Lippische Tageszeitung General=Anzeiger Das Lipperland htenblatt des er Frauen ie deutsch Hausfrau.— weschaltestelle: Detmold, Exterstraße 11, Fernruf 3145—3147. Postversand: Hersord. Postscheckkonto: Hannover 9839, Drahtanschrift: Tageszeitung. für das Land Lippe a n a t t M M 2.— e i n s c h l. 3 0 b z w. 4 0 P f g. Z u s t e l l g e l d. P o s t b e z u g s p r e i s e: M o n a t l bei Adholen vom Vokamt RM. 2.— einschl. 30 Pig. Postgebühr, bei Lieserung frei Haus RM. 2.36 einschl. 30 Lsg. Postgebühr und 36 Pfg. Bestellgeld. Anzelgenpreise: Die einso. Willig.=Zesse 12 Pfg., amtl. Anzeigen 20 Ufg., Reklamezeile 50 Pfg. Beilagengebühr nach Taxif,— Bei höh., Hewalten,6 Betriebsstörung besteht für den Verlag keine Verpflichtung zur Rückzahlung des Bezugspreises. “ b a r k e i t f ü r b e i d e T e l l e D e t m o l d. Z a h l u n g s p f l i c h t i n n e r h a l b 8 T a g e n Ig., amtl. Streiks oder GerichtsDer Reichspräsident verweigerte Schleicher die Auflösungsvollmacht— Papen verhandelt als Vertrauensmann Hindenburgs mit den Parteien— Hemmungslose Hetze des Zentrums Staatsnotstand Von D. Koch(Oeonhausen), M. d. Pr. L. Die folgenden Zeilen wurden noch vor der Regierungskrise geschrieben. Sie haben aber auch nach den veränderten Umständen volle Gültigkeit behalten. Schriftleitung. Wir sind in einer öffentlichen Erörterung hochvolitischer, grundsätzlicher Art. Sie dreht sich um den Begriff Staatsnotstand. Daß der Reichspräsident in solchem Falle durch die Verfassung selbst zu schwerwiegenden Eingriffen in den gewöhnlichen Lauf der Dinge berechtigt ist, das wird eigentlich von keinem bestritten. Der Streit geht darum, ob jetzt, heute ein Staatsnotstand vorliegt. Da trifft es sich nun günstig, daß Ausführungen des der Linken zuzurechnenden Heidelberger Staatsrechtslehrers Anschütz bekannt werden, die er seinerzeit in einem von der Regierung Brüning eingeforderten Gutachten gemacht hat. Er sagt darin: „Die Voraussetzungen des Artikels 48, 2 sind auch gegeben im Falle des Auftretens von Störungen des Staats=, insbesondere des parlamentarischen Apparates, die ein normales, die Staatsnotwendigkeiten sicherndes Funktionieren der Gesetzgebung und Regierungstätigkeit verbindern oder gefährden(Obstruktion, Unmöglichkeit notwendiger Mehrheits bildung, sonstiges Versagen des varlamentarischen Regierungssystems) Kein Mensch kann bestreiten, daß diese Sätze heute wörtlich zutreffen. Das Zentrum bemudt sich zwar angestrengt, eine parlamen tarische Mehrheit zusammenzubringen, aber es will nicht glücken. Somit liegt die„Unmöglichkeit notwendiger Mehrheitsbildung" am Tage. und die Weimarer Parteien wissen nicht aus noch ein. Das ganze Volk siebt, daß eine Ja=Mehrheit, die einig ist in dem, was sie will, durch keine Rechenkunststücke zusammenzubringen ist.„Irgendwie muß doch in Deutschland regiert werden“, so sagte schon vor Jahren ein Kanzler, heute ist das das Gebot der Stunde. Hieran gemessen schneidet der Kanzler Schleicher schlecht ab. Die Regierung Papen ließ doch wenigstens erkennen, daß sie mit dem parlamentarischen Betrieb nichts mehr zu tun haben wollte; die Regierung Schleicher hat diese Linie nicht fort gesetzt. Es hat Männer gegeben, die saben das bedenkliche Verhalten Schleichers als ein nur zeitweiliges Mittel zur Erreichung eines großen Zweckes an, aber sie haben die Meinung aufgegeben, sie halten nichts mehr von der jetzigen Regierung. So kann. man nur wünschen, daß nach dem vergeblichen Anlauf von Papen. nach dem schlimmen Zwischenakt von Schleicher eine Regierung zustande kommt, die den Ernst der Lage erkennt. Das Gebot der Stunde erfordert die Wiederaufrichtung der Harzburger Front. Sie würde die breitest mögliche Fundamentierung einer entschlossenen National= regierung darstellen. Es läßt sich mit ein paar Worten gar nicht sagen, wie umfassend ihre Aufgaben wären. Uns liegt hier zweierlei zu sagen am Herzen. Ruhe und Ordnung leiden schwere Not, der Fall Dresden mit 9 Menschenleben zeigt es deutlich. Darum muß Ruhe und Ordnung mit unnachsichtlicher Strenge vertreten werden. Die Umsturz=Agitatoren wittern Morgenluft. Wer barmherzig gegen das Volk ist, muß unbarmherzig gegen Aufruhr und Empörung sein. Das Kabinett Schleicher hat bier große Schuld auf sich geladen. Berlin, 28. Januar. Reichskanzler —. Schleicher hat im Verlauf der Aussprache mit dem Reichspräsidenten diesem sein Rücktrittsgesuch überreicht. Der Reichspräsident hat es angenommen und ihn mit der vorläufigen Führung der Geschäfte beauftragt. Schleicher hatte vom Reichspräsidenten die Vollmachten zur Auflösung des Reichstages verlangt. Der Reichspräsident glaubte nicht in der Lage zu sein, auf Grund der augenblicklichen politischen Lage ihm diese Vollmachten geben zu können. Im Anschluß an die Unterredung mit Schleicher empfing der Reichspräsident den ehemaligen Reichskanzler v. Papen und beauftragte ihn damit, Verhandlungen mit den Parteien zu führen, um festzustellen, ob eine Regierungsbildung auf parlamentaricher Grundlage möglich sei. Das Reichskabinett war vorher zu einer Sitzung zusammengetreten, in der der Reichskanzler seine Ministerkollegen über die Entwicklung der politischen Lage im Zusammenhang mit dem gestrigen Beschluß des Aeltestenrates, es bei dem Zusammentritt des Reichstages am 31. Januar zu belassen, unterrichtete. * Berlin, 28. Jan. Der Reichspräsident hat. wie ergänzend verlautet, Herrn v. Papen den Wunsch zum Ausdruck gebracht, die Lösung im Rahmen der Verfassung und mit dem Reichstag zu sehen. * Ergänzend verlautet in unterrichteten Kreisen, daß Herr v. Papen möglicherweise schon bald dem Reichspräsidenten die Kanzlerschaft Adolf Hitlers vorschlagen werde. Adolf Hitler bleibt übrigens nunmehr in Berlin. * Reichstag tritt nicht zusammen Aeltestenrat Dienstag nachmittag. Berlin, 28. Jan. Aus dem Hauptbüro des Reichstages wird amtlich mitgeteilt: Die nächste Reichstagssitzung am Dienstag fällt aus. Der Aeltestenrat ist für Dienstagnachmittag 15 Uhr einberufen. Unterridung Papens mit Hugenberg und Hitler Berlin, 28. Jan. Reichskanzler a. D. v. Papen hat seine Besprechungen mit den Führern der Parteien bereits am heutigen Sonnabend ausgenommen. Er hatte am Nachmittag eine längere Unterredung mit dem deutschnationalen Führer Dr. Hugenberg. * Berlin, 28. Jan. Reichskanzler a. D. v. Papen hatte am Sonnabendnachmittag außer mit dem Führer der Deutschnationalen, Dr. Hugenberg. auch eine Besprechung mit dem nationalsozialistischen Führer, Adolf Hitler. Einen Zwischenbericht an den Reichspräsidenten hatte Herr v. Papen am Sonnabend noch nicht erstattet. Wie verlautet, wurde von den Nationalsozfalisten am Sonnabend mit dem Zentrum und der Bayrischen Volkspartei die Fühlung aufgenommen. Montag schon Kabinett Hitler? Die Gründe des Reichspräsidenten. Berlin. 28. Jan. In gut unterrichteten Kreisen ist man der Auffassung, daß der Auftrag des Reichspräsidenten an den früheren Reichskanzler v. Papen möglicherweise schneller ersüllt sein kann, als dies vielfach angenommen wurde, so daß unter Umständen schon Moutag dem Reichspräsidenten ein neues Kabinett vorgeschlagen werden kann. Dieses kann nach Lage der Dinge nur unter der Kanzlerschaft Adolf Hitlers stehen, von den Parteien und Kräften der„Harzburger Fron!“ getragen und parlamentarisch auch vom Zentrum toleriert werden. Eine andere Möglichkeit ist jedenfalls nicht abzusehen. Für den Fall, daß diese Lösung gelingt, dürften auch die hauptsächlichsten Namen feststehen, und zwar Adolf Hitler als Reichskanzler, v. Papen Vizekanzler und Reichskommissar für Preußen, Hugenberg Minister der vereinigten Ministerien der Wirtschaft und der Ernährung, während das Reichswehrministerium mutmaßlich einem General übertragen werden soll, dessen Name noch nicht feststeht. Die Haltung des Zeutrums dürfte maßgebend sein, da das Zentrum ja immer gefordert hat, die Nationalsozialisten müßten an die Verantwortung kommen. Im übrigen besteht nur eben diese einzige Möglichkeit, daß das Zentrum ein Kabinett unter der Führung Hitlers toleriert. Jeder andere Weg könnte nur wieder zum System einer Präsidialregierung führen, deren Schwäche darin löge, daß sie unter dem ständigen Druck einer nicht vorhandenen parlamentarischen Tolerierungsmehrheit stünde und, um der Verfassung gerecht zu werden, sich mit ständigen Neuwahlen mit allen Folgen der Beunruhigung helfen müßte, ohne daß Neuwahlen ein anderes Ergebnis zeitigen würden. Falls eine vom Zentrum tolerierte Regierung der Harzburger Front unter Führung Adolf Hitlers zur Wirklichkeit würde, würde sich voraussichtlich der Reichstag zunächst bis zur Vorlage des Reichshaushalts Das andere ist, daß das Nationale gegen alles Antinationale und Nichtnationale hochgehalten, bevorzugt werden muß Das muß in der ganzen Erziehung von unten bis oben zu merken sein. Der Staat kämpft um sein Dasein. Da wäre es töricht, wenn er sich in der Wahl seiner Mittel durch das Linksverständnis gedruckter Paragraphen bindern ließe. Der Staat kämpft mit den letzten Reserven um sein Dasein. Darum müssen Männer her, die die Krise meistern können. durch die neue Regierung vertagen. Nach Lage der Dinge würde die Ausarbeitung des Reichshaushaltsplanes ohnehin einige Wochen in Anspruch nehmen. Nach Erledigung des Reichshaushalts würde dann höchstwahrscheinlich eine parlamenarische Ermächtigung für die Regierung zur Lösung der dringlichen Wirtchafts= und Arbeitsbeschaffungsfragen angetrebt werden. Eine solche Ermächtigung würde den Reichspräsidenten der Notwendigkeit entheben, weiterhin den Artikel 48 der Reichsverfassung in Anspruch zu nehmen. Für die neue Entwicklung, die in dem Rücktritt des Kabinetts Schleicher ihren sichtbaren Ausdruck fand, ist überhaupt die grundsätzliche Einstellung des Reichspräsidenten von entscheidender Bedeutung. Das Kabinett v. Schleicher kam im Dezember vorigen Jahres in der Erwartung zustande, daß es dem General v. Schleicher gelingen werde, eine Einigung mit den Nationalsozialisten zu finden und jedenfalls mit dem Reichstag auszukommen. Diese Voraussetzung hat sich nicht erfüllt. Reichskanzler v. Schleicher zog daraus den Schluß, daß der Reichstaa nunmehr aufgelöst und, da Neuwahlen nur wieder Beunruhigung, aber kein neues Eigebnis bringen würden, ein politischer Burafrieden bis zum Spätherbst geschaffen werden müßte. Schleicher hat daher dem Reichspräsidenten bereits am Montag Anregungen dieser Art vorgetragen, die aber der Reichspräsident entsprechend seiner Einstellung gegenüber der Verfassung nachdrücklichst zuruckgewiesen hat. Hätte nun der Reichspräsident, von dem der Reichskanzler v. Schleicher am Sonnabendmittag unter der bereits gemeldeten Begründung und unter Hinweis auf den prasidialen Charakter des Kabinetts Ermächtigung zur Auflösung des Reichstages forderte, diese Forderung erfüllt, so hätte der Reichspräsident nach den Wahlen doch wieder vor der Forderung eines zu erzwingenden politischen Burgfriedens gestanden. Aus dieser politischen Sachlage hat der Reichspräsident die Konsequenzen gezogen und die Auflösungsvollmacht verweigert. Aus dieser Sachlage ergab sich dann aber auch der ausdrückliche Auftraa an den„homo regius“ Herrn v. Papen, die Lösung„im Rahmen der Verfassung und mit dem Reichstag zu suchen“. Was wird nun? Die Berliner Presse zur Lage Berlin, 28. Jan. Die Berliner Abendpresse befaßt sich eingehend mit den Vorgängen, die zum Rücktritt des Kabinetts Schleicher führten, und mit den Möglichkeiten der weiteren Entwicklung, die noch gegeben sind. Der nationalsozialistische„Angriff“ fordert, wie früher so auch jetzt, konsequent die Macht für Adolf Hitler. Die„Deutsche Zeitung" erklärt, Papen stürzte, weil er zu zaghaft war, Schleicher, der überall Freunde suchte, glich dem Vorgehen eines Feldherrn, der den Sieg von der Zustinimung von Soldatenraten zu seiner Führung erwartet hätte. Das einzige, was er getan habe, sei die Festigung des Tarifvertragsrechtes gewesen, das Papen gelockert hatte. Das Arbeitsbeschaffungsprogramm sei kläglich. An Luthers Geldpolitik habe sich nichts geändert. Im Gegenteil, unter Schleicher saß Luther fester im Sattel als sogar unter Brüning. Das Blatt stellt weiter fest, daß Papen entgegen anderslautenden Meldungen nicht für sich selbst die Kanzlerschaft anstreben dürfte, sondern im Einvernehmen mit der neugeeinten nationalen Front als Vertrauensmann des Reichspräsidenten sich um die Bildung eines Kabinetts Hitler bemühe und dem Reichspräsidenten die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler vorschlage. Papen selbst dürfte diesem Kabinett allerdings auch an maßgebender Stelle angehören. Die„D. A. Z.“ meint, obwohl der Rücktritt des Kabinetts Schleicher vorherzusehen war, habe er bei den Parteien und auch in der Wirtschaft große Erregung ausgelöst. Die Ungewißheit, was an die Stelle des bisherigen Kabinetts treten soll, das ja in seiner Mehrheit aus erprobten Fachleuten bestand, und dessen Programm bei seinem Amtsantritt die Zustimmung überraschend weite: Kreise gefunden hatte, laste auf allen Beteiligten. Das Blatt stellt die national Ansicht, daß nur eine Regierung Hitler in Frage komme, den Verhandlungen zwischen den Harzburger Gruppen gegenüber und meint, daß die Schwierigkeiten vielleicht noch größer geworden seien, weil nun auf den Parteiführern der Rechten die Verantwortung laste, sich möglichst noch vor dem Zusammentritt des Reichstages über eine gemeinsame Front u verständigen. Nach der bisherigen mehrsachen Fühlungnahme zwischen dem Reichspräsidenten und Herrn v. Papen bestünde zwischen beiden bereits weitgehende Uebereinstimmung hinsichtlich der einzelnen Phasen des Weges. Die„Börsenzeitung“ verzeichnet als Gerücht, daß die Nationalsozialisten auch hinsichtlich der Verteilung der Ministerien und in gewissen sachliche Fragen Ansprüche angemeldet hätten, die von den Deutschnationalen als nicht erfüllbar angesehen würden. In parlamentarischen Kreisen sei man wegen dieser Gerüchte geneigt gewesen, die Aussichten auf die Einigung der nationalen Parteien wieder etwas weniger günstig zu beurteilen als in den vergangenen Tagen. Der„Vorwürte“ erklärt, Harzburger Regierung ohne parla mentarische Mehrheit bedeute Staatsstreich und Bürgerkrieg. „Der Dentsche! spricht von einer„unerhörten Herausforderung". Hitler und seine Bewegung würden, wie im vergangenen Jahr, nur als Hilfstruppe für eine Elique von Großagrariern, Hugenbergs, Papens und Schachts benutzt Das„Berliner Tageblatt“ erklärt: Von Stabilität des Kurses, von Sicherheit in der Wirtschaft kann in einem Augenblick, wo den Verfechtern staatsrechtlicher Experimente das Tor zur Macht geöffnet wird, nicht die Rede sein. Regierung Paul-Boncour gestürzt Paris, 28. Jan. Die französische Negierung ist am Sonnabend früh 6 Uhr französischer Zeit mit 390 gegen 193 Stimmen vorläufiges Zählergebnis) in der Kammer gestürzt worden. Wie es zum Sturz der Regierung Paul=Voncour kam. Paris, 28. Jan. In den frühen Morgentunden kam es zu einer dramatischen Steigerung der Verhandlungen in der Kammer, als man sich den Punkten zuwandte, über die zwischen der Regierung und dem Finanzausschuß noch keine Einigung erzielt werden konnte. Es handelte sich dabei insbesondere um die Erhöhung der direkten Steuern um 5 vH. Die Regierung vereibigte den Grundsatz, daß der Fehlbetrag Zentrum„warnt“ Das Schreiben des Prälaten Naas an Hindenburg und Schleicher. Berlin, 28. Jan. Die„Germania“ veröffentlicht nunmehr den Brief, den der Vorsitzende der Zentrumspartei, Prälat Kaas, unter dem 26. d. M. an Reichskanzler v. Schleicher gerichtet hat und der auch dem Reichspräsidenten zur Kenntnis gebracht worden ist. Der Brief ist von der Zentrumsfraktion des Reichstages und dem geschäftsführenden Parteivorstand gebilligt worden. Prälat Kaas warnt eindringlich vor „einer sogenannten notstandsrechtlichen Verschiebung des Wahltermins“, die einen Verfassungsbruch mit all den Konsequenzen rechtlicher und politischer Natur darstellen würde. Von einem echten Staatsnotstand könne gar nicht geredet werden, sondern höchstens von einem Notstand des Regierungssystems. Eine verfassungswidrige Hinausschiebung des Wahltermins müsse als ein Abgleiten in unverantwortbare Mög lichkeiten bezeichnet werden. Seine polit schen Freunde, so erklärt Prälat Kaas, wür den daher, wenn diese Frage ihrer Beratung und Beschlußfassung unterbreitet werden sollte, ohne jeden Zweifel die Be gleichzeitig durch Abstriche und Steuermaßnahmen gedeckt werden müsse. Paul=Boncour erklärte, daß die Regierung in dem Bewußtsein, Gefahr zu laufen, auf die Unterstützung der Sozialisten verzichten zu müssen, die Vertrauensfrage stelle. Anschließend griff Herriot in die Aussprache ein und verteioigte den Standpunkt der Rezierung. Darauf bestieg der Sozialistenührer Leon Blum die Tribüne. Er beschwor die Regierung, nicht auf ihrem Standpunkt zu beharren, und betonte gleichzeitig den Willen zur Zusammenarbeit. Die von den Sozialisten geforderten Opfer könnten jedoch nicht gebracht werden. Die Sozialisten seien daher gezwungen, gegen die Regierung zu stimmen. Es kam dann zu der bereits gemeldeten Abstimmung. chreitung solcher Wege ablehnen und verurteilen. * Dr. H. Der Sturm, der besonders in den Zentrumszeitungen gegen die neue Entwicklung der Dinge einsetzt, ist ein untrügliches Kennzeichen dafür, daß die Rechte auf dem richtigen Wege ist. Das Zentrum „warnt“ vor dem„Verfassungsbruch“, vermeidet es aber ängstlich, zu sagen, wie es sich denn eigentlich ein verfassungsmäßiges Regieren denkt, wenn der Reichstag selbst das verhindert. Das ist alles Störungsfeuer, das sich der abgeklapperten Phrasen bedient, um die Leute scheu zu machen.„Das Volk“ sei gegen Papen gewesen! Nun, zunächst waren es nur ein paar hundert Parlamentarier. Dann wurde das Volk verhetzt und aufgewiegelt, bis die neuen Ansätze zur Wirtschaftsbelebung verschüttet waren. Soll das jetzt wieder so gehen? Was wir brauchen, ist ein Gesetz gegen intellektuellen Volksverrat. das die Parteibonzen so la: ge m Schweigen bringt, bis die Regierung arbeit und Brot geschaffen hat. Dann kann ihnen das Schloß vom. Mund genommen werden, dann dürfen sie wieder reden. aber dann werden sie auch ungefährlich geworden sein, denn dann ist der Teufelsbann gebrochen, den das parlamentarische Bonzentum um die Seele des deutschen Volkes geschlungen hat. Niemand will Kulturkampf, wie die Bayrische Volkspartei Korrespondenz aus München sich vernehmen läßt, niemand will Entrechtung des Volkes und Herrschaft einer kleinen Clique, im Gegenteil, jener kleinen Gruppe von Parlamentartern sollen endlich die Hände weggeschlagen werden vom Steuerrad, das sie so lange festgehalten und gehemmt haben. Das Volkist es satt, den hungrigen „Souverän“ zu spielen. Es will Führung und Arbeit. Schleichers„Möglichkeiten“ Berlin, 28. Januar. Zu der Unterredung zwischen Reichspräsident v. Hindenburg und Reichskanzler v. Schleicher werden noch folgende Einzelheiten bekannt: Reichskanzlzer v. Schleicher hat die Auf kallung vertreten, daß drei Lösungs1. die Bildung einer parlamentarischen Mehrheitsregierung, die wahrscheinlich nur unter Führung Hitlers möglich sei, 2. eine auf starke Volksströmungen gestützte Minderheitsregierung, die sich hauptsächlich auf die Nationalsozialisten, möglicherweise auch auf die übrigen Gruppen der Rechten stützen könnte, 3. ein über den Parteien stehendes Präsidialkabinett, wie das gegenwärtige, als Sachwalter des gesamten Volkes. Ein solches Kabinett müsse aber auch die nötigen Vollmachten gegenüber dem Reichstag haben. Gewarnt habe Reichskanzler v. Schleicher vor einem Kabinett, das sich unter dem Namen eines Präsidialkabinetts nur auf eine Partei stütze und daher Angriffen aus der gesamten Oeffentlichkeit ausgesetzt sein würde. Letzte Funkmeldungen Die am heutigen Sonntag in Berlin beabsichtigten kommunistischen Umzüge sind von dem Berliner Polizeipräsidenten verboten worden. Nach dem bisherigen Wahlergebnis in Irland hat der Ministerpräsident de Valera die absolute Mehrheit erhalten. Die nächste Folge wird die Durchführung der Abschafung des Treueides sein. Japan hat mit dem Verlassen der Geuser Abrüstungskonferenz gedroht, wenn der Völkerbund einen für Japan untragbaren Bericht über die mandschurische Streitfrage annehme. In Bukarest wurden 20 Post= und Telegraphenbeamte unter dem Verdacht der Spionage verhaftet. In Offenbach ist eine Gummifabrik niedergebrannt. Im Schloß Schwandegg bei Zürich ist ein Großfeuer ausgebrochen, das den Westflügel vollständig zerstört hat. In Memel kam es anläßlich von Arbeitslosendemonstrationen zu schweren Zusammenstößen mit der Polizei. Auf die Villa des Rechtsanwalts de Silvestro in Philadelphia, eines Freundes Mussolinis, wurde ein Bombenanschlag verübt, bei dem die Frau des Rechtsanwalts getötet und drei Kinder verletzt wurden. In Washington brannte die tschechoslowakische Gesandtschaft völlig nieder. Bei der Verfilmung einer„Schlacht bei Schanghai“ wurde ein chinesischer Soldat getötet und ein Schauspieler verletzt. 9RBP. fordert Frank Wedekind Albumblatt Sei er noch so dick, Einmal reißt der Strick. Freilich soll das noch nicht heißen, Daß gleich alle Stricke reißen. Rein, im Gegenteil, Mancher Strick bleibt heil. Karl Ettlinger Der rettende Ausweg Man darf es nicht laut sagen, ohne als vorsintflutig eingeschätzt zu werden, aber ich sag's trotzdem: Mir ist der stumme Film lieber als der Tonfilm. Im Tonfilm erschrecke ich immer so furchtbar! Wenn ich ganz friedlich vor der abenteuerlichen Leinwand sitze und ausnahmsweise nichts Böses denke, auf einmal fangen die Tonfilmstare zu singen an. Irgendeinen Schlager. Kein Mensch weiß, warum sie auf einmal singen, sie wissen es vermutlich selbst nicht; es ist eines der tiefen Geheimnisse, die mit Menschenverstand nicht zu lösen sind. Und dann erschrecke ich jedesmal so furchtbar. Ich gehe gern jeder Sache auf den Grund, und drum habe ich einen Filmsachverstandigen gefragt, warum eigentlich diese Singerei stattfindet und oo sich gar nichts dagegen tun läßt. Er hat mich belehrt: Das Publikum will's! Gerade diese Schlager machen den Erfolg!“ Da ging mir ein Licht auf, gegen das die Sonne nur ein Glühwürmchen ist. Also deshalb sind im Theater die Klassikervorste! igen leer! Weil keine Gesangschlager drin vorkommen! Daß da noch kein Theaterdirektor dran gedacht hat! Oh., hört auf mich, ihr Intendanten, ich zeige euch den Weg, der zu dem Schildchen„Ausverkauft führt! Da ist zum Beispiel dieses Stück„Don Carlos“. Ein Bombenerfolg könnte das werden, wenn man's richtig anfängt. Schon das Auftrittslied des Knaben Karl würde den Erfolg entscheiden: „Das ist die Liebe der Infanten, die steht auf Erden einzig da. Die lieben keine alten Tanten, sondern die eigene Mama! Ich weiß in Aranjuez ein kleines Hotel, bei Tag ist es dunkel, bei Nacht ist es hell, Da ist es ganz gefahrlos, So wahr ich heiß' Don Carlos!“ Das ist doch was anderes als die ollen Schillerschen Tiraden, da liegt Musik drin! Und wenn dann die Prinzessin Eboli sich dem Infanten an den Hals wirft: „Geh mit mir nach Formosa, dort ist die Welt so rosa, da schmilzt des Lebens Prosa und wacht kein Marquis Posa“, da bleibt kein Auge trocken! Serien aufführungen gibt das, und die Theater werden aus eigenem Antrieb die Behörden bitten, die Lustbarkeitssteuer zu erhöhen. Und was könnte ein Intendant, der unse rer Zeit würdig ist, aus„Romeo und Julia“ machen! Ich will gewiß nichts gegen William Shakespeare sagen, der Mann war nicht unbegabt, aber mit Sprüchen wie„Es ist die Nachtigall und nicht die Lerche“ kann man keinen Hund hinter dem Ofen hervorlocken, keinen Souffleur aus dem Souffleur kasten und keinen Jüngling in den noch so Berlin, 28. Jan. Die Deutschnationale Reichstagsfraktion hat, den Mitteilungen der TRVP. zufolge, in ihrer letzten Sitzung eine Entschließung gefaßt, in der es u. a. heißt: „Die Deutschnationale Volkspartei hat stets der Politik den Vorrang vor Wirtschaftsansprüchen zuerkannt, sie legt damit aber auch bewußt der Staatsführung die Verantwortung für die folgerichtige Wirtschaftspolitik aus. Diese Verantwortung ist von allen Nachkriegsregierungen bisher allein von der Regierung v. Papen freudig und rückhaltlos bejaht worden. Rückkehrender unseliger tarismus schafft erneut der marxistischen Kollektivwirtschaft Raum und Zeit zur weiteren Zerstörung der Privatwirtschaft und ihrer Träger. Wenn dieser Entwicklung nicht mit aller Entschlossenheit und unverzüglich Einhalt geboten wird, ist der völlige Zusammenbruch der gesamten Volkswirtschaft und damit auch der Staatsfinanzen unausbleiblich.“ Wie es in der Entschließung weiter heißt. fordert die DRVP. daher vom Reichspräsidenten und der Reichsregierung erneut, ohne verdunkelten Zuschauerraum. Sondern das muß zeitgemäß lauten: „Das ist kein Rohrspatz, das ist kein Kakadu, das ist kein Rollmops, kein Floh, kein Känguruh, das ist kein Regenwurm und auch kein Entenschwarm, das ist der Gockelhahn aus meiner Hühnerfarm! Kikeriki, ziep=ziep, wie schön ist doch die Lieb“!