kippische Tages-Zeitung General-Hnzeiger für das Fürstentum Lippe. Bezugspreis: in Detmoldlu. durch die Vertretungen: 50 Pfg. für 1 Monat, durch die Post: ¼ Jahr 1,50 Mk. und 42 Pfg. Bestellgeld, für 2 Monate 1 Mk. u. 28 Pfg. Bestellg., für 1 Monat 50 Pfg. u. 14 Pfg. Bestellgeld. Anzeigen: aus Lippe 12 Pfg. die Petitzeile, amtliche u Familienanzeigen 15 Pfg., auswärtige 18 Pfg., Reklamezeile 60 Pf. Beilagen(umsonst): 1) Lipp Familienfreund 2) Lipp Ziegelei=Anzeiger, 8) Landwirtsch. Ratgeber, 4) Wandkalender. 5) Sommer=, 6) Winterfahrplan. Rotationsdruck u. Verlag: Willg Bruder, Detmold, Vertretungen in: Salzuslen. Lemgo, Lage, Blomber haften d## mold, Hornschestraße 30, Fernsprecher 10 erg, Horn, Barntrup, Schwalenberg; ferner in fast aller Ortschaften der Aemter Detmold, Schötmar, Oerlinghausen, Lage, Horn, Brate, Hohenhausen, Barenholz, Sternberg= Barntrup, Blomberg, Schieder, Schwalenberg; über 100 Vertretungen.— Die„Lippische Tages=Zeitung" erscheint jeden We usammen entag. 232. Verantwortlicher Redakteur: Willy Bruder, Detmold. Detmold, Montag, den s. Oktober 1908. Für den Inseratenteil: August Boberg, Detmold. 13. Jahrgang. beDie bosnische Frage. Wien, 3. Okthr. In dem Handschreiben des Kaisers Franz Josefs an Präsident Fallieres, das der Botschafter Khevenhülber dem Präsidenten überreichte, wird, wie die „N. Fr. Pr.“ erfährt, die eventuell sich ergebende Notwendigkeit erwähnt, daß Oesterreich in den Okkupationsländern in sormeller Beziehung definitive Zustände schaffe, die keinerlei Aenderung an den seit dreißig Jahren stehenden tatsächlichen Verhältnissen bedingen würden. Paris, 3. Okt. Präsident Fallieres empfing heute nach ittag den österreichisch=ungarischen Botschafter Grafen v. bevenmüller=Metsch. Minister Pichon wohnte der Unter dung, die eine halbe Stunde dauerte, bei. Bei der Unterung handelte es sich, wie vertautet, um die Ortentfrage, sbesondere um Bosnien und die Herzegowina. Der Temps“ will wissen, der Botschafter habe dem Präsidenten etn Handschreiben des Kaisers Franz Josef überreicht, das keine allgemeine Erklärung, die Orient=Angelegenheiten be treffend, enthält. Paris, 3. Okt. Ueber den Inhalt des Brieses, den der österreichiso=ungarische Botschafter heute dem Präsidenten Fallieres überreicht hat, wird vor Ablauf von zwei oder drei Tagen nichts mitgeteilt werden. Der Schritt beschränkt sich nicht auf Frankreich allein, vielmehr werden andere Mächte binnen kurzem, wahrscheinlich am Dienstag, seitens Oesterreich=Ungarns eine ähnliche Mitteilung erhalten. Der Brief des Kaisers Franz Josef bezieht sich auf die Balkan=Angelegenheiten.— Ministerpräsident Clemenceau hatte heute nachmittag eine Unterredung mit Fallieres Politische Uebersicht. Deutsches * Detmold, 5. Okt. 1908. — Besörderung des Kronprinzen zum Oberst? In mili tärischen Kreisen Breslaus verlautet nach einer Meldung des „B. T.“, daß der Kronprinz am nächsten Geburtstage des Kaisers zum Oberst und Kommandeur des in Breslau garni sonierenden 11. Grenadier=Regiments, ernannt werden solle Der. Kronprinz werde dann im Königlichen Schloß zu Breslau Wohnung nehmen. *— Zum Zwischensall von Casablanca. Paris, 8. Okt Ministerpräsident Clemenceau erhielt von General d'Amade einen Bericht, der mit den über den Zwischenfall von Casa blanca veröffentlichten Mitteilungen übereinstimmt. Auch die Tatsache des vom deutschen Konsulat ausgestellten Geleit briefes stimmt mit dem in den Zeitungen Veröffentlichten überein. d'Amade hält an der Auffassung fest, daß zuerst ein französischer Soldat von den Kawassen des deutschen Konsulats geschlagen wurde. — Koloniales. Ein Telegramm des Korrespondenten der „Köln. Ztg.“ in Dareosalam meldet u. a.: Auf der Bahnstrecke Morogoro=Kilossa, sind 6000 Arbeiter beschäftigt Die Gleisspitze ist 15 Kilometer über Morogoro vorgeschoben Die Ingenieure der Frankfurter Firma Holzmann werden jetzt die Fortsetzung bis Tabora trassieren. Kilossa soll Ende Februar. Tabora in vier bis fünf Jahren erreicht werden. Am Rjassa sind Kupferlager entdeckt worden. — Zum Reichsapothekengesetz hört das„B. T.“, daß das Gutachten der zuständigen preußischen Behörde als hetztes der bundesstaatlichen Aeußerungen demnächst beim Reichsamte des Inneren eingehen wird. Bei den sehr Verheblichen Meinungsverschiedenheiten, die noch über grundlegende Fragen bestehen, ist noch gar nicht abzusehen, wie sich der schließliche Entwurs, der in der übernächsten Tagung an den Reichstag gelangen könnte, gestalten wird. Es liegt sogar die Möglichkeit vor, daß bei der großen Verschiedenheit der Verhältnisse der eine oder der andere Bundesstaat statt eines Reichsgesetzes den Weg der Landesgesetzgebung vorzicht, um sein Apothekenwesen zu ordnen. Eine der umstrittensten Fragen ist noch immer der sogenannte Konzessionswert oder Kundschaftswert, auf dem vielfach auch die Hopotheken beruhen, mit denen Apothekengrundstücke beliehen sind. Für die Ablösungsfrage, dem allmählichen ufkauf der Realkonzessionen durch das Reich, erscheint der Zeitpunkt wegen der ersorderlichen ziemlich erheblichen Mittel auch wenig geeignet.— Wann die weiteren kommissarischen Beratungen wieder ausgenommen werden, ist zurzeit noch nicht abzusehen. — Merkwürdige Genossen müssen in Nedarweihingen leben. Der„Vorwärts“ berichtet über ihre Stellungnahme zu den Beschlüssen des Nürnberger Parteitages wie folgt: Schlau haben es die Genossen in Neckarweihingen angefangen. Sie erklären sich mit den Beschlüssen des Parteitages voll einverstanden und verpflichten jeden Genossen, für die Einheit der Partei zu wirken. Um aber ihrem Landtagskandidaten und auch dem Nürnberger Delegierten, der ihnen den schönen Bericht erstattete, nicht wehe zu tun, erklärten sie sich auch mit der Erklärung der„6““ einverstanden. So haben beide Teile ihr Recht und der Friede im Verein ist gesichert.“ — Bei den ungarischen Universitäten ist das Deutsche offenbar keine Kultursprache mehr, so schreibt man der Frankfurter Zeitung". Wir haben wenigstens in der letz ten Zeit mehrfach an deutsche Staatsinstitute gerichtete Büchersendungen aus Ungarn gesehen, denen Begleitbriese und Empfangsanzeigen in ungarischer, lateinischer, eng lischer und französtscher Sprache beigefügt waren, nicht aber in deutscher. Ob man etwa in Ungarn glaubt, daß in Deutschland auch heute noch wie vor zweihundert Jahren Lateinisch die offizielle Gelehrtensprache sei? Es ist eigentlich kaum zu begreisen, warum sich die deutschen Hochschulen eine solche Behandlung gefallen lassen. Die einzig richtige Antwort wärg, den Schriftenaustausch mit einem Lande, das unsere deutsche Sprache nicht mehr als gleich. berechtigte Kultursprache neben dem Französischen u. Eng lischen anerkennt, überhaupt einzustellen. Wer dabei mehr verlieren würde, ist unschwer einzusehen.— Ganz unsere Meinung! — Novelle zur Gewerbeordnung. Ueber die in Aus sicht stehende Novelle zur Reichsgewerbeordnung glaubt das„B. T.“ folgende Mitteilungen machen zu können: Der ganze zweite Titel der Reichsgewerbeordnung, der sich mit dem„stehenden“ Gewerbebetriebe beschäftigt, soll einer grundlegenden Aenderung unterzogen werden; insbeson dere soll das gesamte Konzessionswesen eine Revision an Haupt und Gliedern erfahren. In erster Reihe kommen hier die Theaterkonzessionen in Betracht. Von den Direktoren soll als grundsätzliche Be dingung für die Konzessionserteilung eine Kaution verlangt werden, die das Schicksal der Schauspieler im Falle eines sinanziellen Zusammenbruches des Theaterunternehmens sicherstellt. Auch gewisse bauliche Normativbestimmungen sollen in Zukunft in die Konzession hinein geflochten werden. Ebenso werden die Bestimmungen über die Varietectheater und Tingeltangel durch die bevorste hende Novelle einer eingehenden Revision unterzogen. Ferner werden die Bedingungen der Konzessionserteilung für Privatkrankenanstalten in gewisser Weise verschärft werden. Auch der§ 335 der Reichsgewerbeordnung, der sich mit den sogenannten„Rummelpläzen beschäftigt, soll eine Abänderung erfahren: Bisher konnte die Behörde gegen Mißstände auf solchen Rummelplätzen nur einschreiten, wenn sie auf öffentlichen Plätzen liegen In Zukunft wird man auch solchen Rummelplätzen zu Leibe gehen können, wenn sie sich auf„privatem, allgemein zugänglichem Gelände" befinden. Der Kampf gegen den Lärm endlich wird auch von der Novelle energisch ausgenommen werden. Während bisher der ruhestörende Lärm in den Gastwirtschaften nur insoweit der Strafe anheimfiel, als er„Gefahren für Gesunsheit und Leben“ verursachte, wird jetzt in Zukunft jede Ruhestörung— auch die durch Musik verursachte— schärser geahndet werden. Die Bestimmungen über die Varietee=, Tingeltangel= und Wirtschaftskonzessionen sollen in weitgehenderem Maße auch auf die Kinematographentheater ausgedehnt werden. Das sind neben der Neuregelung der Sonntagsrube in großen Zügen die Hauptpunkte der Gewerbenvvelle. — Steuern in Deutschland und England. Die„Köln. Zig.“ vergleicht in einem Artikel die deutschen und die englischen Steuern. Der ungemein klare und wirkungsvolle Artikel schließt mit folgenden Sätzen:„Als Ergebnis haben wir eine Gesamtbelastung der Bevölkerung mit Steuern für staatliche und kommunale Zwecke in England mit fast rund 96 M. in Preußen=Deutschland mit etwa rund 50—51 MA! Das„freie“, freihändlerische England hat also nahezu die doppelte Steuerlast zu tragen im Verhältnis zu Deutschland. Man darf dabei nicht sagen, a, in England sind es die wohlhabenden Schichten, die die Hauptmasse der Steuern tragen. Die Zölle, Akzisen, sowie die kommunalen Steuern fallen unbedingt auf die Masse der Bevölkerung. Diese allein aber betragen 31,4+2,6+ 30,46=64,10 i auf den Kopf, gegenüber 19,93 K an Zöllen und indirekten Steuern in Deutschland. Die deutschen kommunalen Steuern sind eben schon jetzt nach einem weit gerechteren Steuersystem veranlagt, als die englischen, sie berücksichtigen gerade die Tragfahigkeit der einzelnen Bevölkerungsschichten, was die englischen kommunalen Steuern nicht tun. Aber selbst wenn man annehmen wollte, daß ein Teil der kommunalen Steuern in England auf die wohlhabenden Bevölkerungsschichten, die Besitzer der städtischen Häuser und der ländlichen Grundstücke übergewälzt werden, so kann dieser Teil doch kaum ein Drittel bis ein Viertel der gesamten Belastung mit kommunalen Steuern betragen, d. h. die Prokopfrate von 30,46 A wird schwerlich auch nur um 10 M zu verringern sein. Es ergibt sich dann immer noch, daß eine fünfköpsige englische Familie allein an Zöllen und Verbrauchssteuern, sowie an Wohnungssteuer mindestens 5X54,46—272,3 zu tragen hat, eine deutsche rund 100 M. Und wenn man nun weiter annehmen wollte, daß die Verteuerung von Brot, Fleisch usw. im Inlande(abgesehen von den Zollbeträgen) weitere 10 M auf den Kopf ausmacht, so sind die Vergleichszahlen immer erst 100+50—150: 272,3!