser zu beflaggen. Blomberg Weitere Arbeitsmöglichkeiten. Der Stadtrat hat beschlossen, eine weitere Anleihe im Reichswege in Höhe von 46,000 RM. aufzunehmen. Geplant ist, am oberen Bruch eine Kläranlage, an der Walkenmühlenstraße eine Kanalisation, in der Rektor= bezw. Berufsschule eine Dampfheizungsanlage zu schaffen, fernerhin beim Elektrizitätswerk Erweiterungen eintreten zu lassen. Bad Salzuflen. „Die Sechs von der Staatsoper“, das berühmte Ballett der Solisten, die vor nun fast zwei Jahren die Berliner Staatsoper verliespult im Ein heiterer Roman von Marianne von Ziegler. Copyright by Georg Müller u. Albert Langen.## In berrlich gelegenem, vornehmem Landhaus werden einige aufgenommen. Kein Hotelbetrieb. Größte Ruhe. Gelegenheit zu Wasser= und Bergsport. Auskunft durch Martin Hollweck, Kunstmaler, Gartenstraße Nr. 78/4 Ueber dieses Inserat, das an gut sichtbarer Stelle in der neuen Zeitung erschienen war, beugten sich eng gedrängt fünf Köpfe, zwei rechts und zwei links von dem des Familienober= hauptes, das niemand anderes war als der oben erwähnte Herr Hollweck. „Es macht sich sehr gut!“ stellte Frau Gina mit ihrem gewohnten Optimismus fest und kniff ein Auge zu, als betrachte sie prüsend eine von Martins Skizzen. „Ein bissel klein...“ fand der fünfzehnjährige August. „Warum habt ihr es nicht so machen lassen?“ Und er wies mit dem ausgestreckten Zeigefinger auf die quadratfußgroße Anzeige des„Alpenpalasthotels“, über dem großen„A“ gleichsam als Akzent einen Fettflecken zurücklassend. „Weil das Haus auch nicht so groß ist!“ belehrte Gutrune, den blonden Kopf neben den dunklen der Mutter geschmiegt. Die aber sah in der Aussage einen Versuch, das Ansehen des „herrlichen Landsitzes“ zu schmälern, und ging in Kampfstellung.„Ich weiß nicht, was ihr alle gegen das Haus habt! Es ist sehr hübsch und viel bequemer zu bewirtschaften, als wenn es so eine Kaserne wäre. Und den Gästen ist das sicher auch lieber; denn sie kommen ja gerade deswegen!“ „Oh, kommen sie?...“ fragte Herr Hollweck zweifelnd, „Nun, natürlich!“ erwiderte Gina.„Oder meinst du, daß wir die einzigen sind, die heute morgen eine Zeitung lesen? Denkt mal, Kinder, wie hübsch: In diesem Augenblick fassen vielleicht Hunderte von Menschen den Plan, ihren Urlaub bei uns im Seehaus zu verbringen!“ „Wo sollen die denn alle schlasen?“ fragte der praktische August.„In meinem Bette doch nicht?“ „Das werden wir ja sehen,“ antwortete der Vater. meinerseits bin zu jedem Opfer bereit, also wird euch Kindern auch nichts anderes übrigbleiben, als euch dünne zu machen und an die Wand zu rücken.“ Der kleine Frieder zog finster die Brauen über seine schwarzen Augen zusammen:„Warum wollen denn hundert Leute zu uns kommen? Es wäre viel schöner ohne sie!“ Gutrune suchte ihn zu belehren.„Das Seehaus gehört doch nicht uns, Frieder. Wenn wir den Sommer dort zubringen wollen, so muß Vater dem Besitzer etwas dafür bezahlen, und die Gäste sollen ihm dabei helfen.“ „Ich weiß was!“ jubelte Frieder.„Wir lassen sie einfach schnell bezahlen und machen dann, daß sie gleich wieder abreisen. Wir geben ihnen einfach nichts zu essen!“ Frieder fand in seiner fünfjährigen Weisheit oft solch verblüffende Lösungen. August, sonst sehr überlegen, neigte der gleichen Auffassung zu.„Vielleicht mögen sie nicht dableiben, wenn wir recht viel Lärm machen,“ schlug er vor. „Das kann wohl sein,“ bestätigte der Vater.„Aber damit ist uns nicht geholfen. Sie zahlen nämlich leider nur dann, wenn es ihnen so gut gefällt, daß sie dableiben mögen.“ Gutrune blickte sorgenvoll. Frau Ginas Feldherrngeist aber war bereits dabei, die herzudrängenden Massen zu sichten, einzuteilen und unterzubringen.„Es ist ja schade, daß nicht noch ein paar Zimmer mehr da sind! Aber wenn sich sehr viele Gäste melden, müssen wir selbst uns eben weiter einschränken. Man müßte ein Stück des Vorplatzes abteilen, mit einem hübschen bunten Vorhang etwa, so etwas macht sich immer gut— die Speisekammer wäre wohl auch zu entbehren, besonders wenn man den Vorratsschrank darin stehen läßt—, in der Schiffhütte ist es eigentlich auch sehr nett, wenigstens an warmen Sommertagen...“ „Und wer schon Rheumatismus hat, braucht ihn nicht erst zu bekommen. „Nun ja, es ginge natürlich nur bei schönem Wetter!“ gab Gina zu.„Aber man muß an alle Möglichkeiten denken. Nachdem du nun einmal auf diese Idee gekommen bist...“ Martin Hollweck hob beschwörend die Hände.„Ich bitte dich, Gina! Der Einfall mit den Pensionären ist durchaus dein geistiges Eigentum!“ „Aber das Seehaus hast doch du im vorigen Sommer entdeckt. Du warst ja ganz hingerissen von der herrlichen Abendstimmung; erinnere dich doch!“ „ulb es waren so viele Schnaken da!" ergänzte Frieder. Gina wandte den Blick zum Himmel.„An jedem See sind Schnaken," erklärte sie geduldig.„Aber nicht überall ist diese himmlische Ruhe und Abgeschiedenheit, der Blick ins Weite, dazu die Berge ganz nah... Ich weiß doch, daß du dir immer einen solchen Aufenthalt gewünscht hast, Martin. Es war die reine Fügung des Himmels, daß das Seehaus gerade in diesem Sommer vermietet werden sollte. Du wirst eine Unmenge famoser Bilder dort malen...“ „Zu Befehl!" erwiderte gehorsam Martin. „Nun ja, was solltest du denn sonst dort tun den ganzen lieben Tag? Aber meine Zeit und meine Kräfte sind frei; also ist es doch ganz natürlich, wenn ich auch mein Scherflein beitrage. Ja, es ist sogar notwendig, denn an sich wäre die Miete wohl zu hoch für uns, darin hattest du ganz recht. Aber wenn wir nun das ganze Haus voll zahlender Gäste haben, bleibt uns sicher am Ende ein Stück Geld über, ich freue mich schon darauf, mich so recht kopfüber in die Arbeit zu stürzen!“ „Ich auch!“ bemerkte August, der seine fünfte Frühstückssemmel, hinuntergeschlungen hatte.„Ich gehe jetzt in die Schule! Höchste Zeit!“ Krachend flog die Türe hinter ihm zu, und man hörte ihn alsbald mit langen Sprüngen die Treppe hinunterpoltern. Gutrune begann den Tisch abzuräumen. Martin entzündete seine Morgenpseise; Gina aber griff noch einmal nach der Zeitung und überlas mit zärtlichem Stolz das Inserat. Sie beschloß, für alle Fälle ven Tag über zu Hause bleiben, denn man konnte nicht wissen, wann der erwartete Zudrang der Bewerber beginnen würde. Vorläufig jedoch störte niemand die Muße ihres Vormittags als Frieder, der wohl zehnmal fragte:„Wann kommen sie denn?" Die bevorstehende Masseninvasion interessierte ihn ungemein. Gina begann schon unruhig zu werden. Zum allerersten Mals durchfuhr sie der schreckliche Gedanke, das Inserat möchte vielleicht doch nicht die Beachtung finden, die sie erwartete. Immer wieder mußte sie sich vorsagen, daß ja noch nichts verloren sei, da etwaige schriftliche Anfragen doch überhaupt nicht vor dem nächsten Tag eintressen konnten. Als das Mittagsmahl die Familie wieder zusammenführte, war sie so still und gedrückt, daß sie der teilnehmende Gatte nach ihrem Befinden fragte, und die besorgte Gutrune, bevor sie mit dem kleinen Bruder den täglichen Spaziergang antrat, ihr ein Pulver aufnötigen wollte. ..(Fortsetzung folgt.) „„ ßen und als selbständiges Ensemble in unvergleichlichem Triumph Gastspiele auf allen großen Bühnen Deutschlands und des europäischen Auslandes absolvierten, werden Montag, 31. Juli, abends, im Theatersaal auch in unserem Bade gastieren. Die sechs Künstler: Isabella Bruck, Elisabeth Grube, Daisy Spies, Jens Keith, Rudolf Kölling und Werner Stammer, alle ehemalige Solotänzer der Staatsoper Berlin, werden mit ihren eigenen Tanzschöpfungen, mit herrlichen Dekorationen und mit prächtigen Kostümen auch das hiesige Publikum zu begeistern verstehen. Pflasterung mit Klinkern. An der alten Schule wurde der Bürgersteig in diesen Tagen mit Klinkern gepflastert. Da es sich zunächst nur um das kurze Stück vom Schulhof bis zur Mittelstraße handelt und diese Pflasterung als Probepflaster gedacht ist, wurden die Klinkersteine(Oldenburger Format) von den Dörentruper Sand= und Tonwerken kostenlos geliefert. Reichsverbandsstutenschau in Lemgo Oerlinghausen * Flüchtig! Der Molkereibesitzer Holt mann, Robert=Koch=Straße, hat sich unter Hinterlassung hoher Schulden aus dem Staube gemacht. Von schönstem Wetter begünstigt, fand in den Vormittagsstunden des 26. Juli die diesjährige Reichsverbands=Stutenschau in der alten Hansestadt Lemgo statt. Es wurde durchweg gutes, zum Teil hervorragendes Material vorgestellt. Wieder zeigte sich, daß unsere Lipp. Züchter dem ihnen vorgesteckten Ziele, in beiden Zuchtrichtungen ein den wirtschaftlichen Bedürfnissen unserer Heimat entsprechendes Pferd zu züchten, stetig und sicher näher kommen. Es war eine Freude, zu beobachten, mit welch wuchtigen Tritten die zwar schweren, aber nicht plumpen, wohlgeformten Kaltblüter sich den Preisrichtern vorstellten, während die mit lebhafterem, aber durchaus gutartigem Temperament und teilweise eleganten Körperformen ausgestatteten Warmblüter zeigten, daß sie nicht nur jeder ihnen zugemuteten Arbeit gewachsen sind, sondern in ihren edleren Exemplaren sich einer Konkurrenz auf pferdesportlichem Gebiet nicht zu scheuen brauchen. Den Beweis dafür haben unsere Lipp. ländlichen Reiter und Fahrer bei schwersten Wettkämpfen wiederholt erbracht. Die Preisverteilung hatte folgendes Ergebnis: 1. Warmblut: a) Stuten, 2—5 Jahre alt: 1. Preis: Meyer=Hölsen und Meierjobst=Asendorf, 2a Preis: Meyer=Hölsen und SchönlauRemmighausen, 25 Preis: Altrogge=Bechterdissen, 3. Preis: Meyer=Ohrsen, Plöger=Asen Meyer=Dörentrup, Stranghöner=Werl. 5 Jahre und ältere Stuten. 