Ei 22 Ne 221. Verantwortlicher Redakteur: Willy Bruder, Detmold. Detmold, Sonnabend, den 26. September 1908. Telegramm=Adresse: Tageszeitung, Detmold. 13. Jahrgang. Abonnements=Einladung. Die kommenden Wintermonate werden ein gesteigertes Lesebedürfnis zeitigen: in unserem Lande stehen die Landtagswahlen vor der Türe, im Reiche die Debatten über neue Steuern. Die„Lippische Tages=Ztg.“ wird bei der Verfolgung dieser wichtigen Angelegenheiten ein guter, zuverlässiger und wirklich unparteiischer Führer sein. Wir sehen davon ab, den Leistungen unseres Blattes Eigenlob zu spenden, sondern wir fordern alle, die unser Blatt noch nicht kennen, zu einem Probe=Abonnement auf: jeder wird dann selbst sehen, daß wir mehr bieten, als wir versprechen. Die Lippische Tages=Zeitung ist ein unabhängiges, auf nationaler Grundlage stehendes, vorzüglich unterrichtetes Blatt, sie ist das größte unparteiische Tageblatt des Landes Die Lippische Tages=Zeitung bringt die neuesten telegraphischen und telephonischen Nachrichten aus aller Welt, sie berichtet schneu und zuverlässig über alle Vorkommnisse in Detmold und im ganzen lippischen Lande; in allen Bezirken des Landes hat sie eigene Berichterstatter. Der Nachrichtendienst der Lipp. Tages=Ztg. ist derart geregelt, daß die Lipp. Tages=Zig. alle Ereignisse im Deutschen Reiche und in allen anderen Ländern ihren Lesern sofort melden kann, wie sie auch in der Lage ist, ausführliche Landtags= und Reichstagsberichte so schnell wie irgend ein anderes Blatt zu bringen. Die Lippische Tageszeitung bringt naturgetreue Abbildungen der neuesten Weltereignisse nach photographischen Aufnahmen; sie bietet spannende Romane und ErZählungen. Die Lippische Tages=Zeitung liefert ihren Abonnenten die folgenden sechs Gratisbeilagen: Landwirtschaftlicher Ageber, Lippischer Ziegeleianzeiger, Lippischer Familien freund(illustriert), Wandkalender, Winter= und Sommerfahrplan. Die Lippische Tages=Zeitung ist als Inseratenblatt für Lippe von hervorragender Bedeutung, denn sie wird spcziell von dem besser situierten, kaufträftigen Publikum Detmolds und des ganzen lippischen Landes in erster Linie gelesen und bevorzugt. Die nachweislich außerordentlich große Zunahme der Anzeigen beweist, daß die Tageszeitung die verdiente Würdigung als wirksames und dabei äußerst billiges Insertionsorgan in vollem Maße findet. Die Lippische Tages=Zeitung kostet mit allen Beilagen nur 50 Pfg. monatlich, vierteljährlich 1,50 Mk., frei ins Haus geliesert. Unsere sämtlichen Agenturen im Lande, sowie alle Postanstalten und Landbriefträger nehmen Bestellungen entgegen. Alle neu hinzutretenden Adonnenten erhalten die Zeitung bis 1. Oktober gratis. Zum Sonntage. Text: Phil. 4, 6: Sorget nichts; sondern in allen Dingen lasset eure Bitten im Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kund werden. „Sorget nichts!“— Wer das könnte! Das ist wohl ein Wort an die reichen Leute, aber wer in bescheidenen Verhältnissen lebt und jeden Tag, den Gott werden läßt, für sich und die Seinen mit seiner Hände Arbeit sein täglich Brot per dienen muß, mit dem armen Manne steht früh die Sorge auf und geht mit ihm des Abends zu Bett. Und wenn dann noch Krankheit, Arbeitsmangel und sonstige Nöte einkehren, dann gönnt die Sorge dem armen Familienvater, der armen Hausmutter noch nicht einmal die vaar Nachtstunden zum Schlum mer. Da soll mal es einer vormachen, nicht zu sorgen.— Wenn du so sprichst, lieber Leser, so ist das erklärlich. Aber der Apostel Paulus hat sich mit der Mahnung nicht nur an reiche Leute gewendet. Die ersten Christengemeinden haben sich meist aus den armen Leuten gebildet. Und mit ihrem Uebertritt zum Christentum nahmen sie noch neue Nöte auf sich: den Haß ihrer Verwandtschaft, Verfolgung seitens der Obrigkeit mit allen daraus folgenden Nachteilen für ihr wirt schaftliches und soziales Leben. Die Gläubigen der Philippergemeinde auf jeden Fall mehr Sorgen, ernstere Sorgen als ihr. Und dennoch ruft ihnen der Apostel zu: Sorget nichts, sondern in allen Dingen lasset eure Bitten im Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kund werden. Wenn solche heilige Sorglosigkeit jenen zugemutet wird, so wird sie bei uns erst recht möglich sein. Inwiesern? Es soll nicht heißen, ihr mit Nichtstun eure Tage verbringen, die Hände träge in den Schoß legen und sprechen sollt: Gott wird schon für uns sorgen. Es steht ja in der Bibel: den Seinen gibts der Herr im Schlaf. Nein, arbeiten und unsere Schuldigkeit tun müssen wir alle, das ist Gottes Gebot. Zur Arbeit sind wir da auf der Welt. Aber wenn wir jeden Tag unsere Pflicht tun und — was wir ja nicht vergessen wollen— in allen Dingen unser Schaffen und Arbeiten unter Gottes Segen stellen, wenn wir über dem Bitten und Flehen um Gottes Hilfe auch nicht das Danksagen für seine Güte vergessen, dann kommen wir gar nicht dazu, uns mit Sorgen zu zermartern, wie es die Leute tun, die keinen Gott und Heiland haben. Im Glauben“ an den Gott und Vater unseres Herrn Jesu Christi steckt eine große Kraft; das kindliche Vertrauen auf den gütigen Vater, der in seiner Allmacht allzeit helfen kann und in seiner Liebe uns auch helfen will. Dieses christliche Vertrauen macht alles Arbeiten und Sorgen leicht. Lassen wir es uns von der Welt nicht rauben; in der Welt finden wir nichts Besseres und Zuverlässigeres dafür. Die Wochentage im glauben. Von R. Reichardt. Der Volksglaube, daß gewisse Tage der Woche als glückliche, andere hingegen als unglückliche anzusehen seien, findet sich schon im Alten Testamente. Gott verbietet durch Moses (5. Mose 18, 10) schon bei den Kindern Israel das„Tagewählen. Die Ansicht beruht teilweise auf Zauberei, teilweise auf Astrologie und endlich auf der bei vielen Völkern sich vorfindenden Schicksalsidee. Nicht bloß in den Kreisen der breiten Volksschichten, sondern auch bei den Gebildeten hat sich die Tagewählerei bis heute erhalten. Erst kürzlich las ich in der Zeitung, daß ein glücklicher Vater die Geburt eines Sonntagstöchterchens anzeigt. Ist das ein besonderes Kind, hat es den anderen etwas voraus, weil es am Sonntags das Licht der Welt erblickt hat? Sonntagskinder, die zwischen elf und zwölf geboren sind, können an jedem Sonntag in derselben Stunde in einer blühenden Fliederlaube Geister sehen. Im Brandenburgischen meint man, wer an einem Sonntag erkranke, der müsse daran sterben. Aus dem christlichen Gebot der Sonntagsheiligung entsprang Frederic Passy Recrange: der Union Von der Lord Neárdale 7S. Konferen 2 Washifare„ Nagashima-Unferparlamenfarischen Union S###f“: Pepezschgr Erfreßr. in Berlin Kx) *. H e i n r i c h Prinz zu Schönaich- Carolarh Vorsitzender der Kanferenz Osferreichische Depufierfe Jeas del Prado y Palacio Präsident der spanischen Corfes die Sage vom Mann im Mond. In Norddeutschland geht die Meinung, daß, wer Sonntags an seinem Hause baut, in dieses allerlei Ungezieser zieht. Wer Sonntags nicht arbeitet, versichert sein Haus vor Mäusen, seine Wiesen vor Maulwürfen und Feld und Garten vor Vogelfraß. Der Sonntag soll einen entscheidenden Einfluß auf das Wetter der Woche haben. „Regnet's den Sonntag vor der Messen, kann es die ganze Woche nicht vergessen.“ Der Montag steht fast allenthalben in schlechtem Ruf und Ansehen. Was man an ihm unternimmt, wird, wie man in Lauenburgischen sagt,„nicht wochenalt“. Im Altenburgischen darf an ihm nichts ausgeliehen und kein großes Geld ausgegeben werden, weil man in solchem Falle das Glück für die Woche weggibt, wobei zu bemerken ist, daß der Montag dem Volke meist als der erste, nicht als der zweite Tag der Woche gilt. Montags soll keine Magd verziehen; sie bleibt sonst nicht lange im neuen Dienste oder, wie es am Rhein heißt, sie zerbricht viel. Nur der Zunft der Diebe ist der Montag für ihre Arbeiten günstig. Spinnen am Dienstag die Fraur.., so mißrät ihnen der Flachs, ein Volksglaube, der wohl damit in Verbindung steht, daß am Fastnachtstage, welcher immer auf einen Dienstag fällt, Frauen und Mädchen, welche spinnen, Frau Holle den Flachs verwirrt und verdirbt. Im übrigen wird der Dienstag als ein glücklicher Tag betrachtet für Eheschließungen und den Antritt von Dienstboten. Der Mittwoch ist wieder ein Unglückstag. Der Landmann säet am Mittwoch nicht gern Getreide, weil das an einem „Tage“ geschehen muß, nicht aber in der„Mitte der Woche".“ Die Hirten treiben am Mittwoch nicht gern ihre Herden aus. Die Ursache dieses schlechten Ruses des Tages mag wohl darin zu finden sein, daß er in der heidnischen Zeit dem Gotte Wodan geweiht war, und, daß die Kirche später diesen Gott und mit ihm auch seinen Tag ächtete und verunehrte. In Tirol erklärt man den üblen Ruf des Mittwochs damit, daß Judas sich an einem Mittwoch erhängt habe. Die Ansichten über den Donnerstag, den Tag des Gewittergettes Donar, gehen auseinander; manchem soll er Glück, manin Unglück bringen. In vielen Gegenden Deutschlands feiert an Hochzeiten am liebsten an Donnerstagen. Er ist der Glückstag für Schlosser und Schmiede, Wagner und Müller. In Schlesien, Ostpreußen, der Mark gilt er als Unglückstag. An ihm darf keine Trauung vorgenommen u. überhaupt nichts Wichtiges, kein Hausbau, kein Umzug und dergl. begonnen werden. Der Tagewähler dieser Gegenden hütet sich, an ihm seine Kinder zum ersten Male zur Schule zu schicken. Der verhängnisvollste Tag der Woche ist ihr vorletzter, jedoch in verschiedenem Sinne. Je nachdem der Nachklang aus der Zeit, wo der Freitag der freundlichen Göttin Freya, der Saatenmutter, der Patronin der Ehe und der Kinderwelt, geweiht war, oder die christliche Betrachtung, daß der Heiland an einem Freitage den Kreuzestod erlitten, überwiegt, gilt er als der glücklichste oder der unglücklichste der Tage. Fast im ganzen nördlichen Deutschland eignet er sich vor allem zu Hochzeiten, und beinahe alles an ihm Unternommene gelingt. Besondere aber geraten an ihm sympathische Kuren und andere Zaubereien. Am Freitag muß man sich die Nägel verschneiden, weil das vor Zahnweh bewahren soll, ebenso die Haare, weil sie dann gut wachsen. Dagegen sagt man in Tirol: Wer an einem Freitag geboren wird, muß sein Lebtag viel leisten; auch heißt es hier: Wer am Freitag lacht, weint am Sonntag. In Schwaben ist gar der Freitag der Tag, wo die Hexen auf dem Heuberge bei Rotenburg ihre Feste mit dem Teufel feiern und dann umherschwärmen, um an ihren Nachbarn und dem Vieh allerlei Bosheiten zu verüben. Auch der Sonnabend, im südlichen und westlichen Deutschland Samstag genannt, gehört zu den Unglückstagen. Wer an ihm spinnt, von dem glaubt man, daß er nach dem Tode mit einem Spinnrocken in der Hand auf Erden umherspuken werde. In ganz Deutschland finden wir die Volksmeinung, daß am Sonnabend, und wenn es noch so trübe ist, einmal die Sonne hervorbrechen und scheinen müsse. Als Ursache dieser Annahme wird in der Gegend des milneren Saalelaufes die Redensart gebraucht:„Der Nix tauft.“ In katholischen Ländern dagegen meint man, der Mutter Maria, welcher der Sonnabend heilig ist, zu Ehren scheine die Sonne. Anderwärts heißt es, sie trockne die Windeln des Christkindes und bedürfe dazu des Sonnenscheines. allen Herren, die ihr bisher begegnet waren— ihren Verlob=I„Ich habe mich wohl auch schlecht ausgedrückt. Ich wollte ten nicht ausgenommen. Seine Frau hätte sie ja nicht sein! Sie vielmehr fragen, ob ich noch länger gezwungen sein soll, mögen, wäre es auch nur, weil in seinem Blick und in seinem mich vor Ihnen zu verstecken?" Mienespiel zuweilen etwas gewesen war, das sie geängstigt und beunruhigt hatte; aber einen charmanteren und liebens würdigeren Freund hätte sie sich wahrlich nicht vorstellen kön Albumblätter. Der Haß ist eine läst'ge Bürde, Er senkt das Herz tief in die Brust hinab Und legt sich wie ein Grabstein schwer auf alle Freuden. Goethe, Elpenor 1, 6. Roman von Reinhold Ortmann. (Nachdruck verboten.) 40 Über sie wollte wenigstens wissen, ob ihre Vermutung zu traf, ob er wirklich Tag für Tag in dem Hause an der Tier gartenstraße verkehrte. Was war am Ende Sträfliches dabei, wenn sie ihn ein wenig beobachtete? Und was konnte es am Ende schaden, wenn er es wahrnahm? Sie würde schon eine Gelegenheit finden, ihm zu zeigen, daß es nicht etwa aus Eisersucht geschah Von nun an haten ihre Morgensparziergänge ein bestimmtes Ziel und einen bestimmten Zweck. Sie hate sich das Haus gut gemerkt, und sie hatte aus dem Adreßbuch ersehen. daß es der Bankier Heinersdorf, einer der Inhaber der Firma Heinersdorf& Winterstein war, der es bewohnte. Waren auch die Bäume des Tiergartens entlaubt, und die Gesträuche winterlich kahl, so glaubte sie sich doch hinlänglich versteckt, wenn sie auf dem Parkwege an der anderen Straßenseite auf und nieder ging, um zu beobachten, wer in jenes Haus eintrat und wer es verließ. Aber sie begann an ihren Vermutungen irre zu werden, als nun schon der dritte Vormittag zu Ende ging, ohne daß sie des Barons ansichtig geworden wäre Vielleicht war es doch nur ein harmloser Zufall gewesen und sie hate ihm Unrecht getan mit dem, was sie in echt weiblicher Logik seine Treulosigkeit nannte. Es war überhaupt nicht zu seinem Nachteil gewesen, daß ihre Gedanken sich in diesen vier Tagen unausgesetzt mit ihm beschäftigt hatten. Zwar war sie sicher, heute ebensowenig in ihn verliebt zu sein als an dem Tage, wo er ihr seinen per meintlichen Heiratsantrag gemacht, aber wie sich sein Bild allgemach in ihrer Phantasie gestaltet hatte, war es doch das Bild des vornehmsten, ritterlichsten und amüsantesten von nen. So lustig und vergnüglich hatte sichs doch noch mit keinem plandern lassen als mit ihm. Da es nun überdies mit der jungen Dame aus dem Heinersdorfschen Hause nichts zu sein schien, hatte sich ihre ge reizte Stimmung gegen den Baron an diesem dritten Beobach tungstage bereits in eine recht wohlwollende verwandelt. „Wenn ich ihn jetzt vor mir sähe, ich glaube, ich wäre im Stande. ihn wegen der Dummheit mit dem Ringe um Verzelhung zu bitten“, dachte sie. Aber sie meinte vor Schreck in die Erde sinken zu müssen, als sie ihn just in diesem Augen blick aus einem Seitenwege auf sich zukommen sah— mit seiner hohen, schlanken Figur. seinem prachtvollen Schnurrbart und seinem elastischen Gang: ganz und gar das Idcal des schönen und vornehmen Mannes, so wie ihre Einbildung es sich malte. Natürlich siel es ihr, da der Zufall sie so plötzlich beim Wort nahm. nicht ein, ihren menschenfreundlichen Vorsatz zur Tat zu machen. Das aber konnte sie sich doch nicht ver sagen, auf seinen Gruß diesmal mit einem freundlichen Neigen des Kopfes und mit einem kleinen, einem ganz kleinen Lacheln zu antworten. Sie wollte damit gewiß nichte Sträftic= tun, und es geschah eigentlich nur zur Beruhigung ihres Gewissens, das ihr Unfreundlichkeit und Undank gegen ihn zum Vorwurf machte. Vielleicht hatte sie geglaubt, er würde es garnicht bemerken. Aber er hatte es doch bemerkt, und eine Sekunde später war er an ihrer Seite. „Seien Sie mir nich böse. Fräulein Lilli“, sagte er. und es klang so warm und herzlich, daß sie sich angenehm dur schauert fühlte,„ober wollen wir wirklich noch länger auf diese Art Versteckens mit einander spielen? Es wäre ihrer Meinung nach lächerlich gewesen, wenn sie sich auf die Hoheitsvolle und Unnahbare hätte hinaus spielen wollen, nur weil sie verlobt war. Und sie hätte es in diesem Augenblick auch gar nicht fertig gebracht. So war durchaus nicht: Unfreundliches oder Abweisendes in der Art, wie sie erwiderte: „Versteckens, Herr Baron? Ich weiß nicht, wie Sie das meinen.“ Nun lachte sie belustigt auf. „Sie sind drollig. Seit wann hätten Sie denn das getan?“ „Seitdem Sie vor drei Tagen vor mir davongelaufen sind wie vor einem schrecklichen Ungeheuer. Sagen Sie mir um des Himmels willen, Fräulein Lilli, welchen Glücklichen haben Sie vorgestern und gestern und heute hier erwartet? Oder sagen Sie es mir lieber nicht. Denn wenn ich seinen Namen wüßte, ich bräche ihm sicherlich das Genick. „Herr Baron!“ „O, verstehen Sie mich recht! Ich bräche ihm das Genia nicht um seines Glückes willen, denn ich habe ja kein Recht. eifersüchtig zu sein, sondern ich täte es, weil er die Unver schämtheit oder die Dummheit hatte, sich vergeblich erwarten zu lassen. Das ist doch keine Beleidigung für Sie, nicht wahr? Es brächte mich ja zur Verzweiflung, wenn ich noch einmal das unverschuldete Mißgeschick hätte. Sie zu beleidigen.“ Die liebenswürdige Unbefangenheit seines Geplauders hatte ihr rasch geholfen, die schreckliche Verlegenheit zu über winden, von der sie bei der beschämenden Erkenntnis, daß sie ebensowohl die Beobachtete als die Beobachterin gewesen, be greiflicher Weise heimgesucht worden war. Sie dachte daran, wie ernsthaft und feierlich ihr Verlobter sich wahrscheinlich in einem derartigen Fall benommen haben würde, und sie fand daß die Art des Barons um Vieles angenehmer und chevaleresker war. „Muß man denn notwendig jemand erwarten, wenn man im Tiergarten spazieren geht?“ fragte sie.„Und muß dieser Jemand notwendig geräde ein Herr sein?" „Nicht unbedingt— obwohl immer eine starte Wahrschein lichkeit dafür spricht." „Auch wenn es sich um ein verlobtes junges Mädchen handelt?“ „Hm— das ist eine Gewissensfrage! Seien Sie barm herzig und erlassen Sie mir die Antwort. Ich sehe ja voraus, daß, sie mich gleich fortschicken werden. Und vorher möchte ich gern noch etwas erfahren.“ „So fragen Sie schnell! Aber es darf nichte Indiskretes sein, sonst verweigere ich mir aller Entschiedenheit die Auskunft.“ „Geschah es auf Befehl des Herrn Doktor Gernot, daß Sie mir den Ring zurückschickten?“ Lilli zauderte ein wenig. aber am Ende hatte sie ja keinen Grund, die Wahrheit zu verschweigen. „Ja, es war sein Wunsch, daß ich es täte.