□ 905 Ceneral-Anzeiger für das Fürstentum Lippe. Bezugspreis: in Detmoldu. durch 1,50 Mk. und 42 Pfg. Bestellgeld, u. 14 Pfg. Bestellgeld. Anzeigen Lage, 15 Pfg, auswärtige 18 Vfg., Reklamezeile 60 Vf. Beilagen(umsonst): 1) Lipp., Familienireund 2) Lipp. Ziegelei=Anzeiger, 3) Landwirtsch. Ratgeber, 4) Wandkalender, 5) Sommer=, 6) Winterfahrplan. Vertretungen in: Salzuflen, Lemgo, Lage, Blomberg, Horn, Barntrup, fest allen Ortschaften der Aemter Detmold, Schötmar, Oerlinghausen, Hohenhausen, Barenholz, Sternberg= Barntrup, Blomberg, Schieder, Schi über 100 Vertretungen.— Die„Lippische Tages=Zeitung" erscheint jeden orn, Brate, ; z u s a m m e n ochentag. Verantwortlicher Redakteur: Willy Bruder, Detmold. Detmold, Mittwocb, den 9. Dezember 1903. Politische Uebersicht. Deutsches Reich. ** Detmold, 9. Dez. 1908. — Reichszuschüsse an Gemeinden. Die vom Reichs zwhatzamte vorgenommene Prüsung der Etats aller derjenigen Gemeinden, welche eine große Arveiterbevölrerung infolge von militärischen Fabriken und Instituten haben, ist, wie gemeldet wird, noch nicht abgeschlossen. Es wird daher die vom Reichstage gewünschte gesetzliche Re gelung der Reichszuschüsse für solche Gemeinden erst zum 4. April 1910 eintreten. Um aber bis dahin in den Ge meinden, die in besonderem Maße unter einer Belastung shres Etats leiden, einen Ausgleich zu schaffen, sind für kommende Jahr die bisher gezahlten Reichszuschüsse nicht unwesentlich erhöht worden. Es erhalten die Ge meinden: Heppens 17700 MAibisher 9000 M), Bant 29 500 M (bisher 18.000), Neuende 6700# lbisher 5000), sowie erstmalig 2300 bezw. 500 M die Gemeinden Neumühlen=Diet richsdorf und Mönkeberg(bisher ohne Zuschüsse). Kiel, Wilhelmshaven, Ellerbeck, Bellingsdorf erhalten 28, 20, 12 und 1000 M: im Etat der Heeresverwaltung sind Spandau, Siegburg und Lippstadt mit 50, 20 und 9000 M vor gesehen. pflichtigen nur 90 Prozent der Einkommensteuer und nur 04) Prozent der Vermögenssteuer für das Jahr 1909 erhoben werden. Ferner, daß den Steuerpflichtigen in den Unterstufen ein Erlaß an Einkommensteuer für die erste Hebung des Jahres 1909 bewilligt werde in der Höhe von 40, 30, 20 und 10 Prozent. Der Regierungsvertreter hat sich gegen eine Steuerermäßigung erklärt, hauptsächlich wegen der zurzeit bestehenden unsicheren Finanzverhältnisse des Reiches, und weil die Bildung eines Ausgleichsfonds für schlechte Zeiten zu empfehlen sei. Der Ausschuß hat aber trotz der von der Regierung geäußerten Bedenken an der vorgeschlagenen Steuerermäßigung festgehalten. Im vorigen Jahre gab die Steuerermäßigung bekanntlich Aulaß zu der Ministerkrisis, indem der damalige Finanz= minister, jetzige Ministerpräsident Ruhstrat sogar mit sei nem Rücktritt drohte. Damals gab aber die Regiernug schließlich doch nach, und sie wird es voraussichtlich auch — Der Militäretat und der Reichstag. Noch über den Rückgang in den Heeresful derungen des Reichshaushaltes von 1909=1910(von rund etwa 23 Millionen dürften seitens des Reichstages erhebliche Abstriche im Militäretat erfolgen. Vorbesprechungen zwischen fübrenden Abgeordneten, an denen besonders auch die Rechte beteiligt gewesen ist, deuten darauf hin, daß eine ganze Anzahl von Stellen letwa 120] in der Armee, die jetzt mit aktiven Offizieren näher treten, denn auch die in den Fabriken beschäftigten Ar. Lipp. Lehrerverein als solchem oder nur von einzelnen beiter sind Steuerzahler, die von der Stadt einen Schutz vor spornen ohne Mitwissen der übrigen Lehrerschaft in die Wel pranitgen Argstkäoszsen wrlagen Bnuert. H2es, 2 o.: 5.2 Ple Si. S 21 4e 2 kl. K c1.5 Landezeitung zum Lesen warm empsohlene Proschüre:„De Wertschätzung hegten, die Herausgabe guiSchule im Kampfe um ihr Recht“, die schon durch einen Sprech= geheißen? Wir glauben es nicht, können es nicht saalartikel der Lipp. Tageszeitung“ vom 2. Dezember in das glauben, weil wir wissen, daß der Vorstand auf der letzten allgehörige Licht gestellt ist, enthält nach den Ausführungen der gemeinen Lehrerkonferenz vor eigenmächtigem„Vorgehen Tageszeitung— selbst haben wir die Broschüre nicht gelesen— Schulsachen dringend gewarnt hat. Es wird also nur ein — Zur mecklenburgischen Versassungsfrage. Die meck= besetzt sind, in solche für inaktive umgewandelt werden sollenburgische Regierung hatte an den Landtag die Aussor-en. Hierfür sind u. a. ausersehen: die Vorstände und OfflAbgcordnete zur Teilnahme an den derung gerichtet, 18 Abgeordnete zur „kommissarisch=deputatischen“ Verhandlungen über die Ver fassungsfrage zu delegieren. Der Landtag hat jetzt der Aufforderung der Regierung entsprochen. Die delegierten 18 Abgeordneten sind sämtlich(eaner der von der Regierung vorgeschlagenen Verfassung. — Eine Handelskammer für Deutsch=Südwestafrika In Lüderitzbucht ist ein Börsenverein gegründet worden für den Handel mit Essekten, Minenanteilen, Grundstücken usw. Der Verein zählt etwa 40 Mitglieder und drei Mak ler. In Windhuk wurde eine Korporation der Kaufleute und eine Handelskammer gegründet; das Statut wurde der Regierung eingereicht. — in einem Teil der englischen Presse war behauptet worden, daß der Flottenbund Deutscher Frauen eine Sammelbüchse bei den Schulkindern zirkulieren lasse mit der Ausschrift:„Gib uns deinen Pfennig, damit wir die Engländer verhauen können!" Das wurde zu den üblichen Hevereien ausgenützt. Auf genaueres Nachfragen mußte das schon in England selbst abgeschwächt werden. Jetzt wird es durch eine von der„Kleinen Presse beim Deutschen Flottenverein eingeholte Auskunft vollends dementiert. Die Präsidialstelle des Flottenvereins hat auf ihre Mitteilung hin die Vorsitzende des Flottenbundes Deutscher Frauen befragt und folgende Drahtantwort erhalten:„Vom Zentralvorstand niemals Derartiges geseehen, noch ihm bekannt geworden. Aufragen dieserhalb bei sämtlichen Ortsgruppen im Umlauf. Zentral= vorstand Flottenbund.“ Die Präsidtalstelle teilte serner mit, daß auch im Deutschen Flottenverein ihres Wissens niemals ein ähnlicher Vorgang sich ereignet hat. — Bayerische Blätter behaupten, daß das mittlere baverische Eisenbahn= und Postpersonal nach preußtschem Vorbild gekleidet werden und also sein bisheriges Hell blau verlieren soll. Sollte dem so sein, so werden jedenfalls praktische Gründe, nicht aber blinder Nachahmungseiser die Ursache bilden. Nichtsdestoweniger aber werden die bayerischen Patrioten wacker über die neue Verpreuzung schimpfen. 7—4 — Deutschlands Japan= Abkommen. Die„Kölnische zeitung“ veröffentlicht nachstehendes Berliner Telegramm Anläßlich des jetzt veröffentlichten Abkommens zwischen hapan und den Vereinigten Staaten ist mehrsach auch heute in Reichstagskreisen dem Wunsche Ausdruck gegeben wor den, daß auch Deutschland eine ähnliche Vereinbarung mit Japan abschließen moge. Nun braucht aber Deutschland dem von Japan u. den Vereinigten Staaten gegebenen Beispiel nicht zu folgen, denn es ist latsächlich der erste Staat gewesen, der auf diesem Wege vorangegangen ist. Am 16. Oktober 1900 ervigte ein Notenaustausch zwischen Deutschland und Eng land, der sich durchaus auf derselben Grundlage bewegte und in bezug auf Ostasien ganz ähnliche Bestimmungen enthält, wie jetzt das Abkommen zwischen Japan und den Vereinigten Staaten. Diesem Notenaustausch ist dann Japan noch in demselben Monat beigetreten, sodaß Deutsch land in diesem Falle nicht nachhinkt, sondern die Wege ge wiesen hat. — Oldenburgs günstige Finanzlage. Infolge der gün stigen Finanzlage des Landes hat der Finanzausschuß des oldenburgischen Landtages eine Reihe von Steuerermäßigungen für das Jahr 1909 in Vorschlag ge bracht. Er stellt den Antrag, daß von sämtlichen Steuer ziere der Festungsgesängnisse und Arbeiterabteilungen, die Vorstände, Stabsoffiziere und Mitglieder der Befleidungsämter, einzelne Stellen im Kriegsministerium, wie die des Vorstehers der Geheimen Kriegskanzlei, und weitere dem Großen Generalstab zugeteilte Offiziere. Ferner will man möglichst die Kommandanturen überall dort in Wegfall lommen lassen, wo neben dem Kommandanten noch ein (houverneur vorhanden ist. Auch an die Kommandozula gen für Adjutanten, Offiziere in Sonderstellungen usw. u an die Reisekosten soll die sparende Hand gelegt werden. So wird angestrebt, daß alle kommandierenden Generäle und Divisionskommandeure, denen die dienstliche Verfugung über einen Kraftwagen zusteht, zu ihren Besichti gungsreisen sich im Auto zu begeben haben, u. die hohen Kilometergelder und andere Gebührnisse wegfallen. Eben so will man die Nationen der kommandierenden Generäle und anderer höherer Offiziere in Hinblick auf die Auto benutzung einigermaßen beschneiden. Es halten sich ja auch nur wenige Kommandierende die acht ihnen zustehen den Pferde. Im ganzen glauben gute Etatskenner des Blocks, mit solchen Abstrichen mindestens die 5,6 Millionen einzubringen, um die der ordentliche Etat(die fortdauernden Ausgaben) gegen das Vorjahr— die Heeresvermeh rung auf Grund der Sextennatsbestimmungen wegen— gestiegen ist. Tages=Neuigkeiten. Die Fahrt eines jersinnigen Lokomotivführers. Einem galizischen Blatte wird aus Szezerzer berichtet: An Stelle des Güterzuges, der abends von Lemberg in Stryj einzutreffen pflegt, verkehrte gestern auf dieser Strecke seltsamerweise bloß eine Lokomotive, auf der sich Lokomotivführer Banczak mit einem ihm zugeteilten Heizer befand. Bei dem Wächterhäuschen Nr. 12, zwischen den Stationen Glinna und Szczerzec brachte der Lokomotivführer die Maschine plötzlich-um Stehen und warf den Heizer auf den Bahnkörper, worauf er. ohne auf die Stationssignale zu achten, die Lokomotive mit Eilzugsgeschwindigkeit die Strecke nach Lemberg und sodann wieder in entgegengesetzter Richtung zurücklegen ließ. Angesichts der be drohlichen Situation requirierte der Verkehrsbeamte in Glinna telegraphisch eine Hilfsmaschine aus Lemberg und machte schleunigst der Gendarmerie von dem Vorfalle Mit teilung. Erst nach einiger Zeit gelang es dem Bahnpersonal mit Hilfe der Gendarmerie, die Lokomotire auf der Fahrt aufzuhalten und deren Führer dingfest zu machen. Derselbe wurde gefesselt und nach Lemberg gebracht, wo die Bahnärzte konstatierten, das Banczak geistesgestört ist Sprechsaal. Detmold, 5. Dez. Bereits seit längeren Jahren haben sich die Anwohner der Arminstraße an den Magistrat mit der Bitte gewandt an der Straße einige Laternen aufzustellen, da nach Schluß der Fabriken die Passage der Straße lebensgefähr lich ist. Aber der Magistrat hat es nicht für nötig gehalten auf die Bitte zu antworten. Dieser Abende ist d. erste d. längst vorausgesehenen Unglücksfälle eingetreten, indem sich Herr Kaufmann Seeger vor der Molkerei ein Bein gebrochen hat. Hoffentlich wird nun der Magistrat der Sache wohl mal auf Seite 23 folgenden Satz: Das Schulgesetz siel, weil nicht der Ortsgeistliche, sondern ein Bezirksgeistlicher die Aussicht über den Religions=Unterricht fürderhin führen sollte.