“ Und dann tanzen Nomeo und Julia auf dem Balkon einen Rumba, und wem's da nicht in den Beinen oder in den Händen zuckt, der soll sich im fünften Akt in der Familiengruft der Capulets mit beisetzen lassen. Es gibt da ein Stück, das heißt„Die Jungfrau von Orleans“, und es könnte ein sehr lustiges Drama sein, wenn's in die Hände des richtigen, am Tonfilm geschulten Bearbeiters käme. Was nutzt uns zum Beispiel die ganze Liebe zwischen Karl VIl. und Agnes Sorel, wenn die zwei auch nicht das kleinste Schlagerliedchen singen? Und dabei liegt der Refrain doch auf der Hand(die ich hiermit in Unschuld wasche): „Sorelchen, Sorelchen, du süßes Mademoisellchen! Das muß ein Stück vom Himmel sein, Reims und der Wein, Reims und der Wein! Sorelchen, Sorelchen, nach dir juckt mir das Fellchen! Mir rinnt's durch alle Glieder: Das gibt's nur einmal, das kommt nicht wieder!“ Wenn dies gesungen wird, dann wissen die Leute doch wenigstens, warim überail in Deutschland die Schillerdenkmäler umherstehen und als Trambahnhaltestellen dienen. — Ganz verfehlt ist es natürlich, das, Lionel, Rücksicht auf den untragbaren Parlamentarismus endlich die erforderlichen Maßnahmen für den Wiedereinsatz der deutschen Unternehmerwirtschaft zur Rettung der Nationalwirtschaft zu treffen. Es wurde dann für Rettung der durch die marxistischen Methoden der letzten 15 Jahre weitgehend zerstörten gewerblichen mittelständischen Wirtschaft in Handwerk, Handel, Gewerbe und Hausbesitz u. a. geordert: 1. die Schaffung einer selbständigen politischen Stelle zur Wahrung der mittelständischen Wirtschaftsinteressen innerhalb der Reichsregierung, 2. die Wiederherstellung der Rentabilität des deutschen Hausbesitzes durch Abschaffung der Hauszinssteuer, 3. die systematische Entschuldung der mittelständischen Wirtschaft, 4. die Sicherung des selbständigen Unternehmers vor neuen kollektivwirtschaftlichen Wirtschaftsformen und vor der Staatsarbeit und 5. die Einschränkung des Einflusses der öffentlichen Hand auf Aufgaben der Privatwirtschaft. der Johannas Liebe erweckte, ein Engländer ist, so was kann ja nicht wirken, zumal er nicht einmal gebrochenes Deutsch spricht! Loisl muß er heißen, ein geborener Oberbayer muß er sein, und er hat nicht zu deklamieren:„Wirf sie von dir, diese Wassen", sondern er hat zu singen: „Mausi, du kloane Mausi, geh, zia geh, ziag die Rüstung außi! Trag statt dem Blech Hautana, so mögen's wir Orleana! Juchhu!" Ich meine, nach solcher Werbung ergibt sich das Happy end von selber! „Egmont“— nun ja, in diesem Stück singt ja allerdings das Klärchen; aber„Freudvoll und leidvoll“ ist nicht das richtige. Goethe ging offenbar zu wenig ins Kino. Sonst hätte er Klärchen zugkräftiger singen lassen: „Mein Liebster, der heißt Egmont, weil er gleich links ums Eck wohnt. Es wär’ mir freilich lieber, er wohnt“ mir gegenüber! Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt, glücklich allein ist der Mensch, bei dem's piept!“ Im Sinne dieser letzten Verszeile habe ich den Theaterdirektoren den rettenden Ausweg gezeigt. Wollen sie ihn nicht beschreiten, na schön— wem nicht zu raten ist, dem ist nicht zu helfen... Der heimatkundliche Lehrgang vertagt. Der für den 30. Januar im städtischen Museum zu Bielefeld vorgesehene Lehrgang über „Brennende Fragen der Pflege des westsälischen Volkstums“ muß auf einen späteren Termin verschoben werden, da der Leiter des Lehrgangs. Privatdozent Dr. Schulte=Kemminghausen in Münster, an Grippe erkrankt ist. Grüne Sport= und Tierzuchtwoche Eröffnung durch Reichsernährungsminister Freiherr von Braun Berlin, 28. Januar. Am Sonnabend mittag wurde die Grüne Sport= und Tierzucht=Woche 1933 in den Ausstellungsräumen am Kaiserdamm mit einer Ansprache des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft eröffnet. Freiherr von Braun führte dabei u. a. folgendes aus: „Die Ausstellung, zu deren Eröffnung wir uns hier zusammengefunden haben, umsaßt besondere Geflügel=, Kaninchen=, Hunde= und Katzenschauen, aber auch Ausstellungen, die sich mit dem Angelsport, dem Schießsport, Aquarien, Terrarien u. dergl. befassen. Schon dieser kurze Ueberblick zeigt, daß in diesem Jahre vor allem der Kleingärtner, Kleinsiedler und der tierliebende Städter Interesse an der Ausstellung finden wird. Die Ausstellungsleitung geht also auch aus Vorgänge in unserem Volke ein. die bei einer rein landwirtschaftlichen Ausstellung nicht genügend zur Geltung kommen können. aber volle Beachtung und Pflege rerdienen. Es ist kein Zufall, daß die Gebiete, die in diesem Jahre im Vordergrund der Grünen Woche stehen, sopiel Beachtung in der Bevölkerung finben. Ich sehe hierin den Ausdruck eines tiefen Sehnens, das die breitesten Schichten unseres Volkes durchzieht und das sich, da es keine andere Befriedigung finden kann, auf diesem Wege Bahn bricht. Es ist das Streben unseres Volkes, aus den Steinmauern der Großslädte zur Natur zurück. Gerade auch die Kleingartenbewegung ist für unser Volk von größter Bedeutung. Deohalb begrüße ich es lebhaft, daß durch die Grüne Sport= und Tierzuchtwoche einmal die Interessen dieser Menschengruppe in aller Oeffentlichkeit betont werden. Eng verbunden mit der Kleingartenbewegung, mit der Bebauung des Grund und Bodens, ist die Zucht all der Tiere, die hier zur Ausstellung gebracht werden. Man darf die wirtschaftliche Bedeutung der hier zur Schau gebrachten Tierzuchtzweige und der Kleingärten nicht unterschätzen. Jeder Kleingärtnec erzeugt selbst eine ganze Menge Nahrungsmittel und fällt in entsprechendem Maße als Verbraucher landwirtschaftlicher und gärtnerischer Erzeugnisse aus. Zur Beleuchtung der Bedeutung z. B. der Geflügelzucht möchte ich nur varanf hinwei daß allein der Wert der Eier=Produktion sich normalerweise in Deutschland aus etwa 300 Millionen Reichsmark beläuft und daß wir jährlich immer noch eine Eiereinfuhr von ungefähr 236 Millionen Reichsmark zu verzeichnen haben, die in Deutschland erzeugt werden könnte. Zum Schluß wollen wir aber einen Gesichtspunkt bei der Kleintierzucht nicht vergessen. Das ist die seelische Einstellung des Menschen zum Tier überhaupt. Wie vielen unter uns ist das Tier ein guter, manch einem der einzige und beste Freund. Diese Ausstellung wird daher nicht nur rein wirtschaftlich zu betrachten sein, sondern auch zum Herzen des Menschen sprechen. Ich wünsche und hoffe, daß die Grüne Svort= undT ierzuchtwoche dazu beitragen möge, das Verständnis für die Kleintierzucht und dieenigen Gruppen unserer Bevölkerung zu vertiefen, die sie betreiben. Mit diesem Wunsche eröffne ich die Ausstellung.“ Ein Hund rettet seinen Herrn Rastenburg, 28. Jan. In Begleitung seines Jagdbundes ging ein Landwirt am Abend von Krausendorf nach dem Gut Georgenberg. Unterwegs stürzte er so unglücklich, daß er sich nicht erbeben konnte. Dabei berrschte eisige Kälte. Der Hund lief zur Chaussee zurück und bellte dort die Vorübergehenden an, um sie auf seinen gestürtzten Herrn aufmerksam zu machen. Einen Mann verfolgte der Hund sogar bis zu dessen Haustür, doch verstand der Mann nicht. was der Hund wollte. Schließlich lief das Tier zu dem Gasthaus zurück, von wo sein Herr den Heimweg angetreten hatte. Hier wurde man endlich auf das Heulen und Winseln des Hundes aufmerksam und folgte ihm. Man sand konnte ihn aber noch retten. Reichslandbund an Hindenburg Berlin, 28. Jan. In Fortsetzung des zwischen dem Präsidium des Reichslandbundes und dem Reichspräsidenten eingeleiteten Briefwechsels hat das Präsidium des Reichslandbundes dem Reichspräsidenten am Freitag ein umfangreiches Schreiben zugehen lassen, das als eine Denkschrift über die vom Reichslandbund geforderten agrarpolitischen Maßnahmen gewertet werden muß. Es heißt in diesem Schreiben u. a.: „Das Präsidium des Reichslandbundes spricht für die von Staatssekretär Meißner übermittelte Antwort des Reichspräsidenten vom 17. Jannar d. J. seinen ehrerbietigsten Dank aus. Die in diesem Schreiben erneut bekundete feste Willensmeinung des Reichspräsidenten, der schweren Notlage der Landwirtschaft im Rahmen des möglichen abzuhelfen, hat das Präsidium mit besonderer Genngtnung erfüllt. Das Präsidium glaubt sich mit dem Reichspräsidenten völlig einig zu sein, daß ein auch noch so vollkommener Vollstreckungsschutz nur als eine Zwischenmaßnahme angesehen werden kann, die wirkungsles bleiben muß, wenn nicht die dadurch geschaffene Atempause mit größter Energie und Beschleunigung zu den gebotenen entscheidenden Resormund Hillsmaßnahmen verwandt wird.“ Das Schreiben gibt dann eine Zusammen fassung der unerläßlichen Sofortmaßnahmen, der eine ausführliche Darstellung der nach Ansicht des Reichslandbundes völlig verfehlten deutschen Exportpolitik der letzten Jahre vorangeht. Die nach Ansicht des Reichslandbundes zu ergreifenden Sofortmaßnahmen werden in folgende sechs Punkte zusammengefaßt: 1. Beseitigung der bestehenden agrarischen Zollbindungen und Wiederherstellung der zollpolitischen Handelsfreiheit durch geeig nete Handelsvertragsverhandlungen. 2. Ergänzung der Zollmaßnahmen durch Einfuhrkontingente, 3. Schutzmaßnahmen für sämtliche landwirtschaftlichen Produkte, auch Nebenprodukte, wie Häute, Holzstoff usw., 4. besondere Abwehrmaßnahmen gegen das Valuta= uund Handelsdumping zahlreicher Auslandsstaaten, 5. Ergänzung des Butterbeimischungszwanges durch Kontingentierung der Margarineherstellung. 6. Sondermaßnahmen zur Stützung des Getreidemarktes im Wirtschaftsjahr 193233. Im Rahmen dieser Mahnahmen wird die Schaffung echter Einsuheschei sonders für Weizen und Haser, und Ersatz des verbilligten Hühnermaises durch verbilligten Hühnerweizen verlangt. Per Der Schuggler mit dem Bettlaken Tilsit, 28. Jan. Einen neuen originellen Schmugglertrick benutzten zwei Schmuggler, die abends von der memelländischen Seite her über das Eis des Memelstromes kamen. Einer von ihnen hatte einen schweren Sack auf dem Rücken. Plötzlich war der Mann jedoch, obwohl die Zollbeamten das Gelände mit scharfen Gläsern abuchten, wie vom Erdboden verschluckt. Erst kurz vor dem diesseitigen Ufer tauchte er wieder auf. Sein Komplize hatte ihm nämlich ein weies Bettlaken über den Kovf geworsen. wodurch er die Farbe des Schnees angenommen hatte und nicht mehr zu sehen war. Auf die Halterufe der Beamten ergriffen die Schmuggler die Flucht. Auch hinter ihnen bergesandte Schüsse konnten sie nicht zum Stebenbleiben veranlassen und sie verschwanden in der Dun815eb. 32 Grad Kälte in Rumänien Wolfsplage und Kälteopfer. Bukarest, 28. Jan. In ganz Rumänien ist die Temperatur im Laufe der Nacht erneut stark gefallen. Am Sonnabend früh wurden vielfach 35 Grad Kälte gemessen. Aus allen Teilen des Landes kommen Alarmmeldungen, zahlreiche Menschen sind auf den Landstraßen von Wölfen angefallen und getötet worden. Mehrere Soldaten der Grenzwache sind auf ihren Posten erfroren aufgefunden worden. Dänische Regierung will Aussperrung und Streik für ein Jahr verbieten. Kovenhagen. 28. Jan. Wie in parlamentarischen Kreisen mit großer Bestimmtheit verlautet, wird die Negierung heute dem Parlament eine Gesetzesvorlage unterbreiten, wonach Aussperrung und Streik für die Dauer eines Jahres verboten ist. An der Riviera hat eine neue Kältewelle eingesetzt, die bis zu 8 Grad Kälte brachte. Nordwesideutsche Wochen=Marktübersicht„ Woche vom 22.bis 28. Januar 1933 (Nachahmung sowie Nachdruck— auch auszugsweise— verbeten!) Tendenzbericht. Schlachtvieh. Die Auftriebe zu den Schlachtviehmärkten waren fast ausnahmalos geringer als in der Vorwoche. Trotzdem verlief das Geschäft sehr ruhig. höhere Preise waren kaum zu erzielen. Auf den Rindermärkten war die Qualität zufriedenstellend. Bei ruhigem Verlauf waren die Preise aver trotzdem vereinzelt rückläusig. Bei Kalbern waren wenig gute schwere Tiere angeboten. Der Handel gestaltete sich langsam bei ziemlich unveränderten Preisen. Die Schweinemärkte waren erheblich schwächer beschickt. Da aber nur wenig Bedarf vorlag, war eine leichte Preisverbesserung nur gans vereinzelt durchzusetzen. Das Hammelgeschäft gestaltete sich trotz genügend Zufuhren etwas freundlicher. Hier konnten die alten Preise behauptet werden. Der Handel mit Zucht= und Nutzvieh ist wenig verändert, die Absatzmöglichkeit durch sehlende Geldmittel ist nach wie vor sehr schwer Getreide. Ruhiger und teilweise in der Wochenmitte weiter rückläufiger Markt, der nur durch die Stützungskäuse gehalten wird. Das ##rrostwetter hat hierin keine Aenderung gebracht. Nur der Gersten= und Hafermarkt zeigt etwas steundlichere Tendenz, besonders an den Hasenplätzen, weil sich hier der Frost auswirkt. Raubfutter. Die Marktlage ist unverändert matt. Kartoffeln. Trotzdem das Frostwetter keine Verladungen zulätzt, ist keine bemerkenswerte Besserung der Marktlage eingetreten. Man kann höchstens von einem Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage sprechen. Bei Andauer des Frostes ist aber Warenverknappung und Anziehen der Preise nicht ausgeschlossen. Butter. Da die Lagerbestände inzwischen geräumt sind, haven eine Versteifung der Auslandmäikte sowie der geringere einheimische Anfall eine Preissteigerung zur Folge gehabt, die in Berlin 10 Prozent beirug. während Hamburg noch keine nennenswerte Steigerung verzeichnete. Eter. Infolge der Kälte verringerte sich der Eieranfall. so daß sich Angerot und Nachfrage ausglichen und die Marktlage stetiger wurde. Deutsche Frischeier(G. 1.) Milchpreise in Haunover. Kleinhandelspreise. Kannenmilch 24 frei Haus, 22 ab Laden, Flaschenmilch 28 Pf. Mehl. Berlin notierte am 23. Januar: Weizenmehl mit 22.50 25.75; Roggenmehl mit 19.41-21.50. am 26. Januar mit 22.50—25.75 bzw. 19.50—21.50. Hamburg notierte am 23. Januar. Weizenmehl(deutsches, 70 Proz.) 25.50—28.00; Auszugsmehl, in., 31.50—34.00): amer. Weizenmehl 3¼ bis 4 Dollar. Am 26. Januar 25.50—28.00 bzw. 31.50—34.00 bzw. 3¼.—4 Dollar. Heu, Strob und Futtermittel. Sonderklasse Klasse A. Klasse B. Klasse C. Klasse D • 9"** bis 2.5; Wirsing 4; Weißkohl 1.8—1.8: Rotkohl 2—3: Rosenkohl 20—30. Grünkohl 2—4: Meerrettich 5—12.5 je Stange: Möhren 2.5—4 Petersilie 70— 110; Petersilienwurzein 7—12; Porree 10— 15 je Pfuno; Radieschen 6— 8 je Bund; Rettich je Stück 2.5—10: rote Beete 2—3: Steckrüben 1.4—2; Schwarzwurzeln 17.5—28; Sellerte je Stück 3— 15; Zwiedeln, sackweise, 5.5— 6.5, ausgewogen 7. Hannover. Kleinhandels=Durchschnittsvreise für gute Mittelware je Kilogramm: Rotkohl 9: Weißkohl 6: Wirsing 9: Grünkohl 8; Blumenkohl 57; Rosenkohl 36; rote Beete 9; Steckrüben 8; Wurzeln 10: Zwiebeln 19; Sellerie 32: Kartoffeln 6. 5 Kilogramm 30. Osnabrück. Wochenmarktpreise in Pfennig se Pfund: Weißkohl 6—8: Rotkohl 8—10, Wirsing 8—10; Zwiebeln 10: Aepfel, inl. 15—30; rote Beete 8—10: Steckrüben 5—7: Rettich 15—20; Rosenkohl 20—30: Grünkohl 5—10; Feldsalat 60—80; Schwarzwurzeln 30—35; Wurzeln 8—10: ferner je Stück Blu nenkohl 30—50: Porree 3 bis 5: Sellerie 5—40. Beelin. Kartoffelnotierung im Großhandel wag gonweise ab Verladestation: weiße 1.30—1.40 rote 1.40—1.50, gelbfleischige 1.60—1.75. Schlachtviehmärkte. Marktort Berlin notierte am 26. Januar im Hande! zwischen Erzeuger und Großhandel für Butter I. 0.99. II. 0.85: getinge 0.78 ohne Jaß. Hamburger Anktionspreise am 25. Januar Höchnnotierung): Butter ohne Schutzmarte 91. Markenbutter 98.00: Dulchschnittspreie für Markenbutter 97.51. für Butter ohne Schunmaise, 1. Sorte. 92.66 ab Mollereistation ohne Fat und 5 Prozent Auttionsgeld. Roggenstroh, drahtgepr. Weizenstroh. Hafernroh. Gerstenstroh.„ Roggenlangstroh, geb. Roggenstroh, bindf.=gepr. Weizenstroh. Heu, gute Qualität Heu Kleehen Berlin: Heu, drahtgepreßt, 40 Pf. mehr, Hamburg 60 Pf. mehr. Berlinee Futtermittelnotierung. Weizenkleie 8.35—8.75: Roggenkleie 8.70—9.0: Futtererdsen 12.00—14.00: Peluschken 12.50—11.11): Ackerdohnen 13.25—15.11): Wicken 14 111—16.10: Leinkuchen 10.50; Trockenschnitzel 9.00. Sojaschrot 9.20. Hamburger Futtermittelnotierung, Kokoskuchen 5.50. Rapskuchen 3.60. Leinkuchen 5.25; Palmkuchen 4.70. Hülsenfrüchte. Notierungen am 26. Januar. Berlin: Viktoriaerbsen 20.00—23.00: I. Speileerbsen 19.50—21.D. Hamburg: Schmalzbohnen 23.50: Langbohnen 20.00): Mitteldohnen 17.00 grüne Erdsen 18.(0); Viktoriaerdsen 14.0): geschälte Erbsen, grün, 21.51, gelb 15.50: Splitterbsen, grün 17.50. gelb 13.50. Wild und Geflügel. Hannsver.(Durchschnitts- und Kleinhandelspreise: Hasen im Fell 0.611. Rot= und Schwarzwild 0.64—1.31, Gänse 0.90. Enten 1.00. Hühner 1.87. Hähnchen 1.00—1.05 je Pfund: Tauben 0.80 RM. je Stück. Oonabrück. Hühner, lebend, 0.50—0.60, gerupit 0.60—0.90, je Pfund. Tauben 0.40—0.50 e Stück. Obst, Gemüse und Kartoffeln. Hamburg. Großhandelspreise in Pfennig se Pfund am Zentralfrucht= und Gemüsemarkt: Eßäpfel 10—20; Kochäpfel 8— 15; Eßbirnen 26—30, Kochbirnen 11—12; Karotten 3—6: Kartoffeln, gelbe lange 3—3.2, gelbe runde Berlin Hannover Hamburgs Bremen Braunschweig.. Kaisel Dortmund Essen Düsseldorf Köln Frankfurt. Mannheim Magdeburg. Chemnitz Elberfeld Leipzig Bemerkungen “s nicht notiert. f nur 3 notiert. Freitag wegen Ueberangebot keine Notierung. Bei zweimal wöchentl. Markt ist die letzte Notierung angegeNutzviehmärkte. Marktort b. 6 1L. /6-8W. 8-12 25 Osnabrück Leet Oldenburg Dortmuno Lehrte Hannover Stadthagen Wunstorf Alteneisen Wittingen Cloppenburg Stade 6—7 —9 Gektel 7—11 7—11 11—1 9—11 9—10s10—1 8—12 —61 8—12 78—10 8—10 7 7—8 5—8 Läufer Kuhe 11 11—13 11—14 13—31 12—18 14—17 12—16 12—15 9—12 10—14 310—351 3100—360 310—340 330—300 13—17 16—28 17—30 18-23 16—20 —25 12—20 14—29 Getreide. 210—310 250—3| 270—310 260—320 1 230—277 150—225 211)—26 180—250 Rinder 241—280 260—300 250—300 210- 240 191—240 150—240 160—200 23. Januat 24. Januar 26. Januar Weizen.. Roagen Gerite! Futtergerste Ausländ. Gerste(unverzollt Haser Bremen: Manttoba l. 4.75. Donaugerste. verzollt.— deutsche Gerste 8.70. vomm. Hafer 6.90, holst. Hafer 7.00, La=Plata=Mais 9.65, Donaumais 9.50 Statt Karten. Berta Hansmann Heinrich Heldenreich Verlobte Wöbbel Hlddesen Im Jenuer 1933 1 Heute morgen 5½ Uhr enschlief sanft im 54. Lebensjahre unsere liebe Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante Marie Hoppe geb. Grabbe. Die trauernden Kinder und Geschwister. Bentrun, den 28. Januar 1933. Die Veerdigung findet am Dienstag, den 31. Jan., nachmittags 3 Uhr statt. Ballon Au das Fakrad Cne! II EEE Jupe eno,#. das AtoC. V. I. M. Detmold Bchmn Fritz Wolke trägt Sonntagabend 8 Uhr im Ev. Vereinshaus aus seinen Werken vor Eintritt 30 P'g., Schüler 20 Pfg. Hotel Dialon, Horn Die bekannte Tanzschule E. Schulte, Frau und Tochter hält am Sonntag, den 29 Januar 1933. gbends 8 Vor. im Hotel Via'on in Horn ihren Schlußball ab, wozu alle Freunde der Tanzkunn und der Geselligkeit hierdurch eingeladen werden. Große Saalausschmückung Stimmungsmusik Möbelbaus Dehace Detmold, Rosental 13 Ständige Auswahl von: Speisezimmern Herrenzimmern Schlafzimmern 1 Küchen usw. Lieferung kompletter Aussteuern Berichtigung. Die Beerdigung von Frau Dora Dettmer findet am Dienstagnachmittag 2 Uhr von der Friedhofshalle aus statt. Trauerfeier vorher. ollen Sie eine gute nationale Zeitung, dann nur die Lippische Tageszeitung Bezugspreis monatlich durch Träger frei Haus 2.— RM., durch die Dost bezogen 2,36 Danksagung. Für die herzliche Teilnahme bei der Beerdigung un erer lieben Entsch'afenen sagt im Ramen aller Hinterbliebenen herzlichen Dank. G. Stork. Brüntrup, den 28. Januar 1933. Beerdigungen — erjägrungen von und Sürge, Leichen wäsche. Hundekuchen mit der rauhen Oberfläche! Dies gute Backmischtutter verschaltt Ihrem treuen Begleiter: 1. glatte Verdauung. 2. einwardireie Gesondheit, 3 vorzügliches Aussehen. 4. Lebens’reude und Erergie. Kostproben und Pro pekte gratis ab Fabrik. Nagul-Kraft u terwerke 6. m. b. M., Lage I. L. 19. Die schönen 106 126 128 Kempe Bleiefeld Obernstr. Landwirtschaftliche Schule Lage Bei genügender Teilnahme findet in der Zeit vom 1. Februar bis 1. März 1933. nachmittags 2 bis 5 Uhr. an der Landwirtschaftlichen Schule zu Lage ein Mädchen=Kursus statt. Anmeldung und Auskunft: Landwirtschaftliche Schule, Lage, Teleson 455. Bekanntmachung. Auf Grund des§ 115. Abs. 1 des Gesetzes über die Lippische Landesbrandversicherungsanstalt vom 16. 4. 1924 werden mit Wirkung vom 1. Januar 1933 unter Zustimmung des Verwaltungsrates und mit Genehmigung der Lippischen Landesregierung die Versicherungs= Landwirtssohn summen für die Gebäudeversicherung auf 11976 — 1007= Vorkriegswert— herabgesetzt. Im Verhältnis der Herabsetzung der Versicherungs Oberförsterei Verlebeck. Brennholz=Verkauf am Montag, 8. Febr. 1933, um 10 Uhr, im Forsthaus Kreuzkrug: 10b Breitehals: 67 rm Buchen=Kloben Nr. 1426—1466; 26 Haufen Astreisig Nr. 1467—1492.#e Breitehals: 273 rm Bu.=Klo. Nr. 1700—1831. 91 Hfn. Astreis. Nr. 1832—1922. 755 Paulinenholz: 35 FichtenDurchforstungshaufen Nr. 1—35. 4h Kreuzeckshals: 18 rm Bu.=Klo. Nr. 1271—1282; 3 Hfn. Astreis. Nr. 1333—1335. Verbilligung der Stellen=Anzeigen im bekannten Familienblatt Daheim Stellen=Angebote setzt nur 80 Ofg. Stellen=Gesuche jetzt nur 60 Pfg. für die Druckzeile(— 7 Silben) Die Anzeigen=Annahme für den Dersonal=Anzeiger des Daheim befindet sich in unserer Geschäftsstelle Detmold, Exterstraße 11 Lippische Tageszeitung Anzeigen=Abteilung. Katholische Schule, Detmo.d. Anmeldung der Schulpflichtigen. Diejenigen Kinder, die zum 1. April d. I. schulpflichtig werden(also bis zum 30. Juni 1927 geboren sind), sind am Donnerstag, dem 2. Februar d. J. in der katholischen Schule, Wiesenstraße 22. anzumelden. Der katholische Schulverstand. E. Hammann Hoflieferant, Buch= und Musikalienhandlung Reichhaltiges Lager aus allen Literaturgebieten. Nicht vorrätige Bücher werden schnellstens besorgt. Lieferung sämtl. Zeitschriften frei Haus. Aus kann jeder, der an mich schreibt, vollständig kostenlos erfahren, wie ich meine Schuppen, Haarausfall und Kahlheit los wurde und wieder mein volles schönes Haar erlangte. Karl Glöggler, Riedlingen Nr. 101 M. bei Donauwörth summen ermäßigen sich auch die Beiträge, sofern die Gefahrenverhältnisse unverändert geblieben sind. Der Reichsindex für Baukosten, und nach amtlicher Feststellung auch der Bauinder im Lande Lippe, beträgt nach normalen Baupreisen— die in letzter Zeit beobachtcten Kampfpreise, die anormal sind, müssen außer Betracht bleiben— immer noch rd. 12076. Es ist daher gestattet, zu den obigen 110% noch eine freiwillige Nachversicherung zu der Gebäudeversicherung in Höhe von 10% zu beantragen. Diese Nochversicherung ist nur bei der Landesbrandversicherungsanstalt zulässig, entsprechende Anträge munen umgehend eingereicht werden. Angesichts der wirtschaftlichen Not ist es aber auch gestattet, auf eigene Gefahr, mit Genehmigung der Realberechtigten. die Versicherungssumme von 110% um 10% zu unterschreiten und somit auf die Vorfriegswerte zurückzugehen. Diese Ermäßigungsanträge müssen spätestens bis zum 1. Mai ds. Is. eingereicht sein. Der Beitragsunterschied wird im letzteren Falle in der Regel gering sein. im Brandschadenfalle wird dagegen die ausfallende Entschädigungssumme erheblich ins (Gewicht fallen, worauf besonders aufmerksam gemacht wird. Detmold. den 24. Januar 1933. Lippische Landesbrandversicherungsanstalt. Holz=Verkauf. Am Donnerstag, dem 2. Februar 1933, vorm. 10 Uhr werden aus der Stadtforst Bad Salzuflen in der Wirtschaft Moritz am Vierenberg: 189 Sick. Fichtenstangen 1., 2. und 3. 81., 22 Stück Kiesern=Nutzholz= 10.50 fm, 45 Sick. Wagendeichseln, 59 rm Kamppfähle je 2 m lang, 20 cm Birken=Rollen, 40 Haufen Eichen=Reiserbolz öffentlich meistbietend verkauft. Die Zichtenstangen liegen beim Steinbruch, das andere Holz beim Wasserhochbehälter am Vierenberg. Das Holz kann nach dem Verkauf bezahlt werden. Bad Salauflen, den 28 Januar 1933. Der Stadtrat. 21 J. alt, 4 Jahre Praxis, 4 Sem. landwirtschaftl. Studium, sucht zum 15. 3. oder 1. 4. 33 Stellung als Verwalter unter Leitung des Chefs in modernem Betriebe. Angeb. erbeten unter Nr. 3406 an die Geschäftsst. d. Ztg. Wohnung gesucht zum 1. April. sonnige 3 od. 4 Zimmer. Bad. Küche und Jubeh., Heizung, abgeschlossene Etage in neuem Hause, Miete 40—50 Mark. Angeb. unter Nr. 3407 an die Geschäftsstelle d. Zeitung. Kaufe Zu verkaufen: Bohrmaschine, Kaltsäge, Kinder= Badewanne, Stühle gegen Schwein. Lange Straße 67. Laden (Lange Str. 67) z. 1. April 1933(auch früher) zu vermieten. Aug. Deppe. Neue und gebrauchte Schreibmaschinen liefert mit 10.— Mk. Monatsraten V. Kampmann 17 9.0e Mark kosten 50 Meter bestverzinktes Dran 9e nocht. 1 Meter breit. Hormann Hals Drehtfabrik, Bleiefeld. Auktionshalle Brüning ermannstraße 37 sernruf 3122 ca. 130 Morgen, an Hof der Weser gelegen, günstig z. verpachten, evil. zu verkaufen. W. Herbrechtsmeier, Alleestr. 4. 7000.- Ml. erste Hypothek bald gesucht. Gebäudewert 80 000.— Schriftl. 