Lippische Tageszeitung General=Anzeiger Die Liovische Leutsche Haustrau.— Geschstsostele: Teimeld Erterntahe 11. Kerurus 3145-—3147 Vokversand: Her##ra Poktscheckkonto: Hannover 9839 Dradianschrift: Tageszeitung für das Land Lippe ——.; Tageopektung erschetnt täglicg ander Miontags an den Vellagen: Da##isp#slan), sD 4-50 Lo: Pohaf.:„aue Wa1 u g. e euich 3b zg, Fosgebühr bei Lieserur frei Haus R3. Lanowirticanliche Zenung lamtl Ergan der Lonowirischanskammers. Kagriotenslatt#### I#O=1244 ds zig“ axgehühr urv 36 Bsa Bestelleld Anzeigenpreise: Die einso Millim=Zeile 12 Big., amil An#sde:(amil Mitellungsblent des Eipolichen Lanobunoes). Des Handme.s!s 7s1“e: 15—10) 321216 2a Sitg v) ,z. lam.e 26. 5o Vsa Bellagengebühr nach Taris.— Bei böh Gewalten, Streite oder Ainetiungsblaut,. 222., Handwerterbungeol, R Ak. A1.14 ,2. M10.2. Soontgggbetlage für 9 Gekriepossrung deseht für den Verlag keine Veroflichtung zur Rückzadlung des Bezugspreisen. barkeit für beide Telle Detmold. Zahlungspflicht innerhald 8 Tagen. GerichtsRummer 12 Detmold, Connabend, den 14. Januar 1933 38. Jahrgang Bevorstehende Ambildung der Regierung? Hugenberg bei Schleicher— Strasser als Vizekanzler?— Eine neue„Präsidialpartei“? Unmögliche Kombination Hugenberg-Stegerwald-Brüning-Strasser-Schleicher Das Ende der„Taktik“ Berlin, 13. Januar. Zwischen dem Reichskanzler von Schleicher und dem deutschnationalen Parteiführer Dr. Hugenberg fand heute im Reichswehrministerium an der Bendlerstraße eine Unterredung statt, die etwa gegen 17.30 Uhr begann und über zwei Stunden dauerte. Ueber den Verlauf der Unterredung werden von zuständiger Stelle keine Mitteilungen gemacht, da beide Seiten strengste Vertraulichkeit vereinbart haben. Schleicher und Hugenberg Wird Strasser Vizekanzler? Berlin, 13. Jan. Die Besprechung zwischen Dr. Hugenberg und dem Reichskanzler. die auf Veranlassung des Kanzlers stattfand, hat in Berliner politischen Kreisen beträchtliches Aufsehen erregt. Welche Bedeutung der Unterredung zukommt, läßt sich jedoch nur schätzen, da von beiden Seiten über die Unterredung selbse strengstes Stillschweigen bewahrt wird. Die„DA3.“ meint, daß die Aussprache sich auf die politiswe rage bezogen habe, und zwar im Zuge der Sondierungen, die der Entscheidung des Aeltestenrates über den Zusammentritt des Reichstages verangingen. Gesprächsstoff genug für die Unterredung sei wohl vorhanden gewesen, da in letzter Zeit verlautet habe, daß die Deutschnationalen in eine scharfe Oxposition gegen das Kabinett Schleicher zu treten beabsichtigten. „Die Tägliche Rundschau“ gibt der Ansicht Ausdruck, daß der Konflikt mit dem Landbund die Umbildung des Kabinetts Schleicher in den Vordergrund gerückt habe. Sie werde wahrscheinlich nach dem Zusammentritt der Reichstages am 24. Januar akut werden. Eine Ergänzung's Kab'netts durch Stegerr#ald, Gregor Strasser, Persönlichkeiten der NS.AP., des Stahlhelms und der Nationalen Rechten schienen in Frage zu kommen. In den Besprechungen des Kanzliss werde vor allem auch die Frage der Regierungsumbildung debattiert. Es gelte als wahrscheinlich, daß Gregor Strasfer in das Kabinett eintreten erde, wahrscheinlich cs Ltzekanzler und Reichskemmisar in Preußen. Ob die NSDAP. darüber hinaus sich an der Regierung beteiligen werde, hänge von der Haltung Adolf Hitlers ab. Bei der Stellung des Vizekanzlers sei an eine aktivistische Umbildung des Postens gedacht. Arbeitsbeschaffung. Siedlung, Jugendertüchtigung, Eeldbeschaffung usw. seien praktisch nicht voneinander zu trennen, da sie Teilgebiete eines großen zusammen hängen den Komplexes seien. Sie zwängen dazu, innerhalb des Kabinetts eine Art Aktionsausschuß zu gründen, von dem die großen Reformen und Umstellungen getragen und durchgeführt würden. Das zweite Erfordernis der heutigen autoritären Regierung erwachse daraus, daß die Regierung sich auf dem rarlamentarischen Wege oder über die bestehenden Parteien keine Gefolgschaft im Volke mehr verschaffen könne. Sie komme nicht darum herum, in den Bereich der Parteien, Verbände und Organisationen einzubrechen und sich eine eigene Formation zu gründen, mit der sie das Volk zur Gefolgschaft aufrufen könne. Beide Aufgaben aber, die Leitung des Aktionsausschusses und die Führung einer Volksorganisation würden den Kanzler überlasten und zu sehr auf eine Diktatur hindrängen. Infolgedessen werde die Frage der Entlastung und Stellvertretung des Kanzlers entscheidend. Der Kanzler komme nicht herum, den Posten des Vizekanzlers zu seiner Entlastung und Vertretung auszubauen. Es handele sich entweder um eine Konzentration der Kommissariate beim Vizekanzler, also um eine gewisse Arbeitsteilung im Kabinett— der Kanzler würde das Kabinett, der Vizekanzler den Aktionsausschuß leiten—, oder auch um eine nähere Beziehung des Vizekanzleramtes zu der notwendigen Organisation der Gefolgschaft im Volke. Die„Deutsche Zeitune" bemerkt, daß die Uebernahme eines vereinigten Wirtschaftsministeriums(Krisenministe. riums) durch Hugenberg von grundBerlin, 13. Jan. Der Haushaltsausschuß des Reichstages setzte am Freitag die große finanzpolitische Aussprache fort. Reichsfinanzminister Graf Schwerin t. Krosigk gab einen Ueberblick über die Steuereinnahmen der Länder und Gemeinden seit dem Jahre 1930. Im Jahre 1950 haben, so führte der Minister u. a. aus, die Einnahmen aus Steuerüberweisungen 3090 Millionen betragen, aus eigenen Steuern 4418 Millionen, zusammen 7,5 Milliarden. 1931 betrugen die Einnahmen der Länder und Gemeinden aus Steuerüber. weisungen 2295 Millionen, aus eigenen Steuern 4125 Millionen, zusammen 6,4 Milliarden, im Jahre 1932 aus Steuerüberweisungen 1700 Millionen, aus eigenen Steuern 3300 Millionen, insgesamt 5 Milliarden. Daraus ergibt sich gegenüber 1930 ein Rückgang der Einnahmen aus Steuerüberweisungen in Höhe von 1390 Millionen, an eigenen Steuern um 1118 Millionen, insgesamt ein Einnahmerückgang von 2500 Millionen. Diese Entwicklung zeigt, wie der Minister weiter ausführte, daß sich Grund= und Gewerbesteuer einigermaßen krisenfest erwiesen, allerdings die Hauszinssteuer sehr stark nachgegeben hat. Man muß annehmen, daß für Ende 1932 der Fehlbetrag der Länder sich auf insgesamt 520 Millionen RM. belaufen wird. Bei den Gemeinden wird der Fehlbetrag zum 31. März 1932 auf 500 Millionen geschätzt. Seine Erhöhung im Jahre 1932 bietet noch keinen genauen Ueberblick. Die Schätzungen schwanken zwischen 300 und 600 Millionen. So schwer die Notlage der Gemeinden sei, so glaube er doch, daß die bisher angesätzlichen Voraussetzungen abhängig sei, zu deren Erfüllung Herr von Schleicher bisher noch keine Anstalten gemacht habe. Ganz abwegig sei der von einer nicht ganz unmaßgeblichen Stelle propagierte Plan eines Kabinetts Schleicher— Hugenberg(Wirtschaft), Strasser(Jnneres), Stegerwald(Arbeit), Brüning(Aeußeres). Krupp bei Berlin, 13. Jan. Reichskanzler v. Schleicher hatte, wie die„DAZ.“ berichtet, am Donnerstag eine Aussprache mit dem Präsidenten des Reichsverbandes der deutschen Industrie, Dr. Krupp v. Bohlen und Halbach, über die Wirtschaftspolitik der Reichsregierung. wandten Mittel bewirken würden, daß die Gemeinden wieder eine ordentliche Haushaltsauf stellung vornehmen könnten. Die Fehlbeträge, die sich im Laufe des Jahres ansammeln würden, seien nicht so bedenklich, daß man deswegen mit einem Zusammenbruch der Gemeindefinanzen rechnen müsse. In Beantwortung der Anfrage, warum das Reich den Gemeinden in einzelnen allen, wenn es sich um die Frage der ufbringung des Schuldendienstes handelte, nicht geholfen habe, hielt es der Reichsfinanzminister für richtig, daß das Reich in den Fällen Frankfurt a. M und Köln a. Rh. nicht eingegriffen habe, sondern diesen Städten erklärte, daß sie sich mit ihren Gläubigern selbst auseinander. setzen müßten. Wenn man sich überlegt, so betonte der Minister weiter, daß in Amerika eine ganze Reihe von Großstädten pleite ist, dann wird man dort auch durchaus dafür Verständnis haben, wenn einzelne unserer Gemeinden in dieser Zeit für ihren Tilgungsdienst nicht viel leisten können. Man würde es nicht verstehen, wenn in diesen Fällen das notleidende Reich eingreife, um den Städten einen Tilgungsdienst an ausländische Gläubiger zu ermöglichen. Handlichere Fünfmarkstücke. In seiner Rede vor dem Haushaltsausschuß des Reichstages erklärte der Reichssinanzminister, daß die unhandlichen Fünfmarkstücke eingezogen werden und dafür kleinere Münzen geprägt werden sollten. Dr. H. Der Konflikt zwischen Reichsregierung und Landbund enthüllt verschiedene Zusammenhänge, die bisher vor der breiten Oeffentlichkeit wie unter einem Nebel lagen. Es ist gut, daß einiges von dem, was sich hinter den Kulissen angesponnen hat, endlich einmal vor die Zuschauer tritt und das wahre Gesicht der Regierung Schleicher enthüllt. Die Vorgeschichte ist folgende: Die provinziellen Vertretungen des Reichslandbundes sind bereits vor Wochen mit scharfen Entschließungen der augenblicklichen Untätigkeit der Regierung entgegengetreten, wir erinnern nur an die Verlautbarung der Hammer Zentrale des Westfälischen Landbundes und an die Entschließung des Pommerschen Landbundes. Ueber die Berechtigung dieser Notrufe dürfte auch der Städter Klarheit haben, denn so katastrophal wie augenblicklich waren die Preise besonders der Veredelungsprodukte, wie Butter, noch nie. Es war aber so, daß Schleicher vor allen Dingen mit den Gewerkschaften, die ja auch am lautesten geschrien haben, Frieden haben wollte, daß er zum Beispiel die Margarineverordnung bis heute noch nicht durchgeführt hat, daß von Kontingentierung und Zollpolitik schon überhaupt nicht meyr die Rede ist. Aber auch Schleicher kann mit all seiner berühmten Taktik nicht das Kunststück fertig bringen, dem notleidendsten Teil der deutschen Volkswirtschaft damit Hilfe zu bringen. Es dürfte sich allmählich herumgesprochen haben, daß das mit Taktik überhaup! nicht geht. So kam die scharfe Entschließung des Reichslandbundes zustande. Es ist bezeichnend, daß Schleicher mehr Wert auf die Tolerierung durch die Gewerkschaften als durch die Bauernverbände legt, denn die Gewerkschaften haben viel stärkere Erklärungen gegen die Reichsregierung veröffentlicht, ohne daß Schleicher seine unverändert verbindliche Haltung änderte. Eine Sorge ist allerdings nicht von der Hand zu weisen. Es heißt in Pressekommentaren, daß der Landbundpräsident Graf Kalckreuth sich bei dieser Kampfansage sehr zuruckgehalten habe. Treiber des scharfen Kurses seien die beiden nationalsozialistischen Vorstandsmitglieder Willfkens und v. Sybel gewesen, die damit der Opposition ihrer Partei dienen wollten. Wir glauben vorläufig nicht daran, nehmen vielmehr an, daß so ein Keil in die Einheitsfront der Bauern getrieben werden soll. Immerhin dürfte eine Klärung dieser Frage notwendig sein, denn es geht nicht an, daß ein überparteiliches Gebilde wie der Reichslandbund zur Domäne einer Partei wird. Wir werden demnächst Gelegenheit haben, Graf Kalckreuth in Herford zu hören. Wir möchten wünschen, daß er dann auch auf diese Punkte eingeht. Man geht in dieser Richtung sogar so weit, daß man den scharfen Gegenprotest der Industrie als eine Antwort der Großindustrie auf den starken nationalsozialistischen Einfluß im Reichslandbund auswertet. Ein Gutes scheint uns der Streit schon jetzt gehabt zu haben: Die Regierung bemüht sich plötzlich, ihren guten Willen zu zeigen, um den Landbund ins Unrecht zu setzen. Wir glauben, daß er sich gern ins Unrecht setzen lassen würde, wenn nur das Allernotwendigste getan würde. Wir fürchten aber, daß mit diesen Vorfällen der Schleier zu sehr gefallen ist, daß das wahre Gesicht der Kanzlerschaft Schleichers zu weit enthüllt worden ist, als daß die Bauernschaft noch Vertrauen zu ihm haben könnte Mit der Taktik ist es zu Ende, jetzt heißt es grundsätzlich Farbe bekennen Keine Zusammenkunft zwischen Hitler und Gregor Strasser. Detmold, 13. Jan. Wie die Reichs pressestelle der NSDAP. mitteilt, sino de Meldungen, nach denen während des lippischen Wahlkampfes eine Zusamenkunft zwischen Adolf Hitler und Gregor Strasser stattgefunden haben soll, falsch und völlig ven der Luft gegrifsen. Es hat keine Jusammen. kunft stattgefunden. Zum Konflikt zwischen der Reichsregierung und dem Reichslandbund. Graf Kalckreuth und v. Sybel vom Präsidium des Reichslandbundes. Die Finanzlage der Gemeinden Darlegungen des Reicht finanzministers im Haushaltsausschuß des Reichstages Wechsel in der peanctichen Alln, 15. Jan. In politischen Kreisen, die der Reichsregierung nahestehen, nimm Günstiger Fortgang der Winterhülfe ann alesaans bofärderte Reichsbahn von Mitte September bis Ende schen Innenministeriums leiter, von seinem Posten scheiden und zum Mintsterialdirektor im Reichsverkehrsministerium ernannt werden wird. Ein Beschluß der kommissarischen preußischen Staatsregierung liegt noch nicht vor. Für den Fall, daß Dr. Klausener ausscheiden sollte, wäre, wie der „Lokalanzeiger“ erfährt, Ministerialdirektor Dr. Loebrs aus dem preußischen Innenministerium zu seinem Nachfolger ausersehen. Das Ausscheiden von Dr. Klausener, der Leiter der katholischen Aktion ist, sei seit längerer Zeit in Aussicht genommen gewesen. Nach der„Voss. Ztg.“ soll auch die Absicht bestehen, den seit Abgang des Staatssekretärs Abegg unbesetzten Staatssekretärposten im preußischen Innenministerium wieder zu besetzen. Für diesen Posten sei der frühere Landrat Herbert v. Bismarck in Aussicht genommen. Femeorganisation bei der K89.? Beipzig, 13. Jan. In einem gegen elf Angeklagte aus Chemnitz wegen Sprengstoffverbrecheus machte am Freitag der Keiminalhauptwachtmeister Jost aus Chemnitz vor dem 5. Strassenat des Reichsgeriht aufsehenerregende Mitteilungen über das von ihm und anderen Polizeibeamten festgestellte Bestehen einer Femeeinrichtung in der KPD. Er selbst habe einem gewissen Ludwig, der als Verräter einer Nachrichtenzentrale der KPD. in Frage komme, davor bewahrt, nach seiner Entlassung aus der Strafhaft durch Kommunisten ums Leben gebucht u wrdes. Deutsch=argentinischer Zollkrieg laund mnd Araentinsen seit 1957 eie Meischesig. stigungsvertrag besteht, hatte die argentinische Regierung verfügt, daß die Ausfuhr aus Deutschland nicht von den am 15. November v. J. an Chile gewährten Zollermäßigungen profitieren sollte. Wegen dieser Diskrimierung Deutschlands hatte die deutsche Regierung Ende v. J. beschlossen, für verschiedene Einfuhrwaren argentinischen Ursorungs die erhöhten Kampfzölle des Obertarifs anzuwenden. Um jedoch noch Zeit für Verbandlungen zu lassen, wurde der Termin für das Inkrafttreten der erhöhten Sätze ursprünglich auf den 1. Januar 1933 festgesetzt.„Bald darauf erfolgte die nochmalige Nachfrist bis zum Ab, auch diese zweite Frist ist, wie, die Berliner Bläter erfahren, nunmehr verstrichen. ohne daß Arcentinien naggegeben hätte. Nie jetzt bekannt wird, wird die argentinische Regierung kaum ihren Standpunkt aufgehen, daß Deutschland nur bedingte MeistbeUeber 12000 Waggons beförderte Liebesgaben. Berlin, 13. Jan. Nach Mitteilung der deutschen Liga der freien Wohlfahrtspflege, Reichszentrale der Winterhilfe, nimmt die Sammlung für die diesjährige Winterhilfe einen bei der allgemeinen Not über Erwarten günstigen Verlauf. Auf Grund der Frachtbriefe sind in der Zeit von Mitte September bis Ende Dezember 1932 über 2,5 Millionen Zentner over fast 12 600 Waggons Liebesgaben, d. h. weit mehr als doppelt soviel der gleichen Zeit des Vorjahres(5060) von der Reichsbahn frachtfrei beföroert worden. Im einzelnen sind in der angegebenen Sammelzeit 812000 Zentner(512000 i. V.) Kartoffeln, 107 000(65 Lebensmittel und 1,5 Millionen(316.000) Zentner Kohlen und Briketts in die einzelnen Gebiete an die Hilfsbedürftigen befördert worden. Durch die frachtfreie Beförde. rungrung der Liebesgaben ist als Beitrag der Reichsbahn von Mitte September bis Ende Dezember 1932 die Summe von 887000 RM. zugunsten der Winterhilfe dankbar zu buchen. Die„kleine“ Verwaltungsreform nicht aufgegeben. Berlin, 13. Jan. Die von einer Berliner Korrespondenz verbreitete Nachricht, daß die sogenannte kleine Verwaltungsreformaufgegeben sei, entspricht nach Mitetilung von zuständiger Stelle nicht den Tatsachen. Die Arbeiten, die bekanntlich eine Vereinfachung in der Postund Finanzverwaltung bringen sollen, gehen vielmehr weiter. Es handelt sich im wesentlichen um die Aufhebung einer Reihe von Oberpostdirektionen, Landesfinanzämtern u. Finanzämtern. Vor Ablauf der Vorarbeiten dürften aber noch Verhandlungen mit den Ländern gepflogen werden. Erst dann wird sich das Reichskabinett abschließend mit der Angelegenheit befassen. Besitz des wichtigen strategischen Punktes zu ein. Es scheint, daß die Japaner den nördlichen Teil des Passes eingenommen haben, während die Chinesen seinen südlichen Tei! noch im Besitz haben. In Tsinwangtau werden von den Chinesen alle Maßnahmen zur Verteidigung gegen einen japanischen Angriff getroffen. Der Sowjetdampfer„Sachalin“ brennt. Tokio, 13. Jan. Nach einer von der Funkstation Hokaido aufgefangenen Funkmeldung ist der im Ochotskischen Meer in Seenot befindliche sowjetrussische Dampfer„Sachalin“ in Brand geraten. Ein anderer sowjetrussischer Dampfer unbekannten Namens ist bereits auf dem Wege zur Unglücksstelle, nachdem die russische Station Nikolajewsk ebenfalls die SOS=Rufe aufgefangen hat. An Bord des Dampfers befinden sich bekanntlich einschließlich der Besatzung 254 Personen. Bei den Fahrgästen handelt es sich durchweg um sowjetrussische Staatsangehörige. „Ich bin Optimist“ günstlanne babe. Desbalb, dürfte ein Handelskonflikt unvermeidlich sein. Am 10. Januar 1933 wird Argentinien von der Liste der Länder gestrichen werden, die in Deutschland die Meistbegünstigung geniehen und gleichzeitig werden die Zollsätze des Obertarifs angewendet Vorschläge für die Weltwirtschafts=Konferenz Genk. 12. Januar. Der frühere belgische Finanzminister und bekannte Finanzsachverständige Francqui hat dem Sachverständigenausschuß für die Londoner Weltwirtschaftskonserenz ein Programm für die Kon ferenz vorgelegt. in dem die Behandlung folgen der Punkte verlangt wird: 1. Regelung der großen schwebenden volitischen Fragen:. 2. Fortschreitende Herabsetzung der schranken und Wiederberstellung des freien Kavitalverkehrs: menarbeit mit den großen Emissionsdanken geholfen werden, bei gehender innerer Reform und Sanierung der Wirtschaft. Die von allen Seiten drin. gend geforderte Wiederberstellung des Vertrauens könne jedoch nur erreicht falls eine Lösung der großen volitischen Probleme gefunden sei und eine allgemeine Rückkehr zur Goldwährung stattfinde. Reichsgründungsfeier im Rundfunk In Amerika kennt man bereits seit längerer Zeit das sogenannte Optimismus=Abzeichen. * Emissionsdan; das alle diejenigen im Knopfloch tragen, die bei gleichzeitiger weit= ihren Mitmenschen gegenüber dokumentieren m und Santerur# wollen, daß sie sich trotz der Krise nicht unter“ o r i n e k r i e g e n l a s s e n. D i e s e B e w e g u n g h a t a u c h a u f Deutschland übergegriffen und in Berlin hat ein Journalist dar Zeichen der drei verschlungenen M erfunden, dem der Sinn untergelegt wird:„Mensch, mehr Mut!