619 266. kippische Tages-Zeitung Ceneral-Anzeiger für das Fürstentum Lippe. Bezugspreis: in Detmold u. durch die Vertretungen: 50 Pfg. für 1 Monat, durch die Post:". Jahr 1.50 Mk und 42 Pfg. Bestellgeld, für 2 Monate 1 Mk. u. 28 Pfg. Bestellg., für 1 Monat 50 Pfg. u. 14 Pfg. Bestellgeld. Anzeigen: aus Lippe 12 Pfg. die Petirzeile, amtliche u. Familionanzeigen 15 Pfg., auswärtige 18 Pfg., Reklamezeile 60 Pf. Beilagen(umsonst): 1) Lipp. Familienireund 2) Lipp Ziegelei=Anzeiger, 3) Landwirtsch. Ratgeber, 4) Wandkalender, 5) Sommer=, 6) Winterfahrplan. Rotationsbruck u. Verlag: Willn Bruder, Detmold, Hornschestraße Vertretungen in: Salzuslen, Lemgo, Lage, Blomberg, Horn, Barnir##. Sch fas allen Ortschaften der Aemter Dermold, Schötmar. Oerlinghausen,. Hobenhausen, Barenvolz, Sternberg= Barntrup, Blomberg, Schieder, Schwalenberg; zusan über 100 Vertretungen.— Die„Lippische Tages=Zeitung" erscheint jeden Wochentag. bestraße 30, Fernsprecher 10 v. Schwalenberg; ferner in hausen, Lage, Horn, Brale, Verantwortlicher Redakteur: Willy Bruder, Detmold. Detmold, Monlag, den 9. November 1903. fir den Inseratenteil: August Bovera, Tetmold. 13. Jubrg ung. Aus dem Reichstage. Sitzung vom 7. November 1908. Am Tische des Bundesrats: Staatssekretär des Reichsamts des Innern Dr. v. Bethmann=Hollweg, Unterstaatssekretär Wermuth. Präsident Graf Stolberg eröffnet die Sitzung um 11 Uhr 18 Min. und teilt mit, daß der Entwurf eines Besoldungsgesetzes eingegangen ist. Zur ersten Lesung steht der Entwurf eines ASTT Weingeseten. Staatssekretär des Reichsamts des Innern Dr. von Bethmann=Hollweg: Wir haben, um deu berechtigten Wünschen des Winzerstandes, der bei den immer steigenden Produktionskosten u. dem Kampf mit immer neuen Schädlingen und Krankheiten teilweise in eine bedrohliche Lage gekommen ist, zu entsprechen, uns nicht mit einer Novelle begnügen zu dürfen geglaubt, weil es dann unmöglich gewesen wäre, in Anknüpfung an das Nahrungsmittelgesetz die Materie zu auszubauen, wie es dem Bedürfnis entspricht. Es ist ein offenes Geheimnis, daß lange nicht so viel produziert wird, wie unter dem Namen Moselwein und Rheinwein herumläuft. Die Weinindustrie denkt sich laum etwas dabei, man weiß nicht, wo die Reellität aufhört und der Betrug anfängt. Soll das Geschäft reell bleiben, so muß das Weinprodukt so bezeichnet werden, daß eine Verwechslung unmöglich ist. Ich habe dabei auch die unlautere Konkurrenz im Auge, die dem deutschen Rot weinbau durch den Rotweißverschnitt gemacht wird. Hiergegen den Deklarationszwang einzuführen, verbot die Rücksicht auf die Handelsverträge. Wir konnten uns nicht dem Verdacht aussetzen, als wollten wir die Vergünstigungen, die andere Staaten genießen, durch einen Akt innerer Gesetzgebung illusorisch machen. Der Zweck, den deutschen Rotweinbau vor unlauterer Konkurrenz zu behüten, wird auch durch den vorliegenden Entwurf erreicht. weil er verhütet, daß der Rotweißverschnitt unter salscher Flagge segelt. Besondere Bedeutung besivzen die Vorschriften über die Zuckerung. Sie darf sich nur darauf erstrecken, das Erzeugnis geringerer Jahre für den Verkehr brauchbar zu machen; hier liegt ihre Berechtigung, aber auch ihr Maß. Für die Vorschriften über die Kontrolle kann das Gesetz nur allgemeine Grundlagen und Mindestforderungen festlegen, die Ausübung der Kontrolle bleibt Sache der Landesregierungen. Den Gedanken, Reichskontrolleure anzustellen, mußten wir entschieden abweisen, um nicht in die Verwaltungstätigkeit der Landesbehörden einzugreifen. Abg. Baumann(Ztr.): Meine Partei steht dem Entwurf sympathisch gegenüber, doch halten wir noch einzelne Abänderungen für wünschenswert. So bedauern wir die Nichteinführung des Deklarationszwanges. Gegenüber der vom Entwurf geforderten Zuderungsgrenze von ein Fünftel halten die Moselbauern ein Viertel für durchaus notwendig. Wir würden auch als zeitliche Beschränkung den 31. Dezember für richtiger halten als den 31. Januar. Abg. Dr. Rösicke(kons.) billigte den Entwurf im Namen der Mehrheit seiner Freunde, während die Minderheit gegen einzelne Bestimmungen Bedenken hat. Die einheitliche Durchführung der Kontrolle muß vom Reich überwacht werden. Nach den Bestimmungen wird der Verschnitt nicht immer erkennbar sein, es würde sich daher die Deklaration empfehlen. Der Entwurf muß jedenfalls so schnell Gesetz werden, daß er noch für die diesjährige Ernte wirksam ist. Abg. Dr. Blaukenborn(nat.=lib.): Wenn der Entwurf sagt, gezuckert werden darf bei ungenügender Reise der Trauben, so ist das ein schwer zu umgrenzender Ausdruck. Vielleicht könnte man die Fassung erwägen:„Weine die der Verbesserung bedürsen". Die Kontrolle muß von wirklichen Zunge######chverständigen ausgeübt wenden, es muß vermieden werden, daß Uniform und Säbel in den Kellern erscheinen. Abg. Dr. David(Soz.): Maßgebend für uns ist der Schutz der Konsumenten und die Bekämpfung des Betruges. Wir müssen prüfen, ob nicht unnötige Erschwerungen im Entwurf enthalten sind, namentlich in Bezug auf den Etikettenschwindel. Dic sozialdemokratische Politik ist zugleich die beste Weinbaupolitik, nach ihr würde jedermann nicht nur Sonntags sein Huhn im Topfe, sondern daneben auch sein Glas Wein haben.(Beisall bei den Sozialdemokraten. Heiterkeit.) Abg. Hormann(Frs. Vpt.): Die kleinen Produzenten und Händler sind mit der Vorlage unzufrieden, dee Handelskammer in Mainz verwarf sie entschieden. Die Vorlage mag sehr gut sein für die großen Weingutsbesitz.: sie wird aber nachteilig auch auf das Auslandsgeschäft wirten. In der Festsetzung der Zuckerungsgrenze auf ein Fünftei liege ein bedenklicher Fehler, in der Etikettierungsfrage der wundeste Punkt der ganzen Vorlage. Die Kontrolle beim Weinhändler wird schon durch die Arbeiter geübt, die unlauteren Manipulationen bald auf die Spur kommen. Abg. Dr. Hoeffel(Rpt.) verspricht sich von der Vorlage Gutes, die Vorlage muß jedoch im ganzen Reich enheitlich durchgeführt werden, damit nicht ein Teil des Reiches vor dem anderen bevorzugt wind. Abg. Stauffer(Wirtsch. Vag.): Die ganz: W.infrage ist eine Wasserfrage. Der Weinpantscher sruttet Wasser zu, dis er nicht mehr kann.[Große Heiserkeit.) Deshalb ist der Wasserzusatz zu kontrolli:ren, sonst bleibr der Entwurf ein Schlag ins Wasser. Wasser ist sehr gefährlich.(Heiterkeit.) Ich vermisse beionders ein Verbot von schlechtem Wasser. Redner siimmte gleichsalls der Ueberweisung an die Kommission zu. Abg. D. Naumann(Frs. Vag.): In sehr virlen Gebieten der Fertigfabrikation besteht heute ine Bewegung vom Billigen und Schlechten weg zur Echtheit der Qualitätsware. Es ist erfreulich, daß auch der vorliegende Entwurf diesem Zuge des Kulturlebens Rechnung trägt. Eine Weinsteuer wäre eine Steuer, die der Norden erfunden hat, um den Süden zu drücken. Bald wäre dann nicht nur der Flaschenwein, sondern jeder Wein Sydowreif. Her terkeit.) Der Haustrunk gehört, soweit er den Ausp och erhebt, Wein zu sein, unter das Weingesetz, sonst unter das Nahrungsmittelgesetz. Was die Kontrolleure betrifft, so ermutigen die Erfahrungen mit den Gewerbeinspektoren nicht, einen ähnlichen Weg noch einmal zu gehen. Aba. Wetterle(Els.): Die Fassung des Entwurfs scheint auf den nicht ganz einwandfreien Großhändler zugeschnitten zu sein. Da das Elsaß ein Drittel der ganzen Weinproduktion Deutschlerds liesert, so müssen auch dessen Wünsche berücksichtigt werden. Abg. Freiherr von Wolff=Metternich(Ztr.) beurteilte den Entwurf im allgemeinen sympatbisch, ebenso Abg. Freiherr Hevl zu Herrnsheim(nat.=Lib.), der den Vorwurs, die Weinsteuer sei eine norddeutsche Erfindung, zurückwies. Hierauf wurde die Fortsetzung der Beratung auf Montag nachmittag 2 Uhr vertagt. Anberdem Markthandel mit Schlachtrieb, Armenunterstützungsgesetz. Schluß 4 Uhr. Zum Kaiser=Interview. Das amtliche Organ der konservativen Par tei. die„Konservative Korrespondenz“ veröffentlicht die nachstehende Erklärung des Parteivorstandes, des sogenannten„Elserausschusses": Die letzten mit den Beröffentlichungen der englischen Presse verbundenen Ereignisse zeigen, daß der Dienst des Auswärtigen Amtes nicht überall ausreichend organisiert au. Trotz der vom Reichskanzler formell übernommenen Vertretung müssen Vorkehrungen getroffen werden, die die Wiederkehr solcher Mißstände für die Zukunft mit Sicherheit verhindern. Im Zusammenhang hiermit hält der versammelte Vorstand der konservativen Partei es für erforderlich. folgendes auszusprechen: Wir sehen mit Sorge, daß Acußerungen Sr. Majestät des Kaisers, gewiß stets von edlen Motiven ausgehend, nicht selten dazu beigetragen haben, teilweise durch mißverständliche Auslegung unsere auswärtige Politik in schwierige Lage zu bringen. Wir halten, geleitet von dem Bestreben, das kaiserliche Ansehen vor einer Kritik und Diskussion, die ihm nicht zuträglich sind, zu bewahren, sowie von der Pflicht bescelt, das Deutsche Reich und Volk vor Verwickelungen und Nach teilen zu schützen, uns zu dem ehrfurchtsvollen Aucdruck des Wunsches verbunden, daß in solchen Aeußerungen zukünftig eine größere Zurückhaltung beobachtet werden möge. Wir wollen dabei zugleich mit aller Entschiedenheit feststellen, daß wir im Interesse der Würde und des Machtbewußtseins des Deutschen Reiches eine weitere publizistische Behandlung dieser Vorgänge nicht für segensreich erachten können. Wir müssen wünschen, insbesondere auch dem Auslande gegenüber, diejenige Ruhe und Geschlossenheit des deutschen Volkes zum Ansdruck zu bringen, welche für uns, umdroht von Gefahren, einpolitische Notwendigkeit der Selbsterhaltung ist. Berlin, 5. Nov. 1908. Freiherr v. Manteussel=Krossen, Vorsitzender. v. Buch=Carmzow. Dr. Freiherr v. Erssa. Dr. v. Heydebrand u. d. Lase. Dr. Klasing. v. Kröcher Dr. Mehnert. Graf v. Mirbach=Sorquitten. v. Normann. v. Pappenheim. Stackmann. Die„#teugzeitung“ bringt drei Artikel von recht verschiedener Art und Färbung über die Krisis. Am bedeutsamsten sind die eigenen Ausführungen der„Kreuzzeitung" zur Begründung der parteioffiziösen Erklärung. Wir zitieren die folgenden Sätze: Wenn die nächste Umgebung des Monarchen wegen ihrer abhängigen Stellung nicht das Wort zur rechten Zeit finden konnte, dann war es im Augenblick der Gefahr die Pflicht der konservativen Führer, dem Kaiser ihren treuen Rat auszusprechen..... Daß der Partetvorstand nicht die parl. Aktion abgewartet hat, erklärt sich aus der Stellung der Partei dem Parlamentarismus gegenüber. Zu einer Machtfrage zwischen Krone und Parlament darf uns diese Sache nicht werden. Nicht Parlamentarier find es, die hier den Wünschen des Volkes vor dem Throne Ausdruck geben sollen, sondern die erwählten Fierer einer monarchisch gesinnten Volkspartei, die im Vertrauen darauf, daß der Kaiser diese Stimme unabhängiger treuer deutscher Bürger und Edelleute gern anhören und ihren Wünschen willfahren wird, sehen wir der weiteren Entwickelung der Dinge mit Zuversicht entgegen.