Lippische Tages-Zeitung General-Anzeiger für das Fürstentum Eippe Bezugspreih: in Zezmgigg, durch die Vertretungen: 50 Pfg. für, 1 ¼ Jahr 1,50 Mi und 42 Pfg. Bestellgeld, für n. 14 Pfg. Bestellgeld. Anzeigen: aus 15 Pfa., auswärtige 18 Pfg., Reklamezeile 00 Pf. Benlugen gmmeu,„ 2) Lipp Ziegelei=Anzeiger, 8) Landwirtsch. Ratgeber. 4) Wandkalender, 5) Sommer=, 6) Winterfahrplan. eritstüngenP SUDirTarP W•*„"„ 2 Monate 1 Mk. u. 28 Pfg. Bestellg., für 1 Monat 50 Pfg. Lippe 12 Pfg. die Petitzeile, amtliche u Familienanzeigen nezeile 60 Pf. Beilagen(umsonst): 1) Lipp Familienfreund fast allen en, Varenholz, Vertretungen. Rotationsdruck u. Verlag: Willy Beuder. Detmold, Hornschestraße 30, Fernsprecher 10 Vertretungen in: Salzuflen, Lemgo, Lage, Blomberg, Horn, Barntrup, Schwalenberg; ferner in Ortschaften der Aemter Detmold, Schötmar, Oerlinghausen, Lage, Horn, Brate, n. Varenholz, Sternberg: Barntrup, Blomberg, Schieder. Schwalenberg; zusammen Ss e#— Die„Lippische Tages=Zeitung“ erscheint jeden Wo sammen entag. Ne 151. Verantwortlicher Redakteur: Willy Bruder, Detmold. Detmold, Dienstag, den 30. Juni 19o3. Telegramm=Adresse: Tageszeitung, Detmold. 13. Jahrgang. Lippischer Landtag. Sitzung vom Sonnabend, den 27. Juni 1908, " vormittags 10 Uhr. Anwesend 19 Abgeordnete; es sehlen die Abgg. Mül ler, Frevert. Am Regierungstische: Staatsminister Frhr. v. Gevekot, Geh.= Reg.=Rat Ernst, Direktor Dr. Alter von Lindenhaus. Eingänge: Schreiben der freien Buchbinderinnung. Die In nung wünscht ein Verbot des Verkaufs von Lehrmitteln durch die Lehrer. Eingabe der Handelskammer zu der Vorlage der Besteuerung der Gesellschaften usw. Wird in der Er wartung für erledigt erklärt, daß die Regierung eine ihr zugegangene Eingabe desselben Wortlauts berücksich tige. Es folgte die zweite Lesung der Vorlage 66: Heil= und Pflegeanstalt Lindenhaus. Der Voranschlag für 1908=09 schließt wie folgt ab: Einnahme 230 373 M Ausgave 282 300 M Demnach Defizit 52027 A Davon sind abzuziehen 37 400 M als Bau=Extra=Ordinarium, sodaß 14 627 A als voraussichtlicher Verlust übrig bleiben. Abg. Schemmel: Wir haben ja in der vorigen Tagung die Verstaatlichung von Lindenhaus beschlossen. Wir waren einverstanden darüber, daß das Land die Verpflichtung hat, für die Aermsten seiner Armen ausreichend zu sorgen, und wir hatten uns auch überzeugt, daß die Anstalt als Stiftung nicht weiter bestehen kann. Weiter gingen wir von der Ansicht aus, daß es im Interesse der Anstalt, wie in dem der Finanzen des Landes wünschenswert ware, dem Landtage ein Mitbestimmungsrecht zu geben. Als wir die Verstaatlichung aussprachen, haben wir uns gleich nicht verhehlt, daß wir damit erhebliche Opfer auf die Landtasse übernehmen würden. Im Finanzausschuß ist uns nun vorgeführt worden, daß die Verwaltungskosten unserer Anstalt gegenüber andern gleichen Anstalten ver hältnismäßig billig wären, andererseits hat es sich aber auch herausgestellt, daß kein einziger der Kleinstaaten Deutschlands in der Größe wie Lippe eine eigene Anstalt für Geisteskranke hat. Der nächste kleinste Staat ist Olden burg. Daraus folgt, daß wir uns bei unsern kleinen Ver hältnissen und bei der ungünstigen u. ungewissen Finanz lage der größten Sparsamkeit zu befleißigen haben. Au der andern Seite muß natürlich das, was absolut not wendig ist, bewilligt werden. Die erste Anforderung, die von der Verwaltung an uns gestellt