“ „Das freut mich. Aber ich wußte freilich von vornherein, daß eine solche Unzartheit nicht von Ihnen ausgehen konnte. Uebrigens— habe ich Ihnen denn schon zu Ihrer Verlobung gratuliert?“ „Nein, und ich erlasse es Ihnen. Besonders nach der wenig schmeichelhaften Bemerkung, die Sie soeben über das Zartgefühl meines Bräutigams gemacht.“ „O. ich wollte dem Herrn nicht zu nahe treten. Sie sind natürlich furchtbar glücklich, Fräulein Lilli?“ „Da haben wir also doch die indiskrete Frage, auf die ich mich gefaßt gemacht hatte. Liegt Ihnen denn so viel daran, Herr Baron, daß ich Sie fortschicke?“ „Im Gegenteil— ich zittere davor. Und ich wußte bisher nicht, daß man etwas Unschickliches tut, wenn man einer Braut die Zuversicht ausdrückt, daß sie glücklich sei. Wissen Sie, was ich statt Ihrer verneinenden Antwort erwartet hatte?“ „Nun?“ „Ich hatte erwartet, daß Sie mir die Hand geben und sich herzlich bei mir bedanken würden.“ „Mich bedanken? Wofür?“ „Für meine tatkräftige Hilfe bei dem Zustandekommen Ihdes Glücks. „Sie sprechen in Rätseln. Herr Baron!“ „Aber die Lösung ist einfach genug. Ich habe ja nicht die Ehre, Ihren Herrn Verlobten persönlich zu kennen, aber nach mancherlei Anzeichen vermute ich, daß er ein etwas schwerfälliger Herr ist und ein bischen langsam in seinen Entschlüssen. Da war es doch vielleicht nicht so ganz überflüssig. daß ich ihm seinerzeit andeuten ließ, er habe nur noch die Pflicht. Sie zu heiraten oder sich meiner Pistole zu stellen.“ Lilli war einen Moment vor Ueberraschung sprachlos, und mit Anstrengung brachte sie dann hervor: „Wie? Das— das hätten Sie getan? Sie, der——“ (Fortsetzung folgt). 11 Politische Uebersicht. Deutsches Reich. Detmold, 25. Sept. — Schulwesen in Deutsch=Südwestafrika. Ueber die Entwickelung des Schulwesens in Deutsch=Südwestafrika ab, wie die„Deutsch. Kol.=Ztg.“ berichtet, in der Jahresersammlung der Windhuker Schulgemeinde der Rektor er Regierungsschule, Oberlehrer Zedlitz, einen Ueberblick urzeit werden die Schulen des ganzen Schutzgebietes von Kindern(138 Knaben und 1# Mädchen) besucht, von „esen sind 246 evangelisch. 29 kapolisch, 12 jüdisch. Schulen ##con, Grootsontein, Karibib, Keetmannshoop üderitzbucht, Swakopmund; in Warmbad ist eine im Ent ehen begriffen. Rektor Zedlitz Ist der Meinung, da und anstrengenden Forderungen, die der Unterricht in der Kolonie an die physischen Kräfte der In steut, nicht genügend gewachsen sind, und hält eper. 1#lit, möglichst männliche Lehrkräfte anzu eien. Was das Lehrziel betrifft, so ist bei den einkla Schulen der Schwerpunkt auf Deutsch und Rechnen zu leu. Im Deutschen sehlerfreies Diktat, gutes Lesen eines it zu schwierigen Lesestückes, sinngemäße Wiedergabe er Erzählung. In zwei= und mehrklassigen Schulen ind noch weitere Fächer in beschränktem Umfange binzuufügen. Der oberste Grundsatz ist: wenig aber gründlich Eine große Schwierigkeit liegt an dem Mangel an geeigeten Lehrmitteln. Namentlich macht sich das Fehlen eines dortigen Verhältnisse berücksichtigenden Lesebuches, sodie eines afrikanischen Realienbuches bemerkbar. Der Schulzwang, der seit 1° Jahren besteht und sich zunächst uf die Orte mit Schulen und deren Umgebung bis zu vier lometer Entfernung beschränkt, hat sehr segensreich ge birkt. Im Anschluß an seinen Vortrag stellte Rektor Zedun mehl re Leitsätze auf, in denen er u. a. die Ausdehnung ganze Land verlangte. In der rung wurde hierzu die Errichtung von Farmschulen nach kapländischem Muster empfohlen. — Der sozialdemokratische Wahlverein in Rathenom sat einstimmig folgende Erklärung beschlossen:„Die bentige Versammlung der sozialdemokratischen Organisation in hiermit Protest ein gegen die Beschlüsse der Provinzialkonferenz, betressend Festsetzung der Beit de und Festsetzung des Anteils der Provinzkasse. Sie erllärt, sich den Beschlüssen der Provinzialkonferenz solange si. nicht auf besserer demokratischer Grundlage zustande gekommen sind, was nur dann der Faul sei, wenn die Provinzvertreter ohne die Ver** gllo duch e n2 5 Angelegenbeiten regeln.“ — Also auch hier erleben die Berliner Parteigötter eine Expomton. In Geldsachen hört eben auch die Gemutlich — Ueber die Grundzüge der Reform der Krankenversicherung erfährt die„Tägliche Rundschau": Daß die wird, darf als aaeeuden der Zentralisation steben wr., oar“ als sicher augenommen werden, da auch alle h erft ausgesprochen haben. Ebenso dürste der als notwendig erkannte Zwang zur ZentraliStei eines freiwilligen Zusammenschlusses, in dem Reformwerk enthalten sein, da auch hierüber die Pareinig sind. Daß die jetzt bes; die Krankenkassenverbande renze von 50 Winz;, eoi bestevende gesetzliche Zulassungsgrenze von 50 Mitgliedern sehr erheblich heraufgesetzt werangesehen werden. ##ird sich„ine Verringerung der jetzt bestehenden acht Versicherungsformen als notwendig erweisen; und zwar dürste in erster Linie die Geneindeversicherung in Fortsall kommen, die überhaupt nur als ein die mauiranznrgeu geschaffen wurht. Ebenso kann man vie Baukrankentanen wegen ihres ständigen Rückganges als entbehrlich ansehen, besonders wenn durch die Reform die ländlichen Kreise Krankenkassen mit abgestuften, Beitragen nach Gejayrenklassen eingerichtet sind. Anrd man die Knappschaftstrankenkassen ihrer euung w.en, und die Ortskrankenkassen, die Leitzsgaite... u Versicherten umschließen, unbedingt von Oberrealschul=Abiturienten. Der preußische Kultusminister hat sich damit einverstanden erklärt, daß bei der Prüfung früherer Oberrealschulabituder für die Versetzung in die Oherserunda ennes Realaomnasiums Frsorin der lateinischen Sprache eine schriftguns aus dem Lateinischen ins Deutsche und der Nachweis der Kenntnisse der lateinischen Elementarmündlichen gug in Anschluß an die Cäsarlektüre in der Prüfung für ausreichend zu erachten ist. Diese dürsten auch auf die Prüfung der primareisen Oberrealschüler anzuwenden sein, die sich dem Apothekerberuf widmen wollen. — Besondere Verpackung von Pferdewurst. Die gemeine Fleischerzeitung“ will erfahren haben, daß Erbebungen stattfänden die den Zweck verfolgten, ein Gesetz vorzubereiten, in dem für den Verkauf von Pferdewurst lich der Verpackung ähnliche Bestimmungen getroffen würden, wie solche für den Verkauf von Margarine Keüschen.„Es. igl, schon äußerlich durch die Verpackung deutlich kenntlich gemacht werden, daß sich in dem Papier Pferdewurst befindet. Eines besonderen Gesetzes bedarf es ### oohl nicht, das kann wohl im Verordnungswege ge“— R ü h r s z e n e n a u f d e r r o t e n F r a u e n k o n f e r e n z. D i e Damen der Sozialdemokratie haben auf ihrer Nürnberger Tagung auch in endlosen Debatten die Neuorganisation der„Genossinnen“ beraten. Dabei kam es zu einer gar herzzerbrechenden Szene, über die berichtet wird: Ottili Bader, das„Zentralweih", erklärt, daß eine Vertrauens person nicht mehr genüge; es müsse eine zweite Ver trauensperson angestellt werden, und sie schlägt dazu Frau Luise Zietz vor. Dieser Vorschlag begegnet in der Ver sammlung teilweise lebhaftem Beifall, und teilweise Mur ren. Die„Genossin“ Zietz, die noben der Rednerin sitzt sucht diese an einer weiteren Empfehlung ihrer Persor zu hindern. Outilie Boder erklärt aber indigniert:„Ich werde mich durch das Murren nicht abhalten lassen, di Genossin Zietz zu empfehlen.“ Auch„Genossin“ Zetkin hält die zweite Vertrauensperson für durchaus notwendi und kann dem Vorschlage von Ottilie Bader nur beistim men. Es hieße die Genossin Zietz beleidigen, wenn ma: ernoch länger über den Vorschlag der Vertrauensperson dis kutieren wolle. Während dieser Diskussion wird Frau Zietz von vielen Kolleginnen aus dem Vorstande geküßt und getröstet. Klara Zietz, die dabei vor Rührung in Tränen ausbricht, wird gegen eine unerhebliche Minder heit zur zweiten Vertrauensperson gewählt.“— Auch der alte würdige„Genosse“ Singer, auf den das Ewig=Weibliche von jeher eine starke Anziehungskraft ausübte, erschien noch auf der Bildfläche und erfreute die Korona durch eine kräftige Schimpfrede auf das Vereinsgesetz. Tages=Neuigkeiten. Aus Meckleuburg=Schwerin, 20. Sept. In Bresegard bei Hagenow= benutzte die Büdnerfrau Staack mit ihrem 12jährigen Sohne den Milchwagen zur Heimfahrt nach dem Dorfe, wobei Mutter und Sohn ihren Sitz oben auf den Milchkannen gewählt hatten. Als die Pferde dann, durch einen sie anbellenden Hund unruhig gemacht, plötzlich anzogen, stürzten Mutter und Kind vom Wagen und zwar so unglücklich, daß die Mutter, welche eine Bruch des Genicks erlitten hatte, auf der Stelle tot war, während der Knabe einen schweren Beinbruch erlitt.— In Warlow bei Hagenow wurde serner die Büdnerfrau Graack durch den brechenden Wiesbaum derart von dem Wagen geschleudert, daß sie auf der Stelle den Tod erlitt.— Durch „Fahrlässigkeit eines sechsjährigen Knaben wurden in Gülzow, Amt Stavenhagen, drei große Kornmieten des Schulzen Peters eingeäschert.— Das vier Monate alte Kind der Arbeiter Richterschen Eheleute in Neustadt wurde morgens im Bett seiner Eltern, in dem es schlief, erstickt aufgefunden. Das Kind ist nach Feststellung der Gerichtskommission von den Eltern im Schlafe totgedrückt worden. Der„Hauptmann" in Hamburg. Der„Hauptmann von Köpenick“ ist bekanntlich am Mittwoch in Kiel eingetroffen der Polizeipräsident verbot aber sein Auftreten in einem dortigen Varitee. Auch in Hamburg hat er von sich reden ge macht, und hierfür liest man: Zunächst war es eine Gast wirtschaft in der Altonaer Friedrichsbaderstraße, in der laut Abmachung Herr Voigt auftreten sollte. Er verzichtete aber auf die Vorstellung. In der nächsten Nacht besuhr er St Pauli mit seinem Impresario, der mit ihm einen förmlichen Hausierhandel trieb, indem er sich in die Lokale begab und die Wirte fragte, was sie dafür zahlen würden, wenn der „Hauptmann von Köpenick“ in ihrem Lokal sich einige Zeit den Gästen zur Schau stellte. Platate zum Ankleben an die Schaufenster hatte der Impresario gleich mitgebracht. Einige Wirte an der Reeperbahn gingen auf den Handel ein. So ließ Voigt sich an der Reeperbahn in einem kleinem Case und nach her in einer minderwertigen Nachtwirtschaft anstarren. Er verkaufte Ansichtskarten und ließ sich 30 Psg. extra zahlen wenn er seinen Namen auf die Karte setzte! Auch ein Case in Altona an der Grenze erwarb die Sehenswürdigkeit, und in der Mitte einer Anzahl galanter Damen thronte der Berauber der Köpenicker Stadtkasse und heimste wohlgefällig die Ehren des Ruhmes und die Nickel derjenigen, die nicht alle werden, ein. Weniger Glück hatte der Impresario mit seinem lebenden Schaustück bei dem Besitzer des Cafe Stern in Altona. Derselbe verwehrte ihm nachdrücklich den Eintritt mit einer mehr drastischen als für Voigt schmeichelhaften Bemerkung. Auch in der„Weinhütte“ machte der Impresario die bittere Erfahrung daß der Lokalinhaber ihm mit seinem Ansinnen die Tür wies Dagegen gelang es, den Wirt Oskar Schuldt, Reeperbahn, zu bestimmen. Voigt gestern mittag Aufnahme zu gewähren und ein diesbezügliches Plakat an die Schaufenster kleben zu lassen. Es dauerte nicht lange, so war die Straße mit Neugierigen die Voigt sehen wollten, derart gefüllt, daß die Polizei dem Verkehrshindernis entgegentreten mußte. Herr Schuldt ließ die Plakate entfernen und der Urheber des Auflaufs verließ das Lokal. Als er die Droschke bestieg, in elegantem Anzug, auf dem würdigen Haupt einen schicken grauen Schlapphut, wurde er mit lauten Hurras und anderem Geschrei begrüßt Er dankte mit militärischem Gruß. In der Droschke hatte der Impresario und eine junge Begleiterin mit Voigt Platz ge nommen. Vom Bölkerschlachtdenkmal. Einem Artikel des„Leipz. Tagebl.“ über den jetzigen Status des Völkerschlachtdenkmals ei entnommen, daß die 60 Meter hoch projektierte Ruhmeshalle zurzeit bereits eine Höhe von 49 Metern erreicht hat. Wenn man von dem jetzigen Höhenstand aus Umschau über die Gegend hält, so genießt man schon jetzt einen wunderbaren Fernblick. Bis nach dem Erzgebirge hin und bis zum Petersberg bei Halle kann man bei klarem Wetter sehen. Die Villen, die in der Nähe des Denkmals liegen, muten einem wie zierliche Spielwaren an. Wenn man in diesem ungeheuren Wald von Holzgerüsten, die das ganze Denkmal noch umkleiden, hineinsieht, so wird es begreiflich, daß nach einer Berechnung die zur Rüstung verwendeten Stämme auseinandergelegt eine Wegestrecke von Leipzig bis nach Bautzen ausmachen würden. Mit den bisher verwendeten Zementmengen würde man einen 10 Kilometer langen Eisenbahnzug füllen können. Das Ge lände vor dem Denkmal nach dem Napoleonstein wird nicht wie ursprünglich geplant war, mit einem Teiche versehen, son dern Rasenftache erhalten. Das Denkmal wird an dieser Seite einen monumentalen Eingang bekommen; die Wälle werden mit vier mächtigen Postamenten, die mit Löwen besetzt sind, ausgestattet sein. Durchgegangene Elesanten. Von sechs indischen Elesanten aus Hagenbecks Tierpark in Stellingen, die auf dem Staatsbahnhose Eidelstedt nach München verladen werden sollten scheuten, nachdem drei bereits im Waggon untergebracht waren die drei übrigen vor einem herankommenden Zuge. Einen von ihnen gelang es noch durch schnelles Fesseln an der Flucht zu hindern, die beiden anderen aber flüchteten in rasendem Lause über Stock und Ste in, über Gräben und Weideplätze, jedes sich ihnen entgegenstellende Hindernis zerstampfend. Der eine wurde schließlich in Neu=Loksiedt, wo er noch in den Gärtnereien großen Schaden angerichtet, sich dann aber festgelaufen satte, noch in der Nacht wieder eingefangen, während es bei dem zweiten, der seine Schritte nach Rugenbergen gelenkt, erst gestern vormittag gelang. Ein Luftschiss=Rekord. Nicht allgemein bekannt dürfte P#m n pas d. gische Militärluftschiff am 11. v. M. bei seiner Fahrt nach Magdeburg einen Weltre.##d in doppelter Hinsicht aufgestellt hat. Es ..#achl nur 13 Stunden ohne Unterbrechung in der Luft aufgehalten und damit die höchste Leistung erreicht, die jemals ein Luftschiff ausweisen konnte, sondern es hat sich auch bei der Rückfahrt fünf Sunden ununterbrochen in einer Höhe von 1000 Metern gehalten und dadurch die bisherigen Leistungen aller anderen Militärluftschiffe in den Schatten gestellt. Aber noch mehr. Als das Lustschiff nach 13stündiger Reise wieder in Berlin eintraf, war noch soviel Benzin und Ballast vorhanden, daß es leicht noch 4 bis 6 Stunden in der Luft hätte verweilen können. In den ersten Tagen des November wird unser Militärballon „“grenme aufnehmen. Wir hossen, daß das istschiff bei diesen Fahrten einen neuen Weltrekord von 20 Stunden aufstellen wird. Dadurch wird der deutsche Militärballon den Leistungen der Militärluftschiffe anderer Staaten voraussichtlich auf lange Zeit weit voraus ein. Außerdem wäre auch zu erinnern, daß unser Militärluftschiff sich bis zu einer Höhe v. 1500 Metern längere Zeit in der Lust wird halten können. Dadurch würden wir erreichen, daß das Luftschiff im Ernstsalle weder von Kanonen=, noch von Gewehrschüssen getroffen werden könnte. Bei 1500 Meter hört nämlich jegliche Möglichkeit auf, ein Luftschiff durch Geschosse von unten aus zu erreichen. Beschlagnahme einer Orientbahnstrecke durch Bulaarien. Der Ausstand des türkischen Personals der Orient ahnen hat ein politisch recht interessantes Ereignis in Bulgarien ausgelöst. Die Bulgaren haben die Gelegenheit benutzt, ihre Hand auf diejenigen Linien der Orientbahnen zu legen, die innerhalb ihres Gebietes laufen, und machen einstweilen keine Miene, die momentan durch ihr Eisenbahnregiment in Betrieb gehaltenen Strecken wieder freizugeben, auch nicht, nachdem der Bahnstreik in Konstantinopel bereits beigelegt ist. Es handelt sich bei dieser„friedlichen Eroberung in der Hauptsache um die ostrumelische Linie von Sarambey über Phisippopel— Truovo nach Jamboli. Von besonderem Interesse dürfte bei dieser Angelegenheit der Protest sein, den der deutsche Vertreter Baron Romberg und der österreichische Geschäftsträger Graf bei dem bulgarischen Minister des Aeußern Paprikow gegen dieses Vorgehen seiner Regierung eingelegt haben. Stadt und Land. Aus der Nachbarschaft. * Bielefeld, 25. Sept.(Stadttheater.) Wochenspielplan. Sonntag, 27. Sept.: Eröffnungsvorstellung:„Ein Sommernachtstraum“.— Montag, den 28. Sept.:„Ein Sommernachtstraum“.— Dienstag. den 29. Sept.:„Jugendfreunde".— Mittwoch, den 30. Sept.:„Geschäft ist Geschäft". — Donnerstag, den 1. Oktober:„2 X 2=5“.— Sonnabend, den 3. Oktober:„Die Räuber“. * Hann.=Münden, 23. Sept. Die große Eisenbahnbrücke an der ehemaligen Hannoverschen Staatsbahn, welche im Jahre 1855 vollendet wurde, ist im Lause der Jahre stark reparaturbedürftig geworden. Bei jedem Regenguß drang Wasser in das Bauwerk ein und sickerte an den Gewölben herab. Damit nun diese Feuchtigkeit, zumal bei dem zu erwartenden Frostwetter, keinen größeren Schaden anrichten kann, hat die Eisenbahndirektion in Kassel angeordnet, daß die Brücke jetzt wasserdicht abgedeckt werden soll. ... Kasse, 22. Sep., auf entsetzliche Weise fand in der Weststraße ein 6jähriges Mädchen seinen Tod. Beim Spielen auf dem Hofe warf angeblich ein 8jähriger Junge ein brennen des Schwefelholz auf das Mädchen, Töchterchen eines Brauers Lose. Das Kind lief mit dem in Brand geratenen Kleide aus Angst davon. Dadurch wurden die Flammen erst recht angeacht und das Kind glich einer lebenden Feueräule. Ein Schuhmachermeister sprang herbei, um das Feuer zu ersticken, erlitt dabei aber selbst schwere Brand wunden im Gesicht, an Armen und Händen. Das Mädchen hatte solch schwere Verletzungen erhalten, daß es bald daran tarb. Alte und junge Liebe. Erzählung von Georg Pohl. (Nachdruck verboten.) „Nein, wie komisch— wie interessant!