“ In dem genannten Sprechsaalartikel ist diese Behauptung mit folgenden Worten widerlegt worden: Dies ist eine tatsächliche Unwahrheit: von Aufsicht über den Regionsunterricht war keine Rede mehr. Der Ortsgeistliche sollte nur das Recht haben, jederzeit als Zuhörer in die Religionsstunden kommen zu dürfen. Hier steht also Behauptung gegen Behauptung. Wie verhält es sich aber mit der wirklichen Tatache? das soll in Nachstehendem gesagt werden. Nach dem Landtagsprotokolle vom 4. Juli 1908, jenem dentwürdigen Tage, an welchem die Linke des Landtags das proponierte und fast ganz durchberatene Schulgesetz zu Falle brachte, handelte es sich lediglich um die Abstimmung über den Antrag Schemmel zu§ 35a, der wie folgt lautet: „Der ordinierte Ortsgeistliche ist besugt, den Religionsunterricht in den Schulen seines Bezirkes zu besuchen, sich von der Art der Erteilung des Religions= unterrichts zu überzeugen und sich wegen etwaiger Ausstellungen mit dem Lehrer ins Benehmen zu eine Schule mehr als einem Pfarrbezirk angehört, bestimmt die kirchliche Behörde, welchem der Geistlichen diese Besugnis zusteht. Das staatliche Aussichtsrecht wird durch diese Bestimmung nicht berührt.“ Der Antragsteller Schemmel wies noch darauf hin, daß auch in den katholischen Schulen die Aussicht über den Religionsunterricht wahrgenommen werde. Nachdem der Abgeordnete Heynemann noch erklärt hatte, daß das ganze Gesetz für ihn unannehmbar sei, falls der An trag Schemmel Annahme finden sollte und auch der Abgeord nete Neumann=Hofer in längerer Rede gegen Annahme dieses Antrages gesprochen hatte, sprach der Staatsminister für Annahme des Antrages. Wir lassen hier den hierauf bezüglichen Wortlaut des Protokolls folgen. „Se. Exz. Staatsminister Frhr. v. Gevekot tritt für den Antrag des Abgeordneten Schemmel ein, der allein durchführbar sei und auch den Wünschen der Geistlichen entspreche. Er hält den Ortsgeistlichen für die zur Ausübung des kirchlichen Insormationsrechts allein geeignete Person und wiederholt die Erklärung, daß für das Staatsministerium das Gesetz unannehmbar sei, wenn der Paragraph in der jetzigen Fassung Fassung nach dem Kommissionsbeschlusse, siehe Protokoll vom 17. Juni 1908) bestehen bleibe.“ „Als vom Abgeordneten Neumann=Hofer hierauf bemerkt wird, wenn die Vorlage salle, so werde in Bälde das Staatsministerium vom Volke gezwungen werden, eine neue Schulgesetzvorlage einzubringen, wenn anders es(d. h. das Staatsministerium) nicht hinweggesegt werden wolle“.„ 4 a „wirft Staatsminister Frhr. v. Gevekot ein, die Staatsregierung beavsichtige für diesen Fall nicht, die Schulgesetzvorlage in naher Zeit noch einmal einzubringen.“ Hiernach sprachen noch einmal die Abgeordneten Schemmel für und Bruns gegen Annahme des obigen Antrages Schemmel. Danach fand die Abstimmung statt. Sie ergab Ablehnung des Antrages Schemmel mit 11(Liberale und Sozialdemo kraten) gegen 9(8 Konservative und der liberale Abgeordnete Zeiß) Stimmen. „Se Exz. Staatsminister Frhr. v. Gevekot erklärt hierauf, daß er die Vorlage zurückziehe.“ So steht im Landtagsprotokolle geschrieben, woran wohl nicht mehr zu deuteln sein dürfte. Wie kommt nun der„Lippische Lehrerverein“, der die oben zitierte Broschüre zur Irreführung des Publikums, zunächst aber der jugendlichen Lehrer, herausgegeben hat, dazu, doch offenbar wider besseres Wissen die obige Behauptung aufzustellen?(Man muß doch annehmen, daß die Herren die Vorgänge s. Zt. genau verfolgt haben). Ist die Broschüre vom eringel gewarnt hat. Es wird also nur ein geringes Häuslein Lehrer gewesen sein, die die Broschüre verfaßt haben. Es wird um Verzeihung gebeten, daß die vorstehende tatsächliche Berichtigung etwas lang ausgefallen ist. Wir möchten nun aber noch die Frage aufwersen: wo ist die Veranlassung zu der heutigen Tages sich zeigenden Auflehnung eines großen Teiles der lippischen Lehrerschaft gegen alle Autoritäten zu suchen? Da glauben wir zunächst auf die oben verzeichnete Auslassung des Abgeordneten Neumann= Hofer im Landtage hinweisen zu müssen.— Da es allgemein bekannt ist, daß ein großer Teil der Lippischen Lehrer zu dem Dr. Neumann=Hofer hinaussieht wie zu einem übermenschlichen Wesen, so wird es leicht einleuchten, daß die Art und Weise der Behandlung von Beamten und Behörden, sogar der höchsten Landesbehörde durch Neumann=Hofer, zur Nachahmung reizt.„Das Volk, also das Lippervolk, wird das Staatsministerium zwingen, das und das zu tun, wenn es nicht hinweggesegt werden will, d. h. wenn es sich nicht der Absetzung durch das Volk ausgesetzt sehen will.“ Diese Sprache reizt doch zur Nachahmung. Die Broschüre„Die Schule im Kampfe um ihr Recht" liefert schon einen kleinen aber bemerkenswerten Beweis. Vielleicht sorgt der Lipp. Lehrerverein dafür, daß mit Hilse der Lippischen Landeszeitung, oder doch mit deren großem Geldsack, diese Broschüre in Hunderttausenden Exemplaren im Lipperlande zur Verteilung gelangt. Dann ist der Zweck erreicht, der geistliche Stand,„dieser ärgste Feind des Lehrerstandes“ ist in den Augen der Lipper mal gründlich durch die Lehrer gemaßregelt worden, mit ihm die vorgesetzte Behörde, das Konsistorium. Soeben lesen wir eine Aeußerung des Sozialdemokraten Singer in einer der letzten Reichstagssitzungen, wo über die Reichsfinanzreform verhandelt wird(— unser Lipp. Reichstagsabgeordneter Dr. Neumann=Hoser ist ja nicht im Reichstage, er hat z. Zt. hier in Lippe wichtigere Geschäfte zu verrichten, er muß sein Ansehen hier sichern, er muß kämpfen um sein Mandat für den Lipp. Landtag und um die Mandate aller von ihm als Kandidaten für den Landtag aufgestellten Männer—), die mit der genannten Aeußerung des Landtagsabgeordneten Neumann=Hofer in etwa Aehnlichkeit hat: der Reichstag hat es bei der Reichsfinanzreform in der Hand, durch sein Votum die Existenz der Regierung zu vernichten usw. Aber gegen Neumann=Hofer ist der Sozialdemokrat Singer doch nur ein Waisenknabe, da versteht es Neumann=Hoser doch noch deutlicher zu sagen,(siehe die oben zitierte Aeußerung). Wir könnten noch mehr Material anführen, wodurch versucht werden möchte, den Beweis zu führen, daß das Lippische Volk seit einer Reihe von Jahren durch die Lipp. Landesztg. systematisch zur Unzufriedenheit getrieben ist. Von„Vergewaltigung des Volkes durch die Regierung" war die Rede. Ein andermal hieß es„die Regierung hat dem Volke einen Schlag ins Gesicht versetzt.“ So ähnlich, wenn auch nicht wörtlich war die Sprache der Landeszeitung. Mit Wohlbehagen wurde neulich in der Landeszeitung ein Artikel aus der„Zukunft“ mit der Ueberschrift„Gegen den Kaiser" abgedruckt. Welches Gift wird da in die„Volksseele"(um mit dem oft angewandten Worte der Landeszeitung zu reden) langsam aber sicher eingeträufelt. Da kann es denn nicht Wunder nehmen, daß das auf solche Weise aufgewiegelte Volk sich schließlich zu Handlungen hinreißen läßt, die Unheil anrichten und alle Autorität nach und nach zu nichte machen Wir können versichern, daß die mit so herrischen Worten vom Abgeordneten Neumann=Hofer geforderte Wiedervorlage eines neuen Schulgesetzes nicht in Aussicht steht, solange unser jetziger verehrter Staatsminister, der ein beträchtliches Teil seiner Amtszeit dem erfolglosen Versuche das lippische Schulwesen zu reformieren, gewidmet hat, im Amte ist. Und selbst, wenn Herr Dr. Neumann=Hoser auch im neuen Landtage mit den etwa samt ihm ins Parlament einziehend. Lehrern wieder drohen wollte, daß die Staatsregierung, die sich ihm nicht willfährig erweise, hinweggesegt werde— alle Drohungen dürften an jener Tatjache nichts ändern.— Albumblätter. Bauernblut. Roman von Paul Bliß. (Nachdruck verboten.) „Natürlich übertreiben Sie wieder mal, mein Bester! Denn nicht halb so schlimm, wie Sie sich machen, sind Sie Aber selbst zugegeben, daß Sie hier und da recht ihrem Lamento— weshalb das beklagen? Wie gemacht hat, müssen wir verbraucht werden! und seten haben mit die Natur und dies keinem um Sie ganz zufrieden, dack Sie so und nicht anders sind. Glauben Sie nur, hinter dem Lächeln manches Menschen verbirgt sich oft ein sehr sorgenvolles Gesicht! Der Schein trügt alte Wort bleibt auch hier wahr. Beneiden sein Glück!" Oh, das tue ich auch gewiß nicht! Aber manchzial, wenn ich so sehen muß, daß dasjenige, nach dem ich sucht habe, anderen spielend leicht in die Hand fällt— dann sa, lieber Busch, dann bin ich oft nahe daran, mich und meine Schwerfälligkeit zu verfluchen!, Mit rotem Gesicht und mit wild auflodernden Blicken saß er da. Erstaunt sih der Alte ihn an.„Ja, aber lieber Bruno, so kenne ich Sie ja noch gar nicht.“ sagte er ein wenig beklom Sofort wurde der andere wieder ruhiger, indem er stin lächelnd sich entschuldigte:„So bin ich auch nicht oft. Gott sei Dank! Daheim auf meinem Lande habe ich zu solchen oanten keine Zet; aber weiß der Himmel, was zentimental gestimmt haben mag— vielleicht war's der Judel, ait dem mein Bruder Haus geseiert wurde; na, so oder so mich zusammennehmen, das verspreche ich Ihnen; zweitenmale sollen Sie mich in solcher Stimmung nicht piedersehen. So. und nun adien! Ich fahre jetzt nach Hause „Aber Bruno! Es ist ja eben erst zehn Uhr vorbei! „Schadet nicht. Alterchen! Ich muß weg! Die Lust hier be ommi mir übel! Lassen Sie mich ruhig zuyen. Was wird die Frau Mutter dazu sagen!?“ Einen Augenblick sah Bruno den Alten an. und wieder seuer vessalter: Haot in einem Buc Guggr, errigen. Mütter wird ma sicher nicht vermissen, lait dem ich werde ohle nigean: deshalb seien Sie außer Sorge, lieber Busch! Bitte bestellen Sie ihr meinen Gruß!" „Aber Bruno, Jungchen wollen Sie denn der Mutter nicht selber adien sagen?“ „Es ist besser so! Ich könnte vielleicht doch nur stören! Sehen Sie nur dort, wie sie mit ihrem Abgott Hans zusammen die Huldigungen der Gesellschaft entgegennimmt— nein, da gehöre ich nicht hin!" Mit schnellem Gruß empfahl er sich und ging hinaus. Und voll Besorgnis sah der alte Herr ihm lange nach Bald darauf nahte sich Frau Konsul Felsing Sofort erhob sich der Prokurist und ging der Herrin ent „Suchten Sie mich, gnädige Frau Lächelnd nickte sie und fragte:„Wenn ich mich nicht ge täuscht habe, so sah ich eben meinen Bruno hier bei Ihnen sitzen?“ „Richtig! Herr Paulsen war hier bei mir, aber er hat vor wenigen Minuten das Fest verlassen und ich habe Ihnen seine Grüße zu übermitteln.“ Das Gesicht der schönen Frau wurde ernst eine herbe Falte um den Mund markierte sich, und mit verhaltenem Aerger sagte sie:„Also so weit sind wir schon, daß er fortgeht, ohne mir adien zu sagen“ Der alte Prokurist schwieg und sah ein wenig verlegen vor sich nieder. „Was soll man nun dazu wieder sagen? Er wird von Jahr zu Jahr sonderbarer. Sie kennen ihn doch nun schon auch sast ein Lebensalter lang, lieber Herr Busch— sagen Sie, was ist mit dem Jungen los? Was fehlt ihm? Wissen oder vermuten Sie weshalb er so menschenscheu und so unzugänglich geworden ist?" Busch nickte.„Enädige Frau, ich bin seit nahezu dreißig Jahren im Hause tätig. ich habe Bruno aufwachsen und sich entwickeln sehen, auch ich habe bemerkt, daß er nach und nach sich zurückgezogen hat und fast nur seinem Beruf noch lebt— was aber ihn zu dem Sonderling gemacht hat, das, meine gnädigste Frau vermag ich auch nicht zu sagen; die Seele ist ein kompliziertes Ding. und vielleicht habe ich kein Talent dazu, Seelenrätfel zr lösen.