wird, ist, daß wir die notwendigen Mittel zur Weiterführung des Betriebs be willigen. Wir haben uns schon damals einverstanden er klärt, daß der Anstalt ein Betriebsfonds in Höhe von 20 000 i überwiesen würde, und so sind denn auch aus den Beständen der Landkasse 20000 M4 überwiesen worden. Die nstalt hatte aber mit 39000 A unbezahlten Rechnungen zu kämpfen, und die 20000. sind sogleich zur Bezahlung der Rechnungen verausgabt worden, von denen uns ja schon ein Mitglied dieses Hauses mitgeteilt hat, daß bisher trotz der höflichsten Briese der Antragsteller eine Bezahlung nicht erfolgt ist. Das muß natürlich aufhören, das geht nicht anders, denn die Anstalt muß die Betriebsmittel haben, um den notwendigsten Anforderungen auch sofort begegnen zu können. Es sind jetzt sofort noch für 195.000 Mark unbezahlte Rechnungen da. Der Voranschlag, au den wir ja noch zurückkommen werden, schließt ab mit 11 000 i Defizit, das in die Erscheinung treten wird, wenn die nötigen Betriebsmittel vorgeschossen sind, am Schlusse des Rechnungsjahres 1908. Wetter sind beantragt für notstrifft bi1D agtf wendige Bauten 42000 M. das betrifft die Durchführung der Kläranlagen, der Abwässer und Wasserversorgung Wenn dies durchgeführt ist, werden wir in Zukunft jährlich 1000 m. die bisher für Wasseranlagen an die Stadt Lemgo zu bezahlen waren, sparen. Vertraglich ist uns von Lemgo zugesichert, daß, wenn wir mit dem Wasser in Verlegenheit kommen, wir unter den alten Bedingungen jederzeit wieder Anschluß an die Lemgoer Wasserleitung bekommen können. Wir hoffen aber, daß die eigene Leitung nicht un den finanziellen Effekt hat, sondern daß wir auch besseres Wasser betommen, wodurch die Maschinenanlagen usw. nicht durch Kesselstein gefährdet werden. Es ist ja dankbar anzuerkennen, daß Lemgo uns den Anschluß gewährt hat und die Stadt hat uns gewiß auch das beste Wasser ge geben, was sie hat, aber wir hossen doch noch besseres zu bekommen. Außer diesem würde dann noch ein Betriebsonds von 20000 M nötig sein, sodaß es sich im ganzen um 82000 M handeln würde, die zurzeit neu zu bewilligen waren, wenn wir die schon hingegebenen 20000 M als à fonds perdu gegeben betrachten. Der Finanzausschuß ist aber der Meinung, daß dies wohl nicht ganz korrekt wäre, sondern es müßten auch die schon gegebenen 20000 M klar und deutlich mit aufgeführt werden. Dann würde es sich handeln um 39 500 für fällige Rechnungen, 42000 M für Bauten und 20000 M als Betriebssonds. Der nächste Landtag hätte dann darüber zu befinden, in welcher Weise das verbleibende Defizit von 11000 A gedeckt werden soll. Der Finanzausschuß empfiehlt also eine Anweisung von insgesamt 100000 M. Der Voranschlag, mit dem wir uns nun erst zu beschäftigen haben, ist uns provisorisch ja schon früher zugegangen, und so weit er jetzt vorliegt, würde er wohl zum ersten Male zu beraten sein. Geh. Reg.=Rat Ernst: Von der Regierung wird es nur freudig begrüßt, wenn der Landtag anerkennt, daß die ungünstige finanzielle Situation beseitigt werden muß. Der Herr Reserent führte aus, daß Lippe der kleinste Staat sei, der eine Irrenanstalt besitze. Das möchte ich dahin ergänzen, daß wir uns schon vor zehn Jahren die Frage vorlegten, ob es denn nicht möglich sei, die Kranken auswärts unterzubringen. Aber wir haben ja auf An ragen überall Absagen bekommen, und jetzt wird die Er haltung ja auch nicht mehr soviel Schwierigkeiten machen In Beziehung auf das Geldbedürfnis kann ich mich nur auf den Reserenten berufen. Es empfiehlt sich, die Summe, die zur Verfügung gestellt werden soll, auf mindestens 100000 M zu bemessen.