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Livvische Tageszeitung 10000 Lipper sprechen über Detmold Das Detmolder Fernamt als Konsunkturbarometer- Wie das Selbstanschlußamt aussiehl Mechanisierte Technik- Menschen werden entbehrlich Rok und Elend gibt es nicht nur heute, zu allen Zeiten treffen wir sie auf unserer armen Erde an. Soweit zurück unsere Kunde von den Menschen geht, soweit zurück geht auch die Kunde von den Uebeln in der Welt. Zu allen Zeiten hat man sich abgemüht, von diesen Uebeln loszukommen oder wenigstens ihren Sinn zu ergründen. Es ist nicht so, daß nur die Bösen von den Uebeln verfolgt würden, während die Guten froh und lustig leben können. So einfach liegen wirklich die Dinge nicht. Im Gegenteil, man beobachtet oft, wie es den Bösen verhältnismäßig gut geht, während die Gerechten viel leiden müssen. So ist die bang: Frage nach einem quälenden Warum imuer wieder auf die Lippen nachdenklicher Menschen gekommen. Diese Rätsel setzen immer wieder unsern Köpfen und Herzen zu. Wie rätselhaft gestaltet sich doch mancher Lebenslauf! Warum müssen auch heute wiederum vielfach so brave und prächtige Menschen leiden? Auch den frömmsten und gläubigsten Christen Lritt dieses Warum immer wieder vor die Seele und quält sie. Hat doch selbst unser Herr und Heiland die bange Frage am Kreuze ausgestoßen:„Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Und doch ist es nur der Glaube. der den Ausweg aus diesem Wirrwarr findet Wir können nicht annehmen, daß wir Menschen Spielball vernunftloser und blinder Gewalten sind. Wir können nicht glauben, daß das Weltgeschehen ein sinnloses und mechanisches Räder= und Walzwerk sei. Gläubige Menschen werden gerade auch im Unglück durch den Glauben aufrecht erhalten, so daß sie weiter kämpfen und arbeiten können. Wir sind dessen sicher, daß hinter allem Geschehen die allmächtige Hand Gottes spürbar ist. Hinter dem Wirrwarr, das wir in der Nähe und in der Ferne sehen, müssen wir die allmächtige Hand unseres Gottes erkennen. Nicht nur das, wir müssen auch die Hand unseres Gottes ergreifen, damit er seine Ansicht durchführen kann. Gott will uns auch durch das Leid erhöhen. Es soll zu unserem Besten dienen. Haben wir diesen festen Glauben, dann ist das quälende Warum beantwortet. in die Welt hinein. Das war ein Fragen und Klingeln, daß dem geplagten Redakteur schier Hören und Sehen vergehen konnte! Wie stark aber auch die Neugierde war und wie häufig der Hörer des Fernsprechapparates abgenommen wurde, wer hat wohl an diesem Abend derer gedacht, die da die Verbindung herzustellen hatten? Zwar im Ortsverkehr erscheint das„Fräulein vom Amt“ nur noch in wenigen Fernsprechämtern Lippes. Aber im Fernverkehr über Land und im Verkehr mit dem großen deutschen Vaterland sind sie die Vermittlerinnen, und sie können von jenem Abend ein Liedchen singen... In der Bismarckstraße in Detmold erhebt sich der Postneubau, der im ersten Stockwerk die Räume des Selbstanschlußamtes und des Fernamtes birgt. In Detmold erfolgte die Umstellung des Fernprechbetriebes im Jahre 1928. Damals purde das alte, verbrauchte Handamt beeitigt und das neue Amt in Bekrieb genommen. Nun erledigt sich der gesamte Stadtverkehr automatisch. Da aber auch in Lage und in Lemao in den letzten Jadren der Selbstanschlußbetrieb eingeführt und der Fernverkehr dieser beiden Städte owie verschiedener kleinerer Orte dem Führerwechsel in der 9.K.B.P. Lippes In der am Sonnabendnachmittag in Anwesenheit von Major Nauel=Berlin und Abg. Steuer=Kassel in Lage abgehaltenen Sitzung des erweiterten Landesverbandes Lippe der Deutschnationalen Volkspartei wurde dem bisherigen 1. Vorsitzenden, Rechtsanwalt Petri=Detmold. einmütig das Vertrauen der Versammelten ausgesprochen. Trotzdem erklärte sich Rechtsanwalt Petri, der sein Amt bekanntlich zur Verfügung gestellt hat, nicht in der Lage, den Vorsitz weiter zu behalten, und zwar aus Gründen der Arbeitsüberlastung und besonders mit Rücksicht darauf, daß das nötige Vertrauensverhältnis mit den Parteistellen außerhalb Lippes nicht mehr vorhanden sei. Die Versammlung legte darauf durch einstimmig gefaßten Beschluß den Vorsitz in die Hände des Oberstudiendirektorg i. N. Dr. Gregorius=Detmo'd. Rechtsanwalt Petri bleibt aber Mitglied des engeren Landesverbandsvorstandes. Die vom Abg. Schlinkmeier ge leitete Versammlung hörte dann einen ausführlichen Bericht über die Ursachen und Folgerungen des Wahlergebnisses und über die gegenwärtig schwebenden Koalitions verhandlungen. Todessturz auf der Straße Gestern morgen sahen mehrere Schulkinder am Förserberg hinter dem neuen Kurpark in Bad Meinbera einen Toten am Straßeurand liegen. Nachdem die Kinder Erwachsene herbeigeholt hatten, wurde festgestellt, daß es sich um den landwirtschaftlichen Arbeiter Buthe aus Mosebeck handelie. B. befand sich am Vorabend mit seinem Fahrrade auf dem Wege nach horn, um hier eine Revaratur vornehmen zu lassen. Anscheinend ist er unterwegs mit seinem Jahrrade zu Fall gckommen, wobei er sich einen schweren Schädelbruch zuzog. der wahrscheinlich tuld zum Tode geführt hal. Ein Bekannter des B. warkete am Freitag abend in Horn auf die Ankunft, um den Freund mit einem Motorrade wieder mit nach Hause zu nehmen. Da B. in horn nicht eintraf, machte sich der Motorradfahrer auf die Suche, ohne eine Spur zu enldecken neuen Fernamt Detmold zugewiesen worsprechen jetzt etwa 2 600 Fernsprechteilnehmer in Lippe über das Fernamt Detmold. das sind die Angehörigen dieser Teilnehmer und ihre Betriebe eingerechnet mindestens 10000 Menschen, die ununterbrochen Tag und Nacht an der Strippe hängen können, die über Detmold führt. Das ist nämlich außer der wirtschaftlichen Vorteile der praktische Gewinn gerade für ländliche Gegenden wie in Lippe, daß auch kleine Fernsprechnetze untereinander und nach außerhalb Tag und Nacht miteinander verkehren können. Es ist nicht mehr nötig, daß sich 40 oder 50 Teilnehmer wie früher zu ammentun und unter Entrichtung eines besonderen Gebührenzuschlages sich ständige Verbindung mit der Polizeiwache, mit dem Arzt oder dem Krankenhause herstellen lassen. Jetzt kann jedermann zu jederzeit telefonie. ren, zumal die Reichspost getreu dem Grundsatz„Dienst am Kunden läßt uns gesunden"(oder so ähnlich) auch in kleinen Orten öffentliche Fernsprechstellen und in den Städten Fernsprechzellen mit öffentlichen Sprechstellen einrichten läßt, um die Dichte des für jeden Menschen erreichbaren Fernsprechnetzes zu verstärken. In Detmold werden im Durchschnitt täglich rund 4000 Ortsgespräche und rund 2000 Ferngespräche geführt. Das ist nicht sehr viel, es war früher einmal bei besserer Wirtschaftslage weitaus stärkerer Verkehr, wie denn überhaupt der Fernsprechverkehr ein ausgezeichnetes und zuverlässiges Barometer für unsere wirtschaftliche Lage ist. Jede Belebung, aber auch jede politische Depression macht sich in den Zahlen des Fernsprechverkehrs bemerkbar. Natürlich wird in Lippe wie in Detmold im Sommer zur Zeit des Fremdenverkehrs mehr gesprochen als im Winter, und auch bei besonderen Anlässen, wie kürzlich im Wahlkampf und zur Weihnachtszeit erhöht sich natürlich die Zahl der täglichen Gespräche. Deshalb muß der Beamtinnenapparat des Fernamtes je nach den Anforderungen, die zu erwarten sind, aufgeboten werden. Am Abend des Wahltages z. B. wurden auch alle sonst dienstfreien Kräfte mobil gemacht, und gegebenenfalls werden für die HauptAm Schluß der Woche Das Brandunglück von Detmold Ganz Lippe steht noch unter dem Eindruck des furchtbaren Brandunglücks in der Landeshauptstadt, das diese Woche traurig abschließt. Lähmendes Entsetzen hat diese Katastrophe, der drei blühende Menschenleben zum Opfer fielen. weit über Detmolds Grenzen hinaus wachgerufen. Die Ueberlebenden des Unglücks, die Künstlerinnen des Kabaretts„Zur Traube“, haben außer dem ausgestandenen Schrecken auch materiellen Schaden erlir: ten, der ganz beträchtlich ist. Sie retteten nur das nackte Leben, ihre ganzen Habseligkeiten haben sie verloren. Erfreulicher Weise haben die Behörden sogleich Hilfsmaßnahmen eingeleitet, um den im Landeskrankenhause eingelieferten Künstlerinnen über die schwierige Lage ihrer Krankheit und Stellenlosigkeit hinwegzuhelfen. Die Stadt Detmold hat prüfen lassen, welcher Bedarf an Kleidungsstücken uw. vorliegt. Außerdem trägt sie die Krankenhauskosten bis zum 31. Januar, da die Künstlerinnen ab 1. Februar wieder Engagement und zwar in Hameln. haben. Die Landesregierung sieht eine besondere geldliche Unterstützung aus ihrem Dispositionsfonds vor. So ist das Nötigste getan, um den in Not geratenen Menschen, aus deren Erinnerung die Schreckensnacht des 27. Januar 1933 nie wieder schwinden wird, beizustehen. * Die Regierungsumbildung Schlagschatten des Todes haben diese Ereignisse über das Land gebreitet. Unter ihrem Eindruck gewinnen erst allmählich wieder die praktischen Notwendigkeiten Raum. In der Landespolitik ist eine neue Regierungsbildung bis zum 7. Februar notwendig. Die gestrige Sitzung des erweiterten Landesverbandsvorstandes der Deutschnationalen Volkspartei hat sich ein gehend mit den Ansprüchen befaßt, die die Nationalsozialisten stellen. Diese Ansprüche — zwei von drei Sitzen— erschweren die Verhandlungen beträchtlich. Die Sache liegt gegenwärtig lo: Entweder die Nationalsozialisten geben nach und setzen sich mit zwei Bürgerlichen zusammen, oder sie müßten sich damit vertraut machen, daß sie die Regierung allein bilden, die dann von der Tolerierung der Bürgerlichen abhängig wäre! * Finanzausgleich und Gemeinden Die Entschließung der Berufsvereinigung der Gemeindebeamten über die Rotlage der Gemeinden hat wieder das Thema Finanzausgleich in den Vordergrund gerückt. Es ist gut, daß von dieser Seite, die doch dem Beamtenbund und der bisherigen Regierung nicht fern steht, der Finger auf diese Wunde gelegt worden ist, die der Finanzausgleich den Gemeinden geschlagen hat. Die lippischen Gemeindebeamten und Gemeindeangestellten müssen aus ihrer eige nen beruflichen Arbeit die Dinge am besten beurteilen können. Wenn sie eine Aenderung des Finanzausgleichsgesetzes verlangen, schließen sie sich einer schon lange erhohenen deutschnationalen Forderung an. Der Detmolder Oberbürgermeister hat schon vor Jahr und Tag seine warnende Stimme gegen die drohende Unterhöhlung des Gemeindectats erhoben; jetzt ist es so weit daß die vorausgesagten Folgen eingetreten sind: Die Gemeinden, die der Staat auf seine Weise bemuttert hat, erheben bis zu 1000 Prozent Bürgersteuer und können trotzdem ihre Fehlbeträge nicht decken. sondern müssen sehen, wie die zunehmende Zahl der Wohlfahrtsempfänger ihre Etats weiter aushöhlt, ohne daß ihnen die Möglichkeit gegeben ist. eine Hand für sich zu rühren. In der Tat sind es doch die Für sorgelasten, die jede Gemeinde kovu: machen; die Bezirksfürsorgeverbände wissen. wie es den Gemeinden tatsächlich einfach unmöglich ist, den ihnen aufgelegten Verpflichtungen nochzukommen. Hier muß endlich Abhilfe geschaffen werden. und deshalb begrüßen wir jede Gelegenheit, die dazu Anlaß gibt, die Forderung auf Aenderung des Finanzausgleichs zu unterstreichen. verkehrsstunden noch(natürlich vorgebildete) Stundenkräfte eingestellt. Die Zahl der Gespräche dividiert durch die Durchschnittsleistung einer Telesonistin ergibt die Zahl der notwendigen Köpfe eines Fernamtes. Wie geht eigentlich der technische Betrieb vor sich? Das ist für einen Laien schwer zu beschreiben. Steht man vor dem „Gleichrichter“, der den aus dem Kabel über Land kommenden Drehstrom in Gleichstrom umformt, und sieht dort die Füllung der Akkumulatorenbatterien, deren jede eine Aufnahmefähigkeit von 300 Ampere=Stunden besitzt, so mag man das noch verstehen. Kommt man dann aber zum Hauptverteiler, wo die Kabel aus der Stadt zusammenlaufen und auf die einzelnen Leitungen geschaltet werden, so sieht man nichts als ein Drahtgewirr, und so ähnlich ist auch der Anblick der vielen Wählergestelle im eigentlichen Saal des Selbstanschlußamtes, in dem das Gesurr und Geknacke eigentlich nie aufhört, denn gesprochen wird Tag und Nacht. Hier sind etwa 1200 Anschlüsse aufgestellt, für weitere 300 ist genügend Platz vorhanden. Der Fußboden des Saales ist mit Linoleum bedeckt, um die Staubbildung auf ein Mindestmaß herabzudrücken, weil die Staubteilchen die feine Mechanik der Wähler leicht schädigen können. Jeder Teilnehmer hat einen Vorwähler; nimmt er daheim den Hörer vom Apparat, so läuft dieser Vorwähler an und sucht sich seinen Gruppenwähler. Die verschiedenen Gruppenwähler sind miteinander verbunden. Es hat kaum eine Sekunde nötig, dann hat er ihn, und das Amtszeichen— kurz=lang, kurz=lang— ertönt.(Der Strom hierzu wird im Amt erzeugt.) Dreht der Teilnehmer die Ziffernscheibe seines Apparates, so greisen mechanisch die Tausender, die Hunderter, die Zehner und die Einer ineinander, denn Detmold hat ein Amt mit vierstelligen Zahlen, während Lage und Lemgo dreistellige Anschlußziffern haben. Jeder Teilnehmer hat seinen Gesprächszähler, der plombiert ist und jedes Gespräch, aber erst wenn es beendet ist und die Hörer eingehängt werden, gewissenhaft zählt. Grüne, blaue. gelbe und andere Leuchtzeichen und verschiedene Glockenzeichen melden den aufsichthabenden Beamten jede Störung. Im Gegensatz zum Ortsamt ist das Fernamt belebt. An ihren Plätzen vor den Fernsprechschränken sitzen die Damen und verbinden. An jedem Platz ist eine Uhr, die die Gesprächsdauer leicht feststellen läßt. Von hier stellen die Damen nach genau festgelegten Bestimmungen über die zu wählenden Leitwege die Verbindungen in der Reihenfolge der Anmeldungen her. Die Hauptverkehrszeiten liegen zwischen 9 und 12 und 15 und 18 Uhr. Dann wird es stiller, aber ganz still wird es nie. denn auch in der Nacht wird über Land gesprochen, wenn jemand die Polizei oder die Feuerwehr oder das Krankenhaus oder Verwandte benachrichtigen will. Auch Autotaxen sind oft von Nachtbummlern zu später Stunde gefragt. Sehr angenehm ist, daß die Fortschritte der Technik sich auch in einer Beschleunigung der Fernverbindungen auswirken. So kann das Fernamt Detmold z. B. jetzt mit Herford. Lage, Lemgo und anderen Orten sofort verbinden, indem das Fräulein vom Fernamt selbst die Nummer am fernen Ort wählt. Bielefeld kann das Gleiche in Detmold tun. In nächster Zeit wird auch Oerlinghausen Selbstanschluß erhalten; allerdings wird der Fernverkehr über Bielefeld geleitet werden. Dagegen wird Horn demnächst an das Fernamt Detmold angeschlosen werden und Selbstanschluß erhalten. Da auch der lippische Südosten größtenteils mit automatischen Aemtern versehen ist oder wird, dürfte bald ganz Lippe zu jeder Zeit mit der Außenwelt in Verbindung treten können. Technische Fortschritte von nie geahnten Ausmaßen haben in den letzten Jahren das Fernsprechwesen auch in Lippe zur Vollkommenheit gesteigert. Wundervoll erscheint der menschliche Erfindungsgeist. Wenn eines bitter ist bei dieser Entwicklung, so ist es die Tatsache, daß der Mensch. der die Technik meistert, durch die Produkte dieser Technik selbst enthehrlich wird. Hier söhnt damit erfreulicher Weise wenigstens etwas die Möglichkeit der Unterbringung männlicher Kräfte aus. die zur technischen Beaussichtigung des Betriebes immer zur Verfügung stehen müssen!.—. Aus der Landeshauptstadt Detmold, 29. Jan. Gautogung der Schiben des West Bebgenn der noum Echleitäcde am W rae werden nachmittags im Hotel Stadt Frankfurt zwei Vorträg wesen und die Jungschützenfrage— Es sprechen Schulrat Winkel=Gelsenkirchen und Dr. Becker: Arneberz. Anläßlich dieser Tagung wird die Frage entschieden, ob das nächste Westfälische Bundesschießen in diesem Jahre in Detmold stattfindet. Nach der Katastrophe Leer gebrannt ist die Stätte... Rundgang durch das Trümmerfeld über Schied= lebt, lagt hinter uns...... s1., kam Volizeimeister, Köppen gae„gehaten, Während vor 48 Stunden. Dex P-Masten, und rettete diesem Mädel das “ F e u e r s c h e i n v o n d e r B r a n d s t ä t t e d e s R e s t a u= 5. e r r t e.#. g n. 8 rants und Kabaretts zur Traube eisten Burggraben und das nahe Schloß zu mitternä 15 Mer“ Dann Palb im hängend, uu Hilfe Wetter udn Grippe der Besuch ein recht zahlreicher sein! ## Vaterlöndischer Frauen=Verein Lemgo. Am Dienstag, dem 31. Januar, findet nachmittags 3 Uhr wieder Nähen im Hotel Wülker statt, worauf wir hiermit besondexs hinweisen. Hen3 Die Ratswahl. Am letzten Sonntag abend "" mEL di. Rataherren: Nu' Hier und steigt noch etwas Qualm auf. Leergebrannt ist die Stätte... das Haus, in dem nach des Tages Last am Stadt, wird jedoch mit ven Duynense##: Abend bei der Muse heiterem Spiel so of spielen dieses Jahres zusammengelegt. Sie frohes Leben herrschte. inden vom 21. Jul bi 19. August steitz, 2„Tetmold, trauert kisr. Die Ratswahl. Am letzten Sonntag aveno ram Vollzeimeiner.-„„## Vuese wurde hier im Rathaussaal die und rettete diesem Mädel das Leben.„ihiz wahl“ von Karl Meier=Lemgo auf Veran bier endlich die Tür gewaltsam geösfnet lassung der hiesigen Ortsgruppe vom Bund De. D. J. e thce eie ureg ichel Kelnes chet) eishisht dher eiagestet Handlung des Stückes versetzt uns zurück in eine frühere aus der Geschichte der Stadt Lemgo. Wer diese Der Titel sagt bereits, worum es sch hanSchlafräume, sieht, muß sagen:„Wie ist das delt. In, lebendiger und reicher AbwechseD Tadarete du: Prauhe den ver par, lag die inzwischen, verstordene,.Frat Helmaschutz aufgesihrt, Herr zurggraben und das nahe. S#####p. 2g Kramer 3 Meter zurück schwer verwundet Meier war persönlich mit seiner mitternächtlicher Stunde blutrot färbte und„even der Treppe, während der Mann nach Horn gekommen. Die 5 15 Menschen in ihrer Todesangst aus den, erwas zurück zusammengebrochen lag.... Stückes versetzt uns zurück in Klanmenner, berdergreisende Hiserse, iu)., Lem Rundaaug kanen wie zu Zait aus der Geschichte dur S. die Nacht, bieden, I. 2L un ,„Hmrmerseib den Schlafräumen der Artisten. Wer diese Der päter über dem grausigen Trümmerfeld) Schlgefczunte gage worg,#t## Am 13. Februar sind 50 Jahre verflossen, seit Richard Wagner in Venedig starb. Dieser Tag wird in aller Welt gefeiert werden; die Feier in Bayreuth, der Wagner= Stadt, wird jedoch mit den Bühnenfestlung, oft in lustiger und amüsanter, mitunter aber auch in ernster und getragener, feiner Weise werden die einzelnen, Rollen gespielt. Man könnte auch das Stück Kabale und Liebe nennen. Auf der einen Seite werden alle Reaister von Dos Austiug geprocht, guf. der onden vor u. Jal os 1. Aungakt stott und! Detnad tanet umn die Toten dieseruichts gasiert, da mehrere Feisier zam ghndern Seig ist die grodhe Liebe mie hren Tascaninis Leitung. Wieder Katastrophe und empfindet mit tiefem Mit=.. führen, der nur 2 Meter tiefer liegt. guten und edlen Eigenschaften. Sie fuh wird ein Drchester von 136 Künstern, wohllgefühl den Schmerz der Familis Dette Her Eprung aus dem Fenster hätte kaums aber soweit, daß sie selbst vor der Duldung größte Orchester der Welt, dem Dirt= mer und der vielen Verletzten. Schaden gebracht. Vom Hof war die des Diebstahls um der Liebe genten zur Verfügung stehen, und was uns Rückwärts wandern die Gedanken.... Flucht auf den vereisten Burggraben sehr rückschreckt. Dennoch kommt aurz.„# Hetmoldern besonders interessiert, ist] Wir trauerten während des Krieges, als leicht möglich..„. P,en Em a. Rans P2hsinczinen Trharaktere ede e en woden Auten uen Kouerihn ener furctibann Srololton iu de) Uder u. Kanate iain Aicht. In dersoser, Erterzeszgat runne an ie iste druck und Leben bringen. Besonders ist das Familie Dettmer. Während einige Perso= Spiel der alten Haushälterin„Söffken" herhat Erwin Kerschbaumer wird dann schon u nernichtet wurde und unerleßiich in durch die Zimmerfenster auf die unmitNN.„### m—#in Ranreuther Fest= Werke des Geistes für immer verloren telbar angrenzenden Dächer kletterten, hat gingen. W#i#### die junge Frau Dora Dettmer auf dem Dann kam ein neuer schwerer . 02.f4hn farherte am 31. Marz mäglich?“ Hier ist vom Brande kaum etwas zu sehen. Die Betten stehen noch, Bilder hängen an den Wänden, auf den Waschtischen herrscht Ordnung. Kaum Spuren des Brandes. Warum sind die Artisten nur nach vorn gelaufen, hier einige Sekunden in Ruhe überlegt, wäre nichts passiert, Der Sprung aus dem Fenster hätte kaum Schaden gebracht. Vom Hof war die par. Erwin zum sechsten Male an den Bayreuther Fest(pielen mitgewirkt haben. * B ä u e n b a l l 1 9 3 3. S o n n a b e n d, 4. F e b r. findet in sämtlichen Räumen des Gesellschaftehauses der Bühnenball 1933, das Künstlerfest der Mitglieder unseres Landestheaters statt. Besondere Einladungen werden nicht versandt. Es ist also jedermann schlag: Veltheim forderte am 31. März 1925 bei einer militärischen Uebung 79 brave Soldaten. Und jetzt die Brandkatastrophe, die drei blühende Menschen forderte.... Während die Menschen noch immer durch Flur einen gräßlichen -seiblichen den nicht versandt. Es ist also jedermann] Während die Menschen noch immer durch willkommen, zumal wieder wie alljährlich die leeren Fensterhöhlen schauen, erlebten ein„lustiger Abend“, bestehend aus humo wir gestern bei einem istischen und gesanguchen Wr#ter L## Rundgang durch das Trämmerfeld erschütternde Eindrücke. In der Gaststube, in dem sich auch die — 2n" 11Spiel der allen Hausyhh#######i### vorzuheben, sowie aber auch das Spiel des ersten Bürgermeisters und sein. Alles in allem waren es frohe und genußTad gefunden. In reiche Stunden, die den Besuchern beschert erd dun Lanode, i dur suge Deimesstengse Der Lish Dr. der. Biche Resece kei: Vorwärts und Zurö“ mehr möglich wäre; hieran hat es leider gefehlt. In Wohnzimmer der Fanisie Dettner. Blomberg hnkimmer der Hamttis Treener. en. und in angrenzenden Tel-Phapen mehe Vorsicht Gesährlich kann selbst eine hat der Brand keinen allzu großen Schaden!.4 Märmfasche werden. Das mußte engerichtet Wer in diesen beiden nüch herseine, hiesge Famise eriechen, die eine soiche die direkt über der Gaststube nach derleine vienge Gv. Di.n gestelt hatte, damit das Strape liegen, ausgehalten hätte, wäre Wasser wieder warm werden solle. Nach eine Schaden davon gekommen.. 121. läinderer Zeit flog plößzlich die Flasche ausDas 2 Stackverk, ist völig vernichtet)lüngerer Lut rchzese. Echaden im Zimmer Richts davon ist mehr zu sehen!. an Zwei Kinder in der Nähe blieben völig Verkohlte Balken, kümmerliche Reste der vinhant. Es war unvorsichtig von der Einrichtung und viel Schutt bedecken die Mutter, die Flasche fest perschlosen auf den Trummerstätte.... Ofen zu stellen. Auch Gummiwärmflaschen sich eine heiße Landestheaters werden die Besucher des Somadend, 4 Hodrnuar füir eien Lesch deusin Paiten Bühnenballes 1933 frei. Ein Kostümfest ist tungsgegenstände auf Eisenträgern. der Bühnenball auch dieses Jahr nicht.] Im Hausflur muß verzweifelt en findet amgelämpft sein. Hier haben sich,zwei Artigin: Trümmerstätte....— Osen zu stellen. Auch Gum Teubsecmngen Seitrndleiuf Find.„nen heldenhaft den Weg ins Freie gebahnt.) Feuerwehkleute, die während des Bran= dürfer nicht zu sehr gefüllt Sonntag, dem 5.„Zehrpor, in Diakonissen: In der Mitte des Flurs wurde, eine kleine..S 16 St nden mit nassen Kleidern in anderer Einwohner, der si hause, vormittogs 10 U, teft.„Lim Harauf in der verschlossenen Tür befindliche Scheibe der Kälte ausharren mußten, sind mit den Flasche unter den Rücken ge stummen in Stadt und Land werden darau!## lagen. Nachdem die Mädels durch Aufräumungsarbeiten beschäftigt. hmühte sich starf durch das Pl. aufmerksam gemacht. diesen Spalt geklettert waren, schlugen„, Bruchstraße ist wieder frei Sandentanter. De Inendanz, lereibtsduchz die verbramnte Tür de, Gozar.z.=.1 W.s..— Burcgreben deit nan Roseheschete e Aselise i. be teälie Kasce lhe wictung der Deitmoder Orhesergeneinschasft rin die Schmerzen nahn... Lisn=unliszKerscker ei ganz besonders Aingewiesen. Troßz Arz.] Zwei andere Mädels kamen bis zur Ere,, haßen wirkung des Orchesters gelten gewöhnliche Haustür, zerschlugen auch hier die Glas= rungen haben. Schauspielpreise. Es versäume daher nie= scheibe Nur eine davon kam mit dem So ist das Leben... mand die Aufführung der lustigen bundenposse.— Mittwoch, 1. Feuruar wird das mit außergewöhnlich starkem Beifall aufgenommene Abiturientenstück„Reifeprüfung" tung Nachenbpichslen des Landeutheutern. Aerzlicher Sogulagsdienst. Herr Dr. med. zum Hesterbrink, Teleson 885 letzten Male„Robert und Bertram Flasche unter den Rücken gelegt hatte, verbrühte sich stark durch das Platzen des Gummis.— Vorsicht und etwas Ueberlegung ist bei allen Dingen ratsam. Oerlinghausen versieht Straße, weisen Patentschutz unter Nr. 1249116 Posse mit Musik, Orchester: Detmolder Orchestergemeinschaft.— Mittwoch, 1. Februar, 19.50 Uhr(17. Mittwoch=Abonnement) zum letzten Male„Reifeprfung". Abi turientenstück von Dreyer.— Freitag, 3 Februar, 19,50 Uhr(17. Freitag=Abonne ment) Neueinstudierung„Der Ver 5.. Rallastiic Schähman Im Silberkranz. Das Fest der silbernen Hochzeit feierten gestern die Eheleute Fritz Thies und Frau, Schülerstraße. Auch unsererseits die besten Glückwünsche! Wohnungen, gemeinnützige Bauvereinigun gen(Bausparkassen) 2(7) Wohnungen, private Bauherren 60(34) Wohnungen. Am 1. Januar 1933 waren noch im Bau 26 Wohnhäuser(einschl. 10 Randsiedlungsbauten) mit 34 Wohnungen. Die Bautätigkeit des Jahres war demnach besser als 1931, mouen tuin u während die Statistik der meisten uhrigegnoch ein Wochenendhaus Städte Deutschlands ein entgegengesetztes hauser, Umgegend, das ni Deu ärztlichen Sonntagsdienst Herr Dr. med. Kochsiek, Detmolder Fernruf 21. Unterstützt die Winterhilfe! Wir nochmals auf das heute abend im Rathaussaal stattfindende Konzert zum Besten der Winterhüfe hin. Ausführende sind Herr August Haverich=Greste(Violine) und Herr Paul Schling=Lage(Klavier). Das Programm sieht Werke von Händel, Bach, Haydn, Mozart und Bruch vor. Die Diebstähle in den Wochenendhäusern wolen kein. Eov. rochaus in der derlingBild zeigt. Die Stadtverordneten werden am kommenden Dienstag. 31. Januar, abends 7,30 Fohruar. 19.50 Uhr(17. Freitag=Abonne= sens dier rri menden Wienstag, 91. Jullaul, aortar“.ment) Neueinstudierung„Der Ver=] Gesellpräfung. Vor der Prüfungskom= Uhr, im Rathaussaale tagen. Diese Sitzung schwenve:, Volksstück mit Musik, Or= mission der Fleischer=Innung bestand Herrs dient neben der Erledigung kleinerer Vor chester: Detmolder Orchestergemeinschaft, Die Wilhelm Neumann(bei Herrn Schlachter= lagen, In ersert. u. 14.65 Mlzme#e Stadtrigent: Musik=Direktor Müller=Daube.