General-Anzeiger für das Fürstentum kippe. Reanaspreis; in Detmoldu. durch die Vertretungen: 50 Pfg. für 1 Monat, durch die 50 Ak und 42 Bia. Bestellgeld, für 2 Monate 1 Mk. u. 26, Pig, Bestellg., für 11 n. 14 Plo, Bestelged, Pnzeioen.u, Lue ad gk'. eslagen samsgns): Howpo, Fomiltzenfreund oft: ½ Jahr onat 50 Pfg Familienanzeigen Retationsdruck u. Verlag: Willy sest allen Drichasten der Aeniur Teitnold, Schsimar sen. Barenholz, Sternberg= Barntrup, Blomberg, Schieder, Vertretungen.— Die„Lippische Tages=Zeitung fast Bruder. Detmold. Hornschestraße 30. Fernsprecher 10 Lage. Blomberg, Horn, Barnirup. Schwalenberg; ferner in Detmold. Schötmar. Oerlinghausen, Lage. Horn, Brate, hieder. Schwalenberg; zusammen erscheint jeden Wochentag. Ne 100. Detmold, Freitag, den 11. Juli 19os. nationalen Die deutsche Post im Lichte des Auslandes. Aus Rio, 15. Juni, wird der„Weltkorrespondenz“ De„Jornal do Commereio“, weitaus das beden tendste und einflußreichste Blatt Brasiliens, gibt getreu einen Vortrag wieder, den der brasilianische Offizier Armando Duval in Rio gehalten hat. Herr Dupal hat mehrere Jahre in Deutschland zugebracht und die Or ganisation der deutschen Reichspost näher kenne gelernt. mIn E. Glelsllung seines Bortrages, daß er auch Verantwortlicher Redakteur: Willy Bruder, Detmold. wichten siag den Schweit von der Stirne und beste gueg bezf Deuischen Klottenvereins für das Großberzogtum die Mühe und Arbeit, die ibnen geworden. vs„Wor Heisen versans) ein Rundschreiben an seine Miütgleder, Clapote. Preude, ebrliche Breude über dos Gelingen wox,Vaz1 der engere Auschus ertlärt, daß er aus dem Bo; den der Danziger Resolution DHPE BTAHURT daß kein Telegramm=Adresse: Tageszeitung, Detmold. 13. Jahrgang. Prozent, bis zu 6000 M" Prozent, bis zu 2000 Für Oaitausibrungen woren Vowep grs eieltesche enschlosen set, Leis al“.. Kurs Heisubebeten. seben, für Taktausführungen Gabnendelv“.„u§ rings um Es wird zunächst der Zuversicht Ausdruck gegeben, daß kein Glockenstanale. Die elektrischen Glocken sind rings umi ve, wire Ausztrit von Gesinnungsgenosen ersolge, und die SKleturmn aus in Bevegung geleodt. Ials idi die geoider Zeis eiunziriet der sc der. Zeaische Der Einzug der Turner..., Herza Beisi, eiok Pelbung 583 Ve. aud Dornsah: andere europäische Länder besucht und deren Posteintich: um die fremden Turner gleich bei der Ankunft zigfef, wsts gezogen, da nach seiner Angabe ein Teil be, henh shn tungen mit der Unparteilichkeit des Ausländers stndiert Fesistimmung zu versetzen. Die größte Schw’igis gyßer, Flottenvereins den alten Kurs aufgeben und i0 s eru, uet ul Dle. Leatlo; Bokgois wrich iu gan, hurzen Reszsodlen, Szunseck., De——. Der inescr, Sustetenschuigeut gei ds gent eut. ihrer Organisation, Disziplig, Schneligkeit, Beauemtiaren Begrüßung muß also sozusagen„Zug um Bug, ar, nichtlschieben gegen die gepig#te R##tran der Etaälz. e hbehsisihics an. Asch, oise Ke. s elcihe Aluic histe De eick eAche seee steseheie iest sshit. Ueberzeugung gelangt bin, das beuische Bostweser ai.sinzig, Ort rodnerscher Taten dalb) nur der Perronl Iu. 632.oelsa.e Les Lrlschzetazücghen Teuenkratenen Ort rodnerischer Taten uid Guen G uis us ul ue. Buednung un, bigelee ee en, eeu aise eege i. Sun, etri. Lie Geisehel ie Migeletet, ir einem von ihm bereisten, ebenfalls mit einem vorzüglichen sich gleichmäßig für einen herzlichen Empfang eignen.„serausflug nach Sonderburg plante, wo erst v eshealck Holier 12 e2. Di. Blszhtc de. Sachschtge A 2½ * 2 Prozent, vr—#gio# on. Prozent, bis zu 10 000 m 3 Prozent, bias zu 20000. Prozent, bis zu 30.000.K 4 Prozent, bis zu 40000 4½ Prozent und darüber 5 Prozent betragen. Die Steigerung soll erst in zweiter Linie in Gen####### und sich in Zuschlägen äußern, die zu den nach festen Summen bestimmten Steuerbeträgen addiert werden. — Die Ernährung auf dem Lande. Bekanntlich hatte im November vorigen Jahres die Zentralstelle für B wohlfahrt und der Deutsche Verein für ländliche Wohl ahrt und Heimatpflege eine Eingabe an die Staatsregie rungen sämtlicher Bundesstaaten gerichtet, in der auf die veränderten Ernährungsverhältnisse auf dem Lande, den starken Verbrauch vox Koiontcingggn und vielen wertlosen Surrogaten und andererseits auf Entwickelung der Abfuhr von Naturprodukten aus dem Lande, namentlich der Molkereiprodukte und auf die mit diesen Vorgängen im Zusammenhange stehenden Erschei nungen aufmerksam gemacht wurde. an die Staatsregierungen die Bitte,## ergenuggen i den einzelnen Bundesstaaten, namentlich über den Wandel der Ernährung, der Mutterschutz= und Klarbeit zu schaffen, damit auf, Drg#t. Sen)perder Loh. lege die erforderlichen Maßnahmen getroffen nen. Diesem Ansuchen sind bereits versoiedere Bundesstaaten nachgekommen. In Bavern und Wärttem: berg haben die angeregten Fragen schon in genen Jahren den Gegerkant, elzgekegigem#rsogerge; ten heute haben, und man muß wesens leichterung großen Jabl der Postbeanten und Postgebäude und Hnceh, brücke und von Bockenbeim bis lich in der Disziplin des Beamtenpersonals und des.#####übernehmen Schüler der hiesigen kes. In Deutschland stünde die Post zur Verfügung, des Führung in die Quartiere Publikums, nicht das Publikum zur Verfügung der Post. Deshalb werde der größte Wert darauf gelegt, das Publikum in zugleich zuverlässiger und rascher Weise zu bedienen. Duval weist dies an der Häusigkeit der Briefbestellung, der Einfachheit des Postanweisungsverkehrs, an der Einrichtung der Postnachnahme und des Postauftrags unw. nach. Schließlich sprach er den Wunsch aus, die bevorstehende Postreform in Brasilien möge sich tunlichst an das deutsche Vorbild anschließen Kapellen, die even einenn wurde nicht nur##g Wagen nach dem Bohuße überhaupt das Landen des Dampsers verboten vom Hauptbuhnbos“ Dex Streit um die Mehleinfuhr. Wie der auch in den Landtagen gebildet. Mit einem Erlasse des Ministers der geistlichen, Unterrichtsgelegenheiten vom 16. Juni d. J. hat auch die preu kische Reaierung die einzelne.„Regigzurgg##ngn Politische Uebersicht. Deutsches Reich. * Detmold, 1.. Juli 1908. — Der Kaiser auf der Nordlandreise. Odde, auf eine befriedigende Lösung der ganzen Angelegenheit hossen lassen. Da der Ausbruch eines Zollkrieges zwischen beiden Nachbarstaaten nicht nur für Deutschland, sondern gerade auch für die Schweiz mit äußern großen Verlußten verbunden ware. ist anzunehmen, daß auch letztere alles daransetzen wird, jegliche Schwierigkeit für eine erfolgreiche Verständigung aus dem Wege zu raumen. — Die Mittelstandovereinigung. Die Deutsche Mittel— Der Kaiser auf der Nordiandreie.. sandsvereinigung hält ihre diesjährige GeneralverJuli. Dte für beute in Austch: gezomangr zkterbleiben. sammlung in den Tagen vom 1e. bis 21. Seviember in 15. Diese rückbaltiose Anerkennung deutscher Leistung„ghrt dem Buar Brä. mußte weegen.55s Regens Vüterv seing,] Busseldorf ab. Außer den lausenden Geschäften, gegen den objektiv und gerecht urteilenden Brasilianer nicht min Der naiser konnte Wrrr gmtzug umternehmen, der aller=vvon wimmeten mannnen—.— Witgltands. der als Deutschland. Solche Stimmen der Anerkennung Umgebung einen Spaziergang untern=gen,#####er###t über den unpolitischen Charakter der Mittelstandsvereintgug,(Pieterept. Aleler, S, gctr=Zeihene.seret unter der Zwangpvorgegung ven, dur„bertitcer Seriatr. ungesähf zim Sertenen.###.#####enzollern“ ist nach guter stehend, alle guten deutschen Einrichtungen durch ein Ver=„„ kleinerungsglas sah. Bei der gegenwärtigen Haltung der heutigen Tage meldet: Die„Hohenzollern brasilianischen Presse und des brastlianischen Publikun Fahrt bei herrlichem Sonnenschein vor Bergen darf man auf dauernde gute Beziehungen zwischen der!9•:„...#. man in Anas mah stärksten Macht des curopäischen Kontinents und dem großten Staate Südamerikas hoffen. ein Turnfest. Frankfurt a. M., 10. Juli Das Turnen der Schüler. getrosfen. An Bord ist alles wohl.“. — Begegnung Kaiser Wilhelms mit König Eduard. London 16. Juli. König Eduard wird im August Marienbad besuchen und sehr wahrscheinlich am 11. oder 12. August mit Kaiser Wilhelm auf Schloß Friedrichshof im Taunus zusammentressen. Die Zusammenkunft soll geüber die Lage und Aussichten der Vereinigung(Reserent Landtagsabgcordneter Rahardt=Berlin), über die Forderungen des deutschen Mittelstandes im Reich, Staat und Kommunen(Reserent Geschästsführer Kriegers=D über die Versicherung der Privatbeamten(Reserent Generalsekretär Eisenträger=Berlin). Im Anschluß an die Tagung werden in einer öffentlichen Versammlung Afsessor Stocky und Schriftsteller Dr. Wegener=Steglitz über die moderne Mittelstandsbewegung sprechen. — Arbeitskammern und Handwerk. Die Handwerksin Darmstadt, Hannover und Münster haben 108 llegentlich der Hinreise des Königs nach Marientad er Ikomme ru.13, 2. 2a en den Reglerungsentwurf über Ar— Der Großherzog und die Großherzogin von Baden Der Festplatz gehörte gestern nachmittag der Jugend,lsind gestern vormittag im Sonderschiff von der Insel und sie hat ihm alle Ehre gemacht. Das gemeinsame Tur= Mainau als Gäste des Königs und der Konialn von Würtnen der höheren, Mittel= und Bürgerschüler brachte mey####emperg in Friedrichshafen eingetrossen und dort vom Kö als zehntausend Schüler und Schülerinnen auf den#nig und der Königin nebst Gefolge berzlich Uebungsplatz und wohl 50000 Personen auf den Fest= worden.— Aus Anlaß dieses Besuches hat der König den platz. Urahne, Großmutter, Mutter und Kind waxen Großherzog zum Ehef des Infanteriercaiments, Nr. 125 draußen, um„hn“ oder„sie“ zu bewundern. Um den. Wurttembergisches) ernannt, das ehedem der Vater des Freiübungsplatz herum herrschte ein geradezu beängstigen=IGroßherzogs inne hatte. des Gadränge. 1— Aus dem Klottenverein. Der Vorstand der LeipHoch oben auf der Besehlehabertribüne, von unten auslziger Geschäftsstelle des Deutschen Flottenvereins hat in kaum erkennbar, stand Turninspeltor Weidenbusch, die seiner vorgestrigen Sitzung einstimmig folgenden Beschluß Fahne in der Hand, und leitete das Ganze. In dreißiglgesaßt:„Durchdrungen von der Ueberzeugung, daß es für Reiben standen je 347, die Knaben auf beiden Seiten, dis jeden, dem es am Herzen liegt, an den Zictey 25 g#g, Mädchen in der Mitte, 10.410 junge Leute beteiligten sich schen Flottenvereins mitzuarheiten, gerade jetzt zur Pflich den Kreisbungen. Ein impokantes Bildt Und),e g tren aue zube wpix enschlosen, die Tradstionen des Vereins hochzuhalten, und, wie bisher, mit voller Un abhängigkeit für das große nationale Ziel: die möglichst schnelle Verstarkung unserer Wehrmacht zur See, einzutreten. Wir fordern daher unsere Mitglieder auf, unbekümmert um persönliche Zwistigkeiten und parteipolitische also an den Freiübungen. Ein imposantes wie das klappte! In einer Sekunde streckten sich zwaneigtausend Arme, bewegten sich zeyntausend Beine. Nicht einer, nicht eine kamen zu spät. Aller Augen waren nach dem Turm gerichtet. Die Fahne wurde geschwenkt und sofort folgte die Bewegung der Zehntausend. Dann ertönte ein elektrisches Glocken signal und eine andere Bewegung folgte.