(Der Regierungsvertreter erläu tert dann die Vorschlagsposten im einzelnen.) Staatsminister v. Gevekot: Ich gehe davon aus, daß das Gros der Personen der Anstalt nicht unter den Begriff der Beamten fällt, die unter das Gesetz von 1898 110 Prozent=Beitrag des Domaniums) kommen. Das Fixum der Beamtengehalte von 1898 wird eben allemal abgezogen von der jeweiligen Gesamtausgabe für die Beamten, und die Differenz ist maßgebend für die Feststellung des Beitrags von 10 Prozent. Die jetzt auszuwerenden neuen Gehälter müssen in das Fixum von 1896 eingezogen werden. Abg. Schemmel: Der Finanzausschuß stellt sich auf denselben Boden, nur mit einer kleinen Abweichung, die aber nicht wesentlich ist. Das ganze Plus der Beamtenhälter wären 2180 m. um den sich möglicherweise das wanze drehen könnte. Es ist hier nicht mehr wie billig, daß das Gehalt, den diese Beamten vor der Verstaatlichung satten, zugerechnet wird dem Fixum des Jahres 1898 und sann beträgt die ganze Differenz, die sich zwischen der Aufassung der Staatsregierung und unserer ergibt, nur 218 A und würde sich, wenn wir einen Mittelweg gingen, auf 148 A ermäßigen. Wir nehmen an, daß das Plus, welches sich zwischen den früheren und jetzigen Gehaltssätzen ergibt unter die Bestimmung des 98er Gesetzes fällt. Staatsminister v. Gevekot: Das Prinzip halte ich aufrecht. Die Summen, mit denen die Beamten auf den Staat übernommen werden, müssen der Summe von 1898 zugerechnet werden, und diese Summe ergibt sich aus dem jetzigen Voranschlag. Im übrigen handelt es sich dabei ja um einen Quark. Treten Sie deshalb einfach meiner Auf fassung bei. Geh. Reg.=Rat Ernst bemerkt, daß die Regierung loyal gehandelt habe, und daß es nicht angebracht sei, jetzt daraus Schwierigkeiten erwachsen zu lassen Abg. Neumann=Hofer: Nach meiner Ansicht fallen die jetzt vorgeschlagenen Gehaltserhöhungen durchaus unter das Gesetz von 1898. Es handelt sich gewiß nur um eine ganz unbedeutende Summe, aber das Prinzip ist doch von einer gewissen Bedeutung. Man kann garnicht wis sen, ob diese prinzipielle Stellung, die wir einnehmen müf sen, noch einmal praktisch werden wird. Staatsminister v. Gevekot: Ich finde es nicht nett, daß mir gewissermaßen aus meinen Worten von früher ein Strick gedreht wird. Der Voranschlag vom März war nur provisorisch und hatte keine Bedeutung, wir haben es erst jetzt mit einem ordentlichen Voranschlage zu tun. Ich gehe von meinem Standpunkte nicht ab. Der Minister weist weiter auf die üblen Folgen hin, die sich aus der Stellung des Landtages ergeben könnten. Aba. Neumann=Hofer: Auch die Regierung hat die Aufgabe, üble Folgen zu verhindern, und ich sehe gar nicht ein, weshalb der Landtag nachgeben soll. Staatsminister v. Gevekot: Die Staatsregierung ist in dieser Sache bisher immer nachgiebig gewesen, aber jetzt habe ich schon im Ausschusse gesagt, daß die Grenze erreicht wäre. Das wurde zwar im Anfange nicht geglaubt aber es war im Ernste so gemeint, es ist in der Tat so Ich habe ja schon gesagt, daß ich die Folgen bedauern würde, die eintreten müßten, wenn mit eiserner Konse quenz hier das Prinzip durchgeführt würde. Und ich meine, besonders wenn— wie ich fast glaube— es in kurzer Zeit zur Aufhebung des