# 2 elelienger) allen franko ünstige ermin Lott. Frdr. General-Hnzeiger für das Fürstentum kippe. Bezugspreis: in Detmold.u. durch die Vertretungen: 50 Pfg. für 1 Monat, dur, die Post: ¼ 50 Mk und 42 Pfg. Bestellgeld, für 2 Monate 1 Ml. u. 28 Pfg. Bestellg., für 1 Monat 50 I 14 Pfg. Bestellgeld. Auzeigen: aus Lippe 12 Pfg. die Petitzeile, amtlsche u. Familienanze g mi* Spg,#e mr. WHlamsssile 80 Mf Beilagen(umionst): 1) Lipp. Familienfr Be 1 15 Pfg., auswärtige 18 2) Lipp Ziegelei=Anzeiger Jahr Monat 50 Pfg. luneigen: aus Lippe 12 Pfg. die Perizeile, amtliche u. Familienanzeigen Pfg., Reklamezeile 60 Pf. Beilagen(umsonst): 1) Lipp, Familienfreund 8) Landwirtsch. Natgeber, 4) Wandkalender, 5) Sommer=, 6) Winterfahrplan. Rotationsdruck u. Verlag: Willy Bruder, Detmol d, Hornschestraße 30, Fernsprecher 10 Vertretungen in: Salzuflen, Lemgo, Lage, Blomherg, Horn, Barntrup. Schwalenberg; ferner in fast allen Ortschaften der Aemter Detmold, Schötmar, Oerlinghausen, Lage. Horn, Brate, Hobenhausen, Varenholz, Sternberg= Barntrup, Blomberg, Schieder, Schwalenberg; zusammen über 100 Vertretungen.— Die„Lippische Tages=Zeitung" erscheint jeden Wochentag. Ne 179. Verantwortlicher Redakteur: Willy Bruder, Detmold. Detmold, Montag, den 23. November 1903. Für den Inseratenteil: August Boberg, Detmold. 13. Jahrgang. Das Jubiläum der Städteordnung. Der Hundertjahrseier der preußischen Städteordnung im großen Festsaale des Berliner Rathauses wohnten der Kaiser und die Kaiserin, der Kronprinz, Prinz Friedrich Leopold mit Gemahlin und Tochter, der Reichskanzler, die Minister, Oberpräsident Trott, der Polizeipräsident, die Generale, die Chess des Zivil= und Militärkabinetts, und viele andere, am Sonnabend bei. Nach einer Ansprache des Oberbürgermeisters Kirschner chestieg der Kaiser die Rednertribüne und verlas folgende, ihm vom Reichskanzler übermittelte Rede: „Mein verehrter Herr Oberbürgermeister! Es war mir eine besondere Freude, durch Ihre Einladung Gelegenheit zu erhalten, an der heutigen Feier des hundertjährigen Bestehens der Steinschen Städteondnung teilzunehmen, und unter den Bürgern meiner Haupt= und Residenzstadt zu weilen. Ihren Worten über die Bedeutung der Städteordnung für unser Vaterland stimme ich aus voller Ueberzeugung zu. Der mit der Gewährung der Selbstverwaltung von meinem Ahn seinem Volke gegebene Beweis des Vertrauens und der damit verbundene Appell an die geistigen und sittlichen Kräfte des Bürgertums haben reiche Früchte gezeitigt.„Echtes Gold wird klar im Feuer.“ Das echte Gold deutscher Treue und Tüchtigkeit, welches die Bürgerschaft der preusischen Städte erfullt, ist im Feuer der Befreiungskriege geklärt und in hundertjähriger ernster, opserfreudiger Arbeit für das Gemeinwohl bewährt. Diese Erkenntnis gibt mir die Zuversicht, daß die preußischen Städte, und ihnen voran meine Haupt= und Residenzstadt Berlin, auch in Zukunst die großen Aufgaben kommunalen und staatlichen Vorwärtsschreitens in Treue, Gewissenhaftig keit und Kraft erfüllen werden. Und weiter hege ich das beste Vertrauen, daß das Band der Treue und Hinneigung, welches in unserem Vaterlande von altersher König und Bürgerschaft, Fürst und Volk so eng verbin det, sich immerdar als unzerreißbar erweisen werde. Wenn nach den Worten des Preußenliedes nicht immer heller Tonnenschein leuchten kann und es auch trüb Tage geben muß, so sollen aufsteigende Wolken ihr Schatten niemals trennend zwischen mich und mein Volk wersen. Zur Erinnerung an das heutige Fest und als Zeichen meines Wohlwollens habe ich der Stadt Berlin mein Vildnis verliehen, welches Ihnen später zugehen wird. Gott segne meine Hauptstadt Berlin!“ Den Worten des Kaisers, dessen tieses, starkes Organ ellen im Saal vernehmlich war, folgten laute Bravorufe. Der Kaiser begab sich auf seinen Platz zurück und legte das Konzept seiner Rede wieder in die Hand des Reichskanzlers Der Jestredner des Tages, Bürgermeister Dr. Reicke, entwarf in seiner Rede eine Charakteristik des Begründers der Städteordnung, Freiherrn Karl von Stein. Stein ist, so führte Reicke aus, unser gei stiger Siadtebauer, ohne dessen Tatkraft namentlich die deutschen Städte nicht die mächtigen Pfeiler eines mächtigen und gesunden Staates geworden waren. Wenn bereits seine Zeitgenossen den Retter des Vaterlandes in ihm sahen, wenn er Deutschlands politischer Martin Luther genannt werden kann, so erwecke uns dies das Bild eines Mannes, in dem eine große, starke Idee flammte. Diese Idee ist die Erwedung des Gemeingeistes gewesen. Stein wollte die ganze Masse der in der Nation vorhandenen Kräfte auf die Besorgung ihrer öffentlichen Geschäfte len len. Der feste Grundstein, den er legte, heißt Selbstver waltung. Wenn die Städte heute den hundertsten Geburts tag der Sindteordnung festlich begehen und sich dabei der Teilnahme der Regierung und sogar des Staatsoberhaup= tes erfreuen dürsen, so sind sie sich bewuß:, diese Teilnahme nicht für eine rein häusliche Feier in Anspruch zu nehmen, denn Anlaß zu der Feier gibt der Triumph einer Idee, die In Wahrheit eine Keimzelle unserer ganzen modernen Staatsverfastung geworden ist Aus zwei grundlegenden Gedanken beruhte die schövferische Wirkung der Städteordnung. Der eine ist der Kampf gegen die Bureaukratie, die andere die Heranziehung des Laienelementes des Bürgers im Gegensatz zu den Beamten. Stein ist es gewesen, der die deutsche Idee dem neuen Preußen in die Wiege gelegt hat. Von ihm geht die Flutbewegung aus, die Bismarck getragen und in den Hasen geführt lat. Er war die politisch moralische Kraft, die Begeisterung und Mut zur Durchsetzung großer Ziele ausstreute. Der Kaiser hatte den Ausführungen des Bürgermeisters mit großer Aufmerksamkeit gelauscht, und auch der Kronprinz schien den hier und da politisch angehauchten Worten ein besonderes Interesse abzugewinnen. Als Dr. Reicke von dem Bureaukratismus der Staatsbehörden u. der Stadtverwaltung sprach, drehte sich der Kaiser kurz um und deutete lächelud mit dem Zeigefinger auf den Reichskanzler, und als der Redner voller Humor von dem Krahwinkeltum im Städteleben vor Einführung der Städteoronung sprach, lachte der Kaiser ungezwungen und lebhaft. Den Schluß der Reickeschen Rede begleitete der Kaiser mit mehrfachem Kopfnicken. Bürgermeister Dr. Reicke fand lauten Beifall. Der Chor sang:„Jauchzet dem Herrn alle Welt.“ Damit hatte die Feier ihr offizielles Ende erreicht. Was nun folgte war nicht minder interessant. alles tand auf. Der Kaiser unterhielt sich längere Zeit ein gehend mit Bürgermeister Reicke über seine Rede, die ihn, wie er angab, sehr interessiert hatte. Insbesondere ließ sich der Kaiser von Dr. Reicke noch über die Punkte berichten, die der Redner— er hatte nach dem Goetheschen Wort das Mögliche beherzt sogleich beim Schopfe gesaßt— frank und rei vorgetragen hatte. Er berührte die Frage des Tempelhofer Feldes und planderte mit dem Bürgermeister zum Schluß über die Anlage des neuen Rosengartens im Tiergarten, für die der städtische Zuschuß von 50000 s verwendet werden soll. Als Reicke bei de: Frage um das Tempelhofer Feld darauf anspielte, daß die Schwierigkeiten im Ministerium des Innern liegen, wandte sieh der Kaiser zum Kronprinzen und sogte:, Das seid also Ihr!“ Auch mit dem Oberbürgermeister Kirschner unterhielt, sich der Kaiser über städtische Fragen. Zum Schluß wandte der Kaiser sich an den Stadtverordnetenvorsteher Michelet, mit dem er einige Worte wechselte. Der Kronprinz sprach zunächst mit dem Oberbürgermeister und dann mit Dr. Reicke von dem er sich einen Abdruck seiner Rede erbat. Die Kaiserin sah man zunächst im Gespräch mit dem Vorsteher Michelet, und als sich der Kaiser zum Abschied anschickte. brachte Herr Michelet ein dreisaches Hoh auf den Kaiser aus.— Der Kaiser hat dem Oberbürge meister Kirschner den Stern zum Kronenorden 2. Klasse, dem Stadtverord netenvorsteher Michelet und dem Geh. Justizrat Cassel den Roten Adlerorden 4. Klasse verliehen. Aus dem Reichstage. Sitzung vom 21. November 1908. Am Bundesratstische Staatssekretär Sydow und Unter staatssekretär Twele. Präsident Graf Stolberg eröffnete die Sitzung um 11 Uhr 15 Minuten. Die erste Veratung der Reichssinanzresorm wird fortgeAbg. Dr. Spahn(Zentr.): So wie der Staatssekretär sich die Lösung des Finanzproblems gedacht hat, wird der Reichstag es nicht lösen; denn mit den fünfhundert Millionen, mit denen man zur„altpreußischen Sparsamkeit" zurückkehren will(Heiterkeit). ist es allein nicht getan, sondern Preußen kommt mit zweihundert Millionen hinzu, und an die Einzelstaaten sollen weitere Forderungen herantreten. Wenn alle diese Forderungen erfüllt werden, wird das deutsche Volk bei nahe neun Milliarden jährlich an Abgaben zu entrichten haben, ganz abgesehen von dem. was die Kommunen und öffentlichen Institute brauchen. Das bedeutet bei einer Rein einnahme von 30 Milliarden eine Belastung von 30 Prozent durch Staat und Reich. Die Rechnung, die der Staatssekretär aufgemacht hat, überzeugt mich nicht. Mit der Branntweimneuer an sich sind wir einverstanden, nur die Art der Steuer, der ganze Monopolgedanke behagt uns nicht Bei der Brausteuer erscheint uns namentlich die Staffe lung falsch. Ferner müßten gerechterweise auch die nicht alkoholhaltigen Getränke herangezogen werd. Will man den Tabak besteuern, so erhebe man die Steuer in der Form eines Zollaufschlages auf Rohtabak. Für eine Wein steuer können wir nicht eintreten. Der Weinbau ist an sich so wenig rentabel, daß er nicht noch mehr erschwert werden darf Auch gegen eine Erhöhung der Schaumweinsteuer neh men wir im Interesse der Fabrikanten Stellung. Was die Elektrizitätsneuer anlangt, so hat sie namentlich in Bayern und Württemberg große Entrüstung hervorgerufen (Sehr wahr! im Zentrüm.) Und in der Tat ist die Belastung nomentlich der kleinen Gewerbebetriebe nicht so gering, wie der Staatssekretär es dargestellt hat. Aehnlich liegen die Ver hältnisse bei der Gassteuer. Gegen die Plakatsteuer haben wir keine Bedenken, wohl aber gegen die Inseraten steuer. Die kleine Presse wird nicht in der Lage sein, diese Steuer zu tragen. Die Erbschaftssteuer, glaube ich wird nach den Erklärungen der Konservativen nicht lange auf der Vildfläche bleiben. Durch die Einführung der fünfjährigen Periode bei den Matrikularbeiträgen wird das Einnahme bewilligungsrecht des Reichstages direkt bedroht. Die geplante Schuldentilgung wird wohl nur auf dem Papiere stehen bleiben. Reichsschatzsekretär Sodow: Die Matrikularbeiträge sind zur Zeit unmöglich zur Aufbesserung der Reichsfinanzen heranzuziehen. Unter den Einzelstaaten sind namentlich die „mittleren und kleinen Betriebe“, in größter Finanzverlegen heit, und auch an sie wird demnächst die Notwendigkeit einer Beamtenaufbesserung herantreten. Die Brausteuer wird meines Erachtens die kleinen Brauer nicht schädigen, sondern hier ist die Möglichkeit wirklich gegeben, die Steuer vom Biertrinker tragen zu lassen. Die Zahl der Zigarettenkleinbetriebe hat in Deutschland seit der Zigarettenbesteuerung zuge nommen, ebenso die der Zigarrenkleinbetriebe in Amerika trotz der Zigarensteuer. Durch die Elektrizitätssteuer wird Preußen mehr belastet werden als Bayern, namentlich, wenn es an die Elektrisierung seiner Staatsbahnen geht. Dem Herrn Abg. Naab verspreche ich, das Reichsschatzamt wird seine vielen neuen Steuervorschläge prüfen, sobald— es Zeit dazu hat.(Große Heiterkeit). Abg. Dr. Paasche(Natl.): Einzelne Parteien sind an der Finanznot des Reiches nicht schuld, eher schon die verbün deten Regierungen, die uns Zuschußanleihen, Stundung der Matrikularbeiträge und Mehrausgaben vorgeschlagen haben. Die bisherige Schuldenwirtschaft wird dahin führen, daß unsere Kinder und Enkel einmal Dinge zu bezahlen haben, die alsdann nicht den mindesten Wert mehr besitzen. Das ist natürlich ganz unkaufmännisch. Vor allem sollen Reich und Einzelstaaten eine reinliche Scheidung zwischen ihren Finanzen vornehmen. Das beste wäre, die Ueberweisungssteuern ganz aufzuheben.