— 1 kippische Tages-Zeitung General-Hnzeiger für das Fürstentum kippe : i n D e t m o l d u d u r c h d i e V e r t r e t u n g e n: 5 0 P f g. f ü r 1 1,50 Mk und 42 Pfg. Bestellgeld, für 2 Monate 1 Mk. u. 28 Pfg. Bestellg., für 1 Monat 50 Pfg. u. 14 Vfg. Bestellgeld. Anzeigen: aus Lippe 12 Pfg, die Petitzeile, amtlig, u. Familienanzeigen mer=, 6) Winterfahrplan. 4 Pfg. Bestellgero.— 15 Pfg., auswärtige 18 Pfg., Reklamezeile 60 Pf. Beilagen(umsonst) 2) Lipp Ziegelei=Anzeiger, 8) Landwirtsch. Ratgeber, 4) Wandkalender, 5) SommerRotationsdruck u. Verlag: Vertretungen in: Salzuflen, fast allen Ortschaften der Hohenhausen, Barenholz, Sternberg über 100 Vertretungen. J 297. Verantwortlicher R dakteur: Willy Bruder, Detmold. Detmold, Freitag, den is. Dezember 1903. Ang Für den Inseratenteil: gust Bobera, Detmold. 13. Jahrgang. Weihnachtsgebäck. Von Ludwig Epstein. (Nachdruck verboten.) * Ein besonders anheimelnder Brauch, der von alters her mit dem Weihnachsfeste unzertrennlich verbunden ist, besteht in der Herstellung eigentümlich gestalteter Backwaren. Schon die germanischen Priesterinnen formten aus gesüßtem Teig Kuchen, die die Gestalt der Götter oder der diesen geheiligten Tiere hatten, bucken diese in den Tempeln und verteilten sie an Festtagen unter das Volk. Derartig geformte Ruchen werden noch heutzutage von Bäckern und Hausfrauen zu allen Zeiten des Jahres gebacken, am häufigsten jedoch zu Weihnachten, wenn es auch in den meisten Fällen an dem nötigen Verständnis für die dem Heidentum entlehnte Form dieser Backwaren mangelt. In den nordischen Ländern, in denen das Weihnachtsfest vieljach noch den alten Namen„Julfest“ führt, fehlt an diesem Feste in keinem Hause das„Julbrot“, auch„Juleber" oder „Julbock“, genannt und so schon durch seinen Namen an den Sonnengott Fro oder Freyr, der auf einem goldborstigen Eber Gullinbursti, durch die Lüfte sauste, erinnernd. Dieses Weihnachtsgebäck ist ein aus bestem Mehl gebackenes Brot, das mittels einer abgedrückten Holzform mit einem Eber oder mit einen gehörntem Widder geschmückt ist. Dieses Brot bedeckt in manchen Gegenden während der ganzen Festzeit, in der im reichsten Maße Gastfreundschaft geübt wird, mit anderen Soeisen den Tisch, und jeder Besucher muß irgend etwas genießen, sonst nimmt er nach dem Volksglauben die Julfreude mit hinweg. Was vom Juleber übrig bleibt, hebt man bis zun. Frühjahr auf, um es Pferden, Schweinen und Kühen, ja selbst den aufs Feld ziehenden Knechten zu verabreichen: denn dieser gesegnete Juleber wird, wenn Menschen und Tiere beim Beginne der Feldarbeit davon genießen, zu einer reichen Ernte verhelfen. Während der Juleber ganz deutlich an das heilige„Jul tier“ der alten Germanen erinnert, weist der in England üb liche Weihnachtskuchen,„Dule=cake",„Youle=dough“ oder „Christmas=leatch“ genannt, durch seine einem Wickelkindchen ähnliche Form schon auf die mit dem Weihnachtsseste verknüpfte christliche Anschauung von der Geburt des Heilandes hin. Bei uns in Deutschland nannte man früher die zum Weih nachtsfest gebackenen Kuchen vielfach„Heidenwecken", welche Bezeichnung heute noch in verschiedenen Gegenden üblich ist. Das Konzil zu Leptina(1. März 743), das ein Verzeichnis der damals bei den neubekehrten Deutschen noch üblichen altheidnischen Bräuche aufstellte, verbot den damaligen Christen, die aus Mehlteig verfertigten Götzenbilder(de simulacro de con persa farina) zu kaufen oder zu essen, freilich ohne besonderen Erfolg; denn noch heute werden diese Heidenwecken gebacken, wenn ihre Bezeichnung auch meistens eine andere geworden ist. : Diese Wecken bestehen, wie Kolbe in seinem Werke „Hessische Volkssitten und Gebräuche" schreibt,„aus zwei geflochtenen Teigstreifen, die nichts anderes als einen Haarzopf darstellen sollen. Ihre Form ist sehr alt Auf einem kleinen Medaillonbilde der hl. Elisabeth an der Flügeltür des Altars dieser Heiligen in ihrer Kirche(zu Marburg) hält sie einen solchen Wecken in ihrer Hand, ganz in derselben Form, wie er noch heute üblich ist. In Süddeutschland werden dagegen diese Wecken etwas einfacher gebacken, indem sie dort die Gestalt einer nur nach einer Seite spitz zulausenden Haarflechte haben, während die Marburger nach zwei Seiten hin zugespitzt sind. Dieses Backwerk verdankt seinen Ursprung entschieden heidnischen Vorstellungen u. wurde ehedem zu heidnischen Kultus zwecken gebraucht.“ Vielleicht weisen diese Wecken aus die Ge mahlin Wodans, die auch Frau Holle genannt wurde, hin; denn nach altheidnischer Anschauung soll diese Göttin, wenn sie zurzeit der hl. zwölf Nächte auf die Erde kam, sich vergewissert haben, ob die Frauen und Jungfrauen ihre Zöpfe ordentlich geflochten hatten,„widrigenfalls sie ihnen einen„Hollenzopf“ zauste.“ Weit verbreitet sind die Weihnachts= oder Christstollen.“ Namentlich in Thüringen und Sachsen sind sie ein wesentliches Artribut des Weihnachtsfestes; aber auch anderwärts sind sie schon lange bekannt. So lesen wir z. B. in Vulpius„Kuriosi täten“ eine aus dem Jahre 1329 stammende Verordnung des Bischofs von Bamberg, durch die bestimmt wurde, daß die Bäckerinnung als Entgelt für ein ihr erteiltes Privilegium in der Virgilie der Geburt Christi u. a zwei lange, aus einem halben Scheffel Weizenmehl gebackene Kuchen,„Stollen“ geAlbumblätter. Gutes Gewissen ist täglich Wohlleben. Sprichwort. Bauernblut. Die bevorstehende Privatbeamtenversicherung. I. Krankenkassen. Am 1. Oezember 1905 wurden gerählt: Anzahl der Krankenkassen Anzahl der Mitglieder der Ortskrankenkassen 67390 an 7776 der Betriebskrankenkassen m 2 83S 723 a 833s-Gemeindekrankenkassen m1 526 993 1364- eingeschr Hulfskassen m 858 428 Sämtliche Krankenkassen hatten:—„„ 4 451 443 mit Erwerbsunfähigkeit verbundene Krankenfälle, che sich auf 082 296 Tage verteilen. Die Gesamteinnahmen betrugen 266 912 673 M Die ordentlichen Ausgaben betrugen Von den Ausgaben entfallen 76 167 32 M auf Verwaltungskosten 83S 378 Mk Krie iüt auf 53 113 137 Nk Arzthonorar Krankenkosten, letxtere setren sich zusammen aus— 31636 237 Mk Nür Arznei u. Heilmittel 0e 816 975 Mk für Krankengelder Ab S76 683 DR fr Wöchnernnenurtterstützung B6350639AE Sterbegelder umm 30S8St0t A für kran. kenhausbehandlung undB 164601 fk für Rekonvaleszentenpflege. T Invalidenversicherung.„ Ausgaben und Einnahmen der Versicherungsanstalten und zugelassenen Krankenkat: sen im Jahre 1905. 125 826 300 Mk Se 000 Die Anzahl der geleisteten Beiträge beträgt in den S Lohnklassen zusammeh Gesamtausgaben Gesamteinnahmen 689 681000 Juck Von den Ausgaben entfallen au: Renten n 89 SSS 600 MR, Beitragserstattungen B6171300 Mk. Heilverfahren iS 12 158 800 Mk. Invalidenpflege 1319 700 Mk. Außlerordentliche Leistungen 635 900 Mk. Allgemeine Verwaltung B6629800 Hfk, Bestragserhebung und Kontrolte B 3 856 400 AR. Sonstiges 12471000 Mk I. Zur Frage der Privatbeamtenversicherung. von hatten 150085 männlichen Privatangestellten 72 030 insgesamt 188 686 Kinder unter 18 Jahren. Es waren in der Zeit von 1899— rcos 16229 männliche Personen die 2 Amal. und 1990 weibliche Personen die 0 1523 mal stellungslos waren. Von den befhagten Priratangestellten hatten ein Einkommen von: unter 1000 MR E 6777 männliche Personen u. A 1860 weibliche Perconen kuchens Mehl und Honig. Als man jedoch die Gewürzinseln entdeckt hatte und nun Pfeffer, Zimmt, Gewürznelken, Muskatnüsse, Ingwer usw. in den Handel brachte, mischte man dem Honigkuchenteig auch geringe Mengen dieser Gewürze bei und nannte, da man im Mittelalter und auc noch in viel späterer Zeit alle Gewürze mit dem gemeinsamen Namen Pfeffer bezeichnete, den Honigkuchen auch Psefserkuchen. Im Mittelalter war Nürnberg der Sitz einer blühenden Lobküchnerei, und der Nürnberger Lebkuchen hat seinen guten Ruf bis heute bewahrt, doch wird der Lebkuchen auch in vielen anderen Städten in vorzüglicher Qualität hergestellt. Am bekanntesten sind die Baseler Leckerli, die Thorner Quartre chaines, im Volksmunde Katharinchen genannt, die Braunschweiger und Offenbacher Pfeffernüsse, die schlesischen Bomben usw. In bezug auf Geschmack und Aussehen sind mit dem Pfesserkuchen die am Niederrhein üblichen„Printen“ nahe verwandt. Ihr Name stimmt mit dem englischen Ausdruck„Print“ überein, der nicht nur Druck und Abdruck, sondern auch Eindruck und Form bedeutet. Die Form dieses, aus einer festen Masse bestehenden Gebäcks ist sehr verschieden. Die Aachener srinten sind längliche Scheiben, die Kölner dagegen meist Nachbildungen des heilg. Rikolaus, des kinderfreundlichen Bischofs von Mira. Im Mittelalter kam von Venedig aus ein Zuckergebäck in den Handel, das heute noch bei uns, namentlich in Norddeutschland, eine beliebte Weihnachtsleckerei bildet: der„Marzipan“, Marci panis, Markusbrot, wie man das Gebäck zu Ehren des Schutzheiligen Venedigs nannte. Die Venetier sollen den Marzipan aber nicht erfunden, sondern darin nur orientalisches Zuckerwerk nachgeahmt haben. Von deutschen Städten gebührt Königsberg der Ruhm, den Marzipan in ganz vorzüglicher Qualität herzustellen. Am Rhein, namentlich in Köln, wird außer den Printen auch noch ein anderes Weihnachtsgebäck gebacken, nämlich „Spekulatius“, ein mürbes, süßes Gebäck, den Kakes ähnlich, das neben dem Marzipan vielfach an dem Weihnachtsbaum prangt. Viele Figuren, die uns sowohl bei dem Marzipan als auch bei dem Spekulatius entgegentreten, erinnern an den altgermanischen Göttervater Wodan und das ihm zu Ehren geeierte Opferfest. Auf Wodan und seine Ausrüstung weisen Pferd, Hammer, Vogel(Kuckuck), Reiter und Trompeter hin, während die Gans an Freia gemahnt. Auf die alten Opfer peisen deuten Schwein(Juleber) und Fische hin. Räder, Sterne und Brezeln sind das Sinnbild der Sonne. Christlichen Ursprungs sind aber wahrscheinlich die Wickelkinder und die Musikinstrumente, da erstere auf das Jesuskind, letztere auf die musizierenden Engel hindeuten. Ebenso schließen sich Lilien, Rosen und Engel den altüberlieferten christlichen Figuren an. So vereinigen sich auch in unserem Weihnachtsgebäcke altheidnische und christliche Anschauungen und umgeben das Fest aller Feste mit einem poetischen Glanze, dessen Zauber sich niemand zu entziehen vermag Das Derchschnittseinkommen betrug bei den männlichen Angestellten 8 2064.8 Mk welblichenB 1135.8* nannt, dem Bischof oder seinem Nachfolger in der Hofstadt zu entrichten habe. Ein dem sächsisch=thüringischen Weihnachtsstollen ähnliches Backwerk sind die„Striezel“, ein schon in einem aus dem 16 Jahrhundert stammenden Predigtbuche des Kanzelredners Strigenicius erwähntes Gebäck, dessen Name von dem böhmischen Worte„Stedrovnice“(Christabendkuchen) herstammen soll. In einigen norddeutschen Gegenden gibt man dem Weih nachtskuchen auch die Gestalt eines Rades oder einer Scheibe. Das ist ein Symbol der Sonne, deren Wende ja um die Mittwinterszeit geseiert wurde. In der Mark begegnen wir den „Pereken“, Kuchen, die vorwiegend Pferdegestalt haben; in Süddeutschland, namentlich in Schwaben, kennt man die „Springerle“, ein Backwerk, auf das Menschen= und Tier figuren gepreßt werden. Auch sind in Süddeutschland noch die „Früchte=, Klözen= od. Huzelbrote“ siblich. Huzeln oder Klözen sind die gedörrten Birnschnitzen, die früher den Hauptbestandteil des Gebäcks bildeten. Heute werden dazu noch Rosinen Feigen, Mandeln, Datteln, Pfirsiche, Aprikosen und andere Früchte verwendet. Den ersten Platz unter den Weihnachtsgebäcken nimmt der „Honig oder Lebkuchen“ ein. Dieser war bei allen indoger manischen Völkern eine Opserspeise, die man den Göttern dar reichte, u. mit der man glaubte, Geister besänftigen zu können Auf gottesdienstliche Zwecke dieses Gebäcks weist auch der Name „Lebkuchen“ hin; er stammt von dem Worte„libum“, womit man im mittelalterlichen Latein ein Gebäck bezeichnete, das von den Priestern nach kirchlichen Festen unter das Volk ver teilt wurde. Die christlichen Geistlichen haben in diesem Falle zweifelsohne einen heidnischen Brauch beibehalten, um das religiöse Empfinden der Bekehrten zu schonen. Ursprünglich waren die Hauptbestandteile des Honig Vermischte für die Bahnhosobuchhandel und Sonntagsruhe. In der ob die Bestimmungen über die Sonntagsruhe auch Bahnhofobuchhändler Geltung haben, ist in Leipzig eine prinzipielle Entscheidung gefällt worden. Ein dortiger Bahnhofsbuchhändler war zur Anzeige gebracht worden, weil er seinen Verkaufsstand an einem Sonntage während des Gottesdienstes offen gehalten hatte. Auf die gegen ihn erstattete Anzeige wegen Uebertretung der Bestimmungen über die Sonntagsruhe verurteilte ihn das Schöffengericht zu Leipzig zu einer Geldstrafe von 20 Mark. Hiergegen legte der Verurteilte Berufung ein. Das Landgericht Leipzig als Berufungskammer hob das Urteil der Vorinstanz auf und erkannte auf Freisprechung unter Uebernahme der Kosten auf die Staatskasse. In der Begründung des Urteils der Berufungsinstanz wurde ausgeführt, daß der Verkauf von Reiselektüre einem Bedürfnis des reisenden Publikums entspreche wie der Verkauf von Speisen und Getränken. Der Verkauf an Sonntagen liege deshalb im Interesse der Reisenden und gleichzeitig auch in dem Interesse des Bahnbetriebes. Wie der Bahnbetrieb überhaupt nicht unter das Gesetz über die Sonntagsruhe falle, so könne auch die Abgabe von Reiselektüre davon nicht betroffen werden Mit diesem Urteil hat das Gericht ausgesprochen, daß der Verkauf von Zeitungen und anderer Lektüre eine Notwendigkeit sei, deren Befriedigung das reisende Publikum verlangen # könne. Roman von Paul Bliß. (Nachdruck verboten.) Da bat einer der neu zugekommenen Herren, der auch schon beträchtlich verloren hatte, daß er die Bank bekäme. Selbstverständlich gab sie Hans ab. , U n d v o n n u n a n v e r l i e ß i h n d a s G l ü c k. Von einer Runde zur andern verlor er, mehr und immer mehr— Eine wahnsinnige Angst packte ihn— er verdoppelte, ver dreifachte, verzehnfachte seine Einsätze— und immer verlor er. Er war außer sich. Schon schmolz das Häuschen vor ihm bedenklich zusammen— schon sah er entsetzten Auges die Möglichkeit, daß er alles wieder verlieren könnte— ein fürchterliches Grauen packte ihn.