Gesetzes von 1898 kommen wird, daß es jetzt nicht an der Zeit sei, bei dieser Angelegenheit den offenbaren Konflikt mit den Haaren herbeizuziehen. Und das Prinzip, das vom Landtage jetzt anerkannt werden soll, kann gar keine weitere. Folgen haben, weil es sich wohl nur um diesen einen Fall überhaupt handeln wird. Abg. Meier Jobst schlägt aus praktischen Gründen und um keinen Konflikt herbeizuführen, vor, der Auffas sung der Regierung beizutreten. Abg. Neumann=Hofer: Gerade in dieser Frage hat der Landtag ein außerordentliches Entgegenkommen bewiesen. Denn wir könnten uns z. B. auf den Stand punkt stellen,, daß die ganzen Pfleger als Beamte anzusehen sind. Wenn wir das nicht tun, so ist es doch ein außerordentliches Entgegenkommen. Staatsminister von Gevekot bestreitet, daß vom Landtage ein außerordentliches Entgegenkommen bewie sen sei.„„ Abg. Schemmel schlägt vor, die Sitzung für kurze Zeit zu unterbrechen, um eine Verständigung anzubahnen. Abg. Schmuck: Der erste Voranschlag ist im März provisorisch genehmigt. Es wäre bei den jetzt zutage getretenen Schwierigkeiten vielleicht zweckmäßig, wenn die Gehälter der Anstaltsbeamten wieder auf die Beträge re duziert würden, die im provisorischen Etat angenommen wurden. Dann wären wir allen Zweifeln enthoben. Abg. Hoffmann: Ich fasse die Sache so auf, daß der provisorische Voranschlag lediglich zur Insormation ge dient hat, daß also von einer Genehmigung des proviso rischen Voranschlags nicht die Rede sein kann. Die Streit rage dreht sich also für mich nicht darum, ob die Differenz als Grundlage dienen soll für die Beiträge des Domaniums, sondern nur darum: Soll der jetzt vorliegende Voranschlag genehmigt werden oder nicht. Dann ist eben dieser Voranschlag das, wovon wir ausgehen müssen Wenn ich eine Enttäuschung aussprechen müßte, so könnte sie nur darin liegen, daß zwischen dem provisorischen Voranschlage und diesem überhaupt eine Differenz besteht. Ich möchte bitten, daß wir uns darüber nicht die Köpfe zerreiben, sondern einfach dem Standpunkte des Ministers beitreten. Der Oeffentlichkeit gegenüber können wir es auch wohl tun. Jedenfalls werden wir für ein Jahr schon die Differenz herausbekommen, wenn wir jetzt die Debatte abkürzen und damit dem Lande die Diäten sparen. Der Landtag setzt die Beratung auf kurze Zeit aus, um eine Verständigung anzubahnen. Nach einer Viertelstunde wird die Sitzung wieder erAbg. Schemmel: Ich kann den Rechtsstandpunkt nicht verlassen, daß als Firsumme das festzulegen wäre, was die Beamten bezogen haben, als die Verstaatlichung noch nicht ausgesprochen war. Die Sache ist aber bei Licht besehen, zu minimal, um es hier zu einem dauernden Konflikte kommen zu lassen, und ich erkläre deshalb namens des Landtages, daß wir bereit sind. das als Fixum festzulegen, was jetzt im Voranschlage genehmigt wird. Ich mache aber ausdrücklich darauf aufmerksam, daß das als ein Nachgeben unsererseits betrachtet werden möge. Abg. Meier Jobst bittet um protokollarische Fest 9 Neumann=Hofer: Ich füge mich der Mehrheit. Was mir das leicht macht, ist die Rücksicht darauf, daß die Mehrausgaben, die der jetzige Voranschlag mit sich bringt, zum größten Teile bereits vor dem 1. April not wendig gewesen sind Der Landtag geht danach an die Frage, wie Geldbedarf der Anstalt u befriedigen sei. Die Regierung hat die Erhöhung der Verpflegungsbeiträge vorgeschlagen, und zwar sollen