“ Das blonde, junge Mädchen, das auf einer Anhöhe stand und die entzückende Landschaft, die hier so wildromantisch war, betrachtete, blickte sich rasch nach ihrer Gefährtin um „Was ist komisch und interessant?“ fragte sie. „Sieh mal dorthin. Der Herr, der dort ankommt, ist wahrhaftig Arnold Kreutzer. Ich habe Dir ja von ihm erzählt. Er is der Mann, der damals so verzweifelt war, als ich ihn abwies, daß er seine tSellung aufgab und auf Reisen ging. Er muß mich rasend geliebt haben,“ fügte sie in hochmütigem Ton uied mit blitzenden Augen hinzu. Sie wartete begierig auf den Moment, da der betreffende näher kommen würde und sie freute sich schon darauf, daß Edith Curtius mit ansehen solle, wie groß ihre Macht über diesen Mann noch heute Vermischte Nachrichten Sen Se der Herr Kaiser? Folgende kleine Episode vom Kaiserbesuch erzählt die„Straßburger Post“: Als der Kaiser bei seiner Fahrt durchs Oberelsaß von Rappoltsweiler nach dem rebenbekränzten Reichenweier fuhr, mußte auf der Straße mitten im Rebgelände das kaiserliche Automobil wegen Deekts am Rade Halt machen. Der Kaiser und seine Begleiter tiegen aus, als unverhofft aus dem nahe gelegenen Rebstück ein betagtes Mütterlein an ihn herantrat mit der Frage: „Sen Se der Herr Kaiser?". Der Kaiser antwortete:„Ja, das bin ich“ und sofort saßte das Mütterlein seine Hand mit den Worten:„Das frait mi jetz awer“, was sie mehrere Male wiederholte. Dann sagte sie:„Warte Si Herr Kaiser, ich will ne jetz di ebs Scheens verehre.“ Sprachs und verschwand im Rebstück, um alsbald mit zwei Trauben wieder zu erscheinen; Do, Herr Kaiser, hann Si d'scheenste Triwel von mim Steckle. sei Edith sah sie mit traurigem Blick an und mitleidsvoll ruhten ihre Augen auf dem Mann. Dann machte sie eine Bewegung, als wolle sie sich entfernen. „Laß mich nicht mit ilm auein,“ sagte Ruth mit leiser Stimme. Edith wünschte insgebeim, der Mann möchte umle##ren, noch ehe er sie gesehen— und sie wünschte, daß er gar nicht an diesen Ott gekommen wäre. Aber da stand er schon ror ihnen. Offenbar hatte er Rutb nicht erkannt— doch schon zog er den Hut. Ruth wunderte sich nicht wenig, daß sein Wesen so gelassen war. Mit lachender Koketierie streckt. sie ihr, der keine An stalten dazu machte, die Hand bin— eit eine Blick. der ihn von neuem in ihre Netze ziehen sollte. Aber Arnolds Augen lieben nicht auf ihr haften, sie gingen zu dem jungen, blonden Mädchen an ihrer Seite, das so warme, mitleidsvolle Augen halte. Auf Ruths Einladung nahm er neben ihnen auf der Bank Platz. Ruth lachte und plauderte, aber sie machte wenig Ein druck auf ihn. Seine Antworten waren einsilbig und zeugten oon einer Interessenlosigkeit, die sie ärgerte. Und als er Miene machte, sich zu entfernen, hielt sie iln nicht zurück. Eine Weile, nachdem er sie rerlassen, blieb Ruth in Ge eanken versunken sitzen. Dann sagte sie:„To zeugt von schlech rem Geschmack, daß Arnold Kreutzer seine Enttäuschung über die von mir erhaltene Abweisung so deutlich zur Schau trägt. Wenn ich in der Liebe eine Enttäuschung erfahren hätte, ich würde es keinen Menschen merken lassen. Wenn er mich allein hätte sprechen wollen, brauchte er es ja nur zu sagen. Du hättest das nicht übel genommen, nicht wahr?“ Edith verneinte. Sie dachte im stillen darüber nach, ob es wirklich Trauer und Bitterkeit war, was Herrn Kreutzer so still und zurückhaltend machte. Sie wußte nicht, wie jemand sich verhält, dem man das Herz gebrochen hat, aber dieser eine schien, soviel sie davon verstand, nicht an gebrochenem Herzen zu leiden. Droben auf dem Gipfel des Berges saß der zurückgewiesene Bewerber Ruths ebenfalls in Gedanken versunken. Die überwältigende Abneigung, die er beim ersten Wiedersehen mit der einst so wahnsinnig Geliebten empfunden, die er, wie er damals gemeint, nie vergessen und deren Stelle in seinem Herzen nie eine andere ausfüllen würde, um derentwillen er beinahe seinem Leben ein Ende gemacht— diese Adneigung hatte ihm einen Schreck eingejagt. Nach sechs Monaten bei ihrem Anblick so etwas zu empfinden, hätte er nie für möglich gehalten. Als ob ein Schleier von seiner Seele weggczogen worden wäre, er=so deuklich sah er, daß er nicht einen Funken Liebe mehr für sie empfand, sondern nur Abneigung— nichts als eine große, an Widerwillen grenzende Abneigung. Ein Stück weiter unten wanderte das blonde Mädchen umher, hie und da eine Blume pflückend, dabei dann und wann mit träumerischen Augen über die Landschaft blickend, die vom Heidekraut wie mit einem rotvioletten Schleier überdeckt war. Seine Augen konnten sich von dem lieblichen Bild kaum losreißen— bis Ruth Gernsheim sich zu Edith gesellte. Da war es aus mit dem Zauber. Edith wußte nicht, ob sie sich freuen oder ob sie es bedauern sollte, daß Arnold Kreutzer an demselben Ort blieb, an dem sie mit Ruth weilte. Aber Arnold machte, was Edith eigentlich erwartet, gar keine Miene, vor Ruth zu fliehen, deren Anblick ihm doch stets von neuem Schmerz und Qual bereiten mußte. Und darüßer war sie anfangs fast trauria. Als sie aber sah, daß er heiter und sorglos blieb, da freute sie sich. Denn erstens zeigte es ihr, daß seine Herzenswunde geheilt war, und zweitens hätte sie sein liebes gütiges Gesicht und die angenehmen Plauderstunden, die sie mit ihm genoß, wenn sie ihn allein traf, nugern vermißt. An Abreise dachte er also nicht. Aber Ruth war diejenige die eines Tages erklärte, abreisen zu wollen, da sie es schauder haft langweilig in„diesem Nest“ finde. Ruth war nämlich wütend. Zuerst hatte sie geglaubt, die Gleichgiltigkeit Arnolds gegen sie und die Freundlichkeit gegen Edith sei nur eire List von ihm, Ruths Eisersucht heraus zufordern und dann ihre Liebe zu gewinnen. Aber allmählich sah sie ein, daß diese List nur in ihrer Einbildung bestand. Und ihre von Eifersucht geschärften Augen sahen längst, was Edith noch immer nicht sah— daß Arnold Edith liebte Ruth kennte ja diesen warmen Blick seiner Augen nur zu gut aus früherer Zeit. Diese Wahrnehmung reizte sie zur Wut— sie sann auf Nache. Edith mußte fort, dann wollte sie sich ihn zurückerobern. Sie haßte Edith. Sie haßte sie so glühend, daß es ihr schwer wurde, überhaupt freundlich mit ihr zu reden. Und sie weidete sich förmlich an dem vor Schreck weiß gewordenen Gesicht, als sie Edith sagte, daß sie fort müßten. „Ich hatte garnicht gemerkt, wie die Zeit vergeht,“ stammelte Edfkh, als sie endlich begriffen.„Und ich hätte längst daran denken müssen, daß ich nicht solange Dein Gast sein burfte.“ Nach einer Weile fuhr sie fort:„Ich möchte nur noch einmal meine Lieblingsplätze besuchen und von ihnen Abschied nehmen. Und ich möchte es tun, während Du Deine Mittags ruhe hältst.“ „Ich gehe mit Dir,“ gab Ruth zurück.„Es ist netter, wenn wir diese Abschiedsbesuche zusammen machen.“ Edith wäre so gern allein gegangen, aber es half nichts. Sie mußte mit Ruth gehen.“ Träumerischen, sehnsuchtsvollen Auges blickte Edith um sich, ihr war das Herz so voll, daß sie kaum sprechen konnte. Und ihr tat das Herz so unsagbar weh. Endlich mahnte Ruth zum Aufbruch.„Wir werden den kürzeren Weg nach Hause nehmen— über die Meierei.“ Doch erschrocken blickte Edith auf.„Nein, nein,“ rief sie angstvoll,„nur das nicht. Denkst Du denn nicht an den bissigen Hund in der Meierei? Er wollte das letzte Mal, als ich vorbeiging, an mir emporspringen.“ Ruth sah sie verächtlich an. An den Hund hatte sie garnicht gedacht. Aber sie weidete sich an Ediths Angst, nun ge rade schlug sie diesen Weg ein. „Sei nicht so töricht,“ sagte sie kalt.„Nervöse Menschen sind mir schrecklich. Wie kann man nur so feige sein! Wir zwei werden mit diesem Hund wohl fertig werden, wenn er wirklich auf uns zurommen sollte. Und außerdem werden ihn die Leute, denen er gehört, nach dem Aufhebens, das Du machst, an die Kette gelegt haben.“ Ohne ein weiteres Wort erhob sich Edith und folgte der Freundin. Sie gab sich die größte Mühe, ihre Angst zu be meistern. Der Weg war breit genug für zwei, aber Ruth rich tete es so ein, daß sie stets ein Stück voraus ging. Oben kamen sie an einen schmalen Weg, aus dem nur eine Person Platz hatte. Mit zitternden Gliedern folgte Edith. Sie trat so leise auf wie möglich, damit nur ja der Hund ihr Kommen nicht merken solle. Aber diese Hoffnung machte Ruth zu schanden. Kaum war sie an dem gefürchteten Tor, hinter welchem der Hund sich befand, vorüber, so brach sie in überlautes Lachen aus. Und dieses Lachen reizte das bissige Tier zu solcher Wut, daß es mit unheimlichem Knurren an dem Holzzaun zweimal hoch empor und beim dritten Versuch mit einem gewaltigen Satz über den Zann sprang. Er wollte die Ruhestörer strafen Edith war vor Schreck wie gelähmt. Sie sah, wie Ruth den Abhang hinunter rannte— sie sah die wilde Bestie auf sich zusturzen kommen— dann sank sie bewußtlos zu Boden. Nach ungefähr zweihundert eiligsten Schritten blieb Ruth stehen und horchte. Sie hörte kein Geräusch, die Gefahr schien also vorüber. Aber zurück, um nach Edith zu sehen, ging sie nicht. Um die nächste Wegbiegung sah sie einen Mann kommen — sie erkannte ihn, da sank sie anscheinend ohnmächtig auf der Moosbank zusammen, neben der sie Halt gemacht. Arnold Kreutzer sah die regungslose Gestalt und eilte auf sie zu. Aber es dauerte nicht lange, ehe er begriff, was sich zugetragen. Ruth sprach von nichts weiter, als von ihrer wahnsinnigen Angst, erst als Arnold äußerte, daß Fräulein Curtius hoffentlich nichts zugestoßen sei, da erst dachte sie an Edith und eine große Unruhe kam über sie. Sie erhob sich mit schlotternden Knieen und wollte zurückeilen, aber Arnold drückte sie mit starker Hand auf die Bank zurück und sagte: „Ich gehe zu ihr. Der Anblick könnte Ihnen schaden.“ Gleich darauf rannte er wie toll davon Auf dem schmalen Weg, auf derselben Stelle, auf welcher sie zusammengebrochen war, lag Edith noch immer mit dem Gesicht nach unten und mit weit ausgestreckten Armen. Und als regungslose Masse lag neben ihr d. Hund. neben d. ein junger Bursche kniete. „Was ist geschehn?“ rief Arnold keuchend, als er neben dem jungen Mädchen niederkniete und ihren Kopf in die Höhe hob. Der junge Mann sah ihn mit traurigen Augen an. Er war sehr erhitzt und seine Hände zitterten. „Ich habe ihn tot gemacht,“ sagte er mit zitternder Stimme. Das war alles, was ich tun konnte. Ich kam gerade, als er auf sie lossprang, und ich— ich habe ihn mit meinen Händen erwürgt. Weiter konnte ich nichts tun— und es war— ein hartes Stück Arbeit.“ „Ich danke Ihnen?“ versetzte Arnold schlicht, aber seine Stimme schwankte, als wolle sie brechen. „So liegt sie nun schon die ganze Zeit,“ fuhr der junge Bursche fort.„Sie scheint ohnmächtig zu sein. Nachgesehen habe ich noch nicht.“ Er stand langsam auf und sah prüfend auf seine braunen Hände und seine muskulösen Arme.„Ich hatte die ganze Jeit mit ihm zu tun— der arme Hund.“ „Hat er ihr etwas getan?“ stammelte Arnold, voller Angst in das weiße, starte Gesicht blickend. „Nein, nein, er hat sie gar nicht angerührt. Ich kam gerade im richtigen Augenblick. Wenn Sie sie zu meiner Mutter hier in die Meierei bringen wollen, meine Mutter wird Ihnen gern helfen, sie wieder ins Bewußtsein zu bringen.“ Arnold nahm die leichte, regungslose Gestalt in seine Arme und trug sse in den Bauernhos, wo Edith unter den Bemühungen der Bauerin auch bald die Augen ausschlug. Ihr Blick traf zuerst den Arnold, der mit heißer Sorge und mit inniger Liebe in ihre Augen tauchte „Gott sei Dank, mein Liebling.“ flüsterte er inbrünstig. Und über das weiße Gesicht Ediths flog eine heiße Röte und ihre Augen leuchteten in unverhüllter Seligkeit. „Edith, ich liebe Dich über alles. Du mußt die meine werden, ach. Liebling, wie Du mich erschreckt hast! Ich dachte schon, Du seiest für immer von mir gegangen. Und nun ge hörst Du mir. Nun nehme ich Dich in meinen Schutz, damit ich Dich gegen alle Unbill der Welt schützen kann. Du brauchst wirklich einen Beschützer. Glaubst Du nicht?“ Ja, sie glaubte es ihm Der Kaiser nahm die Trauben freudig un ind erzehrte sie stehend, während die Frau nicht von seiner Seite wich. Bald darauf ein letzter freundlicher Händedruck und das Mütterlein ging seiner Rebarbeit wieder nach. Die Amtskleidung. In der Strafsache gegen den Israeli tischen Lehrer Siegfried Gold in Hoffenheim wegen Ueber tretung wurde die Revision des Angeklagten vom Oberlandes gericht verworfen. Gold hatte als Geistlicher bei einer Beerdi gung eine Kleidung getragen, die der Amtskleidung der evan gelischen Geistlichen beinahe gleich war, nur daß die weißen Bäfschen fehlten und das Barett rund statt viereckig war. Der Angeklagte war vom Schöffengericht freigesprochen, von der Strafkammer aber wegen unbefugten Tragens einer Amte tracht verurteilt worden. Der Dualahäuptling mit dem Monokel. Welch gewaltigFortschritte die europäische„Kultur“ auch in unseren deutschen Kolonien unter den dortigen Eingeborenen macht, sieht man aufs neue aus einem Briese, den der Häuptling W. Duala Ngongi in Bouadiboug(Westafrika) an eine Breslauer Juwe lierfirma gerichtet hat und der, den Münchener Neuesten Nach richten zufolge, folgenden Wortlaut hat „Duala, Bouadiboug. den 5. August 1908. Möchte ich gerne die beiden Lorgnon Glas mittel haben, nicht ganz groß. Die Sache möchte ich mit Nächtengelegenheit kriegen, wenn Sie mein Brief bekommen habe Hochachtungsvoll Adresse ist W. Duala Ngongi. Häuptling. Bouadiboug. Duala.“ Es handelt sich bei dieser Bestellung laut beiliegenden Ausschnitt aus der Preisliste um zwei Monokel und eine dazu gehörige Schnur, deren Betrag gleichzeitig im voraus einge schickt wurde. Ein Dorf mit zwei Bürgermeistern Die Gemeinde Unter liederbach bei Höchst wählte vor etwa drei Jahren den Bürger meister Aßmann zum Ortsoberhaupte. Aßmann, ein geborener Frankfurter, begann alsbald innerhal der Cemeinde mit einer Reihe von Resormen, die Aufsehen erregten. Der hin kende Bote stellte sich jedoch unerwartet ein. Aßmann wurde in schwere Prozesse verwickelt, so daß sein Bleiben auf dem Bürgermeisterposten in Unterliederbach zur Unmöglichkeit wurde. Aßmann ging und fand sich mit der Gemeinde in der Weise ab, daß ihm eine Entschädigung von einigen Tausend Mark gezahlt wurde. Unterliederbach schritt zur Neuwahl uni erkor den jetzigen Bürgermeister Blank, der sein Ami zur Zu friedenheit der Bürgerschaft führt. Nun ist dieser Tage de: ehemalige Bürgermeister Aßmann in Unterliederbach erschie nen und hat der Bürgerschaft die überraschende Mitteilung gemacht, daß er sich nach wie vor als Bülgermeister von Unter liederbach betrachte und die Gemeinde auf eine Entschäd gungssumme von 36.000 A verklagt habe. Die Unterlieder bacher sollen von dieser sensationellen Mitteilung ihres frühe ren Ortsoberhauptes keineswegs erbaut sein Die Höhe des Jahres ist längst überschritten, immer später erscheint das leuchtende Tagesgestirn, und immer früher ver läßt es uns wieder. Selbst die prächtigsten Herbsttage vermo gen uns nur flüchtig darüber hinwegzutäuschen, daß wir un: allmählich der kalten Jahreszeit nähern. Und daraus ergib. sich die Notwendigkeit, sich für den Eintritt des Winters en: sprechend auszurüsten. Anschaffungen aller Art. namentlich in Bezug auf Garderobe, werden sich in den Haushaltungen er forderlich machen. In weiten Kreisen ist als empfehlenswerte Bezugsquelle für die Bedürfnisse des täglichen Lebens scho seit vielen Jahren das Versandgeschäft von May& Edlich in Leipzig-Blagwitz bekannt, das soeben seinen neuen Herbstkatalog zur Ausgabe bringt, der wiederum eine so reiche Fülle von Bedarfsartikeln der verschiedensten Art bietet, daß es sich wirklich lohnt, ihn einer eingehenden Durchsicht zu un terziehen. Wir sind überzeugt, daß jeder Geschmack das ihn Zusagende darin finden dürfte. Wenn wir noch hinzufügen daß die Zusendung der Preisliste auf Verlangen an jedermann kostenfrei erfolgt, und daß Waren, die den gehegten Erwartun gen nicht entsprechen sollten, gern zurückgenommen oder um getauscht werden. so dürfte es einleuchten, daß es nur vorteil# haft sein kann, sich bei vorliegendem Bedarf an die genannt Firma zu wenden Eine ergötzliche Geschichte trug sich vor kurzem in einen Dorse der Umgebung Frankfurts zu. Eine dortige Wirtsfrau hatte einen unter dem Namen„Seppel“ bekannten Tagelöhner zum Obstbrechen angenommen. Nach Beendigung der Arbeit verlangte der Tagelöhner Seppel einen Betrag als Lohn. der der Wirtin zu hoch vorkam. Sie zahlte deshalb auch nur einen Teil.. Seppel, darob ergrimmt, verließ das Zimmer mi. den Worten:„Aich mache mich schun bezahlt, aich wern's Eud schun zeige!