“ Graf Hohenthal=Hohenprießnitz, Mitglied des Herrenhauses polemisiert gegen den Teil der Presse, der Garannien nach der Richtung des parlamentarischen Regimes hin verlangt, fügt aber hinzu:„Der Reichskanzler mißbilligt die Veröffentlichung im„Daily Telegraph". Dies tut jedermann im Deutschen Reiche. Das Gleiche gilt aber vom Inhalt. Auch hier ist das Urteil des leitenden Staatsmannes genau dasselbe wie in der Gesamtheit.“ Ganz und gar Ablehnung gegen jede Kritik enthält eine Zuschrift an die„Kreuzzeitung“ aus Hannoner, welche das Auftreten der Franzosen einfach auf die Kritik der deutschen Presse zurückführt und absolute Zurückhaltung mit Rucksicht auf das Ausland verlangt. Von„gut unterrichteter“ Seite wird dem„B. T.“ gemeldet: Die„Neue Fr. Pr.“ hat eine Mitteilung gebracht, wonach die Kaiserin und der Kronvrinz dem Kaiser gegenüber ihr Erstaunen über die Veröffentlichung des„Daily Telegraph“ ausgedrückt hätten. Das Blatt berichtet ferner, der Reichskanzler habe angeri net, daß die Preßzstimmen über diese Angelegenheit dem Kaiser vorgelegt würden. Ueber den ersten Punkt spricht man sich an amtlicher Stelle aus naheliegenden Gründen nicht aus. Richtig sei, daß der Reichskanzler die Anordnung wegen der Preßzstimmen getroffen habe, und er selbst habe sie auch gelesen, wie das aus vielen persönlichen Randbemerkungen Verckerke. Politische Uebersicht. Teutsches Reich. * D e t m o l d, 9. N o v. 1 9 0 8. — Ein neues Kaiser=Interview kündigte ein Waschzettel des Verlags des„Century Magazine“, einer amerikanischen Zeitschrift, in seiner Dezember=Nummer an Die Unterredung hatte ihr Mitarbeiter, der Journalist Wilhelm Hale, mit dem deutschen Kaiser auf der„Hohenzollern". Berliner Blättern zufolge sei indessen auf Vor stellungen von deutscher Seite aus eine Veröffentlichung unterblieben. Von anderer Seite verlautet, der Druck auf den Verlag sei„ein enormer“ gewesen(?) Die Ankündigung habe gelautet:„Ein Abend beim deutschen Kaiser. Seine Aeuße rungen über Menschen und Einrichtungen. Eindrücke über den Präsidenten Roosevelt. Krieg und Christentum. Die wahre Mission des Reichtums. Grundsätze der Baukunst. Die katholische Kirche.“ — Der Staatosekretär des Auswärtigen Amts von Schoen tritt einen Erholungsurlaub nach dem Süden an. Wie der„Reichsanz.“ meldet, ist der kaiserliche Gesandte in Bukarest, v. Kiderlen=Wächter. in Berlin eingetroffen und hat die Leitung des Auswärtigen Amts für die Dauer der Erkrankung des Staatssekretärs v. Schoen übernommen. — Aus Ostasten. Das W. T. B. meldet: Wie wir erfahren, soll dem Reichstage vorgeschlagen werden, an Stelle des bisherigen Ostasiatischen Detachements in Peking und Tientsin ein neuzubildendes Marinedetachement treten zu lassen, d. sich ebenso wie das in Tsingtau stationierte dritte Seebataillon aus dem dritten Stammseebataillon ergänzt und dem Gouvernement, in Kiautschou unmittelbar unterstellt wird. Nach erfolgter Bildung des Marinedetachements soll das Ostasiatische Detachement zurückgeführt und aufgelöst werden. Als Zeitpunkt für die Durchführung dieser Orzanisationsänderung ist das Frühjahr 1909 in Aussicht gesemmen. — Deutschland und Frankreich. Eine vorgestern morgen m französischen Ministerium des Auswärtigen eingetroffene Oepesche Cambons meldet, daß die Bemühungen, den deutschen und den französischen Textvorschlag in Einklang zu bringen, fortdauern. Cambon glaubt, daß man bis heute einen befriedigenden Text finden werde.— Der Ministerrat im Elysée beschäftigte sich mit der Beratung der auswärtigen Angelegenheiten. Danach begab sich Präsident Fallieres zur Jagd. Die überwiegende Mehrheit der Pariser Presse spricht die Hoftnung aus, daß eine Lösung der Angelegenheit von Casablanca angebahnt sei. Mehrere Blätter gedenzu, daß ihre Auffassung die deutsche Regierung habe erst infolge des Daily Telegraph= Zwischenfalls schärfere Forderungen erhoben, eine irrtümliche war. Das Echo de Paris, welches bisher eine besonders lebhafte Sprache geführt hat, gibt eine eingehende Darstellung des Sachverhalts und schreibt: Aus allem geht hervor, daß die deutsche Regierung ihre Aufassung bezüglich der Auslegung der Worte„gegenseitiges Bedauern“, niemals geändert hat. Die Art, wie Fürst Bülow und Herr von Schoen am 18. Oktober diese Worte dem Botschafter Cambon gegenüber gekennzeichnet haben, ist dieselbe, wie die in dem Herrn Cambon gestern überreichten Entwurf. — Der Reichstags=Abgeordnete Hosprediger a. D. Stöcker hat, wie wir schon mitteilten, sein Mandat niedergelegt. Er hat an den Abgeordneten Dr. Burckhardt aus seinem Hotel in Partenkirchen in Oberbayern folgendes eiben gerichtet:„Lieber Herr Doktor! Anbei übergere ich Ihnen die Schrift zur Niederlegung meines Reichstagsmandats. Der Schritt wird mir schwer und schmerzlich. Aber mein Unwohlsein und die Gesundheit meiner Frau veranlassen mich dazu. Ich danke allen meinen Wählern noch einmal von ganzem Herzen für die treue, dauernde Mitarbeit. Es würde mir eine besondere Freude sein, wenn Herr Liz. Mumm an meiner Stelle gewählt werden könnte. Gott segne den ganzen Wahlkreis und schütze das Reich! Adolf Stöcker.“— Herr Stöcker, der am 11. Dezember das 78. Lebensjahr vollendet, war in den letzten Jahren körperlich und geistig sichtlich gealtert und hatte den Reichstagssitzungen fast regelmäßig fernbleiben müssen. Stöcker vertrat im Reichstag von 1881 bis 1893 und dann wieder seit 1898 den Wahlkreis WittgensteinSiegen=Biedenkopf. — Die Mission des Freiherrn von Schorlemer beim Papst. Freiherr von Schorlemer kommt am 10. November in Rom an und wird am 13 oder 14. vom Papst empsangen. dem er ein Handschreiben des Kaisers, sowie einen kostbar gearbeiteten Siegelstock mit dem päpstlichen Wappen in Brillanten im Werte von 50000 Jranes überreicht. von Schorlemer ist von Baron Chelius begleitet, was den Batikan etwas verstimmt, da Chelius früher der Botschaft beim Qutrinal attachiert war. Auch eine sächsische Mission unter dem Grafen Schönburg wird erwartet. Graf Schönburg ist der Schwager des österreichischen Thronfolgers. Beiden Missionen wird alsdann Herr von Mühlberg ein groes Diner geben, dem auch der Staatssekretär Merro del Val beiwohnen wird. — Nachdem die bayerische Justizbehörde kürzlich die Zulassung von Frauen als Verteidigerinnen durch einen Verlaß verfügt hat, werden jetzt zunächst 50 Frauen als Verteidigerinnen zugelassen werden. — Von der Tabakbanderolensteuer sei noch folgendes mitgeteilt: Der Entwurf setzt folgende Steuersätze fest: Für Zigarren: bis zu 4 4 das Stück= 4 4 für 1000 Stück, von 4—7 4 = 8 M. von 7—13 4= 16 M. von 13—25 4= 32 Ml. von 25—50 4= 64 M. über 50 4= 96 M. Für Zigaretten: bis zu 1 4 das Stück= 1,50 M für 1000 Stück, von über 1—2 J=3 M. von über 2—3½ Z= 6 M. von über 3½—5 Pfennige= 9 M. von über 5—6½ 4— 12 M. von über 6½—9 J= 18 M. von über 9 J— 24 M. Ebenso soll seingeschnittener Tabak von 3—5# mit 0.80 M das Kilo, von 5—10 M mit 1,60 M das Kilo, von 10—20 M mit 3.20 A das Kilo versteuert werden.— Pfeisentabar von 2—5 A das Kilo mit 0.5 M. von 5—10 M das Kilo mit 1 M. von 10 A und mehr mit 2 J. Tabake der kleinen Leute bis 2 A das Kilo sind steuerfrei. Oesterreich. Wien, 7. Nov. Ministerpräsident Frhr. v. Beck hat heute nachmittag dem Kaiser auf Grund des Beschlusses d. Ministerrats die Demission des gesamten Kabinetts überreicht. Der Kaiser hat die Demission angenommen und Albumblätter. Wir lernen die Menschen nicht kennen, wenn sie zu uns kommen; wir müssen zu ihnen geh'n, um zu erfahren, wie es mit ihnen steht. Göthe. Regina. Roman von J. Jobst. (Nachdruck verboten.) 30 „Sibylle! Du versündigst dich in deinem Haß. Wie kann dein Anglück dich so erbittern, daß du dort nur Böses siehst, wo ich nur Gutes und Liebes entdecke.“ „Weil du eben blind bist, ebenso blind wie das Auge des Gesetzes.“ Bernhard von Ellern blickte zornig auf die Frau, die also noch immer an ihrem wahnwitzigen Verdacht festhielt und ihm Ausdruck zu geben wagte.„Ich gebe es auf, dich zu einer andern Ansicht zu bekehren; aber das wisse, kommt ein Wort dieser surchtbaren Anklage Wolf Dietrich gegenüber über deine Lippen, dann sage ich mich für immer von dir los. Danach richte dich.“ Der alte Herr verließ dröhnenden Schrittes das Zimmer. Als er seinen Neffen aufsuchte, war aber sein erster Zorn schon verflogen und das Erbarmen mit der starrsinnigen Frau packte ihn wieder.„Wolf Dietrich, bedenke, daß du einer Unglück lichen gegenüberstehen wirst. Wäge ihre Worte nicht. Sie ist schon bestraft genug daurch, daß sie einsam und von allen per lassen ihre Tage dahinlebt. Ihre kranke Seele hat nur noch Raum für den einen Gedanken, den Mörder ihres Sohnes zu sinden.“ „Darin werden wir uns ja begegnen, Onkel. Sei ohne Sorge, ich kenne Tante Sibylle von Kindesbeinen an; ich werde unser Verhältnis schon erträglich zu gestalten wissen.“ „Wir wollen es hoffen, mein lieber Junge.