Lippische Tages-Zeitung General-Anzeiger für das Fürstentum Lippe : i n D e t m o l d l u d u r c h d i e V e r t r e t u n g e n: 5 0 P f g. f ü r 50 Mk und 42 Pfg. Bestellgeld, für 2 Monate 1 Mk. u. 28 A4Pse Bestelgeb„Arzelgen, Lu. Lisr. 212, Pgosieer enriaest sohoe) Kamislentereses ür 1 Monat. durch die Post: ¼ Jahr Pfg. Bestellg., für 1 Monat 50 Pfg stzeile, amtliche u Familienanzeigen 2) Lipp Ziegelei=Anzeiger. Ne 196. Verantwortlicher Redakten Willy Bruder, Detmold. Detmold, Donnerstag, den 20. August 1903. Telegramm=Adresse: Tageszeitung, Detmold. 13. Jabrg ung. Deutschland und die Jungtürken. interessanten Prozesses hat man sich zu vergegenwärtigen, daß den Dienst des Landes gestellt werden, von Preußen 1866 bei der Einverleibung Nassaus eingezogen worden war. Für seinen Eigentumsverlust wurde das nassauische Haus i Die Versuche, in den Beziehungen der Türkei zu den frem Geld(15 Millionen Gulden) entschädigt, außerdem wurde iym der Mächten unter jungtürkischem Regiment Deutschland in eine Reihe von Grundstücken und Gebäuden zurückgegeben, die Hintertreisen zu bringen, sind bisher erfolglos geblieben. Die bis zu der Einverleibung Hausgut gewesen waren. In dem Besonnenheit, die das uingtürkische Komitee vom Beginn d### Vertrage, der von dem Staate Preußen mit dem Herzog Abol Umwälzung an in der Behandlung der inneren Verhältnisse, von Nassau, späteren Großherzog von Luxemburg am 18. Sept. bewiesen hat, scheint sich auch in der kuswärtigen Politik der 1867 abgeschlossen wurde, und für dessen Zustandekommen des Pforte zu bewähren. Bezeichnend hierfür ist der äußere Um Horzogs jüngerer Bruder, Prinz Nikolaus von Nassau, der stand, daß von den früheren Ministern nur der des Aus- Vater des Grafen Meerenberg, ein Jahr lang in Berlin mit wärtigen, Tewsik Pascha, auf seinem Platze geblieben ist. Aufopferung tätig gewesen war, heißt es, daß der Herzog Adolf Bei oberflächlicher Betrachtung der Dinge mag man dieses Kapital= und Grundvermögen„als Fideikommiß des glauben, daß die gute Stellung, die Deutschland bisher in der herzoglich nassauischen Hauses zu konstituieren“ habe, und daß Türkei einnahm, unter dem Uebergang von der Autokratie des ihm der König von Preußen„die Vereinbarung mit den Sultans zu verfassungsmäßigen Zuständen schwer leiden müsse. Agnaten des herzoglichen Hauses über die erforderlichen statuIn den jungtürkischen Kreisen, namentlich so weit sie im Aus-arischen Bestimmungen" überlasse. lande, in Frankreich und England ihren Sitz hatten, mochte die! Daraufhin erließ Herzog Adolf das„Statut“ vom 18. April Ansicht gedeihen: Deutschland hat es mit dem Sultan gehalten, 1868 als„Ergänzung dei nassauischen Hausgesetze", das die dabei eine Reihe wirtschaftlicher Vorteile für sich aus Klein=] Bestimmungen des Erbvereins von 1783 und anderer haus asien herausgeschlagen, seine Freundschaft mit dem Padischah gesetzlicher Vorschriften auch auf das neue Hausgut ausdehnt. wirkte als Begünstigung der Palastwirtchsaft, wird diese end- Dieses Statut fand die Zustimmung aller großjährigen Agnaten lich beseitigt, so muß auch je ne aufhören. Aber der Ingrimm des nassauischen Gesamthauses Adelheid zur Nachfolge in das Nassauische berusen. Und da es in Artikel 3 der luxemburgischen, Ver, V#r., Schlag, 2.: Tugust 1670 nat. Diese Feier bat sich ebung Pesbt:„D), Prone de. Soeniezesg heg Fi.=2519, v, 5. im Lause der Jahre immer mebr zu einer Art kranzost. Familie Rasan, und zwar in Gemäßheit des Vertrages““ sschem Nationalfeste gestaltet und is steis vereins) vom 30. Juni 1788,“ so ist sie auch zur Nacho1=graf Alt=Lothringern besonders stark besucht gewesen. Der Ver: Großherzogtum Luxemburg bestimmt. Dagegen hat Orcllauf hielt sich auch diesmal in dem gleichen Rahmen. um Meerenberg förmlich Protest erhoben mit der Begrundu# Tage vorher wurden die Gräber der Gefallenen mit bi., daß die maßgebenden Hausgesetze vom erbberechtigten Agnaten men und Kränzen geschmückt, dann trafen morgens## Schedsgericht uter demn Vorst, deg, Präsdenten dessia Tour, sopie Abordnungen aus anderen Herzlsone: neene, eee, ede sihen iunr Vhunsctalich ier die Geisele lsehise ecde da ceäeil. dv Lteschoteshe, vie Lun d 4.1d), Sohani Veicenel fecde aul die Leten. de aus bochnal is heigsesshez. sin en Statzrechtelehrer wie Paut Laband, Josep) Bringout) ve.v, Aig im deuischen als aufteizend und revanchelustig sch# daß empfunden werden mußte. Da man aber solche Reden des Aber idre Reinungen gehen ziemlich auseinander,i Lant ,anzösischen Redners bier schon satsam gewöhnt ist, so die Wiesbadener Richter keinen leichten Stand haben werden, trz nichts weiter zu bedeuten. Deutich ging aber aus *— lder ganzen Feier und besonders aus der übergroßen Zahl der Teilnehmer aus Lothringen hervor, daß das hiesige Franzosentumeberim Zu: alsim übnehmen Uebersicht Deutsches Reich. Detmold, 20. Aug. Der Trinkspruch Kaiser Wilhelms. *— G CSSLISID hom Wien, ist. Ganz besonders stark vertreten war diesmal das kürzlich bei den Gemeinderatswahlen so siegreiche Jung=Loth= ringen. Die aus Lothringen kommenden Zuge waren bis auf den letzten Platz gefüllt und auf der Landstraße von Gorze nach dem Schlachtfelde und bis zum Friedhofe reihte 19, sich Wagen an Wagen. Im Laufe des Nachmittags entüber erlittene schwere Ungerechtigkeiten und die Mißwirtschaft] Für die Nachfolge in das nassauische Hausfideikommiß get= Aug. Das„Neue Wiener Tagblatt“ bemerkt in seiner wickelte sich auf den Straßen und nicht berühren, daß die Türkei selbst aus den wirtschftlichen Vertrages, zu dem sich die Häupter der vier damals bestehenden helms in Wilhelmshöhe: Das ist eine Sprache, die i. mar=Inatriotische Lieder, besonders die Marseillaise, er Konzessionen an Deutschland, namentlich den Bahnbauten in nassauischen Linien„vereinigten“, dessen Artikel 47 bestimmt, kanter, in ungewöhnlicher Weise über den Rahmen der anen Seiten, wobei Kleinasien, den größten Nutzen gezogen, daß diese und die das aue zu dem Hause Nassau gehörigen Lande und Leute mit selbst zwischen befreundeten Höfen üblichen gemessenen Wil= ihren Mann stellten. Tätigkeit hervorragender deutscher Instruktoren, wie des Gene= allen Gerechtsamen„bei dem männlichen Geschlechte beständig, tion hinausgeht, und sie hat dabei den Klang der vollen! Deutsch=Ostafrika. Wie die„Deutsche Ostafrikan rals Frhr. v. d. Goltz, die Schlagfertigkeit der Armee vermehrt uud solange ein ehelich geborener oder von selbigem her= Natürlichkeit und Ueberzengune,####### gn##rgpge von Zeitung“ vom 25. Juli feststellt, sind gegen eine anschelund das Offizierkarps mit freierem Geiste erfüllt haben, daß stommender Agnat... am Leben sist, runiglich verbleiben“ Kaiser Wilhelms an wie ein Echogoße, auggeiprachenen nend von Jeschen Provveten„a.n endlich die steits schonende und mäßigende Haltung der deut möchten. Darauf gründet Graf Geora v. Merenberz beine Synzhezr haß das Bündnis immerwährende Zeiten dau= Letk.ss!“8mischen Filimatinde, Mialama und Moschl schen Politik in der mazedonischen Resormaktion der jung=] Erbansprüche. Nach dem Tode des Herzogs Wilhelm von Punsches, 2r.tex den Kundgebungen, die am 18. August StT2Ktgg, Legesg geiroien worden.„Da bereits von türkischen Bewegung die nötige Zeit zu ihrer stillen Agitation Nassau, regierenden Großherzog von Luxemburg, würde er dersan, murden, ist der Trinkspruch Kaiser Wilhelms einer## Ratrouille die Anlage einer Boma gefunden und und ihrem offenen Auftreten gewinnen ließ. einzige Agnat des nassauischen Hauses sein. derjenigen, die am meisten Kraft, historisches Gepräge Und#uunch Feuer zerstört wurde, es außerdem zur Ge Das Deutsche Reich war die einzige Großmacht, die poli=] Die Gegenseite bestreitet, das er über=Herzlichkeit offenbaren, wobei noch die persönliche Note von n ahme p u 20 Rädelsführern g tisch nichts verlangte und ohne eigene Landansprüche für den haupt Agnat sei. Er sei es wohl nach bürgerlichem Rechte, wirklich herzbewegender Touart ist.:„# von Tabora, Kilimatinde und Moschi Abte status quo, nicht der Selbstherrlichkeit des Sultans, sondern 2icht aber nor Fürstenrecht, das auf hochadeliges Hausgut nur]— Aus Wilhelmshöhe, 19. Aug. Gestern nachmittag GHesamtstärke von etwa 200 Mann und des unabhängigen Bestandes des osmanischen Reiches, eintrat. Anwendung finden könne. Agnaten im Sinne des Fürsten= nahm das Kaiserpaar den Tee auf dem Dürrgrg..„#.:; gewehren nach den unruhigen Gebieten entsandt worden. Wir haben den Türken weder Aegypten oder Cypern genom; rechts seie Fürsten, die durch Fürsten vom Stammvater ab=morgen machte der Kaiser Außrirke. WD#r T##'###::#„„ Außerdem steht die dem Schauplatz näch men, noch die Bulgaren befreit und das griechische Kreuz auf stammen. Graf Meerenberg sei kein Fürst und führe weder die Prinzessin Viktoria Luise sind heute morgen„Argze#re pagnie Kondoa==Jrangi mit 150 Mann zum gestrebt, uns in Tripolis oder Albanien sestzusetzen. Wir haben nicht zum Hause Rassan, sei also kein erbberechtigter Agnat.[Georg Büxenstein und die Herren Er Königlichen Theater, swird, Hauptmann, Tharik#e.,„Meichz), Buschzöhrung leii der treischen Frag= das Konvert der Nächtr veriasen und. Das ging so zu. Prunz Ritdolaus von Rasan=Welburg hen— Brahe von„Ludwig, der Bayer“ beizuwohnen, wöhrte hs nrndet werden wahrscheinlich keinen größeren uns an Flottendemonstrationen als Zwangsmittel gegen die vermählte sich 1867 mit Natalie v. Puschkin, die dem ältesten Heute abend gegen 11 Uhr 20 Minuten gedenkt der###; Umsang annehmen, immerhin ist es seltsam, Pforte nicht beteiligt. Die ganze Dardanellenfrage bestand fur und vornehmsten Adel Rußlands angehörte. Diese Heirat war sich nach Mainz zu begeben.— Morgen früh trifft Prine von amtlicher Seite über diese Dinge nichts berichte seitdem wir Weltpolitik treiben mußten, in der Besorgnis,.4 stande mäß; denn n-“—“as Ain Borbrängung und Demütignna des Islams ein Gegen=I“-„ uns, denn nach Weilburger Hausrecht oskar hier ein. daßdie Verdrängung und Demütigung des Islams ein Gegen war die Gemahlin eines nassauischen Prinzen nur dann eben=!— Der Deutsche Kaiser dat an on—..