— Nein! Rein! Nur das nicht! Draußen dämmerte schon grau der Morgen. Endlich raffte Hans sich auf. Alles oder nichts! Mit zitternden Findern schob er eine Handvoll Banknoten, ein kleines Vermögen, hin. Atemlose Spannung ringsum. Die Karte fiel Hans gewann. . Er atmete wieder auf. Das Glück kam noch einmal zu ihm, nun hieß es den Augenblick nützen. Sofort verdoppelte er den Einsatz. Und wieder gewann er. Noch einmal verdoppelte er.*v Nun verlor er. Wieder eine Handvoll Banknoten, und wieder verloren, noch einmal so, und noch einmal verloren— nun das letzte Häuschen, die letzte, allerletzte Hoffnung——— verloren! Entsetzt, bleich, todmatt sank Hans zurück in die Lehne Stuhls——— was nun?„ Ach! Er besann sich— seine Wertsachen. Mit zitternden Händen legte er seine wertvolle Uhr und Kette, Brillantringe und Busennadel auf den Tisch.= ster:„He Felsing, sind Sie er mit anständigen Leuten! Aber stecken Sie den Zimt Da aber rief der kleine## des Deubels? Sie spielend Wievi.! soll ich Ihnen pumzen da wieder ein.“ Bleich und wortlos zog Hans die Wertsachen zurück. „Na, also wieviel?“ fragte der Rittmeister noch einmal, „genügen 1000 Emmchen?“ Einen Augenblick besann sich Hans. Sollte er es noch einmal wagen? Da aber siegte sein Ehrgefühl— nein, keine neuen Schulden!— „Besten Dank,“ entgegneke er mit der letzten Beherrschung, die ihm geblieben war,„aber ich möchte heute lieber aufhören. Der Rittmeister nickte:„Ja, ich denke auch, wir machen für heute Schluß, was?“ Alle waren einverstanden.— Nach fünf Minuten trennte man sich. „Na, Felsing. Sie gondeln wohl mit dem Frühzug nach Hause, wie?“ nickte ihm jemand zu. Hans nickte lächelnd und verabschiedete sich Ruhig, mechanisch ging er zur Bahn. Er sah und hörte nichts, was um ihn her geschah. Erst als eine Schwadron Hu saren mit Musik sich näherte, erwachte er aus seinem Brüten, und nun eilte er ins Bahnhossgebäude, um d. prüsenden Blik ken des Leutnants, der die Schwadron führte, zu entgehen. Im Restaurant stürzte er eine Tasse Kaffee hinunter, dann bestieg er den Zug. Und nun die Fahrt———— halbtot vor Erschlaffung lag er im Polster, ein Schauer nach dem andern durchrüttelte ihn, und in bebender Angst jagte seine erregte Phantasie ihm die tollsten Gedanken durchs Hirn. Was nun? Was nun? Zuerst dachte er an Selbstmord, aber nur einen Augenblick lang, dann fiel ihm ein, welch ungeheuren Schmerz er der ge liebten Mutter dadurch bereiten würde, und was für einen Skandal es in der Gesellschaft gäbe— nein, nein, das nicht! Lieber alles beichten! Wie aber diese Summe herbeischaffen? Wie— um Gottes willen, wie? Darauf wußte er keine Antwort. Endlich preßte er sein Gesicht ins Polster und begann bit terlich zu weinen.————„„„ n 9 Uhr war er daheim.4—4——„ nn, der Diener, war der erste, der ihm begegnete. „Ist meine Mutter schon auf?“ fragte er eilig. Johann antwortete leise:„Die gnädige Frau ist seit gestern morgen sehr krank.“ Ohne weiteres stürzte Hans ins Schlafzimmer seiner Mutter, eilte an ihr Bett und sank schluchzend nieder an dem Lager der Mutter. „Hans!“, rief sie glückselig,„mein Jung', mein lieber Jung“!“ Und sie umsaßte ihn und drückte ihn voll heißer Liebe an sich.„Also ist dir nichts geschehen! Du lebst, ich habe dich wieder! O Gott, wie danke ich dir dafür!“ Und immer wieder aufs neue umsaßte und küßte sie ihn. „Du bist krank, Mutterchen?“ stammelte er. „Nein, mein Hans, jetzt nicht mehr! Nun ich dich wieder habe, nun nicht mehr: nun bin ich gesund, ganz gesund! Und nun laß uns gleich sprechen— klar und deutlich, Hans— denn ich muß jetzt wissen, um was es sich handelt! Und wenn du mich lieb hast, mein Sohn, dann wirst du nun deiner Mutter alles sagen— alles, rückhaltlos.“ „Ja, Mutterchen, das will ich!“ antwortete er fest. Angstvoll sah sie ihn an— sein Blick erschreckte sie. „Geh voran ins Eßzimmer, ich bin auch gleich da,“ bat sie ihn.— Stumm ging er hinaus. Als er im Eßzimmer den kleinen Abreißkalender erblickte, ersaßte ihn von neuem das Grauen— morgen war der Wechsel fällig. Schon nach wenigen Minuten kam sie nach „So, nun sprich; aber bitte, sag mir auch alles, Hans!“ Gefaßt setzte sie sich zu ihm. Und nun beichtete er alles, rückhaltlos alles— nannte sich einen erbärmlichen Menschen, und gelobte bei allem, was ihm heilig war, daß er nun ein anderer Mensch werden wolle. Gesaßt hörte sie ihn an. Und als er zu Ende war, sagte sie:„Also, Hans, auf dein Ehrenwort hin glaube ich dir, daß es dir jetzt mit deinem Gelöbnis Ernst ist.“ „Ich schwöre es dir, Mutter.“ Sie nickte:„And nun laß uns reden und darüber nach denken, wie wir Rat schaffen, ohne daß der Wechsel im Geschäft präsentiert wird.“ „Ich weiß keinen Rat, Mutter,“ sagte er kleinlaut. „Aber ich weiß einen— Bruno wird uns helfen!“ rief sie plöplich. Verzweifelt verneinte er:„Amsonst. Er hat mich schon ab gewiesen.“ „Mich wird er nicht abweisen, mich nicht!“ „Ich fürchte doch, Mutter!" „Nein, Ich fürchte nichts. Sogleich werde ich zu iom hinausfahren. Bitte, laß doch gleich asspannen.“ „Soll ich dich bgleiten, Mutter?“ „Nein, ich will allein mit ihm sprechen.“ Zehn Minuten später fuhr sie nach Ruhhof. Alle Angst, alle Nervosität war von ihr gewichen; nun sie ihren Liebling wieder hatte, nun sie klar sah, wo es fehlte, wo Hilfe geschafft werden mußte, nun war sie auch beruhigt, denn nun war je nichts mehr zu befürchten. Als Bruno sie kommen sah, ahnte er sogleich, was sie jetzt schon wieder zu ihm führte. Mit freundlichem, aber zurückhaltendem Gruß bewillkommnete er sie.— „Ich weiß, daß Hans schon bei dir war, und daß du ihn abgewiesen hast,“ begann sie, als sie in seinem Zimmer waren, „nun aber komme ich allein in der gleichen Angelegenheit und ich hoffe, Bruno, daß du mich nicht abweisen wirst.“ „Es tut mir leid, Mutter.“ „Hör mich erst an! Die Forderung deines Bruders war unbedacht; ich aber komme und bringe dir eine Sicherheit. Wir wollen das Geld von bir nur leihen, wollen es dir verzinsen. bis wir es dir zurückzahlen können, und zur Sicherheit dafür verpfände ich dir hier meine Lebensversicherung— bitte überzeuge dich— es sind alle Jahre pünktlich bezahlt worden— sollte ich sterben, bekommst du 75000 Mark ausbezahlt; schenkt mir der Himmel aber noch fünf Jahre, so würden mir schon bei Lebzeiten 50000 Mark ausbezahlt werden— hier, bitte, sieh das durch; du wirst finden, daß ich die Wahrheit gesagt habe. Und ich hoffe, daß du gegen solche Sicherheit das Geld hergeben wirst; natürlich könnte ich das Geschäft ja auch mit jedem fremden Menschen machen, aber das geht nicht, da das unserem geschäftlichen Renommee schaden könnte, das siehst du wohl ein, nicht wahr? (Fortsetzung folgt.) Kleiderstoff=Reste und abgepaßet Kleider Wolle, Halbiolle und Baumwolle— größte Auswahl— ganz besonders wohlfeil— daher zu schönen vorzüglich geeignet, bei Barzahlung mit 10 Prozent Rabatt empfiehlt, ohne Kaufzwang W. 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Dig. angeigen ienfreund interfahrplan. Ne 297. Verantwortlicher Redakteur: Willy Bruder, Detmold. Detmold, Freitag, den is. Dezember 19os. Für den Inseratenteil: August Boberg, Detmold. 13. Jahrgang. Die. Eröffnung des türkischen Parlaments. Konstantinopel, 17. Dez. 1008. Die Erössnung des ottomanischen Parlaments verlief ohne Zwischenfall. Eine tausendköpfige Menge füllte alle Zufahrtsstraßen. Um 12 Uhr versammelten sich die Abgeordneten im Sitzungssaale. Das diplomatische Korps hatte sich in der englischen Botschaft versammelt und fuhr in corpore vor, den Botschafter Freiherrn von Marschall als Doyen an der Spitze. Kurz nach 1 Uhr erschien der Sultan, geleitet von mehreren kaiserlichen Prinzen u. von der Versammlung stehend in lautloser Stille empfangen. Der erste Sekretär des Sultans verlus die Toronrede, die ihm der Großwesir überreichte. Die Thronrede erklärt, daß die bei der Theoubesteigung des Sultans eingesetzte Versassung seinerzeit suspendiert und die Deputiertenkammer provisorisch geschlossen worden sei, bis die Bevölkerung den Grad des Fortschrittes erreicht hätte, den man von der Förderung des öffentlichen Unterrichts erhoffte. Dieses Ziel sei nun durch Schaffung von Schulen in allen Teilen des Reiches erreicht worden, die kulturelle Bildung aller Klassen der Bevölkerung habe sich gehoben. Daher habe sich der Sultan— allen gegenteiligen Ansichten zum Trotz— entschlossen, zum Wohle d.s Landes von neuem eine Verfassung zu vroklamieren und nach neuen Wahlen eine neue Deputiertenkammer einzu berufen. Hierauf geht die Thronrede auf die Unavhan gigkeitserklärung Bulgariens und die Annexion Bosniens und der Herzegowina ein. Infolge dieser beiden Rechtsverletzungen sei der Minister rat mit Maßnahmen zur Verteidigung des Rechtes des Staates beauftragt worden. Hierbei sei die Unterstützung des Parlaments wünschenswert. Die Beziehungen 1·s Reiches zu allen befreundeten Großzmächten lassen eine beriedigen de Lösung der schwebenden politichen Fragen erhofsen. Die Thronrede fährt dann ort:„Es ist unser lebhaftester Wunsch, daß die Finau en in Ordnung gevracht, das Gleichgewicht des Budaets hergestellt und die Wohlfahrt unseres Reiches ge fördert, die Zahl der Schulen vermehrt und diese selbtt reorganisiert werden zum Zwecke der Verbreitung der Litcratur und Künste und landwictschaftlicher Kenntnisse. Ferner wünschen wir, daß unser Lausheer und unsere Flotte vergrößert u. vervollkommnet werden, und wir hofsen auch, daß die Abgeordneten sich der Mühe unterzlehen werden, die diesbez., von den verschiedenen staatlichen Departements ausgzearbeiteten Gesetzentwürfe zu prüfen, um Gesetze zu schafsen, die der Gonehmig: a des Senats unterbreitet werden können. Indem wir unserem Lande Glück und Segen wünschen, wollen wir heute sie Kammer eröffnen. Wir wünschen der Nation ein glückliches Gedeihen. Unser Verlangen, das Reich der Verfassung gemäß reformiert zu sehen, ist fest und unabänder lich.(Langanhaltender Beisall und Hochruse auf den Sultan.) Gott möge geben, daß die Arbeit der Deputiertenkammer dem Lande zum Segen gereiche. Möge das Reich jeglicher Wohlfahrt teilhaftig werden. Der Allerhöchste verleihe uns allen Erfolg!“(Beifall.) Nach der Verlesung wurde ein Gebet gesprochen, während die Kriegsschiffe im Hasen Salut schossen, Musik einsetzte und die Menge in Jubelrufe ausbrach. Nach Be endigung des Gebets sprach der Sultan mit kaum hörbarer Stimme einige Worte, worauf er den Saal verließ. Die ganze Zeremonie hatte kaum eine Viertelstunde gehauert. Der Sultan, der den Weg zu Wagen zurücklegte, wurde auf der Hin= und Rückfahrt von der Bevölkerung stürmisch begrüßt. Politische Uebersicht. Deutsches * Detmold, 18. Dez. 1903. — Der Speziallandtag des Herzogtums Koburg wurde vorgestern eröffnet. Die Abgcordneten richteten die Frage an die Regierung, inwieweit sich die Zeitungsmeldungen über die Restaurierung der Feste Kuburg bestätigen. Die Anfrage soll in einer der nächsten Sitzungen beantwortet werden. Ferner ist dem Landtage ein Gesetzentwurf über die Besoldung der staatlichen und der Domänenbeamten, sowie der Geistlichen und der Volks schullehrer zugegangen. — Zn den Dresdener Wahlcechtsdemonstrationen. Bei den Wahlrechtsdemonstrationen, die am Montag in Dres den stattsanden, sind zehn Rubestörer, die meist noch in sehr jugendlichem Alter waren, festgenommen worden. Fast sämtliche Verhaftete sind schon wieder in Freiheit gesetzt worden. Die Knaben haben eben nur ein wenig exerzieren wollen. — Vom oldenburgischen Landtage. Der diesjährige Etat des Herzogtums Oldeuburg fordert u. a. auch einen Beamten zur Förderung des Kleinhandels. — Der Bahnbau Tientsin=Yangtsekiang. Der Pekinger Korrespondent der„Times“ klagt darüber, daß die englische Strecke des britisch=deutschen Schienenstranges von Tientsin nach Yangtsekiang keine Fortschritte mache. Der nördliche Teil der Bahn von Tientsin nach dem Süden von Schantung, also der deutsche Teil, mache unter dem chinesischen Direktor mit einem deutschen Oberingenieur sehr gute Fortschritte. Dagegen tne der chinesische Direktor der englischen Strecke alles mögliche, um den Bahnbau auszuhalten, sodaß noch nicht einmal die Schienen und Schwellen estellt seien; ja man habe nicht einmal mit dem Unterbau begonnen. — Ein phantastisches Verlobungsgerücht. Es ist behauptet worden, König Dom Manuel von Portugal werde im nächsten Frühjahre den deutschen Kaiser in Berlin oder Potsdam besuchen, und es seien bereits Verhandlungen zwischen den beiden Hösen eingeleitet.