— meister Wilh. Bröker) seine Gesellenprfung. verschiedene Arbeit schaffend Pläne ds Stadt g„„„ 10 an 115- m. Ror.— Iogtes „Der VerMusik, mit Sonntag, 5. Februar, 19,50 Uhr schwender", Volksstück mit Orchester. * Quer über den Wochenmarkt. Gegen über dem Donnerstagmarkt zeigte der Sonn lagen in erster Einie der verschiedene Arbeit schaffend Pläne ds Stadtrates. Schnitter Tod und die Grippe. Reiche Ernte hält der Tod zur Zeit in den Reihen unserer Einwohnerschaft. Leider hat auch in 8 Prozent Dividende. Vor einigen Tagen fand die Generalversammlung der Auer über den Wochenmarkt, Gegen= 4, uit Faszussen Schstmar statt Aus dems unserer Einwonnerschaft, gewer vu über dem Donnerstagmarkt zeigte der Sonn= 2., Lu.. LLaricht mar zu entnehmen, daß die verschiedenen Fällen die Grippe und ih obendmarkt eine etnas särtere Beschikung, T.na5enichaft auch im letzten Jahre gut ges] Folgerscheinungen als Jedesursche, festge Stex, Lctet 1, Stpoe ig,#,., ggf arbeitet hat. Die Vorschläge der Verwaltungstellt werden müssen. Wie wir hören, gpt: dende wurden einstimmig angenommen. 1 K bis 1.10 K. Mollekeibuml A W— bis 1.25 J pro Pfd. Blumenkohl war nur wenig angeboten und kostete 50—90 S je Kopf, Weißkohl je Pfd. 6—8 3, und Wirsing, Grünkohl, Möhren, Steckrüben 8—10 J, Zwiebel 10 J. Rosenkohl 25 8, Endiviensalat 10—20 J, Sellerie 5—30 3, Merrettich 25—30 J, Kohlrabi 5—103, rote Beeten 5 J, Aepfel Pfd. 20 40 3, Apfelsinen 3—10 J, Zitronen Bad Salzuften Die Bautätigkeit im Jahre 1932. bis— G.—.—. 4—5 J, Spinat 20 J. stellt werden müssen. Wie wir hören, entfallen von den Todesfällen der letzten Zeit in Bad Salzuflen sechs und in Schötmar einer auf die gefährlicheren Formen dieser tückischen Krankheit. Auch die Realschule geschlossen. Infolge der Erkrankung mehrerer Lehrkräfte mußte auch die Realschule ihre Pforten schließen. Der Unterricht soll jedoch voraussichtlich bereits am kommenden Montag wieder aufgenommen werden. hauser Umgegend, das nicht von Dieben in letzter Zeit aufgesucht und eines Teiles seiner Habe beraubt ist. Vor einigen Tagen kam das Wochenendhaus„Oelmühle“ in der Nähe der Menkhauser Mühle im Schopketal an die Reihe. Gestohlen wurden hier Bücher und Hauhaltungsgegenstände. Da die ganzen Einbrüche in ihrer Art einander sehr ähneln, schält sich immer mehr der Verdacht heraus, daß es sich um die gleichen Diebe handeln muß. Irgendwelche Wahrnehmungen, die zu: Ermittlung der Täter führen wolle man der hiesigen Gendarmeriestation mitteilen. Im„Staatsanzeiger“ wird nunmehr das endgültige Ergebnis der Viehzählung vom 1. Bezember 1932 in Lippe veröffentlicht. 28 109 viehbesitzende Haushaltungen Gezählt wurden 9992 Pferde, 41 405 Stück Rindvieh, 122290 Schweine, 2928 Schafe. 29074 Ziegen, 279 422 Stück Federvieh und 4175 Bienenvölker. Neugg Die Statistik für das Kalenderjahr 1932 (die eingeklammerten Zahlen beziehen sich auf das Kalenderjahr 1931) schließt wie folgt ab: Wohnhausneubauten 30(16) mit 55(38) dar Schnosel und wrau, Hermanshrobe, nit—.—) Pghis.eszenhglgröhen neitlmeinden setern an beuligen Sonntag dhe gerin Herr Schnabel war Jahrzehnte hindur., auf Wohnungen. Auf Wohnungsgröben verteil) weinen Missionsfest in der Nikolaikirche...50 Tandas„Rauenarbasse der Zuckerfabrik tätig und verbrachte seine entfallen auf die einzelnen Räume: 1—ösmeinsok., drei Gottesdienste statt: um 10/0 Lippische Landes-Bausparkasse Räume(einschl. Küche) 26(25): 7 und mehr Uhr Festagtteadienst. um ½2 Uhr Kinder=m R-4214 im fiahe-de dar 11 ersen daes Aete un gus 1. d) Alohungrn., Koe Phasesn der Kammer mit mechanischer Dessnungsvoriche hauten: Oessenliche Lörperschanen—() Es finden drei Gottesdienste statt: um 10 Uhr Festgottesdienst, um ½2 Uhr Kindergottesdienst, um 8 Ubr Apandegter Apzfge allen drei Gottesdiensten wird Herr Missionsdirektor Schomerus aus Hermannsburg sprechen. Die Opfergaben sind für die Hermannsburger Mission bestimmt. Möge trotz Vor Eintrikt in eins Entschuldungs-, Zweck- oder sparkasse wendet sich der Lipper an seine In Detmold, im Gebdude der Lipp Landesbark. Staatiiche Kredltarstalt. Kostenl. Vermittlung u. Beratung durch deren Nebenstellen und alle ölientl. lipp Sparkassen. Stadtverordnetensitzung in Lemgo „„„ lnIn. Eiebinse. 1mesentliche Bemängelung der EingruppieDie am Freitag stattgefundene Stadtver ordnetensitzung brachte wieder eine ausgeDebatte, die sich bis kurz vor 11.30 Es hat den Anschein, daß man Gegensatz zu anderen Städ rordnetenstt wesentliche Bemängelung der Eingruppie: rung der Beamten vorgekommen. Er hätte sten dehnte Uhr hinzog in Lemgo im Gegensag zu aubeten die Stadtverordnetensitzungen zu Dauersitzungen ausdehnen will, wie man sie bisher nur gewohnt war, wenn außerordentliche Fälle zur Beratung standen. Unter diesen Umständen ware es zweckmäßig, wenn die Sitzungen schon um 6 Uhr be gännen. Zum 1. Punkt der Tagesordnung erstattete Stadtv.=Vorsteher Betz einen Bericht über das hioherige Ergebrie der Nachprüfungen der Beamten=Einstufungen und=Gruppierungen. Herr Betz erhob Vorwürfe gegen die Per sonalaktenführung, die allein in den Hän den der Stadtverwaltung liegt und behauptete, daß die früheren Stadtverordneten gegen den Willen der Regierung falsche Gruppierungen vorgenommen hätten. Ratsherr Kurtb und stellvertretender Stadtv.=Vorst. Ashauer wandten sich entschieden dagegen, daß der Berichterstatter über die Arbeiten des Ausschusses schon ein Werturteil abgebe, obwohl diese Arbeiten noch gar nicht abgeschlossen seien und um die strittigen Fälle noch verhandelt würde. Es sei bis jetzt erst eine Feststellung über einen Einzelfall getroffen, über den man sich einig sei. Bürgermeister Gräfer betonte, der Aueschuß habe sich in erster Linie mit der Eingruppierung befaßt. Darüber sei Be erwartet, daß diese Haupttatsache in dem Bericht Berücksichtigung gefunden hätte. Die endgültigen Ausschusses, der eventuell den Sachbearbeiter der Regierung in Zweifelsfällen zuziesen wird, werden erst volle Klarheit schaffen. Sie müssen abgewartet werden, ehe man sich das richtige Urteil bilden kann. Das Arbeitsbeschaffungsprogramm wurde ohne größere Debatte angenommen. der Kanalisation des Schlußwurde hierbei nicht der KPD. und # sich auf rung von Kohlen. Holz, Licht, Milch usw. bezogen, wurden nach größerer,„Debatte nur teilweise angenommen. Anschließend kam ein Antrag des Bürgermeisters zur Ab stimmung, der dahin ging, daß nur ein eil der Erwerbslosenunterstützung noch in bar ausgezahlt wird, während ein Vierte! bis ein Drittel in Gutscheinen gewährt werden soll, die die Erwerbslosen nur bei ortsansässigen Kaufleuten einlösen können. Der Antrag wurde mit 8 zu 7 Stimmen bei einer Stimmenthaltung abgelehnt. Mehrere Anträge des Stadtv. Scholz für den Landtag, unter denen sich auch die Aufhebung der Schlachtsteuer befand, wurden bis auf einen Antrag auf Festsetzung von Höhst: grenzen für Beamtengehälter und Pensionen angenommen ere Rlechheide. Volksschulen geschlossen. Auf Anordnung des Kreisarztes sind die hiesigen Schulen vorläufig bis Donnerstag, den 2. Februar geschlo worden. Die Schließung ist wegen der rapiden Zunahme der Gripgeerkrankungeg, erfolgt. Erkrankt sind zur Zeit von der Oberklasse 15, Mittelklasse 21 und der Unterklasse 35 Schüler. 10. März bis 28. März statt und führt von Hamburg über die atlantischen Inseln(Madaira, Tenerife) und Andalusien und Marokko zur Riviera. Die 2. Reise ist eine Mittelmeerfahrt im Verein mit den deutschen Akademikern und führt nach rien und Aegypten. Dauer vom 30. März bis 20. April. Als 3. Fahrt ist eine Griechenland=Türkei=Tunesien=Süditalienreise geplant, die in der Zeit vom 24. April bis 13. Mai stattfindet. Die 4. Mittelmeerfahrt führt über Italien, Marokko, Südspanien und Portugal nach Hamburg. Dauer vom 10. Mai bis 4. Juni.. 461sichen Entsprechend den heutigen wirtschaftlichen Verhältnissen sind die Fahrpreise so niehrig wie möglich bemessen und zwar ist eine Beeiligung an einer Reise bereits von einem Fahrpreis von RM. 190.— einschl. voller Verpflegung möglich. Nähere Auskünste erteilt die Hamburg=Süd, Hamburg, Holzbrücke 8, deren Vertretung für Detmold und Lippe, die Lippische Tageszei tung, Detmold, Exterstraße 11. richt erstattet worden. Dabei sei keine genommen Eine größere Debatte schloß sich an Anträge der Interessengemeinschaft der Außenbürger an. Die Anträge wurden an Aus den Amtern ef. Hiddesen. Der Lichtbildervortrag„Der Wehrwolf“ zum Besten der Winterhilfe, veranstaltet von der Schulklasse des Herrn Lehrer Wehrmann, fand trotz der Grippe am Freitag abend in der„Frischen Quelle" statt. Wohl an 250 Personen hatten der Einladung Folge geleistet. Es war wohl keiner unter den Anwesenden, der nicht mit gespannter Aufmerksamkeit und regem Interesse dem fast dreistündigen Vortrag bis zum Schluß gefolgt wäre. Man merkte es den Kindern an, daß sie mit Leib und Seele bei der Sache waren, und daß ihnen der„Wehrwols" zu einem rechten Erlebnis wurde. Am Schluß nahm Herr Wehrmann das Wort zu einer kurzen Ansprache an die Eltern und Kinder. Er betonte, daß in einer Zeit der Umwertung so vieler Dinge Kinder doch stets das höchste Glück, der einzigste Schatz und die letzte Hoffnung seien. * Heiligenkirchen. Wir wollen helfen. Heute nachmittag findet im Gasthof Biere die Veranstaltung zum Besten der Winterhilfe statt. Das reichhaltige Programm wird für jeden etwas bringen. Für die Verlosung sind wertvolle Preise gestiftet. Die Veranstaltung beginnt um ½4 Uhr. Den Abschluß bildet das Singspiel„Noch ist die blühende, goldene Zeit“. * Schling. Hohes Alter. Die älteste Einwohnerin unserer Gemeinde, Frau Wwe. Albert beging gestern ihren 92. Geburtstag. Der hochbetagten Greisin nachträglich unseren herzlichsten Glückwunsch! * Ehrsen. Hohes Alter! Morgen, am 30. Januar, vollendet Herr Heinrich Kuhfuß sein 84. Lebensjahr. Seine Wiege stand in Papenhausen, wo der Vater als Schäfer tätig war. Schon als 4jjähriger zog er in die Fremde, um auf Zieger###n Geld zu verdienen. Seit 1867 wohnt er in Ehrsen auf Schmidtpotts Hofe, seit 6 Jahren bei seiner Tochter. Herr Kuhfuß hat auch 1870 den Krieg gegen Frankreich mitgemacht, er ist hier noch der einzige Veteran aus jenem Kriege. Das hochbetagte Geburtstagskind erfreut sich auch heute noch einer körperlichen Rüstigkeit und geistigen Frische. Zu seinem Geburtstage gratulieren wir recht herzlich und wünschen ihm einen weiteren gesegneten Lebensabend. * Talle. Die G faßt auch hier immer größere Kreise. Von den 130 Schulkindern sind über 50 Proz. erkrankt, sodaß die Schule für 8 Tage geschlossen wurde. * Talle. Die Rotst anosarbeiten bei dem Landwirt Eichmeier schreiten rüstig vorwärts. Der Berg, der sich höft des Herrn Eichmeier erhebt, rutschte auf einer festen, schrägen Steinbank und hatte bereits die Durchfahrt„verschüttet und das Bauernhaus erreicht. Es sind etwa 10000 Kubikmeter Erdmassen in Bewegung und zu der Tehrunge##z##g..—— zum größten Teil aufgeräumt, so daß die die eine ordnungsgemäße Lehre durchgem größte Gefahr beseitigt ist. Ein Teil der Ar= haven und deren Lehrzeit nach dem 1. April beiter, die 13 Wochen gearbeitet haben, sind 1932 geendet hat bzw. om 31. März 1933 wieder entlassen worden. Sehr zu wäre, wenn der geplante Weg nach Hemmen siek, welcher vom Freiw. Arbeitsdienst aus geführt werden soll, auch recht bald zur Ausführung käme. Es haben sich dazu sämtliche jungen Leute aus Talle und den Nachbarorten gemeldet. Distelbruch. Vom Quartettverein. Am 12. Februar veranstaltet die Quartettvereinigung Diestelbruch ein Konzert. An dem Konzert, das nachmittags 5 Uhr beginnt, nehmen auswärtige Vereine teil. Neben erstklassigen Chören wird der Jägerchor aus der Oper„Freischütz“ für Chor und Orchester zu Gehör gebracht. Im bunten Abend wirken bekannte Komiker mit, die durch humo ristische Vorträge für die nötige Stimmung Sorge tragen werden. * Hohenhausen. Grippe benachteiligt das Vereinsleben. Wegen der herrschenden Grippeepidemie wird die am nächsten Donnerstag stattfindende Monatsversammlung des landwirtschaftlichen Hausfrauenvereins Hohenhausen bis auf Weiteres verschoben. * Harkemissen. Holzverkauf. Am Freitag nachmittag wurde das Holz von den Bäumen an den Landstraßen Hartenn,„ Lichtensberg sowie Harkemissen—Westorf öffentlich versteigert. Viele Interessenten hatten sich dazu eingefunden. Nur zelnen Stellen wurden Uebergebote abgegeben. Die Preise bewaten sich im Durchschnitt von 0.50 bis 1,50 Mark. * Röntorf. Silberhochzeit. Am kommenden Dienstag feiern die Eheleute Landwirt Simon Kixmöller in Hemmensiek das Fest der Silberhochzeit. Dem Jubel paar einen Glückwunsch! Handlungsgehilfenprüfungen der Industrie= und Handelskammer. finden in der Woche vom 13.—18. März 1933 statt. Die einzelnen Prüfungstermine werden den Prüflingen nach der Anmeldung Di Prüfungen verfolgen den Zweck, die in der praktischen Lehre erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten festzustellen. Es können sich ihnen Lehrlinge aus sämtlichen Zweigen des Handels und der Industrie unterziehen. Die Anmeldung zur Prüfung, m 1. geendet hat bzw. am 31. März endet, hat spätestens bis zum Zv. Februar 1933 schriftlich bei der Industrie= und Handelskammer zu erfolgen. Beizufügen sind das Schulentlassungszeugnis, alle Zeugnisse der Berufs= und Fachschule, der Lehrvertrag, eine Bescheinigung, des Lehrherrn über Dauer und Erfolg der Lehre, ein Beicht des Lehrherrn über die Art der Beschäftigung des Lehrlings und über etwaige besondere Leistungen desselben und ein selbstgeschriebener, vollständiger Lebenslauf. Die mit der Anmeldung zu entrichtende Prüfungsgebühr ist herabgesetzt und betzäg 4 RM. Nähere Auskunft über die Prü fungsvorschriften wird von der Industrieund Handelskammer erteilt. Ein Zwang, sich der Gehilfenpgüfung zu unterziehen, besieht nicht. Die Lehrherren werden gebeten, ihre Lehrlinge zur Ablegung der Prüfung anzuhalten und von diesen wird erwartet, daß sie sich der Prüfung unterziehen. * Radiogeräte Auswan Geschäftliches Miütcimerichten ben Nr 190 But. Landwehr&am; Schultz, Detmold die Hanburg=Südamerikanische„Deprl: u.— 1. Su, 1a., neben dem Ehen. Hof. gramm für de im nächten Jahre vorgesehen Aeuten und grüsctas Footgnstäistin UhrMittelmeerfahrten bekannt. Es sind vier— Reisen vorgesehen. Die 1. Fahrt findet vom Lippisches Landestheater Reifeprüfung", ein Stück von Max Dreyer. „Ein Stück“ nennt der Dichter bescheiden seine jugendpsychologisch ausgezeichnet getroffene„Reifeprüfung.“„Ein Stück“— und was für ein Stück! Ein reifes Stück für reife Menschen. Das vorausgesetzt. Denn die aufgeworfenen Fragen sind Kernpunkte unseres Erziehungswesens, in dessen Mittelpunkt nun einmal das Examen steht und immer stehen wird. Auch beim Examen kommt es aber wie bei so vielen anderen Dingen dieses Lebens nicht so sehr auf das „Was“ als auf das„Wie“ an. Und da enthülit sich erst in neuester Zeit jene großzügigmenschliche Seite der Pädagogen, nachdem Jahrhunderte lang die peinlich=bürokratische gemissermaßen amtlich vorgeschrieben war! Mar Dreyer, ein Mann der kernigen Menschlichkeit, stellt in 6 dramatisch zugespitzten Szenen das Problem des„Wie des Examens zur Debatte. Er würzt seinen klugen Dialog, der keine Plattheiten erträgt und auch keine aufweist, noch durch das hineinströmende weibliche Fluidum seiner Abi turientinnen. Jugend um 18 ist da zusam mengewürfelt und in der Examensangst zusammengeschweißt zum Kampf gegen die vermeintlichen Bedrücker, die Examinatoren. Und Examinatoren wieder kämpfen mit dem geistigen Rüstzeug einer verständnisvollen Menschlichkeit gegen die starren Formen überalterter Verknöcherung um die Seele der ihnen„ausgelieferten“ Kandidaten. Und am Sck uß siegt der Mensch über den Formelkram, die wahre Liebe zur Jugend über die Ueberheblichkeit gestrenger Pädagogik. Mit einer versöhnenden Dosis Güte klingt„das Stück" aus. Sechs bis acht Wochen vor den Reiseprüfungen erwies unsere Bühne mit der Aufführung dieses Abiturientenstückes außer gutem Blick für die Bedürfnisse unserer modernen Theaterfreunde auch Sinn für Aktualität. Trotz verschiedener Krankheitsfälle im Ensemble kam eine Darstellung heraus, die das Prädikat„Lobenswert"(um in der Examenssprache zu reden) verdient. Für Erich Klopsch war Hugo Klafft, der auch die Regie beherrschte, eingesprungen und lieh dem herben, doch grundgütigen Oberstudiendirektor Dr. Brodersen prachtvolle Züge. Für Ellen Mahlke spielte Liesel Otto die Abiturientin Rose von Jedlinssy mit dem vorschriftsmäßigen„Schuß moussierender Hysterie, den ihr die Mitschüler nachsagen. Die chwerste Aufgabe war Karl Heinz Lehmann gestellt, der den Physik= und Mathematiklehrer Dr. Kosegarten(daher der Spitz name Kosinus) glaubwürdig hatte. Diesen„Dr. Kosinus“ läßt der Dichter nebenbei in Liebe zu der blonden Nichte der Pensionsinhaberin entflammen und in einer peinlichen Situation von einem Schüler kurz vor Karl Rettelbeck, Fichte, Arndt dem Prüfungstag überrascht werden. Heinz Lehmann löste seine Aufgabe so geschickt, daß seine Darstellung im Mittelpunkt des Abends stand und die Blumen, die ihm gereicht wurden, verdientermaßen gependet waren. Charlotte Henning war als Elfriede Albing ein liebenswertes Geschöpf: zurückhaltend, empfindsam, zart und mädchenhaft. Hans Rewendt war der ungeschlachte, grüblerische junge#### der zum 3. und letzten Male durchs Exo fällt und doch seinen„Feind“, den Dr. Kosinus, nicht beim Direktor ebenso sehr zu loben ist wie die maßvolle Vershperurg, Liesez, spelesichen. Jingen —„Rasina als Professor Dr. Türk, Will Kaling ais Hlosesser“.—.— Else Hähnel als Pensionsinhaberin, Heinz Klinck. Geora Vorn und Arthur Ilgg ler als Abiturienten bzw. eine liebenswürdige Karikatur von Schuldiener sowie Inge borg Fuhrmann als niedliches Dienst mädel vervollständigten die vorteilhafte Rollenbesetzung. Die Aufnahme des Stückes war dementsprechend herzlich. Dr. K. Der 29. Januar ist der Todestag dreier Großer der deutschen Geschichte und der Zeit der Freiheitskriege. Der erste dieses Dreigestirns ist der greise Verteidiger von Kol berg, Joachim Nettelbeck, der am 29 Januar 1824 aus dem Leben schied. Ihm ist es zu danken, daß im Jahre 1807 Kolberg als die letzte preußische Festung sich halten konnte und nicht in die Hände Navoleons fiel, denn er setzte es durch, daß die Bürger der Stadt ihre Pflicht und Schuldigkeit taten, daß sie, als die Stadt in Gefahr war, zu den Waffen griffen und den Soldaten tapfer zur Seite standen. Seine militärischen Bundessenossen waren Gneisenau und Schill. Eine Gestalt vaterländischer Begeisterung, strengster Pflichterfüllung und heißester Heimat liebe, ein großes Vorbild für alle Deutschen. Der zweite ist der große Phillsoph, 30: hann Gottlieb Fichte, der am 10. 5. 1762 in Ramenau in der Oberlausitz geboren wurde. Er brachte es bis zum Professor in Jena und zum Führer des geistigen, ausbrechenden Deutschland. Aus seinem vaterländischen Denken heraus wurde er der Ver treter eines ethischen Idealismus auf kantischer Grundlage. In jedem Hause ist irgendwo, entweder in einem Buche oder sonstwo, einer seiner markanten Aussprüche zu finden. Am bekanntesten wurden seine echt deutschen, von revolutionärem, christlichem, aber doch völkischem Geist durchdrungenen„Reden an die deutsche Nation. in denen er uns Menschen der Gegenwart ein wertvolles Dokument über den damaligen Stand des nationalen Denkens gibt. Weniger bekannt ist sein Werk„System der Sittenlehre". Der Tod erreichte ihn am 29. Januar 1814. Es ist traurig und tief bedauerlich, daß das Volk oft keine Ahnung davon hat, wer Fichte ist. Kennzeichnend dafür ist der Vorfall, wo eine Mutter einem Studienrat anvertraut, daß sie ihren zwar gern auf das Fichtegymnastum schicken würde, daß sie sich aber an dem Fremdwort stoße. Die treffende Antwort war der Rat, den Jungen doch auf die Baumschule 3 senden. Dies nur nebenbei. Der Dritte im Bunde ist der deutsche Freiheitsdichter Ernst Moritz Arndt. Er kam am 26. Dezember in Schoritz auf Rügen zur Welt. 1806 wird er Professor in Greifswald, wo er sein Buch„Geist der Zeit schreibt, dessenwegen er vor Napoleon nach Schweden flüchten muß. Im Jahre 1809 kehrte er nach Deutschland zurück, ging aber 1812 wieder nach Petersburg und trat dor mit dem Reichsfreiherrn vom Stein in Verbindung. Gleichermaßen als Erinnerung diese Zeit schrieb er„Meine Wanderungen und Wandlungen mit dem vom Stein". Von 1818 bis 1820 und dann von 1840 ab ist er Professor an der Universi tät in Bonn. 1848 wird er in die deutsche Nationalversammlung gewählt, und seine feurigen, von Vaterlandsliebe glühenden Reden, die er dort gehalten hat, werden nie vergessen sein, solange es„Deutsche gibt Jedermann kennt seine deutschen Gedichte und Lieder, ebenso seine vielen Flugschriften. In seinen„Erinnerungen aus dem äußeren Leben“ gibt er ein Bild seines Lebens seiner Zeit. Er starb am 29. Januar 1860 Drei Männer, drei Größen, drei der Soldat, der Philosoph und der Dichter. Dieser Dreibund ist das Abbild des deutschen Volkes, wie es war in seinen herrlichsten Zeiten, wie es immer sein wird, wenn es eine Zukunft haben will. Es ist das alte, nationale Idcal: Stirn und Faust verbinden sich zum Schutze von Volk und Vaterland. Nur aus diesem Bunde kann ersprießliche Arbeit erwachsen. Und darum ist es wohl bloßer Zufall, daß diese drei Männer an einem Tage uns zurückblicken lassen. Diese Drei, die da an einem Tage starben, wollen unseren Treuschwur hören: Es gilt das Vaterland, es gilt Deutschland, er. uralte, stolze Tradition und eine siegfrohe Zurunft! Das wiul uns wohl der 29. Januar sogen) Start zum ersten Postsegelflug Wien-Gemmering Die Bostsäcke werden im Segelflugzeug verladen. r bekannte österreichische Segelflieger Robert Kronfeld startete mit seiner„Austria II“ zum ten Post=Segelflug Wien—Semmering. Das Segelflugzeug wurde von einem Motor=Flug5000 Meter boch geschleppt und erreichte dann aus eigener Kraft die Zielstation am Semmering. Mit dem Eisbrecher durch das Steutlner Haff as Stettiner Haff ist seit mehreren Tagen vollständig zugefroren, so daß der Schiffserkehr schwer beeinträchtigt ist. Den wenigen einfahrenden Schiffen bahnen Eisbrecher einen Weg durch die Eiswüste. WELTGESCHEHEN IRT BILDE Vom Verliner Reitturnier „Potsdamer Wachtparade“ n Schaunumer aus der Zeit Friedrichs s Großen auf dem Berliner Reitturnier. Vorberettungen für die Grüne Woche in Berlin Ein Bild vom Aufbau der Schießscheiben=Ausstellung. Am 28. Januar beginnt die Grüne Woche, die alljährliche große landwirtschaftliche Ausstellung der Reichshauptstadt. Von der Grünen Woche in Berlin Ausschnitt aus der großen landwirtschaftlichen Ausstellung:„Angel=Geräte, wie sie sein und wie sie nicht sein sollen.“ Carl Spitzweg. (Nach einem Porträt aus seinen letzten Lebensjahren.) Die Marienkirche in Thorn gefährdet Im Dachstübchen. Gemälde von Carl Spitzweg Zum 123. Geburtstag Carl Spitzwegs Enkurg sahr bedroß: Df. äuberen Rauernendes wuchligen Bachleinbaues werden almäd Raler der deutschen lich durch das schwere Dach auseinandergetrieben und neigen sich nach außen. Volkskreisen großer Beliebtheit. Fattere Mutterglück Sitze oft in trübem Sinnen Wehevoll und hoffnungslos, Und die schweren Tränen rinnen Still und heiß in meinen Schoß. Aber hör ich meinen Jungen, Kommt mit hellem Jubelschrei Gar mein Töchterlein gesprungen, Ist mein Grämen schnell vorbei. Mög auch ahnen, wenn ihr Leben Bitter einst und voll von Pein, Solch ein Bübchen Freude geben, Solch ein Mägdlein nahe sein! Muttertum Ich kam gestern in ein Haus. Darin war die Frau gestorben; die Leiche lag hinten in der Stube im Bett. Der Mann saß daneben, hielt ein neugeborenes Kind auf den Armen vor sich hin und Tropfen um Tropsen fiel von seinen Wimpern auf das Gesicht des leis klagenden Menschenwesens. Da kam eine Nachbarin herein. auch eine junge Mutter, welche ihr Kind mit sich trug. Und da sah ich den einfachsten, stillsten Vorgang der Menschenliebe, den ich je gesehen. Die Nachharin legte ihr Kind weg in die Ecke des Kanapees, öffnete ihr Kleid und nahm das Kind der Toten aus den Armen des Mannes an ihre Brust, bis es still wurde.„ Wir spürten aber alle, die Gestorbene wisse, was um sie geschah. Es gibt keinen 8. Von Frauen und Liebe Betrachtung von Max Kemmerich. Liebe stirbt an Uebersättigung oder Mangel an Nahrung. Sanfter ist die zweite Todesart. Nur selten lieben wir einei Menschen auf Grund seiner wirklichen Eigenschaften. Zumeist sind es nur die salschen Vorstellungen, die wir uns von ihm bildeten, denen unsere Leidenschaft gilt. Tritt dann mit Notwendigkeit die Enttäuschung ein, dann grollen wir aber nicht unserer mangelhaften Menschenkenntnis, sondern ihrem unschuldigen Gegenstande. Eine Geliebte, die heute gewährt, um morgen zu versagen, vera####chiede man schleunigst. Sonst wird man ihr Sklave. Die Forderung der Frauen auf Gleichstellung mit den Männern bedeutet in der Hermannsbad Oetmold, Wiesenstraße, Fernr. 2607 5 Munten vom Bahnhol Büder, Massagen aller Art Tägl. geöflnet für Private u. Kassenmitbliede, kostüme, Innen= und Außenarchitektur, Bühnenbild, Schaufensterdekoration. Weben, sticken, Entwurf von Wäsche und Spitzen, Schneiderei, Putz, Metallarbeiten, Emaillearbeit, Keramik, Porzellanmalerei. Fotografie, Trick= und Werbetrickfilmzeichnen. Ausbildung.