“. Der Berliner Witz hat allerdings daraus bereits andere schöne Prägungen gemacht:„Mensch, Mever miebl“ oder Millionär mangels Masse“. Nun tritt der bekannte Fachzeitschriften=Großverlag, der VogelVerlag Pößneck, mit einem Zeichen auf den Plan. das den Vorzug hat. nicht zu können. Es trägt auf silberglanzendem Schild die Worte:„Ich bin Optimist!“ In der Geschäftswelt hat dieses Zeichen insofern eine gunstige Aufnahme gesunden. als laufend Nachbestellungen auf diese unpolitische Anstecknadel. deren Abgabe kostenlos erfolgt, einlaufen. Der Glaube an eine bessere geschäftliche Zukunft und an günstigere. Aussichten für das neue Jahr scheint also keine Einzelerscheinung zu sein. 3. Wiederberstellung der Soldwährung. Francqui betont in seinem Plan mit besonderem Nachdruck, daß die gegenwärtige tische Unsicherheit vernichtende Rückwirtungen an das gesamte Wirtschaftsleben habe. Die internationalen Märkte zeigten stets Zeichen nan Zuverlicht, sobald eine der großen volitischen Fragen der Lösung näher gebracht werde. Der Abschluß der Lausanner Konferenz sei mit einer starken Hauße auf allen Märkten ausgenommen. ugefisg. ,.7 G, ibeszegen, gen müßten daher unverzüglich im seitigen Verständnisses an die Lälung der dringenden politischen Fragen herantreten. Die Herabsetzung der Handelsschranken könne nur auf dem Wege regionaler Abkommen zwischen einzelnen Staatengrupven durchgeführt werden. Neue Zollerhöbungen und neue Handelsschranken mußten sofor. verboten werden. Der englische Gedanke, die Warenpreise durch künstliche Waorung= mannahmen zu beben, sei anzulehnen. Die Wiederberstellung der Währungen sei nur durch Rückkehr zur Goldwährung zu er reichen. Goldarmen Stacten soll durch Schaffung eines Währupgsstützungsfonde, der großen goldreichen Staaten in ZusamBerlin, 13. Jan. Die vom deutschen Reichskriegerbund„Kyffhäuser“ in Anwesenheit des Reichspräsidenten von Hindenvurg, vieler Vertreter der Reichs=, Staats= und Kommunalbehörden, des alten und neuen Heeres und der Marine am Sonntag, 15. Januar, 11.30 Uhr, im Berliner Sportpalast im Rahmen einer„Deutschen Weihestunde“ veranstaltete große Reichsgründungsfeier wird von 12—12.55 Uhr auf den Deutschlandsender sowie sämtliche anderen deutschen Sender mit Ausnahme von Berlin übertragen. Frost verhindert Kriegsführung Der Kampf um den Paß. Schanghai, 13. Jan. Wie die chinesische Presse berichtet, mußten die Kriegshandlungen im Norden des Kampfgebietes am Donnerstag infolge außerordentlich starker Fröste eingestellt werden. Um den Besitz des Passel Tschumenkau, etwa 15 Kilometer nördlich von Schanhaikwan, waren zwischen dringenden Japanern und den chinesischen Verteidigern scharfe Kämpfe entbrannt. Beide Parteien behaupten jetzt, im Das erzieherische Frühstück Eine Bismarck=Aneldote. Die folgende kleine Geschichte gibt Herm. Haß in seinem in der Sammlung„Deutsche Volkheit".(Verlag Eugen Diederichs in Jena) erschienenen Bande„BIsTaty, Selbstzeugnisse zu Bauerntum und Natur wieder. Als Bismarck noch Deichhauptmann war, war eines Tages eine Versammlung anberaumt, um von den Grundeigentümern die Unterschrift zu erlangen, daß ein neu legender Deich über ihre Aecker und Wiesen gehen dürfe. Die Sitzung begann um halb neun Uhr morgens; die Bauern waren vollzählig in der großen Gaststube des Wirtshauses versammelt. Der Tisch, auf dem die Deichakten lagen, stand in der Tür, die zu einem kleinen Nebenzimmer führte, das einen Separatausgang hatte. Mit dem Glockenschlage erschien Bismarck in Reserve offiziersuniform, schnallte den Pallasch ar und lehnte ihn an die Wand. Es war gerade ein betäubender Lärm, denn die Bauern stritten lebhaft, ob der neue Damm nötig wäre, der alte Damm hätte so lange gehalten und würde gewiß noch länger genügen. Bismarck hörte kurze Zeit zu, ohne ein Wort zu sagen, dann stand er auf. griff nach dem Pallasch mit samt der Scheide, faßte ihn in beide Hände und hieb flach auf den Tisch, daß die Akten herumflogen. und rief in den Xumult hinein:„Jetzt. holt. 11 dat Muhl, jetzt wull ick reden.“ Grimmig sahen die Bauern nach dem Hünen auf der anderen Seite des Tisches, verstummten aber sofort. Darauf machte Bismarck in kurzer Rede sie darauf aufmerksam, daß der alte Damm schadhaft sei und daß es besser sei, das kleine Stück Land, das der neue Damm nötig hätte, herauszugeben, als daß im nächsten Frühjahr unberechenbarer Schaden durch einen Dammbruch erlitten würde. Zum Schluß las der in Bismarcks Begleitung erchienene Geometer die schon ausgefertigten Akten vor, und Bismarck forderte die Leute Jett trat ein alter Bauer mit Gesicht vor und erklärte ganz künnen schon recht hebben, Herr Deichhauptmann, aberst unnerschrewen duh ich Ein flüchtiges Lächeln huschte über Bismarcks Gesicht, als ob er sagen wollte, das habe ich vorher gewußt; darauf winkte er seinem Burschen und raunte ihm ein paar Worte ins Ohr. Dieser klemmte sich neben dem Tisch durch, ging durch die große Halle, in der sich die Bauern befanden, nach der anderen einzigen Ausgangstüre, schloß die selbe ab, ging zurück mit dem abgezogenen Schlüssel in der Hand und legte ihn neben Bismarck auf den Tisch. Die Bauer einander verdutzt an und:„Wat sull denn dat, wat sull denn dat heißen, ging es von einem zum andern. Bismarck stand auf: Das soll heißen, daß igr, gicht, eher fortkommt, als bis ihr unterschrieben habt Die Leute nahmen dies auffallend ruhig hin, blieben aber dabei:„Unnerschrewen duhn wie nich“ Nun steckte sich Bismarck eine Zigarre an, unterhielt sich mit dem Geometer und las seine Zeitung. Es verging eine Stunde, ohne daß die Bauern sich gefügt hätten. Dann schickte Bismarck den Burschen Frühstück holen. Der Geometer räumte den Tisch ab. und bald war derseibe mit Bro., Butter, Schinken, Eiern und Bier besetzt. forderte den Geometer zum Essen auf, st frühstückten mit größter Seelenruhe, den störrischen Bauern das Zusehen überlassend. Diesen fing auch langsam an. der Magen zu knurren, und sehnsüchtige Blicke warfen sie auf den wohlbesetzten Tisch. Nachdem das Frühstück abgeräumt war, wurden die Akten wieder aufgelegt. Nach einer weiteren Stunde kam ein Bauer, der während des Essens schon mit unverhohlenem Interesse zugesehen hatte, langsam heran und sagte: „Ick möcht woll unnerschrewen, aberst— Der Geometer ließ ihn nicht ausreden und wandte sich sofort an Bismarck:„Der Mann will unterschreiben, Herr Hauptmann!"— „Schön, mein Sohn“, antwortete dieser und sah ihn fest an. Der Bauer hatte gewiß noch mehr sagen wollen, aber unter dem Banne dieser Augen griff er ungeschickt nach der Feder und malte seine Hieroglyphen unter das Aktenstück. Der Bursche rückte den Tisch ein klein wenig zur Seite, und schleunigst verschwand der Bauer durch die Ausgangstür des Zimmers. Dann kam noch einer und noch einer, und nach einer halben Stunde hatten alle unterschrieben, ganz zuletzt der alte Bauer, der zuerst gesprochen hatte. Als die Verhandlung geschlossen war, drückte der Geometer seine Verwunderung aus, daß alles so glatt verlaufen war. Lachend erwiderte Bismarck:„Ja. mein Lieber, man muß mit den Leuten eben umzugehen verstehen!“ Die Nache der Setzer. In Kischineff stürmten die Setzer der Zeitung Cuvantul Basarabiei“ wegen Lohnstreitigkeiten die Redaktionen und Verwaltungsräume und schlugen alles kurz und klein. Die erschreckten Redakteure konnten die Setzer nur durch Pistolen=Schreckschüsse vor schlimmeren Ausschreitungen bewahren. Schließlich stellte die Polizei die Rube und Ordnung wieder ber. Jvar Kreugers Rennboot von Finnland erworben. Eines der bekanntesten schnell lausenden Motorboute von Jvar Kreuger ist für den unerwartet billigen Preis von 80000 (etwa 5000 RM.) von dem finnischen Staat angekauft worden, um als Zollboot im Schmug gelkampf verwendet zu werden. Der Besun im Schneemantel. In Mittel= und Süditalien sind in den letzten zwei Tagen starke Regenfälle und ein rasches Sinken der Temperatur zu verzeichnen. Der Vesuv trägt einen dichten weißen Schneemantel, der sich wundervoll gegen den Himmel abhebt. tung, daß ohne die stenographischen Aufzeichnungen Lothar Buchers die„Gedanken und Erinnerungen“ vielleicht überhaupt nicht oder doch mindestens nicht in ihrem jetzigen Umfange enstanden wären. Dem Fürsten Bismarck war im hohen Alter das Schreiben recht beschwerlich. Geheimrat Lothar Bucher, der literarische Mitarbeiter Bismarcks, kam daher, wie im„Deutschen Stenograpben“ mitgeteilt wird. auf einen besonderen Ausweg: Bismarck war eine mittei same Natur. Wenn er seinen Gästen den reichen Schatz seiner Erinnerungen und Gedanken erschloß, hing alles wie festgebannt an seinen Livven. Gelang es. diese Mitteilungen kurzschriftlich aufzusangen, dann hatte man. was man brauchte: die Grundlage zu Bisma s würdigkeiten. Das war aber nicht so Der Fürst ließ sich im Zuge seiner Gedanken nicht gern unterbrechen. Lothar Bucher war es nun. der alle Aeußerungen Bismarcks in Gahelsbergerscher Kurzschrift niederschrieb, ne wie die einzelnen Steine zu einem großen Mosaikbilde sammelte und einen jeden an seiner richtigen Stelle einsetzte. So wurde die erste Unterlage zu Biemaras„Gedanken und Erinnerungen“ geschaffen. Bismarck und die Kurzschrift Ohne Stenographie keine„Gedanken und Erinnerungen“? Lothar Buchers Stenogramme. Rei Bismarcks„Gedanken und Erinnerungen“ hat, wenn man so sagen darf, die Stenogravhie Pate gestanden. Wenn sie auch nur eine technische Rolle dabei spielte, so wa diese Rolle doch von so ausschlaggebender BedeuAusländische Eisenbahnfachlente im „Fliegenden Hamburger“. Berlin, 13. Januar. Am Mittwoch unternahmen etwa 30 Eisenbahnfachleute, unter ihnen Franzosen, Belgier, Holländer, Italiener Chinesen und Japaner. eine Versuchsfahrt mit dem neuen Schnelltriebwagen der Reichsbahr auf der Strecke Berlin—Hamburg. Die Fahrt stand unter der Leitung des Konstrukteurs des neuen Schnelltriebwagens. Reichsbahrdir#kto Dr.=Ing. Fuchs. Das große Interesse, das auch das Ausland diesem schnellsten Zuge entgegenbringt, wird durch die Versuchsfahrt mit ausländischen Eisenbahnfachleuten, noch bevor der Wagen in den fahrplanmäßigen Verkehr gestellt ist erneut bestätigt. Englisches Riesenflugzeug abgestürzt Mit einem Motorbost zusammengestoßen Vondon, 12. Januar. Ein mit 10 Mann besetztes neues Riesenseeflugzeng der englischen Luftkreitkräfte stürzte am Donnerstag aus geringer Höhe bei Plomouth in den Kanal und versank soweit unter Wasser, daß nur noch die Spitze einer Tragfläche zu sehen war. Glücklicherweise waren einige Fischerboote in der Nähe, die die gesamte Besatzung, die ins Wasser gesprungen war, retten konnte. Das schwerbeschädigte Flugzeug wurde später mit Hilfe eines Kriegsschiffes von mehreren Schleppern ins Tau genommen und nach Plynouth gebracht. Das von dem Unglück betrafjene Flugzeug ist eine Schwestermaschine des im Februar 1931 an derselben Stelle abgestürzten Sceflugzeugs„Iris III“. Damals ertranken von der 12köpfigen Besatzung 9 Mann. * Ein Toter und neun Verletzte bei dem Flugzeugunglück bei Plymouth. London„13. Jan. Nach einer amtlichen Mitteilung ist das Unglück des neuen englischen Niesen=Seeflugzeuges bei Plymouch dadurch verursacht worden, daß das Seeflugzeug mit einem Moterboot zusammenge. stoßen ist. Entgegen der ersten Meldung ist die ganze aus zehn Mann bestehende Besatzung in Mitleidenschatt gezogen worden. Ein Mann wurde getötet. einer schwer und die übrigen acht leicht verletzt. klären, da die Proßnitzerin seine Sprache noch nicht verstand. In Kairo stellte sie dann fest, daß ihr Freund kein Großkaufmann sei, sondern eine recht verdächtige Beschäftigung habe und aus diesem Grunde das Elternhaus nicht betreten dürfe. Eines Tages stellte sie fest, daß sie das Opfer eines Mädchenhändlers, der Mitglied einer großen internationalen Organisation ist, geworden Das französische Flugzeug„Regenbogen in Port Etienne gelandet. Paris, 13. Jan. Das dreimotorige französische Flugzeug„Regenbogen", das am Donnerstag um 10.30 Uhr in Istres bei Marseilles aufgestiegen war, um einen Angriff auf den Langstrecken=Weltrekord zu unternehmen, ist am Freitag um 2.36 Uhr französischer Zeit in Port Etienne an der Westküste Afrikas nördlich von Dakar glatt gelandet. Die Flieger dürften erst zu dem eigentlichen Langstreckenflug über den Süd atlantik starten, wenn sle im Besitz der Er laubnis des Luftfahrtministeriums sind. sei. Durch Zufall gelang ihr die Flucht auf das tschechische Konsulat, mit dessen Hilfe sie nach Europa zurückkehren konnte. Nach der Flucht seines Opfers verschwand auch Aralb und konnte nicht aufgegriffen werden. kölln, daß dort die Leiche einer Krankenschwester namens Helene Galat in ihrem Bett aufgesunden wurde, nachdem sie rund acht Wochen nicht mehr gesehen worden war. Die Aussagen des Hausportiers und die Feststellungen des Arztes timmen hier tatsächlich überein: So unglaublich es klingt. die Schwester ist vor acht Wochen gestorben. In dieser ganzen Zeit ging das Leben rechts und links von ihrem Zimmerchen. I54## über und unter ihr weiter,— ohne daß temand! Der letzte der 11 Landsager sie vermißt oder ihr Verschwinden bemerkt hätte. 1/960 Natürlich war ihre Leiche schon in Verwesung übergegangen und die Wohnung mußte versiegelt werden, um zunächst einer gründlichen Desinfek tion unterzogen zu werden. Breslau, 17. Januar. Gestern wurde in Liegnitz der„Letzte der elf Landjäger von Karf“, der Oberlandjäger i. R. Bruno Bäckerd, unter starker Anteilnahme der Holzfeuer entzündet Blindgänger Fünf Schwerverletzte. Paris, 13. Jan. Zin schwerer Unglücks. fall ereignete sich am Donnerstag in VillersBretonneux, in der Nähe von Amiens. Gartenarbeiter waren im Park eines alten Schlosses beschäftigt und hatten Baumäste zu einem Haufen zusammengetragen, den sie ansteckten. Fünf Mann der Arbeiterkolonne hatten um das Feuer Platz genommen, als plötzlich eine surchtbare Explosion erfolgte und alle fünf Arbeiter schwer verletzt liegen blieben. Die Untersuchung ergab. daß gerade an der Stelle, an der das Holzseuer angesteckt worden war, ein aus dem Weltkrieg stammender Blindganger vergraben worden war, der sich durch die Hitze entzündet hatte. Die fün Opfer des Unfalls wurden sofort in ein Krankenhaus überführt, wo man bei drei von ihnen jede Hoffnung aus Erhaltung ihres Lebens aufgegeben hat. Die Grivpe wütet in England. London, 13. Jan. Infolge der Grippeepidemie in England sind in der vergangenen Woche allein in den größten englischen Städten 681 Menschen an Grippe gestorben. In Groß=London und Birmingham starben in der vergangenen Woche 163 Menschen an brvrr. 19 Aufständische ge' ötet Madeid, 12. Jannar. In der spanischen Ortschaft Casao Bieias hatten sich 19 sändische in einem Haus verschanzt. Zwischen ihnen und den sie angreisenden Polizeibeamten entwickelte sich ein regelrechtes Feuergesecht, das kundenlang auhielt. Erst nach 12stündiger Belagerung gelang es der Polizeitrunve, das Nest auszuräuchern. nach dem die Polizeibeamten einen Großanarist mit Handaranaten unternommen und das Hans in Brand gesteckt hatten. Sämtliche 19 Sondikalisten komen ums Leben, von der Polizei wurden nur drei Personen verwundet. Mißgesch'ck einer schönen Frau Im August vorigen Jahres tauchte in Proßnitz(Mähren) ein eleganter Mann, orientalischen Aussehens, auf, der sich in das Hotelbuch als Großkaufmann Armand urais aus Kairo eintrug. Er hatte immer größere Geldbeträge zur Verfügung, und nach wenigen Tagen war es bereits bekannt, daß er sich hauptsächlich für blonde Frauen inter essiere. Er machte schließlich die Bekannt. schaft einer schönen geschiedenen Frau. Die schöne blonde Proßnitzerin, die die Freundin des Aralb wurde, verkaufte ihr Geschäft und ihre elegant eingerichtete Wohnung und reiste mit ihrem neuen Freund nach Katro. Bereits unterwegs kamen ihr gewisse Sachen verdächtig vor, doch die Augen ihres Gesellchafters verstanden es, alles wieder aufzuschlesischen Landjägerschaft zur letzten Ruhe beigesetzt. Seine letzte vorgesetzte Behörde, die Landjägerei in Lüben, erinnert mit Stolz daran, daß der Verstorbene einer der elf Landjäger gewesen ist, die sich 1o, während des Polenaufstandes in Oberschlesien bei Karf den Polen mutig entgegenwarfen. Seine zehn Kameraden wurden damals auf bestialische Weise ermordet. Ihre Körper sind von den Aufständischen bis zur Unkenntlichkeit zertreten worden. Durch einen Zufall entging Bäckerd, der für tot gehalten worden war, dem grausamen Schicksal seiner Kameraden und kam als einziger mit dem Leben davon. Der letzte Totenkovfhusar von Mars la Tour gestorben. Westerland(Solt), 13. Januar. 87jährig staro olötzlich in Westerland der letzte Totenfhusar von Mars la Tour, Bahnhofsvorsteber i. R. Schirmer.„Papa Schirmer“. wie er bei der Bevölkerung hieß. war eine auch bei den Badegästen der Insel volkstümliche Persönlichkeit. Im Jahre 1931 feierte er das Fest der Diamantenen Hochzeit. Peinliche Verwechslung Troppau, 13. Jan. Im Gesängnis des Mährisch=Ostrauer Kreisgerichts hat sich ein Vorfall ereignet, der eines humoristischen Beigeschmacks nicht entbehrt. Es saßen dort zwei Gefangene. beide des Namens Franz Macura. Der eine war wegen Mordes verurteilt, der andere hatte wegen eines leichten Delikts eine kurze Zeit abzusitzen. Durch ein bisher noch nicht geklärtes Mißverständnis wurde jetzt der Morder Franz Macura aus der Haft entlassen, während der andere, der in Freiheit gesetzt werden sollte, in Haft blieb. Als der Irrtum ruchbar wurde, war schon einige Zeit verstrichen. Das Aufgebot der ganzen tschechischen Polizei hat bisher nicht vermocht, den irrtümlich entlassenen Macura. der gegen seine Freilassung nichts einzuwenden halte, wieder in Numero Sicher zu bringen Es kann angenommen werden. daß der Mörder über die volnische Grenze geflüchtet ist. Errichtung von Einbettvvreisgeschäften ohne räumliche Einschränkung bis 1. April 1934. Zur Ausdehnung der Sperre hat die Feststellung geführt, daß seit Erlaß der Notverordnung vom 9. März 1932 in den von der dort angeordneten Sverre nicht betroffenen Städten mit mehr als 100000 Einwohnern sich die Klagen des gewerblichen Mittelstandes über den Wettbewerb der Einheitsvreisgeschäfte erheblich vermehrt haben. Diese Klagen haben auch dazu geführt, daß von der großen Mehrzabl der Regierung der Länder eine Ausdehnung der Sperre für Einheitsvreisgeschäfte schlechthin als vordringlich bezeichnet worden ist. Die Verordnung enthält weiter eine gewisse Verschärfung der für die bestehenden Einheitspreisgeschäfte geltenden Betriebsvorschriften. insbesondere hinsichtlich des Verkaufs zu anderen Einheitsvreisen. Selbstmord aus Furcht vor Rußland Ein gewisser Pinkus Wachsmann, der sich vor einigen Wochen ohne Paß aus Rußland nach Rumänien gerettet hatte, wurde bis zur Klärung des Falles in das Gefängnis Konstantza eingeliefert. Hier hat er sich gestern die Kehle durchgeschnitten, weil ihm dienstlich mitgeteilt worden war, daß er wieder nach Rußland abgeschoben werden würde. Handel und Wirtschaft Berlin, 13. Jan. Die Börse zeigte bei fester Grundtendenz keine einheitliche Entwicklung. Tagesgeld 4% bis 5% Prozent. Die im Verlauf der Nachbörse eiegetretene Unsicherheit machte gegen Schluß einer Wiederbefestigung Platz. Kassakurse der Beelmer Ess. Börse Ohne Gewädr für Hörtedler. Sedmart= 8% 8%. 