— Es ist nicht weiter verwunderlich, so schreibt die„N. G. C.“, daß geschäftige Leute nun auch die Kombination aufgestellt haben, der Besuch des Königs gelte der Werbung um die sand der Prinzessin Viktoria Luise von Preuen. Diese willkürliche Kombination bedarf kaum der Riderlegung. Der portugiesische König tritt, nach Ablau des Jahres der Trauer um seinen ermordeten Vater, die übliche enropäische Rundreise an, die ihn zunächst nach Madrid und Paris und dann, vor oder nach London, wohl auch nach Berlin führen wird. Ob er, wie vor ihm sein Nachbar Alphons XIII., diese Reise zugleich als Brautschau zu bennden gedenkt, wissen wir nicht. Wer aber die Zärt lichkeit kennt, mit der der Kaiser und die Kaiserin an ihrer Tochter hängen, weiß, daß deren Geschick wohl kaum mit dem des wankenden Thrones eines von Revolution und Anarchie unterwühllen Landes verknüpft werden wird. — Deutsche und Tschechen in Prag. Vier tschechische Blätter wurden wegen Hetze zum Boykott deutscher Waren beschlagnahmt. Eine Versammlung deutscher städtischer Vereine beschloß die Gründung einer Frauensektion zum Schutz gegen tschechischen Boysott und Unterstützung deutsch böhmischer Firmen. Die deutschen Frauen wollen fortan allem Luxus entsagen und die ersparten Beträge nationalen Zwecken zuwenden. Die englische Invasionssurcht. Bei der Generalversammlung der Empire Maritime Lige hielt Harold Wyatt eine Rede, in der er ausführte, daß Deutschland unter allen Umständen sein Gebiet vergrökern musse, dies aber nur durch die Vernichtung des britischen Reiches geschehen könne, und um dessen Zusammenbruch herbeizuführen, müsse man die Hand auf das Herz dieses Reiches, auf England selbst legen. Darum sei eine starke britische Flotte unumgänglich notwendig. Der Vorsitzende der Versammlung, das Unterhausmitglied Hunt, beklagte sich sehr darüber, daß die oritische Regierung bezüglich der Invasionsgefahr ihre Pflich ten viel zu leicht nehme. Paris, 16. Dez.(Die Meuterei in der Fremndenlegeon.) Ueber die Revolve der Fremdenlegionäre in Algerten und ihre Ursache ist man hier sehr geteilter Meinung. Die Beteiligten sind fast ausschließlich Rekruten aus Ländern deutscher Sprache, sie waren vielleicht durch die Strenge des Dienstes überrascht und haben sich aufgelehnt, weil sie sich ihrer auf sechs Jahre eingegangenen Verpflichtung entziehen zu können hofften. Es fehlt aber auch nicht an Stimmen, die erkenen lassen, daß man auch an das Eindringen von Agitatoren glaubt, welche die Revolte von langer Hand vorbereitet haben könnten.— Wie der sozialistischen„Humonite“ aus Algier gemeldet wird, soll der Führer der Deserteure ein ehemaliger bayerischer Offizier sein, welcher dem in Deutschland zur Bekämpfung der Fremdenlegion gegründeten Verein angehört. Es soll ihm gelungen sein, als Offiziersbursche eine französische Offiziersuniform zu entwenden. Spanien. Madrid, 16 Dezbr. Der Madrider Stadtrat hat im Grundsatz beschlossen, zwanzig Vo; Sschullehrer nach Deutschlano zu senden, um dort einen vollen Kursus durchzumachen. Tages=Neuigkeiten. Berlin, 16. Dez. Ein großer Gold= und Silber: diebstahl ist heute nacht in dem Geschäft von J. R. Richter in der Steglitzerstraße verübt worden. Die Einbrecher ge langten vom Hofe aus durch die Hintertür in den Laden und räumten die Regale und Tischkästen vollständig aus. Armbänder und Uhren, Ringe und Broschen, Ohrringe und Kra wattennadeln fielen den Spitzbuben in die Hände. Größere Silberaufsätze und Schalen, sowie die unter Glas befindlichen Kränze zu Silberhochzeiten, hatten sie zurückgelassen. Der Schaden, den Richter erleidet, beläuft sich auf 20000 f. die meist durch Versicherung gedeckt sind Köln, 16. Dez. Hier wurde ein Apotheker, der Schwiegersohn eines Arztes, vervaftet, der im Hausseines Schwiegervaters die ärztliche Praxis ausübte und ich schwer an der Gesundheit seiner Patienten vergangen aben soll. Er„heilte“ zum Beispiel mit ein und derselben Salbe alle erdenklichen Krankheiten und hat in einzelnen Fällen sich Medikamente mit Beträgen bis zu 500 A be zahlen lassen.„ Bremen, 16. Dez. Durch Zufall waren gestern alle vier großen Schnelldampfer des Norddeutschen Lloyds. „Kronprinzessin Cecille“,„Koiser Wilhelm II.“,„Kronprinz Wilhelm“ und„Kaiser Wilhelm der Große“ auf der Weser anwesend.„Kronprinzessin Cecilie" und„Kronprinz Wil helm“ machen gegenwärtig in Bremerhaven ihre Winter liegezeit durch, während welcher sie gründlich überholt wer den.„Kaiser Wilhelm II.“ traf von Newyork ein, während „Kaiser Wilhelm der Große“ voll besetzt mit 1250 Passa gieren, davon reichlich 700 Zwischendeckvassagiere, dorthin abging.„ Hamburg, 16. Dez.(Heilsarmeesoldaten als Diebe.) Die Hamburger Polizei verhaftete vier Soldaten der Heilsarmee, welche einen Einbruch ausgeführt hatten. Sie hatten zahlreiche Silbersachen erbeutet. Ein fünster Komplize, welcher im Auftrage der Heilsarmee nach Köln gesandt wurde, wird steckbrieflich verfolgt. Kiel, 16. Dez. Der verschwundene Oberleutnant z. S Walther H. vom Kreuzer„Nymphe“ ist, wie jetzt bekannt wird flüchtig geworden. Als er nämlich sah, daß er den Fehlbetrag in der von ihm verwalteten Kasse der Offiziersmesse nicht mehr decken konnte, ohne strafrechtlich verantwortlich gemach: zu werden, teilte er am Morgen des Tages, an dem„Nymphe zu einer längeren Uebungsfahrt auslief, dem Schiffskommando schriftlich mit, daß er wegen einer erheblichen Verletzung das Lazarett in Kiel aufsuchen werde. Bei der Wiederkehr des Schiffes stellte sich aber heraus, daß die Angabe unwahr war und daß H. inzwischen reichlich Zeit hatte, um ins Ausland zu flüchten. Mit der Angelegenheit hängt wohl zusammen, daß der Kommandant der„Nymphe", Korv.=Kapitän J. von seinem Posten enthoben wurde. Frankfurt a. M., 16. Dez.(Das Scheckbuch.) In einem hiesigen großen Hotel wurde gestern nachmittag durch die Kriminalpolizei ein 26jähriger Herr verhaftet, der sich Edgar von Aßmin nannte und in Kapstadt geboren sein will. Edgar von Aßmin hat in einem Leipziger Automobil= geschäft ein Automobil für 20000 A getauft und dafür einen Scheck von 10000 A auf die Dresdener Filiale der Deutschen Bank in Zahlung gegeben. Er ließ sich einen Chauffeur von der Automobilfirma zur Probefahrt nach Frankfurt mitgeben. Nachdem der Herr von Ahmin nach bierher abgedampft war, erkundigte sich die Automobilfirma bei dem Dresdener Bankhaus über sein Konto und per nahm, daß Aßmin dort überhaupt kein Konto hat, und daß auch sein Name vollständig unbekannt ist. Der Chef der Automobilfirma fuhr sofort dem verkanften Automobil hierher nach und hatte das Glück, es hier im Hotel vorzu finden. Die Personalangaben des Schwindlers sind un zweiselhaft falsch. Es wurden bei ihm noch Notizen au den Namen G. Neckendank, Halle, und ein Studentenband mit dem eingravierten Namen K. Züge gesunden. Weiter wurden eine Anzahl Hotelrechnungen bei ihm gesunden aus denen hervorgeht, daß er gern deutsche Großstädte be reist hat: Berlin, Hannover, Köln und Düsseldorf. Nach seinem„Scheckbuch“ zu urteilen, hat er etwa für 50.000 M Schecks auf die genannte Bank aczogen und verausgabt. Es sind dadurch anscheinend viele Geschäfte, mit denen „Herr von Aßmin“ in Verkehr stand, geschädigt worden. München, 16. Dez. In Neuburg an der Donau hat sich der ledige Hauptmann Passavant vom 50. Infanterieregiment er schossen. Er war seit einiger Zeit nervenleidend und schwer mütig Newyork, 15. Dez. Unter merkwürdigen Umständen hat in Amerika ein Taucher seinen Todgesunden Der Mann war auf dem Gast River in Newyork damit beschäftigt, ein Wrack zu untersuchen, das in einer Tiese von 50 Fuß liegt. Plötzlich merkte er, daß die Luft in seinem Helm schlecht wurde, und so signalisierte er um mehr Luft. Das Signal hatte keine Wirkung und so zog er dreimal an der Leine, als Zeichen, daß er sofort heraufgeholt werden wollte. Auch das geschah nicht, und der unglückliche Mann ergab sich in sein Schicksal und war kurze Zeit darauf tot Oben an Bord des Schiffes, von welchem er heruntergelassen worden war, hatten seine Kameraden einen Streit begonnen. und den Taucher darüber vergessen. Der Mann mit der Bedienung der Lustpumpe vertrant war, Katig Shagt“ geun; dieselbe beiseite gelegt und einen anderen Matrosen halb gehabt. Denn er hat nicht nur sein eigenes w#, tot geschlagen. Er wurde von einigen Kameraden gebunden zum Teil das seiner Familie verrerg...###. wchlungenen und zusammen mit dem Schwerverletzten an das Land ge Strafverfahren wird ja wohl Einblick in all die verschlungenen bracht. Als die übrigen Matrosen später an Bord des Wege Eberbachscher Finanztechnik gewähren. Ueber Schisses zurückkamen, erinnerten sie sich des Tauchers, aber Everbams Verhaftung wird noch aus Wien depeschiert: Wien, es war zu spät.. 16. Dez. Auf Ersuchen der Berliner Polizei wurde heute in Kampf zwischen Postillon und Wegelagerern. Ein uugen der frühere Berliner Hoteldirektor Fritz Eberbach in Räuberstückchen, das an die Heldentaten aus Wildwest er ennem viengen erstklassigen Hotel der inneren Stadt ausfindß innert, wurde in der Rheinprovinz perübt. Ein Tai; gemacht und verhaftet. Er wurde in das Landgericht eingegramm aus Trier meldet darüber: 14 gg x Hzipzez- Wege, siefert. Eberbach hatte keine größeren Barmittel und keine burger Fahrpost wurde bei Wolfsfeld von zwei Wege### 1e14#—#####ich Der Schaden den das Gebahren von Adoll lagerern überfallen, die von dem Postillon die Postwert, Phertsochen Leineg, Ner. or den Aetionäten der von ihnen aus. sachen verlangten. Nach einem bestigen Kampf, bei dem Eberkach u. Frim v. Ttr, Emstrttsstateng urd Saiserdel Kleider des Postillons zerrissen und die Fenster und gesogenen Gesellschaften Admiralsgartenland und Kaiserhof Laternen des Postwagens zertrümmert wurden, entkam der zugefügt hat, beträgt über 800 Millione. Postillon glücklich mit seinem Wagen. Von den Räubern!—„„ Stadt und Land. fehlt jede Spur. 92 Millionen als Frachtgut. Eine kostbare Fracht hat vorgestern ein Güterzug von München nach Frankfurt a.2 und Berlin befördert. Wie ein Telegramm aus München meldet, gingen vorgestern in zwei Spezialtransportwagen Detmold, 18. Dez. 1908. * Vom Besuch des Schaumburg=Lippischen Fürstenpaares. 92 Millionen#4 von München nach Berlin und Frankfur: Kürst Georg und Fürst Leopold fuhren gestern vormittag# Die 92 Millionen bestehen aus Staatsobligationen zu 20“, vierspänn“ n Jagdwagen durch die Langestraße, welche 500, 1000, 3000 und 5000 A. Die Vertpaviere werden In Flgagenschmuck angelegt hatte, zur Jagd. Die GesamtstrechBerlin, Frankfurt a. M. und anderen großen Städten und wax:“I amwild, 6 grobe und 44 geringe Sauen, zu von der Bayerischen Vereinsbank in München vom 15. De].„— schaß der Türst Geore 4 grobe und 25 geringe semder bis 31. Januar umgetauscht gegen die Aktien dei 21. Duvg., 21..— VueFzjzizcen Herrschaften nach BückePfälzischen Ludwigsbahn, der Pfälzischen Maximilians Sauen. Die Rücktehr der fürstlichen Herrschaften nach Buckebahn und der Pfälzischen Nordbahn. Mit dem 1. Janua: burg erfolgte gestern aber:. 900 gebt das gesamte Vermögen dieser drei Gesellschaften 2, Stadtverorduetensitzung vom 17. Dezember. In Indianerverein„Schleichender Fuchs“. Die Lust am vrangegangenen geheimen Sitzung beschäftigte sich aus Nirdori Kolleg nu der Wahl des Gasdirektors und mit Eisenbahnolänen. Um ¾7 Uhr begann die offentliche Sitzung und dauerte bis ½10 Uhr. Die Debatten Indianerspielen hat zahlreiche Schulknaben aus Rixdor bei Berlin zu Dieben werden lassen. Die Polizei hat, s. lesen wir im„H. T.“. eine Diebesbande, die aus 27 Schul naben im Alter von 12—14 Jahren bestand, in zwei Höhle: im Türkenfriedhof in der Hasenheide und am„Grünci Weg“ am Tempelhofer Felde verhaftet. Dieser„Verein der sich Indianerverein„Schleichender Fuchs“ nannte, hatt sich, angeregt durch übermäßige Lektüre von Indianerge schichten zu dem Zwecke gebildet, die Weihnachtszeit zi Diebstahlen auszunutzen. Die Knaben stahlen in ra den, Weihnachtsbuden und auf den Straßenauslagen alles was ihnen unter die Finger kam, Lebensmittel, Delika tessen und Näschereien. Alles wurde nach den„Wigwams“ ihren Höhlen geschleppt und dort gemeinsam verzehrt. Da zu tranken sie die gestohlenen Liköre und rauchten die ge stohlenen Zigarren und Zigaretten. Der„Wigwam“ an „Grünen Weg" bestand aus einem großen unbenutzter Straßengully, dessen Deckel, wenn die Gelage begannen jedesmal sorgfältig verschlossen wurde. Die Höhle an Türkenfriedhof war aus Stroh und Binsen hergestellt und sehr wohnlich und behaglich eingerichtet. Als die Rir dorfer Kriminalpolizek dort erschien, saß der„Schleichende F#uchs“ gerade beim Frühstück, bestehend aus Lachs, Spick aal, Hummermajonnaise und Kokosnüssen, die mit silber nen Dessertmessern zerkleinert wurden. Zum„Schleichen nahmen oft einen heftigen Charakter an, und blieben eine Reihe Punkte der Tagesordnung unerledigt. Es hat sich das Kolleg fürs neue Jahr eine Menge Arbeit aufgespart. Es erfolge nunmehr der Bericht: 1) Verkauf einer Fläche an der Armin= und Thusneldastraße. Dem Verkauf an Herrn Hilker zum Preise von 6 JA pro □ Meter wurde in 2. Lesung zugestimmt. 