„#... Zur Bekämpfung der Tuberkulose. W gewicht gegen die übermäßige Ausdehnung der russischen oor:###ntig, wenn-. aus reichsfürstlichem od. altem reichgräflichen Achilleion in Korsu den Auftrag ergehen lassen, für eine:. Lis##u2 Der Kaiser hat aus seinem Dis der englischen Macht befeitigen könnte. Hause stammte. Ferner bestimmt das Recht des Hauses Nassau= umfassende Erweiterung des Schlosser Syreg,####erz S° ositionsfonds der Nobert Koch'schen Stiftung zur Bekämpfung der Tuberkulose 100000 A bewilligt. Diese redenden Tatsachen lassen sich nicht wegbringen. Weilburg, es solt keinem Prinzen oder Prinzessin des Hauses sehr der Kaiser von seinem letzten Aufenthalte auf Korhu heDi Termin der Verhandlung des berg gegen die Prinzessin von Na auf den 17. Oktober vor die vierte badener Landgerichts anberaumt worden. Der Vertreter des Grafen Meerenberg ist Justizrat Siebert, der als Rechtsbeistand des Generalintendanten v. Hülsen bekannt geworden ist. Ein auch in politischer Hinsicht interessanter Prozeß wird in nächster Zeit das Landgericht in Wiesbaden beschäftigen. Klägersist der 1871 geborene, aus der Ehe des Prinzen Nikolaus von Nassau mit Natalie von Puschkin stammende und mit der Fürstin Jurgenskuja, Tochter des Zaren Alexanders II. vermählte Graf Geora v. Meerenberg Beklagte ist die 1894 gevorene Prinzessin Marie Adelheid von Nassau, vertreten durch ihren Vater, den Herzog Wilhelm von Nassau, Großherzog von Luremburg. Es wird beantragt, die Prinzessin zu dem Anerkenntnis zu verurteilen, daß der Kläger Graf v. Meerenberg ihren Erbrechten in das im Bezirk des Landgerichtes Wiesbaden gelegene nassauische Hausfideikommisgut vorgeht, falls der Herzog Wilhelm von Nassau, Großherzog von Luxemburg, ohne männliche Nachkommen stirbt. de.. Zum Verständnis des rechtlich wie historisch=politisch gleich 10. Feoruar 1500 einverstanden eennes. Wumn1. 1,(zwbelten Sehn ven isleische Thron-1Drittel Karat, wenige o Gemahlin und beinen eventuellen Kindern em Name nicht sehle, Ernst August, besucht und die Piazrschpezische, Thron=IPrittel Karat, wenige J., warden sein, troßdem in man erhob der Fürst von Waldec, der Schwager des Prinzen, sielfolgefrage erörtert haben sollte, ript von Berliner Ver###r#rimzren Lagerstätte noch nichtaufdie Spur und ihre Nachkonmen in den Grafenstand und verlieh ihnenltungen dabin richtig gestellt, daß der Besuche#. Lcgu gesommen. Der Vermutungen über die Möglichkeit einer den Namen Meerenberg mit dem Prädikat Hochgeboren. IprIpate“ Mgt., P geiset grhrterte wurzgriatice Thron=Sosung Zieser wichtigen Frage albt es viele, jedoch keine Aut Grund dieser Tatsachen und gestützt auf die Forderunglfolgefrage in keiner Weise erbrtert wur.... Gandeilg, wirktichen Anbaltspunkte. Tatsache scheint nur eins zu des Erbvereins von 1783, daß d. Nachfolge nach d. besonderen)— Keine 3=Psennig=Karten. D'ie, Leungor gogfr, Bzehrig, sein: daß die Ebelsteine nicht dort frei geworden, aus dem Hausrecht des erwerbenden Hauses zu regeln sei(das ist Nassau= kammer hat beim Reichspostamte die Ausgave von 2. T##e z2: 1 Muttergestein losgelöst worden sind, wo man sie heute Wälburg, auf welches das Gesamthaus agnatisch zusammen= Karten angeregt. Das Reichspostamt hat erwidert, daß beiindet. Per aussallende Umstand, daß man nur kleine, geschrumpft ist), hat der Großherzog=Herzog sich zu der An= der großen Zahl von Postwertzeichen=Gattungen, die schon jetzt vielleicht vom Südpassatwinde von weitber berangerollte nahme berechtigt geglaubt, Graf Meerenberg sei nicht Mitglied bei den Verkaufsanstalten zu führen seien, davon abge Steinchen findet, dagegen keine schwereren, spricht dafür. des Haules Rassau er selbst aber zurzeit der einzige Agnat des sehen werden musse, die vorhandenen Wertzeichen zu Vielleicht ist die eigentliche Lagerstätte weiter südlich an der Sonhoupe, Pod., si hoit saut den Hel bahte gesanbt, den lege. Ein algeneinen Bodirsgle zur Einsäthung, asener un sch degebenensals elnen enscheltenden Einlant au Kritel 42 deo Erdoereine versehst:„Da Vbrgene auc der Druchachentarten mit eingedructen S.psennig=Wertstenwpe segr. zrizee n prheste iu. spern, eine ganze weise Aeeae a. es a, sastou, Herngernihliuna der Kriegrgriber und Deutnster;u, 83, Setlest. a.„ Fede, 1t l eis ralssishenäilscher Vel der geborene... zur Sukzession berufen seyn soll hat er durch Familienstatut 1907 seine älteste Tochter Marie feldern von Albumblätter. Schafsen, das ist die größte Erlösung vom Leiden und des Lebens Leichtwerden. Nietzsche. Theaterblut. Roman von Reinhold Ortmann. (Nachdruck verboten.) 8 Sie besann sich nicht einen Augenblick, das geforderte Gelöbnis abzulegen. Sie hatte ja in diesem Augenblick keinen anderen Wunsch als den, ihm alles Liebe und Gute zu erweisen was sie ihm zu erweisen vermochte. Und sie würde ohne Zweifel in gedankenloser Bereitwilligkeit alles nachgesprochen haben, was er von ihr begehrte. „Ich schwöre es Dir, lieber Vater— schwöre Dir's hoch und heilig!" Gut so, mein Kind— gut! Und Du wirst es nicht eines Tages vergessen, was Du Deinem Vater auf dem Sterbebette versprochen?"— „Nein, nein! Aber Du darfst nicht sterben— darfst mich noch nicht verlassen. Mein Gott— mein Gott, was sollte ich denn so mutterseelenallein auf der Welt beginnen?“ Statt der Antwort küßte er sie noch einmal. Dann sank sein Haupt matt auf das Kissen zurück. Leise berührte Doktor Gernot Lilli's Schulter. Sie blickte auf und las in seinen Zügen die Mahnung, dem Kranken Nuhe zu gönnen. Darum erhob sie sich und trat tiefer in das Zimmer zurück. Der Arzt folgte ihr dahin nach. „Ich kann nun nicht länger bleiben,“ sagte er,„aber ich schicke Ihnen bald jemanden zu Ihrer Unterstützung und im Laufe des Vormittags spreche ich wieder vor.“ Leise fügte er noch einige auf die Behandlung des Patien ten bezügliche Weisungen hinzu, um sich dann mit einem Hände druck von ihr zu verabschieden. Aber sie ließ sich's nicht nehmen ihn bis auf den Gang hinaus zu begleiten. Und hier, wo er ganz sicher war, daß Ludwig Georgi ihn nicht hörte, fragte er nach einem kleinen, verlegenen Zögern: „Soll ich nicht doch vielleicht irgend jemanden in Ihrem Namen von der Erkrankung Ihres Vaters in Kenntnis setzen? Ich hosse gewiß das Beste, aber es könnte doch sein, daß Sie aus diesem oder jenem Grunde eines tatkräftigen Beistandes bedürfen.“„ Lilli aber wiederholte mit derselben wehmütigen Resignation wie am verflossenen Abend: Nein. Herr Doktor. es gibt keinen, dem ich darum bitten könnte. Wenn mein Vater mich verläßt, bin ich gewiß das verlassenste Wesen auf Erden.“ Ihre Tränen flossen aufs neue, und das Gesicht in den Händen verbergend, fügte sie in ausbrechender Verzweiflung „Wenn er stirbt, will ich auch nicht mehr leben. Ich wüßte a doch nicht, was ich so ganz allein anfangen sollte.“ Fassen Sie Mut, mein liebes Fräulein,“ sagte er herzlich. Sie dürfen unserem Patienten keine verweinten Augen zeigen, wenn Sie es gut mit ihm meinen. Auch wenn das Schicksal früher oder später jene schwere Prüfung über Sie verhängen sollte, werden Sie nicht allein und ohne freundschaftlichen Beistand sein. Glauben Sie mir— ich will mich dafür verbürgen.“ Sie ließ die Hände sinken und sah mit einem zaghaften, doch zugleich rührend vertrauensvollen Blick zu ihm auf „Sie sind so gut!“ sagte sie in schlichter Aufrichtigkeit. „Ich wollte, daß ich Ihnen danken könnte, wie Sie's verdienen. Aber ich verstehe mich schlecht darauf. Man hat mir bis jetzt so wenig Anlaß zur Dankbarkeit gegeben.“ Als Doktor Gernot um Mittag wiederkam, fand er, daß die Auflösung des Kranken fast noch schnellere Fortschritte machte, als er es gefürchtet. Auch die barmherzige Schwester, die er am Morgen geschickt hatte, war der Meinung, daß Georgi den kommenden Tag nicht mehr erleben werde. Sie hatte es für ihre Pflicht gehalten, Lilli auf den unabwendbaren Verlust vorzubereiten, und Doktor Gernot fühlte sich ein wenig befremdet durch die Art, wie das junge Mädchen die Gewißheit des Entsetzlichen trug. Seitdem sie die Sorge um den Patienten und die Verant wortlichkeit für seine Pflege einer anderen überlassen durfte schien sie wieder um vieles ruhiger geworden. Sie war den gewohnten häuslichen Verrichtungen ganz wie sonst nachgegangen hatte ihren Blumentisch und ihre beiden Inseparables ge wissenhaft versorg:, und sich dann lesend an das Fenster geGravelotte=St. Privat und Colombev=[Zwischensall.) Ein französisch=englischer Zwischenfal Sie nahm diese Mitteilung hin, wie etwas, auf das sie vollkommen vorbereitet gewesen war. Offenbar hatte sie das Veisprechen, das er ihr am Morgen gegeben, sehr ernsthaft genommen. Und die Bedenken, die sie jetzt gegen die Annahme eines so großnkütigen Ehrerbietens äußerte, waren nicht von der Art, daß sie einer Ablehnung gleichgekommen wären. „Natürlich müssen Sie zunächst wissen, um welches Haus es sich handelt,“ sprach Gernot weiter,„und müssen die Menschen kennen lernen, in deren Schutz sie sich begeben sollen. Es ist die Familie des pensionierten Rechnungsrats Feldmann, in die ich Sie einführen will— die Familie meiner Braut, wie ich gleich hinzufügen möchle denn ich bin mit der einzigen Tochter des Hauses schon seit geraumer Zeit verlobt. Für die Herzensgüte, das Zartgefühl und die hohe Respektabilität des wackeren Ehepaares, dessen Bekanntschaft Sie da machen souen, ann ich auf Grund meiner langjährigen Beziehungen jede Bürgschaft übernehmen. Ueber meine Braut aber, die bereit ist, Ihnen eine liebevolle Freundin zu sein, werden Sie bald aus eigener Anschauung urteilen können, denn sie wird mit Ihrer Erlaubnis noch heute hierher kommen. Und mit ihr können Sie denn auch wohl besser als mit mir alles weitere besprechen. Als hätte er es sehr eilig. doch in Wahrheit wool nut, um ihren Dankesäußerungen zu entgehen, hatte er sich bei den letzten Worten bereits der Türe zugewendet. Lilli aber vertrat ihm den Weg. und mit derselben kindlichen Geberde, die ihn gestern so gerührt hatte, erhob sie ihre bittend zusammengelegten „Sagen Sie mir, was ich tun kann, Ihnen das zu vergelten. Sagen Sie es mir, Herr Doktor— ich fühle mich von Ihrer Güte sonst gar zu tief beschämt.“ „Kommen Sie den guten Menschen, die sich Ihrer annehmen wollen, ebenso offen, ebenso herzlich und ebenso vertrauensvoll entgegen, wie sie Ihnen entgegenkommen werden. Dann haben Sie mich für meine sehr geringe Mühe genug belohnt, liebes Fräulein!