“ Oesterreich=Ungarn. Wien, 2. Okt. Gestern fand in Mährisch=Ostrau eine von 3000 Personen besuchte Wählerversammlung statt, in der eine gegen die Regierung wegen ihrer die Deutschen schwer beeinträchtigenden Haltung gerichtete scharfe Erklärung gefaßt wurde. Als der Vorsitzende die einstimmige Annahme der Er klärung verkündet hatte, erhob sich die ganze Versammlung und sang die„Wacht am Rhein“. Wien, 2. Okt. Das„Fremdenblatt" stellt gegenüber den Angriffen der„Neuen Freien Presse“ auf das Koa litionsregime, sowie gegen den angekündigten Plan, die Schwierigkeiten in Böhmen durch Einsetzung ei ner Instanz für nationale Fragen zu mildern, fest, daß den unablässigen Bemühungen der Regierung die Bei legung einer ganzen Reihe von Konfliktsfällen in Böh men, Mähren, Schlesien, Galizien, sowie in den südlichen Provinzen gelang, daß sich die Kompromißpolitik der Re gierung auch im Parlamente sowie in der letzten Session der Delegation bewährte. Wenn mit all diesen zahlreichen und ansehnlichen Detailerfolgen, so fährt das Fremdenblatt fort, die große nationale Frage auch nicht prinzipiell und im großen Zuge gelöst ist, so können sie doch nur ermuntern, denselben Weg beharrlich weiter zu verfolgen Die Regierung, der es so oft gelungen ist, unüberwindlich erscheinende nationale Schwierigkeiten und gefährliche nationale Fragen zu beseitigen, darf wohl beanspruchen, daß ihr bei ihrem neuesten Plan ein gewisser Kredit einge räumt, daß zum mindesten nicht der Ernst ihrer Absichten angezweiselt wird. Wien, 2. Okt. Die„Neue Freie Presse" begrüßt das russische Memorandum über die Angelegenheit der Ortentbahn. Oesterreich=Ungarn, dem es trotz allem was seine neuesten Feinde sagen, höchst unwillkommen wäre, wenn aus dem Streit um die Eisenbahn ein ernst hafter Konflikt entstünde, werde unzweiselhaft den russischen Vorschlag unterstützen; ein Einvernehmen, welches vor allem den bulgarischen Rechtsbruch aufhebt und die Rechte der Türbei und der Gesellschaft wahrt, welches aber auch den Ansprüchen, die Bulgarien erheben zu müssen glaubt, in gewissem Sinne Rechnung trägt, sei möglich und wäre im Interesse der Ruhe auf dem Balkan gelegen. Budapest, 2. Okt.(Das spanische Königspaar in Budapest.) Bei dem Galadiner zu Ehren des Königs von Spanien brachte Kaiser Franz Josef einen Toast aus, worin er dem spanischen Königspaar seinen Dank aussprach, daß es ihm seine Glückwünsche zum 60. Regierungsjubiläum dargebracht habe. Auch habe die ihm (dem Kaiser) verliehene hohe militärische Auszeichnung, dem König von Spanien einen weiteren Anspruch auf seine Danbarkeit gegeben. Kaiser Franz Josef fuhr fort:„Angesichts dieser kostbaren Beweise von Gefühlen, welche Ew. Majestät für mich hegen, sei es mir gestattet, in diesem Aufenthalt eine neue Kundgebung der Freundschaft zu erblicken, welche, unabhängig von den Banden enger Verwandtschaft, die unsere Häuser vereint, auch gleichzeitig eine Kundgebung der ausgezeichneten Beziebungen zwischen Oesterreich=Ungarn und Spanien ist, für dessen Wohlergehen ich wärmste Wünsche hege.“ Kaiser Franz Josef trank auf die Gesundheit des Königs, der Königin und der königlichen Familie.— König Alsons erwiderte: „Aus tiefster Rührung bringe ich Seiner Majestät meine Glückwünsche und die der Königin dar. Bei diesem denkwürdigen Tage handelt es sich für mich nicht bloß um ein Datum, das in der Geschichte der Monarchie nur eine Epoche darstellt, indem das Beispiel eines Monarchen geboten wird, der nach sechzigjähriger Regierungszeit in der ganzen Welt ebenso geliebt und geehrt wird, wie in seinem eigenen Staate. Nicht um das allein handelt es sich für mich. Auch in meinen Adern fließt das Blut der Habsburger, und es ist natürlich, daß ich den höchsten Stolz empfinde, daß mich Familienbande mit Ew. Majestät verbinden. Die spanische Armee ist stolz, den illustren Namen Cw. Majestät an seiner Spitze zu führen.“ Nachdemn der König für seine Ernennung zum General der Kavallerie der österreichisch=ungarischen Armee gedankt hatte, erklärte er, daß die Erhaltung der ausgezeichneten Beziehungen zwischen den beiden Staaten stets der Gegenstand seiner unausgesetzten Sorgfalt bilden werde. Zum Schlutz trank der König auf Kaiser Franz Josef, die Kaiserliche Familie und das Wohlergehen Oesterreich=Ungarns. Budapest, 2. Okt.(Die bosnische Frage.) Bezüglich der Meldung, die Thronrede werde bei den Delegationen die Annexion Bosniens beantragen, berichtet der„Pester Lloyd“:„Die Thronrede ist noch nicht festgestellt. Das bosnische Problem steht allerdings auf der Tagesordnung. Die Regierung dürfte aber vielleicht von ihrem Initiativrecht keinen Gebrauch machen, sondern abwarten, ob aus dem Schoße der Delegationen ein Initiativantrag gestellt wird, damit durch die Aeußerungen der Delegierten der Regierung die Richtung angegeben wird, in welcher diese das bosnische Problem gelöst sehen möchten. Bestimmte Entschlüsse sind noch nicht gefaßt. Es ist also kein Grund vorhanden, gegen Oesterreich=Ungarn, welches von dem Verlangen einer friedlichen Entwickelung auf dem Balkan erfüllt ist, zu agitieren.“ Budapest, 3. Oktbr.(Die großserbische Verschwörung.) Nach hier eingelaufenen Drahtmeldungen aus Agram verhaftete der Untersuchungsrichter in Glino mehrere Personen wegen ihrer Teilnahme an der großserbischen Propaganda, darunter mehrere angesehene Kaufleute, den Gemeindekassierer Sztanko Rebracsca und den Grundbuchführer Riatowitsch. Alle wurden in Ketten nach Agram übergeführt. Allc Abendblätter in Agram wurden konfisziert. Prag, 2. Okt. In eger fand eine Stadtratssitzung statt, in welcher beschlossen wurde, an die deutschen Abgeordneten mit dem Ersuchen heranzutreten, sie möchten eine Versammlung aller deutsch=böhmischen Abgeordneten, Bürgermeister und Bezirksobmänner nach Eger einberufen, in der die Verweigerung der Zahlung der Landesumlagen beschlossen werden soll. Laibach, 2. Okt. Den Offizieren der hiesigen Garnison wurde vom Stationskommando verboten, mit Personen direkt oder indirekt Verkehr zu pflegen, die führende Rollen bei den letzten deutschseindlichen Kundgebungen gespielt haben. Alle jene Offiziere und Militärärzte, die sich kürzlich in einer Gasthausgesellschaft befanden, in der ein slawisches Hetzlied gesungen wurde, werden zur Verantwortung gezogen. Frankreich. Paris, 3. Okt. Ueber die Umstände, unter denen General d'Amade in den Besitz des Schriftstücks gelangt ist, mit welchem der Sekretär des deutschen Konsulats in Casablanca beauftragt war, die sechs Deserteure der Fremdenlegion einzuschiffen, berichtet der Korrespondent des„Matin“, daß der Sekretär im Verlaufe des Zwischenfalles dem französischen Marineoffizier das Schriftstück vorwies, um seine amtliche Eigenschaft darzutun. In demselben Augenblick wurde die Aufmerksamkeit beider aus das zwischen den Soldaten des deutschey Konsulats und französischen Matrosen entstandene Handgemenge gelenkt. Der französische Martneoffizuer habe hierbei das Schriftstück mechanisch ie die Tasche gesteckt und dann General d'Amade übe:. geben. Riederlande. Haag, 3. Oktbr.(Königin Wilhelmina.) Das Besinden der Königin Wilhelmina, die im Februar nächsten Jahres ihrer Niederkunft entgegensieht, ist nach Acußerung des Prinzgemahls vortrefflich. Die Aerzte haben der Königin allerdings völlige Ruhe, zunächst bis zum 15. Oktober auferlegt. Es erscheint jedoch wahrscheinlich, daß die Königin auch die weitere Zeit dauernd in liegender Stellung verbringen muß, um jede mögliche Komplikation zu vermeiden. Belgien. Brüssel, 2. Oktober. Das heute erschienene„Bulletin officiel“ für den Kongostaat veröffentlicht auf vierzig Seiten eine lange Rechtfertigung der Kongopolitik des belgischen Königs. Der Artikel ist nicht gezeichnet, aber es ist unschwer zu erraten, daß König Leopold selbst der Verfasser ist. Der König sucht darin nachzuweisen, daß die den Eingeborenen aufgedrungenen Arbeitsleistungen von den Kongonegern wie von den Eingeborenen der englischen Kolonien in Afrika ohne Murren als etwas durchaus nicht Verhaßtes, sondern ganz„Populäres“ hingenommen werden. Sie widersprächen auch nicht der Berliner Akte, die keine Art von fiskalischem Regime ausdrücklich verbiete. König Leopold ver47 lbumblätter. Wohl geht der Jugend Sehnen Nach manchem schönen Traum; Mit Ungestüm und Tränen Stürmt sie den Sternenraum. Der Himmel hört ihr Flehen Und lächelt gnädig: nein! Und läßt vorübergehen Den Wunsch zusammt der Pein. Uhland. Roman von Reinhold Ortmann. (Nachdruck verboten.) „Ah, das also war es! Sie hat Ihnen gesagt, daß ich sie einmal geküßt habe— nicht wahr? Und Sie in ihrer himm lischen Unschuld mußten das natürlich für einen Beweis neh men, daß ich sie liebte. Nun, es gibt ja für mich jetzt eigentlich keinen Anlaß mehr, mich deshalb zu rechtsertigen. Und vielleicht würden Sie mich garnicht verstehen, wenn ich Ihnen sagte, daß ich nur ein einziges Mal in meinem Leben geliebt habe, und daß es nicht Lilli war, der diese Liebe gehörte.“ * O d s i e i h n v e r s t a n d e n h a t t e o d e r o b s i e i h m G l a u b e n schenkte, er erfuhr es nicht, denn ein eigentümlicher Laut, der von dem Krankenbette her vernehmlich geworden war, hatte sie veranlaßt, sich dahin zu wenden. „Kommen Sie her, Herr Doktor— o, ich bitte Sie, kommen Sie schnell!