2) Vorlage des Magistrats betr. PriesterBruchstraße. Stadtv.=Vorsteher Winkelsesser: Der Stand der Angelegenheit Priester ist jetzt folgender: Der Maistrat hat erneut mit Herrn, Priester im November verhandelt und ist entschlossen, 10000 M Entschädigung zu zahlen, ür den Fall, daß binnen Jahresfrist Priester in die Fluchtinie rückt.— Stadtv. Voat: Bevor wir in die Beratung und Beschlußfassung eintreten, möchte ich fragen, ob Priester die Summe akzeptiert. Stadtv.=Vorsteher Winkelsesser: Priester ist mit der Summe nicht einverstanden. Der Magistrat will nur die Ermächtigung, mit Priester insoweit verhandeln zu dürfen, daß die Stadt 10000 M zahlt.— Stadtv. Dr. Klasina: Einen Beschluß heute zu fassen, hat keinen Zweck. den Fuchs“ meldeten sich sast täglich neue Mitglieder, dock Der Magistrat kann unverbindlich mit Priester viel besser war der„Anführer“, der Schulknabe Pohl, sehr vorsie.t bei der Auswahl neuer Diebesgenossen. Jeder mußte er seine Befähigung nachweisen und etwas Gestohlenes mit bringen Die Schule wurde von allen regelmäßig ge schwänzt. Im Gully am„Grünen Weg“ fand die Polizei noch zahlreiche Indianerbücher. Der Verkauf der Königsschlösser. Düsseldorf, 16. verhandeln. Warten wir ab, bis Priester einen formellen Antrag stellt. Hat die Stadt das Bedürfnis, ihrerseits die Sache zu Ende zu bringen, dann mag der Magistrat mit Priester erhandeln und eine angemessene Entschädigung zahlen, wenn Priester den Antrag auf Enteignung stellt.— Ratsherr Watermann: Wer die Verhältnisse kennt, muß sich sagen, Dez. Angeblich fordert die Krone für das Benrather daß es höchste Zeit wird, daß die Angelegenheit aus der Welt Schloß nebst Park 6½ Millionen A. für den Düsseldorfer geschafft wird. Vor 2 Jahren hat der Magistrat den Ladenhägerhof 4 Millionen A. umbau genehmigt, die Regierung auf Betreiben einer Anzahl Präsident Castro in Berlin. Herr Castro, der zuerst Anwohner der Bruchstraße inhibierte die Genehmigung und beabsichtigte, in Paris seine Einkäufe zu machen schein verbot das Weiterbauen. Priester muß doch endlich wissen, durch den Empfang, der ihm in der Seinestadt bereiteilworan er ist. Die Sache hat sich so lange hingezogen, weil wurde, ein wenig verschnupft zu sein und sich in Berlin Priester nicht den Antrag auf Enteignung stellen will, und die verproiantieren zu wollen. Jedenfalls hat der millionen Justizkommission den Rat erteilt hat, die Stadt soll den An reiche Präsident von Venczuela sich von mehreren großei Berliner Konfektions= und Juwelenfirmen Kataloge ir das Hotel Esplanade schicken lassen.— Wie Präsident Castri zu seinem schleppenden, unsicheren Gang gekommen ist, er zählt der„Gil Blas“ wie folgt:„Der Präsident hatte durch eine anonyme Denunziation Kenntnis von einem gegen sein Leben geplanten Anschlag erhalten. Es glückte ihm den Mordplan durch die rasche Festnahme der Verschwören u vereiteln, die er vor ein Kriegsgericht stellen und nach trag auch nicht stellen, weil dann die Stadt verpflichtet ist, das janze Grundstück zu erwerben. Der 1. Ratsherr hat mit Herrn Priester verhandelt u. ihm 10000 AA geboten, worauf Priester nicht eingehen will. Wir müssen aber einen Weg finden, um zum Ende zu kommen.— Ratsherr Biermann: Im Jahre 1895 richtete Priester ein Gesuch zum Umbau ein, das nicht gegenehmigt wurde, weil der Ambau eine wesentliche Veränderung darstellt, die in das Fluchtliniengesetz fällt. Später rfolgter Urteilsfällung sofort küsilicren ließ. Zwei der hat der Magistrat diesen Umbau genehmigt und ist dann im Hingerichteten hinterließen indessen Söhne, die am Grabe Grundbuch eingetragen, daß die Parzelle unentgeltlich abzuder Väter den Eid ablegten, an dem Tyrannen blutige geben ist an die Stadt, wenn das Haus abgebrochen und beNache zu nehmen. Auch das wurde Castro prompt hinter Litigt wird. Priester hat siets Forderungen gestellt. Auf bracht, der infolgedessen besondere Vorsichtsmaßregeln trat Krund eines Gutachtens des Herrn Sielemann verlangte und die Leibgarde von berkulischen Negern, der die Be1 R.i.8.= 26.000##, der Stadtbaumeister erstattete ein Gutwachung seines kostbaren Lebens im Palais anvertraut Ist., Ltan über 15.000“. Dies erschien dem Magistrat aber noch verdoppeln ließ. Als er aber in der folgenden Nacht an achten über 15000 A. Dies erschien dem Magistrat aber noch der Seite seiner Gattin friedlich schlief, ließ ihn plötzlich zu hoch. Herr Priester hat de ein schreckliches Getöse, das das Haus erbeben ließ, wäh jweg zwischen dem Gutachten Sielemann und dem Gutachten rend die Möbel im Schlafzimmer krachend gegeneinander Schuster zu wählen. Der Magistrat steht auf dem Standstießen, jäh auffahren. Im ersten Schrecken ein Attentaispunkt, daß die Abfindung von 10000 M reichlich ist.— Stadtv. vermutend, sprang der Präsident unbekümmert um seine Neitzel: Wir müssen dahin streben, die Angelegenheit Gefährtin, aus dem Bett, riß das auf den Park hinaus Priester über kurz oder lang aus der Welt zu schaffen. Priester gebende Fenster auf und sprang in seiner Todesangst von hat im guten Glauben gehandelt, da er annehmen mußte, auf der ersten Etage auf die Blumenbeete des Gartens ber= Grund der Magistratsgenehmigung bauen zu dürfen, wo die unter. Als die Diener, die im panischen Schrecken über R###ung dann einen Strich durchmachte. Es hat der Magidas Erdbeben in wilder Flucht durch den Park eilten, ibren!: ztwag unvorsichtig gehandelt, den Vorwurf kann ich ihm hilflos am Boden liegenden Herrn fanden, stellten sie fest... M2en Da An magerer Vergleich besser ist als ein kaß er sich bei dem kühnen Sprung ein Bein gebrochen! tz, Firaust ,„ Tchlaas ich vor die Sache der Bau= und Justizhatte. Die Kunst der Aerzte vermochte nicht zu verbindern,]fetter Prozeh, so schlage 1 gget wit Horr, gi. ge: ve. gee. daß der ehedem so elastische Gang des Generals von Stund kommission zu überweisen, die mit Herrn Priester verhandeln an schwerfällig und unsicher wurde. So hinkt denn der könnte. Alles muß geschehen, um die Sache friedlich zu erledigen.— Stadtv. Schmidt: Ich kann das sagen, was Herr Neitzel schon gesagt hat, die Sache ist verfahren, und wir müssen sehen, daß wir den Karren wieder aus dem Dreck herauskriegen. Es wird Priester wohl geneigt sein, einem annehmbaren Vergleich zuzustimmen. Ich möchte vorschlagen, eine besondere Kommission zu bilden, die unter Zuziehung des Stadtbaumeisters und des Magistrats, mit Herrn Priester verhandelt.— Stadtv. Landgerichts=Rat Theopold: Ich schicke voraus, daß Priester, rechtlich eine Entschädigung nicht zusteht. Aus der Tatsache, daß der Magtstrat das Baugesuch genehmigt und die Regierung es aufgehoben hat, kann ich eine Entschädigungspflicht nicht anerkennen, weil dadurch eine Entschädigung spflicht der Stadt nicht entstanden ist. Es steht fest, daß Priester nicht bauen darf. Die Stadt darf die Enteignung nicht beantragen, weil dann das ganze Grundstück übernommen werden muß. Fraglich ist sehr, ob Priester 10.000 A bei einer Enteignung bekommt, weil das Grundstück dinglich belastet ist durch die Eintragung im Grundbuch, daß das Grundstück ohne Entschädigung an die Stadt abzutragen ist. Die Stadt hätte nur Ursache in Verhandlungen einzutreten, wenn sie glaubt, dabei günstiger abzuschneiden.— Ratsher Pieper: Die Differenzen zwischen den beiden Gutachten sink dadurch entstanden, daß die beim Hagemeyerschen Hause an der Langenstraße gezahlten Preise von Herrn Sielemann der Berechnung zu Grunde gelegt sind, während der Stadtbanmeister die in der Bruchstraße gezahlten Preise zur Grundlage genommen hat. Der Magistrat ist der Ansicht, daß 10.000 eine angemessene Entschädigung sind.— Stadto. Kettmann: Dringender Abhilfe bedarf dieser skandalöse Zustand. Es heißt. Priester will nicht den Antrag auf Entmächtige Diktator seit zehn Jahren. Eberbachs Ende. Die Verhaftung der beiden Brüder, des bekannten Speku lanten Adolf C. Elerbach und der früheren Direktors des Ho tels Kaiserhof in Berlin Fritz Eberbach ist, wie gemeldet, er solgt. A. C. Eberbach, ker sich in einem Sanatorium aushielt, wurde in das Verliret Untersuchungsgefängnis eingeliefert. Fritz Eberbach wurde in Wien verhaftet. Die Einblicke, die die Oeffentlichkeit im Lause der Zeit in die Machenschaften der Gebrüder Eberbach gewann, legten längst d. Vermutung nahe, daß auch der Staatsanwalt sich der Angelegenheit energisch annehmen wurde. Wenn die Verhaftung erst jetzt erfolgt ist, so ist d. vielleicht darouf zurückzuführen, daß in letzter Zeit be kannt wurde in welcher Weise A. C. Eberbach und sein Bruder Fritz Eberbach die Kasserhof=Gesellschaft, deren Großakrionär der eine und teren Generaldirektor der andere war. geschädigt haben. Charakteristisch für die Art der Geschäftsführung Fritz Eberbachs ist die Behauptung, daß er alle Einnahmen aus einem seinem Unternehmen angegliederten Bremer Hotel an seine persönliche Adresse habe schicken und in seine eigene Tasche gleiten lassen. Durch alle mäglichen Beeinflussungen u. Transaktionen sind so die den Eberbachs nahestehenden Gesellschaften, der Kaiserhof und die Admiralsgartenbad=Gesellschaft, schwer benachteiligt worden. Wohin das Geld gekommen ist, das Fritz Eberbach in seine Tasche lenkte, steht noch nicht genau fest Möglicherweise hat er ebenso wie sein Bruder dieses Geld sowie das Geld seiner Familie wieder zum Ankauf von Aktien der Eberbach liierten Gesellschaften u. zum Durchhalten Eber bachscher Engagements verwendet. A. C. Eberbach hat jeden * * stellen, weil er seiner ganzen Rechte rde. Die 64—44—.— verlustig gehen Die Stadt will den Antrag aus ahnlichen Grunden auch nicht stellen. Mache man doch Priester klar, daß er auf die Wohltaten doo§ 15 verzichtet(Zuruf vom Magistrat: Das will er ja nicht). Kettmann(sortfahrend): Dann ist ihm nicht zu helsen. Den Magtstrat trifft der Vorwarf, die Genehmigung erteilt zu haben und dadurch mußte Priester sich in dem Slauden befinden, bauen zu dürfen. Wenn der Herr richtsrat sagt, gesetzlich habe Priester keinen Anspruch auf Entschädigung, so mag das richtig sein, aber es ist doch unhaltbar, zu sagen zu demjenigen, der die Erlaubnis zum Bauen hat, und auf Grund der Erlaubnis begonnen hat zu bauen, du darfst nicht weiter bauen und bekommst auch keine Entschädigung. In Zukunft muß mehr Vorsicht geübt werden. Es muß ein Weg zur Erledigung der Sache gefunden werden. Gegen die Festsetzung einer bestimmten Summe bin ich ganz entschieden. Möge ein Ausweg gefunden werden, der der Stadt zur Ehre gereicht und den Bürger genügend entschädigt.— Stadtv. Sanitätsrat Dr. Schemmel: Die Angelegenheit in Gütc zu regeln i auch meine Ansicht. Aus dem Munde des Juristen haben wir gehört, daß rechtliche Ansprüche nicht vorliegen und moralische kann ich nicht anerkennen. Wer hat das meiste Interesse an der Erledigung der Sache? Herr Priester selbst. Wir brauchen uns nicht so sehr bemühen. Priester wuß zu uns kommen; es ist besser Priester verhandelt mit uns, ale wir mit ihm.— Stadtv. Kanne: Den Magistrat trifft kein Vorwurf. Bei Steller, ich möchte daran erinnern, wurde ein grones Lamento gemacht, daß der sollte wegen seiner Ladenumdaues in die Fluchtlinie rücken, und bei Priester werden den Magistrat die gleichen Gründe geleitet haben. Priester ist durch die Untersagung des Baues geschädigt, und das muß man berücksichtigen. Gefährlich ist es, eine bestimmte Summe zu bieten. Es müßte in einer Kommission beraten werden.— Stadtv. Köller: Das Fluchtliniengesetz weist große Härten auf. Durch die Erteilung der Bauerlaubnts ist Priester Schaden zugefügt. Man kann von einem Einzelnen nicht verlangen, was Sache der ganzen Gemeinde ist, da es ihr zu Gute kommt. Weil die rechtliche Lage nicht günstig, deshalb muß alles aufgebeten werden, um Aenderung zu schaffen. Was dem Einen recht, ist dem Andern billig. Bei Hagemeyer hatten wir eine offene Hand, lassen Sie uns auch hier in den sauren Apfel beißen. Ich schlage vor, bei Herrn Priester einen Lokaltermin abzuhalten, zu dem sich alle Stadtvo. einfinden, dann wird ein anderes Urteil gefällt werden. Nachdem Priester solange im Hangen und Bangen geschwebt, muß endlich Schluß gemacht werden.