1. Preis: bst=Asendorf„2a eis: Stran dorf Meiersobst=Asendorf 2a Preis: Meyer=Dören trup, 25 Preis: Stranghöner=Werl, v. RedenWendlinghausen, Fr. Meier Altendonop, Meyer= Ohrsen, Altrogge- Bechterdissen, Za Preis: v. Reden=Wendlinghausen, Lüttmannöörstmar, Krietenstein= Hagen, 35 Preis: Plöger=Asendorf, EhrenAsendorf und Altroggebrotegut=Pillenbru zreise: Meierjobst Bechterdissen. 2. Kaltblut: a) Stuten, 2—5 Jahre alt: 1. Preis: Meyer=Ohrsen, 2. Preis: SpruteWährentrup, 3. Preis: Rottmann=Dingling= hausen und Rey=Wierborn. b) 8 Jahre und ältere Stuten: 1. Preis: Quidde=Barntrup, 2a Preis: Reese=Lückhausen, 25 Preis: Busse=Iggenhausen, Riekehoff=Hörstmar und Bunte=Göstrup, 3a Preis: Rey=Wierborn, Stranghöner=Werl und Rottmann=Ding= linghausen, 35 Preis: Rey=Wierborn, ders., Reese=Lückhausen, Bröker=Hörstmar, MeyerHölsen, v. Reden=Wendlinghausen, Ehrenpreis: uidde=Barntrup.„„ Hufbeschlagprämien für Kaltblut: 1. BusseIggenhausen, Schmiedemeister Steffen=Waddenhausen; 2. Stranghöner=Werl, Schmiedemeister Klenke= Schötmar; 3. Reese= Lückhausen, Schmiedemeister Steffen=Lieme; 4. BrökerHörstmar, Schmiedemeister Bode=Hörstmar; 5. Meyer= Ohrsen, Schmiedemeister EickmeierLage. Aus den Amtern ef. Hiddesen dem Meierkampe . Aus dem Bauleben. Auf Meierkampe läßt Frau Witwe SchmidtDortmund=Lütgendortmund ein Einfamilien= haus errichten. Die Arbeiten sind bereits so weit gediehen, daß schon am Mittwoch abend die Haushebung stattfand. neunten Male die bekannten Schläge des HilleBille durch unseren Ort. efe Hiddesen. Achtet auf Sauberkeit. Der Gemeindevorstand weist ausdrücklich darauf hin, daß als Schuttabladeplatz nur der Adamsche Steinbruch auf dem Hiddeser Berge in Frage kommt. Es ist strengstens untersagt daß Schutt usw. auch noch an anderen Plätzen gelagert wird. pe Heiligenkirchen=Verlebeck. Auf dem Höhenunkt. Der Fremdenbesuch hat in den letzteß Tagen stark eingesetzt. Dies macht sich besonders in der Badeanstalt bemerkbar, wo gestern nicht weniger als 800 Personen ein Bad nahmen. Der Durchgangsverkehr ist zeitweise sehr stark. Leider haben die Straßenanwohner sehr unter der Staubplage zu leiden. Der Weg zum Hermann ist noch immer nicht geteert. Es wird jedoch höchste Zeit! p. Verlebeck. Missionsfest. Wie schon am Sonntag bekannt gegeben, findet am nächsten Sonntag nachm. 3.30 Hofe Plätze im großen Garten an der rauschenden Werre laden am Sonntag herzlich ein. Darum: Auf zum Siekkrug zum Konzert der ehemaligen Paderborner Husarenkapelle!(Siehe Anzeige am Sonnabend.) ehf= Harkemissen. Einen bedauernswerten Unfall erlitt der Tischlermeister H. Schnülle. Bei Arbeiten an der Holzfräsmaschine schlug ein bearbeitetes Stück Holz zurück und dem Bedauernswerten an die linke #and. Die Verletzungen waren so schwer, daß Schnülle ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. Arg in Mitleidenschaft gezogen wurden der linke Zeigefinger und Daumen. eh= Hummersen. In den Kirchenvorstand wurden gewählt: Wilhelm Gerke sen. Nr. 8, August Pollmann Nr. 22. 5 Sonnlag nachm. 3.30 Uhr auf dem Hahnberge auf dem Hofe des Herrn Grote unter den berge auf den Höse der Heern 6—.—“..„ alten knorrigen Buchen das diesjährige Missionsfest statt. Den Festgottesdienst hält Herr Missionar Blum. Der Detmolder Posaunenchor hat seine Mitwirkung zugesagt und wird der Feier eine besondere Weihe geben. Alle sind herzlich eingeladen. Schwimmfest in Hohenhausen am 20. August Am Sonntag, den 20. August, veranstaltet der 1. Hohenhauser Schwimmverein sein Schwimmfest. Folgende Vereine werden am Start erscheinen und haben bereits ihre Zusage erteilt: Hameln, Detmold, Vlotho, Extertal. Lüerdissen. Hierzu kommt noch der gastgebende Verein. Das Programm umfaßt 15 Wettkämpfe und zwei Wasserballspiele. Die Ausschreibungen gehen den Vereinen hierdurch zu und sind die Meldungen bis spätestens Sonnabend, den 12. August, an den Schwimmwart Hofmann, Harkemissen 103, Post Hohenhausen, einzureichen. Meldungen, welche mir nach dem obigen Termin zugehen, sind StartProgramm umfaßt eh. Niese. Die Kirchenwahl ergab folgendes Resultat: Friedrich Deppenmeier Nr. 31, Friedrich Gerking Nr. 48, Vorsteher. eh. Wörderfeld. In den Kirchenvorstand wurden gewählt: Wilhelm Kiel Nr. 50, Schuhmacher August Meier Nr. 7, Landwirt. eh. Sabbenhausen. In den Kirchenvorstand wurden folgende Herren gewählt: friedrich Begemann Nr. 107, Maschinenbesitzer, Christian Käsemeier Nr. 21, Landwirt, Aug Töberich Nr. 12, Landwirt, August Trompeter sen., Nr. 94, Schneidermeister. ehe Rischenau. In den Kirchenvorstand wurden gewählt: Friedrich Trompeter Nr. 63. Hermann Trompeter Nr. 61, Heinr. Brenker Nr. 62, Fritz Loke Nr. 73, Wilhelm Deppenmeier=Paenbruch Nr. 4. Fritz Trompeter Nr. 44. ehe Falkenhagen. Folgende Kirchenältesten wurden gewählt: Friedrich Lindhorst=Henkenbrink, Fritz Gröne, KlosterkrugFalkenhagen. #e Brakelsiek. Von der Wasserleitung. Die Verhandlungen zum Bau einer Wasserleitung scheinen noch immer nicht zum Abschluß zu gelangen. Nach den bisherigen Untersuchungen scheinen die vorgesehenen Quellen für die Sommermonate nicht genügend Wasser zu bringen. Die Stadtverwaltung in Schwalenberg hat sich wohl bereit erklärt, in den wasserarmen Monaten helfend einzusprin gen, man will sich nach dem letzten Beschluß des Stadtverordnetenkollegiums jedoch nicht fest binden. Hoffentlich ist es doch noch möglich, hier eine Regelung zu finden. #e Schieder. Mehr Gäste als 1932. Nachdem man aus fast allen Bädern und Sommerfrischen für diesen Sommer eine verminderte Zahl an Gästen feststellen kann, sind in Schieder bisher im Vergleich zum Vorjahre über 100 Gäste mehr gezählt worden. Auch für den kommenden Monat scheint der Besuch außerordentlich rege zu werden. Der Verkehrsverein läßt auch keinen Weg unversucht, um den Gästen den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen. Mehrere große Konzerte haben im Kurpark stattgefunden. Am nächsten Sonntag nachmittag wird die gesamte Kapelle des Detmolder Ausbildungsbataillons im Kurpark konzertieren. em= Sonneborn. Bei der Kirchenvorstandswayl am Sonntag wurde die Einheitsliche, die von den Nationalsozialisten in Vorschlag gebracht war, einstimmig gewählt. Es wurden gewählt: W. Drawe Nr. 61, Fritz Rieke=Uhlental, Fritz Kkome, H. Redeker. K. Noltensmeier, Heinrich Steffen jun., Ernst Wittbrok. Sormengebräumte Haut ! SLEE Werbeaktion der Angestelltenverbände im Gange Ueber den vom Führer der Deutschen Arbeitsfront, Pg. Dr. Ley, angeordneten umfassenden Werbefeldzug des Gesamtverbandes der deutschen Angestelltenverbände, über dessen Einleitung wir bereits Anfang der Woche berichteten, teilt die hiesige Geschäftsstelle der Angestelltenverbände mit, daß die Arbeit in den Betrieben in vollstem Gange ist. Die bislang bereits organisierten Angestellten wirken überall aufklärend unter denjenigen, die sich erst etzt ihrer moralischen Verpflichtung zum Anschlusse an die Deutsche Arbeitsfront bewußt werden. Der Eingang der Beitrittserklärungen ist bereits sehr lebhaft und wächst von Tag zu Tag stärker an. Am 24. Juli ist in den Betrieben die Schlußbilanz gezogen und festgestet worden, wer nach Abschluß des Werbefeldzuges es weiterhin ablehnt, sich in die Gemeinschaft der schaffenden deutschen Brüder und Schwester einzugliedern. Vorliegende Zwischenberichte aus den Betrieben lassen bereits erkennen, daß die Angestelltenschaft den größten Wert darauf legt, durch Anschluß an die Deutche Arbeitsfront ihre Verbundenheit mit der schaffenden Gemeinschaft der Angestellten zu chaffenden Gemeinschaft der Angestellten zu bezeugen und nicht als geächtete Nutznießer der Arbeitsfront zu gelten. In die Angestelltenverbände der Deutschen Arbeitsfornt gehört jeder Angestellte, gleich welcher Berufsgruppe und Geschlechts. Noch sind die Tore weit offen, doch besteht die Möglichkeit, daß auch diese in Kürze ähnlich wie bei den politischen Formationen der NSDAP. und NSBO. sowie der Wehrformationen, SA., SS. St., geschlossen werden. Trotz der klaren und eindeutigen Willenserklärung des Führers der deutschen Arbeitsfront treten hier und dort Zweifel darüber auf, wer zur Deutschen Arbeitsfront— Angestelltensäule— gehört. Insbesondere ist dies bei solchen Angestellten häufig anzutreffen, die in behördlichen Betrieben beschäftigt sind und die bislang mit den Beamten in sogenannten Mischorganisationen— die bekanntlich seit dem Oetwolder Lichtspiele Das neue Programm:„Acht Mädels im Boot“. Ab heute bringt das neue vortrefflichen Tonfilm, der ramm einen Eonsin,— dieser Hochsommerhitze erfrischend wirkt, da die Handlung größtenteils im kühlen Wasser spielt!