„Wie schön, wie wunderschön!“ sagten die erfreuten Mütter.„Ganz faEinwirkungen joder Art treu und fest zur Fahne des Flot tenvereins zu halten und durch energische Mitarbeit den einzelnen Megierungsprasiden ten aufgefordert, den von der Zentralstelle für fahrt angeregten Fragen besondere Beachtung zu schenken und durch die Kreisärzte im Benehmen mit einzelnen Gemeindevorstehern, Getstlichen, Lehrern, Hekammen, Ge meindeschwehtern umd Kopfalinesgent#er Szadbässigtell Ernährungsweise der durch Ersatzstoff: im besonderen festzusteuen und nort die Mängel der Ernährung auf dem platten Lande auch di eAerztekammern und vie provinzialen Medizinol“oligien zu voreng, 2 Herren Oberpräsidenten sollen die Berichte der rungdprösidenten bis zum Februnr 1992 2g0; Pozrx g.. usmneher vorlegen. Es ist zu hoffen, daß durch dies Erbebungen auh für Preußen Untersazen d#r Heurset lung der Ursachen der Säuglingsserblichkett in den ein zeinen Kreisen und auch Einblicke in die Ernährungsverhälinisse auf dem Lande gewonnen werden. Rußland. Petersbura. 16. Juli. Die neuernannten Kommandeure des Kaiser Alexander=Garde=Grenadier=Regiments, des Husarenregiments Kaißer Rikolaus II. von Rußland 1. Westfälisches) Nr. 8 zu Paderborn und des Kürasteregiments Kaiser Nikolaus I. von Rußland Nr. 6 ga Brandenburg wurden behufs Meldung beim Regiments. chef vom Zaren in Audienz empfangen. werden heute beim deutschen Botschafter speisen, morgen an dem Imrit des Baren durch das Bagr.„Dez Garde an der beitskammern ausgesprochen. Besonders bemängeln die Bestimmung, nach der die Kosten für die Arbeits kammern auf die Berufsgenossenschaften übertragen werden sollen, wodurch das Handwerk mit einem Teil dieser Kosten belastet würde. Eine Wertzuwachssteuer in Hamburg. Der Ham burger Semat hat der Bürgerschaft einen Gesetzentwur für eine Wertzumachssteuer unterbreitet. Köln, Essen Dortmund und Gelsenkirchen besitzen schon seit Jahren diese Steuerform, die sich dort auch bewährt hat. In Berlin hat man sich mit dieser Steuer nicht befreunden wollen. Auch der hamburgische Gesetzentwurf weicht von den betreffenden Steuerordnungen anderer Städte wesentlich av. Man ist in Hamburg nicht von den Prozentsätzen der Wertsteigerung ausgegangen, sondern von festen Das Vorgehen des Senats erscheint allendings verständ lich, denn es war ihm nicht nur um die Schaffung einer neuen Einnahmequelle, sondern nur um eine Aenderung drr Besteuerung des Konsunkturgewinnes zu tun. Gleich die erste Bestimmung des Gesetzes lautet: Wer einen Wertzuwachs von 2000 A einstreicht, muß ein Prozent dieses Zuwachses an den Staat abführen. Die Steuer soll sich steigern mit der Steigerung des festen Gewinnbetrages. Sie soll von mehr als 2000 bis zu 4000 M Zuwachs 1½ truppen in Krasnoje Sselo und am Sonnaben großen Parade daselbst teilnehmen. Frankreich. Casablanca(via Tanger), 10. Juli. Fra, zöf Soldaten haben in der Nacht vom 8. auf den 9. Juli einen deutschen Postboten trotz seines angebalten und seine Postsachen durchgeseben. Der Postbote erhielt Besehl, die französische Postenkette nicht zu überschreiten, widrigenfalls er erschossen werden würde. Das deutsche Konsulat wird dagegen Protest einlegen. Belgien. Brüssel, 15. Juli.(Militärische Reformen in Belgien.) Der Kriegsminister hat eingrsehen, daß das Freiwilligensystem für die belzische Armee seine Probe nicht bestanden hat, und wird nach der Erledigung der Kongofrage eine Milituirreformrorlage einbringen, betressend die Einführung der persönlichen Wehr. pflicht. Amerika. Newyork, 15. Juli.(Eine amerikanische Luftslotte.) Wie aus Washington hierher telegraphiert wird, beabsichtigen die Behönden, für die Lendesverte##igung beim Kongreß die Bewilligung von einer wi####n Dollars zu beantragen, um dafür lenkbare Luftschiffe zu konstruieren und eine ganze Flotte von Lenrballons nach dem Muster des Zeppelin=Luftschisses zu bauen. Albumblätter. Ein Strafgesetz tut uns noch sehlen Für Leute, die die Zeit uns stehlen. wird der bethel.“ Türkisenring. Erzählung von P. Redlich. (Nachdruck verboten.) 88 :„Ein Hauptspaß wird's! So was hat mir schon lange gefehlt! Laß Du mich nur machen, lütte Deern, und kümmere Dich um rein gar nichts. Leg Dich aufs Ohr und schlaf mal erst aus, denn Du siehst wahrhaftig schon ganz verquiemt aus wie eine Lilie im Trocknen,“ „Ach. Ernst, mir ist so bange! Wenn er nun die Kette gar nicht mehr hat? Er muß doch merken, daß der Junge darum weiß, schon weil das Geldstück fehlt“ Ernst kratzte sich in dem etwas widerborstigen Haar. **„Dausend, das wäre nun freilich konträr, hm— hm! was, es wird schon alles klappen— ich hab in so was ein ganz torkliches Glück, zur Entschädigung wahrscheinlich, weißt Du— wenn ich sonst so'n dummer Klas und Pechvogel bin.“ Sie stand langsam auf, nahm seinen Kopf zwischen beide Hände u. sah ihm wehmütig in die hellen Augen, die sie halb traurig, halb verschmitzt anblinzelten. Steif wie ein Stock stand er und schlang die Hände au seinem Nücken fest ineinander, damit sie nicht seck wurden und taten, was sie nicht tun durften, wenn es mit Elisabeths Vertrauen und Kameradschaft aus und vorbei sein sollte. Wenn zwei dasselbe tun, so ist es nicht dasselbe, das wußte er wohl *„O Ernst,“ sagte sie traurig,„ich wollte, es könnte anders sein. Ich weiß wohl, nirgende könnte ich besser aufgehobe sein, und niemand— niemand meint es besser und treuer Wie eine, die das große Los gezogen hat, wird sie sein, die Dich mal zum Manne haben darf.“ „Na. laß man, lütte Deern,“ sagte er,„die wird wohl au dem Monde wohnen.“ : Seyr rot war er geworden. Und verlegen fing er von etwas anderem an:„Gut man, daß heute Sonntag ist, Krug hübsch voll, das können wir brauchen, XII. Am Abend ging es im Kruge zu Doblin sehr lebhaft zu. Es hatte im Dorfe eine Kindtaufe gegeben, und man hielt nun eine vergnügte Nachseier, mit Freibier und Bergen von Kuchen, den man aus dem Hause der Kindstaufleute herbeigeholt hatte. Im großen Saale vergnügten sich die jungen Leute bei den Klängen einer Ziehharmonika, nach denen sich zunächst nur die Gevattersleute in ihrem schmucken Feststaat schwenkten bis allmählich auch die übrige Dorfjugend sich am Tanze betei ligte, denn die Gelegenheit war zu verlockend. Die älteren Frauen saßen in einer Ecke an einem großen mit rotgewürfeltem Tuche bedeckten Tische und sprachen dem guten Kaffee der Krugwirtin zu. Nebenan in der Schenkstube rauchten, tranken und spielten die verheirateten Männer. Doch auch ein paar junge Burschen zogen heute die Gesellschaft der Alten vor, saßen mit unternehmend blitzenden Augen in der Nähe der Tür, die zum Flur hinausführte und rührten sich nicht vom Platze, trotz aller Winke, Spott= und Scherzreden der Mädchen. Lachend erhoben sie dann und wann die Gläser und tranken den schmollenden Mädchen zu, die sich dieses Betragen ge rade der FFesten und flinkesten Tänzer nicht erklären konnten. Ernst Seehaus nun gar. d. trotz seines unschönen Sommer sprossengesichts bei den Mädchen sehr beliebt war. lungerte nun schon seit Stunden draußen in der Nähe des Wirtshauseumher. Seine glühende Zigarre leuchtete bald hier, bald dort wie ein Glühwürmchen durch den finsteren Abend. Endlich blieb er in der Nähe der Schenkentür steif wie ein Pfahl stehen. Befragte ihn jemand, so sagte er gemütlich:„D, steh mi man een beeten de Been in't Liew!“ Endlich, es mochte schon gegen 10 Uhr sein, wurde er etwas „Dausend— de oll Loß kümmt woll hüt nich rut unt“ Bau?“ dachte er.„Na, dann möt wi em rutrötern. Rut mütt be!“ Aber jetzt kam vom Hinterhause her eine dunkle, schwer fällige Gestalt, die der ganzen schlappen und krummen Haltung nach niemand anders sein konnte als Pocheike. alter Langsam schob er sich an Ernst vorüber, mürrisch und ohne Seltsam, er ging nicht in die Schenke hinein, wie doch sonst allabendlich.„ Holla, Pocheik,“ rief Ernst.„Ihr wißt wohl nicht, daß es heute Freibier gibt?“ „Geht mich nichts an,“ brummte Pocheike. „Ranu? Wieso? Traut Euch wohl nicht rein, Kunde? Sitzt wohl nicht gern bei ehrlichen Leuten?“ Pocheike drehte sich wütend um. Mit vorgebeugtem dicken Kopf und geballten Fäusten näherte er sich dem jungen Manne, als wolle er ihn niederschlagen. Aber in der offenen Türe, die vom Flur her hell erleuchtet war, erschienen jetzt zwei— drei andere junhe Leute lachendem Munde und schalkhaft blitzenden Augen. „Heda, was gibt's denn? Man immer gemütlich heute! Trinkt nur erst mal eins, Pocheike, damit Euch die Nücken Ein dampfendes Glas Grog wurde ihm unter die Nase gehalten, er mußte trinken, wurde geschoben und sah sich plötzlich— er wußte selbst nicht, wie es kam— in der Schenktube allein an einem Tischchen vor dem gefüllten Glase sitzen Die Bauern hatten sich bei seinem Eintreten unwillig angesehen. Was fiel den„Jungens“ ein, den verlumpten Tunichtgut hier hereinzuziehen? Auch der Wirt machte ein verdrießliches Gesicht. Sein Gasthaus war ein anständiges, friedliches Lokal. Kunden, die so lange tranken, bis man ihnen nichts mehr geben konnte und durfte, die dann Lärm schlugen und hinausgeworfen werden mußten, waren nicht nach seinem Geschmack. Er hielt auf den guten Ruf seines Hauses und als echter Dobliner auch auf den guten Ruf seines Dorses.— Pocheike stürzte den Grog hinunter und ließ sich ein zweites Glas geden. Bei seinem Ruf nach einem dritten kramte der Wirt murrisch hinter seinem Schenktisch und tat. als hörte er Pocheite trommelte mit dem Glas auf den Tisch.„Heda haste Pech in den Ohren? Meinen Grog will ich! Ich kann ihn noch bezahlen, daß Du's weißt. Den alten Geizkrägen von Bauern ihr Freibier brauch' ich nicht" Die Musik nebenan war gerade auf ein Weilchen verstummt. Man hörte lachen und schwatzen— neugierige Mäd chen erschienen in der Tür, andere drängten nach, als sie Pocheikes heisere, drohende Stimme hörten. Das Gespräch der älteren Bauern war jäh verstummt. Sie überlegten, wie sie sich zu Pocheikes Aufsassung von„alden Seizkrägen“ stellen sollten. In diesem Augenblick rief Ernst Seehaus hell und harf:„„Freilich, Pocheike, freilich hast Du Geld und kannst zahlen. Spitzbuben haben immer das meiste Geld. Als wäre plötzlich eine Bombe niedergesaust, so unheimlich still wurde es in der Stube. Die Frauen und Mädchen hielten den Atem an. Angenehm gruselig lief es ihnen über den Aber der alte Seehaus sprang auf und suchtelte aufgeregt mit den Armen.