“ Als er schwieg, sah sie ihn an, scharf und prüsend, denn an dem Ton seiner Stimme hörte sie, daß er nicht alles, was er wußte oder dachte sagte. m Mit kurzem Gruße ging sie fort, kaum aber war sie nächsten Zimmer, als ihr der Justizrat Bronk entgegentrat. „Ach, lieber Freund. Sie gerade suchte ich!“ „Und ich Sie, meine Liebe!" „Denken Sie, Bruno ist schon wieder fort, ohne mir adien zu sagen.“ Der Justizrat nickte sinnend:„Ich weiß, ich traf ihn noch in der Garderobe.“ „Nun was sagen Sie dazu? Ist so ein Betragen nicht unerhört?“ Er zuckte die Achseln.„Sagen wir, es ist eigenartig, um nicht zu sagen unartig!“ „Sie können getrost das letztere sagen, lieber Freund! Und ich bin tief betrübt, daß er so ist!“ Ein Weilchen herrschte Schweigen. Dann fragte er:„Wirklich? Seien Sie mal ganz ehrlich. liebe Freundin— sind Sie wirklich so tief betrübt darüber?" Ganz verblüsft sah sie ihn an.„Aber lieber Freund, ich — ich verstehe Sie nicht,“ sagte sie leicht erzitternd. „Nun, ich meine, wenn Sie alles für und wider genau erwägen, dann mußten Sie zu dem Resultat kommen, daß Sie jawohl meine Beste— daß Sie auch mit schuld daran haben, wenn aus dem Jungen der Sonderling geworden ist.“ Mit Tränen in den Augen antwortete sie:„Aber habe ich nicht stets alles getan, was zu seinem Besten diente?“ Habe ich nicht—“ „O. gewiß! Daran zweisle ich keinen Augenblick, meine Liebe! Aeußerlich hat ihm gewiß nie etwas gemangelt. Aber hat er Ihrem Herzen auch immer so nahe gestanden wie Ihr jüngster Sohn?“ „Ich bin beiden ein fürsorgende und gute Mutter gewesen das Zeugnis darf ich mir aus stellen", antwortete sie mit leichter Verlegenheit. „Glaube ich! Aber dennoch glaube ich auch, daß Sie Ihren Hans mehr lieben als den Bruno“— er sah sie mit ernstem aber mit mildem Blick an. Unter leichtem Erröten entgegnete sie:„Mein Gott Sie kennen ja mein Leben wie kein zweiter— Sie müssen dog wissen, wie unglücklich ich mit meinem ersten Manne gelebt hatte, u. daß ich erst in der zweiten Ehe das wahre Glück sand Er nickte.„Ich weiß es. Und eben das ist es auch, was Sie Bruno entfremdek hat" Es ist möglich, daß Sie ja recht haben, lieber Freund. Die Knaben waren aber auch zu ungleich geartet. Hans war von frühester Jugend an immer der liebe, gute Kerl gewesen, flott und wild, aber auch herzlich und mir in Liebe zugetan. Bruno dagegen war ernst, ja finster, schweigsam, störrisch und eigensinnig; in ihm steckte das dicke Bauernblut seines Vaters dem r ja auch wie aufs Haar gleicht.“ „Schelten Sie mir das Bauernblut nicht,“ sagte er ernst. „Schwerfällig, unbeholfen und eigensinnig, so sind diese Art Menschen.“ „Aber treu und gut sind sie, und fest und zäh; es ist Verlaß auf sie und das schließlich ist im Leben die Hauptsache.“ Der Kern muß gut sein! Den äußeren Firnis kann man ich leicht zulegen." Sie schwiegen und sahen sich an. Dann begann sie mit leicht scherzenden Ton:„Also, wenn ich wirklich so schuldig bin, wie Sie mich hingestellt haben, dann wird mir jetzt nichts anderes übrig bleiben, als abzubitten, und von nun an um Brunos Liebe zu buhlen.“ „Ich fürchte, daß es dazu jetzt zu spät sein wird,“ antwortete er ernst wenn man so alt, wie er geworden ist, pflegt man ein fertiger Mensch zu sein.“ S6#1 „Ja, mein Gott, was soll dann aber werden? Wir können doch nicht so nebeneinander leben! Das wird ja auf die Dauer unerträglich!“ jammerte sie. 9 Achselzuckend sagte er: Das Leben ist ein Kompromi Man muß sich nicht zu sehr auf die Finger sehen. Mit gutem Willen kann man sich schon gegenseitig ertragen.“ Ich werde mit Bruno sprechen, offen und ehrlich, und wenn ich ihm wehe getan habe, so will ich es nun durch doppelte Liebe wieder gut zu machen suchen,“ rief sie begeistert. * folgt.) * — 4 Mit leichtem Wiegen des Kopfes sagte er:„Ve können Sie es ja immerhin." Sie wollten noch weiter darüber sprechen, aber aus den Saal erschollen Stimmen und Ruse nach der schönen Hausfrau„ ß 4 „Ein andermal mehr,“ nickte sie dem alten Freund zu und ging zurück in den Saal. à h##4-At 153 * 9.—* M. Carl Bruns, Detmold = Lemgoerstraße Nr. 6= Kaufhaus für Möbeln, Spiegel, Polsterwaren, Linoleum u. Linoleumläufer, Teppichen, Gardinen, Läuferstoffe, Tischdecken, Vorlagen, Kinderwagen, Sportwagen, Triumphstühle us w Durch Neubau eines großen Lagerhauses bedeutend vergrößert! Brautleute! 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Heidenoldendorf u. Rittergut Braunen bruch Haustenbeck und Lopsborn Berlebick Heiligenkirchen und Hornoldendorf mit 4. Ritter gut Fromhausen Hiddesen IV. Wahlkreis. Amt Horn. Kohlstädt Schlangen mit Meierei Oesterholz Brüntrup Bad Meinberg mit Wehren Bahlhausen=Bellenberg Heesten und Küterbrok.... Leopoldsthal Grevenhazen Beldrom Holzhausen Amt Schieder. Sd ieder mit Schloß und Meiereibezirk und Forsthaus Wöboel mit Rittergut Wöbbel... Belle mit Forsthaus Belle Billerbeck Herrentrup, Reelkirchen, Höntrup Wellentrup, Tintrup, Siebenhöfen Borkhausen, Freismissen u. Gröpper Amt Schwalenberg mit der Stadt Schwalenberg Stadt Schwalenberg mit Burg= und Meiereibezirk und Forsthaus Brakelsiek und Forsthaus am Möhrt Lothe und Ruensiek Rischenau, Biesterfeld und Falkenhagen Köterberg und Niese Hummersen Wörderfeld Sabbenhausen Elbrinxen, Glashütte und Forsthaus Eichwald Amt Lipperode mit dem Stift Cappel. Lipperode Cappel mit dem Stifte Cappei.. 255 1 157 Oberbracht 9 15 10 Bremke Rett Asmissen wit Schloßbezirk Sternberg, Rittergut Ullenhausen und Meierei Ballentrup — Schönhagen und Meierei Dorocherthal Bösingield Alberdissen mit Schloßbezirk Alverdissen Sonnebern.= Wierborn und Struchtrup, Rittergüter Mönchshof. Barntrup, Wierborn, Gut Oesteröden und Meierei Barn trup Amt Hohenhausen. Asendon Lücenhausen Osterhagen Talle mit Rittergut Niederntalle. Bentorf Brosen Heustor Pavenhausen Westorf Hohenhausen Brüntorf Matorf und Meierei Breda Welsturf.......... Amt Barenholz. — Barenholz mit Meierei Barenholz Stemmen Silixen Almena Heidelbick und Meierei Heidelbeck Langenholzhausen und Meierei Helling hausen Calldorf Erder Amt Brake. Leese Entrug Hillentrup Lüerdissen Sommersen Wendlinghausen mit linghausen Lütte, Hasebea und Kluckhof Wahmbeck und Loßbruch.. Brake mit Meierei Brake Amt Detmold. Spork, Remmighausen und Domäne Johannettenthal Schönemark und Schmedissen... Leistrup=Meiersfeld und Oberschön hagen Bahlhausen und Niederschönhagen Mosebeck und Barkhausen... Hakedahl, Brokhausen und Rittergut Herberhausen *— 10 121— 3— Frevert gewählt. 55—— VII. Amt Schötmar. Schötmar mit Rittergut Schötmar und Domäne Heerse Ehrsen=Breden — Grastrug=Hölsen, Rezen=Papenhausen I und Rittergut Papenhausen.. Holzhausen und Rittergut Sylbach Wülfer=Bexten und Domäne Bexten Bexterhagen und Nienhagen Lockhausen, Binnen, Uebbentrup und Domäne Uebbentrup 56]— Schemmel gewäl 10 102]— 185 57 25— Scharenberg gewählt Der Landtagswahlen zweiter Tag. Bei den gestrigen Wahlen der zweiten Klasse siegte im 1. Wahlkreise der Ober telegraphenassistent Schelp=Detmold(liberal) über den Inpektor Neitzel=Detmold(parteilos). Letzterer schnitt sehr gut ab, wenn man bedenkt, daß hinter Herrn Schelp eine gutgeschulte Organisation stand, hinter Herrn Neitzel leider nicht.(Wann wird dieses Klagelied endlich verstummen können?) Der 2. Wahlkreis sandte wiederum Herrn Natsapo theker Heynemann(freis.) in den Landtag. Den 3. Wahl kreis eroberte Herr Rittergutspächter ScharenbergBraunenbruch(konservativ) mit großer Majorität. Der 4. Wahlkreis entschied sich für Herrn Gutsbesitzer OberbrachtSiebenhöfen(kons.); eine nicht unbeträchtliche Minorität vereinigte sich auf den bisherigen Vertreter dieses Kreises, Herrn Gutsbesitzer Köllermeier=Belle(gleichfalls konservativ), der eine Wiederwahl abgelehnt hatte. Herr Gutsbesitzer Schemmel=Wüsten, der Führer der Konservativen, siegte mit erdrückender Mehrheit im 5. Wahlkreise, dasselbe gilt von Herrn Gutsbesitzer Frevert=Niedermein(kons.) im 6. Wahl kreise. Der 7. Wahlkreis ging den Freisinnigen verloren; die Wähler machten die freisinnig liberale Verbrüderung Meier Jobst=Neumann=Hofer nicht mit und ließen Herrn Meier Jobst diesmal im Stich. Der konservative Gutsbesitzer DöldissenSommersell gewann mit 19 Stimmen Mehrheit. Wäre Herr Meier Jobsot nicht mit Herrn Neumann=Hosei gegangen, dann säße er wieder im Landtag. Nun hat er seinen Sitz im Landtage verloren, wie vorher schon den im Reichstage— in beiden Fällen ein Opfer der falschen Wahltaktik eines Teiles der frei sinnigen Führer! Dieses Resultat ist die Frucht des faulen Wahlkompromisses mit Neumann=Hoser's Partei. Hofsentlich läßt der Freisinn sich das zur Lehre dienen und rückt in Zu kunft von Neumann Hofer so weit wie möglich ab. Bemerkenswert ist noch das außerordentlich starke Anwachsen der konservativen Stimmen. V. Wahlkreis. Amt Sternberg=Barntrux. Beza Humfeld mit Meierei Oelentrup.. chwelentrup mit Meierei Göttentrup Göstrup Nalhof Laßbruch VI. Wahlkreis. Amt Blomberg. Istrup und Rittergut Maspe, Burgund Meiereibezirk Blomberg Cappel, Kleinenmarpe, Mossenberg Wöhren Greßenmarpe Donop, Dalborn, Hosdonop und Lüdershof Eschenbruch und Forstbezirk Blom berg Werl=Aspe Unterwüsten Oberwüsten und Rittergut Amt Oerlinghausen. Asemissen und Rittergut Niederbark hausen.. Bechterdissen Greste und Domäne Dahlhausen Hovedissen mit den Rittergüten Hovedissen und Eckendorf Mackenbruch Oerlingbausen Senne Währentrup Wellentrug Aus dem Reichstage. Ergänzung des gestrigen Berichts über die MontagsSitzung. Aba. Graf Kanitz(kons.): Die Regierung tritt zur zeit mit einer Mehrforderung von 500 Millionen an uns berau; da muß auch dem geduldigsten Stenerzahler die Galle überlausen. Alle Ausgaben sind unverhältnismäßig gewachsen. So ist 2. B. der Marine=Elat mit 111 Millionen heute achtmal so groß, wie vor 20 Jahren. Die Marine Frankreichs erfordert nur 219 Millionen Mark, die Eng lands allerdings 690 Millionen. Wenn wir neben dem stärksten Landheer auch noch die zweigrößte Flotte unter halten wollen, so wird dies schließlich über die Kräfte des Landes gehen. Gegen die Auswüchse der Syndikate sollte die Regierung Maßregeln ergreisen. Neben dem Kohlensundikat hat sich jetzt ein Mühlensyndikat gebildet. Eine Mühlenumsatzsteuer wäre dringend erforderlich. Im Post eiat vor allem müssen Abstriche gemacht werden. In der äußeren Politik ist es als ein unnaturliches Verhältnis zu bezeichnen, daß wir die hohen amerikanischen Zölle zehlen, Mmerifa an und sche nur deufbare Erleichterung genießt. Da sollte Abhilfe geschuffen werden. Wir haben keine Ursache, die auf dem Balkan eingetretenen Veränderungen als Umwälzungen großen Stils zu betrachten. Auch die neueste Entwickelung der Türkei birgt meines Erachtens keine Gefahr in sich. Eine Verstärkung der englischen Armee kümmert uns nicht und beunruhigt uns auch nicht. Die Casablanca=Asfare wird ja nun hoffentlich durch Schiedsgericht erledigt werden. Abg. Dr. Wiemer(Frs. Vpt.): Die ggrarische Zoll politik hat den Etat ungünstig beeinflußt. Der wirtschaft liche Aufschwung des Deutschen Reiches ist nicht eingetreten wegen, sondern trotz dieser Zollpolitik. Bei den einzelnen Clats, besonders beim Militäretat, sind erhebliche Ab striche auch in den lausenden Ausgaben möglich. Das Amt eines Chefs des Militarkabinetts muß eingegliedert wer den in den Organismus der Staatsbeamten und dem Kriegeministerinm unterstellt werden.