— Stadtv. Dr. Klasing: Herrn Hagemeper i sohr viel Geld bezahlt. Ich habe dagegen gesprochen und gestimmt, und alles getan, um es zu verhindern, es ist mir nicht gelungen. Machen wir nicht noch mehr folcher Fehler. Nicht in die Stadt dazu da, Wohlkätigkeit zu üben auf Kosten der Steuerzahler. Wie liegt die Sache? Priester hat ein Baugesuch eingereicht, das vom Magistrat genehmigt, von der Negierung verworsen ist. Wir sind nicht kompetent sestzustellen, wer Necht hat, der Magistrat oder die Regierung Der Magistrat in auch für die Folgen nicht verantwortlich Was kann die Stadt dafür, daß die Nachbarn Priesters sich be schweren bei der Negierung. Mag sich Priester mit seinen An sprüchen an die Negierung oder an das Land wenden. Die Gesetze sind doch da, damit sie befolgt werden. Was wir gesetz lich schulden soll ihm werden, aber er muß den Antrag auf Enteignung stellen. Wir müssen abwarten und haben die Ver pflichtung, Priester an uns herantreten zu lassen. Priester will den Antrag auf Enteignung nicht stellen, weil er dann Schaden # eder die Stadt sot ihr selen, damt die den Schaden zaut ersuche, die Magistratsvorlage abzulehnen.— Ratsherr arermann: Der Amban des Schaufensters ist genehmigt und nachträglich kam Priester mit einem anveren Gesuch, das nicht genehmigt werden konnte(Nuf: Hört, hört!) Redner wendet sich des längeren gegen die Ausführungen des Stadtv Kettmann, die aber nur eine Widerholung des schon gesagten waren.— Nateberr Biermann: Stadtv. Kettmann vor sich wiederholt scharf gegen den Magistrat ausgesprochen u. a. ge sagt, der Magistrat habe Priester die Genehmigung nicht er teilen dürfen. Herrn Rettmann empfehle ich, nicht zu sehr den Ausführungen Priesters Glauben zu schenken. Priester hat bis heute keine Schritte getan, den Amstand zu ändern, sondern den Bau einfach liegen lassen.— Stadtv. Dütemeyer Dem Magistrat geben wir am besten die Vorlage zurück und warten auf den Antrag des Herrn Priester, die Parzelle zu enteignen.— Stadtv. Köller: Stadtv. Klasing sagt, Wohl tätigkeit wird nicht geübt. Ich stehe auf dem gleichen Stand punkte. Versuchen wir es erst in Güte, denn mit dem Prozeß hat es noch Zeit. Ich erfuche nochmals, einen Lokaltermin ab zuhalten.— Stadtv. Rettmann: In dem Fluchtliniengesetz heißt es, daß mit dem Augenblick, wo auf gütlichem Wege nichts zu ereichern, das Enteignungsverfahren eintritt. Wäre das Gesetz richtig ausgelegt, dann hätte Priester keine Bauerlaubnis erhalten. Es wäre angebracht, daß ein Rechtsanwalt außerhalb des Kollegs ein Gutachten in dieser Sache abgibt. — Stadtv. Dr. Klasina: Die Ausführungen des Ratsherrn Watermann bestärten mich in meiner Ansicht, daß die Auf hebung des Priesterschen Baugesuches Priester's Schuld ist. Ge ringfügige Aenderungen ist kein Ambau. Bei dem neuen Jaugesuch hätte Priester sich sagen müssen, daß die Sache schief geht. enn Priester so von hinten damit herum kommt, da kann er niemand für die Folgen verantwortlich machen. Wenn Stadtv. Köller glaubt, daß ein Prozeß in Aussicht steht, so ist das eine irrige Rechtsauffassung. Priester kann vernünftiger Weise nur die Enteignung beantragen; alles andere würde ihn schä digen. Die Stadt muß Herrn Priester zeigen, daß er selbst die Enteignung zu verlangen hat.— Stadtv. Meier: Es wäre angebracht, daß bei allen Bauerlaubnissen auch die Genehmigung der Regierung eingeholt wird, dann kämen solche Sachen nicht mehr vor. Ich bin für die Erledigung, wenn Priester auf gütlichem Wege selbst an den Magistrat herantritt Ratsherr Biermann: Mit Herrn Kettmann will ich mich nicht in eine juristische Disputation einlassen. Wenn Herr Kettmann sagt, daß ein auswärtiger Rechtsanwalt zugezogen werden möge als Gutachter, so bemerke ich dazu, daß es schon geschehen. Herr Rechtsanwalt Schnitger ist gehört worden, und steht auf demselben Standpunkt wie die Justizkommission und Herr Rechtsanwalt Klasing. Ein großer Fehler wäre es und ein Schaden für die Stadt, wenn wir die Enteignung nehmen und nicht warten, bis Priester den Antrag gestellt hat. Die Klage vor dem Verwaltungsgericht ist wegen Unzuständigkeit des Gerichtshofes abgelehnt.— Stadtv. Rettmann macht darauf aufmerksam, daß von einer Abweisung Priesters nicht die Nede sein kann, sondern das Verwaltungsgericht wegen der Nichtzuständigkeit eine Prüfung der matertellen Ausprüche nicht vorgenommen hat.— Die Magistratsvorlage wird darauf einstimmig abgelehnt ebenso die übrigen gestellten Anträge, Ueberweisung an die Bau= u. Justizkommission, oder an eine besondere Kommission und desgl. die Lokalbesichtigung. e vorübergehend tadtkasse am 2 statten, 30 000 J von der städtischen zu leihen, um die Verpflichtungen der Degember erfüllen zu können. 5) Vorlage des Magtstrats betr. Neubau der höheren Mädchenschule. Stadtv.=Vorst. Prof. Dr. Winkelsesser: Es war anfänglich ein Umbau vorgesehen, der 180 000 kosten sollte. Es hat dann der Stadtbaumeister* Pläne zu einem Neubau entworsen, die auch je annäbernd 180 000 A zur Ausführung notwendig machen. Als Bauplatz ist der Platz zwischen Bismarck= u. Sachsenstraße in Aussicht genommen. Es wird notwendig sein, die Vorlage an die Baukommission zu überweisen. Schwere Bedenken hege ich gegen die Vorlage, wie gegen den Bauplatz.— Stadtv. Dr. Klasing: Ich ersuche zu prüfen, ob und inwieweit das städt. Fortbildungsschulgebäude dienstbar zu machen ist der Bürgerschule oder der höheren Mädchenschule, denn dann ist ein Neubau nicht notwendig. Ich habe keinen bestimmten Plan im Auge, und bitte die Sache mal zu prüsen.— Stadtv. Meier ist der Ansicht, daß sich das nicht verwirklichen läßt.— Ratsherr Pieper erklärt, daß der Magistrat auch die Absicht begt, die Gewerbeschule besser auszunutzen, aber für die Töchterschule dürfte sich der Platz und das Gebäude nicht eignen, da es zu kalt liege.— Es wird sodann die Vorlage der Baukommission überwiesen. 6) Vorlage des Magistrats betr. die Firma Landwehr& Schulz. Der Magistrat empfiehlt, der vorgenannten Firma 2546,63 M anzubieten statt der gerderten 4000 M. Am 5. Dezember haben die Herren Glocken von Cornville, Vogelhändler, Fidele Bauer(Operetten=Neuheit von Fall), Overnhall(Operetten=Neuhei * HOperetten=Nauheit von Jovon Heuberger), 1 nes).— Gäfe: Die Geisha unglücklich mit der Hand unter die Kreissäge, daß 3 abgeschnitten wurden Hedewig Richard vom Stadttheater in forderten 4000 M. Am 5. Dezember haben die H Landwehr und Schulz persönlich erklärt, ihre Forderungen stahl hat H. ausgeführt, indem er übe nicht sallen und sich nicht mehr als 400—500 A abstreichen hohe Mauer in den Metzmannschen Hofraum stieg. Der Letpzig, Max Grube, Königl. Preuß. Hofschauspieler * S t r a f k a m m e r s i t z u n g v o m 1 1. D e z e m b e r. 1) A m 2 7. September 1908 hielt sich der Schüler Heiur. Molkenbuhr in Lage mit seinem Bruder und dem Lehrling Koch vor seiner elterlichen Wohnung auf der Straße in Lage auf. Zu thnen gesellte sich der Schüler August#.. der mit seinem Messer an einem Riemen schnitt. Einen zweiten Riemen hatte er auf die Erde fallen lassen. Diesen nahm Molkenbuhr auf, schlug damit den Lehrling Koch und lief dann fort. H. lief mit dem offenen Messer hinter ihm her. Molkenbuhr erhielt von H. einen Stich in den Rücken, der eine stark blutende, aber nicht gefährliche Verletzung verursacht hat. H. bestreitet, den Molkenbuhr vorsätzlich gestochen zu haben, behauptet vielmehr, mit ihm zusammengerannt zu sein, da Molkenbuhr plötzlich langsam gelaufen lei. Der Gerichtshof sprach den Angeklagten H. von der körperverletzung frei, da er weder eine vorsätzliche noch eine fahrlässige Körperverletzung für erwiesen hielt. H. ist weiter wegen eines einsachen und eines schweren Diebstahls angeklagt. Er hat, wie er eingesteht, am 29. September 1908 dem Klempnermeister Sigges in Lage eine neue Kupferplatte im Werte von etwa 7 M und am 29. oder 30. Sep tember 1908 in Gemeinschaft mit dem Schüler P. in L. dem Arbeiter Wilhelm Metzmann in Lage einen kupfernen Kessel im Werte von etwa 6#A gestohlen. Den letzteren Diebüber eine etwa 1½ Meter zu lassen. Es entspann sich bei diesem Punkt eine ellenlange Debatte, die zeitweise sehr erregt wurde, und zum großen Teil Wiederholungen aufwies von dem, was schon in früheren Sitzungen gesagt war. Es sei deshalb nur das neue und interessanteste aus der Debatte wiedergegeben Was in der letzten Sitzung beschlossen, und vom Magistrat der Firma Landwehr& Schulz unterbreitet war, bildete den Kern der Debatte. Es war bekanntlich beschlossen, der Firma bei der Erlaubnis der Kreuzung der Straßen die Bedingung zu stellen, daß sie auf ihre Forderung verzichten solle, was diese ablehnt, sondern im Gegenteil erklärt, daß sie dann ihren Betrieb ausgibt und ihren Abnehmern auch die diesbezügliche Mitteilung hat zukommen lassen. Es kam im Verlaufe der Debatte nun die Tatsache zutage, daß, während der Magistrat sich auf den Standpunkt stellte, es habe sich um die bestehenden Kreuzungen gehandelt, die Mehrheit des Kollegs der Ansicht war, daß nur neue Kreuzungen gemeint gewesen seien, andernfalls sie niemals den Antrag Schulz=Kanne in voriger die Firma Landwehr& Schulz kann nur dann Straßen kreuzen, uu be auf die 4000 A verzichtet. Stadtv. Reitzel cha erisierte treffend die elektrische Angelegenheit und die it im Zusammenhang stehenden Beschlüsse, die so und soviel mal aufgehoben und anders gefaßt sind, mit folgen den Worten:„Ich bin nur gespannt, wann wir in der Elektrigitätsfrage die letzte Dummbeit begehen!" Nachdem das Protokoll, soweit es die„Elektrizitätsfrage“ behandelt, von der vorigen Sitzung verlesen war, und ebenso des Schreiben des Magistrat an die Firma Landwehr und Schulz, in dem gesagt wird, daß, wenn die Firma Landwehe und Schulz auf ihre Forderungen nicht verzichtet, innerhalb'3 Tagen die Drähte zu entfernen hat, protestierte Stadtv. Kaune entschieden dagegen, daß die Stadtverord. neten diejenigen gewesen seien, die der Firma Landwehr und Schulz verboten haben, die Straßen zu kreuzen.— Stadtv. Fröhlich schließt sich dem Proteste Kannes an. Die Dedatte wird immer erregter. Die Magistratsmitglieder verteidigen ihren Standpunkt, die Stadtverordneten nicht minder scharf den ihrigen, und so kommt es, daß etur große Erregung Platz greift, die sich dadurch äußert, daß die Hälfte der Versammlung aufgestanden ist, um nach Hause zu heu, und dadurch der Debatte ein Ende zu be reiten... Stadtverordnetenvorsteher führt mit Mühe und Not die Abstimmung herbei, die die Annahme des Magistratsantrages ergibt, wodurch der in voriger Sitzung gesaßte Beschluß als aufgehoben gilt. Schluß der Sitzung: ½10 Uhr.— Unerledigt geblieben sind die Voranschläge und eine Anzahl Anträge und Ge *—— aP— suche aus der Burgerschaft. * F a l l e n k r u g. D i e G e n e r a l v e r s a m m l u n g f i n d e t a m D o n verstug, den 14. Jannar 1909, nachmittags 4 Uhr im Restau rant Falkenkrug statt. * S i l b e r n e H o c h z e i t f e i e r t e n d i e E h e l e u t e B r i e f t r ä g e r Strohmeyer in Lemgo; dasselbe Fest feiert am kommenden Sonntag das Ehepaar Hausschlachter Aug. Schröder in Retzen bei Schötmar; am morgigen Sonnabend das Ehepaar Sottlieb Brockmann=Lage. * Z e i t u n g s b e s t e l l u n g b e i d e r P o s t. U m d e n P o s t a b e n nenten am Ende des Vierteljahrs das Bestellen der Zeitung erleichtern, läßt das Postamt die Zeitungsgelder in den Tagen vom 15. bis 25. Dezember durch die Briefträger gegen vollgältige Empfangsbescheinigung einziehen. * D i e s e h n l i c h s t e r w ü n s c h t e n S c h n e l l z u g e. D i e K ö n i g l i c h e Eisenbahndirektion Hannover hat einem an die Handelskam mer zu Detmold gerichteten Bescheide zufolge die Einlegung von Schnellzügen auf der Strecke Herford=Altenbeken abge lehnt. Dieser Umstand hat der Bielefelder Handelskammer Veranlassung gegeben, von neuem die Einlegung von Schnell zügen auf der genannten Strecke an maßgebender Stelle zu be antragen. einem Anfangsgehalt um 300 M. und dann 3) Vorlage des Magistrats, betr. die Direktion der höheren Mädchenschule. Stadtv.= Vorst. Pros. Dr. Winkelseiser: Direktor Barkhausen wird sehr wahrscheinlich zum 1. April fortgehen. Es sol die Neubesetzung der Stelle ausgeschrieben werden mit von 2400 M. steigend in 3 Jahren dann alle 8 Jahre um 400 A. bis zum alt von 5700 M. 600& Wohnungsgeldzuschuß und ionsberechtigung. Der Vorstand der höheren Mäd chule ist damit einverstanden. Auf Aufrage der Stadtverordneten Kanne und Rettmann, wer die Mehr belastung des Stats der Töchterschule aufbringen soll, erklärt Ratsherr Wetermann, daß das Schulgeld erhöht werden, und der Magistrat auf dem Standpunkt steht, daß nach dem Neubau das Schulgeld ganz bedeutend erhöht werden soll, damit die höhere Mädchenschule nicht mehr Unterstützung erhält aus städtischen Mitteln als die Bürgerschule. Diesem schließt sich Stadtv. Rechtsanwalt Dr. lasing voll und ganz an. Ratsherr Pieper ist der icht, jetzt das Schulgeld zu erhöhen, weil dann womög Schüler P. hat dabei Wache gehalten. Beide haben danach den Kessel eingedrückt und ihn an einen Althändler für 2,40 A verkauft. Den Erlös haben sie untereinander per teilt. H. wurde wegen eines einfachen Diebstahls zu einem Verweise und wegen eines schweren Diebstahls unter Annahme mildernder Umstände zu 1 Woche Gesängnis,# wegen Beihilfe zu einem schweren Diebstahle unter Annahme mildernder Umstände zu 3 Tagen Gesängnis verurteilt.