gezahlt werden:„„„ 1. Für die von einem lippischen Armenverbande überwiesenen, bezw. auf Kosten eines lippischen Armenverbandes verpflegten Kranken 1,40 M. Für lippische Selbstzahler und die auf Kosten anderer lippischer Verbände bezw. Kassen untergebrachten Kranken 1.50 MA. Für sonstige Kranke 2,00 M. Abg. Schemmel: Wir haben eingehend und lange Finanzausschusse darüber gesprochen. Aus den Mitteilungen, die uns geworden sind, ist zu entnehmen, mit den bisherigen Verpflegungssätzen die Selbstkosten der Anstalt nicht gedeckt werden. In andern Anstalten sind ———— nun über2. 3. im nun In der Einzelberatung des Hauptvoranschlags wird danach fortgefahren. Wir führen einige Posten hier an. Arzneien und ärztliche Erfordernisse 6 570 M Ausgabe Bau 46 900 M„ Abg. Schemmel: Es handelt sich hier um die Kläranlagen und um eine Bretterumzäunung. Der Bau des Festsaales ist zurückgestellt worden. Beköstigung 100 922,— 24 Ausgabe Verpflegungsbeiträge 198 103,75 A Einnahme Der Voranschlag für das Koloniegut Entrup schließt wie folgt ab: Einnahme 56 591,25+ Ausgabe 53083.—M Gewinn 3 558,25 4 Abg. Schemmel bemerkt zu der Position„Bau 4500 Mark".(Voranschlag der Kolonie Entrup), daß diese Summe für den Bau einer Feldscheune bestimmt sei. Es sei im Ausschusse mitgeteilt worden, daß weitere Aufwen dungen für die Anstalt— abgesehen von dem vorläufig zurückgestellten Bau einer Festhalle— dann für absehbare Zeit nicht nötig sein würden. Der Voranschlag wird auch gleich in dritter Le sung angenommen. allerdings die Sätze höher. Anfänglich war haupt keine Meinung dafür, für die von den Armenkassen unterhaltenen Kranken die Beiträge zu erhöhen. Dafür spricht ja vor allen Dingen, daß die Lasten, die den Armenverbänden auferlegt werden, nicht gleichmäßig sind. Die Kranken rekrutieren sich völlig ungleichmäßig aus den einzelnen Teilen des Landes, und die Zahlkraft der Armenverwaltungen ist ganz verschieden. Wir sind schließlich aber auf den Ausweg gekommen, daß wir die Anstalt dies nicht entgelten lassen, daß wir aber auch die Armenverbände nicht weiter belasten, sondern für sie den bisherigen Verpflegungssatz von 1.20 A bestehen lassen wollen und die Differenz für jeden einmaligen Verpflegungssatz auf die Landkasse übernehmen. Wir kommen dann an die lippischen Selbstzahler und an die Kranken, die auf Kosten anderer lipptscher Verbände oder Kassen verpflegt werden. Da ergibt sich die Tatsache, daß es Selbstzahler gibt, eigentlich noch viel schlimmer daran sind, als die auf seosten der Armenkassen verpflegten, weil die Armenkasse nicht für sie eintritt, solange noch ein Ständer ihnen gehört. Wir haben uns also nicht entschließen können, für die Selbstzahler einen einheitlichen Satz von 1,50 M festzulegen Nun sind aber die Vermögensverhältnisse dieser Leute ganz verschieden. Es ist uns mitgeteilt, daß verhältnismäßig reiche Kranke in der dritten Klasse untergebracht sind, und o schlagen wir Ihnen vor, daß hier der Regierung ein Spielraum gegeben werden möge von 1.25 A bis 2.— M. Darüber hinaus soll der Regierung das Recht gegeben werden, wenn besonders wohlhabende Leute in der dritten Klasse verpflegt werden sollen, zu entscheiden: Nein, Ihr gehört nicht in die dritte Klasse, ihr müßt in die zweite, Der Regierung eine derartige Vollmacht zu geben, ist je umso unbedenklicher, als die Angehörigen nicht verpflichtet ind, ihre Kranken in die Landesanstalt zu bringen, sondern es ihnen unbenommen bleibt, auswärts Unterkunft zu suchen. Wie von zuständiger Seite mitgeteilt worden st, wird aber so leicht nicht die Befürchtung entstehen, daß deshalb Kranke abgehen werden, denn sie würden in auswärtigen Anstalten wohl schwerlich billigere Unterkunft Geh. Reg.