7% 6 8% Großfeuer vernichtet 2 Scheunen Jeinsen, 13. Jan. Der Hofbesitzer Emi! Müller wurde durch ein Großseuer erheblich geschädigt. Donnerstag vormittag brach in einer großen Scheune Feuer aus, das auch bald auf eine daneben liegende Scheune übersprang. Trotz sofortiger Hilfe brannten die beiden Gebäude mit großen Kornvorräten aus. Einige landwirtschaftliche Maschinen konnten gerettet werden. Die Brandursache ist unbekannt. Die Feuerwehren hatten bis in die späten Nachtstunden hinein damit zu tun, ein Wieder ausbrechen des Feuers zu verhindern. Ein Mensch der nicht vermißt wurde Berlin, 13. Januar. Kürzlich ging eine nicht ganz alltägliche Statistik durch die Presse, die Berliner Höchstzahlen enthielt und die u. a. die Mitteilung brachte, daß in einem einzigen Berliner Haus(freilich mit mehreren Hinterhäusern) nicht weniger als 1000 Menschen leben. Und wie einsam dennoch ein Einwohner gerade In diesem Ameisenhaufen Berlin sein kann, zeigt nichts schlagender, als die Meldung aus Neu(Rotterung in Mark) Be Centr.=Bd.=deldpfbr. v. 1924 Pr.=Centr.=Bd.=Goldosdr. u. 1927 Hr. Centr.=Bd.=Goldpfandbriefe Pr. Centr.=Bo.=Golbpfandbriete Pr. Central=Boden=Vold=Komm. Schuldverschreibung u. 1987... 4½% Vr. Centr.-Bd.=Lien Aeldpfe. Briefe, Uten.=Anteilscheine 7er. fir Central-Baben-belb.Reuu: ### Ve. 5% Fr. Lopidr=Anßt. 6m. Psdr. 7% Dr. Lopfdr=Auß. dor bide. Pr. Topfdt.=Ann. 824 Kom. L91. 5 Berl Roggenw. 1983 kus 1 Zie. Roggenanleihebriefe 1—11.... Moggen-Mutenbriefe1— Wests. Provinzkoble 1923 für 1 Tonne Schiffehrteattten samburg=Amertka=Pakettabes irddeutscher Llooo 5 Bontattien „Niobe"=Religulen im Gotteshaus. Die Gallionsfigur und ein Rettungsring des im Sommer vorigen Jahres untergegangenen Segelschulschifss„Niobe“ erhielten jetzt einen ehrenvollen Platz in de: Kieler Garnisonkirche. Ein Löwe wird operiert. Hamburg, 13. Januar. In einem hiesigen Varieté tritt Kapitän Schneider mit 80 Löwen auf. Eines der Tiere litt seit einiger Zeit an Bauchwassersucht. Aus diesem Grunde nahm Tierarzt Holz, der seit Jahren im Hagenbeckschen Tierpark tätig ist, eine Operation vor. Er nahm dem Tier über 20 Liter Bauchwasser ab. Dieses hatte sich vermutlich durch eine Störung des kleinen Kreislaufes gebildet, und das hatte schon mehrere Tage jede Nahrn aufnahme verweigert. Es wäre ohne L, ration eingegangen. Der Verkehr auf Lloyddampfern 163 000 Personen fuhren im Jahre 1932 auf Lloyddampfern. Bremen, 13. Januar. Im abgelaufenen Jahre 1932 beförderten die Dampfer des Norddeutschen Lloyd insgesamt 163 600 Personen. Davon entfielen 123000 auf den Nordamerikaverkehr, der Rest auf den Südamerika=, Ostasienverkehr usw. Die Vergleichszahlen des Jahres 1930 sind: 215000. davon 153000 im Nordamerikaverkehr, 1931: 172 000, davon 125 000 im Nordamerikaverkehr. Damit hat also das Jahr 1932 im Passe gierverkehr des Norddeutschen Lloyd gegenüber dem Vorjahre nur einen leichten Rückgang gebracht, der im Nordamerikaverkehr nur rund 2000 Personen beträgt. Sperre für Einheitspreisgeschäfte Ausdebnung der Sperre für Einheitspreisgeschäfte. Für alle Städte bis 1. April 1934. In der nächsten Nummer des Reichsanzeigers wird eine Verordnung veröffentlicht, die unter Abänderung der Bestimmungen des dritten Teils der Notverordnung vom 9. März 1932 die bisher nur für Städte mit weniger als 100 000 Einwohner geltende Sperre der Errichtung von Einheitspreisgeschäften auf alle Städte ausdehnt. Damit gilt in Deutschland das Verbot der Commerz= und Privatdank=T.=S. Darmstädter und National=Bauk Deutsche Bank u. Dieconto=Gesellsch. Dresdner Bank Reichodank 3. 1. 85 63.30 73 7.0 ge 74 8½ 12. 1. e7. 70 ge. W g. 7 51% 134“ Devisenkurse(in Mark) Amsterdam Lsio Heisingfors Kopenhagen Italien London Newyork Wien Paris Schweiz Schweden panten crussel Srasttten IK L Seid 169.23 72.63 6.214 7.2— 21.54 14.0— 2c. 42 90.97 10.92 34. 9 Se 2 1 161.32 72.17 73.:2 N. 6 14.12 Ei 5215 16.40 5113 1.0 TIAETO 169 33 8.7. W 14.11 e 16.42 5 A.1 18. 72.2 Li7 34.09 1. 41.13 77.13 444 Srtaten Berlin, 13. Jau. Die Tendenz an der Produttenborse war bei ruhigem Geschäft stetig. Weizen= und Roggenmehle haben kleinstes bedarfsgeschäft. Die Unternehmungslust in Hafer und Gerste bleibt gering. Berlin, den 13. Jan.(Preise in Mk. p. to) 190— 13g 3 Mais(lek. Bin.) Aleizen, märk. Roggen, marf. Sommergerste Wintergerste Hafer, westpr #afer, märt. Weizenmed# Roggenmedl Weizenklete„ Roggenkleie Kartoffelflocken 22.76—84.10 1 * 70—9 00 3.80— 135 152—15 1:8—104 112—116 Bremen, den 13. Jan.(Preise in Mk. p. Zent.) Weigen: Mantteba Brrusse bint ka) Harvabinker 2. Rosafee(70 ka) Deutscher(zollfr.) Omerikanischer 2 La Plata Russischer Serste: Ruistsche 4 90 1 9.90 1. Donau=Galfer La Plata rocto Amerik Melagerse Canoba 3 Deutschen La Plate Male: Amerik. Mixed La Plate Tendenz: Stetig. 4 9.24 Webstoffe. Bremen, 13. Jan. 7,28(7,30). 6.A 9. 50 1 Loke Wetterbericht für den 14. Jannar 1933. Für das mittlere Norddeutschland: Bei öst: lichen bis südöstlichen Winden weiterhin trübe und kalt. Vereinzelt unbedeutende Schneefälle. Meine„gute Stube“ Von Käthe von Nagy. Amanda Lindner le Tonfilm= EDS mit dieser Rolle ihr Tonfilm=Debüt av. Die Photos und Bilder aus ihrer Glanzzeit, ihren Jugendjahren Von jeder Filmarbeit bleibt uns die Erinnerung an ein Geschehen zurück, das, je länger der Film ist, die wirklich dramatischen Momente unserer Arbeit in den Hintergrund drängt. Bei meinem letzten großen Film war dies Erlebnis eine Begegnung. Wir drehten in Neubabelsberg unter Regie von Dr. Ludwig Veroer den Erich Pommer=Tonfilm der Usa„Ichbei Tag und Du bei Nacht“. die Liebesgeschichte einer kleinen Maniküre und eines Nachtkellners. Nicht die Tatsache, daß ich mich in einen neuen„Filmberuf“ hineinleben mußte, war das wichtigste, nein, das größte Erlebnis unserer Arbeit war unsere„gute“ Stube, die eine dramatische Rolle in der Filmhand lung zwischen Willy Fritsch und mir spielt. Die Aufnahmen zur„guten Stube“ haben begonnen. Schon vorher hatte mir Ludoig Berger die tollsten Geschichten über die fabelhaft echte Ausstattung erzählt, insbesondere von den vielen echten Bildern an den Wänden. Dieses Zimmer wird uns nämlich in osckaum vrmiateh, sütr, Leren Vole nen desHhmlseten die Wiode. Sie, die uns hungen bekannte Amanda Lindner verpflichtete. Leuten von heute durch Tracht und Auf nahmepose fremd erschienen, blickten auf uns herab. Ich muß sagen, dieses Zimmer hatte für mich etwas Ergreifendes. Denn wer weiß, ob nicht unsere heutigen Photos in 30 bis 40 Jahren den jungen Menschen ebenso remd und ebenso komisch vorkommen, wie diese Bilder uns heute. Sicherlich wird man später einmal selbst so denken. Aber das kleine Zimmer mit den altertümlichen Möbeln, seinen Nippes und vielen anderen Andenken habe ich nicht so leicht vergessen, zumal ich es weit über vierzehn Tage, von morgens bis abends, immer belauscht von der Tonfilmkamera, bewohnt Ich bin heute meiner großen Kollegin Amanda Lindner noch dankbar, daß sie durch ihre Bilder diesem Raum ein persönliches Fluidum gegeben hat, von dem ich hoffe, daß es Willy Fritsch und mich in unseren schauspielerischen Szenen mit Erfolg anregte. bei Svormäglichketten der Einkommensteuer der jetzigen Zeit ist jede Mark, die an Steuern gespart werden kann, wichtiger als je. Es wird deshalb gerade jetzt für manchen Steuerzahler von Interesse sein, noch einmal auf die Ermäßigung der Einkommensteuer hingewiesen zu werden, welche der Staat denjenigen Bürgern gewährt, welche Teile ihres Einkommens bei einer Lebensversicherung einzahlen. Nach den geltenden Bestimmungen darf der Unverheiratete bis zu 600 RM. der Ehemann ohne Kinder bis zu 850„ der Ehemann mit einem Kind bis zu 1100„ der Ehemann mit zwei Kindern bis zu 1350„ der Ehemann mit drei Kindern bis zu 1600„ der Ehemann mit vier Kindern bis zu 1850„ der Ehemann mit fünf Kindern bis zu 2100„ von dem steuerpflichtigen Einkommen abziehen, soweit er diese Beträge für bestimmte, im§ 17 des Einkommensteuergesetzes genante„Sonderleistungen" ausgibt; zu diesen Sonderleistungen zählt die Lebensversicherungsprämie. Es bleiben also die genannten Beträge von der Einkommensteuer befreit, wodurch sich die zu zahlende Einkommensteuer wesentlich ermäßigt. Staat begünstigt und erleichtert auf diese Weise den Abschluß von Lebensversicherungen, weil dadurch die Kapitalbildung geforderr und der Staat durch das Bestehen einer Lebensversicherung von der Notwendigkeit befreit wird, für mittellose Hinterbliebene sorgen zu müssen. Es empfiehlt sich deshalb für jeden Familien= vater, einmal zu prüfen, ob er diese Vergünstigung schon soweit ausgenutzt hat, wie die gesetzlichen Bestimmungen ihm das ermöglichen. Seillomnneschet-Teicheniedattfeckndtt Neute, Sonnabend, ab 8.30 Uhr Eimisslast des Bataillons Winierlest im Neuen Kruge. Unterhaltung und Tanz Mitglieder und Freunde sind herzlich eingeladen. Der Vorsiand. Großer humeristisch. Abend den 18. Jon, abends 8 Uhr im evangel. Vereinshaus. Eintritt 20 Pig Es ladet ein Verein Detmold. ih u. Hessin„Zur Eiche H. Steding. Holzhausen-Externsteine Am Sonntag, den 18. Januar Kabekonzert mil Tauz Anlang 3½ Uhr. Eintritt frei! Im Wege der Zwangsvollstreckung soll der dem Tischlermeister Heinrich Roog in hörige 3.97 a große Grundbesitz nebst den daraufstehenden Gebäuden Nr. 175 zu worn am Donnerstag, dem 19. Januar 1933, vorm. 19 Uhr, an der Gerichtsstelle hierselbst versteigert werden. Horn i. L., den 12. Januar 1933. Lippisches Amtsgericht. Oberförsterei Hiddesen. Forst Dahlhausen. Am Mittwoch, d. 18. d. M., 10 Uhr, wird im Kruge zu Dahlhausen an Holz versteigert: Forstorte Strüß u. Siek Holz Nr. 1—243. Eiche: 69 Stck. Nthz.= 36 fm 44 rm Pfähle, 6 rm Kl. u. Kn., 13 Hfn. Buche: 10 Stck. Nth.= 6 fm 2.—4. Kl., 20 rm Kl. u. Kn., 20 Hfn. Esche: 17 Stck.= 9 fm Kl., 8 rm Rtkn. ungek., 6 rm Kl., 4 Hfn. Ahorn: 10 Sick.= 5.29 fm Nthz. 2.—4. Kl. E=# 1-Premiere! Uja Sonnlag 3 Dorsfellungen: 3. 5.30 und 8 Uhr Montag. Dienstag. Donnerstag abends 8 Uhr Dos neue, köstliche, witzige Ufa-Lustspiel der Erich Pommer-Produktion mit den beiden Lieblingen Te WEIT X Eine Partie übernommene eichene Schlafzimmer gebe ich solange der Vorrat reicht welt unter Fabrikpreisen ab. Beschtigung ohne Kaufzwang. Heinrich Noah, wih. Noch Lemgo, am Bahnhof Buer, es ist Tid! Landvolk erkenne Deine Macht! Nur die Wahl der Lippischen Landvolkliste verschafft der Lippischen Landwirtschaft die ihr geduhrende Vertretung im Landtag. Die politischen Dartesen haben bei der unseren Berufsstand stiefmütterlich behandelt und schmählich, im Stich gelassen. Sie werden es auch in Zukunft nicht anders machen. Darum wählt das lippische Landvolk geschlossen die Vertreter seines Berufsstandes auf der Lippischen Landvolk=Liste Nr. 4. Kreinsobst. Rethmeier, Hellemann, Diekewied. Grüttemeler, Hlddesen Elektrische Waschmaschinen Reoaraturen und Zubehör Diese Treise beachten! cu. 560 g Dose alle Forben Dose 0.10 40 g Pallen 9.10 repo 3 Rollen 0.28 exira groß 2 Rollen 0.25 Stück 0.25 60 Stück 0.29 1.00 Jeisenkaus Drewes Detmold, kange Straße 39 Lippische Bauschule Zur Vord. cuf die Meisterprütung In 2 Semestern an Ort und Stelle Lehrplan frei Gewinnauszug 4. Klasse 40. Preuß.=Süddeutsche (266. Preuß.) Staats=Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Rummer sind zwei gleich zinne gefallen, und zwar se einer lleicher Rummer in den beiden stetlungen I und II behe Gewinne gesall auf die Lose gleicher Abteilung 2. Ziehungstag 12. Januar 1933 In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen Swune in 6000 Gr. 281“ 92290 98302 183048 8 Geptnne zu 3000 C. 10946 32527 171119 Oepinue mu 2000 0. 6245 19200 64456 83281 18 Gewinne zu 1000 C. 41522 76166 181825 231435 241004 278660 298927 310647 369476 e b. 523319 143093 160360 17662s 136333 133610 210511 216281 221172 231394 233060 243452 276734 284187 302597 312568 319820 341642 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen Besuchen Sie das Calé Thusnelda Bester Kallee und Kuchen. Herrliche Fernsicht. Sheabef Nlacht. Es wirken ferner mit: Julius Falkenstein. Ida Wüst. Anton Pointner. Ursula van Diemen, Amanda Lindner. Eugen Rex. Regie. Ludwig Berger, der Regisseur von„Ein Walzertraum“.— Musik: Wieder Werner Richord-Heymann. Comedian-Harmonists. Weiteres Tonprogramm der Ula Waßlergebnisse werden laufend durchgegeben! 6 Berlebeck. eden Sonntac, ab 3½ Uhr Kallee-Konzert Abende mit Tanzeinlagen Lulschn Gungs-Vertrag E.-B. Niedersachsen zu verkaufen. Zutei 2 Gevinne zu 60000 M. 33325 4 Geminne zu 10000 N. 64703 206454 2 Ceminne zu 3000 ER. 191137 4 Lewinne mn 2000 G. 21186 60028 30 Gewinne zu 1000 M. 14412 16507 18932 45291 66946 112038 130917 147664 196972 214616 278305 289955 298663 326151 341036 28 Gewinne zu 800 0N. 13099 35356 35487 80188 81207 108922 186554 232191 256062 303179 Ge Gesre 50 2 b e 3395s 857 9907 1821s 233535 293613 280910 281262 262955 268649 268994 272096 281062 295395 304337 305624 846550 347395 381977 Die Ziehung der 5. Klasse der 40. Preußisch Süddeuischen(266. Preußischen) Staats=Lotterie sindet vom 8. Fedruar bis 14. März 1933 statt. Leiterie-Einnahme A. Reuter BETTEN, Wir suchen für rachstehende Plätze Besirks-Vertrefer Defmold Lemgo Blomberg Boßenßausen Fochgemäße Einarbeit und Unterstützung zuBei Bewährung Festanetellung. Ollerten an: Victoria zu Berlin Allgemeire Vers. Actien Gesellschaft Subdirektion Hannover, Georgstr. 35 Pedern, Daunes und Bettinlett-Stoffe kaufen Sie reell und vorteilhaft in d. altbekannten Betten-Spezialhaus zu vernuuten. 9-:[Decher& Co. lungsreif. Hennezile., nur in HBRFORD S., am 40. hohe Wertzilter. Hauptbahnhof. Proben und Eingezahlt 3500 Mk., 1 Preislisten, auch von SteppZinsen abzu„ decken, kostenfrei. Lagerohne Zinsen abzue bezuch empfehlenswert. ben. Auskunltstelle keine Filialen u. Vertreter! E.B N. Lage, Werreitr. 101 Verkauf an Private! Pernsprecher 4127 Herrschaftliche Gutswohnung mit elektrischer Wasserversorgung, 4 Zimmer und Zubehör, Zier= und Gemüsegarten, auf Wunsch Land und Obsthof, unter günstigen Bedingungen zu vermieten. Siekmannsche Gutsverwaltung, Boßhagen bei Kirchheide(5 kmn von Bad Salzuflen). Eilt! MOBEL! Eilt! Notgedrungen benötige ich am Ende d. Mis. eine größere Summe Bargeld und verkaue daber neue Möbel Sch aizimmer In Eiche mit Nußbaum, polierten abgerundeten Ecken, gestrich Schlatzimmer, Speisezimmer, prima Modelle. Küchen in allen Größen sowie Einzelmöbel aller Art unter Preis. Prima Möbel. la Tischlerarbeit. Lie. erung franko Haus., Besichtigung ohne Kautzwa g. Schriltl. Eilnachtragen unter Nr. 3159 an die Geschältsstelle d. Bl. Geschäfts- und Logerräume mit großem, guten Keller in bester Lage der Stadt, im ganzen oder geteilt zu vermieten. Zu eriragen In der Geschältsstelle dieses Blattes. Gellage Nr. 12 Aus unserm Lipverland Nächtliches Intermezzo Die letzte Nacht war es. Müde und meinen Gedanken nachhängend eile ich von der Arbeit heim. Tiefe, nächtliche Ruhe umfängt Straßen und Häuser. Um so lauter und mich jäh aufschreckend erschallt plötzlich in der Bachstraße vielleicht zwanzig Schritt vor mir, eine srohe Baßstimme, die mit wahrer Inbrunst das schöne Lied intoniert:„Bier her, Bier her...“ Jetzt, im traulichen Halbdunkel einer Laterne, sehe ich auch den Besitzer des klangvollen Baßorgans— in formvollendeten Kurven und Spiralen schwankt er, halb auf seinem rechts zur Seite geführten Rad hängend, über die Straße,— er ist blau! Belustigt und ein wenig schadenfroh warte ich ab, wie diese Kurvenfahrt enden mag. Alle Augenblicke bolzt er kräftig gegen einen Pflasterstein, unterbricht darauf seinen Gesang durch einige unverständlich in den Schnauzbart gemurmelte Verwünschungen und pendelt und singt dann unentwegt weiter:... oder ich fall gnt.— Gerade fängt er die zweite Strophe an— „soll das Bier im Keller liegen und ich hier die Ohnmacht kriegen“— da nimmt er eine Rechtskurve zu scharf und kippt um in den Rinnstein, mit dem Bauch auf sein Fahrrad. Der Gesang bricht unvermitelt ab, und der so schmählich zu Fall Gekommene schwelgt statt dessen in seinem erstaunlichen Vorrat von Kraftausdrücken. Mein Angebot, ihn wieder auf die Beine zu stellen, lehnt er gekränkt ab mit dem Bemerken:„Der Olle is doch nich dicke, wat?“—„Nein, bewahre!" beeile ich mich dem„Ollen“ zu versichern und bekomme darauf einen wohl“ w o l l e n d e n B l i c k g e s c h e n k t. Nach langwierigen Manövern hat er sich schließlich wieder aufgerappelt— aber nur um sofort programmäßig hintenüber auf den Rücken zu fallen, wobei er zur Abwechslung nun unter das Rad zu liegen kommt. Wieder fängt er fürchterlich an zu schimpfen, auf die dreckige Straße, seine Karre und auf eine eigene Dummheit, Meine Unterstützung läßt er sich diesmal aber gefallen, er hat anscheinend Angst, wieder auf den Bauch zu fallen. Weil er nun aber mit rührender Hartnäckigkeit sich immer wieder hinlegen will greife ich ihm unter die Arme, schleppe ihn selbst immer in Gefahr mit ihm und dem Rar vereint umzufallen, in die nächste Haustür und lade ihn auf der kalten Trexpe ab. Mag er dort seinen Rausch ausschlafen! Er denkt aber vorläufig noch nicht an Schlafen— lange, nachdem ich schleunigst hinter der nächsten Ecke verschwunden bin höre ich ihn noch stimmungsvoll singen:„Ok Susanna, wie is das Leben doch so s—chön!“ Endo. Lipvische Tageszeitung sum Sonnabend, 14. Januar 1933 „Kommt Zeit, kommt Rat?