“— Es schien fast, als sei sie durch seine Antwort ein wenig enttäuscht worden, wenn er auch nicht begriff, wodurch er diese Enttäuschung bewirkt haben könne Jedenfalls hielt sie ihn nun nicht länger zurück, und obwohl er mit Rücksicht auf den sehr bedenklichen Zustand Georgi's gern noch eine Stunde im Krankenzimmer geblieben wäre, riesen ihn doch unaufschiebbare Pflichton hinweg. (Fortsetzung folgt.) etzt, bis das Erscheinen des Arztes sie veranlaßt hatte, das Buch wegzulegen. Als er zu ihr trat, flüsterte sie ohne merkliche Erregung: „Ich weiß jetzt, daß es keine Rettung mehr gibt— die Schwester hat es mir gesagt. Und sie sagte auch, daß der Tod eine Erlösung für ihn sein würde. Ist das wahr, Herr Er erwiderte, was sein Mitleid und sein Wunsch sie zu trösten, ihm zu erwidern geboten. Aber er hätte beinahe gewünscht, daß sie es etwas weniger ruhig und gefaßt aufnehmen möge. Wenn es nicht Lieblosigkeit war, was sie von dem nahen Tode ihres Vaters mit solcher an Gleichmut streifenden Ergebung reden ließ, so mußte sie sich wohl in einem Zustande halber Bekäubung befinden, der sie hinderte, die ganze Größe ihres Unglücks zu begreifen. Aber sie konnte in jedem Augen blick aus diesem Zustande erwachen, und Erich Gernot zögerte darum nicht, ihr auf der Stelle die lindernde Arznei zu reichen, die, wie er hoffte, jenes Erwachen zu einem weniger trostlosen und verzweifelten machen würde. „Wollen Sie mir erlauben, mein liebes Fräulein, einige Worte unter vier Augen mit Ihnen zu sprechen?“ sagte er, und als sie bereitwillig mit ihm in das Nebenzimmer eingetreten war, fuhr er fort: „Halten Sie mich nicht für zudringlich, wenn der Wunsch. Ihnen nützlich zu sein, mich verleitet hat, die Grenzen meiner ärztlichen Obliegenheiten ein wenig zu überschreiten. Sie sagten mir, daß Sie hier in der Stadt weder Verwandte noch Freunde besäßzen, und der Direktor des Stadttheaters, mit dem ich heute vormittag gesprochen, hat mir bestätigt, daß Ihr Vater — wahrscheinlich aus Rücksicht auf seine schwache Gesundheit — ein sehr zurückgezogenes, fast einsiedlerisches Leben geführt habe. Es ist ja trotzdem nicht ausgeschlossen, daß er rechtzeitig Anordnungen getroffen hat, die Ihnen für den Fall seines Todes eine Zuflucht und den Schutz freundschaftlich gesinnter Menschen sichern. Das Vorhandensein solcher Anordnungen würde natürlich jede Einmischung dritter Personen aus schließen. Sollte sich aber ergeben, daß er es unterlassen hat in dieser Art für Ihre nächste Zukunft Sorge zu tragen, so bin ich von einer mir nahestehenden Familie bereitwillig ermächtigt worden. Ihnen die Gastfreundschaft und den Beistand anzuReten, deren Sie unter den obwaltenden Umständen bedürfen könnten.“ mit Nocht, gemacht hat, barf beanspruchen, sobald nicht wieder aus ulschiffes machte dem englischen Gou= der Chroaik zu schwinden. Der alte Voigt wird sich eine möbverneur einen Besuch. Dieser aver erwiderte den liertes Zimmer mieten, keine simple Schlafstelle. Er wird sich Gesuch nict, sondern detz ihn durch einen Kapitän und jetzt von der Post nicht nur Stapel von einen Leutuant erwidern. bat sich anläßlich des Besuches des französischen Schulschif=, berühmten es„Bogainville“ auf der Insel Gurnesney ereignet. Der lachen gen mmandant des Schulschiffes machte dem englischen Gou= der Chron sischen Schisses protestier die Ettkette erfordere, daß der such emwidere. Der „ jetzt von der Post nicht nur Stapel von Briesen und Depeschen Der Kommandant des irguet= auf seinen Schreibtisch legen lassen, ganz wie ein berühmter van 3- So##se; t###n den We: Prosester over General, der ein Jubiläum foiert, sondern auch französischen Besucher empfangen, Gönner und Freunde, und wenn sein rsfach zug zischen Abendstatern sonl Name nach einmal mit einem Eindruch in Verbindung gebracht hotschaft unterbreitet. Nach englischen Abenddiattern soll—.— I8t, I5 kann un wur so lete aus maiur 4 der französische Kommandant im Begriff gewesen sein, in werden sonte, so kann es nn: sein, daß Voiat de brüsker Weise seinen Aufenthalt abzubrechen und sich auf ist, denn er rechnet jetzt zu den Besitzenden, wenn auch nicht zu hohe See zu begeben. Haog, 18. Aug. nischen Konflikt.) ik Niederlande. (Zum holländisch=venezoladen oberen Zehntausend. Voigt hat Geld, eine auskömmliche Neute, von überall her werden ihm gute Posten für seinen Lebensabend angeboten, und viele Mädchen offerieren ihm vielleicht auch ihr Herz. Und das alles für einen guten deue Geld in Höhe v. 4000 M eben der Kasse entnommen hatte, erschien ein Soldat und führte ihn gleichfalls ab. Auf dem Hose standen drei Equipagen berett, in die der Rendant sowie Die bereits gemeldete Unterre-[Witz, für einen Handstreich im Rathaus von Köckenick. In dung des amerikanischen Gesandten Beaupre mit dem Mi-llanger Einsamkeit hinter den schwedischen Sardinen ist Voigts nister des Aeußern über den Kouflikt zwischen den Nieder=]Gefühl für Recht und Unrecht, das früher auf so sehr schwachen landen und Venezuela hatte einen sehr freundschäftliche: Fühen stand, lebendig geworden. Voigt klagt bekanntlich so Charakter. In der Unterredung wurde vereinbart, daß mohl gegen eine schlefische Zeitung wegen Nachdrucks seiner Amerika sich einer niederländischen Aktio####einem Wiener Blatte entnommenen Biographie wie gegen einen S# wi ricten werdegwenn, diese h#u,#### Vertiner Rechtsanwalt, der angeblich ohne seine Erlaudnis hieser Hinsicht mird Vuuerseg der niederlönzischen Kiottel eivige Privatbriese verössentlichte. Der am 16. Oktober 1900 dieser Hinsicht wird Amerik der niederländischen Flote########ns volle Freiheit lassen unter der Voraussetzung, daß eine##usgrmmyrte, Handstreich Voigte auf die Natherstosse n militärische Beseyung von Benczuela ausdrücklich ausge= ulck, ist noch in aller Erinnerung. Am Dienstag, den 16. schlossen sei.— Die Presse:6 im großen und gansen mit Oktober 1906 um ½4 Uhr erschien vor dem Nathaus in Köpedem Ergebnis der Konsereuz zwischen den beiden Diplo= nick ein Hauptmann in voller Untform mit einer Suite von maten einverstanden. Der Kreuzer„Friestand“ wird am zwölf Soldaten des vierten Sarderegiments. Er ließ zum I. Ceptember narh Beuezuela abgehen. Schrechen der Einwohner das Nathaus besetzen und sämtliche Amsterdam, 19. Aug.(Zum hollandisch=vene= Ausgänge sperren und befahl, niemand aus dem Gebäude zu zolauischen Konflikt.) Das„Journal Telegraaf" lassen. Dann beorderte er den Bürgermeister Langerhans zu erfährt über das Ergebnis der Ministerberatung, daß die sich und wies ihm eine angebliche Depesche des Kaisers vor, Regierung vorläufig nicht die Offensive ergrei=lauf Grund deren der Bürgermeister sowie der Rendant v. sen werde. Nichtsdestoweniger sind Maßnahmen getrof= Wildberg für verhaftet und die vorhandenen Barbestände für en. um für den Fall, daß ein Ultimatum nötig sein wird, beschlagnahmt erklärt wurden. Dr. Langerhaus wurde einem m September noch zwei Kreuzer nach dem karibt= Polizeisergeanten übergeben, der ihn nach dem Hose führte an werden, um eime friedliche Phsung der Differenzen mitl Iuswischen war der Hauptmann nach dom Kassenzimmer geVenezuelg derbeizuführen, de 91. Köniain gegenlelz. wv, Ner Lru. pgsgt a1e der Nenhant dae gurten. einen Krieg is. Die Regierung beabsichtigt deshalb, auf!“ In nöchtten Augendlicke, als der Nenoant das vorhanihr weiteres Verhalten von den Ergebnissen der Flotten=ven er wandemonstration abhängig zu machen. Dänemark. Kopenhagen, 18. Aug. Der desinitive Friedensschluß im dänischen Buchdruckgewerbe ist von den Hauptorganisationen der Arbeitnehmer und Arbeitgeber jetzt unterzeichnet worden. Das Abkommen konstatiert die formelle Annahme des Vermittelungsvor schlages des Ministers des Innern und ordnet die Wiederaufnahme der Arbeit der Buchdrucker, Buchbinder und Papierarbeiter am Dienstag an, während in den Zeitungsdruckereien, soweit dies durchführbar, die Arbeit schon Moutag wieder ausgenommen werden sollte. Die Lithographen werden ihre Tätigbeit erst am nächsten Donnerstag wieder aufnehmen, worauf auch die von den Arbeitgebern vereinbarten Aussperrungen wieder abgesagt werden sollen. Portugal. Lissabon, 19. Ang. Di: volitische Lage In Lissebon und im ganzen Lande hat sich wied e recht beuurubigend gestaltet. Die äußerliche Rub:, die in Vortugal berrscht, verschieiert nur den wirklichen Ernst der Verhältnisse. Die drries sind immer noch mit Veratungen über die verwickelten Kinanztrausaktsonen des ermordeten Königs Carlos beschäftigt. Durch diese Beratungen wird den unfreundlichen Gesinnungen gegen die Dynastie immer neu: Nahrung zugeführt. Auch trägt die scharfe Regierungsweise des gegenwärtigen Kabinetts vie! dazu bei, die Sympathien, die sich der junge König Manuel auch bei der Cuposition erworben hat, wieder zu verwischen. Die Verhältnisse, welche eine jahrzehntelange Mitzwirtschaft gezeitigt haber, müssen ihre Wirkungen nurwendig auch weiter gestend nachen. Man hält es nicht für unm'glich, daß es üder kurz oder lang zu einer neuen aufständischen Bewegung kommt, und daß die Dynastie abermals aufs äußerste gefährdet ist, da ln Heer und Klotte die Zihl der Unzufriedenen täglich wächst. Die Leimliche Einfuhr von Wassen nimmt ungehindert ihren Fortgang. Die Behörden sind entweder nicht gewillt, diesem Handel, der einen grotzen Umfang angenommen hat, ein Ende zu machen, oder sie besitzen nicht die Macht dazu. Es besteht kein Zweifel, daß alle diese Wassen sur die Revolutionäre bestimmt sind, dabei herrscht sortge setzt eine strenge Nachrichtenzensur, sodaß nicht esnmal Meldungen über Eisenbahnunfälle oder Feuersbrünste, die sich erschrecklich häufen, ins Ausland gelangen können. Amerika Newyork, 19. Aug.(Benezuela, Frankreich u. Brasilien.] Einem Telegramm aus Caracas zufolge hat Präsident Castro es abgelehnt, dem brasilianischen Gesandten die Wahrnehmung der französischen In teressen in Venezuela zu gestatten. Der venczolanische Minister des Aeußern hat, trotzdem er ursprünglich dem Arrangement geneigt war, in einer Note erklärt, daß die Regierung die Annahme desselben verweigere, weil#### französisch=venezolanische Streitfrage in engem Zusammenhang mit der amerikanisch=venezolanischen Streitfrage stehe und das vorgeschlagene Arrangement daher die Fortdauer der freundschaftlichen Beziehungen zu Brasilien gefährde. — bersem war auf seine worden, seine Frau mitzunehmen— gesetzt wurden. Unter militärischer Bewachung fuhren die Wagen dann nach der Neuen Wache in Berlin. Der Hauptmann aber ging mit den 4000 M nach dem Bahsthof, loste sich eine Karte und verschwand. Die beiden Gesangenen wurden gegen Abend auf der Neuen Wache abgeliefert, hier aber durch den Stadtkommandanten von Berlin, Grasen v. Moltke sofort wieder entlassen. Aber erst am 26. Oktober gelang es der Berliner Polizei, den Schuhmacher Voigt, der als früherer Zuchthänsler ruhelos von Ort zu Ort gehetzt worden war, als den falschen Hauptmunn zu entdecken und zu verhaften. Der berühmte Mann. Wilhelm Boigt, der begnadigte„Hauptmann von Köpenick“, wird jetzt nach setner Freilassung auf Schritt und Tritt verfolgt. Die Berliner haben an ihm ihren Jux. Wie sich herausstellte, hat Voigt die Menschenmenge vor dem Hause seiner Schwester richtig genarrt. Unbemerkt mischte er sich gegen 10 Uhr unter die Rengierigen, bahnte sich einen Weg zu der Haustür und verschwand dann, ohne erkannt zu werden, im Hause Nr. 27. Als er die Wohnung seiner Schwester betrat, war er völlig erschöpft, die Aufregungen des ganzen Tages hatten ihn hart mitgenommen Wie er erzählte, war er zunächst nach der Strafanstalt in Tegel gefahren, um sich dort seine Sachen und den Arbeits verdienst in Höhe von 80 J abzuholen. Auch die berühmte Hauptmannsunisorm und den blankgeputzten Offiziersdegen ließ er sich aushändigen. Nachdem er dann noch eine Biertelstunde mit Anstaltsbeamten geplaudert hatte. verließ er Tegel und fuhr nach der Laugestraße 22, wo seinerzeit seine Verhaftung erfolgte. Kaum hatte er das Haus betreten, als die Kunde von seinem Erscheinen auch schon überall bekannt wurde. In kurzer Zeit war das Haus dicht von Menschen umlagert. Erst am Abend verließ Voigt die früheren Wirtsleute. Als er die Straße betrat, wurde ihm laut zugesubelt.