„ Die Ausbildungszeit an staatlichen, städtischen und privaten Lehranstalten umfaßt eins bis drei Jahre, je nach der Art der Schule und der Begabung der Schülerin Als Vorbedingung zur Aufnahme genügt in der Regel das Vorlegen zureichender Arbeiten. Manche Institute verlangen einen Probemonat. Sehenswerte Handarbeiten bei Minna Lligge Bermannstr. 35. Rul 3193 Die ersten Frühjahrs=Hüte. Während der Winter immer strenger wird, leuchten aus den Schaufenstern schon die ersten Frühjahrshüte. Als Uebergangshut wird der Canotier(links) eine Art Matrosenhut, propagiert. Er ist aus allen Arten Stroh, vo. luem Dedda und Exotengeflechten in allen Farben. Tief ins Gesicht gesetzt, wird er schon bald über dem Pelzmantel auftauchen, kleidsam und jugendlich. Rechts: kleiner Zweispitz im Rokokogeschmack aus schwarzem Atlas mit weißen Kamelien, für den Uebergang geeignet. Die Ausbildungskosten betragen jährlich zwischen 100 und 1000 Mk. Staatliche Schulen verlangen als Schulgeld meist 100 Mk. im Jahr, private 500 bis 1000 Mk. Dazu kommen Einschreibegebühren von 20 bis 40 Mk., sowie die Kosten für das Unterrichtsmaterial, das die Schülerin selbst zu tragen hat. Abendkurse zur Weiterbildung bereits in der Praxis stehender sind wesentlich billiger, genügen jedoch nicht allein zur Ausbildung. Praxis einen Verzicht auf deren Ritterlichkeit. Sie geben also die Vorzüge ihrer Schwäche dem starken Geschlecht gegenüber freiwillig und ohne die Tragweite überblicken zu können, auf. Eifersucht ist oft eine Liebenswürdigkeit, die wir einer Dame erweisen. Früher sprach man von den Sünden des: Fleisches, von Fleischeslust. Das heutige Frauenideal der Spindeldürre scheint uns zur Knochenlust bekehren zu wollen. Frauen bewundern an andern Frauen fast nur, was sie an sich selbst schön finden. Denn damit lenken sie das Augenmerk auf diesen ihren eigenen Reiz. Je weniger, Anziehungskraft ein weibliches Wesen besitzt, desto stolzer ist es auf seine Tugend. Die Schüchternheit der Männer wird solch eine Frau nicht auf ihren Mangel an Reizen zurückführen, sondern Schöne Ichuhe Palleonin auf ihre Unnahbarkeit, und darum mit Stolz buchen. So kann man auch auf seine Mängel eitel sein. Es kommt nur auf die Betrachtungsweise an. Mit zunehmendem Alter wachsen unsere Ansprüche bei der Wahl eines Ehepartners. Nur Jugend sieht Helenen in jedem Weibe. So scheint es, daß das Alter nur die Augen für die Mängel anderer schärft, für die eigenen aber kurzsichtig macht. Kunstgewerblerin Voraussetzung ist für eine Kunstgewerblerin, die Gegenstände des täglichen Bedarfs nach eigenen Ideen entwirft und herstellt: künstlerische Begabung, handwerkliche Ausbildung, praktischer Sinn und Erfahrung. Ferner: Zeichentalent. Farben und Formensinn, Geschmack und Handfertigkeit. Gute Allgemeinbildung, Fleiß, sowie kaufmännische Fähigkeiten. Der Konkurrenzkampf ist gerade hier sehr scharf und durchschnittlichen Begabungen darum abzuraten. Arbeitsgebiete? Musterentwurf für Pavier= und Textilindustrie, Modezeichnen, sowie Modellentwürfe für Kleider, TheaterSchwarzweiß als Haarfarbe wird von englischen Haarkünstlern propasiert. Dunkle Wellen oder schwarzer Haarmuck auf gebleichtem Haar sollen einen pikanten Kontrast geben. Die kleine Sva Roman von C. Fraser=Simson. Verlag Georg Müller=München. Printed in Germany. 19—— Das Geräusch im Haus näherte sich. Er blickte aufs neue zur Dachrinne hinauf. Sollte er sich an ihr entlanghanteln in der Hoffnung, irgendwo ein offenes Fenster oder ein Dach zu finden? Eben schickte er sich dazu an, als ihm schnell näherkommende Schritte anzeigten, daß es zu spät war. In dem unwillkürlichen Instinkt sich zu verbergen, ließ er das Fenstersims los und schlüpfte in das Badezimmer. Er war noch kaum drinnen, als die Tür seines Wohnzimmers ausgerissen wurde und eine Flut von Licht durch den ganzen Raum strömte. 8. Kapitel. Eva preßte die kostdaren Papiere an sich. Die Schritte näherten sich vom Speisezimmer her. So war sie also in der Falle. Was sollte sie tun? Sie stand neben der verschlossenen Tür. vom übrigen Zimmer war sie hinter der spanischen Wand verborgen. Ihr Mut kehrte zuück. In einem Augenblick hatte sie das Licht abgedreht und das Schiebetürchen über dem Schalter geschlossen. Dann fühlte sie sich der Wand entlang von der Tür weg in der unbestimmten Hoffnung, irgendwo sich selbst oder wenigstens die Papiere verstecken zu können. Während sie so mit der Hand an der Vertäfelung herumgriff, trafen ihre Finger auf einen kleinen vorspringenden Knopf. Auf diesen Ausweg hatte sie ganz vergessen. Schnell drückte sie auf den Knopf. Als das Licht ausging. hatte sie eine Stimne sagen hören:„Da drin ist jemand“, und Creasons Antwort: „Macht nichts, wir haben ihn in der Falle. Ich habe die andere Für abgesperrt und die Schlüssel eingesteckt.“ Dann wieder die indere Stimme:,Bleib hier stehen, während ich nach dem Lichtchalter suche. Hast du keine Zündhölzer? Meine Taschenlaterne geht nicht.“„ Das waren die letzten Worte, die Eva hörte. Eine Tür öffnete sich in der Vertäselung und ließ sie durch. Während sie ein Zündholz anstreichen hörte hatte sie schon die Tür wieder geschlossen und von innen versperrt. Erst jetzt traute sie sich auszuatmen. Eine Sekunde noch stand sie still. Sie börte, wie Creason außen vorbeiging und an der Vertäfelung nach dem Lichtschalter herumtastete. Dann einen leisen Knacks, als er das Licht andrehte. Länger wartete sie nicht, sondern wandte sich um, schob einen Vorhang zurück und stand jetzt in der Geheimkammer des Schlosses. Früher einmal hatte dieser in die Mauer eingelassene Raum als wirkliche Geheimkammer gedient, jetzt wurde er als Wandschrank für Musikalien gebraucht. Die Tür in der Vertäfelung war nicht mehr unsichtbar, aber doch nicht leicht wahrzunehmen, wenn der Sucher nicht wußte, daß sie da war. Nur der vorspringende Knopf und die Haspen verrieten, daß hier ein Eingang vorhanden war. Eva fühlte eine tiese Dankbarkeit, daß sie zu Creason nichts davon erwähnt hatte, als sie ihn im Schloß herumführte. Nur ein Zufall, daß es nicht geschehen war. Eine enge steile Treppe führte in die Gewehrkammer im untern Stock, endigte aber etwa drei Fuß über dem Boden. Eva eilte die Treppe hinab und wagte den Sprung. Dann hinaus durch die Tür in den Garten, eine nicht mehr zu beherrschende Angst hinter ihr her. Es schneite leicht, aber sie bemerkte es nicht einmal. Sie rannte über die Wiese, zwängte sich durch Gestrüpp, kletterte über einen Zaun, erreichte die Straße und senseits den Wald. Hier hielt sie atemlos an. Jetzt erst fühlte sie, daß sie keine Schuhe anhatte. Mit dem Atem kehrte auch ihre Besinnung zurück. Sie segte den Schnee von einem Baumstumpf und Die unschätzbaren Papiere hielt sie noch immer gegen ihre Brust gedrückt. Zetzt stopfte sie sie zwischen Haut und Sweater. Hier waren sie sicher. Nun aber galt es zu überlegen, was sie tun sollte. Hatte es einen Sinn, so blindlings davonzulaufen: Nein, sie mußte zurück, ihre Leute alarmieren und die Eindring= linge unschädlich machen. 8 Sie hatte sich von dem Baumstumof erhoben, um diese Absicht zur Ausführung zu bringen, als ihr plötzlich ein neuer Gedanke kam. Wenn sie Lärm schlug bemächtigte sich natürlich die Polizei der Angelegenheit und der Umstand, daß Peter so leichtsinnig mit den Akten umgegangen war, konnte bekannt werden. Das war vor allen Dingen zu verbindern. Außerdem zweifelte sie keinen Augenblick, daß Creason viel zu klug war, um sich einen Einbruch nachweisen zu lassen. Wahrscheinlich war er längst wieder in seinem Zimmer ooer konnte behaupten, er hätte ein Geräusch gebört und wäre auf der Suche nach dem Dieb gewesen. Sicherlich würde er sich irgendwie herausreden und dann auch wissen, daß die Papiere in ihrem Besitz waren. In welche Lage brachte sie sich dadurch und wie sollte sie dann noch Petei die Papiere zukommen lassen? Sie war jetzt fest überzeugt, daf es Creason nur um diese Papiere zu tun war. Auch was sie nun zu tun hatte, war ihr klar. Unbemerkt in ihr Zimmer zurückschlüpfen und Creason am Morgen entgegenzutreten, als ob nichts geschehen wäre. Dann so balb als möglich mit den Papieren nach London sich davonmachen. Die Rückkehr ins Haus war für Eva weit schlimmer, als es das Davonlaufen war. Vor allem fühlte sie sich völlig durchfroren. Ihre nur durch Strümpfe geschützten Füße waren durch den Schnee gänzlich empfindungslos geworden. In der Aufregung der Flucht war ihr das bisher kaum zum Bewußtsein gekommen. Aber es war etwas anderes, vor der Gefahr zu fliehen oder ihr entgegenzugehen. Einmal zauderte sie und wollte nicht weiter. Sie fühlte, daß es über ihre Kräfte ginge, das Haus zu betreten. Nur der Gedanke an Peters Briefe, deren Sinn ihr jetzt nur zu offenbar war trieb sie weiter. Er hatte ihre Hilfe angerufen, hatte in ihre Hände seine Ebre seinen guten Namen gelegt, vielleicht sogar sein Leden— aber diese Vorstellung schob sie gewaltsam von sich weg. Im Hintergruno ihres Bewußtseins lauerte eine wachsende Angst was ihm zugestoßen sein könnte Jedenfalls durfte sie jetzt nicht versagen, da Peter zum erstenmal sie wirklich brauchte. Wenn er auch nur gezwungenermaßen, weil es nicht anders ging, sich um Hilse an sie gewandt hatte, war ihre Verantwortung deshalb doch um nichts geringer. Unter solchen Gedanken war sie bis zum Rasenplatz gekommen. Sie späbte hinüber, wo ein dunklerer Schatten die Lage des Hauses ankündigte. An einem der Fenster des großen Wohnzimmers zeigte sich ein schwacher Lichtschimmer. Eva wußte, daß die Stehlampe sich in der Nähe des Fensters befand und vermutete, daß die Eindringlinge beim Suchen den Vorhang beiseite geschoben und nicht wieder ganz vorgezogen hatten Das gab ihr insofern Sicherheit, als daraus zu entnehmen war, daß sie sich noch immer im Wohnzimmer aufhielten. Wahrscheinlich hatte ihre Abwesenheit vom Haus, die ihr so lang erschienen war nur wenige Minuten gedauert. Sie lächelle triumphierend, als sie an Creasons Verblüffung dachte, der sich das Verschwinden des Feindes nicht erklären konnte. Währent sie das noch dachte, ging das Licht aus. Fortsetzung solot Mein Mann geht ohne Hut Von Else Maria Bur. Es ist heiß und mein Mann geht ohne Hut. Er geht ein bißchen spazieren und steht sich die Fenster an. Krawatten locken hn, er vergleicht zehn Schaufenster. Dann entichließt er sich zu einem Warenhausbeluch: denn eine Wetterwolle steht zum Platzen reif über der Straße. Nun pendelt er, Hände bequem auf dem Rücken, langsam durch die Stände des Erd„Bitte, wo sind Bürsten?“ wird er von einer eiligen Dame gefragt.„ „Ich denke, am Bürstenlager“, sagt er würdig, ein bißchen erstaunt. Die Dame mustert ihn unmutig, sagt aber nichts weiter. Sie hat es zu eilig. bleibt bei den Stoffresten stehen und berrachtet mißbilligend den Lappenkram und die Masr 1.cet. de Aasfir. Pest. Jn.. and diet ab i, ean.. Mann Rtete„brrr“— Aber das Mädchen ist doch hübsch! Er sagt, sehr höflich:„Soll es für Sie sein?“ 39— Die Schönhettskönigin als Predigerin ssfin bas innkärte her groben Welt an. Ich e Sbotecd. 2. Ji. Seigzie hais. Tidings Tabernacle“, mit einem weißen Kleid angetan und mit einem klei Nacken; das kurze Haar hat nämlich im nact uit. Scpiser., Glch., Heteile, Schwester Edith erzählt täglich ihren vielen Zuhörern von ihrer Bekehrung. Die Gottesdienste. die die junge Evangelistin abhält, sind gefült mit Gläubigen, und.:3 ereleneg Priesterin. Sie weinen und singen, schluchzen wie in einem Theater. Ein Korresponden der vor kurzem einem solchen Gottesdienn der Schwester Edith beiwohnte, zitiert folgende Stelle aus ihrer Predigt:„Auch ich gehörte der großen Welt an. Ich liebte es, bewundert zu werden, zu tanzen und Karten zut spielen. 3ch hatte frshiche, Veranstaltungen in meinem Heim in Pine Bluf# in Arkansas. Ich ging in kostbaren Kleivern und schmückte mich mit Juwelen. Ja, schminkte meine Wangen und meine Lippen. Aber dann befreite mich de. er von allen Wünschen dieser Welt. Als ich erlöst wurde, warf ich meinen Lippenstift weg, kaufte meine Juwelen und gab das Geld der ab, die aus dieser Welt stammten, un2 den Gaerek. Sachise. de Schel Ke: G 9bs 1ie bais Keteie 85i: kleine, weißhaarige, Greisin. Sie weinte vielfachen Millionärs, Schwester Sdith, in M agermihse Busdke die eiäiche Sahte heit Amerikas zu repräsentieren. er üer eeie Pece ee e Imdlmet-Wlocert. Seülte „Aber das ist kein richtige. Stoff für Sie, mein Fräulein! Nehmen Sie blau, ein Sie meinen?“. Das Mädchen wird unsicher und legt den Rest wieder zum Haufen. Nun hebt es einen blauen Stoff herbor und hält ihn sch anz Srhegz,. K ani. steht es vor einem Spiegel—— Jetzt will es meinen Mann fragen. Aber der ist inVeim Seisen, und Parfümerielager findet Sarches se 3ich. aie Kter Seih fragt mein Mann. 7a: bagz is nicht Bllg— malat er. „Wenn Sie selber schon saggen!“ Sie lacht belustigt auf.„Werde ich also libber nicht kaufen.“ Gut sortiert eind die Vorrdte der Parfümerle Höcker Ein Bic um Tümertloge denöligen. Dazu kann er entschieden nichts tun. Er geht weiter, zur Rolltreppe, und läßt sich hinauftragen.„Wie nett die Frauen alle zu mir sind!“ geht es ihm durch den Kopf. Wo er stehen bleibt, schwatzt ihn eine an. Er nimmt den Taschenspiegel vor und zupst den Krawattenknoten zurecht. Drüben sind Herrenhüte. Was eiggpiäke, err,#ozeatag kostet? Er geht zum Tisch mit den teuren Stücken und betrachtet gemachlich. Seben Sie mal, kleidet der Hut?“ fragt ein jugendlicher Geschlechtsgenosse. Mein Mann tritt mit einem Blicke zurück, wie man ein Gemälde betrachtet.„Ich finde ihn für Sie ein bißchen groß“, begutachtet er Und wovon lebt der Hund? Der Mensch lebt nicht vom Brot allein und sein Hund schon gar nicht. Nach diesem schönen Grundsatz lebte mein Freund Mager viele Jahre, erst ohne Hund,— dann mit Hund. Eines, Tages aber hat sich der wohlbeleibte. Herr Meyer von seinem Hund überzeugen lassen, daß eine gesunde und zweckmäßige Ernährung die Grundlage für das Wohlbefinden eines jeden Lebewesens ist. Er Bich Mel echihen eite e wurde der Hund dann.„Zeigen Sie mir mal was Andres! Mann. Aber er schon zu einem Hütchen und reicht es. „Das ist ein Hü—itchen!“ schnalzt er und „Finden Sie?“ Der Käufer siecht sich sorgenvoll an. Das tut er sehr lange. Inzwischen ist mein verschwunden, um eine Ecke. Koffer, Ta schen, Lederwaren——— Nein, das riecht nicht gut, dafür hat er kein Interesse. Draußen donnerts. Draußen ist es schwarz wie die Börse. Was kann man da tun! Man muß sich doch irgendwo erheitern. Krawatten! Ja. zu den Krawat ten! Duß man des Leben= ,nzegee einem Fetzchen Seidenstoff Man kann nicht immer nur schwarz sehen. In der Krawattenabteilung geht es ihm aut. Er bat das blinde Vertrauen der Käufer. Als er betrachtend bei einem Stapel steht, aus dem man sich die leidnen Binder etwas zerknüllt, aber noch unmer beloretio Jür: Secg=ser gz.. 3: zieht, wird er wieder nach dem Preise gefragt. Jetzt muß er etwas Entscheidendes Fünfzig Pfennig das Stück!“ „Alle?“ ist die zweifelnde Gegenfrage. „Durch die Bank. Zum Aussuchen—— Es wird sehr lebhaft um den Tisch; eine Verkäuferin kommt herbei und starrt mei„Fünfzig Pfennige das Stück, Fräulein Müller!“ diktiert er mit vornehmen FingerDann hat er es plötzlich sehr eilig, in einen Fahrstuhl zu kommen. Wo es nicht weitergeht, steigt er aus. Das Schickhsal will, daß es zuerst die Töpfe emaille, eher eine Schuttablade, zu.„Aussuchen abgeladen worden; von da kommt der Höllenspektakel. durch eir Frauenband gehen! Wie sich stoßt. auf dem Tische und um den Tisch! Verkäuferinnen siochern harthörig mit. „Groß!“„Nein, das ist zu hat eine Beule!“—„Dafür ist es 1a—— „So groß darf die Beule aber nicht sein Und dann kommt das Langerwartete: Bitte, mein Herr. was kostet der Kessel? Er hat keine Auszeichnung! Kaufen auch Sie den guten lecker-Kaffee Hochnemliche 3001 ¼ PId. 80 P: Gochfein, aromalißh, erglebig welete Kanses::„87 10 go 15 Kaffeerößlerei Hermann Sfecker Detmold, Gange Str. 79. Tel. 2165 gegenllber dem Olesitbleicenn Berühmte Frauen=Büdnisse. Hergogio von Zulland Heitere Ehesprüche Der Ehering ist weder ein Rettungsring noch ein Schlagring. Das sollte man nie vergessen. Die Ehe ist keine Festung im Belagerungshaber, keine Ausfälle und keine geheimen Ausgänge. Wenn man eine Ehe eingehen will, soll man seine Verhältnisse ordnen. Auch die lebendigen. * Die Ehe ist kein Theater. Man kann sich also„ungeschminkt" die Wahrheit sagen: Zuschauer sollte es infolgedessen auch niat ge ben, ebensowenig einen Streit darum, wer die Hauptrolle spielt: Souffleure und Souffleuen sind überflüsig. Humor des Auslands. Die kluge Hausfrau kauft ihren 0 Kaffe nur in dem altbekannten Geochalt J. Kaul Mein Mann guckt bedauernd. Nur ein Wasserkessel— wenn es ein Fleischdämpfer wäre, eine Kuchenschüssel, ein Fischtelel.. „Zwanzig Pfennia— faat er obenhin. Die anderen Töpfe auch? „Alles, was nicht besonders ausgezeichnet ist!“ Es murmelt sich ,vn Zwanzig Pfennige? ein wilder Krach geht los——— Als mein Mann schon weit, weit ent sagen wir: entspaziert, ist der Larm noc zu hören. Wie aus einer Kesselschmiede. Aber das Gewitter ist entschieden vorbei. Und er verläßt die Stätte seiner Wirk Woher ich es weiß? Mir erzjählt er solche Sachen ja nicht haargenau.—— Ich habe heute den Verkauf im Warenhaus ein bißchen unterstützt“, sagt er nur. „Der Bau dieses Tunnels hat 3 Millionen .5 Frihz, otek isr er auch behur teagete. Ihre Porträts, Inaustrie-, Reklameund Aendid altspholographen lie'ert Ihnen in bes'er Auslübrung Paul Beckmann, ee Rusentbol B. Fornagr 98.00 Ins des scholten Seiteis-.-ind immer freßunlustiger, und der Spürsinn, über den sich Herr Maver anfänglich so freuen konnte, ließ immer mehr ach. Da eröähtutg er Pis g, Lien Pan; daß er mit dem Hund einen schlechten Kauf gemacht hätte. Leider hatten wir alle keinen Hund und deshalb auch keine Ahnung, wie man so ein Tier behandeln muß. Ich war längere Zeit verreist und gar nicht mehr an Herrn Mayer und seinen Unglückshund. Vor einigen Tagen traf ich ihn auf einem Spaziergang. Der wegen seiner Bequemlichkeit stadtbekannte Mayer draußen im Wald!— Er war wie ein riche tiger Sportsmann angezagen, und sein Hund sprang gleich freudig an mir hoch.„Ihr 1e10 wöhl beide in der Jungmühle gewesen? fragte ich ihn lachend.„In der Jungmühle ja nun gerade nicht; aber wir haben unseren Speisezettel nach Vernunftgründen umgestaltet, und den Erfolg siehst Du ja.“ Ich stellte nun natürlich tausend Fragen. Da be gann dann Freund Mayer mir die Geschichte seiner Wandlung zu erzählen, die eine Ge schichte seines Hundes ist. kommen. Seinen Hund hatte er mitgenommen. Am Stammtisch, den er bald gefunden hatte, klagte er einem neuen Freund sein Leid.„Ja, haben Sie denn noch nie etwas von Nagut gehört?“ hat der ihn Das hatte Mayer nun allerdings und so schlug ihm sein neuer Freund vor, die Lagenser Nagut Kraftfutterwerke zu besich tigen.— Und da hat er dann begriffen, daß sein Hund sa krank sein mußte, und daß er das ändern könnte.“ Sieh mal,“ sagte er mir,„ich und mein Hund hatten ja und haben es ja auch setzt noch, viel zu wenig Bewegung. Da kann ja vom Körper die viese Fleischnahrung mit ihrem hohen Eiweißgehalt gar nicht verdaut werden. Ich habe mich über den scharfen Geruch und die widerlichen Ausdünstungen meines Hundes gewundert. Ein Hund atmet sehr viel mit der Haut. Und wenn da so halbrerdautes Zeug ausdünstet, dann muß das Fell ja struppig aussehen und riechen. Und gebratenes und gewurztes Fleisch, das muß den besten putt machen und Verdauungsbeschwerden hervorrufen. Nein, ein jeder Organismus braucht den richtigen Aufbau. Es gibt 1. chemische Grundstoffe, die bei der Ver brennung eines Tierkörpers zurückbleiben und den lebenden Tieren natürlich rege mäßia zugeführt werden müssen. Diese Grundstoffe sind in den Nagutpräparaten unzerstört enthalten und kommen den Hunden in leichtbekömmlichen Hundekuchen,„Hundekeksen und besonders präpariertem Welpenfutter zu. So ein Hundekuchen ist rund und hat eine rauhe, poröse Oberfläche, die ihre großen Vorteile hat; denn durch eine, reuhe Oberfläche kann man die Zersetzungsgase des Backprozesses foft vollständig entfernen und die Bekömmlichkeit solcher Backmischfutter stark erhöhen.—6 Nagut alle Nährstaffe in Sist, einteg, otzwe schänen Liogerland ge dem richtigen Mengenverhältnis enthält es der Hund zu seinem Körperaufbau und zur vollen Krastentfaltung braucht, sagte ich Nagut ist aber auch leicht verdaulich und verursacht keine Verdauungsbeschwerden. Und nicht zuletzt ist Nagut sehr wohl schmeckend und bietet für die Gesundheit meines Hundes die beste Gewähr. Schon nach wenigen Tagen war er gar nicht mehr zu bändigen und wollte mehr zu Hause liegen. So mußte ich mit ihm in die Berge des Teutoburger Waldes wandern. Meinem Hund habe ich es zu ver danken, wenn mir die Augen für die Schönheit meines Vaterlandes gufgegangen sind. Unterwegs haben wir uns beide aus dem Hundekeks, Hundekuchen und Welpenfutter gibt es schon in 1 und 2 Pfund=Packungen, worin man ihn bequem mitnehmen kann Wie oft bekommt Dein Hund denn seinen Kuchen?" war meine nächste Frage.“ Ein ausgewachsener, Hund, bekommt Tage, am besten abends, seine Portion Hundekuchen. Mittags füttere ich meist Gemüse, und alle paar Tage gebe ich iym noch einige Fleischbrocken dazu. Welpen und Junghunde bekommen ein besonders leicht liches Welpenfutter, das man ihnen 3—4 mal am Tage gibt. Ich habe mir übrigens in den Lagenser Nagutwerken einen jungen Bernhardiner ge kauft, der prächtig gedeiht, und gerade Rasse ist besonders schwierig „Handeln denn die Leute auch mit Lieren? fragte ich darauf.„Das natürlich nicht: aber es ist besonders instruktiv, wenn der Fabr kant seinem Kunden zeigen kann, daß mit seinem Futter gute Erfolge zu erzielen sind. Da will ich Dir noch ein gier getzit Du den Bernhardinerzwinger mit Bewohnern. Di Hündin ist eine rührende Mutter. Und die Kleinen?— na meiner gedeiht ja prächtig. Hier siehst Du noch eine deutsche Dogge und einen Drahthaar=Foxterrier nebeneinander die beide dem Besitzer gehören. Man muß als Futtermittelfahrikant eine groge Liebe; Tieren haben und muß sie auch können. Zu allem was Erfolg haben soll, ge hört eben ein Hineindenken in die...“ Ic) unterbrach lachend„Seele, des„Zrmogi, Mayer schien darüber nicht böse.„Ich wollle zwar sagen in die Materie, aber in Bezug auf Hundefutter hast Du schon Recht, in di Seele des Hundes, oder richtiger, es gehö dazu ein Verstehen des Aufbaues seines Bör: pers und seiner Organe. Hier noch die Ge der Werke. Ein mächtiger Kom vlex, und darin werden nur Hundekuchen gebacken?"„Nein, es wird auch Schweine: und Geflügelfutter hergestellt. Bevor sie den Handel kommen, werden auch sie 11 eigenen Versuchsställen ausprobiert. Und sicher werden den Hühnern und Schweinen die Nagutpräparate eben so gut bekommen wie meinen Hunden ihre Hundekuchen und Hundekekse". Wir verabschiedeten uns. Mayer und sein der Stadt zu. Und ich dache noch lange an Handetachen mi einer raudten obersäche 6 viel Lebensfreude zu verdanken hat. E. Rodemald das Biomberger Bettenhaus bekannt als gut und bi.lig, emplichlt seine langjährig bewährten Qualitdten in Inleits, Betlledern und Daunen Betienkauf ist Vertrauenssuche! Donnerstags von vier bis sieben Roman von Siegbert Kleemann Elftes Kavitel. Georg las diese Zeilen, ohne ihren Sinn zu ergründen. Er las sie mehrmals hintereinander, er las sie Wort für Wort... aber er begriff sie nicht. Alle aufgeregten Menschen setzen bei Abfassung einer Erklärung bestimmte, zum Verständnis der Dinge notwendige Kenntnisse voraus. So auch Inge. Aber Georg mangelte es logischerweise an jeder Kenntnis. Er brütete stumpf vor sich hin. Träumte er etwak Er schlug mit der Faust auf die Schreibtischplatte, daß Bleistifte und Federhalter herumwirbelten und sich die Haut seines Mittelfingers abschürfte. Nein, er war wach. Allmählich dämmerte in Georgs Hirn eine Ahnung, eine schreckliche Vermutung—— Inge und Dießen! Seine Frau, die Geliebte ihres ehemaligen Chefs! Er, Georg Overberg, lief mit einem prächtigen Geweih umher, he?! Aufbrüllendes Lachen, das schauerlich widerhallte. Tann krampften sich seine Kinnladen zusammen, daß die Zähne knirschten. Wut, namenlose Wut, die sich steigerte, an Vorstellungen erhitzte, Vorstellungen von aufwühlertscher Deutlichkeit. Sie umnebelten seinen klaren Verstand schlimmer als eine alkoholische Vergiftung, entzündeten sein Blut, daß es brannte in eifersüchtigem Haß, und in rasendem Zornesausbruch sprang er auf und tobte durch das dimmer. Plötzlich taumelte er auf die Couch und grub den Kopf in die Polster. Der haßglitzernde Blick zerrann in den Augen, zwischen herabhängenden Lidern tropften Tränen und netzten die Kissen. Er, der das Weinen nicht kannte, als eine des Mannes unwürdige Schwäche verachtete, weinte... Schmerz durchflutete seine Brust, daß sie sich unter heftigen Atemstößen hob und senkte, aber er schenkte keine Linderung, bohrte und peinigte! Inge! Während der ganzen Nacht fand Georg weder Ruhe noch Schlummer. Sofort nach ihrer Einlieferung ins Berliner Polizeioräsidium wurde Inge einem offiziellen, sehr eingehenden Verhör, dem der kürzlich zum Kriminaldirektor ernannte Herr Binding beiwohnte, unterzogen. Inge wiederholte zunächst die dem Kommissar bereits bekannte Erzählung, fügte nichts hinzu, nahm auch nichts zurück. Sie versicherte nochmals, daß sie Dießen nicht getötet habe, auch nicht verwundet. Als sie seine Wohnung verlassen, habe er noch gelebt. Der Kriminaldirektor versuchte des öfteren Zwischenagen zu stellen, Einwendungen zu erbeben; aber ein vielagender Blick Wulffs verschloß ihm jedesmal die Lippen. Der Doktorkommissar befolgte eine besondere Taktik. Er wollte vor allen Dingen feststellen, ob sich die Verhafteie ohne weiteres in Widersprüche verwickelte. Entsprang ihre Schilderung einer plötzlichen Eingebung, um unvermeid sa Schuldlosigkeit vorzutäuschen, war das unvermeidlich. War die Erzählung jedoch seit langem, für etwaige Fälle, zurechtgelegt, würde sie einem späteren Kreuzverhör kaum standhalten. Und dann gab es noch eine dritte Möglichkeit. Frau Inge Overberg sprach zwar objektiv die Wahrheit, war aber dennoch an Dießens Tod schuld. Sie hatte ihm— Wulf neigte im Augenblick sehr stark zu dieser Annahme— in der Notwehr, ohne sich der Tat bewußt zu sein, den Dolch ins Herz gestoßen. So etwas kam vor, wenn auch selten. Zu prüfen, wieweit diese Möglichkeit als Tatsache in Betracht zu ziehen sei, dünkte den Doktorkommissar nicht allzu schwer. Nur dürfte man die Absicht nicht durchblicken lassen, die Verhaftete durch keine unnötigen Fragen verwirren oder beeinflussen. Als Inge ihre Erzählung beendet hatte, winkte Doktor Wulff den ebenfalls anwesenden Kündig heran. „So, Frau Overberg, wollen Sie uns, bitte, einmal demonstrieren, wie sich die Szene zwischen Ihnen und Dießen abspielte.