„ „Jung“!“ schrie er.„Jung'! Bist Du besapen, dat Du dö mit dennen Kierl inlöttst?“ Pocheikes blutunterlaufene Augen blickten stier nach dem ungen Mann, der ihn herausgefordert hatte und ihm lachend die blitzblanken Zähne wies. „Warte nur, Bürschchen!“ brachte er keuchend hervor. Das kommt vor die Gerichte! Warte nur, Du sollst den Spitzbuben“ schon kennen lernen!". „Das können wir alle,“ rief Ernst lachend.„Inopf nur mal die Jacke auf— dann werden wir Dich schon kennen rnen!" Pocheikes Gesicht wurde weißlich. Keinen Laut brachte er über die bebenden Lippen. „Jung', holl dat Mul!“ schrie der alte Seehaus.„Datt Du mi dat Mul höllst!" 4W 1nd Aber Ernst zwinkerte ihm schlau zu und rief dann hell und schneidend:„Oder ist es etwa nicht wahr, was die Leute sagen? Daß Du nämlich einen Strick um den Höls trägst, weil Du mal dem Henker durchgeschlüpft bist, Pocheike?“ Jetzt stand Pocheile auf. Einen Augenblick Rand er regungslos wie ein Pfahl. Dann brüllte er:„Das sollt Ihr mir büßen, alle miteinander!“ Er ballte die Fäuste, als wollte er sich damit einen Weg zur Tür bahnen. Aber von allen Seiten wurde er umringt. Lachende Stimmen riefen:„Nee, nee— erst mal wiesen, ob et woahr is!“„Runter mit'm Hemdkragen, wenn he eenen E. 2 410„„„ Er fühlte sich festgehalten, die Joppe wurde herabgerissen. Man drängte von allen Seiten herzu, sogar die Alten erhoben sich von ihren Bänken. Ein erstauntes, erschrockenes:„Kiekt— kielt!" erscholl ringsum. Sollte die Forderung vom Kongreß genehmigt werden, so sollen später zum Zwecke der Küstenverteidigung längs der ganzen atlantischen und pacifischen Küite Stationen für Luftschiffe errichtet werden. Mau hofft in Kreisen der Militärluftschiffer, die ersten Lustkreuzer schon bald vom Stapel lassen zu können, und man verfolgt daher die deutschen Versuche am Bodensee mit besonders großem Interesse. Tages=Reuigkeiten. Fürst Euleuburg vor den Geschworenen. Berlin, 16. Juli. Die Verhandlung findet heute im großen Konferenzsaale der Charitee statt, wohin der Angeklagte heute vormittag gebracht worden ist. Der Vorsitzende teilte mit, daß von dem Journalisten Oskar Thiele das Gesuch eingezangen sei, ihn als Berichterstatter zuzulassen, da die Nichtöffentlichkeit durch Zulassung der beiden als Zeugen vernommenen Journalisten durchbrochen sei. Der Oberstaatsanwalt bemerkte, er habe gegen die Zulassung des Heern Thiele, der sich als ausgezeichneter objektiver Berichterstatter bewährt habe, nichts einzuwenden. Verteidiger Instizrat Wronker bemerkte, er habe schon vom ersten Tage an das Bedürsnis nach objektiver Berichterstattung empfunden und schließe sich daher dem Oberstaatsanwalt an. Der Gerichtshof beschließt, seinen früheren Beschluß dahin abzuändern, daß der Berichterstatter Oskar Thiele zugelassen wird. Der Vorsitzende eröffnete die Sitzung um ½11 Uhr mit dem Zeugenaufruf. Justizrat Wronker teilt mit, er habe einen Brief aus München bekommen, durch welchen die Glaubwürdigkeit Riedels stark er schüttert werde. Der Brief rührt von einem Gerbermeister und Lederhändler Martin Rücker in München, Lilienstraße 23, her. Der Absender interessiert sich für die Aussage des Zeugen Riedel deswegen, weil er sei nerzeit aus die Anzelge des R. hin wenen Sittlichkeitsvergehens zu einer Haftstrafe von drei Wochen verurteilt worden ist. In zweiter In stanz ist Herr Rücker freigesprochen worden, unter der Begründung, daß der Zeuge Riedel unglaubwürdig ist. Auch der Gastwirt Lang in Mün chen, der von Riedel einmal beschuldigt worden war, müßte geladen werden. Der Verteidiger beantragt die Ladung der beiden Zeugen. Oberstaatsanwalt Dr. Isenbiel: Haben Sie auch Anträge bezüglich des Ernst? Justizvat Wronker: Augenblicklich nicht. Oberstaatsanwalt: Es ist natürlich von Erheblick eit, daß die Beweise erhoben werden. Auch ich habe noch eine Reihe Beweisanträge zu stellen, sodaß die Verhandlung noch sehr weit hinausgehen kann. Auch müssen die Akten herbeigeschafft werden. Der Gerichtshof beschließt, beide Zeugen zu laden. Der Andrang der Neugierigen auf der Straße und in den Fenstern der umliegenden Häuser ist heute stärker als zuvor, sodaß ein Schutzmannsaufgebot alle Mühe hat, größere Menschenansammlungen zu verhindern. General arzt Scheibe hat in sehr umsichtiger und überaus zweck mäßiger Weise Anordnungen getrossen, durch welche es gelungen ist, den verhältnismäßig kleinen Konserenzsaal so herzurichten, daß jeder Platz richtig ausgenutzt ist, ohne daß man von einer Ueberfüllung sprechen kann. Gegen ½10 Uhr entsteht ein lebhaftes Laufen und Hasten unter den Augestellten:„Der Fürst kommt“, heißt es, und nach einiger Zeit öffnet sich auch die kleine Tür des gegenüber liegenden Gebäudes. Unter Leitung des Oberarztes Dr Steyrer wird der Fürst unter den erdenkbarsten Vorsichtsmaßregeln in den Saal gebracht. Dem Vernehmen nach ist die Temperatur des Angeklagten auf 36,4 Grad zurück. gegangen, auch soll sich das Allgemeinbefinden bedeutend gebessert haben. Immerhin sieht der Fürst noch erschreckend bleich aus. In dem Konferenzzimmer wird der Angeklagte unter dem Bilde Friedrichs des Großen gebettet, eine spanische Wand schützt ihn vorläufig noch vor den Blicken Neugieriger. Berlin, 16. Juli. Heute früh gegen 5 Uhr versuchte der Arbeiter Baschin seine Braut, Grete Winter, in ihrer Wohnung aus Eisersucht zu töten. Er brachte ihr schwere, aber nicht lebensgefährliche Schuß= und Stichwunden am Halse bei und tötete sich dann selbst durch einen Revolverschuß in den Mund. Barmen, 17. Juli. Beim Bahnbau Krahenhöhe=Müng sten stürzte die Lotomotive der Barmer Bergbahn infolhe Versagens der Bremse bei der Talfahrt einen steilen Abhang hinab und begrub den Maschinisten und den Heizer unter sich. Ersterer wurde getotet, letzterer schwer verletzt. Die Lokomotive wurde zertrümmert. Heidelberg, 15. Juli. Ein schauerlicher Fun wurde heute früh von dem Waldhüter Kilian am Felsen meer gemacht. Er sand dort die bereits bis zur Unkenntlichkeit verwesten Leichen eines Liebespaares, das Selbstmord beging und wohl schon zwei Monate an der Stelle gelegen haben muß. Die Persönlichkeiten sind noch nicht festgestellt. Prag, 16. Juli. In der Schloßkapelle zu Hradek fand heute die Trauung des ehemaligen Oberleutnauts Oustav Kotzian mit der Prinzesfin Amalie Fürstenberg statt. Paris, 16. Juli. Wie der„Autoritee" aus Christophesur=Conde gemeldet wird, wurden in dieser Gemeinde in einem Gehöft versammelte Personen, neun an der Zahl, vom Blitzschlag getötet. Besancon, 16. Juli. Gestern abend griffen tausend ausständige Seidenarbeiter, 60 Arbeiter, als sie ihre Arbeitsstätte verließen, mit Steinwürsen an. Einem Feldhüter wurde ein Arm gebrochen, drei Beamte und zwei Gendarmen wurden verletzt. Die Havarie des Zeppelin'schen Luftschiffes. Friedrichshafen, 16. Juli. Bei dem, dem Zeppelin'schen Luftschiff widerfahrenen Unglück trafen mehrere ungün stige Momente zusammen: einmal das Versagen des Mo tors bei dem erst seit wenigen Tagen im Dienst gestellten Zeppelin'schen neuen Schleppboot bei gleichzeitigem Reißen der Trosse, andererseits das Einsallen eines plötzlichen Windstoßes. Neben der Reparatur als solche wird die Beschaffung einer immerhin inzwischen nötig werdenden dritten Füllung an Stelle der nicht mehr ganz vollständigen zwetten die Wiederaufnahme der Fahrten verzögern. Die betressenden schweren Gasbehälter müssen den Weg zu den Wasserstoffabriken erst wieder hin und her zurücklegen, was Wochen dauert.„ Der Wunderdoktor.(Armsünderblut u. Jgelsett als Arznei.) Der im Wesergebiet als„Wunderdoktor“ bekannte Karl Albrecht aus Kirchbrak, von Beru Besenbinder, hatte sich dieser Tage vor der zweiten Strafkammer des herzoglichen Landgerichts zu verantworten. Albrecht wurde aus dem Gesängnis vorgeführt, denn der Wundermann verbüßt zurzeik eine Getäugnisstrafe, die ihm wegen seiner Heilmittelschwindeleien zudiktiert wurde. Er hatte früher ein schwunghaftes Geschäft mit einer Salbe getrieben, die er aus Schnecken und Igelfett herstellte. Dieses Mittel sollte Fußverstauchungen heilen und das Geheimnis der Herstellung wollte Albrecht von einem erbenden Zigeunerhauptmann erhalten haben Das Gericht schickte Albrecht auf sechs Monate ins Geängnis. Als der Wunderdoktor durch diesen Gerichtsspruch um sein Heilmittel gekommen war, erfand er sofort ein neues, das er Armsünderblut nannte. Der Hauptbestand teil des Mittels sollte das Blut von Hingerichteten ein. Nach den Augaben Albrechts genügten wenige Trop sen, um Fallsucht zu heilen. Albrecht nahm für ein Fläsch chen 6 bis 12. Er praktizierte aber auch. Wie die Beweisaufnahme ergab, kam zu Albrecht u. a. ein junges Mädchen, das schwindsüchtig war. Der Besenbinder verprach der Kranken Heilung. Er ließ einen Liter Schweineblut bringen, das die Kranke mit einem Ei und einigen Tropfen seines Universalmittels sofort trinken mußte. Der Angeklagte machte zu seiner Entschuldigung geltend, daß er die Leute nicht aufgesucht, sondern diese freiwillig zu ihm gekommen wären. Wenn einzelne von den Kranken nicht gesund geworden wären, so sei der Staatsanwalt daran schuld, der ihn zur Verbüßzung der Strashaft eingezogen und ihn so gehindert habe, die Behandlung seiner Patienten zu Ende zu führen. Der Staatsanwalt hielt zehn Fälle vollendeten Betruges und einen Fall versuchten Betruges für festgestellt und beantragte mit Rücksicht auf das gemeingefährliche Treiben des Angeklagten eine Zuchthausstrafe von 2½ Jahren und eine Geldstrase von 2000 k. Der Gerichtshof erkannte auf eine Gesamtstrafe von zwei Jahren drei Monaten Zuchthaus, owie auf eine Geldstrafe von 1500 MA. Stadt und Land. Detmold, 17. Juli. * Fürst Leopold zur Lippe und Fürstin Bertha wei! ten vorgestern nachmittag in Bielefeld. Die hohen Herrschaften besichtigten die Dürkoppsche Fabrik und nahmen dann in der Familie des Herrn Pastor Lappe den Kaffee ein. Bei ihrer Abfahrt hatte sich um das fürstliche Automobil, das der Fürst selbst lenkte, ein zahlreiches Publikum in der Altstädterkirchstraße versammelt. * V o n d e r W e s e r, 1 6. J u l i. D i e F i s c h e r e i a u f d e r Weser ist im verganenen Jahre nach einem darüber von sachkundiger Seite erstatteten Bericht durch den naßkalten Sommer ungünstig beeinflußt worden. An Lachsen wurden auf der Strecke von Bremen bis Hameln 4067 Stück im Werte von 80000 A gesangen. An Lachseiern wurden über 8 Millionen gewonnen. Auch Aale und Neunaugen wurden weniger gesangen. Dagegen wächst der Bestand an Forellen bedeutend. Auch Zander und Hechte wurden in größerem Maße gefangen. Lebhaft wird über die Schä digung der Fischerei durch Ableiten der Fabrikwässer in die Weser und ihre Nebenflüsse geklagt * T a g u n g. D e r 1 1. G a u= u n d H a n d l u n g s g e h i l f e n t a g des Gaues Teutoburg im Deutschnationalen Handlungsgehilsenverbande findet am 6. September in Minden in den Sälen des Rosentals statt. * Handwerkskammer.