“ So ging denn Wolf Dietrich mit guter Zuversicht den endlosen Gang entlang, der den rechten Flügel mit dem Hauptschloß verband. Nachdenklich suchte sein Auge durch die Fenster die Terrasse. Ja, es war kein Zweifel, daß Stbylle ihn in der Unglücksnacht gesehen hatte. Wenn er auch dicht an der Mauer entlang geschlichen war, die kurze Strecke zur Seitentreppe war ihm nicht erspart geblieben. Der Mond schien taghell zu der Stunde, und der glitzernde Schnee hatte noch das seinige dazu getan, um alles Licht auf diesen Fleck zu konzentrieren. Wie verwünschte er jetzt den tollen Einfall von damals Es bedrückte ihn die Gewißheit, den forschenden Blicken Sibylles binnen kurzem begegnen zu müssen. Wenn sie ihn fragte? Noch nie im Leben hatte er eine Unwahrheit gesagt. und nun sollte er mit dreister Stirn lügen. Es mußte sein. um Reginas willen. Er durfte die Ehre seiner Braut nicht der Feindschaft dieser Frau preisgeben. Schonungslos würde Sibylle die Konsequenzen ziehen. Nun war er am Ziel, hinter jener Tür erwartete sie ihn. Da kam der Diener schon herbei, um ihn zu melden. Er kehrte sofort zurück und trat zur Seite, um Wolf Dietrich vorbeizulassen. Die Flügel fielen zu, die schweren Portieren sanken hinter ihm in dichten Falten zusammen. Geblendet schloß er die Augen, denn in dem Raum fluteten die Strahlen der Morgensonne. Das breite Fenster des Erkers war weit geöffnet und gab die Aussicht auf den herrlichen Park frei. Dort stand die Frau, die ihm unseligen Haß trug, und in der blendenden Helle sollte er ihr gegenübertreten. „Ich sage dir keinen fröhlichen Willkomm, Wolf Dietrich Dieser Tag. der dich als Herrn in Groß=Ellern sieht, ist für mich ein Tag der Trauer. Gottes Hand hak mich schwer geschlagen, er nahm mir den einzigen Sohn, und er gab mir auch nicht zum Ersatz den Erben, es wurde mir kein Enkel geboren.“ „Ich kann dir deinen Sohn nicht ersetzen. Tante Sibylle. aber Regina und ich bitten dich, uns an seiner Statt in Liebe aufzunehmen.“ „Was bin ich euch denn? Bin ich doch hier nur eine Ge duldete und habe eine Freistatt von deiner Gnade.“ „Taute Sibylle, sei doch nicht so furchtbar hart mit uns Wir sind uns keiner Schuld bewußt.“ „Hast du nicht Regina schon geliebt, als sie Withelme Frau war?“ „Ja, ich habe sie geliebt, solange ich sie kenne, ich bekenne es dir offen. Und hätte ich die Mittel besessen, um einen Haus stand zu gründen, sie wäre die meine geworden. So mußte ich zurücktreten, und ich habe schwer unter dem Verzicht gelitten, aber ich habe ehrlich an Wilhelm gehandelt und mit Regina nur als Freund verkehrt. Das durfte mir niemand wehren. Ich tat noch mehr, ich brachte, so tief es mich auch traf, selbst meine Heimat zum Opfer, als Wilhelms Eifersucht offenbar wurde. Besser, ich ging, als daß Reginas Reinheit ein schmäh. licher Verdacht traf.“ „Wahrlich, ein Edelmut, der ans Heldenhafte grenzt“, spottete Sibylle, und ihre Augen verrieten nur zu deutlich den Haß. den sie dem Manne trug, der in seiner kraftstrotzenden Männlichkeit und Selbstsicherheit vor ihr stand, während ihr Sohn ihm hatte Platz machen müssen.„Du betonst so sehr die Reinheit deiner Verlovten. Wie ist dies zu vereinigen mit der Tatsache, daß du in der Mordnacht heimlich zu ihr geschlichen bist.“ „Ich?“ „Ja, du. ich habe dich deutlich erkannt, Wolf Dietrich Wage es zu leugnen“ „Dein Haß hat dich verblendet, Tante Sibylle. Ich fuhr in der Nacht mit dem Prinzen nach Bremerhaven.“ „Und ich sah dich hier, trotzdem Regina und du es leugnen. Als ich an ihrer Tür stand, hörte ich die Stimme eines Mannes, und gleich nachher schlich er über die Terasse.“ „Du hast Regina so zu beleidigen gewagt“, brauste Wolf Dietrich auf— er wurde um so heftiger, weil er sich im Unrecht fühlte. „Ich durfte dem Untersuchungsrichter nur eine wahrheitsgetreue Aussage machen.“ „Und hast die Ehre Reginas mit Füßen getreten.“ „Mir blieb keine Wahl.“ „Und Regina wurde auf diese Aussage hin verhört.“ „Ja.“ „Schändlich! Se tief wurde sie, die Stolze, vor dem Rich ter gedemütigt.“ „Rein, sie wurde nicht gedemütigt, denn ihre Aussage widersprach der meinen, und der Richter glaubte der ihren. Ich mußte mich bescheiden.“ Ein tiefes Schweigen folgte. Sibylle wagte nicht zu erzählen, daß auf ihre furchtbare Anklage hin Regina vereidigt wurde. Sie fürchtete sich plötzlich vor dem schweigsamen Mann den sie so bitter gekränkt hatte und der das Schlimmste noch gar nicht ahnte. Sie fürchtete sich auch vor Vetter Bernhard, denn sie kannte dessen Rücksichtslosigkeit, wenn ihm jemand in den Weg trat. Er würde Sorge tragen, daß sie aus Schloß Ellern verbannt würde, wenn sie nicht schwiege, und das wäre ihr Tod Scheu suchte ihr Blick den des Neffen, und als sie in diese schönen, klaren Augen blickte, kam ihr ihr Verdacht selbst ungeheuerlich vor. Aber da gewesen war er doch. und dann hatte Regina einen Meineid geschworen. Wenn sie es ihm verriet, so würde er sich vielleicht doch bedenken, eine solche Frau zu seiner Gattin zu nehmen. Doch mit der Erwähnung der eidlichen Aussage mußte sie sich auch zu der schweren Anklage bekennen, die diese bedingte. Nein, das erschien ihr jetzt unmöglich, ihre künstlich gesteigerte Energie brach jählings zusammen, ihre Nerven versagten. Weinend sank sie auf den Sessel nieder und winkte Wolf Dietrich abwehrend mit der Hand. Sie wollte allein sein. Wolf Dietrich ging davon, aber der Groll über Sibylles Härte überwog in dieser Stunde sein Mitleid. Er gewann die Gewißheit, daß sie nicht zu überzeugen war. und er sagte sich, daß Regina um des Friedens willen Groß=Ellern verlassen hatte. Wer die Liebste kränkte, kränkte auch ihn, aber in Zukunft würde er sie vor Beleidigungen zu schützen wissen. Ihr Platz in Groß=Ellern sollte ihr unbestritten bleiben, an seiner Seite zog sie binnen kurzem hier wieder als Herrin ein, und wollte Sibylle mit ihr nicht Frieden halten, so mußte sie fortziehen. Eine andere Lösung gab es nicht. Gut, daß das Schloß so groß war und die Wohnungen so streng getrennt, daß man sich bequem aus dem Wege gehen konnte. Doch nun genug von den häßlichen Dingen. Auf nach Klein=Ellern, wo Liebe und Glück ihn erwarten! „Ich glaube, du bist noch schöner geworden, Liebste," begrüßte Wolf Dietrich seine Braut, als sie zu seinem Empfang herbejeilte. „Weil ich von dir geträumt habe, Wolf Dietrich.“ „Und ich habe geschlafen wie ein Murmeltier." „Warum kommst du so spät?" 6..„ „Ich mußte doch allerlei Menschen Audienz erteilen, und dann war ich auch bei Tante Sibylle“ „Du blickst so ernn.“ „Wie sollt ich nicht. Ich erfuhr aus ihrem Munde"... „ge?“ „Wie du bleich wirst, Regina, so schmerzlich empfindest du noch die Kränkung? Mein armes Lieb, wie hast du um meiner Torheit willen leiden müssen. Man hat dich beleidigt durch schnöden Verdacht. Vor dem Untersuchungsrichter hat meine stolze Regina... Was fehlt dir? Beruhige dich, dies alles liegt jetzt weit hinter dir.“ * das Kmisterium dis auf weiteres mit der Fortführung der Geschäfte betraut. Wien, 8. Nov. Der Minister des Innern Fohr. v. Bienerth wurde heute vormittag in Schönbrunn vom Kaiser in einstündiger Prtoataudlerg empfangen und erhielt den Auftrag zur Büdung des neuen Kabinetts. Dr. Richard Freiherr von Bienerth. geboren im Jahre 1883 zu Verona, trot nach Absolvierung seiger jaristischen Sindien 1634 bei der steirischen Statthatterei in den Staatsdienst und wurde 1886 zur Dienstleitztung in das Kultusministerium berusen, woselbst er im Jahre 1094 Sektionsrat und 3 Jahre darauf Ministerialrat wurde. Im Jahre 1899 wurde Baron von Bienerth zum Vizepräsidenten des niederösterreichischen Landesschulrats ernannt. welche Stellung er bis 1905 bekleidete; damals übernahm er als Leiter des Unterrichtsminssterium, während ihm bei Bildung des Kabinetts Bock das Porteseuille des Innern übertragen wurde. Gagland. London, I. Nov. Das sechste Linienschisf der Dreadnought=Klasse ist von Devonport vom Stapel gelausen und wurde von der Gemahlin des Premierministers Asquith „Collingwood“ getauft. Niederlande. Gmsterdam, 7. Nov. Wie amtlich gemeldet wird, kehrt Lönigin Wilhelmina am 12. November aus Schloß Los nach dem Haag zurück. Da die Aerzte der zweistündigen Bahnreise keine Bedenken entgegengestellt haben, darf man annehmen, daß es der Königin sehr gut geht. Orient Konstantinopel, 7. Nov. Dem Blatte„Sabah“ zufolge hat der französische Botschafter Constans den Minister des Aeußern Tewfik Pasche gestern gefragt, ob die Pforte ihre Reservisten entlassen werde, nachdem Bulgarien seine Reservisten entlassen hat. Tewfik Pascha habe erwidert, daß nur wenig Redistruppen zu Uebungen eingezogen seien u. die Entlassung dieser Truppen gleich nach Beendigung der Uebungen erfolgen werde. Danach würden, wie das Blatt sagt, die Rediftruppen in etwa zwölf Monaten entlassen werden. Konstantinopel, 7. Nov. Der Kommandant des zweiten Armeeforps Niazim Pascha, hielt gestern in der großen Ebene ver Adrianopel eine Truppenschau, wie sie wohl selten vorher in der Türkei stattsand. 80000 Mann passierten die Rcone. Haltung und Aussehen der Truppen war ausgezeichnet. Es herrschte allseits enthusiastische Stimmung. Sosia, 7. Nou. Die letzten Nachrichten aus Konstantinovel schildern den Gang der türkisch=bulgarischen Verständigungsverhandlungen als schleppend und wenig Erfolg verheißend. Es wird sogar die Möglichkeit erwogen, daß die Verhandlungen sich ganzlich zerschlagen, weshalb in Regierungskreisen großer Unmut bemerkbar ist. Belgrad, 7. Nov. Kronprinz Georg ist heute aus Petersburg zurückgekehrt. Bei dem festlichen Empfang auf dem Bahnhose erwiderte er auf eine Ansprache des Bürgermeisters er hoffe, daß die gerechten Ansprüche des serbischen Volkes mit Hilfe der mächtigen Stimme Nußlands besriedigt werden würden. Später erfolgten Kund gebungen vor der russischen und der britischen Gesandtschaft.