(Sehr richtig! bei den Nationalliberalen.) Was im übrigen die berühmte, altpreußische Sparsamkeit anlangt o bestand sie manchmal in einer rechten Knickerei, die des neuen Reichs nicht würdig wäre. In der Bauverwaltung kann viel gespart werden, noch mehr in der Militärverwaltung. (Sehr richtig! links und im Zentrum.) Manches Bataillon wird zur Teilnahme an Paraden zwecklos von Ort zu Ort geschickt.(Sehr richtig!) Manches Uniformstück, Pelzver brämungen, Attilas und Fangschnüre sind nicht mehr nötig im Lande der allgemeinen Wehrpflicht(Sehr richtig!) Branntwein sehen wir in einem Monopol die zweckmäßigste Form der Steuererhebung. Die Brausteuer ist eine durchaus berechtigte Forderung; bei der Weinsteuer wird ein großer Teil meiner Freunde für eine größere Schonung des Weines eintreten im Interesse der kleinen Winzer. Der Sekt dagegen kann auch in seinen billigsten Hausmarken viel höher besteuert werden als bisher. Wenn nicht streng zwischen der Besteuerung des Luruslichts und dem steuerfreien Arbeitslichte geschieden werden kann. dann muß man die Lichtsteuer fallen lassen. Aever die Möglichkeit einer Plakatsteuer sind wir uns aber einig. Die Nachlaßsteuer ist ganz zu verwersen. Schaffen Sie eine Vermögenssteuer!(Beifall bei den Natlib.). Finanzminister Frhr. v. Rheinbaben: Die günstigen Finanzen Englands und Frankreichs machen es uns geradezu zur gebieterischen Pflicht, Wandel zu schaffen. Eine Reichsvermögenssteuer noch neben einer Vermögenssteuer in den Einzelstaaten ist nicht möglich. Der Versuch dazu würde den Nuin der finanziellen Selbständigkeit der Einzelstaaten be deuten. Auch den Gemeinden darf man ihre Einnahmen nicht nehmen. Die wohlhabenden Kommunen sind zurückgegangen Im Jahre 1895 gab es noch 465 Kommunen mit unter 100 Prozent Kommunalsteuern, jetzt kaum noch 200. Was der sozialdemokratische Abgeordnete gestern von der Situation der Arbeiter sagte, ist nicht zutreffend. Die Gewerkschaften erheben pro Kopf der Mitglieder nicht weniger als 42 Mark pro Jahr.(Hört! hört!) So hoch schätzt also die Sozialdemokratie selbst die Leistungsfähigkeit ihrer Arbeiter ein. Da ist wohl das Reich berechtigt, den kleinen Mehrbetrag von 4,50 Mark pro Kopf von den entbehrlichen Genußmitteln für sich zu beanspruchen.(Lebhafter Beifall.) Abg. Dr. v. Dziembowski=Pomian(Pole): Wir haben kein Vertrauen zu einer Regierung, die die nationalen und sozialen Unterschiede verschärft, die einem Teil der Reichsangehörigen das Versammlungsrecht nimmt, die Reichsangehörige expropriiert. Dennoch werden wir gern in den Kommissionen daran mitarbeiten, die Vorlagen so auszugestalten, wie es für das Reich von Vorteil ist. Die Weiterberatung wird auf Montag 1 Uhr vertagt. Schluß gegen 4 Uhr. Preußisches Abgeordnetenhaus Sitzung vom 20. November 1900. Das Haus beschäftigte sich mit der Interpellation des Zentrums betr. das Grubenunglück auf der Deche Radbod. Abg. von Twickel(Ztr.) führte in der Begründung der Interpellation aus, ein derartig großes Grubenunglück sei noch nicht dagewesen; er fragte, wen die Schuld treffe, und ob es wahr sei, daß das zur Berieselung notwendige Wasser gesehlt habe. Minister Delbrück dankte allen, die zur Linderung der Not beigetragen haben, und erklärte, daß er noch nicht in der Lage sei, über die Ursachen des Unglücks erschöpfende Auskunft zu geben. Die Behauptung, daß es an dem nötigen Wasser für die Berieselung gefehlt habe, sei unrichtig; das Gegenteil sei festgestellt worden. Was an ihm liege, werde geschehen, um den Fall auszuklären und etwaige Schuldige würden strengstens bestraft werden. Die Rettungsmannschaften hätten mit Todesverachtung ihre Schuldigkeit geran. Die Schließung des Schachtes sei notwenig gewesen; ausgeschlossen sei, daß dadurch noch lebende Bergleute getötet worden seien. Ein sicheres Vorbeugungsmittel gegen Schlagwetterexplosionen gebe es bisher nicht. An der Zuverlässigkeit der Beamten sei nicht zu zweiseln. Die Zechenverwaltungen ständen, insbesondere, was die Sicherheitsvorkehrungen anlange, in jeder Beziehung auf der Höhe. Die Klagen über ungenügende Vorbeugungsmaßregeln zur Verhinderung von Unglücksfällen seien unbegründet. Arbeiterkontrolleure würden ebensowenig wirksam kontrollieren können, als Beamte. Es müsse aber den Arbeitern die Möglichkeit gegeben werden, mit der Werksleitung zusammen an der Betriebssicherheit mitzuwirken. Die Regierung wende bestrebt sein, die Beziehungen zwischen der Arbeiterschaft und der Verwaltung zu verbessern, die Arbeiter sollten aber nicht Unfrieden säen und Vertrauen zur Regierung haben.(Bravo!) Bei der Besprechung der Interpellation wünschte Abg. Krause(freikons.) eine beschlee#nigte und gründliche Untersuchung, sowie einen weiteren Ausbau der preußischen Berggesetzgebung, während der Aba. Eickhoff(rs. Vpt.) eine reichsgesetzliche Regelung der Materie sorderte. Im weiteren Verlause wies Minister Delbrück die Angriffe des Abg. Leinert(Soz.) gegen die Bergbehörden zurück. Diese hätten, um jede Gefahr einer Verdunkelung zu vermeiden, eine Untersuchung nicht selbst geführt, sondern sie der Staatsanwaltschaft überlassen. Nachdem noch mehrere Rodner für eine möglichst beschleunigte Untersuchung eingetreten waren, wurde die Weiterbesprechung auf morgen vormittag 11 Uhr vertagt. Sitzung vom 22. November 1908. Handelsminister Delbrück: Abg. Leinert hat gestern auf meine Aufforderung, Zeugen für seine Behauptungen zu nennen, erwidert. er sei dazu bereit, wenn ich die Garantie übernehme, daß die Zeugen nicht auf die sogenannte schwarze Liste kämen. Abg. Leinert wird sehr wohl wissen, daß ich eine solche Garantie nicht übernehmen kann. Ich bin aber bereit, die Bergleute, die mir Herr Leinert unter Angabe der von ihnen aufgestellten Behauptungen namhaft machen wird, soweit sie es wünschen, auf siskalischen Werken an der Ruhr zu beschäftigen.(Lebhafter Beifall.) Ich hoffe, daß Sie daraus entnehmen, wie ernst es mir mit der Ermittelung der Wahrheit in dieser schweren Angelegenheit ist. Der Minister kam sodann nochmals auf seine gestrigen Ausführungen zurück, und wies darauf hin, daß die Einrichtungen auf den fiskalischen Gruben an der Saar als Vorbild für eine eventuelle gesetzliche Regelung der Frage der Arbeiterkontrolleure dienen könnten. Ich denke, fuhr der Minister fort, mir die Maßnahmen so, daß man die Arbeiterausschüsse nach fiskalischem Muster dahin ausbaut, daß jede Steigerabteilung in geheimer, direkter Wahl ein Mitglied in den Ausschuß schickt und daß dann diese das Recht haben sollen, die Baue ihrer Steigerabteilung in bestimmten Terminen zu befahren, und daß diese Vertrauensleute dann die Ergebnisse ihrer Befahrung in ein Befahrungsbuch einzutragen haben, was der Werkverwaltung und event. der Revierpolizei zugänglich zu machen sein würde. Nach weiteren Erörterungen wurde die Besprechung geschlossen Das Haus überwies sodann den Gesetzentwurf zur Abänderung des Gesetzes betreffend die Gewährung von Wohnungsgeldzuschüssen an die unmittelbaren Staatsbeamten und den Entwurf betreffend die Gebühren der Medizinalbeamten an die verstärkte Budgetkommission bezw. an eine Kommission von 14 Mitgliedern und vertagte sich sodann auf Montag. Albumblätter Wer im Gedächtnis seiner Lieben lebt, Ist ja nicht tot, er ist nur fern— Tot nur Ist, wer vergessen wird. Regina. Roman von J. Jobst. (Nachdruck verboten.) „Gut, daß Groß=Ellern noch viele solche Kerle hat, und für Nachwuchs wird auch gesorgt. Der Forst ist bei Willert in den besten Händen.“ „Er mag ein tüchtiger Beamter sein, aber sympathisch ist er mir nicht.“ „Weil er so ernst ist?“ “„ J a, a u c h d a r u m, a b e r h a u p t s ä c h l i c h w e i l s i c h s e i n e F r a u in der Ehe so verändert hat. Er ist sicher nicht gut zu ihr.“ „Der alte Eckardt hat nie über ihn geklagt.“ „Das ist noch kein Beweis, Wolf Dietrich“ Gewiß nicht, aber vielleicht hat der Rotkopf ihm zu schafsen gemacht. Sie war als Mädchen sehr gefallsüchtig. Die Männer waren, wie Eckardt mir einmal ingrimmig erzählte, gewaltig hinter ihr her.“ „Das kann ich mir gut denken, aber seit ihrer Verheiratung hat man doch nichts Anrechtes mehr gehört.“ „Was wissen wir davon. Derartiger Klatsch traut sich nicht bis zu und heran.“ „Weißt du, daß ich bei Frau Willert stets das Gefühl habe, daß sie etwas gegen mich hat?“ „So“, drummte Wolf Dietrich vor sich hin. Er dachte sich ein Teil; denn er wußte nur zu gut, daß Vetter Wilhelm dem Rotkopf seinerzeit nachgestiegen war. „Ich habe ihr wissentlich doch nichts getan. Diese Abneigung ist auch nur bei Frau Willert zu spüren, ihr Mann dagegen bewies mir damals im Bruchhof jederzeit seine Ergeben heit. Doch steh nur, Wolf Dietrich, wie einzig schön das Jä gerhaus im Winterschmuck dallegt. Der Schornstein raucht— ach, diese Ueberraschung, wir sollen dort wohl absteigen?“ Wolf Dietrich lachte fröhlich auf und lenkte die Pferde dem Hause zu, wo zwei Männer standen und nach ihnen ausschauten. „Guten Tag, Meinhardt! Nun, alles in Ordnung?“ rief Ellern dem alten Fischmeister zu „Alles in bester Ordnung. Der Tisch ist gedeckt.“ „Warum schleicht sich der Karl denn weg?“ „So ist er immer, wenn Fremde kommen.“ „Ich bin doch kein Fremder.“ „Aber die gnädige Frau. Er möchte ihr ja gerne danken, aber er kann's nicht über die Lippen bringen.“ „Ich werde mal bei Gelegenheit ein kräftiges Wörtlein mit ihm reden, er hat seine wohlverdiente Strafe abgesessen und damit seine schwere Schuld bezahlt. Es vergißt sich doch alles mit der Zeit.“ „So was nicht Herr Baron. Der Karl spricht ja nie darüber, aber es muß die Hölle gewesen sein. Und dann fürs Leben entehrt. Die Strafe war zu hart. Man sagt so: Meineid bleibt Meineid, aber das ist ein Irrtum, man muß das nur an seinem Fleisch und Blut erlebt haben, dann urteilt man ganz anders.“ Wolf Dietrich wandte sich nach einigen teilnehmenden Worten an den alten Getreuen wieder Regina zu, die der Unterredung wohl kaum zugehört hatte, da sie in dem Anblick der winterlichen Landschaft versunken schien „Komm, das Frühstück wartet.“ Scherzend bot er ihr den Arm, doch als sie sich ihm notgedrungen zuwandte, rief er be sorgt:„Du frierst, die lange Fahrt ist doch wohl zu viel für dich gewesen. Wie bleich du bist. Hast du Hunger?“ „Ich bin ein wenig müde, ich muß es erst wieder lernen, dein Kamerad zu sein“, scherzte sie mühsam Auch während der Mahlzeit wollte die alte Fröhlichkeit nicht wiederkehren, obwohl sie sich dazu zu zwingen versuchte Wolf Dietrich bemerkte es voller Sorge. doch ahnte er den Grund nicht. Es war in der Tat heute das erstemal, daß Regina Karl Meinhardt begegnete, und damit war auch dei Schatten wieder da, das Bewußtsein ihrer Schuld, das so lange geschlafen hatte, eingewiegt von dem Glück der langen Jahre Es war wie ein Spuk, wohin sie sah. starrten ihr wieder die drohenden, erbarmungslosen Augen entgegen, die sie nur zu gut kannte, und keine strahlende Wintersonne vermochte das Gespenst zu verjagen. Sie würgte jeden Bissen der vortrefflichen Speisen hinunter u. hob die Tafel viel früher auf, als es Ellern lieb war. Er feierte Erinnerungen, und sein: Weißt du noch?“„Als wir hier so überselig waren!“ wurde ihr zur unerträglichen Qual „Werden wir von hier zu Fuß weitergehen?“ unterbrach sie voller Ungeduld eine verliebte Schilderung vergangener Tage. „Wenn es dir nicht zu viel ist?“ „Im Gegenteil es ist gesünder als das Schütteln des Wa gens auf den hartgefrorenen Wegen.“ „Wir hätten den neuen Wagen nehmen müssen, dieser alte hat schlechte Federn.“ „Aber er ist mir besonders lieb.“ „Das war auch der Grund, daß ich ihn wählte. Ach entschuldige noch einen Augenblick oder gehe nur schon voraus, immer geradeaus. Meinhardt scheint mich noch sprechen zu wollen“, sagte Ellern, als sie, zum Aufbruch bereit, vor dem Hause standen. „Beeile dich nicht, ich kenne ja den Weg.