(Schluß des Berichts.) Auf Vor schlag Eikmeier=Lemgo wurde Punkt 8 zunächst beraten. (Aenderung der Wahlrechtsordnung zur Handwerkskammer) Brakemeier=Horn gibt zu, daß die Lage damals anders stand als heute und deshalb eine Aenderung der Wahlrechtsordnung nötig wäre; um aber in den Handwerkerkreisen keinen Unfrieden hervorzurufen, möchte er es beim alten belassen wissen Der Sekretär ist für Verschiebung, da z. B. bis jetzt der Handwerkerverein Detmold mit 62 Mitgliedern 2 Kammermitglieder wählen konnte, während Salzuflen mit 234 Mit gliedern nur 3 und Blomberg bei 197 Mitgliedern auch nur 2 zu wählen hatte. Es wäre deshalb nötig, wenn die Handwerkervereine wahlberechtigt bleiben sollen, daß die Regie rung eine andere Einteilung einführen möge. Kusemeier Schötmar machte den Vorschlag, daß die Wahlbezirke durch eine zu wählende Kommission anders eingeteilt würden. Eik meier=Lemgo dankte dem Sekretär für seine Wahrnehmung und bemerkte, daß der Handwerterverein Detmold mit 62 Mit gliedern noch 88 mehr haben müßte, um auf 150 zu kommen, um 2 Kammermitglieder wählen zu können. Es wäre also angezeigt, daß mancher bevorzugte Bezirk dem anderen benachInnungen aufnehmen möchten. Regierungsseitig würde die Sache nicht so ernst genommen werden, sonst würden die Schneiderinnen und Putzmacherinnen auch wahlberechtigt und müßten zu den Wahlen zur Handwerkokammer zugelassen werden. Schmidt=Detmold wünscht nach Verlesung des# 8 diesen zu streichen. Der Vorsttzende bemerkte, daß die Handwerkskammer nicht die erste sein wolle, welche die Frauen wahlberechtigt machen wolle. Auf mehrseitigen Vorschlag soll der Sekretär zu diesem Punkt eine Vorlage ausarbeiten nach dem Muster anderer Handwerkskammern. Zu Punkt 9 wies der Sekretär darauf hin, daß durch den neuen Befähigungs nachweis ein Neudruck notwendig sein wird, und es noch an der Zeit sei, Verbesserungen vorzunehmen; z. B. kämen Fälle vor, wonach Prüflinge den Wunsch äußern, ihre Prüfungs arbeiten in ihren Werkstätten ausführen zu dürfen. Schmiedemeister Runte=Kohlstädt erläuterte für sein Handwerk die Berechtigung dieses Wunsches; daß bei entfernt liegenden Orten für den Lehrling die Kosten größer werden, ist selbstverständlich; ebenso, daß der von der betr. Innung bestimmte Prü fungsmeister bei der Handwerkskammer angemeldet, resp. in Vorschlag gebracht werden muß; daß die Kosten dem Prüfling zufallen sollen, wurde einstimmig angenommen. Der von Regel=Salzuflen gestellte Antrag eines von ihm präsentierten Zusatzes, welcher die Benutzung der Elektrizität im Uhrmachergewerbe betraf, wurde als berechtigt angenommen. Brunner=Detmold(vom Gesellenausschusse) wünschte, daß bei Prüfungen ein Unterschied zwischen Maler= und Anstreicher gewerbe gemacht werde. Der Vorschlag, für Maler die Worte „Kenntnis über die Verteilung von Licht und Schatten“ hinzuzufügen, wurde angenommen. Zu Punkt 10 berichtete Schmidt=Detmold, daß, um Prozesse zu vermeiden oder wenig stens die Kosten zu vermindern, die Ernennung öffentlicher ge werblicher Sachverständiger, wie solche bei andern Handwerks kammern bestehen, auch hier gewählt werden müßten. Rese rent verliest eine Vorlage aus Berlin und bemerkte hierzu, daß bei den Gerichten eine Liste eingereicht und jede Verände rung diesen mitgeteilt werden müsse. Die Gebühren richteten sich je nach dem Objekte, bei 100 M 1 M. über 1000 M 10 M. Tille=Lemgo führte ein Beispiel von Lemgo an, wo diese Ein richtung von Sachverständigen am Platze gewesen wäre, um dem Kläger große Kosten zu ersparen. Windmann=Lage wies auf das in Lage bestehende Gewerbegericht hin, das schon viele Streitigkeiten geschlichtet und die streitenden Parteien vor großen Prozeßkosten bewahrt habe. Der Antrag des Sekretärs, es dem Vorstande zu überlassen, daß dieser dafür sorge, von den Innungsmeistern des ganzen Landes die Namen solcher Sachverständiger zu erhalten, u. daß in nächster Versammlung darüber Beschluß gesaßt werden soll, wurde mit dem Zusatze Regel=Salzuflen, auch für Ersatzmänner zu sorgen, ange nommen. Zu 11, Verschiednes, machte der Vorsitzende darauf aufmerksam, daß derselbe Gegenstand im„Handwerkerfreund von Juni=Juli abgedruckt und zu empfehlen sei, daß jeder Handwerker ohne Ausnahme sich damit bekannt mache Brakemeier=Horn sprach den Wunsch aus, daß die Handwerks kammer derartige Schriftstücke den Innungen unentgeltlich zu kommen lassen möge. Der Sekretär berichtete, daß er 100 Exemplare von Separatabdrucken für 3 A bestellt habe, die zu Händen der Obermeister und Kammermitglieder kommen werden. Auch habe er zur Probe„Katechismus für alle Ge werbe“ a 0,35 4 und„Praktischer Ratgeber“ a Exempl. 0.50 Mark angeschafft. Diese Hefte kommen zur Verteilung. Tille Lemgo wünschte, nach Durchsicht des„Katechismu=", daß jeder Lehrling je nach Beruf ein Exemplar bekäme, da aber in einem Jahre mehrere hundert Exomplare nötig wären, spiele der Kostenpunkt doch eine Rolle. Schmidt=Detmold glaubt, daß die Anschaffung den Innungen zukäme. Die Handwerks kammer könne höchstens jedem Innungs=Obermeister 1 plar zur Empfehlung übersenden. Brakemeier=Horn glaubt, daß den kleinen Innungen in kleinen Orten die Anschaffung zu teuer käme. Der Antrag Bausch=Lemgo(Gesellenausschuß) empfahl, daß die Hefte zum Studium an die Lehrlinge leih weise abgegeben werden könnten. Dagegen wurden Bedenken erhoben. Schmidt=Detmold hält es für nötig, daß jeder Innungsmeister seinen Lehrlingen ein solches Heft zum Auswendialernen geben müsse und diesen danach examinieren soll. Windmann=Lage glaubt, daß die Meister den Lehrlingen die Hefte zum Selbstkostenpreis abgeben müßten. Negel=Salzuflen stimmte dafür, daß den Innungen seitens der Handwerkskammer je 1 Exemplar gratis zugesandt würde, und daß es diesen überlassen bliebe, ob sie die Kosten den Meistern oder Lehrlingen auserlegen wollen. Schmidt=Detmold ompfahl, daß jedem Lehrling gleich beim Einschreiben das Heft Bezahlung übergeben würde. Schließlich wurde der Antrag des Vorsitzenden, daß wenigstens demjenigen Lehrling, welcher bei einem Meister lernte, der keiner Innung angehört, aber 5 Mark Einschreibegebühr bezahlt, ein solches Heft unentgeltlich eingehändigt wird, angenommen. Hierauf verliest der Sekretär ein Gesuch des Schuhmacher=Rohstoffvereins, welches eine Reiseunterstützung zum Besuche einer Versammlung angezeigt, daß mancher bevorzugte Bezirk dem unbrten venuhh„ ggggng in Gerlin betraf, Brakemeier=Horn ersuchte Richtigkeit des bei der Besichtigung sen teligten einen Aboeorbueten abtrete. Der Vorstzende.„i5, vie Z hiachnung diese Gesuichen, da diese Vereinigung eine Pri= für zuitressend. Für eine Straße halte merke u. a, daß der Detmolder Handwerkerverein darin sehrl um Ablehnung deses Oeruge,.. zlauht, dak eine Unter=liestigt ist.— Stadw. Meier stebt an gant abschneide, und der seinerzeit von Brakemeier=Horn ge= vatvereinigung sei. Der Porsitzende glaubt, daß eine Unter=Tfestigt ist.— Stao gut abschneide, und der seinerzeit stellte Antrag wohl ein berechtigter war. Er stimme für eine Verschiebung und bitte um Annahme. Die Majorität entschied sich dafür. Auch der Antrag Eikmeier=Lemgo, daß der Sekretär auf Grund amtlichen Materials eine Zusammensetzung machen soll, wurde angenommen. Zu dem zurückgesetzt gewesenen Punkt 7 ergriffen mehrere Redner das Wort, die alle eine Regelung des Putzmacherinnen= und Schneiderinnengewerbes als Notwendigkeit betrachteten, aber die Schwierigkeit nicht verkannten, daß d. Unterschied zwischen Lehrmädchen welche das Erlernte berufsmäßig ausüben wollen, u. solchen, die die Lehrzeit nur dazu benutzen wollen, um sich später ihren eigenen Bedarf herzustellen, schwer zu machen sein dürfte, auch sei schwer zu verhindern, daß letztere Privatarbeit annehmen und keine Beiträge zur Handwerkskammer zu zahlen. TilleLemgo, hob hervor, daß die Schneiderinnungen wohl die Regelung gerne sehen, aber die Schneiderinnen nicht in ihre stützung wohl angebracht sei, weil diese Vereinigung rühere Jahre nicht in der Lage sei, Dividenden zu zahlen. Tille=Lemgo wäre dafür, von d. Ueberschüssen der Handwerkskammer einen Zuschuß zu gewähren. Windmann=Lage tritt dafür ein, daß solche Ueberschüsse mehr zur Ausbildung der Lehrlinge verwandt werden sollen. Er müsse das Gesuch ab lehnen; auch Schmidt=Detmold ist für Ablehnung. Durch Ma joritätsbeschluß wurde das Gesuch abgelehnt. Sodann verlas der Sekretär ein Gesuch des Vorsitzenden der neuen Kranken unterstützungskasse für selbständige Handwerksmeister um Unterstützungsgelder zum Zwecke der Agitation. Es wurde in dem Schreiben hervorgehoben, daß gleichzeitig die Handwerkskammer bei diesen Versammlungen die nötigen Vorträge, ihre höchstens 50 i in Betracht kommen könnten und wies darauf hin, von wie großem Nutzen ein beiderseitiges Vorgehen wäre. Windmann=Lage glaubt, daß die von der Handwerkskammer bewilligten 1000 A vorläufig genügen müßten und machte den Vorschlag, abzuwarten, bis man über d. Verlauf des Kammertages in Breslau unterrichtet ist.— Vor nächsten Winter könnten die Vorträge wegen Mangel an Besuch doch nichts nützen. Wohl aber bringe er der ganzen Sache großes Interesse entgegen. Der Vorsitzende unterstützte die Aeußerungen des Sekretärs mit beredten Worten und wies darauf hin, daß diese Kasse das erstgeborene Kind der Handwerkskammer sei und der Pflege dringend bedürfe; er bat, die Unterstützung in anbetracht der geringen Kosten bewilligen zu wollen. TillcLemgo bittet, erst den 1. Januar 1909 abzuwarten, um zu sehen, wie sich die Ausgaben dieser Kasse stellen werden. Eine Abstimmung konnte wegen Beschlußunfähigkeit(die meisten Kammermitglieder hatten wegen Abfahrt der Züge den Saal verlassen) nicht erfolgen. Der Vorschlag des Sekretärs, dieselben Herren als Vorsitzende der Meisterprüfungskommission (Herrn Tille und den Vorsitzenden) wiederzuwählen, wurde angenommen und die Sitzung um 6 Uhr geschlossen ee. Stadtverordneten=Versammlung vom 16. Juli. Die gestrige Sitzung dauerte 2 Stunden. Es wurde vorher in gemeinsamer Sitzung des Magistrats und der Stadtverordneten der Rentner Mergelmann als Feldgeschworener gewählt 1) Verkauf von Bauplätzen an der Lemgoergrundstraße.(2. Lesung). Es wird dem Verkauf von 44 □ Meter an Herrn Leweke und von 89 □ Meter an Herrn Zinkgrebe in 2. Lesung zugestimmt. 