“ flüsterte sie herüber, und in der Meinung. daß die letzten Augenblicke der Patientin gekommen seien, be eilte er sich natürlich, ihr zu gehorchen. Aber es war eine der größten Ueberraschungen seines Lebens. Lie ihm da zuteil wur.:. Mit weit geöffneten Augen lag das Mädchen da, und wie matt auch diese Augen blickten mochten, von dem charakte ristischen Glanz des Fieders war nichts mehr in ihnen. Er greff rasch nach ihrem Puls, und wie Sonnenschein flog es über sein eben noch so düsteres Gesicht „Wo ist Wilhelm?“ fragte die Kranke leise.„O, sagen Sie mir die Wahrheit— ist er tot?“ Eva hatte sich tief über sie herabgeneigt. Auch sie hatte ja erkannt, daß das Fieber plötzlich um ein Bedeutendes gefallen, wenn nicht ganz verschwunden war, und sie wüßte, was in der Krisis eines Typhuskranken dieses Leben verheißende Symptom bedeute. „Nein, Hedwig.“ sagte sie.„Ihr Bräutigam lebt u. ist fast schon genesen. Nur ein wenig Geduld noch. und Sie werden mit ihm glücklich sein.“ Ein verklärendes Lächeln umspielte die blassen Lippen der Patientin und mit einem wohligen Ausseufzen wandte sie den Kopf zur Seite, um rasch zu entschlummern. In tiefer Bewegung— in einer Bewegung, wie er sie wohl kaum je zuvor an einem Krankenbette empfunden, blickte Erich Gernot auf die gegen alle menschliche Voraussicht Ge rettete nieder „Unser Wissen und Vermögen ist Stückwerk.“ murmelte er. „Wollte Gott, unsere Irrtümer wären immer gleich diesem.“ Er schwieg. und es war lange Zeit totenstill in dem kleinen, niedrigen Zimmer. Dann erhob er plötzlich das tief gesenkte Haupt „Nun gäbe es hier ja wohl vorerst nichts mehr für mich zu tun.“ sagte er,„und ich kann gehen. Ober haben wir beide uns doch vielleicht noch etwas zu sagen. Eva?“ „Ja,“ erwiderte sie mit edlem Freimut.„Das Schicksal— ich mag es nicht Zufall nennen— hat uns hier zu Verbündeten gemacht. Erich, zu Genossen im Kampf gegen einen surchtbaren Feind. Kriegsgefährten aber sollen auch Freunde sein. Wollen wir uns das versprechen?" „Freunde? Wie leer und töricht klingt doch dies Wort, wenn es zwischen Menschen gesprochen wird, die einander ge wesen sind, was wir uns waren! Warum nur Freunde, Eva — warum nicht mehr. Habe ich denn jenen Kuß noch immer nicht schwer genug gefühnt?“ Sie schlug die Augen nieder und schwieg. Er aber fuhr. wenn auch noch immer flüsternd, so doch mit gesteigerter Leidenschaftlichkeit fort: „Willst Du, die sie hier ihren guten Engel nennen, gegen alle barmherzig sein, nur nicht gegen mich, der gebüßt und bereut hat, wie nur ein Mensch bereven kann? Dieser da hast Du verheißen, daß sie glücklich sein werde— und um Deinetwillen wird der Himmel die Zusage einlösen. Nun wohl, so versprich es auch mir!" Und da sie noch immer mit der Antwort zauderte, zog er die sanft Widerstrebende von dem Krankenbette fort in den Lichtkreis der Lampe. „Ja, wir sind Kampfgenossen,“ sagte er,„und Gott allein weiß, ob wir das Ende des Kampfes erleben. Du hast eine heilige Pflicht auf Dich genommen und ich denke nicht daran, Dich ihr abtrünnig zu machen. Aber werden wir beide nicht tapferer und freudiger kämpfen— werden wir nicht stärker gewappnet sein gegen Kleinmut und Gefahr, wenn uns am Tage des Sieges noch ein anderer Lohn winkt als der, den das Bewußtsein rechtschaffener Pflichterfüllung gewährt? Ich be dränge Dich nicht und ich frage nicht, ob Du mich noch liebst. Nur eins sollst Du mir sagen, Eva: Gibt es für mich noch eine Hoffnung auf solchen Lohn?“ Da erhob sie ihre Augen zu seinem Gesicht, diese schönen. herrlichen Augen, deren gleichen es nach seiner innersten Ueberzeugung nicht mehr auf Erden gab, und der Zug des Leidens an ihren Mundwinkeln war in einem seligen Lächeln verschwunden, als sie erwiderte: „Ja, Erich— ja!“ Ende. Kleines Feuilleton. Der König von Bayern und sein Asyl. Dieser Tage feierte der jetzt 60 Jahre alte geisteskranke Bayernkönig seinen Namenstag. Ueber König Otto wird im „Fränk. Kurier“ folgendes erzählt: „Se Majestät ist noch nicht erwacht?“—„Doch!“ Der König liegt träumend. die Augen weit aufgeschlagen, mit dem Blick nach dem noch dicht verhängten Fenster, durch dessen kleine Oeffnung die ersten Strahlen der Sonne dringen. Der König liegt nach seinem Erwachen, das gewöhnlich gegen acht Uhr morgens erfolgt. noch stundenlang im Bett und läßt den Blick in dem luftigen traulichen Zimmer schwei fen. Dann erhebt sich der König von selbst und läßt schweigend sich ankleiden In der Schloßkapelle zu Fürstenried fand zu Ehren des Namensfestes König Ottos, eine Andacht statt. In Fürstenried wird der Tag begangen, als ob der stille Kranke, der während des Tages mit müden Augen in eine Welt von Träumen blickt, die Krone als Zeichen seiner Macht trüge. Und der König selbst? Kein Ton der Glocken weckt ihn aus seinen Träumen. Teilnahmslos sieht er von seinen Fenstern aus die Diener und Beamten zur Kirche ziehen. Nachdem König Otto sich vom Bett erhoben, die Toilette beendet ist, wird die Tür des Schlafzimmers weit geöffnet, sodaß die Nebenräume frei vor den Augen liegen. Da man dem König nicht befehlen kann, sich nach einem anderen Zimmer, wo das Frühstück bereitsteht, zu verfügen, so hat man diesen Weg gewählt, um den Kranken zu veranlassen, von dem Bereiteten zu sich zu nehmen. Der König ist— die Krankheit bringt dies mit sich— im höchsten Grade mißtrauisch, und würde nicht in das Zimmer gehen, wenn man ihn auf irgendeine auch die mildeste Weise veranlassen wollte, in ein bestimmtes Zimmer zu gehen, um dort Speisen zu sich zu nehmen. Man verfiel daher auf das Aushilfsmittel, den Tisch an jedem Tag in einem anderen Zimmer für den König zu decken, selbstverständlich in einem Zimmer, das der König, wenn er überhaupt das jeweilige Gemach, wo er schläft, verläßt, durchschreiten muß. An eine bestimmte Zeit für das Frühstück, das Mittagsessen usw. ist nach Lage nicht zu denken. Es kostet daher reichliche Mühe, die Speisen nur einigermaßen in warmom Zustand zu erhalten, und was oft trotz der allerpeinlichsten Aufmerksamkeit, mit welcher der Kranke bedient wird, unmöglich ist. Es kann nicht verhindert werden, daß der König tagelang nur kalte Speisen zu sich nimmt Mühe kostet es auch öfter, den Kranken mit dem Wasser zur Toilette in Berührung zu bringen, da er an schweren Angstgefühlen leidet. Auch hier hat man durch List und namenlose Geduld. durch stete, liebvolle Beobachtung des Kranken Mittel gefunden, so daß der Kranke selbst sehr oft eine gründliche Reinigung des Körpers vornimmt. Die Stimmung des Königs wechselt rasch; sie ist durchweg sprunghaft. Oft häufen sich die Erinnerungen an frühere Vorgange bei ihm auffallend; ja, es sollen zuweilen überraschend lichte Momente eintreten. Er verlangt plötzlich diese oder jene Person, zuweilen auch seinen Bruder Ludwig zu sprechen, und harrt auch sichtbar einige Zeit, daß die gewünschte Person erscheine. Früher wünschte der König auch seine, die KöniginMutter, zu sprechen: Einmal traten Tränen in die Augen des Kranken als sie nicht erschien. Nach längerer Zeit tritt wieder jenes gleichgültige Brüten ein, welches die Krankheit des Könige mit sich bringt. Abends, wenn der König, wie immer, zur Ruhe gebracht wird, und man glaubt, er schlummere, er breitet sich weiter gegen den Vorwurf, daß er nur an seine eigenen Interessen gedacht habe. In Wahrheit habe er den Rongostaat nicht ausgesogen, sondern sich von ihm aussaugen lassen, um Belgien zu nutzen. Die Einkünfte der Krondomänen habe er dem Kongostaat und Belgien zuwenden wollen. Seine Absicht sei gewesen, mit ihrer Hilfe das Los der Eingeborenen zu er leichtern, die belgischen Missionen zu unterstützen, eine belgische Handelsflotte zu schaffen, Kunst und Wissenschaft zu fördern und Brüssel zu verschönern. Man werde vielleicht eines Tages bedauern, ihn zum Verzicht auf seinen Plan gezwungen zu haben. Die belgische Kongopresse veröffentlicht lange Aus züge aus dem Artikel. Dänemart. Kopeuhagen, 2. Okt. In der Debatte über den Antrag, das Folkething solle den Willen aussprechen, an der Milderung der Folgen des Unglücks mitzuwirken, welches das Verbrechen Albertis über das Volk gebracht hat, bezeichnete der fungierende Konseilpräsident Christensen die Behauptung als vollständig unrichtig, daß die Regierung Mitwisserin von Albertis Verbrechen gewesen sei. Es seien Schritte zur gründlichen kriminellen Untersuchung von Albertis Amtsführung eingeleitet worden. Mit start bewegter Stimme sprach der Minister seinen Schmerz dar über aus, daß Albertis Verbrechen möglicherweise dem guten Namen Dänemarks im Auslande schaden könnten. Der fungierende Minister des Innern Berg trat darauf verschiedenen gegen ihn gerichteten Angriffen entgegen. Orient. Sosia, 3. Okt. Der Orientbahn=Konflikt. Alle Minister, die früher die Provinz bereisen wollten, bleiben in der Hauptstadt, und heute kehrte auch der allein abwesend ge wesene Minister des Innern Takew zurück, weil die neue Phase der Orientbahnfrage wichtige Beschlüsse des Minister rats erheischen wird.— Aus Petersburg wird berichtet, daß die russische Regierung zu ihrem Vorschlag einer internationalen Konserenz zur Schlichtung des Orientbahnstreits gün stige Antworten von Frankreich, Deutschland und Italien erhalten hat. Großbritannien sei ebenfalls bemüht, einen be waffneten Konflikt zu verhindern. Afrika. Abessinien. Nach einer Nachricht aus Djibuti gibt der Gesundheitszustand des Kaisers Menelik zu ernsten Bedenken Veranlassung. Der Kaiser soll rechtsseitig gelähmt sein, und es heißt, daß die Nas und die Djedjas mit Truppen nach Adis Abeba kommandiert worden seien zur Krönung des Thron erben Lidj Ejasu. Transvaal. 