„Acht Mädels im Boot“ heißt der Film, der besser ist als sein Titel. Er ist auch besser als der ihm vorausgeschickte Ruf. Es verlautete nämlich, daß er nichts anderes als eine Neuauflage der „Mädchen in Uniform“ sei und aus ihrem Erfolg Gewinn ziehen wolle. Davon kann keine Rede sein. Dieser Film stellt vor den wassersportlichen Hintergrund eine moderne Gretchentragödie ohne tragischen Abschluß. Karin Hardt, die blonde Schöne wird durch ihr inniges Spiel alle Herzen gewinnen. Der Film fand bei der Berliner Uraufführung eine begeisterte Presse und ein stürmisch dankendes Jublikum. den Begriff„Beamter“ ganz scharf umreißt. Wer als Beamter zu gelten hat, muß in den Besitz einer Anstellungsurkunde sein, in der die Berufung in das Beamtenverhältnis ausdrücklich enthalten ist. Wer also im Behördendienst steht und eine derartige Urkunde nicht besitzt, gilt als zur Deutschen Arbeitsfront gehörig. habei ist es völlig gleichgültig, ob seine Dienstbezeichnung, Besoldung, Alters= und Hinterbliebenen=Versorgung usw. nach den für Beamte geltenden Grundsätzen geregelt ist. Ausschlaggebend ist die Tätigkeit, die durch den § 1 Abs. 1 und 2 des Angestelltenversicherungsjesetzes bezeichnet wird, auch wenn die Gesaltshöhe die Versicherungspflicht aufhebt, oder Die Bezirksleitung des Deutschen Büro= und Behördenangestellten=Verbandes für den Bereich des Landesarbeitsamtsbezirks Westfalen in Dortmund, Hiltropwall 2, nebst den Geschäftsstellen dieses Verbandes in Bochum, Humboldtstr. 27 und Münster i. W., Bült 29, geben Aufnahmeerklärungen für den Deutschen Büround Behördenangestellten=Verband auf Anfordern ab. H. H. Ewers nach dem obigen Termin zuge geldpflichtig! Das Pr folgende Wettkämpfe: 50 m Knaben=Brustschwimmen, 50 m Mädchen=Brustschwimmen, 4 mal 50 m Herren=Freistilstaffel, 100 m Damen=Brustschwimmen, 50 m Herren=Rückenschwimmen, 100 m Herren=Brust= schwimmen, 4 mal 50 m Knaben=Bruststaffel, 4 mal 25 m Mädchen=Bruststaffel, 3 mal 50 m Herren=Lagenstaffel, 4 mal 50 m Damen=Bruststaffel, Kunstspringen für Herren und Damen, 4 mal 50 m Herren=Bruststaffel, Streckentauchen für Herren und Damen, 50 m Knaben=Freistilschwimmen, 50 m Herren=Freistilschwimmen, Wasserballspiele. * * B a d M e i n b e r g. J u m T a n s### s t s p l e l Renate Heydenreich= Walter wind= Hannover(Bad Harzburg Kur theater) steht uns folgende auswärtige Pressestimme zur Verfügung: Die Zusammenarbeit der beiden Künstler war exakt und gepflegt... daß sie alle Verbindungen der tänzerischen Leiund Wirkung besitzen, hat ihr Tanzgastüberzeugend dargetan. Im wachsenden Maße aufwärts, vom spanischen Tanz bis zur Tampete, am gefälligsten vielleicht in der Gavotte, am ursprünglichsten in den zwei letz ten paredistischen Grotesken... Gavotte eine sehr glückliche Darstellung im Tanz. Siekkrug. Militärkonzert mit Parkbeleuchtung. Das Konzert der Reiterkapelle Paderborn am Sonntag wird ein Ereignis werden, das Besucher aus dem ganzen Lande herbeiführen wird. Der Park wird abends bengalisch beleuchtet, ebenfalls wird der in..„eugur##r.. ,... Wasserspiegel der Werre illuminiert. Das große stellt ihm dabei sogleich die beleidgende Frage: Feuerwerk auf dem„Reinoldi=Marktplatz“ wird„Alles, was in Deutschland auf dem Gebiet allseitige Bewunderung hervorrufen. Herr Obermusikmeister Gerlach wird die Konzert besucher mit einem auserlesenen Programm er freuen und genußreiche Stunden der Unter haltung bieten. Die Waldpolonäse wird den Festball eröffnen und eingelegte Nasentänze im Garten Abwechslung bieten.„Die schattige Wir entnehmen dem Juliheft der bekannten Literaturzeitschrift„Die Neue Literatur“(Herausgeber: Will Vesper): Die Tatsache, daß die eigentliche deutsche Dichtung seit Jahrzehnten dem ganzen Ausland, dank der jüdischen Beherrschung aller Mittlerwege, unbekannt geblieben ist, macht es leider den Hetzern gegen Deutschland so leicht, den Völkern vorzutäuschen, die deutsche nationale Revolution sei barbarisch und antigeistig, sie verfeme ja sogar die eigenen großen Geister, als die man eben nur die Feuchtwanger, Ludwig, Zweig usw. und ihre Mitläufer, die„Zivilisationsliteratur“ kennt. Jeder Deutsche, und besonders jeder Nationalsozialist ist verpflichtet, dieser offenen und plumpen Irreführung des Auslandes nach Kräften entgegenzuwirken. Jeder Deutsche und jeder Nationalsozialist wird sich auch glücklich schätzen, wenn er Gelegenheit findet, das Ausland auf das echte deutsche Schrifttum, auf die große und reiche nationale Dich tung hinzuweisen, der erst die nationale Re volution Luft und Licht schaffte und die nun auch das Ausland endlich kennenlernen muß und kennenlernen wird. Eine solche Gelegenheit hatte, wie wir aus „Les Nouvelles Litteraires“ entnehmen, vor kurzem Herr H. H. Ewers. In einem Aufsatz„La semaine a Berlin" berichtet Pacal Copeau über einen Besuch bei Herrn Ewers, in seinem„luxuriösen Arbeitszimmer“. Er FAnes, Nouf i Beiisihtane.— der Kunst und der Literatur in den Augen der Ausländer zählt, ist von der neuen Regie rung öffentlich zurückgestoßen worden. Kön nen Sie mir nun irgendwie bekannte Namen nennen, die für die neue Literatur maßgebend.sind?“ Darauf antwortete H. H. Ewers:„Die meisten, der nationalen Schriftsteller sind jung, voll Talent, aber noch unbekannt. Es gibt unter ihnen nur einen von wirklich internationalem Gewicht, und das bin ich.“„Tres categoriquement", so erklärt der Franzose, „äußerte sich H. H. Ewers zu diesem Punkt.“ Man sieht den Franzosen höhnisch grinsen, wenn er wenige Zeilen später Herrn Ewers ohrfeigt, indem er andeutet, daß er offenbar aus den gleichen Gründen Konjunktur=Nationalist sei, wie jene Kaufläden, die sich mit Hakenkreuzen verzierten, um Geschäfte zu machen. Wir aber müssen dem, der auf so eitle Weise den Lügen der Feinde über das nationale Deutschland dient, deutlich sagen, daß er mit solchem pfauischen Gespreize in diesem Augenblick nicht nur Verrat am deutschen Schrifttum, sondern vor allem auch Verrat am Nationalsozialismus und der natio nalen Revolution begeht, wenn er den Ver leumdungen des Auslandes nicht das ganze roße und reiche deutsche nationale Schrifttum, sondern nur seine eigene jämmerliche Schundliteratur entgegenhält. Kann nach all diesem noch ein Mensch im Zweifel über Herrn Ewers sein? * Wenn die Angaben des Franzosen stimmen, dann wäre die Haltung von Ewers aufs schwerste zu verdammen. „Die deutschen Kleinstädter“ in Bad Meinberg. Auf dem mit Pflanzen und Blumen farbenfreudig zu einer Sommerbühne hergerichteten neuen Musikpavillon im alten Kurpark feierten August von Kotzebues nun schon über 100 Jahre alten„Deutschen Kleinstädter“ eine fröhliche Auferstehung. Von dem trefflich eingespielten Ensemble Bielefelder Schauspieler in der stilechten Kostümierung der Biedermeierleit lebenswahr dargestellt, wurde die gute alte Zeit der ersten Jahrzehnte des vorigen Jahrhunderts in der gelungenen Schilderung des Kleinstadtlebens von anno dazumal lebendig. Von geradezu überwältigender Komik waren die beiden Klatschbasen, Frau Stadt=AkziseKassa=Schreiberin Morgenroth, in der überaus drastischen Verkörperung durch Margarete Schott. und Frau Ober Floß= und Fischmeisterin Brendel, durch U. van Gaarden ganz ausgezeichnet wiedergegeben. Ebenso waren der von Wilh. Schramm dargestellte Bürgermeister von Krähwinkel in seiner Aufgeblasenheit ein würdiges Pendant zu Lortzings holländ. Bürgermeister van Bett(Zar und Zimmermann], Karl Mattbias, der stock schnupfenbehaftete Gewürzkrämer, der aufdringliche, eingebildete Freier Substitut Sperling von Adolf Kemper köstliche Typen! Das Liebespaar war durch Hilde Schreiber Grünk (Sabine) und stigke Hans sehr aut vertreten. Mit unheimlicher Zungeninage(Olmers) fertigkeit schuf Melly Stolberg mit der broßmutter Staar eine Kabinettsleistung. Die ganze Vorstellung hinterließ unter Spielleitung Wilh. Schramm, auch ohne die vorgeschriebene Zimmerdekoration, einen vorzüglichen Eindruck, und fand durch starken Beifall die verdiente Anerkennung. Die nächste Aufführung soll am Sonntag, den 6. August, stattfinden und den köstlichen Schwank von Reimann und Schwartz„Familie Hannemann“ bringen. Humor Ein Vorsichtiger. „Fräulein, was kostet hier ein Wannenbad?