2) Vorlage des Magistrats, betr. Streilsache Lauhöser=Woldemarstraße gegen den Magistrat. In der Streitsache hat das Kreisverwaltungs= gericht Detmold dahin entschieden, das die Verfügung des Magistrats vom 19. Dezember 1907 dahin abzuändern is., daß Herr Lauhöfer nur mit 2 Meter Anliegerlänge zu 66.72 M heranzuziehen ist und die Stadt% und der Kläger(Lauhöfer) ½ der Kosten zu zahlen hat. Der Magistrat verlangt von Herrn Lauhöser für 5 Meter die Kosten ersetzt. Das Kreisverwaltungsgericht geht davon aus, daß die Gehbahn nur 2 Met. lang an der Straße entlang führe, und deshalb auch nur für diese Strecke die Erstattung verlangt werden könne. Der Magistrat bittet um Zustimmung der Stadtverordneten zur Einlegung der Berufung vor dem Oberverwaltungsgericht, was bereits geschehen sei, mit dem Bemerken, daß die Begründung später erfolge. Die Berufung mußte eingelegt werden, damit keine Fristversäumnis eintrat.— Stadtv. Köller. der sich die besagte Straßenecke in der Woldemarstraße angesehen hat, steht ganz auf dem Boden des Urteils des Kreisverwaltungsgerichts Detmold und schlägt vor, bevor weiteres beschlossen wird, entweder eine Besichtigung durch das gesamte Kolleg oder durch die Baukommission vornehmen zu lassen, da das Gericht auch auf Grund einer Besichtigung zu dem Urteil gekommen ist.— Stadtbaumeister Schuster verteidigt den Standpunkt des Magistrats und erklärt an einer auf die große Tafel geworfenen Zeichnung die Lage des Grundstücks, das 5 Meter lang die Woldemarstraße begrenze und der Magistrat deshalb nach§ 12 des Ortsstatuts, zur Herstellung von Straßen und Plätzen, der besagt, daß der Anlieger soweit zu erstaten hat, als sein Grundstück die Straße begrenzt, nicht anders handeln konnte. Es spielt keine Rolle, wie weit der Fahrdamm geht und wie die Straße hergestellt ist.— Stadtv. Dr. Klasina: Nur soweit die Straße fertiggestellt ist, kann eine Erstattung erfolgen.— Stadtbaumeister Schuster: Die Straße ist fertiggestellt und gepflastert bis 1 Meter vor der Böschung des Bahndammes. Diese Fläche ist befestigt und mit Rasen eingesät. Diese abschüssige Stelle konnte nicht fertiggestellt werden wie der übrige Teil der Straße.— Stadtv. Dr. Klasina: Soweit die senbahn dazwischen liegt, müßte diese herangezogen wer i.— Stadtv. Kettmann: Ich bitte um Auskunft, ob na.n§ 40 der Städteordnung nicht der Magistrat verpflichtet ist, die Genehmigung einzuholen, und weshalb das nicht geschehen ist für die 1. Instanz Sodann kann ich nicht verstehen, das Herr Lauhöser 5 Meter bezahlen soll, während die Stadt doch nur für 2 Meter ausgelegt hat. Es soll die Erstattung doch der Stadt nur die tatsächlich ausgegebenen Gelder ersetzen. Wenn aber Lauhöser 5 Meter bezahlen soll für etwas, was garnicht da ist, was nur in der Luft hängt, dann muß der Stadt ein Ueberschuß bleiben. Ein Meter muß liegen bleiben und kann garnicht bebaut werden, laut Vertrag mit der Eisenbahn. Es wäre besser gewesen, der Magistrat hätte keine Berusung eingelegt. Ich beantrage, die Genehmigung zu der Klage zu versagen, evtl. vorher die Sache in Augenschein zu nehmen.— Stadtv. Kanne: Nachdemn ich die Straße besichtigt habe, kann ich nicht verstehen, wie man so vorgehen will. Die Gehbahn ist nicht in ihrer ganzen Breite ausgeführt, sondern läuft in einen Keil aus. Ich ersuche, die Berufung zurückzuziehen.— Stadtv. Landgerichtsrat Theovold: Das gefällte Urteil halte ich, vorausgesetzt die Richtigkeit des bei der Besichtigung festgestellten Tatbestandes. —— balte ich nur das, was beauf dem Standpunkte des gegen Kreisverwaltungsgerichts Detmold.— Stadtbaumeister Schuster: Die Böschung, die entstanden ist, gehört zum Straßenkörper.— Stadtv. Dr. Klasina: Wenn die Straße sertig ist, in dem Zustand, indem sie sich jetzt befindet und kein fremdes Grundstück zwischen Bahndamm und Lauhöser liegt, ist vielleicht die Berufung doch noch von Erfolg gekrönt. Es ist die Frage berührt wegen der Genehmigung bei Prozessen, die der Magistrat bedarf. Wenn der Magistrat, was ich nicht bestimmt weiß, ein für allemal die Genehmigung erhalten hat. Prozesse zu führen, so ist es nicht nötig, bei jeder einzelnen Sache erneut die Genehmigung einzuholen, und wäre die Eingabe dann überflüssig.— Stadtv. Kettmann: Die Ausführungen des Stadtv. Klasing bestärken mich in meiner Ane über don kleinen Befähtaungsnachweis sicht, daß die Genehmigung eingeholt werden muß nach§ 40 verringert würden. Sekretär glaubt, Kleines Feuilleton. Wie man auf der„Hohenzollern“ lebt. Kaiser Wilhelm II. hat, wie seit vielen Jahren, die Fahrt zu Schiffe nach Norden angetreten, mik einigen Gästen aus dem Kreise des Heeres, Staatsdienstes, der Gelehrtenwelt und der Kunst an Bord. Man lebt auf der„Hohenzollern“ nach englischer Weise. erste Frühstück ist die Hauptmahlzeit des Tages und ist die Mahlzeit, der der Kaiser am stärksten zuspricht. Man kann sagen, daß er sich mit diesem Frühstück den ganzen Tag verproviantiert und an den übrigen Mahlzeiten fast nur noch seiner Gäste wegen teilnimmt. Wir sind in der Lage, einige Tischkarten von Frühstücken zu Veröffentlichen, die auf See fahrten des Kaisers teils nach dem Norden, teils nach dem Mittelmeere, seinen Gästen vorgesetzt wurden. Sie slauten: „Eier mit brauner Bitter, Wiltshire Speck, geräucherte Heringe (Kippered herrings), gebackene Kalbsmilch, Tomatensauce, kalter Aufschnitt, Erdbeer=Marmelade, Orange=Marmelade, Butter und Brot, Wiener Gebäck, Kaffee, Tee, Schokolade, Kakao.“—„Eier nach Morny, geb. Seezungen=Schnitten, Bearner Sauce, Hammelkoteletten, kalter Aufschnitt, Erdbeer Marmelade, Orange=Marmelade, Butter und Brot, Wiener Gebäck, Kaffee, Tee, Schokolade, Kakao.“—„Rührei mit Krabben, gebackener Saibling, Kräuter=Sauce, Hammel koteletten nach Nelson, kalter Aufschnitt, Erdbeer=Marmelade Orange=Marmelade, Butter und Brot, Wiener Gebäck, Kaffee Tee, Schokolade, Kakao.“—„Rührei mit grünen Spargelspitzen, gebackene Zander=Schnitten, Kräuter=Sauce, Hammel koteletten, Lyoner Kartoffeln, kalter Aufschnitt, Erdbeer Marmelade, Orange=Marmelade, Narbonne=Honig, Butter und Brot, Wiener Gebäck, Kaffee, Tee, Schokolade, Kakao.“— „Eierkuchen mit Nieren, Seezungen=Schnitten, Tomaten=Sauce Kalbsrippchen, gratinierte Sahnkartoffeln, kalter Aufschnitt Erdbeer=Marmelade, Orange=Marmelade, Butter und Brot Wiener Gebäck, Kaffee, Tee, Schokolade, Kakao.“— Dieses erste Frühstück wird auf der Kaiserjacht gemeinschaftlich früh um 9 Uhr eingenommen, sowie der Kaiser, pünktlich, erschienen ist. Das Mittagessen versammelt den Monarchen und seine Gäste gewöhnlich um ½1 Uhr im Speisesaale. Dier eine Prove von der Einfachheit, die bei dieser Mahlzeit herrscht. liche Mittagstafel. Grüne Erbsensuppe. Huhn auf Art. Englische Koteletts mit gefüllten Tomaten. Aepsel in Domino. Butter und Käse. Obst.“— Leichte Tischweine werden dazu gereicht und auch wohl ein Glas deutschen Schaumweines. Der Kaiser aber nippt nur dann und wann am Glase, um jemandem Bescheid zu tun. Sein Getränk ist — Orangensaft. Nachmittags um 5 Uhr stehen, bei gutem Wetter auf dem Oberdeck, bei schlechtem im Rauchsalon, Tee und Kaffee angerichtet. Das Abenddiner wird um 7 Uhr im Speisesaal aufgetragen. Der Kaiser bestimmt selbst, wie seine Gäste sitzen sollen, und richtet es so ein, daß eine Art von Turnus besteht, nach welchem jeder wieder an seiner Seite zu sitzen kommt. Nach dem Abenddiner(auch hiervon sei eine Probe mitgeteilt:„Königliche Abendtafel. Gedämpfte Schleie, gekochte Lammkeulen mit frischen grünen Bohnen, Fasanen nach Belle=Alliance, Salat. Gefrorene Speise von frischen Kirschen. Nachtisch“) geht man auf dem Deck spazieren und trennt sich in einzelne Gruppen zum Kartenspiel, meist einen ganz niedrigen Skat, trinkt dabei, wer noch Durst hat, irgendein Seltersgetränk, einen„Lemonsquash“ oder dergleichen. Und um 11 Uhr spätestens ist alles in Ruhe und Schlaf. Likörbonbons. Es wird noch immer nicht genügend er kannt, welch große Gefahr die immerhin in den Handel kommenden Likörbonbons für unsere Jugend bieten. Die städtische Polizeiverwaltung in Köln schreibt den dortigen Zeitungen: Pralines, Schokoladebohnen usw. mit Likörfüllung kommen in zunehmendem Maße in den Geschäftsverkehr. Die Bonbons bestehen aus einer an der Außenseite mit Schokolademasse überzogenen Zuckerkapsel, die mit einer viel Zucker und 10—36 Volumprozent Alkohol enthaltenen Flüssigkeit gefüllt ist. Die Flüssigkeit riecht und schmeckt nach Likör schlechthin oder nach bestimmten Spirituosen, wie Kognak, Arrak, Rum, Gilka. 100 Gramm Bonböus enthielten bei den verschiedenen Sorten zwischen 2.30 bis 9,91 Gramm Alkohol; eine Person, welche die nicht übermäßig große Menge von ½. Kilogramm dieser Bonbons verzehrt, erhält also 5.75 bis 24.77 Gramm absoluten Alkohol, im letzterem Falle demnach ungefähr ebensoviel, wie sich in 75—100 Kubikzentimeter Branntwein oder 3,10 Liter Wein oder 6.10 Liter Bier(über 12 halbe Liter) vorfindet Als ein erfreuliches Produkt der Zucker= und Schokolade warenindustrie können die Likörbonbons nicht bezeichnet werden, weil sie keinen besonderen Genuß besitzen. Füllung mit Frucht säften wäre z. B. natürlicher und wohlschmeckender als die un barmonische Verbindung von Boubons mit Spirituosen, und der Lokre. Freilich nicht ganz so groß u losam Gewande, und Aberdtes bei dem sehr verschiedenen Hertvoll, aber enn paar Taler führt ste Alkoholgehalt der einzelnen Sorten in einer nicht abschätzbaren Menge zugeführt wird. 2 Auf Grund der bestehenden Gesetze läßt sich gegen das Feilhalten dies. Alkoholbonbons leider nicht einschreiten, es bleibt nur übrig, das Publikum auf diesen Unsug aufmerksam zu machen und die Eltern auf diese Gefahren hinzuweisen, die ihren Kindern bei dem Genuß dieses alkoholhaltigen Naschwerks drohen... Wir meinen aber, wenn alle aufgeklärte Eltern in den Geschäften, d. sie bisher zum Kauf. v. Schokolade usw. benutzt., energisch auf die Unsitte hinweisen und unter Umständen ihre Kundschaft aussagen, wird sehr bald Wandel eintreten. Vor allem sollte auch darauf hingewirkt werden, daß solche Geschäfte unter die Schankkonzessionsbestimmungen gestellt werden. Adressat per Ballon abgereist. Die„Frkf. Ztg.“ schreibt: Es gibt kleine Interpunktionszeichen in dem fortlausenden Texte unserer Entwickelung, die man verzeichnen soll, weil sie morgen schon überholt, übermorgen schon vergessen sind. Wir hatten an einem unserer Mitarbeiter in dringlicher Angelegenheit ein Telegramm abzusenden. Antwort bezahlt. Statt der ersehnten Antwort kam eine amtliche Mitteilung:„Telegramm unbestellbar. Adressat per Ballon abgereist.