“ Gegen die Verleumder Hugenbergs Wie wir bereits berichtet haben, hat Dr. Hugenberg gegen den Pazifisten Gebhardt und Genossen sowie gegen verschiedene Nationalsozialisten Strafantrag wegen Verbreitung der gegen Herrn Dr. Hugenberg und die Deutschnationale Partei ausgestreuten Verleumdungen gestellt. Es handelt sich hierbei um die unslätigste, persönliche Beschimpfung und aufgestellte unsinnige und ungeheuerliche Behauptung, daß Dr. Hugenberg, bezw. auf seine Veranlassung und unter seiner Mitwirkung die Firma Krupp in landes= und volksverräterischer Weise aus Profitgier vor dem Kriege ein Granat= und Zündpatent an eine englische Rüstungsfirma verkauft habe, daß hierdurch deutsche Volksinteressen schwer geschädigt worden seien und Dr. Hugenberg und seine deutschnationalen Kreise hierfür noch nach dem Weltkriege 123 Millionen Goldmark von den Engländern eingesteckt hätten. Infolge des inzwischen von den Nationalsozialisten im trauten Verein mit Marxisten und Kommunisten beschlossenen Amnestiegesetzes bleibt nun der größte Teil dieser Ehrabschneider straflos, da die einzuleitenden Strafverfahren aufgrund des Amnestiegesetzes aufgehoben werden müssen. Doch nicht allen diesen Ehrabschneidern wird der„Segen“ der Amnestie zuteil werden, da einige von ihnen die Unvorsichtigkeit begangen haben, die verleumderischen Behauptungen nach dem 1. Dez. 1932, dem Stichtag der Amnestie, zu wiederholen. Gegen diese ist nunmehr erneut Strafantrag gestellt worden. Eine mißglückte Rechtfertigung Drakes Die Schulden existieren- Die Aufblähung des Beamtenapparates Versagen bei der Abstimmung über den Youngplan Herr Drake hat in unzähligen Versammlungen seiner Partei im Lande seine Politik zu verteidigen versucht. Weil er damit nur auf seine unentwegten Genossen, aber nicht auf irgend einen anderen lippischen Wähler Eindruck machen kann, hat er sich jetzt darauf verlegt, in bürgerlichen Blättern damit Stimmenfang zu treiben, daß er sich in einem Artikel„Das System Drake“ als Unschuldslamm hinzustellen versucht. Er versucht das zu belegen, in dem er Landtagsprotokolle so aus dem Zusammenhang weiß, daß natürlich der Sinn entstellt wird. Mit geschickt formulierten Zitaten läßt sich bekanntlich alles beweisen. Am meisten wurmt ihn, daß er in 8 Jahren, nämlich von 1924 bis 1932, 10 Millionen Schulden gemacht hat. Was bedeuten ihm schon 10 Millionen, wenn er nur dem verruchten altem Regime nachsagen kann. daß es noch viel mehr Schulden gemacht habe! Was kümmert es ihn, daß er erst in seinem bekannten Werk„Die lippische Landesverwaltung in der Nachkriegszeit" vor einigen Monaten selbst ein anderes Urteil darüber abgegeben hat. Damals sagte er nämlich: „Ein Rückblick aus den Jahre 1914 auf die Zeit seit dem Kriege von 1870=71 läßt ein verhältnismäßig gunstiges Bild der Finanzentwicklung erkennen... Die Schulden waren erträglich. Wenn es dem Lande auch nicht gelungen war, die Verwaltungs= und Kultureinrichtungen auf die deutsche Durchschnittslinie zu bringen, so konnten sich die außergewöhnlichen Leistungen doch sehen lassen....“ Heute konstruiert er eine Schuld der livviichen Vorkriegsverwaltung von 520 Millionen Mark(in Worten fünfhundertundzwanzig Millionen Mark— wie klug)! Im Landtag sprach Drake nur von 20 Millionen, die aus den zu Lasten des Reiches gezahlten Versorgungsgebührnissen und anderen Militärausgaben entstanden wären und sagte. daß diese Ausgabe der Landkasse eine ebenso hobe Forderung gegenüberstehe; Herr Drake wäre wohl der letzte gewesen. der nicht auf der Einlösung beim Reiche bestanden hätte, wenn das Reich nicht durch Inflation Schuld und Fornerung beseitigt hätte! Die restlichen 500 Millionen sollen aus dem linvischen Anteil an den Kriegsanleihen bestehen. Die Kriegsanleihe war Reichsschuld nicht Landesschuld. Infoloedessen hat eine Schuld des Landes Lippe aus Kriegsanleihe des Reiches nie existiert. So wenig wie man heute etwa daran denkt. zum Nachteil des Herrn Drake als Schuld Lippes auch denjenigen Anteil aufzuführen, der auf Lipne entfällt. wenn man die jetzige Schuld des Reiches als Maßstab anlegte. Naß Herrn Drake ein Rechenfehle: rassiert. ist nicht weiter vermunderlich. Dem livvischen Teil von 500 Millionen an der Kriegsanleibe stände, auf dem Kovf der Bevölkerung gerechnet eine Gesamtaufnahme von Krieasonleihe in einem weit böheren Maße gegenüber. als sie tatsöchlich getötigt worden ist. Zur Rechtfertigung seines E#stems kommt es ihm aber auf... zig Milliorden nicht an. Er bemüht sich krampfheft. festzustellen, daß der 14 Millionen Schulden ein gleiches Kanitalrermögen gegenüberstehe. Sollten wir das Glück haben. Herrn Drake aus der Regierung entfernt und dann in die Opposition zur neuen Regierung hineinversetzt zu sehen, werden wir mohl endlich aus seinem eigenen Munde (als Oppositionsredner nämlich) erfahren, wieviel Schu'den der livpische Staat eigentlich hat, denn nach berühmten Muster anderer abgesetzter Peaserungen wird auch er dann der nenen Rechtsregierung die Schulden vorrechnen, die sie angeblich nach einem Jahre ihrer Tätigkeit gemacht hat. und ihr diese Schulden in die Schube schieben wollen. die doch nur aus der sazialistischen Mißwirtschaft der letzten 13 Jahre sich zwangsläufig ergeben. Den Deutschnationalen wirft Herr Drake vor, daß sie alle Kanitalinvestierungen in der Wirtschaft mitbeschlossen hätten. Er ist nicht loyal genug, die wiederholten Erklärungen des Abg. Meyer im Hauptausschuß und auch im Plenum des Landtages zu würdigen, daß die Deutschnationalen deshalb nicht gegen irgendwelche Anlagen gestimmt haben. wei! das bei der Zusammensetzung des Landtages ein aussichtsloses Beginnen gewesen wäre. Maks gemerkt: Die grundsätzliche absehnende Einstellung der Deutschnationalen ist jedesmal in den Debatten zum Ausdruck gebracht und auch durch die Ablehnung der Etats des Landes noch besonders betont worden. Zu einigen besonderen Anzapfungen muß jedoch noch kurz Stellung genommen werden: Die Anlagen in Salzuflen und Meinberg sind bewilligt worden, nach dem Herr Drake hatte zusichern lassen, daß die Kosten aus dem Verkauf des überschüssigen Geländes, das parzelliert und im Einzelnen verkauft werden sollte. gedeckt würden. In beiden Fällen hatte die Domänenabteilung Berechnungspläne vorgelegt. nach denen die Kaufsumme beim Parzellieren fast restlos getilgt werden würden. Diese Zusage hat Herr Drake nicht gehalten. Als man auf Drängen der Deutschnationalen endlich daran ging, das überschüssige Gelände zu verkaufen, waren die Baupreise und die Kauflust so gesunken, daß das, was erreicht werden sollte, nicht mehr zu erreichen war. Der Bürgschaft für Dörentrup haben die Zweifellos hat sich Lippe in Beamtenfragen nicht übernommen und steht im Durchschnitt der übrigen Länder gut dar(nämlich nach der Beamtenzahl pro Kopf der Bevölkerung. D. Red.). Trotzdem erhebt sich die Frage, ob hier nicht noch rationeller gewirtschaftet werden kann. Es müßte gerade in einem so kleinen Lande wie Lippe, indem man die Verhältnisse besonders gut übersehen kann, einmal grundsätzlich versucht werden, wie weit man Ersparnisse erzielen kann durch einen rationellen Behördenabbau.“ Die Frage aufwerfen, heißt sie bejahen! Bereits 1930, als dem Abg. Meyer genauere Unterlagen über die Zahl der Vorkriegsbeamten zur Verfügung standen, hat er festgestellt, daß, obwohl Lippe noch unter dem Reichsdurchschnitt liegt, auf den Kopf der Bevölkerung gerechnet die Steigerung der Beamtenzahl in Lippe höher gewesen ist, als die durchschnittliche Steigerung der übrigen Reichsbeamten. Das aber verschweigt Herr Drake. Was die Herr Drake sprach: kommt Zeit, kommt Die Zeit verging, wo blieb die Tat? Im Dreck steht die Regierungskarre von wegen der„Gedankenstarre!“ Wer von der Krankheit noch verschont, und klar im Kopf das Land bewohnt, wer will den Staat bald schuldenfrei Wählt Sonntag nur die Liste Rat! Deutschnationalen zugestimmt, um eine Katastrophe im Wirtschaftsleben des Amtes Brake zu verhindern, nachdem Herr Drake aus eigener Machtvollkommenheit bei der Amtssparkasse Brake einen Kredit von 500000 A ausgenommen hatte, aus dem s. It. 180000 A für eine Scheindividende unter der Zusicherung verwendet werden sollten, daß der Staat hierfür die Rückbürgschaft übernehme. Dann will Herr Drake sich, um die ihm vorgeworfene Aufblähung des Beamtenapparates zu widerlegen, auf Aeußerungen des Abg Meyer am 14. Februar 1929 im Landtage berufen, wonach Lippe sich in Beamtenfragen nicht übernommen habe und im Durchschnitt der Länder gut dastehe. Er erwähnt nicht. daß Abg. Meyer damals wörtlich folgendes gesagt hat: „Immerhin ist es beachtenswert, daß fast 70 Prozent des Nettohaushalts für Beamtengehälter und Pensionen verbraucht werden. Das läßt die Frage aufwerfen, oo es nicht möglich ist, hier an einen Behördenabbau zu gehen. Zahl der Lehrer anbetrifft, so ist sie nicht in den Besoldungsstellen enthalten und im übrigen wie gesagt, der Etat. in dem diese Stellen doch einbegriffen sind, seit vielen Jahren von den Deutschnationalen stets abgelehnt worden. Also, Herr Drake, diese schriftliche Verteidigung ist dürftig! Sie ändert nichts an unseren Zielen, dieses Regiment zu stürzen. Denn selbst für denjenigen, der sich vielleicht auf den Standpunkt stellen möchte, die Deutschnationalen hätten ihre Ablehnung noch schärfer und rücksichtsloser zum Ausdruck bringen müssen, werden dadurch nicht darüber in Zweifel geraten, daß Herrn Drake als Exponenten dieser Regierung die volle Verantwortung für die Schuldenwirtschaft trifft, denn wenn z. B. ein Arzt einem Patienten ein Bein abnimmt und dieser sich mit der Operation schließlich einverstanden erklärt, weil er muß. dann bleibt der Doktor natürlich trotzdem dafür verantwortlich, wenn dem Patienten die Operation nicht gut bekommt! Die mißglückte Rechfertigung wird den Erfolg der Wahl für Drake bestimmt nicht steigern! Schuldursache nicht aufzuklären! Zu der Schlägerei in Ehrsen Wie wir gestern ausführlich berichteten sind am Donnerstag nationalsozialistische Zettelverteiler in Ehrsen bei Schötmar durch Mitglieder des Reichsbanners und weibliche Personen angegriffen und geschlogen worden, wobei ein Nationalsozialist eine ernste Kopfverletzung erlitt. Die von den Sicherheitsbeamten durchgeführten Untersuchungen haben zu keinem Ergebnis geführt. Es heißt, daß die Schuldursache nicht aufzuklären sei, da die und Beteiligten widersprechende Aussagen gemacht hätten. Erneute Zusammenstöße im Wahlkampf. Auch gestern ist es während der Wahlprovaganda in verschiedenen Landesteilen wieder zu Streitigkeiten und Schlägereien gekommen. In Retzen versuchten Kommunisten, die dort während des Wahlkampfes untergebrachten Nationalsozialisten„in die Flucht zu schlagen!“ Die Nationalsozialisten ließen sich das Vorgehen der Moskowiter nicht gefallen, wobei es einige leichte Verletzungen gab. Während einer sozialdemokratischen Erwerbslosenversammlung, die gestern mittag in der Reichskrone in Lage stattfand, versuchten Kommunisten den Redner zu stören. Als die kommunistischen Rihestörer aus dem Saale verwiesen wurden, kam es zu Streitigkeiten. Die Polizei verhinderte hier ernste Zwischenfälle. In Hohenhausen gingen Kommunisten gegen nationalsozialistische Zettelverteiler handgreifilch vor. Den ortsfremden SA=Leuten wurde der Vorwurf gemacht. eine kommunistische Fahne aus luftiger Höhe heruntergeholt zu haben. Auch hier konnte durch das Eingreifen der Sicherheitsbeamten eine Schlägerei vermieden werden Am Nachmittag mußte das Ueberfallkommando in Lemgo in Aktion treten und politische Gegner bei einer lauten Auseinandersetzung trennen. Zu diesen Zwischenfällen kamen noch einige harmlose Reibereien in verschiedenen Orten auf dem Lande. 0 15 * Aus der Detmold, 14. Januar. Freundliche Einsabungen! Fast jeden Tag flattern auf den Tisch der Redaktion freundliche Einladungen. Schützen laden zum Winterfest, Sänger zur Herrenvartie, der Sportverein zum gemütlichen Abend, die Feuerwehr zu einem Fäßchen Freibier, ehemalige Wasserratten zum Labskausessen, Kegelbrüder zum Sechstagerennen und Frauenvereine zu aufklärenden Vorträgen mit anschließendem Kaffeeklatsch. Folgt der geplagte Reporter diesen Ein ladungen, dann erwarten die Vereine selbst verständlich ein paar freundliche Zeilen in der Zeitung, möglichst mit fetter Ueberschrift, „ganz oben“ unter Detmold. Möglichst auch ein Lobwort für den„rührigen Vorstand", vonwegen den Vorbereitungen... Eine nicht alltägliche Einladung erreichte uns gestern aus der Reichshauptstadt.„Der Verein der Lipper in Berlin bittet die Redaktion, am kommenden Mittwoch an einem„lippischen Rinderwurstessen" im Restaurant„Ewige Lampe“ am Berliner Wittenbergplatz teilzunehmen und Angehörige und Freunde mitzubringen! „Jeder einmal in Berlin!“ Aber am kommenden Mittwoch geht es beim allerbesten Willen nicht. Nach der Landtagswahl wird uns die kommende Woche hoffentlich schon mit der Regierungsneubildung in Lippe belcättigen. Aus diesen Gründen müssen wir für diesmal unsern lieben Landsleuten leider eine Absoge erteilen. Wir danken für die freundliche Einladung, wünschen den Rinderwurstessern am Wittenbergplatz einen gesegneten Appetit und erwidern den herzlichen Lippergruß!=Ko.* * Aerztlicher Sonntagsdienst. Dr. Schafft, Bismarckstr. 5. Dr. Dickewied, Bruchstr. 36. * Apotheken=Sonntagsdienst mit anschließendem Nachtdienst. Vom 14.—20. ds. Mts. einschließlich Hof=Apotheke, Fr. Priester, Langestr. 55, Telefon 3255. * Heute: Winkerfest der Schützengesell schaft. Wie aus dem Anzeigenteil ersichtlich, findet am heutigen Sonnabend abend ab 8.30 Uhr in den Räumen des Neuen Kruges das Winterfest der Detmolder Schützengesellschaft statt. Nach den politischen Aufregungen der letzten Wochen soll heute abend im Kreise unserer Schützen der Geist der Zusammengehörigkeit zum Ausdruck kommen. Der Vorstand hat ein unterhaltsames Programm aufgestellt und zur Mitwirkung neben einer erstklassigen Musikkapelle einen bekannten Humoristen ersten Formats verpflichtet. Iu dieser Abendunterhaltung und dem anschließenden Ball sind alle Mitglieder und Freunde des Schützenbataillons herzlich eingeladen. * Das Konservatorium am Wahlsonntag. die Leitung unseres Konservatoriums hat den guten Einfall gehabt, am morgigen Wahlsonntag den Wählern zur Beruhigung und harmonischen Ausgleichung der erregten politischen Nerven Gelegenheit durch ein Konzert mit besonders weihevoller Musik zu geben. Ausnahmsweise wird das Programm zweimal gegeben; nicht nur um 11,30 Uhr, wie die früheren intimen Konzerte des Konservatoriums, am Vormittag, sondern noch „Da werden Weiber zu Hyänen!“ Von der Wahrheit dieses Wortes konnten sich vor einiger Zeit eine Kolonne Arbeiter, die bei der Anlegung einer Dränage beschäftigt waren, zur Genüge überzeugen. Es waren bei der Truppe fünf ehemalige rontsoldaten, bei denen das Auswerfen der Gräben alte Erinnerungen weckte. So war denn auch vielfach l'e Rede vom Krieg. Ein üngerer Nichtmitkämpfer, der mit diesen Fünfen zusammen arbeitete, ließ sich gern von Kampf, Offizieren und Kommandos erzählen. Es sollte nun gerade Feierabend gemacht werden, als dieser junge Mann glaubte, sich dadurch hervortun zu können, daß er seinerseits einmal ein militärisches Kommando abgebe. Und so schrie er denn mit einer Stimme, die jedem Feldwebel zur Ehre gereicht hätte:„Stillgestanden! Augen rechts!“ Er hatte aber nicht die junge Dame gesehen, die auf der nahen, nach dieser Richtung liegenden Straße vorbei kam. Da plötzlich fing die Vertreterin des zarten Geschlechtes an so zu schimpfen, wie man ihr auf den ersten Blick nie hätte zutrauen können. Mit Kosenamen wie: Dummer Bauer! dämlicher Bauernlümmel! überschüttete sie den vor Schreck fast zitternden jungen Mann. Einem erst seit kurzem Verheirateten war der Schreck derart in die Glieder gefahren, daß er kurz entschlossen in einen der schon ausgeworfenensi Gräben sprang. Flüsternd gab er den guten Rat:„Nur nicht noch mehr wigen: Doch die junge Dame wurde, auch ohne gereizt zu werden, immer zorniger. Ein alter Krigeer wollte die Situation retten. Er nahm seinen ganzen Soldatenmut zusammen und machte die wenn auch nur schüchtern vorgetragene Bemerkung, daß der von ihr so verachtete Nährstand doch noch immer satt zu essen hätte. Hätte er es lieber nicht gesagt! Daß sie ihn nun sgoleich in verwandtschaftliche Beziehungen zum Ochsen und dem bekannten Tiere mit den langen Ohren brachte, war wohl noch das wenigste. Sie spreizte ihre Finger und es sah aus, als wollte sie sich jeden Augenblick auf die noch immer etwas verdutzt dastehenden Arbeiter stürzen. Und nun geschah das größte Wunder— ob man sich darüber wundern soll, mag dahin gestellt bleiben—! Fünf kampferprobte Frontsoldaten, die im schwersten Trommelfeuer bei Verdun und Somme nicht gezittert hatten, sondern stets dem Feinde mutig die Stirn boten, wollten, auf gut deutsch gesagt, ausreißen! Nachdem sich die junge Dame wieder verzogen hatte, sahen sich die Verheirateten bedeutungsvoll an, sogten aber nichts. Erst als der junge Mann erklärte, er werde niemals heiraten, meinte einer der Alten: „Junge, Junge, an dössen Vörsatz holl diu faste; denn leuf et müo teo, dä Wuiwer sind olle seo!“ bruch erlitt und dem Krankenhause zugeführt werden mußte. * J a h r r a d d i e b f l a h l. A m M i t t w o c h a b e n d wurde ein vor dem Zigarrengeschäft R. gegenüber dem Schloßplatz aufgestelltes älteres Herrenfahrrad von einem unbekannten Täter entwendet. Vortragsabend. Am Dienstag, 17. d. M., abends 8 Uhr veranstaltet der Orchesterverein Lage im Saale des Amthauses seinen ersten diesjährigen Vortragsabend. Zum Vortrag gelangen u. a. Werke von Jos. Haydn, Joh. Sebastian Bach und Ludwig van Beethoven. Der Besuch dieses Konzertes ist daher sehr zu empfehlen. Vom Orchesterverein. Am Dienstag, dem 17. d. M., abends 8 Uhr veranstaltet dre Orchesterverein Lage im Saale des Amthauses seinen ersten diesjährigen Vortragsabend. Zum Vortrag gelangen u. a. Werke von Jos. Haydn, Joh. Sebastian Bach und Ludwig van Beethoven. Der Besuch di Konzertes ist zu empfehlen. einmal am Nachmittag um 5,30 Uhr, wenn das Wahlfieber im Abklingen begriffen ist. Beide Aufführungen finden im Soale des Konservatoriums, Hornsche Straße Nr. 38, statt.— Was nun das Programm anbelangt, so besteht es aus zwei der herrlichsten Trios für Klavier, Geige und Cello, die die Musikliteratur kennt. Es ist das Es=dur=Trio von Schubert und das B=dur=Trio von Beethoven. Beide Trios sind Wunderwerke von vollendeter Harmonie, wahre Erquickungsbäder für menschliche Gemüter, die dem Zauber und den Tröstungen der Musik offen stehen. Thielemann spielt das Klavier, Kerschbaumer die Geige, Schäffler(Münster) das Cello. Jedes der beiden Konzerte wird etwa eine Stunde dauern. Der Eintrittspreis ist auf 50 Pfennige festgesetzt.(Für Mitglieder des e. V. ist der Eintritt in das Vormittagskonzert übrigens, wie immer, frei.) * L a n d e s t h e a t e r.„ D i e K a r l s s c h ü l e r“, Laubes Schauspiel um den jungen Schiller wird Mittwoch, 18. Januar. 