(!) Die Schutzleute mußten ihm erst einen Weg bahnen, damit er ein vorüberfahrendes Automobil besteigen konnte. In schneller Fahrt ging es dann geraden Weges nach Rixdorf. Schon in der Hermannstraße verließ er den Wagen, um zu Fuß nach der Kopfstraße zu gehen. Dort konnte er dann unbehelligt zu seiner Schwester gelangen. Voigt öffnete jetzt die vielen Briefschaften und Depeschen, die im Lause des Tages eingelausen waren. Fast durchweg waren es Glückwünsche zu seiner Begnadigung, Tages=Neuigkeiten. Voigt in Freiheit. Der„“: mann von Köpenick“ ist, wie gemeldet, begnadigt und fleigelassen worden. Aber weder die Köpenicker noch andere brauchen vor ihm zu zittern. Der Schuhmacher Voigt wird aller Menschenvoraussicht nach nie wieder gegen fremdes Eigentum auf den Kriegspfad ziehen. Voigt ist ein anderer geworden, er hat einen neuen Menschen angezogen, einen stolzen, selbstbewußten Menschen. Voigt fühlt sich als Eine schienenlose Bergbahn. Die neue kürzlich in Betrieb genommene Luftbahn von Grindelwald auf das Wetterhorn stellt sich als eine der kühnsten Errungenschaften der modernen Technik dar. Die Zahl der zu hohen Gipfeln bequem emporführenden Drahtseilund Zahnradbahnen hat in den letzten Jahren außerordentlich zugenommen. Doch der Steigung der Schienenwege sind Grenzen gezogen; nicht überall können sie angelegt werden. Einem deutschen Ingenieur, dem inzwischen verstorbenen Regierungsbaumeister Feldmann in Köln, war es vorbehalten, hier einen nichts zu er In dieser Eine Schienenlose Beigbahn: Der Wetterhornaufzug bei Grindelwald. glänzenden Ausweg zu finden. Wo mit Schienen u reichen war, mußte es eben ohne Schienen gehen. Erwägung konstruierte Feldmann ein System, das ein Mittel ding zwischen Drahtseilbahn und Fahrstuhl darstellt, eine Art freischwebender Doppellift, dessen von Drahtseilen getragene zwei Kabinen miteinander korrespondieren wie die Wagen einer solchen Bahn. Der von Grindelwald durch die Jungfrau bahngesellschaft nach der Spitze des mächtigen Wetterhorns er baute Aufzug ist nach dem Feldmannschen System gebaut und hat sich bereits gut bewährt. Auf einer Katte wurde Voigt zu einem sidelen Skatabend eingeloden. Auch zu der Korsofahrt auf der Oberspree sind ihm sechs Freikarten zugestellt worden. Natürlich sehlen auch nicht rissene Unternehmer, die Boigt als Schaustück engegieren wollen. Wie Frau Meuz aber erklärte, hat sio ihr Bruder dahin geäußert, daß er sich nie und nimmer zu Schäustellungen hergeben würde. Als ein Restaurateur Voigt anbot, in sein gutgehendes Geschäft als Teilhaber einzutreten, erwiderte der„Hauptmann“ kurz und bündig: „Sagen Sie, verehrter Herr, würden Sie mir, wenn ich der Reichskanzler wäre, das gleiche Auerbteten machen?" Als der Restaurateur diese Frage verneinte, meinte Boigt: Nun also, ich schätze mich jetzt ebenso doch wie der Reichskanzler und gebe mich niemals als Zugstück her! Wäre ich nicht begnadigt worden und hätte ich meine vier Jahre ganz absitzen müssen, so hätte ich dem Staate gezeigt, daß ich noch etwas kann und ein viel begehrter Mann bin. So aber widerspricht es meinem Gesühl.“ Voigt hat, wie verlautet, die Absicht, die ganze Köpenidiade in Memoiren ausführlich zu schildern. Zum Schuhmacherhandwerk wird er nicht wieder zur tkehren. Es ist nicht ausgeschlossen, daß Voigt nach Bremen reist, da ihm von dort aus ein gutes Angebot gemacht wurde. Ueber die Art des Auerbietens läßt er aber nichts verlanten. Voigt ist von größerer Mittelfigur, er trägt sich aufrecht und straff und konnte in seinem Aussehen mit dem gerflegten weißen Vonvact und in dem ladellosen blauen Anzug sast für einen ehemalkgen— Offizier gehalten werden. Auch aus Leipzig war ein Besuch bei ihm eingetrofsen. Deu beiden Herren gegenüber benahm er sich sehr zurückhaltend, betonte aber die Möglichkeit, daß er einmal In Leipzig, das er liebe, einen Vortrag halten wurde. Ueber den „Voigt=Kultus“ schreibt der„Hannov. Cour.“: Wir sind durchaus der Melnung, daß die bürgerliche Gesellschaft an dem Schuster Wilhelm Voigt durch Herzenshärte und Gedankenlosigkeit viel gesündigt, also viel gut zu machen hat. Wir freuen uns dayer seiner Begnadigung und freuen uns, daß milde Spenden ihn in den Stand setzen, nach der langen Wanderung durch die Hölle der Zuchthäuser und das Fegefeuer des Gesängnisses in das bescheidene Paradies eines friedlichen Lebensabends einzutreten. Aber widerwärtig muß es berühren, daß der süße Pöbel aller Stände ihn nun partout zu einer Art Volkshelden stempeln will. Das Haus, wo ei Wohnung genommen, wird derart umlagert, daß man die Straße polizeilich absperren muß, und von Zeit zu Zeit schallen Hochruse, die ihn ans Fenster locken sollen. Autos fahren vor, Bisitenkarten werden abgeworsen wie bei einem angesehenen und berühmten Manne. Wein und Leckereien stellen sich ein und Voigt's Schwester wie Voigt's Braut sind Persönlichkeiten, die von den Revortern der Generalanzeigerpresse mit angelecktem Bleistist umschwänzelt werden. Ist denn unserem Volk jedes Gefühl für Takt abbanden gekommen, daß es dem alten Zuchthäusler Ovationen bereitet? Mitleid verdient er gewiß, da er für sein Vergehen viel zu schwer gelitten hat. Aber begeistern kann sich ein denkender Mensch nur für den, der eine große und gute Tat getau hat. Die genzen Huldigungen, die einem Zeppelin dargebracht wurden, entwerten, wenn man sieht, wie locker sie in unserem Volke sivzen, wie kritiklos sie vergendet werden. Aber es liegt in der Perversität unserer Zeit, gerave in kultus einen besonderen Reiz zu finden. Daß Voigt sich diesem Treiben so völlig entzieht, zeigt, daß tatsächlich ein guter Kern in ihm steckt. Er hat viel mehr Taft, als alle, die ihn da so stürmisch umjubeln. Berlin, 18. August. Die Delikatessenhändlee Deutschlands werden auch in diesem Jahre wieder einen Trefftag in Berlin abhalten und zwar am 31. Aug., 1. und 2. September. Den Nern der Veranstaltung wird auch diesmal wieder die Jahresversammlung des über ganz Deutschland verbreiteten„Vereins Deutscher Kaufleute der Delikatesseubrauche, E. B., Sitz Berlin" bilden, die der Beseitigung zahlreicher, die Brauche bedrüdender Mißstände eilt. Zur Teilnahme an dieser Zusammenkunft lädt der genannte Verein nicht nur seine Mitglieder, sondern alle Delikatessenhändler Deutschlands, sowie alle Nahrungs= und Genußzmittelfabrikanten, auch wenn ne dem Verein nicht angehören, nebst ihren Damen ein. Berlin, 19. Aug. Vom Parsevalballon. Herzog Ernst von Sachsen=Altenburg, der Präsident des Deutschen Aeroklubs, nahm heute abend an einer eiwa halbstündigen Fahrt des Parsevalballons unter Führung von Hauptmann v. Kehler teil. Die Fahrt verlief nach jeder Richtung zuriedenstellend. Der Herzog bediente eine Zeitlang das Steuer elbst, um sich von der leichten Handhabung desselben und der vorzüglichen Steuerfähigkeit des Ballons zu überzeugen. Enesen, 18. Aug. Der aussichtführende Richter am Amtsgericht Gnesen, Dr. Steinhardt, der in der Nacht zum Montag auf dem Bahnhofe Gnesen verhaftet worden war wurde in der heutigen Sitzung der Strafkammer des Landgerichts Gnesen wegen Vergehens gegen den§ 175 des Reichsstrafgesetzbuchs in zwei Fällen zu sechs Monaten und einer Woche Gefängnis verurteilt; serner wurde auf Unfähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Aemter für die Dauer eines Jahres erkannt. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. Als strafmildernd wurde bei der Urteilsverkündung hervorgehoben, daß der Angeklagte unbescholten sei, und daß er sich während seiner langen Dienstzeit das Vertrauen seiner Vorgesetzten erworben habe. Koburg. 19. Aug. Das Automobil, das gestern die Prinzen August Wilhelm u. Oskar von Preußen nach Koburg gebracht hatte, verunglückte auf der Rückfahrt auf der Chaussee nach Oberlangenstedt(Oberfranken). Der leere Wagen stürzte die Böschung herab und begrub den Chauffeur unter sich, der auf der Stelle tot war. Die Leiche wurde nach Lichtenberg gebracht. Stuttgart, 19. Aug. In einem hiesigen großen Hotel wurde in der vergangenen Nacht ein rassinierter Diebstahl ausgeführt. Einem Hotelgast wurden in seinem Zimmer 400=Francsscheine u. 500 M in deutschem Gelde gestohlen. Der Bestohlene wurde heute früh bewußtlos in seinem Bette aufgefunden. Er war durch Chloroform betäubt Die Gewerbeausstellung in Lemgo. (Nachdruck verboten.) Halle III. Nachdem wir die in den Hallen 1 und II ausgestellten Gegenstände besichtigt haben, werden wir nun unsere Wanderung durch die Ausstellung fortsetzen und zwar zunächst den in Halle III befindlichen Maschinen, Werkzeugen und Gebrauchsgegenstänoen ansere Aufmerksamkeit zuwenden. Von diesen sind die in der Seitenabteilung aufgestellten Maschinen die interessantesten. Es sind das die Hilfsmaschinen für Tischlerei=, Schmiede= und Wagenbau artisel. Wir sehen hier den„Westfälischen Schmiedeham mer mit regulierbaren Schlagstärken für Krastbetrieb" (Sch aastarke durch Luftpumpe zu regulieren); eine kom binierte Abrichte= und Dicktenhobelmaschine, sowie einen hochklappbaren Abrichtetisch(neuestes Modell): eine Zwillingshobelmaschine„Fortschritt“ mut einer durchgehenden Messerwelle, Abrichte= und Dicktenhobelmaschine nebenein ander. Eine mit Abrichtehobelmaschine kombinierte und mit dieser in derselben Richtung arbeitende Bandsäge. Einen Sägeschränkapparat, eine kleine Schleifmaschine zum Schärsen von Kronenfräsern, kleine Kreissägen, Kehlmesser und sonstige Hilfswerkzeuge. Alle diese Gegenstände sind von der Maschinen= und Werkzeugfabrik Wilh. AltroggeBielefeld ausgestellt. An der Wandfläche befindet sich ein Isar=Gleichstrom=Zäbter von dem Isar=Zählwerk Mün chen. Die Zweigniederlassung Detmold des Elektrizitäts werkes Landwehr und Schultz hat die verschiedensten In stallationsmaterialten für Stark= und Schwachstrom zu Licht= und Kraftanlagen ausgestellt. Außerdem versiebt diese Firma den ganzen Ausstellungsplatz und sämtliche Hallen mit elektrischem Licht. Auch das Wasser des Springbrunnenbassins läßt die Firma durch buntfarbige Glasbirnen beleuchten, was einen großartigen Effekt hervorrun.