— Der König und der Krouprinz sprachen dem Kaiser Nikolaus telegraphisch den Dank für den herzlichen Empfang des Kron prinzen in Rußland aus. Der Kronprinz teilte dem Fürsten von Montenegro telegraphisch mit, er habe während seines Aufenthaltes in Rußland die Ueberzeugung gewonnen, daß die gerechte Sache Serbiens und Montenegros die Unter stützung Nußlands finden werde.— Heute trafen in Ristovatsch 16 Waggons mit Geschützen und Munition ein. Morgen kommen weitere 10 Waggons aus Saloniki an Amerika. Cinckunatl, 7. Nov. In einer Rede, die der künftige Präsident der amerikanischen Union. Taft, im kaufmännischen Klub von Cincinnati hielt, führte er aus, daß jeder Geschäftsmann, der den Gesetzen des Landes geborche, mit aller Energie seinen Geschäften nachgehen und daß jedes Unternehmen sich innerhalb der bestehenden Vorschriften entwickeln könne, ohne eine Einmischung der Regierung befürchten zu müssen. Alle Geschäftsunternchmungen, die unter die Rechtsprechung der Bundesregierung fallen, müßten jedoch eine streuge Anwendung der Gesetze gegen unredliche Geschäftsmethoden erwarten. Gegen alle diejentgen, die die Gesetze verletzen, werde unnachsichtlich vorgegangen werdet. Tages=Neuigkeiten. Der Kronprinz im„Zeppelin 1“. Abermals hat der„Zeppelin I“, dem seit dem Tage seines Wiedererstehens auf der Werft bei Friedrichshasen stets der Stern des Erfolges geglänzt hat, eine seiner gelungenen Fahrten hinter sich. Bedeutungsvoll weniger durch besondere Ausdehnung, gewinnt die Luftreise am vorgestrigen Sonn abend dennnoch direkt geschichtlichen Wirt dadurch, daß sich dem Luftschisse in der Person des Kronprinzen zum ersten Male der Mann anvertraute, der berusen ist, später einmal der Träger der höchsten Würde, die das Reich zu vergeben hat, zu werden. Und die geniale Schöpfung Zeppelins hat auch den deutschen Kaisersohn ohne Fährnis durch die Lüfte getragen, ias Land hinein bis Donaueschingen, dem Vater entgegen, der vom Schlosse des Fürsten zu Fürstenberg mit dem Sohne hoch oben in den Lüften Grüße tauschen konnte. In zwischen ist der„Zeppelin I“ wieder glücklich gelandet. Wir geben nachstehend die uns vorliegenden Depeschen über die Fahrt des Luftschifses wieder. Friedrichshasen, 7. Nov. Der Kronprinz traf heute früh 5,30 Uhr hier ein und wurde vom Grafen Zeppelin am Bahnhof Empfangen. Es herrscht kaltes Wetter mit frischen nordöstlichen Winden, die dem Aufstieg indessen nicht hinderlich sind. Am 10.40 Uhr beftieg Sraf Zeppelin mit dem deutschen Krouprinzen das am Landungssteg bereitstehende Motorboot, welches die Flagge des Kronprinzen führte und fuhr dann nach Manzell, wo um 11.20 Uhr bei starkem Nordwind der Aufstieg erfolgte. Donaueschingen, 7. Nov. Am 1,40 Minuten ist das Luftschiff über Donaueschingen angekommen. Es kreuzte über der Stadt, um den Sonderzug mit dem Kaiser zu erwarten. Um 2 Uhr lief der Kaiserliche Sonderzug auf dem hiesigen Bahn hof ein. Beim Aussteigen wurde der Kaiser vom Fürsten zu Fürstenberg begrüßt. Das Luftschiff befand sich während dieser Zeit seitwärts vom Bahnhof, in einer Höhe von 250 bis 300 Metern. Vom Luftschiff aus wurde der Kaiser durch Tücherschwenken begrüßt, welche Grüße der Kaiser erwiderte. Punkt 2.05 Uhr bestieg der Kaiser mit dem Fürsten von Fürstenberg einen Wagen und fuhr nach dem Schlosse. Wäh rend der Fahrt des Kaisers brachten das Publikum, Schulen und Vereine, die auf dem Wege vom Bahnhof zum Schloß Aufstellung genommen hatten, dem Kaiser herzliche Huldigungen dar. Nachdem der Kaiser mit dem Fürsten zu Fürstenberg im Schlosse angekommen war, nahm er auf der Schloßterrasse Auf stellung. Der Kronprinz warf aus der vorderen Gondel einen Brief an den Kaiser herunter. Mit sichtlichem Interesse verfolgte der Kaiser die Manöver des Luftschisses, bis dieses wirder südöstlich in der Richtung aus den Bodensee davonfuhr. Um 2,20 Uhr war es den Blicken entschwunden. Friedrichshafen, 7. Nov. Am 4,80 Uhr erreichte das Lustschiff die Insel Reichenau und passierte um 5 Uhr bei niedriger Fahrt und unter ungeheurem Jubel der Bevölkerung, die dem Kronprinzen u. dem Grafen Zeppelin begeisterte Huldigungen darbrachte, die Stadt Konstanz. Um 5.50 Uhr ist das Luftschiff nach 6½tündiger Fahrt in Manzell glatt gelandet Es war schon völlig Nacht, als die Landungsmanöver er folglen. Der Kronprinz sprach sich entzückt über die gelungene Fahrt aus Mihglückter Ausstieg des Militärluftschisses. Berlin, 7. Nov. Das Militärluftschiff ist heute vormittag zu einer Uebungsfahrt aufgestiegen. Es hatte gegen den starken Wind heftig anzukämpfen und mußte besonders über dem Reinicendorfer Klichturm schwierige Manöver unter nehmen. In der Näbe von Tegel entleerte sich der Ballon plötzlich mit einem starken Knall. Er knickte nach der Mitte zu ein und muhle sofort zur Landung niedergehen. Bonn, 6. Nov. Ein Eisenbahnunfall ereignete sich heute nach 6 Uhr auf der Station Vonn=Trajekt, Von dem Versonenzug Vonn=Oberkassel, der von einer Lokomotive geschoben wird, entgleisten bei der genannten Station, wo der Zug auf eine Poute gesetzt wird, drei Wagen. Ursache dürfte wahrscheinlich in dem Versagen der Wei liegen. Außer dem Zugführer, der nur leichte Verletzun gen erlitt, sind keine weiteren Personen zu Schaden ge kommen. München, 6. Nov. Aus Tölz kommen bennruhigende Nach richten über das Befinden des Großherzogs von Luxemburg Der Kranke ist völlig gelähmt, die künstliche Ernährung ist erschwert. Ulm, 6. Nov. Das hiesige Schwurgericht verurteilte heute den Tagelöhner Lipp aus Kleineislingen wegen 22 Verbrechen der Brandstiftung zu 13 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust. 5 Monate der Untersuchungshaft wurden ihm au die Freiheitsstrafe angerechnet. Würzburg, 7. Nov. Auf dem Heimwege von Netzbac, wurde der katholische Pfarrer Vogel von Unterleinach überfallen und mit einem Prügel schwer verletzt. Er erlitt einen Schädelbruch und eine Gehirnerschütterung. Als Täter kommt der Bierbrauer Röder aus Zellingen in Betracht, der ern kürzlich eine 17jährige Zuchthausstrafe verbüßt hat. Mainz, 7. Nov. Bankier Katl Oppenheim, Teilhaber des alten Bankhauses Gebrüder Oppenheim, beging Selbstmord. Das Bankhaus Oppenheim ist stark an der insolventen Ge treidefirma Stern in Kreuznach beteiligt. Leipzig, 7. Nov. In der heutigen Stadtverordnetenwahl in der dritten Abteilung verloren die Sozialdemokraten vier Sihe Wien, 7. Nov. In Korneuburg sind heute zwei Militär magazine mit Munitionsvorräten infolge Brandlegung abge brannt. Der Schaden beziffert sich auf 300 000 Kronen. Frau Krupp hat der Stadt Essen 200 Morgen Gelände zur Anlage eines Stadtparks im Stadtteil Rüttenscheid geschenkt. Durch Vertreter der Stadt wurde ihr dafür eine Dankadresse überreicht. Entflohene Zuchthäusler. In Bremen sind zwei im Krankenasyl von Ellen internierte Zuchthäusler, von denen einer noch drei, der andere sieben Jahre zu verbüßen hat, ent sprungen. Sie waren nur mit Unterkleidung versehen. Stadt und Land. Detmold, 9. Nod. * F ü r d i e d i e s j ä h r i g e A n d r e a s m e s s e t r i t t s c h o n d i e k ü r z lich abgeänderte Jahrmarktsordnung in Kraft; danach sind als Plätze für die Andreasmesse bestimmt: die Marktplätze an der Langenstraße und am Kaiser Wilhelmsplatze, die Bruch, Grabbe= und Paulinenstraße. Die Andreasmesse findet in diesem Jahre nicht Ende November sondern Anfang Dezember statt, nämlich am 2. 3. und 4. Dezember; der 3. Dezember (Donnerstag) ist der Haupttag. * Eine geistliche Musikaufführung, veranstaltet von Herrn Musikdirektor Theodor Vihmeur, findet am Busund Bettag in der riform. Stadtkirche abends 8 Uhr statt. Außer dem Veranstalter wirken mit: Frau von Fessard aus Bückeburg, der Fürstl. Schaumbutg=L ppische Kammerdirtnet von Fessard Bückeburg und Herr Opernsänger J. H. bner aus Detmold. Näheres im Inseratenleile. Staatslotterie. In der vorgestern begonnenen Ziehung der preußischen Klassenlotterie fielen je 10000 M. auf Nr. 28660, 108474, 168216. 226 31. * Ortskraukenkasse der vereinigten Fabrikarbeiter. Der Mazistrat hat dem Protest stattgegeber nd findet eine neue Bertreierwagi am Dienstag, dei 17. November, im„Soron“ statt. Die Generalversammlung ist deshalb bis zum 28. November verschoben. * Oratorienverein. Die nächste Prode findet nicht am Dienstag, sondern am Freitag dieser Woche um 8 Uhr i Armmniushotel statt. * Detmolder Damenliedertafel. Die nächste Besangsprobe kaun des Sinen konzertis wegen erst am Mittwoch stattfinden(s. Inserat.) * Es geht auf Weihnachten. In den letzten Mondscheinnächten, in deuen die Sterne klar und kalt am vllen Himmel standen, hat der Wuter Besitz ergr ssen von der Erde, die wie in einem Zauberbann daler. Jetzt gihi es mit starken Schritten aus Weihnachten. Große Scheite verden in den Ofen geschoben und die langen Abende sind fällt von der Vorfreude des Festes, von allen den Rüstungen, mit denen wir uns und anderen Freude machen wollen. Juvaliden Versicherung. Die Kontrolle der Quittungskarten wird am Dienslag, den 10. d. M., in der Woldemarstraße und in der Fürstengattenstraße fortgesetzt. Quttungskarten und Aufrechrungsdescheinigungen sind bereit zu halten. * G e f l ü g e l a u s s t e l l u n g i n L e m g o. A u ß e r d e n chon mitg ielien Eyreapisen wurde seiner noch je ein Ehrenpreis für Tauben an die Herren G. Kanowsky und C. Rehme Lemgo vergeben. Es erdielten in der Sammelklosse: Bracht=Heerse 2 1. Preise, Rackilmann=Lewge, Doss.l=Hillentrup, H. Oegene:=Böning Lindemaut shof, Niederdeppe Istrup und Win:= Blomberg 2. Preise; Marz. Rölteker=Händersen, AndreHoocd ssen, Sauer=Grotendurg, Hofmann=Eichbolz, H. KochLemgo, Horst r ul=Ditmeld, Henjes=Beigkiug, Winter Biom dere, Cramei=Lemao, Bokmeier Pavenhausen und Willies Barr trup 3. Preise. Es erheelten in der Prämiierungsklasfe 1. Preise auf Hähne bezw. männlche Tiere: F. Dreier=Lütte, Siever!Dörentrup 2, O. v. Reden Wendlir ghausen, A. Koch Lage, C. Kruse=Lage, F. Poit Breitenheite,(2. Schröder Lage, Wedegärtner=Lage 3, Bracht=Heerse 2, Degener Föning=Lirdemannshof, Linn weber= Salzuflen 2, Onemrpe=Selzust'o. Piöger=Salzuslen 2. Richt r. Salzufl.n 2, G. Rölteken Hün dersen 2, Schaelff. Salzufl u 2, G. Luch Detwold 2. F scher=Detmold, Hinder=Detmold, Ho'mann&a ckholz, Möllen brochk=Detmold, Werkmeister Det mold 3, Haumersen Schö mar, Kligge=Schötmar, H. Kracht Sck dimar. E. Müller=Scho mar, Führing=L.mgo, A. Kuhlemann=Lemgo, C. Ott meyer Lemge, H. Rakelmann=L.ungo 4, C. Rehme Lem.o und Superint.n dent Theopold Lemgo. 