19,50 Uhr wiederholt. * Hausfrauenbund. Den Mitgliedern zur Kenntnis, daß die für den 17. angesetzte Generalversammlung mit Rücksicht auf die Tagung der Land= und Stadtfrauen in Bielefeld auf den 24. Januar verlegt ist. Abfahrt nach Bielefeld 1,30 Uhr nachm. ab Theaterplatz nur für die in die Liste eingetragenen Mitglieder. * Das gibt's nur einmal... Der bekannte Tonfilmschlager ist in letzter Zeit schon oft angewandt. Heute aber hat er volle Berechtigung. Bekanntlich finden an diesem Sonnabend abend die Festlichkeiten der Detmolder Schützengesellschaft und der Feuerwehr im Neuen Kruge und im Hotel Odeon statt. Die Veranstalter dieser Festlichkeiten haben wahrscheinlich nicht gewußt, daß die Lippische Landesregierung anläßlich der Landtagswahl ein Verbot erlassen hat, nachdem am Vorabend des Wahltages, als heute abend und am Sonntag kein Branntwein ausgeschenkt werden darf. Schützen und Feuerwehrleute müssen also heute abend auf diverse„Schlücke" verzichten. Herr Drake hat es befohlen! Zur Beruhigung teilen wir mit, daß der heimische Gerensaft an diesem Sonnabend abend in jeder Menge zur Verfügung steht. An die Berichterstatter und Wahlleiter! Infolge anderweitiger Regelung brauchen uns am Sonntagabend die Ergebnisse der Landtagswahl nicht gemeldet werden. Schrifkleitung der Lippischen Tageszeitung. * Aenne Niemann, Konzert= und Oratoriensängerin aus Barmen, ist als Solistin eines Kirchenkonzerts der„Detmolder Liedertafel" nach hier verpflichtet. Ueber die große gesangliche Künstlerschaft der Sängerin, die im vorigen Sommer anläßlich eines Ausfluges Bergischer Sänger im„Neuen Krug", Detmold, und„Hotel Post“, Horn, einen starken Eindruck hinterließ, urteilen Rheinische und Westfälische Zeitungen in höchsten anerkennenden Worten. Ebenso liegen aus Hamburg und Nordseebad Vorkum die lobendsten Presseurteile vor. * Ueberfahren und verletzt. Gestern mittag wurde gegen 12 Uhr ein 6 Jahre altes Mädchen an der Ecke PaulinenWiesenstraße von einem Radfahrer überfahren. wobei das Mädchen einen BeinVermißt wird seit dem 10. Januar der Steuerassistent A. Avemann von hier. A. hat sich abends aus seiner Wohnung entfernt und ist bislang noch nicht wieder gesehen worden. Es ist möglich, daß er irgendwo umherirrt. Der Vermißte wird wie folgt beschrieben: 46 Jahre atl, 1,72 Meter groß. kräftig, volles Gesicht, linkes künliches Auge, kurzgeschorenes Haar, gesunde Zähne. Windjacke, schwarzgestreifte Hose, blaugrauer Hut, Einsatzhemd, schwarze Schnürschuhe. Mitteilungen, die zur Ermittlung seines Aufenthaltes führen könnten, werden an die hiesige Kriminalpolizei erbeten. Nach der Monatsübersicht des„Nachtschutz Osnabrück" mußten dessen Angestellte in Lemgo im Monat Dezember v. I. in 33 Fällen verschiedenster Unregelmäßigkeiten einschreiten. Größtenteils konnten die Unregelmäßigkeiten sofort abgestellt und die Abonnenten vor Schaden bewahrt werden. Soweit dieses aber nicht möglich war, wurden durch besondere Bewachung eotl. eintreten könnende Schäden abgewandt. Horn Zur Landtagsneuwahl sind 1860 Personen wahlberechtigt. Als Wahllokal dienen wieder die beiden unteren Zimmer in der alten Schalle. Die„Ratswahl“, das in letzter Zeit durch mehrmalige Aufführungen in Lippe bekanntgewordene Volksstück von Dr. Karl Meier in Lemgo wird auch hier am 22. Januar d. J. im Rathaussaale gezeigt werden. Der Vorverkauf der Karten hat in der Buchhandlung Koch und in den Geschäften Detert und Schmitt begonnen. Bekanntlich wird die gesamte Reineinnahme für die weitere Instandsetzung der Burg verwandt. Blomberg Die Allgemeine Ortskrankenkasse für Stadt Blomberg ist ab 1. Januar mit der Allgem. Ortskrankenkasse für Amt Blomberg und Stadt Schwalenberg zu der Allgem. Ortskrankenkasse Blomberg vereinigt worden Diese Kasse hatte am 1. Januar 1739 Mitglieder: hieroen waren 1129 versicherungspflichtig, 177 arbeitslos. 60 im freiwilligen Arbeitsdienst und 373 freiwillige Mitglieder. Die kleine Soa Roman von C. Fraser=Simson. Verlag Georg Müller=München. Printed in Germany. 1. Kapitel. „Ich weiß nicht, was mit dir los ist, Peter. Du bist doch eigentlich soweit ein ganz netter Kerl!“ Eva Martin stand vom Sofa auf und lehnte sich gegen den Kamin. So konnte sie auf ihren Gatten herabsehen, der in einem Lehnstuhl vor ihr saß. „Herzlichen Dank für diese begeisterte Anerkennung, Eva. Ich hoffe, du hälst mich nicht für unliebenswürdig, wenn ich dir leise andeute, daß du kein vorbildlicher Wärmeleiter bist. Zu gütig“, setzte er hinzu, als sie jetzt auf die Seite trat. „Du bist eben ein altmodischer Mensch“, fuhr Eva fort,„der mit seiner Zeit nicht mitgeht. Da liegt der Haken. Für dich din ich noch immer„das schwache Weib“ aus dem letzten Jahrhundert. Entweder hoch oben auf einem Piedestal oder unter einem Glassturz. Darunter ein Schild: schön, aber unbrauchbar „Aber Era, was sällt dir nur auf einmal ein?! Wie kommst du zu dem Glauben, daß ich ein altmodischer Mensch bin?“ „Glauben! Ich weiß, daß du einer bist. Kannst du's denn wirklich nicht einsehen? Ich mach mir nichts aus der„Verehrung“, wie sie zu Großmutters Zeiten üblich war. Heutzutage will eine Frau der Kamerad ihres Mannes sein, und eine vollkommene Ehe ist auch anders gar nicht möglich. Interessengemeinschaft, wenn's auch vielleicht nicht schön klingt!“ „Aus weichem Bu: hast du jezt das wieder her? Das„neue Weib; kennt man ja.“ nicht de neue Weib“. Das alte, das aber mit der Entwidiune miigehl. So ist es!“ „Und ich, toillst du sagen, din nicht mitgegangen? „Du. mein Lieber, bist mindestens zwei Jahrhunderte zurückgeblieben. Ach Peter, mit ein paar schlechten Witzen ist das nicht abzumachen. Du weißt doch, wie ernsthaft ich's meine" „Ich weiß, meine liebe Evo. aber du solltest es nicht. Ernsthaftiokeit ist imm:: vom Uebel.". „Wenn's zir nun aber einmal gräßlich ist, von deiner Arbeit ganz ausgeschioisen zu sein.“ „Ja, ich habe zwei Herrinnen, Eva: dich und meine Arbeit. Wunderst du dich, daß ich die beiden auseinanderhalten möchte? „Gewiß wundere ich mich! Ich behaupte nicht, daß ich gescheiter bin als irgendeine Durchschnittsfrau, aber dumm kannst du mich nicht nennen, und schweigen kann ich auch, und wenn ich dir auch vielleicht keine neuen Gesichtspunkte geben könnte, so hättest du doch jemand an mir, mit dem du deine Pläne und Angelegenheiten durchsorechen könntest. So viel weiß ich auch, daß man sich oft gerade dadurch erst richtig klar wird und zu einem Schluß kommt. Deine Arbeit bedeutet viel für dich und wenn du mich ganz draußen hältst, so bin ich eben auch aus deinem Leben draußen. Meinst du nicht, daß das auf die Dauer ein wenig gefährlich ist?" „Oho, jetzt wird's dramatisch! Die vernachlässigte Frau, ausgeschlossen aus dem Leben ihres Mannes, sucht Trost bei einem andern... Zum Glück sieht man an den Muskelbewegungen ihres Gesichtes, daß der neue Intimus nur— Kaugummt ist. Peter machte das geschickt nach, und Eva mußte wider ihren Willen lachen. „Du bist ein großes Kind“, sagte sie.„das niemals älter wird. Manchmal denke ich wirklich, ich kann dich nicht leiden. Warum willst du nicht ernsthaft reden?“ „O du Schaf“, sagte er, hallte ein Papier zusammen und warf es nach ihr, verfehlte sie aber, da sie ausbog und sich wieder auf das Sofa niederfallen ließ.„Ich rede die ganze Zeit ernsthaft du merkst es nur nicht. Aber wenn du drauf bestehst — also, da hast du gleich einen ganzen Stavel von Ernsthaftigkeit: ich hab dich lieb, und wir sind schrecklich glücklich miteinander. Aber das, was du möchtest, das geht nun einmal nicht. An meiner Arbeit kann ich dich nicht teilnehmen lassen. Ja, wenn ich ein Dichter wäre oder ein Rechtsanwalt oder etwas Aehnliches! Aber was ich zu tun habe, betrifft den Staat. und um seine, nicht um meine Geheimnisse handelt es sich. Diese Papiere zum Beispiel“, fuhr er fort und klopfte auf ein dickes Aktenbündel das auf seinem Schoß lag,„sind so geheim, daß es mir nur als ganz außergewöhnlicher Vertrauensbeweis gestattet wurde, sie während des Urlaubs mit hierher zu nehmen, um sie durcheustudieren Wenn irgend etwas geschähe, das mich verhinderte, sie in der Geheimsitzung am dreißzigsten vorzulegen, oder wenn etwas von ihrem Inhalt durchsickerte, dann, du moderne Frau, bliebe uns nichts übrig, als so schnell wie möglich un ere Kofser zu pocken und in einen andern Weltteil überzusiedeln. Wenn man uns überhaupt herausließe! Mit andern Worten: aus wär's mit uns, und das gründlich!“ „Wenn das keine Uebertreidungen sind!“ „Glaub mir, es sind keine. Jeder, der etwas gegen mich hat, würde froh sein, wenn er diese Papiere in die Hand bekäme" „Etwas gegen dich haben, Peter, lächerlich! Jetzt bist du's. der dramatisch wird.“ „Fällt mir nicht im Traum ein“, sagte Peter ein wenig verärgert Wie alle Männer war er empfindlich gegen Vorwürfe, die nicht ganz unzutreffend waren.„Du solltest doch wissen". fuhr er fort,„daß jeder, der im öffentlichen Lbeen steht, seine Feinde hat. Das brauchen gar keine politischen Feinde zu sein. Oefter sind's wohl solche, die an seine Stelle rücken möchten.— Aber beunruhige dich darüber nicht weiter. Ich din nun fertig mit der Arbeit, und wenn du so gut sein willst, mir einen langen Amschlag für die Akten zu holen, wollen wir ein bißchen mit der Flinte losziehen und sehen, ob wir nicht etwas für die Speisekammer auftreiben.“ Eva sprang auf. Die kleine Auseinandersetzung war schon vergessen. Uebelnehmerei war keiner ihrer Fehler. Sie konntsich gehörig ärgern, aber dann war's wieder vorüber, ohne daß irgendeine Bitterkeit zurückblieb. „Wirklich fertig?!“ rief sie.„Herrlich, Peter. Mach nur schnell, daß wir fortkommen. Es wird jetzt schon so früh dunkel.“ Sie trat zum Schreibtisch und suchte nach einem Unschlag „Es kann auch ein gebrauchter sein“, meinte Peler.„Nur, damit nichts danon verloren gehl.“ „Ein gebrauchter— geht der? Es ist der einzige lange. den ich in der Eile finden kann. Die Wahlzettel waren drin, aber meinetwegen kannst du sie ins Feuer wersen. Jegend jemand hat sie mir geschickt aber ich überreiche sie dir hiermit. Die Welt sell wissen daß ich alt genug din, ein miez derüber freuen zu können, daß ich mich noch für zu jung zum Toslimmen halte.“ Die allgemeinen Wahlen standen vor der Tür, und die Stimmzettel für die Martins waren am Morgen abgegeben worden. Fortsetzung folgt. Die Beiträge betragen ab 1. Januar 4.8 Prozent der Grundiohnes. Für Versicherte, die 1 Erkrankung auf Fortzahlung des Lohn:s Anspruch haben, ermäßigen sich die Beit täge bis auf 3,5 Prozant des Crundlohnes. Derlinghausen hohes Alter. Ihren 84. Geburtstag feierte gestern Witwe Minna Reuter, Hauptstr. 34. Wir gratulieren! Verein für Natur= und Heimatkunde. Der nächste Vereinsabend findet am Montag, dem 16. Januar, bei Gastwirt Nagel statt. Herr Schäfermetyer sun. hält einen Vortrag über „In 100 Jahren“ n. Hans Günther. Jeder= mann ist herzlichst eingeladen. Die Haltestelle der Städt. Omnibusse, die bisher am„Essener Hof"(Ritzenhoff) war, ist nunmehr in der Hauptstraße Nr. 78, gegenüber vom Brachthof. Da die frühere Haltestelle ziemlich unübersichtlich war und leicht zu größeren Verkehrsunglücken Anlaß geben konnte, hat man den neuen Platz gewählt. Ein vom Bielefelder Betriebsamt aufgestelltes Schild zeigt die neue Haltestelle an. Aus den Amtern Auf der Landstraße angefahren. Am späten Donnerstag wurde auf der Landstraße in Müssen ein Wanderbursche von einem Motorradfahrer so stark angefahren, daß er einen Nasenbeinbruch und sonstige Körperverletzungen erlitt. Die zuständige Polizei bemühte sich zunächst um den Verletzten, doch wird, wie ma nuns mitteilte, seine Ueberführung in das Krankenhaus erforderlich sein. * S y l b a c h. E i n S c h w i n d e l m a n ö v e r. Vor einigen Abenden ereignete sich hier ein Verkehrsunfall. Als der schuldige Kraftwagenführer festgehalten werden sollte, rief er aus dem Kraftwagen: Lassen Sie mich weiterfahren, ich bin der Kriminalkommissar H. Wir können die Sache morgen in Detmold regeln, ich habe es sehr eilig!" Der angebliche Kriminalkommissar wurde bald darauf als Detmolder Zivilist ermittelt. * h ö r s t e. Z e c h p r e l l e r. I n d e r G a s t wirtschaft O. gab ein Zechpreller ein Gastspiel. Als angeblicher Vertreter einer bekannten Firma verzehrte er mit zwei „Damen“ einige Flaschen Wein. Als die Zeche bezahlt werden sollte, schlich sich der feine Mann durch eine Hintertür aus dem Hause. Der Täter konnte bald darauf ermittelt werden. Es handelt sich um dieselbe Person, die kürzlich der Polizei unwahre Angaben über ein angebliches Waffenlager in Augustdorf gemacht hat. * Orbke. Bibelstunde. Vom Mittwoch, dem 18. bis Freitag, 20. 1. Bibelstunden von Fräulein Dallmer, Berlin, in der Schule für Frauen und junge Mädchen. Die Bibelstunde am Dienstag fällt dafür aus. * Dörenkrup. St. Gerorgsfeser" der Christl. Pfadfinderschaft. Am Sonntag, 15. Jan., nachmittags 330 Uhr findet im Saale des Herrn Gastwrits Berthold eine„St. Georgsfeier" statt. Im Mittelpunkt steht das Laienspiel vom Ritter St. Georg. der den Drachen tötete. Umrahmt wird die Aufführung von musikalischen Darbietungen, Chroliedern, Gedichten usw. Das Spiel wurde schon mit großem Erfolg in Barntrup aufgeführt, sodaß der Besuch zu empfehlen ist. * H a s e b e c k. S e i n e n 8 5. G e b u r t s t a g feierte gestern Herr Karl Husemann. Er ist geistig noch sehr frisch. Möge ihm noch weiter ein guter Lebensabend beschieden sein. * Heipke. Vom Kameradschaftl. Verein. Die am 7. d. M. vom Kameradschaftlichen Verein Krentrup abgehaltene Ceneralversammlung, zu welcher die Mitglieder vollzählig erschienen waren, wurde vom 1. Vorsitzenden Kameraden Brokmeier mit einer kurzen Begrüßung für das neue Jahr eröffnet und anschließend in ehrenden Worten der im abgelaufenen Jahre zur großen Armee abgerufenen Kameraden gedacht. Die reichhaltige Tagesordnung wurde da alles in bester Ordnung befunden, im kameradschaftlichen Sinn erledigt. worin als letzter Punkt der Tagesordnung vom Vorsitzenden in würdiger Weise der Kameraden Hameier, Pott und Hanke für 40jährige Mitgliedschaft im Kriegerverein gedacht wurde und diesen Kameraden das Kyffhäuserbild nom Reichskriegerbund überreicht. Die Wahl des Vorstandes ergab die einstimmige Wiederwahl des gesamten alten Vorstandes. Sodann wurde beschlossen, von einer besonderen Felichkeit, außer einer Familienfeier, in diesem Jahre Abstand zu nehmen. * Wendlinghausen. Zum Besten der Winterhilfe veranstaltete der hiesige Männergesangverein eine Feier, die aber leider nicht den gewünschten Besuch aufwies. Der Erlös von 30 RM. wurde restlos an die Bedürftigen unserer Gemeinde verteilt.— Das diesjährige Stiftungsfest soll am 5. Februar bei Tege'er stattfinden. Theater, Liedervorträge in eine gute Kapelle sorgen für einen schönen Abend. 23 Einbrecher vor Gericht Ein einzig dastehender Prozeß- Heute Urteilsverkündung Der gestrige Diebstahlsprozeß gegen die Detmolder und Leopoldshöher Diebesbande dürfte seines Umfanges wegen in der Gechichte der lippischen Justiz einzig dastehen. Sind doch nicht weniger als 23 Personen unter Anklage gestellt. Die Anklage umfaßt 36 Schreibmaschinenseiten. Von den Angeklagten beinden sich 13 in Haft. 16 sind bereits vorbestraft. Der Jüngste der Angeklagten ist 19, der Aelteste 61 Jal lage werden der Angeklagten Jahre alt. In der Anden Angeklagten 18 schwere Diebstähle, 5 versuchte Einbrüche, 33 einfache Diebstähle, 32 Hehlereifälle, ein Betrugsfall und ein Vergehen gegen das Waffenschußgesetz zur Last gelegt. Die von den Angeklagten im Laufe der Zeit gestohlenen Sachen würden mehr als einen Laden ausfüllen: Es sind ihnen in die Hände gefallen 15 Schinken, 8 Seiten Speck, 87 Mettwürste, 9 andere Würste, 21 Weckgläser mit Fleisch und Früchten, etwa 300 Eier, 14 Flaschen Wein, eine Neihe Flaschen Wacholder und Weinbrand. über 20 Hühner und Küken. eine Neihe Enten, 5 Ferkel, 1 Stungenschwein und 25 Sack Getreide. Sie haben aber auch andere Sachen, wenn diese vorhanden waren, mitgenommen. Zigarren, Zigaretten. Kaffee, ja sogar Puddingspulver haben sie eingesteckt. Außerdem sind ihnen 14 Fahrräder und 1 Kraftrad in die Hände gefallen. Die Anklage ist der Ansicht, daß der aus Detmold stammende Fritz Harms. der Kaufmann Fritz Ruthe, der Melker Schiweck. die Gebrüder Franz und Xaver Sander. Richard Hofmann und der Kraftfahrer Wienbröker zur fortgesetzten Begehung von Diebstählen, also zu Bandendiebstählen, sich zusammen gefunden hatten. Den Hehlern wirft die Anklage vor, daß sie die Hehlerei und das sonders von der Frau Sch. geweros= und gewohnheitsmäßig betrieben hätten. Es ist nicht nun etwa so gewesen, daß die sämtlichen Angeklagten in allen Fällen zusammen gewirkt haben, es haben sich vielmehr zu ven einzelnen Diebstählen im Detmolder Bezirk und im Leopoldshöher Bezirk ein Teil der Angeklagten jeweils zusammengefunden. Die Diebstähle reichen bis in das Jahr 1931 zurück. In auffälliger Weise vermehrten sich dann im Jahre 1932 die schweren Einbruchsdiebstähle, ohne daß es möglich war, den Dieben auf die Spur zu kommen. Aber es ist nichts so fein gesponnen, einma! wird es doch aufgedeckt. So ging es auch hier. Das energische Eingreifen der Sicherheitsbehörden, nachdem der Faden gefaßt war, brachte dann eine unerwartet schnelle und umfassende Aufklärung. Die Anzeklagten belasteten sich gegenseitig und schließlich gestanden die meisten von ihnen die Diebstähle ein. Die schwersten Diebstähle sind im Detmolder Bezirk begangen. Die hier bausende Gesellschaft hatte es besonders auf Schlachtwaren abgesehen. In der Nacht zum 19. Juni 32 gelang ihnen bei dem Einbruch bei der Witwe Obermeier in Prüntrun ein grober Zug. Harms. Hoppa, Wienbröker und Kluckert hatten sich zu diesem Diehstahl zusammengefunden. Mit einer unglaublichen Dreistigkeit ist dieser DiebWr hing kraftwagen mitgebracht. Harms führte eine Pistole bei sich. aus der er, als die Diebe merkten, daß sie entdeckt waren, einen Schuß in die Luft abgab. Bei diesem einen Diebstahl fielen den Dieben 8 Schinken. 