— In einem Glaskasten sehen wir Kreissägen, Bonrer. Schränkeisen, Zungen und andere Bestandteile zu Maschinen. Davor stehen Bandsägen, kombiniert mit kräftiger Fräse, dann Fräse=, Abrichte=, HobelLetztere mit Apparat zum Dicktenhobeln für Hölzer bis 200 Millimeter Breite. Diese Maschinen werden von der ausstellenden Maschinenfabrik W. Kampmann und KrachtBielefeld, durch eigenen stationären Benzinmotor(Modell mit rotierender magnet=elektrischer Zündung, Regulator, Schwungrädern) in Betrieb gesetzt. Neben diesen sind gleiche u. ähnliche Holzbearbeitungsmaschinen von E. Kießling& Co., Leipzig=Plagwitz, ausgestellt, die mit einem Gasmotor der Gasmotorenfabrik Aktiengesellschaft KölnEhrenfeld betrieben werden. Im nächsten Raum befinden sich dekorative Gemälde in Ornament und Landschaft, Holz= und Marmorimitation owie gemalte Decken. Von den ebenfalls hier ausgestellten übermalten Photographien wurde ein Kinderporträt von Sr. Durchlaucht dem Fürsten Leopold zur Lippe angekauft. Diese Malereien stammen aus der Malerschule der Gebr. Willer in Detmold. Nebenau sind rechter Hand vorzüglich gearbeitete Pumpen aus Kupfer und eine mit D. R. G. M. Nr. 341887 versehene Lampe von Klempnermeister Aug. WöhrmeierBarntrup ausgestellt. Diese Lampe ist mit einem Kühl bassin des Petroleumbehälters versehen, wodurch eine Explosion ausgeschlossen in. Kupferne Töpfe, Kessel, Dosen usw., sowie ein kunstvoll gewundenes Kupferrohr(ein sel; tenes Meisterstück) sind von Kupferschmied Wilh. Schmidt & Sohn=Salzuflen ausgestellt. An der mittleren Wand befinden sich prächtig geschmiedete Zusatzteile zu Radbacken, Federzinken und gebogene Bandeisen(Modell Osborn, Modell Schwartz und Modell Wenbkn), dann kaltgeprehte Nahmen zu Pflugfabrik Seitenwand mol* In unmittelbarer Nähe sind die Waschmaschine „Einsach praktisch“ von Ernst Deppe=Lage und Wassereimer Gießkannen, Wasserwaggen usw. von Klempnermeister N. Frohne Hohenhausen ausgestellt. In einer besonderen Abteilung hat Karl Bruns=Detmold als Vertreter der Delmenhorster Linoleumsabrik sehr schöne Neuheiten und Muster in Linoleum, u. herrliche Tapeten für Jagd=, Speisezimmer und Salons ausgestellt. In der Mitte der kleinen Seitenabteilung befinden sich Nähmaschinen der Aktiengesellschaft vormals Seidel und Naumann=Dresden, wie auch der Firma Dürkopp=Bieleseld; Vertreter Ernst Dördel mann=Lemgo, und daran anschließend erblicken wir dauer haft gearbeitete Wellen=, Sitz= und andere Badewannen des Kaufmanns Th. Kellner=Lemgo. An der Wand befinden sich Decken=(Plafonds-)malereien im Empire= und gotischen Stil(Kirchenmuster), sowie gemalte Tapeten und Lincrusta=Imitationen unmittelbar auf der Wand in jedem Farbenton von Maler G. Gronemever=Detmold. Ein Waschmittel„Radium“ genannt, das von der Frauenwelt viel gekauft wird, hat die chemische Fabrik von G. MalzBielefeld ausgestellt. Von hier aus betreten wir wieder die Hauptabteilung, in welcher links an der Wand Drucksachen der Druckerei Topp& Möller=Detmold und Modelle für das Zeichnen der Wagenschmiede in Fortbildungsschulen v. Louis HalleLemgo ausgestellt sind. Diesen zunächst befinden sich die verschiedensten Gas=Kochherde, Plätteisenwärmer, Röstpfannen mit doppelten Böden(anbrennen ausgeschlossen, ohne Butter zu braten), ein Spießbrater mit Uhrwerk, ein Waf selbackapparat. Diese schönen, gewiß jede Köchin entzückenden Koch= und Bratapparate sind von dem Gaswerk Lemgo ausgestellt. Hierzu gehören zwei Askania=Thermen, bei denen sich der Preis eines Bades von 180 Liter, 35 Grad Celsius innerhalb 18 Minuten an Gas auf nur 13 Pfg. stellt. Ein Wand=Heizosen verbraucht pro Stunde an Gas nur für 6 J. Ein an der Rückwand ausa bellter Fleischröstapparat kostet 45 A und verbraucht für 5—8 4 Gas pro Stunde. Von Wilh. Faust sind in zwei Glaskasten hochinteressante Abgüsse von durch Vernagelung verdorbenen Husen eines 3 Jahre alten Fohlens, dann Ouseisen in allen Größen vom gröbsten bis zum feinst polierten in 20 verschiedenen Arten, sowie auch aus Pferdehufen hergestellte ausgestellt. Direkt anstoßend stehen eine deck und herüberzuklappendem Bock vertreten ist. Der Oberkasten ist in Naturesche, das Untergestell in brauner Farbe gehalten, der Ausschlag ist grangrün.— Hugo Scheidt, früher H. Pohl, Lemgo, der eine Kutsche in brauner Lackierung mit Seidenausschlag und Rädern mit Gummtreisen zur Schau stellt. Der Wagen ist Eigentum Sr. Durchlaucht des Fürsten und wurde zweimal an den Fürstlichen Marstall geliesert. Derselbe Aussteller zeigt serner einen sechssitzigen Break in blauer Lactierung mit blauem Tuche ausgeschlagen, und eine hübsche Kollektion Photographien von Wagen, die an hochgestellte Persönlichkeiten geliefert wurden, und eine Sammlung von schön gezeichneten Original=Entwürsen von verschiedenen Wagen in ein Zehntel Größe.— Chr. Helms=Lemgo, der einen schön gearbeiteten Landauer mit rotbraunem Tuche ausgeschlagen und in gleicher Farbe lackiert, lieferte. Derselbe hat auch ein vierräderiges Dog=cart, mit braunem Manchester ausgeschlagen und schwarz lackiertem Untergestell, ausgestellt.— Lippische Wagenfabrik Gustav Scheidt Lemgo; sie bringt ein elegantes Landaulet Vorbau und mit blauem Tuche ausgeschlagen, schwarz braun lackiert; einen schönen Jagdwager„Dz„Zumm rädern in Esche und Nußbaum ausgeführt und zui grauem Tuche ausgeschlagen. Einige ferner ausgestellte naturgroße Zeichnungen zeigen einen Landauer ung 1 Vis=geps Satlermeister Angus. Preug zwestsebensgroßen SchanEine hervorragende Neuheit ist die Schnellnähmaschine, die ca. 3000 Stiche in der Minute macht. Diese Schuellnähmaschine ist für Wäsche= und Damenkonsektion bestimmt und kann nur mittels Motor betrieben werden. Für diese Fabrikate ist Och. Waldeier=Lemgo Vertreter von H. Koch & Co., Aktiengesellschaft, Bielefeld. Se. Durchlaucht der Fürst und Ihre Hoheit die Fürstin haben diese Maschinen mit hohem Interesse besichtigt; letztere hat ein auf der Stickmaschine zu stickendes Kinderkleidchen bestellt. Wir finden hier altbekannte renommierte Firmen, die auf jeder Ausstellung mit gutem Gewissen einen Wettstreit men können. Es sind dies die Wagenbauer: Louis ScheidtLemgo, der einen eleganten, sein lackierten, mit Tuche ausgeschlagenen Landauer, ein Vordergestell ebenfalls für einen Landauer bestimmt, und einen Jagdwagen in Esche und Nußbaum mit braunem Untergestell und grau karriertem Tuchausschlag ausgestellt hat. Lüdeking Barntrup, der durch einen Jagdwagen mit Sommerver einem silbernen Beschlag versehenes Kummetgeschirr in .un dn. Nlusführung. Das Vorderpserd bat ein bellfarbige? Brustblattgeschirr nebst Zaumjeug und Sattel, peinlich sauber gearbeitet. Daneben liegt von demselben ein sein gearbeiteter Wildledersattel und einige halbertige Satteltelle, die die Anfertigung veranschaulichen ollen. Das Dog=cart, das zur Anspannung benutzt wurde, st von der Firma Lonis Scheidt=Lemgo angefertigt. Sattlermeister D. Köhne=Lemgo stellt 2 gut gearbeitete Kutschgeschirre mit gelbem Beschlag aus. Hossattler Gebr. KochLemngo zwei peinlich sauber gearbeitete Brustblattgeschirre mit silbernem Beschlag und ein in englischer Manier gearbeitetes Dog=cart=Geschirr ebenfalls mit Silberbeschlag auf einem lebensgroßen Schaupferde. sämtlich peinlich sauber hergestellt und das Leder ist eigene Grubengerbung. Von den ausgestellten Wagen u. Pferdegeschirren wurden verschiedene verkauft und in Auftrag gegeben. Sachkenner dieses Faches sprachen sich im allgemeinen sehr lobend über diese Wagenausstellung aus.— worden. handelt Von dem Täter fehlt jede Spur. Wahrscheinlich sich um einen internationalen Hoteldieb. Drroden, 19. Aug. Der Kaslierer der Dresden: Bauk, Hermann Ecker is Dresden, hat das Institut durch raffinierte Fälschungen um den Betrag von 233000 Mark geschädigt. Er ist seit gestern früh flüchtig. In einem zurückgelassenen Briefe sprach er die Absicht aus, den Tod zu suchen. Die Angelegenheit ist den Behörden übergeben worden. Der Kassierer war 34 Jahre im Dienste der Baur und genoß das unbedingte Vertrauen seiner Vorgesetzten. Er wurde heute in einem Hotel in Schandau erhängt aufgefunden. Schulter getrossen und schwer verletzt. unversehrt davon. Der Tourist kam Stadt und Land. Detmold, 20. Aug. * D i e E r l a u b n i s z u r A n l e g u n g d e s K o m t u r k r e u z e s zweiter Klasse des Herzoglich Sachsen=Ernestinischen Hausordens und des Kommandeurkreuzes des Königlich Niederländischen Hausordens von Vilbel, 18. Aug. In Niederdorfelden geriet e##*#### Eranien wurde dem Fürstlich lippischen Kammerherrn und mit dem Arm in eine Dreschmaschine, wober„n Hofstallmeister von Schönfeld in Detmold erteilt. Arm ausgerissen wurde. Der Tod trat infolge Verblutung" Militär=Porsonalien. Hauptmann Helfritz, Kompagnie=Chef im Inf.=Regt. 55 bis auf weiteres zur Dienstleistung beim Kriegsministerium kommandiert.— Leutnant von Stietencron im Ins.=Regt. 55 von dem Kommando zur Dienstleistung beim Kürassier=Regt. Nr. 7 enthoben und bis auf weiteres zur Dienstleistung beim Hus.=Regt. Nr. 15 (Wandsbeck) kommandiert.— Die Fähnriche im Ins.=negt. 55 v. Colkani und Mummenthey sind zu Leutnants befördert, der Assistenzarzt der Reserve Dr. Mette(Bezirk Detmold) zum Oberarzt der Reserve. * Prinz Friedrich von Sachsen=Meiningen, beauftragt mit der Führung der 20. Feldartillerie=Brigade(Hannover) ist, unter Belassung a la slite des Infanterie=Regiments 95, zum Kommandeur dieser Brigade ernannt. * Militärisches. Heute, Donnerstag, rückt die 26. Inf.=Brigade(15er und 55er) nach dem Sennelager, um dork ihre Regiments= und Brigade=Uebunge: durchzumachen. Die beiden Regimenter bleiben bis zum 9. September im Lager und marschieren dann ins Manöver. Die Besich sosort ein.