1. Preise au Hennen bezw. weibliche Tiere: DreeLütte 2, Henjes Beigkrue, Sievert=Dörenteup, Müller=Humld, Niederdeppe=Jét up, A. Kod.=Lage, C. Kruse=Lag. 2. Schr öder=Lage, Wedegär tner=Lage, Brachi=Herse 3, Drgener Bönning=Lindemannsbof, Luncweder Salzusten 2, Mostage=Heerser heide, Ottimeyer=Soizuflen 2, F. PlögerSalzuslen 3, L. Richter=Saizusl u 2, G. Rötteken=Hünder sen 3, O. Schaeiff= Salzuflen 4, F. Thanert=Salzuflen, Ahrenes Detwold, A. Fischer D.tmold, Hinder=Ortmold, Hofmann Eichholz, A. Wortmanr=Oetmold, Schuster=Detmold, Tiutelnol=Detmold, Werkmeister= Detmold, Haumersen Schöl mar. H. Kracht=Schötmar, E. Müller=Schötmar, A. Quendt Schötmar, W Siekmann Wülferheide, Riese.Schülmar, StolieBrin, Führing=Lemgo, Cramei=Lewgo, Fleege Lemgo, H Krüger=Lemgo, A. Kudlemann Lemgo, Ottemiyer=Lemgo 2 Rakelmann=Lemgo 5, C. Rehme=Lemgo 2 und Superinten deut Theopold=Lemgo 2 2. Preise auf Hähne bezw. männnliche Tiere: F. DreurLätte 2, Heuses Bergkrug, Sievc:k Dörentrup 3, MüllerHumfeld 2, p. Tintel=Barntrup, F. And e Hovedissen, E ck. meier=Masenbruch, Muß=Siekholz, Niederdeppe Joirnp, A. Koch Log:, Ir Pott=Breitenheide, W. Sch öder Lagr, Wedegärtmer=Lage 2, Bracht Heerse, Degeuer=Bönning=Lindemanns. hof 3, Linneweler=Salzusten, Moshage Heersa###eio. 2, Ottemiher=Salzuflen 2, Piöger=Salzusten, Rchter=Solzuslen 2 G. Rötteken=Hündersen 2, Schaeiff. Salzuflen, A. AhreudtDetmold, A. Ernsting=Delmold, Fischer=Detmold 2. HinderDitmolo, Möllenbrock=Detmold, Wortmann=Detmold, Schukakelmann=Lemgo und Superintendent Theo ster= Dekmold, Tintelnot=Detmold, Willer=Kohlpott 2. H# Windt=Detmold, A. Bröter=Schötmar, C. Bröker=Dreckhof, Frohne=Schötmar 2, Kligge=Schötmar, Quent=Schötmar Riese=Schötmar, Siekmann=Wülferlied, Stolte=Bexten Brokmeler=Lemgo, Cramer=Lemgo 2, Mähling=Brale, Ottemeyer Lemgo, Re pold=Lewge 2. 2. Preise auf Heunen, bezw. weibliche Tiere: Brede Spoik, Dassel=Hillentrup, Dreier=Lütte, Henj.s=Bergkrug, Sievert=Dörentrup 3, Hel wige=Barntrup, v. Reden=Wend linghausen, Eickmeyer Mackenbruch 3, Krumsiek-Blomberg W. Winter=Blomberg, A. Koch Lage, Pott Breitenheide, Wedegärtner=Lage 2, Bracht=Heerse, Degener=Bönning=Linde mannshof 2, Linneweder=Salzuflen 2, W. Menke=Werl, Moshage Heersel heide, Ottemeyer=Salzuflen, Plöger=Salz= uflen, L. Richter=Solzuflen 2, M. Röueken Hündersen 2, S Röttelen-Hünders n Ensting Detwold, Fischer=Detmold 2, Hinder Detmold, Stiene=Detmold, Siuke Detmold, TintelnotOetmold, Willer=Koxlpott, Werkmeister=Detwold 2, A. Brö ker=Schötmar, C. Bröker=Dreckhef 2, H. Frohne=Schölmar, Haumersen=Schötmar, Kliege=Schötmar, Hebrock=Schötmar, Kleedöhmer=Schötmar, Liese=Kuetterheide Lunemann=Schöt mar 3. A. Quenl=Schötmar 2, Stolte=Bexten, Brockmeier Lemgo, Cramer=Lemgo, Kluckhuhn=Lemgo, H. RakelmannLemgo und Superintendent Theopold=Lewge.— Der Schluß der Präntierungsliste können wir erst morgen bringen. n. Der G. rtenbauverein für das Fürstentum Lippe hielt gestern nachmittag eine Hauptversammlung im Hotel„Preuß Hof“ ab. Vom Vorsitzenden Herrn Hofgarten=Direktor Schu mann wurde mitgeteilt, daß ein Programm und Einladung vorliege zu der in Berlin vom 2. bis 13. April 1909 statt findenden großen internationalen Gartenbau=Ausstellung Ferner erwähnte er u. a. die in Bielefeld stattgefundene Obst ausstellung, daß Lippe nur in 2 Nummern ausstellen konnte, hob aber lobend hervor, daß die Lippischen Landwirte sich stark und mit gutem Resultate beteiligt hätten. Herr Direktor Strangmeier=Hiddesen hielt hierauf einen Rückblick über diese Ausstellung und sprach den Wunsch aus, daß in Zukunft auch ein Händler in die Prämiierungskommission gewählt würde, begründete seine Ansicht und bemängelte, daß für Liebhaber die Ausstellung zu wenig geboten habe, auch daß sich diese nach den Bestimmungen auf zu wenig Sorten beschränkt hat, und wenn solche Beschränkung immer mehr zunimmt, so würde der Obstbau und die Interessenten, welche zu verschiedenen Jahres zeiten frisches Obst haben wollen, benachteiligt werden und die Ausstellungen würden wenig Obst aufzuweisen haben. An Antrag wurde sodann beschlossen, 100 Exemplare„Besitzeug nisse" für Balkon= und Fensterschmuck drucken zu lassen. Dann wurde die Prämiierungsliste verlesen. Sie lautet: Für Balkonschmuck erhielten: 1. Preis Kaiserhof Otto Frerk, 2. Preis Herr Siekmeier, Dresdner Bank und Geh. Justizrat Eberhard, 3. Preis Frau Cecilie Harkort und Klempnermeister Finke, 4. Preis Herr Kemmerich(Stadt Frankfurt) und Zahn arzt Crone=Hiddesen, 5. Preis Rentier Burghardt und Kauf mann Kaul, 6. Preis Haferdeck, Villa Theodora, 7. Preis S. W. Brüggemeier.— Für Fensterschmuck erhielten: Preis Leopold Werkmeister, 2. Preis Rechtsanwalt Dr. Tielker, Oberbürgermeister Wittje, Fabrikant Wilh. Pecher, Preis Schirmfabrikant Oberschorfheide. Hierauf kamen 12 verschiedene Sorten Blumenzwiebeln zur unentgeltlichen Ver losung. Unter Verschiedenes machte der Vorsitzende auf die vom Verein angrschaffte Baumspritze aufmerksam und empfahl leißige Benutzung. da die erzielten Resultate bei leichter handhabung auffällig seien. (Weitere lokale Nachrichten siehe unter Letzte Nach richten.) u. Spork bei Detmold, 8. November. Heute nachmittag sand unter allgemeiner Beteiligung von nah und ern die Beerdigung des Bauerrichters und Steueruntererheders Kubimann hierselbst statt. Sogar aus weiter Ferne warin Freunde hergekommen, um dem Entschlafenen das letzte Geleite zu geden. Die Trauespredigt hielt Heir Pastor Theopold, dem Leichenzug wurden durch einen treuen Freund, Herrn Metzgermeister Möller— einem alten ergrauten Krieger— die Orden des Verewigten vorangetragten. Die Beerdigung erfolgt. auf dem Friedbose im Schoren bei Detmold, so daß der lange Trauerzug sich durch die Stadt Detmold, die Langestraße entlang bewegte.— Heinrich Kuhlmann wurde an 19. Mai 1836 in Hohenwart geberen und ist mithin 72 Jahre alt geworden. Er konnte auf ein reiches und mühevolles Arbeitsjeld zurückblicken. Sein Wunsch,„in den Sielen zu sterben“, ist in Erfüllung gegangen. Am 1. Ma 1866 für die Bauerschaften Spork, Remmighausen, Schönmaik und Schmedissen angestellt, konnte er vor 2 Jahren sein 40jähriges Dienstjubiläum begehen und wurde aus diesem Anlaß durch Verleihung der Fürstlich Lippischen Goldenen Verdienst-Medaille ausgezeichnet, nachdem ihm schon 1898 die Silberne Verdienst=Medaille verlieher worden war. Kuhln ann war ein treuer Diener seiner Landesherrn, ein pfl chttreuer Beamter und überall ein gern gesehener und angenehmer Gesellschafter. Sein Ande bei. wird in Ehrn gelelten werden! * Salzusten, 9. Novdr. Eine Versammlung der Stadtverordneten findet morgen, Dienetag, 10 Novembe:, abends 8½ Uhr sett. Tag sordnung, 1. Prüsung der Bnichte der Finanzkommission zu samtlichen Richnungen pro 1906/07. 2. Verschiedenes. * Lemgo, 8. Novdr. Ueber die Linienführung der projektierten Bahn Lemgo=Rinteln ist folgendes zu be richten: In Lemgo ansangend, geht die Bahn hinter der Anstalt Eden Ezer her über die Steinmühle auf Entrup zu, wo der eiste Bahnhof vorgesehen ist. Die zweite Halte stelle i Lube: dann gebts über Lüerdissen umnd Wase I.## zur 3 Haltestelle Bavendausen. Die nächsten Haltstellen sind Hodenhausen, Laugenbolztausen Vorenbolz und Möllenbeck. Die Stricke ist 34 Km. lang, davon 27 Km. auf lippischem Gebiete. * Lage, 8. Noumd.r.(Besitzwichsel.) Das an der Schölmarschenstraße gelegene Wallmeiersche Haus ging in den Besitz des Herin In'. Grundmann hiers. über. * Lage, 8. Nood:. Der Landwirtschatliche Verein Lage hielt g.u. ru im„Dlutschen Hause“ seine eiste Wiuterversammlung ab. Der Vorsitzende, Herr Avenhaus eröffnite gegen ½5 Uhr die Sezu:g. Da der Reserent zu Pun't 2 der Tagesordnung, Herr Dr. Steinriede Münster nach telegraphischer Mute lung wegen Zugverspätung ern ½.6 Uhr kommen kann, wer den die and.ren Punkte der Tagesordnung vorweggenommen. Die vorhandenen Eingänge werden veresen. Zu Punkt 3 der Tazesordnu.g betr. Trocknung von Stickrüben und Runkel= üd.n auf der Zuckersabrik teilt der Vorsitzende die Beoingung u mit, unter denen die Trocknung geschehen kann. Es meio#n darauf folgende Herren Rüden zum Trocknen an: Ron. aus=Avenhaus, Keietenstein Hagen, Kimver=Ohrsen, Hllleb:ar d=Hardissen, Süllemeier=Süttehof, Kemper=Hedder bagen, Ackrmeier=Akehof, Röhr=Haidissen, Johanning=Obis.n. Zu Punkt 4 Besprechung betr. die Abhaltung eine Winerfestlichkeit beschließt die Versammlung dieselbe in der ersten Hälfte des Monats Dezember abzuhalten. Das Weitire anzuordnen, wird dem Vorstand und dem Festausschuß üb rlassen. Dar auf hielt der inzwischen erschienene H.rr Dr Steinriede einen etwa einstündigen Vortrag über das Thema:„Wie sind Knöschenseuche und seuchenhaftes Verkalden bei Kühen„u verhüten oder zu heilen“, welchen von den Anwesendin u.n großem Interesse ausge nommen wurde, da diese Seuchen unsern Viehbesitzern große Berluste vermsach n. Wgen vorgerückter Zeit erfolgte sodann der Schluß der Veisau mlung gegen 7½ Uhr.(L. Bz.) p. Barntrup, 8. Roodr.(Verschiedenes.) Heute, Sonntag nachmittag besichtigten die städtischen Kollegien, verbunden mit Spazlergang, unsere Wasserquellen.— Eines jungen Müdchen, welches bei dem Metzgermeister L. Hartmann bedienstet if, wurde im unbewechten Angenblick ein erkleidungsstöck gestohlen.