— 2) Der Maurergeselle B. aus S. war beschuldigt, om 11. März 1908, den Tischler Heinrich Wortmann in Salzuflen mittelst Fußtritte in den Leib vorsätzlich körperlich mißhendelt zu haben. Das Schöffengericht Salzuflen hatte den Angeklagten freigesprochen, da es der Ansicht war, daß dieser in Notwehr gehandelt habe. Die Staatsanwaltschaft hatte Berufung degegen eingelegt, nahm diese aber in der Hauptverhandlung mit Zustimmung des Angeklagten zurück.— 3) Die Verhandlung gegen den Irbeiter Str. aus A., der beschuldigt war, in der Nacht vom 30. zum 31. August 1908 dem Müller Brand in Fütig bei Almena aus dessen Mühle mittelst Einsteigens ei nen Sack Roggenmehl gestohlen zu haben, wurde zwecks Erhebung weiterer Beweise ausgesetzt.—4) Der Landwirt Wilh. O. in W. war vom Schöfsengerichte Oerlinghausen wegen unbefugter Jagdausübung(38 292, 293 des Str.=G.=B.) zu 60 A Geldstrafe eventuell zu 12 Tagen Gefängnis verurteilt worden. Er soll in den letzten 2½ Jahren wiederholt unbefugt in dem zum Hose Nr. 6 in Währentrup gehörigen Jagdgebiete, sowohl im Felde, als auch im Walde, die Jagd ausgeübt haben. Der Augeklagte hatte Berusung gegen das Urteil eingelegt. Er gibt selbst zu, zweimal an verschiedenen Tagen im Felde, nicht weit vom Hofe Krähen, die mit wilden Tauben zusammen auf den Saaten gesessen hätten, geschossen zu haben. Die getroffenen Tiere will er dabei nicht an sich genommen haben. Im übrigen bestreitet der Angeklagte die ihm zur Last gelegte Jagdausübung. Die Strafkammer sprach den Angeklagten frei. Sie nahm nicht für erwiesen an, daß dieser in den von ihm zugegebenen beiden Fällen die Absicht gehabt habe, die Jagd auf die Wildtauben auszuülben, hielt auch im übrigen ein Jagdvergehen nicht für festgestellt. 5) Sodann war noch zu verhandeln gegen den Arbeiter Florenz W. aus St., der als rückfälliger Dieb am 30. Okt 1908 dem Landwirt Kopp son. in Seune drei Hemden und einige Hand= und Taschentücher gestohlen hatte. Er unter Annahme mildernder Umstände zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Die Untersuchungshaft wurde auf die Strase in Anrechnung gebracht * K i r c h e n c h o r. F ü r d i e h e u t i g e P r o b e, d i e a u f 8 U h r i m Arminiushotel angesetzt ist, wollen die Mitglieder des Chors die in ihren Händen sich befindenden Liederbücher mitbringen rz= Drei erste Justangen hatten sich mit der Strafsache gegen den Makler Karl Ruhoff zu beschäftigen. Vor dem Schöffengericht Lage hatte er sich wegen Unterschlagung zu ver artverten. Er warde jedoch freigesprochen. Das Gericht er klärte eber, es liege möglicherweise Betrug vor und dann sei es nicht zuständig, da ein Objekt von mehr als 300 Mark in Frage komme. Das Landgericht Detmold hob dann am 8. Oktober als Berufungsgericht dieses Urteil auf und faßte als Gericht erster Instanz den Beschluß, die Sache zu verbinden mit einer Schwurgerichtssache, die gegen den Mitangeklagten Sch. und den Hauptzeugen angesetzt war. Danach hätte dieser Sache ein drittes Gericht als erste Instanz verhandeln müssen.— Auf die Nevision des Angeklagten hob gestern das Reichsgericht das Urteil auf und verwies die Sache an das Landgericht zurück. * Im Gasthof zur„Forelle" in Verlebeck findet nächsten Sonntag, den 20. d. M., von nachmittags 3½ Uhr an, ein Konzert statt * F ü r s t l i c h e s T h e a t e r. D e r S o n n t a g b r i n g t a l s e r s t e Vorstellung eine Aufführung von Beethovens herrlicher Oper Fidelio“. In Hauptpartien sind für hier neu die hoch Finger * Oerlinghausen, 17. Dez. Zur Deckung des Desizits der Polizeikassenrechnung des Amtes Oerlinghausen pro 1907 wird im März 1909 ein Monatsbetrag Einkomenen. teuer nacherhoben werden. ∆ Brake, 17. Dez. Die Wahlen zum Gemeindeausschusse hatten folgendes Ergebnis: In der dritten Klasse Maurer Nolte 62 St., Zigarrenwerkführer Wilhelm Mühling 65 St., Rechnungsführer Ibert 62 St., Zigarrenarbeiter Karl Reuter 51 St., gewählt sind die beiden Erstgenannten. In der zweiten Klasse Zigarrenwerkführer Mesch 19 St., Zigarrenwerkführer Strate 12 St., Einlieger Fr. Krüger Nr. 197 7 St., H. Bellmer 5 St., gewählt sind die Erstgenannten. In der ersten Klasse wurde der Amtsmaurermeister Wilhelm Carell mit 4, der Kaufmann Josannes Wettlauser mit 5 Stimmen gewählt. 20= Beutors, 17. Dez. Der hiesige Ziegkerverein seiert ein diesjähriges Stiftungssest am Sonntag, den 27. Dez. im Saale des Wirts Dammler. p. Stemmen, 17. Dez. Unser Zieglerverein beabsichtigt, sein diesjähriges Stiftungsfest am zweiten Weihnachtstage durch einen Festzug durchs Dorf mit nachfolgendem Zall im Saale des Wirts Brand zu seiern. * Barenholz, 17. Dez. Der Bürger und Böttcher Friedrich Schöttker Nr. 45 ist an Stelle des verstorbenen Obenhaus zum Feldgeschworenen bestellt und als solcher verpflichtet worden. * Rischenau, 17. Dez. Am nächsten Sonnabend, 19. Dezember, finden die Neuwahlen für die ausscheidenden Mitglieder des Gemeindeausschusses statt. Aus der Nachbarschaft. * Eilsen, 17. Dez.(Einbruch). In einer der letzNächte in aus den Eilsener Tonwerken ein Einbruch ocrübt. Dem Ziegelmeister, der auf einem benachdarten Hofe schläst. ist aus seinem Dienstwohnzimmer in der Zuegelei Kleidung im Werte von 200 Mark gestohlen. * Bielefeld, 18. Dezbr.(Wochenspielplan des Stadttheaters.) Sonntag, den 20. Dezember:„Brüorrchen und Schwesterchen“.— Monton, den 21. Dezemer: „Ruth St. Dewis“.— Dienstag, den 22. Dezember:„2 X 2 = 5%.— Mittwoch, den 23. Dezember:„Die Schmugaler“. — Freitag, den 25. Dezember, nachmittags 3 Uhr:„Brüderchen und Schwestercher“. Abends 7 Uhr:„Die versunkene Glocke“.— Sonnabend, den 23. Dezomber, nachmittags 3 Uhr:„Brüderchen und Schwesterchen". Abends 7 Uhr:„Die Tür ins Freie“.— Sonntag, den 27. Dezember „Brüderchen u. Schwesterchen“. Abends nachmittags 3 Uhr:„Brüderchen u. 7 Uhr:„Er und seine Schwester“. 2c. Brannschweig, 17. Dez. Vorgestern mittag erfolgte hier im Deutschen Hause die Gründung eines Landesvereins für Hetmatschutz. In der sich anschließenden ese sammlung, der der Herzogregent und die Mitglieder des Staatsministeriums betwohnten, wurden Vorträge über die Ziele u. Zwecke des Vereins gehalten. Der Vorsttzende Kreisdirektor Krüger=Wolsenbüttel teilte noch mit, daß der Herzogregent das Protektorat über den Landesverein übernommen habe. * H a r z b u r g, 1 3. D e z. E i n E i n b r u c h w u r d e i n d e r Nacht bei dem Pastor Hartmann verübt. Die Einbrecher, drei Mann, stiegen durch das zu ebener Erde gelegene Fenster, vissen die Türfüllung aus und drangen in das im zweiten Stock gelegene Mädchenzimmer. Das Mädchen banden sie an Händen und Fützen, bedrohten es mit einem Tranchirmesser, falls es einen Laut von sich gebe und fragten nach dem Schlafzimmer des Herrn Pastor; das Mädchen gab hierüber aber keine Auskunft. Von Fräulein Hartmann, welche im Nebenzimmer schlief, verlangten sie, daß sie öffne. Diese sah draußen im Mondschein einen Mann stehen und sprang zum anderen Feuster hinaus, um Leute zu Hilfe zu holen, worauf die Eindrecher das Weite suchten. Es fielen ihnen zwei Uhren und Bargeld in die Kd. Vermischte Nachrichten. * Fürstliches Theater. Personalbestand der Spielzeit dramatische Sängerin Fräulein Kämmerer, die Koloratur1908=09: Direktion: Intendanzrat A. Berthold, Fürstlich Lipp. Hoftheaterdirektor. Vorstände: Obersvielleiter: Intendanzrat Berthold. Spielleiter: Paul Dinger, Rich. Ludwig, Aug. Schlüter und Adalbert Ulrici. Kapellmeister H. P. Heyde und A. Mourot. Chordirektor und Chorrepetitor: Dr. Hans Heinr. Tittmann. Bureau und Verwaltung: B. Günther(Fürstl. Lipp. Hoftheater=Sekretär), Vorteher und Kassierer: L. Poßner, Sekretär; A. Landmann, Inspizienten: A. Landmann, L. Poßner soubrette Frl. Witt, der Heldentenor Herr Buchwald, der seriöse Baß Herr Mees, der Tenorbusso Herr Schorn. Von früheren beliehten Kräften sind die Herren Bergmann und Dinger beschäftigt.— Den musikalischen Teil leitet Herr Kapellmeister Heyde.— Es sei besonders darauf hingewiesen, daß der Kartenverkauf an Sonntagen von 11½ bis 12½ und 4—5 Uhr im Theaterbureau stattfindet. u. Heidenoldendorf, 1d. Dezember.(Goldene Bibliothekar. Souffleusen: A. Landmann und Anna Poßner. Theater: Hochzeit.) Morgen b geht das Ehepaar Wilkenleb hiers. und Maschinenmeister: Wilhelm Wißmann; Hermann und L######***„„„„„ Carl Witmann jun., Theatermeip, Garberobier: Heinr. das Frst der goldenen Hochzekt. Der alte Herr Möller und Heinr. Schalk. Friseur: C. Schalk. Theater= der vor 14 Tagen seinen 87. Geburtstag in aller Rüstighat schon vor 2 Jahren ein seltenes Es kommt wohl heutigen Tages oft diener: Heinrich Möller. Zettelträgerin: Frau Nolte.—keit feiern konnte, Darsteller: a Schauspiel: Herren: Franz Döring, Jubiläum begangen a. G. f. d. E. Held und Liebhaber: Richard Ludwig, Bon=(vor, daß ein Ziegler 50 Jahre lang auf Ziegelei gebt und Sasten, Plelekreter, Peses duhe. Gaiberenter, Peal. sastr idt ur K sieseaste vel aul Jeurlik emnen. bert Ulrici, Charakterrollen: Louis Poßzner, Albert Land= Wilkenloh aber in siebenzig mal auf Ziegelei gegangen, mann, komische Chargen; Heinrich Wagner, zweite Väter von seinem 14. bis zu seinem 84. Jahre ist er regelmäßig und Chargen; Adolf Benndorf, Chargen. Damen: Lotte shinausgezogen, und seine Reisen haben ihn in aller Herren Fraebrich, Heldin und Liebhaberin: Grete Wilkens, Preutu: Länder geführt. Am 19. Dezember 1858 verheiratete er mentale Liebhaberin; Magda Lütgert, muntere und nasve! Caldet##su.. T—. Lg iämaßt verstorbenen PromenadenLiebhaberin; Helene Schumann, Heldenmütter und An=ssich mit der Schwefter des jüngst verstordenen standsdamen; Marie Ziebe(Fürstl. Lipp. Hofschauspielerin) wärters Disse. Wir wünschen dem Jubelpaare zu seinem bürgerliche Mütter und komische Alte: Tilly Neibigstadt, Ehrentage viel Glück und Segen und einen frohen, durch Chargen: Anna Benndorf, Therese Steinicken, kleine Rol= nichig getrübten Lebensabend len. 5) Oper und Overette: Herren: Emil Buch 99“„„„8 Pes(Berschicbenee), Fürst wald, Heldentenor; Karl Goetses, Friedr. Zohsel, lorische Salzuslen, 18. Dez.(Verschiedenes). Fürst Tenöre; Heinrich Schorn, Tenorbufso; Fritz Bergmann, 2 opold traf am Montag nachmittag gegen 3½ Uhr zur Richard Karlshofer, Baritonisten: Franz Mees, seriöser B.sichtigung der Neuanlagen und der Reudauten im KurBaß: Baul Dinger, Haßbuise: Haus Bogt,„Ber„nvar; park im Automobil hier ein.— Ihre Silberhochzeiten seiertien: Guk. Christen, Baßpartien: Herm. Waldau, Tenor= stern die Ehepaare Hausschlachter Meierkord und parten. Damen: Elsa Kämerer, hochdramatische Sängerin: s#n vorgestern die Ehepaate Han-„..—..... Margareta Kästner, jugendl. dramat. Sängerin; Claire Märker, jugendl. und Operettensängerin: Elly Brenta, Koloratursängerin; Maria von Beekum, Altistin; Toni Witt, Koloratur=Soubrette: Tilly Neibigstadt, Altpartien in Oper und Operette: Ilse Mallyn, zweite jugendl. Par fabrikarbeiter Geismann hier.— Die Weihnachts ie der öheren Mädchenschule nahm vorgestern in der Aula dei R alschule einen sehr schönen Verlauf. Eltern und Angeötige der Schülerinnen waren sehr zahlreich zur Teilnahme Ansich Schnigels Auer lich soviel Kinder aus der höheren Mädchenschule genommen werden, daß der Neubau nicht ausgeführt werden braucht. Der gleichen Ansicht int Stadtv. Kettmann. Stadtv. Priester hält es nicht für angängig, den Neubau davon abhängig zu machen, ob durch Schulgelderhöhung viele Kinder aus der Schule genommen werden oder nicht. — Es Zimmt das Kolleg der Ausschreibung der Direktorvelle sodann zu. 0 Revision der Kämmereikasse und der eltskasse. Zu Erinnerungen liegt Lein Auro beschlossen, der Kämmereikasse zu getien: Frieda Voigt, Soubrette: Therese Steinicken, kleine an der Feier erschienen Partien. Chorpersonal: 9 Herren und 9 Damen.— Zur] m Lage, 18. Dez. Von dem vermißten Kaufmann N. SchnitAufführung in Aussicht genommen: a) Trauer= ger ist trotz aller Bemühungen leider noch keine Spur gefunden Schau= und Lustspiele: Hamlet, Bezähmte Wider= In den letzten Tagen suchte man mit Hilfe der Bielefelder Pospenstige, Romeo und Julia, Minna von Baruhelm, Wil sowie deren Polizeihunden die hiesige Gegend ab. Auch helm Tell, Ahnfrau, Ein Fallissement, Wildente, Cyprienne#urden Nachfragen in den umliegenden Ortschaften gehalten Geheime Agent, Wohltätige Frauen, Kleine Lord, Das 1.424 alles oone Erfolg.(L. Bz.) nächsten Sonntag, ir Gecmnamt imtügn een Entnten Ens mmrt:#e##. d. Mis. um 3½ Uh." nn der hiesige Jungfrauen sicht(Neubeit von Halbe), Wahrheit(Neuheit von Pogson), verein unter Mtwirkung des Männer= und JünglingsverThalea Bronkema(Neuheit von Wiegand), Der Dumm= uns eine Weihnachtsseier im Schiebenhöferschen Saal(Hotel Srag“ gucb Hkonkowseo), Wanöverregen(Reus= von-Deutsches Haus“) zu veranstalten. Die Vereine haben ein Schäbler=Verrasini). 