“ Heute verblüfft uns das noch, und das mit dem roten Streifen beklebte Blatt geht von Hand zu Hand... Morgen schon werden wir unsere reunde nur noch drahtlos erreichen—— irgendwo im Weltall, wo sie, ihr Flügelrößchen unter den Beinen, bei der nächsten Luftstation anfragen, ob kein redaktioneller Steckbrief wegen Urlaubsüberschreitung hinter ihnen her ist. Lacht da jemand? Wir bitten ihn, nur das Telegramm in die Hand zu nehmen, auf dem in ganz gewöhnlichen Lettern steht:„per Ballon abgereist", als ob sich's um eine kleine Trambahnfahrt handle ... Und das Aergerlichste ist nur, daß wir den Kerl nun wirklich nicht erwischen Cnnen, denn die verfluchten Ballöner es heute noch an sich, daß man nicht weiß, wo sie niedergehen . armseliges, rückständiges Fuhrwerk... Morgen wird's schon anders sein. Auf dem Balkon steht unsere Flugmaschine, in der Westentasche haben wir das Mikrophon für Telephongespräche mit dem Südpol.... Die Heuernte in Paris. Es klingt nicht recht glaublich, ist aber wirklich so, daß Paris, dies steinerne Häusermeer, seine eigene Heuernte hat, ebenso wie die lachenden Landschaften der Lokre. Freilich nicht ganz so groß und nicht ganz ebenso doch immerhin der Staatskasse zu. Es ist nämlich der Staat, dem der Hauptanteil an der Pariser Heuernte zufällt. Er ist Besitzer der militärischen Gelände des Befestigungsgürtels, und hier ist es. wo der Hauptteil der Pariser Heuernte eingeheimst wird. Trotz der zahlreichen„Frühstücke im Freien“, die die Pariser Bürger auf diesen Wiesen abzuhalten pflegen, und trotz der Beschädigungen, die die Pariser Straßenjungen ihnen reichlich zufügen, wächst doch hier schließlich ein, wenn auch nur mittelmäßiges, so doch zum Viehsutter brauchbare Gras. Die Ernte wird an Ort und Stelle, in Partien aufgeteilt, von den zuständigen Behörden verkauft. Dagegen ist von den Rasenflächen innerhalb der Stadt keine Heuernte zu erzielen, da sie zu oft geschnitten werden. 4— gf 20“ Billige Totenehrung. Aus Celle wird der„Frkf. Jlg. folgendes Geschichtchen erzählt: Ein recht sparsamer Bauer aus der Südheide trug dieser Tage zur Beerdigung eines verstorbenen Freundes in der Nachbargemeinde. Am Arm trug er einen Kranz von künstlichen Blumen, der als letztes Zeichen treuer Liebe aufs Grab gelegt werden sollte. Als er seinen heimischen Penaken wieder zuwankte, trug er den Kranz wieder am Arm, er hatte ihn nach dem Leichenschmaus wieder vom Kirchhof geholt. Als man ihn fragte, warum er das getan hätte, sagte er:„Düse Kranz holt sich(hält sich) und ick kann r noch veele Frünne mit begraben." Humoristische Ecke. Neues Amt. Von einem Trustkönig in Chicago wird erzählt, daß er in seinem Privatbureau sich sogar für seine Bleiktifte einen eigenen Spitzbuben hält. Berlin in München.„Ihr Münchener Dialekt is zu reizend! Stundenlang könnt' ich Ihnen zuhörn. O mei! A Berliner und stundenlang zuhürn.... Zu vertraulich. Im Kontor eines Geschäftshauses sitzen der Chef und sein Kommis. Plötzlich verdunkelt sich die Lust, ein Gewitter ist im Anzuge.„Wir bekommen ein Gewitter,“ sagt der Kommis.—„Wir? Seit wann sind Sie mein Kompagnon?“ entgegnet der Abhilfe.„Gibt es denn auf dieser Strecke auch Tun—„Nein, mein Fräulein, aber wir können ja das Licht auch abdrehen.“ Ueberflügelt.„Sieh' mal an, Otto, jetzt bist Du Präsüdent unseres Futballkinbs———. und Dein Alter muß sich noch tagtäglich als Landgerichtsrat abschinden! den.! Temgo, 10. Juli. We.„ M. mig#b. k# auchldasselbe Der Magistrat hat an die Regierung das Ersuchen ggrich,(gentahriten, Velder. 37wertr.2 A2=c4 8o oberbürgermeister angekommen daß das Natast Magistrats ist. erfolgen. der städt. ur: Singege ge ur dann mianna notmendig war.— Staptv. arrmo:--I#.imats und muß hie Sache sehr genau aemacht werven.g Lemge, 16. Juli. Der ui achte dann zu un es beith ie dr,„Htäag, nach, d, Jogr Ment uue ue er. e drücklich, bei Klagen, die der Magistrat anhängig macht Wöstet, eine Verfügung zu erlasen. die gegen den Magistrat anhängig gemacht sind, in die Ex, ams 1. Auxil in den Händen des nehmiaung der Stadtverordneten notwendig.— Ruiem: skönne einte rechtzeitige Hebung Meine Zustimmung zu der Einlegung der Be 18) Die Verpachtung. uun hache ich auf Grund der Ausführungen des Stadtbau= Preise von 310#4 sollen die Stadtverordneten genehmigen, Ae Lctspengne Peiar I. Slestarlsae2 Aizeseseat. Saosei 1s hei Seshn derlääche Lasenlck uonn rs hise säilse Siernic ge e. ure a. h i. Schötmar, 17. Juli. Die Werrebrücke bei der WerUhle ist wegen Baufälligkeit für den Fahrverkehr Wa Streik in den hiesigen W R schchs er i lie lsch eiche S..e Jagd zum die Sache angesehen rasung keinen Ersolg haben wird.— Stedw. Dr Es i für nich zweiselhaft, 2P,z geegegg Se das Verwaltungsstreitverfahren beszaren. Guucht daß ehen Kettmann wbderspricht den urd, Jan der a. ePr, P aah. ür ale Blogen Vl., Arehu), zohen sein wäcden.— Stadto. Schulz hält die Ansicht des Magistrate für aussichtslos, er könnte aber trogdem das Verufungsgeriche anderer Anscht sein. Der Kostenpunkt sei niedrig und dürse von diesem nieFerr.„„AZ.l.s.-bhängie Ssmacht werben.— Stadtb. Dr. Höland ohne Erfolge gewesen sind, längere Zeit Jauern, wie man erwartet. Die Schmiede und Stell macher, welche besonders am Streik beteiligt sind, forden eine zehnstündige Arbeitszeit, Zahlung eines lohnes von 17 A pro Woche und für diejenigen, die Lohn bereits beziehen, eine Lohnerhöhung von 1 K pro Hoffentlich kommt es in allernächster Zeit zu einer Streitfrage. ist. Es wird die Namen andrine, Karoline, Friederike, Geuriette, Ottilie, Wilbelmine, Heuny., Dat### dacht! Schweringen, 20. Juni 1908. erhalten: alexLuise, Hermine, rrn 31 etrich Sport. vergewahrt hat Duisburg. Der Holländer Stol war bei den am letzten * Sitenftage. Sonntag zum Austrag gebrachten Rennen der Held des Tune-. * Soge, 1v. Juli. Vorgestern morgen 11 Uhr tagte das E, gewann auf seinem Brennaborrade alle Fliegerrennen und eippische Ztealer=Geverdegericht wuter waren sämtliche Läuse des Dauersahrero um den„Sxober Vorsitze des Herrn Gerichts=Assessors Tasche. Beisitzer waren nicht zugegeben. Es standen zwei Termine an. In dem ernen Termine kam die Klage des Zieglers Fr. R. in Lippspringe gegen die Ziegeleipächterin Witwe P. in Schlangen wegen Forderung von 210,87 A zur Verhandlung. Der Anspruch des mals die Entscheidung abhängig gemacht werden.— Stadtv.= De. Voggtrate urzen Alits une nigcter Buitsungett; e stie den Siapunt dr Geichienscehueg uv, it ussgatt die Biccsgonng der 39 eine Besichtigung ein. Es wird beschlossen, eine Lo.# born) auf dem Truppenübungsplitz macht. Es ist der Totenwagen nur einspännig bespannt wesen, und das Pserd ohne Decke. Auf die Passanten diese Beerdigung einen abstoßenden Eindruck gemacht. ersuche, in ähnlichen Fällen die maßgebenden Kreise anlassen zu wollen, daß die Pietät etwas mehr 20) Zum Jahresabschluß der Spartae..., golbetung von AI0 gu„ Stadtv. Fröhlich einige Ausstellungen gemacht, die zurz Klägers wurde von der Beklagten als zu Recht bestehend anerMaglstrat überwiesen wurorn.— Schlus der Fxgne kur, kannt. Beklagte, welche z. It. nicht zahlen zu können angab, Duisburg“. In den Fliegerrennen wurden auch die zreiten Plätze auf derselben Marke durch Kurzmeier und Niederau belegt. vor ½9 Uhr. Es folgte noch eine Senne. Morgen, am 18. d. Mis. für kannt. Beklagte, welche z. Zt. nicht zahlen erklärte sich bereit, dem Kläger die Schuld ratenweise zu de zahlen. Der Kläger war damit einverstanden, wenn die Beklagte genügende Sicherheit stellen wolle. Die Parteien schlosse dann laut folgenden Vergleich: Die Beklagte zahlt dem Kläger bis zum 15. August 1908 den Betrag von 50 M. bis zum 1. Oktober 1908 den Betrag von 100 M und den Rest von 60,87 M Humoristische Ecke. zehn Mari, Verlegenheit Auf Umwegen. Nesse:„Leihe mir Onkel; ich möchte einem Freunde aus der Ve. helfen, der sie seiner Hauswirtin schuldet!“— Ontel: geht denn Dich das an?“— Nefse:„Ja, weißt Du, von der hat er sie nämlich vor vier Wochen geliehen, um sie mir Untrößlich, Logiswirtin:„Bas sol ich eigentlich vos bis zum 1. November 1908. Zur Sicherheit übertrug die Be= Ihnen denken, Herr Müller? eden eter: Abend kommen „Ja, sehen Sie. ne bischenen. end 2 geuin, um vim. Wte#prnnttg,. Senne durch den besichtigung vorzunehmen, u. zwar ½ Stunde vor der nächsten iommandierenden Herrn General des siebenten Scina u. Sazgag a u. e e. ogon,# dnr Aisen. Aulsiur haitn Ler Ahigeie eile Leicite beicste e shanste Prs rcht ig ie. ste sel. 3.ie i. Paue a bn.# e ee e inen ee d. ai e ee. ## ee in Bngmcber b. u. btch in Büir un.2#genben Saunbener Beslelichernt Aien Velgr. iche our. überwiesen.— legung und Ent=Iin Bielefeld ven dem Fabrikarbeiter Echterdiek in Knetter= 5z% längerer streitiger Verhandlung verglichen sich auch hier#####r Dautmann, der den schmackhafter 4) Vorlagen, betr. Offenlegung eignung an der Emilienstraße, Vermessung und Enteignung an der Sachsenstraße. Wird der Baukommission überwiesen. 5) Vorlage, betr. den städtischen Obstgarten Es werden, nachdem Ratsherr v. Rodewald die— bewilligt, um einer auftretenu. um im Obstgarten Vogelden Det die Sache warm befürwortet hat, bis 100 Mark den Raupenplage Einhalt zu tun nistkästen anzubringen. 61 Vorlage, betr. Zuwendung an molder Rennverein. Es werden, wie stets zu dem Zwecke, 200 Mark bewilligt. 7) Mitteilung des Magistrats betr. das Gehalt des Gasdirektors. Die Veranntgabe soll auf Beschluß des Kollegs in geheimer Sitzung geschehen und wird der Punkt deshalb abgesepr. V# 8) Eingabe der Detmolder Saalbesitzer. Die Eingabe, die sich gegen eine Verfügung des Magistrats richtet, die besagte, es sollte nur alle 14 Tage Tanzmusik sein, statt bisher alle 8 Tage, ist dadurch, daß der Magistrat besagte Verfügung zurückgezogen hat, erledigt. 9) Nevision der Kämmerei= und Schlachthofkasse. Es ist alles in Ordnung besunden worden. 10) Ortsstatut betr. die Städt. Beamten. Wird bis zur nächsten Sitzung zurückgestellt. 11) Der Vorschlag des Stadtbaumeisters einen Gemeindebeschluß zu fassen, daß die Kissinger= und Bachstraße Vorgärten erhalten sollen, wird zur Kenntnis genommen.— Ratsherr Pieper, Stadtbaumeister Schuster und Stadtv. Schmidt treten für einen solchen Gemeindebeschluß ein, weil Gärtner Priester mit Vorgärten begonnen habe.— Stadtv. Korf ist nur dann für den schluß, Vorgärten zur Bedingung zu machen, wenn diese mindestens 3 Meter breit werden, da ein Vorgarten von zwei Meter keinen Wert habe.— Stadtv. Rettmann ist Ansicht, erst mit den Anliegern in Verbindung zu treten nicht gleich neue Lasten für die Grundbesitzer zu schaffen, da den letzten Jahren zuviel in der Beziehung den aufgebürdet sei. Alle wollten vermieten der und in Grundbesitzern Fermieren und verkaufen. Würde nicht bald mit der Belastung des Grundbesitzes gründlich Wandel geschaffen, dann wäre ganz Detmold zu verkaufen und zu vermieten, denn keiner wolle mehr Grundbesitzer sein. 12) Die Neupflasterung der Paulinenstraße sollte mit Ribbentruper Steinen geschehen. Dies wollten die Anlieger nicht und traten an den Magistrat heran, Herrn ein geräuschloseres Pflaster herzustellen. Nachdem die Anlieger mird sich bereit erklärt haben, die Kosten zu ersetzen, hat der Magistrat beschlossen, Vulkanonplatten(Granitplatten) zu verwenden. Die Baukommission in gleichfalls für die Verwendung dieses Materials. Die Mehrkosten, die bewilligt werden müssen, belausen sich auf 12 944,81 M.