„—„ Die Nationalspende für Zeppelin. Stuttgart, 19. August. Bei der Allgemeinen Rentenanstalt sind bisher für den Grafen Zeppelin 1½ Millionen Mark eingelaufen.— Die Sammlungen im Reiche ergaben ferner u. a.: Kaisers Kasseegeschäft 3000. beim„Boch. Anz.“ 1705,„Vossische Zeitung" weitere 1030,„Frankf. Ztg.“ meitere 3500(insgesamt 86 913, wovon 80000 A an die Allg. Rentenanstalt in Stuttgart abgeschickt worden sind), Fürst von Hohenzollern 1000, Dr. Sieglin=Stuttgart 10000, Priv. Laiblin=Pfüllingen 1000, Dr. Schott, Gaswerk Jena, 1000 M. Stadt Schwerin 500 MA.— Münster k. W. bewilligte zur Zeppelinspende einen Betrag von 3000 Mark. Die Allg. Rentenanstalt hat für Zeppelin vom Herzog von Cumberland 1000 Mark und von dessen Söhnen 700 Mark erhalten Spielhöhle für Damen. Petersburg, 18. Aug. In einer in den vornehmsten Straßen Petersburgs gelegenen Wohnung einer Madame Backel wurde eine Spielhöhle für Damen aufgedeckt. Um die##r uu. Mntttrren Spieltische gruppierten sich Damen der besten Gesellschaft neben i.ung durch den kommand erenden General ist am 31. August. mit ilren Familien einfinden werden. Das Fest destehzt in Konzert, Kinderbelustigungen und großem Vogelschießen. * S a l z u f l e n, 2 0. A u g u s t. E i n e M a r g a r i n e f a b r i k z u errichten, büdete sich ein Konsortium, welches bereits ein Gründungskapital von 40000 Mk. zusammenbrachte. Die Fabrik soll in der Nähe des Werler Kruges, unweit des Clektrizitätswerkes, erstehen. Hauptbeteiligte find der Rentner Wienbröker und Bauunternehmer Meier, sowie einige Werler Landwirte. * S c h ö t m a r, 2 0. A u g. I n d e r a m v e r g a n g e n e n Freitag im Tivoli abgehaltenen Versammlung des hiesigen Turnvereins, welche einzn sehr guten Besuch aufzuweisen hatte, fanden folgende Punkte Erledigung: Zunächst wurden unter Aufnahme neuer Mitglieder 3 Herren als passiv: Mitglieder ausgenommen und hierauf der Beschluß gefaßt, Aus der * Bückeburg, 19. August. Fürst Georz hut u# Zeppelin=Spende 1000 Mr. beigestemere. “ K a s s e l, 1 8. A u g u s t.( A u s d e m F e n s t e r g e s t ü r z“.) Das etwa ein Jahr alte Kind eines Eisenbahubeamten wurde heute nachmitlag von seinem etwa zehnjährigen Bruder, am offenen Fenster stand, and den Armen gehalten. Dabei glitt das Kind von den Armen und stürzte aus der Löhe des zweiten Stockwerks auf die Straße. Es wurde tet aufgehoben. 31 Im Sennelager wird dann für dieses Jahr Schluß gemacht * Schwer gestürzt ist der vor 14 Tagen zum Kommandeur der 13. Infanteriedivision in München er nannte Generallentnant Sixt von Arnim. Zu seiner Vertretung ist der Inspekteur der 3. KavallerieFreiherr solchen der Halbwelt. Gespielt wurde Noulette und Macao. Der Umsatz betrug Niesensummen. Die Ehemänner der ver lusttragenden Damen denunzierten die Spielbank der Polizei. Zwei Liedeodramen vor der Hochzeit. Der nördliche Eingang der Gethsemanekirche in Berlin war gestern die Stätte eines Eisersuchtsdramas. In der Kirchentür versuchtesteiner Bettleiung der 28 Jahre alte Schlosser Otto Richter aus der Mehnerstraße Inspektion, Württembergischer Generalleutnant 10 seine Braut, die 21jährige Schneiderin Luise Wehler v. Starkloff, kommandiert worden. aus der Pappelallee 43, und dann sich selbst zu er] Ziegenzucht. Einen schönen Erfolg hatte der schießen. Richter hatte sich Ostern mit der Wehler verlobt, Digenzuch. V. vhand Bielefeld auf der Ziegenbockauestellung slaudte aber heit einigen Tagen Gruja, vur„ähruo„ in Dortmund. Gelang es ihm doch von 8 ausgeworsenen Llaem, iz, F.a-ctiltnige mit einem Kutscher anterhalte. Preisen 2 burch sein Material zu eringen. Die Ausstellug stellte das Mädchen gestern an der Kirchentur war veranstaltet von dem Provinzialverband für Ziegenzucht von Westfalen und Lippe. * Der Geflügelzuchtverein für Detmold u Rund um Berlin.“ Diese klassische Radfernfahrt, welche „„ 4 über ca. 250 Kilometer führt, fand am letzten Sonntag unter das diesjährige Stiftungsfest am Sonntag, 4. Okteber du großer Beteiligung, sowohl seitens der Wettbewerber(e### Konzert und Schauturnen zu feiern. Der Anfang wurde hatten sich 400 Fahrer gemeldet) als auch der Sportinter—„ e s s e n t e n, s t a t t. A m Z i e l i n K l.= M a c h n o w h a t t e n s i c h t a u s e n d e von Zuschauern versammelt und diskutierten eifrig über die Frage, wer aus diesem heißumstrittenen Nennen als Sieger hervorgehen würde. Die allgemeine Spannung wuchs, als das Eintrefsen der ersten Fahrer signalisiert wurde. Kurz vor dem Ziel entspann sich noch ein scharfer Kampi zwischen den beiden zuerst Eintreffenden, wobei es dem bekannten Berliner Straßenfahrer Böhm gelang, das Ziel auf seinem keichtlaufenden Brennaborrade als Sieger zu passieren. Er legte Strecke in der großartigen Zeit von 9 Stunden 9 Min. 39 Ser. zurück und beendete das Rennen ohne jeden Desekt; ebenso wurde der 5., 9. und 12. Preis auf dieser weltberühmten Marke gewonnen. Es ist interessant zu wissen, daß diese Fernfahrt zum 9. Male zum Austrag gebracht wurde und 7 Mat auf Brennabor gewonnen werden konnte.— Mit biesem Rennen war eine Prüfungsfahrt für Motorwagen und verbunden, zu welchem ca. 70 Fahrzeuge der verschiedensten Gattungen gemeldet hatten. Herr Carl Reichstein jun. zing mit seinem Bernnabor=Wagen aus der Abteilung II(für u 8 Uhr abends festgesetzt. Nachdem dann noch die Ein trittspreise beschlossen, sowie die Komiteewahl und Musik rage erledigt waren, wurde zu Punkt 3, Gauturnfahrt der lipp. Turnpereine nach Alt erdissen, betr. geschritten. Der orsitzende verlas zunächst die Einladung zu derselben un ie Versammlung beschloß, den teilnehmenden Mitgliedern des Vereins pro Mann 2.50 Mk. aus der Kasse zu veriten. Unter Punkt 4 fanden dann die Ersatzwahlen für einige ausgeschiedene Vorstandsmitglieder statt. Alsdann wurde noch der 1. Sonntag im September als Tag zu Veranstaltung des in voriger Versammlung zu Ehren der Sieger und Musterriegenturner beim letzten Gauturnfest in Letmold beschlossenen Kommers bestimmt. * S c h ö t m a r, 2 0. A u g. D e r V e r e i n f ü r G e f l ü g e l ucht und Tierschutz hielt am Sonntag nachmittag Uhr, im Gasthof Tivoli eine zahlreich besuchte Versamm ung ab. Herr Werkmeister Rieke eröffnete dieselbe. 1. Auf Der Bräutigam stellte das Mädchen gestern an der Kirchentür zur Rede und schoß sie im Verlause der Unterredung nieder. Die Braut wurde an der Brust, im Unterleib und dem rechten Arm schwer verletzt und mußte nach dem Lazaruskrankenhaus gebracht werden. Richter jagte sich dann selbst eine Kugel in die rechte Schläse. Er wurde wegen Mordversuches als Polizeigesangener nach der Charitee gebracht.— Kurz vor der Hochzeit nahm audl, ein anderes Liebesverhältnis ein jähes Ende. Die 53 Jahre alte Schankwirtsfrau Marta Busch geborene Sommerfeld aus der Prinzenstraße 8 erhängte sich aus Furcht vor ihrem Bräutigam, dem 28 Jahre alten Straßen Umgegend hielt am Dienstag abend im Hotel zum Hermann seine Monatsversammlung ab. Der Antrag des zweiten Vor sitzenden Fischer, der Verein moge den langjährigen ersten Vorsitzenden Herrn Fr. Preuß, welcher sich um die Geflügelzucht sehr verdient gemacht und jetzt beider wegen schwerer Krankheit sein Amt als Vorsitzender niedergelegt hat, zum Ehrenvorsitzenden ernennen, wurde mit Freuden begrußt und Herr Fr. Preuß wurde einstimmig zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Dann wurde die Mit reiniger Paul Döring aus der Edmila straße 26. Döring war gliederliste verlesen, wonach der Verein jetzt 65 ordentliche stets eisersüchtig, wenn seine Braut sich zu andern Gästen an Mitglieder zählt; ferner wurden 3 Ramelsloher Hähne den Tisch setzte, und mißhandelte sie oft. Am Sonntag abend versteigert und von Postschaffner Busch, welcher schon Züch sand wieder ein derartiger Auftritt statt, in dessen Verlauf Döring Röbel und Gläser zertrümmerte und in eine derartige Raserei geriet, daß er von zwei Schutzmännern abgeführt werden mußte. Frau Busch schloß nach dieser Szene ihre Wirtschaft. Als gestern morgen eine Kellnerin ihren Dienst antrat, fand sie in dem hinteren Gastzimmer, in dem Frau Busch oft mit ihrem Geliebten gesessen hatte, die Wirtin erhängt vor. Tragödie eines jungen Liebespaares. Die Liebesdramen ter von Ramelsloher Hühnern ist, angetauft; schließlich wurde beschlossen, die nächste Versammlung bei Gastwirt Tintelnot, Gasthof zur Eiche, abzuhalten. am Sommertheater. Morgen, Freitag, den 21. August, letztes Gastspiel des Königl. Preußischen Hofschauspielers Herrn Carl Keßler, 1. Bouvivant am Hoftheater in Kassel „Krieg im Frieden“, Lustspiel in 5 Alten von G. von Moser. Herr Carl Keßler spielt den Reif=Reiflingen und leistet in dieser Rolle laut Aussprache der gesamten Kasse haben sich in Berlin in den letzten Tagen sehr gehäuft. Zu den er Prense ganz Außergewöhnliches.— Sonntag, den 23 beiden Tragödien, die sich vorgestern ereigneten, ist gestern August,„Robert und Bertram“, große Posse mit Ge eine dritte gekommen, der wieder zwei Menschen zum Opfer sang in 5 Abteilungen. Herr Direktor Becker spielt den gefallen sind. Im Hause Fehmarnstraße 19 hat in dieser Nacht Vertram. der Jahre alte Telegraphenarbeiter Franz Krautwurst] Die 1900jährige Gedenkfeier der Schlacht Teutoburger Walde. Zur Erinnerung an die im seine Braut, die 17jährige Schneiderin Gertrud Müncheberg, durch zwei Nevolverschüsse getötet und dann sich selbst durch einen dritten Schuß das Leben genommen. Krautwurst wohnte bei der Rutter seiner Braut, der 48 Jahre alten verwitweten Schneiderin Müncheberg. im zweiten Stock des Quergebäudes. Krautwurst, der auf dem Postamt in der Lübeckerstraße beschäftigt war, sollte zum Oktober bei dem Telegraphenbataillon 1 seiner Militärpflicht genügen und sah im Hinblick auf seine und seiner Braut Mittellosigkeit der Zukunft in Sorge entenommen Burdon de Verveg, Kustelun, haur. Dieselbel dem das von ihm 2. Ansstellung betr. Wieselde Automobilen den geringsten Venzinverbrauch aufwies. Handel und Märkte. Rheinisch=Westfäl. mund. Auch im Juli ist keine Besserung des Ziegelavsatzes eingetr.ten. Die 265 Syndikatsösen konnten nur 39977444 Steine verkaufen, während im Juli des Vorjahres 211 Oefen 44253500 Steine verkauften. Am besten stellte sich das Ziegelgeschäft bis jetzt in den Bezirken Osnabrück, Lünen=Kamen und Recklinghausen. Nur vier Verkaufsvereine konnten bereits von der diesjährigen Produktion verkaufen; die übrigen verfügten am 1. August noch über 96454791 alte Steine aus 1907. Die Aussichten auf ein gutes Herbstgeschäft sind sehr gering. Letzte Nachrichten. Lotal=Anzeiger von maßund Landwirt Funke, Wülfer. findet am 18., 19. und 20. November im„Tivoli“ statt Als erste Preise werden eine füberne und zwei bronzene Medaillen für Hühner, eine bronzene Medaille für Tauben gestiftet. Die auszustellenden Tiere müssen am 17. Nov. morgens 9 Uhr abgeliefert sein; nachmittags findet die Prämiterung statt. Fußringe müssen bis zum 1. Sept bei dem Vorsitzenden in Empfang genommen sein. An dem letzten Ausstellungstage müssen sämtliche ausgestellten Tiere nachmittags 4 Uhr wieder abgeholt werden.