“ „Froh. allein zu sein, verfolgte Regina ihren Weg, der zuerst über eine Wiese führte, um sich dann in einer Tannenschonung zu verlieren. Sie sah nicht, wie herrlich die immergrünen Bäume geschmückt waren, wie tief sich das breite, dichte Gezweig unter der glitzernden Pracht beugte und das Dunkelgrün der Nadeln sich von dem reinen Weiß der Schneelasten abhob. Sie hörte nur auf die Stimme in ihrem Innern, die wieder zum Leben erwacht war und ihr ein Schreckensbild nach dem andern malte. Reginas Augen blickten starr hinaus in den weißen Zauber der Natur, aber er wirkte nicht auf sie. Das tiefe, heilige Scheigen um sie her spürte sie nicht, auch das knisternde Geräusch nahender Schritte, die sich ihr rasch näherten, beachtete sie nicht, bis der Mann, der so eilig daherkam, vor ihr stand. „Meinhardt, sind Sie es?“ schrie sie auf. „Ich muß es wohl sein, Frau Baronin“, antwortete der Mann.„Aber der Karl Meinhardt, den Sie gekannt haben, der ist tot.“ „Können Sie denn nicht vergessen, Karl?" fragte Regina scheu „So elwas vergißt man nie. Ich wollte, das Leben wäre aus. Ich mochte der alten Schuld nicht eine neue hinzufügen, sonst hätte ich mich umgebracht.“ „Meinhardt!“ „Nein, nein, Frau Baxanin, schon um des Großvaters willen tue ich es nicht, er und Vater haben schon Schande genug an mir erlebt. Ich soll meine Tat fühnen, sagte der Zuchthausprediger. Er meinte es gut, aber helfen kann er mir auch nicht. Meineid ist Meineid, sagte der auch" „Und was sagen Sie, Karl?" „Ich sage, es muß von Fall zu Fall geurteilt werden. Leichtsinn war es bei mir, falsche Gutmütigkeit! Ich habe nie einem Menschen, besonders einem so guten Freund etwas abschlagen können. Und als er da vor mir winselte und flehte und ich fest an seine Unschuld glaubte, na, da tat ich ihm den Gefallen. Als ich den Eid dann sprechen mußte, überlief er mich kalt, aber ich hatte mein Wort gegeben und es noch stett gehalten. Daß der andere es brach und so gemein war, mich zu verraten— na, das kam wieder vom Trunk, und er hat es nicht mit Willen getan. Aber der es dem Gericht angezeigt hat, der ist an allem Unglück schuld. Der soll sich hüten, mir vor die Augen zu kommen, Frau Baronin, der Lump, der Zuträger. Eine Kanaille ist der Kerl, der gehört ins Zuchthaus.“ Meinhardt war ganz außer sich vor Zorn, es tat ihm gut, daß Regina ihm solche Teilnahme zeigte, und nun besann er sich auch darauf, daß er ihr schon längst hatte danken wollen. „Ich danke Ihnen auch für Ihre Teilnahme, Frau Baronin, un ddaß Sie sofort ein gutes Wort für mich eingelegt haben. Großvater hat es mir erzählt.“ „Das war nur natürlich, Meinhardt, in meinen Augen blieben Sie ganz derselbe. Wie ist es denn mit der Grete?“ „Die meint es gut, an der liegt es nicht, daß wir noch kein Paar sind.“ „Warum heiraten Sie denn nicht, Meinhardt?“ „Damit meine Kinder einen Zuchthäuslen zum Vater haben? Das ist wie ein blutiges Mal, das wäscht keiner ihnen ab. Da sei Gott vor, daß ich mich so versündigen sollte. Die Grete muß sich darein schicken, aber zu ändern ist das nicht. Großvater hat es auch eingesehen.“ (Fortsetzung folgt.) Tegesordnung: Erste Lesung der Gesetzentwürse betr. Heranziehung der Beamten zur Ge Hottung amten. Gemeindeeinkommensteuer und beir des Staates für Amtspflichtverletzungen von BePolitische Uebersicht. Deutsches Reich. * D e t m o l d, 2“, N o v. 1 9 0 8. — Der Kaiser und die Kaiserin trasen aus Anlaß des Geburtstages der verstorbenen Kaiserin Friedrich Sonnabend vormittag gegen 10 Uhr in der Friedenskirche ein. Der Kaiser und die Kaiserin weilten längere Zeit allein im Mausoleum und legten am Sarkophage einen Lorbeerkranz, geschmückt mit Marechal=Niel=Rosen und Orchideen nieder. — Das„Attentat von Offenbach“. Die Berge kreisen und gebären ein Mäuslein! Was ist nicht alles aus dem Offenbacher„Attentat“ auf den kaiserlichen Zug gemacht worden! Manche Blätter beschrieben ganz genau die ge fährlichen Dynamitpatronen. Die Aufklärung wird nun nicht wie eine Dynamttpatrone, sondern sogar wie eine Bombe wirken. Sie wird einen großen Heiterkeitserfolg beanspruchen dürsen. Wir haben bereits mitgeteilt, daß der Inhalt der einen„Dynamitpatrone“ als vollkommen ungefährlich festgestellt worden ist. Inzwischen ist auch die Untersuchung des zweiten Attentatsobjektes beendet wor den. Sie hat ergeben, daß es den gleichen Inhalt hat. Es handelt sich nämlich um gar keine Dynamitpatrone, son dern um zwei Batterien einer elektrischen Taschenlampe, die jedenfalls ein Reifender aus dem Zug geworfen hat. Es war also— viel Lärm um Nichts! — Reform des Amtsgerichtsverfahrens. Die Justiz kommission des Reichstages begann die Beratung der No velle zum Gerichtsversassungsgesetz usw. über Reform des Amtsgerichtsverfahrens. Gleich zu Beginn der Verhandlung liegt eine große Reihe von Anträgen vor: vom Zentrum und von den freisinnigen auf Einschränkung der Zuständigkeit der Amtsgerichte gegenüber der Regierungsvorlage, der Zentrumsantrag auf 500, der freisinnige auf 600 statt der 800 M der Regierungsvorlage. Ein konservativer Antrag wünscht zahlreiche Garantien bezüglich der Beschränkung der Verwendung von Hülfsrichtern, der Besetzung der Zivilkammern mit nur zwei Beisitzern, der Forderung, daß nur Direktoren zu Vorsitzenden der Kammer für Handelssachen ernannt werden sollen, der Schaf sung mehrerer Landgerichte in volkreichen Bezirken und ähnliches. Der von Anwaltsseite ausgehende Wunsch, die ganze Verhandlung über die Ausdehnung der Zuständigkeit der Amtsgerichte zu vertagen bis zum Eingang der Strasprozeßnovelle wird abgelehnt. Es sollen zwei Lesungen stattfinden. Die Aussprache über die Anträge führte noch zu keiner Entscheidung. Frankreich. Paris, 20. Nov.(Deputierten kammer.) Die Beratung des Kriegsbudaets wurde fortgesetzt. In Erwiderung auf verschiedene Anfragen führte Kriegsminister Picquart aus: Für Uebungsplätze sind seit 1901 dreißig Millionen verausgabt worden; in diesem Jahre sind die Ausgaben für diese Plätze noch um 500000 Francs erhöht worden. Da das Kriegsbudget aber sehr belastet ist, muß die Verwaltung ihre Wünsche einschränken.— Gervais erklärte im Namen der Kommission, sich der vom Kriegsminister im Lause der Debatte geäußerten Befriedigung über die Armee anzuschließen. Die Armee habe viel gearbeitet und sehr schätzenswerte Erfolge erzielt. Sie bekämpfe unnachsichtlich die unmoralische und verbrecherische antimilitaristiiche Provaganda, die kein lei Wirtung erzielt habe. Die moralische Gesundheit Frankreichs ist unvergleichlich, und unsere nationalen Kräfte sind sehr stark. (Doumer: Die materiellen und die moralischen!) Gervais schloß:„Wir können volles Vertrauen haben zu unserem Offizierkorps und zu unserem Generalstab, bei denen fleibig gearbeitet wird!"(Lebhafter Beifall.) Die letzten Kapitel des Kriegsbudgets wurden sodann angenommen. Paris, 20. Nov. Zahlreiche Blätter beschäftigen sich mit der Rede des Reichskanzlers Fürsten „Gaulois“ schreibt u. a.: Das Lob, das Fürst Bülow Frank reich gespendet, ist tröstlich für uns, denn es zeigt, daß das Ausland unsere Eigenschaften anerkennt, während wir selbst uns sehr oft den Anschein geben, dies zu verkennen. Aus den Erklärungen des Reichskanzlers geht ferner hervor, daß er ein Optimist" Unter den gegenwärtigen Verhältnissen ist diese Ueberzeugung bemerkenswert. Sie bestätigt, was wir immer vermutet haben, nämlich, daß Deutschland keinen Krieg provozieren will, denn der Krieg würde seinen Interessen zuwiderlaufen. Darf man unter diesen Umständen nicht hoffen, daß sich zwischen Deutschland und Frankreich ein annehmbares Verhältnis ausbilden könnte?— Die„Lanterne“ schreibt: Die Ratschläge, die Fürst Butow dem Reichstage erteilt hat, können auch wir uns zu Herzen nehmen. Wir sind im Begriff, unser Fiskalsystem umzugestalten, aber nur bezüglich der Einnahmen. Die Flut der Ausgaben steigt immerzu, und niemand will noch ein Mittel vorschlagen, sie einzudämmen. — Der„Radical“ sagt: Der Reichskanzler hat vom europäischen Frieden gesprochen; er sieht die Lage günstig an. beglückwünschen wir uns dazu. Aber der Reichskanzler hat nicht gesagt, daß die Kriegsdrohungen immer von derelben Seite kommen.— Die„Action“ schreibt: Fürst Bülow hat wie der Chef eines großen Handelshauses gesprochen, welches Deutschland sein soll. Mag Frankreich, weles das größte Kreditinstitut der Welt ist, daraus Nutzen ziehen. England. London. 21. Nov. Der Minister des Aeußern, Sir Edward Grey, hielt in Scarborouab eine Rede, in welcher er im Einklange mit den letzten Erklärungen des englischen Premierministers und verschiedenen anderen Ministern betonte, daß die britische Flotte unter allen Umständen so stark gehalten werden müsse, daß sie immer noch stärker sei, als irgend eine Verbindung anderer See mächte. Mit besonderer Betonung sagte der Minister, daß hier von halben Maßregeln keine Rede sein könne; denn es gebe kein Mittelding zwischen absoluter Sicherheit und vollständigem Ruin. Dabei werde die englische Flotte niemals für Angriffszweck=, sondern ledinlich zur Verteid gung bestimmt sein. Der Minister kam auch auf die letzten Verhandlungen i. deutschen Reichstag zu sprechen, bei denen, wie er meinte, sehr interessante Fragen aufgerollt wurden. Diese Fragen gingen zunächst die deutsche Nation selbst an, und es könne sich daher das Ausland nur in zweiter Linie damit beschäftigen. Er möchte nur bemerken, daß die Vertreter aller Parteien des Reichstages alles ausgesprochen hälten, was sie auf dem Herzen hatten, aber bei allem Freimut ihrer Reden sei kein unsreundliches Wort weder gegen England noch gegen irgend ein anderes Land gefallen. Die englische Na###on solle sich dies Beispiel zum Vorbilde nehmen und sich in gleicher Weise auch gegen Deutschland verhalten. Orient. Belgrad, 20. Nov. Die Belgrader Politika“ meldet: Als der Kronprinz Georg gestern nachmittag zu Fuß von seinem Palais nach dem Konak gina, begegnete ihm ver österreichische Gesandte Graf Forgach, der den Kronprinzen nicht grüßte. Der Kronprinz rief: scheint, daß Sie mich nicht kennen wollen". Darauf zog Graf Forgach den Hut und wollte sich damit entschuldigen daß er den Kronprinzen nicht erkannt habe. Dieser kehrte jedoch Forgach den Rücken und ließ ihn stehen. Asien Peking. 20. Nov."“ um Thronwechsel in Ehina.) Es tritt immer mehr zutage, daß Prinz Tschun die Regierungsgeschäfte in die eigene Hand nimmt und jede Einmischung der Kaiserin Gehhonala oder des Großen Rates zurückweist. Seine Art und Weise, mit dem Großen at umzugehen, wird täglich entschiedener. Der Prinz gibt seine Entschlüsse im Rate nur in Form von Befehlen Berlin, 20. Nov. Die Einnahme, die das WeinrestauKempinski gestern von 3 Uhr nachmittags erzielte und die für die Hinterbliebenen der Opfer von Radbod bestimmt war, beträgt 14 775.85 A. Eine besondere Sammlung, die unter den Gästen veranstaltet wurde, ergab 850 M. Berlin, 21. Noo. Ein Verkauf des Schlosses Stolzensels ist, wie im königlichen Hausministerium mit gereut wird, nicht beabsichtigt. Bochum, 21. Nov. Der Bergbauverein stiftete an läßlich seines 50jährigen Bestehens 300000 Mk. für die Grudenbeamtenpensionskasse, 100000 Mk. für die Witwenund Waisenkasse der Grubenbeamten und 100000 Mk. als Fonds für verunglückte Bergleute, namentlich für diejenigen von Radbod. Boun, 21. Nov. Prinz Adolf zu Schaumburg= Lippe hat über das Verbandsfest des Deutschen Athletenverdandes, welches dem hiesigen Athleten Verein Eiche übertragen wurde, das Protektorat übernommen. Kiel, 21. Nov. Im Exerzierhause der 1. Matrosendivision erfolgte heute mittag in Anwesenheit des Prinzen Heinrich von Preußen als Vertreters des Kaisers die Vereidigung der Marinerekruten. Prinz Heinrich richtete an die Mannschaften eine kurze Ansprache, die mit einem Hoch aus den Kaiser schloß. Weimar, 21. Nov. Der Frauenmörder Koch wurde heute um 7% Uhr früh hingerichtet. Koch hat gestern abend, bevor ihm das Abendmahl gereicht wurde, drei weitere Frauenmorde eingestanden. Er hatte auch diese Frauen in seine Wohnung gelockt, erschlagen und zerstückelt. Dresden, 18. Nov. Hier wurde, wie schon gemeldet, Stimmung ein Varietetheater, Weinstuben und Cases besuchten, um darauf in vorgerückter Stunde das Meistersche Geschäftslokal aufzusuchen. Hier in einem kleinen schmalen Privatzimmer wurde die Kneiperei fortgesetzt. Was dann passierte ist vollkommen unerklärlich. Auch bisher hat von der Untersuchungsbehörde nicht festgestellt werden können, auf welche Ursachen der Tod der Drei zurückzuführen is, Für einen gemeinschaftlichen Selbstmord oder die Tat eines einzelnen von den beiden anderen sehlt es an jedem Motiv. Irgendwelche Aufzeichnungen, die Aufklärung geben könnten, sind bei keinem der Toten vorgefunden worden. Daß eine Vergiftung durch ausströmendes Gas aus dem Gasofen vorllegt, dafür sind ebenfalls keine genügend: Momente vordanden. Man steht bis jetzt vor einem Rätsel. Der getötete Reinach ist der Sohn eines begüterten Likörfabrikanten. Die Gerichtskommission hat eine Besichtigung des Schauplatzes vorgenommen. Der Untersuchungsrichter hat die gerichtliche Sektion der drei Leichen angeordnet, um die Todesursache festzustellen. Gesängnisstrafe für den Prinzen Leo Radziwill. Eine empfindliche Strafe hat den Prinzen Leo Radziwill dafür getrosfen, daß er ein junges Mädchen mit seinem Automobil überfuhr und tötete. Er wurde vom Gericht in San Remo zu 1 Monat Gesänguis, 500 Lire Geldstrafe und zur Zahlung von 5000 Lire Entschädigung an die Eltern des Mädchens verurteilt.