— Schuster erläutert des Näheren die Herstellung des neuen das im Gasosen unter hydraulischem Druck, in der beide einen Betrag von 30.45 Mk. einkassiert und veruntreut haben. Die Verhandlung wurde zwecks weiterer Leweiserhebungen ausgesetzt. 2) Der Baunuternehmer Ernst M. aus S. war vom Schöffengericht Salzufler wegen Beleidigung auf Grund des§ 185 Str.=G.=B. zu einer Gelestrafe von 50 Mt, eventuell zu 10 Tagen Gefängnis verurteilt worden. Er soll der Urheber eines Gerüchtes sein, welches in Salzuflen im Januar oder Februar 1908 in Salzuflen über den Nachtschutzmann Steinmeier verbie tet ist. Das Gerücht ging Angeklagte den Nachtschutzmann auf der Wachtstube im Rathause schlafend angetroffen, ihn sodann durch einige Straßen der Stadt gesührt und ihn schließlich gefragt habe, ob er nun wach sei. Der Angeklagte hatte Berufung gegen das Urteil des Schöffengerichts eingelegt. Die Verhandlung wurde zwecks weiterer Zeugenladung ausgesetzt. 3) Der Zimmermann Gottlieb W. aus A. hatte am Nachmittage des 5. Juni 1908 in der Wohnung der Ehefrau Greuting in Schönemark gebettelt und dabei eine dem Ehemann Greuting gehörige Hose gestohler. Er hat den Diebstahl im Rückfalle begangen. Das Gericht hat erkannt, wegen des Diebstahls unter Annahme mildernder Umstände auf 3 Monate Gefängnis, und wegen die Urtrsuchungshaft verbüßt erachtete Hoftstrafe 4 Wochen.# 4 * Unglücksfall. Gestern mittag verunglückte bei Buuarbeiten auf dem Grundstücke der Lipp. Möbelfabrik der Maurer Hollstein aus Klüt beim Auftragen von Beion Er wurde in das Landkrankenhaus gebracht. * S o m m e r t h e a t e r. H e u t e F r e i t a g g e h t d i e h e r v o r ragende Lustspielnenheit„Vater uno Sohn“ von G. Eßmann, Deutsch von Rud. Presber, in Szene. Der Be such dieser bochinteressanten Nopität ist nur ans die Harieien dahn, dait der Velage den Klidger den Vetaglschrt, verabredete sc), mit, beiger. Lartun, ive, Thester. 3: von 40 u unter Verzicht der Parteien auf weitere gegenfetpe geben. Im Drange der Geschäfte vergaß der Kaufman Ansprüche bis zum 1. August 1908 auszahlt.(L. Ps.) aber, die Billetts zu holen, und deshalb stellte er sich * Horn, 10. Juli.(Einquartierung.) Gelegent: Telephon, um die lich der diesjährigen Kavallerieübungen in der Senne wird bestellen. — erhalten, und zwar?“ Die auch unser Städtchen Einquartierung erhalten, und zwar wird am 25. Juli d. J. die dritte Esladron des Braunschweigischen Husarenregiments Nr. 17 in Stärke von drei Offizieren, 12 Unteroffizieren und 90 Gemeinen hierselbst .: Wüsten, 16. Juli. Heute sano wieder wie au: jährlich unser Jaurmarkt statt. Der Biehmarkt der Norgens war mit Borstenvieh reichlich beschickt. Die Preise waren ungefähr folgende: 6—7 Wochen alte Ferkel osteten 12—14 Mk., ¼ jährig, Stangen 25—40 Mi. ¼jährig. 45—50 Mk., Sauen Handel ging flott. Karten bei der Billettagentur Käse zu Angelegenheit entwickelte sich sehr schnell: Klinglingling.„Hier Käse, wer da?— nr Eonm —„Schluß.....“ Klinglinglinglinglingling. Mißverständnis. Kammerzose(zur Köchin):„Was weinen Sie denn?“— Köchin:„Ja, da schaun S', Schatz, der boshafte Meusch, hat mir a gauze seine Seisen geschickt; mir scheint, hu, hu, ich bin ihm sauber g'nug!“ mei' Schachte! — n e r Letzte Nachrichten. Wien, 16. Juli. Auf der niederösterreichischen LauAuch auf dem Krammarkte herrschte des basbahn St. Poelten=Mariazell stieß gestern ein Personen*" A.— F. 05.. and.— 2— Leben, da viele ausUmgegend erschienen Nachmittags und abends ein reges wärtige Gäste aus Salzuflen und waren.„„ #. Wülfer, 16. Juni. Eingebrochen wurde gestern nachmittag bei dem Einlieger Wilhelm Albrink Nr. 3 in Wülfer. Der Dieo drang, nachdem er die Haustür erzug mit einem Lastzug zusammen. Sechs Personen wurden schwer, acht leicht verletzt. Budapest, 16. Juli. Berichte der Munizipien an das Landwirtschaftsministerium melden eine allgemeine Mißernte in Futterstoffen und fordern den Erlaß eines Ausfuhrverdots für Futterstoffe. Die Regierung Bettelns auf eine durch brochen hatte, mittels falschen Schlüssels in die Wohnstuge, hipher jedoch keine Scheitte in dieser Richtung getan hat von Novität ist nur zu — Sonntaa, den 19. Juli, gelangt Sudermanns sterwerk„Die Ehre“, Schauspiel in vier Akten, zur Aufführung und zwar in bester Rollenbesetzung.— Montag, den 20. Juli, gibt es einen bochinteressanten, literarisch wertvollen Theaterabend, einen Ibsen=Abend, und zwar das dreiaktige Schauspiel„Baumesster Solnes“ mit dem ersten Helden des deutschen Theaters in Hannover, Paul Paschen, in der Titelrolle als Gast. Man wird gut tun, sich rechtzeitig Billetts zu bestellen zu dieser nur zu empfehlenden Vorstellung.„„„ * Die gestrige Vorstellung burger erfreute sich eines recht guten Besuches. Und mit Recht, denn die Leistung n waren durchweg vorzüglich. Wit konnten als erste Nummer einen Bären bewundern, der mit großem Geschick auf einem Pfer de wegte und mit seinen„eleganten“ Sprüngen im Sattel dem Hauptsache aus Granitsplitter zusammengesetzt, bergestellt sgrauösen Fräulein Anna nicht geringe Konkurrenz machte rde, und nach den Ersahrungen einer Reihe auswärtige: Eh.. erniete der flotte Jockey mit seinen tadellosen Maperng#.##u. Leistungen reichen Beisal, der seinen Höhepunkt erreichte, mit Körben an den Füßen, auf das Pferd auswärtiger Städte, wie Kassel, als das brauchbarste Material zu besei.— Stadtv. Reitzel: Seit Wochen liegt die Pauwo er die Kommode untersuchte, ohne daß ihm was darauf ging er in die Kammer und stattete dem Wäsche. schrank einen Besuch ab, wobei ihm ein größerer Geldbetrag in die Hände fiel. Der Täter wird von Kindern wie folg beschrieben: S atur schlank, dunkler Anzug, grüner Hut. mn= Entrup, 16. Juli. Unter den Schweinen des Mühlenpächters Starke in der Steinmühle ist der Ausbruch der Schweinepest festgestellt. Ueber das Gehöft wurden polizeilicherseits die Sperrmaßregeln verfügt. p. Talle, 16. Juli. Unter dem Schweinebestande der Frau Plöger Nr. 3 hierselbst ist die Rotlausteuche ausgebrochen. Ueber das Gehöft wurde polizeilicherseits oo Lieme 10 Juli. Unter den Schweinebeständen der Landwirte Führing, Christoph Strunk, des Einliegers Fritz Kreie, des Gastwirts Kampmann und des Fritz Giese ist die Schweinepest ausgebrochen. Ueber die Gehöfte wurden sofort die polizeilichen Sperrmaßregeln verfügt. Die Pest nimmt unter den hiesigen Schweinebeständen einen bösartigen Charakter an und sind deshalb zu Gebote stehenden Maßregeln angeordnet, um den Weiterverbreitungen Einhalt zu tun. In de. meinde Leese sind in jüngster Zeit ebenfalls Fälle der Schweinepest vorgekommen, die auf eine Verschleppung der gefährlichen Krankheit zurückzuführen sein dürften. Aus der Nachbarschaft. &a Lippspringe, 16. Juli.(Einweihung.) Am Dienstag sand hier im Beisein des Herrn Oberpräsidenten aus Münster und des Herrn Regierungspräsidenten aus Minden die feierliche Einweihung des ninder heimo„Fecilienstift“ statt. Das schöne Gebäude, iches für Alencon, 16. Juli. Der Vizepräsident der Deputiertenkammer Etlenne zog sich gestern infolge eines Automovilunfalles einen Rippenbruch zu. Sein Chauffeur Tanger, 16. Jm. Die enemalgen denischen Offiziere von Tschudi und Wolff haben ihre Teilnahme an dem Zuge des Sultans verweigert. Köln, 17. Juli. Im Fernsprech=Baubureau brach heute früh um 2½ Uhr Feuer aus, das durch die rasch alarmierte Feuerwehr an der weiteren Ausdehnung verhindert wurke. Mihrere Zimmer sind ausgebrannt. Bromberg. 17. Juli. Ein großes Feuer wütet in der Schneidemühle der Firma Felix Salomon. Ungeheure Holzvorräte liegen auf der Holzstätte aufgestapelt und bilden ein Feuermeer, dem gegenüber die Feuerwehr machtFrankfurt a. M., 17. Juli. Zu Ehren der mit den amerikanischen Turnern nach Frankfurt gekommenen Amerikartege veranstaltete die Frankfurter Turngemeinde unter äußerst lebhafter Beteiligung gestern abend einen Festkommers. Der Festkommers gestaltete sich zu einer glänzenden Verbrüderungsfeierlichkeit. Paris, 17. Juli. Das plötzliche Bersinken eines Sees in einem Pariser Park erregte unter aus Anlaß des gestrigen Nationalfestes besonders zahreich versammelten Publikum große Sensation. In dem auf den alten Steinbrüchen von Nasoleon III. errichteten Pariser Stadtteil von Belleville versanf Straße ausgerien wurde, schlüisig Material genommen werden könnte. Auf die Fremden macht ergötzlichen Szenen die Straße gleich am Bahnhof aufgerissen, einen schlechten ragende Darbietung Eindruck, und der ganze Verkehr stockt nun schon seit Ich richte an den Magistrat das Ersuchen, die Straße jetzt schleunigst fertig zu stellen.— Stadtbaumeister Schuster die Stadtvv. Korf, Köller, Kettmann. Schmidt dak dem Maaistrat in diesem Falle keine Schuld reiche Unterhaltung bo“. Eine hervor zeitigte auch die kleine Miß Sibyl'a auf dem Drahtseil, die uns mit ihrem schönen Können viel 51 Freude machte. Doch es würde hier zu weit führen, die ganzen Nummern des Programms aufzuzählen, die gestern ubend dem Publikum vorgesetzt wurden, nur möchten wit daß auch der dumme August als Hypnot'seu: können.— Stadtv. Teng Reden nicht aufzuhalten und bittet um Schluß der Stadtv.=Vorsteher Winkelsesser: Es hat sich mehr zum Wort gemeldet.(Allg. Heiterkeit). Es Mehrkosten bewilligt. 13) Fur Herstellung von Straßen werden folgende Gelder bewilligt: für die neue Sachsenstraße 6136 Mark, für die verlängerte Sachsenstraße 5147.00 K, für die Wiesen= und Lortzingstraße 1600 M. Es entsteht eine Debatte darüber, ob es zweckmäßig ist, Straßen, die noch nicht gepflastert werden, mit Bordsteinen zu versehen oder nicht. Stadtv. Urbahn ist gegen die Setzung der Bordsteine, da bei mangelhafter Beleuchtung infolge des hohen stehens der Bordsteine leicht ein Unglück passter — Stadtv. Köller entgegnet dem, daß eine teilweise stellung der Bordsteine nicht möglich sei, und hält das Setzen derselben für zweckmäßig, erwartet aber eine bessere Beleuchtung solcher Straßen.— Stadtv. Kettmann in gleicher Ansicht, ebenso Stadtv. Schmidt.— Stadtb aumeister Schuster erklärt, daß die Bordsteine gar nicht so hoch ständen, und zu Unfällen es nicht kommen würd:. Stadtv. Korf ist nur für Chaussierung der neuen Sachsenstraße zwischen Hermann= und Paulinenstraße und Ailaue einer Gosse, das genüge vollkommen. 