76 Indier, die von Delagoc#ei kommend, einen Eisenbahnzug nach Transvaal benutzten, wurden an der Grenzstation Komati Poort als verbotene Einwanderer per haftet. Tages=Reuigkeiten. Breslau, 1. Okt. Die mit drei Millionen Mark Kosten erbauten ersten beiden Breslauer städtischen Markthallen wurden gestern seierlich eröffnet. Emmerich, 3. Okt. Die Rettungsmedaille der 13jährigen! Eine seltene Auszeichnung wurde zwei hiesigen 13jährigen Schülerinnen zu teil. Sie haten am 23. Januar d. J. eine 12jährige Mitschülerin die beim Schlittschulausen auf dem hiesigen Hasen eingebrochen war, unter eigener Lebensgefahr vor dem Tode des Ertrinkens gerettet. Dafür wurde beiden die Erinnerungsmedaille für Nettung aus Gefahr verliehen. Diese Auszeichnung wurde den Schülerinnen am Dienstag durch den Ortsschulinspektor Pfarrer Albers in Gegenwart der ganzen Klasse überreicht. Wilhelmshaven, 3. Okt. Insolge Nohrbruches am Wasserturm ist die ganze Staht ohne Wasser. Bromberg, 3. Okt. Der Quartaner Richard Rem my hat sich im Walde erdängt, weil er eine schlechte Zenfur erhalten hatte. Melsungen, 2. Okt. Vom Kasseler Schuellzug überfabren und zermalmt wurde auf Bahnhof Altmorschen der 70 Jahre alte Lehrer a. D. Kurzrock, welcher auf der verkehrten Seite ausgestiegen war. K. war etwas schwerhörig. Stadtoldendorf, 2. Okt. Als gestern abend der Brinksitzer Karl Frohme in Holenberg seinen Bullen in den Stall bringen wollte, wurde das Tier laut„Brschw. Ldsztg.“ mit einem Male wild und durchbohrte Frohme mit beiden Hörnern derart, daß der Tod sofort eintrat. Der 27jähnige Sohn Frohmes, der das wütende Tier von seinem toten Vater abbringen wollte, wurde dabei schwer verletzt.— Dessau, 2. Okt. Auf seltsame Weise kam in Roßlau die achtjährige Tochter des Kausmanus Ruthe ums Leben Das Kind versuchte ein Rockband, dessen Knoten es nicht lösen konnte, mit einem Streichholz durchzubrennen. Hierbei gerieten die Kleider in Brand. Die Brandwunden waren so schwer, daß das Kind nach kurzer Zeit Ktarb. Köln, 3. Oktober. Seit einiger Zeit waren aus einem Artilleriedepot in Koln Gewehre und Säbel abhanden gekommen, ohne daß die Diede ermittelt wurden. Jetzt ist es der Kriminalpolizei gelungen, einen Arbeiter und eine Ar beiterin aus dem Depot zu verhaften, die die Gegenstände entwendet haben. Ein Reservist wurde als Hehler gleichfalls verhaftet. Die gestohlenen Sachen sind beschlagnahmt worden. Ein alter 48er f. Karlsrube. 2. Okt. In Achern ist om Sonntag ein alter Achtundvierziger gestorben. Herr Hubert Peter, der zur Zeit der ersten badischen Revolution Friedrich Hecker's Adjutant war, ist 85 Jahre alt geworden Bierzehn Tage bei Wasser und Brot. Gegen gewisse renitente Angeklagte, die den Gerichtssaal zum Schauplatz der wüftesten Szenen zu machen versuchen, wird in letzter Zeit seitens der Gerichte streng vorgegangen. Ein derartiger Fall ereignete sich wieder vor der dritten Strafkammer des Landgerichts Berlin, die unter dem Vorsitz des Landgerichtsdirektors Lieder gegen den Kutscher Hermann Prillwitz wegen Zuhälterei gegenüber seiner, Ehefrau und Körperverletzung verhandelte. Im Termin benahm sich der Angeklagte schon von Anfang an unverschämt Das Gericht verhängte daher eine sosort zu vollstrechende Disziplinarstrase von einer Woche strengem Arrest bei Wasser und Brot, Entziehung des Nachtlagers und Unterbringung in einer Dunkelzelle. Der Angeklagte rief schließlich dem Vorsitzenden zu, daß diese Strafe für ihn garnichts ausmache. Das Gericht beschloß sofort, den Angeklagten in eine weitere Ordnungsstrafe von noch einer Woche strengem Arrest zu nehmen, die nach Rücksprache mit dem Gefängnisarzt vollstreckt werden soll. Selbstmord eines Kammerheern. Dr. Veit Franz v. Ried, Kammerherr des Herzogs von Meiningen, verübte in Hildburghausen Selbstmord durch Erschießen. Das Motiv soll in einer unheilbaren Krankheit zu suchen sein. Der Verstorbene, der im Ende der fünsziger Jahre stand, hinterläßt eine Frau und drei Kinder. Die Leiche wurde gesten abend nach Koburg transportiert. Verhänguisvoller Hotelbrand. Aus Brandenburg an der Havel wird gemeldet: Mittwoch nacht um 3 Uhr brach in dem voll besetzten„Hotel zur Stadt Magdeburg“ ein Schadenfeuer aus. Eine zwanzigjahrige Leinwandhundlerin aus der Rheinpfalz, die wegen Ueberfüllung des Lokals unter dem Dache schlief, ist in den Flammen umgekommen. Die übrigen Reisenden und das Hotelpersonal konnten sich noch rechtzeitig in Sicherheit bringen. Stadt und Land. Detmold, 5. Olt. * Hofnachrichten. Heute nachmittag findet die Ueber siedelung der Hohen Herrschaften nach Lopshorn statt.— Morgen mittag nehmen an der Frühstückstasel teil: Graf Leynhausen=Sierstorpff und Hofmarschall Graf Rittberg. * Strafkammer II. Vorsitzender Landgerichtspräsident Preuß: Vertreter der Anklagebehörde Assessor Overbeck. Der Führer eines Schleppdampsers auf der Weser wurde beschuldigt, am 31. März d. J. die Fähre bei Erder über die gesetzlich zulässige Zeit hin gesperrt zu haben. Nach der gesetzlichen Bestimmung darf die Fähre höchstens 15 Minuten gesperrt werden. Der Angeklagte, Kapitän W. aus Bremen, führte am genannten Tage mit seinem Schlepper„Fulda“ eine Anzahl Kähne stromaufwärts. Einer dieser Kähne wurde in Erder gelöscht. Hierdurch wurde der Fährbetrieb gestört und zwar soll die Störung eine halbe Stunde betragen haben. Auf eine Anzeige hin wurde der Angeklagte mit einer Strafverfügung bedacht, gegen welche er jedoch Einspruch erhob. Das Schössengericht Hohenhausen verwarf den Einspruch und verurteilte den Kapitäu zu 5 Geldstrafe. Gegen dieses Urteil legte der Angeklagte Berufung ein. Er begründete diese damit, daß er in der Tat noch nicht einmal die gesetzmäßige Zeit die Fähre gesperrt habe. Verteidiger sowohl wie Vertreter der Staatsanwaltschaft plädierten für Freisprechung, die dann auch die Strafkammer aussprach. Die Kosten des Verfahrens einschließlich der dem AngeDer Hebel zum selbsttätigen Bremsen. Signal äule und Hebel zum selbsttätigen Einsetzen Oben: Wagenuntergestell n.it Bremoventil. der Luftdruckbremse der Bahnwagen. Sicherheitsvorrichtungen auf der Neuyorker Hodbaln. Die furchtbare Berliner Hochbahnkatastrophe hat in Laien= und Fachmännerkreisen wiederum die Frage nach selbsttätigen Bremsvorrichtungen ins Rollen gebracht, durch die bei einem etwaigen Ueberfahren von Signalen, die auf„Halt“ tehen, die Wagen des dahinrasenden Zuges automatisch gebremst und eine Katastrophe so vermieden werden kann. Die hier ebgebildeten Sicherheitsvorrichtungen der Newyorker Hochbahn erreichen dieses Ziel mit verhältnismäßig einfachen Mitteln. Berim Stellen des Signals auf„Halt“ sind dort nämlich gleichzeilig eine Art von Nocken oder„Nase“, dich neben der einen Schiene in die Höhe gerichtet. Fährt nun der Zug über das geschlessene Signal hinaus, so stößt dieser Nocken gegen einen onter dem Wagen liezenden Hebel, wirft diesen herum und sitzt dadurch die Preziuftdcemsen in Tätig'e“: Gleihzeitg nird mit der Bremstätigk:.: de: Strom ausge shi#er. 2 ei Zug muß also zum Stehen kommen, bevor er die kritische Stelle erreicht. klagten erwachsenen notwendigen Auslagen fallen der Staatskasse zur Last. Zur Provinzial Obst= und Gemüsc=Ausstellung für Westfalen und Lppe vom 13. ds 19. Okt. in Bielefeld sind in den letzten Tagen viele Anmeldungen beim Obstbauverband in Hersord eingegangen. Diese Aicstellung ist die erste große für Westsalen und Lppe uund wird viel Sehentwectes bieten. Die Auestellungelitung at die großen Gedäude, wliche von der litzten KochkunstAusstillung errichtet wurden, zu den großen Sälen der Scützer gesellschaft noch hinzugemietet, da außer der Obstund Gemüse=Ausstellung. einer Wein=, Schaumwein= und Beerer. weinhalle, eine Obstkosthalle eingerichtet wird. In dieser Obstlosthalle(gedeckte Tische mit Tellec und Obstmisser) wird das verschiedendste zur Zeit genußreise Obst in kleinen und kleinsten Mengen zum Genuß auf dr Stelle oder zur Mitrahme dargebolen weiden. Die Ausstellung wird vorautsichtlich ihr Protektor Fürst Leopold zur Livve am 13. Okt., mittags 12 Uhr, cröffnen. Das Ehren=Präsidium liegt in Händen des Herrn Oderpräsidinten Freiherr von der Recke und des Herrn Lund.shaup'maun Dr. Hammerschmidt. Versitz nder der Ausst lung ist Freiherr von Landsberg=Stenfurk, Vorsitzender der Lankwirtschaft# kammer. * Ueber das finanzielle Ergebnis des elften deutschen Turnfestes in Frankfurt a. M, wird mngeteilt, daß eine Heranziehung der Garantiesondszeichner nicht netwendig sein wird, vielmehr hiffe man noch einen kleinen Ueberschuß zu erzielen. * In unseren Commerfrischen entwickelte die Nachsaison, dank des prachtvollen, waimen, sonnigen Wetters, sich in erfreulicher Weise. In Johant aberg sind noch 25 Gäste; in Beiledeck, Holzhausen, bei den Externsteinen und in Hiddesen ir ffen immer noch Gäste ein, die den Teutoburger Wald in der wunderbar schönen, hei bstlichon Pracht genießen wollen * S a l z u f l e n, 5. O k t. D e r B i l d u n g s v e r e i n S d ö t mar=Salzuflen hat für das heurige Wi terhaldjahr die Reihe der von im veranstalt#ten Verträge festgei#t wie folgt: Dienstag, 20. Oktober ¾8 Uhr im Gasthof DüsterwaldSalzuslen: Generalversammlung. 8½ Uhr: Großtr Experlmentalvortrag des Prosessor K. Wen p.=Olden###g: Die elektrischen Forschungen dr Gegenmart(über hochgtpannte Wechselst öme, Tetlafttöme und T ela's Licht der Zukunft, Va'uum Erscheinung=n, Rönigenst atl n, der n Anwendung und geschichtlich: Cntwickelurg xperimintell dargestellt. Eintritt für Mitgli der 30 Pfg.— Freitag, 27. November, 8½ Uhr im Gasthof Okcon=Schömar, Dr. Alfred Koeppen Berlin: Die Kunst, Genälde zu bitrachtim Eintritt für Mitglieder 20 Pfg.— Freiteg, 11. Dezember, 8¼ Uhr im Gasthof Düsterwald, Pastor Töll.= Smzlflen: David Livingstone, ein Pionier eurepätscher Ziulisation in A#rika.— Mittwoch, 20. Jaruar, 8¼ Uhr im Holel KorsSchötmar, Dozeut Jens Lützn Buern: Die Fruergewalten der Erde. Eintritt für Mitglicker 20 Po.— Sonntag, 14. Februar, 8¼ Uhr im Gasthof Düsteruald: Künstler= Konzert des Fürstl. Schaumb. Livv. Kan me v##luosen H. v. Fossard(Vola alta) und Frau Batrca von Frssard, Konzertsängerin aus Bück burg und des Fürstl. Lippschen Musikdirelters Th. Behme'er(Klav'er) aus Detr old. Eintritt für Mitglieder 30 Pfg.