“ „Zwei Mark fünfzig, mein Herr.“ „Donnerwetter, das ist aber teuer!“ „Ja, Sie können es auch billiger haben, wenn Sie eine Sammelkarte für 12 Bäder nehmen. Das kostet 25 Mark.“ „Wie werde ich denn! Garantieren Sie mir, daß ich in 12 Jahren noch lebe?“ den Nachbargebieten Kommuist Görnert bleibt verschwunden Umfangreiches Waffenmaterial beschlagnahmt Hausberge a. Porta, 26. Juli. Nachdem ein größeres SA.=Aufgebot bereits am Montag abend auf der Suche nach dem Kommunisten Görnert aus Minden den einen Teil des Jakobsberges abgesucht hatte — der Erfolg war leider ein negativer— wurden jetzt größere Razzien von Polizeibeamten, SA.= und SS.=Männern bei früheren Reichsbannermitgliedern und führenden SPD.=Leuten durchgeführt. Die Haussuchungen führten diesmal umfangreiches Waffenmaterial zutage, da sie unerwartet vorgenommen wurden. Beschlagnahmt wurden Militärwaffen aller Art, wie Militärgewehre, Seitengewehre und auch Munition in einer größeren Menge. Diese Aktion zieht immer größere Kreise, so daß auch die früher in Lohfeld bestehende Reichsbanner=Ortsgruppe, die in Wahlkämpfen immer mit den Hausberger Gesinnungsfreunden zusammenarbeitete, von dieser Razzia betroffen wurde. Auch bei den SPD.=Leuten in Lohfeld wurden Waffen beschlagnahmt. Die früheren Reichsbannerangehörigen Gustav Wömbner und der Gemeindediener Warnecke, der unter sozialdemokratischer Vorsteherherrschaft eine Rolle spielte, beide aus Hausberge, wurden vorübergehend in Schutzhaft genommen. Massenverhaftungen in Stadthagen Stadthagen, 26. Juli. In der Nacht und in den Morgenstunden des Mittwochs wurde hier eine große Aktion gegen die Anhänger der KPD. durchgeführt. Polizei mit Unterstützung der Hilfspolizei, der SA., des SS.=Motorsturmes und der SS. nahmen im Hüttenviertel Haussuchungen vor. Zahlreiche Verhaftungen und Beschlagnahmen erfolgten. Insgesamt wurden bis Mittwoch morgen 13 Verhaftungen vorgenommen. Unter den Verhafteten befindet sich auch die Frau des kommunistischen Reichstags=Abgeordneten Meyer. Die Aktion ist noch nicht abgeschlossen. Hitlers Dank an Bad Deynhausen Bad Oeynhausen, 26. Juli. Reichskanzler Adolf Hitler hat die ihm angetragene Ehrenbürgerschaft der Stadt Bad Oeynhausen angenommen und dies mit folgendem Dankschreiven zum Ausdruck gebracht:„Die Verleihung des Ehrenbürgerrechtes von Bad Oeynhausen erfüllt mich mit aufrichtiger Freude. Ich nehme die Ehrenbürgerschaft an und bitte, der Stadtverordnetenversammlung meinen ergebensten Dank sowie meine besten Glückwünsche für das Blühen und Gedeihen von Bad Oeynhausen aussprechen zu dürfen.“ Opser der Weser Nienburg(Weser), 25. Juli. Beim Baden in der Weser ertrank in der Nähe des Kiekensteins der 31jährige Handlungsgehilfe Hans Mahnke. Seine Leiche konnte noch nicht gefunden werden.— Als der Schiffsführer Sehnat aus Petershagen vor Fürstenberg sein Boot zur Ladung von Bruchsteinen festgemacht hatte, fiel sein 4½= fähriges Söhnchen über Bord und versank unbemerkt in den Fluten. Die kleine Leiche wurde zwei Stunden später bei Boffzen gefunden. Tödlich überfahren Hameln, 27. Juli. Der SS.=Mann Rotermund, der in der Nähe der Warte pflügte, verlor beim Ausrücken des Pfluges die Gewalt über das Steuer des Traktors, so daß der Traktor quer über den schmalen an der Weser entlang führenden Weg sprang, sich überschlug und Roermund unter sich bearub. Dem Bedauernswerten wurde der ganze Brustkorb eingedrückt. Erst einige Stunden später entdeckte man von einem Weserdampfer aus das Unglück alarmierte den Wirt der Tündernschen Warte, der dann den Schwerverletzten unter dem Traktor auffand und für eine Ueberführung in das hiesige Krankenhaus sorgte, wo er nach kurzer Zeit seinen Verletzungen erlag. Eine Scheune eingeäschert Göttingen, 25. Juli. Auf dem Rittergut Olenhusen kam in einer Scheune Feuer zum Ausbruch, das rasch um sich griff, so daß die Scheune nebst den neuen Erntevorräten und mehreren landwirtschaftlichen Maschinen ein Raub der Flammen wurde. Die Ursache des Brandes konnte noch nicht ermittelt werden. Meisterschafts=Tanzturnier in Pyrmont Am Sonnabend, den 22. Juli, wurde in Bad Pyrmont das Tanzturnier um die Meisterschaft der deutschen Badeorte und den Pyrmonter Pokal ausgetragen. Dieses gesellschaftliche Ereignis hatte zahlreiche Besucher aus Nach und Fern angelockt, deren Erwartungen bei weitem übertroffen wurden. Der märchenhaft geschmückte große Festsaal des Konzerthauses bot ein Bild seltener Pracht und Schönheit. Das Schwarz der zahllosen Fracks kontrastierte rächtig zu den bunten und erlesenen Modechöpfungen der Damenwelt. Sämtliche deutchen Spitzenpaare waren dem Ruf nach Bad Pyrmont gefolgt. Die Meisterschaft der deutschen Badeorte errang das Paar Frl. Meyer=Herr Burken vom Grün=Weiß=Club Köln. Ihnen folgten Frl. Prinz=Herr Ramlau, Blau=Orange=Club Berlin: den 3. Preis erhielten Frl. Welsch=Dr. Holder, Boston=Club Düsseldorf. Die weiteren Resultate waren: A=Klasse: 1. Frl. Töpfer=Herr Böttger, Gelb=Weiß=Club Leipzig; 2. Frl. Mente=Herr Kühnhold, BlauGold=Club Hannover; 3. Fr. Nelles=Herr Köttgen, Grün=Weiß=Club Köln; B=Klasse: 1. Frau Moebus=Herr Gottschalk, Grün=Weiß=Club Köln: 2. Frl. Eggers=Herr Herbort, BlauGold=Club Hannover; 3. Herr und Frau Rudolphi, Blau=Gold=Club Lübeck; C=Klasse: 1. Fri. Keunecke=Herr Keunecke, Savoy=TanzTurnier=Club Hamburg; 2. Frl. Riepel=Herr Menges, Blau=Gold=Club Hannover; 3. Frl. Schaumann=Herr Nisse, Blau=Gold=Club Hannover. Schiffsjungen Lustige Anekdoten. Gefährliche Krankheit. Der Schiffsarzt der„Charlotte" unterrichtet die Schiffsjungen über Gesundheitspflege. Er fragt:„Was kennt Ihr für Seuchen?" „Malaria,“ ruft der Schiffsjunge Meyerholz. „Ruhr," antwortet Schiffsjunge Hampe. „Gut! Und noch eine, die gefährlichste von allen!“ Keine Antwort mehr. „Na, Cho—, Cho—, Chol—,“ ermuntert der Stabsarzt. Da kommt dem Schiffsjungen Krause die Erleuchtung und er ruft:„Kohldampf, Herr Stabsarzt!“ * Die Flohhatz. Während der Aktion gegen Venezuela wurden die Schiffsjungen des an dieser Aktion beteiligten Schulschiffs„K.“ einige Tage auf einem alten Dampfer untergebracht, der, wie sich herausstellte, von Ungeziefer wimmelte. Nachdem man vergeblich gegen die ungewohnten Sechsfüßler angekämpft hatte, griff Schiffsjunge Behrens am Abend nach dem Essen zu seinem Tagebuch und schrieb: „Ermorde nie einen Floh, denn es hat keinen Zweck. Bedenke immer, daß in dem Moment, in dem du ihn tötest, drei andere Junge kriegen, denn das Uebel läßt sich nicht ausrotten.“ Sind Schiffsjungen Junggesellen oder nicht? An Bord des Schiffsjungen= Schulschiffes „Viktoria Luise" hatte einer der Divisionsoffiziere angeordnet, daß die Schiffsjungen ein Tagebuch über ihre dienstlichen Erlebnisse zu führen hätten. Er selbst sah diese Tagebücher jeden Monat durch und schrieb Bemerkungen an den Rand. Einmal fand er im Tagebuch des Schiffsjungen Perkuhn die folgende Eintragung: „Gestern feierten wir Ostern. Die Verheirateten gingen an Land und feierten das Fest mit ihren Familien. Wir Junggesellen blieben an Bord.“ Der Offizier bemerkte dazu am Rande: „Schiffsjungen sind keine Junggesellen!" Vom Deutschen Turnfest in Stuttgart Polizeimeisterschaften 55 Angehörige der Schutzpolizei aus allen deutschen Ländern, kämpften am Montag um den Titel eines Deutschen Polizeimeisters im Geräteturnen. In einem Siebenkampf und Zwölfkampf galt es zu zeigen, was heute in unserer Polizei eine allseitige Körperausbildung vermag. Am meisten Beifall erhielten die Sprünge über das Langpferd. Es wurde allgemein bedauert, daß man die Kämpfe an den Recken, der zu großen Entfernung halber nicht genau verfolgen konnte. Was Beherrschung eines gut durchgebildeten Körpers heißt, konnte man bei den Kürfreiübungen sehen. Fließende Bewegungen und kunstvolle Ueberschläge entzückten das Auge. Wohin man sah, über sehnige, braungebrannte Männerkörper in Bewegung. Mäulen=Karlsruhe beim Grätschabgang vom Reck. Ausgezeichnete Leistungen sah man beim Siebenkampf der Senioren. Polizeimeiste: wurde Mäulen=Karlsruhe mit 120,5 Punkter Ergebnisse: Siebenkampf, bestehend aus: 1 Pflicht, und 1 Kürübung am Reck, 2 Pflicht= und 1 Kürübung am Barren, 2 Pflichtübungen am Pferd: 1. Techn. Sekretär Mäule(Karlsruhe, Baden) 120,5 P.; 2. Hauptwachtmeister Jörg(Augsburg, Bayern) 119 P.; 3. Oberlandjäger Kaczmarek(Münster=Laifeld, Preußen) 108 P. — Somit Deutscher Polizeimeister: Techn. Sekretär Mäule(Karlsruhe). Zwölfkampf, bestehend aus: 2 Pflicht, und 1 Kürübung am Reck, 1 Pflicht, und 1 Kürübung am Barren, 2 Pflicht= und 1 Kürübung am Pferd, 1 Kürfreiübung, Weitsprung mit Anlauf, Schleuderballweitwurf, 100=Meter=Lauf: 1. Unterwachtmeister Frei(Stuttgart, Württemberg) 226 P.; 2. Wachtmeister Schlecht (Hildesheim, Preußen) 212 P.; 3. Oberwachtmeister Wertholz(Hann.