14) Eine bessere Reinigung der Meiers= wünscht Stadtv. Meier. Seit dem GauDevatte, friediat und können wir einem jeden empfehlen, sich dies niemand 1—.Nich recht guten Leistungen nicht entgehen zu lassen. verden die!„H. Heiligenkirchen, 17. Juli. Das vom Schützen vereine Heiligenkirchen=Hornoldendoff am 12. Juli veran staltete Preisschießen hutte eine starke Beteiligung auf zuweisen; es wurde um die zum größten Teile sehr guten Preise hart gestritten. Den ersten Preis errang sich Herr Stock=Eichholz, den zweiten Herr Stukenbrok daselbst, den sordsteine, 3. Herr Otto Driyer, Milchverkäufer, Hornoldendorf, den den Vor= 4. F. Hahmeyer, den 5. Herr Bödeker, den 6. Herr Brüning en könnce.l den 7. Herr W. Hilker, den 8. Herr H. Hahmerer, den 9 veise Her=IHerr Vaul Schnatmann, den 10. Herr Heine, den 11. Heri ei„„—###ge, den 13. Herr Lohrmann Am nächsten Sonntag großes Preisschießen au schließt der Himmel als erden Herr Paul Hollmann, den 12. Herr Brodhage, und den 14. Preis Heir Klaus.— den 19. d. Mte., findet wieder zwei Scheiben statt. Hoffentlich dann seine Schleusen.#— * S a l z u s t e n, 1 7. J u l i.( V e r s c h i e d e n e s.) D e m Briefträger Herrn Koch hier wurde von Se. Durchlauch dem Fürsten die medaille zum Leopoldorden verliehen.— Silberne Hochzeit feierten Oekonom Wilhelm Lambrecht und Frau. Herzlichen Glück wurde dieser Tage ein Familie versetzt. Der Mann, das Oberhaupt der erklärt, daß das bereits geschehen, und man den Rödlinghausern sehr entgegen gekommen sei, und die Straße geteert habe sodaß eine Klage über Staub hofsentlich nicht mehr laut werde. 10 Ter Magistrat ersucht um Instimmung au einer Klageerbedung gegen die Verfügung der Fürstlichen Regierung, wonach der Gastwirt Fr. Kanune und die Wwe. Laugenheim zu den Straßentesten der Panlinenstraße nicht herangczogen werden können. Die Klage soll beim Oberverwaltungsgericht aubängig gemacht werden. Stadtv. Oekonomier2t Theopold: Der Klageerhebung müssen wir zustimmen, damit endlich einmal Klarheit geschaffen wird, ob die Aulieger einer Straße zu den Pflasterungskosten herangezogen werden können, wenn die Straße in ihrem unsertigen(chaussierten) Zustande bereits dem Verkehr übergeben war, also als stadtisch: Straße Schülerstraß zu betrachten ist. Die Stadtverordneten genehmigen die bietet jetzt, 1.—— Klageerhebung. labgctragen, einen schönen städtischen wendet sich gegen dielwerden nun auch die Gebbahnen gepftastert und zwar einenener t Kleinpflaster. geholfen. Der Umzug der Kinder, welche bisher in Privat häusern untergebracht waren, soll zum 1. August d. J. folgen. Ein Festessen im Neuen Kurhaus bildete Schluß der Einweihungsfeierlichkeiten.„ * Herford, 16. Juli. Aus Anlaß der Herbstmanöver wird am 9. September unsere Stadt mit Truppen belegt werden und zwar bekommt Quartier das Insanterie=Regiment Nr. 55 1., 2. und 3. Bataillon und Stab), ferner 1 Schwadron des Husaren=Regiments Nr. 8 und 2 Kompagnien des Pionier= Vataillons Nr. 7. Im ganzen werden an jenem Tage- einquartiert 72 Offiziere. 2040 Mann und 162 Pferde. * Nordstemmen, 15. Juli. Das Feuer auf der Aktienzuckerfabrik ist wahrscheinlich durch Fortwerfen eines brennenden Streichholzes entstanden. Die Feuerstätte bildet einen rauchenden Trümmerhausen. Zerstört sind die eigentliche Fabrik mit dem Kessel und Maschinenhause, das Kontor und das Laboratorium. Unbeschädigt geblieben sind dagegen die Trockenschnitzelanlage und der Zuckerraum. Die Fabrik wird wieder neu aufgebaut werden, jedoch wird die Front eine andere Richtung erhalten, da die Eisenbahndirektion schon seit Jahren Anstrengungen gemacht hat, um v. dem Fabrikgrundstück einen eswa 20 Meter breiten Streisen Land zu gewinnen, der zum Ausbau weiterer Anlagen dienen soll. Die umliegend. Zuckerfabriken sind laut Kontrakt verpflichtet, für dieses Jahr die der zerstörten Fabrik zu liefernden Zuckerrüben mit zu verarbeiten. selderstraße— turnfest treibe sich der Drick da noch herum 15) In Rödlinghausen endlich einmai die Steinegwunsch!— In große Aufregung ausgubringen, ersucht der Stadtv. Reitzel. Diesem schließt t.2., Familie versetzt. Der Ma der Stadtv. Kanne an. Stadtbaumeister S ch.A /1:/ Tepzig, war gestern morgen noch nicht vom Schützen jest zurückgekehrt; eifrigst wurde von seiten der Polizei, so auch von den Angehörigen nach dem schmerzlich Vermißten gesucht, jedoch vergebens. Gestern morgen gesellte sich der wackere Schütze wieder zu seiner Familie; auf dem Boden hatte er ein etwas langes Schläschen gehalter.— Die frühere Düngerfadrik om Bahnhof ging in den Besitz der Herren Schormann=Schötmar und Billerdeck=Salzuflen für den Preis von 42 000 Mk. in den Besitz des Zimmermeisters Fritz Günther hler über, der dorthin seinen Fabrikbetrieb verlegen will. Die Grundstücke haben öße von 80 a. 1 Schötmar, eine (u f.) auf der chötmar, 17. Juli. Die Pflasterarbeiten auf der raße sind jetzt sertig gestellt worden. Die Straße t, nachdem der Hügel bei dem Klespeschen Hause Aublick. Hoffentlich 17) Der Maglstrat Vermischte Nachrichten Tragödie des Ehrgefühls. Dienstag abend hat in einem Wiener Gasthause in der Thaliastraße ein Mädchen Lysol getrunken und sich schwer verletzt. Es war die 15jährige Kohlen händlerstochter Gusti R. Vor ihrer Tat richtete sie an ihre Mutter folgenden Abschiedsbrief:„Liebste Mutter! Als ich Montag abend nach Hause kam, gingen mir Deine Worte se zu Herzen, daß ich beschlossen habe, lieber zu sterben, als weite. zu leben. Ich habe es nicht verdient, erniedrigt zu werden. Ich habe Dich ja gebeten, mich nicht so zu kränken, und Du hast es mir nicht geglaubt. Du hast mir sehr unrecht getan mit Deinen Worten. Ich habe die ganze Nacht nicht geschlasen und geweint. Mir ist meine Ehre lieber, als das schnöde Leben! Also lebet alle recht wohl. Liebe Mutter! Verzeihe mir diesen Schritt in den Tod, aber ich kann nicht anders. Ich danke Dir für alles, was Du mir getan, aber ich bitte Dich, weine nicht um mich. Begrabe mich auf dem Ottakringer in der Nähe des Grabes der Verbrannten der Zelluloidfabrik, denn sie haben auch unschuldig sterben müssen.“ Montag abend wurde das Mädchen in Begleitung eines jungen Mannes gesehen. Sie verspätete sich und kam nach Torsperre heim. Ihre Mutter machte würfe und damit hielt sie die Sache für erledigt. Das Mädchen legte am nächsten Tage Sonntagskleider an und entfernte sich mit den Worten, daß es zur Tante gehe. Tatsächlich ging sie zu einem Photographen, bei dem sie sich mit einem Blumen strauß photographieren ließ. Das Bild sollte ein letztes An denken an die Angehörigen sein. Kurz nachher nahm sie das gelang es, die zahlreichen im Teiche befindlichen Goldsischgrößtenteils zu bergen. Teherau, 17. Juli. Die Flüchtlinge, die in der englischen Gesandtschaft Schutz gesucht hatte, verließen diese gestern, nachdem ihnen Wegnadigung zugesagt worden war. Nur einige von ihnen wurden verbannt. Der Schah ließ einen Kostenanschlag für den Wiederaufbau des Gebäudes des Medschles anfertigen, mit dem sofort begonnen werden soll. Wetter=Nachrichten. Detmold, 17. Juli. Wetterbericht der Wetterdienststelle des meteorologischen Observatoriums zu Nachen. Veränderlich, geringe Regenfälle, Temperatur wenig geändert. Loudon: Regenschauer, warm. Hamburg: Gottesdienste in Detmold. Sonntag, den 19. Juli 1908 Reformierte Stadtkirche. Frühkirche 7½ Uhr. Pastor Theopold. Vormittags 9¾ Uhr. Pastor Werdelmann. Lutherische Kirche. Vormittags 10 Uhr. Konsistorialrat Engel. Landkrankenhaus. Vormittags 0 Uhr. Pastor Mever. Herberge zur Heimat. Nachmittags 3½ Uhr. Verein Blaues Kreuz. Versamml. Katholische Kliche. Vormittags 7½ Uhr und 10½ Uhr. Nachmittags 2 Uhr. Eyangelische Gemeinschaft. Exterstraße 8(früher Synagoge.) Sonntag vormittag 10 Uhr. Gottesdienst. Sonntag abend 7 Uhr. Jugend=Verein, Sonntag abend 8½ Uhr. Gottesdienst. Mittwoch abend 8½ Uhr. Bibelstunde. Donnerstag abend 8½ Uhr. Gesangsstunde. Zwangsversteigerung. 9. Mts.. vor„Stadt Detmold“, Schreiben an die Stadtverordneten wollen wir erwähnen, Verkehrsstraße nach der Nachbarstadt Salzuslen geschaffen. An Sonnabend, den 18. mittags 11 Uhr, sollen im Gasthof Wirt Kanne diers., 3 goldene Damenuhrketten, 1 goldenes Armband, 1 goldene Halskette öffentlich meistbietend gegen bar versteigert werden. Detmold, den 16. Jul, 1905. B. Rehm, Gerichtsvollzieher. H ESTEEE Rach Aiteltung den Fürstk, Vergalungsant: in SchstDaunziktoletne die auf weatunng füir seden Hahenerkaneriche WB e een den 16. Jul 1998 Der Magistrat. Klappert. Auf Anordnu auf die in der Bekanntmachung. Fürstlicher Regierung wird mit Rücksicht he von Driburg festgestellten Fälle von Maul= und Klauenseuche der Auftried von Rindvieh auf den hier am 20. Juli stattfindenden Viehmarkt untersagt Rlomberg, den 15. Juli 1999. De., Miagistat I. V.: Wessel. 8 Schlüssel zur Spersamket! * Greene Boperacurwerbathtt Rotalege Prai Fahrräder sind die besten und im Gebrauch billigsten. Man lasse sich nicht durch scheinbar billige Angebote Irreführen, sondern bevorzuge solide und dabei doch preiswerte Pabrikate. Alleinverkauf: Ernst Hartmann, Detmold, Bruchstr. 1. Herrenräder von Mk. 70.—, Damenräder von Mk. 85.— an. Laufdecken von Mk. 2.95 an. Luftschläuche von Mk. 2.80 on. Schützenfest in Heidenoldendorf. Festordnung des 2. Festages: Sonntag, den 19. Juli 1908, „aaz Mlleden Abholen der Bei Barzahlung hoher Rabatt. XXXXXXX Adolt Niehaus 11 Wegen des fortwährend sich steigernden Kundenkreises meiner Wasch= und Plättanstalt, Bleicherei „Schneeweiss“ bitte ich freundlichst, um sauber und pünktlich liefern zu können(xenopierteg xokalttäten das Waschgut in den 5 Uhr früh: Großes Wecken. 1 Uhr mittags: Antreten der Schützen. Schützenkönige und=Königinnen. Großer Festzug.= 5 Uhr: Beginn des Festballes. Gs lohck erochenft en Sonnabend abend 8½ Uhr großer Fackelzug Heidenoldendort. Am Sonntag, den 19. d. Mts., findet in meinen neu Pue Wrewudy srage Größtes Kinderwagen-, Sportwagen-, Verandamöbeln- u. Korbwaren-Spezial-Geschäft am Platze Größte Auswahl. Zekannt billige Preise. Zeparaturen prompt. ersten Wochentagen einzuliefern. Hochachtungsvoll F. Meise, Meierstr. Drucksachen!! Zuchdruckerei Willy Bruder Telephon 10 Detmold Hornschestr. 30 Hauptfestag des diesjährigen Schützenfestes statt. Es ladet dazu freundlichst ein SO1O1O1O1O1S1O10 Am Sonntag, den 19. Juli: Grosses Gartenkonzert in der Sommertrische zur Dörenschlucht — ausgeführt vom Musikverein Lage.— Es ladet freundl. ein H. Hagemann 01010161010 R. Blanke Detmold, Krummestraße 9 Landwitt ssohn, welcher mit arbeitet, sucht Stellung als Verwalter zum 1. Oktober. Selbiger weiß mit landwirtschaftlichen Maschinen umzugehen. 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