4 Seiten Speck und 20 Mettwürste im Gesamtwerte von 280 N.A in die Hände. Der nächste große Diebstahl wurde bei dem Landwirt Wächter in Berlebeck ausgeführt, wo die Diebe für 150 R.A Schlachtwerk in einer Nacht stahlen. So reiht sich Diebstahl an Diebstahl, wenn auch in den meisten Fällen an Wert längst nicht so viel gestohlen wurde. Im Leopoldshöher Bezirke hatten es die Angeklagten auch auf andere Sachen abgesehen. Der erst 19jährige Ruthe hat hier zusammen mit den Gebrüdern Sander und Schiweck in einer Weise gewirkt, daß man hinterher es kaum fassen kann. Von den Dieben dieses Bezirks sind auch 14 Fahrräder und ein Kraftrad außer den anderen Sachen entwendet worden. Bezeichnend für den jungen Ruthe ist es, daß er. nachdem er sich bei einem Einbruchsdiebstahl die Hand verletzt hatte, bei der zuständigen Krankenkasse meldete und dort angab, er habe beim Kleemähen sich in die Hand geschnitten. Er verlangte Ersatz der Arztkosten. Diese wurden ihm auch tatsächlich vergütet. Die gestohlenen Sachen wanderten in die Hände der verschiedenen Hehler, die sie dann zu Gelde machten oder für sich verbrauchten. In der Sitzung sind die Angeklagten bis auf eine Frau erschienen. Die Verhandlung findet im Landtagssaale statt. Im großen und ganzen bleiben die Angeklagten bei ihrem Geständnis. Nur hier und da widerruft der eine oder andere, was er früher gesagt hat, besonders W. wehrt sich dagegen. daß er als gewerbsmäßiger Hehler anzusehen sei. Die Erörterung der vielen Einzelfälle füllt den ganzen Verhandlungstag bis in den späten Nachmittag aus. Das Gericht beschließt, die Verhandlung am Sonnabend fortzusetzen. Es sollen dann die Plädoyer stattfinden und anschließend das Urteil verkündet werden. Der Wahlkampf auf dem Höhepunkt Der Lippische Landtagswahlkampf ist nunmehr auf dem Höhepunkt angelangt. Nachdem der Führer der Nationalsozialisten. Adolf Hitler, am Donnerstag abend in Schlangen und später in Lipperode vor mehreren tausend Menschen gesorochen hatte, folgten am gestrigen Abend Kundgebungen in Barntrup und Blomberg. In Detmold sprachen im überfüllten Saale des„Neuen Kruges“ Genera! Litzmann und nachher der Berliner Gauführer Dr. Goebbels und Reichstagsprandent Goering. Dieselben Redner nahmen anschließend auch in einem großen Zelt neben dem Neuen Krug das Wort. Die Deutschnationale Volksvartei ließ in Lemgo den Reichstagsabg. Erz. Hergt und Rechtsanwalt Petri zu Worte kommen, während in elf weiteren Versammlungen verschiedene Abgeordnete des Reichstages und lipvische Redner zu den aktuellen Fragen der Reichs= und Landespolitik das Wort nahmen. Erfreulicherweise war in fast allen Orten eine recht gute Beteiligung zu verzeichnen. so dak zu hossen ist. daß die Deutschnationale Volkspartei nach dem Wahlsonntag gestärkt in den neuen Landtag einziehen wird. Die Deutsche Volksvartei hielt gestern abend im Saale des Hotels Odeon eine Versammlung ab. Vor etwa 300 Personen sprach der Parteiführer Dr. Dingelden, der sich in erster Linie mit der NSDAP. auseinandersetzte. Da am gestrigen Abend in Lippe über 100 Wehlversammlungen stattgefunden haben. fehlt uns der Raum näbere Einzelheiten zu berichten. Bei Redaktionsschluß lagen Meldungen über Zwischenfälle nicht vor. Der„Fall“ Fuhrmann Der aus der RSDAP. ausgeschiedene Dr. Fuhrmonn=Hiddesen bittet uns um Aufnahme folgender Erklärung: „Hiermit erkläre ich, daß ich den Veröffentlichungen in der„Livvischen Landeszeitung“ über meinen Austritt aus der RSDAP. vollig fernstebe und daß ich sie außerordentlich bedaure. Sie maren nur möglich durch einen schweren Vertrauensbruch, da ich meinen Schritt nui wenigen Freunden und dies mit der ausdrücklichen Bitte um Wahrung strengster Vertraulichkeit mitgeteilt hatte.“ der Nachbarschaft Geburtstag einer Hundertjährigen Hannover, 13. Januar. Die hier wohnende verwitwete Frau Grunell geb. Präger feierte am Mittwoch ihren 100. Geburtstag. Oberbürgermeister Dr. Menge, von Direktor Dr. Löhdesink begleitet, überbrachte der Jubilarin die Glückwünsche des Magistrats und überreichte ihr als Geburtstagsgeschenk eine Kaffeekanne nebst einem Blumenstrauß. Das Geschenk der Stadt paßte vorzöglich zu der Tasse, die der Minister dem betagten Geburtstagskinde verehrt hatte. Frau Grunell war hocherfreut und dankte herzlich für die Aufmerksamkeit. Die gefährlichen„Bonbous“ Göttingen, 13. Januar. Die Familie des Assistenzarztes an der Göttinger chirurgischen Klinik, Dr. Brandes. wurde durch einen schweren Schicksalsschlag heimgesucht. Das dreijährige Söhnchen des Arztes fand in einer Schublade eine Schachtel mit Tabletten. die es wohl für Bonbons hielt und aufak. Das Kind erkrankte darauf und als die Eltern die Ursache des schlechten Befindens festgestellt hatten, war es bereits zu spät. Die Tabletten bewirkten eine so starke Verminderung des Blutkreislaufes, daß der Knabe nach kurzer Zeit verstarb. Sport=Zeitung Deutsche Turnerschaft Gol Amtliche Mitteilungen. Die Gauspielleitung gibt folgende Spieltermine bekannt: Gauklasse, Gruppe 1: 22. Januar: 1860—„Bahn=Frei“(Schneidermann=Lage). 29. Januar: Haustenbeck—1860(Gräser=Augustdorf). 5. Februar:„Bahn=Frei“— Schlangen(Gräser=Augustdorf). Gruppe 2: 29. Januar: Schötmar— Wüsten(Spiller). Gruppe 3: 22. Januar: Lieme— Lage(Böhmer=Retzen). 5. Februar: Heiden— Lage(Schlichting=Detmold). Gruppe 4: 29. Januar: Hillentrup— Bega(BobenhausenLemgo) B=Klasse, Gruppe 1: 29. Januar: Meinberg— Augustdorf(ZöfgenDetmold) Gruppe 2: 29. Januar: Berterhagen— Salzuflen(Junghärtchen=Schötmar). Gruppe 4: 29. Januar: Hillentrup— Lemgo(BegemeierSpork). Brake— Voßheide(Brannolte= Großen= marpe). 19. Februar: Hillentrup— Großenmarpe(Heimbecher=Voßheide). Gruppe 5: 29. Januar: Humfeld—Barntrup(Klewe=Lemgo) Turnerinnen: 29. Januar: 1860— Großenmarpe(StrateLage). 22. Januar: Voßheide— Großenmarpe(Bobenhausen=Lemgo). Jugend: 5. Februar: Lemgo— Lage(SpellmeierRetzen). Schüler: 22. Januar: 1860—„Bahn=Frei“(Schneider= mann=Lage). Sämtliche Schiedsrichter=Angelegenheiten gehen in Zukunft an Busch=Augustdorf(Telephon 35. Gut Heil! Die Gauspielleitung. K Monatsversammlung des Sportklubs Horn. Das letzte Protokoll wurde verlesen und genehmigt.— Der Theaterabend wurde eingebend besprochen und als Tag der 26. Februar 1933 bestimmt. Die Veranstaltung findet im Hotel Ratskeller statt.— Dem Beschlusse des Vorstandes. eine Damenabteilung zu gründen, wurde zugestimmt. Der Betrieb soll demnächst aufgenommen werden.— Zu der Hauptversammlung in Lage werden der 2. Vorsitzende und der Vorsitzende des Spielausschusses sowie die Schiedsrichter als Vereinsvertreter entsandt. Die Gewählten wurden beauftragt, den Antrag zu stellen, den Frühjahrswaldlauf in Horn stattfinden zu lassen.— Sodann wurden neu ausgenemmen: 8 Damen und 2 Herren.— Unter Verschiedenes wurde bekannt gegeben, daß bei der 113K. ab 1. Januar 1933 zwei Mannschaften versichert seien. Am Sonntag, 15. Januar 1933 spielen auf hiesigem Platze die erite und zweite Mannschaft gegen die gleichen des F.C.„Teutonia", Barntrup. Die zweite Mannschaft spielt um 1 Uhr. anschließend daran die erste Mannschaft. Beide Mannschaften haben für den Platzaufbau zu sorgen. Siehe Aushang im Vereinskasten. Die 1. Jugendmannschaft trainiert morgens um 10 Uhr. Deutschnationale Volkspartei Landesverband Liope Sonnabend, den 14. Januar, abends 8 Uhr: Oerlinghausen im Essener Hof; Redner: M. d. N. Eduard Stadtler, Stadtrat Dr. Hoffmann=Detmold. Alverdissen bei Gastwirt Bödeker; Redner: M. d. Pr. L. Landwirt Logemann. M. d. L. Landwirt Schlinkmeier. Wörderfeld bei Gastwirt v. d. Heide: Redner: M. d. Pr. L. Kickhöffel, Landwirt Deppe=Wüsten. Belle bei Gastwirt Eimterbäumer; Redner: M. d. Pr. L. Kenkel, Landw. Friedrichs. meier. Külenbruch bei Gastwirt Brand; Redner: Landw. Schultze=Stapen, M. d. Pr. L Landwirt Bicker=Retzen. Fütig bei Gastwirt Brand; Redner: Simon Kreiling=Detmold. Heidenoldendorf bei Gastwirt Schnute: Redner: Arbeitersekretär Rüffer, M. d. Pr. L. Dr. Erich Mülbe. Diestelbruch bei Gastwirt Beermann(abds. 7 Uhr); Redner: Grunewald=Bad Salzuflen. Niederschönhagen bei Gastwirt Giebel(abde. 7.30 Uhr); Redner: Landwirt BrandBentrup. Vereinskalender Biochemischer Verein Detmold. Zu dem an Montag. 16. Jan., abends 8 Uhr, im Odeon stattfindenden Lichtbildervortra; „10 Jahre Bio=Bund“ werden die Mitglieder frdl. eingeladen. Stablhelm Heiligenkirchen. Versammlung Sonnabend, 14. Jan., pünktlich 8 Uhr abends, bei Achilles. Vaterl. Frauenverein vom Roten Kreu; Hiddesen. Dienstag, 17. Jan., nachm 3.30 Uhr, Nähen bei Gastwirt KösterSternschanze. 5 Uhr daselbst Vorstands sitzung. Kirchliche Nachrichten Sonntag, den 13. Januar. Gettesdienste. Reformierte Stadtkirche. 10 Uhr: Tankgottesdienst aus Anlaß der 25. Wiederkehr des Tages der Einweihung der Kirche, Generalsuperintendent i. R. O. Weße.; Mitwirkung des Kirchenchors. 11.15 Uhr: Kindergottesdienst. 8 Uhr: Abendgottesdienst, Pastor Brüns. Alte reform. Kirche am Markt. 10 Uhr: Vormittagsgottesdienst, Pastor Schreck; 11.15 Uhr: Kindergottesdienst. Landkrankenhaus. 9 Uhr: Pastor Meyer. Lutherische Kirche. 10 Uhr: Hauptgottesdienst (Pastor Jahr); 11.30 Uhr: Kindergottesdienst.— Sonnabend 5.30 Uhr Wochenschlußandacht. Immannelkirche der Evang. Gemeinschaft Detmold. Sonntag vorm. 9 Uhr: Gebetsversammlung; 10 Uhr: Prediger Handt; 11.30 Uhr: Sonntagsschule. Neuapostolische Gemeinde e. V. Detmold: Sonntag vorm. 9.30 Uhr, nachm. 4 Uhr. Mittwoch abend 8 Uhr.— Lemgo: Sonntag vorm. 9.30 Uhr, Mittwoch abend 8 Uhr.— Bad Salzuflen= Schötmar: Sonntag vorm. 9.30 Uhr, Mittwoch abend 8 Uhr.— : L a g e: S o n n t a g v o r m. 9. 3 0 U h r, M i t t w o c h abend 8 Uhr.— Blomberg: Sonntag vorm. 9.30 Uhr, Mittwoch abend 8 Uhr.— Holzhausen: Sonntag vorm. 9.30 Uhr, abends 8 Uhr, Mittwoch abend 8 Uhr.— Haustenbeck: Sonntag nachm. 4 Uhr.— eßloh: Sonntag nachm. 4 Uhr.— Cap= vel: Sonntag nachm. 4 Uhr.— Schwelentrup: Sonntag nachm. 4 Uhr.— Sylbach: Sonntag nachm. 3.45 Uhr, Donnerstag abend 8 Uhr. Hiddesen. 9.30 Uhr: Gottesdienst, Pastor Kramer, anschl. Kindergottesdienst. Heidenoldendorf. 10 Uhr: Kindergottesdienst. Jerxen=Orbke. 1.30 Uhr: Kindergottesdienst. Gahlhausen. Sonntag 9.30 Uhr: Predigt; 11 Uhr: Kindergottesdienst.— Mittwoch 4 Uhr Bibelstunde auf Hohenwart: 7.30 Uhr: Bibelstunde in Bahlhausen.— Donnerstag 3 Uhr Frauenverein.— Freitag 8 Uhr: Jungmädchenabend. Lage. Reformierte Gemeinde. Frühkirche 8 Uhr, Pastor Pollem; Hauptkirche 10 Uhr: Pastor Müller; Kindergottesdienst 1.30 Uhr. Vereinshaus im Gerstkamp. Bibelstunde 8 Uhr. Lutherische Gemeinde. 10 Uhr: Hauptgottesdienst (Kons.=Rat Scheumann); 11.15 Uhr: Kindergottesdienst.— Mittwoch 8 Uhr: Kirchenchor. Schötmar. Reformierte Gemeinde. Sonntag 930 Uhr: Pastor Dassel; 1.30 Uhr: Kindergottesdienst. Versammlungen: Sonntag 2.30 Uhr: Jugendbund.— Montag 8 Uhr: Blaukreuzverein.— Dienstag 8 Uhr: Kirchenchor.— Mittwoch 5 Uhr: Jungschar, Mädchen; 8 Uhr: Jugendbund.— Donnerstag 8 Uhr: Jungmädchenverein.— Freitag 8 Uhr: Bibelstunde.— Sonnabend 4.30 Uhr: Jungschar, Knaben. — Sylbach: Sonntag Gottesdienst 9.30 Uhr: Pastor Butterweck. Evang. Gemeinschaft Blomberg(Gasthof zur Burg). Sonntag, abends 8.15 Uhr: Prediger Handt. Versammlungen. Reformierte Stadtgemeinde. Sonntag 3.30 Uhr: Blaukreuzverein, Paulinenanstalt; 8 Uhr: Jungmädchenverein„Frohe Jugend“, Stadtküche. Dienstag 8 Uhr: Mütterabend, Gemeindehaus. Dienstag 8.30 Uhr: Bibelstunde der landeskirchlichen Gemeinschaft, Gemeindehaus. Mittwoch 8.15 Uhr: Kirchenchor, Gemeindehaus. Mittwoch 8.30 Uhr: Helferkreis im 1. 2. Pfarrhaus. Donnerstag 8 Uhr: Jungmädchenverein„Vorwärts", Paulinenanstalt; 8.30 Uhr: Jungmädchenverein „Frohe Jugend", Stadtküche. Freitag 8.30 Uhr: Gemeinde= Bibelbesprechstunde, Gemeindehaus. Lutherischer Konfirmandensaal. Sonntag 8 Uhr: Jungmädchenverein. Montag 8 Uhr: Kirchenchor Dienstag 8 Uhr: Jungmütter=Abend d. Frauenhülfe. Donnerstag 830 Uhr: Bibelstunde. Freitag 4 Uhr: Gemeinschaftsstunde und 8 Uhr Singabend der Frauenhülfe. Immannelskirche der Evang. Gemeinschaft Detmold. Sonntag abend 8 Uhr: Jugendverein. Montag abend 8.15 Uhr: Männerchor. Dienstag abend 8 Uhr: Jungmännergruppe. Mittwoch abend 8.15 Uhr: Gemischter Chor. Donnerstag abend 8.15 Uhr: Bibelstunde. Freitag nachm. 4.30 Uhr: Jungschar. Christlicher Verein junger Männer, Detmold. Sonntag nachm. 2 Uhr: Abmarsch des Jungvolks zur Schnitzeljagd. Montag abend 8 Uhr: Turnen der älteren Mitglieder. Dienstag abend 8.30 Uhr: Bibelstunde von Herrn Pastor Kramer. Mittwoch nachm. 5.30 Uhr: Jungschorstunde: abends 8 Uhr: Turnen des Jungvolks: abends 8.30 Uhr: Posaunenchor; abends 8.30 Uhr: Frauenarbeitskreis. Donnerstag nachm. 5.30 Uhr: Turnen der Jungschar. Freitag abend 8.30 Uhr: Jungvolkstunde„Teutonenabend". Sonnabend abend 8.30 Uhr: Jungmännerkreis. Hiddesen. Mittwoch 8 Uhr: Bibelstunde. Donnerstag 8.15 Uhr: Kirchenchor. Remmighausen. Sonntag bis Dienstag abend 8 Uhr: Bibelabende von Frl. Dallmer=Berlin, für Frauen und junge Mädchen. Heidenoldendorf. Sonntag 8 Uhr: C. V. j. M. Vortrag. Montag 8 Uhr: Blaukreuzverein. Dienstag 8 Uhr: Blaukreuzverein. Mittwoch 8 Uhr: Jungfrauenverein; 6 Uhr: Turnen der Jungschar; 8.30 Uhr: Pflichtturnen des C. V. j. M. Donnerstag 8 Uhr: Bibelstunde des C. V. j. M. Freitag 5 Uhr: Mädchenjungschar; 8 Uhr: Kirchenchor; 830 Uhr: Freiw. Turnen d. C. V. j. M. Sonnabend 6 Uhr: Jungschar; 8 Uhr: C. V. j. M.(Musik und Gesang) Vereinshaus Waldheide. Sonntag 8 Uhr: Bibelstunde. Mittwoch 8 Uhr: Jungmädchenverein. Donnerstag 8 Uhr: Gemeinschaftsstunde. Evang. Gemeinschaft Pivitsheide(ReinekenHof). Sonntag, nachm. 1.30 Uhr: Sonntagschule, abends 6.15 Uhr: Gottesdienst. Jerxen=Orbke: Mittwoch bis Freitag: abends 8 Uhr: Bibl. Vorträge für Frauen und j. Mädchen(Schule). Klüt. Mittwoch 8 Uhr: Bibelstunde. Freitag 8 Uhr: Christl. Verein j. Mädchen. An Zeitungskatalog 1933 Die soeben erschienene neue Ausgabe(die 58.) des Zeitungskataloges der Ala Anzeigen=Aktiengesellschaft für das Jahr 1933 reiht sich würdig den frühren Ausgaben dieses inhaltreichen Nachschlagewerkes an. Die neue Ausgabe berücksichtigt mit gewohnter Sorgfalt und Sachkunde die im vergangenen Jahre erfolgten besonders zahlreichen Veränderungen auf dem Gebiete des Zeitungsund Zeitschriftenwesens im In= und Auslande. Di übersichliche Anordnung des reichhaltigen Inhalts erleichtert ungemein den Gebrauch dieses unentbehrlichen Ratgebers, der auch rein äußerlich durch seine geschmackvolle Aufmachung anspricht und für die Herausgeberin wirbt. Vor anderen Werken die ser Art zeichnet sich der Ala=Katalog dadurch aus, daß er ein Verzeichnis derjenigen deutschen Zeitungen enthält, aus deren Titel der Erscheinungsort nicht zu ersehen ist; auch sind die deutschen Fachzeitschriften in einem namentlichenrzeichnis zusammengefaßt. Diese Einrichtungen ermöglichen das sichere und schnelle Auffinden der Blätter. Im Geleitwort des Kataloges heißt es über die Anzeige als wichtigstes Werbemittel: „Unter diesen Werbemitteln zeichnet sich nach wie vor die Anzeige als Rückgrat aller Reklageträger aus; ihre Elastizität, Eindringlichkeit und Reichweite gestatten es, die notwendige finanzielle Konzentration durchzuführen, ohne auf Massenwirkung zu verzichten.“ Diese Kennzeichnung trifft den Nagel auf den Kopf. Wenn man die Kosten der Anzeigenwerbung in das richtige Verhältnis zur erzielbaren Wirkung bringt, so wird der Beweis für die Preiswürdigkeit dieses Werbemittels und für seine Anpassungsfähigkeit an die Wirtschafts=Notwendigkeiten der Gegäwart restlos erbracht. * „Germanien“.— Monatshefte für Vorgeschichte zur Erkenntnis deutschen Wesens Jetzt monatlich ein Heft bei K. F. Koehler, G.m. b. H., Verlag in Leipzig. 1933, Heftl, vierteljährl. 3 Hefte 3 Mark, Einzelheft 1,20 Mark.= Der Wiederaufbau unseres Vaterlandes fordert, daß weite Kreise des deutschen Volkes sich mit der deutschen, germanischen Vorgeschichtsforschung befassen. Der bekannte Verlag K. F. Koehler, der seit 14 Jahren den Kampf für den nationalen Gedanken führt, hat nun seinen Verlagswerken die Zeitschrift „Germanien“ angegliedert, die man als Gesamtorgan für die deutsche Vorgeschichtsforschung ansehen kann. Sehr begrüßenswert ist es, daß die Aufsätze wissenschaftlich einwandfrei geschrieben, aber auch für den Laien verständlich sind. Eleich im ersten Heft finden wir Arbeiten bekannter Vorgeschichtsforscher wie: Zur Wiedererkennung germanischen Geistes und Glaubens von Wilhelm Teudt— Ueber das kuitische Reiten in Germanien von Univ.=Prof. Dr. G. Neckel— Das Felsengrab an den Externsteinen von Prof. Dr. H. Wirth— Das Männchen von Oechsen von Will Vesper. Niemand, der irgendwie Interesse an unserer Vorzeit nimmt, sollte es versäumen, sich wenigstens einmal ein Probeheft(das der Verlag kastenlos versendet) anzusehen. Dl. Rönigswusterhausen und Laugenberg senden: Deutschlandsender(1633) Deutschlandsender.: Gleichbleidende Werktags=Vortragsfolge. 6.15: Gomnastik# 6.30: Wetter f. d. Landwirtschaft.— anschl.: Früdkonzert.# 10: Neueste Nachrichten# 11: Deutscher See=Wetterbericht m 12: Wetter für den Landwirt— anschließend: Komert— Wiederholung des Wetterberichts O 12.55: Rauene: Zeit. D 13.35: Nachrichten S 14: N Jert. O 15.30: Wetter Börse. S 18.55: Wetter für die Landwirtschaft.— Kurzbericht des Drahtlosen Dienstes. O 22.45: Deutscher See=Wetterbericht Deutschlandsender: Sonntag. 15. Januar 6.15: Berlin: Funkaumnastik 6.35: Hamburger Hafenkonzert. 8.00: Stunde des Landwirts. 8.55: Berlin: Morgenfeier 10.05: Berlin: Wettervorbersage. 11.00: Deutscher See=Wetterbericht. 11.10: Baul Ernst lieft aus dem: Kaiserbuch 11.30: Leimig: Bach=Kantate 622 12.00: Verlin: Deutsche Weibestunde anläßlich des Reichsaründungstages 12.55: Nauener Zeitzeichen 13.00: Wien: Mittagskomert Sinfonieorcheser. 14.00: Dr Simon: Unser Kind lernt schwer sorechen 14.30: Berlin: Jugendbühne. Das ar. Weittheater. 15.20: H Kuser: Vr. Lebenskampf der Ostmark. 15.50: Zeitgenöllische Sviel=Musik für Kinder. 16.35: Berlin: Orchesterkonzert 17.30: Kunst im Handwerk Webekunst). 17.50: Mehrstimmige Volkslieder 18.30: Junge Generation spricht: Kollegialität im Berni——— 19.15: Dr. Remberg: Musiker=Studten 20.00: Prot Maner=Mahr Klavierl. G. Kniestädt Vio'ine&a Steaman(Violoncell) spielt: Beethoven u a 21.10: Breslau: Konzert Schlei. Pbilharmonie. 22.10: Wetter= Tages= u Svortnachrichten. 22.45: Deutscher See=Wetterbericht Anschl Berlin: Tanmmusik Kavelle Haß. Deutschlandsender: Montag. 18. Jannar 15.00: Künstlerische Handarbeiten: Der Toiletten= tisch Der Bau 15.45: Bücher urn die Rechtswissenschaft. 16.00: Bädagogischer Funk: Die Jugendgruppe als Erziehungsfaktor. 16.30: Berlin Nachmittagskonzert. 17.10: R. Kißhauer: Die Photozelle und ihre Verwendungsriöglichkeiten. 3.30: Cello=Musik Auss.: G. Schulz, Fürstenherg .00: Dr. Klingentuh: Jugendarbeit im Auslanddeutschtum 18.25: Dr. Just: Mustzieren mit unsichtbaren Partnern. 19.00: Englischer Sorachunterricht. 19.30: Dos Gedicht 19.35: Frankfurt: Unterhaltungskonzert d. Funkorch. 20.35: Gedanken zur Jeit Autoritäre oder vorlamentarische Staatsführung? 21.15: Oedivus Ner Studienaufführung: Oratorische Ovei von J. Strowiusky als Querschnitt 22.15: Wetter= Tages= und Sportnachrichten. nichl Berlin: Tammu! Kanellen Godwin Bavo Deutschlandsender: Dienstag. 17. Jannar 11.30: Lehrgang für praktische Landwirte. 15.00: Jugendstunde: Sinnesprüfungen als Gesell15.45: Hldegerd, 9 Trotda: Frauen um Friedrich den Großen(Briese) 16.00: Für die Frau 6.30: Leivng: Nachmittagskonzert. 17.10: Staatssekretär a D Dr. Lewald: Bismard und Boetticher. Zum 100. Geburtstag. 17.30: Divertimento für Streichtrio(A. Mojart). 18.00: Dr. Heuß. Das Gesicht der deutschen Wirtschaft. Württemberg 18.25: Einführung in die Beetboven Somnhonie Nr.1 19.00: Ech Medizina'tat Prof. Dr. Bonhoeffer: Seci'sche Frliankungen 19.30. Das Gedicht 19.35: Politiiche Zeitungsschau 20.00: Breslau: Volksschicksal im Stdosten. OberSchleiten. Homdurg: Deutscher Volksmusikabend. 22.99; Wetter=. Toges= und Sportnachrichten. Anschl Fiensburo Spätkanzert Deutschlandsender: Mittwoch. 