=Münden, Preußen) 211 P.— Somit Deutscher Polizeimeister: Unterwachtmeister Frei(Stuttgart). Meisterschaft am Pferd: 1. Unterwachtmeister Frei(Stuttgart, Württemberg) 78 P.; 2. Oberwachtmeister Wertholz(Hann.=Münden, Preußen) 75 P.; 3. Oberwachtmeister Sadowski (Berlin, Preußen) 71,5 P.— Somit Deutscher Polizeimeister: Unterwachtmeister Frei(Stuttgart). Meisterschaft am Barren: 1. Oberwachtmeister Wertholz(Hann.=Münden) 74 P.; 2. Unterwachtmeister Frei(Stuttgart) und Wachtmeister Althoff(Duisburg) je 73,5 P.; 3. Wachtmeister Schlecht(Hildesheim) 71,5 P. Meisterschaft am Reck: 1. Unterwachtmeister Frei(Stuttgart) 79,5 P.; 2. Oberwachtmeister Wertholz(Hann.=Münden) und Wachtmeister Kramer(Frankfurt a. M.) je 72 P.; 3. Wachtmeister Rabenstein(Nürnberg) 71.5 P. Frey= Stuttgart beim Abgang vom Reck. Am Montag wurden auf der Adolf=Hitler=Kampfbahn die Polizeimeister im Turnen ermittelt. Das Hauptinteresse beanspruchte der Zwölfkampf mit neun turnerischen und drei volkstümlichen Uebungen. Polizeimeister wurde Unterwachtmeister FreyStuttgart mit dem großartigen Ergebnis von 226 Punkten. Wochenspiegel Es streben in Stuttgart frisch, froh und frei Vieltausend zu Ehren der Turnerei. 2000 Kilometer durch Deutschlands Straßen Auto und Kraftrad die Kräfte maßen. Man schafft an der Glocke, sie sagt aller Welt: „Zum Olympia euch diesmal in Deutschland einstellt!“ Die Dauerfahrer kämpfen in Wuppertal, Sawall— der Meister— lag im Spital Vereinskalender Bund Königin Luise Detmold. Freitag, de 28. Juli, abends 8.15 Uhr pünktlich, Jungmädchenabend im Jungstaheim, Benekenstraße 7. Rentnerbund, Ortsgruppe Detmold und Umgegend. Heute, am Freitag, 28. Juli, 4 Uhr, im luth. Konfirmandenhaus Mitgliederversammlung. TV. Eichholz=Remmighausen Am Sonnabend abend 7.30 Uhr trägt die 1. Mannschaft ein Uebungsspiel gegen die gleiche vom Detmolder TV. v. 1860 auf dem Sportplatze in Remmighausen aus. Am Sonntag morgen von 8—18 Uhr finden ebenfalls Freundschaftsspiele beider Mannschaften gegen die gleichen vom TV. Pivitsheide auf unserem Platze statt. Humor Geschmeichelt. Bei der Doktorprüfung fragte der Professor, ein berühmter Spezialist, den Kandidaten: „Was würden Sie machen, wenn Sie bei einem Patienten Typhus konstatierten?“ „Ich würde Sie gleich holen lassen, Herr Professor!“ „Sehr gut! Bestanden!“ Kauft deutsche Waren! Nr. 125 RUNDFUNK Beilage der Lippischen Tageszeitung Freitag, 28. J.N 1933 Deutschlandsender(1633) Deutschlandsender: Sonntag, 30. Juli 6.00: Berlin: Funk=Gymnastisk.— Wdendnach 6.15: Wiederholung der wichtiosten Thendnach richten. Tagesspruch. Choral; anschl.: Homburger 8.55: Av, de Erlöser=Kirche: Morgenseier. Die 9.30: Russischer Berliner Kirchenchor singt Kirchenund Volkslieder. 10.05: Berlin: Wetter. mmi##### ein deut sche: Tägehuch. r. 11.15; Désc., Sepetterder. der Hitler=Jugend.— Jungbauerntreffen in Jever. 15.00: Kindertheater: Bange machen gilt nicht. Iörspiel.— 15.30: Wie Bayreuth wurde und was Bayreuth ist. Ein Aufriß von H. Leb de. 16.00: Bad Altheide: Konzert des oberschlel. Genbestheaterorcheters. Alo: Murr, ul 17.25: Das Waldbauernbübl Eine Hörfolge aus den Werken Peter Roseggers. Von E. Fortner. 18.25: Stuttgart: 15. Deutsches Turnfest in Stuttgart 1933. Das hohe Lied des deutschen Turnertums. Höhepunkt und Ausklang des 15. Deut#sch= Antechattungs= und Teramilsl, Hansheinrich Dransmann und sein Orchester. 22.00: Wetter=, Tages= und Sportnachrichten. 22.45: Deutscher Seewetterbericht. 23.00: Berlin: Tanzmusik. Kapelle Oscar Joost. Deutschlandsender: Montag, 31. Juli 5.465: Hanburo; Wetter f9.,### Landwirtschaft. 15: Wiederholung der Weterhersizi, rag; Landwirtschaft und der wichtigsten Abenonachr. 6.20: Tagesspruch. Choral. Anschl.: Frühkonzert.— 8.35: Gymnastik f. o. 9.00: Fröhlicher Kindergarten.— 930;, Kepder gymnastik.— 9.45: Heinrich von Kleist: Anekdoten.— 10.00: Nachrichten. 1.30: Eim Genehdevorsteber Joricht. Wid. Vater: schaft; anschl.: Unterbaltungsmusik(Schallpl.). Anschl.: Wetter für die Landwirtschaft. 13.45: Nachrichten..— 14.00: Forlsetzung der Un1500: Hanbarbeiten:., Selbsigengeate,„Walge zur 15.45: Bücherstunde: Bücher der Bewegung. 16.00: Breslau: Nachmittagskonzert. 1700: Dr. Dietz: Landkunde als Grundlage länd licher Bildungsarheit.(Aufnahme) 17.25: Zeitsunk. Dr. Aust: Die Pflicht 1·3“ Zomr Gedächtnis von Fram LIz1 18.05: Lieder von Waldemar Wendland, 18.25: F. Kienzl: Erinnerung an Peter Rosegger: (Jum 15. Todestag des Azrr#ag.#ur 18.50: Wetter für die Landwirtschaft: anschl.: Kur bericht des Drahtlosen Diegrez. chendar 19.00: Breslau: Stunde de.„ation. Eichendors, Mcb, Kerisernchz. 81); Hosgeper: Julrunen. 21.00: Biel Liebe und kein Geld. Eine Stunde 2.00 Wetter. Tages= und Sportnachrichten. 22.45: Deutscher Seewetterbericht. 23.00: München: Nachtmusik aus Nürnberg Deutschlandsender: Dienstag, 1. 5.45: Hamburg; Wetter für die Landwirtschaft 6.00: Berlin: Kunk=Gomnastik Ein Detmolder im Rundfunk steler Heinz, Erich Pl, de im Deutschland. ender. Seine interessanten Ausführungen umsaßten einen kleinen Abschnitt der monissarhez Erlebnisse und Abenteuer, die ihm während seiner mehrjährigen Tätigkeit als Sonderberichterstatter des Scherlverlages in Mittel amerika begegnet sind, und die er in seinem Buch„Ich bin 15000 Pesos wert, Reporter; abenteuer in Mexiko“(Sibyllenverlag, Berlin) Platte gehört zu jener Sorte von Auslandsberichterstattern, die sich nicht damit bean gen, im Pullmannwagen durch die Gegend zu brau sen, um hinterher weise und tiefgründige Urteile über Land und Leute abzugeven. Er.„ und das merkte man auch seinem Rundfunkvortrag an— den Dingen gehörig auf dn Grund gegangen. Was er zu berichten weiß, hat Hand und Fuß, denn es diger Anschauung und sorglattesene em fremder Sitten und Gebräuche. Um fremde Völker und ihre Lebensformen grundlich kennen zu lernen, scheut er vor keinem Abenteuer zuIm Rundsunk hörten wir seinen Flug den Tarahumare=Inoianern. Ein im Norden Mexikos im Staate Chihuahna ansässiger Deutscher besitzt ein Flugzeug, einen ehemaligen amerikanischen Militarooppeldecker, und Platte zögert nicht, der Einladung seines Landsmannes, mit ihm zusammen einen Flug über die Sierra Madre zu den Indianern zu unternehmen, zu folgen. In einer Höhe von 3 500 Metern werden die hohen Berge und grausigen Schluchten der mittelamerikanischen Alpen überflogen. Tief unten liegt das Dörfchen San Amdrés, der Geburtsort des berüchtigten Banditengenerals Francisco Platte schildert sein Zusammentreffen mit dem ehemaligen Adjutanten dieses verwegenen Rebellenführers, ein kleines, amüsantes Wildden Büchern von Max Brand und Zane eseschve. br, en Urwaldlichtung liegt die jesuitische Missionsanstalt Sisoguichic. Als das Flugzeug dort landet, schlagen sich di., erschroce: nen Indianer schleunigst seitwärts in die Büsche. Erst auf gütliches Zureden kommen sie lich wieder zum Vorschein, nachdem ihnen der Missionsleiter erklärt hat, daß die beiden An kömmlinge nicht Abgesandte des Teufels, sondern Freunde der Mission und Gönner der Platte erzählte in seinem Vortrag interessante Einzelheiten über das Leben und Treiben in dieser Indianermission. Er erwähnte dabei auch die erstaunliche Tatsache, daß die Tarahumares die besten Dauerläufer der Welt sind die auf jeder Olympiade bestimmt den Marathonlauf gewinnen würden. Als dieser Indianerstamm vor einigen Jahren eine Bittschrift an den Präsidenten in Mexiko City sandte, ließ das Schriftstück durch Läufer befördern. Die Gesamtstrecke betrug etwa 1200 Kilometer. Ein junger Tarahumare bewältigte bei diesem ein zigartigen Stafettenlauf allein einen Abschnitt von 130 Kilometern, den er in knapp 9½ Stunden zurücklegte. Sendung Langenberg(422.4) Langenberg: Sonntag. 30. Juli 6.15: Hamburger Freihafenkonzert. Ein Seemannsgruß aus dem Hamburger Hafen. Die Glocken vom Großen Michel. 8.15: Wiederholung der Abendmeldungen u. landwirtschaftliche Rundschau. 8.30: Katholische Morgenfeier. 9.20: Stuttgart: 15. Deug,„Turnfest StuttHohe von 3 000 Melern werdene V..