(L. N.) * S c h ö t m a r. 2 0. A u g. D e r L a n d w e h r v e r e i n beschloß in seiner am Sonntag nachmittag im„Odeon abgehaltenen Versammlung, die diesjährige Sedaufeier durch einen Ausmarsch nach„Walhalla“, dem sich dann abends ein Kommers im„Odeon“ anschließt, zu begehen Ferner wurde eine Kommission gewählt, welche mit der Ausarbeitung des Preisschießens für das nächste Jahr beauftragt wurde. Lage. 20. August. Diebstahl. An den Aepfeln der den letin Rigin, Lerschdre: tender Stelle erschri, sol der Srund, bas Hauzaaann gegen im Teutoburger Jahre 9 n. Chr. geführte Schlacht der deutschen Volke stämme gegen die iömischen Legionen soll bekanntlich im August nächsten Jahres eine große nationale Feier stattfinden Die Hauptsache, das Festspiel ist in Auftrag gegeben und, wie man hört, hat der Dichter die Arbeit bald beendet###elden Rechnungsjahre. Bekanntlich soll sich das Festspiel unter freiem Himme abspielen, der Platz vor dem Denkmal ware dazu wie geschaffen. Die Zuschauer würden auf Tribünen plaziert, hiesige Einwohner Gefallen und nahmen in reicher Menge die verbotenen Früchte mit nach Hause. Dieses kam jedoch bald zur Kenntnis unserer Polizei, welche die Aepfel be schlagnahmte und Anzeige erstattete. em. Blomberg, 19. August. Am 18. d. Mts. san“ im Beratungszimmer hiesigen Verwaltungsamts eine Gemeinderatssinung des Amts Blomberg statt, zu der 12 stimmberechtigte Mitglieder erschienen waren Den Vorsitz führte Herr Landrat Steneberg. Es standen folgende Gegenstände zur Beratung: 1. Abnahme der Rech nung über Polizei und Armenpflege vom Rechnungsjahre Eickenradt seine Absetzung als Adjutant des Kronprinzen selbst beantragt hat, in unerwartet eingetretenen Familienverhältnissen zu suchen sein. Düsseldorf, 20. Aug. Die Erben des verstorbenen Kommerzienrat Feldhoff=Langenberg bewilligten 100000 M Erbauung eines Walderholungsheims, 35 000 Mark für die Arbeiter der Firma und 15000 Mark für eine Klein=Kinderschule. Landsberg, 20. Aug. Bei der hiesigen Abteilung des 54. Feldartillerieregiments sind 40 Leute an der Ruhe erkrankt. Halle, 19. Aug. Die Polizeiverwaltung hat im Intes**"—„„-„- 1- boInsptel auf 1907. Dieselbe schließt mit einem Vorschuß von 109 54ssentischen Straßen, Vegen und Pläßen verboten. Holelbrand in Leipzig. Im Hotel Kratzsch in der Zeitzer d#e Verstellung selbst würde sich vor dem Denkmal abspielen, „ Ginsis hrach geltern früh 417. Uhr Neuer ans. Dier„ Mmm Al. K.isilin ddl.lbeinfalln Straße zu Leipzig brach gestern früh 4½ Uhr Feuer aus. Die beiden Dienstmädchen Beck und Junge kamen in den Flammen um. Der Dachstuhl des Hotels ist niedergedrannt. Millionenfälschungen mit alten Beiefmarken. Die Moskauer Geheimpolizei hat eine Verbrecherbande entdeckt, die sich mit dem Vertrieb von bereits abgestempelten Briefmarken, als Knlissen dienen die beiderseitigen Waldeinfassungen. Jedenfalls ein ideal angelegter Platz auf historischem Boden. — Auch bei Thale im Harz werden seit einigen Jahren Theaterstücke unter freiem Himmel aufgeführt, u. a. auch die Hermannsschlacht von Klopstock. Der Zuschauerraum befindet sich dort an einem Berge, welcher durch eine Treppe d. in Warschau wieder gebrauchsfähig gemacht wurr,, in zwei Teile geteilt ist, jeder Teil hat etwa 500 Sitzplätz. beschäftigte. Den Betrügern war es schon gelungen, für sechs an der Nähe des Hermannsdenkmals eine ähnliche SitzMillionen Rudel Marken in Moskau abzusetzen. Dreißig gelegenheit zu schaffen wird schwer halten, da die Bergrücken Personen wurden verhaftet, darunter ein Postbeamter., alle mit Bäumen bewachsen sind. Da naturgemäß die Festein Bllzesen für eine Famisle in Depesch aus Meißen meldet: In Pilzvergistung ist in Meißen die aus sechs Personen bestehende Familie des Schlossers Eberling schwer erkrankt. Drei Personen sind bereits gesorben, die anderen drei schweben in LebensNeue Todesstärze in den Bergen. Die Liste der Abstürze ist durch eine Anzahl neuer Unglücksfälle vergrößert worden. Ein Telegramm meldet aus Innsbruck: Die Schauspielerin Leontine Roman ist von der Gerlosspitze abgestürzt und war sofort tot. Ihr Begletter, der Klaviervirtuose Coselt, der ebenfalls abstürzte, kam mit leichten Verletzungen davon.— In den Buchensteiner Bergen ist der Kaiserschütze Kulesch ausgeglitten und 30 Meter tief abgestürzt. Er blieb tot liegen.— Im Enneberatale ist der 18 Jahre alte Bauernsohn Johann Vollmann beim Edelweißsuchen abgestürzt. Man sand ihn als Leiche. Bei Campiglio in Südtirol ist ein gewisser Massei, der wahrscheinlich aus München stammt, beim Edelweißsuchen von einem Felsen abgestürzt. Er hat sich einen Arm und ein Bein gebrochen.— Unweit vom Selljoche ist Herr O. von Tschurtscheutaler aus Innsbruck abgestürzt. Er erlitt einen Kuöchelbruch.— Der Bergführer Johann Innerkofler aus Sexten, der erst kürzlich von der Kleinen Zinne abgestürzt ist. wurde, als er mit einem Touristen die Kleine Zinne wiederum bestieg, von einem Stein an der Sommertheater. Detmold, 20. Aug. 1900. „Die goldene Eva“. Das reizende Verslustspiel von Franz von Schönthau und Coppel Ellfeld sand gestern unter der verständnisvollen Spiellettung des Hrn. Ebert eine herzerfreuende Darstellung. Vor allem waren es die Vertreter der beiden Hauptrollen(Peter und Eva), die ihre Aufgabe so glänzend lösten, daß sie am Schluß immer wieder sturmisch gerufen wurden. Als Peter kernten wir Herrn Kekler vom Hostheater in Kassel lennen. Schon durch seine äußere Erscheinung eroberte der sieghafte frische Geselle mit dem Herzen der Eva auch das der Zuhörer. Sein Peter war voll hinreißender feuriger Begeisterung, voll glühender Leidenschaft, überlegener Schathaftigkeit u. inniger Poesie. Mit einem Worte gesagt„ein Prachtlunge“ über den gewiß auch die Dichter ihre belle Freude gehabt hätten. In Krau Ebert fand der Künstler aber auch eine Partnerin, die ihm gewiß seine Rolle zur Wahrheit machte und das Spiel zum Leben gestaltete. Dieser goldenen Eva konnte man es schon glauben, daß sie als strahlende Smönheit gefeiert wurde und sie war bescelt von jenom köstlichen Charme, der dieses Sonnenkind durch sluten muß. Herr Ebert gab den Grasen Zeck höchst können, so ist eine mehrmalige Wiederholung innerhalb 8 Tagen geplant. Außer dem Festspiel sind Feslzüge vorgesehen, welche sich von Datmold aus nach dem Hermannsdenkmal zu bewegen. Da zu gleicher Zeit noch ein Erinnerungszeichen für E. v. Bandel, dem Erbauer des Hermannsdenkmals enthüllt werden soll, so wird Detmnld im nächsten Jahr, um diese Zeit, auf einen außerordentlichen Fremdenstrein rechnen können. * Die Jugendabteilung des evangelischen Männer= und Jünglingsvereins veranstaltet am kommenden Sonntag auf dem Spielplatz(Kasernenhof Nr. 2) ein öffentliches Wetturnen. Nachmittags 3 Uhr wird dasselbe mit allgemeinen Freiübungen der Jugendabteilung eingeleitet. Darauf treten die jungen Turner in zwei Stufen zum Wettkampf an. Die erste Stule besteht in einem Sechokampf,(Reck, Barren, Pferd, Weithochsprung, Kugelstoßen und 150 m Lauf), die zwelte Stufe in einen Fünfkampf(Freihochsprung, Weithochsprung, Kugelstoßen, Ballweitwurf und 150 m Lauf). Von den Freunden der christlichen Jugeudarbeit sind für die 6 Ersten in jeder Stufe nützliche Preise gestiftet worden, außerdem fällt dem Sieger der ersten Stufe noch der seit Jahren bestehende Wanderpreis in Gestalt eines Eichenkranzes zu, den derselbe jedoch erst dann sein eigen nennen darf, wenn er 2 Jahre hintereinander als Sieger hervorgeht. Da sich nun diesmal mehrere ebenbürtige Turner gegenüberstehen, so wird die Konkurren; um diesen Preis anscheinend eine sehr schaffe werden, überhaupt wird der Wettkampf für den Zuschauer manches Interessante bieten. Nach dem Wettturnen sindet dann, sofern es die Zeit noch erlaubt, ein Kürturnen der Vorturnerschaft des Vereins stalt. Punkt 6 Uhr wird der Präses des Vereins, Herr Paster Werdelmann. eine Ansprache an die jungen Turner halten, der sich dann die Preisverteilung anschließt. Möchten Eltern und Jugenderzieher, Lehrherren und Meister und überhaupt elle, die ein Verständnis für Jugendarbeit haben, es am kommenden Sonntag unserer Jugend zeigen, daß sie ihr ideales Streben wohl zu würdigen wessen, indem sie in großer Zahl hinausziehen zum Turnerweitstreit der Jugend=Abteilung des Evangelischen Männer= und Jünglingsvereins. . Salzuslen. 20. August. Die Bautätigkeit scheint sich immer weiter entwickeln zu wollen; es herrscht hier wieder oriainell in Maste und Spiel und damit zu immer zeuenseine große Nachfrage nach passenden Villengrundstücken und Heiterleitsausbrüchen Veranlassung. Hierin unterstitr=n beene. ihn Herr Direktor Becker als Ritter von Schwetzingen aufs beste. Wirklich zwei würdige Ritter! Schließlich mellen wir noch Frau Ziebe erwähnen, die die resolute, nach Mänuerliebe sich sehnende ältliche Jungfran meisterlic, kopierte.— Nach der gestrigen Darbietung darf man sich für morgen einen recht vergnügten Abend versprechen. err Ketzler wird zweisellos einen köstlichen Kurt von (Folgen darstellen. schweden mit Besitzern solcher viele Verhandlungen. 4. Salzuflen, 20. Argust. Am kommenden Sonntag findet auf der so schön gelegenen Walhalla bei Schötmar ein Sommerfest des St. Josephs=Vereins aus Salzuflen statt. Zu dem Feste ist auch der Herforder Katholtsche Männer=Verein eingeladen und hat derselbe sein Erscheinen zugesagt, sodaß sich daselbst gegen 300 Mitglieder Mark av. Dem Rechnungsführer wird Entlastung erteilt. 2. Abnahme der Rechnung über den Kommunalwegebau vorn Der Abschluß dieser Rechnung ge staltet sich bedeutend güastiger, er lautet auf 1624.46 Ml. Bestand. Auch hier wird dem Rechnungsführer Entlastung erteilt. 3. Bezüglich der Vertretung der Meierei und Forstbezieke wird dem Amtsgemeinderate Mitteilung gemacht. 4. Gleichfalls wird über die diesjährige Wegebereisung im Amte Blomberg dem A.=G.