(Lebhaftes Sehr richtig! links.) Wie kommt man dazu, auf Reservenffiziere einen Druck denin auszuüben, daß sie in Kriegertereine einzutreten geewungen werden? Der Marine=Etat hält ich in den Grenzen des Flottengesetzes. Daß der Gedanke eines Vertrages über Einschräntung der Flottenbauten glatt von der Hano zu weisen ist, glauben wir nicht. Der Gedanke einer Invasion ist so absurd und aberwitzig, daß es sich kaum verlohnt, ihm ernsthaft entgegenzutreten.(Leb haftes, allseitiges Sehr richtig!) Der Forderung einer anderweitigen Normierung der Fernsprechgebühren für Stadt und Land widersprechen wir entschieden. Wir müs sen feststellen, daß das Reichsvereinsgesetz nicht in dem Geiste gehandhabt worden äst, in dem es geschaffen wurde. Der Gebrauch der polnischen Sprache muß den Arbeiterorganisationen bei unpolitischen Beratungen zweiselles gestattet werden, und diese Erlaubnis darf erst ausarhoben werden, wenn nachgewiesener Mißbrauch mit ihr gettieben wurde. Der Fall Schücking widerspricht aufs schärfste dem Grundsatz der versassungomäßig gewährleisteten Meinungsfreiheit und der parteipolitischen Gleichberechtigung aller bürgerlichen Parteien.(Lebhaftes Sehr richtig! linko.) Die Erledigung der Casablanen Angelegenheit beweist einen erfreulichen Fortschritt des Schiedegerichtsgedankens. Durch das Vorgehen Oesterreichs ist unsere Position auf dem Balkau schwierig geworden. Immerhin ist unser Plat an der Seite der befreundeten Dreibundsmacht in guten und erst recht in bösen Tagen.(Lebhaftes, allseitiges Sehr richtig!) Gegenüber den Prager Exzessen liegt es uns sern, in die inneren Angelegenheiten Oesterreichs hineinsprechen zu wollen, ader wir müssen fordern, daß unsere berufenen Vertreter in Oesterreich sich des Schutzes der Deutschen energisch annehnen. Abg. Freiherr von Gamp(Rpt.): In der Freund schaft zwischen Frantreich, England und Rußland sehen wir keine Gefahr für Deutschland. Das Absommen zwischen Amerika und Japan ist für uns kein Gegenstand der Sorge wir werden vielmehr daraus Vorteil ziehen bei unserem Handelsverkehr mit Japan. Die gestrige Symnatbiekund gebung der Studenten in der Philbarmonie für die deutschen Studenten in Oesterreich können wir nur billigen. Daß beim Etat, insbesondere beim Milltäretat, erhebliche Ersparnisse gemacht werden, ist ein allgemeiner Wunsch. Die Forderuna des Zentrumsabacordneten Speck nach Verlangsamung unseres Flottenbaues können wir nicht unter stützen. Wir sollten uns bei dem ruhigen Fortschreiten des Ausbaues unserer Flotte nicht aus dem Gleise brin gen lassen. Den Kolonialetat können wir nur mit Besriedigung betrachten, insbesondere wegen Verminderung der Schutztruppe. Ersparnisse werden erzielt werden können in erster Linie bei den Betriebsverwaltungen. In dem Sparsamkeitserlaß des Reichskanzlers ist natürlich nicht die Rede davon, daß am Verkehr gespart werden soll. Dem Verkehrsbedürfnis, und nicht dem Verkehrslurus soll Rechnung getragen werden. Im allgemeinen muß der Res sortsanatismus aufbören, es dürfen Ausgaben nur gemacht werden, wenn Deckungsmittel vorhanden sind.(Beifall rechts.) Abg. Lattmann(Wirtsch. Vag.): Wir haben vom Herrn Reichskanzler mit Freuden vernommen, daß er für Deutschland keine führende Stellung bei der Lösung des Ballanproblems begebrt und daß unsere Losung„Treu zu Oesterreich“ sein wird. Daß die Sozialdemokratie kein Ver tranen zur Regierung hat, hätte sie am Sonnabend mit wenigen Worten sagen können. Sie hat noch nie zu einer Regierung Vertrauen gehabt und wird es zu keiner haben. Bei der Besoldungsfrage halte ich es nicht für so unmöglich, zwischen Verbeirateten und Unverbeirateten zu schei den. Warum sollte der Staat, der an der Kinderzahl sei ner Angehorigen ein vitales Interesse hat, seinen ver heirateten Beamten nicht besondere Erziehungsbeihilfen gewähren dürfen? Für viele Unterbeamten wird die Ge haltsaufbesserung illusorisch durch das Fortfallen der Teue rungsgelder und der Stellenzulagen, für andere durch die Heraussetzung des Alters, in dem das Höchstgehalt erreicht wird. Der Wohnungsfrage läßt sich nicht durch Zuschun erhöhungen, sondern nur durch bodenreformerische Gesetze beikommen. Die Beamten müssen ihrerseits hier und da austretenden Kastengeist und Sonderdünkel ablegen, dann wird man sich hoffentlich ihren berechtigten Forderungen geneigter zeigen. Nächste Sitzung Mittwoch 1 Uhr: Dritte Lesung der Gewerbeordnungsnonelle, Fortsetzung der Etatsberatung Schluß 6 Uhr. Politische Uebersicht. Deutsches Reich. * D e t m o l d. 9. D e z. 1908. — Der Kaiser hörte gestern vormittag den Vortrag des Chefs des Militärkabinetts und des Chefs des Marine labinetts. Er empfing zur Neubearbeitung des Exerzier Reglements für die Kavallerie die verstärkte Kavallerie kommission, serner den kaiserlich chinesischen Gesandten Sun Pao Ai in Abschiedsaudienz und den brasilianischen Gesandten Dr. Illbere de Cunha in Antrittsandienz. — Die Schiedorichter im Casablauca=Fall. Für das Schiedsgericht in der Casablanca=Frage hat die deutsche Regierung den Wirkl. Geb. Legationsrat und Justiztar im Auswärtigen Amte Dr. Kriege und den itallentschen Staatsrat Fusinato zu Schiedsrichtern gewählt. Die von der deutschen und der französischen Regierung gewählten 159 140/— Döldissen gewählt. Schiedsrichter werden gemäß Art. 2 des Schiedsvertrags vom 24. November d. J. nunmehr einen Obmann zu wählen haben. — Die höchsten Spitzen der deutschen Heeresverwaltung (Kriegsministerium, Generalstab) wünschen, daß die japanische und chinesische Sprache im Heere mehr gepflegt werden. Die maßgebenden Stellen sind der Meinung, daß das Heere ohne eine Anzahl Offiziere, die in er chinesischen und japanischen Sprache gründlich ausgebildet sind, nicht mehr auskommen könne. Es soll deshalb ine Anzahl Offiziere zum Studium dieser beiden Sprachen um orientalischen Seminar kommandiert werden. —. Feststellung der Grenze zwischen Deutsch= und Englisch=Neu=Guinca. Wie das„Reutersche Bureau“ erfährt, haben die deutsche und die englische Regierung das Abkommen getrossen, durch eine gemeinsame Kommission die Grenze von Deutsch= und Englisch Neu=Guinea genau bestimmen zu lassen. Das Bureau meint hierzu, es dürfte laum möglich sein, die Arbeiten in der Zeit eines Jahres zu beenden, doch sollen die Vermessungsarbeiten mit Anang nächsten Jahres begonnen und so eifrig wie möglich betrieben werden. Der deutsche Kommissar sei Hauptmann Foerster, der demnächst Berlin verlassen werde. Der englische sei der Regierungslandmesser in Papua, G. Saloze, der sich schon an Ort und Stelle befinde. — Die Deputation englischer Arbeiter aus Vorkshire, welche unter Führung von Mr. Boyd=Carpenter in den letzten Wochen die Hauptplätze der deutschen Wollindustrie bereiste, kehrt heute nach England zurück. nachdem sie Studien über die Arbeiterverhältnisse in Gera,„Kottbus, Rummelsburg, Schönweide, Leipzig, Dresden,##rimmitschau u. Frankfurt a. M. gemacht hat. Vor ihrer Abreise hat sie an den Staatssekretär des Innern, welcher sie bei ihrer Ankunft persönlich empfangen hatte, ein Schreiben gerichtet, in dem sie ihren lebhaften Dank für das Entgegenkommen ausspricht, das ihr durch die Behörden, die Arbeitgeber und die Arbeiter zuteil geworden ist. — Kundgebung für die Deutschen in Prag. Fast 2000 Studenten der Berliner Universität hatten sich in der Philharmonie eingesunden, um ihren deutschen Kommilitonen in der alten deutschen Universitätsstadt Prag ihre Sympathie kundzugeben. Die Versammlung, der ein großer Teil des akademischen Lehrkörpers beiwohnte, endete mit der einstimmigen Annahme nachstehender Kundgebung: Wir, die am. Dezember 1908 mit ihren Professoren versammelte Studentenschaft der Universität Berlin, sind mit Entrüstung den Vorgängen in Prag gefolgt, die mit ihren Angrissen auf Prosessoren und Studentenschaft eine ernste Gefährdung deutscher Bildung und Kultur bedeuten. Wir erkennen als Pflicht jedes Deutschen, den bedrohten Brüdern senseits der Grenze zu helfen. Wir fordern die Kommilitonen auf, zu diesem Zweck dem Verein zur Erhaltung des Deutschtums im Auslande möglichst zahlreich beizutreten. Wir beschließen, von dieser Resolution der deutschen Unlversität zu Prag Kenntnis zu geben, und schließen mit dem Ausdruck unserer wärmsten Sympathie für die mannhaften akademischen Vorkämpfer für deutsche Bildung und Kultur gegen Rassenkampf und Fanatismus.— Eine ähnlich gehaltene Sympathiekundgebung wurde telegraphisch nach Prag gesandt. Deruburg über unsere Auf dem Festessen des Vorstandes der Deutschen führte, in Erwide Kolonien. Kolonial= rung eines ihm gewidmeten — Deruburg aus: Mit froher r###t habt er vor 9 Monaten Deutsch=Südwedafrtka Uen. Vor allem deshalb, weil er dort deutsche Mänund Frauen gefunden habe, die mit Ueberzeugung tere des deutschen kolonialen Gedankens sein wollen verl ner viel reicher, als die Kenntnis gesetzt worden sei. Clemenceau fuhr fort, die Rogierung habe ihren Spruch für unerläßlich gehalten, de Germinet schon einmal ernstlich verwarnt worden sei. Die Regierung habe gegen Germinet die einzelnen Stufen der Disziplinarstrafen erschöpft. Andersetts soi dem Admiral die Lausbahn nicht abgeschnitten. er sei ein guter Seemann und würde nach Sühnung seines Verschuldens seinen Rang wieder einnehmen können.— Die Kammer nahm mit keer geworfenen Waren bedie„Ehemnitzer N. N.“ melden, Diamantenlelder, die man gesunden, seten 255 gegen 142 Stimmen die vom Ministerpräsidenten gereicher, als die Welt bisher geglaubt. nehmigte Tagesordnung des Deputierten Grosdidier an, Die Finanzen des Schutzgebietes seien den Wirrnissen eines langjährigen Krieges zum Trotz sehr gur. Ueberhaupt seten ja die Finanzen das beste Barometer, um daran die Fortschritte eines Landes zu messen. Und nun ging Dernburg die Schutzgebiete durch und erläuterte mit knappen Zahlen deren wirtschaftliche Lage und ihr finanzielles Verhältnis zum Mutterland. Er ging dabei vom Jahre seines Amtsantritts, dem Jahre 1907, aus und zog folgende Bilanz: Im Jahre 1907 erforderte Ostafrika einen Zuschuß von sechs Millionen A. der 1908 auf vier Millionen herab sank und für 1909 auf 2½ Millionen angesetzt ist. Kamerun erheischte 1907 drei Millionen, im nächsten Jahre 2,7 Mill. und begnügt sich für 1909 mit einem Zuschuß von 1.6 Mill. Südwestafrika hatte 1907 65 Millionen erfordert, 1908 verlangte es 88 Millionen und wird 1909 deren noch 18 Mill Bei Neugutwea blieben mit 111 000 A die Zu in der der Regierung das Vertrauen ausgesprochen wird in der Ueberzeugung, daß sie die Tatkraft besitze, die Marine=Reformen zu gutem Ende zu führen. bedürfen. Bei Neugutwea blieben mit 111 00o..... schusse sich gleich. Bei den Marianen hatte 1907 das Reich noch 340000 M Zuschuß zu gewähren, und für das kommende Jahr ist ein Ueberschuß von 62000 A zu erwarten.Idrehung eines Teiles seiner London. 