“ Zwei Tage später kam Seppel wieder in di Wirtschaft. Er verlangte ein Frühstück, bestehend aus Wurs Brot und einem großen Glase Nordhäuser. Als die Wirti: wieder ihrer Arbeit in der Küche nachging, tränkte Seppel ei Teil seines Brotes mit Schnaps und schlich sich damit auf der Hof. Dort warf er das Brot den Hühnern vor. indem er genau darauf achtete, daß nur zwei Hühner die Brotstückchen auffra ken. Dann setzte er sich wieder an seinen Tisch in der Wirts stuhe. von dem aus er den ganzen Hof übersehen und mit Ver gnügen bemerken konnte, wie die von dem Schnaps beduselte: Huhner herumtorkelten. Inzwischen kam auch die Wirtin au den Hof. Beim Anblick ihrer Hühner schrie sic entsetzt auf Seppel sprang sofort herbei und erklärte auf die Frage, war nur mit den Hühnern passiert sein könnte, die Tiere seien von einer ansteckenden Krankheit befallen, sie müßten sofort getöte werden, sonst lebte nach 24 Stunden kein Stück des Geflü gelhoses mehr. Daraufhin forderte die Wirtin den Seppel auf die zwei Hühner aus dem Hause zu schaffen. Seppel ließ sich das natürlich nicht zweimal sagen, schlachtete die Hühner und trug sie nach Haus. Er hatte sich auf diese Weise voll bezahlt gemacht. Der Prcis für Frauenhaar. Die Riesenhutmode für diesen Winter bedingt eine Haartracht zu der sehr viel Haar erforder lich ist. Da nicht jede Dame über einen reichen Haarschmuck verfügt, wird künstliches Haar viel gefragt und gekauft werden In Paris hat bereits ein schwunghafter Handel mit Frauen haar eingesetzt, und ein Friseur der französischen Hauptstadt hat sich unlängst über den Preis von Frauenhaar geäußert Am billigsten ist nach seinen Angaben chinesisches Haar. Es ist sehr hart, dick und grobsträhnig. Der Preis vartiert zwischen fünfzig und sechzig Franken das Kilo. Damit unsere Damenwelt dieses Haar tragen kann, muß es zunächst durch chemi sche Bäder weicher und schmiegsamer gemacht werden. Sehr gesucht ist dagegen blondes Haar. Es kostet, wenn die Haare achtzig Zentimeter lang sind. 1500 Franken das Kilo. Am teu ersten ist aber natürlich weißes Haar. Für weißes und seiden weiches Haar das sehr schwer aufzutreiben ist, werden 3000 Franten und darüber per Kilogramm gezahlt. Der letzte Graf Stadion. Aus Pilsen wird gemeldet, daß auf Schloß Kauth Graf Philipp Stadion Stadion=Thann= hausen im 61. Lebensjahre gestorben ist. Mit ihm ist das alte Geschlecht der Stadions im Mannesstamme erloschen. Der letzte Graf Stadion war im Jahre 1847 geboren; sein Vater war Graf Damian Stadion, seine Mutter eine Prinzessin Ghika. Die Stadions sind eines der ältesten Geschlechter des deutschen Uradels; sie stammen aus Graubünden, ließen sich dann in Schwaben nieder und leisteten Rudolf von Habsburg Heeres folge. So kamen die Stadions, deren Hauptbesitz sich in Württemberg befand und zum Teil noch befindet, nach Oesterreich, in dessen Geschichte Mitglieder der Familie wiederholt eine hervorragende Rolle spielten. Der Berühmteste seines Geschlechtes war Graf Franz Stadion, der Minister des Innern im Kabinett Schwarzenberg. Anfang des vorigen Jahrhunderts blühten zwei Linien der gräflichen Familie Stadion, die friderizianische und die philippische. Die erste erlosch vor zwei Jahren mit dem Grafen Georg Stadion=Warthausen und Thannhausen, die zweite ist nun mit dem Grufen Philipp ausgestorben. Der letzte Graf Stadion war in kinderloser Ehe mit einer Bürgerlichen, Marie Cisar vermählt. Im Luxuszug durch Europa. Der Lloydexpreß Bremen— Genua, der am 1. Oktober von der Schlafwagengesellschaft in Gemeinschaft mit dem Norddeutschen Lloyd eingerichtet wird, erhält eine besonders zweckmäßige und glänzende Ausstattung. Er dürfte neben den Dänemarkexpreß zwischen Berlin und Kopenhagen den glanzvollsten Zug Europas bilden. Die Schlafwagen erhalten von Puffer zu Puffer eine Länge von 20,32 Meter. Sie sind auf Drehgestellen zu je zwei Achsen montiert. Jeder Wagen hat neun Abteile mit je zwei Plätzen. Wird das Abteil von einem Reisenden allein benutzt, so wird die Rücklehne vollständig an die Wand gedrückt, so daß der ruhende Reisende den ganzen Raum des Wagens über sich frei hat. Jedes Abteil wird mit einer Waschgelegenheit versehen. Drei Endabteile haben die Waschgelegenheit im Abteil selbst. Die anderen Abteile werden durch Zwischentoiletten getrennt. Außerdem befindet sich noch eine Wascheinrichtung am Ende des Wagens. Die Sitze und Rücklehnen werden mit blauem Plüsch überzogen. Die Füllungen bestehen aus Samt mit Stickereien. Die Decken werden reich mit Malerei verziert. Die Abteile werden mit hängendem Auerlicht hell beleuchtet. Jedes Abteil erhält eine Heizungsbatterie, die vom Reisenden selbst geregelt werden kann. Die Speisesalonwagen enthalten einen Speiseraum zu 22 und einen Salon zu 12 Plätzen, eine Küche. einen Anrichteraum und eine Toilette. Der Anrichteraum ist mit besonders großen Eisschränken ausgestattet, um zu jeder Zeit Getränke in frischem Zustande verabreichen zu können. Der Salon erhält leichte Korbsessel und bequeme Ledersessel von der englischen Firma Maple. Die Füllungen es ganzen Wagens bestehen aus kostbater Holzeinlegearbeit. Neu an dem Wagen sind patentierte Entlüftungsapparate in den Fenstern zur Lüftung und Entfernung des Zigarrenrauchs und des Küchengeruchs. Kunst und Wissenschaft. War Jesus ein Jude? Auf dem internationalen Kongreß für die Geschichte der Religionen, der am Dienstag in Oxford eröffnet wurde, wird Professor Paul Haupt(Professor an der Johns Hopkino Untversität in Baltimore) eine Frage aufwerfen, die voraussicht lich zu lebhaften Erörterungen führen wird. Professor Haupt behauptet nämlich. Jesus sei kein Jude, sondern ein Arier ge wesen. Professor Haupt stützt seine Theorie auf folgendes: In Syrien liegt am Flusse Orontes eine Stadt, die in der Bibel Hamat und heute Hamah genannt wird. Diese Stadt liegt 160 Kilometer von Damaskus und 400 Kilometer nördlich von Jerusalem. Ihr Name wird, da sie von beträchtlicher Bedeutung war, etwa dreißigmal im Alten Testament erwähnt. Im zweiten Buche der Könige wird bemerkt, daß der König von Assyrien Männer von Hamat brachte und sie statt der Kinder Israels in den Städten von Samaria ansiedelte. Professor Haupt ist der Ansicht, daß dieses Hamat in Galiläa zu suchen sei, und daß diese Einwanderer Arier waren. Der Rassencharakter von Galiläa sei dadurch vom semitischen zum arischen umgewandelt worden u. Jesus habe der neuen Rasse angehört. Die Stellen in der Bibel, die von einer Abstammung von Da nid sprächen, seien spüter in der Hoffnung, die Inden dadurch für das Christentum gewinnen zu können, eingefügt worden Von den Gegnern dieser Thcorie wird ins Zeld geführt, daß. selbst, wenn man annehmen wollte, Hamat habe in Galiläa gelegen, immer noch der Beweis zu erbringen sei, daß die neuen Einwanderer Arier gewesen seien, daß sie ferner alle Einwohner Galiläas verdrängt hätten und daß endlich kein Semite sich in Galiläa niederließ während der Jahrhunderte. die den Fall von Samaria von Jesus Geburt trennen. Pro fessor Haupt antwortet darauf, daß er keineswegs bereit sei ohne Vorbehalt überhaupt die Existenz von Jesus anzuer kennen, daß aber Jesus, wenn er wirklich gelebt habe(!) ebensogut ein Arier wie ein Jude habe sein können. Handel und Bieleseld, 23. Sept. Der gestrige Viehmarkt war mit 58 Rindern und 1780 Schweinen betrieben. Es wurden gezahlt für Rinder 200—400 MA, Schweine(Zuchttiere) 75—100 M. (Stangen) 25—38 M,(6—8 Wochen alte) 10—15 k. Der Handel war sehr flau. Hersord, 22. Sept. Der Viehmarkt war heute nur schwach beschickt, und die Zahl der Besucher blieb höchst gering. Pferde handel leblos. Auf dem Rindviehmarkt behaupteten sich die Preise des Vormarktes. Milchkühe 300.A. altmelkende 200. Handel flau. Ebenso auf dem Schweinemarkt. Alte Sauen kosteten 75—100.A. Stangen 20 30 MA. Sechswochenserkel 9—12 M. Der Markt wurde in allen Viehgattungen nicht ge räumt. Auf dem Krammarkt wenig Verkehr. Humoristische Ecke. In Berlin am Brandenburger Tor steht ein Schutzmann und sieht den Leuten, welche dort mit Pflasterausbesserungen beschäftigt sind, zu. Plötzlich bemerkt er. wie ein Arbeiter in einen der hochglühenden Asphaltösen fällt. Nasch springt er hinzu, zieht den schon arg Verbrannten heraus und herrscht ihn an:„Herrrr!!! Wissen Sie nicht, daß die Feuerbestattung in Preußen untersagt ist?“ Zum Streit in der Sozialdemoknatie. Organisierte Aarteimitglieder in Nonddeutschland 1907 (Marxisten) 1908 in Süddeut schland(Revisionisten) 1907 110154 1908 von den Revislonisten entfallen auf: Bayern mit Hessen-Nassau 1907 ERANN 88779 7908 M.MN 67527 Württemberg 1907 a16 608. 10008 u 18751 Baden 1907# /3964 7908 B 13243 Hessen 1907m7422 1908 77718 Elsan Lothringen 190713181 3908 13311 Im Reichstag sind vertreten: Die Maristen mit 29 Abgeordneten, die Rer#sionisten mit 20 312 ##d. Jkan. 1 466777 20 S99 ebgeordnoten 8 In Nürnberg tagte der Parteitag der deutschen Sozial demokratie. Mit besonderer Spannung wurden in diesem Jahre dse Verhandlungest dort verfolgt. Ist doch die Kluft zwischen den Nors#utschen„Genossen“ und den süddeutschen in der letzten Zeit durch scharfe Kontroversen so bedeutend er weitert worden, daß ein gänzliches Auseinanderfallen dieser beiden Gruppen nicht ausgeschlossen erscheint. Ein Blick auf die diesbezüglichen statistischen Ermittelungen der letzten bei den Jahre gibt Aufschluß über die numerische Macht der gegen seitigen Streitkräfte. Die norddeutschen Sozialdemokraten („Marxisten") zalffken 1907: 420,.312 organisierte Parteimit glieder 1908 sogar 466.777, die süddeutschen(„Nevisionisten") dagegen 1007: 110.151 gegen 120,559 im Jahre 1n08. Von den letzgenannten entfallen auf Hessen Nassau: 58,779(1907) und 67,527(1918), auf Württemberg: 16.808(1907) und 18.751 (1908), auf Baden: 13.901(1.07) und 13.213(1908), auf Hessen: 17,422(1907) und 17.718(1908), sowie auf Elsaß Lothringen: 3181(1907) und 3311(1908). Im Reichstage sind die Marxisten mit 29 und die Revisionisten mit 14 Abge orducten vertreten. Boohaft.„Es ist ein wahres Glück, daß der Künstler dieses Gemälde mit seiner Namenunterschrift versehen hat, so ist er wenigstens sicher, daß man es nicht verkehrt aufhängt!“ Alles umsonst.„Was! so viel Wasser tun S' in d' Mill Frau Nachbarin?“—„Ja, wissen S' nicht, daß ich neulich hundert Mark Straf' hab' zahlen müssen?... Das muß ich wieder reinbringen!"—„Hundert Mark Straf“?! Großer Gott! Warum denn?“—„Na, wegen Milchpantscherei!“ Auch etwas.„Haben Sie den Rock immer noch nicht wiedergekriegt, der Ihnen gestern gestohlen wurde, Herr Pa stor?“—„Ganz noch nicht; aber vier Knöpse von ihm haben wir bereits im Klingelbeutel gefunden!"(Flieg. Blätt.) Ordnung muß sein. Ein Manöverscherz wird dem„Heidel berger Tagebl.“ erzählt. Im Manövergelände nahm während des Marsches ein Soldat eine Zwetsche von einem Baum, was der gestrenge Herr Feldwebel bemerkte. Er gab Befehl zum Halten, und der Soldat mußte die„verbotene Frucht“ mit einem Zwirnsfaden wieder an den Baum aufhängen. Ofsen.„Sie Kellner, im Vertrauen: was ißt man denn hier am besten?"„Käse. den lassen wir holen.“ Wer einmal lügt... Förster:„Ja, die Geschwindigkeit des Lichtes beträgt 42000 Meilen in der Sekunde.“ Bäckermeister:„Alles was recht ist, aber so sehr brauchen Sie doch nicht zu lügen.“ Auch eine Gefälligkeit. Erster Freund(zum zweiten):„Ich bin in ein Mädchen verliebt und möchte sie heiraten, bitte rate mir ab!“ Die Höhe. Angetrunkener,(auf der Strandpromenade zu einem Vorübergehenden): Können Sie mir nicht sagen, wo der Bürgersteig ist, ich bin hier fremd! Kühnes Bild.„Nein, was der Herr Klaus immer für neue, überraschende Ideen hat!"„Ja, der legt die Kolumbus eier gleich schockweise.“ Auf jeden etwas. Warum nehmen Sie denn jeden Abend Ihre beiden Söhne mit ins Wirtshaus?— Ja wissens, die Alte schließt die Tür auf... und wenn wir drei sind, da verteilt sich's besser! Umtausch. Kunde(zum Heiratsvermittler, der nebenbei eine Zigarrenagentur betreibt):„Wissen Sie, Herr Meier, mir ist die ganze Heirat leid geworden; vielleicht finden Sie einen anderen Reflektanten für meine Braut... ich nehme Zigarren dafür. In der höheren Töchterschule. Lehrerin:„.. Theseus fand glücklich den Ausweg aus dem Labyrinth durch einen Wollknäuel, den er von der Königstochter Ariadne erhalten hatte.— Sie sehen also, meine Damen, daß es in jeder Lebenslage vorteilhaft ist, ein Strickzeug bei sich zu haben.“ Die Null. Frau Meier ist eben aus dem Bade zurückgekehrt. Nachdem sie die zahlreichen, auf dem Bahnsteige versammelten Freundinnen und Verwandten begrüßt und abgeküßt hat, bemerkt sie auch ihren Mann, der ihr schüchtern die Hand reichen will.„Aber Fritz", ruft sie entrüstet.„Du stehst auch noch immer hier? Ich denke, Du kümmerst Dich um das Genack“ Betrachtung. Schriftsteller(zum Freunde):„Das, was ich jetzt vollindet habe,... ist wirklich ein echtes Lustspiel durch und durch... Sogar das Honorar, das man mir dafür bietet, ist zum Lachen!“ „Ding an sich“ frei von Chlor und Soda, ist und bleibt das erste und beste Waschmittel der neuen Aera. Chlor zerfetzt die Wäsche, Soda macht sie gelb. grössere Mengen davon sind schüldlich. Soda greift auch die Hände empfindlich an. Billige Waschmittel enthalten erhebliche Mengen Soda, zum Teil bis zu Zu haben bei: E. Freitag, Hoflieferant R. Heinemann. Amtsspar--Leihekasse Schötmar (mündelsich) verzinst Einlagen mit 3¼4% und gibt ne edingungen unter günstigen Bel das meine Stiefel bei Jalius Ruthe in Lage am besten und schnellsten beschlt werden. Annahme und Ausgabe in beiden Schuhläden in Unten u Oben Lage. Für 48 Mark versende ich eine hochelegante, bocharm. Familienähmaschine(Syst. Singer) zum Fußbetrieb m. allen Neuerung. ausgestattet, inkl. hochf. poliert. Kasten u. sämtlichen Zubehör. Viele Anerkennungen. 5 Jahre Garantie. K. Hönniger, Erfurt 100. Ill. 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Was hat ein Teil der französischen Presse für einen Lärm gemacht, als die deutsche Regierung ihre Meinung kundgab, daß die Zeit zur Anerkennung Muley Hafids sund damit auch zur endlichen Beruhigung des unglücklichen Landes gekommen sei! Die marokkanischen Interessenten in Frankreich wollten die Erledigurß der An erkennungsfrage möglichst lange hinzögern, Zwischenzeit mit Hilfe des Schattensultans noch möglichst viele Vorteile herauszuschlagen. Deshalb war ihnen die deutsche Anregung so unangenehm. Die deutsche Regierung wurde aber auch von anderer Seite, zamentlich englischer, wegen ihrer Initiative hart getadelt. setzt zeigt sich jedoch, daß diese Initiative nicht wertlos war. Elsaß=Lothringen werde noch auf lange Zeit nötig sein, weil eine Arbeit nach der anderen über Nacht erwachse. Es gehe dem Gustav Adolf=Verein mit Lothringen wie je 1 Pastor, zu dem eine Frau mit einem kleinen Kinde auf dem Arme kam:„Geistlicher Herr, ich bin wieder da! —„Aber, liebe Frau, schon wieder da? Wird veun das Kleine da niemals groß?“—„Das schon, geistlicher Herr aber es ist halt jedesmal ein anderes!“(Große, Heiterteit,) d.er Den verlassenen Pfleglingen der evangelischen Kirche Hilfe um in der1.. bringen, auch„wenn es immer wieder ein anderes in svont 8#9#hleibe auch in Lothringen Pflicht und Freude des Hustav Adolf=Vereins. D. Pank führte weiter aus: Die Grüße der kaiserlichen Regierung seien für den Gustav Adolf Verein eine Ehre; aber er sei dieser Ehre nicht unwert. namentlich englischer, wegen ihrer Inttiative hart geraoelt.] Wo wir an den Mauern unserer Kirchen bauen, bauen etzt zeigt sich jedoch, daß diese Initiative nicht wertto##wir zugleich am Säulenwerk des Staates.“ Und das Urteil, das in Jerusalem der kaiserliche Statthalter gefällt Zunächst hat sie, und das war für uns das Wichtigste, hat, dürfte auch dem Gustav Adolf=Verein von jedem österbewirkt, daß der von französischen Politikern immer wieder sreichischen, deutschen und sonstigen Statthalter nicht vor bald offen, bald versteckt, vertretene Anspruch auf ein all=senthalten werden:„Ich finde keine Schuld an ihm! gemeines Mandat, auf Grund dessen Frankreich und Spa] Wirsind friedlich gesinnt, auch gegen unnien auch in der Anerkennungsfrage das erste Wort hätten gsere fatholischen Mitchristen. Wir sind kein agund im Namen Europas sprechen könnten, binfällig 9r=gressiver, kein unduldsamer Verein. Gewissensfreiheit und worden ist. Es ist wieder die in der Algesirasakte en Toieranz sind Edelpflanzen, die aus protestantischem Bohaltene Gleichberechtigung der Mächte zur Geltung ge=den erwachsen sind. Wir beklagen es, wenn irgendwo diese kommen, und die französische Regierung selbst war ver=IPflanzen zertreten, statt gepflegt werden, wenn Evangeanlaßt, in ihrer Note den Gesichtspunkt der Gemeinsamkeit kische da und dort noch immer empfindlich die Wahrheit des der europäischen Interessen vorauzustellen. Infolgedessen Wortes erfahren müssen:„Toleranz— Klang, Parität— konnte auch die am 22. September übergebene deutsche###riät!“ Geheimrat Pank führte dann in meisterhaften Antwort in versöhnlichem Geiste gehalten sein. Bildern die gewaltige Geschichte der Stadt Straßburg der : Sachlich sucht sie die französisch spanischen Vorschläge in F.-ammlung vor Augen, die Beziehungen ausmalend, bessere Uebereinstimmung mit der Algecirasakte zu brin=(die von gen Zeiten Karls des Großen und Kaiser Rotbarts gen, Unklarheiten zu beseitigen und die Bedingungen für bis zur Reformationszeit hin den Boden der alten Stadt die Auerkennung Muley Hafids zu mildern. Insbeson mit dem geistigen Leben des deutschen Volkes, der evauge dere wird eine nähere Prüfung der von Abdul Asis noch„„„ nach der Ausrufung seines Bruders zum Suitau abgeschlossenen Verträge und gemachten Schulden verlangt Ferner soll es genügen, wenn Muley Hafid verspricht, Ordnung und Ruhe wiederberzustellen und das Völker recht zu achten. In beiden Beziehungen wird die französische Regierung von ihren ursprünglichen Forderungen lischen Kirche, verknüpfen. Den Geist der ersten Zeugen nicht ersterben zu lassen, das sei die Losung für die Arbeit des Gustav Adolf=Vereins, der es ernst nehme mit dem Wort:„Das beste Gut, das uns gegeben, ist Jesus Christ, sein Wort und Leben!“ Wir kommen nach Straßburg, um unseren Wahlspruch tief einzugraben in alle Herzen:„Lasset uns Gutes tun an jedermann, allermeist aber an des „„„—„„ abgehen müssen. Anderseits erhebt die deutsche Regierung Glaubens Genossen!“. Diesen Wahlspruch stets hochzuhal keine prinziviellen Einwendungen dagegen, daß Frankret####ten im vertrauen auf die Worte des Lutherliedes:„Eine und Spanien die Begleichung der Kosten für die mili=ish, Burg ist unser Gott“— dazu segne Gott die Straßtärischen Sühneaktionen allein mit dem neuen Sultan re=burger Tagung.(Lang auhaltender, stürmischer Beisall.) geln sollen. Man scheint in Frankreich befürchtet zu baben,]“... 