— Neuordnung im Rundfunk, des stellbertr. Reichssenbeleiters gegen 99: Wiederholung des Wetterberichtez, vzr. Die und der„Pichtishe: 6.20: Tagesspruch. Choral; anschl.: Bresig 09b Baskt.—. 15: Deuscher Hebsezteterisk. 11.30: Dr. Schreiber=Loetzenburg: Was ist mit den 12353beise füir Vi, Sasb=steise Seliatisäeit. 13.45: Nachrichten.— 14.00: Fortsetung des Mit15.45: Heinrich„Friedrichs: Hermann und das Schicksal des Heidehofes. 16.00: Leipzig: Nachmittagskonvzert. 17.00: Jugendstunde: Wir besuchen Lehrlinge der NS.=Jugendbetriebszellen.— 17.20: W5. Nul ler=Gordon: Mut zur Einfachheit. 8.00: Das Gedicht.— 18.05: Lieder aus FinnWeilter zar die LagdoirtS.P-eliscie e che belslag iez. niekonzert.— 21.10: München: Gastspiel der Ganghofer=Thoma=Bühne, Egern: Ein Akt von L. Thoma.— 21.35: Tanzmusik. 22.20: Wetter=, Tages= und Sportnachrichten. 22.45: Deutscher Seewetterbericht. 23.00: Stuttgart: Operettenmusik u. Tänze. Ausf.: Das Funkorchester. Im deutschen Gewerkschaftshause in Hamburg fand eine vom Reichsverband Deutscher Rundfunkteilnehmer, Kreis Nordmark, veranstaltete öffentliche Kundgebung statt, auf welcher der Stellvertretende Direktor der Reichsrundsunkzesellschaft, Karl=Heinz Boese ledner gab zunächst einen Ueberblick über die Entstehung und Verbreitung des Rundfunks in Deutschland und stellte den jüdischen Einfluß heraus, der den Rundfunk von Anfang an beherrschte. Der preußische Landtagsabgeordnete Heilmann, Jude und SPD=Bonze, habe Staatssekretär Bredow und andere für Geld dazu gewonnen, sich vor den Karren der Juden zu spannen. Man habe„Kulturbeiräte" und„politische Ueberwachungsausschüsse“ geschaffen und tausend Verbände der Rundfunkhörer gegründet; alle diese Einrichtungen hätten unter jüdischem Einfluß gestanden. Außer dieser jüdischen Säule habe es noch eine zweite Säule im deutschen Rundfunk gegeben, durch welche die deutschen Volksgenossen betrogen und belogen worden seien; ihr gehörten arische Vertreter an, die mit einem Intendantengehalt von 34—38000 K.K noch Doppel= und Vielfachverdiener waren. Nach dem Umschwung hätten sie es fertig gebracht,„Heil Hitler“ zu rufen und sogenannte nationalsozialistische Festspiele zu veranstalten. Diese Säule, die der Redner nach dem Intendanten in Hamburg und Leipzig die„Bodenstedt=Neudeck=Säule" nannte, habe sich zusammen mit der„Heilmann=Säule“ in den Dienst des Marxismus gestellt. Heute gebe es im Rundfunk keine Juden und keine Marxisten mehr. Der Rundfunk sei rest los vom Nationalsozialismus erobert und werde von ihm zu einem wahren Volksinstrument umgestaltet. Eine Senkung der Rundfunkgebühren, wie sie vielfach aus den Kreisen der Rundsunkteilnehmer gefordert wird, könne zunächst noch nicht erfolgen, da die Beträge noch für andere notwendige Zwecke gebraucht würden. Die Ermäßigung der Gebühren werde aber unbedingt kommen. Eine wesentliche Erleichterung sei bereits dadurch aeschaffen worden, daß denjenigen, die sich nach weislich in bedrängter Lage befinden, die Gebühren schon jetzt erlassen würden. Weiter habe man den Volksempfänger geschaffen, der die Möglichkeit biete, neben dem Ortssender einen benachbarten großen Sender zu hören und der durch einen billigen Preis von jedem Volkgenossen erstanden und in Raten bezahlt werden könne. Zu der künftigen Gestaltung des Rundfunkprogramms wies der Redner darauf hin, daß künftig Uebertragungen politischer Kundgebungen und Reden, soweit es sich nich um Ansprachen des Führers oder der Minister handele in den Hintergrund treten würde Jetzt solle dem Volk gezeigt werden, daß neue Rundfunk unterhaltsam sein könne. Er werde in der Tiefe der deutschen Seele schürfen. deutschen Länder. 10.30: Peter Rosegger, des, deutschen Velster###ßer Bauernsohn. Zu seinem 90. Geburtstage, eine Hörfolge von Th. Zenker.— 11.15: Lotte Lehmann singt(Schallplatten). 11.30: Tierschutz— so oder so, Für praktsschen Tierschutz im Sinne der Erziehung zum deutschen Volkstem. Gegen falsche 12.00: München: Standmusik aus der Feldherrnhalle.— Einlage: Volk erzählt. Mathien Rang: E löstig Verzällche us der Jaldatezick. 13.00: Klaviermusik. Hans Haaß. 13.30: Das Große Funtorchester. Ltg.: Kühn. 14.45: Was kann d. Städtebauer a. d. heutigen Großstädten bessern? Von der Traumvo zum Sofortprogramm. Eine Plauderei von E. 15.00: Pros. Dr. Bombe: Woher kammen Eu15.45: Siedler und Nationassozialist. Zwiegespräch. ichi Den Bechieseichi d Sechce Reschscher einr We 1 20.15: Vom. Deuschlandsender: Tawabend mu 22d0: Lette Meldungen, Vericht über des holte.b, Rachmsc. Des Michbenge Lammererchester. Ltg.: BreuBreuer. 05: Morgenkomert, X. Teil.(S. 8.00: Wetter, Zeit, Walserkand e ce enschaltsemn Rundfunk im Ausland Die neuen Grundsätze des Rundsunks in Süd slavien, die u. a. bestimmen, daß die Leiter der Sendestellen künftig nur noch südslawische Staatsangehörige sein dürfen, habe.#r Entlassung des bisherigen Leiters der Sendestelle Belgrad, Dr. Braun, der aus Wien stamm., geführt. An seine Stelle trat General Kalasatovic.„Gleichzeitig bestreitet die Leitung des üdslawischen Rundsunks die Richtigkeit der in der ausländischen Presse veröffentlichten Meldung, daß ausländische Künstler von jetzt ab nicht mehr im Rundsunk mitwirken dürften. Sie versichert vielmehr, daß ihr viel daran gelegen sei, auch weiterhin durch die„Anwesen heit ausländischer Künstler in ihren Senderäumen geehrt zu werden, da die Zahl der nicht=südslawischen Künstler die der südslawischen im Rundfunk nicht übersteigt". Musik im Westdeutschen Rundfunk in der Woche vom 30. Juli bis 5. August 1933. Diese Woche steht im Zeichen der großen Ferien. Das musikalische Programm ist entsprechend aufgezogen; vielseitig, leicht und unterhaltend. Einen besonderen Hinweis noch einmal auf das neueingelegte„Feierabend=Konzert“, das mit Rücksicht auf die nach 5 Uhr von ihrer Arbeitsstätte heimkehrenden Hörer anstelle des bisherigen Vesperkonzertes tritt und zum erstenmal am Dienstag, den 1. Tugust, 18.00 bis 18.45 Uhr gesendet wird.—„Wir marschieren weiter!“ ist das Stichwort einer Sendung, die der Westdeutsche Rundfunk am Montag, den 31. Juli, von 11.58 bis 12.10 Uhr vom Rathausplatz in Köln bringt— eine Sendung propagandistischer Art, mit Fanfaren, Trommelwirbel und Musik=Kapellen, die den Marsch des Braunen Heeres versinnbildlichen soll und zur Erinnerung an Montag, den 30. Januar 1933, den Tag der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus, sich jeden Montag um dieselbe Zeit, jeweils von einem anderen Ort des Sendegebiets aus, in ähnlicher Weise wiederholen soll. Montag, den 31. Juli überträgt der Westdeutsche Rundfunk von 20.05 Uhr ab von Hamburg ein„Instrumentalkabarett“, ein musika lisches Durcheinander.— Am Mittwoch, den 2. August, dem Todestage des großen Meisters Enrico Caruso,(gest. am 2. August 1921 in Neapel), haben die Hörer des Westdeutschen Rundfunks Gelegenheit, die Stimme des weltberühmten Tenors zu hören.— Auch das„Feierabend=Konzert“, am Freitag, den 4. August, mit dem Leitgedanken„Mit dem Schifferklavier auf dem Tanzplatz“ verspricht, etwas Besonderes zu werden. Wer ist von den Rundfunkgebühren befreit? Vorbedingung für den Erlaß der Rundfunk gebühren ist, daß der Antragsteller oder, wenn die Genehmigung zur Teilnahme am Rundfunk nicht ihm sondern einem im selben Haus halt lebenden Familienangehörigen(Ehegatte, Eltern oder Kinder) erteilt ist, dieser zur Zeit der Stellung des Antrags auf Gebührenerlaß insgesamt mindestens 6 Monate seit dem 1. Januar 1931 ordnungsmäßiger Rundfunkteilnehmer gewesen ist. Für den Erlaß der Gebühren kommen in Frage: 1. Arbeitslose, die Unterstützung aus der Arbeitslosenversicherung nach Ablauf von 36 Tagen wegen Hilfsbedürftigkeit weiter erhalten; 2. Krisenunterstützungsempfanger, 3. Ausgesteuerte Krisenunterstützungsempfänger, die von den Gemeinden Wohlfahrtsunterstützung erhalten. 4. Arbeitslose, die nach dem Wegfall der Arbeitslosenunterstützung nicht erst Krisenunterstützung, sondern gleich Wohlahrtsunterstützung erhalten. 5. Arbeitslose, die im freiwilligen Arbeitsdienst Verwendung finden und deren Vergütung für diese Beschäftigung nicht höher ist, als die ihnen sonst aus der Arbeitslosenfürsorge zustehende Untertützung. 