7. Dez. Im Unterhause wies Bellairs(lib.) darauf hin, daß Adwiral Finnis in einer Rede, die er am 2. d. M. in Dover hielt, erklärt habe, daß es ihm bei den Flottenmanövern mit einer Flottenabteilung, die eine Transportflotte mit 70000 Mann Landungstruppen vorstellte, gelungen sei, der englischen Verteidigungstruppe bei Nebel auszuweichen und die Küste von Schottland unbemerkt zu erreichen. Demgegenüber erklärte Marine=Parlamentssekretär Mac=Kenna, daß Admiral Finnis seit nuar dieses Jahres inaktiv sei und bei den letzten Flottenmanövern kein Kommando irgend welcher Art gehabt habe. Auch habe Finnis ihm mitgeteilt, daß die ihm zugeschriebene Erklärung auf einer falschen Auffassung und Vers seiner R.“ jede beruhe. Mac=Kenna solcher Fall, daß boykottierende Hasenarbeiter deutsche Wa ren ins Meer geworsen, hat sich allerdings am 19. Novem ber ereignet. Unter den ins M fand sich aber kein Kaiserg Chemnitz, u. Dez. Wie ist heute nachmittag in der dritten Stunde in Grünhainichen eine Iuterimsbrücke eingestürgt. Dabei sind 12 Personen verunglückt. Eine davon ist tot, acht sind leicht und drei schwer verletzt. Danzig, 8. Dez. Die„Danz. Ztg.“ meldet aus Elbing: Vor einigen Tagen vergistete sich im Wartezimmer des hiesigen Arztes Dr. W. eine Verkäuferin. Heute ent zog sich dieser Arzt seiner Verhaftung durch Selbst mord. 1, 8. Dez. Bei der Kreisstadt Eupen im belgischen Hertogenwald wurde das Automobil eines Herrn aus Malmedy von fünf Hirschen angegriffen. Beim scharsen Ausbiegen stürzte der Kraftwagen in den Straßengraben. Die beiden Insassen stürzten aus dem Automobil, erlitten jedoch nur leichte Verletzungen. Hierauf ergriffen die automobilfeindlichen Hirsche die Flucht. Bremen, 8. Dez. Zwei von Hannover nach hier zurückgerommene einsache postlagernde Briefe, die in Hannover nicht abgeholt worden sind, und nun zwecks Feststellung des Absenders hier geöffnet wurden, enthielten je 5200 A ohne jegliche weitere Angabe des Absenders. Der eine Brief war hier in Bremen an der Bahn hofspost und der andere am Postamte Doventor ausgegeben. Man geht wohl nicht sehl, wenn man annimmt, daß es sich Samoa erbeischte 1907 noch 180 00 und wird 1909 einen sügte noch hinzu, es sei während der Flottenmanöver nichts hier um gestohlenes Geld handelt, und glaubt wen, daß währen. Als er in das Staats=]vorgekommen, was zu einer solchen Erklärung hätte Anlaß Ueberschuß von 58 000 M gewähren. sekretariat eintrat, waren 75 Millionen für die Kolonten erforderlich, und 1909 werden es nur noch 23 Millionen sein. Lasse man Südwestafrika aus dem Spiel, so habe das eich für seine Kolonien im ganzen 5 Millionen auszu wenden. Der Staatssekretär erwähnt sodann, daß Südwestafrika eine Gemeinde= und Landesversassung erhalten habe, und daß er sich davon die reichsten Erfolge verspreche. Dernburg berührte hierauf die Eisenbahnfrage und behandelte die Eingeborenenpolitik, die dahin geführt habe, daß ohne jede Erschütterung des Arbeitsmarktes jedes Unter nehmen heute gewagt werden könne. An der Spitze aller Kolonten ständen jetzt tüchtige Männer, denen jedes Vertrauen entgegengebracht werden dürse. Aber es dürfe nichts überstärzt werden. Ruhige stetige Arbeit sei ein Hauptersordernis:„Wir können jetzt,“ so mahnte der Redner, „nicht große Forderungen für unsere Kolonien stellen.“ Eins aber dürfe er versprechen: Die deutsche Kolonialherr= schaft wero= aufgerichtet werden auf einem Rocher de dronze des wirtschaftlichen, des kulturellen und des sozialen Fortschritts. Auf diese hohen Ziele der deutschen Kolonialpolitik und auf das Wohl des Führers der Deutschen Kolonial= Gesellschaft, den Herzog Johann Albrecht, leere er sein Glas. geben können. London, 8. Dez.(Die Erkrankung des Königs Eduard.) In eingeweihten politischen Kreisen sieht man die Krankheit des Königs Eduard als bedeutend ernster an, als offiziös zugestanden wird. Trotzdem heute offiziell mitgeteilt worden ist, daß eine Besserung im Befinden des Königs eingetreten ist, und man hoffe, daß der Aufenthalt an der Seeküste dem König sehr gut tun werde, hölt man eine vollständige Besserung für die nächste Zeit für ausgeschlossen. Bei dem hohen Alter des Königs sind die Symptome sehr ernst auszusassen, und es herrscht große Besorgnis in der nächsten Umgebung des Königs. Londen, 8. Dez. Der König, dessen Befinden gute Fortschritte macht, und der sich heute früh viel wohler fühlte, ist heute mittag nach Brighton abgereist. Die Dauer seines Aufenthaltes dort wird davon abhängen, wie lange den König die Wiederherstellung seiner Gesundheit in Anspruch nimmt. Italien. Rußland. Petersburg, 7. Dez. Minister Iswolski empfing heute einen angesehenen russischen Politiker, um sich eingehen über die Balkanpolitik auszusprechen.— Der Mi nister erklärte nach dem„L. A.“ seinem Besucher das Folgende:„Die russtsche Regierung hat weder direkt noch indirekt ein österreichisch=türktsches Separatabkommen bezüglich der Annexion Bosniens und der Herzegowina gefördert. Ich habe nie im Namen Rußlands zur endgültigen Einverleibung Bosniens in die habsburgische Monarchic, weder vor noch nach, die Zustimmung gegeben. Rußland hat stets darauf bestanden, daß die bosnische Frage ein: internationale sei, die nur durch die Signatarmächte des Berliner Vertrages zu lösen ist. Diese Ansicht wird von Rußland, England, Frankreich geteilt, und auch Italien hat hierzu seine volle Solidarität mit Rußland erklärt Falls bei der projektierten Konserenz die Mächte zur Er kenntnis eines sait accompli kommen, wird Rußland Kom pensationen für die interessierten Balkanstaaten beantragen Die Lage Oesterreichs ist zurzeit schwierig. Nachdem es vorübergehend einen scheinbaren Erfolg hatte, achtete es nicht auf die Folgen seiner Handlungsweise. Ihm bleibt nur allein die Konserenz übrig, um aus der verzwickten Lage herauszukommen. Das ist ein ganz normaler, gesetz mäßiger Ausgang, der für Oeuerreichs Eigenliebe nichts Belcidigendes hat, und von der russischen Diplomatie krästigs unterstützt wird. In Wien wird zwar energisch gegen die Konferenz gesprochen, doch bedeutet dies nicht, daß sie unrealisierbar sel. In der hatsburgischen Monarchie existiert eine große, kriegerisch gesinnte Partei, aber die hat n Regierungs= und Hofkreisen keinen Erfolg erzielt. Die russische Regierung ist ihrerseits bemüht, zwecks einer fried lichen Lösung der vorhandenen Verwicklung Serbien wie Montenegro vor unüberlegten Schritten zu warnen. Wenn aber Serbien selbst keinen Anlaß zu einem österreichischen Vorgehen gibt, so müssen die Großmächte für Serbien eintreten. Engtand hat seine Antwort noch nicht präzisiert. Ein sormelles Bündnis Englands mit Rußland u. Frankreich steht noch bevor; es ist notwendig, da Deutschland die österreichische Balkanpolitik jetzt noch intensiver unterstützt. Petersburg, 7. Dez. Die Cholera nimmt wieder zu. In vergangener Woche sind täglich über 20 Erkrankungen vorgekommen. Heute sind 38 Personen an Cholera erkrankt und 8 Personen gestorben. Der Krankenstand umfaßt 243 Personen. Rom, 8. Dez. Dem Neapeler„Pungolo“ zufolge umsaßt die bevorstehende italienische Militärvorlage außer der vollständigen Umwandlung der Feldartillerie die Anlage von Befestigungswerken längs der österreichischen Grenze, die Einrichtung von Garnisonen an den Hauptalpenpässen, die Vermehrung der Kavallerie, die Ausbildung eines neuen Gebirgsartillerieregiments und seiner Genieabteilungen, die Anlage verschanzter Lager bei der Lagune von Benedig, in Mittel=Italien und bei Castrogivvanni(Sizl= lien), Beschaffung von guter Munition, bessere Bewaffnung der Landwehr usw. Auch eine entsprechende Marinevorlage soll eingebracht werden. Portugal. (König Manuels Rückkehr Lissabon, 8. Dez.„ nach Lissabon.)„Daily Mail“ erfährt aus Lissabon, daß der König bei seiner Rückkehr von Oporto nach der auf der hiesigen Güterbahn im Zusammenhange stehen. Der des Diebstahls verdächtige Materialienverwalter befindet sich noch in Haft. Die ersten Gedenkdreimarkstücke. Wie verlautet, wird das Königreich Sachsen der erste Bundesstaat sein der neue Gedenk dreimarkstücke prägen lassen wird. Die Prägung soll zum nächstjährigen Jubiläum der Leipziger Universität stattfinden. Da nach dem bestehenden Münz=Gesetze nur Zwei= und Fünfmarkstücke als Gedenkmünzen geprägt werden dürfen, so ist eine Erweiterung des Münzgesetzes von der sächsischen Regierung beantragt worden. Es ist ganz sicher, daß dem Antrage stattgegeben wird, da nach Einführung der neuen Taler das Münzgesetz nach dieser Richtung hin ergänzt werden muß Beschlagnahme von 96.000 Lotterielosen. Der Vertrieb von verbotenen Lotterielos. steht trotz d. schweren Strafen, die darauf gesetzt sind, in Berlin noch immer in hoher Blüte. Es gelang der Polizei, im Hause Straßmannstraße 41 eine Sendung von 96.000 Hamburger und dänischen Lotterielosen zu beschlagnahmen, mit denen Berlin noch vor Weihnachten be glückt werden sollte. Absender sind die Lotteriehauptbureaus von Ernst Verthold in Hamburg, Obestraße 2 und Willy Barthold in Kopenhagen, Skindorgade Nr. 31. Was es mit diesen beiden Firmen, die sich auffallend ähneln, auf sich hat, wird noch weiter untersucht werden. Vermutlich sind sie nur Strohmänner für einen Großunternehmer. Zwei Arbeiter, die die Converts zur Post expedieren wollten, wurden vorläufig verhaftet Achtzehn Millionen Erbschaftosteuer. Im Kampfe, der augenblicklich bei uns wegen der Erbschaftssteuer geführt wird dürfte es interessieren, welche Riesensumme soeben England aus dieser Steuer bezieht. Wie ein Telegramm aus London meldet, ist dem englischen Staate aus dem hinterlassenen Ver mögen des even verstorbenen Minenmagnaten Harry Barnato eine Summe von achtzehn Millionen Mark zugefallen. Von Hauptstadt müde und bleich ausgesehen habe. Der könig= der ersten Million sind 10 Prozent zu entrichten. Dann steigert GT RELE A MTTHTT DU. AIIES Heilsu NHIN TET AI-• BR. Frankreich. Paris, 8. Dez. Die Stimmung, die die harte Bestra sung des verdienten Admirals Germinet hervorgerufen hat wird am besten durch das Urteil des„Temps“ bezeichnet, der ausführt:„Was Admiral Germinet aussprach, haben liche Wagen fuhr im vollen Galopp, auf allen Seiten von Kavallerie umgeben. Selbst monarchische Blätter sprechen von einem pantkartigen Einzuge des Königs. Der junge Monarch wurde von der Bevölkerung mit eisiger Kälte empfangen.— Offiziös wird aus Lissabon gemeldet: Der König hütet infolge einer Erkältung das Bett und wird morgen den Festgottesdienst in der Kathedrale nicht be suchen. Afrika. Tanger, 7. Dez. Die Antwortnote Muley Hasido. Der Doyen des diplomatischen Korps hat nunmehr die Antwortnote Muley Hafids erhalten. Muley Hasid erklärt, daß er nach genauer Prüfung alle Punkte, über welche die Signatarmächte in ihrer Note an ihn übereingekommen find, annehme. Hinsichtlich der Schulden an Private bemerk: Muley Hafid, daß er bei der Uebernahme der Verantwortung für die Regierung den Vorbehalt machen müsse, daß diese Forderungen geprüft werden und er gegen die marokkanischen Beamten, die von den betressenden Geldern einen schlechten Gebrauch gemacht haben, die Herausgabe dieser Gelder be treiben werde. Er hoffe, daß die Signatarmächte ihm bei der Ausübung dieses Rechtes, bei der die gebotene Gerechtigkeit beachtet werden solle, keine Hindernisse bereiten würden. Was die Entschädigungsansprüche Frarkreichs und Spaniens für militärische Maßnahmen betrifft, so erklärt Muley Hafid, daß alles geregelt werden solle, wenn die beiden Mächte ihm diese Forderungen angegeben haben würden. Muley Hafid spricht ferner die Hoffnung aus, daß die Signatarmächte ihrerseits die Verpflichtungen, die hinsichtlich der allgemeinen und be sonderen Interenen Marokkos die Akte von Algeciras ihnen auferlege, erfüllen würden. Er betont schließlich, daß er sich vor allem bemühen werde, geordnete Zustände im Lande wiederherzustellen und gegen Störungen zu schützen. Wie der Korrespondent der„Köln. Ztg.