“ Er reichte ihr den Brieföffner, der die Mordwaffe vorstellen sollte, und geleitete sie zur Tür, welche ins Nebenzimmer führte. Er sprach, ohne Inge aus den Augen zu lassen:„Kündig umklammert jetzt mit seinen Armen Ihre Schultern!— Die Tür dort rechts führt in den Korridor!“ Kündig tat wie ihm befohlen, ein wenig geniert und sehr vorsichtig. als könne er die Verhaftete zerdrechen. Wulff rief ärgerlich:„Stellen Sie sich doch nicht so dammlich an, Kündig!" Der grinste. Da wurde der Kommissar saugrob, fluchte und wetterte wie ein Filmregisseur mit seinem Vonvivant vor der Großaufnahme. Wulff datte mit diesem Manöver einen doppelten Zweck erstrebt und erreicht: Frau Overberg vollständig abgelenkt und festgestellt, daß sie unter gewissen Voraussetzungen sehr leicht zu beeinflussen ist.„Nochmals!“ kommandierte er. Kündig machte seine Sache diesmal auch nicht viel besser. „Frau Overberg, vergegenwärtigen Sie sich die Situation. Ich. Dießen. will Sie durch diese Tür drängen—“ „Patzer!“ knurrte Wulfs.„Ich werde die Rolle selbst übernehmen!“ Langsam, mit suggestiver Betonung: „Frau Cverberg, vergegenwärtigen Sie sich die Situation. Ich. Dießen, will Sie durch diese Tür drängen— Sie wehren mich mit dem Dolch in der Hand ab.“ Wulff packte Inge kräftig an. Er war nicht nur ein Kriminalist, er war auch ein guter Schauspieler. Seine Augen funkelten sie unheilverkündend an. Beeinflußt von seinen Blicken und Griffen, setzte ihm Inge die Waffe auf die Brust. Mit einem Ruck(entsprechend Inges Schilderung) fielen seine Arme herunter.„Verzeihen Sie mir!“. Er gebrauchte dieselben Worte wie Dießen. Der Brieföffner klirrte zu Boden, und Inge stürzte zur Tür. Die Szene wirkte echt und erschütternd. Inge war geraume Zeit nicht zu beruhigen. „Also... falsch kalkuliert!“ resümierte der Doktorkommissar mit leisem Bedauern.„Schade! Welches Gericht wird ihren Unschuldbeteuerungen Glauben schenken? Das Nev der Indizien ist so engmaschig, daß sie kaum entschlüpfen kann. Unbewußte Tötung— Affekthandlung— Notwehr— gestützt auf die Demonstration, salls sie geglückt wäre, gestützt auf wissenschaftlich wohlfundierte Sachverständigengutachten, plus juristisch gewandtem und rhetorisch mitreißendem Plaidoyer eines namhaften Verteidigers— Grebslas zum Beispiel— und ihr Freispruch stünde mit 90 Prozent Sicherheit zu erwärten. Aber so—?“ Der Kriminaldirektor räusperte sich vernehmlich. Wulff flüsterte ihm ins Ohr: „Wäre es im Hinblick auf die Abgespanntheit der Verhafteten nicht zweckdienlich, das Kreuzverhör auf morgen zu verschieben?“ Bindings Miene drückte unverhohlenes Erstaunen aus.„Aber verehrter Herr Doktor! Das ist doch rein psychologisch der günstigste Augenblick. Widersprüche zu ermitteln, die Wahrheit zu ergründen, ja, eventuell ein Geständnis zu erlangen.“ Olle Kamellen, mein Lieber! Sind mir zur Genüge bekannt! Aber es gibi keine Regel ohne Ausnahme!— Diese und die folgenden Gedanken ließ Wulff jedoch nicht laut werden: denn dank dem unerforschlichen Ratschluß einer hohen Behörde war Kriminaldirektor Binding sein Vorgesetzter. Du bist vielleicht ein guter Verwaltungsbeamter, nein bestimmt, aber gerade aus diesem kühlen Grunde ein Schemamensch. Hast allenfalls Paragraphen im Kopf und sprichst, wie der Blinde von der Farbe, über Psychologie. Daß ich nicht lächle! Es war ihm aber alles andere als lächerlich zumute. Eine seltsame Unsicherbeit hatte sich seiner bemächtigt— eine unerklärliche Unruhe. Die Wahrheit ergründen? Als wenn das so einfach wäre. Da liegt nun das arme Wesen mit ängstlich geweiteten Angen im Stubl wie der Hund aus dem Seziertisch. Und dann erscheinen die mehr oder minder gelehrten Herren mit dem Messer— rirarutsch!— und schon erklären sie: Das ist die Großhirnrinde, ein Organ. dessen Beteiligung die bedingten Reflexe bewirkt— auf deutsch: die gedanklichen Wirkungen auslöst. Es gilt, kurz und bündig gesagt, festzustellen, welcher der Reflexe den Tod des Direktors. Dießen verursacht hat. Schutzreflex? Geschlechtsreflex? Futterreflex Hol's der Teufel! Der Kommissar fuhr mit einer raschen Handbewegung durch den braunen Haarschopf. Plötzlich kam ihm eine Erleuchtung. Meine Angelegenheit? Bewahre! Ich habe meine Pflicht getan! Mag der Herr Untersuchungsrichter sich nun den geehrten Schädel zerbrechen. Punktum!— Presse?— Tatsachenberichte! Verhaftete ist laut eigener Aussage bei Direktor Dießen gewesen. Will in Notwehr den Dolch gezückt, aber nicht zugestoßen, geschweige denn getötet haben. Meine Ansicht?— Achselzucken!(Welche Ansicht habe ich wirklich über den Fall?) Sache weiterer gerichtlicher Untersuchung. Wofür bekommen die Herren in Moabit ihr Gehalt? Und Dr. Wulff handelte entsprechend. Doch es war ihm nicht recht wohl dabei. Er hatte sich einen Dorn aus dem Finger gezogen, aber ein Stachel blieb zurück. Pochte und schmerzte. Zwölftes Kapitel. Julius Baumann, Vertreter auswärtiger Firmen, hatte an einem von der Berliner Schachgesellschaft E. V., Charlottenburg, ausgeschriebenen Schachturnier teilgenommen und war als vierter Preisträger aus dem Wettstreit hervorgegangen. Den Erfolg hatte er am Mittwoch mit einigen Klubkameraden ausgiebig gefeiert und war erst gegen Morgen in das eheliche Heim zurückgekehrt. Was Wunder, daß er Donnerstag verspätet am Frühstückstisch erschien? Christel zog die Mundwinkel herab:„Der Kaffee ist kalt, die Eier sind kalt. Sag mal: das Wort Rücksicht existiert wohl nicht in deinem Wörterbuch?“ Statt Platz zu nehmen, ging Julius zum Bücherschrank. Christel sah ihn verwundert an. Er entnahm der Bibliothek einen Band und blätterte:„Rückprämie— Rückstaukasten— Rückstoß.“ Bedauerndes Achselzucken:„In der Tat, steht nicht drin in Kürschners Universal=Konversations=Lexikon.“ Christel spitz und zurechtweisend:„Du warst schon geistreicher!“ „Sicherlich— als Junggeselle!“ Christel trommelte mit dem Löffel wütend auf das Ei. Julius pfiff zu diesem Trommelwirbel leise die Melodie: Die Liebe— ja Liebe, ist eine Himmelsmacht. Eine Weile ertrug es die Gattin schweigend mit dem Lächeln der Märtvrerin. Dann riß ihr die Geduld.„Bitte, höre auf zu pfeifen, ja! Erstens klingt es schauderhaft und zweitens ist es ungehörig! Überhaupt— Manieren hast du in letzter Zeit angenommen—! Glaubst du, daß Georg sich seiner Frau gegenüber auch so benimmt?“ „Nein!“ entgegnete Julius im Brustton der Überzeugung. „Er ist ein Gentleman!“ konstatierte Christel. Der Gatte nickte bekräftigend mit dem Kopf.„Bestimmt! Einsach goldig! Das sind übrigens alle Männer, die man nicht heiratet.“ Das Frühstück wird schweigend beendet. Nachdruck verboten ulius zündet sich eine Zigarre an und greift nach dem Zeitungspaket neben dem Teller. Er hält aus Berufsründen mehrere Tageszeitungen. Zunächst überfliegt er ie Überschriften.„Reichsregierung berät über die Notverordnung— Kartelle und Preisabbau— Neue Zeugenaussagen im Prozeß...“ Stutzt! Liest laut:„Verhaftung in der Mordaffäre Dießen.“ „Ach!“ Christel, mit dem Abräumen des Geschirrs beschäftigt, hält inne.„Das mußt du mir vorlesen!“ „Schneller als erwartet ist es der Berliner Kriminalpolizei gelungen, das Verbrechen an Direktor Dießen aufzuklären: In den gestrigen Nachmittagsstunden verhaftete der Kriminalkommissar Doktor Wulff unter dem dringenden Verdacht, ihren ehemaligen Chef ermordet zu haben, Frau Inge Overberg aus Lankwitz.“ Kurze Pause. „Du solltest dich schämen, derartige Witze zu reißen.“ Christel ist empört und will das Zimmer verlassen, da bemerkt sie, daß Julius sich verfärbt hat und seine Hände zittern. Ihre Blicke begegnen sich und hängen sekundenlang ineinander. Plötzlich springt er auf:„Das ist ja nicht möglich!— Das ist ja Wahnsinn!" Er schreit wie ein Besessener. Julius, der Philosoph, den nichts aus der Ruhe bringt, Julius, der Stoiker, zappelt im Veitstanz und brüllt unentwegt:„Wahnsinn!" Christel wüßte auf Befragen nicht zu sagen, worüber sie erstaunter ist. Über die Verhaftung ihrer Freundin Inge oder über das Benehmen ihres Gatten, den sie noch nie so gesehen— einfach nicht wiedererkennt. In ihrer Verwirrung stammelt sie:„Ein Drucksehler vielleicht?“ Julius starrt sie blöde an.„Druckfehler?“. Dann im plötzlichen Verstehen:„Weib, das ist der erste vernünftige Gedanke, den du während unserer Ehe geäußert hast.“ Und schon durchwühlt er die anderen Zeitungen. „Inge Overberg!" Der Name springt ihm aus sämtlichen Pressenotizen entgegen. Er sinkt vernichtet in den Stuhl. Beklommene Stille. Des Ehepaars Hände finden sich ganz von selbst, ohne besonderes Zutun— ruhen ineinander. Und nun? Großes Fragezeichen. „Du solltest zu Georg gehen, sofort! Er wird vollkommen zusammengebrochen sein— eines Rates, eines Zuspruchs bedürfen.“ „Georg?“. Julius zieht langsam seine Hand zurück. Wie wir uns verstehen, denkt er bitter. Der alte Julius lugt wieder hervor:„Georg?— Er ist doch ein Gentleman und wird selber wissen, was er in einem solchen Falle zu tun hat.“ Ernst und mit Nachdruck:„Nein, mein Kind, wenn jemand Hilfe und Trost bedarf, so ist es Inge— nur sie— deine beste Freundin“, fügt er hinzu. Und er ging ohne Gruß. Auf der Treppe aber besann er sich eines Besseren und kehrte um. Er fand seine Frau in Tränen aufgelöst. Er streichelte begütigend ihren Scheitel.„Ich glaube, ich bin ungerecht gewesen, verzeih!“ Sie lächelte mit nassen Augen zu ihm empor. Sie hatte Zärtlichkeiten lange entbehren müssen, sie waren gleich jenem Zugeständnis eine Seltenheit in ihrer Ehe geworden. Von Wut und Schmerz hin und her gerissen, beschlich ihn nun die Angst— „Man darf Georg nicht allein lassen in seiner Bedrängnis. Aber wenn Beistand vonnöten, kann ihn nur eine Frau leisten. Deshalb, Christel, gehe du zu ihm. Ich kann dir keinen weiteren Rat geben. Dein weiblicher nstinkt wird schon das Rechte treffen.“ Er küßte sie auf den Mund. „Ich habe sie arg vernachlässigt in letzter Zeit“, erkannte er,„und doch liebe ich sie nicht weniger als früher. gewiß nicht! Ich hab' mein gerüttelt' Maß Schuld, wenn zwischen uns nicht alles so ist, wie es sein sollte Er nahm sich vor, in Zukunft zärtlicher und rücksichtsvoller zu seiner Christel zu sein und seine Zunge besser im Zaum zu halten. *** Im Morgengrauen setzte Georg seine Wanderung durch das Zimmer fort. Von Wut und Schmerz hin und her gerissen, gerüttelt und gebeutelt, beschlich ihn nun die Angst— die Scham vor der Schande. Sie wuchs riesengroß empor— hockte auf seiner Brust nieder und benahm ihm den Atem. Er war zur lächerlichen Figur geworden, die Leute würden mit Fingern auf ihn zeigen..„Seht den Gimpel!“ Wo er sich auch blicken ließ, würde er Aufmerksamkeit erregen, fragenden und verlegenen Augen begegnen, versteckte Anspielungen hören, mitleidige Phrasen entgegennehmen müssen. Offener Hohn, Spott und Schadenfreude — sie waren zu ertragen— man konnte zu ihnen Stellung nehmen. Er ballte die Hände zur Faust:„Sollie nur einer wagen!“ Aber dem Mitleid, das hinter gefühlvollen Worten nichts als nackte Neugierde und Sensationslust nur schlecht verbarg, ihm war man machtlos preisgegeben. Der verlogenen Moral, die nur die eigene Minderwertigkeit mit dem Mantel christlicher Liebe verdeckte, ihr war er nicht gewachsen, das wußte er(Fortsetzung folgt.) Lippsket Ollerlo. #lu„ de nliage Landeag- de Soot in Gefohr- Vollstreckungsschutz ienr We Pe. Pchn Fanuar 1033 unter. Teidr mit Wirkung vom 1. Januar. 1973 mit Genehnigzung der Lippisghen LandenPesterug, die. Bezlicheshns n der Keticherungssimmen Teoörst Herrn Theopold vielen Tank für vter siene juristische Unnerwüesung. E# Und hütrachte dat garnich osse Schanne, denn orste häwwe eck nicht ganz seowüet studiert we ho twödens möchte eck dok nia u., mbenzu. g. nen Minskenverstand teogunsten Wenn 55 jüic nin dok üinst uch up de Anne stie büreopen hät— hö hadde et 10 aor nich.“ dig, wenn dat oll de Staatsanwalt döe— seo Dinge niu öegentlik unangeneim e'er er wunsket es. Hö kann sück die Gebäudeversicherung auf 110 Krasenr— 100 Prozent= Vorkriagswert— herabgesetzt. Im Veres e ce is hlice eseä trägt nach normalen Baupreisen— die in letzter Zeit beobachteten Kampfpreise, die der Gebäudeversicherung in Ho. von 10 Prozent zu beantragen. Diese Nachver sicherung ist nur bei der Landesbrandverscherunggnstalt zulissg, enstercherge Anträge müssen umgehend eingereicht werden. Angesichts der wirtschaftlichen Not ist es aber auch gestattet, auf eigene Gefahr, mit Versicherungsumme von 110 Prozent um De esiehete Gescheseche. Ermähigungsanträge müssen poteen= Der sen Scheobüspek dorfir, we6 sum 1. Nat do, Jo. J Ar get ,„ t, am Falle Volt iutsenanner weilen kann Beitragsnnterschie) wird in Granzschaden, treinen Mödeln ertreme Bahle bedde man gar löenen holller göeben den Stadtmann nao'n Schubb in'n Landdag, trotzdem dat garnich meigger neudig was. Verteuggen Läon= on Gehaltsempfänger sitt' örst mol wier vor. un dösser verkehrten Vertretung iuset lippsken Vol kes hät alleo öok de grädde Hilersieg nicks annert. Eck lann mü lebhaft vürstellen, we man sück dor de Böene afläopen wärd, umme den Nan dras grspunt sten., vet e 863): au. *-chster Tüed met„ehren sangen verd. Bü der Peosi Fat pielsach, b1 der könne Adolf Hitler inn Mpereeng 58 Bü, geist für virichefüile on peltische Wunstläese, Beschascder teie dare be G enesche e wärd nich an Luien fehlen, de s5 unerbittlich an dat gemahnen werd, wat man met Pathos versproken hät. On wenn de lütche„Adolf“, nämlich Adolf Scholz es, d für sökke Fälle jümmer suen Zitat:„Hier I die Rose, springel“ teo vielfacher Verwendung prot hölt. steciseten Plaget. Leai wus Lise ig. Se er 145 be be bpeuen n un, ne e Me e e he äschen en iui Bes sessehnge ie iese es Set eck. ech-etchteret etietr ce ite eehere begenlek den Ansprüchen an denen bodenstännie gen, praktisch erfahrenen lippsken Biuern nich genügen kann. On für dösset öene Mandat hät näo seogar de Städter met sorgen mödden, süß enne unner Tuigen u gung noimen on teo dessen Bükräftigung denen achter de Uoern hobben: eck woll doch mol söen, of man baue Lat cine eistscheisi. az inz, nieme eck— on met mu wal mäncher— met lppokte Volt sit suße Herrn Tiegoald ier une füeuer volitischen is bom dene Kmaeste sat beiten oben. De lippske Landdagswayl es niu unner den Interesse der ganzen zivilisierten Welt sen veamihofen Eone sohn. Wer Ero.. den Scheolbüspel dorfür, we gründlek sück da „ e n k a n n. w e n n m e t e x macht wird. Molllische Schlageret vor Gericht Schöffengericht Hohenhausen. In der Sonnabend=Sitzung des erichts stand die politische Schlägereiz, die cHh am letzten Herbstmarkttage anläßlich eines Tanzvergnügens auf dem Engelsmeier'schen Saale abspielte, zur Verhandlung. Zu der Verhandlung selbst sind etwa 20 Personen als Zeugen v###.., Reischebanner und telle der Konmugik. etcei. sand wuischen dieser, Zlgsliehen einerseits und einigen Mitgliedern der Soo slüet nact on vlagt u, den. Seitgen, iden arimmigen Froste schutzläos prüesgieben. Kium hät de lade Wöeden süene örsten zarten Küeme dür de Eern steeken, dor fällt dösset unbarmherzige Element doröwer her. We gräot de Schaden süen wärd, löt fück so nao nick seuggen. öwer öenes es jetzt oll gewiß: seo ne gol'ne Wöedenernte we de lesten gift et llohr nich. Et schinnt seo, osse wenn de Natiuer sück rächen woll. Dossen Erntesegen hät tuse Regierung nich teo schätzen wußt. Süß bedde sä darfür sorget, dat sück de Landwertschaft doranne'n bedden erhalt hedde. Floidepuipen! Wat de Acker us meigger schenket hadde, ümm dat hät us Regierung on Händlergeschäft w büdrogen.„ 02„ V Et wunnert mü, dat man doch nao den Vollstreckungsschutz wier upnohmen on verlan gert hät. Hiver was es dat denn äok oll? kann niu wier süenen Offenbarungseid leisten on in günstigen Fällen denige„Schuldposten ümme den par Meonade heutökkeln dat es olles. De enzelne mag sück für'n blick we'n Schiffbrüchiger an dössen dünnen Bal ten fasthäolen. Für de Landwirtschaft zusgeigut es de Vollstreckungsschutz dene elende Jselshrüg gen. De Biuer es nich für Geschäftsupsicht, Kon kurs on den famosen„Vergleich“ teo Hähher, 55 well ehrleker Schuldner süen on suenen pflichtungen ehrlek nohkumen können. Nich dür Herümmekuriern an den Folgen, schiedene Maßnahmen an den Juersaken süene Röot lann enne talächlele, Hae On dorteo hort vür ollen Dingen Schuldenreg lung on Zins= on Stuggersenkung. Et worte Tüed, dat Landbund on D N B P. van dösser Regierung in oller rucken. Wenn met densülben Methoden foider regeuert wern sall, den wü iuse Unglück teo danken hät, seo kann man dorjiegen nich radikal angohn. Hoffentlek findt sück böse nugge Oppositionsfront niu endlek seo teohäope, dat Regiment an sück rüeten on teo wirkleken Upstüegen an Upbubben bünutzen kann. Den wer Rogen teo'n Söhen on Aöern teo'n Horn hät: Et es füf Miniuten vür sache, daß der größte Teil des Saalinven maliae Abgeordnete Meyer gerichtsseitig aufgefordert wurde, innerhalb einer ichen Hosten vor guß zu leisten. Am gleichen Tage aber, an dem ihm dieser Beschluß zugestelt worder auf Grund deren das Verfahten gegen mußte. Unter Variierung Schillers(„Mari Stuart") kann man insoweit in Bezug auf Redakteure des Staerckeblattes sagen:„Die Amnestie kam euch sehr gelegen.“ Seast bese. us de Beschredte Agen 15 v Beschwerdelammer des Landgerichts— und dieses wesentliche Tatbestandsmerkmal verschweigt Die Landeszekungs nsterschei= die„Landeszeitung" gewiß nich. egt den zertrümmert wurden, In Verlaufelbesen. Pelstuaß, daß sotaige der ingpschen er der seinen S.12, K. Dile.-Zur S alase Klsses anserish gewaden wir, und dasz dieam Kopfe erheblich verletzt, der Schioge. 1o..guß, wenn er schon geleistet geKrüger zag sich durch einen Sturz von dersser Hovtenggig, urügersatet werden müssn. Treope erhebliche Verletzungen ux., Diesel wesen ei, Veitz, Telsadzen iu der vonkatichen a, Verleten werden in den Stasuer/. E. Ir I. gausentelung zu fundenf Wemn Treppe erhebliche Verletzungen 5#= beiden Verletzten werden in dem Strafvereich aie Rebeulisge Pekesen. de Bie. sehr widersprechend. Das Urteil lautete gegen die Angeklagten Arbeiter Walter K. aus Hohenhausen und Arbeiter Friedrich M. aus Heidelbeck auf 60 RM. Geldstrafe, eotl. 12 Tage Gefängnis. Ferner wurden die beiden Angeklagten verurteilt, an den Monteur Otto eine Geldbuße von 50 RM. Angeklagten Zigarrenmacher B., Ziegler Heinrich und August St. und der Schmied Müller, sämtlich aus Hohenhausen, wurden freigesprochen. In Leigener Sache“? Unter der Spitzemarke„In eigener Sache" veröffentlicht die„Lippische Landeszeitung“ in ihrer Nr. 26 vom 27. Januar eine Erklärung in der durch die Amnestie inzwischen zur Einstellung gelangten Privatklagesache des ehemaligen Abgeordneten Eduard Meyer gegen ihre Redakteure Meinhard und Rottmann wegen Beleidigung. Diese Erklärung ist derartig irreführend, daß man sagen kann:„Man merkt die Absicht und man wird verstimmt." Zunächst muß einmal betont werden, daß die ganze Angelegenheit eigentlich garnicht die„Eigene Sache" der„Landeszeitung“ oder ihrer Redakteure ist, sondern lediglich den damaligen Abgeordneter Meyer angeht; denn, wie das Staercke— w r d e n B e k l a g t e n d i e P r i v a t so daß also für das Gericht dennoch entschied, daß Ehuar), Meyer die ihm persönlich erwachsenen Kosten selbst tragen habe, so mutet die Begründung dieser Entscheidung— das darf man ja wohl sagen, ohne gegen irgendeine Notverordnung zu ver— recht eigentümlich an. Das Gerich siellt sich nämlich auf den Standpunkt, es sei immerhin möglich, daß der Tatbestand der wechselseitigen Beleidigung gegeben sei. da Herr Meyer in seinen Ausführungen auch die andere Zeitung beleidigt habe. Ganz abgesehen davon daß diesseits die Tatsache einer Beleidigung der Landeszeitungsredakteur, nichtzanzgespist inr den herrscht doch in Deutschland, wie in den meisten Kulturstaaten das sogenannte„Legalistepringv...., privalbellagten Redalteure nicht, haben aber behauptet, daß ihrerlaite gegen Herrn Meyer Klage erhoben worden (H viellicht zu einem, strer. Seteunt eine Widerklage erhoben worden ware, in z mindestens zweifelhaft und entzog sich Der Beschluß st endgsilte. gegen ihn ist gesetzlich nicht vorgesehen. „„Lundergenaun U Aus den Lichtspielhäusern I Dann gehts zur Uebung! Hier Landestheater Unsere Hundertlausend. Der Leitung der Landestheater=Lichtspiele ist bei der Bekanntgabe des neuen im Anzeignteil der Zeitung ein Regiefehler unterlaufen. Während Ufa=Tonfilm„Wie sag ich's meinem Mann, Mäisese, Aaie seitellest= Khtrel zu wenig hervorgehoben. Dann gehts zur Uebung! Hier sehen wir in eine glänzend aufgenommenen Reportage ale Wassengatungen der Tjeishzg egl vollem Dienstbetrieb vorgeführt; leichte Hboaden, Preisehder urd, Pashegt ege, Baosen, Die ialege., Vrge geschen Nachbarn in s. vern,. u76, Mur sahen Flugzeuge und Tanks! Wir suh is bervorgehoben..... Latir kümmerliche Attrappen aus— Bir wollen den Regiefehler verbesern und bosur z, und dag st neven alem anderen den tatsächlich besten Film Resar, hung der tiefere Wert, gramms an die stellen! blatt selbst zugibt, war den klage noch garnicht zugestellt, so Juo—.—.— diese Herren nicht die geringste Veranlassung vor liegt, mit irgendeiner Erklärung hervorzutreten und Stimung zu machen. u Sim Aese, Vro=;. Li.r, Wert dieses prachtigen usafims Spite der Veiprechauns haß er fin ovserioster Weise auch dem Laien zu den anderen, wie mangelbaft ausgeröste unsere Reichswehr ist. Dafür ist aber der Geist der gleiche geblieben, wie e. uinserer alten Armee Jahrhunderte hindurch Tradition war. Dises Erhe liegt bei 100000 in besten Händen!— gn Märsche der alten Armee klangen auf, Lieder, die wir alle schon gesungen haben als Deutschland noch groß und, mächtig,war. Wie sag ich's meinen Mann“ mit der ent scenden Berdes.,egatrzeishalt viei Unsere Hunderttausend“, der Film aus dem Leben unsrer Reichswehr, gibt uns in knappen aber überaus überzeugenden Bildern ein Bild aus dem Leben der Büldern ein Su.-., Lag Soldaten wird in seinem vielfältigen Ablauf gezeigt. Mit den Klängen der Potsdamer Garnisonkirche, die sch mi den Hornsoradl ga., Paer ier lien Art, wie se Hundertanserde. G.3, eserg früheren Erleben kennen, ois noch der Ruf„Aufstehe"" die Schleier aller süßen Träume vom Strohsackloger zu verscheuchen Dann folgt das bekannte Bild„Kaffeeholer Situationskonik. Und gles, zieht, sich nur um eine Kleinisgleit: Herlgresferchen eng. einem Pyjama ging verloren... Eno effekt: eine Scheidungsaffäre!„ Detwolder Lichtspiele „Jonny stielt Europa“. Der Name Harry Piel hat noch nichts, von seiner Zugkraft verloren, seine Anhängerschafti ihm treu geblieben und freut sich immer wieder über die tollkühnen Pläne und verwegenen Abe teuer, in denen Harry Piel schließlich doch Sieger bleibt. Jonny stiehlt hier nicht etwa einen ganzen Erdteil, denn Europa ist der Name eines Rennpferdes, das Jonny als einziges Vesitztug, von seinem einstigen Vermögen gerettet hat. Da die Gläubiger scharf hinter Jonny her sind, um Ehm seine Europa abzunehmen, und das Pferd aup dem von edelstem Geblüt ist, befähigt, sich d ersten Preise zu holen, hat Jonny es schwer, se nen Gaul zum Rennen zu trainieren und trotz dem seinen Gläubigern immer wieder zu ent wischen. Einmal naht allerdings doch das Ver hängnis in Gestalt des Gerichtsvollziehers, und jetzt beginnt die abenteuerliche Jagd nach ekführten Rennpferd. Wenn bei dieser Jagd e amerikanische Millonärstachter(Dar Holm) sowie ein skrupelloser„Generaldirektor eines Rennkonzerns(eine glänzende Leistung Walter Steinbecks) eine Rolle spielen, und wenn außerdem Vilder von der Riviera gezeigr werden Aufnahmen von verwegenen Autofahrten un lebensgefährlichen Abenteuern mit den Verbündeten des Generaldirektors, so ist es nicht daß hier ein Filmstreifen gedreht purde, der auen Freunden Beis Gerc z. Pg. Vergessen seien auch nicht die Leistungen der anderen Darsteller und vor allem des Pferdes und Jonnns prächtigen Wolfshundes. Daß auch der Humor zu seinem Recht kommt, versteht sich bei Vanaurcie Lelaen, 2u brzer., Dex logz, stand bittet die Jollegen, sich recht an der Dienstag stattfindenden Beerdigung der verunglückten Schwiegertochter des Kolle; gen Dettmer zu beteiligen. Sammelpunkt 1.30 Uhr nachmittags vor der Friedhofshalle. Vereinskasender Voterländ. Frauenverein Heiligenkirchen. Berlebeck. Dienstag. 