— Eine Bürgersfrau bekam beim Waschen das Uebergewicht und stürzte in den Rädt. Waschteich, wurde jedoch von 2 des Weges Kommenden gerettet. * Blomberg, 9. Nov. Die Wählerlisten zur Wahl der Landtagsabgeordneten für die Legiolaturperiede 1909=1912 liegen im Bezirke des Verwaltungsamtes Blomberg von Montag, den 9. November d. J., an zu jedermanns Einsicht acht Tage lang aus und zwar A. die Listen der 1. Abteilung für die Aemter Blomberg und Schieder auf der hießigen Amtsstube, für das Amt Schwalenberg bei dem Magistrat in Schwalenberg; B. die Listen der 2. und 3. Abteilung im Hause des Vorstehers einer jeden Bauerschaft bezw. Sutsgemeinde, mit Ausnahme der Forstbezirke, hinsichtlich deren die Listen bei dem Vorsteher der nächsten Dorfs= bezw. Gutsgemeinde ausliegen Blomverg, 8. Novemer.(Geflügel=Aussteuung n Blomberg.) Nur noch 14 Tage, dann findet die vom hiesigen Vereine für Geflügelzucht im Kuhnschen Saale geplante Lokal=Geflügel=Ausstellung stalt. Sonnabend, 21. November von 2 Uhr an und Sonntag, 22. November ist sie dem Publikum geöffnet. Am Sonnabend vormittag findet die Prämiierung der Tiere dulch den Vorsitzenden des lippischen Geflügelzucht=Verbandes, Herrn SchaerffSalzuflen statt. Freunde und Gönner des Bereins haben schöne Ehrenpreise gestiftet oder in Aussicht gestellt. * B l o m b e r g, 8. N o v e m b e r. D e r 8 U h r= L a k e n s c h l u ß für Blombeig wird von der hiesigen Ortsgruppe des Deu schnationalen Handlungsgehilfen=V.rbandes angestrebt. * Blomberg, 8. November. Am 3. d. Mts. tagle hier im„Deutschen Hause" unter Leitung des Herrn Superintendint Theopold=Lewzo morgens um 10 Uhr die Klassenversammlung der Klasse Biake, zu der 27 Geistliche und Kirchenvorsteher erschienen waren. Die erbauliche Ansprache hielt Pastor Ewerbeck=Sonneborn über Ap.=Gesch. 27, 18—36, von der Mitarbeit an der Kirche. Das erste Reierat hielt in ausführlicher Weise Pastor König=Cappel über Veränderungen der Kirchenordnung vom 8. Dezember 1890. Die gemachten Vorschläge sanden im allgemeinen Zustimmung. Pastor Doht=Reelkirchen referierte über Ausdehnung der Krankenpflege auf das Land. Ein Antrag Cappel auf Trennung der höheren und niederen Küsterdienste fand Annahme. Der Vorsitzende gab im Klassenberichte ein anschauliches Bild von den religiös sittlichen Zustönden der Gemeinden der Klasse. Gegen 2½ Uhr wurde die Sitzung geschlossen(B. A.) pe Blomberg, 7. November. Das Oderlandesgericht in Celle har durch Urteil vom 3. d. Mis. die von dem Kaufmann Heinrich Prasse hierselbst gegen die Statt Blomberg angestrengte Klage, welche schon einige Jahre chwebte, kostenpflichtig abgewiesen. Wie erinnerlich sein dürfte, war der Prozeß deshalb anhängig gemacht, weil die Stadt die Erwerbung des von dem Pfortengrundstück nach der Gehbahn liegen gelassenen Grundstücks teils ablehnte, ndem sie sich darauf berief, daß die Abtretung nach der eingegangenen Verpflichtung und nach den von den städtischen Kollegien gefaßten Beschlüssen unentgeltlich zu erfolgen abe. pe Blomberg, 8. Nov. In dem in der Sonnabendnummer gebrachten Bericht über die Stadtveroroneten=Verammlung haben sich einige Druckfehler einge chlichen, denn es muß bezüglich der Mitglieder der Kommission, welche mit der Prüfung des Statuts über die Hausanschlüsse an die Kanalisation beaustragt sind, stalt Sielimann„Diekmann“ ind statt Räwe„Noux“ heißen. * Wüsten, 9. November. Seinen 90. G durts a) eierte genern der Kolon Hoffmeister, einer der ältesten Dorfschafte wohner. eb= Heipke, 7. Novdr.(Jagd.) Bei der heute zu Haus Helpte abgehaltenen Jagd wurden 13 Hasen und 12 Fasanen erlegt. * S c h i e d e r, 9. N o v e m b e r. D a s E h e p a a r M a u r e r Friedrich Tölke feiert heute silberne Hochzeit. ewe Schieder, 8. Nov. Am 11. d. Mie. findet im Beratungszimmer des Verwaltungsamts in Blomberg eine ußerordentliche Eitzung des Gemeinderats des Amts Schieder statt. m Cappel bei Blomberg, 8. Novdr. Beim Zerkleinern von Rüden auf dem Rübenschneider schnitt sich vor inigen Tagen der 10jährige Hirt Ernst Möller, hier, den Zeigesinger der linken Hand ab. ed. Bösingfeld, 9. Nov. Vom heutigen Monlage ab liegen die Wayleilisten zur Landtagswahl 8 Tage in der Wohnung des Bürgermeisters Friedrichs aus. 2. Alverdissen, 8. Nov. Am gestrigen Abend sand in der Wohnung des Bürgermeisters Sternberg eine einde: Ausschussiczung statt. Einziger Punkt der Tagesordnung war: Genehmigung der Bedingungen zur Leserung von 850 Miter Nohre zur Wasserleitung. Dieelden wurden seitens des Ausschusses in allen Punsten genehmigt. Aus der Nachbarschaft. * Hameln, 7. Nov. Buchstäblich zu Tode geö stet wurde gestern ein Arbeiter auf der Ziegelei an der Ohsenerstraße. Er halte sich heimlich auf das Grundstück geschlichen, um auf dem Ringosen zu nächtigen. Dort fanden ihn gestern abend Arbeiter der Ziegele in bewußtlesem Zustande vor. Die Kleider waren dem Unglückichen vom Leide gesengt und der Rörper war völlig braunebrannt. Bald nach Einlieferung ins Kraukenhaus stard der Unglückliche. w. Bieleseld, 8. Nov.(Arbeitseinschränkung.) In der Dürkoppschen Maschinenfabrik tritt am Montag eine Verkürzung der Arbeitszeit ein. Es wird nur noch von 8—5 Uhr gearbeitet, bei 1½ stündiger Mittagspause.— Die Firma Hengstenberg läßt seit Montag von 8—4 Uhr bei ½ stündiger Mittagepause arbeiten. Handel und Märkte. Blotho, 7. Nov.(Marktbericht.) Der Monatsviehmarkt war gut besucht und der Handel in Borstenvieh lebhaft. Die Preise in dieser Viehgaltung waren mittelmäßig. Für das Paar 8—8 Wochen alte Ferkel wurden 16—18 M für einzelne Stangen im Alter von 3—4 Wochen 20—24 M bezahlt. Bei Rindvieh war das Geschäft mäßig; nachgefragt und gut bezahlt wurden nur gute Milchkühe. Gestorden: Henriette Flake, in Berlebeck; Beeidigung Montag nachm. 2 Uhr.— Ww. Charlette Bögeholz, geb. Pohl, 68 Jahre, in Meinberg, Beerdigung Mittwoch nachm. 2 Uhr.— Ww. Christian Niehm, geb. Steinmeyer, 71 J., in Brake; Beeidigung Montag nachm. 3 Uhr. Verlobt: Eise Detert=Horn mit Georg Behrens Essen. Wetter=Nachrichten. Detmold, 8. November. Wetterbericht der Weiterdienststelle des meicorologischen Observaloriums zu Nachen. Noch vorwiegend trocken, meist bewölkt, etwas wärmer. London: Schön. Hamburg: Schön. E Lehte 9. Nev. 1908. Roy Bung Vem Pustluchen: Beisitzer Oberverwaltungsgericht. S Vorsitzender: Geh. Ober=Reg.=Rat Landgerichtsräte Dr. Rosen und Valentin, Gutsbesitze: Schemmel=Wusten und Oekonomierat Krieger=Blomberg — 1) Der Streit um den Blauen Stea(über Unterhaltungspflicht) beschäftigte wieder einmal das Oberverwattungsgericht. Bekanntlich hatte das fürstliche Verwaltungsamt Detmold der Dorfschaft Heiligenkirchen aufgegeben, den baufällig gewordenen Steg auszubessern, weil der Steg sich im Laufe eines össentlichen Dorfsweges befinde. Gegen diese Verfügung erhob die Dorssgemeinde Einspruch und begründete diesen damit, daß der Weg kein offentlicher Dorssweg sei. In dem nun folgenden Streitverfahren zog das Verwaltungsamt seine Verfügung zurück und kam zu der Ansicht, daß die Dorsschaft Heiligen: kirchen nicht allein unterhaltungspflichtig sei, sondern daß sie und die Fürstliche Rentkammer(Forstabteilung die Kosten der Wiederverstellung zu tragen habe. Auch gegen diese Verfügung wurde Einspruch erhoben und erreicht, daß in dem Streitverfahren erkannt wurde, daß Heiligenkirchen nicht unterhaltungspflichtig sei. Gegen die ses Urteil legte das Fürstliche Verwaltungsamt Detmold Berusung ein. In der heutigen Sitzung wurde nun die historische Entstehung des Steges festgestellt: Schon im J##ore 1808 haben die Dorfsinsaffen Meier=Wantrup, Wahrund Tötemeier, denen die Erneuerung des Steges aufgegeben war, gegen diese Verfügung der Regierung protestiert. In ihrem Schreiben an die Fürstin Pauline bezeichnen sie den Weg als sehr bequem für die Sonntags in hellen Scharen nach dem neuen Kasseehause in Heiligenkirchen gehenden Detmolder Bürger. Sie selbst hätten keinen Nutzen von dem Stege, sondern sogar Schaden, da die promenierenden Bürger Detmolds viel Gras und Feldfrüchte vertreten hätten. Das Verwaltungsamt betonte heute in der Begründung der Berufung, daß der Weg stets als ein Offentlicher gegolten habe. Schon im Jahre 1808 sei diese Eigenschaft betont und zwar mit dem Hinzufügen, daß der Weg seit denklichen Zeiten schon begangen sei. Das Urteil des Kreisverwaltungsgerichts sei nicht aufrecht zu erhalten. Die Gemeinde Heiligenkirchen beantragte, die Berufung zurückzuweisen. Die Gemeinde Heiligenkirchen habe den Steg nicht herstellen lassen und auch niemals unterhalten. Auch der Weg, welcher von der Gegenseite als öffentlicher bezeichnet werde, sei dieses nicht, sondern nur ein Servitutsweg. Der Eteg liege mit einer Seit: auf dem Eigentum der Fürstlichen Rentkammer und auf der anderen Seite auf dem Grundstück des Besitzers Tötemeier, folglich seien höchsteus diese beiden Besitzer unterhaltungspflichtig. Der Vertreter der Rentkammer betonte, daß der Weg vor mehr als hundert Jahren von der Rentkammer angelegt sei und zwar auf Wiensch der Fürstin Pauline. Das Interesse an dem Wege sei durch Erbauung der elektrischen Zeutrale für die Rentkammer verloren gegangen. Der Steg ist jetzt wieder in Stamnd gesetzt und zwar durch das Verwaltungsamt Detmold. Der Vertreter erklärte, daß die Kosten eventuell von den Interessenten eingezogen werden würden, wenn die Berufung abge wiesen werden sollte und zwar im Wege des Zivilgerichts verfahrens. Das Oberverwaltungsgericht verwarf die Be rusung des Verwaltungsamtes und legte diesem die Kosten des Verfahrens auf. Der Wert des Streitgegenstandes wurde auf 200 4 festgesetzt. In der Begründung des Ur teils wurde gesagt, daß das Oberverwaltungsgericht sich der Urteilsbegründung des Kreisverwaltungsgerichts anschließe. In Zukunft hat also die Fürstliche Rentkammer dafür zu sorgen, daß der Blaue Stea in passierbarem Zustande bleibt.