1—2, Teutag wurde mit einem Festgottes daß Deutschland gerade in diesem Punt. Schwierigkeiten] Auch der zweire Pres### m Gegen Mittag tra machen werde. Die deutsche Regierung ist jedoch nicht in ldienst in der neuen Kirce eigen Gaale deg Thomassiftel diesen Fehler verfallen; denn ein Fehler ware es geesten die Abgeordneten im groven Titung zuiammen Se. wesen, ein Recht zu bestrelten, das wir selber, wenn dentsche#v, r gx, Awoez Graz vielt seinen Vortrag über:„DieevanUntertanen vergewaltigt worden waren, ebenso in An=IyIor T#:-T4u7, in Henerreich““ Er führte aus, eruch nehmen würden. 4.24,— Jas die özentiche Voltschule in Oesterreich ursprünglich Es ist zu hoffen, daß die weiteren Verhandlungen Zule auen Konfessionen zugängliche Simultanschule ger völligen Einigung führen werden. Dann fällt der 1—., sie führt noch jetzt den Namen:„Interkonsessio schen Politik das Verdienst zu, zur rechten Zeit das!2.. Schule“, und alle Einwohner ohne Unterschied der Hir ai Bolara 1s Al. Gilnss nelsitet au haben.s• 5EE. O. des Bekenntnisses müssen zu dieser Schule Beiträge leisten Die Schule ist aber nicht mehr interkonsessionell, in Wahr heit ist es vielmehr dem Ansturm der katholischen Agitation gelungen, der öffentlichen Schule einen katholischen Charak= ter aufzuprägen. Sie ist so katholisch geworden, daß cvan gelische Kinder sie nicht mehr ohne schwere Schädigung ihrer fännin Die Errichtung einer deutsche Richtige mit Erfolg in die Wege geleitet zu haben. Vom Gustav=Adolf=Verein. Wir haben über die in Straßburg i. Els. statt=gelische Kind gefundene Hauptversammlung des Gustav Adolfpereins##religiösen Ueberzeugung besuchen können. D schon Verschiedenes berichtet. Heute erganzen wir die Be Schulen ist den Protestanten dadurch außerordentrichte durch folgende Mitteilungen: 1lich erschwert, daß sie zu den öffentlichen Schulen immer Die Beteiligung an der diesjährigen Hauptversamm=Inoch Beiträge leisten müssen, ohne daß sie irgend welchen lung des Evangelischen Vereins der Gustav Adolf.=Stiftung Anspruch auf die von ihnen aufgebrachten, Seulsgugg ist, obwohl sie zum ersten Male im Reichslande stattfindet, haben. Die Schuljugend wi. durch, dzer Verbältnis ganz besonders stark. Eingeleitet wurde sie durch Gottes= schwer geschädigt. Die Errichtung dienste und Begrüßungsversammlung. In dieser letzteken gelischer Volksschulen ist davr: gritzer erng gringt. ergriff, von lang auhaltendem, stürmischem Beijall begrüßt, ist aber dringend davor zu warnen, evanger#### Pr## der Präsident des Lentralvorstandes, Geh. Kirchenratlvolksschulen ohne starke finanzielle Basis zu erormen. Auch D. Pauk=Lupzig das Wirt zu einer eindrucksvollen Redesevangelische Alumnate für solche, die ihre Rug# die ais ein Avpell der Bestrebungen des Gustav Adols=Iteren Ausbildung in die Stadt schicken, und auch für SemiVereins wirkte. Er knupfte humorvoll an den Straßburger mittelattetlichen Prediger Geiler von Kayserberg an, der, wenn er sein: Zuhörer erwas erüdet sah, sein: Predigt zu unterbrechen pflegte und sagte:„Nun räuspert Euch erst!“.(Große Heiterkeit.) D. Pank hob zunächst die alten Beziehungen hervor, die zwischen dem Gustav Adolf Verein und der Straßburger Evangelisationsgesellschaft bestanden haben. Die Hilfe des Gustav Adolf=Vereins in naristen sind dringend notwendig. Besondere Berücksichtigung müssen Schulen finden, die in anderssprachlichen Gegenden liegen, wie in Galizien, wo sie die Muttersprache erhalten und verhindern, daß die Deutschen dort polonisiert werden. Unter allen Umständen ist das Aufgeben einer schon bestehenden Schule eine schwere Schädigung des evangelischen Volkes. Sie zu erhalten ist eine wichtigere Aufgabe als die Errichtung von neuen Schulen, für deren Erhaltung die wesentlichen Garantien nicht in der Gemeinde selbst liegen. Der Gustav Adolf=Verein darf nicht der Hauptträger eines Schulsystems sein, sondern nur helfender Freund für Gemeinden, die Kraft, Entschlossenheit und Opserwilligkeit genug besitzen, um die Erhaltung einer Schule auf eigene Schultern zu nehmen. Um 4 Uhr nachmittags traten die Teilnehmer der Tagung zu der ersten öffentlichen Hauptversammlung im großen Saale der Aubette zusammen. Die Versammlung war überfüllt. Geh. Kirchenrat Pank=Leipzig eröffnete die Hauptversammlung, nachdem die Gemeinde ein Kirchenlied gesungen hatte, mit eindrucksvollen Worten der Begrüßung Er teilte mit, daß der Zentralvorstand ein Huldigungs= telegramm an den Kaiser gerichtet hat, worauf der Kaiser ofort antwortete(beides bereits von uns veröffentlicht). Geheimrat Pank gedachte dann der Toten des Vorahres, zu denen auch der Großherzog Friedrich von Baden gehört, und schloß seine mit lebhaftem Beifall ausgenommene Begrüßungsansprache mit der Mahnung, auch diese Tagung zu einer fruchtbringenden zu gestalten. Dann erstattete der Generalsekretär des Gustav Adolfvereins, Pastor Braunschweig=Leipzig, den Jahresbericht des Zentralvorstandes. Nach diesem Jahresbericht betrugen die Einnahmen des Vereins mehr als zwei Millionen Mark. Die Zahl der Vereine ist auf 2035 gestiegen, dazu kommen 696 Frauenvereine. 34 Kirchenbauten sind mit Hilfe des Gustav Adolf=Vereins zum Ab chluß gekommen. Der Verein hat seine Tätigkeit über vier Erdteile ausgedehnt. Besondere Opfer erfordert noch immer Oesterreich. Jedenfalls kann aber festgestellt werden, daß die Arbeit des Vereins von reichem Segen begleitet ist. Es wurden dann Geld=Festgaben zur Ueber reichung gebracht. Pfarrer Ernst=Straßburg überreichte 37000 M. die von 250000 Protestanten im Elsaß gesammelt worden sind. Die Schüler des protestantischen Gymnasiums zu Straßburg haben 1050 A gesammelt. Pfarrer Zandt aus Baden brachte 500 M vom Badischen Hauptverein und vom Zweigverein Pforzheim. Die durch Pfarrer Zauleck=Bremen gesammelte Kinderfestgabe betrug 17200 M. Sie ist für die Eiskeller=Gemeinde in Fürstenfeld in Steiermark bestimmt. Die nächste Kindergabe soll nach Weiern in Kärnten übermittelt werden. Pfarrer Op pozensky aus Böhmen brachte 675 M von der tschechischen reformierten Gemeinde für arme deutsche Gemeinden. Nachdem Geheimrat Pank allen Gebern herzlich gedankt hatte, schloß er die Versammlung.— Am Abend sand eine öffentliche, volkstümliche Versammlung unter der Leitung des Professors Rendtorff=Kiel statt. An den Kaiser von Oesterreich wurde ein Huldigungstele gramm abgesandt. In der zweiten öffentlichen Sitzung wurden Berichte über die Lage des Protestantismus im Auslande entgegenge nommen. Besonderes Interesse fand die Berichterstattung des Pfarrers Fanler aus Ungarn, der ausführte, er wolle keinen Mißklang in diese Tagung bringen, aber er musse doch mitteilen, daß die katholische Kirche das, was sie in Oesterreich verliere, in Ungarn wieder herausholen wolle. Dem Prote stantismus stehe deshalb in Ungarn ein schwerer Kampf bevor Pfarrer Calvino=Lugano berichtete über die Fortschritte des Protestantismus in Italien, Pastor Dedekind über den Prote stantismus in Südbrasilien. Generalsekretär Pastor Braunschweig=Leipzig referierte sodann über die von ihm im Auftrage des Gustav Adolf=Vereins unternommene elfmonatliche Durchquerung Brasiliens. Er teilte mit, daß die katholische Kirche sich der Deutsch=Brasilianer angenommen und deutsche Ordensbrüder dahin gesandt habe, vor allem Jesuiten und Franziskaner. Diese hätten aber die deutsche Sprache nur ale Unterrichtssprache in den Lehrplan ausgenommen, genau so wie Englisch und Französisch. Gegenüber der Tätigkeit dieser Ordensbrüder hat es sich der Gustav Adolf Verein zur Aufgabe gemacht, den Protestantismus in Brasilien zu pflegen. Die große Liebesgabe des Gustav Adolf=Vereins im Be trage von 22 586 Mark wurde mit überwiegender Majorität der Gemeinde Kreisch in Siebenbürgen zugesprochen, die beiden anderen kleineren Liebesgaben(6903 beziehungsweise 6953 Mark) erhielten die Gemeinden Habinghof in Westfalen und die Gemeinde Sao Leopoldo in Brasilien. Als Ort für die nächste Hauptversammlung des Gustav Adolf=Vereins im Jahre 1909 wurde Bielefeld gewählt. Damit fand die diesjährige Tagung ihr Ende. Die französische Armee. Wir haben einen Brief erwähnt, den der französische General Pedoya an den preußischen Generalleutnant z. von Pelet=Narbonne gerichtet. Generalleutnant v. PelerNarbonne ersucht nunmehr um Abdruck des nachstehenden Schreibens, das er dem General Pedoya hat zugehen lassen: Berlin, den 22. September 1908. Herr General! Sie erweisen mir die Ehre, im Journal„Le Matis“. unter dem 19. d. M. einen offenen Brief an mich zu richten aus Anlaß eines Aussätzes, der vor mehr als zehn Monaten erschienen ist und eine gewisse Polemik vervorrief, die aber durch eine Erklärung meinerseits im„Militär=Wochenblatt“ vom 4. Januar zum völligen Abschluß gelangt ist. Ich muß als sicher annehmen, daß Sie den Artikel im Original nicht gelesen haben, sondern nur entstellte Auszüge. Sie würden sonst nicht behaupten, ich hätte„die französische Nation korrumpiert“,„die Armee als in Fäul= nis befindlich" bezeichnet. Diese Behauptungen weise ich als erfunden mit Entrüstung zurück. Sie fragen mich, auf welche Tatsachen ich jene Behauptungen gründe? Obige Zurückweisung überhebt mich zwar der Beantwortung, doch will ich bemerken, daß mein Aufsatz lediglich ein Referat gibt über Aeußerungen von französischer Seite, die Armee betreffend. Die Quellen sind übrigens überall angegeben. Ihre Entrüstung richtete sich daher an die falsche Stelle.— Nicht ich habe Schriften veraßt wie„Einem neuen Sedau entgegen“, oder„Sind wir verteidigt?“, Schriften, die ich in meinem Aufsatze ausdrücklich, da sie mir übertrieben schienen, ausgeschaltet habe. Ich habe auch nicht die Artikel über das Protektionswesen der Deputierten versaßt, die ich in der„France militaire sand, ebensowenig habe ich, wie Verleumder behauptet haben, die in Frankreich für die Kolonialtruppen allgemein gebräuchliche Bezeichnung als„apaches coloniaux“ erfunden, die sogar Herr Humbert in dem Bericht über das Heeresbudget gebraucht hat.— Ich bin auch nicht verantwortlich dafür, daß die Städte Boulogne und St. Omer eine Garnison dieser Truppen zurückgewiesen haben. Ich kann also nur nochmals bitten, Herr General, daß Sie sich um weitere Auskunft an die oben bezeichneten Quellen wenden und an die sonst im Aufsatz angeführten. Ihre Entrüstung mir gegenüber findet eine Erklärung durch ein französisches Blatt.— Der„Gaulois“ vom 15. November v. J. schreibt bezüglich meines Aussatzes: „Nicht, daß die Ausführungen unbegründet seien. Sie basieren vielmehr auf gut ausgewählten Dokumenten, und wurden von dem richtigen Gefühl für das inspiriert, was einer guten Armee nottut, aber sie verletzen uns, weil sie von einem Ausländer wiederholt werden, und weil es verdrießlich ist, daß wir unsere schmutzige Wäsche nicht mehr im Familienkreise waschen können.“ Ich habe übrigens noch zu bemerken, daß ich nicht dem Generalstabe der deutschen Armee angehöre, mich auch nicht mehr im Dienst befinde. v. Pelet=Narbonne, Generalleutnant z. D. Wie gemeldet, hielten die bulgarischen Behörden einen aus Konstantinopel eingetroffenen Zug an der bulgarischen Grenze an, ließen statt der Lokomotive der Orient bahngesellschaft eine bulgarische Lokomotive vorspannen und forderten alle Reisenden auf. neue Fahrkarten zr lösen. Minister Ljaptschew kennzeichnete den Standpunkt der Regierung dahin, wir wollen keine Besitzergreifung Lustige Wochenchronik. Es ist in früh'ren Zeiten genau— Wie heute bei uns gewesen.— In mancher Chronit verstaubt und grau— Kannst Du darüber lesen: Die Menschen stritten sich auch herum— Und waren verschiedener Meinung:— Daß einer klug und der andre dumm,— Trat deutlich in die Erscheinung. Doch tobte früher der Meinungen Streit— Zuweilen blutig und häßlich,— So wird er in der modernen Zeit— Zumeist erledigt kongreßlich.— Zwar streiten auch auf Kongressen sich— Der Rede, der Federn Helden,— Und manche der Wackern vergessen sich— Und pflegen recht grimmig zu schelten. In Nürnberg, heiho, da klopften sie sich— Gar grimmiglich aus die Röcke,— Die Norddeutschen waren so ärgerlich— Auf die süddeutschen Böcke.— Aber die gingen trutziglich fort — Zum Zorne der Radikalen,— Hie Nord— hie Süd— hart klang dies Wort— Den Internationalen. Bei weisem friedlicher waren doch da— Die parlamentarischen Leute,— Dem Frieden zu dienen wollen sie ja— Dem Kriegsgott entwinden die Beute.— Der Kanzler be stätigte logisch und sein.— Wie sehr doch der Friede zu schätzen.— Aber um stark und gesichert zu sein,— Müsse den Säbel man wenen. Auf die Parlamentarier gleich— Folgten die Ritter der Feder.— Wie ein König in seinem Reich— Herrscht von ihnen ein jeder.— Ihnen sagte der Kanzler: Seht.— Die Völker gehorchen der Presse.— So sorgt, daß einander man besser versteht— Und das Zanken vergesse. Auch in Paris sind die Strippen zerstört,— Jene Strippen zum„Quasseln".— Aber noch immer genugsam hört— Man von Marokko und Basseln.— Wenig sonst trägt in die Welt der Draht— Unser Int'resse zu wecken,— Kann auf südwestlichem Kriegspsad— Simon Copper uns schrecken? Mehr schreckt der„Steuermann“ Sydow, der— Gefüllt mit Pfeilen den Köcher,— Er zielt schon auf uns, er fackelt nicht mehr— Und schießt in die Börsen uns Löcher.— Das ist betrüblich, das schöne Geld— Das er entringt unseren Händen,— Das ließe sich in der traurigen Welt— Sonst zu was Lust'germ verwenden. Busch, jetzt Himmelsmalerdichter, seinen abertausend Freunden hinterlassen; eine Sammlung kleiner Schnurren in Vers= und Stiftskizzen, die in den neunziger Jahren entstanden, aber zu seinen Lebzeiten nicht veröffentlicht werden sollten. Sie haben den leis=melancholischen Sammeltitel„Hernach“ erhalten und sind nun eben in einem hübschen Bande im Verlag von Lothar Joachim, München, erschienen. Ein Haufen köstlicher Einfälle, alles echte„kleine Buschs“, sind hiez zum Ergötzen der Nachwelt vereinigt; Mensch und Getier springen dem Leser in tausend drolligen Situationen entgegen, und alles ist technisch so blitzsauber wiedergegeben, daß man die Originale zu sehen vermeint. Wenn man das Buch durchblättert, sieht man die alte prägnante Augenblickskunst des Meisters aus jeder Ecke lachen. Und ist auch manches nur ein harmloses Launenspielchen, so nimmt man's doch in Dankbarkeit und mit Genuß hin, denn der still schmunzelnde Philisoph von Mechts hausen verrät sich auch darin. Laßt sehen, was sein heiterer Epilog uns alles darbietet. abends im gemütlichen Lampenlicht zu lesen; da gibt es ein „Ständchen in der Frühlingsnacht", von drei Froschmusikanten einer schüchtern durchs Blattgewirr blickenden Schönen gewidmet:——„Nur ist es fraglich, ob's gelingt, daß es zu Röschens Herzen dringt.“ Dann sieht man ein reizendes Schmetter Graf Ferdinand von Zeppelin, ein Mann der Tat. Von A. Vömel. Mit 16 ganzseitigen Kunstdruckbeilagen. Verlag von Johannes Blanke in Konstanz. Preis geheftet mit Um schlagzeichnung von Professor Hans Bachmann in Luzern 1.20 Mark, sein kartoniert mit Relief=Porträt Mk. 1.50, eleg. geb. in Ganzleinen Mk. 2.—. in Ganzleinen geb. mit Goldschnitt Mk. 2.50. Durch alle Buchhandlungen zu beziehen. Die erste und bedeutsamste literarische Erscheinung zu einem hochaktuellen Thema liegt uns vor. Trefflich in Wort und Bild, fesselt das Werk den Leser vom Anfang bis zum Schlusse. In 18 Kapiteln schildert an Hand authentischen Matersals der Verfasser den Werdegang des großen Mannes. In schlichter, aber eindringlicher und warmer Sprache, welche namentlich auch auf die Jugend ihren Eindruck nicht verfehlen wird, redet das Buch von der tatenreichen Jugend des Grafen, die große Epoche von 1870=71 wird vor uns lebendig in den Schilderungen seiner Kriegserlebnisse, innige und herzwarme Bilder entrollen die Abschnitte vom Familien= und Innen leben des Gatten und Vaters. des Menschen und des Christen. All dies bildet den Rahmen für die Kapitel. in denen uns die monumentale Gestalt als die des genialen Erfinders entgegen tritt. Die Jubelstimmung, welche das ganze deutsche Volk ob der großen Errungenschaft ergriffen— hier findet sie Worte lings= und Käferidyll„Maitanz“ und einen sich„geschäftlich und kaum ein Leser wird sich dem tiefgehendsten Eindruck auch abmühenden Osterhasen, dem der Stoßseufzer entschlüpft: dies- TaI- antsinhen Sännen 18 Literatur. Wilhelm Buscho Epilog. Eine Art poetisch=zeichnerischen Testaments hat Meister „Es ist das Osterfest alljährlich Doch für den Hasen recht beschwerlich!“ Höhere Mystik schwingt Bildchen von der„Zeit": in den kleinen Reimen und „So ist nun mal die Zeit allhie, Erst trägt sie dich, dann trägst du sie, Und wann's vorüber, weißt du nie!“ Aus dem sozialen Leben gibt es viele Munterkeiten, zum Beispiel in der Geschichte vom„Dorspolitiker". in„Künstlers Hoffnung" und anderen Schnurren. Schließlich sei aug, noch eine ganze Reihe schwarzer und buntfarbiger„Schnitzel“ erwähnt, in denen Wilhelm Buschs rasches Auge eine Unzahl samoser Typen aus der Welt des Komischen festgehalten hat. So wird sein Vermächtnis lauter frohe Genießer finden. „Von Ikaruo bis Zeppelin“, heißt das neueste Buch des phantasiebegabten Rudolf Martin, des Versassers von BerlinBagdad. Dieses Mal wendet es sich, wie der Brandussche Verlag in Berlin mitteilt, an unsere Jugend, um sie im Verein mit dem bekannten Jugendschriftsteller Gustav Schalk für die Motorluftschiffahrt und ihre große Zukunft zu begeistern. Wir kommen nach Erscheinen noch auf das reich illustrierte Buch zurück. dieses Teils entziehen können. 