— Der 1888 in Berlin geborene Prinz Leo Radztwill ist der vierte Sohn des Fürsten Georg Radziwill. Verhaftung eines Berliner Reserendars in Brest. Eine merkwürdige, noch wenig geklärte Affäre, in die ein Berliner Referendar und Reservelentnant verwickelt ist, hat sich in Brest abgespielt. In Brest ist der preußische Reservelentnant Referendar Wilhelm von Brann aus Berlin unter dem Verdacht homosexueller Vergehen mit Schülern verhaftet worden. Braun wohnte in einem ersten Hotel ein eigentümlicher Schwindel entdeckt, dem die der Stadt und hat wiederholt junge Leute zwischen dreiDresdner Bank beinahe mit dem Betrage von 75000, zehn und fünfzehn Jahren durch Geschenke in seine WohMark zum Opser gefallen wäre. Die Bank erhielt tele=nung gelockt.— In einem ganz anderen Licht erscheint die phonisch die Weisung, eine Summe von 75000 A bei der Affäre nach der folgenden Meldung der„N. Fr. Pr.“ Da Tages=Neuigkeiten. Berlin, 20. Nov. Die„Nordd. Allg. Ztg.“ schreibt: Die Nachricht, daß der Direktor der Nationalgallerie, Geb. Regierungsrat Dr. v. Tschudl, aus seiner Stellung scheide, falsch. Geh. Rat von Tschudt wird nach Ablauf seines Urlaubs auf seinen Posten zur! Sehren. Hermit entfallen auch alle Nachrichten über die Person seines Nachfolgers. Hofhaltung des Prinzen Johann Georg, des Bruders des Königs, abzuliefern. Als der Kassenbote in Begleitung mehrerer Bankbeamten im Palais eintraf, war dorthin telephonisch die angebliche Order gelangt, das Geld nach der Wohnung eines Hofbeamten in der nabegelegenen Pirnaischen Straße zu bringen. Die Baukändestellten fragten nunmehr bei der Bank an und erhielten die Antwort, daß dort von einer solchen Weisung nichts bekannt sei. Hierau wurden die 75 000 m zur Bank zurück zebracht. Ein Polizei kommissar wurde später von einem Restaurant aus tele phonisch angerufen. Das Gespräch hatte in dem Beamten einen gewissen Verdacht hervorgerufen. Der Kommissar verhaftete die Person, die das Gespräch gehabt hatte und offenbar um den Schwindel weiß. Der Verhaftete leugnet in dessen jede Schuld, weigert sich auch, seinen Namen zu nennen. Wiesbaden, 21. Nov. In der vergangenen Nacht starb hier nach schwerem Leiden der General der Infanterie z. D. Julius von Beramann, Ritter des Eisernen Kreuzes 1. Klasse. zuletzt Gouverneur von Straßburg, im Alter von 75 Jahren. Metz, 11. Nov. Die Polizei hat ein Nest von Rädchenhändlern ausgehoben, die einen schwung haften Handel mit jungen Mädchen nach Südamerika unter hielten. Zwei Männer und eine Frau wurden verhaftet, als sie eben zwei junge Mädchen nach Buenos Aires expe dieren wollten. Die Bande hat ihre Opfer in Luxemburg frenkreich und Deutschland gesucht. Offenbar handelt es ch um eine weitverzweigte Gesellschaft. Blankenburg a. H., 21. Nov. Gestern nachmittag traf Prinz Friedrich von Sachsen=meiningen, Kommandeur der 20. Feldartilleriebrtgade, aus Haunover zum Besuch des Herzogregenten ein und wurde von diesem auf dem Bahnhof empfangen. Elmshorn, 19. Nov. Im Groß=Sonnenteich ertränkte ich in einem Schwermutsanfalle die 33jährige Frau des Hofbesitzers Detiens mit ihren drei Söhnchen im Alter von 2—6 Jahren. Rom, 19. Nov. Aus Sicillen kommen immer neue Hiobsbotschaften. In Acicatena wurden dreißig, in Riposto fünshundert Bauernhäuser zerstört. Rom, 20. Nov. Aus Sizilien treffen noch immer Schreckensnachrichten von Ueberschwemmungen ein. Der Tunnel von Mangano Kürzte über einem einfahrenden Personenzug zusammen und begrub die Lokomotive und mehrere Wagen, sowie den Tunnelwächter. Bei Catania wurde ein Eisenbahnzug vom Wasser zum Stehen gebracht. In Gaarre stürzten die Wasserströme in den Kirchhof, wühlten die Gräber auf und spülten die Leichname über das ganze Gesilde dahin und schließlich ins Meer. Außerdem sind fünsundzwanzig Personen ertrunken, darunter eine Lehrerin, die unter den Trümmern ihres Hauses begraben wurde. Wien, 21. Nov. Der König von Sachsen ist heute früh aus Tarvis hier eingetroffen. Er wurde mittags in der Hofburg vom Kaiser Franz Josef in Privatandienz empfangen und sprach seine Glückwünsche zum Regierungsjubiläum des Kaisers aus. Das Dejeuner wurde bei der Erzherzogin Maria Josesa eing nommen. Heute abend wird der König nach Dresden zurückreisen. Haltlose Behauptungen. Düsseldors, 20. Novbr. Der Bergmann Karl Meyer, der dem Berichterstatter des Berliner Lokalanzeigers die Verwaltung der Jeche„Radbod“ schwer belastende Mitteilungen, gemacht hatte, ist von der Staatsanwaltschaft eidlich vernommen worden. Meyer hat unter seinem Eide seine dem Berichterstatter gegenüber abgegebenen Erklärungen nicht aufrecht erhalten, sondern erklärt, daß er das, was er dem Berichterstatter gesagt habe, nur vom Hörensagen wisse. Der zweite Bergmann, namens Gard, der erst seit Ansang November auf der Zeche tätig ist und der dem Berichterstatter ebenfalls schwer belastende Angaben gemacht hatte, versuchte, der Vernehmung durch Abreise zu entgehen. Er wurde aber festgehalten und eidlich vernommen. Ueber seine Aussagen verlautet noch nichts. Auf eine Anfrage bei dem Bergwerksdirektor Holländer in Hamm, ob die Mitteilung der Bergarbeiter=Zeitung, die Beamten von Radbod hätten ihm erklärt, sie könnten die Verantwortung für die Berieselung nicht mehr übernehmen, den Tatsachen entspreche, erklärte Holländer, es sei unwahr, daß irgendwelche Mitteilungen solcher Art von Beamten oder Arbeitern an ihn gelangt seien. Die Angaben der Zeitung seien völlig aus der Luft gegrissen. Dreifacher Selbstmord in Kassel. Eine in ihren Beweggründen noch unaufgeklärte Tragödie hat sich, wie ein Telegramm aus„ursel meldet, dort in dem Kontor des Pianofortehändlers Friedrich Meister in der Großen Rosenstraße abgespielt. Als der Vater des jetzigen Firmeninhabers, des 23jährigen Wilhelm Meister, das Kontor betrat, bot sich ihm ein grausiger Anblick. Auf einer Ruhebank saß in sich zusammengesunken sein Sohn Wilhelm, mit dem einen Bein auf dem Fußboden, während er das andere Bein auf den Hals der Leiche eines jungen, etwa 20 Jahre alten Mädchens, einer Hotelkellnerin Hausmann gelegt hatte, die in gebückter Haltung auf dem Sofa lehnte. In der Ecke neben dem Sosa zwischen dem Osen und einem Schrank sah er den 23jährigen Freund seines Sohnes, den Litörfabrikantensohn Max Reinach, der ebenfalls tot mit dem Gesichte auf dem Fußboden lag. Auf dem Tisch wurden mehrere Gläser Likör und zwei geleerte Weinflaschen gesunden. Ein Arzt stellte fest, daß wahrscheinlich eine Vergistung vorliegt, doch stellte sich nachher heraus, daß auch die Gashähne geoffner waren, sodaß anscheinend ein von langer Hand vorbereiteter dretfacher Selbstmord vorliegt. Die Beweggründe zu diesem Drama sind in Dunkel gehüllt. Die drei Leichen sind von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt worden.— Weiter wird gemeldet: Das musterlöse Dunkel, das alle Einzelheiten des Dramas umhüllt, konnte bis setzt nur wenig gelichtet werden. Die Ermittelungen haben erst das eine ergeben, daß das lote junge Mädchen nicht die Kellnerin Marie Hausmann, sondern eine Verkäuferin aus einem Kasseler Hutmagazin in der Königsstraße ist, die die beiden jungen Männer erst vor vier Tagen kennen gelernt hatte, und die zum ersten Male mit ihnen am Abend ausgegangen war. Ferner wurde festgestellt, daß die Toten nicht die geringsten Anzeichen von Lebensüberdruß oder Selbstmordgedanken haben erkennen lassen, im Gegenteil in der vergnügtesten nach wurde in Brest der Leutnant der Reserve im zweiten Gardeartillerteregiment Wilhelm von Braun, Referendar an einem Berliner Gericht, unter der Beschuldigung verhaftet, Bergleute zum Streik verleitet zu haben. Unter den bei ihm beschlagnahmten Papieren befanden sich ein Verzeichnis seiner Korrespondenz und Generalstabskarten. Neun Koffer des Verhafteten wurden versiegelt. 87 Notizbücher mit Informationen werden genau untersucht. Der Referendar unterhielt eine rege Korrespondenz. Seinen letzten Brief hat er aus Leipzig erhalten. Man wird gut tun, weitere Meldungen abzuwarten, ehe ein Urteil über die bis jetzt noch sehr unklare Affäre gefällt werden kann. In Disserdingen(Lothringen) drangen vier Italiener in ein Geschäft, um die Kasse zu berauben. Den herbei eilenden Ladeninhaber und dessen Frau schlugen sie mit Knüppeln nieder. Der Mann ist bereits gestorben. Die Frau ist schwer verwundet. Zwei Täter sind verhaftet. In einem Hotel in Halle a. S. erschoß sich ein Liebespaar, der Postassistent Karbaum, der erst vor wenigen Ta gen sein Examen bestanden hat, und das siebzehnjährige Dienstmädchen Hedwig Muzka. Eine Stadt ohne Wasser. Das Unterweser städtchen Varel hat jetzt dieselbe Wasserkalamität zu erleiden, vie sie Wilhelmshaven vor einigen Wochen zu dulden hatte. Ein Telegramm aus Premen berichtet darüber: In Varel herrscht große Wassernot. Das Wasser wird eimerweise verkauft. Die Fabriken haben kein Wasser für den Betrieb. Der Mangel ist auf das Fehlen einer Wasserleitung zurück enführen. und Land. * Detmold, 23. November. Landtagskandidaturen. Dank der Anregung durch die„Lippische Landesztg.“ in der Nummer vom Sonnabend trat sofort am Abend desselben Tages eine eiligst zusammenberufene Anzahl Wähler aus den Städten Detmold, Lage und Horn auf den Plan, um einen Wahlausschuß für die dritte und zweite Wählerabteilung des 1. Wahlkreises (Städte Detmold, Lage, Horn) zu bilden. Für diese Konferenz lag die Ider zu Grunde, in ernstliche Erwägung zu ziehen, ob nicht der von der Landeszeitung genannte Baumeister Hanke in Lage trotz der ihm durch diese Zeitung ange dichteten Minderwertigkeit auf den Schild zu erheben und als Kandidat der dritten Wählerabteilung zu proklamieren sei. Es wurde gründlich und allen Ernstes erwogen,„ob man sich schämen müsse“, wie die Landeszeitung meinte, „ein solches Experiment zu machen“, das heißt also: ob man es wagen dürfe, ohne schamrot zu werden, einem Kandidaten Neumannscher Richtung, nämlich dem Herrn Schneidermeister Brakemeier in Horn, einen Kandidaten anderer Richtung, und zwar gerade den von der Landeszeitung als einen„Zutreiber für die Sozialdemokratie“ bezeichneten Herrn Baumeister Hanke in Lage zu proklamieren und der Ungunst der Landeszeitung zum Trotz als einen geeigneten Vertreter der dritten Wählerabteilung zu empsehlen. Gleichzeitig wurde in ernstliche Erwägung gezogen, ob es tunlich sei, ohne das Mißfallen der Landes zeitung zu erregen, dem von ihr ausgestellten Kandidaten für die zweite Wählerabteilung Herrn Obertelegraphenassistenten Schelp ebenfalls einen der Landeszeitung vielleicht nicht genehmen Kandidaten gegenüberzustellen. Nach längerer eingehender Behandlung dieser Fragen, n welcher von den Vertretern aller drei Städte das Für und Wider erörtert wurde, kam man schließlich zu folgender Entscheidung: im 1. Wahlkreise werden als Landtagskandidaten aufstellt: für die dritte Wählerabteilung(Wahltag: 7. Dezember) Herr Baumeister Hanke in Lage für die zweite Wählerabteilung(Wahltag: 8. Dezember) Herr Inspektor Reitzel in Detmold. Als parteiloser Kaudidat für die 3. Klasse des 8. Wahlkreises(Amter Lage und Detmold) ist Herr Assessor Tasche in Lage, der Vorsitzende des Ziegler=Gewerbegerichts, aufgestellt werden. * Seine Durchlaucht der Fürst hat die ihm zewidmete Pa titur der Ouverture zu Kleist's„Hermanns schladt“ von Josef Vieth, op. 30, ang. nommen. Das Werk gelargt im dritten Sinfonie=Konzert im Fürstl. Hoftheater unter persönlicher Leitung des Komponisten zur Uraufführung. Außerdem leitet Herr Vieth die von ihm für Orchester bearbeiteten„Walzer=Capricen", op. 37, von Grieg. §. Eine Anzahl Offiziere, welche auf einem Uebungsritt degeiffen sind, weiden am 24. November in Detmold eintreffen. Die Führung hat ein Stabsoffizier übernommen. An dem Ritt beteiligen sich außerdem noch 6 Hauptleute und 6 Leutnante. Am 25. November wird der Uebungsritt fortgesetzt. * A u f d e m h i e s i g e n W o c h e n m a r k t e w u r d e n folgende Preise gezahlt: Butter 1 Pid. 1.15—1,20 Mt., Cier 1 Pfund 80—90 Pig., Blumenkobl 1 Kopf 30 bis 40 Pig., Zwiebeln 1 Pfund 10—12 Pig., Wirsing 1 Kopf 20— 25 Pfg., Kopfsalat 2 Kopfe 10 Pf., Wurzeln, 1 Pfund 4 P g., Kohlrabi 1 Bündch. 