— 2) Die Dorsschaft Kalldorf klagte gegen Verfügung des Verwaltungsamts Brake, in welcher die Klägerin aufgeforder: wurde, den Wiebesiekbach innerhalb vier Wochen reinigen zu lassen. Mit der Frage, wer die Flußläufe im Fürsten tum Lippe zu reinigen hat, hat sich schon zweimal de Ober verwaltungsgericht beschäftigt und hat die Frage, ob diese Pflicht der Amtsgemeinde obliege, verneint. Ebenso ist die Frage verneint, daß die Gemeinde zu der Reinigung und Räumung verpflichtet sei. Heute handelte es sich nun um die Frage, ob Kalldorf als Adjazent von dem Verwaltungs amt zur Reinigung angehalten werden könne. Gegen die Verfügung des Verwaltungsamts erhob die Gemeinde Einspruch, der aber verworsen wurde. Gegen diese Ent scheidung legte die Klägerin Berufung ein. Der Vertreter der Ortschaft ist der Ansicht, daß die Adjazenten nicht zu der Reinigung herangezogen wenden können. Höchstens sei der Eigentümer des Flusses hierzu verpflichtet und das sei der Staat, welcher auch als Eigentümer eingetragen sei. Man müsse auseinander halten: Eigentümer und Nutzungsbe rechtigte. Derjeuige, der die Rechte an dem Flusse habe müsse auch die Verpflichtungen tragen. Die Auffassung, die Adjazenten zu der Reinigung heranzuziehen, sei durch nichts begründet und bedeute auch eine große Härte. Die Gemeinde Kalldorf sei nicht zu der Reinigung verpflichtet Der Vertreter des Verwaltungsamts Brake stützt sich an die Verordnung von 1779. In dieser sei zwar nicht gesagt daß die Anlieger zu der Reinigung verpflichtet seien, aber man könne nur den Gedanken haben, daß der Gescgeber diese Ansicht gehabt habe. Das Oberverwaltungsgericht hob die Verfügung des Verwaltungsamts Brake auf und legte diesem die Kosten des Verfahrens zur Last. Der Wert des Streitgegenstandes wurde auf 20—40 A festgesetzt 3) Klage des Gastwirts Ostermann und Gen. in Hörste gegen die Dorssgemeinde Hörste wegen Verkaufs eines öffentlichen Dorfsweges. Am 28. April 1907 ist in der Sitzung des Dorsausschusses beschlossen, daß der Weg an den Polizeidiener Schulte verkauft werden sollte und zwar mit 7 gegen 2 Stimmen. Der Käufer sollte 30 J für den Quadratmeter zahlen und sich außerdem verpflichten, einen 4 Fuß breiten Fußweg anzulegen. Segen diesen Beschluß des Verkaufes protestierte Kläger und Genossen. Die Kläger be streiten die Befugnis des Dorsausschusses, wonach dieser be rechtigt sein soll, anderen Dorfeinteressenten das Anspruchs recht an die Wegestrecke, welches über 100 Jahre bestanden hat. zu nehmen. Das Verwaltungsamt hatte eine Ortsbesichtigung angeordnet, welcher dahin führte, daß der von den Klägern eingebrachte Einspruch verworsen wurde. Gegen diesen Entscheid wurde Klage beim Kreisverwaltungsgericht erhoben. Es sei unzulästig, daß ein öffentlicher Dorfsweg verkauft werde und daß dieser Verkauf nicht in össentlicher Sudmission erfolg: sei. Die Klage wurde indes als unbegründet zurückgewiesen. Gegen dieses Arteil fühlten sich die Kläger beschwert und legten wiederum Berufung ein. Die Kläger beantragten, ihrer Klage stattzugeben. Wenn das Oberverwaltungsgericht aber anderer Meinung sei, so moge wenigstens der Entscheid dahin gehen, daß die Dorfschaft Hörste ein neuen Weg herstellt, welcher befahren werden kann. Der beklagte Ortsausschuß erklärt, daß die Parzelle 182 durch die Erbauung des Kommunalweges als Weg in Wegfall gekommen sei und deshalb verkauft werden konnte Wie der Weg verkauft werde, darüber gebe es keine Be stimmung. Im Wege der Verwaltungsklage könne alst keine Entscheidung getroffen werden. Das Oberverwal tungsgericht wies die Klage ab und legte den Klägern die Kosten des Verfahrens auf. Der Wert des Streitgegenstandes wurde auf 200 i sestgesetzt. Berlin, 9. Noodr. Die sozieldemekratische Partei organisation von Groß=Berlin hat für Dienstag abend 26 Volksversemmlungen für Berlin, Teltow und Nieder bar nim einberufen. In den Versammlungen soll gegen die letzten Vorgänge in der innern und äußern Politik, benfalls auch gegen das Kaiser=Interview Stellung ge nommen werden. Breslau, 9. Nov. In dem Biewaldprozeß wird die verurtettte Behörde keine Berufung einlegen. Das Urteil wird somit rechtskräftig werden. 9. Nov. Die Antidnell=Liga sprach sich für die Berecht gung und Notwendigkeit der Antiduell= vereini zungen und Bildung von deutschen Hochschulverbindungen gegen den Zweikampf aus. Donaneschingen, 8. November. Der Kaiser unternahm gestern nachmittag einen Spaziergang und sandte an den Grafen Zeppelin ein sehr freundliches Telegramm. Heute vormittag nahm der Kaiser an dem Gottesdienst in der hie evangelischen Kirche teil und machte darauf eine Rundfahrt durch die Stadt, insbesondere durch die abgebrannten Teile wo zahlreiche Neubauten im Entstehen begriffen sind. Zur Frühstügstasel im fürstlichen Schloß sind geladen Gra Zeppelin und Professor Hergesell. Beide Herren waren hier gegen 1 Uhr im Automobil eingetroffen. Schwerin, 8. Novemder. Die Krouprinzessin Crcilie ist heute nachmittag von hier wieder abgereist Der Großherzog und die Großherzegin sowie die Kron prinzessin von Dänemark geleiteten die Kronprinzessin Cccilie bis Ludwigslust und kehrten dann im Automobil nach Schweein zurück. Friedrichshafen, 8. Nov. Der Krondrinz ist heute nachmuttog gegen 2 Uhr von hier nach München ab gereist. Der Kronprinz wurde von dem am Bahnhof er schienenen Publitum lebhaft begrüßt. Willemstadt, 8. November. Der im Jahre 1894 zwischen Holland und Benezuela abgeschlossene Ber trag ist von seiten Hollands aufgehoben worden. Die Re gierung von Curagae hat die Ein= und Aucfuhr von Waffen und Munition freigegeben und wird gegen von hier aus gehende revolutionäre Bewegungen nicht einschreiten. Cairo, 8. Nov. Eine englische Abteilung die unter Führung eines Majo:s gegen feindliche Stammes angehörige im Süden von Kordosan kämoft, erstürmte am 3. d. M. Fassu Hill und nahm mehrere Häuptlinge ge fangen. Die Verluste betrugen auf englischer Seite drei Tote, darunter ein Offizier, und 24 Verwundete; auf Seiten des Feindes 60 Mann Konstantinopel, 9. Nov. Der Großvesir äußerte sich gestern einigen Diplomaten gegenüber sehr optimistisch über die türkisch= bulgarischen Verhandlungen.— Bei der Insel Leno soll eine Flottenverschiedung stattfinden. Teheran, 9. Nov. Der großbritannische und russische Gesandte haden beim Schah wiederum Vorstellungen genommen und um Wiedereinsetzung einer konstitutionellen Regeerung nachbesucht. Kalkutta. 8. Nov. Der Gouverneur von Bengalen Sir A. p. Leith Fraser ist gestern abend auf wunder bare Weise dem Schicksalentgangen, ermordet zu werden. Während er sich mit dem Lesen von Zeitungen de schäftigte, trat plötzlich ein junger Bengale auf ihn zu, hielt ihm einen Nevolver vor die Brust und drückte zweimal ab. Die Patronen versagten jedoch und der Täter wurde festge nommen. Während dies geschah, entfernten sich einige Ben galen, die sich vor der Halle, dem Schauplatz des Mordan schlags, aufgehalten hatten, in großer Eile. Es wird ange nommen, daß es Helfershelfer des Täters waren. Telegramm! Die vem kaffbe-Fabriken, München, durch falsche Staatsanwaltschaft Berlin erwirkte bei meiner Broschüre„Kathreiners Entlarvung“, Konkurrenz-Mandver gegen den seffeinfreien entdeckt, ist vom Amtsgericht in Bremen aufgehoben worden. Die Verteilung ist also erlaubt. Man Broschüre gratis in Kolonialwarenhandlungen. Direktor welche verlange die Johs. Surmann, S gosellschaft, Die Sammlung des Deutschen Flotten=Vereins LandesAusschuß Lippc zugunsten der Graf Zeppelin=Stiftung ist nunmehr abgeschlossen und hat den Gesamtbetrag von Mk. 1363.90 ergeben. Dank des geädigen reichen Beitrages Protektors und der gütigen hochpatriotischen seitens weiter Kreise des Fürstentums ist Resultat zu verzeichnen. Im Namen des Deutschen Flotten=Vereins nicht unterlassen, allen gütigen Gebern und nam der epferwilligen Anterstätzung der hiesigen Presse wärmsten Dank auszusprechen. Der Landes=Ausschuß des Deutschen Flotten=Vereins Abteilung Lippe. von Rodewald Generalmajor z. D. unsres hohen Unterstätzung dieses erfreuliche —**— Socgen war nentlich auch unsern Weltbekannt! Echte Thüringer Wurst! Machen Sie bitte einen Versuch mit einem 10 Pfd.-Postkof! für 10.55 Mk. franko Nachnahme, enthält Leberwurst, Presswurst, Rotwurst. Knackwurst und Zerveistwurt. Meine Ware ist prima hochfeine und vorzüglich im Geschmack, dieselbe ist das ganze Jahr durch zu versenden R. Grübel, Thüringer Wurstwaren-Geschäft Cabars Nr. 51 bei Gotha(Thür.) Fürstliches Theater. Mit höchster Genehungung Dienstag, den 10. Nevember 1908 abende 7½ Uhr: 2. Sinfonie-Konzert geeben 80 Mitwirkung von der des hie Re Hofopernsängere Herra Anten Hummelsheim ums Hamnover(Tenor.) Leitung: Kgl. Murikärektor A. Hubert. 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Jetzt möcht' ich bloß wissen, ob die von dem Chemikalienlieferanten für seine Weinpantscherei kommen, oder ob der Haderlump am End' gar wieder eine eine neue Liebschaft angesangen hat!“ Einsachster Ausweg. Fleischermeister:„Geh' ich mit den Fleischpreisen nicht herunter, schimpfen die Leute' geh' ich jetzt herunter, schimpfen sie erst recht, weil ich es nicht schon längst getan habe— also lassen wir's beim alten!