31. Januer, nachm. 3 Uhr: Nähen bei Fr. Kanne. Verlebeck. Bund Könsaig Luse. Jungrsiguber. Montag. 30. Januar, abends 8,15 Uhr bei N. S Frauenscaf“ Deimold. Durch die General=Mitglieder=Versammlung am Dienstag fällt der Frauenschaftsabend für diese Woche aus. eine late W.. liest, miüt urgendeiner riutung Vr.—.2—,(raugs“ ur nac dem Frühstück, Re9p,)el) Eptistungskur bestand n hat. schildert I.-A-ar: Ti. C. 5 wold Froc ur Toriag:, Bex,rig Vereinedrucert Bellage Nr. 25 Livvische Tageszeitung Detmold, Sonnlag, 29. Januar 1933 Minden=Ravensberger Bauern gehen zum König Eine wertvolle historische Erinnerung— Was die westfälischen Bauern bei Wilhelm l. und in Berlin erlebten Ueber der Geschichte des Minden=Ravensberger Landes und seiner uralten Bauerngeschlechter liegt der Glanz einer seltenen Treue zu den angestammten Herrschern Vor tausend Jahren mußte der Frankenkönig Karl der Große 30 Jahre lang kämp. fen, bis er den Widerstand Wittekinds und seiner Gefolgsmannen brechen konnte. Und wie Sitte und Art bis auf den heutigen Tag zäh bewahrt wurden, so ließen die Minden=Ravensberger auch nicht von ihrer Beständigkeit in der Treue. Als der große Friedrich im Siebenjährigen Kriege Mangel an Soldaten hatte, meldeten sich— eine unerhörte Begebenheit in der damaligen Zeit— Ravensbergische Bauernsöhne freiwillig zu seiner Fahne. Fridericus selbst erwähnt diese Preußentreue ausdrücklich in seiner Geschichte des Siebenjährigen Krieges. Und als einige schwarze Schafe desertierten— etwas durchaus Alltägliches und keineswegs Ehrenrühriges in den Heeren der damaligen Zeit—, da verstanden die Teinden=Ravensberger keinen Spaß. Die Deserteure wurden von den Brüdern und Vätern von der Schwelle gewiesen, kein Mädchen tanzte mit ihnen, kein Pfarrer reichte ihnen das Abendmahl oder nahm ihnen die Beichte ab, die Verfehmten mußten wieder zum Heere zurückkehren. Um die Heeresreform Hundert Jahre später, im Jahre 1862, kam wieder eine schwere Zeit für den Preußenstaat. Die Demokratie erhob ihr Haupt mit dem Anspruch auf Alleinherrschaft des Parlaments. Die Städte wurden„freisinnig", und ihre Abgeordneten verweigerten dem König die so bitter notwendige Heeresreform. Es war nämlich so, daß bei einer Mobilmachung alte Landwehrleute und Familien= väter ausrücken mußten, während junge militärtüchtigen Leute zu Hause saßen, weil die aktiven Regimenter fehlten, um sie auszubilden. Kriegsminister von Roon stand in der vordersten Linie im Kampfe um die Rechte der Krone gegen das Parlament. Der Landtag wurde immer wieder aufgelöst, um immer wieder mit noch stärkeren Oppositionsmehrheiten zurückzukehren. Das „Volk“ stand offensichtlich gegen den König. die Reinsager hatten eine Mehrheit von 308 gegen 11 Stimmen der Konservativen. In Minden=Ravensberg war die Konservative Partei noch im Aufbau begrissen Der Herforder Bürgermeister Strosser. der Jöllenbecker Pfarrer Volkening und andere legten erst den Grundstein zu der glänzenden Organisation, die bewirkte, daß hier in den späteren Jahrzehnten nur konservativ gewählt wurde. Aber hier regte sich auch ein Parteileben besonderer Art. Christentum und König treue waren diesen Männern das alee. Die Parteiversammlungen. die auf den Deelen der Bauernhöfe stattfanden, und auf denen meist plattdeutsche Reden gehalten wurden, begannen mit Gebet und Choral. Es war die Zeit der Erweckung. Kurz nach dem schlechten Ausfall der Wahlen zum Abgeordnetenhaus im Fruhjahr 1862 sandten die Ravensberger eine Adresse an den König, in der es u. a. hieß: „Wir möchten gern ein Zeugnis ablegen, daß unser lieber Landesvater noch immer große Scharen unter seinen Landeskindern zählt, die mit ihm jeden Schmerz und jede Freude fühlen, die von ihm nicht lassen wollen in guten wie bösen Tagen, die unberührt geblieben sind von dem Eeist, jetzt in weiten Kreisen die Völker der Erde berauscht und auch in unserem Volke viele Glieder ergriffen hat. Wir haben ja das stolze und feste Vertrauen zu unserm in Kampf und Stürmen erprobten Landesvater, daß er sich auch durch de: Ausfall der Wahlen nicht irre machen lassen wird an seinem Preußenvolke, daß Ew. Majestät die eingeschlagenen Wege unverrückt festhalten und von der Macht und dem Recht der Krone nicht das geringste aufgeben werden an die Gelüste demokratischer Majoritäten im Adgeordnetenhause. Unser Vaterland bedarf, wie Ew. Majestät es wiederholt ausgesprochen, zu seiner Machtstellung eines mächtigen Königtums, das nicht gebunden und gebrochen wird in seiner Entscheidung über die Armee und in den Fragen der auswärtigen Politik durch wechselnde parlamentarische Majoritäten.“ Worte, die für unsere Zeit gesprochen scheinen. Die 17 Auserwählten Zur Ueberreichung dieser Adresse wollte man eine Deputation an den König nach Berlin absenden. 17 Ravensberger Bauern wurden abgeordnet. Ihr Wortführer war Kolon Böckschatz aus Jöllenbeck. Beteiligt waren noch: Ebmeyer, Oldinghausen, Meyer zu Selhausen(Meyer zur Heyde), der spätere Landtagsabgeordnete, Lübke(Meyer zur Heyde), Sielmann(Riepe), Oldinghausen, Helmich, Pödinghausen, Mever=Heinrich, Laar, Sewing, Laar, Dallmann, Elverdissen, Dreckmann, Jöllenbeck, Mever=Dietrich jun., Theesen, Meyer zu Helligen, Wallenbrück Kuhlmann, Bieren, Klußmann, Bieren, Lepelmeier, Ostkilver, Wachtrup, Exter. Beim König Am 23. Mai 1862 wurde die Deputation im Schloß Babelsberg vom König empfan. gen. Als die Deputation im Vorzimmer wartete, konnte sie durch die nicht ganz geschlossene Tür sehen, wie der König eine Oberkleidung ordnete und den Rock zurechtzog. Als der König dann hereinkam, hielt Böckschatz folgende Rede: „Majestät! Die Ravensberger, namentlich die Landleute, haben es in dieser traurigen Zeit nicht unterlassen können, ihrem bedrängten Herzen Luft zu machen. Deshalb haben sie es gewagt, durch Adressen sich dem erhabenen Throne Ew. Majestät zu nahen. Wir. die wir hier als schlichte Landleute vor Ew. Majestät stehen, sind dazu von unseren Auftraggebern entsendet, die hier übergegebenen Adressen persönlich zu überreichen und unser aller Gesinnung offen kund zu tun: in Unbeugsamkeit bis zum Tode unsere angelobte Treue aufrecht zu erhalten und unsere Kinder dazu zu erziehen, allezeit das Gleiche zu tun. Das Wort. welches Ew. Majestät Vater seinem Volke zur Losung gegeben?„Mit Gott für König und Vaterland!“ werden wir nimmer vergessen. Darauf wurde die oben bereits erwähnte Adresse verlesen. Der König antwortete auf die Rede wie folgt: „Sie kommen, wie ich bereits erfahren habe, wegen des Ausfalls der Wahlen, nicht wahr? Zwar habe ich den Inhalt der verschiedenen Adressen noch nicht gelesen, doch nehme ich dies an. Man hat die Lüge verbreitet, ich wolle den Rückschritt; es kann ein jeder begreifen, daß dem nicht so ist. Die Verfassung, welche mein Bruder gegeben und beschworen hat, und die ich selbst beschworen habe, diese Verfassung umzustürzen, kann und will ich nicht. Ich will ein vernünftig geregeltes Vorwärts. Viele wollen Ueberstürzung, wollen Parlament und Königtum Ich aber will Königtum und Parlament, anders geht es nicht in einem Staate wie Preußen. Diejenigen, welche das Volk verführen, sind meine Feinde, wie man mit diesen fertig wird, muß man sehen. Ich hoffe, daß es mir gelingen wird, mit der geprüften Treue meines Volkes es dahin zu führen, daß wieder das alte Verhältnis zu mir und meinem Volke hergestellt werde. Ich danke freundlich für den treuen Sinn meines Volkes, der sich bis jetzt noch in Ihren Kreisen bewährt hat, und ich werde, wie immer ein landesväterliches Herz meinem Volke bewahren.“ Das gute Gedächtnis Der König gab dann jedem die Hand und erkundigte sich nach Stellung und häuslichen Verhältnissen des einzelnen. Bei dem Namen Lübke fragte er:„Wohnen Sie vielleicht an dem Wege von Herford nach Enger links?" Lübke:„Jawohl, Majestät.“ Der König:„Dann sind Sie es, der da die neuen Gebäude hat?" Lübke:„Jawohl, Majestät.“ Der König war nämlich als Prinz mal in Enger gewesen und hatte diese kleine Einzelheit seiner Reise im Gedächtnis behalten. Die Bauern baten ihn, er möchte doch den Kriegsminister von Noon einmal zu ihnen schicken, was der König auch versprach. König Wilhelm forderte sie dann auf. sich die Gartenanlagen am Schloß anzusehen. Tazu kam es aber nicht mehr, weil der Sprecher. Bockschatz, jetzt. nachdem alles so glücklich verlaufen war, fortdrängte. Schließlich ließen sich die Teilnehmer noch photographieren, das Bild bringen wir nebenstehend. Diese Deputation war die erste aus ganz Preußen, sie erregte großes Aufsehen, und über 40 Deputationen aus allen Teilen des Landes folgten dem Ravensberger Beispiel. Zu erwähnen ist noch eine eDputation aus dem Kreise Lübbecke, die aus den Kolonen Pohlmann(Gehlenbeck), Meyer zu Reinigen (Dielingen), Lückingsmeier(Blasheim) und Sielermann(Holsen) bestand. Ich lasse hier die Schilderung folgen, die mir der Enkel eines der Teilnehmer zugehen ließ, und die ein frisches und unmittelbares Bild der Fahrt Ein Teilnehmer erzählt „Die Deputationen wurden getrennt aus verschiedenen Kreisen von Minden=Ravensberg nach Berlin gesandt. Die Abordnung aus dem Kreise Lübbecke, der auch mein Großvater angehörte, mußte auffallenderweise in Berlin eine Reihe von Tagen warten, bis sie zur Audienz beim König befohlen wurde. Mein Großvater hatte sich mit Meyer zu Reinigen(Dielingen) enger zusamengeschlossen und aß regelmäßig mit ihm in der fraglichen Zeit allein zusammen. Die übrigen Mitglieder dieser Abordnung erzählten dann eines Tages meinem Großvater, sie hätten ein Lokal ausfindig gemacht, in dem man besonders gut und reichlich zu eisen bekomme. Sie baten meinen Großvater, er solle doch auch mal dort mit hingehen. Das sagte er zu und ging dann auch mit. Nach dem Essen fragte ihn dann Pohlmann aus Gehlenbeck, ob das Essen nicht gut und reichlich gewesen sei. Mein Großvater antwortete kurz:„Zu reichlich.“ Als man für diese Antwort kein Verständnis zeigte, klärte er die übrigen dahin auf, sie könnten für dieses Geld nur Pferdefleisch bekommen haben: Das Lokal ist von allen nicht mehr besucht worden. Als einige Tage später die Nachricht kam, der König wolle die Abordnung empfangen, legte eines der Mitglieder, und zwar Landwirt Lückingsmeyer aus Blasheim, MindenRavensberger Bauerntracht an. Der langschößige Rock war aus selbstgewebtem weihem Leinen mit weißem Wollfutter und blanken Ku#pfen, eine kurze Pfeise stak an der Außentasche mit hervorstehender Spitze. Als die Herren dann die Treppe im Hotel herunter kamen, unter ihnen Lückingsmeyer in Tracht, war das Hotelversonal über den langen weißen Kittel höchst erstaunt, die Küchenmädchen brachen in den Ruf aus:„O, der hat ein Hemd an!" Der HotelStehens: Meie l=Dleitich jun., Theesen Klutmann, Vieren Dreamanin, Jöllenbeck Helmich, Wachlrup, Pödinghausen Exter Kuhlmann, Bieren Dallmänn, Elverdissen Meyer=Heinrich, Laar Lepelmeier. Ostkilver Meyer z. Selhausen (Meyer z. Heyde) Bockschatz, Jöllenbeck Mener z. Helligen. Wallenbrück Sielmann(Riepe), Oldinghausen Ebmeyer, Lübke Oldinghausen(Meyer z. Heyde) Das Original der Aufnahme der Fauerndeputation wurde uns freundlicherweise von dem kürzlich verstorbenen Sattelmeyer Eb. meyer(Oldinghausen) zur Verfügung gestellt, dessen Vater an der Deputation teilgenommen hatte. Die Feststellung der Namen der dargestellten Persönlichkeiten kennte durch Umfrage bei Nachkommen der Teilnehmer ermittelt werden, sie werden hier zum ersten Male vollständig veröffentlich:. Von den beiden noch fraglichen Teilnehmern ist einer der Kolon Sewing(Laat). Für die freundliche Unterstützung, die wir bei diesen zum Teil schwierigen Nachforschungen von vielen Seiten exfahren haben, möchten wir auch an dieser Stelle unseren Dank aussprechen die Devutation dann vom König fortging. lam der Flügeladiutant, Hinter bor. l. r. 8 die. Geliget de Thile. der Devutation und die Antwort des Konigmitgebon, denn sie nachsehen und sie ihnen mitgeben, denn sie würden zu Hause doch genau gefrag., wa der König gesagt hätte. Bismarcs Erne.— Mittlerweilo nahmen die Ereignisse in Berlin ihren weiteren Verlauf. Die Ab Peschachen Lchschen dir Argergiegel De Ssgaten. D.e iur 3i. Sehennugg Bismaras, der am 2. Spier ihr jenz vor seinem König stand und mit ihm jene denkwürdige Unterredung vr gHar g belsberg hatte. Gewiß hat König Wilhelm damals nur in der höchsten Not zu dem ihm i innersten Herzen etwas unheimlichen basttzer beruhigte dann aber sein Personal und erklärte dem Lückingsmeyer, der König werde sich über die Tracht gewiß sehr freuen. Aber auch auf der Straße erregte Lückingsseinem langen weißen Ro. große: Rusfeden, die Possanten Blieben auf der Straße sogar stehen, trotzdem sie doch in Ber Zin auch demndls schen an wancher gemopnn sein sollen. Mein Großvater hat Paamost scnadl doer Brsiche geibungene. und die Gesellschaft darin verstaut. So sind sie dann zum Palais des Königs gefahren. Hier mußten sie einige Zeit warten und sahen dabei schließlich auch mal zum Fenster hinaus auf den Hof. Zu ihrem Erstaunen stellten sie hier fest, daß sogar unter dem Fenster des Königs Brennesse! wucherten. Das erregte einigermaßen ihr Die Deputation Kelte sich nunmehr in demn Wartezimmer bereits in einen Halbkreis vor, innersten Herzen Ar Süis ant buch wrüther ber Binid evve:„eiemarch gegiten, ur wellie Seenulich. wurde. Bald darauf erschien auch der Fl=— schon abdanken. Wir Lennen auch L# Känigs Genau auf den Glocken= W####### die treuen Minden=Ravensberger bis blanen Flächen belebten, wuselt nun das Wüilicen der Stiltfscheichoher und vesihft. sieht man auch Eieseoler spr, den, Fltrnhe Eisspiegel fliegen. Das ist die freuno liche Seite der Winterkälte. Die andere ist der Jammer der Tansende, der sie in die 70 Wärmehallen treibt, die jetzt unterhält, ist die klirrende Kälte in Laubensiedlungen der mittierten, durch deren dünne Bretterduden der eisige Wind pfeist, der durtg,. begg, gien zigen Kanonenofen und ein paar Bacd uer Lsierectesche, de. Slscher. düirftige zur Verfigrus geskel. e üer Seshn eice. e s. kleine Erhöhung der Temperatur, die Armen, sie hören es gerne... gebillenen Zähnen der Kälto trotzend und Bend nachmnnadigmn Voog=Patgetbungen die Illusion von St. Moritz Hoffentlich werden sie ihre etwas kalte Illusion nicht am nächsten Tage grippekrank ausschwitzen müssen. er Tür auf, durch welche der König erwu: Bismarck gegriffen, er wollte Eenzgt den purde Bald damuf erschien auch der I veu ILan abdanken. Wie kennen auch nicht. en Aescehthe äche sehle eae en ete che e e. ee. aber gering ist er gewiß nicht. Die Minden=Ravensberger sandten Ende dn Naem Hungniah un, Sasten 15 wurden, und gleich darauf trat der König in Sofort beim Anblick des Königs verenund sos Bestangerhet belt den Felle nchmenn der Doxokation. Der Künig ene Verlin seien. W er vie Antwort ersielt, sit. und sie dann auch sofort zu sich gebeten. A vei. Nomn hote u. Iu Jeriz. K B. dann jene große Demonstration statt, die soviel Aufsehen erregte, und an die noch der Roonstein bei Laar erinnert. Dr. Heidemann. Berliner Allerlei plaver Einat heim Tillenrienen— Die Rot der — Kalter Komsort— Leiße etäu— Wenn Rlumen frieren— Der Berliner hat Zeit Aesiar Srtch. Bene Bb.. u. e e bten.— ein Sschche Ich bin schon verschiedene Wochen Im Zuchthause hier interniert. Was hab' ich schon Schlimmes verbrochen Was hat mich nach Luckau geführt? Wo bleibt, um Proteste zu wagen, Die Hand, die die Feder ergreift?— Persönlich zwar kann ich kaum klagen; Es geht mir so bläulich gestreift. So läßt, wie häßlich, die„Nachtausgabe LeoSklarek sein Abendlied singen, wenn er in Luckau im Zuchthaus Tüten leimt: Ich leime, statt weiterzuleimen; Man sagte, ich sei das gewug.. geimenMag stimmen.— Nur hat sich das„Leimen Für mich früher besser gelohnt! Ob sich die Herren Rotter auch bald in einer ähnlichen Behausung künstlerisch beWäligen? In Berlin befinden sich z. Zt. 16 000 Buhneurunstler, von den 9300 erwerbslos sind. Wenn man sich die erwerbslosen Bühnenkünstler betrachtet, so muß man dabei berücksichtigen, daß viele darunter sind, die auch dann keine Anstellung fänden, wenn das deutsche Theaterleben blühen güche. Sie reichen einfach nicht mehr aus. Es liegt eine große Tragik darin, daß diese Bedauernswerten nicht merken, wie die Zeit über sie hinweggegangen ist. zu dürfen, da befürchtet werden muß, daß der ehr laute Kritik bei geeigneter Gelegenheit anbringen wird. Von den wertvollen Tepvichen, den wuchtigen Schreibtischen und Klubsesseln und den stilvollen Direktionsmöbeln wird er vielleicht auf den Arbeitseifer der Herren der Berliner Ortskrankenkasse schliedas Haus für den öffentlichen Verreor zu schließen, da dadurch schließlich auch dem Publikum zahllose vergebliche Wartestunden erspart würden(!)— Trinken„OrPthr. T4 g in einer el ez s cersce echeshieche Kacpe dhr. de elie. bi. Leie erhog wi einen Schlage aufgelebten Haustrunk erzählen. Ein Familienvater berichtet seinen Freunden, was er in diesen Tagen daheim Seshen Pochelten... u her. Koel Bei Ihrem Husten, Herr Knoll, sollten Sie keinen Alkohol mehr trinken, nicht mehr rauchen, nicht mehr tanzen... „Also bloß noch husten, Herr Doktor? fragt Knoll betrübt. Nicht nur wir Menschen[Ttage g., iu Seälchier Der chsek ie ese Tulven und Nelken in eine warme, De aed Belh an. Tiägt die verhüllte Blumenlast im Arm, wie Wickelkind, und zieht so von Loka hült sie die Lele:, Blumen geggllg. Röschen“ ist eine bekannte Type des liner Nachtleben, und zu tihrem Krgzeuse zählen sehr prominente Leute war das nicht an der Wiege gelungen worerete celier ie ice lschene echte sie, daß ihr Vater einst Großgärtnereibesitz in Neuenhagen war... Was die Berliner Iviolen? Im Staatstheater haben wir endlich, ein Jahr nach den Fausl“, gweiter Tell, gesehen. Berlin hatte scheinbar keinen Regisseur, man holte sich Gustav Lindemann Blamabel genug. Werner Fanst, viel bekeiligter und kangentrierter als im ersten Teil. Grindgens als Mephisto hat in den Phorkyasszenen seinen Iisdensunt aber die Schackgseler werden diesem Teil der Tragödie eigentlich ganz zu Sstechern. Lag zit un ie neche von den liche Helena, Mütbel als Lynkeus, Veit Harlan als Baccalaureus. Die Aufführung beginnt um 7 Uhr und ietert uac Altersias F.Kose he on Nuhlikum auch im ersten Teil bis zur einen einhelligen und starken Beweis von dankbarem Beisal..6 In Adniralspalgkt, ktert:„ Tngun) escs esch cie aic e Operetennigenn von tumn. Doch— das kann schließlich in dieler Zeit, die eine Hochflut des Schlagers oernen der Ogx. und der Operete ligt, vol anerkannt werden soll. Früher einmal war es so, daß die im Bae decker mit drei Sternchen gekennzeichnete Sehenswürdigkeit“ eines deutschen Städtimmer Kirche, Rathaus, mal oder gar ein Schloß oder eine Burg wa ren. Jetzt ist das aber anders geworden. Das „kostbarste" Bauwerk in unseren Tagen ist in fast allen deutschen Städten nunmehr esius a.e, elichl gace eien heienr Ortskrankenkasse hat seine Pforten geöffnet und alle die, die noch fünfzig Pfennig für einen Krankenschein zu bezahlen vermögen, dürfen eintreten und aus rublikumegemäßer“Entfernung dieses Wun der der Baukunst uns Innenarchitektur mit offenem Mund anstaunen. Der einfache Mann denkt über die durch den Ernst der Zeit gebotenen Verpflichtungen zu äußerster Spar samkeit anders als die großzügigen Bauherrn. Es ist wirklich schade, daß es den Berlinern nicht gekartet Si; v f, im. bri. gagtgr e ien Wieder einmal regiert die„rengste die wir seit Jahren zu verzeichnen hatten, auch in Berlin und beeinflußt merklich das Temvo der Stadt. Die Feuerwehr hat mit Wasserrohrbrüchen zu tun und muß auf den Gewässern in und um Berlin Rettungsdie an eingefrorenen Schwänen und Enten tun. Abends sind die Straßen fast menschenleer. Jeder strebt nach Arbeitsschluß so schnell wie möglich nach Hause an den warmen Osen oder die Zentralheizung, um die es zwischen Hauswirt und Mieter zu allerhand Konflikten kommt, weil der Mieter behauptet, sie zu wenig Wärme gäbe. Der Hauswirt oder sein Vertreter, der Verwalter, behauptet daß doppelt io viel Kohlen verseuert picden die bel vergzale. Texgrtzg. e Mieter zeigt sich ungläubig und„verschnupft und verweist auf sein Zimmerthermometer, das nur 8 Grad meldet.... Beide haben recht, der Wirt und ter. Denn in den Neubaublocks, in denen es aen kommt, liegt der Heizraum im Mittel punkt des ganzen Komplexes und bei der grimmigen Kälte reicht die Heizkraft nicht mehr aus, um die Nordostecke richtig zu versorgen. Während die Mieter im Mittelbau schön warm und geborgen sitzen, wiaeln sich die Bewohner in den äußersten Flügeln in warme Decken, wenn sie sich in ihren Nä men aufhalten. Die Außenmauern kühlen über Nacht so aus, daß das Biöschen Wärge das dann anderntags vom Zentralhaus her kommt, nicht ausreicht, auch nur eine 1 liche Wärme zu spenden. Tas sind die berühmten Wohnungen„Nit allem Komfort“. mit den vielen Fen stern, der freistehenden Bauweise, damit a. hens. sdl al.l. Le eise. ihre moderne Wohnung stolzen Bieter sich gern bei Freunden„mit Ofenye 119 N. Spf,. P. 2 ber ein gelie#elst. Es ist aber ein Trost, daß die ten Endes doch die Ruhe weg haben. Ihre vermeintliche Hot ve Fe. z. m Kerer. die eigentlich die Rolltreppen bestimm: sind. Ses esch e. Sesent ad bieg al er ese) vodommt. 8n— dasft der iche s eaesunr aulihez Fel ersz reiche gehen. Wenn er sich selbst treu bleiben win, bleibt er stehen und schon nach wenigen Augenblicken ist er„mitten Pung g Um was es sich auch handeln mag, er ist Sese ese ele e ee. schwer demn Varliger noch Lenunderung fütr im Zinitigen Speridees und werden vo. Sesiest Di. Besiat, be ch r E.eieieshe magen wohl auch der Ordnung halber nach den Klängen einer Jazzkapelle eine Ehrendir rishen st mit usammenelten Hereg, Seienz zie eier sher halb barf ich heute auf eine verbücge halb darf ich heute vn) Messer in Die Jahre vergehen, Hindenburg entscheidet immer e Stc. cechgschäe Sesckt esralste celieeice Betreffende hat während des Krieges bichte von beg e 5.s geitet.. In der Umaebung des galten Herrn“ ist man unsicher, Pacht hon boiher einhzige h. gtz. ier ee. Fände var den Kant Jehen, anderntalle Elaige Tage speiter: Empfang an 2aie Peile. P icie sfaete dier ust e. De. Siteatkelatips. Poit 2 sch) Puterrot steht der Gefragte do, Wesche Bldca, er Let=echhte 9 denburg und drückt dem Herrn nochmals die Einige Zeit soiter treffen sich beide auf einer ofitzähg„Ferannatrg ot. Pe.