5) Opern und Overeiten: recht reichhaltiges Programm aufgestellt. Es Tiefland(Opern=Neuheit von d'Albert), Evangelimann einige Deklamationen und Lieder vorgetragen. 2 Weihnachtslaß vor.— Es wi GuutigeteungPr, Seetirnne]purden Nachfragen in den umliegenden Geheime Agent, Wohltätige Frauen, Kleine Lord, D########## alles ohne Erfolg Lügon, Kean, Strom, Biblsotbelar, Renaissance, Blinde!*09 g##mur: 17. Dez. Am Passagier, Die zärtlichen Verwandten, Im weißen Röff'l, f Barnrup, Die Hochzeitsfackel(Neuheit von Dreyer), Das wahre Ge=20. d. Mis. um 3½ Uhr gedenkt der 9 Wind Schützen, Undine, Caar und Zimmermann, Marida, Frei* Pottengunge 17. Dez. Ein bedauerlicher Unglücksfall shüt. Giblchen des Eremtten, Bettelkndent. Fladermans hut sich Vier arignet. Der Zimmerwaister Schulge gertat bo Der bestbezahlte Beamte der Welt ist wohl der Präsident Castro von Venezuela, der gegenwärtig als Gast in Deutschland weilt. Ueber sein Vermögen und sein Eincommen lausen die abenteuerlichsten Mitteilungen um. Gewiß ist, daß Castro mit den Postschiffen ziemlich häufig Geld nach Europa abgesandt hat. Er hält nämlich die Anlage seines Vermögens in europäischen Banken doch für sicherer, als sie in seinem gelobten Heimatlande sein dürfte. Die Schätzungen seines seines Vermögens schwanken zwischen 80 und 280 Millionen Mark. Bei diesen Zahlen mag ja nun wohl einige trovische Uebertreibung mit unterlausen; unter allen Umständen int aber sicher, daß Präsident Castro in dem Jahrzehnte seiner Herrschaft seit 1890 ein Riesenvermögen gesammelt hat. Diese Tatsache ergibt sich leicht, wenn man einen Blick auf die Einnahmequellen wirft, aus denen sich die Einkünfte des Präsidenten zusammensetzen. Diese stammen nämlich zunächst aus den Monopolen des Viehhandels, des Tabaks. des Alkohols und des Salzes. Sodann hat er seinen Anteil an der Münzprägung; der Leuchtturm von Puerto Cabello muß ihm einen Teil seiner Einnahmen abliefern; ferner gehört del Präsidenten die Eisenbahn von Coro, die Mehrzahl der Aktien der Eisenbahn von Tctura, ein Anteil von 10000 Pesos monatlich von den Einkünften der Kais von Puerto Cabello, das alleinige Recht d. dem Rio Zulia, dem Orinoco und dem Maracaibosee. Er ist sodann Eigentümer der großen Viehverwertungsanstalten zu Apure und zu El Blanco. Außerdem steuern ihm die Straßenbahnen, Brauereien, Elektrizitäts= und Gaswerke von Caracas, die Straßenbahnen, Telephone, Kais und der Leuchtturm von Carapano, die Asphaltseen von Beramdes und Zulia.... Die Liste kann wohl hiermit geschlossen werden, denn es kann schon nach dieser Aufzählung nicht überraschen, wenn Herr Castro auf Grund dieser Einnahmepöstchen in einem Jahrzehnt vielfacher Millionär geworden ist. Böse Zungen sagen, er habe außerdem noch durch die Konfiskation der Güter seiner vontischen Feinde ein hübsches Geld gemacht. Kann schon sein. Cipriano Castro ist eben der Cäsar Venezuelas, der Krösus des Landes und der Napoleon von Südamerika in einer Person Wenigstens sagt er es selbst.... Landestrauer in China. Aus Peking wird dem„R. Wien. Tageblatt“ geschrieben: China hat sich in den letzten Tagen sehr modernisiert. Eine Armee wurde gebildet, das Unterrichtswesen verbessert, Eisenbahnen wurden gebaut, Fabriken errichtet, und es scheint, als würde der alte Zopf nach und nach schwinden. Ganz seltsam mutet es einem daher an, wenn man die kaiserlichen Edikte liest, die für die Trauer um den Kaiser und die Kaiserinwitwe ausgegeben wurden. Man fühlt sich zurückversetzt in die alte Zeit als China noch hinter der großen Mauer verborgen lag und den schönen Traum träumde, sei der Mittelpunkt der Welt. Ein Dekret vom 19. November sagt:„Die kaiserlichen Aerzte Chen, Chew. Ta. bsi und Tscheng werden hiermit, da es ihnen nicht gelungm###. des Leben Ihrer Majestäten zu retten, um zwei Rangsblassen in ihrem Amt erniedrigt, doch dürfen sie ihre Posten wolter beibehalten. Tscheng der Präsident des kaiserlichen Sespitalund die Aerzte Tsching, Un und Tai werden zur Strafe für ihre Unwissenheit ihres Amtes enthoben. Es wird ihnen ihren Beruf anderweitig auszuüben. Dieser möge echeektiert werden!“ Während die Trauer für die Mitglieder der kaiserlichen Familie sich auf 27 Monate erstreckt, dauert die Landestrauer hundert Tage. Es sind folgende Bedingungen vorgeschrieben:„Alle Beamten, Mönche und Togikenprieber sollen sich für drei Tage in der Statthalterei von Peking um zu trauern. Männern ist das Tragen roter Knöpse an ihrer Kopfbedeckung verboten, sie dürsen sich während hunder Togen nicht rasieren. Frauen ist während dieser Zeit von Schmuck untersagt. Hochzeiten dürfen nicht P#ktsinden; auch ist das Feiern jeder anderen Festlichkeit verbetem. Musik darf nicht gemacht werden. Jede Pagode und jeder Tempel in Peking hat 30 000 Gongschläge ertönen zu lassen. Die Türen der Amtsgebäude müssen mit Trauerfarb übermalt werden. Respekt diesen Besehlen!" Das Nachsitzen in der Schule. Die meisten Schuler, die nachsitzen müssen, beteuern den Eltern gegenüber ihre Anschuld, und die letzteren entrüsten sich dann häufig über die ungerechte Behandlung ihres Sprößlings. Von dieser Empfindung geleitet, ließ ein leichtgläubiger Vater seinen Sohn nicht wieder zum Nachsitzen gehen. Die Schulverwaltung erstattete zeige bei der Polizei, und diese bestrafte den Vater wegen Schulversäumnis des Sohnes. Der Vater prozessterte dag gen, erzielte aber troß aller Anstrengungen leinen Freispruch. Das Kammergericht auch auf Stra Schüler angeset regel oder zwei Falle einer U stände den Eltnur die BeschwBonn, 17. schenk.) De mentfabrik in schlag erlassen, jahre ern We Arbeiter bei von 30 bek zum Abendm beiter, der zu erhält für die mögen eine 1 Jahre bei der 50 M. Mit 2 Arbeiter am Ein schöneres der Fabrik b träumen lasse Ein vern Groß=Lichterse Weibnachtsseft liches, und e an ihre Kund Gemeinde für Kohlenhändle zu der Spen! Der Elyse cte, die iris zutrug. Sotree, die P1 Königin von star eingeladen geben, und M en samille" Piano zu begle plötzlich ein, d den sei; das ei Tochter zu ihr schenkt, und so nommen. Nr war voller Be ausgesandt, ul Minute gelan, den, die in de zu leihen. De Gäste beim D machte man Sorte gehörte, mieten kann. er aus dem Worten ab. di ment zu spiele res gelang es den Musiker? wegen. 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Nachhilfestunden, welche für einzelne Schüler angesetzt werden, gleichviel ob als Disziplinar=Maßregel oder zwecks Hebung mangelhafter Leistungen. Selbst im Falle einer Ueberschreitung der ministeriellen Stundenzahl stände den Eltern noch kein Zurückbehaltungsrecht zu, sondern nur die Beschwerde. Bonn, 17. Dez.(Ein schönes Weihnachtsgeschenk.) Der Bonner Bergwecks= und Hüttenverein Zementfabrik in Oberkassel bei Bonn hat gestern einen Anschlag erlassen, wonach alle Arbeiter nach Anzahl der Dienstjahre ein Weihnachtsgeschenk erholten. Weiter sollen alle Arbeiter bei vorkommenden Geburten eine Unterstützung von 30 MA bekommen. Für jedes Kind, das das erste Mal zum Abendmahl geht, werden 35 4 gezahlt. Jeder urbeiter, der zu einer militärischen Uebung eingezogen wird, erhält für die Familie nach Anzahl der Kopfzahl und Vermögen eine Unterstützung. Jeder Arbeiter, der über Jahre bei dem Unternehmen in Diensten ist, erhält extra 50 M. Mit Beginn des Jahres 1909 sollen schließlich alle Arbeiter am Reingewinn des Unternehmens teilnehmen. Ein schöneres Weibnachtsgeschenk hätten sich die Arbeiter der Fabrik bei den gegenwärtigen schweren Zeiten nicht träumen lassen körnen. Ein vernünftiger Gedanke. Die Kohlenhändler von Groß=Lichterfelde haben beschlossen, in diesem Jahre zum Weihnachtsfeste keine Geschenke, wie Kalender und ähnliches, und ebenso zu Neujahr keine Gratulationskarten an ihre Kunden zu senden, sondern 30 000 Pretzkohlen der Gemeinde für die Armen zur Verfügung zu stellen. Jeder Kohlenhändler trägt je nach dem Umsang seines Geschäftes zu der Spende bei. Der Elyseepalast ohne Klavier. Eine amüsante kleine Geschichte, die sich beim Besuch des Königs von Schweden in tris zutrug, erzählt„La Bice Parisienne“. Zu einer kleinen Soiree, die Präsident Fallieres zu Ehren des Königs und der Königin von Schweden veranstaltete, war ein bekannter Opern star eingeladen worden, eine Probe seiner Kunst zum besten zu geben, und Massenet, der einer der wenigen Gäste der„soiree en samille“ war, hatte sich bereit erklärt, die Liedchen auf dem Piano zu begleiten. Kurz vor dem Diner fiel dem Präsidenten plötzlich ein, daß im ganzen Elyseepalast kein Klavier vorhanden sei; das einzige Instrument, das er besessen, hatte er seiner Tochter zu ihrer Hochzeit mit dem douspräfekten Lanes geschenkt, und so hatte es den Weg von Paris nach Versailles genommen. Run war guter Rat teuer. Präsident Fallieres war voller Verzweiflung, in größter Eile wurden die Ataches ausgesandt, um ein Piano irgendwo aufzutreiben. In letzter Minute gelang es, von einem der Stabsoffiziere des Präsidenten, die in der Nähe des Elyseepalastes wohnen, ein Klavier zu leihen. Das Instrument wurde, während die distinguierten Gäste beim Diner saßen, eiligst in den Salon geschafft. machte man jedoch die Entdeckung, daß das Piano zu jener Sorte gehörte, die man in Paris für monatlich zehn Francs mieten kann. Als Massenet darauf zu spielen versuchte, geriet er aus dem Häuschen und lehnte jede Begleitung mit den Worten ab, daß es ihm unmöglich sei, auf solch einem Instrument zu spielen. Der Ueberredungskunst von Madame Fallieres gelang es dann, den ebenfalls in der Gesellschaft anwesenden Musiker de Lara zur Begleitung des Opernsängers zu bewegen. Welchen musikalischen Effekt dieser eigenartige Zusammenwirken auf die Hörer hatte, darüber schweigt des Sängers Höflichkeit Der gesoppte Tierarzt. Die„Deutsche Wochenzeitung für Belgien und die Diederlande" erzählt folgendes Geschichtchen Ein Brüsseler Tierarzt wird an den Fernsprecher gerusen und es entspinnt sich folgendes Gespräch: „Hier R. N.“ „Ach, mein Herr, meinem Pferde muß etwas sehlen; es kann den einen Vorderfuß nicht niedersetzen. Woran kann das Tohl liegen?“ „Sie werden es doch wohl begreiflich finden, mein Herr, daß ich ohne das Pferd untersucht zu haben, nicht darüber urteilen kann! Soll ich kommen, um es zu untersuchen?“ „Bitte, es würde mich sehr freuen!" „Ihre Adresse, bitte?“ „Place Nona!!“ Schön! Welche Nummer?“ „Keine! Ich habe keine Nummer!“ „Das ist ja serderder! Mit wem habe ich denn die Ehre?“ „Ich bin.... Gottfried von Bouillon!" Die Telephonistin konnte nicht begreisen, weshalb der eine Teilnehmer so fürchterlich fluchte und abläutete. Sie hatte zu wenig von dem Gespräch mitangehört, um zu begreisen, daß— das bekannte Reiterstandbild damit gemeint war. Wenn unsere schwarzen Brüder sich Kragen aus Berlin kommen lassen! Wir lesen in den„L. N. P.“ einen inter essanten Brief, welcher beweist, wie unsere schwarzen Brüder in Kamernn sich allmählich mit dem Gedanken vertraut machen, daß der Sitz des„großen weißen Sultans“, Berlin, die Quelle aller für sie begehrenswerten Objekte zu werden beginnt. Die Empfängerin hat noch weitere Kunden aus dem dunklen Erdteil auf ihrer schwarzen Liste aufzuweisen. Der Brief lautet:„Herrn Kaufhaus d. W., Berlin. Bitte senden sie miehr die Sachen Druck Nachnahme. Erhoben habe ich Deeine Adresse von unsere Posthaus in Duala und deine Katalogen auch so, habe Ih bei ihnen sofort Bestellung nay her(soll heißen nachher) bekahnte Ihnen noc mals Adrehse von mit einge Pohstbeamte, die wohlte auch bei Ihnen Bestehlung, abeer die warte bist meine komthse. Ih werde nah her bei Ihren Firma eine gutes Freuind sein, aug meine Freuind heißt Hnok E. Njo, er hat einge 2 Pannamahut bei ihnen son (soll heißen schon) bestehlt mit dieses Dampfer Eleonore Woer (Woermann) er hat 1 Postanweisung mitgeschickt. Bitte sende mir dieses Paket am 10. November nah Duala. Ih bin eine Kaiserliche Postbeamte, Duala. Bitte Druck Nachnahme Uebersenden. Du hast gute Kragen. Ih werde auh sein dein gute Freuind. Hochahtungvol Gottl Martin Dikobat, Kaiserliche Postbeamte aus Duala Baupriso.— Folgt sodann die Bestellung auf Kragen und Oberhemden, in welcher Warenattung der Stephansjünger einen ziemlichen Verbrauch zu en scheint. 80 4 seilbet. Deraushin plazierte Nr. 1 einen Zettel in seinem Schaufenster, welcher besagte, daß man für chen unter 1 A nicht garantieren könne. Nr. 2 antwortete durch ein Plakat mit der Iuschrift:„Ich habe Seiner Majestät dem König Würsichen geliefert.“ Am nächsten Moren prangte im Drübensenster eine Niesenkarte mit den orten:„Gott erhalte den König!"„„„ Richt unbedingt nötig. Vater:„Nun Lieschen, freust Du Dich denn garnicht, daß Euch das Christkindchen diesmal ein Schwesterchen beschert hat?“— Lieschen(gedankenvoll vor sich hinblickend):„Ja, weißt Du, Väterchen, ich denke' mir, Schwsterchen sind schon genug da; aber andere Sachen hätt ich nötiger gebraucht!" Srotzmütig. Fritzchen hat die weichen Teile seines Butterbrotes gegessen und die Kruste auf seinem Teller liegen lassen. — Vater:„Das darfst Du nicht. Als ich ein kleiner Knabe war, habe ich die Krusten stets aufgegessen.