6. Aus der Krisenfürsorge ausgesteuerte. kriegsbeschädigte Arbeitslose, die zwar keine Wohlfahrtsunterstützung erhalten, deren Bedürftigkeit jedoch durch die Gewährung der Zusatzrente anerkannt ist. 7. Weiter kommen für einen Gebührenerlaß in Betracht a) alle Blinde. b) Schwerkriegsbeschädigte, die infolge ihres Leidens in ihrer Bewegungsmöglichkeit und im Besuch von öffentlichen Vorführungen ernstlich behindert sind, c). Personen, die infolge schwerer körperlicher Leiden in ihrer Bewegungsmöglichkeit und im Besuch öffentlicher Vorführungen dauernd ernstlich behindert sind und sich in bedrängter wirtschaftlicher Lage befinden. Wir marschieren weiter! Eine Ehrenstunde für die Braune Armee. Um die Erinnerung an die Machtübernahne am Montag, den 30. Januar 1933 durch den Nationalsozialismus immer wieder in das Gedächt nis zurückzurufen, soll an jedem Montag um 12.00 Uhr vor irgend einem Rathaus des westdeutschen Sendegebietes eine kurze. Festfeier stattfinden, die der Westdeutsche Rundfunk überträgt. Kurz vor 12.00 Uhr marschiert SS und SA auf. Fanfarenklänge leiten die Feier ein. Nach dem Glockenschlag der Rathausuhr setzt Trommelwirbel ein. Es folgen dann einige Märsche. Mit dem Deutschlandlied oder dem Horst=Wessel=Lied finden diese kurzen Feiern ihren Abschluß. Die erste Veranstaltung dieser Art findet am Montag, den 31. Juli in Köln statt. Bei dieser Gelegenheit wird ein hundert Mann starkes SA=Musikkorps aufmarschieren. Uür Frme. 10.05: Pertexromert.— 5: Mensch u. Wen Gemeinschaftsempfang für Arbeitslose. 11.30: Funkwerhung mit Schallplatten. 11.58: Köln: Wir„Rarschieren weiter zur Er12.10: Stittaart: Unterhaltungssonert des Stadt M- Bilchogcbeicht. mhchesechuen Gegen(14.00): Mittog=b4½t, Arsaa 14.30: Jesertopet, Vle. shüöger, Firzaun 17.00: Musik. Cello, Klavier, Geige plandern. 17.50: Der Straßenbauer, ein Gedicht von Joh. Jungemann. R eche e u 8r 18.50: Meldungen, Weter Spork. Witscheft. 19.00: Breslau: Stunde der Nation. Eichendorff. ein deutscher„Dichter aus Schirtee.“. lb, Werälstz,. Sgihg, IUite=Pee“ geiner Solist: Manfred Kömpel(Tenor). 610: Morsenrl., Grser,„SFrs6 gesolafte“. 6.05: Morgenkonzert, 1. Teil,(Schalwlatten.) 6.45: Leibesübungen.— 700: Wetter, Jeit. 6.45: Leibesübungen. 7.03: Wiederholung des Morgenrufs; anschl.: Aachen: Morgenkonzert. 2. Teil. Detz, ebo GHom astir gr Frauen. 1000: Frühbericht— 10.05: Kindergarten.— 10.30: Mensch und Welt. Gemeinschaftsempfang 1.55: Furipebung mit Scalblatten.. 12.50: kribbel und Gekrabbel.— bericht, Zeit, 15.50: Erika v. Hopfgarten: Somna kitik.— 16.30: Wir sagen den neuen Monat an!— 16.50: Stimme der Bewegung. 17.00: Schöne Stimmen auf Schallplatten. 17.15: Klänge aus Chile. Ein Vortrag um vier Schallplatten von Willi Pferdekamp 17.35: Univ.=Pros. Dr. Heinermann; Italienisch. 17.50: Junge, Junge kannst, du flunkern! 18.00: Feierabendforert, Die fröhlichen Fünf. 18.45: Wetter, Wirtschaft. Sport. 19.00: Frankfurt: Stunde der Nation. Ein ewiges Feuer vom heiligen jungen Deutschland. 20.05: Dichtv; wird Volkslied. Vaterl. Lieder. 2995 Sibpaihte.“ Zoizal vu Mailsk Beier. Westdt. Wochenschau. kehr der Helden. Hörspiel 22.10: Spätbericht.— 22.30: „Popular Wireletz" berichtet über die Ergebnisse der Versuche mit 5=m=Wellen vom Kristallvalast. Die Reichweite betrage bis zu 200 Meilen. ein Ergebnis, mit dem man be ultrakurzen Wellen nicht gerechnet habe. Deutsches Turnfest im Westdeutschen Rundsunk. Das Deutsche Turfest in Stuttgart findet am Sonntag seinen Abschluß. Der Westdeutsche Rundsunk wird Ausschnitte vom Festzug(9.20 Uhr) und von der Schlußfeier(18.30 bis 20.00 Uhr) übermitteln. Der„Löwe von Flandern“ Zum Tode des Admirals von Schröder Admiral à la suite des Seeoffizierkorps Ludwig v. Schroeder ist in der Nacht zum Sonntag im Alter von 79 Jahren in Berlin verstorben. Die Ehrfurcht vor der Wahrheit, die höher steht denn die Ehrfurcht vor den Menschen, erfordert Objektivität auch in einem Nachruf. Schönrednerei würde am allerwenigsten im Sinne des Admirals v. Schroeder gelegen haben. Treffend kennzeichnet der Nachruf des Chefs der Marineleitung den verstorbenen Admiral als einen„Mann mit heißem Herzen in rauher Schale, dessen aufrechte Wesensart und unbeugsamer Angriffswille ihm die Herzen und das rückichtslose Vertrauen seiner Untergebenen cherten“. Es ist richtig, Weichmütigkeit lag nicht im Wesen dieses Mannes, den der Reichskanzler Prinz Max von Baden einmal als„zu schroff und zu alldeutsch“ bezeichnet hat. Aber aus einem Guß war er, echt und wahr, klar und ohne Winkelzüge bis in die letzte Faser seiner ganzen Persönlichkeit. Schon äußerlich war das erkennbar: Die nur mittelgroße, gedrungene Figur, die festen, ruckartigen Bewegungen deuteten schon auf die ganz ungewöhnliche Energie des Admirals, die auch sprungbereit aus dem offenen Gesicht und den klaren Augen leuchtete. Streng. manchmal schroff, war er kein bequemer Vorgesetzter, aber versöhnend wirkte immer, daß er selbst mehr leistete, als er von anderen verlangte.„Ein Kriegsschiff ist kein Sanatorium“, das ist ein Ausspruch von ihm, dem sich manche ähnliche an die Seite stellen lassen. Und als er sich einmal über die Leutnants seines Dienstbereichs geärgert hatte, da ließ er sie alle zusammenkommen und apostrophierte sie mit olgendem„zarten“ Wink: „Meine Herren, nach dem Etat haben wir in der Marine 25 Leutnants zuviel!“ Und trotzdem ist Admiral v. Schroeder gerade in den Kreisen der jüngeren Offiziere aufrichtig verehrt worden. Gerade hier, wo sich das Verhältnis zwischen Vorgesetzten und Untergebenen auf die einfache Formel: „Befehlen und gehorchen“ bringen läßt, und wo begründete sachliche Meinungsver schiedenheiten, wie sie bei höheren Dienststellen vorkommen, nicht in die Erscheinung treten, kam das rein Menschliche in der Führerpersönlichkeit des Admirals voll zur Wirkung. Der junge Offizier fühlte durch die äußerliche Strenge bald hindurch: Dies ist ein Mann von unbeugsamem Charakter, von unbestechlicher Gerechtigkeit und reiner Lauterkeit des Strebens, der nichts für sich, sondern alles nur für den Dienst will. Admiral v. Schroeder hat im Frieden eine der höchsten Stellen erreicht, die dem Offizier zugänglich waren. Er war zum Schluß Chef der Marinestation der Ostsee und unterstand als solcher unmittelbar dem Kaiser. Und doch hat man den Eindruck, daß erst der Krieg ihn in sein richtiges Fahrwasser gebracht hat. Als„Löwe von Flandern“ wird er in die Geschichte eingehen. wie der Nachruf des Chefs der Marineleitung treffend sagt. Ein kleines kennzeichnendes Ereignis: Als im August September 1914 die deutsche Marineexpedition nach der Türkei zusammengestellt wurde. war Admiral v. Schroeder zu ihrem Führer ausersehen worden. Unter seinem Vorsitz fand im Reismarineamt eine Sitzung statt, bei der auch die Frage aufgeworfen wurde, was die Offiziere an Bekleidungsstücken nach der Türkei mitnehmen sollten. Admiral v. Schroeder erklärte in seiner kurzen energischen Art:„Meine Herren, es ist Krieg. Ein Jackett. eine Hose, ein paar Stiefel— das genügt!“ Am folgenden Tage fand wiederum eine Sitzung statt. Inzwischen war Admiral à la suite v. Usedom zum Leiter der Expedition ernannt worden. Als nochmals die Frage der persönlichen Ausrüstung zur Sprache kam, sagte Exzellenz v. Usedom:„Meine Herren, wir werden als deutsche Offiziere in einem fremden Lande auch gesellschaftlich aufzutreten haben. Ich will den Frack nicht zur Bedingung machen, möchte aber doch empfehlen, daß jeder der Herren mindestens einen Smoking mitnimmt.“ Sicher ist, daß Admiral v. Usedom besser nach Konstantinopel mit seinen auch politisch=diplomatischen Erfordernissen gepaßt hat, Admiral v. Schroeder dagegen besser nach Flandern, wo er als ein unerschütterlicher Nocher de bronze den rechten Flüge! der deutschen Front an der See bildete, ein Kommando übrigens, das nur ein Seeoffizier führen konnte, dem alle Eigenheiten auch des Seekrieges und der englischen Denkweise bekannt waren. Admiral v. Schroeders Verdienste als Befehlshaber des Marinekorps kann man nicht besser schildern, als dies der verstorbene Vizeadmiral a. D Hollweg zum 70. Geburtstag des Admirals v. Schroeder in der Weserzeitung getan hat: „Der Geschwaderchef wurde zum Feldherrn. Im Laufe der Zeit wurde Nordbelgien zur uneinnehmbaren Feste, zum rechten Flügelstützpunkt der Armee ausgebaut. Aus Bootskanonen und Feld geschützen, mit denen anfangs die Küste gegen schwächliche englischen Landungen verteidigt war, wurden 38=cm-Batterien. Die Marinedivision wurde zum amphibischen Korps, das zu Lande, auf dem Wasser, unter dem Wasser, mit Zerstörern, U=Booten, Fliegern und allen Waffen des Land= und Seekrieges nicht nur defensiv, sondern auch offensiv kämpfte. Die Energie des Führers überwand alle personellen und materiellen Hemmungen. Weit über die räumlichen Grenzen des Korpsbezirks hinaus erstreckten sich die Wirkungen seiner Maßnahmen: Zerstörer vor Dover, Minen vor der Themse, Flieger über London! Die Flandern=U=Boote haben 2554 Fahrzeuge mit 4,4 Millionen Tonnen Schiffsraum versenkt. 