=R. Mitteilung gemacht, sowie über die Verdingung des Steinmaterials für die Kommunal= wege im gen. Amte für das Rechnungsjahr 1908. 5. Der Lohn des Wegaufsehers Brinkmann wird von 2 Mk. auf 2.50 Mk. pro Tag unter Weitergewährung der bisherigen Nebenbezüge erhöht. Die Erhöhung wird vom 1. April er. bewilligt. 6. Dem Ausbau eines Steineabfuhrweges am Knicke wird im Prinzip zugestimmt. Die weiteren Ausführungen werden dem Vorsitzenden des A. G.=R. und den Mitgliedern der Wegebaukommission übertragen. 7. Die Gemeinde Altendonop hat um Uebernahme einer Strecke des Dorfweges daselbst als Kommunalweg nachgesucht. Der A.=G. R. lehnt aber dem Vorschlag: der Wegebaukommission gemäß das Gesuch aus prinzipiellen Gründen ab; die Gewährung eines Zuschusses zu den Baulosten wird gleichfalls abgelehnt. 8. Dem Projekte wegen Ausbau eines Weges von Klus über Graben nach Hagen soll nur daun nähergetreten werden, wenn zu den Unterhaltungskosten der Strecke von der Grenze gegen das Amt Sternberg=Barntrup bis zur Landesgrenze gegen Pyrmont dauernd ein Zuschuß von 500 Mk. jährlich pro Klm. sichergestellt wird. 9. Die Gewährung eines Zuschusses zu den Kosten des Ausbaues des Wezes Eschenbruch=Kirmuhle lehut der A.=G.=R. ab. 10. G. Dettmer zu Detmold hatte darum nachgesucht, ihm die Erlaubuis zur Befahrung einiger gesperrter Kom munalwege mit einem Automobil zu gestatten. Der A.=G.=R. erachtet Ausnahmen von dem Verbote für unzulässig und lehnt das Ersuchen av. 11. Wegen des Baues eines Krankenhauses in Blomberg soll vor weiterem in der Kommission über das Beitragsverhältnis verhandelt werden. Falls die hiesigen städtischen Körperschaften sich nicht dazu verstehen sollten, mehr als ein Drittel der Kosten zu übernehmen, soll das Projekt als gescheitert angesehen werden. 12. Die Instandsetzung der sog. Ortstafeln sollen die Dorfschaften selbst tragen. 13. Der Gastwirt Schröder in Hagen hatte sich über die Verpachtung der Eschen brucher Gemeindejagd beschwert. Die Bestwrde wird für unbegründet erklärt. 14. Der l.=G.R. setzt die Opfer beim Bau von Kom munalwegen für die Zukunft in folgender Weise fest. Die interessterten Gemeinden sind verpflichtet neben der un entgeltlichen Hergabe des erforderlichen Grund und Bodens auch die unentgeltliche Anfuhr der Bausteine und Anfuhr der Reparatursteine, diese für alle Zeiten zu übernehmen. Weitere Opfer zu fordern behielt sich die Körperschaft in jedem einzelnen Falle vor. 15. Das Verwaltungs Amt soll hinsichtlich der Bildung von Armenausschüssen im Siune der neuen Amtsgemeinde= Ordnung einen Entwurf zu einer A. G.=R.=Satzung vorlegen, in dem im wesentlichen das bisherige Verfahren festgesetzt wird. 16. Für die Anschließung und die Leistung eines Beitrages zu dem Ostmarkenverein spricht sich die Versamm lung nicht aus. 17. Verschiedene Unterstützungsgesuche gelangen noch zur Beratung und wird diesen stattgegeben Die Sitzung wird 8 Uhr abends vom Vorsitzenden geschlossen * L e o p o l d s h ö h e, 2 0. A u g u s t. D e r P l a n ü b e r d e n Bau einer oberirdischen Fernsprechlinie längs des Kommuna weges von Schötmar nach Leopoldshöhe über Heipke liegt bei den Postämtern in Schötmar und Leopoldshöhe vier Wochen aus. München, 19. Aug. Wie die„Münchener Neuesten Nachrichten“ melden, stürzte auf der Theresienwiese der für das Oktoberfest errichtete Auban einer Schietzstätte ein. Von den auf der Unglücksstelle beschäftigten Arbeitern wurde einer getötet, die übrigen kamen zum größten Teil mit leichteren Verletzungen davon. Stuttgart, 19. August. Die Farbenfabrik Karl Feuerlein in Feuerbach hat in Deutsch=Ostafrika 3000 Hektar Wald zur Gewinnung von Maugroverinde gepachtes. Peiersburg, 19. August. Die Fahrt des deutschen Militärtransportes für Oftasten ist nach den hier vorliegenden Meldungen bisher glatt verlaufen. Der undheitszustand der Truppen ist vortrefflich. Auf den größeren Stationen wie Wiasma, Tula, Pensa, Sysrau und Samara fanden Begrüßungen des deutschen Kommandos durch die Ortsbehörden statt. Paris, 19. Aug. Die Blätter gehen eine dem Nouvelliste de Bretagne von einem Privatkorrespondenten Iugegangene Mitteilung wieder, der zufolge Hauptmans Fabiani von der zweiten Kompagnie der Senegalchützen, Kommandant des Militärbezirks am Oberlause des Joindo(Gabun), in Vieb von den umwohnenden Stämmen, die noch Menschenfresserei treiben, eingeschlossen sein soll. Zehn Schützen sollen bei der letzten Expedition getotet worden sein. Am ganzen Ogowe oll die Lage besorgniserregend sein. Paris, 20. Aug. Wie aus Marakesch vom 15. d. M. gemeldet wird. vernichtete die Mahalla des Sultans Abdul Asis die Truppen in Glauis und eine andere hafidische Mahalla. Zu gleicher Zeit zog der Kaid Mugs in Marakesch ein. Wien, 20. Aug. Nach hiesigen Blättern is die Ernennung des außerordentlichen Professors an der Universitcht Göttingen Dr. Herklou zum außerordentlichen Prosefor an der Technischen Hochschule in Wien erfolgt. London, 20. Aug. Es wird bifürchtet, daß von den vorgestern verschütteten 76 Bergleuten kein einziger lebend herausgefördert wird. London, 19. Aug. Von den bei der Explosion auf der Kohlengrube Maypole verschüteten Vergleuten sind bis zum Mittag achtzehn Leichen geborgen worden. Der„Hauptmann von Köpenick“ hat sich„managen“ lassen. Wilhelm Voigt hat ein kurzes Engagement im hiesigen Passage=Panoptikum angenommen, um dort seine Postkarten mit eigenhändiger Unterschrift zu verkaufen. Den Reingewinn aus diesem Verkauf will Herr Voigt dem Wohltätigkeitsfonds zum Wiederaufbau von Donaueschingen überweisen. Auch für die Zukunft hat Voigt schon gesorgt. Er hat, wie verlautet, den Kassierernosten am Varietee„Hoffnung“ in Kiel mit 3000 Mark angeblichem Jahresgehalt angenommen. Er hat unter der Bedingung, daß mit seinem Ramen keine Reklame gemacht wird, den Kassiererposten an einem Kieler Varietee gegen ein Monatsgehalt von 250 M übernommen. Für Graf Zeppelin. Bei der Redaktion der Lipp. Tageshig. gingen weiter in: Von Rechtsanwalt Schulz, Detmold 10— M. Von A. Kas meyer, H. Noack. L. Nebelsick, L. Mast, Steinmeister, A. M.,sämtlich in Leopoldshöhe, je 1 Ml.= 6.—„ Zusammen bis jetzt 565.73 Mt. Gestorben: Rudolph Wilhelm Alsfasser, 77 in Lemgo; Beerdigung in Blomberg, Dounerstag, 3 Uhr. Jaspe, nachss. Detmold, 19. Aug. Wetterbericht der Wetterdiensstelle des meteorologischen Observatoriums zu Nachen. Tiocken, meist heiter, tagsüber warm. London: Heiter.. Hamburg: Schön * ** NAEN SEEUEEE Die Straßenkrenzung Bismarck Paulinenstraße wird für die Dauer der Plattenlegung für den durchgehenden Verkehr geigerrt. Detmold, den 17. August 1908. Der Magistrat. Bekanntmachung. Die Pachtbeträge für die städtischen Ländereien sind umgehend an die Kämmereikasse zu zahlen, widrigenfalls zwangsweise Einziehung erfolgt. Detmold, den 10. August 1908. Der Magistrat. Wittse. S Graswuchs. Der Graswuchs im städtischen Obstgarten soll Sonnabend, den 22. d. Mts. nachmittags 4 Uhr an Ort und Stelle meistbietend verkauft werden. Detmold, 19. August 1908. Der Magistrat. aute In Gemäßheit der Vorschrist in Ziffer 20 der Bekannt machung Fürstl. Regierung vom 4. März 1901 sind die von den einzelnen Hand erksbetrieben der hie Schuhwaren liefert zu billigsten Preisen Ferd. Linnemann Detmold Paulinenstrasse 65. Paulin nstrasse 65. Großes Preis- u. Bergnügungsschießen. Zu dem am Sonntag, den 23. d. Mts. stattfindenden Preis= und Vergnügungsschießen d. Schützenvereins Eichholz=Spork Remmighausen labet ein Der Vorstand Antreten der Schützen ½8 Uhr nachm. Ratt Stl erfolgen in Gegenwart eiwereschienenerVrferrem... wahl und der Zuschlag bleibt vorbehalten. Horn, 15. August 1908. Der Magistrat. (gez.) Sreige. Wichtig! Zuschneide PreiKursus. Beginn: Montag, den 24. August 1908. Um die deehrten Damen von Detmold und Umgegend mit unserm Zuschneide-System bekannt zu machen, hat sich die Direktion der Neuen Berliner Zuschneide-Akademie entschlossen. In Detmold alle Damen vollständig umsonsr zu unterrichten. Der Unterricht kostet keinen Pfennig und wird täglich 2—4 Stunden solange erteilt, bis jede Daine das Zuschneiden von Kostümen, Morgenröcke, Kindergarderobe usw. erlernt hat. Anmeldungen werden am Donnerstag, den 20. und Preitag, den 21. August, von morgens 9 Uhr bis abends 9 Uhr im Hotel Deutsches Haus I. Etage entgegengenommen In allen Städten größte Erfolge. Hauptakademie unterrichtete in 6 Monaten über 1200 Schüler. Unsere Methode ist die Leichteste der Gegenwart, ohne Rechnen und Freihandzeichnen. Tadelloser Sitz garantiert. Die Direktion. Detmold, Hotel Deutsches Haus. NB. Der Unterricht wird erteilt: Vormittags 10—12 Uhr oder nachmittags 2—4 Uhr oder ½5 bis ½7 Uhr oder 8—10 Uhr und kann sich jede Schüllerin die ihr am besten passende Zeit auswählen. Hotel„Kaiserhof“, Externstein. Sonntag, den 23. August, III. Provinzial-Ausstellung für Hotel- u. Rastaurations betrieb. Kochkunsf-u. Volksernährung.zimmer Nr. 1, zur Einsicht der Beteiligten aus. ach Ablauf dieser Frist wird die Hebung der Beiträge halzuslen, den 18. August 1908. Der Magistrat. Klappert. Bekanntmachung. Für den Neubau des hiesigen Schulhauses soll die Ausführung des Holzfußbodens in der Wohnung des Schul dieners und im Bade=Warteraum vergeben werden. Die Bedingungen können während der Dienststunden im hiesigen Rathaus=Sitzungszimmer eingesehen und daselbst Angebotsformulare gegen Erstattung von 25 Pfg. Schreibgebühren in Empfang genommen werden. Verschlossene, mit entsprechender Ausschrift versehene Angebote sind bis Moutag den 24. d. Mts., mittags 11 Uhr auf dem hiesigen Rathause im Sitzungszimmer abzugeben. Zu dieser Zeit findet die Eröffnung der Angebote in Gegenwart etwa erschienener Reflektanten statt. Die Auswahl und der Zuschlag bleibt vorbehalten. Horn, 18. August 1908. Der Magistrat. (gez.) Spelge. Bekanntmachung. Für den Neubau des hiesigen Sazulhauses soll die Aus führung der Außen=Putzacbeiten vergeben werden. Die Bedingungen können während der Dienststunden im hiesigen Rathaus=Sitzungszimmer eingesehen und daselbst Angebotsformulare gegen Erstattung von 50 Pfg. Schreibgebühren in Empfang geuommen werden. Verschlossene, mit der Aufschrift„Putzarbeiten“ verse. entag den 24. d. Mits.,„mittage Ge Ssllsichen astwirtauerbandes*9 Blelefeld.12-2.. September 1908 Wne. Ger Geic eeten Sertten eiee a er Wert auf Qualität versuche meine auf dem neuesten Schnellröster„Probat“ gerösteten Kaffee's im Preise von 90 Pfg. bis 1,60 Mk. pro Pfund. Aug. Meyer. 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