— Montag, 8. März, 8¼ Uhr im Hotel Korf Schötmar, Pastor Sauerlänter=Schömat: Bilder aus der französischen Revolution. w= Lage, 4. Okt. Die Sanitätslolonne von hier zog heute nachmittag aus, um eine Uebung avzuhalten. einem kleinen Fichtenwald wurden verschiedene Personen, Verwundete markierend, von der Sanitatslolonne verbunden, auf Tragbahren zu einem bereitstehenden Wagen geschafft und dann zur Zuckersabrik, wo ein Eisenbahnwagen bereitstand, gefahren. Von hier aus zog man mit klingendem Spiel nach der Stadt zurück. à= Barntrup, 4. Okt. Wir möchten darauf hinweisen, daß die zur Geflügelausstellung gestifteten Ehrenpreise z. It. im Schaufenster der Buch= und Schreibmaterialienhandlung des Herrn Gustav Bähnmann hier ausgestellt sind. est= Alverdissen, 5. Okt. Heute abend 8½ Uhr findet in der Bödekerschen Gastwirtschaft die Rechnungsablage für 1907=08 der Alverdisser Rindvich=Versiche: rungs=Gesellschaft statt; um zahlreiches Erscheinen der Mitglieder wird gebeten. =b. Leopoldohöhe, 4. Ottbr. Im Gastbause„Zur Erholung in Heipke findet in nächster Zeit die Einweihung des neuerbauten Saales statt. hebt er sich plötzlich, sitzt lange im Bett aufrecht, starrt nach und Dreschen, erfolgt zum allergrößten Teil noch nach der Ur der Tür, des Augenblicks gewärtig, daß eine in seinen Gedanken erwartete Person eintreten solle. Die Besuche der Aerzte empfängt der König meist gleichgültig. Er glaubt, er trage ein lebendes Wesen in sich herum. daß man auch von außen recht gut sehen könne. Dieser Glaube des Königs hat eine bestimmte Veranlassung. König Otto leidet an Nierensteinen. Sie treten mit Schmerz auf und hören auf, sobald der Slein in die Blase gelangt ist. Die Wanderung der Steine im Körper brachten ossenbar den König auf den Gedanken, daß das lebende Wesen, das er im Innern zu haben glaube, sich bewege Mit was der König sich beschäftige? Früher bereitete es dem Kranken Freude, stundenlang Gemüse in kleine Stücke zu zerschneiden. Jetzt sitzt er stundenlang auf einem Fleck, wenn es die Witterung erlaubt, im Freien, um in die Luft zu sehen Ist die Witterung schlecht, so bleibt der Kranke im Zimmer und schaut vor sich hin. Zu den Besuchern von Fürstenried zählen der mindestens einmal alljährlich einer traurigen Pflicht nachkommende Ministerpräsident und auch, wie behauptet wird, Prinzessin Therese, die einzige Tochter des Regenten. Der Aufenthalt des kranken Monarchen ist— es braucht dies wohl kaum betont zu werden— ein überaus würdiger Der Kranke ist auch nicht, wie in einigen Blättern zu lesen war, auf einige Räumlichkeiten angewiesen, sondern er be wohnt eine Flucht von prächtigen Zimmern und Salons. Im Schloß und in den Gärten genießt der Kranke jede mit seinem Befinden nur irgendwie vereinbarliche Freiheit. „„* Elektrizität und Landwirtschaft. Das alte Problem, auch die Landwirtschaft an den Vorteilen der modernen Elektrotechnik mit teilnehmen zu lassen, ist n den letzten Wochen wiederum aktuell geworden. Ist doch von sachverständiger Seite im Einverständnis mit den Staats behörden ein Projekt ausgearbeitet worden, welches zunächst n allgemeiner Weise die für die Landwirtschaft besonders gün stig gelegenen Wasserkräfte und ihre Ausnugung für landwirt schaftliche Betriebe behandelt. Angesichts dieser Vorgänge erscheint es nicht unangebracht, die Aussichten der Elektrizität für Anwendungen in der Land wirtschaft überhaußt einmal zu betrachten. Es ist ja richtig. daß alle Handwerke und Gewerbe ihren Betrieb in den letzten 50 Jahren von Grund auf geändert haben, daß wir dort weitgehende Anwendung von Maschinen mit gleichzeitiger bedeu tender Verbilligung der Fabrikation gehabt haben, während die landwirtschaftlichen Betriebe, namentlich beim Fruchtbau, im großen und ganzen an den alten Arbeitsmethoden festgehalten haben. Die Fortschritte der Landwirtschaft liegen vorläufig vornehmlich auf chemischem Gebiete. Die Arbeiten Liebigs und seiner Nachfolger haben zu einer rationellen Ausnutzung des Bodengehaltes und zu einer sachgemäßen Ergänzung der entzogenen Bestandteile geführt. Aber der mechanische Teil des Betriebes, das Pflügen, Eggen, Säen, Mähen väter Weise. Einigermaßen Verbreitung hat nur die Dresch maschine gefunden, wobei jedoch vornehmlich die Dampfmamaschine unter Venutzung einer Dampflokomobile zum Antriebe Verwendung findet. An mehreren Stellen ist auch der Dampfpflug in Gebrauch, aber er bildet gegenüber dem Pflügen durch Gespanne bereits die Ausnahme, und elektrisch betriebene Pflüge sind nur in verschwindend wenigen Fällen in Betrieb genommen worden. Sämaschinen, ebenso wie Mäh maschinen und Garbenbindemaschinen sind in Deutschland wenigstens nicht allzu häufig und werden sast ausnahmslos durch Gespanne und nicht durch Maschinenkraft bewegt. Alles in Allem kann man wohl sagen, daß die Anwendung von Maschinen überhaupt in der Landwirtschaft gegenüber derjenigen in der Industrie ziemlich gering ist, und daß eine große Zahl davon überdies noch durch tierische Kraft bewegt wird. Die Frage liegt nahe, ob diese Verhältnisse durch irgend welche inneren Gründe verursacht werden. Es ist jedenfalls verkehrt, ohne weiteres von einer gewollten Rückständigkeit der Landwirtschaft zu sprechen, bevor man diese Verhältnisse nicht genau untersucht hat. In der Tat liegen Gründe vor, welche den maschinellen Betriebe zum Teil recht hindernd im Wege stehen. Wir dürfen zunächst nicht vergessen, daß fast alle landwirtschaftlichen Arbeiten Saisonarbeiten sind, die nur während eines ziemlich kleinen Teils des Jahres ausgeführt werden können. Man denke nur an Pflügen, Säen und Mähen. Wo eine Arbeit über das ganze Jahr verteilt werden kann, wie z. B. das Dreschen, das Schneiden von Futter und dergleichen, da ist der maschinelle Betrieb bereits ziemlich weit verbreitet, da die hierzu notwendigen Maschinen unter Um ständen auf dem Wege der Genossenschaftsbildung das ganze Jahr hindurch beschäftigt werden können und dadurch eine sichere Verzinsung und Amortisation des Anlagekapitals vorhanden ist. Eine weitere Schwierigkeit liegt darin, daß die meisten landwirtschaftlichen Arbeiten an ständig wechselnden Orten vorgenommen werden müssen. Pflügen, Säen und Mähen er strecken sich praktisch über jeden Punkt der bebauten Flächen. Zu jedem Punkt muß die Maschine hinkommen, um das Korn zu legen und um den Halm zu schneiden. Diese Verhältnisse sind nun bereit s an sich sehr viel ungünstiger, als diejenigen der übrigen Industrie. Während dort ein Arbeiter dauernd auf demselben Flecke steht und seine Schrauben oder sonstigen Gegenstände herstellt, muß der landwirtschaftliche Betrieb über Quadratmeilen hingehen. Dadurch aber werden gerade für den elektrischen Betrieb die Verhältnisse sehr ungünstig. In der Industrie genügt es, die elektrische Energie zur Arbeits stätte zu führen und dort zu bestimmten feststehenden Maschinen hinzuleiten. In der Landwirtschaft ist es für den elektri schen Betrieb notwendig, noch sehr viel mehr vorzusehen. Das gesamte Areal des Gutes muß derart mit Feldleitungen bespannt werden, daß doch etwa alle 500 Meter eine Leitung geführt ist. Von diesen Leitungen muß die elektrische Energie dann mit Hilfe von Stechkontakten abgenommen und durch hiegsame Kabel, die ähnlich wie Gartenschläuche aufgerollt sind, den Maschinen selbst zugeführt werden. Das ist natürlich ziemlich umständlich und außerdem auch kostspielig. Derartige Leitungen verschlingen ein ganz gehöriges Kapital, und dazu kommt der Umstand, daß sie nur an verhältnismäßig wenigen Tagen wirklich benutzt werden; den größten Teil des Jahres dagegen brach liegen. Ihre Verzinsungs= und Amortisations= kosten sind aber keineswegs gering, und so wird es erklärlich. daß man mik dem elektrischen Betriebe in der Landwirtschaft immer noch nicht recht weiter gekommen ist. Es erscheint vielmehr zunächst vorteilhafter, ein anderes Erzeugnis der moder nen Technik, nähmlich den leichten Explosionsmotor für diese Zwecke heranzuziehen und sowohl mechanische Pflüge, wie auch Sä= und Mähmaschinen durch Spiritusmotoren zu betreiben. Dadurch gestalten sich die Verhältnisse sehr viel günstiger. Wenn nun die Frage des elektrischen Betriebes mit Hilfe billiger Wasserkräfte auch wieder ausgenommen worden ist, so empfiehlt es sich für die Landwirtschaft doch, die Rentablität sehr genau nachzuprüsen und insbesondere vergleichsweise einen Betrieb mit Spiritusmoloren zu betrachten, bevor die Entscheidung gesällt wird. D. „* Revolverschüsse im Kontor. Mit einem ungewöhnlichen Zwischenfall wurde der vor dem Schwurgericht des Landgerichts Berlin unter Vorsitz des Landgerichtsrats Methner verhandelte Prozeß gegen den Malergehilsen Jakob Leermeester eingeleitet, der unter der Anklage des versuchten Totschlages stand. Vor dem Eintritt in die Verhandlung beantragte der als Offizialverteidiger bestellte Rechtsanwalt Rosbach einen Gerichtsbeschluß darüber, ob er verpflichtet sei, die Vertoidigung weiter zu führen. Er begründete dies wie folgt: Er sei als Offizitalverteidiger dem Augeklagten beigegeben worden. Am 27. März habe in der Sache Hauptverhandlungs termin angestanden, der damit endete, daß auf ärztlichen Antrag beschlossen wurde, den Angeklagten zur Beobach tung seines Geisteszustandes der Charttee zu überweisen. Nun habe der Angeklagte an ihn ein Schreiben gerichtet, In dem er neben allerlei Ausfällen gegen das Gericht sich dahin äußerte:„Ichverzichte auf Ihre Verteiölgung! Vertreten Sie doch die Leute, die Sie bezahlen!“ Insolgodessen habe er als Verteidiger das Gericht schriftlich ersucht, ihn von der Pflicht, die Verteidianna zu führen, zu entbinden; das Gerscht habe diesem Ersuchen nicht entsprochen. Nach den allgemein verrschenden Grundsätzen dürfe ein Verteidiger, der das Vertrauen seines Schutz: besohlenen nicht mehr besitze, für diesen nicht mehr wirken. Wenn er Wahlverteidiger wäre, würde er zweisellos nach dem Briefe des Angeklagten das Mandat sofort niedergelegt haben, aber als Offizialverteidiger müsse er solange das Mandat behalten, bis das Gericht ihn von der Pflicht der Verteidigung entbinde. Er halte es für ein Unding, daß das Gericht von einem Verteidiger verlange, einen Angeklagten zu verteidigen, der dies selbst nicht wünsche. Der Vorsitzende wies darauf hin, daß der Angeklagte doch wohl nicht ganz normalen Geistes sei und auch Beschwerdeschriften über das Gericht und die Staatsanwaltschaft losgelassen habe. Auf Befragen erklärt der Angeklagte, daß er koin Mißztrauen gegen den Verteidiger habe, sich vielmehr nur darüber ärgere, daß sich die Sache so lauge hinschleppe. Trotz dieser Erklärung ersuchte der Verteidiger um einen Gerichtsbeschluß. Dieser lautete auf Ablehnung des Antrages des Verteidigers.