“ hört, empfiehlt der in Paris weilende französische Gesandte Regnault der Regierung, ihn vor ihm der Berichterstatter für das Marinebudget in der sofort nach Fes zu entsenden, um Muley Hafid zur Annahme Kammer, Chaumet, und der Marineminister Picard von aller von Abdul Asis abgeschlossenen Verträge mit Frankreich, gar die der Tribüne der Kammer öffentlich verkündet. Soga radikal=sozialistische Presse war zufrieden, daß dank Germinet die Wahrheit endlich allgemein bekannt wurde. Wenn man über das geheiligte Prinzip der Disziplin hinwegsieht, werden es viele anständige Meuschen seltsam finden, daß die Wahrheit, die aus dem Munde der Herren Chaumet u. Picard löblich erschien, als Aeußerung des Admirals Germinet ein Vergehen wird. Das Land betrachtet das Scheinbild der Marine, das man ihm um den Preis vieler Milliarden ausgebaut hat, und findet nach so viel Nachlässigkeit lo harte Strenge # insbesondere zur Anstellung französischer Finanz= und Militär=Kontrolleure, zu bewegen. Asien Hongkong, 7. Dez.(Boykott englischer Waren in Hongkung.) Die Unzufriedenheit mit der englischen Verwaltung wächst in chinesischen Kreisen immer mehr. Besonders erbittert hat die Nachricht, daß vier reiche chinesische Kaufleute, die nach Kanton gefahren waren, um dort den S. 1 Ertrag des zum Besten der Ueberschwemmten kürzlich vertrenge verwunderlich. Tadeln wir den Admiral, anstalteten Wohltätigkeits=Bazars abzuliefern, auf 5 Jahre er ohne Erlaubnis gesprochen, aber seien wir ihm dank5 gest r für den Dienst, den er dem Lande geleistet.“— Auch andere Blätter der verschiedensten Parteischattierungen 1a deln die Madregelung des Admirals Ger minet aufs schärfste. Der konservative„Gaulois“ schreibt hat den Admiral wegen seines Alarm daß er recht habe, Urtarkauss scharfne. Arr ton „Die Regierung hat den Admiral u zuses bestraft, gleichzeitig aber gibe sie aus Hongkong verbannt worden sind. Die chinesischen Kaufleute sind nun entschlossen, einen vorläufigen Boykott für drei Wochen über britische Waren zu verhängen, falls die Regierung nicht ihre Politik ändert und einige unbeliebte Beamte entsernt. Die sehr einflußreiche Seilergilde hat bereits jeden Handelsverkehr mit England eingestellt. Nach Singavore wurde an die chinesische Kaufmannschaft iin sie aufgefordert wurde, und beeilt sich, seiner Warnung zu gehorchen.“—„Figaro sein Telegramm gerichtet, in dem——.. meint:„Was immer das Parlament über die Entscheidung ihre Gelder aus den englischen Banken zu ziehen, wie esder Nacht erschossen; ihr der Regierung denken mag, eines ist sicher: daß die fran= hier bereits geschehen ist. Die Regierung versucht, beruht setzte im Gesängnis seinem zösische Marine eines wegen seiner Energie, seiner Tüchtig=gende Artikel in die chinesischen Zeitungen zu lancieren, sich die Quote beständig, und so ist denn die riesige Summe herausgekommen, auf deren zahlreiche Nullen deutsche Steuer enthusiasten mit einigem Neide blicken werden Geständnis zweier Mörder. Die Gebrüder Lesnenares in Groß=Lenka bei Lissa haben, wie ein Telegramm aus meldet, gestanden, den Bauernsohn Dudka aus Eisersucht ermordet zu haben Liede und Lotterie. Die glückliche Gewinnerin des ersten Haupttreffers der kürzlich gezogenen Quedlinburger Pferde lotterie, der aus einer mit zwei prächtigen Rappen be spannten Equipage im Werte von 10000 Mark besteht, ist ein in einem Gasthose in Gernrode bedienstetes junges Mädchen daß das Los von seinem Bräutigam geschenkt erhalten hatte Man sollte nun meinen, daß das Liedespaar in diesem glück lichen Zusammenwirken von Liebe und Lotterie ein günstiges Omen für seine Zukunft erblicken würde, aber es kam anders als„Er“ dachte. Durch den so unerwartet herbeigeführten Umschwung in ihren äußeren Lebensverhältnissen hat sich die Glücksmaid auf ihren„Wert“ hin von neuem geprüft und da bei gefunden, daß sie jetzt eine gute Partie abgibt und höhere Ansprüche stellen kann. Sie hat daher das Verhältnis mit ihrem Bräutigam kurzerhand gelöst und sieht— passenden An trägen entgegen Die aus der Hast entlassene Frau v. Schoenebeck bleibt vorläufig noch in der Provinzialirrenanstalt Kortan. wohin sie wegen plötzlich eingetretener Geisteskrankheit einige Tage nach ihrer Verhaftung gebracht wurde. Frau v. Schoenebeck war noch vor einiger Zeit sehr krank, in den letzten Wochen machte ihre Genesung aber große Fortschritte, sie wird sich nach dem Verlassen der Irrenanstalt in ein außerhalb Ost preußens gelegenes Sanatorium begeben. Die Haftentlastung der Frau v. Schönbeck hat folgende Vorgeschichte: Das Medizinalkollegium in Königsberg beschäftigte sich in seiner Sitzung am 21. November mit dem Geisteszustand der Frau v. Schoene beck. Das Medizinalkollegium sprach sich in seinem Gutachten dahin aus, daß die Voraussetzung des§ 51 des Strafgesetzbuches in dem Falle der Frau v. Schoenebeck mit hoher Wahrcheinlichkeit als vorliegend anzusehen sei. Sie habe sich bei der Anstiftung und Beihilfe zum Teil in einem Zustand befunden, der ihre freie Willentätigkeit und Zurechnungsfähigkeit ausschloß. Auf Grund dieses Gutachtens stellte der Verteidiger der Frau Schoenebeck, Rechtsanwalt Salzmann, den Antrag Frau v. Schoenebeck aus der Haft zu entlassen. Nachdem sich der Staatsanwalt beim Landgericht Allenstein zustimmend geäußert hatte, verfügte der Untersuchungsrichter die Haftentlassung der Angeklagten. Die beiden Kinder der Frau von Schoenebeck sind in der Familie eines Bruders des erschossenen Majors untergebracht worden. Ihnen steht das testamentarisch vermachte Vermögen des Vaters in Höhe von 85000 M zu. Das Haus, in dem sich die Offizierstragödie abspielte, ist heute das friedliche Heim einer Haushaltungsschule. Mit der Haftentlassung der Frau v. Schoenebeck hat die blutige Tragödie von Allenstein ihren gerichtlichen Abschluß gesunden Aber auch menschlich ist das Drama beendet. Die beiden Opser der Frau v. Schoenebeck sind tot; ihr Gatte wurde in der Stille ihr Geliebter, Hauptmann v. Goeben Stadt und Land. 9. Dez. 1908. * S e i n e D u r c h l a u c h t d e r F ü r s t h a t d e n N a c h b e n a n n t e n d i e Erlaubnis zur Anlegung der ihnen verliehenen außerlippischen Ehrenzeichen erteilt: dem Haushofmeister Beuels das silberne Kreuz zum Königlich Niederländischen Hausorden von Oranien, dem Lakai Lücke und dem Taseljäger Dreimann die silberne Medaille desselben Ordens, dem Kalsaktor Güse die bronzene Medaille desselben Ordens, ferner: dem Kammer. diener Lücke das Königlich Sächsische Ehrenkreuz mit Krone * D i e L a n d t a g s s t i c h w a h l i m z w e t t e n W a h l k r e i s e( L e m g o, Salzuflen, Blomberg, Barntrup) in der 3. Klasse findet am Freitag, den 18. Dezember, statt * Prosessor Dr. Nahl erhielt den preußischen Kronenorden 3. Klasse. * D a s F r e i l i g r a t h= D e n k m a l i n S o e s t. D a s P r e i s r i c h t e r Kollegium für die Prüsung der Entwürfe des Freiligrath= Denkmals hat sich für den Entwurf des jungen Berliner Bildhauers Heugstenberg erklärt und dessen Modell als das den örtlichen Verhältnissen zur Ausführung am besten geeignetste bezeichnet. Es stellt eine Säule dar, die von einem Blumenkorb gekrönt wird. Dicht unter demselben befindet sich in einer Nische der Säule das Relief des Dichters, zu Seiten ein Paar singende Engel. Die Säule steht auf einem viereckigen Stufensockel, an dessen Vorderseite das Soester Stadtwappen angebracht wird.— Das Preisrichterkollegium sprach ich bezügl. des Platzes für das Denkmal dahin aus, daß daselbe am würdigsten und geeignetsten auf der„Nose“, dem sogenannten„Freiligrathhause“ gegenüber, stehen könne. * Z u m D i r e k t o r d e r z u m 1. J a n u a r 1 9 0 9 d u r c h d i e V e r Vereinigung der Fürstlichen Leihekasse und der Landesspar= kasse gebildeten Fürstlichen Landesspar= und Leihekasse ist der Sparkassendirektor Thörner ernannt worden. * V e r ä n d e r u n g e n i n d e r G e n d a r m e r i e. W a c h t m e i s t e r Imker in Hörste mit Pension am 30. November d. J. in den Ruhestand getreten.— Sergeant Schabbon vom Infanterie. Regiment Graf Bülow von Dennewitz(6. Westf.) Nr. 55 seit dem 1. 12. 08 zu einer 6monatlichen Probedienstleistung hier eingezogen. * D e m l i p p i s c h e n S t a a t s a n g e h ö r i g e n, K a i s e r l i c h e n G e sandten in Tanger, Geheimen Legationsrat Dr. Rosen das., ist die landesherrliche Genehmigung zur Annahme und zum Tragen des Ehren=Großkomturkreuzes des Großherzoglich Oldenburgischen Haus= u. Verdienstordens des Herzogs Peter Friedrich Ludwig erteilt worden. * Z u r L a n d t a g s w a h l s c h r e i b t m a n u n s: D e r R e p o r t e r der„Lipp. Landesztg." bezeichnet in seinem an auswältige Zeitungen gesandten Korresnondenzartikel über den Aussal der Landtagswahlen der 3. Abteilung den Dr. Neumann: Hofer als„Führer der lippischen vereinigten Liberalen“. Herr Dr. Neumann=Hofer hat demnach die Führung, die vereinigten Liberalen haben ihm zu folgen. Das mögen sie sich merken. Herr Heynemann=Lemgo, der bis dahin namens der vereinigten Liberalen zeichnete, ist alo wohl der Führung enthoben. * Emil Becker in Osnabrück. Im kommenden Jahre wird sich Osnabrück zum ersten Male eines Sommertbeaters zu erfreuen haben. Theaterdirektor Emis Becker in Schweidnitz, früher dem Verbande des Detmolder Hoftheaters angehörend, hat sicherem Vernehmen nach mit der Stadt Osnabrück ein Uebereinkommen getrossen, nach dem im kommenden Sommer für einige Wochen im alten Stadttheater eine Reihe von Vorstellungen geben wird. Es wird das dann wohl endgültig der Schluß für das alte Osnabrücker Stadttheater sein, da das neue Theater im) kommenden Herbst eröffnet werden soll. Zurzett##### alte Stadttheater, in dem die Detmolder Hostheater schaft unter Intendanzrat Berthold während des Winterhalbjahres Vorstellungen gibt, allabendlich bis auf den letzten Platz besetzt. Allerdiugs reicht das Theater, nachdenk die Stadt in den letzten Jahren eine außergewöhnliche Entwickelung genommen hat, für die gegenwärtigen Verhältnisse räumlich keineswegs mehr aus. * W e i h n a c h t s s e n d u n g e n. D a s R e i c h s v e s t a m t h a t v e r fügt, daß in der Zeit vom 10. bis 25. Dezember die Versendung mehrerer Pakete mittels einer Paketadresse im innern deutschen Verkehr nicht gestattet ist. Es muß also während dieser Zeit zu jedem einzelnen Paket eine besondere Pakctadresse geschrieben werden. Dies ist auch für den Auslandsverkohr zu beachten. Dringend anzuraten i# serner, die Weihnachtspakete so früh wie möglIg, spätestens aber bis zum 22. Dezember, bei der Post einz zu liefern, wenn auf die rechtzeitige Ankunft zum Weihnachtsfeste Wert gelegt wird. * Das 4. Sinsoniekonzert ist außerordentlich mannigfaltig an Orchesterwerken. Zuerst erklingt Wagners Trauermarsch aus der Götterdämmerung als Hinweis auf den wohltätigen Zweck des Konzertes. Es solgen Weders Ouverture zu Euryanthe und Wagners Karfreitagszauber aus Parsisak. Den Beschluß bildet Beethovens Eroica. Das Programm bietet aber auch eine Uraufführung, nämlich eine neue Tanzsuite von August Weweler. Die Suite(Folge) war in früherer Zeit eine Reihe von Stücken meist tanzartigen Charakters, durch ein Präludium eingeleitet. Der Komponist überting —„— zösische Marine eines14 st keit und Geradheit allgemein geschätzten. Besehlshabers be raubt wird. Durch solche Maßnahmen wird man der fran zösischen Marine gewiß nicht die erforderliche Kraft und triegsbereitschaft verleihen, die sie in diesen ernsten Zeiten braucht.