16 Vollbilder auf Kunstdruck schmücken das Buch, worunter Darstellungen intimeren Cha rakters, welche, gleschwie manche Interna aus dem. Leben unseres großen Mannes. ohne die Beihilfe der Seinigen dem Verfasser und dem Verlage nicht zugänglich gewesen wären. Das Titelbild der gehefteten Ausgabe von Professor Hans Bachmann in Luzern ist ein Kunstwerk an sich. So haben wir denn hier eine Erscheinung vor uns. welche sich an Tiefe mit dem Empfinden unseres Volkes deckt und die bezüglich Form und Inhalt gewiß alle Leser befriedigt. Das Buch, an Wahrheit ein zeitgeschichtliches Dokument, gereicht jeder Bibliothek zur Zierde. Auf den billigen Preis sei noch besonders hingewiesen. Er erleichtert jedem Stande, Vereinen und Schulen aber die partienweise Anschafsung. Handel und Märkte. Der Saatenstand im Deutschen Reiche. Ueber den Saatenstand im Deutschen Reiche um die Mitte des Monats September veröffentlicht das kaiserliche statistische Amt folgende Ziffern, von den 2 gut und 3 einen mittleren Stand bedeutet: Kartoffeln 2.6(Sept. 1907 2.6), Klee 2.6 (2.7), Luzerne 2.4(3), Bewässerungswiesen 2,8(2.7), andere Wiesen 2.7(3). In den Bemerkungen dazu heißt es: In dem Berichtsmonate herrschte vorwiegend regnerisches und kaltes Wetter. Trotz reichlicher Niederschläge sollen doch in vielen Gegenden die Aecker für die Herbstbestellung noch zu trocker und zu hart sein. Für die Beendigung der Getreideernte war die Witterung recht ungünstig; besonders die Einbringung des Hafers und der Gerste verzögerte sich. Der Hafer ist stellenweise überhaupt noch nicht zur Reife gelangt. Die Winteraussaatsarbeiten sind infolge der Nässe auch verschiedentlich noch im Rückstande. Der Stand der Kartoffeln findet infolge der naßkalten Witterung eine ungünstigere Beurteilung. Die Berichte sprechen von drohender Knollenerkrankung. Die bisherigen Ernteergebnisse sind meist nicht ungünstig ausgefallen, wenn auch die Größe der Knollen nicht überall befriedigt. Für Klee und Luzerne waren die vielen Niederschläge nicht ungünstig, sie verzögerten aber das Abernten des letzten Schnittes. Die Nachmahd war schwer, verschiedentlich noch nicht einzubringen. Die Entwickelung der diesjährigen Einsaat ist recht günstig. Der Stoppelklee steht größtenteils üppig. Die Grummeternte ist meist noch im Gange, da sie durch die nasse Witterung beeinflußt worden ist. Aus der Bieleselder Wäsche=Industrie. In bezug auf die Einführung des mechanischen Antriebes für Nähmaschinen in der Bielefelder Wäscheindustrie veröffentlicht der soeben erschienene Bericht der Handelskammer zu Bielefeld einen allgemein interessierenden Brieswechsel, welcher zwischen der Bielefelder Handelskammer und dem Handelsminister in dieser Angelegenheit stattgefunden hat. In einer Eingabe vom 29. Februar d. Is. teilt die Handels kammer mit, daß die Königliche Gewerbe=Inspektion in Bielefeld die Absicht habe, die Kleider=, Wäsche= und Bekleidungsfabriken, welche Nähmaschinen in ihren Betrieben verwenden, auf dem Verordnungswege zur Anlage eines mechanischen Betriebes zu zwingen mit der Begründung, daß das Treten der Nähmaschinen gesundheitsschädlich set. Eine solche Maßregel würde für die Bieleselder Wäscheindustrie und die in Frage kommende Bekleidungsindustrie von den einschneidendsten Folgen begleitet sein. Die Handelskammer bemerkt, daß der mechanische Betrieb mit dem Wachsen der einzelnen Etablissements ganz von selbst eingeführt werden wird, so daß es in dieser Beziehung gar keiner behördlichen Einwirkung bedarf. Auf diese Eingabe hat die Handelskammer nunmehr vom Regierungsprästdenten zu Minden einen Bescheid erhalten, in dem es u. a. heißt, daß der Handelsminister, seine Entscheldung dahin abgibt, daß die Bestrebungen des Bieleselder Gewerbe-Inspektors die Wäschefabriken zur Einführung des mechanischen Antriebes für ihre Nähemaschinen zu veranlassen, als den in den §§ 120a—6 der Gewerbrordnung niedergelegten Grundsätzen entsprechend und somit als berechtigt anerkannt werden müsse. Ein Anlaß zur Beanstandung des Vergehens des Gewerbeinspektors liege um so weniger vor, als die fragliche Anforderung lediglich an leistungsfähige, mehr als 20 Arbeiter beschäftigende Fabriken gelegentlich der Errichtung von Neubauten oder Erweiterungsbauten gestellt worden ist. —— können aper auf unserem Gediete keine Eisenbahn dulden, iruges, und deren Wrsonal von Konstantinopel aus dirigiert wird. Bei seiner Erledigung darl, ein privater Beleidigungsprozet wegen desselben Vorwurfs nach den gesetzlichen Bestimmungen überhaupt nicht stattfinden. Minister des Aeußern sorderten do Vertreter von an das Orientsahaumersonal. Ee murde ihnen der Wescheld au. Maug..:g.. Presselongreß, Auf dem gestrigen an das Orientbahnpersonal. Es wurde ihnen der Bescheid ge= Bankett im Zoologischen Garten eröffnete den Reigen der geben, der Streik bei der Orientbahn sei noch nicht beendet, da Tuaste der Vizepräsident des Kongresses Schweitzer mit noch das Schiedsgericht zu entscheiden habe; folglich seien die dem Kaisertoast, in den er, wie es einem internationalen provisorischen Maßnahmen der bulgarischen Bahnverwaltung Longresse ansteht, alle anderen Staatshäupter einschloß. einstweilen aufrechtzuerhalten. IFinanzminister von Rheinbaben führte u. a. Die Pforte hat wegen der militärischen Be=saus:„Ich habe Ihnen jetzt die Grüße des Reichssetzung der bulgarischen Orientbahnlinie durch bulgarische kanzlers zu übermitteln, der es sich nicht versagen kann Truppen in Bulgarien Schritte unternommen.. Tnamentlich den ausländischen Journalisten, ehe Zweifellos steht der Bahnzwischenfall in Bulgarien in Zusamenhang mit der Verschärfung der Spannung zwischen dem türkischen Großherrn und dem Vasallenstaat. Trotzdem wird aber Bulgerten in der Bahnsrage nach geben mussen, da immerhin hier ein Gewaltakt vorliegt Die Bahn gehört dem Staate nicht, und er kann nicht ohne weiteres fremdes Eigentum beseyzen. Das deutsche sie wieder in ihre Heimat zurückkehren, noch einmal seine wärmsten Sympathien auszudrücken. Die Geschichte der letzten Jahrzehnte ist eine Geschichte der regsten Verkehrsentwickelung. Obwohl aber der Verkehr der Völker einander ständig näherbringt, sehen wir den auscheinenden Widerspruch, daß die Nationalitäten stärker wie früher ihre Cigenart atzentnieren und auf deren Wahrung bedacht sind. Deshalb werden auch die Ausländer es hoffentlich Interelf n vi Gurinneet eo hoffentlich nieresse an dieser Bahnlinie ist gekennzeichnet durch die verstehen, wenn die deutsche Nation auf ihre Eigenart stolz Tatsache, doß die Mehrzahl der Aktien, wie wir aus Bank=ist. Die Presse dat die wunderschöne Aufgabe, was an kreisen erfahren, im Besitze der Deutschen Bank ist. Die Gesell= Fortschritten der Kultur und Menschlichkeit geleistet wird, schaft ist österreichisch und ein großer Teil der Aktien ist im dem Volke zu vermitteln, alles was in der Studierstube in Besitz von schweizerischen Banken, die aber gewissermaßen Literatur und in Kunst Großes erzeugt wird, in tägliche unter Kontrolle der Deutschen Banken stehen. 1Munze umzusetzen. Bei dieser hohen Aufgabe kann ihr Konstantinopel, 25. Sept. Die Direktion der bulgarischen die 611e, Regel, dem Mitmenschen nur Gutes, nichts SchlechStaatsbahn sorderte die bisherigen Beamten der Orientbahn tehr von Ration zu Nation. proiobenorie u. Wunsche, daß die ausländischen Gäste von der Aufnahme Uebernahme der in Bulgarien gelegenen in Berlin befriedigt, nicht sagen möchten: zum ersten und Bahnstationen erfolge. Die hiesige Direktion der Orientbahn zum letzten Male, sondern zum ersten Male und auf Wieantwortete den Beamten auf ihre Anfrage, sie kenne nicht die dersehen. Nach Chefredakteur Vollrath und Präsident WilIntentionen des bulgarischen Rechtsbruches. Die Beamtenshelm Singer sprach dann namens der ausländischen Gäste sollten die Uebernahme verweigern, nur der Gewaltsoer Direktor des„Temps“, M. Hebrard. Die Presse, so weichen und den Schutz des Konsuls in Philippopel an-führte er aus, habe sich trotz aller Schwierigkeiten zu einer rufen. Großmacht entwickelt und führe die vers Konstantinopel, 25. Sept. Die Pforte wandte sich wegen dem gemeinsamen Kulturziele entgegen. Mit besonderer der Beschlagnahme der Orientbahnen durch Bulgarien an diesegiizung Iung er sapen..„wie jetzt zwischen FrankSignaturmächte des Berliner Vertrags mit dem Ersuchen, in reich und England ein besseres Verhältnis angebahnt sei züglich der anderen Bunkie, 2. B. Hinsichilich der urfurgpe. Du, 21 a4, der! b.so) ,rgtogt hurte, bot ene. Racht Eugland.— sen P. heran. Er gab auch dieses Mal einen über 3690 Mark London, 24. Sept. Wie das Neutersche Bureau er=„#rwechsel als Unterpsand und erhielt von P. fährt, ist die Antwort des Schahs aus die eng=.eieon von 200 Mark. Später stellte es sich heraus, daß lirussische Note in London eingetrossen. Diesbeide Wechsel gefälscht waren— Vor Gericht trat Note stimmt der Aufsorderung, neue Wahlen auszuschrei= der Angeklagte mit der ungeheuerlichen Behauptung dervor ben und ein neues Parlament zusammenzuberusen, daß er erst die Wechsel von den Gebrüdern H. erhalten habe je deutei aber an, daß der Schah angesichts der zer= und diese die eigentlichen Fälscher seien. Beide Zeugen stellten rütteten Verhältnisse in einer seiner Pcovinzen hierfür dies jedoch unter Eid in Abrede — S t a a t s a n w a l t D r. H a n d t t e hielt die vorhandenen Beweise für nicht ausreichend, da die Wechsel schon als gesälscht in die Hände des Angeklagten gelangt sein könnten und beantragte deshalb die Freisprechung Das Gericht nahm jedoch an, daß der vielfach, darunter bereits mit Zuchthaus vorbestrafte Angeklagte der Fälscher gewesen war und verurteilte ihn zu einer Zuchthausstrafe den geeigneten Zeitpunkt auswählen müsse. In gut unterrichteten Kreisen glaubt man jedoch, daß di er Vorbehalt dem Wunsche der persischen Regierung zuzuschreiben ist. nicht den Anschein zu erwecken, als ob sie einem fremden Zwange weiche und man ist nicht der Ansicht, daß darin ein Versuch des Schahs zu erblicken sei, der Erfüllung seiner Versprechungen auszuweichen. Ebensowenig besteor„„—„„= andererseits auf seiten Rußlands und Englands die Ab-von 2 Jahren und 4 Jahren Ehrverlust, unter Anrechnung von sicht, einen solchen Zwang auszuüben, vielmehr will man 3 Monaten der erlittenen Untersuchungshaft lediglich Ratschläge erteilen zur Wiederherstellung der Ordnung und einer geregelten Verwaltung. Es sind ferner amtliche Nachrichten eingetrossen, über den Angriff versischer Kosaken auf die indischen Wachter der britischen Gesandtschaft, bei welchem Angriff der britische Besehlshaber der Truppen bedrobt und zwei Inder verwundet wurden. Durch die abgegebenen Erklärungen und durch die von dem Besehlshaber der Kosaken unternommenen Schritte zur Bestrafung der Schuldigen wird der Zwischenfall je doch als erledigt betrachtet.“ Stadt und Land. Detmold, 26. Sept. Sofia zu veranlassen, daß die okkupierte Strecke sofort der Ge sellschaft zurückgegeben werde. Sosia, 25. Sept. Wie die„Agence Bulgare“ erfährt, ist, Nachrichten aus Südbulgarien zufolge, die Bevölkerung ent schlossen, die Rückgabe der Orientbahnen an die Ge sellschaft keineswegs zuzulassen. der Militärposten von der Linie machte im Publikum den schlechtesten Eindruck. Die Regierung wird diese Stimmung der Bevölkerung nicht ignorieren können. Politische Uebersicht. Deutsches Reich. heute ausgebene Nr. 22 der Gesetzsammlung für das Fürstentum Lippe enthält: Nr. 32. Bekannimae Beglaubigung der im Auslieferungsverkehr mit London, 24. Sept. Wie Neuters Bureau meldet, hat### vordulegenden Schriftstücke betreisend, vom 19. Mulen Dasid in Fez sich einem Korrespondenten des####gmver 1000.— Nr. 93., Allgemeine Verfügung, das Standard gegenüter über die Zurückhaltung Englands u.12“##### de, Gehälter oder der Pensionen von „ d e s s e n N i c h t b e a c h t u n g s e i n e r G e s a n d t s c h a f t e n b e k l a g t. A u f l A c h m i e n d e r S c h u t z g e b i e t e z u b e o b a c h t e n d e V e r f a h r e n b e Großmacht entwickelt und führe die verschiedensten Völker eine Frage Hasids, ob er der Korrespondent) Deutschand#eressene, vom 2. Sepiember 1906. für enen treuen Freund Marokkos halte, erwiderte dieser,*„Reserve hat Ruh'!“ Wenn der Herbst seinen Einzug 99d—, meinen deutschen Blätter auscheinend stets Partei ankündigt, dann findet alljährlich wieder die Entlassung der #ugeg. Halld, nöhmen, worauf der Sultan befriedigt Reservisten statt. So wars auch gestern in Detmoldaleunsere von Klageeiros zu richten, vorausgesebt, daß wurden u.um a waren, nach Murtern, 8tschigt die Akte auch von den Signatarmächten beachtet werde. Ferner sagte er, Marokko würde die Mitwirkung der Tnropäer bei der Entwickelung des Landes willkommen bei ßen und ihnen einen redlichen Auteil an dem gewonnenen Nutzen nicht mißgönnen, es würde aber niemals eine fremde Herrschaft dulden. Der Korrespondent meint, daß auch die deutschen Verhältnisse in Frankreich leidenschaftslos und ruhig mit dem Wohlwollen beurteilt würden, das die großen Kulturziele der modernen Entwickelung als ein Erfordernis der praktischen Politik bedingen.— Dieser bedeutsame Satz wurde nicht nur seitens der Deutschen, sondern auch von den AusDie Zurückziehung ländern mit lebhaftem Beifall begrüßt. — Die Selbständigkeitsbestrebungen in Elsaß=Lothringen. Wie den B. N. N.“ aus Straßburg gemeldet wird, haben sich die Mehrheitsparteien des Landesausschusses geeinigt, sofort nach dem Zusammentritt des Landesausschusses den Antrag zu stellen auf Einreihung Elsaß=Lothringens in die Reihe der selbständigen Bundesstaaten. Gleichzeitig soll eine Deputation des Landesausschusses das gleiche Ersuchen dem Kaiser per sönlich unterbreiten. * D e t m o l d, 2 6. S e p t. 1 9 0 8. Fürst Euleuburg. Wie wir hören, hat das Kammer gericht auf die Beschwerde der Staatsanwaltschaft hin beschlossen, den Fürsten Eulenburg gegen eine Kaution von K 100000 auf freiem Fuß zu lassen. — Beykott gegen die Deutschen in China. Schanghai, 25. Sept. Da das Gouvernement Kiautschou den bestehenden — Aus Sibirien. Sosran, 25. Sept. Heute traf das auf der Rückreise begriffene deutsch=ostasiatische Terachement hier ein und wurde von einer Ebrenkompagnie des Revaler Insanterieregiments empfangen. Nach der Begrüßung begaben sich die deutschen Soldaten nach der Kaserne des dort stehenden Kavallerieregiments, wo sie bewirtet und mit einem Andenken beschenkt wurden. Den deutschen Offizieren wurde im Offizierskasino ein Früh Oesterreich=Ungarn. Vertrag betreffs der Minenbearbeitung in Schantung nicht uc geutr Alsdann wurde das Tetachement mit Musik preisgeben will, drohen die Chinesen in Schantung mit einem Boykott gegen die Deutschen und verweigern den An= und Verkauf deutscher Waren, sowie die Benutzung der deutschen Schulen und der Schantung=Eisenbahn. I. Prag, 24. Sept. Im böhmischen Landtag setzten heute — Die Weinltener. lIeber die aenlante Meinstaser afankl### Teutschen mit der schärssten Obstruktion ein. Die Die Deniche Meiruig;, hohan-di Deutschen verlangten Lohsitellung des Protokolls der Defolgende Angaben machen zu können: hatte über die letzte Sitzung, was der Oberstlandmarschall Die Grundgebühr deträgt 10 Pia für jedes damit parierte, daß er sofort zur Verhandlung der Tages ordnung überging. Es erhob sich daraushin ein ungeheurer Sturm im Hause, und es kam zu heftigen Zusammenstößen. Die Deutschen drängten gegen das Prä wurden. Unter den Klängen der wehmütigen Weisen„So lebt denn wohl, Ihr Detmolder Mädchen!" und„Muß i denn zum Städtelein hinaus!“ gings von der Kaserne zum Bahnhof.— Die Reservemütze auf dem Kopfe, den Reservestock mit der Säbeltroddel in der Hand, manche auch in„eigenem“ Anzug, so zogen die jungen Vaterlandsverteidiger, die noch vor der Sultan, sobald er die Dienste von Europäern brauche, wenigen Tagen das anstrengende Manöver mitgemacht haben, solche auch heranziehen werde, und zwar vornehmlich Eng=aus den altgewohnten Toren der Kafernen. die sie so oft an länder. Norwegen. Christiania, 25. Sept.(Arztzeugnis für Heiratskandidaten.) Der Frauenverein zu Stavanger in Norwegen hat, wie aus Christiania geschrieben wird, heißen Sommertagen, mit Staud bedeckt von Felddienstübungen zurückkehrend, durchschritten hatten. Lachend und scherzend, aber durchaus vorschriftsmäßig zerstreuen sich die Reservemänner teils in Gruppen, teils einzeln, teils mit Freunden aus dem Zivil nach allen Richtungen. Die einen eilen, um direkt in die Heimat zu fahren, die anderen suchen anzu=noch einmal das alte liebgewordene Stammlokal auf, um bein. frohen Klange der Reservelieder den Abschiedsschopper zi. Flasche ohne Rücksicht auf deren Wert. Dazu kommt eine Wertzuschlaasteuer mit progressiven Sätzen nach be stimmten Wertgrenzen, wodurch namentlich Luxusweine getroffen werden sollen. Alkoholfreie Getränke bleiben steuerfrei. — Aus Deutsch=Ostafrika. der„Köln ruhen im sidium, die Tschechen folgten ihnen, und es kam vor dem Präsidium zu Handgreiflichkeiten, die einen so bedrohlichen . Charakter annahmen, daß der Oberstlandmarschall die „— Ein Berliner Telegramm Sitzung unterbrach und den Saal verließ. Bei der Wie..— Frute meldet: Die angeblichen Un=deraufnahme der Sitzung hielten die Tschechen das Präsi .„ pinterlande von Lindi, über die jetzt dium besetzt. Die Deutschen suchten sich den Zugang mit wieder Geruchte umlansen, scheinen nict visl auf sich] Gewait zu verschaffen. Der Oberstlandmarschall wollte die Mile Suce#####, wonverneur hatte sich allerdings Verhandlung erzwingen. Ein tschechischer Berichterstatter nach Lindi begeben, aver es ist durchaus nicht ergrif das Wort. Unter dem größten Larm wurde schließe im Zusammenhang mit den behaup=lich abgestimmt. Die Deutschen demonstrierten, sie warS Sm A##, Rachdem der Gouverneur kurz überlsen die Akten und Vorlagen gegen das Praden Autritt. Lieser Neise in, der ersten Hälfte des August sidium. Ein großer Teil der Abgeordneten rissen die sris äper die angebliche Auss... Den c-.: Schubladen beraus und schlugen damit auf die Pulte. Ein G# Aber, die angebliche aufnandsbewegung im Bezirke zelne Abgeordnete wurden wieder miteinander bandgemein S 4%### laßt sich dayer annehmen, daß im Kührend des surchtbaren Lärms schloß der Oberstland Süden der(lonie schwer zu nehmende Ereignisse nicht marschall die Sitzung. Einzelne deutsche Abgeordnete eingetreten sind. Ischrien darauf:„Nicht die Sitzung, auch der Landtag ist Keine Ausdehnung der Sonntagsfahrkarten. Auf geschlossen!