“—„Haben sie Dir gut geschmeckt. Vati?“—„Gewiß!“—„Na, dann kannst Du meine haben,“ versetzte hierauf Fritzchen, ihm seinen Tellen hinschiebend. Ein liebes Weiberl.„Aber, Männchen, du bist doch wirklich nicht zu beklagen! Was willst du denn noch mehr? hast ja alles, was ich will!“ Verdächtige Höflichkeit. Schuldner(zum Gläubiger, der sein Guthaben einkassieren will):„Wollen Sie gefälligst Platz nehmen!“— Gläubtger(für sich):„Schon wieder kein Geld!" Vor dem Diner.„Gestatten Sie, gnädige Frau, daß ich mir vorher noch die Hände wasche?“— Die Gastgeberin:„Wir bitten sogar darum!"(Lust. Bl.) Deargmnels“. Mühlenörtak, Handel und Märkte. Zuckerfabriken sind in diesem Jahre in der Lage, ihre Kampagne früyer zu beenden, als es sonst der Fall gepesen ist. Das war eine Folge des geringeren Ertrages der Rübenfelder, andererseits sind aber auch die Rüden mit so geringem Schmutz bei den Fabriken angeliefert worden, daß die Verarbeitung hat glatt von statten gehen können. Der Ertrag der Zuckerruven ist im allgemeinen quantitativ nur als mittelgur zu bezeichnen, wenn auch in einigen Gegenden das vorjährige Quantum wieder erreicht ist, dahingegen war der Zuckergehalt der Rüben erheblick höder. Das Roden der Rüben war bei der herrschenden Trockenheit mit großen Schwietigkeiten verknüpft, so daß die Rüdenschwänze meinstens abgebrochen und im Boden stecken zeblieden sind. Betspielsweise sind auf den Feldern der Domäne Coldingen fast an 4000 Zeniner Rübenschwänze ausgepflügt worden, die dann zur Verfütterung gekommen sind und vom Bieh gern angenommen wurden. Bückeburg, 17. Dez.(Viehmarkt.) Die Preise waren gegen diejenigen der letzten Märkte heute höher. Das Paar 5—Zwöchiger Ferkel kostete 30—36—40, 10wöchige 42—44 M. Das Stück vierljährige Stangen wurde zu 40—45 und ½jähr. zu 55—62 M gehandelt. Die Zufuhr betrug 378 Stück. Der Handel war unlustig. Stadthagen, 17. Der.(Viehmarkt.) Aufgetrieben 3 Kühe und 1214 Schweine. 6—Zwöchige Ferkel kosteten das Paar 30—38 A. vierteljährige und ältere Schweine kosteten das Stück 30—40 M. Die Zufuhr an Schweinen war diesmal knapp. Die Preise waren infolgedessen recht in die Höhe ge gangen. Am Schlusfe des Marktes war alles verkauft. Hannover, 17. Dez. Der Schweinemarkt war angesichts der bevorstehenden Festtage nicht so stark wie seine Vorgänger beschickt; immerhin standen 3—4000 Ferkel und Schweine zum Verkauf, von denen erstere stark überwogen. Der Handel war mittelmäßig. Es kosteten im Durchschnitt das Paar 6—8wöch. Ferkel 20—28 f. 8—16wöchige Ferkel 30—40 J. vierteljährige Schweine 48—60 M. dreivierteljährige Schweine 100 bis 130 Mark. Wesermühlen= Aktiengesellschaft, Hameln. Das Geschäftsjahr 1907=08 schließt mit einem Berlust von 329629 Mark ab, wodurch sich die Unterbilanz auf 1348923 J erhöht. Die finanzielle Lage der Gesellschaft, durch welche der ordnungsmäßige Betrieb der Werke ungemein erschwert wurde, hat die Verwaltung veranlaßt, einer gründlichen Sanierung der Gesellschaft näher zu treten, und es ist der Generalversammlung der nachstehende Sanierungsplan vorgelegt worden: a) Zusammenlegung der Stammaktien im Verhältnis von 10: 8; 5) Zusommenlegung der Vorzugsaktien im Verhältnis von 2: 1 unter gleichzeitiger Umwandlung derselben in Stammaktien; c: Aufnahme einer an erster Stelle eingetragenen Partial= obligationsanleihe von 2 Millionen A: d) Ausgabe von 1½ Millionen A neuer Stammaktien.— Durch Ausführung dieses Planes fließen, wie es in dem Geschäftsbericht heißt, der Gesellschaft ca. 1¾ Millionen neues Betriebskapital zu, während andererseits der durch die Zusammenlegung der Aktien erübrigte Bilanzgewinn die Tilgung der Unterbilanz, sowie Abschreibungen in ausreichendem Maße ermöglicht. Hermann Menke auf dem Mühlenbrtak, Bauerschaft Werl und Aspe, dem Biehhändler Wilhelm Reidchen in Schötmar dem Ziegler August Koch in Volkhausen, dem Zlegler Friedrich Schröder in Rezen.„ Eheschließungen: Ziegler Wilhelee Neuter in Hünderserwelle, Bauerschaft Grastrup=Hölsen und Dienstmagd Pauline Busch in Hünderserwellr; Reiseprediger Rikolaus Bachler in Schötmar und Mathilde Gladen in Bielefeld; Schmied Friedrich Bröer in Schötmar und Dienstmagd Auguste Hasenhäger in Schötmar; Maurer August Bäiltemeier in Werl und Fabrikarbeiterin Ida Krause in Schötmar; Ziegler Gustav Bienert in Stadenhausen und Dienst magd Johanne Quentmeier in Ehrien; Tischlermeister Friedrich Beermann in Knetterheide und Dienstmagd Karoline Wiesekopsieker in Knetterheide. Stervefälle: Anna Pape, 1 Jahr, in Asperheide; Postmeister Karl Böhlen, 64 Jahre, in Schötmar; Friedrich Heitkämper ½ Stunde, in Schötmar, Leopold Henkämper 6 Stunden, in Schötmar; Ww. Friederike Holzkämper 96 Juhre, in Schötmar; Ww. Heuriette Stöttung 73 Jahre n Schötmar; Ww. Altekrüger 74 Jahre, in Werl; Beink 4 Wochen, in Schötmar; Bertha Berkemann, 1 M. in Kuetterheide; Landwittschitl. Arbeiter Ferdinand Hauff 61 J., in Schötmar: Ehefrau Friederike Krüger geb. Albrink 68 J., in Aspe; Richard Stewener 7 M., in Schötma Heinrich Indermerk 8 Tage, in Werl; Luise Sehle 3 Jahre in Schötmar; Gustav Tellbüscher 6 Wochen, in Kuetter heide; Walter Bicker 4 Jahre, in Schötmer: Arbeiterir Karoline Heil 33 Jahre, in Grastrup; Ehefrau Wilhekmin Hollensteiner geb. Stock 65 Jahre, in Papenhausen. „im Aigertug Klat. den 20. d. Mts., stattfindenden Ball ladet freundlichst ein Ed. Breinker. t Verkäuferin Freitag expreß gemachte inderwurst pro Po. 50 Pfo. Ia. Rindfleisch pro Pfd. 65 Pfg. Fritz Stadt Berntrup.— Monat November. Geburten: Ein Sohn: dem Tab.=Spinner Herrich dem Gastwirt August Schmidt, dem Ziegler Friedrich Brüggemann, dem Kaufmann Augaßt Kasem=yer, dem August Boumeister, dem Ziegler Heinrich Dauer.— Eine Tochter: dem Zimmermann Heinrich Adam. Eheschließungen: Ziegler Heinrich Frevert mit Marie Petig.— Eisenbahnarbeiter Heinrich Dux mit Wühelmine Watermeier. Sterbefälle: Landwirt Wilh. Behmeier, Wierborn Letzte Nachrichten. Rom, 18. Dez. Der Senat hat einem Vorschlag Tassis, aus Anlaß der Eröffnung des türkischen Porlaments dem türkischen Volke den Gruß Italiens zu übermitteln, einstimmg angenommen. Amsterdam, 17. Dez. Der Handelsvertrag zwischen den Rederlanden und Schweden ist heute in Stockholm unterzeichnet worden. Rostow am Don, 17. Dez. Das Zeurum der Stadt sowie ein ganzes Stadtviertel sind durch eine Feuersbrunst zerstört worden. Verschiedene Hotels, Engrosmagazine u. Warenlager wurden vernichtet. Mehrere Personen sind umgekommen. Trier, 17. Dez. Der Techniker Maagh, der sich wegen des am 9. Dezember im Eisenbahnkoupee an dem Agenten Regen begangenen Mordes in Haft befindet, hat seine Schuld eingestanden. Newyork, 18. Dez. Die venezolanische Regierung erklärte gestern wegen der Wegnahme venezolanischer Kriegsschiffe durch holländische Kriegsschiffe, Niederland den Krieg Humoristische Die beiden Konkurrenten. In einem kleinen Städtchen wohnen zwei Schlächter einander schräg gegenüber Der eine versah seine Würstchen mit dem Etiken.„1## pro Pfund“, mit dem Resuldat, daß sein Rivale die seinen für Standesamtliche Standesamt Schötmar.— Monat November. Geburten: Ein Sohn: dem Fabrikarbeiter Augus: Osterhage in Schötmar, Zwillinge dem Tischlermstr. Ludwig Neuper in Schötmar, ein Sohn dem Ziegler Friedrich Eller meier in Schötmar, dem Ziealer Wilhelm Güse in Papenlausen, dem Fabrikarbeiter Gustav Jahann auf der Heide in Schötmar, dem Ziegler August Dreier in Kriegerheide, dem Ziegler Wilhelm Schröder in Retzerheide, dem Zegler Hermann Brinkmann in Kriegerheide, dem Schlosser Heinrich Siegmann in Schötmar, dem Ziegler Friedrich Westerheide in Schötmar, dem Ziegler Gustav Sudermark in Werl, dem Ziegler Gustav Hallensteiner in Papenhausen, dem Ziegler Gustav Rehberg in Retzen, dem Ziegelmeister Wilhelm Sander in Schötmar, dem Gärtner Heinrich Becker in Schötmar, dem Fuhrknecht Auaust Gronemeier in Schötmar, dem Ziegler Heinrich Bienert in Hölser eide: Eine Tocher: dem Kaufmann Heinrich Bröker in Schötmar, dem Sc mt d Karl Voltmann in Knetterheider, dem Kammacher Ernst Kälber in Schötmar, dem Ziegler Friedrich Gerke in Lindemannsheide, dem Ziegler Heinrich Linnendecker in Hölsen, dem Ackerknecht Friedrich Herzog in Werl. dem Ziegelmeister Gustav Ellermeier in Schötmar, dem AckerFamilien=Nachrichten. Gestorben: Ziegelmeister Fritz Meyer, 70 Jahre, in Schötmar: Beerdigung: Sonnabend N. 3 Uhr in Stapelage„„„„ Verlobt: Emmy Gottschall=Salzuflen mit Karl Krecke=Cordiff. Detmold, 18. Dez. Wetterbericht der Wetterdienststelle des metcorologischen Observatoriums zu Nachen. Keine wesentliche Witterungsänderung. London: Bewölkt, warm. Hamburg: Schön. Weihnachtsgaben für das Taubstummenheim Es schenkten: Se. Durchlaucht der Fürst 40 M., GesM. 5 M., Mauermeister Jakob 10 M., Fräulein E. ———„„*— Rechtsanwalt MODEVON HEUTE Sorgiältig redigierts und daber in * Bevölkerungskreisen gern gelesene Frauen-Zeitung = Wirksames Insertionsorgan Ausverkauf. Wegen Aufgabe raufe mein ganzes verWarenlager bis Weihnachten Aus. Auch eine Von dort ab führe Mineralwasserfabrik Grabenstraße 12 Aeeeteetereeeeeeeteteettn Verlobungs-Anzeigen sowie alle übrigen Fami einem Panikenbiatte, wie Zeitung"“ ist, besonders beachtet. Es empfichlt sich deshalb uuch die Verlebung-Anselgen, sowie Geburts- u. Todes-Anzeigen, in der in Stadt und Land überall gelesenen„Lipe, Tages-Zeitung billig sind. G Verlebungskarte Druckerei der„Lipp. Tage Detmold, Hornschestrass 50, und preiswert an. Karl Schmidt(durch Gronemeier=Uebbentrup) 21 M., Frau Generalsuperintendent Credé 1.5) M., Frälein D. u. E. Pottmann=Lemgo 1 M., Steuererheber Schneel erg 2 M., Frau R 1 Paar Strümpfe u. 2 M., N. N.(durch Pastor Werdelmann) 10 M., Frau Sanitätsrat Caspari 3 M., Frau Sanitätsrat Carius 5 M., Frau Baurat Haarmann 5 M., Seminard irektor Sauerländer 3 M., Frau Geh. Oberregierungsrat Pustkuchen Kleidungsstücke und 3 M., Pastor Bleibtreu Gaben aus der Gemeinde Leopoldshöhe 11.50 M., Frau Bierhake Unterzeug und Strickwolle, Frau Tenge=Niederbarkhausen 10 M., Leutnant Wißmann 30 M., N. N. in B.(durch Pastor Sauerländer Schötmar) 20 M., Frau Brüggemeyer 10 M., N. N.(durch Taubstummenlehrer Brokschmidt) 10 M., durch Taubstummen lehrer Bödeker Küster Lütchemeier=Brake 2 M., Kohlenhändler Markus 5 M., Frau Gnade 5 M., Malermeister Herbst 5 M, N. N.(durch Frau Bauer) 10 M., N. N.=Hasebeck 20 M. Wir danken all den lieben Freunden unserer Sache verbindlickst für ihre treue Mithilfe, bitten aber zugleich herzlich um weiter Gaben. Unsere Weihnachtsfeier findet statt, am Dienstag, der 22. d. Mts., nachm 3½ Uhr; wer für das Werk der Taul: stummenfürsorge Interesse dat, wird hierdurch zu dieser Feien herzlich eingeladen. Der Vorstand des Taubstummenheims I. A.: Pastor Brüns. Todes-Anzeige. Statt besonderer Anzeige. Heute morgen 11½ Uhr entschlief sanft, nach langem Leiden, im 71. Lebensjahre, unsre liebe Mutter, Schwiegermutter, Grossmutter, Schwester, Schwägerin und Tante, Frau Auguste Branding geb. Wecke. Um stille Teilnahme bitten, im N. der trauernden Hinterbliebenen len Drucksachen jeder Art sind schnell und preiswert in der Druckerei der Lippisch Tages=Zeitung(Willy Bruder), Detmold, Hornschestr. Telephon 10 zu haben Aug. Schäfermeier u. Frau geb. Branding. Retzen, den 17. Dezember 1908. Die Trauerandacht findet statt am Senntag nachmittag ½2 Uhr im Trauerhause zu Retzen, die Beisetzung der Leiche gegen 4 Uhr auf dem Totenhofe zu Ehrentrup. Freie Fahrt nach Bielefeld Wir vergüten bis Weihnachten beim Einkauf von 25 Retourbillet 3. Klasse unserer werten Kundschaft aus der Umgegend. Mark Gebrüder Kaufmann, Bielefeld Zum Weihnachtsfeste! Schuhwaren jeder Art nur gute Waren, von vielen Tausenden getragen und empfohlen, sollen bis Weihnachten verkauft werden. Darum weit unter Preis. Als besonders billig, um damit zu räumen, einen großen Posten Knaben= und Mädchenstiefel, Größe 21 bis 35. Versuch führt au dauernder Kr chaft. A. Steinmeyer, Detmold, Bruchstraße 32. 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Klob. und Knüpp. Nr. 1/40, 69 79, 103 und 115 rm Astreisig, das. 42a= 53 Haufen Stammreisig, 8 rm Knüpp., das. 45c= 1 rm Buchen Knüpp., 25 rm Erlen Astreis. Triftenberg 67= 1 rm Eichen=, 1 rm Feldahorn=, 4.5 rm Buchen Klob. und Knüpp, 26 Buchen Stamm=, 5 Astreisighaufen. Hierdurch erlauben wir uns, nochmals unsere geehrte Kundschaft darauf aufmerksam zu machen, daß laut Verfügung Fürstl. Re gierung an den beiden Feiertagen des Weihnachts=, Oster= und Pfingstfestes nicht gebacken, auch nichts ausgetragen werden darf. Der Vorstandderfreien Bäckerinnung Detmold. Für Zuckerkranke und Magenleidende empfehle tägl. frisches Hyperconnetbrot. Hyperconnetmehl in Originalpackungen zu haben bei Liese, Wiener Backhaus. Alleinverkauf für Tetmold, Lage i. L., Horn i. L. und Umgegend. 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