„Aie ace, Leier ie ei. eihe hgsehascten irdersadg, Hoite Sie hart Reichoerisdbert, Ie.leise, hrise be wien Dieser ausländische Statzmann zist beute Aaice Keschee e heue eic täglich für Deutschland! WEHRGEDANKEN Wehrmacht und Wirtschaft Von Dr. Rudolf Albert, Dresden politisch eingestellten Menschen keinem Zweifel. Wer aber in Heer und Flotte nur die militärische Bedeutung sieht, unterschätzt leicht ihre sonstigen Auswirkungen, wie sie z. B. mit besonderer Deutlichkeit im Wirtschaftsleden zu erkennen sind Es ist unschwer nachzuweisen, daß der Mangel an Wehrhoheit im nachrevolutionären Deutschland die Wirtschaftskrise ara verschärft. mindestens aber Möglichkeiten unterbunden hat, die im entgegengesetzten Fall zur Linderung der Wirtschafts= und Arbeitslosennot hätten verwirklicht werden können. Deshalb ist unbedingt notwendig, unser Volk auch über Zusammenhänge auf= auls=, Grußorr.. zuklären, die zwischen Wehrmacht und Volkswirtschaft bestehen. Insbesondere Klein= industrie als kleine Auswahl und Mittelstädte, in denen Garnison lag, erfreuten sich vor dem Kriege wirtschaftlicher Blüte, die in erster Linie mittelständischen Geschäftsleuten zugute kam, ja manche Stadt lebte sozusagen von der Truppe. Mit dem Wegfall der Garnison hat manche Gemeinde oft erst die Bedeutung des Soldatenstandes für die Wirtschaft zu spüren bekommen, und es ist kein Zufall, daß gerade Städte, denen das Militär genommen worden ist, mit außergewöhnlicher Schärfe von der wirtschaftlichen Not gepackt wurden. Ganze Gewerbezweige verödeten sehr oft in solchen Ortschaften, und die Steuerkraft sank wie die Erwerbslosigkeit anstieg. Bei dem allgemeinen wirtschaftlichen Niedergang war es nur in seltenen Fällen möglich, einen Ausgleich zu finden. Als ganz deutliche Beispiele für diese Behauptung sprechen die Seestädte Kiel und Wilhelmshaven, deren Handel und Gewerbe auf die Kriegsmarine zum großen Teil eingestellt war, oder Garnisonen wie Oschatz. Grimma und Wurzen, um nur ein paar kleinere Plätze zu nennen, in denen die Heeresangehörigen als Käufer einen sehr bedeutenden Prozentsatz der Konsumenten ausmachten. Soweit heute Reichswehr in Garnisonen der alten Armee untecgebracht ist, wurde natürlich ein gewisser Ausgleich geschaffen, der aber nur ganz vereinzelt ins Gewicht fällt. Bedeutet schon die Kaufkraft der Heeresangehörigen sehr viel für das wirtschaftliche Wohl von Garnisonstädten, so sind Armee und Flotte in ihrer Gesamtheit als Verbraucher für die Volkswirtschaft von allergrößter Wichtigkeit. zumal ihr Bedarf zu einem guten Teil zusätzlich ist. In der Vorkriegszeit standen in Deutschland fast 900000 Maan unter Waffen, während gegenwärtig der Reichswehr höchstens 100 000, der Reichsmarine nicht mehr als 15000 Soldaten angehören dürsen Es liegt klar auf der Hand, in welchem Maße allein der Arbeitsmarkt durch die beschränkte Wehrhoheit Deutschlands belastet wird. Auch kann es gar keinem Zweifel unterliegen, daß Kleidung, Verpflegung und Unterkunft bei Heeresangehörigen wesentlich besser sind als beim Durchschnitt der Arbeitsle in, die ihre Bedürfnisse doch nur auf niederster Stufe decken können. Schon hieraus ergibt sich ein Ausfall an Verbrauch, der täglich in die Millionen geht und mangels der allgemeinen Wehrpflicht für die Wirtschaft gegenwärtig garnicht zu ersetzen ist. Man braucht ja nur einmal an die Kosten der Unisorm und sonstigen Bekleidung vom Schuhwerk bis zur Mütze eines einzigen Soldaten zu denken und sie mit den notdürftigen Kleidungsstücken eines Arbeitslosen zu vergleichen, um den volkswirtschaftlichen Minderverbrauch zu demonstrieren! Von ausschlaggebender Bedeutung ware natürlich auch die Steigerung des Konsums an landwirtschaftlichen Produkten, wie sie ein starkes deutsches Heer auslösen könnte, während die entsprechende Anzahl Arbeitsloser hungert und die Landwirtschaft gerade auch mit am meisten unter dem Ausfall an Kaufkraft leidet. Wer wollte an dem wechielseitigen Zusammenhang zwischen Aimee. und Wirtschaft und Arbeitsmarkt zweifeln, wenn er überdies noch die große Anzahl Hilfskräften bedenkt, für die der Soldat als Verbraucher Arbeit schafft! Man kann annehmen, daß etwa 3 Heeresangehörige einem Menschen in der Wirtschaft Brot geben, so daß Heer und Flotte mit ihren rund 900 000 Verbrauchern in der Vorkriegszeit etwa 300000 Mann in der Wirtschaft bes.häftigten, während der Verbrauch unseres seeres unter dem 8. Teil des früweil ja Armierungs= und edarf infolge der einschneidenden Bestimmungen noch unter die Verhältniszahl der Heeresstärken zueinander gedrückt wurden. Welche Befruchtung die Industrie infolge des Sonderbedarfs der Wehrmacht erhält, ist für die Volkswirtschaft von ungeheuerster Bedeutung. Gerade Deutschland mit seiner besonders stark vertretenen Fertigwarenindustrie merkt den Ausfall, der auf die Wehrohnmacht zurückzuführen ist. Ganz zu schweigen von den Aufträgen für die Bauindustrie, verteilt sich der Bedarf, den Heer und Flotte auslösen, auf eine ganze Reihe Industrien, von denen nur die Auto=, Flugzeug=, Werft=, Waffen= und —— sowie genannt sei, von denen jede einzelne wieder den Aufträgen entsprechend andere Wirtschaftsin Nahrung setzen würde. Aber auch Handwerk und Gewerbe könnten durch eine starke Heeres= und Seemacht großen Auftrieb erfahren und ihrerseits dazu beitragen, Angestellte und Arbeiter wieder in den Produktionsprozeß einzureihen. Die Entlastung des Arbeitsmarktes würde durch eine große Wehrmacht also von den verschiedensten Gebieten her bewerkstelligt, wobei noch zu berücksichtigen ist, daß die Unterhaltung eines Soldaten, der auf Grund allgemeiner Wehrpflicht dient, nicht wesentlich teuerer als die Versorgung eines Arbeitslosen kommt. Wegen der Bedeutung des Militärs für die Landwirtschaft nur auf die Pferdezucht e sen, verwiean terBedeutung der Wehrmacht von seiten des Arbeitsmarktes aus zu betonen, so ist nicht minder notwendig, auf die Steigerung der volkswirtschaftlichen Rentabilität zu weisen. die eine Folge größeren Bedarfs von Armee und Flotte sein müßte und sich ganz natürlich und zwangsläufig in der Lebenshaltung des gesamten Volkes auswirken Ein französisches Sanitäts=Flugzeug. Das erste Spezial=Flugzeug der französischen Luftflotte für den Transport Kranken und Verwundeten wurde dieser Tage in Paris vorgeführt. vort Deutschlands Bedrohung zur See Ein Sonderhest der„Hamburger Illustrierten“ Die innerpolitische Zerrissenheit unseres der Lage, mehr als 1000 Kilogramm BomVolkes läßt vielfach das Verständnis der ben— ein Vielfaches ihrer Leistungen im der Gleichberechtigung in der Landesvertei digung liegen, vermissen. Um so dankens werter ist es, wenn dem deutschen Volke von Zeit zu Zeit seine Wehrlosigkeit im Gegensatz zu den ungeheuren Rüstungen der anderen plastisch vor Augen geführt ist. Dieser Aufgabe hat sich erst kürzlich die„Kölner Illustrierte“ entledigt, indem sie die über mächtigen Rüstungen Frankreichs dem ab gerüsteten und ungesicherten Deutschland gegenüberstellte. Nun ist auch die im Verlage Broschek erscheinende„Hamburger Illuurierte“ auf den Plan getreten, in dem das Mißverhältnis der Rüstungen zur See ins rechte Licht gerückt wird. Unser völlig unzureichender Seeschutz und die Fragen unserer Marineausgaben— trotz allem stets mit wachem Geiste in Angriff genommen— stellen die eine Themen= und Bildergruppe des Heftes dar, der Vergleich mit der Rüstung der Fremdmächte die andere. Das sind„Probleme der Ostsee", woraus besonders die polnische Gefahr, unsere Bedrohung durch die Seefestung Gdingen hervorgeht. Eine Karte zeigt den 500=Kilometer=Wirkungskreis der polnischen Flugzeuge, eine andere die Schutzlosigkeit unserer Ostseegestade. Wenn man bedenkt, daß Berlin nur 160 Kilometer von der Küste ent fernt ist, und daß schon ein feindliches Flugzeugmutterschiff etwa vom Kattegatt aus mit 40 Bombenflugzeugen die Vernichtung der Seestädte, Rostock, Lübeck, Kiel mit Leichtigkeit bewirken kann, so wird die ungeheure Gefabr. in der sich Deutschland befindet, und die Notwendigkeit eines Küstenschutzes klar. Demgegenüber steht die Tatsache:„Deutschland ohne Flugzeuge im Seekrieg“. Es heißt dazu in dem Heft:„Die Flugzeuge fremder Marinen sind heute in und aus Höhen abzuwerfen, in denen sie von der Erde aus kaum sichtbar sind.“ Unsere Gegner können so gegen unsere Städte und Schiffe vernichtend vorgehen, bevor noch die seindliche Flotte aktiv einzugreifen braucht Nicht weniger groß ist der Unterschied zwischen den deutschen und fremden Flotteneinheiten selbst. Frankreich, England und andere Staaten bauen die modernsten U=Boote mit sechs Torpedoausstoßrohren. mit Bordflugzeugen usw. Frankreich hat 45 U=Boote unter 800 To., 22 U=Boote von 800 bis 1000 To., 41 U=Boote von 1200 bis 1600 To., einen U=Kreuzer von 2000 To. usw rankreich hat die größte U=Bootflotte der Welt— Deutschland hat kein einziges U=Boot. 1931 gab Frankreich 190 Millionen RM., Deutschland 50 Mill. RM. für Kriegsschiffneubauten aus. Auf verschiedenen Großkampfschiffen der 35 000Tonnen=Klasse der Washington=Einheiten finden sich 40.6 Zentimeter Riesengeschütze in Batterien zu acht oder neun Stück. Das Panzerschiff„Deutschland“ besitzt nur 28=Zentimeter=Geschütze und faßt nur 10000 To. Außerdem zeigt ein Vergleichsbild des neuen französischen Schlachtkreuzers„Dünkirchen“ (26 500 Tonnen groß), daß es sich bei dem Panzerschiff„Teutschland" tatsächlich nur um ein Kriegsschiff im Westentaschen= format handelt. Wenn der frühere Chef der Marineleitung Admiral a. D. Behncke, in seinem Vorwort zu dem Heft erklärt, daß damit veranschaulicht werden sollte. welche enormen Unterschiede auf dem Gebiete der Seerüstungen bestehen und wie groß die Unsicherheit Deutschlands an der Seefront ist, so ist das in geradezu erschütternder Weise gelungen. Die Forderung Deutschlands nach Gleichberechtigung ist daher mehr als je eine Lebensforderung unseres Volkes. würde. Soweit Vorteile wirtschaftlicher Art, die sich im Großen und Ganzen berechnen lassen! Wer aber weiß, daß die gewaltigen Wirtschaftsverluste Deutschlands, wie sie der Schandfrieden von Versailles mit allein infolge unserer Wehrlosigk waren— es sei nur an den Raur lonien und der wertvollen Ostprovinzen erinnert— wird ferner unter diesem Gesichtspunkte die Bedeutung von Heer und Flotte, ohne die ja auch unser Ueberseehandel und Schutzlosigkeit preisgegeben ist, zu schützen wissen. Man muß demzufolge sagen, daß die Wehrmacht nicht nur wegen der Entlastung des Arbeitsmarktes und Steigerung des Bedarfes für die Wirtschaft von größtem Werte ist, sondern auch um deren selbst willen, da sie sonst schutzlos ist und wie Staat und Volk der Willkür preisgegeben wird. 2.2 Milliarden Franken für Lustrüstung in Frankreich Neues Nachtbombenflugzeug. Dem französischen Senat ist in diesen Tagen der neue Haushaltsplan zugeleitet worden. Danach beziffern sich die Gesamtausgaben Frankreichs für das Flugzeugwesen auf etwa 2.2 Milliarden Franken. Der Voranschlag ist um etwa 400 Millionen Franken niedriger angesetzt worden als im Vorjahre. Ein wesentlicher Teil der Ersparnisse wird durch die Einstellung der Versuchsbauten, die bisher alljährlich mehr als 100 Millionen Franken verschlangen, erzielt. Die französischen Konstrukteure standen bisher auf dem Standpunkt, daß es nicht zweckmäßig sei, eine große Zahl von Flugzeugen zu bauen und in Bereitschaft zu stellen. Es wurden entwickelt, die als Muster für die Massenfabrikation dienen sollten. Für diese Massenfabrikation wurde jeweils alles bis aufs kleinste vorbereitet. Die Politik der französischen LuftfahrtSachverständigen ist im Augenblick darauf gerichtet, eine möglichst große Anzahl von Flugplätzen herzurichten, damit ein Gegner keinen die französische Luftmacht mit einem Schlage vernichtenden Angriff führen kann. Im übrigen wird in Frankreich zurzeit ein neues riesenhaftes Nachtbombenflugzeug S. A. B. 20 bei der der Truppe erprobt. Von diesem Flugzeugtyp sind zunächst 60 Flugzeuge in Dienst gestellt worden. Die Maschine hat einen Aktionsradius von 1000 Kilometer und ein Tragvermögen von 2500 Kilogramm. Hierin ist nicht eingeschlossen das Gewicht der Besatzung und der Maschinengewehre. Die Ergebnisse der bisherigen Flugversuche und Bombenabwurfübungen werden geheim gehalten. Es ist aber anzunehmen, daß das Flugzeug den Erwartungen entspricht, da weitere Serien des gleichen Typs in Auftrag gegeben sein sollen. Ein Geschwader von zehn derartigen Flugzeugen kann von der französischen Grenze aus in kaum einer Stunde 25000 Kilogramm Bomben in dem gegen Luftangriffe besonders empfindlichen und völlig unverteidigten rheinisch= westfälischen Industriegebiet abwerfen. Polnische Kriegsrüstungen Ueber ein Drittel des Gesamthaushalts. Im Hauptausschuß des Seim stand der Haushalt des Kriegsministers zur Ausprache. Wie gewöhnlich, so hat auch diesmal der Berichterstatter die überaus hohe Quote für das Heer und die Marine, die überein Drittel des gesamten Haushaltsplanes ausmacht. dadurch zu rechtfertigen versucht, daß er auf die großen Rüstungen der westlichen und östlichen Nachbarn Polens, Deutschlands und Sowjetrußlands, hinwies. Mit besonderem Nachdruck werde in Polen die Motorisierung der Armee. die Entwicklung der Panzerwaffe sowie die technische Ausstattung der Kriegsmarine und die Erhöhung ihres Besatzungsstandes betrieben. Der Stand der Armee stellt sich wie folgt dar: 17 905 Offizier, 37.000 Unteroffiziere. 211110 Mann und 7800 Zivilbeamte und Angestellte. Insgesamt sind für den Heereshaushalt 822.7 Millionen Zloty vorveranschlagt. Rechnet man noch hinzu 144 Millionen Zloty für Polizei und Grenzschutz, die im Haushalt des Innenministeriums untergebracht sind. so ergibt dies eine Summe von sast 1 Milliarde auf eine Gesamtsumme des Haushalts von 2,4 Milliarden Zloty. Solalas Vor langen Jahren einmal war im„Simplicissmus“ ein drolliges Bild zu sehen: ein paar dreizehn=, vierzehnjährige Pennäler sitzen beim Bier, und während der eine der währschaften Kellnerin die Kur schneidet, setzt der zweite dem dritten auseinander: „Weißt du, bei meines Vaters Unbildung vermeide ich es möglichst, in seiner Gegenwart über ein wissenschaftliches Thema zu sprechen, er könnte sich sonst beengt fühlen. So rücksichtsvoll war nun mein Schwiegervater nicht, als er noch die Hosen auf der Schulbank wetzte. Sein Vater war ein Kleinbauer auf der Rauhen Alb, irgendwo hinten drüben, und hatte, seit kurzer Zeit Wittiber, den einzigen, spät geborenen Buben, weil er einen anstelligen Kopf besaß, auf Zureden des Herrn Pfarrers, der auch bereitwillig die Vordressur übernahm, an die Ulmer Realschule abgeliefert, damit er dort was Ordentliches lerne und sich späterhin nicht mit der harten Bauernarbeit abzuplacken brauche. Alle paar Wochen stiefelte der Alte in die Stadt, auckte nach dem Rechten und brachte in seinem Zwerchsack einen Butterzwecken oder Hutzeln oder ein Stück Nauchfleisch mit, wie sich's grad machte, auf daß körperliches und geistiges Wachstum seines Sprößlings gut Schritt miteinander halten sollten. Richtig kommt auf Neujahr— soviel Vakanz wie heutzutage gab's damals noch nicht — ein Schreibebrief vom Filius. Bedächtig kramt der Vater die Brille aus der Tischschublade, ohne die er beim Lesen seine liebe Not hat, setzt sie auf die Nase, besteht den Umschlag von vorne und von hinten und schneidet ihn dann vorsichtig mit einem Gabelzinken auf. Herrgott, ist das ein nobles Böglein! Schön eirund prangt oben ein leibhaftes Abbild der Stadt Ulm mit dem großmächtigen Münster in der Mitte und seinem Turm, der aber zu jener Zeit noch ein unfertiger Stumpen war. Das hat gewiß seine zwei Kreuzer gekostet — leichtfinniger Bub, leichtsinniger! Und jetzt will er ansangen zu lesen, muß sich aber gleich wieder ärgern; denn der Konrad in seiner Großartigkeit hat expreß die verflixten lateinischen Buchstaben hingemalt, mit denen sich der Alte doch so hart tut... Hilft nix— gefressen muß es sein! Aber er mag sich noch so sehr abmühen und die Brillengläser dreimal aussegen: nicht ein einziges Wort kriegt er heraus. Denn warum? Der Brief beginnt nämlich so: „üder page! Au premier sour de l'année, je vous adresse mes sonhaits pour la nouvelle annee. Ce n'est pas Tusage qui les dicte à ma plume; elle obeit à mon coeur.“ Und so geht er auf französisch fort bis zum Schluß: „Votre bien affectionné fils Konrad. Ulm, le premier Janvier mil hutt cent soixante quatre.“ Immer und immer wieder probiert's der Alte und kommt nicht um einen Schritt weiter. Und ich weiß auch genau, wie er dabei ausgesehen hat; denn neben dem Brief liegt auf einem Tisch noch ein Lichtbild von ihm, aus einer etwas späteren Zeit: da hat ihn der Photograph in einen Polstersessel versenkt und ihm den rechten Arm auf ein lächerliches Louis=seize=Tischchen gelegt und das runde Filzhütchen daneben; die Linke ruht, zur Faust— und was für einer Faust! — geballt auf dem Schenkel, und zwei gewaltige rindslederne Stiefel belasten wind. schief einen echt=sächsischen Smyrnateppich. Auf dem rasierten Gesicht aber mit der stattlichen Nase und der hängenden Unterlippe starren voll tiefen Mißtrauens zwei hilflose Augen in den geheimnisvollen Kasten. Es ist schon so: der„cher papa“, der ehrengeachtete Söldner Johannes Klöpfer, fühlt sich beengt und findet schließlich, daß ihm hier nur noch der Herr Pfarrer zu helfen vermag. Zu dem wandelt er denn auch am Nachmittag und bringt sein Anliegen vor. Der Herr Pfarrer liest das merkwürdige Sendschreiben durch, schmunzelt in den Bart und sagt:„Das ist französisch, Klöpfer, das könnt Ihr freilich nicht lesen. Der Konrad hat Euch eben zeigen wollen, was er schon alles kann, und nicht bedacht, daß er Euch damit in Ungelegenheit bringt. Ich Euch einmal verdeutschen: „Lieder Papa..“ Der Alte spitzt die Ohren und fragt hastig „Soll dees i sei“?“ „Wer denn sonst? Die Franzosen drücken sich eben gezierter aus als unsereins. Aber er hätte ganz ruhig auch„Cher père“ schreiben können, und das hätte dann„Lieber Vaterk gebeißen. „Er wurd's von selle seine Buebe hau', die wo mit'm in d'Schuel ganget“, wirft der Klöpfer entschuldigend ein. „Schon möglich. Aber jetzt unterbrecht mich nicht mehr und paßt gut auf!“ Mit spöttisch übertreibenden Pathos liest er weiter: Worte bedeutender Männer Joh. Heiur. Pestalozzi, geb. 12. Januar 1746. Selig der Mensch, der nicht schuld ist an der Armut eines seiner Mitmenschen. Kind, wenn dich eine Bürde schwer drückt. so vergiß nie, daß der Mensch durch das Schwertragen sehr stark wird. Was uns als Menschen vereinigt, ist das Göttliche, das in unserer Natur liegt. „Am ersten Tage des Jahres richte ich an Sie meine Wünsche zum neuen Jahr. Nicht der Gebrauch diktiert sie meiner Feder; sie gehorcht vielmehr meinem Herzen. Ja, mein teuerster Papa, Sie sind am Morgen der Gegenstand meines ersten Gedankens. und auf Sie vereinigt sich meine ganze Zuneigung. Möge der Allmächtige Ihnen glückliche Tage und so viele Jahre schenken, wie Sie sich unbegrenzte Sorgen um mich machen. Genießen Sie der vollkommensten und dauerndsten Gesundheit; möge vor allem Ihr Glück unveränderlich und stetig sein, wie es die Gefühle der Ehrfurcht und Hochschätzung für Sie sein werden, mit welchen ich bin Ihr liebevollst gewogener Sohn Konrad. Ulm, den ersten Januar 1864.“ Andächtig hatte der Alte zugehört. Das war ja schier wie eine Predigt so schön— und sowas kann also sein Konrad von sich geben und gar auf französisch! Der Herr Pfarrer allerdings scheint weniger begeistert zu sein. Zwar lobt er die gute Handschrift, aber er sagt, es komme ihm fast so vor, als ob das nicht alles auf des SöhnMühle am Flußz. Radierung von Georg Fritz. leins eigenem Krautacker gewachsen sei. Und ein paar böse Böcke seien auch drin; zum Beispiel den lieben Gott behandle er, wie wenn er nicht eine Einzahl, sondern eine Mehrzahl wäre.„Que Dieu vous accordent..“ steht da.— So richtig verstehen kann das der Johann.: Klöpfer nicht und kriegt hintersinnige Augen. Da lenkt der Herr Pfarrer wieder ein und meint: nun, es sei ja weiter nicht so schlimm; der Konrad werde das schon noch besser lernen, und wenn er so fortmache, dürfe man eine gute Hoffnung haben. Damit ist der Klöpfer entlassen und stapft durch den Schnee wieder heim. Er bringt den Stall in Ordnung, gibt der Kuh ihr Bündel Heu vor, brockt sich selber einen Ranken Hausbrot in die Abendmilch und steigt dann, weil es früh Nacht wird und man Licht sparen muß, ins Bett. Aber der Brief will ihm nicht aus dem Kopf. Halb ist er stolz drauf und halb verwirrt, denn so viel hat er schon gemerkt, daß der Herr Pfarrer ihn nicht ganz für voll gelten läßt und reichlich spitzig dahergeredet hat. Wird wohl gar ein bißchen Eifersucht dabei sein, weil der Konrad nun schon auch mit einer fremden Sprache zu hantieren versteht? Jaja, der Konrad! Ein braver Bub ist er doch! Wenn dem sein erster Gedanke am Morgen der alte Vater ist, so denkt dieser wie jede Nacht vor dem Einschlafen an sein Studentlein— nicht auf französisch, aber auf gut schwäbisch... Bloß das mit dem lieben Gott in der Mehrzahl kann er immer noch nicht verkraften; ängstlich denkt er an die Vielgötterei und andere alttestamentarische Strafwürdigkeiten und wirft sich unruhig hin und her. Da, auf einmal, schießt ihm ein Licht und Trost gradwegs vom nächtlichen Himmel durch die Kammerdecke ins bange Herz. „Noi noi““, seufzt er erleichtert und lächelt pfiffig vor sich hin,„noi'noi' so saudomm ischt mei' Konrad net! Dees Schlaule wurd halt d’hoilig Dreifaltigkeit g'moint hau“!“ Und fünf Minuten später schnarcht er so friedlich wie nur je dem neuen Tag entgegen. Ueber Schlaflosigkeit Von Dr. Hoffmann, München=Pasing. Wenn der Mensch schläft, vollzieben sich die unbewußten Körverfunktionen, wie z. B. Herzund Gebirntätigkeit, Atmung und Verdauung in verlangsamten Rbothmus. Das Bewußtsein selbst ist zeitweilig ausgeschaltet. Dem Körver selbst wird durch diesen regelmäßig wiederkehrenden Lebensvorgang die Möglichkeit gegeben. die verbrauchten Lebensenergien wieder aufzubauen und dabei die abgenutzten und verbrauchten Stoffe aus den Geweben und Zellen fortzuschaffen. Aus diesen Tatsachen ergibt sich ehne weiteres, daß ausreichender Schlaf zu den Voraussetzungen eines gesunden und langen Lebens gehört. Leider ist es heutigentugs vielen Menschen nicht vergönnt, im Schlaf neue Kraft und Erbolung zu finden. Die Ursachen der Schlaflosigkeit sind einerleits organische Erkrankungen, andererseits rsychische Störungen. Im ersteren Falle handelt es sich um Atmungsbehinderungen oder Katarrbe. Auch Herzfehler und Blutzirkulationsstörungen können zu Schlafstörungen Veranlasung geben. Hobes Fieber und Schmerzen geben oft mit Schlaflosigkeit einher. Derartige organische Leiden erfordern ärztliche Behandlung. und nach der Heilung gestaltet sich der Schlaf wieder normal. Außerordentlich verbreitet ist die vsochische Schlaflosigkeit, die sich vielfach bei sonst gesunden Personen vorfindet. Sie ist zurückzuführen auf das Tempo des Lebens. die Sorgen des Daseinskampfes. seelische Aufregungen und sehr däufig auf eine undpaienische Lebensweise(übermäßiger Tabal=, Akkobel=, Kaffee= oder Teegenuß). In den meisten Fallen besteht keine vollständige Schlaflosigkeit, sondern der Schlaf ist nur von kurzer Dauer und geringer Tiefe. In anderen Fällen fühlt man sich müde, kann aber den erquickenden Schlaf nicht finden. Wie Blitzlichter kommen und geben die Um die Schlaflosigkeit. die unsere Lebenskräfte zu rasch verbraucht, wirksam bekämpfen zu können, ist Rube die Hauptsache. Man sorge für eine Entspannung zwischen Arheit und, Zubettgeben. Man vermeide jede Ueberladung des Magens und schränke den Verbrauch von Genußmitteln, z. B. Tabak, Alkobol. Kaffee oder Tee außerordentlich ein. Coffeinfreier Kaffee dagegen darf genossen werden. Vielen Menschen gelingt es, durch das Lesen eines unterhaltenden Romans allmählich ein gewisses Müdigkeitsgefübl zu erreichen, andere brauchen zur Beruhigung des Nervensostems vor dem Zubettgehen einen kleinen Svaziergang; wieder andere wählen eine nicht aufregende Beschäftigung oder Liebhaberei, um einen gesunden Schlaf zu erlangen. Von großer Bedeutung sind in allen Fällen die Schlafzimmerverhältnisse. Es sei stets gut durchlüftet und in der kalten Jahreszeit nicht zu stark erwärmt. Kalte Umschläge auf Kopf und Nacken. und Fußbäder können ebenfalls schlaffördernd Das beste aber ist und bleibt Nervenrube und Schonung des Herzens! Aufregungen vermeiden. gesund und mäßig leben, dann wird man auch abends seinen woblverdienten Schlummer finden. Deutsche Städtejubiläen 1933 Das Jahr 1933 bringt wieder eine Anzahl Jubiläen deutscher Städte, doch stehen die Daten der Jubiläumsfeiern in den meisten Fällen jetzt noch nicht fest. 1700 Jahre sind vergangen. seit die erste Durchbrechung des Limes durch die Germanen bei dem Kastel Biricianis zum Anlaß der Entstehung einer deutschen Siedlung im Schutz der karolingischen Burg Wizinbure wurde, aus der säter die heutige Stadt Weibenburg i. B. entstand.„Nur“ 1000 Jahre werden in Bautzen, der Hauptstadt der sächsischen Lausitz, vom 4. bis 11. Juni gefeiert werden. Die schöne alte Stadt mit der ragenden Ortenburg kam 933 an das Deutsche Reich; die Siedlung als solche ist natürlich viel älter als 1000 Jahre. Auch die sächsische Festungsstadt Pirna, am Eingang zur Sächsischen Schweis, feiert ein 1000jähriges Jubiläum zur Erinnerung daran, daß sie 933 unter König Heinrich I. dem Stift Meißen einverleibt wurde. Weiter zeigt ihren 1000. Geburtstag die Stadt Reichenstein in Schlesien an. Emmerich am Niederrhein wurde vor 700 Jahren, am 8. Oktober 1233, zur Reichsstadt erhoben. Mit einem Festspiel will Burg a. d. Wuover sein 800jähriges Bestehen feiern. Marienwerder in Ostvreußen wurde vor 700 Jahren vom Deutschen Ritterorden gegründet. Auch das mecklenburgische Ostseebad Ribnitz ist 700 Jahre alt. Dann folgt mit 600 Jahren Neustadt (die Stadt der künstlichen Blumen) in der Sächs. Schweiz; 675jährig schließt sich Berleburg in Westfalen an. Als jüngste im Kreise der Jubilarinnen von 1933 erscheinen mit 100 Jahren Neustrelitz in Mecklenburg, die liebenswürdige„klein: Residenz“, und Schwetzingen, die Stadt des Spargels und des herrlichen Schwetzinger Parks, die ihre Stadtwerdung am 28. Mai feiert. Versailler Vertrag auch nicht durch Doktorarbeiten beseitigt, sondern verschwinden kann er nur wenn das deutsche Volk in seiner einig die Ungerechtigkeit und Unmögsichkeit des Diktates erkennt und sich dagegen erklärt. Vermischtes 287 Doktorarbeiten über den Versailler Vertrag. Ueber den Versailler Friedensvertrag sind bereits 287 Doktorarbeiten an den deutschen Hochschulen abgeliefert worden. Das ist zumindest ein Zeichen dafür, daß dieses Schanddiktat den beranwachsenden jungen Deutschen hart auf der Seele liegt. Aber andererseits wird der Fleitz ist sefährlich, Ueber den jetzigen Chef der deutschen Heeresleitung. General von Hammerstein, kursiert solgende Anckdote: Der General wurde in einer Gesellschaft gefragt, unter welchen Gesichtspunkten er seine Offiziere beurteile. Er antwortete: „Ich unterscheide vier Arten. Es gibt kluge, fleißige, dumme und faule Offiziere. Es treffen immer zwei Eigenschaften zusammen. Die einen ind klug und fleißig, die müssen in den Generaltab. Die nächsten sind dumm und faul; die ind unter Umständen auch zu verwenden. Wer klug und gleichzeitig saul ist, qualifiziert sich für die höchsten Führerstellen, er bringt die Nerven und die geistige Klarheit für schwere Entscheidungen mit. Wer aber dumm ist und sich dabei vor Fleiß umbringt, den muß man verabschieden. Diese Art ist gefährlich!“ * Die Beleidigung. Die junge Frau war in Tränen aufgelöst, als sie ihrem beimkehrenden Manne die Tür öffnete. „Ich bin schwer beleidigt worden.“ schluchzte sie, deine Mutter hat mich beleidigt.“„Meine Mutter?“, sagte er verwundert,„sie ist doch meilenweit entfernt.“„Jawohl, heute früh kam ein Brief von ihr an dich, den ich geöffnet habe.“ Er sah etwas betroffen drein.„Das sebe ich, aber wo hat sie dich denn da beleidigt?“ „Siebst du denn nicht die Nachschrift?“, schluchzte sie noch lauter, iebe Emilie, vergiß auch nicht, diesen Brief an Georg weiterzugeben.“