10—15 Pfg., Karteffeln, 1 Pfd. 4 Pto., 1 Ztr. 3.80—3 90 Mt., Birnen 1 Prd. 10—12 Pfg., Aepel, 1 Pfo. 8—10 Pfg, 1 Zir. 6—8 Mk., Wallnüsse 1 Pfd. 20-.25 Pf., Rosenkohl 1 Pfund 25—80 Pig., Braunkohl 1 Schock 50 Pig. Der deutsche Roman der Gegenwart.(6. Vortragoabend im Bildungsverein). Ueber genanntes Thema redete am letzten Donnerstag abend Herr Dozent Hans Kottwitz aus Berlin Man merkte, daß der Vortragende sich mit dem Stunium des deutschen Romans eingehend beschöftigt hat. Aus der bis ins Einzelne führenden Darstellung geben wir nach stehend die Hauptsachen inhaltlich wieder. Unsere Nomanliteratur ist ungeheuer reichhaltig und fortwährend im Wachen begriffen. Was die Schätzung des Romans anbetrifft, so ist es wohl ziemlich bekannt, daß unsere großen klassischen mans unterscheiden, nämlich den Zeitroman und den Entwickelungsroman. Während der Zeitroman die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen usw. Verhältnisse irgend eines bestimmten Landes, einer Gegend, eines Ortes in einem gewissen Zeitraume darstellt und zeigt, wie das Schicksal des Helden durch die Verhältnisse geradezu bestimmt wird, bringt der Entwickelungsroman die soelische Entfaltung eines einzelnen Menschen zur Darstellung. So hat der Entwickelungsroman einen individuellen Charakter, gewöhnlich ist der Held der Dichtung kein anderer als der Schriftsteller selbst. Der erste Roman unsere sämtlichen Dichter auf diesem Sebiet ist meis ein Entwickelungsroman gewesen. Man nimmt an, und in der Tat wird es so sein, daß der Dichter sich erst von dem Druck seiner persönlichen Entwickelungsgeschichte befreit haben müsse, ehe er sich in das Leben anderer hineinversetzen kann; diese Eigentümlichkeit wird uns von einigen Dichtern sogar ausdrücklich bezeugt. Wenn das Ueberwiegen des Entwickelungsromans auch durch den soeben dargelegten inneren Grund genügend erklärt ist, so ist doch der äußere wohl auch nicht ganz von der Hand zu weisen, daß nämlich der Erfolg, der dieser Gattung zuteil wurde, zur Nachahmung angereizt hat. Vertreter des Zeitromans sind Wilhelm von Polens, Karl Ompteda, Ottomar Enking u. a. Ihre und ebenso die Werke der Vertreter von der anderen Gattung fanden eine ziemlich aus führliche Besprechung. Außer den beiden genannten Gattungen gibt es natürlich noch eine ganze Menge anderer. Alle mög. lichen Gebiete hat der Roman kultiviert, sogar die Verhältnisse unserer Kolonien sind Gegenstand seiner Behandlung geworden. Auch sind die beiden Gattungen des Zeit= und des Entwickelungsromans nicht scharf voneinander abzugrenzen. sondern gehen teilweise ineinander über.— Zum Schluß machte der Redner noch kurz auf die in jetziger Zeit wieder erschienenen und noch erscheinenden Romane aufmerksam. Von Edward Stilgebauer ist soeben die„Blaue Blume“. von Detlev von Liliencron der Roman„Leben und Lüge", erschienen. Auch Hermann Sudermann, der ja sonst höhere Kunst pflegt, hat wieder einmal das Bedürfnis empfunden, einen Roman zu schreiben. Selbst von Gerhart Hauptmann wird erzählt. daß er seit vielen Jahren mit einem großen Roman beschäftigt sei. * Generalversammlung des konservativen Vereins. Wie aus dem heutigen Inseratenteile ersichtlich, findet morgen— Diensrag— nachmittag 3½ Uhr im Hotel „Reichskrone“ in Lage die auch am Sonnabend schon angekündigt gewesene Generalversammlung des Allgemeinen konservativen Vereins für das Fürstentum Lippe statt, zu welcher alle Mitglieder des konservativen Vereins eingeladen werden. In dieser Generalversammlung soll endgültig über die Landtagslandidaturen entschieden werden. Staatslotterie. Am Sonnabend sielen 50000 Mk. auf Nr. 178905, 30000 Mk auf Nr. 1 9674, je 10000 Mk. auf Nr. 27589, 117197 und 176294. * Eilberne Hochzeit feier die Eheleute Friedrich Boberg in Detmeld, Zimmermeiner Richts in Lage und Kolon Wilhelm Budde in Breitenheide. * Gustav=Adolf=Basar. Nachdem hoffentlich am Dienstag morgen der Verkauf der freundlichst gestifteten Gaben schon erfolgreich vorgeschritten sein wird, werden alle Freunde einer guten Sache Dienstag nachmittag im Vereenshaussaal wieder freudig erwartet, und Allen, Alt und Jung winken so mancherlei Freuden, daß wir gewiß sind, jeder, der nicht kommt, wird es nachher bedauern. Gute Eßwaren aller Art und erquickende Getränke werden u bescheidenen Preisen freundlich angeboten. Die Aufführungen, Ouverture, ernste und heitere Kinder=Deklamationen und ein allerliebstes Singspiel werden zeigen, daß sich viel freudige Bereitwilligkeit und anmutige Begabung in den Dienst der guten Sache gestellt hat. * Aus dem lippischen Kriegerbunde. In nächster Zeit wird der 10. Jahresbericht, welcher das Jahr 1907 umsaßt, erscheinen. Aus diesem geht hervor, daß sich 200 neue Mitglieder im genannten Jahr dem Bunde angegliedert haben, wodurch sich die Zahl der Mitglieder auf über 1100 erhöht hat. 43 Mitglieder sind während des Jahres gestorden. Das Barvermögen des Bundes betrug am 31. Dezember 1906 11376,36 Mk.; am 31. Dezember 11707.74 Mt. Es ist alse ein Zuwachs des Barvermögen## von 331,38 Mk. zu verzeichnen. Die Einnahme im Jahre 907 detrug 7009,81 Mk., die Ausgabe 7002,07 Mi. An Unterstützungen konnten verteilt werden aus der Kaff: des Deutschen Kriegerbundes 1674 Mk., aus der Kasse des Lippischen Kriegerbundes 68 Mk. und aus der v. BarbyStiftung 42,50 Mk. Die Fechtschulen in Lippe. deren 13 bestehen, brachten einen Reingewinn in Höhe von 2461,24 M. Von diesen sind in Lippe seit ihrem Bestehen überhaupt gesammelt 19994,69 Mt. Den Fechtschulen ge ören 246 Mitglieder an und bestehen in Detmold, Lage. Lemge, öiddesen, Salzuflen, Horn, Blomberg, Bega, Lüdenhausen, Langenholzhausen, Schieder, Barenholz. Die Fechtleiter netmen jederzeit Geldbeiträge, Staniolkapseln, Zigarrenabschnitte und Zigarrenbänder gern entgegen und sind auch zu jeder Auskunft gern bereit. Im Deutschen Reiche wurden im Jahre 1907 von den Fechtschulen 147440,43 Mk. gesammelt, gegen 150140,72 Mk. im Vorjahre. §. Der vom Grundbesitzer= und Verkehrs. verein am letzten Freitag im Arminiushotel veranstaltete Cabaret=Abens war sehr gut besucht. Unser Detmolder Cadaret„Dolle Kst:“, unter der Leitung Felix Wittensteins leistete wiederum sehr Ergötzliches, sodaß die Zuhörer aus dem Lachen nicht herauskamen. 4 Damen und 4 Herren bilden diese immer vergnügte Gesellschaft. Gleich zu Anfang des Programms wurden die beiden„Neulinge" im Cabaret, Frl. Mandik und Frl. Siee, ins Treffen geschickt. Die erstere brillierte durch ihr Klavierspiel in Gemeinschaft mit errn Bicknese, die andere trug einige kleine schelmische jedchen vor, die ihr den ungeteilten Beifall des Publikums einbrachten. Frl. Ewe, und Frl. Lilli Vialon sind sehr gern gesehene und gehörte Mitglieder des Cabarets; ebenso die Herren Schlingmann, Noltsc und nicht zu vergessen Felix Wittenstein. Diesem letzteren waren die Schlager der Neuzeit überlassen; wie er diese zum Vortrag brachte, war einfach zwerchtellerschütternd.„Immer an der Wand lang“, Das Finkenhähnchen“, der Gassenhauer„Rieke“,„Weinwalzer“, alles dies stand auf seinem Repertoir. Nicht unerwähnt lassen wollen wir noch das reizende„Meißener Porzellan“, gesungen von den Damen Ewe u. Mandik. Herr Simon Vialon erfreute die Anwesenden durch ein„Weserlied“, während Frl. Clara Werkmeister einige niedliche Deklamationen zum Vortrag brachte. Der Abend kann als ein wohlgelungener bezeichnet werden und wird hoffentlich den Zwecken des Vereins dienen. Diese bestehen darin, den nach Detmold gezogenen Fremden Gelegenheit zu geben, mit der Detmolder B.völkerung bekannt zu werden. Ein fröhlich verlaufenes Tänzchen bildete den Abschluß des Abends. n. Der Handwerkerverein hielt am Freitag abend im Vereinslokale„Teutoburger Hof“(Gehring) eine außerondentliche Versammlung ab, zu welcher folgende Tagesordnung ausgestellt war: 1. Verteilung der Preise und Diplome von der Gewerbeausstellung in Leingo; 2. Abrechnung von der Verlosung; 3. Stellungnahme gegen Gasund Elektrizitätssteuer als Sondersteuer der Gewerbetreibeiden; 4. Landtagswahl betr.; 5. Verschiedenes.— Zu Punkt 1 wurden, soweit die prämiierten Herren anwesend waren, die Medaillen und Diplome nebst Besitzzeugnisse verabfolgt; diejenigen Preise, welche nicht abgegeben werden konnten, können bei dem Vorsitzenden, Herrn Direktor Reineking, in Empfang genommen werden.— Zu Punkt 2 konnte die Verteilung der Gelder für die angekauften Gewinne noch nicht an alle Aussteller vorgenommen werden, da mit mehreren eine Abrechnung der Losegelder mit perrn Leopold Werkmeister stattsinden muß.— Zu Punkt# bbeve b. Do p##, d iu Hher geshatursgaer, Gers 5. deubeit Giellnns ainm tin Besteuerung genommen tage miüt aler Eashiodenheit Siellung gegen begen diese Art steurtung Westomusen———— sei, weil Gewervenener gleichkamme u, Dte Lleingn Breggehe getrossen würden als die groden Fabriken. Es sei in Lage der Vorstand der Handwerkskammer beauftragt worden, eine Resolution auszuarbeiten, welche der maßgebenden Behörde in Hannover und von dieser dem Reichstage unterbreitet werden soll. Es erübrige sich nur, daß der Handwerkerverein sich mit dieser Handlungsweise einverstanden erkläre; das geschah. Es wurde eine Kommission von drei Mitgliedern gewählt, welche eine Eingabe ausarbeiten son. die dem lippischen Reichstagsabgeordneten den soll; und zwar mit der Begründung, daß die Staffelung der Steuer so verteilt würde, daß der kleine Gewerpetreihende mehr entlastet wünde.— Zu Punkt 4 teilte der treibende mehr entlastet würde.— Zu punk. Vorsitzende der Handwerkskammer, Herr Grote, mit, daß von der Neumannschen Partei Herr Brakemeier in Horn als Kandidat zur Landtagswahl aufgestellt sei, und bat, daß diese Kandidatur sowohl seitens des Handwerkervereins als seitens der Innungen, soweit sie dem 1. Wahlkreise angehören, unterstützt werden möchte. (Inzwischen ist noch ein anderer Kandidat, nämlich Herr Baumeister Hanke=Lage, ausgestellt worden. D. R.) — Unter„Verschiedenes" stellte der Vorsitzende den Zeitungsbericht aus der Stadtverordnetensitzung dahin richtig, daß der Fachschule ein Zuschuß von 3500 A nicht in Bar gegeben würde, sondern der Zuschuß bestände darin, daß der Fachschule drei Zeichensäle und einige Kellerräume für den Tagesunterricht überwiesen sind. Ferner werden 60 Prozent der Gesamtheizungskosten, welche in der Gewerbeschule entstehen, von der Fachschule getragen, auch ständen 4- Spert bei Detwold, 23. Noo. Die Wählerlisten zur Gemeindeausschujwahl flegen vom 29. ab zu jedermanns Einsicht beim Vorsteher acht Tage lang offen aus. s. Heiligenkirchen, 29. Nov. Der Männergesangverein hat beschlossen, sein Stiftungsfest am Sonnabend, den 18. Januar aunhalten. &am Lemgo, 21. Nov. Etwa 30 bis 40 Personen waren der Einladung zu einer Versammlung gefolgt, die zur Gründung eines Haus= und Grundbesitzervereins führen sollte. In dieser ersten Versammlung nun übernahm Herr Amtsgerichtsrat Huxholl den Vorsitz. Er machte auf Grund des vorliegenden Statutenentwurfs die Versammelten mit dem Zwecke des neuen Vereins bekannt. Es gelte eine Zentrale zu schaffen, von wo aus alle geeigneten Schritte zur ,—., daß Herleiführung besserer Verhältnisse getan werden könnten. Schneidermeister Die Versammlung war einstimmig der Ansicht, daß ein solcher Verein auch in Lemgo ein erfolgreiches Wirkungsfeld habe und nachdem auch Herr Wollwarenfabrikant Steinbach seine Sympathie für die Sache bekundet hatte, wählte man einen provisorischen Vorstand von 6 Personen, der die Aufgabe hat, den Statutenentwurf zu prüsen un ihn der nächsten Generalversammlung des Vereins zu endgültiger Beschlußfassung vor zulegen.