— Der Angeklagte ist der Mann, der am 20. Januar eine Revolverschießerri im Kontor des Mälermeisters Bodenstein in der Taubenstraße ausgeführt hat. Er war früher einmal bei Bodenstein beschäftigt und verlor damals seine Stelle, nachdem er als Richtorganisierter mit seinen organisierten Kollegen in Zwistigkeiten geraten war. Er hat damals die Firma beim Gewerbegericht verklagt, ist aber abgewiesen worden. Er arbeitete dann immer nur kurze Zeit auf verschiedenen Stellen und kam im Nouember in das Rudolf VirchowKrankenhaus. Als er Anfang Januar von dort entlassen wurde, geriet er in Not und sah sich vergeblich nach Arbeit um. Am 14. Jannar fragte er bei der Firma Bodenstein um Arbeit nach, erhielt aber die Auskunft, daß alles besetzt sei. Nun setzte sich bei ihm die fixe Idce fest, daß an all seinem Unglück seine Entlassung im Sommer v. J. schuld sei. Er saßte deshalb den Entschluß, bei nochmaliger vergeblicher Anfrage nach Arbeit Bodenstein und dann sich selbst zu erschießen. Am 20. Jannar traf er den Prokuristen Tenst auf dem Hofe des Geschäftslokales. Er hielt ihn für Bodenstein und fragte nach Arbeit, worauf S. ihm erwiderte: Das ginge ihm nichts an. Der Angetlagte wollte dann seinen Plau ausführen, wurde aber durch örtliche Hindernisse davon zurückgehalten. Er wollte dann noch einmal im Koutor sein Glück versuchen. Als er dort elntrat und sein Anliegen vorgetragen hatte, teilte ihm der Buchhalter Jäschke mit, daß alle Stellen besetzt seien und machte ihn darauf ausmerksam, daß man gewöhnlich den Hut abnehme, wenn man in eln fremdes Kontor eintrete. Hierüber erregte sich der Angeklagte dermaßen, daß er seinen Revolver aus der Tasche zog und einen Schuß auf Jäschke abseuerte. Die Angel drang dicht neben Jäschke in die Wand. Die anwesenden Buchhalter strebten einem angrenzenden Zimmer zu, der Angeklagte schoß noch einmal, ohne zu tressen, und als der Buchhalter Büchler einen Schemel nach ihm geworfen hatte, schoß er abermals hinter diesem her. Büchler holte schnell aus seinem Schreibtisch seinen eigenen Revolver und feuerte auf den Angeklagten. Er traf ihn zwar nicht, hielt ihn aber mit dem Revolver solange in Schach, bis er festgenommen werden konnte.— Der Angeklagte war geständig, er behauptete aber, daß er die Schüsse abgefeuert habe, ohne zu wissen, was er tat. Er leide mitunter an Halluzinationen. Da er diese Behauptung auch schon im ersten Termin ausgestellt hatte, und der Angeklagte zweisellos ein nervöser Meusch ist, so wurde auf Grund des§ 81 der Antrag auf Beobachtung gestellt. Nach dem Gutachten des Medizinalrats Dr. Hoffmann und des Prosessors Koeppen gehen die Ergebnisse der Beobachtung dahin, daß bei dem Angeklagten wohl eine geistige Minderwertigkeit vorliege, aber keine krauthafte Störung der Geistestätigkeit und eine Bewußtlosigkeit, die die freie Willensbestimmung ausschließt, vorhanden sei.— Die Geschworenen bejahten die Schuldfrage auf versuchten Totschlag unter wildernden Umständen. Der Gerichtshof verurteilte den Angeklagten zu einem Jahr sechs Monaten Gesängnis und rechnete sechs Monate auf die Untersuchungshaft an. * Bielefeld, 3. Oktober. Die Villa Hinzpeter Oberwallstraße ist durch Vermittelung des Bielefelder Immobilien= und Hypotheken=Bureaus Knehaus& Schmeltzer an Herrn Zahna#### Dr. med. Kublo verkauft worden. Neden der früheren Billa Hinzpeter, Ober wallstraße, ist eine Privat= straße projektiert, an welcher von dem Hinzpeterschen Garten grundstück zwei schöne Villen=Bauplätze abg teilt sind. (W. Zig.) * B i e l e f e l d, 3. O k t o b e r. H e r r G e h e i m r a t v o n Ditfurth, der, wie wir schon mulich mitteilten, am 1. d. Mts. einen sechsmonatigen Urland angetreten hat, den er auf seinem Gute Lemie in der Privinz Hannover zubringen wird, wird gegen Ende März nach hier zurückkehren. Herr v. Dufurth wird dann sein Amt als Landrat niederlegen und, nachdem er die Amtsgeschäte seinem kommissarischen Nachfolger übergeben hat, eine längere Reise nach Leusch=Südwestafrika autreten, um seine dort wohnenden Kinder zu besuchen.(B. G. A.) * Dortmund, 3. Okt. Ein aufregender Vorfall spielte sich heute vormittag in der Nähe des Hauptbahnhofs ab. Ein 22jähriger Arbeiter zertrümmerte mit der Faust das Schau senster eines Messergeschäfts und entnahm aus den Vorräten ein großes Schlachtermelser, mit dem er die Vor ülergehenden bedrohte. Ein Polizeibeamter, der dem Wüten den das Messer entreißen wollte, geriet in die größte Gefahr, ein zweiter, ja ein dritter Beamter kamen hinzu, sie vermochten jedoch auch gemeinsam nicht, den jungen Menschen zu bändigen. Schließlich schoß ihm ein Beamter eine Revolverkugel in einen Unterschenkel. Daraushin konnte der Rasende überwältigt und zum Krankenhause gebracht werden a Lüneburg, 1. Okt. In der gestrigen Versammlung des hiesigen Imkervereins wurde allgemein die diesjährige Honigtracht als eine völlige Mißernte bezeichnet. Die Hoffnungen der Imker sind dadurch vereitelt worden, daß sich während der Heidel lüte unsreundliches und kaltes Wetter einstellte. Zwar hat die Vermehrung der Völker wie auch die Tracht aus den Sommerblumen(Linde, Kornblume) im allgemeinen befriedigt; doch ist während der langen, trachtlosen Zeit im August der gesammelte Vorrat wieder aufgezehrt worden, so daß die Bienenkörbe auf den Heideständen vielfach an Gewicht verloten haben. Nach Meinung der Imker hat das gegenwärtige Jahr eine noch größere Fehlernte wie das Vorjahr erbracht; durchschnittlich ist der Fehlbetrag pro Standstock auf 10—12 M zu schätzen, wobei die Arbeit des Imkers nicht in Anrechnung gebracht ist. Scheibenhonig ist so wenig geerntet, daß der Verein glaubte, von einer Festsetzung des Preises absehen zu können. Leckhonig soll pro Pfund mit 1,20 MA. Seimhonig mit 0.80 A bewertet werden. Sport. Zürich. Der Gewinner des letzten New=Yorker 6 Tage Rennens, der holländische Meisterfahrer John Stol konnte am vorletzten Sonntag auf der hiesigen Rennbahn einen doppelten Sieg seiern. Er gewann in überlegener Weise auf seinem Brennaborrade die zum Austrag gebrachten 20 und 50 Kilo meter Rennen, wohingegen der junge schweizerische Dauer fahrer di Majo auf derselben Marke den dritten Platz belegen konnte. Lemgo, 3. Oktrber. Der Rechtskandidat Hermann Eble von hier bestand am 24. v. Mis. am Oderlandesgericht in Hamm i. W. die erste jucisische Prüfung.— Bei den Odstverkäufen auf den Wegstricken des Bauamts Lemgo sind in diesem Jahre um ganzen 6254,70 Ml. eingesommen worden.(L. P.) . Blomberg, 5. Okt. In der Zeit vom 5.—15. d. Mis. wird der Branddirektor Wintler hier eine Alarmierung der freiwilligen Feuerwehr vornehmen. et= Heidenoldendorf, 5. Okeder. Schwesterneinfuorune. Der genrige Tog war für unsere Ortschaft von großr Bedeutung, da an diesem Tage die Detmolder Diakonissin, Schwester Emilie Brakemeier. in ihr Amt als Gemeindeschwester eingeführt wurde. Bekanntlich hat die Familie S. F. W. Brüggemeier in Detmold der reformierten Landgemeinde schon vor länzeter Zeit die Mittel zur Anstellung von zwei Gemeindeschwestern zur Versügung gestellt, deren eine nunmehr bei uns stationiert ist. Gestern nachmittag sand im Beisein der Familie Beüggemeier, der Oberin und einer großen Anzahl Schwestern des Detmolder Diakonissenhauses, mehrerer geladener Gäste, sewie einer nach Hunderten zühlenden Gemeinde— nasre altehrwürdige Kapelle war bis auf das letzte Plätzchen gesüllt— ein feierlicher Festgrtterdienst statt. Herr Pastor Meyer, der Leiter des Diakon ssenhauses, führte mit dem Mariaworte Siehe, ich bin des Herrn Magd“ Schwester Emilie ein und bat die Gemeinde, die neue Schwester aufzunehmen als eine, die ihrem Hiern an den armen und kranken Gliedern der Gemeinde dienen wolle.— Unser Herr Paster Brüns, der seiner Ansprache die Schriftworte:„Was der Mansch säet, das wird er ernten“, und„Säet Gerechtigkeit und eintet Li.be“, zu Grunde legte, hieß die Schwester namene der Gemeinde mit herzsichen Worten will'ommer.— Ei führte aus, daß Christer gemeinden Arbeitsgemeinschaften und Christenarbeit Säemannsarbeit sei und daß, wie den edlen Menschen, die die Mittel für unsre Diakonissenarbeit spenden. schon jtz“, so auch der Schwester gar bald die Liede aller gehörin werde.— Der Musikverein Heidenoldendorf hatte in dankenswerter Weise die Begleitung d.r Lieder über nommen, was zur Verschönerung des Festes viel beitrug.— Da aber bei den allsonmäglichen Kindergoltesdiensten, die demnächst in unsrer Kapelle eingerichtet werden sollen, der Musikverein nicht jedesmal bemüht werden kann, ist die An schaffung eines Harmoniums für unsre Kapelle nötig.— Der Grundstock zu dem Kap tal, das zur Anschuffung einee solchen net wendig ist, wu de mit dem E. trage der am Schluf des Gottesdienstes stattfinkenden Sammlung gelegt. Nach dem Gettesdienste folgten die auswärtigen Festteilnehme einer Einladung der Frau Brüggemeier zum Kaffte, der im Gasthof Hille eingenommen wurde. Bei der Kaffertafel brachte Herr Holzhauer, als Senior der anwesenden Kirchen vorfleher, den tiesen Dank, den die Gemeinde der Famile Brügzemeyr schuldet, in herzlicher Weise zum Ausdruck Die Schwestern sangen ein Lied und darauf wurde Schwester Emilie in feierlichem Zuge in ihr Heim geleitet, das den Damen Frau Brüggemeyer und Freu Haupinem Venmischte Werdelmann nicht nur schön möbliert, sondern auch bis Lebensversicherung auf eine Million Mark. Der b.kaunie schlsische Mganat Fürst Lichnowsky au Kuchelna(Oberschlesien) hat, wie die„Allg. Fl. Zig.