“ Gesuche um Ausdehnung der Sonntagsfahrkarten hat Budapest, 23. Sept.(Fürst Ferdinand in Buder Eisenbahnminister einen ablehnenden Bescheid erteilt.ldapest.) Bei dem Galadiner, das heute abend zu Ehren — Vom Flottenverein. Der haperische Landesverband des Fürsten Ferdinand von Bulgarien in der Königlichen des Flottenvereins hat es, wie Blättermeldungen aus Burg stattsand, brachte Kaiser Franz Josef einen TrintMünchen zufolge verlautet, entschieden abgelehnt, auf dies spruch aus, in dem er nach einem Danke für den Besuch Forderung verschiedener norddeutscher Ortsvereine, daß und die Glückwünsche zu seinem Jubiläum sagte: Indem die bayerischen Vorstandsmitglieder zurücktreten sollen, ein=ssch Ew. Königl. Hoheiten sehr herzlich willkommen heiße, zugehen. bin ich erfreut, in Ihrem Besuche ein kostbares Untervsand — Die Presse an den Laren. 250 Mitglieder des.„ für die Erhaltung und Entwickelung der ausgezeschneten genwärtig in Berlin tagende: Pressekongresieg heabsichse.“ bungen zu erblicken, welche— ich konstatiere dies mit ten, dem Kongreß eine Eingabe an den Zaren au unter— zwischen Oesterreich=Ungarn und Bulgarten breiten, worin um Begnadigung der Zeitungen und Regs# besteheg, zsch bege die innigsten Wünsche für das dakteure ersucht wird, die trotz der im Oktober=Manifestblergehen Ihres jungen Landes, welches dank der Ar erfolgten Aufbebung der Zensurvorschriften wegen Per]beit Eu: Königl. voveit und dank der ausgezeichneten Eigebene gegen eben diese Vorschriften rafr=chesick—.—.(genschaften des bulgarischen Volkes einen lobenswerten teilt worden sind. Da der Konarc aus formalen Gran= Kulschwung. genommen bot.“ Der Erwiderungstoast des den nicht in der Lage war, sich mit dieser Eingabe zu be gehalten eroinand war in gleich berzlichen Ausdrücken sassen, so haben sich auf Veranlassung des Budapester Re"" dakteurs Ferenyi 250 in Berlin anwesende Pressevertreter] Budapest, 24. Sept. Das Organ Kossuths veröffentund zwar Angehörige aller Nationen, mit Ausnahme derliicht an der Spitze des Blattes eine Zuschrift an die Rerussischen, zusammengetan, und an den Zaren eine Adresse daktion folgenden Inhalts: Es wäre ungerecht, anzunch gerichtet, in der sie„Seiner Majestät dem russischen Zarenlmen, daß ein ungarischer Politiker für die Beschaffung Nikolaus II. den tiefgefühltesten Dank für die dem rußi= von französischem Kapital für eine selbständige Bank als schen Volke durch das Oktobermanisest gewährte freie Mei=!Gegenleistung den Absall vom Dreibunde vernungsäußerung in Wort und Schrift und gleichzeitig die sprochen hätte. Allerdings ist eine finanzielle Annäherung ehrerbietigste Bitte zu Füßen legen, diesen hochherzigen wischen Ungarn und Frankreich nicht ausgeschlossen. Wir Willensakt huldvollst krönen zu wollen durch den Gngden=Islauben auch, daß es unter den berusenen ernsten Fak erlaß einer Amnestie für alle Preßorgane und deren Ver=storen auf beiden Seiten solche gibt, die diese Annäherung treter, welche für Vergehen und Verstöße wider die Vor=wünschen. Deutschland und Oesterreich haben sich in letzschriften und Forderungen der Zensur strafrechtlich ver##ter Zeit bezüglich der Bereitwilligkeit für die Aufnahme urteilt worden sind, soweit solche als durch das Allerhöchste Ungarischer Renten vorsichtig, ja fast feindselig gezeigt, wo Manifest aufgehoben zu gelten haben.“— Diese Adresse iulbei freilich mehr wirtschaftliche als politische Tendenzen mitgewirkt haben. Der ungarische Versuch, die finanzielle — Diese Adresse ist dem Zaren telegraphisch übermittelt worden. — Ueber einen augeblichen politischen Beleidigungs= prozeß wird aus Berlin folgendes berichtet: Ein dortiges Seusationsblatt hat von einem politischen Skaudalprozeß ersten Ranges gesprochen, der im kommenden Monat bevorstehe. Ein Gründer namens Arnold Holtz hat den ehemaligen und jetzigen Vertreter des Deutschen Reiches in Abeffinien, Legationsrat v. Mutius, und Dr. Zintgraff wegen Beleidigung verklagt und als deren Verbreiter zwei Redakteure der Zeitschrift„Der Deutsche“, worin die als beleidigend angesehenen Briefe über das Treiben des Arnold Holtz aus Adis=Abeba gestanden haben. Diese Briefe stammen, wie mitgeteilt wird, übrigens nicht von den genannten Diplomaten, sondern von dem ständigen Korrespondenten der Zeitschrift„Der Deutsche“ in Abessinien. In der gleichen Berliner Zeitung, die die Nachricht von dem Prozeß brachte, ist nun zu lesen, die eben bekannt gewordene Versetzung Dr. Zintgrasss aus Abessinien sei wegen der Asfäre Holt ge schehen.— Wie die„Hamb. Nachr.“ an amtlicher Stelle er fahren, ist diese Mitteilung völlig aus der Luft gegegriffen, und ebenso wenig werde sich die Hoffnung auf einen politischen Skandalprozeß erfüllen. Gegen Ar nold Holtz schwebt ein Ermittelungsverfahren wegen Beordnen, daß vor der Hochzeit eine ärztliche Untersuchung der Brautleute stattfinde, und daß nur wenn aus dem Arztzeuguis hervorgehe, daß die beabsichtigte Heirat weder für die Brautleute selbst noch für deren etwaige Nachkommenschaft eine Gefahr in sich schließe, die Trauung stattfinden dürfe.— Der Antrag des Frauenvereins zu Stavanger wird von dem Nationalrat der norwegischen Frauen gestützt, und man hofft, daß das Storthing dem Antrag um so sympathischer gegenüberstehen werde, als die Frauen ja bekanntlich jetzt in Norwegen das politische Wahlrecht erhalten haben. Schweden. Stockholm, 24. Sept. Der Flotteninspekteur Admiral Dyrssen, der als Kampfrichter bei den kürzlich abgeschlossenen großen Seemanevern sungierte, deren Schaupten die Schären bei Stockholm(Skärgarden) waren, saßt setzt die". Ergebnisse der Manover wie folgt zusammen: Derl wenn einmal einer in zu übermütiger Laune oder zu großer Verlauf der Uebungen zeitigte die Feststellung, daß es den Zierseligkeit etwas über die Stränge schlägt, Reserve will Defensinkrästen unmöglich ist, m: großer Schnelligkeit dieleben seine„Nuh“ haben. Diese Ruhe ist natürlich nicht von Einfahrt nach Stockholm mr einen andringenden Zeind langer Dauer; denn jetzt heißt es im Zivilberuf sein täglich unpassierbar zu machen.##elingt es dem Feind den= Brot verdienen, jetzt heißt es streben und arbeiten, um vornoch, in den„Skärgarden“ einzudringen, so ist seine Lages wärts zu kommen in dem oft nicht gerade leichten Kampse ums gleichwohl wenig beneidenswert, weil er dann ein leichtes! Dasein, der weit ernster ist als ein Kampf mit dem„martierZiel für ein vernichtendes Gewehrfeuer, sowie das Hau=sten Feind“ in Feld und Wald. Das fretlich hat der„gediente" bitzensener der Positionsartillerie sein wird. Die Manöver] Mann dem„ungedienten“ voraus: er weiß, was sich gehört, trinken; denn„wer treu gedient hat seine Zeit, dem sei ein volles Glas geweiht"; diejenigen aber, die sich einen Schatz aus dem Kreise der holden Küchenfeen angeschafft haben, der säumen nicht, noch ein Plauderstündchen mit der Auserwählten zu verbringen; denn„treu ist die Soldatenliebe“! Indessen bei all der Freude ist nicht der Ernst der Sache zu vergessen; auch nach der Entlassung stehen die Herren Reservisten den ganzen Tag über, nämlich bis nachts12 Uhr, unter dem Militärgesetz, erst nach Mitternacht tritt das Bürgerliche Gesetzbuch in seine Rechte, und was das bedeutet, weiß jeder. der den bunten Rock getragen hat, sehr wohl. Natürlich bekümmern sich die gestrengen Vorgesetzten an solchem Tage sehr um die kleinen Sünden der immer noch unter ihrem stehenden Reserveleute oder drücken doch ein Auge zu, wenn einmal einer ergaben außerdem, so urteilt der Admiral weiter, daß sich ein ausgezeichnetes Zusammenarbeiten der Landtruppen mit der Flotte herausgebildet hat, und die Marineoffiziere eine genaue Kenntnis der überaus schwierigen Fahrwasserverhältnisse an der Küste besitzen. Tages=Neuigkeiten. 110 Menschen ertrunken. Winnipeg, 25. Sept. Ein mit Büchsenlachs beladenes Schiff„Star of Bengal“ ist bei Caronation(Island) an der Küste von Alaska gesunken. 110 Menschen, darunter 20 Weiße der Rest Indianer, sind ertrunken. Die Cholera. Peteroburg, 25. Sept. Von gestern bis heute mittag sind 357 Neuerkrankungen und 162 Todesfälle an Cholera zu verzeichnen. Die Gesamtzahl der Erkrankten beträgt 181.. Riga, 25. Sept. Hier ist heute der erste Cholerafall tödlichem Ausgang vorgekommen. Ein neues lenlbares Lustschiss. Berlin, 25. Sept. Aus Dortmund wird dem„L.=A.“ meldet: Das Modell eines völlig neuen lenkbaren Luftschisses ist gelegentlich mit er hat Zucht, Ordnung, Gehorsam und Pünktlichkeit gelernt in der Schule des Heeres, und ein solcher Besitz ist besser und wertvoller als Geld und Gut, er befähigt den erst so recht eigentlich das Leben beginnenden jungen Mann dazu, ein brauchbares und nützliches Glied der Gesellschaft zu werden. “ T a l e r e i n l ö s e n! M i t d e m 3 0. S e p t e m b e r l ä u f t die Frist ab, innerhalb welcher die außer Kirs gesetzten Eintalerstücke deutschen Gepräges durch die Rlichs= und Landeslassn noch zum Betrage von 3 Mk. einzulösen sir d. Nach diesem Termine wird nur nach der Silberwert bezahlt. Und der ist weit geringer! * Die Gesellschaft Perpetua hält heute abend 8 Uhr im„Odeon“ ihre diesjährige Geueralversammlung ab. Da eine wichtige Tagesordnung vorliegt, ist des Ercheinen aller Mitglieder sehr erwünscht. * L i p p i s c h e r K u n s t v e r e i n. A m D o n n e r s t a g u n d Freitag wurden e.wa 35 Gemälde neu aufgehängt. Besonders heivorzuheben sind zwei heitliche Genrebilder „Sonntagsruhe" und„Frische Zisch:“ von Olto Kubeig= Düsseldorf; eine„Heidelandschaft" von Pros. Lutterotheine große„Heidelandschaft mit Brken“ von der Versammlung des Riederrheinischen Ver=1„ eins für Luftschiffahrt in Dortmund von zwei Dortmunder Humburg Ingenieuren vorgeführt worden. Das System, das bereits Laul Koken=Hannooer; ein„Porträt des altkotholischen Bibeim Patentamt angemeldet sei, habe allgemeine Bewunde= schofs Dr. Weber“ von Scharpey=Detweid; ein Genrebild rung hervorgerufen. Die anwesenden Fachleute, darunter Dr. Bamler(Essen), hätten das Prinzip als vorzüglich anerkannt. Nach den Berechnungen des Erfinders soll das Luftschiff eine Geschwindigkeit von 100 bis 150 Kilometer in der Stunde erreichen. Breslau, 24. Sept. Die Staatsordonnanz des Kommandeurs der 11. Division Generalleutnant v. Falkenhayn, der Ulan Schnitzler, hat sich in Gegenwart des Generals „Auf fremdem Gediet“ von Ranike=Berlin; eine graße „Schneelandschoft am Abend“ von Reinhard Pfachler=B.ilin; eine Landschaft„Wittensteingebirge“ von Prof. ReinhardtDresden; ein sonniges„Strandbild“(Se.bad G.ado dei Tiiest) von Aug. Lemmer, welches sefort einen Käufer fand. Ferner eine„Heidelandschaft“ von Hermann Rean Helmstedt; eine große Radierung„Philau“(Exypten) von Uldricherschossen, nachdem ihm sein Wunsch, zu kapitulieren, ab-Breelau; ein„Sonnenuntergang“ von Huisken= Eberswalde; schlägig beschieden worden war. Dem„Bresl. G.=A.“ zufolge ist General v. Jalkenhayn bei Verübung der Tat durch einen Streisschuß am Bein verletzt worden und liegt krank darnieder. Gießen, 25. Sept. Die Strafkammer verurteilte heute den Bankier Hofrat Rothschild=Büdingen wegen Betruges, bei dem Konnexion Frankreichs zu suchen, erweckte bei den Den— es sich um die Gesamtsumme vor 150000 Mark handelt, schen eine Eisersucht, die Befürchtungen von einem Bruch des Dreibundes hervorriesen, da die deutschen Kreise behaupten, daß eine wirtschaftliche Annäherung Frankreichs politische Sympathien entwickeln werde. Frankreich. Paris, 25. September.(Vermißte französische Kriegstrophaen.) Der Kriegsminister hat heute an alle Korpskommandeure die telegrapbische Anweisung gerichtet, nach dem Verbleib eines sächsischen Geschützes, das den Deutschen bei Etrepagny abgenommen worden ist, einiger preußischer Kanonen, die bei Beanne, zweier bayerischer Geschütze, die nach der Schlacht bei Conl miers den Bayern genommen wurden und der Fahne des 61. pommerschen Insanterieregiments, die bei Diton erbeutet wurde, zu forschen, und die erbeuteten Sachen nach Paris zu schicken, damit sie dem Armeemuseum ein verleibt werden. Paris, 25. Sept.„Petlt Parisien“, das dem Ministerium des Innern nahesteht, will wissen, daß Frankreich durchaus bereit sei, der deutschen Regierung bezüglich der in der französisch spanischen Note enthaltenen zu acht Jahren Gefängnis und fünf Jahren Ehrverlust. Der Mitangeklagte Prokurist Acker erhielt wegen Beihilse in vier#liedern wie Interessenten der nochmalige und Fällen und Begünstigung in zwei Fällen eine Gefängnisstrafe Besuch der Ausstellung bestens zu empfehlen. von einem Jahr und drei Monaten. eine„Sonnige Borfrühlingsstimmung“ von Walter KleinSalzuflen; ein„Abend am Flusse“ von L. Lutz=Dortmund; ein Studienkopf„Bitende Frau“ von Helene Krohn=Detmold; ein„Interteur mit Katzen“ von Victor Valentir.=B.rlin; eine„Volrbahrische Landschaft" von E. Meier=WettfeldHannover; ein„Heidental bei Deimold“ von Scharp##yOetmold, und viele andere. Demzufolge in allen Mitmehrmalige Der Staatsanwalt beantragt Freisprechung: das Gericht erkennt auf zwei Jahre Zuchthaus. Mit gefälschten„Kavalier wechseln“ hat der Kaufmann Otto Kerk aus Charlotten= burg operiert, der aus der Untersuchungshaft der 3. Straf kammer des Landgerichts Berlin 1I1 vorgeführt wurde, vor der er sich wegen Betruges und schwerer Urkundenfälschung zu verantworten hatte. Kerk ist seit mehreren Jahren mit dem Pferdehändler permenau in Charlottenburg näher bekannt Eines Tages erschien er bei H. und bat diesen, ihm ein Dar lehn zu geben, da er in größter Geldverlegenheit sei. Hermenau lehnte mit dem Bemerken ab, daß er selbst keine genügenden Mittel flüssig habe. Kerk wies hierauf einen Wechsel vor, der das Akzept eines Leutnants von Reitzenstein trug, und bat den H., ob er ihm nicht wenigstens einen Geldgeber nahmbeft machen könnte, der unter Verpfändung des Papiers ihm das gewünschte Darlehn geben würde. Hermenau wies den K. an. den Zigarrenhändler Preußer, der am Zoologischen Garten ein * Konkursverfahren. Ueber das Vermögen der Detmolder Möbelwerke, Gesellschaft mit beschränkter Haftung. in Liquidation zu Detmold. ist am 24. September das Konkursverfahren eröffnet. Der Kaufmann E. Brockmann in Detmold ist zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 21. Oktober 1908 bei dem Gericht anzumelden. * D i e O b e r w e s e r= P e r s o n e n= D a m p s s c h i f f a h r t w i r d, w i e schon erwahnt, mit dem 27. d. M. eingestellt. Am kommenden Sonntag finden die letzten Berg= und Talfahrten, am folgenden Tage nur Talfahrten statt. Die Frequenz weist gegen das Vorjahr eine mäßige Steigerung auf. Die Dampfer beförderten während der Zeit vom 2. Mai bis zum 27. September annähernd 100 000 Reisende. * Der weibliche Handarbeitsunterricht in den Bolksschulen des Landes wurde im Johre 1917 41 in 102 Schulen erteilt. Nach Ausweis der Tabellen über die Arbeiten in den Haudarbeitsschulen des Landes wurden angesertigt: I. Gestickte und gehäkelte Sachen: 3673.— II., Heemete Sachen: 27.200 Paar Strümpse, 313 Paar Socken, Paer angestrickte Strümpfe, 1402 P. Handschuhe, Sirumpf bander und dergbeichen.— III. Genädte Sachen: 737 den, 8) Bettbezüge und Bettücher, 374 Kissenbezüge, 10 942 Tücher, 211 Müden, 2164 Schürzen, 2979 verschiedene chen.— IV. Ausgebesserte Sachen: 7005 Stück geflickt, 65 473 Paar gestopft. Nach der für alle weiblichen Oandarbeitsschulen des Landes gleichmäßigen Festsetzung der Preise wurden mit der Aufertigung dieser Gegenstande 55 290,) Mark verdient sein. * Prämiierung von Zuchtstuten. Im Jahre 1906 wa ren für 24 Zuchtstuten Pramien vorgesehen, die erforder lichen Nachweise wurden in 17 Föllen erbracht und danach an Prämien festgesetzt: a) für die Landwirte Held Nr. 4 in Hardissen und Nullmeier Nr. 5 in Billinghausen fur ihre Zuchtstuten 1. Klasse je 120 M. b) Für die Landwirte Brinksmeier Nr. 19 in Hagendonev als Besitznachsolger von Nolting Nr. 7 in Sibbentrup(Bega), Eichmeier Nr. 8 in Gehrenberg(Donop), Meier Nr. 1 in Dörentrup, Meierhaus Nr. 4 in Lütchenberg(Schönhagen), Walter Nr.= in Herrentrup, Begemann Nr. 50 in Gibrinxen, Begemann Nr. 6 in Elbrinxen, Hundertmark Nr. 19 in Eschenbruch, Vogt Nr. 15 in Tintrup, Erter Nr. 4 in Pottenhausen, Bauer Nr. 27 in Wöhren, Altenberend Nr. 55 in Leopolds tal, Mische Nr. 16 in Istrup, Arendsmeier Nr. 45 in trup und Schnatmann Nr. 6 in Heiligenkirchen für ihre Zuchtstuten 2. Klasse je 80 A.— Die diesjährige Vorführung von Zuchtstuten hat am 31. v. M. in Lüdenhausen, am 2. d. M. in Schieder, am 3. d. M. in Falkenhagen, am 8. d. M. in Lemgo und am 10. d. M. in Detmold stattgesunden. Es sind im ganzen 93 Stuten vorgeführt, von welchen 39 Stuten als zur Zucht geeignet befunden wurden. * A u f d e m h i e s i g e n W o c h e n m a r k t e w u r d e n folgende Preise gezahlt: Butter 1 Pid. 1,10—1,15 Mk., Cier 1 Piund 70—75 Pfg., Blumenkohl 1 Kopf 25 bis 40 Pfg., Zwiebeln 1 Pfund 10 Pig., Wirsing 1 Kopf 10—15 Pf., Kopfsalat 2 Köpfe 10 Pfg., Radieschen 2 Bündchen 10 Pfg., Wurzeln, 1 Pfund 10 Pfg., Kohlradi 1 Bündch. 