(L. B.) =p= Lemgo, 23. Nov. Am gestrigen Totensonntage sand in der Kirche zu St. Marien das schon vor einiger Zeit erwähnte Kirchenoratorium„Isaaks Opferung“ von Franke statt. Das Oratorium wurde von den vereinigten Kirchen chören zu St. Johann und St. Marien unter gütiger Mitwirkung der Frl. Geschwister Horst(Mezzosopran und Te —— Bariton) für Detmolder Bürgersöhne, welche die Fachschule besuchen nor) und des Herrn Bankbeamten Treimann wollen, Pläbe unentgeltlich zur Verfägung; demnach könn=[veranstaltet. Die geränmige Kirche war gut besetzt; Ihre ten unmöglich 3500 A als Zuschuß seitens der Stadt gerechnet werden. * Detmolder Männerchor. ds. Mts. findet die Probe im Bässe sind auf 8 Uhr eingeladen. Mit woch, den 25. Vereinslokal statt. Die Durchlaucht Prinzessin Carola war auch in Begleitung der Hosdame erschienen. Die einzelnen Stimmen waren infolge der Vereinigung der beiden Chöre sehr gut besetzt uid wurden die Chorlieder unter Leitung des Lehrers Lütchemeier gut zu Gehör gebracht. Volle Anertennung gebührt auch den Geschwistern Horst und Herrn Dreimann, die uns schon des öfteren durch ihren Gefang erfreuden. * Blomberg, 22. Nov. Unsere Leser werden sich erinnern, daß vor einiger Zeit eine Petition hier und in den beteiligten Bezirken umlief, worin die preußische Eisenbahnverwaltung ersucht wurde, dem Bau einer Eisenbahn von Blomberg nach Vogelhorst näher zu „„„L. Post“ a Salzusten, 23. Nov. Neue gärtnerische Anlagen werden auf der westlichen Seite des sich von der Bismarckstraße zum Leopoldbad hinziehenden Gradierwerkes unter Hinzunahme des früheren Kammergartens geschaffen. Da der Aufenthalt an dieser Stelle an den heißen Sommervormittagen von unsern treten. An Herrn Max Lenzberg in Lemgo ist, lt Kurgästen besonders bevorzugt wird, werden diese die Neuan= nun das folgende Schreiben gelangt: lagen dankbar begrüßen.(A. &am Salguslen. 23. Nov.(Wertermühle.) Wie der Allg. Anz hört, ist das von den städtischen Behörden einge forderte Obergutachten des Herrn Direktors Süchting vom Elektrizitätswerk in Bremen nunmehr eingegangen. Auch dieser emrfiehlt den Ankauf der Mühle. Die Frage, ob Phasen oder Gleichstrom bei dem Elektrizitätswerk vorzuziehen ist, wird jedoch von den städtischen Körperschaften seibst entschieden werden müssen. Anscheinend neigt man bei den hiesigen Verhältnissen dazu, das Gleichstromsystem einzuführen. * Schötmar, 23. Nov. Bei der Ziehung der 15. Schötmarschen Verlosung fiel der Hauptgewinn— eine Kuh— auf die Nr. 9735 und zwar ist Herr Nebel sen. von Gronhof der glückliche Besitzer dieses Loses.— Der Geschäftsgang auf dem Viehmarkt, der in den Vormittagsstunden auf dem„alten Teich" abgehalten wurde, war zufriedenstellend, doch hätte man im allgemeinen von einem Verlosungsmarkte wohl noch lebhafteren Handel erwarten dürfen. Schweine waren sehr zahlreich angetrieben, Rindvieh ca. 30 Stück. Die Preise für 6—8 Wochen alte Ferkel schwankten zwischen 10—12.50 Mk. Für Stangen wurden 30—40 Mk. gefordert und für tragende Sauen 120—150 Mark. Der Krammarkt war sehr gut besucht, und ganz besonders in den Nachmittagsstunden herrschte hier ein äußerst reges Leben und Treiben. Der Königlich Preußische Minister der öffentlichen Arbeiten. Berlin, den 7. Nov. 1908. Auf das unterm 22. v. M. hier eingegangene Gesuch vom 4. Juli d. J. erwidere ich Ihnen mit dem Anheimgeben der Mitteilung an die übrigen Unterzeichner, daß der Bau einer Eisenbahn von Blomberg nach Vogelhorst für Rechnung des preußischen Staates nicht in Aussicht gestellt werden kann. Breitenbach. §= Blomberg, 20 Nov.(Stadtverordnetenversammlung) Der Direktor Liebold in Holzminden hat s Zi. den vom Baurat Knoop angefertigten Gesamtplau für die Kanalisarion einer Prüfung unterzogen und beansprucht dafür eine Entschädigung von 100 Mt. Auf eine an ihn gerichtete Anfrage, ob er nicht mit Rücksicht auf die jahre langen Geschäftsverbindungen bereit sei, seine Forderung allen zu lassen, hat er sich zur Verzichtleiftung bereit erklärt, falls iom die Lieferung der Zementplatten zur Gen bahn am Heutore übertragen würde. Diese Lieferung i jedoch inzwischen anderweitig vergeben. Das Kolleg ersucht, nochmals mit Liebold dieserhalb in Verbindung zu treien und in dem Schreiben auf die vielen Lieferungen seit Jahren hinzuweisen. 2. Der Baubeamte Hilker, empfiehlt, dar Kanalisationsprojekt Schiederstraße=Höpperanger, was Gastwirtschaft H. Wilhelmi eine allgemeine Landtagswählerder vereiwigten überalen Verteien in Hterzu sind able Wähler sorundlichst ea. Breitenheide, 22. November. Ein alter treuer Veteran ist der Ziegler Adolf Köster in Breitenheide, er feierte am 20. Nevember 1908 seinen 70. Geburtstag und sein 50jähriges Zieglerjubiläum. Als Ziegelbrenner zieht K. im Frühjahr vergnügt von dannen und kommt ebenso vergnügt im Herbst in die liebe Heimat zurück, scheut nicht die schwere Arbeit, die ihm auferlegt ist, trotz des gertugen Verdienstes. Mögen diesem Alten fernerhin bessere Tage beschieden sein! * V e l d r o m, 2 1. N o v. E i n k ü h n e r D i e b s t a h l i s t a u f dem benachbarten, im Breußsschen gelegenen Gute Kempen verübt worden. Sicherem Vernehmen nach wurden dem Pächter des Gutes in einer der letzten Nächte 24 Schafe aus den Hürden gestohlen. Letztere waren einige hundert M er vom Hofe entiernt im Felde anfgeschlagen.(L. Vi.) p. Stemmen, 22. Nov. Der hiesige Kriegerverein seiert zufolge Beschluß in seiner letzten Vereinssitzung sein diesjähriges Stiftungsfest am Sonntag, den 6. Dezember durch einen Rundmarsch durchs Dorf und nachfolgenden Ball im Saale des Wirts Brand. #i Alverdissen, 21. November. Heute hielt der Jagdpächter Wiemann aus Barntrup hier eine große Treibsagd ab; wie verlautet, sind 26 Hasen und 1 Rehbock zur Strecke gebracht. Alverdissen, 22. November. Gestern abend wurde in der Meierschen Gastwirtschaft hierselbst eine konservative Wählerversammlung abgehalten. Herr Bürstenabrikant Kuhlmann aus Lemgo hielt Vortrag über„Unsere Stellungnahme zur Landtagswahl“. Seine Ausführungen tanden allgemeinen Beifall. Aus der Nachbarschaft. Arolsen, 21. Nov. Am 19. d. M. mittags trafen zim Besuch der Höchsten Herrschaften im Residenzschloß zu Arolsen ein Ihre Durchlauchten Prinz und Prinzessin riedric Wilh. zu Lippe aus Marburg. Zu abends 7 Uhr stattfindenden Tafel war auch die FürstirLitwe in Begleitung der Hosdame Gräfin Bernedorff erschienen. Nach der Tafel trug die Konzertsängerin Frl. E Ohlheff(Sopran) am Flügel, von Kapellmeister Meister begleitet, eine Reihe von Liedern vor. * Aus Südhaunover, 21. Nov. In voriger Nacht st unter sturmartigen Erscheinungen der erste Schnee fall in diesem Winter eingetreten. Die Höhenzüge tragen ein etwa 30 Zenmeter hohes weißer Kleid. * Vom Brocken, 21. November. Hier herrscht seit einigen Tazen stürmisches Wetter mit Schneetreiben. Die Brockenwege sind augenblicklich mit einer 5 Zentimeter hohen Schneeschicht bedeckt. 150—220 Mk., Schweine im Alter von 6 Wochen 10 big 12 Mk., einvierteljährige 28—34 Mk., einhaldjährige 47 bis 52 Mk., dreivierteljährige 65—74 Ml. Ferüek wurden pro Abtersweche mit 1,60—8,00 Mk. bezahlt. Der Haudel war im allgemeinen gut. 2. Dezember statt. Der nüchste et= Schötmar, 23. Nov. Auf der am 18., 19. und 20. d. M. stattgefundenen 2. Lokal=Ausstellung des Vereins für Geflügelzucht und Tierschutz für Schötmar und Umgegend erhielten folgende Züchter Preise: Langshan schwarz. Fr. Pankoke Wülferheide einen 1. Preis und lobende Anerkennung. Wyandottes gold, Ed. Müller Schötmar 1. und 2. Preis und lobende Anerkennung. H. Hagemeier=Schötmar 3. Preis, Ernst Klee böhmer=Schötmar Ehrenpreis(Schirm) und 1. und 3. Preis Wyandottes weiß, H. Bröker=Dreckhof Ehrenpreis(Dose Cakes) und zwei 1. Preise und lobende Anerkennung, Klusmeier=Wülfermühle 2. und 3. Preis, Aug. Quent=Schötmar lobende Anerkennung. Wyandottes schwarz. Karl HebrokSchötmar 1. und 3. Preis, H. Hagemeister Schötmar 2. Preis Wyandotts rebhuhnfarbig, K. Haumersen=Schötmar Ehrenpreis, zwei 1. zwei 2. und einen 3. Preis. Orpington schwarz. Herm. Kracht Schötmar 2 und 3. Preis. Orpington gelb, Aug Linke=Schötmar zwei 2. Preise. Orpington weiß. Fr. RieseSchötmar Ehrenpreis, 1. Preis und lobende Anerkennung. Holländer gesperbert, Lehrer Kligge=Schötmar lobende Anerkennung. Minorka weiß, Gust. Linnemann=Schötmar 1. und 2. Preis. Minorka schwarz, Lehrer Brüns=Wülfer 1. Preis; Herm. Linnemann=Schötmar 2. und 3. Preis. Andalusier blaue, Wilh. Siekmann=Wülferlied 1. und 3. Preis. Italiener rebhuhnsarbig, Gust. Linnemann=Schötmar Ehrenpreis, 1., 2. und 3. Preis: Lehrer Kligge=Schötmar 1., 2. und 3. Preis; Aug. Ostmeier=Wülferheide 3. Pr. u. lobende Anerkennung: Hugo Frohne=Schötmar Ehrenpreis, zwei 1. Preise, drei 2. Preise u. acht 3. Preise, außerdem viele lobende Anerkennungen: A. Linnemann=Schötmar 3. Preis; H. Kaup=Schötmar 3. Preis und lob. An erkennung: Aug. Bröker=Schötmar 1., 2. und 3. Preis: Otto Walter=Schötmar 2. und 3. Preis: Ernst Quest=Schötmar 3. Preis: H. Bröker=Dreckhof 3. Preis: H. PankokeWülferheide 3. Preis: Wilh. Siekmann=Wülferlied zwei 1 und zwei 3. Preise. Italiener gelb, Gust. Liese=Knetterheide 1. und 2. Preis: H. Klußmeier=Wülfermühle 1. und zwei 8. Preise; Landwirt Funke=Wülfer 2. Preis. Itakiener weiß, Aug. Quent=Schötmar Ehrenpreis. 1. und zwei 2. Preise: Landwirt Funke=Wülfer zwei 3. Preise. Hamburger schwarz, Karl Haumersen=Schötmar Ehrenpreis, 1., zwei 2. und 3. Preise: H. Krügermeter=Werl drei 3. Preise. Hamburger Goldsprenkel, W. Niemeier=Wülfer Ehrenpr., 1., 2. und 3. Preis; H. Kracht=Schötmar 3. Preis. Oftfriesische Silbermöven, Ed. Müller=Schötmar 3. Preis: Lehrer Stolte=Berten Ehrenpreis, zwei 1. und 2. Proise;#d. Deppermann=Schötmar zwei 2. Preise: Aug. Rauchschwalbe zu Knetterheide 3. Preis.— Abt. 2: Wyandottes gold. KochKnetterheide 1., 2. und 3. Preis. Italiener rebhuhnfarbig. Gust. Linneman= Schötmar 1. Preis; Aug. LinnemannSchötmar 2. Preis. Perlhühner Otto Walter=Schötmar 1. Preis— Abteilung 3: Wassergeflügel: Laufenten rehs. Lehrer Stolte= Bexten 2. Preis. Peking=Enten Lehrer Kligge= Schötmar 1. und 2. Preis; Bröker= Dreckhof I., 2. und 3. Preis: Landwirte Funke= Wülfer 1. und 3. Preis. Türkische Enten Lehrer Kligge=Schötmar 1. Preis Abt. 4 Tauben. Brieftaube, Aug. Ostmeier=Hülser heide Ehrenpreis(Wurst), 1. und 3. Preis, F. Ridderbusch Schötmar Ehrenpreis(Bierglas), zwei Stück 1. und 3. Preis, Schalk=Wülferheide 1. und 2 Stck. 2. Preis und 3. Preis, Fr. Grotegut=Schötmar 2. Preis. Abt. 5. Verkaufsklasse Ferd Hansmeier 1. Preis für Geflügelkörbe, Ferd. Seiff=Schötmar 1. Preis für Spratts Geflügelfutter. Im Nachtrag erhielt noch dürfte, durch einn wohl die wichtigste Strecke sein Spezialister, ausarbeiten zu lassen. Es wurde dazu de schlossen, den Direktor Bock in Hannover zu diesen Arbeiten heranzuziehen, vor weiterem jedoch mit ihm wegen des Honorars zu verhandeln. 