“ Die sozialistische„Aktion“ sagt:„Durch ein derartiges Vorgehen erreicht man nur, daß die Repudlik un gpepnlür wird, ohne dah drautreich der geringie Vorel araus erwächst.“— Jaures sagt in der„Humanitee“:„Mit zlchen Maßnahmen schaffe man keine denkende, lebendige, ch mit der Republik fortentwickelnde Armee, sondern eine Armee von Automaten, die weder einen Gedanken noch einen Willen habe.“ Leben selbst ein Ende gende Artikel in die chinesischen Zeitungen zu lancieren, Eespine statt„Kilowattstunde bisher jedoch haben die Redakteure sich geweigert, die ReiI„Kelvin“ statt„Rilowattstunde gierungsauslassungen aufzunehmen, da sie diese Mitteilun=I Dem berühmten Physiker William Thompson, der unter gen als ungehörig betnachten. Idem Namen Lord Kelvin bekannt ist, soll eine große Ehrung Teheran, 7. Dez. Der Schah hat eine Geschäftsordnung für zuteil werden. Die technische Welt, die ihren bedeutenden die Landesvertretung veröffentlicht, obwohl bisher noch gar nicht feststeht, wer das aktive Wahlrecht besitzt. Die Parla mentspartei ist mit der Fassung der Geschäftsordnung unzu frieden.— Die Statuten für den neuen Staatsrat bestimmen daß der Staatsrat sich aus 32 Notabeln und 18 Hauptleuten zusammensetzt, die sämtlich vom Schah ernannt werden. Der jetzige Staatsrat bleibt zwei Jahre im Amt. Er hat sowohl Paris, 8. Dez. In der Kammer interpellierte Admirall gesetzgeberische Gewalt als auch die Kontrolle über die einzel Bienaime die Regierung wegen der Maßregelunglnen Abteilungen der Verwaltung. Anleihen und Konzessionen des Admirals Germinet. Der Interpellant be- bedürsen seiner Zustimmung. Sämtliche Entscheidungen des hauptete, Germinet sei wegen seiner Energie das Opfer Staatsrats unterliegen der Genehmigung des Schahs. von Intrigen geworden. Ministerpräsident Clemenceau! Seberan, 8. Dez. Der Schah hat dem hiesigen dent erklärte, er habe den früheren Marineminister Thomson##en Hospital eine jährliche Spende von 36 000 4 zuge nicht gedrängt, seine Entlassung zu nehmen; aber er habe sie mit Befriedigung ausgenommen. Der Deputierte Michel ührte aus, Admiral Germinet habe einfach eine unumstöß iche Wahrheit ausgesprochen. Thomson erklärte, Germinet werde mit Recht gelobt; aber er habe unrecht getan, wiederholt Interviews zu gewähren. Marinemin er Picard verlas die Interviews des Admirals Germinet, und erinnerte daran, daß schon der frühere Marineminister Thomson dem Admiral mehr Zurückhaltung anempfohlen habe. Trotzdem habe sich Germinet öffentlich über den Zustand der Landesverteidigung geäußert, wähsend zur Entgegennahme von Mitteilungen der Admirale nur der Marineminister die berechtigte Persönlichkeit sei. Ministerpräsident Clemenceau fügte dieser Erklärung hinzu, daß Admiral Germinet davon gewußt habe, da er von Mo wendet, um damit seine Anerkennung für die von den Deutschen bisher in Persien geleistete kulturelle Arbeit zu bezeugen.— Von der Absendung einer Abordnung nach Petersburg, die aus Anlaß des Todes des Großfürsten Alexes Alerandrowitsch das Beileid des Schahs aussprechen sollte, ist auf Wunsch des Kaisers von Rußland Abstand ge nommen worden. Tages=Neuigkeiten. Picars telegraphisch über die getrossenen Maßnahmen in Berlin, 8. Dez. Die Meldung des„B. T“, daß boykot tierende Hasenarbeiter am 4. Dexember in Jafsa deutsche Postsäcke ins Meer geworsen haben, darunter auch ein Geschenk Keiser Wilhelms an das deutsche Krankenhaus in Jernsalem, wird von der„R. Vol. Korr.“ dementiert. Ein Männern dadurch großartige Denkmäler setzte, daß sie eine Gleichzeitig Reihe von Maßzeinheiten nach ihnen nannte, zum Beispiel Ohm. die Einheit des elektrischen Widerstandes nach George Simon Ohm, Ampere die Einheit der Stromstärke nach Andree Marie Ampdre. Volt. die Einheit der elektrischen Spannung nach dem Physiker Volta usw., will jetzt die Einheit der elektrischen Arbeitsleistung, die Kilowattstunde,„ein Kelvin“ nennen.„Kilowattstunde“ ist eine Maßbezeichnung der Elektrizität, die in der Praxis heute wohl am haufigsten gebraucht wird. Alle Elektrizitätszähler zur Messung des von einer Zentrale her bezogenen Stroms sind für diese Einheit eingerichtet. Das recht unpraktisch und unübersichtlich konstruierte Wort setzt sich aus drei verschiedenen Begrissen zusammen. Eine Kilowattstunde kostet— wie zum Beispiel in Berlin—. 40 Psennig bedeutet: der Verbrauch von 1000 Watt während der Dauer einer Stunde ist mit 40 Psennig zu bezahlen. Kilo, vom griechischen Chilios— 1000; Watt ist die elektrische Energie, ent stehend aus dem Produkt von Stromspannung und Strom stärke— Volt X Ampere. Wenn man also während einer Stunde nur 100 Watt verbraucht, so hat man in Berlin dasür vier Psennig zu bezahlen, desgleichen, wenn man 1#n0 Watt eine zehntel Stunde lang konsuniert. In beiden Fällen zeig der Zähler die gleiche Verbrauchszahl an. Eine gewöhnliche sechzehnkerzige Kohlensadenlampe braucht bei einer Spannung von 220 Volt, wie sie jetzt im Berliner Retz vorhanden, 0.25 Ampere allo 55 Watt. Sie kostet folglich pro Stunde etwas über zwei Pfennig. diese Form ins Moderne, er eröffnet den Reigen mit einen Polonäse", führt uns in einer„Sicillana“ von Polen nach dem Süden, zeigt uns in einem„Ländler“, wie die Steiermärker tanzen, um uns auf der musikalischen Rundreise mn einem„Csardas“ endlich in Ungarns Steppen landen 3. lassen. * Silberne Hochzeit seierte gestern das Ehepaar Klempner= meister F. W. Finke in Detmold, heute das Ehepaar Konrad Meier in Brake. Salzuslen, 9. Dez.(Verein der Badeinteressenten.) Der Vorsitzende eröffnet die Versammlung und bringt die an Kaiserl. Oberpostdirektion Minden sowie an die Königl. Eisenbahndirektion Minden, sowie an die Königk. Eisenbahndirektion Hannover und an das hiesige Postamt gerichteten Eingaben des Vereins zur Verlesung. Von Seiten der Kaiserl. Oberpostdirektion ist darauf bereits eine Erwi derung eingegangen. Dieselbe kann der Unterbringung eines selbständigen Postamts im Kurhause nicht nähen treten, ba dadurch keine Beschleunigung in der Zustellung der Postsachen eintreten würde. Zudem sei die Entsernung des Postamtes vom Kurpark nicht groß. Dagegen soll der Erweiterung des sonntäglichen Fernsprechdienstes mit dem Beginne der Badesaison näher getreten, auch soll der gesorderte Briefkasten am Hause des Gastwirts Düsterwald angebracht werden. Vom Vorstande wird sodann bekannt gegeben, daß dem Verein 23 neue Mitglieder beigetreten sind.— Für die geplante Weihnachsreklame ist die zur Verfügung stehende Zeit zu kurz, etwas ordentliches schaffen zu können. Die Sache wird daher vorläufig zurückgestellt.— Es kommt sodann die ungleichmäßige Behandlung der Wasserabnehmer seitens des Magistrats zur Besprechung und soll derselbe darum angegangen werden in sämtliche Hausanschlüsse Wassermesser einzubauen. Gleichzeitig soll der Magistrat ersucht werden, die Straßenreinigung in städtische Regie zu nehmen u. die nach der Größe der zu reinigenden Grundfläche zu berechnenden Kosten von den Hausbesitzern einzuziehen.(A. A.) er. Leugo, 7. Dez. Der Nikolaimarkt ist ausnahmsweise stark von Verkaufs= und Schaubuden besetzt, wie selten zuvor. Es sind aber auch der Besucher von gestern und heute so vielc, wie längere Jahre vorher nicht. Es war auf den Straßen und Plätzen ein Gedränge, on nicht zum Durchkommen. Der Viehmarkt zeigte ein slottes Geschäft. Aeltere Schweine wurden rasch zu hohen Preisen verkanft: Stangen von 30 M. Sechowochenserkel 12—19 MA: Rindvieh war wenig angetrieben. * Lage, 8. Dez.(Auszeichnung.) Auf der GeflügelAusstellung in Solingen erhielt Herr Bäckermeister Aug. Koch hierselbst auf blaue Andalusier einen Ehrenpreis sowie verschiedene andere Preise §. Blomberg, 8. Dez. In der gestrigen Versammung des Stadtverordneten=Kollegiums samen folgende Sachen zur Beratung: 1) Der Schmiedemelster Feiser und der Bildhauermeister Gerth haben ein Gesuch eingereicht, worin sie bitten, die Gehbahn vom Obenhaus'schen bis Gerth'schen Dause auszubauen. In einer früheren Sitzung hat das Kolleg die Beschlußsassung ausjesetzt, dem Magistrat jedoch anheimgegeben, die Kosten in den nächstjährigen Voranschlag einzustellen. Das Kolleg bleibt bei seinem Beschlusse.— 3) Der Magistrat bringt eine Aenderung der Oeizungsaulage im Natbause in Vorschlag, wodurch eine herbeigeführt werde Oberschmidt aufgeste auf 500 M belausen. beschlusse an.— 3) Zeit die Rädtischen weil die Vermögen gestellt werden soll. Mark wurde genehr gutsbezirfe Borkha belegenen Restgrun reren Sitzungen be nen Verkaufstermit liegenden Parzellen und für die im Be stücke ein solches## und zwar beide vo Der Magistrat hat womit sich auch das Bezirksfeldwebel M er bittet, den stadt höhen. Das Kolle welcher Zuschuß vor zu.— 6) Bezüglich tressend die Enteig meisters Felser und die eingelegte Besch und die Entscheidun sem Beschlusse trat nungsangelegenheit bel hält das Kolle dem Magistrat an eine Aenderung de zu lassen.— 8) De um die erste Lehre auf die erfolgte Au zur Prüfung über irmmission, besteh Krohne und Brau ersucht werden, ebmission zu wählen. segiter Hüdker bei lz am Steinberge einen Kaufpreis vo jedoch zu hoch, west den Eigentümerin treten. * O b e r w ü s t e n, Einlieger August Sa und seine Nachkomm Familiennamen führ * Bösingfeld, vereins versamt schiedene Eingesesse wirtschaft von Sch Ziele eines Turnr licher Besprechung mit der Gründun Borstandswahl ges ultat: Verkmeister Vorsitzender, X Schriftwart, Wilh. wart, August Schu sitzer. Mit den Tu gennen werden. ftiges Blühen 1 Au a Büdkeburg, timmte gestern ein testkundgebun Elektrizität zu. 3 meister wurde 6 Feuer brach gester intergebäude des sanden in dem mit waren gefüllten L drohte für die u kammer= und Marf Dem tatkräftigen G gelang es jedoch, Iöschen. * Braunschwei den die Nachkomme Cumberland, die Ki Herausgabe der au des Herzogs Karl vorm 1. Zivilsena angesetzt worden. den 25. Januar n. Deohalb. Vat ich Dich schlage?“ Aha! Mutter: Puppe, Kind?