10 Pfg., Karteffeln, 1 Pfd. 3—4 Pfa, Zir. 3,00—3 50 Mk., grüne Bohnen 1 Pfe. 15 bis 20 Pig., Gurken zum Einmachen 1 Schock 1,20 Mk, Birnen, 1 Pfd. 5—8 Pfg., Aepel, 1 Pfo. 5—8 Pfa, 1 Ztr. 5—6 Mk., Zweischen, 1 Pfd. 5—6 Pfe Kronsbeeren, ein Pid. 25—28 Pfe* I m B i l d u n g s v e r e i n w e r d e n a m 1. O k t o b e r e i n i g e Mappen der Lesevereinigung frei. Teilnehmer werden ersucht, sich bei dem Vorsitzenden des Vereins, Herrn Geh. Archivrat Dr. Kiewning, zu melden. * Der Klub„Unter Uns“ macht morgen nachmittag einen Ausflug über Hiddeser Berg, Sternschanze nach Lopshorn. Abends ist bei Herrn Günther in Hiddesen (Hermannsburg) ein gemütliches Zusammensein. Gäste sind sehr willkommen. * I n v a l i d e n v e r s i c h e r u n g. I m J a h r e 1 9 0 7 w u r d e n v o n der Landesversicherungsanstalt Hannover 245 Heilversah rensanträge aus Lippe bewilligt, die einen Kostenauf wand von 51000 A verursachten. 61 Anträge betrafen Lungenleiden. * Polnische Arbeiter aus Rußland oder Oesterreich waren in Livpe im Jahre 1907 beschäftigt: 1275, davon 65 männliche und 616 weibliche, bei zusammen 112 Arbeit gebern(im Jahre 1906: 1216 bei B Arbeitgebern). * Promenadenkonzert. Am Sonntag findet Prome nadenkonzert statt: 1. Hochzeitsmarsch aus der Oper„De Rattensänger von Hameln“ von Neßler. 2. Fest=Ouver ture“ von Albert Lortzing. 3. Walzer„Rosen aus dem Süden“ von Strauß. 4. Fantasie aus der Oper„Traviata“ von Berdi. 5.„Wir tanzen Ringelreihen“ aus der Ove rette„Die Dollarprinzessin“ von Leo Fach. 6. Marsch „Graf Zeppelin hoch“ von Otto Hefner. * Schötmar, 26. Sept. Dem Ziegler Ernst Lücke zu Kriegerheide sind 4 Kanarienvögel gestohlen worden. Lage, 25. Sept. Bei der geutrigen Obstver pachtung auf dem Berge wurde der Zentner Aepel durch schnittlich mit 8—10 Mk. bezahlt. Stellenweise sind noch höhere Preise erzielt worden. So sollen einzelne unschuldig Aeofel vor lauter Habgier den Preis von 10 Pfg. pro Stück erreicht haben, ein verzehren derselden mit Verstand ist daher zu empfehlen. Die ansehnliche Summe von 8i Mk. konnte dem Stadtsäckel aus dem Erlös des Obstes von 1. Berge zugeführt wirden.(L. Vr.) * Bad Meinberg, 26. Sept. Höchsten Orts ist geneh migt worden, daß der Kolon Heinrich Thomas, gen. Siet oder Schäser Nr. 39 in Bad Meinberg, für sich und seine Nachkommen sortau den Namen Siet als alleinigen Fa miliennamen führt. ei. Bad Meinberg, 25. Sept. Die Badesaison ist wieder vorüder und Bad Meinperg liegt öde und still da Zum Glück entwickelt sich das am 15. Juli am hiesige Platzte neu organisierte Privat=Lehr=Institut in eine anscheinend recht günstigen Weise, sodaß auch den Wuter über etwas Leben hier herrschen wird. Wie wir vernehmen wären ds jetzt schon 15 Schüler dert, während mehrer noch angemeldet sind. Wenn mit dem Begiin der Ferien noch etliche Schüler aus unserm Lande selbst sich melden (disher sind fast nur Preußen im Institut) so dürfte der Beweis erbracht sein, daß das ruhige Bad Meinberg alt Stätte einer Lehranstalt entschieden eine Zukunft bat. ##. Barntrup, 25. Sett. Zu der am 10. u. 11 Oktober im Garten des Resteurant zum„Felsenkeller" hi: stattfindenden Geflügelausstellung sind bis jetzt schot 87 Stamm Hühner, 10 Paar Tauben u. 8 Paar Ente angemeldet. 8 Ehrenpreise sind desinitiv gestiftet und stehen noch in Aussicht. Nachmittags finden Konzerte statt Eimrittskarten à 30 Pfg. sind gleichzeitig Loose, auf welch wertvelle Hühnerstämme gewonnen wirden können. Man sieht, der Verein käßt es sich angelegen sein, viel zu biete: ä. Barntrup, 25. Sept. Am Sonntag, den 27 ds. M.s. findet im Schlebenhöserschen Hotel„Deutsche Haus“ hier, die diesjährige Herbstversammlung des Lokal vereins der Imker fur Barntrup und Umgegend statt Durch die belehrenden Vorttäge, wilche gehalten wer den lönnen die Mitglieder noch manches lernen, und ist der Be such nur zu empfehlen. * K o h l s t ä d t, 2 6. S e p t. D e r L a n d w i r t F r i e d r i c h K u h l meier Nr. 68 in Kohlstädterheide ist als Trichinenschauer angstellt und verpflichtet worden * S c h i e d e r, 2 6. S e p t. A m M o n t a g, d e n 2 8. d. M. s e i e n die Eheleute Wirt W. Mittelgöcker zu Fischanger bei Schieder das Fest der silbernen Hochzeit en Aus dem lippischen Norden, 25. September Zeitiger als andere Jahre kehren schon jetzt täglich Scharen unserer Ziegler aus der Fremde zur lieben Heimai zurück, weil die Arbeiten auf vielen Ziegeleien so zeitig ein gestellt wurden aus Mangel an Absatz der Steine infolge der vieljach ruhenden Bautätigkeit, und der Vorrat der Steine auf einer großen Anzahl der Ziegellten groß ist. o# Vom lippischen Weserstraude, 25. Seplbr. Die schönen Herbsttage, welche uns der September gebracht, waren für die Gewinnung des zweiten Grasschnittes, des Grummeis, äußerst günstig. Nur weniger guter Tage dedurfte es darum, daß das Herbstheu unter Dach und Fach gebracht nerden kennte. Diese Ernte ist nun glücklich beendet. Wiesen und Aecker sind nun dis auf etwas Gemüse und Kartosseln leer. Da die Witterung zum Ausgraben jetzt so vorzüglich, ist man hier schon überall damit in voller Tätigkeit. Der Ausfall ist durchschnittlich zufriedenstellend. Auch die Odstbäume werden ihrer schönen Frucht entledigt; Aepfel geben durchschnittlich eine gute Ernte, Birnen gibts wenig. Die Zwetscheuernte ist verschieden; hier und da hängen die Bäume voll, an anderen Orten gibt es sehr winiz. Schön und gut ist diese schöne Zeit auch zur Bestellung des Ackers zur Wintersaat. ndarzt und Armenarzt ist Dig von dem Sanitätsrat Dr. öchsten Orts zum 1. Ormed. wundarzt tober d. J. genehmigt worden. Aus der Nachbarschaft. #§. Bückeburg, 25. Sept. Dem Vernehmen trifft Se. Majestät der Kaiser im Dezember zur Jagd als Gast Sr. Durchl. des Fürsten in Bückeburg ein. * B ü c k e b u r g, 2 5. S e p t. R a t h a u s n e u b a u. D i e Gesamtausgabe für den Rathausneubau betrug bisher 712232 Ml. * Hövelhof, 23. Sept. Kaum ist die, auf die Eindrecher vom letzten Samstag zum Sountag angestellte soweit wie bekannt) erfolglos beendet, als schon heute morgen sich die Nachricht hier verbreitete, gestern abend sei ein Knecht der mit einer Fuhre Heu nach Kaunitz wollte, unterwege von zwei Wegelagerern überfallen, gebunden, gechlagen und seiner beiden Pferde beraubt worden. Mit diesen hätten sie dann das Weite gesucht. * Bielefeld, 25. Sept. Se. Exzellenz Justiz= minister Dr. Beseler traf am Donnerstag mit dem O=Zug 2 Uhr 18 Min. von Berlin kommend hier ein und stieg im Grand=Hotel ab. In der Begleitung des Herrn Ministers befanden sich die Herren Geh. Oberjustizrat Fritsch und Geißler, ferner der Oberlandesgerichts=Präsiken Holtgreve, Hamm, welcher in Minden mit dem Herrn Minister zusammengstrosfen war. Auf dem hiesigen Bahnhof wurde Se. Erzellenz von dem Landgerichtspräsidenten Waitz und dem Vertreter des ersten Staatsanwalts Dr. Dommers empfangen. Die Herren begaben sich zunächst zum Landgerichtsgebäude, woselbst im Saale des Schwurgerichts die namentliche Vorstellung der höheren Innizbeamten und Rechtsanwälte stattjand. Sodann wurde aus Anlaß des Neubaus des hiesigen Landgerichts. dessen Inangriffnahme erst für das Jahr 19•0 in Aussicht gestellt ist, eine Besichtigung der Justizgebäude und des Gesängnisses vorgenommen; weiterhin wurden die Geschäfte des hes. Land= und Amtsgerichts einer eingehenden Revision unterzogen. Für den Adend hatte S. Exzellen; die richter lchen Beamten und Rechtsanwälte zu einer Zusammenkun: im„Grand=Hotel“ Geist hier geladen. Die Abfahrt S:. Exzellenz erfolgte heute früh 8,20 Uhr nach Münster.(W 3 * Lippstadt, 24. Sept. Einen über aschenden Erfolg hatte heute wieder„Draga“, die Hündiu des Schutzmanrs Gudermann aufzuweisen. Nach telephonischer Mitteilun aus Beutfeld bei Paderbern war dem Moschinenbesitz.r B aus der zu der Dreschmaschire gebörenden Lokomebile ein Wasserschlauch und ein Pumpeno mil herausgenommen wodurch der Betrieb auf mehrere Tage stillgelegt war. Von vornherein wurde angenommen, daß die Tat von einem Sachverständigen ausgeführt war, da ein anderer nicht an diese raffinierte Weise vor gegangen wäre. Als Herr Gudermann am Tatoite ankam, mußte„Draga“, um Spur nehmen zu können, von zwei Personen hochgthoben werden, da der einzige Gegenstand, den der Täter berührt hatte, eine Schraube auf der Lokomobile war. Sofort hatte„Draga“ die Spur gesunden und verfolgie dieselbe über eine Brücke und ver schiedene Wegekreuzungen etwa zehn Minuten lang. Die Spur führte schließlich zu einem Gehöfte, wo der Maschinenbesitzer Sch. aus N. mit Dreschen beschätigt war. Der Hund lief sofort auf die Maschine zu. Ech. leugnete. Es war jedoch schon jestgestellt, daß er in Begleitung eines seiner Arbeiter um 12 Uhr abends Bentfeld verlassen und erst um 2½ Uhr zurückgekehrt war. Es wird allgimern angenommen daß die Tai aus Brotneid geschehen ist. Die Festnellungen werden das Naherr ergeben * Bochum, 24. Sept. Uebersallen. Ein in dem Stadtteil Ehrenseld wohnender Reisender wurde gestern abend. als er sich aus dem Heimwege zu seiner Wohnung befand, in der Friederikastraße von einem Manne angesprochen, der jammernd erzählte. er sei von mehreren Unbekannten überfallen worden. Unmittelbar darauf wurde dem Reisenden eine Schlinge um den Hals geworsen, gleichzeitig sprangen noch zwei andere Kerle, die sich bis dahin verborgen gehalten hatten, hinzu und bearbeiteten ihn mit Stöcken. Die Wegelagerer raubten dem Ueberfallenen die Taschenuhr und die Geldvörse, sie schleppten ihn in einen Neubau und machten sich aus dem Staube. ich habe vorhin Musik gehört und da muß ich immer weinen, mel Setiger war nämlich Hornist bei der Feuerwehr!" Sport. g. Der erfolgreichste Dauerfahrer dieser Saison Arthar Steülbrink setzte am letzten Sonntag seinen Siegeszug fort und gewann den„Großen Herbstpreis“, ein 100 km Reunen hinter Motorschrittmachern, leicht vor Salzmann, Goor und Demte. während Oskar Perer=Charlottenburg im Haupzfahren den ersten Platz belegte. Wie unseren Lesern bekannt ein dürfte, benutzten Stellbrink und Peter zu ihrem Rennen die berühmte Marke Brennabor. Letzte Nachrichten. Fez. 25. Sept.(Der Widerstand Muley Hasids.) Mulev Hafid hat mit seinen Würdenträgern beschlossen, die von Frankreich und Spansen verlangten Garantien nicht zu geven und die Algecirasakte nur dann anzuerkennen, wenn an Stelle der europäischen Polizeioffiziere eingeborene Marokkaner treten. Auch der Einfluß, den die marokkanische Staats bank auf die marokkanischen Finanzen nimmt, soll gebrochen werden. Berlin, 26. Sept. Das von der Firma Siemens und Halske erbaute Luftschiff beruht auf dem halbstarren System. Es wird nicht mit 2, sondern mit 4 Motoren ausge rüstet. Es scheint, daß es als Transport=Luftschiff verwendet werden soll. St. Paul, 26. Sept. Die Zahl der Getöteten bei dem Eisenbahnunglück in Youngssprints wird auf 19 ge schätzt. Biele Personen haben Verletzungen erlitten. Die Trümmer des verunglückten Zuges sind in Brand geraten. Antwerpen, 26. Sept. Im Hasenviertel ist gestern abend ein Großfener ausgebrochen, das auch den Lagerplatz einer Holzfirma angegriffen hat. Nachts 1 Uhr war das Feuer noch nicht gelöscht. Routreal, 28. Sept. Ueber 2000 Beschäftigungslose drohten gestern das hiesige Nathaus zu stürmen. Die Polizei zerstreute die Arbeitslosen. Mehrere Personen, dar unter einige Polizisten, wurden verletzt. Die Menge versuchte hierauf einen Angriff auf ein Krankenhaus, indem sie Nah rung sorderten. Auch hier wurde sie von der Polizei zerstreut. Verlobt: Lisbeth Müller=Lemgo mit Paul Kruelkord Alverdissen.— Aenne Sacken=Lemgo mit Carl Debray=Lünen. Geboren: 1 Junge: Herrn Oberlehrer Rühle=Lemgo. Gestorben: Louise Schmuck, geb. Richter, 61 Jahre, in Lemgo: Beerdigung: Sonntag N. 4 Uhr.— Julie Pann horst, geb. Fauth. 44 Jahre, in Schötmar; Beerdigung: Montag N. 4½ Uhr. Wetter=Nachrichten. Detmold, 26. Sept. Wetterbericht der Wetterdienst stelle des meteorologischen Odseroatoriums zu Nachen Veränderlich, zeitweise Niederschläge, Temperatur wenig grändert. London: Bewölkt, kühl. Hamburg: Schön. W Vermischte Nachrichten Der Kampf gegen die gute Stube. Auch in Deutschland gibt es Leute, denen die ungewöhnliche„gute Stube“ der gut bürgerlichen, der Salon der„besseren“ Gesellschaft verhaßt ist. Diese werden es mit Freuden begrüßen, daß jetzt in England der Chef des Gesundheitsamtes in Woolwich. Albert G. Duck. einen rechten Kreuzzug gegen die„kalte Pracht“ eröffnet hat. Der Salon, so erklart Mr. Duck, der stets das größte, luftigste und am besten gelegene Zimmer der Wohnung bildet, sollte überhaupt aus jeder Wohnung verbannt werden.„Wo er in unbenutzter unwirtlicher Einsamkeit liegt, da soll das Eßzim mer oder die Schlafstube oder auch die Küche sein. Wird dieser Götze eines veralteten Begriffs von Vornehmheit abgeschafft. dann wird die Menschheit gesünder und ben#glicher wohnen können. Oft habe ich, wenn ich eine Wohnung betrat, das mühseme Drehen eines rostigen Schlüssels in einer Tür gehört. und dann ward ich hineingelassen in dieses„Heiligtum“. dessen weite, kalte Helle kein Hauch der Wohnlichteit durchwärmte. und dessen schöne, sorgsam gehütete Möbel und Bilder das un behagliche Gesühl des Angewohnten. des Anbelebten hervor riefen. Fiele erst einmal dieses alte Vorurteil des Brunk gemaches, dann hätte der Architekt beim Hausbau freiere Bewegte Vergangenheit einer Gräfin. Am Dienstag starb in Maidenhead. im Hause ihrer Mutter. der Lady Scot. die frühere Gäsin Russell. die eine Vergangenheit hinter sich hat, die fast romanhaft klingt. Lady Russell, eine Schön heit ersten Ranges, war die Tochter des bekunnten Bentiers Sir Claude Scot. Sie heiratete im Jahre 1890 den Grafen Russell, den sie bald nach der Hochzeit verließ und von dem sie später geschieden wurde. Die schöne Dame tat sodann einen Schritt, der die vornehme Gesellschaft in Aufregung versetzte Sie sagte sich von allen Verwandten los und erwarb ihren Lebensunterhalt dadurch, daß sie als Tänzerin und Sängerin auftrat. Bei dieser Gelegenheit machte sie die Bekanntschaft eines Prinzen Athrobold Stuart de Modena. Dieser Prinz behauptete, illegitimer Sohn des Kaisers von Oesterreich zu sein. Die Gräfin Russell heiratete ihn. um bald darauf die unangenehme Entdeckung zu machen, daß ihr Gemahl kein Prinz. sondern ein Kammerdiener, namens Brown, war. Sie verließ ihn nach wenigen Monaten und wurde von ihm ge schieden, nachdem Brown wegen salscher Angaben vor dem Standesamte mit Gefängnis bestraft worden war. In der letz ten Zeit ist Gräfin Russell nicht mehr auf der Bühne erschienen Sie beschäftigte sich erfolgreich mit Geflügelzucht und stand im Begrife, ein großes Geflügelgeschäft im Westen Londons zu eröfsssen, als der Tod sie ereilte. Verlosung in Schlangen. Am 3. November d. J. findet mit dem Herbstmarkte hierselbst die statt. Lose à 1,50 Mk., auf je 30 Stück ein Freilos, wer I erden vom 15. August d. J. bei dem Rendanten der Verlosung, W. Koch, hierselbst, abgegeben. Schlangen, 17. August 1908. Der Vorstand. Noch nie dagewesen! Nur Sonntag und Montag! FEIILLR Sendk waren in Chefreaux, Cheirette, Bexkalt, Zoxrine Kalbleder, Rind- und Roßleder. Zwei gute Ziegen zu verkaufen. Lageschestraße 96. Kartoffeln liefert ladungsweise billigst Fr. Böhle Ehrsen bei Schötmar. * Schwarzbuntes Humoristische Rassiniert. Bureaudiener:„Eben hat mich der Kanzlei rat um zwei Zigarren fortgeschickt, eine zu zehn für ihn und eine zu sünf für mich.“— Kollege:„Da hätte ich mir doch lieber die fünf Pfennige behalten.“— Bureaudiener:„Habe ich auch; ich habe zwei zu fünf gebracht.“ Kinder von heute.„Denk' Dir nur, Joseph, der Franzl kauft der Emma täglich um fünf Pfennig Vonbons!"—„Unglaublich! der ruiniert sich noch für das Mädel!“ Keck. Schusterjunge(beim Essen zur Meisterin):„Ach. Moesterin, bei die Suppe da fällt mir immer'ne Ozeanfahrt ein!“— Meisterin:„Wieso?“— Schusterjunge:„Nu, Wasser nischt als Wasser!" Sensidel. Frau(zur Nachbarin):„Ja, warum weinen S' denn so, Frau Nachdarin?“— Nachbarin:„Ja schaun S, Rind Pentlaufene Eotl. Nachricht erbittet Bartling Domäne Brake. Am Mittwoch auf dem Wege nach dem Hermannsdenkmal ein Täschchen mit Inhalt gefunden. Abzuholen Detmold, Neue Leopoldstr. 18. Suche auf gleich einen zu. verlässigen Kuecht Lohn nach Uebereinkunft. Landwitt Ad. Sprenger Schling. 2 à 350 Mk. sofort oder später zu vermieten. Auskunft erteilt Gastw. Grnese, Wehrenhagen Damen-Schnür-Stiefel Damen-Knopf-Stiefel Damen-Kalbschuh" sausen. Nerren-Agraßen-Stiefel Kerren-Zug-Stiefel Kerren-Schuallenstietel Arbeits-Schaft-Stiefel Arbeits-Laschenschub hohe und niedrige, mit und ohne Beschlag. Jedes Paar zum Aussuchen Serie 1 Serie II Tonntag und Montag erhält jeder Käufer gratis 1 Paar Hauspantoffeln. Detmelder Koch- u. Kaushaltungsschule Kleine Palaisstraße 8. Unterricht durch staatlich gepräfte HauswirtschaftsIchrer n. Neben dem jetzt um 1. Oktober beginnenden Kursus 1 beabeichtige ich noch einen Kursus II für junge Mädchen aus dem Bürgerstande einzurichten. 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Juli 1890 werden daher die Besitzer der auf Kartenblatt 8 (Im Stuckenfelde usw.) verzeichneten Grundstücke hiermit aufgefordert, innerhalb 1 Woche die Grenzsteine freizulegen und rivat-Lehrinstitut zu Zad Reinberg KEI NSImRI. 9 bei Detmold E Für die höheren Klassen des Gymnasiums und ältere akademischen Berufe. Schnelle und gründliche Vorbereitung auf das Abiturium durch 4 akademisch gebildete Lehrkräfte. Auch Externat. Auskunft u. Prospekte durch den Direktor Dr. L. Heinrichs. Säumigen durch einen Vermessungsbeamten wieder aufgesucht Bestrafung erfolgt. werden müssen und eventl. Be Horn, 23. September 1908. Der Magistrat. Spelge. auf Hohenlohe, ca. Scheffelsaat. Auskunft erteilt Früger Flurschütz a. D. Möblierte Wohnung mit Morgenkaffee zu vermieten. Hornschestraße 15 I. Etage Auf gleich oder später Wohnung möbliert oder unmöbliert — zu vermieten.— Greichenstraße 38. Freundliches Logis mit Morgenkasse an jungen Mann oder Mädchen zu vermieten. Preis 2,50 Mk. 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