18. Jannar 11.30: Lehrgang für praktische Landwirte. 14.45: Jugenobühne Quicks Abenteuer und Streiche 15.45: Walte, Fler: Aus: Wolf, Eschenlohr. 16.00: Che. redakteur Mobius: 600 Jahre Wohnkultur 16.30: Hamburg. Rächmittagsionzert 17.10: Proi Dr Berger: Aufgaben der deutschen Turnerei 17.30: Proi Dr. Betersen: Die Anfänge des deutschen Volkes. 17.55: Beethoven=Lieder Agnes Schulz=Lichterfeld Sopran 18.30: Einheitskurzschrift für Fortgeschrittene. 19.00: Französischer Sprachunterricht 19.30. Dar Gedicht 19.35. Berlin, Unterhaltungsmusik. .00. Reichsaründungsfeier 21.00: Köln Festliches Konzert zur Reichsgründungsteier 22.00: Wetter=, Tages= und Sportnachrichten. Anschl Maadebura: Abendunterhaltung. Deutschland#ender: Donnerstag. 19. Januar 15.00: Musikalische Kinderstunde 15.45: Joh Petei Hebel: Aus dem: Schatzkästlein. 16.00: Für die Frau 16.30 Berlin Nachmittagskonzert. 17.10: Zum 60 Geburtstag von Werner Sombart. 17.30: Tägliches Hauskonzert Alte Musik. 18.00: Alred Mombert spricht eigene Dichtung 18.25. Collegium musicum: Alte Lautennujik. 19.00. Dr Günther. Deutsch für Deutsche. 19.30 Da. Gedicht 19.35 Stunde des Landwirts 20.00: Hambura: Die Räuber Schauspiel von Fr. von Schiller 21.15. Mar Hartmann singt Lieder von Schubert. Wolj u a 22.10: Wetter= Tages= und Svortnachrichten. Anschl Berlin: Tanmusit Deutschlandsender Freitag, 20. Jannar 11.30: Lehrgang für praktische Landwirte. 15.00: Jungmädchenstunde Was wir lesen. 15.45: Knut Hamsun. Naturbilder 16.00: Dr Weismantel: Deutsches Volkstum und Erziehung 16.30: Leipzig Nachmittagskonzert. 17.10: Obering Nairz: Viertelstunde Funktechnit. 17.30: Dr Weismantel: Große deutsche Sprachschöpfer 17.55: Tägliches Hauskonzert Koloraturarien. 18.30: San.=Rat Dr Juliusburger: Aus der Praris der öffentlichen Beratungsstellen. 19.00: Dr Müller, Lebensfragen von heute. 19.30: Des Gedicht 19.35. Unterbaltungsmusit 20.00: Washington: R G Sell: Worüber man .. in Amerito spricht 20.15: Fortsetzung der Unterhaltungsmulik. 20.35 Wiener Humor 21.15 Ber.in, A Schnadel svielt Beethoven=Sonaten 22.00. Wetter. Tages= und Sportnachrichten. Anschl Berlin Tanzmusik der Kavelle K Lehmann. Deutschlandsender. Sonnabend. 21. Jannar 15.00: Kinderbastelstunde Gesellenprüfung u Preisaufgabe Der Wintersoortvlatz 15.45: Hermann Stehr Die Großmutter 16.00 Dr Junghans spricht über Hermann Burthe. 16.30 Hamburg Nachmittagskonzert 17.10 Wochenschau 17.55 Ed Moriz Rinderstucke für Klavier. 18.30 Pros Di Poll: Vom Rhythmus des Lebens. 19.00 Stille Stunde 19.30 Dae Gedicht 19.35 Sonate oo 57 F=Mol!(Appassionata) von. Beethoven 20.00: Waetzoldt'scher Männergesangverein Breslau sing!— In der Pause spricht H. Stehr über den Schlesier 21.15 Darmstadt. Bunter Abe) 22.20. Wetter. Tages= und Soortnachrichten Anschl Berlin: Tanzmusst Kapelle A. Lutter. Sendung Langenberg(472.4) Gleichbleibende Werktags=Vortragsfolge. 6.45: Leibesübungen. 07 u. 8: Wetter, Zeit, Was e.stand. 9 7.05: Koniert. m 10: Meldungen, Zeit, Wasserstand. 12: Konzert. O 12.50: Wetter, Zeit Meldungen. 13: Konzert. O ca. 14: Mittagsmeldungen. O 14.30: Funkwerbung auber Sa. Mo. Schlachtviebmarktrichte). 0 15.30: Wirtschaftsberichte, Zeit.## 15.50: Kinderfunk. S 17: Beiverlouzert.# (Mi. 18.40): Wetter, Zeit, Wirtschaftsberichte, Sport. O 19.55: Abendmeldungen. 7.00: Choral: Ehre Jei Gokt in der 7.05: Hamburger Hafenkonzert. 8.15: Landwirtschaftliche Rundschau. 8.30: Italienisch. 9.00: Katholische Morgenfeier. 10.15: Beluch am Krankenbett. 11.00: Hanns Otto Münsterer: Gedichte. 11.10: P. Schaaf: Der Hebebrock. Geschichte eines Fabeltieres. 11.30: Leipzig: Bach=Kantate. 12.00: Berlin: Deutsche Weihestunde des Kuffbäuser=Bundes. 13.00: Wien: Unterhaltungskonzert des Sinfonie14.05: H. Wolitor: Deutsche Einheitskurzschrift. 14.30: H. Magke: D'r Schmitze Will om Polverfaß. Erzählung in kölnischer Mundart. 15.10: Technik für alle: Der Stahlstelettbau. 15.35: Dr. Kahl: Frühvollendete Musiker 16.00: Königsberg: Kundgebung aus Tilsit anläßlich der Ahtrennung des Memelgebietes. 16.35: Vesperkonzert des Funkorchesters. 18.00: Unsere Städte in Rheinland und Westfalen: Gladbach=Rheodt. 18.40: B. Relissen=Haken: Chronik bemerkenswerter Arbeitslosen=Schicksale. 19.00: Cine Stunde Kur weil. 20.00: Liche ir Hintergrund. Funkrevne. 22.05: Letzte Meldungen. Bericht über das geistige Leben, Sport. 22.30: Nachtmusik und Tanz. Höhe. Mittwoch, 18. Januer 9.15: Dr. Camilla Jellinek: Eltern und Kinder. 9.45: Hilde Bremus: Gymnastik für Frauen. 10.10: Gemeinschaftsempfang für Arbeitslose. 11.10: Schulfunk: Rhnthmische Gymnastik. 11.25: Musikalischer Schulfunk: Wir komponieren. 16.20: R. Lonnes: Neue niederländische und flämische Dichtung. 16.40: Prof. Dr. Löwenstein: Forschungen zu einer biologischen Grundlegung der Pädazogik. 18.20: Dr. Coecer: Kindergesundheitsfürsorge in Zeiten der Finanznot. 18.55: Dr. Eichler: Kunst und Bürger. 19.20: Dr. Engelen: Jehn Gebote der Verjüngung. 19.35: Aus der Welt der Pflanze. Der Kakaobaum. 20.00: Berlin: Reichsgründungsfeier. 21.00: Festliches—— hnungeser ——######liches Konzert zur Reichsgründungsfeier. 22.05: Letzte Meldungen, Bericht über das geistige 9.45: Hilde 10.10: Gemei Montag. 16. " Bremus: Gymnastit für Frauen. Gemeinschaft empfang für Arbeitslose. 11.10: Schulfunk: Rhythmische Gymnastik. 11.25: Schulfunk: Der verlorene Pudel. Hörspiel aus dem Rechtsleben des Alltags. 16.20: Jugendfunk: Aus der: Orientfahrt der Sturmvaganten u. a. 18.00: Irmgard Kern: Deutsche Studentinnen in 18.20: Elternstunde.„ E 19.00: Univ.=Prof. Dr. Ripperden: Die Steuergutscheine für Mehrbeschäftigung. 19.20: Dr. Barthel: Giovanni Segantim zum 75. 19.30: Unip.,Prof., Dr. 9. Wiese: Das wissenschaftliche Werk Werner Sombarts. 20.00: Bunt ist die Welt. 20.45: Konzert des Funkorchesters. 22.10: Letzte Meldungen, Bericht über das geistige Leben, Svort. 22.30: Nachtmusik. Leitung: Wolf. 23.15: Meister des Jaz. Dieastag, 17. Jannar 10.05: Gemeinschaftsempfang für Arbeits#o e. 10.10: Schulfunk: Die Anekdote in der Muik. 16.20: Mitteilungen aus dem. Schulfunk. 16.30: Dr. La Geovolitik 18.15: Italienisch. 19.00: Für den Landwirt. 19.20: Jehn Minuten Funknachrichten. 19.30: Univ.=Prof. Dr. Kuske. Das alte Europa. 20.00: Alles nebeneinander. Abendunterhaltung. 20.20: Vom goldenen Ueberfluß. Lieder und Verse. 20.50: Das Aschenseil. Hörspiel nach einer ja zanischen Sage. 21.40: Tonfilm=Schlager, 22.05: Letzte Meldungen, Bericht über das geistige Leben, Sport. Leben. Sport. 22.30: Berlin: Tanzmusik. 1015: Gemeinschaftemofang. für Arbeitslose. 11.20: Schulfunk: Bei den Wolgadeutschen. 16.10: Mitteilungen aus dem Schulfunk. 16.20: Frnkvädagogische Arbeitsgemeinschaft der Lehrer an Volksschulen. 18.20: Französische Unterhaltung. 19.00: Prof. Dr. Demof: Die Maternuslegende und der Petrusstab. 19.30: Prof. Dr. Sverber: Aus der Geschichte der deutschen Sprache.—„„ 20.00: Die Welt auf der Schallplatte: Liebeslieder der Maori. 20.30: Ariadne auf Naros. Over v. Rich. Strauß. 22.10: Letzte Meldungen, Bericht über das geistige Leben. Sport. 22.30: Tanzmusik aus London. Freitaz. 20. Jannar 9.45: Gymnastik für Frauen. 10.10: Gemeinschaft empfang für Arbeits.9.e 11.10: Schulfunk: Rhythmische Gymnastik. 11.25: Schulfunk: Französische Unterhaltung. 16.20: Jugendfunk: Aus der Jugend berühmter Musiker 18.00: Dr. Lützeler: Neue Literaturgeschichten. 18.20: Englische Unterhaltung. 19.00: Neuzeitliche Verlehrsfragen. 19.15: Zeitfragen des Handwerks. Ein Gespräch. 20.00: Walhington: R. G. Sell: Worüber man in Amerika spricht. 20.15: Franifurt: Wir fahren durch den Harz. 21.15: Worüber Völker lachen: England. Szenen, Verse u. Prosa mit verbindender Musik a e- Wer.. te Meldungen. Bericht über das geistige en. Sport.— 22.35: Das neue Gedicht in der Musik. 23.00: Nachtmusik und Tanz. de Sanstag. 21. Jannar 9.00: Funkpäda rogische Arbeitsgemeinschaft Lehrer an Berufs= und Fachschulen. 10.15: Gemeinschaftsempfang für Arbeitslose. 11.20: Schulfunk: Lustiges in Morikes Dichtung 14.35: Wochenend-Konzert auf Schallvlatten. 16.10: Dr. Else Wentscher: Das Schlesierland. 16.30: Englische Leestunde. 18.20: Irmaard Kern: Deutsche Studentinnen in USA. 19.00: Von der Kriegsopferversorzung.— Aus der Praris eines Verbandssekretäts. 19.20: Vom„Tage, Lauzensach; Positi'ch Geograr bie und 19.30: Dr, Reiserscheldt: Randbemerlungen zu: sovolik in Wissenschaft und Unterricht...2— Kautlerzs. Hestentlicher listiger Abend 20.00: Dortmund: Oeffentlicher, lustiger Abend. 22.30: Letzte Meldungen, Bericht über das geistige Leben, Sport. 22.45: Tanzmusik aus London. 24.00: Meister des Jaz. Lest die Lippische Tageszeitung Das beliebse Familienb.au für gans Liope an. Lippische Tageszeitung Deutschnationale Landwirtschaftspolitik Aus der Rede eines Sachkenners in Horn Am Mittwoch abend sand im Hotel zur Post in Horn eine Wahlversammlung der statt. In dieser Versammlung machte Universitätsprofessor Dr. MüllerLenhartz u. a. folgende beachtenswerten Ausführungen: Als Professor der Hochschule in Leipzig wäre es mir nicht möglich, meine Hörer von meinen Ausführungen zu überzeugen, wenn ich nicht selbst aus eigener Erfahrung zu Ihnen sprechen könnte. Deshalb bin ich auch zum Wahlkampfe hierher nach Lippe gesandt, um den lippischen Landwirten in ihrem großen Streben behilflich zu sein. Es ist in den Regierungen der letzten Jahre viel geredet worden, ein System ist bereitet, aber dieses System hat nichts getaugt. Die Ziele der DNVP. gehen weiter, sie erfassen vor allem die Besserung der Wirtschaft und Landwirtschaft. Diese ist unser stärkstes Fundament. Der deutsche Landwirt, der deutsche Bauer ist eng verbunden mit Gott, denn bei jeder Scholle, die er umpflügt, bei jedem Korn, das er säet, geht sein Gebet zum Allmächtigen dort oben, daß er die Frucht gedeihen sse. In dem deutschen Bauern wurzelt noch der tiefe Glaube. Es ist auch erwiesen, daß gerade bei diesem Stande Kirchenaustritte fast gar nicht vorkommen. Diese Grundlagen sind die Stützen der Partei. Das deutsche Volk braucht auch die Freiheit. es ist nicht zur Knechtschaft geboren. Wir waren von un eren Feinden geknechtet. jede Wehrbereitschaft ist uns auf Grund des Versailler Vertrages verboten. Durch Tribute wurden wir niedergedrückt, bis das deutsche Volk fast am Boden lag. Allerdings ist es auf das Konto des Herrn von Papen zu buchen, daß durch sein energisches Eintreten einige Erleichterungen gewährt worden sind. Allerdings sind den Franzosen noch 2 Milliarden an Tributen zugesichert, aber ich sage, diese 2 Milliarden bezahlen wir nicht, keinen Pfennig bekommen sie mehr, man muß diesen Herrn nur energisch entgegentreten. Ich will keine Abrechnung halten mit den Parteien, aber daß es seit jenem unseligen 9. November immer mehr bergab gegangen ist, hat jeder selbst erlebt. Zur Ehre der NSDAV. sei es gesagt, daß diese Bewegung den Notgedanken der Zeit erfaßt hatte. Seit diese Bewegung jedoch Partei geworden ist, hat sie sich von dem zuerst betretenen Wege abgewandt. So sehr wir die Bewegung zuerst als national begrüßt haben und uns von ihr scheiden mußten, als sie andere Wege ging. so hofft die D R VP. doch noch, daß sich die nationalen Kreise dieser Partei mit der DRVP. zusammenfinden zu gemeinsamer Arbeit. Für Kommunismus und Bolschewismus bietet Deutschland keinen Raum. Der deutsche Landwirt ist der beste, er ist dem andern weit überlegen, denn der Deutsche liebt seine Scholle, auf der er bodenständig ist. Wenn nun nach den Wünschen anderer Parteien alles verstaatlicht würde, auch der Boden, so nimmt das dem einzelnen die Kraft und die Freude und macht das Volk zur Herde. Wir aber wollen frei sein, Mittelstand. Handwerk und Bauern. Dies ist das Bestreben der DNVP. Alle Verstaatlichung ist von Uebel! Wir wollen keine Staatsbanken, wir wollen eine auf gesunder Basis stehende Bank für Landwirtschaft. Wir wollen nicht, daß nur die arbeitende Klasse herrscht. Wir wollen Beamte, die im Berufe aufgewachsen sind, keine Parteibuchbeamten. Es ist Unsinn, wenn es heißt: ohne Vertrauen des Volkes kann nicht regiert werden. Wir sind ferner dafür, daß die Zinsen gesenkt werden, auch die Steuern müssen herabgesetzt werden, so daß es möglich ist, aus der Arbeit so viel herauszuwirtschaften, daß auch wieder gespart werden kann. Es muß die Mög lichkeit gegeben sein, den Besitz zu vergrößern, dann macht die Arbeit auch Freude. Es darf nicht, wie es die anderen Parteien wollen, alles dem Staate zufallen. Dann kommt das Problem der Arbeitsbeschaffung. Lavon ist in allen Regierungen viel ge redet worden, etwas Praktisches ist aber noch nicht dabei herausgekommen. Die Arbeitslosenziffer beträgt, soweit die Arbeitslosen erfaßt sind, über 6 Millionen. Produktive Arbeit leisten heißt Kapital schaffen! Unterstützung schafft kein Kapital. Tausende von Menschen sind durch diese Arbeitslosigkeit auf die Landstraße getrieben, viele von ihnen werden zu Verbrechern gemacht. Wenn die Arbeitslosenunterstützung, die seit zwei Jahren ausgezahlt worden ist, zur Kultivierung von Oedland, wovon noch riesige Flächen in Deutschland vorhanden sind, verwandt worden ware, so hätten Hunderttausende in den Arbeitsprozeß eingereiht werden können, gegen Verpflegung. Kleidung. Unterkunft und ein kleines Entgelt. Eine Menge Menschen, die heute verzweiflungsvoll dahinleben, hätten beschäftigt werden können. Das große Projekt des Mittellandkanals liegt vor, ferner Straßenbauten für Autos und andere Fahrzeuge. Wenn alle Handwerker und Bauern deutschnational wählen, dann wird es auch in Deutschland besser Landwirtschaft und Industrie stehen zu einander in einem sehr ungleichem Verhältnis. Bei der Landwirtschaft fehlt es überall, die Industrie hat Ueberproduktion. Die häuser gehaut usw., um Blumenkohl und Tomaten selbst zu erzeugen. Die Einfuhr hat alles zu nichte gemacht. Die Kulturen sind zerstört und die Fenster der Treibhäuser sind zerschlagen, die ganzen Anlagen verödet. Das Geld. das Deutschland so nötig selbst braucht, fließt ins Ausland. Man macht uns Deutschnationalen den Vorwurf, daß wir nur für den Großgrundbesitz eintreten. Das ist ein großer Irrtum. 95,7 Prozent sind Landwirte mit 5—50 ha, 3,9 Prozent mit 20—100 ha und nur 0.4 Prozent haben Besitz über 100 ha, und erst diese kann man eigentlich Großgrundbesitzer nennen. Wir Deutschnationalen treten also in erster Linie für den kleinen Grundbesitz ein. Wir sind vor allem auch dagegen, daß der Grundbesitz geteilt wird. Mit der Siedlung ist schon viel Unheil geschehen. Der Großgrundbesitz ist der Lehrmeister des Herr Drake nahm die Gelder ein, verwahrt sie gut in seinem Schrein, Die Städte heben Bürgersteuer Deuker, war die Regierung teuer! Gegensätzlichkeit tritt hier besonders hervor. Die Landwirtschaft verlangt, daß die Einfuhr aus Holland und Dänemark gesperrt wird, denn die deutsche Landwirtschaft ist in der Lage, den Bedarf für die deutsche Bevölkerung selbst aufzubringen. Der Bauer braucht Unterstützung, damit ihm durch Einkauf von Kraftfutter und Kunstdünger die Möglichkeit gegeben ist, seine Produktion zu erhöhen. Durch die Einfuhr werden die Preise so gedrückt, daß es dem Landwirt nicht möglich ist, bei seinen Produkten auch nur die eigenen Unkosten herauszuschlagen. In Deutschland sind große Flächen Land kultiviert worden, Gewächskleinen. Die Sozialisierung der Landwirtschaft ist schon so weit vorgeschritten und soll durch Siedlungen nicht noch weiter vorschreiten. Wer von der Scholle kommt. der fühlt sich unglücklich im Getriebe der Großstadt, die Sehnsucht nach dem Lande bleibt immer in ihm. Anderseits ist aber der Großstädter nicht dafür geschaffen, auf dem Lande zu arbeiten. Er kennt nichts von dieser Arbeit, er sehnt sich nach der Stadt zurück. Er wird deshalb das ihm anvertraute Land nicht lieben lernen, und wird es schließlich vernachlässigen, damit ist aber weder ihm noch dem Staate gedient. Angesiedelt soll nur der werden, der wirkliche Oetmold, Sonmabend, 14. Jannar 1933 Lust und auch die nötigen Kenntnisse hat. Die Landwirtschaft ist die stärlste Stütze des Staates, wenn die Landwirtschaft verfällt, verfällt auch alles andere. Das Bauerntum ist staatserhaltend. Hugenberg ist unser Führer, er ist der erste Mann, der für die Landwirtschaft entscheidend eingetreten ist. Die DRBP. ist für die Senkung der Zinsen, der Landwirt darf nur nach seinem Einkommen besteuert werden. Der deutsche Bauer soll auf seiner Scholle bleiben, keine Enteignung soll seinen Besitz schmälern. Das Bauerntum ist die Hochburg des sozialen Gedankens, denn der Bauer behält seine Dienstleute auch dann, wenn ssie alt geworden sind und nicht mehr voll arbeitsfähig sind! Die DRVP. tritt dafür ein, daß die Einfuhr verringert wird, sie stellt sich damit im Gegensatz zur Industrie, welche die Einfuhr verlangt, weil sonst auch keine Ausfuhr möglich wäre. Wir haben aber keine neue Ausfuhr, das Ausland ist heute in der Lage, alles selbst zu erzeugen, dank unserer Ingenieure, die wir hinausgesandt haben. um im Auslande Fabriken zu bauen und Betriebe einzurichten. Wir sind dem Auslande gegenüber auch gar nicht konkurrenzfähig, da unsere Erzeugnisse um 50 Prozent teurer sind. als der wirkliche Wert beträgt, da diese Summen an das Finanzamt abgeführt werden müssen, durch direkte und indirekte Steuern. Wir brauchen das Ausland gar nicht so sehr, wie von den meisten angenommen wird. Natürlich: Baumwolle und Gummi wächst bei uns nicht, aber Wolle können wir genug erzeugen. wenn unsere Schafzucht, die noch auf einem niedrigen Stande ist, auf eine höhere Stufe gebracht wird! Die deutsche Landwirtschaft muß überhaupt in allen Teilen auf eine höbere Stufe gebracht werden, denn nur durch die deutsche Landwirtschaft kann die deutsche Wirtschaft gesunden. Der Bauer soll auch geschult werden, es soll jedem zur Pflicht gemacht werden, wenigstens zwei Winter=Semester die landwirtschaftliche Schule zu besuchen. Dadurch soll er noch mehr in das Wesen seiner Scholle eingeführt werden. Der Landwirt ist verwachsen mit der Nation und Gott. Die großen Punkte, um die sich unsere Forderungen drehen, sind Natur, Kapital und Arbeit! Lippsket Ollerlöe Sturm öwer Lippe- De Barusschlacht- Diusend Prozent Regersteuer Staatspräsident Theopold teon Affschöed In schichte iusen lippsken Lanne wärd plötzlek Ge## maket. On in der genialen Erkenntnis, dat„Männer“ Geschichte teo maken pfleget, ging denn dat Wettrennen der„Männer" läos. De Reichsbahn öwerleog eernstlek, ob sö dössen Kreuzzug der Prominenten konjunkturell intnutzen on den„flöegenden Hamburger" twisken Deppel on Berlüen verkehrn loden soll. Wenn de Reichstag hedde tagen wollen, seo hedde hö sück noh Deppel büqueim mödden, seo wimmel et twisken den räotgellen Pöhlen van M.d.N.s. De gräoden Zeitungen in'n Rüeke rücken ehre Sensationen büschöen achter de