80 Boote mit 145 Offizieren und 1000 Mann gingen verloren. Aufrecht im vordersten Schützengraben dastehend, erteilte Admiral v. Schroeder seine Befehle. Wahrscheinlich nie ist ein so komplizierter Apparat für alle Formen des Krieges geschaffen und so trefflich geleitet worden. Als nach den bekannten Ereignissen an der Westfront Admiral v. Schroeder den Befehl erhielt, Flandern zu räumen, geschah das in vollendeter Ordnung. Die Disziplin hielt beim Marinekorps. In seinem letzten Korpstagesbefehl vom 16. Oktober 1918 konnte Admiral v. Schroeder schreiben:„Das Marinekorps hat die flandrische Küste nunmehr vier Jahre hindurch gehalten, ohne einen Fußbreit Landes preiszugeben. Seine Aufgabe, den Heeren unserer Westfront als Flankensicherung zu dienen, hat es voll erfullt. Trotzigen Sinnes rücken wir in neue Stellungen, in denen wir unsern alten Kriegsmut beweisen wollen.“ Auf Grund der bekannten Vorgänge in Kiel wurde der Admiral v. Schroeder dort zum Stationschef ernannt. Der Befehl erreichte ihn am 6. November 1918 auf dem Rückmarsch westlich der Schelde. Die Sturmtruppe des Marinekorps machte sich zum Abmarsch in Automobilen klar. Da machte der Reichskanzler Max von Baden die Kom mandierung des Admirals rückgängig. Diese Tat ist vielleicht eine der verhänignisvollsten in der neueren deutschen Geschichte gewesen. Admiral v. Schroeder wäre der Mann dazu gewesen, den Dingen einen anderen Lauf zu geben. So aber wird er als„Löwe von Flandern“ in seinem ruhmreichen Wirken unvergessen bleiben und in die Geschichte eingehen. Zeitscheiftenschau Seidenranpenzucht Seidenraupenzucht in Deutschland. Daß die in Deutschland alle Bedingungen für eine günstige Entwicklung vorfindet, ist eine seit mehr als hundert Jahren bekannte Tatsache.— Wenn gleichwohl angesichts einer jährlichen Einfuhr ausländischer Seidengarne im Wert von über 100 Millionen Mark die Gewinnung von Seidenkokons als Rohstoff der Naturseide weder im Süden noch im Norden Deutschlands einen größeren Umfang angenommen hatte, so lag das daran, daß es den Züchtern an sicherem Absatz fehlte: die Seidenkokons mußten zwecks Verarbeitung zu Seidengarnen erst ins Ausland wandern. Hochinteressant und wichtig für jedermann sind die Bilder aus der Spinnhütte in Celle, der ersten und einzigen in Deutschland. die die bekannte Zeitschrift„Technik für Alle“ in ihrem neuesten(Juli=) Heft bringt. Und dies sei auch wieder als Beispiel angeführt, wie diese in der Franckh'schen Verlagshandlung in Stuttgart erscheinende Monatsschrift es versteht. technische Vorgänge auch dem Laien verständlich und interessant zu machen. Wir können den Bezug zu dem wirklich niedrigen Preis von nur RM. 2.25 im Vierteljahr allen unseren Lesern nur empfedlen. * Jetzt können Sie im Schlafe häteln! Die Häkelei auf Gittertüll. eine ganz neue Technik des Häkelns, ermöglicht es, die schwierigsten Muster ohne das langweilige Zählen zu verfolgen. Jetzt Die Eröffnung der Bayreuther Festspiele. ohne dus tang Pennerari Wrrr Der Reichskanzler Adolf Hitler begibt sich##n“ Sis veim Harein pguvern und horen. soviel Sie wollen. Näheres über Ausdurch die spalierbildende Menschenmenge führung und Material der neuen Tüll=Häkelei in das Festspielhaus. lbringt die neue„Gartenlaube“. Anheilbar7 Ven aan B. BerDer Primärarzt war nach achtwöchiger Abwesenheit zurückgekommen und sah sich zum ersten Male wieder in seiner Klinik um. Der Sekundärarzt begleitete ihn, stellte ihm die einzelnen Kranken vor und machte ihm die nötigen Mitteilungen über Krankheit, Verlauf und eventuelle Nebenumstände. Der Sekundärarzt war noch ein recht jugendlicher Herr und infolgedessen ungemein sicher. Seine Diagnosen besaßen— nach seiner Meinung wenigstens— den Wahrheitswert eines Evangeliums, und daher kam es wohl, daß er dem Primarius über zum Teil ganz außerordentliche Heilerfolge berichten konnte. Der Primarius kannte seinen Kollegen und nahm von seinen selbstgefälligen Feststellungen mit dem Lächeln des erfahrenen Arztes Kenntnis. „Und wen haben wir nun hier?“ fragte der Primarius, und wies auf einen Kranken, der im gestreiften Anstaltskittel auf seinem Bette saß. „Nr. 39,“ sagte der Sekundärarzt, sein Notizbuch zu Rate ziehend.„Wurde am 23. Januar eingeliefert, befindet sich also bereits sei: mehr als sieben Wochen in Behandlung. Der Mann litt an Grippe, als er eingebracht wurde. Am anderen Tage aber mußte ich die Feststellung machen, daß die Grippe nur eine Sekundärerscheinung war—, man brauchte ja den Mann nur anzusehen, um zu erkennen, daß er an Cholämie leidet.“ „An Gelbsucht meinen Sie, Herr Kollege!“ „An Gelbsucht, wenn Sie wollen, Herr Professor. Die Grippe war auch in wenigen Tagen verschwunden, und der Kranke befand sich relativ wohl, schien sogar den Wunsch zu haben, die Anstalt zu verlassen. Das konnte ich natürlich nicht zugeben, denn die Somptome von Chol— von Gelbsucht waren zu offensichtlich. Der Mann wurde also auf die übliche Diät gesetzt, vollkommen fettlos selbstverständlich. Und was die medikamentöse Behandlung anbelangt, habe ich mich ganz genau an das Rezept gehalten, das der Herr Professor vor einem halben Jahr in einem gleichen Fall zur Anwendung gebracht haben.“ „Nun? Und?“ „Zu meinem Bedauern muß ich feststellen, daß eine wesentliche Aenderung nicht eingetreten ist. Wenn Herr Professor den Kranken ansehen...“ „Aiso gar keine Besserung, Herr Kollege?“ „Der Kranke befindet sich relativ wohl, scheint nur ziemlich apathisch zu sein. Appetit ist befriedigend, die übrigen körperlchen Funktionen gleichfalls. Fieber nicht vorhanden. Aber das Pigment will nicht verschwinden. Es scheint mir ein sehr merkwürdiger Fall zu sein, Herr Professor.“ Der Primarius faßte den Kranken näher ins Auge, machte dann ein paar Schritte an das Kopfende des Bettes, um den dort angeschriebenen Namen zu lesen und kam dann wieder zu dem Sekundärarzt zurück. „Ein merkwürdiger Fall— jawohl, Herr Kollege: ein sehr merkwürdiger Fall!“ Warum lachte der Professor eigentlich so boshaft? Dem Sekundärarzt war es etwas unbehaglich— sollte er sich vielleicht in der Diagnose geirrt— aber nein! Nicht möglich!“ „Herr Professor, ich habe die Diagnose—“ „Lieber, Herr Kollege, Ihre Diagnose ist absolut richtig, Gelbsucht! Nur— wissen Sie, das ist einer von den Fällen, die die Medizin vorerst als absolut unheilbar bezeichnen muß. Haben Sie den Namen des Patienten einmal angesehen, Herr Kollege? Nein? Das ist schade. Der Mann heißt Matsucki!“ „Sie sind Japaner?“ fragte der Primarius den Patienten. „Koreaner, Herr Professor!“ „Warum haben Sie den Arzt nicht aufgeklärt, der Sie auf Gelbsucht behandelte?“ „O. Herr Professor,“ sagte der Gelbe lächelnd,„ich bin viel zu gut erzogen, um zu widersprechen!“ Abenteuer mit dem Karpathenbär Der kleine Karpathenbär gilt im allgemeinen nicht für besonders gefährlich, da er es meist vorzieht, auch wenn er einmal unversehens in die Nähe von Menschen kommt, ihren unangenehmen Geruch so rasch wie möglich wieder aus der Nase loszuwerden. Ein Unglücksfall, der kürzlich einer Dame aus dem rumänischen Orte Brasso zugestoßen ist, zeigt aber, daß auch der Karpathenbär im angeschossenen Zustand sehr gefährlich werden kann. Fräulein Elena Verzea war in einer größeren Gesellschaft von 50 Personen auf den Gipfel des Omul gestiegen. Sie waren dort plötzlich von einer mächtigen Wolke in dichten Nebel eingehüllt. Als die Wolke vorübergezogen war, sahen sie aus dem Unterholz einen ganz respektablen Karpathenbären hervorkommen, der sich, ohne besondere Anzeichen von Wildheit erkennen zu lassen, immer der Gesellschaft näherte. Ein Revolverschuß, der unklugerweise auf das Tier abgefeuert wurde, weckte die ganze Wildheit des Bären, der sich zugleich mit wütendem Brummen auf die Gesell saft stürzte. Alles stob auseinander. Der Bär hinter Fräulein Verzea her, die in ihrer wilden Flucht nicht sah, wohin sie lief und unversehens in eine Schlucht stürzte. Aber Glück im Unglück: in einem Heidekrautstrauch verwickelten sich ihre Kleider dermaßen, daß sie darin festhielt und vor einem lebensgefährlichen Absturz bewahrt wurde. Allerdings blieb sie 15 Stunden lang bewußtlos in dieser furchtbaren Lage, ehe sie, wieder zu sich gekommen, durch ihre Hilferufe eine andere Ausflugsgesellschaft herbeiholen konnte. Ihre eigene Reisegesellschaft hatte sich gar nicht mehr um Fräulein Elena Verzea gekümmert. Mit einem schweren Nervenchock mußte die gerettete Frau ins Krankenhaus von Brasso eingeliefert werden. Humor der Woche. Er:„Das Radio sagte gestern, das Wetter nürde heute schön sein!“ Sie:„Sagte ich dir nicht immer, daß unser Apparat nichts taugt?“