“ (Fliegende Blätter). „Eine Quelle ewiger Klagen" bilden die unerschwinglich teuren Butterpreise! Leider wird eine Besserung dieser Ver hältnisse zunächst nicht zu erwarten sein, da die Nachfrage nach Naturbutter fortgesetzt höher bleibt, als die Butter Produktion Vorrat zu schaffen nermag. Da helfen sich die Hausfrauen durch Verwendung einer guten Margarine zu deren bekanntesten Sorten die beliebten Marken:„Siegerin“ und „. Jyra“ gehören. Diese beiden Marken zeichnen sich durch seines Butter Aroma und köstlichen Wohlgeschmack aus, sodaß selbst Kenner keinen Anterschied gegen seinste Meiereibutter finden. Kleines Feuilleton. Die Erdbeben in Mitteldeutschland. Fortgesetzt lausen neue Meldungen von Erderschu. rungen aus Sachyon und den Nachbargebieten ein. Bei der Dauer und Ausdehnung der Erdbeben scheint es angebracht. die Ursachen dieser für Deutschland ungewöhnlichen Er scheinzungen zu untersuchen. Wissenschaftliche Feststellungen weisen die naheliegende Vermutung vulkanischen Ursprungs der Erschütterungen zurück. Es soll sich vielmehr um tekto nische Beben handeln. Tektonische oder Dislokationsbeben ind, wie der Name sagt, Elastizitätserscheinungen der Erd #inde und haben ihren Ursprung wahrscheinlich in der Ueber gange zone aus dem gasförmigen Egkern in den flüssigen und festen Zustand der Erdrinde. Daruich werden Lagenände rungen von Teilen der Erdrinde hervorgerufen. Die Erd beben geben sich dann in Erdstößen oder in wellensörmigen Bewegungen kund. Die Erdbeben gehören im Vogtlande seit Jahrhunderten zu den gewohnten Erscheinungen, und da sie laum jemals in solcher Stärke auftreten, daß Gefahr entsteht, so haben sie meist wenig Beunruhigendes für die dortige Einwohnerschaft. Es kommt heute noch in diesen Geg##nden zu unteriedischen Zereißungen der geologischen Schichten und zu Einstürzen, die sich an der Oberfläche durch Bodenbewegungen fühlbar machen. Auf die Bauart der Häuser jenes Geländer aben die Beben trotz der gerade vielleicht wegen ihrer Häufig keinerlei Einfluß ausgeübt, da es zu schweren Erschütte gen selten oder nicht gekommen ist. Der Hergang eines solchen vogtländischen Bebens ist faß niemals der gleiche Nachdem die Beben jetzt noch kein Ende erreicht haben, ist man allerdings darüber, ob tektonische oder vulkanische Beben vor liegen, nicht mehr so ganz sicher, wie bioher. Es ist bekannt, daß das ganze Vogtland von Plauen bis zur böhmischen Grenze uralter vulkanischer Boden ist. Bei Franzensbad liegt ein erloschener Vulkan, Kammerbühl, an dessen Einschnitt sich in interessanter Weise Auowuchsablagerungen verfolgen lassen Bielleicht kommen also doch vulkanische Präfte in Frage Die„Sächs. Korrespondenz“ in Leipzig berichtet im An schluß an die bereits veröffentlichten Meldungen über das nellerliche Erdbeben in Sachsen und im nördlichen Böhmen sodie beiden hestigsten Stöße 1 Uhr 3 Min und so heftig, daß die Fenster klirrten, die üre Gegenstände sich bewegten und eine:: zusammenstürzte. Die Stöhe ging: und waren von unterirdischem Getsse beg. bei Schandau, also sehr weit vom VogtlandStoß früh ½5 Uhr immer noch stark, daß d wie dem angrenzenden Teile von Bayern: Verwachten. Aus den heute vorliegenden zahlreichen Nachrichten lätzt! Auch in Nordböhmen machten sich die sehr stark bemerkbar. So wurden in ald r sich nunmehr das Verbreitungsgebiet des jngsten.dbebene ungefähr feststellen. Es erstreckt sich im Südwesten bis nach Karlsbad, Eger, Asch, Selb und Wunsiedel in Oberfranken, also bis zum Fichtelgebirge, im Westen bis Greiz. im Norden 'einzig und Halle und im Osben bis Schandau und Pirna. n Dresden wurden schwache Erschütterungen gespürt. Elc 10 große Ausdehnung haben die Erderschütterungen, die im sächsischen Bogtlande und Erzgebirge eine häufig wiederkehrende Erscheinung bilden und keine sonderliche Aufregung hervorzurusen pf legen.seit Menschengedenken nicht mehr ge habt, und auch die Geualt der Erdstöße ist kaum jemals so stark gewesen, wie jetzt. Die heftigsten Erschütterungen wurden im südwestlichen Teile des Erzgebirges und zwar sowohl auf der sächsischen wie auf der böhmischen Seite des Gebirges ge spürt. In Brambach bei Oelsnitz, das schon von jeher die meisten Erderschütterungen zu verzeichnen hat, sind am Dienstag und Mittwoch nicht weniger als etwa 100 gezählt worden. Einer der Stöße, der am Mittwoch eine Minute vor 12 Uhr mittags erfolgte, war besonders kräftig und dürfte in der Skala mit 5 zu bezeichnen sein. In anderen Orten erfolgten die Stöße wieder zu ganz verschiedenen Stunden. So wedte in Plauen i. V. früh ½5 Uhr ein heftiger Stoß viele Einwohner aus dem Schlafe. Der Stoß begann wie gewöhnlich mit einem starken Rollen und endete mit einem derartigen lauten Krach, daß die Leute vielfach glaubten, es sei eine Ese oder ein Dach eingestürzt. In Zwota stürzten die Leute infolge eines heftigen Stoßes, der am Dienstag nachmitteg 6 Uhr 24 Min. erfolgte, mit angstersüllten Mienen auf die Straßen. Wie gemeldet wird, haben dort eine Anzahl Häuser Sprünge erhalten, Fenster wurden zerlrümmert, und in mehreren Häusern erhielten die Dächer Risse. Die Erderschütterungen dauerten fast überall die ganze Nacht ohne Unterbrechungen fort. Aus Untersach=enberg bei Auerbach wird berichtet, daß sich die Bewohnerscaft zum Teil bis spät nachts auf den Straßen aufgehalten hat. In Falkenstein waren hr 27 Min bingen, die mauer * Osten nilka ein 11 waltige Erdstöße verspärt, so daß die Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzt wurde. In Karlsbad und Umgebung sanden Erdstöße slatt von denen insbesondere ein Stoß um 6 Uhr 20 Min. abends fast in jedem Hause bemerkdar wurde In Eger schienen wiederholt die Häuser zu schwanken, sie krachten in allen Fugen und die Bewohner eilten erschrocken ins Freie. In deu bayerischen Orten des Fichtelgebirges Waldsassen, Wunsiedel, Selb und Marktleuthen war das unterirdische Rollen so stark, daß die Feuster klirrten und die Lampen in den Wohnhäusern ins Schwanken gerieten. Eine sehr ledhafte Schilderung gibt ein Bericht des „Vogtl. Anz.“ aus Untersachsenberg bei Auerbach i. B. Eheißt darin: „Es folgt Steß auf Steß: 12.40, 12.45, 12 48. 12.55 und immer wieder der füirchterliche auf die Nerven fallende Donner. Kaum eine Minute Zeit zum Ausruhen vom Schreck zum Atemholen. Dazwischen zittert der Boden immer leise 1.02 setzt ein Stoß nach Stärke 4 der Forel und de Rossischen Tabelle ein. Erschütterung von Fenstern und Türen, Krachen der Dielen und ein gewaltiger Donner.... Nur keine Angst. — es muß ja nun bald aufbören—! Ja, redet es Euch unt ein! 1.15 Uhr: 1.22 Uhr; 45, 46, 47, 52— leichte Stöße, Kanonendonner kleinen Kaliders unter uns tief— tief. wo die Wissenschaft aufhört, wo unser bischen Erde bald zu Ende ist Da unten soll es ja sitzen, da unten, tief unter aller wenschlichen Erkenntnis— kaum tief eigentlich zu nennen, aber doch schon tief genug, um alles menschliche Wissen zu Stückwerk zu machen. Zur Beunruhigung liegt kein Grund vor. In allen Tonarten predigt man uns dies vor.— aber sobald der Donner stärker wird, sobald ein Stoß den anderen übertrifft, schwindet die erzwungene Ruhe. Unter den unheimlichen Einwirkungen des Knackens der Wände, des Schwankens der ganzen Erdoberfläche mit Wenschen und Häusern und Wäldern und Bergen kommt die Aufregung von ganz allein. Der Stoß um 622 Uhr war der stärkste, den man je erlebt hat. Uhren sind stehen geblieben, sogar Lampen hat der gewaltige Stoß ausgelöscht. Wer kann nur mit einem Funken Gewißheit sagen. daß der Höhepunkt da sei? Dir geringste Steigerung kann schon das Anglück bringen. Die Erfahrung spricht dagegen Gewiß! Aber das ändert alles nichts daran, daß man von ganzem Herzen den Schluß des Naturereignisses herbeisehnt und daß sich am Dienstag abend Tausende von Händen falteten., um zu beten für Ruhe in der Nacht, in der die Beden doppelt unheimlich Detmold Buss. u. Bettan. 15. Novbr. 1908 abends 8 Uhr in der reformierten Stadtkirche Geistliche Musikaufföhrung Ausführende: Fras Beatrise ven Fossard (Gesaug), Herr Fürstl. SchaumbargLippischer Kammervirtuos Geerges ven Fessard(Viola alta), beide aus Bückeburg, lerr Opernsäager J. Hübner(Gesang) und Herr Musikdirektor Thcoder Vehmeier(Orgel). Programme mit Text sind am Hanptportal der Kirche für 10 Mennig zu haben. Beim Ausgange werden freiwillige Gaben zur Deckung der Unkosten gern in Empfang genommen. Der Reinertrag ist zum Besten der Kirche bestimmt. Geschäfts-Eröftnung. Eröffue mit dem heutigen Tage Hornschestr. 18 ermStellmacherei und Wagendauerci und empfehle mich zur Anfertigung sämtlicher Last-, Geschäfts- und Luruswagen. — Reparaturen aller Art schmetl und benig.— Emil Knuppe Stellmacherei u N er91 1 S# 0* ** * * ** 4 5 Adolt Niehaus Lemgoerstr. u. Detmold, Lemgoerstr. 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Meldungen werden an diesen„Slegerin“ und„Mohra Tagen bis 10,90 Uhr vorm. auf den Geschäftszimmern der..——= innaen ungen entgegengenommen; Geschäftszimmer der I. Ab=Lu..ung billigeten Ersatz für feinste Meierelkm Stabagebäude am Eimonsplayz, Geschäftszimm ue beteichnenl Unet, Pehrichtorkiche n. T4tc. Abteilun teilung der II. Abteilung in der Städtischen Artillerie=Kaseine. Minden, den 21 Oktober 1908. Mindensches Feldartillerie=Re i ent No. 58. Alleinige Fabrikanten: A. L. Mohr, Act.-Ges., Altona-Bahrenseld. Wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebricht. Detmold, den 6. November 1908. Der Magistrat. Wittie. 1 Tapezier und Polsterlehrling gesucht. A. Schieferdecker Nachs. Hornschestraße 20. Besser, üngere Wittwe, die auch zu kichen versteht sucht Beschäftigung für die Morgenstunden ur Hülfe jeder Art im Hausalt. Lageschestraße 59. Auskunft wird auch Gartenstraße 6 erteilt. Bekanntmachung. Es wird hiermit auf die Bestimmung hingewiesen, nach * Wassermesser gegen Frost zu beschädigter Wasserabnehmers. Horn, 7. November 1908. Der Magistrat. Spelge. Es wiro hiermut auf die Besimmung der die Wasseradnehmer die Wassermesse schützen haben Die Ausbesserung durch Wassermesser geschieht auf Kosten des Wass Bekanntmachung. Nutzholz=Verkauf im Forste der Stadt Blomberg. Am Freitag, den 13. d. Mts., vormittags 10 Uhr sollen auf hiesigem Rathaussaale in freier Konkurtenz, vor dem inschlage, meistbietend verkauft werden: 1. aus den Forstorten Klosterholz, Kellerloch usw. ca. 477 Fm. Buchen=Rupholz in 13 Losen, 2. aus den Forstorten Gr. Bärental und Röttgerskamp, ca 130 Zm. Eichen=Grubenholz in 2 Losen. Die Verkaufs=Bedingungen und Einteilung der Lose sind beim Magistrat einzusehen und gegen Schreibgebühr zu beziehen Blomberg, den 2. November 1908. Der Magistrat. zur Nieden. I. 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