“ mit keilt, sein Leben jetzt mit einer Million Mark bei einer Berliner Versichtrungsgesellschaft versichert. Lebensversiche rungsverträge in dieser Höhe gehören zu den größten Sel tepheiten. Auch eine Kur. Weil der Tierarzt ihrem Hunde wohl wegen Anlage zur Fettsucht, as Bergsteigen veror dnet hat, ist in Thale(Harz) eine Dame eingetrosfen und unter nimmi mit dem geliedten Pinscher reichlich Ausflüge in die Berge. Ungetreuer Postbeamter. Aus Zeulenroda(Rauß ä. L.) ist seit dem 3. d. M. d.r Oderpostassistent Remrt purlos verschwunder. Es wurde festgestellt, daß Unterschla gungen in Höhe von 5000 Mk. vorliegen. Der ungetreue Beamte ist unverheiratet. Ein Mann, der Alterspension verlangt. Seit einigen Tagen haben die englischen Postämter viel damit zu tun, alten Leuten bei der Ausfüllung der für die Alterspension notwendigen Formulare zu helsen. Unter denjenigen, die sich in Ir land um die Alterspension bewarben, befand sich ein rüstiger gesunder Mann mit dem echt irischen Namen Pat Reynolds der dem erstaunten Beamten bei Ausfüllung der Altersrubrik erzählte, er sei 109 Jahre alt. Diese unglaublich klingende Mitteilung erwies sich als vollständig zutreffend. Das Haupt=Ereignis des Oktobers in Berlin, das Gordon. Bennett=Rennen der Lüste, wird mit dem nächsten Sonnabend in Schmargendorf seinen Anfang nehmen: am 10., 11. und 12 Ottober werden dort, wie schon gemeldet, nicht weniger als 86 Vallons in die Lüfte steigen, ein Schauspiel, das ganz Berlin auf die Beine bringen und den Fremdenstrom in gewaltigen Wagen nach der Hauptstadt lenken wird Kurze Notizen. Zur vollständigen Freilegung der Porta Rigra, des weltbekannten altrömischen Bauwerks in Trier, be willigten die Stadtverordneten 300000 Mark. Die nachge suchte Lotterie wurde vom Minister abgelehnt.— In So lingen ist am 1. Oktober das altbergische Restaurant Lindenhof, erbaut im Jahre 1771, eine weitbekannte historische Sehenswürdigkeit, abgebrannt.— In Schweina brannte am 1. Oktober ein Stallgebäude nieder. Das Feuer war durch spielende Kinder verursacht worden. Der dreijährige Knab des Ehepaares Spätlein und das vierjährige Mädchen des Ehepaares Brodrecht sind in den Flammen umgekommen. In Leipzig mußte sich am 30. September der 26 Jahre alt: Kaufmann Heinrich Linke aus Frankfurt a. M., wiederholt vorbestraft, vor den Geschworenen verantworten. Er hatte sich Postquittungsfovmulare verschafft und fälschte diese, um die bei der Post einzuzahlenden Summen für sich zu behalten Linke erhielt 1½ Jahr Gefängnis.— In Roßlau bei Dessau versuchte die achtjährige Tochter des Kaufmanns Ruthe ein Rockband, dessen Knoten sie nicht lösen konnte, mit einem Streichholz durchzubrennen. Hierbei gerieten die Kleider in Brand. Die Brandwunden waren so schwer, daß das Kind nach kurzer Zeit starb Deutsche Diamanten. Die Handelskammer Lin Hanzu hat an den Reichskanzler die Bitte gerichtet, dafüTorge zu tragen, daß die Diamanten, die der Staatssekretär des Reichskoloniakamtes von seiner Studienreise nach Süd westafrika dem Kaiser mitgebracht hat, zum Schleifen nicht ausländischen Firmen überlassen werden, sondern daß diee Arbeit der Hanauer Diamantschleiferei übertragen werden möge. fehlte einer. In Rosinheim wollte man einem nach München versetzten Beamten einen feierlichen Abschied bereiten. Alles war aufs prächtigste hergerichtet, der Festgäste waren es viele, nur einer fehlte— der Gefeierte. Man hatte vergessen, ihn einzuladen. Der älteste Einwohner Gieszens, der Geometer erster Klasse Georg Euler, wurde am 1. Oktober 103 Jahre alt. Er erfreut sich einer beneidenswerten Gesundheit an Geist und Körper. Die Sammlungen im Reiche für die Abgebrannten Donaneschingens haben dis 1. Oktober eine Millien Mark ergeben, sodaß mit dem Wiederaufbau der Stadt begonnen wuree. Die Ursache des Unglücks wurde nunmehr auf Grund der Nachforschungen an der Entstehungsstelle in der Explosion des Spirituslagers eines Kaufmanns festgestellt. und einen großen Hund, aber leine Freunde oder Verwandten am Platze, die erdötig wären, Hektor während der Daner ihrer Rese zu sich zu nehmen. Darob große Verltgenheit in der Familie, bis der Herr Professor, zu dessen Ohren die Angelegenheit mittlerweile gekommen ist, das Problem folgender maßen löst. „Dieses Exempel“, läßt er sich mit einem strafenden Seitendlick auf seine Frau verrehmen,„dietet doch gar keine Schwer gkeit. Was frißt Hektor in einem Tage?“ „Ein halbes Pfund Fleisch. bfall, und zwe: Pfund Brot Ka#ieffeln gemischt“, war die Antwort. „Und wie lange bleiben wir fort, liebe Karoline?“ 28 Tage.“ „Folglich legst Du Hektor ganz einsach 28 mel ½ Pfund= 14 Pfund Fleischabfall und 28 mal Pfund= 56 Pfund Karteff.! und Brot gemischt in die Küche, und schließt den Hund in der Wohnung ein.“ Der Referendar T., ein ebinso witziger Mensch als schlechter Jurist, wird von seinem Amtsrichter wecen seiner jüngsten Sünde wider den heiligen juristischen Gest us Bebet g nommen.„We konnten Sie das nur machen! Sie sind doch Juris, Herr Kollege!“ „Nein,— Refereudar, Herr Gerichtsrat.“ („Jugend“.) Halali! Sie:„Hast du was geschessen, Männchen? — Er:„Jo.“— Sie:„Hast du es schon in die Küche gebracht?“— Er:„Nein, aber ins Krankenhaus.“ Großstadtbild.„Ich habe Sie schon ser lange nicht mehr gesehen, Herr Doktor, trotzdem wir nur einige Straßen voneinander emfernt wohnen!.. Mit Bedauern erfuhr ich, daß Sie diesen Winter krank gewesen sind!"— „Von wem haben Sie das erfahren?""—„Mein Bruder chrieb es mir kürzlich aus Kamernn!" Budapest. Demoustra Literatur. kleinste und einzelnüte wohnlich ausstaifiert und bergerichtet ist. Das gab eine Freude und ein Staunen, sowohl dei Schwester Emilie, die das alles bewohnen und benutzen darf, wie bei den sie bealeitenden Freundinnn. Welch ein Glücks gefühl muß in jenem Augenblick in den Herzeu derer gelebt haben, dinen es vergönnt war, solche Freude zu spenden, wie sie da in herzerfrischender Weise hervorbrach.— Nach dem die Diakonissinnen der zur ückbleibenden Schwester nock einen Abschiedsgruß gesungen, gingen die Bersammelten aue einander. Wir aber wünschen der Ortschaft Heidenolden dorf einen r##hen Segen von der mit dem gestrigen Tage begonnenden Gemeindearbeit. * S c h l a n g e n, 3. O k t o d e r. D e r G e m e i n d e a u s s c h u ß bewilligte in der letzten Sitzung die unentgeltliche Hergade enes Platzes in der G:öße von 1300 Quadratmeker zur Wagenhalle der elektrischen Straßenbahn Paderborn=Lippspringe=Schlangen mit allen gegen eine Stimme Aus der Nachbarschaft. * Bückeburg, 3. Oktober. Zu dem von uns bereit urgeteilten Besuch des Kaisers in Bückelurg, im De zeu ber, wird aus Berlin noch gemeldet: In jedem Jahre pflegt der Kaiser zur Jagdzeit dem Fürsten Georg zu Schaumburg=Lippe, mit dem ihn enge persönliche Freund schaft verbindet, einen B.such abzustatten. Das wird auch in diesem Jahre geschehen. Wie die„N. G. C.“ hört, hat der Kaiser sich im Monat Dezember zur Jagd in Bücke burg argesagt.— Fürst Georg zu Schaumburg=Lippe ist unter den deutschen Bundes#ürsten einer der reichsten, wenn nicht der reichste von ihnen, und besitzt in Deutschland und Oesterreich Ungarn Jagdgründe von gewaltiger Ausdehnung.— Um Vers tzung in den wohlverdienten Ruhrstand sind zwei fürstliche Beamte unsers Landes bei ihren Behörd n vorstellig geworden und zwar der Fürstliche Schloßverwalter Manns auf Wilhelmstein, der vor mehreren Jahren auf eine fünfzigjährige Dienstseit in herrschaftlichen Diersten zurücksehen konnte. Eine Reihe von Bewerbungen um diese frei weidende Stelle ist eingelaufen; es soll eine der lukrativsten Postiu des Landes für Unterbeamte sein. Dir zweite Beamte ist der Revierförster Rödendeck in Steinbergen, der, wie verlautet, aus Gesundheitsrücksichten am 1. Aptil 1909 seine erbeteue Pensionierung erhalten hat, und als Wohnsitz Eilsen gewählt hat. Auch er hat vir einigen Jahren unter großer Ehrung durch das Fürsteuhaus sein fünfzigjähriges Dienstjubiläum gestiert. * H e r f o r d, 3. O t t o b e r. N a c h 3 3 j ä h r i g e r T ä t i g k e i t k at gestern Oberbürgermeister Geh. Reg.=Rat Quentin in den Ruhestand. In der Abschiedssitzung wurde er von den städtischen Kellegien zum Ehrenbürger der Stadt Herford ernannt in Anerkennung der der Stadt geleisteten treie Arbeit. Heute wurde ihm ein Fackelzug von der Bürgerschaft gedracht. Kunst und Das Detmolder Schauspielpersonal präsentierte sich dieser wenigstens teilweise, im Osnabrücker Stadttheater in „Minns von Barnhelm". Die Darstellung war, wie ... Lenabrücker Tageblatt schreibt, in der Hauptsache zu riedenstellend. Der Major von Tellheim wurde durch Herrn .* sop in Lessingscher Auffassung angemessen verkörpert; bildung dieser Type war anerkennenswert. Seinem Bedeenten Just gab Herr Minke nach Kräften die nötigen „„.. Gage und die biedere Geradheit dieses Burschen, der ###. ihe e#.## Feuer geht, deswegen aber von seiner use der Machkamen“ nicht lassen kann. Als vorzüglich der wie zeme Verner des Herrn Krahé zu bezeichnen, „Sie„Frauenzimmerchen“ wiederholt lebhaften Saia.# Die Kriechernatur des Wirtes fand in Herrn Ehevalier des Herrn uu..“ Darstelle., und der französische Seseate Ses Algtel konnt= nicht desser charattert. Tel, Tge#rich spielte die Minna mit allem gparme, den dieses gefühlvolle Fräulein nach Lessing haben denen sie anscheinend den Verstand über mphieren läßt. Das Kammerkätzchen Franziska lag bei Frl. Lütgert in guten Händen. Sie war in der „Lat das kleine, liebe Frauenzimmerchen ihres Wachtmeistere vertraute Dienerin ihres Fräuleins. Die Rolle gelang gu.. Auch die übrigen kleinen Partien waren geschickt besetzt, sodaß sich die Aufführung havmonisch abrundete.* Humoristische Ecke. Wahre Geschichtchen. Ein Mathematikprofessor beabsichtigt in den Ferien mit seiner Familie eine Erholungs. reise zu unternehmen. Nun hat die Frau Professor zwar „Richard Wagner". Illustrierte Blätter für Wagner= sche Musik. Kunst und Literatur(Verlag von Hubert und Lahme Nachsg., Wien, 1. Herrengasse 6). Inhalt der ersten Nummer: Richard Wagners Geburt und Abstammung.— Tristan und Isolde in Wien.— Alois Burgstaller und sein Bayrenther Studium.— Eine„Siegspied"=Aufführung unter freiem Himmel.— Wie Bayreuth Festspielstadt wurde.— Bühnenrundschau.— Bücherbesprechungen.— Notizen.— Das Blatt verspricht seiner ersten Nommer nach besonders interessant zu werden, da außer den ge vöhnlichen, ziemlich umsangreichen Nummern für den erten Jahrgang 10 Spezialhefte, je ein Werk des Meisters behandelnd, in Aussicht genommen sind: Lohengrin, Tannhäuser, die Meistersinger von Nürnberg, der fliegende Holländer, Tristan und Isolde, Rienzi, das Rheingold, die Walküre, Siegfried, die Götterdämmerung, Parsival. Preis eines Heftes 1.20 Kreuzer(1.