“— Mammi. Ich habihre Zähne nicht re Deutlich. Gast Herr Wirt, daß ia Wirt:„O, das mai trunken.“ Wählers Trost. daten?" fragte ein —„Was sch davon sie mir ansehe, bir kann.“ Standesa Standes Geburten: mann in Lieme.— das.— Ehesch Schwelentrup und Sterbefälle: schlachters Simon line Brand, Ehefre 73 Jahr alt. Fam Gestorben in Salzuslen das enorme zöcken erenderbet 1 schädlich haben sie von der einzig das Soger zu wasche 3 He Aufwar 1908. nuten die rlippischen s silberne# den vont mann die Güse die Kammer. Krone (Lemgo, ndet am Kroneneisrichterreiligrath= iner Bilddas nach den gerige zu einem findet sich u Seiten iem vierter Stadtum sprach daß das. " d e m s o e die Verandessparsse ist der achtmeister J. in den Infanterie. Nr. 55 seit tung hier ichen Geslen das und zum ßherzoglich ogs Peter Reporter muswältigg Aussal umanns nigten nnach die Algen. Das er bis daallo wohl den Jahre ommertor Emis Oetmolder nach mit ssen, nach im alten ben wird. r das alte Winterauf den r nachdene wöhnliche igen Vert hat verdie Verdresse im mun also ine besonauch für uraten# nöglIg, Post einz um Weihmannig rs Trauerden wohlOuverture is Parsisak Programm neue Tanzin früherer Charakters, st übertiug mit einer Polen nach die Steierdreise m# landen 3.9 Klempner= ar Konrad deintermlung und wie an die ie Königk Postamt geson Seiten eine Erterbringung nicht nähen lellung der sernung des er Erweiteim Beginne derte Brieficht werden. iß dem Verdie geplante seit zu kurz. wird daher e ungleich= des Magiangegangen einzubauen. e Straßenh der Größe Kosten von (A. A.) ausnahms= vi, wie selgestern und I. Es war nicht zum es Geschäft. n verkauft: 5.: Rind= er GeflügelAug. Koch sowie verersammtums fachmiedemelden ein Gevom ObenIn einer affung ause Kosten in Das Kolleg strat bringt nie in Vorschlag, wodurch eine Verminderung des Heizungsmaterials herbeigeführt werde. Nach der von dem Maschinenschlosser Oberschmidt aufgestellten Berechnung werden sich die Kosten auf 500 M belausen. Das Kolleg schloß sich dem Magistratsbeschlusse an.— 3) Die Feldtaxatoren haben vor einiger Zeit die Rädtischen Grundstücke taxiert. Dies ist geschehen, weil die Vermögensübersicht der hiesigen Stadt neu aufgestellt werden soll. Die eingereichte Liquidation über 160 Mark wurde genehmigt.— 4) Der Verkauf der im Rittergutsbezirfe Borkhausen und bei der Haltestelle Noltehof belegenen Restgrundstücke hat das Kolleg schon in mehreren Sitzungen beschäftigt. In dem kürzlich stattgesundenen Verkaufstermin ist für die bei der Haltestelle Noltehof liegenden Parzellen ein Gebet von 71 J pro Quadratmeter und für die im Borkhauser Bebiet belegenen Restgrundstücke ein solches von 3 J peo Quadrumeter abgegeben und zwar beide von dem Wirt Brokmeier in Ressenberg. Der Magistrat hat aus diese Gebote den Zuschlag erteilt, womit sich auch das Kolleg einverstanden erklärte.— 5) Der Bezirksfeldwebel Meugert hat ein Gesuch eingereicht, worin er bittet, den stadtseitigen Wohnungsgeldzuschuß zu erhöhen. Das Kolleg stimmte einer Erhöhung auf 100 M, welcher Zuschuß vom 1. April 1909 ab gewährt werden soll, zu.— 6) Bezüglich der Verjügung Fürstl. Regierung, betressend die Enteignung von Grundstücken des Schmiedemeisters Felser und Genossen hat der Magistrat beschlossen, die eingelegte Beschwerde(Retaxation) nicht zurückzuziehen und die Entscheidung Fürstl. Regierung abzuwarten. Diesem Beschlusse trat das Kolleg bei.— 7) In der Cuteignungsangelegenheit des Tischlermeisters Wedeking in Wöbbel hält das Kolleg seinen Einspruch aufrecht, gab aber dem Magistrat anheim, Feststellungen, in welcher Weise eine Aenderung der Fluchtlinie zu empfehlen sei, machen zu lassen.— 8) Der Magistrat hat die Bewerbungsgesuche um die erste Lehrerstelle an der hiesigen Rektorschule, die auf die erfolgte Ausschreibung eingelausen sind, dem Kolleg zur Prüfung übersandt. Zu diesem Zwecke wurde eine Kommission, bestehend aus den Stadtvv. Roux, Busse, Krohne und Brand, gebildet. Ferner soll der Magistrat ersucht werden, ebenfalls einige Mitglieder in die Kom mission zu wählen.—9 Die Witwe Schröder und die Geschwister Höcker haben der Stadt das ihnen gehörige Gelz am Steinberge zum Kaufe angeboten und beanspruchen einen Kaufpreis von 12100 A. Dieser Preis ist dem Kolleg jedoch zu hoch, weshalb es den Beschluß saßte, nochmals mit den Eigentümerinnen dieserhalb in Verhandlungen zu treten. * O b e r w ü s t e n, 9. D e z. E s i s t g e n e h m i g t w o r d e n, d a ß d e r Einlieger August Schwein auf Nr. 14 zu Oberwüsten für sich und seine Nachkommen fortan den Namen Hanke als alleinigen Familiennamen führt. * Bösingfeld, 8. Dez. Zur Gründung eines Turavereins versammelten sich am Sonntag nachmittag verschiedene Eingesessene des Fleckens Bösingfeld in der Gastwirtschaft von Schwabedissen, wo über die Zwecke und Ziele eines Turnvereins diskutiert wurde. Nach gründlicher Besprechung der Sache erklärten sich ca. 20 Personen mit der Gründung einverstanden. Sodann wurde zur Borstandswahl geschritten und diese eraab folgendes Resultat: Werkmeister Herkel erster Vorsitzender, Preller zweiVorsitzender, Heinrich Höfer Turnwart, Ferd. Grabbe Schriftwart, Wilh. Kuhsuß Kassenwart, Aug. Krole Gerätewart, August Schwabedissen und August Kuhfuß als Beisitzer. Mit den Turnstunden soll schon in nächster Zeit begonnen werden. Wir wünschen dem jungen Verein ein Iftiges Blühen und Gedeihen.(L. P.) Aus der Nachbarschaft. * Bückeburg, 8. Dez Das Bürgervorsteher=Kollegium stimmte gestern einer beim Reichstage einzureichenden Protestkundgedung gegen die drohende Steuer auf Gas und Elektrizität zu. Zum stellvertretenden Bürgermeister wurde Stadtrat Fabrikant Hillmann gewählt.— Feuer brach gestern abend in dem zu Lagerzwecken benutzten Hintergebäude des Hoslieferanten Lespe aus. Die Flammen fanden in dem mit leicht brennenden Galanterie= und Spielwaren gefüllten Lager reichliche Nahrung. Der Brandherd drohte für die unmittelbar angrenzenden fürstlichen Hofkammer= und Marstallsgebäude eine große Gefahr zu werden. Dem tatkräftigen Eingreisen der hiesigen beiden Feuerwehren gelang es jedoch, nach einstündiger Arbeit das Feuer zu Iöschen. * B r a u n s c h w e i g, 3. D e den die Nachkommen der Gräfin Ciory gegen von Jrrg-g—. Cumberland, die Königin von Sachsen und die Stadt Genf auf Herausgabe der auf 100 Millionen geschätzten Nachlassenschaft des Herzogs Karl I. angestrengt haben, war heute vormittag vorm 1. Zivilsenat des herzogl. Oberlandesgerichts Termin angesetzt worden. Dieser wurde auf Antrag der Parteien auf den 25. Januar n. J. verlegt. Dez. In dem neuen Civry=Prozeß, säfin Ciory gegen den Herzog von Thies& Köhler Detmold. Weihnachts-Verkaut. Mit dem heutigen Tage beginnt unser Weihnachts-Verkauf, wozu wir in diesem Jahre ganz besonders grosse Vorbereitungen getroffen haben, durch den Einkauf reizender Neuheiten, welche uns von unseren langjährigen Lieferanten zu ganz besonders niedrigen Preisen in nur tadelloser Ware angeboten wurden, die wir zum Teil zu einer grösseren Innen-Dekoration verwandten, um deren Besichtigung wir freundlichst bitten. Bettnässen! ee schlecht angeben! Broschüre umsonst und frei. 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Standesamt Lieme.— Monat November. Geburten: Ein Sohn dem Ziegelmeister S. Wie mann in Lieme.— Eine Tochter dem Ziegler H. Wißmann das.— Ebeschließungen: Ziegler Fr. Koch aus Schwelentrup und Johanne geb. Edler aus Lieme.— Sterbefälle: Wilhelmine Steinmeier, Ehefrau des Hausschlachters Simon Steinmeler im Strang, 51 Jahr alt; Karoline Brand, Ehefrau des Zieglers Ferdinand Brand in Lieme, 73 Jahr alt Familien=Nachrichten. Gestorben: Marie Burre, geb. Meise, 54 Jahre, in Salzuflen: Beerdigung Mittwoch N. 2½ Uhr. Letzte Nachrichten. Altona, 8. Dez. Die Staatsanwaltschaft erhob gegen den Kaufmann Hamel aus Helgoland, wegen Betrug, begangen durch Verkauf von salschen Postwertzeichen, Strafantrag. Petersburg, 8. Dez. Die Oktobristen haben in der Reichsduma eine an den Minister des Innern gerichtete dringende Interpellation eingebracht, welche die Anfähigkeit der Petersburger Stadtverwaltung im Kampfe gegen die Cholera zum Gegenstand hat. Wien, 8. Dez. Gestern wurde in seinem Laden der 64jährige Juwelier Frankfurter mit einer Schußwunde hinter dem Ofen tor aufgetunden. Der herbeigerufene Sohn fsand beim Durchsuchen der vorhandenen Juwelen, daß die wertvollsten Steine gestohlen waren. Paris, 8. Dez. In der gestrigen Sitzung der Akademie für Medizin teilte der Professor Marmaret mit, daß er eine Methode gefunden habe, mit der er die Tuberkulose bei Menschen in jedem Stadium, auch bei jedem fehlenden klimatischen Merkmale, erkennen kann. Paris, 8. Dez. Deputiertenkammer. Bei der heutigen Beratung des Gesetzentwurfs zur Abänderung des französischen Strafgesetzbuchs hat die Kammer den Paragraph 1 des Artikels 1, der die Todesstrafe aufrechterhält, in der Fassung der Kommission mit 330 gegen 201 Stimmen angenommen. Brüssel, 8. Dez. König Leopold will seine reiche Gemaldesammlung durch einen französischen Auktionator öffentlich versteigern lassen. Brüssel, 8. Dez. Gestern schlitzte ein Schuhmacher einem jungen Arbeiter, der mit seiner Tochter zusammen lebte, wegen Gelddifserenzen mit einem Schuhmachermesser den Leib auf. Konstantinepel, 8. Dez.(Meldung des Wiener K. K. Telegraphen=Korresp.=Bureaus.) Ikdam erfährt aus authentischer Quelle, daß die Verhandlungen zwischen der Pforte u. Oesterreich=Ungarn demnächst beginnen werden. Tanger, 8. Dez. Mulay Mohamed ist am 4. Dezember in Fes eingetrossen, wo er überwacht wird. E. Hammann Bruchstrasse 40 Wetter=Nachrichten. Detmold, 9. Dez. Wetterbericht der Wetterdienststelle des mettcorologischen Observatoriums zu Aachen. Ver“ i d e r l i c h, z i e m l i c h w i n d i g, m i l d, v o r ü b e r g e h e u d R e g e n f a l l e. London: Schön, kühl. Hamburg: Milder. Grösstes Spezialgeschäft für : Bildereinrahmungen C. Wittenstein Weingrosshandlung Langestrasse 19.— Fernruf 173. Ich kaufte an der Mosel folgende 1904er Winzerkeller: 904er Trabener(milder Tischwein) M. 1904er Müdener(Wachstum Ph. 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Spelge. Bekanntmachung Die Ausführung der Planierungsarbeiten des neuen Schulhoses soll vergeben werden. Die Bedingungen können während r Dienststunden im hiesigen Rathaussitzungszimmer eingesehen und daselbst Angebotsformulare gegen Erstattung der Schreibgebühren in Empfang genommen werden. Verschlossene, mit der Aufschrift„Schulhosplanierung“ verehene Angebote sind bis Mittwoch, den 18. d. Mis., mittags 11 Uhr, auf dem hiesigen Rathause im Sitzungszimmer abzugeben. Zu dieser Zeit findet die Eröffnung der Angebote in Gegenwart etwa erschienener Reflektanten statt. Die Auswahl und der Zuschlag bleibt vorbehalten. Horn, 8. Dezember 1908. Der Magistrat. Spelge. Weihnachtspräsente. Solide Uhren genau geprüft und reguliert. Moderne Uhrketten aparte Neuheiten, solide Fabrikate, — von 1—200 Mark.— Schmucksachen, Ringe, etc. Optische Artikel, in großer Auswalll. Carl Plöger, Detmold 32 Paulinenstr. 32. in der Näl.e des Bahnhofs u. der Post. 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