3. Die vom Magistrat in Vorchlag gebrachte Kanalisierung der Teilstrecke Kurzer Steinneg Mackiplatz=Neuetorstraße dis zur Petersilienstl aße, welche bei günstiger Witterung in diesem Jahre noch ausgeführt wer den soll, wurde genehmigt mit dem Zusatze, daß die Arbeiten und Lieferungen öffentlich ausgeschrieben werden. Die veranschlagten Kosten belaufen sich auf 4500 Mt 4. Die Frau Baurat Kncop hat 2 Rechnungen eingereicht über die von ihrem verstorbenen Manne geleisteten technischen und wissenschaftlichen#rde#ten bei dem Rathausdau und Lei Anfertigung des Gesamtplaues für die Kanalisation. Ins gesamt sind 6480 Mk. liquidiert. Es wurd: dazu beschlossen, den Magistrat zu ersuchen, mit der Frau Baurat Knoop in Verhandlung zu treten, ob sie nicht geneigt ist, einen höheren Beitrag von ihrer Forderung abzulassen mit Rücksicht darauf, daß die Unterlagen noch der Vervollständignug bedurtten und weil die Kostenanschläge über die noch unausgebauten Teilstrecken noch nicht geliefert sind. 5. Der Eingabe des Bardiers Sander und Gen. auf Verlegung des Weges nach dem Eichenberge wurde im Prinzip zugestimmt und der Magistrat ersucht, eine Zeichnung und einen Kostenanschlag über den Weg anfertigen zu lassen, sowie nach Eingang dieser Unterlagen mit den Interessenten wegen Abgabe der benötigten Grund und Bosens in Verhandlung zu treten 6. Bezüglich des Gesuchs des Steinmetzmeisters Gerts und des Schmiedemeisters Feiser, worin gebeten wird, die Geh dahn vom Obenhaus'ichen bis Gertbschen Hause auszubauen wurde die Beschlußfassung ausgesetzt, dem Magistrat jedoch anheimgegeben, die Kosten im nächstjährigen Voranschlage einzustellen. 7. Der Ausbau des Weges am Kochschen Holz und in Wonnekampsdorn wurde nach dem Vorschlage des Försters Leinberg genehmigt. 8. Der Verpachtung des Feuerteiches an den Wirt Rosemeier, welcher in dem statt gefundenen Verpachtungstermine ein Gebot von 60 Mt pro Jahr abgegeben hat, gab das Kolleg seine Zustimmung. Die Pachtzeit deerägt 12 Jahre. * A u g u s t d o r f, 2 2. N o v. D i e v o r e i n i g e n T a g e n a b g e haltene Versammlung der Imkerkollegen des Vereins „Senne“ in der Multhauptschen Wirtschaft war ziemlich gut besucht. Die auf der Tagesordnung stehenden Antrag wurden dadurch erledigt, daß der Antrag Westermeier=Stu kenbrok, betr. Mitgliedschaft, abgelehnt wurde. Weiter wurde der am 17. d. M. stattgesundene Honigmarkt be sprochen. Erfkamp erstattete Bericht über die Beschlüsse der Hauptversammlung. Da die Mitglieder erfuhren, daß auf dem Markt nur heller Honig zugelassen wird, wurde auf die Beschickung verzichtet und diese Beschlüsse bedauert da die Senner Imker überhaupt keinen hellen Honig ern ten. Es wurde von alten Imkern festgestellt, daß Heide und Buchweizen noch nie hellen Honig geliefert hätten Den Imkern wurde empfohlen, den Honig deswegen nicht zu verschleudern, sondern ihn aufzubewahren, um im näch Vermischte Der Verkauf der Pfälzischen Eisenbahnen. In Lud wigshaft wurde in der außerordentlichen Hauptversammlung der Pfälzischen Eisenbahnen der mit der bayerischen Staats iegierung abzuschließende Kaufvertrag genehmig und ein Vollzugsausschuß der drei Gesellschaften für die Durch führung der Verstaatlichung eingesetzt. Karlsruhe, 20. Nov. Graf Rhena, der einzige Sohn des verstorbenen Prinzen Karl von Baden, eines Bruders des verstorbenen Großherzogs. ist nach einer hierher gelangten Nachricht heute nacht in Bern infolge eines Unglücks Standesamtliche Nachrichten. vom 14.—81. November. Aufgeboten: Ziegler Aug. Merten=Remmighausen mit Lina Nieder Remmighausen.— Maler Adolf Brüggemann=Detmold mit Karoline Schlüter=Horn.— Dr. med. Friedrich Philipp Lothar Linkenhold zu Kassel mit Paula Karoline Marie von Papen zu Detmold.— Hoboist Hermann Otto Fritz Fresdorf=Detmold mit Else UrhahnDetmold. Letzte Nachrichten. Konstanz, 23. Nov. Das neue Zeppelinsche Luftchiff gebt seiner Vollendung entgegen. Wien, 22. November. Der König von Sachsen in gestern abend nach Dresden abgereist. 23. November. Auf dem Graben kam es gestern mittag zu lärmenden Ausschreitungen der Tschechen gegen deutsche Studenten, die wiederholt belästigt und mißhandelt wurden. Als am Nachmittag die Sttuation bedrohlicher wurde, räumten die Gendarmen den Graben. Im Laufe des Nachmittags wurden wiederholt deutschsprechende Passanten von Tschechen überfallen und mißhandelt. Loudou, 23. Nov. Einem hiefigen Blatte ging aus Sibirien ein Telegramm zu, wonach der Ballon„August Mamut“, der in London aufgestiegen ist, im Gouvernement Nowo Alexandrowow gelandet sei. Die Insassen sind alle wohlbehalten. Der Ballon hat eine Strecke von 1150 nalische Meilen zurückgelegt. Serajewo, 22 November.(Melduag des Wiener K. K. Telegr.=Korresp.=Bureaus.) Infolge starken Schneefalls ist der Telegraphen= und Telephonverkehr unterbrochen, der Straßenbahnverkehr eingestellt. Heute früh ist bier ein starkes Erdbeben verspürt worden. New=Orleaus, 22. Novemder. Durch Explesion enes schadhaften Dampfkessels wurde auf dem Mississippi achtzig M ien von hier entsernt ein Flußdampfer auseinandergesprengt. Man defürchtet, daß fünfzehn Personen dabei ihr Leben eingebüßt habenKarlingen in Lothringen, 22. November. Auf Grube Merlendach dar Saar=Mosel Bergwertsgesellschaft wegen angeblicher mangelhafter Sicherung des Grubenbetriebes ein Ausstand ausgebrochen. Zur Frühschicht sind von 500 Arbeitern 280, zur Mittagschicht von 388 Arbeitern 360 nicht angefahren. Es handelt sich um einen, nach Angabe der Direktion bedeutungslosen Flözbrand und Gefahr habe nicht bestanden. Der Brand soll nunmehr vollständig abgedämmt und erstickt sein. Die Direktion nimmt in, daß morgen die Arbeit wieder in vollem Umfange aufgenommen wird. Beermann=Lockhausen auf gelbe Italiener 3. Preis u. lobendessten Sommer in Lippspringe einen Markt abzuhalten.(T# Anerkennung. Als Preisrichter sungierte Herr Schaerfs=Salz=I m Wülfer dei Schötmar, 22. Noven der, un uflen. alles, wie er in der Meldung heißt, gestorben. De Familien=Nachrichten. Gestorben: Lieschen Jehle, 8 Jahre, in Schötmar.— Wilhelmine Pohl, geb. Bargtling, 75 Jahre, Matorf: Beerdigung: Montag N. 2 Uhr. Verlobt: Lina Königsteinn=Blomberg Moses=Eisleben. mit Julius raf war 31 Juhre alt und stand im diplomatischen Dienst hatte sich nur vorübergehend am vorigen Montag nach Bern begeben und wurde heute hier zurückerwartet. Er wurde in der Nacht zwischen 12 und 1 Uhr von Passanten auf der Straße tot aufgesunden. Er war nur mit dem Nachthemd be kleidet. Da die Brüstung des Schlafzimmersensters Müng graben 2 sehr niedrig war, so wird allgemein ein Unfall an genommen. Graf R. litt an Herzbeklemmungen und wollte wahrscheinlich Luft schöpfen, wobei er über die Brüstung türzte und sich einen Schädelbruch zuzog, der den Tod herbei ührte. Er wurde 1877 geboren, war Leutnant a la suite des zweiten Gardekorps zu Fuß und war erst letztes Jahr zum Sek. tär der Gesandtschaft ernannt worden. Nur einige Mo nate ersatzweise nach Lissabon gesandt, war er erst kürzlich nach Bern zurückgekehrt. Von Karlsruhe sind Prinz Max von Baden und der Flügeladjutant des Großherzogs Dürr anläß lich des Todes der Grafen Rhena nach der Schweiz abgereist. Wetter=Nat zrichten. Detmold, 23. Nov. Wetterbericht der Wetterdienstste des meteorologischen Observatoriums zu Nachen. Bo wiegend trübe, Niederschläge, windig. Loudon: Schön Hamoura: Naßkalt. Die Findigkeit einer Frau, die gut haushalten will, wird ein so vorzügl. Hilfsmittel für die preiswerte Selbstverfertigung der Garderobe, wie die Favorit=Schnitte es sind, sicher nicht unbeachtet lassen. Anleitung durch das Favorit=Modenalbum, zu beziehen für nur 70 Pf. durch die Internationale Schnittmannsaktur, Tresden=N. 38 oder deren Agenturen. Außerdem zu empfehlen: Die Ballkleidung 70 Pf., Jugendmode 60 Pf., Favoritbandarbeitsmuster für Haus und Kleid 100 Pf., Selbstversertigung von Spielsachen 100 Pf. Weihnachtsbescherung im Taubstummenheim. Die Totenfestglocken haben das alte Kirchenjahr zu Grabe geläutet, und mit dem Morgen des neuen Kirchenjahres zieht die Advents= und Weihnachtszeit herauf, die Zeit, in der das Menschenherz besonders willig ist, Liebe zu üben und Freundlichkeit zu erweisen.— Da naht sich auch das Taubstummenheim wieder seinen lieben Freunden in Stadt und Land mit der herzlichen Bitte: Bereitet auch unseren Höglingen, denen so vieles versagt ist, eine Weihnachtsfreude. Helft uns, ihnen den Weihnachtstisch zu decken! Gaben der Liebe nehmen die Hauseltern und der Unterzeichnete gern und mit herzlichem Dank entgegen. Detmold, den 23. November 1908. Der Vorstand des Taubstummengeims. J. A.: Pastor Brüns. Handel und Märkte. Die Errichtung einer Börse in Dortmund lan„Ry. W. Zig.; vom Handeleminister abgelehn! worden. Deutsche Crieutbank. Zufolge einem lange ge begten Wunsche in kaufmännischen Kreisen errichtet d## Deutsche Oriembank Berlin am 1. Januar 1909 eine Zweigniederlassung in Tanger und später in Casablarca Japanische Anleihe. Die Sudskriptionslisten der in London zur Emission gelangten Hälfte der von der In dustriebank von Japan aufgenommenen Anleihe in Höhe vor zwei Millionen Pfund Sterling sind wegen Ueberzeichnun, zwei Stunden nach ihrer Auflage geschlossen worden. Hameln.(Biehmarkt.) Auftrieb 1642 Schweine, 180 Stück Hornvieh und 129 Pierde. Der Handel in Schweinen war bei reichlichem Angebot ziemlich lebhaft; es verdied an geringer hebersard. Verteljährige Stanger öien, Ofenrohre und Kleineisenwaren ——"— Dauerbrand-Oefen, Regulieröfen, Kochöten, Kochherde, KesselNontag, 23. Nov mber. abende 71 sindet in kosteten 20—25 Mk., Ferkel behaupteten den alten Preis, 2—2.50 Mk. pro Altertwoche. Der Handel mit Rindvieh und Pferden war äußerst flau. Ersttlassige tragende Milchkäbe kosteten 350—420 Mk., Rinder derselben Qualität 250—330 Mk., Schlachtkühe pro Zeniner 27—30 Mt, Schlachtochsen 30—35 Mk., Belgier wurden mit 1200 bis 1500 Mk., Oldenburger mit 1000—1200 Mk. und Dänen und Holsteiner mit 800—1000 Mt. gehan elt. Bückeburg.(Viehmarkt). Die Zufuhr auf dem Markt war reichlich, doch der Handel war flau. 6—8wöch Ferkel kosteten paarweise 23—28 Mk., 10wöchige 30—36 und vierteljährige Stangen 40—55 Mt. Das Stück halb jähriger Schweine wurde mit 47—56 Mk. bezahlt. Angetrieben waren 529 Stück. Osnabrück.(Biehmarkt.) Anzetr ben: Pferde 132, Rindvieh 222 Stück, Schweine 1118, Fill 314 Kälber 0. Pferde kaufte man 1. Qual. zu 800—1000 M. 2. Qual. zu 550—750 Mk., 3. Qual. zu 300—500 Mi und Schlachttiere 90—150 Mk. Kühe kosteten 1. Qual. 350—450 Mk., 2. Qual. 250—300 Mk., 3. Qual. 150 de 220 Mf., Rnder 1. Qual. 280—400 M'., 2. Qual. empfiehlt zu billigen Preisen H. Wissmann. Julius Meier, 11 Uhrmacher, Langestraße 41. Empfehle Grammophons und Phonographen, Platten und Walzen zu Fabrikpreisen. Reparaturen gut und billig. Zur Schlachtezeit empfehle allen Privat" leuten meine hochseine Ränchereianlage. : Heinricb Weber, St#errr. mit noch dagewesenen Mitteln sind Kathreiners Malzkaffee=Fabriken von ihrer Konkurrenz angegriffen worden— ein untrüglicher Beweis für die Bedeutung und den Wert des echten Ruchreiners Malzkaffees. Er ist nicht nur als unschädlichster Kaffee=Ersatz, sondern gleichzeitig als vorzüglichster Kaffee=Zusatz zu empfehlen. Wer Kathreiners Malzkaffee noch nicht kennt, mache einen Versuch. Nur echt in Paketen mit Bild und Namenszug des Pfarrers Kneipp. IK Waslist Lutterkartossell rs schön, per Zentner I. flud Mittwoch früh is 10 Uhr an der Bahn besond 220 9 nders Mi. von 8 bis Gärtner Wortmann. Ein Ereiguis! Mülhauser Reste direkt an Private! Herrenstoffe extra schwer, reinwollen, 140 breit, in schwarz, blau, mittelgrau und blaugrau 4.80 per Meter in Resten bis zu 7 Metern. Muster sofort zu Diensten! Garautie: Zurücknahme gegen Rückzahlg. Versand nur geg. Nachnahme. Frank& Geismar Mülhausen(Elsass). beseitige für immer unter Garantie des Gelingens und de Zahlung erst nach suche und Ke“ äge umsunst. ge(Lippe). Fritz Beoker Bohrunternehmer. Telephon 21. kostenEinen Tischlerofen zu kausen gesucht. Hornschestr. 20. Stellengesuche Stellenangebote Wohnungsangebote Verkäufe Aee Kaufgesuche usw. inseriert man billig und mit besten Erfolg in der Lipp. Tages=Zeitung Detmolder Männerchor. Mittwoch, 25. Novbr., Probe im Vereinslokal zu gewohnter Zeit. Die Baßstimmen sind auf 8 Uhr geladen. Der Vorstand. Die Andreasmesse 2. Dezember statt: welchem auch der Wie Die Andreadmesse findet in diesem 4. Dezember statt; der Haupttag ist! ehmarkt abgehalten Jahre am B., 8. u 8. Dezember, an der en wird. Der Magistrat Wittje. Die Ges vom 1. Dezem morgens. Deimold Bekanntmachung. nden des Magistrats beginnen in der Zeit d. Is. bis 28. Februar 1909 um 8½ Uhr den 14. November 1908. empfiehlt sich Heinrich Becker Lemgoer Chaussee. Der Magistrat. Wittie. Jüngeren Bächergeselen sucht für sofort Wilh. Römer Hornschestr. 