Bürichte van'n lippoken Kriegsschauplatz, de franzoiske Presse informiert ehre Leser entsprechend on gar öwer den Ozean noh Amerika es oll de Nohricht van der weltbüwegenden lippsken Landdagswahl drungen. Juse lippsken Biuern sind ganz verdattert, dat up'n mol seo viel Intelligenz on Büredsomköet up sö hisset worte. We kümmt de Glanz in iuse Hüdden? Sö, de sück für gewöhnlek de Böene afläopen mött't, ümme mol seon gräodet Tier teo horn, konnen niu gemällek wehlen, ob sö in'n Nowerdörpe'ne lokale Kaneonen donnern horn wollen. e'er ob sö toften, bet de„dicke Berta“ in'n öegenen Kreoge upfohr. * Heinrich Drake, iuse lippske Staatspräsident, göet in dössen Kampfe unner osse den Komet. Jödet politische Kind in'n ganzen Rüeke weut, dat hö jetzt osse lester up den Schanzen sozialistischen Machtwillens stöet. In Oldenburg, Braunschweig, Anhalt, Thüringen on Mecklenzurg hät man de räoe Thrannis afschüttelt: bleos de weiland deunstölste sozialistische Minister sitt näo bet van' Omt in süenen Sessel. Stört't dat leste Bollwerk mu, seo es köen Häolen meigger, dann es Duitskland wier früg van der räden Drohnenschicht. Hö kämpfe natürlich bet teo leste ümme süen räoet Musterländken. Bleos de vielen Keerls van biuten gingen enne sachte up de Nerven. Wenn enne dener up deunstleken e'er parlamentarischen Wege wat woll, seo sedde hö sück up dat häoge Peerd on beit den„Souverän" heriut. In der Wahlversammlung aöet dat niu wöeniger. Dor mot hö äok mol stille häolen, wenn enne de Kopp wosken wärd. Dor versöcht hö et dann meistens met Humor. * Wenn hö alseo van der„gräoden, frechen Schniuten der Keerls van biuten“ kürt. seo mag hö hür on dor jo nich seo ganz unrecht häben. Hwer de Verglüek hümpelt, seowüet hö sück dorbüe in der Rullen Hermanns, des Büfreiers, gefällt. Afgesöen dorvan, dat hö Heinrich hei on dorümme sück met'n Löwen emblamiern möste, hort hö doch gesinnungsmäßig dener teo pazifistischen Richtung an, ümme met Schwert, Schild on Büffelschurz bühnenecht antre'en teo können. Kok könne man hür anfohrn, dat hö dür süene„Überhiebe“ an den wehrläosen lippsken Wäole, den Schauplatz der Varusschlacht, seo verännert hät. dat hö sück gar nich meigger in'n„Waldesduster" verbergen kann. Sicher drank Hermann geern 'n geon Drüppen. eck leuwe öwer nich, dat hö sück met'ner Tassen Kamellentö teo süenen Römerkampfe stimulier, we Drake dat in Laßbreok unlängst döe. Nei, nei, et wärd schon anster süen, Drake es köen annerer, osse Barus, hö es dejenige. Mann sozialistischer on dorümme ungermanischer Gesinnung, de an'n lengsten den duitsken Minksken unner süener Fuchel hat hät. on de jetzt van den erwachten„Furor teutonikus“ büsüedigt wärd. Süene Reichsbannerlegionen sind uprieben on hö fülmst sitt in'n Sumpe sozialistischer Schuldenwirtschaft. Kümmt Tüed, kümmt Rot! Toi, toi: Bleos den„Rot“ es kumen, wierkumen: de— Präsidialrot! On de wöet jo äok köenen Rot, de es jo gedankenstarr. * Teo Nüjohr hät man seo ollerlöe nedde on upmerksame Bröetken kriegen. Dat es Unsinn. De soll man denen teo Sylvester schicken, dann froigge man sück seo on briuke sück nich örst näo büduseln, ümme den Sprung int nügge Johr teo riskiern. Dor es müen Landrot den Keerl, de wat van'n Lieben verstöet. De wöet, dat et in'n höchsten Grode gefährlek on verführerisch es, wenn öener an Sylvester näon Daler eone büstimmten Verwendungszweck inner Tasken hät. Seo deile hö mü teo Sylvester met, dat eck an'n örsten Olldag in'n nüggen Johr müene örste Anzahlung up müene diusendprozentige Bürgersteuer leisten dröfte. Seo fräoh on seo nöchtern bin eck näo in köen nügget Johr kumen. Denn wenn müene Hoffnungen in Punkto Negersteuer sück niu oll diusendprozentig erfüllen sollen: wer wöet, wat mü näo an Glücke büvür stöet! In'n Eernst: we beuse mot et ümme iuse Finanzen stohn, wenn man de Wirkungen der Negersteuerbüscheide up de Landdagswahl in Käop namm, bleos ümme dormet näomol de Gehälter teohäope teo schrappen. Diusend Prozent Bürgersteuer! met dössen Twiskenreop kann man jöge sozialdemokratische Wahlrede vernichtend erledigen. Dor stoht de Kröese, de böeden jämmerliken Zwillinge der Modder Drake, hät köen Hemd uppen Lüewe, löenen Peng in'n Portemonee. Dat Land, de Modder mot sück für süene Kinner kräftig erhäolen, seggt Drake. Schön. Hwer we es dat: de Kinner witt bü der kräftigen Modder siugen! Scheemt juf, jü gräoden Schlamüels! Jü sind doch selbständig! Seo stoht sö nin dor. de Kröese. Met ehrer bläoden Kehrsüete fitt't so up ehren ganzen Vermögen: den paar Hunnert Kilometern an Wegen! Dorümme: Diusend Prozent Bürgersteuer. Wer'n Kopp hät on süe bö niegenzig Johr äolt, bütahlt. Dat sind de Segnungen sozialistischer Verwaltungsreform. * Dat Johr achter us was den Johr enttäuschter Hoffnungen. Kort vür Wühnachten, noh der gräoden, Riede iuset Winderkanzlers hoffe de Landwertschaft näo mol wier up de seo nohdrücklek versprokene Hülpe. On wat kamm heriut? Den dünnet, mageret Margarinebodderbräot für den Biuern, on— gol'ne Straffrüghöet für den politischen Vaterlandsverräter! Den Verdeunst de Kreone, dösset Motto bedde man öwer dösse böeden Maßnahmen schrüeben sollen. On up dösse Amnestie büröpt sück äok de lippske Staatspräsident Theopold, de in denen gänzlek unpolitischen Büleidigungsprozeß verwickelt was. Dor sitt niu dösse Mann, de hart on unbarmherzig osse Richter süen Juerdeil öwer annere Minsken fällt. Hö hät nich den Meot, niu äok für sück den Richterspruch teo verlangen. Ob hö niu den„Schweinehund“ es e'er nich, dat wärd vür Gericht nich entschieden wern. Bü ollen Schwüenen, de eck uppen Stalle häwwe! Luie on Kinners, löwt den öener, dat sück de lütste lippske Biuer seo'ne Büleidigung gefallen loden wörte?! Dat hö nich van Pontius bet Pilatus läopen wöcte, ümme sück vür Gericht rechtfer'gen teo können? Herr Theopold, met juw reket wü lippsker. Biuern äok vandage af! Dür dat van juw jümmer verteidigte Gerichtskostengesetz hät jü de Biuern teon Wittbieon brocht. Wü denket vandage doran! Ou äok an jubben Parteifrund Roschke, de us iusen äolen klappergen Kutskwagen nich meigger günne. Lippske Biuern, niemt de Forken on messet iut. Et könnt gar nicht meigger seo viel Reosen in'n Lippsken bloiggen, dat de sozialistische Bütrieb nich teon Heben stinket. Rumpelfritken. Liste 3 Deutschnational! e VERKELIRTECHNIK Flaches oder steiles Dach? Mostbuuril Heilrich Edler, Ainden AEEET beutschen D# TIII Einigen überzeugende Ent Denn hinsichtlich doch heute wohl Welches ist die zweckmäßigste, wirtschaftlichte und schönste Dachform für unsere Häuser? Um diese Frage wird Jahren in Fachkreisen heftig Zwei feindliche Lager haben sich unter den Architekten gebildet, die einen erklären sich für das schräge und sichtbare, die anderen für das flache und unsichtbare Dach Mir scheint, daß bei den vielen„objektiven“ Untersuchungen hierüber in der Fachpresse, die meist auf ein Kompromiß hinausliefen beide Dachformen für berechtigt erdie künstlerischen und kulturpolitigen sowie die händlerischen einer Baustoffindustrien vergewirkt und eine klare, allgemein de Entscheidung verhindert haben. ichtlich der Wirtschaftlichkeit, die heute wohl für jeden Bauherrn der heidende Faktor ist, läßt sich bei sach licher Prüfung der völlig klare rechnerische Beweis dafür erbringen, daß nur die eine Partei recht und die andere unrecht hat. Jedenfalls ist es in höchstem Grade be denklich, daß bei der Beurteilung dieser für die Wirtschaftlichkeit des von größter Bedeu und gefühlsmäßige gstellung einnehmen. obl der technisch wichtigste Teil des Hauses. Fehler und Unzweckmäßigkeiten der Dachkonstruktion, die häufig aus ästhetischen Erwägungen heraus begangen werden, bilden eine Quelle ständiger iren, sie können sogar eine allmäl ing des Hauses durch Feuchtigkeitsbewirken. Der ehemalige Franker Stadtbaurat May hat durch umeiche Anwendung einer zweckwidrigen form sowie durch sonstige Bauexperimente, die seinem Haß gegen die„abgestandene" altbewährte Bauweise entsprangen, die Stadt Frankfurt a. M. um gewaltige Summen geschädigt. Aus anderen Städten sind ähnliche Fälle bekannt geworden. Die Form des Daches, ob steil oder flach, hängt von der Art des Baustorfes ab. mit dem das Dach eingedeckt wird. Ziegel und Schiefer verlangen ein schräges, sichtbares Dach, das einen bestimmten Reigungswinkel nicht unterschreiten darf, wenn es nicht undicht werden soll. Für die Eindeckung flacher, unsichtbarer Dächer kommen entweder Metalle in Blechform oder die verschiedenen Asphaltpräparate in Frage. Am verbreitetsten und billigsten ist bei Giutna. Sar Frage, die außertechn punkte die Dach ist tung ist, Gesschfsmen. Das Flachdächern die Eindeckung mit Dachpappe Von den steilen Dächern hat das Ziegeldach den Vorzug größter Billigkeit. Letztere beiden Bedachungsarten werden also zum Vergleich in erster Linie heranzuziehen sein. Der Laie denkt gewöhnlich, daß ein Haus ohne Dach, d. h. mit unsichtbarem Dach, billiger sein müsse als eines mit steilem, sichtbarem Dach. Die Abdichtung des fast ebenen Daches, das mit der obersten Geschoßdecke zusammenfällt, erfordert aber bei unseren klimatischen Verhältnissen sehr große Sorgfalt und demgemäß auch, bezogen auf die Flächeneinheit der Dachhaut, höhere Kosten als das Ziegeldach. Meist wird bei derartigen Dächern eine künstliche Wärme. isolierung mit kostspieligen Dämmstoffen aus Kork, Torf und dergleichen bewirkt werden müssen, während beim steilen Dach der Bodenraum die Isolierung besser und vollkommener herbeiführt. Infolgedessen werden die Kosten des Dachstuhls beim steilen Dach zum großen Teil durch höhere Dichtungs= und Isolierkosten beim flachen Dach ausgeglichen. Beim steilen Dach ergibt sich außerdem von selbst ein Bodenraum, der zum Wäschetrocknen und Abstellen in den meisten Fällen unerläßlich ist und sich auch für Wohnräume noch ausnutzen läßt. Soll ein Bodenraum beim flachen Dach geschaffen werden, so müssen die Außenmauern entsprechend höher heraufgeführt werden, wodurch sich die Gesamtausführung gegenüber dem Ziegeldach erheblich verteuert. Was die Dauerhaftigkeit betrifft, so kann kaum ein Zweifel an der Ueberlegenheit des Ziegeldaches bestehen. Auch das beste Pappdach wird nach 20—25 Jahren erneuert werden müssen, während die Lebensdauer eines Ziegeldaches sich über Jahrhunderte erstreckt, wie unsere alten deutschen Städte zur Genüge beweisen Dementsprechend sind auch die laufenden Unterhaltungskosten beim Pappdach bedeutend höher. Denkt man sich den Mehrbetrag an Unterhaltungskosten kapitalisiert und schlägt man diese Summe den Baukosten hinzu, so stellt sich in jedem Falle das Pappbedeutend teurer als das Ziegeldach. Allerdings läßt sich auch ein flaches Dach ebenso dauerhaft. vielleicht sogar noch dauerhafter herstellen als ein Ziegeldach. Dann wird aber die Ausführung dermaßen kostspielig, daß sie nur noch als Luxus angesprochen werden kann und sich damit in eutiger Zeit von selbst verbietet. Ueber die künstlerische Wirkung der verschiedenen Dachformen kann man natürlich streiten. Daß die schräge Dachform gut in die deutsche Landschaft paßt und durch die mehr als tausendjährige Anwendung geradezu mit der deutschen Baukultur verwachsen ist, wird kaum jemand leugnen können. Andererseits erscheint den Modernisten das schräge Dach unerträglich, wei! es die modische„schnittige" Linie zerstört. Bei aller Würdigung ernster künstlerischer Auffassungen ist aber zu guter Letzt immer noch ein wichtiger volkswirtschaftlicher Punkt zu bedenken: die Asphaltpräparate werden größtenteils mit ausländischen Roh stoffen hergestellt, während der Dachziegel und die Schieferplatte ureigenste Erzeugnisse deutschen Bodens sind. Vom Standpunkt der Nationalwirtschaft ist es jedenfalls nicht zu verantworten, daß einer Modelaune zuliebe Teile des Volksvermögens für entbehrliche Rohstoffe ins Ausland wandern. Auch Amerika hat seinen Schnelltriebwagen. Auf der Michigan=Central,Eisenbahn in den Vereinigten Staaten werden Versuchsfahrten mit einem„Autotram“ durchgeführt, der dem Schnelltriebwagen der Deutschen Reichsbahn entspricht. Der in Stromlinienform gebaute Wagen ist aus Aluminium hergestellt; das Wageninnere bietet Platz für 42 Personen. Die bisher erreichte höchste Fahrtgeschwindigkeit beträgt etwa 115 Kilometer in der Stunde, also erheblich weniger als die des deutschen Schnelltriebwagens. Flüge ohne Erdsicht Werrossererg, DUc SböSfSUCRITGI- FDLIDIEG Die Deutsche Lufthansa unterrichtete die Presse über das Problem des Fliegens ohne äußere Sicht und des Startens und Landens auf vernebelten Flughäsen. Direktor Milch childerte die Lehrgänge, in denen Flugzeugührer, Funker und Flugleiter in jedem Win. er in diesen Flügen geschult werden. In den letzten Jahren sind die beiden wichtigsten Voraussetzungen geschaffen worden: geeignete Instrumente und ausreichende Boden=Funkund Peilstellen. Als Abschlußprüfung und höhepunkt in jedem Lehrgang werden von: Flugzeugführer ein Dreiecks=Blindlug. bei dem er— ohne selbst etwas zu ehen, nur auf seine Instrumente angewiesen — die Kurse und Zeiten selbständig errechnen muß, sowie eine Nebellandung nach dem ogenannten zz=Verfahren gefordert. Das Flugzeug. das vom Flugplatz aus durch Funk„ferngelenkt“ wird, muß, wenn von der Erdstation das Zeichen zz gegeben wird, durch die Wolken stoßen und landen. Nach diesem zz=Verfahren wird es an den Flughafen herangepeilt. Der Flugleiter lenkt von der Erde aus nach einer bestimmten Methode und auf einer festgelegten„Grundlinie" das Flugzeug in den Hafen. Hierbei darf es nicht aus einem bestimmten Winkel herauskommen, sonst muß es den Anflug wiederbolen. Aus mehrsachen Gründen haben sich alle luftverkehrtreibenden Staaten entschlossen, nicht die Eigenpeilung vom Flugzeug selbst aus, sondern die Fremdpeilung anzu wenden. Bei dieser sendet die Flugzeugfunkstation, und die Lage des Flugzeuges wird durch Peilungen voln Boden aus ermittelt. Das deutsche Peilnetz wurde von 1929 bis 1931 ausgebaut und umfaßt heute 16 über das ganze Reich verteilte Funk= und Peilstellen. Auch eine gute internationale Zu sammenarbeit ist auf diesem Gebiete erreicht worden. Bei Fehlen des Peildienstes wäre die Durchführung von Flügen ohne Erdsicht un möglich. In dem nunmehr durch zwei Jahre erprobten zz=Verfahren ist ein Mittel gefunden worden, um auch bei schlechtesten Sichtverhältnissen Flugzeuge ohne jegliche Gefahr auf den Flughäfen zu landen. Speisewagen 3. Klasse in Oesterreich. Die österreichischen Bundesbahnen haben Speisewagen 3. Klasse in den Dienst gestellt, die besonders bei Touristenzügen Verwendung finden. Bei einem Aufenthalt von mehr als einer Stunde wird von den Gästen ein Zuschlag von 20 Groschen erhoben. Raucher oder Richtraucher? Neuordnung in allen Fernzügen. Für die Verteilung der Raucher= und Nichtraucherabteile in den Reisezügen der Reichsbahn bestand bisher die Regelung, daß je die Hälfte der Wagen für Raucher und Richtraucher bestimmt und daß bei unrader Wagenzahl der überschießende, agen für Raucher eingerichtet wurde: Durch diese Einteilung fühlten sich die nichtrauchenden Reisenden benachteiligt, zumal dann, wenn bei kurzen Zügen mit ungrader Wagenzahl die Zahl der Nichtraucherabteile erheblich geringer war als die für Raucher. Unter Berücksichtigung dieses Mißverhältnisses wurde im Frühjahr 1932 versuchsweise angeordnet, daß bei kurzen D=Zügen von drei Wagen der überschießende Wagen je zur Hälfte für Raucher und Nichtraucher bestimmt werden sollte. Diese Maßnahme hat sich auch bewährt, und die Reichsbahn hat sich daher entschlossen, sie auf sämtliche Züge ohne Rücksicht auf ihre Stärke auszudehnen. ur gleichmäßigen Zufriedenstellung der her und Nichtraucher und im Interesse der Ordnung der Züge wird daher vom 1. Januar 1933 ab wie folgt verfahren: Im Stammpark der Reisezüge wird je die Hälfte der Wagen oder Abteilungen— diese ohne Einrechnung der Frauenabteile— für Raucher und Nichtraucher vorgesehen und beschildert, wobei möglichst ganze Wagen für Naucher und Nichtraucher bestimmt werden. Bei ungrader Wagenzahl wird der überschießende Wagen je zur Hälfte für Raucher und Nichtraucher und bei ungrader Zahl der Einzelabteile innerhalb der beiden Abteilungen die größere Abteilung für Raucher und die kleinere für Nichtraucher eingerichtet, weil auch nach neueren Feststellungen entgegen den Behauptungen aus Nichtraucherkreisen die Nachfrage nach Raucherabteilen größer ist als nach Richtraucherabteilen. In Kurswagen und einzelnen Wagen mit Abteilen verschiedener Wagenklassen wird die Einteilung für Raucher und Nichtraucher nach in sich geschlossenen Abteilungen oder Einzelabteilungen vorgenommen, wobei überschießende Abteilungen oder überschießende Einzelabteile für Naucher bestimmt werden. 130447 Kraftfahrzeuge Autoverkehr an Deutschlands Grenzen. Im Rahmen der umfassenden Kraftverkehrsstatistik zählt das Statistische Reichsamt auch die im Auslande beheimateten Kraftfahrzeuge, die zu vorübergehendem Aufenthalt nach Deutschland kommen. Nach den jetzt vorliegenden Ergebnissen hat sich dieser Auslands=Autotourismus in Deutschland im letzten Berichtsjahr, das die Zeit vom 1. Juli 1931 bis 30. Juni 1932 umfaßt, mit 130 447 über die Grenze gekommenen Kraftfahrzeugen auf der gleichen Höhe wie im Jahre 1930•31 gehalten. Unter den Herkunftsländern stand Holland mit 36 527 Kraftfahrzeugen an der Spitze: gegenüber dem Vorjahre ist der Verkehr aus Holland um mehr als 20 vH. gestiegen Hinter Holland folgen die Schweiz mit 22914(im Vorjahre 22.820) Kraftfahrzeugen, die Tschechoslowakei mit 15628 (17 247), Oesterreich mit 13942(13.680). Frankreich mit 10776(13279), Dänemark mit 6444(6386) und Belgien mit 5655 (5810), Kraftfahrzeugen. Der weitaus größte Teil der zu vorübergehendem Aufenthalt nach Deutschland kommenden Kraftfahrzeuge sind Personenautomobile. Aus deren großem Anteil— die Personenautos sind an der Gesamtzahl mit 85 vH. beteiligt— geht hervor, daß diese interessante Statistik in erster Linie den internationalen Autotourismus in Deutschland widerspiegelt. „Straßensucher in Stuttgart Um den Fremden das Auffinden betimmter Straßen zu erleichtern, wurde in Stuttgart an verkehrsreicher Stelle ein neuartiger„Straßensucher" aufgestellt. Der Straßensucher besteht aus einem kreisrunden Stadtplan Groß=Stuttgarts mit ortlaufenden Ziffern am Rande, auf die ein im Mittelpunkte des Planes angebrachfeil, einem Uhrzeiger gleich, eingestellt werden kann. Auch dieser Pfeil trägt eine Ziffernskala. Auf einem neben dem Plan angebrachten Straßenverzeichnis findet man bei jeder Straße zwei Ziffern, die den Zahlen am Kreisrande und auf dem Pfeil entsprechen. Man braucht den Pfeil alse nur so zu drehen, daß seine Spitze auf die m Straßenverzeichnis angegebene Kreisnummer zeigt, dann findet man an der ebenfalls dort angegebenen Zeigernummer die gesuchte Straße