—M). Von dem beliebten Frauen= und Modejournal, Buttericks Moden=Revue, ist soeben das Ottoberheft erschienen, und bringt für die beginnende Herbst=Saison eine große Auswahl der neuesten Moden für Jung und Alt. Zahlreiche Abbildungen veranschaulichen geschmackvolle Modelle für Kostüme, Kleider, einzelne Röcke, Jacketts, und hübsche Blusen. Ferner bringt es Abbildungen für hübsche Maeinces, praktische Sportkleider, sowie Muster für einzelne Aermel, Wäsche usw. Die Abteilung für die Jugend enthält eine reiche Auswahl von geschmackvollen Kleidern, Röcken, Blusen und schicken Kostümen für junge Mädchen Auf verschiedenen anderen Taseln findet man die neuesten Herbsthüte, und wieder andere Abbildungen zeigen hübsche Kleinigkeiten zur Vervollstäneigung und Verschönerung der Toilette Ferne# bringt das Heft Anleitungen zu geschmackvollen Frisuren für junge Mädchen. Der reich ausgestattete Handarbeitsteil enthält verschiedene Kaumagraph= vorlagen, moderne Muster für Kissen und niedliche Baby sachen. Das Daheim eröffnet seinen 45. Jahrgang mit einer Künstlernummer, die dem Werk von Hans Thoma gewidmet ist. Mehrere Kunstbeilagen und zahlreiche Reproduktionen in Zweifarbendruck geben eine Uebersicht über das reiche Schafsen dieses echt deutschen Künstlers. Ein warm geschriebener, in seinem Verständnis dem Leben und dem Wirken des Altmeisters folgender Essay von Dr. Max Osborn ist der reichen, künstlerisch hervorragend ausgeführten Bilderauswahl beigegeben. In derselben Nummer(Nr. 1, Probenummer vom 3. Oktober 1908) gelangt die erste der von der Daheim=Redaktion auf Grund ihres 5000 AA=Preisausschreibens preisgekrönten Novellen zum Abdruck:„Das Eramen von Vater und Sohn“. Der Verfasser ist der junge Züricher Dichter Heinrich Federer. Aufsätze aus dem Treiben der Kriegsmarine, aus kulturgeschichtlichen Gebieten, der Länder= und Völkerkunde und dem sozialen Leben der Gegenwart vervollständigen den Inhalt des wertvollen Hestes. 4. Okt. Als etwa 600 Sozialisten auf einem als Demonstration für das allgemeine Wahlrecht veraudolteten Umzuge heute nachmittag die Andrassystraße passierten, und ein auf dem Oktogonplatz ausgestelltes Polizeiaufgebot die Menge aufforderte, sich zu zerstreuen, wurden acht Revolverschüsse auf die Polizei abgesenert. Das Pferd eines berittenen Polizeibeamten wurde getötet. Acht Personen wurden verhaftet, Feuerwaffen sand man jedoch bei ihnen nicht. Die Menge wurde zerstreut. Runmehr herrscht Ruhe. Paris, 4. Okt. Der russische Minister des Aeußern Iswolski ist hier eingetrossen. Rom, 4. Okt. Wie die„Agenzia Stesani“ aus Wien erfährt, ist der österreichisch ungarische Botschafter in Rom Graf von Lützom mit einem eigenhäudigen Schreiben des Kaisers Franz Josef an König Vittor Emannel nach Naccionigi abgereist. Madrid, 4. Okt. Die„Gaceta de Madrid“ veröffentlicht einen Erlaß, durch welchen der König von Sichsen zum Ehrenobersten des Insanterieregiments Soria ernannt wird. Berlin, 5. Oktober. In vorletzter Nacht sind in Perlin 4 schwere Bluttaten begangen worden. Ein 44 Jahre alter Gelegenheitearbe ter und Gärtnar erschlug seine 41jährige Ehefrau aus Eisersucht und felte sich hierauf der Polizei. Ein 21jähriger Buchdrucker erschoß auf einer Automobilfahrt seine Geliebte, eine achtzehojährige Schneiderin, und brachte sich hierauf selbst durch 2 Schüsse schwere Verlitzungen bei. Ferner wurde eine Kellnerin durch einen Revolverschuß schwer verwundet. Der Täter konnte verhaftet wirden. Berlin, 5. Olt. In der Meldung aus Wien ketr. den Besuch des Königs und der Königin von Sparien, muß es heißen: Gestern nacht 12 Uhr fuhr der König nach Dresden zum Besuche des Königs von Sachsen ab, und nicht der König und die Königir. Jägersdorf, 5. Okt. In Anwesenheit des Erzherzogs Karl Franz Joseph wurde gestern das Reiterstanddenkmal des Kaisers Franz Joseph enthüllt. An der Enthüllung nahmen auch preußische Offizier= und Jägerabteilungen teil. Vor dem Weiheakt ließ sich der Erzherzog die preußischen Offiziete vorstellen. Braunschweig, 5. Okt. Die 21. Generalversammlung des evangelischen Bundes. wurde gestern nachmittag durch 4 gleichzcitig stattgefundene Gottesdienste eingeleitet. Die Gottesdienste waren alle recht zahlreich besucht. Brannschweig, 5. Ottober. Die Tagung des evangelischen Bundes, zur Wahrurg der deutschprotestantischen Interessen, sandte an den Kaiser und an den Regenten zu Brauuschweig, Herzog Johann Albrecht zu Mecklenburg, Huldigungstelegramm=. Paris, 5. Okober. Bei herrlichem Wetter send gestern die Ballon=Wettfaort um den großen Preis Peroplan de France statt. Unter den aufgestiegenen Ballons besand sich auch ein Deutscher namens Overstel“. Führer ist Meckel aus Kölr. Newyork, 5. Okt. Nach einem Telegramm aus Willemstadt überbrachte ein dort eingetrossener, von Venezuela kommender Damufer folgende Nachricht: Präsident Castro habe dem Senat mitgeteilt, er lehne es ab, eine zweite Rote Hollands anzunehmen. Dann habe der Präsident einen Blutsturz bekommen, der sich kurz darauf wiederholte. In hilflosem Zustande mußte er dann nach Hause gebracht werden. Walhington, 5. Okt. Der Tuberkulose= Kongreß nahm gestern die, gegen die Theorie des Bre sessors Koch gerichtete Resolution einstimmie erkennt die Möglichkeit der Uebertragung der Rindertuberkulose an Familien=Nachrichten. Verlobt: Hanna Möller=Salzuflen mit Karl Riterbusch Oerlinghausen. Gestorben: Charlotte Stichweh, geb. Müller, 71 Jahre, in Lemgo; Beerdigung: Dienstag nachmittag 3½½ Uhr.— Ernst Walldaum, 67 Jahre, in Blomberg; Beerdigung: Dienstag vormittag 10½ Uhr. Briefkasten. Nr. 100 Bellenberg. Nichts gewonnen. Rach Oetteru. Richis gewonnen. Detmold, 5. Oktober. stelle des meteorologischen Keine Witterungsänderung. London: Schön. Hamburg: Schön. Wetterbericht der Wetterdiens:= Observako iums zu Bei genügender Beteiligung Letzte Nachrichten. Trockne Potsdam, 4. Okt. Der Kronprinz und die Kronprin zessin haben sich heute vormittag zu mehrtägigem Aufent halt nach dem Dambachshaus bei Thale im Harz begeben. Berchtesgaden, 4. Okt. Der Prinzregent hat das Abschiedsgesuch des Oberhofmeisters Grafen zu ka steil=Castell genehmigt und sein Bildnis in Oel, sowie ein Handschreiben, in welchem er für die ausgezeichneten Dienste seine wärmste Anerkennung ausspriche, persönlich dem Grafen überreicht. Berchtesgaden, 4. Okt. Der Prinzregent=mpfing den Staatssekretär von Schven in Audienz. So##er waren der Staatssekretär und Gemahlin zur Tafel beim Prinzregenten geladen. Peteroburg, 4. Okt. Vom 25. September bis zum 1 Oktober kamen im ganzen Reich 3251 Choleraerkran kungen und 1571 durch Cholera verursachte Todesfälle vor. In der Vorwiche waren 4922 Ertrankungen und 2281 Todesfalle zu verzeichnen. Seit Ausbruch der Epidemie sind 8947 Todesfälle bei 19•612 Erkrankungen festge stellt worden.— Die Gouvernements Esthland und Wi tebsk und Stadt Warschau sind für cholerabedroht erklärt worden. Peteroburg, 4. Okt. Der Rektor der Petersburger Universität gibt heute in den hiesigen Zeitungen bekannt, daß die Vorlesungen und die praktischen Uebungen an der Universität auf Beschluß des Hochschulrats und auf Grund des Universitätsstatuts einstweilen eingestellt wor den sind. Wien, 4. Okt. Der König und die Königin von Spanien machten heute vormittag eine Automobilfahrt durch die Stadt, besichtigten die Sehenswürdigkeiten und statteten hierauf Mitgliedern des Kaiserhauses Besuche ab. Mit tags nahmen der König und die Königin am Deienner bei dem Erzherzog und der Erzherzogin Friedrich teil und machten dann eine Spazierfahrt durch den Prater. Abende findet ein Diner bei dem Erzherzog Friedrich statt, sodann erfolgt ein Besuch der Oper. Um 12 Uhr nachts reisen der König und die Königin von Spanien nach Dresden zum Besuche des Königs von Sachsen. Reflektanten wollen sofort ihr Quantum bei mir anmelden. da ich nur dann meine Trockenanlage in Betrieb setzen kann. falls bis Mittwoch genügende Anmeldungen erfolgen. Fr. Gehring, Sägewerk, Detmold. Von der Zeise zurück. Dr. Auerbach, Detmold Spezialarzt für OhrenNasen- u. Ralskrankheiten. 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Emilie Niemann Hermann Beermann Verlobte Hohenwart, im Oktober 1908. Hohenwart bei Detmold im Krentruperhagen bei Leopoldshöhe Oktober 1908 MATNNESE TETETTEEE lienbogen abzugeben und —= milien: en finden in den er angenommen, er einzusammeln verpflichtet, dafür Jeder Familienvorstand ist tragen, daß die Bogen nach Vorschrift ausgefüllt und len bereit gehalten werden, jeder„HauseigenBewohner Pickelim Gesicht Pot! „„ n. jeder Ha ter aber ist verantwortlich dafür, daß kein seines Grundstücks übergangen wird. Detmold, den 1. Oktober 1908.„ Der Magistrat. Wittte. Bekannt machung. Als zugelaufen ist ein Hund, weiß und schwarzer Foxtetrier, hier angemeldet worden. Der Eigentümer kann denselben innerhalb 8 Tagen wieder in Empfang nehmen; nach dieser Zeit wird anderweitig darüber verfügt werden. Detmold, 3. Oktober 1908. Der Magistrat. * W i t t j e. Bekanntmachung. In der Zeit vom 5. bis 15. Oktober d. Is. wird eine unoorhergesehene Alarmierung der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr erfolgen. Detmold, den 3. Oktober 1908. Der Magistrat. Wittje. junges Schwein eingefangen. uns melden. Horn, 1. Oktober 1908. Bekanntmachung ist im hieft. Der Eigentümer kann sich bei ung. Am 24. September d. Is. ist im hiesigen Stadtbezirke ein Der Magisteat. Spelge. Verdingung. Zum Neubau eines Schulhauses zu 2 Klassen in Heiden liegen im Kantorhause das. vom 6.—9. Oktober d. J. Bauriß usw. öffentlich aus. Geeignete Bewerber um den Bauauftrag wollen darauf ihre Angebote mit Preissätzen auf das Ganze oder einzelne Teile gefälligst" dis Feitag, 9 d M., nachmittags 5 Uhr einreichen. „ Heiden, 5. Oktobrr 1908. Der Schulvorstand. Ackerbauschule und berechtigte Landwirtschafts= und Realschule zu Herford. Die Ackerbauschule beginnt den Winterkursus am Montag, den L. November, früh 9 Uhr. Auskunft, Lehrplan usw. umsonst durch die Direktion. Ständige Reklame führt zum in Kleiderstoffen u. Zuckskins. 2000 Meter Kleiderstoftreste aparte Muster Prima Qualitäten und Neuheiten Serie 1 75 p. Serie? I.,10 M. 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