14. Gesucht zum 1. Jan. 1909 ein besseres cn. Alleestr. 2. Suche zum 1. Februar ein junges anständiges Mädchen zur Erlernung des Haushalts und Laden bei vollem Familienanschluß. Frau Aug. Stratemeier Gasthof zur Linde, Calldorf. Auf e. gr. Hofe in der Nähe von Bielefeld wird zur Erlernung des Haushalts e. j. Mädchen gesucht ohne gegenseitige Vergütung bei Familien=Anschluß zum 1. 1. April 1909. Schriftl Angebote bef. die Geschäftsst. d. Bl. u. Nr. 318 Auf einer Domänesin Lippe wird zum 1. April jung. Mädchen zur Erlernung des Haushalts gesucht ohne gegenseitige Vergütung. Familienanschluß zusichert. Schriftliche Angebote ördert die Geschäftsstelle d attes unter Nr. 2018. Ein erfahrener Krankenpfleger sucht Pflege Hermann Grüttemeyer staatl. gepr. Heilgehilfe und Masseur Bielefeld, Mittelstr. 9. Beachten P sorzige Radium-Annonce. In besseren Gasthause auf den Lande findet ein nettes junges Mädchen zur Erlernung des Haushalts rdl. Aufnahme. Familien= anschluß ohne gegenseitige Vergütung. Schriftliche Angebote unter L. 20 an die Geschäftsstelle d. Blattes. Zum 1. April 09 findet ein El zur Erlernung des Haushalts ohne gegenseitige Vergütung freundliche Aufnahme. Frau F. Greise Domäne Biemsen d. Lockhausen i. L. Todes-Anzeige. Heute, am Totenfest, nachmittags 2¾ Uhr entschlief nach langem Leiden mein inniggeliebter Gatte, unser guter, teurer“ Vater, Schwiegervater, Bruder und Schwager, der Fürstliche Promenadenaufseher Neinrich Disse im Alter von 67 Jahren. Kamens der Kinterbliebenen: Slise Disse geb. Tötemeier. Krummehaus, den 22. Noybr. 1908. b. Detmold. Beerdigung: Mittwoch, den 25. November, nachmittags 3½ Uhr. Trauerfeier vorher. Bekanntmachung. Die Wochenmarktsordnung der Residenzstadt Detmold hat folgende Abänderung erfahren: § 2 Jeder Marktstand darf nur am Markttage selbst aufge baut werden. Die angebrachten Vorrichtungen sind bis nach mittags 1 Uhr(statt 2 Uhr) wieder zu entfernen. Der§ 11 erhält folgenden Zusatz: Zum Einschlagen der verkauften Backwaren, Käse, Fische, Wurst= und Fettwaren darf nur Papier verwendet werden, welches vollständig sauber und frei von jedem Aufdruck ist. Der§ 13 erhält folgende Fassung: Von den zu Markt gebrachten Gegenständen wird ein Marktstandsgeld nach folgender Gebührenordnung erhoben. Gebührenordnung: Das Marktstandsgeld beträgt für die festgesetzte Marktzeit an jedem Tage: 1. Von den Verkäufern ohne Fuhrwerk für jeden angefangenen gm. des zum Marktstande gebrauchten Raumes 5 Pfg. 2. Von den Verkäufern mit Fuhrwerk a. für ein einspänniges Fuhrwerk 20 Pfg. d. für ein zwei= und mehrspänniges Fuhrwerk 40 Pfg. Das Marktstandsgeld ist an den Marktmeister zu zahlen. Vorstehende Abänderungen sind durch Verfügung Fürstlicher Regierung vom 10. November 1908, Nr. 15256, genehmigt worden und treten sofort in Kraft. Detmold, den 13. November 1908. Der Magistrat. Witlie. Fürstliches Theater. Mit höchster Genehmigung. Mittwoch, den 25. November 1908 abends 7½ Uhr: wen's Juckt, Kschsere eiei k. sch e fohlen und tausendfach bewährt. Preis (kleine Packung. 15% ia) und Mt! ickung, 25 Tig. von stärkster n Backung, a Tig. von stärkster Wirtung). 3. Sinfonie-Konzert amp; Wunderbare Erfolge, gegeben von der hiesigen Regimentsmnsik unter Mitwirkung der Kgl. Hofopernsängerin Präulein Lette Kreisler aus Dresden(Sopran) und des Herrn Musikdirektors I. Vieth aus Detmold. Leitung: Kgl. Musikdirektor Hubert. Konzertflügel: Rud. lbach Sohn, aus der Niederlage des Herrn Cl. Großjohann, hier. Eintrittskarten im Vorverkauf sind im Theater-Geschäftszimmer zu haben am Dienstag u. Mittwoch, vormittags von 10—12 und nachmittags von 3 5 Uhr, sowie abends an der Kasse. Tageskarten: I. Rang 2.— Mk., II. Rang und Parkett 1.25 Mk., Parterre O.75 Mk., Amphitheater 50 Pf., Galerie 50 Pf. Der Gustav=Adolf=Basar am 22. November beginnt morgens um ½11, nachmittags um 3 Uhr. Um 5 Uhr findet eine kleine Aufführungr statt. Eintrittsgeld nachmitttags:— ür Erwachsene 0 50 M., für Schüler u. Schülerinnen 0 25 M., für Kinder 0.15 M. aller Art. Hautjucken, genden Hautms trunkeln. Jalein, Gesiaresnn, Scmhmersteies u, zumal bei gleichzeitiger Anwendung von Zucks#) Creme, dem berrlichsten und enzigartigsten aller Hautcrémes, Preis Mt. 2.—, Probetube 75 Pfg., sowie der nach dem gleichen Pateut hergestellten, wunderbar EU wirienhen, Zuckssg=Seise, Preis S9. Ag.(kleige Debrauchspackung) und Mr. 1.50(große Geschenkpackung), werden zahlreich berichtet. Jeder, der bisber vergeblich hoffte, mache einen Versuch. Für die zarte Haut der Rinder verwendet die deuBitumoor=Ku der Zeife, T.R P. Preis 50 Pfg. und BitumoorKinder Ereme, Preis 40 Pfz., Doppeldose 70 Pfg., das Beste. Edelste und Reinste für die kindliche Haut. Ueberall zu haben. Wo nicht, direkter Versand durch L. Zucker Berlin, Potsdanerstr. 73. In Detmold echt in der HofDrogerie u. Markt=Drogerie Horn: Joh. Surmann, Droger. Bad Meinberg: Ernst Tchäfer meier, Drogerie. Schötmar: Bismark=Apotheke. Lage: Drogerie Hebrok. Blomberg: Aug. Schröder, Drogerie z. Kreuz. Generalversammlung des allgemeinen konservativen Vereins für das Fürstenium Lippe an Brannkohlen und letztere bester Ersatz für Anthracit, empfiehlt preiswert Amtenbrink& Co., G. m. b. H Kontor und Lager Wotaustr. Fernsprecher 70. Weltbekannt! Echte Thüringer Wurst! Machen Sie bitte einen Versuch mit einem 10 Pfd.-Postkol!! für 10.35 Mk. franko Nachnahme, entlihlt Leberwurst. Presswurst, Rotwurst, Knackwurst und Zervelatwurst. Mleine Ware ist prima hochfeine und vorzüglich im Geschmack, dieselbe ist das ganze Jahr durch zu versenden R. Grübel, Thüringer Wurstwaren-Geschäft Cabarz Nr. 51 bei Gotha(Thür.) I. Schlingmann Nachtg. Detmold Fernsprecher 28 Bruchstrasse 30 Zilligste Zezugsquelle für Kaffeeservice Waschgarnituren &am Tafelservice Rüchengarnituren Gebrancusgeschirr w. Adolf Niehaus Lemgoerstr. u. Detmold. Lemgoerstr. II. Grösstes Spezialgeschäft für Kinderwagen, Puppenwagen, Sessel, Zeisekörbe, Wasch- und Armkörbe, und sämtliche andere Korbwaren. * Triumphstühle: Kinderstühle Blumenständer 3 Coupeckoffer Markttaschen Matten und Bürstenwaren. 1. 2% □ E * Reparaturen sohnell u. billig. Reparaturbedürftige Sachen werden auf Wunsch abgeholt und wiedergebracht. Statt Korten. Die Verlobung meiner Tochter Johanne mit dem Hofbesitzer Herrn Friedrich Siekhaur beehre ich mich J. hiermit ergebenst anzuzeigen. Hermann Nebel. Gut Gronhof, im November 1906 Meine Verlobung mit Fräulein Johanne Nebel zeige ich hiermit an. Friedrich Siekhans. Lüerdissen, im November 1908. Dienstag, den 24. Noobr., nachm. 3½12 Uhr. im grohen Saale der„Reichskrone“ in 1. Feu ellung der Kandidatenliste für die diesjährig: Landtage wahlen. 2. Verschredenes. Alle Mitglieder der konservativen Ortsvereine werden hierdurch freundlichst eingeladen. Der Vorsitzende Schemme!. Rchtung! Achtung! Zu Gunzten der Zinterbliebenen der Verunglückten auf Zeche„Radbod“ in Namm sinden am Montag, den 23. und Dienstag, den 24. d. Mts. nachmittags 5 Uhr und abends 8½ Uhr im Rathaussaale in Horn kinematograph. Vorführungen statt. Vorführung lebend. Riesen-Photographien in höchster Vollendung. Grossartiges Prachtprogamm. Aufstleg d.s Grafen Zeppelin unter Anwesenheit Sr. Hohelt des Prinzen Heinrich an Bord, am 27. Oktober. Preise der Plätze: I. Platz 75 Pfg., II. Platz 50 Pfg., III. P’latz 30 P’ig. eder Art und Größe baut nach eigenem bestbewäh.n System mit automatischer Regulierung. Dadurch sparsamster Brennmaterialverbrauch und leichte Bedienung. Franz Glunz, Detmold Ueber 70 Anlagen am Platze und Umgegend ausgeführt. ff. Reserenzen. Kostenanschläge frei. aller Art, in reicher Auswahl stehen unter günstigen Bedingungen Lillig zum Verkauf in der ##0 Detmold, am Kaiser=Wilhelmplatz. Das Klopfen und Reinigen von Teppichen, Läufern usw., wird prompt und billig besorgt. Ernst Stein, Hofspediteur, Detmold. Praktische Arbeit leisten die Nahrungsmittel-Fabrikanten, indem sie den Konsumenten billige Nahrungs- und Genussmittel liefern. An der Spitze stehen die Margarinemurken „Rüegerim! von teinster Naturbutter nicht zu unterscheiden und „Mohug! der beste Ersatz für Naturbutter!— Uberall erhältlich. Alleinige Fubrikanten: A. L. Nohr, Akt.-Ges. Altona-Bahrenfeld ErinnerungsD- Löffel aus dem Aluminium des bei Echterdingen verunglückten Luftschiffes J. 4 mit dem Namenszug des Grafen Zeppelin, Widmung und Inschrift. „Gegossen aus den Resten des Zeppelin- Luftschiffes“. Jedem Löffel wird ein Garantieschein der Fabrik beigelegt. Preis 1 M. 50 Pfg. per Tick. Nach andwarts Franko versaud gegen Voreinsendung von 1,60 Mi. :: oder Nachnahme.:: Heinr. Ueckermann Hoflieferant Bad Salzuflen. rima frische gesalzene Därme empfiehlt billigst Max Mosberg Heiden in Lippe. Das neue Svereins und die lippische Verordnung zur Ausführung dieses Gesetzes vom 11. Mai 1908 ist im Verlag von Willy Bruder(Lippische TagesZeitung) in Detmold erschienen und für 10 Pfg. zu haben; (Porto 3 Psg.) Eiserne Bettstellen empfiehlt W. Hempelmann Lemgo. Gänse, Enten v. Frühbrut 1908 frko. j. Bahnst mit Garant. leb. Ank. 10 St. gr. ausgewachs. Gänse Mk. 32 18 St. gr. ausgewachs. Enten M. 29. M. Müller, Neu berun(Oberschl.) mit einem Kapital von 10000 Mark zur Gründung eines neuen Unternehmens gesucht. Das Kapital wird sicher gestellt. Näheres durch schriftl. Meldungen bei der Geschst. d. Bl. u. B. K. Laden mit Wohnung zum Preise von 650 Mark zu 1. Januar zu vermieten Weinbergstr. 15. In meinem Hause am Alezanderplatz ist zum 1. April 114.9 in der 2. Etage eine schöne Wohnung von 4 Zimmern, Küche und Zubehör zu vermieten. Fr. Preuß Aleranderplatz. 5 schöne Zimmer auf gleich od. später zu vermicten. Näheres in d. Geschäftsstelle d. Blattes. Suche auf sofort ein hrav. Mädchen für Küche und Hausarbeit. Lol,n nach Uebereinkunft. Fr. Beckmann Gutspächter Steuglingsen b. Leimathe. Radium: Bekanntmachung. Im lausenden Vierteljahr befindet sich der Bezirksfeldwebel des diesseitigen Melde. amts an nachstehend aufgeführten Tagen zur Entgegennahme von Meldungen pp. der Mannschaften des Beurlaubtenstandes in Hohenhausen (Wirtschaft Rottmann) Mittwoch, den 25. Novemb. Mittwoch, den 9. Dezemb. Mittwoch, den 23. Dezemb. Die Meldestunden sind nachm. von 2—6 Uhr. Lemgo, den 20. Okt. Königl. Meldeamt. Versteigerung. Am Donnerstag, 26. Novb. nachmittags 2¼. Uhr werde ich in der Barkemeier' schen Wirtschaft in Pivits= heide eine Partie Herrenkleiderstoffe welche dorthin geschafft werden, meistbietend verkaufen Weber Gerichtsvollzieher. Vor einigen Tagen ist mir ein grauschwarzer Hund (Terriergröße) zugelaufen. Gegen Erstattung der Unkosten sofort abzuholen von Gastwirt Beige Schmedissen bei Bad Meinberg Hausmacher=Wurst — geräuchert und frisch.— Jede Woche eigene Schlachtung. H. E. Plesmann'e Nachfig. A. Wortmann. Heute abend prima Lettbückinge Fr. Preuß Alexanderplatz Geestemünder als: Schellfische, Kablian, Rotzungen, Teelachs, Schollen, Goldbarsch, grüne He ringe(zirka 1000 Psund) het Donnerstag a. d. Wochenmarkte Versand nach auswärts wird prompt besorgt. Wortmann. Empfehle a. Knöllkäss a. Nieheimerkäse a. Harzkäse a. Kräuterkäse a. Holländerkäse a. Bébé Camembert Fr. Preuß Alexanderplatz. Sauerkraut in belannt Ia. Qualität empfiehlt Fr. Preußt. Genucht kleines Sofa od. Chaiselongne„A kaufen Schriftl. Angebote u. Nr. 110 bes. d. Geschst. d. Bl. Bienen= Schleuder=Honig à Pfd. 1 Mr.,— hat noch abzugeben Wilh. Drake, Kirchheide i. L. Bei 9 Pfd. Franko=Zusendung Waschmaschinen Wringmaschinen Zeugmangeln F. Brüggemann Nachf. Lemngo. Zeichnungen u. Preise kostenlos. Der heutigen Nummer liegt ein Lotierie=Prospekt der Firma V. J. F. Engelbrecht, Hamburg 1 bei. Fordern Sie Radium In allen Geschäften.