=Rat Ernst bemerkt noch ergänzend, daß auch für die zweite Klasse der Regierung die Ermächtigung erteilt werden solle, eventuell Kranke in die erste Klasse zu verweisen.— Die Vorschläge des Finanzausschusses sint a gegenüber der Vorlage eine Verbesserung, soweit es sich um die Selbstzahler handelt. Aber in Beziehung auf die Armenverbände bittet ich an der Regierungsvorlage festuhalten, denn die alten Sätze sind eben viel zu niedrig. Benn jetzt die Mehrkosten von 20 4 auf die Landkasse 1— 1. EhILII Dret. übernommen werden, so ist das ein durch nichts ger Albumblätter. Ein jedes Band, das noch so leise Die Geister aneinanderreiht, Wirtk fökt auf seine stille Weise Durch unberechenbare Zeit. Platen. Der Türkisenring. Erzählung von P. Redlich. (Nachdruck verboten.) 23 Vorsichtig guckten die Burschen um die Scheunenecke.„Sie kommen!" tuschelten sie, steckten trotzig die Hande in die Taschen und stellten sich in dickem Knäuel auf. D gehunte Völkchen der Brautjungsern kam suchend unter Lachen und Scherzen näher. Sie suchten nur scheinbar, denn sie wußten es natürlich längst, wo die Schar der jungen Leute sich versteckt hatte, aus der sich nun eine jede den aussuchen wollte, der heute bei der Tafel und bei der Tafel und beim Tanz ihr Ritter sein mußte. Nun, das war eine vergnügliche Aufgabe Schmunzelnd ließen die Burschen die Wahl über sich ergehen, denn es geschah nur selten, daß nicht die Rechte kam. Etwas abseits stand Elisabeth und sah verwirrt und rat los auf die Paare, die sich schon zu langer Reihe ordneten. Sie war es gewohnt, an Ludwigs Seite eine der ersten zu sein und sah nun mit wachsender Angst, wie sie als Uebriggebliebene be schämt würde zurückbleiben müssen,— denn Ludwig war nicht gekommen. Sie wurde weiß wie die Spitzen an ihrem Halse, aber sie richtete sich hoch und stolz auf, denn man wurde schon aufmerksam auf sie und begann zu tuscheln. Da drängte sich Ernst Seehaus an sie heran.„Nimm mich. Lisbeth." flüsterte er,„Ludwig kommt nicht.“ Sie legte die leise zitternden Finger auf seinen Arm und sah in stummer Frage zu ihm auf. Sein gutmütiges, etwas sommersprossiges Gesicht wurde brennend rot unter ihrem Blick, während er verlegen geradeaus und an ihr vorbeisah. Er hätte gern etwas zusammen. gelogen, was sie getröstet hätte, aber es fiel ihm nichts ein Endlich sagte er so obenhin:„Die Großmanns ließen ihn nicht fort, verstehst du. Einen Sohn haben sie ja nicht, der schon helfen könnte— und einer muß doch Ordnung halten und Bier einschenken und so.“ Sie sah ihn etwas ungläubig an, aber doch so sehr gewillt, sich trösten zu lassen!“" „Läßt er mir das sagen, Ernst? Nicht wahr, Du sollst sein Stellvertreter?“ „Stellvertreter? Na, was Besseres könnt ich mir nicht wünschen, als das ich an seine Stelle käme! Da hättest Du einen, der durch dick und durch dünn mit Dir ginge— je döller je besser. Da solltest Du mal sehen, wie ich mich für Dich herumschlagen würde. Na, das weißt Du ja— denn wie es war und es ist, so bleibt's.“ Freundlich sah sie zu ihm auf. Ach ja, das wußte sie, er hatte sie ja von Kindesbeinen an lieb gehabt, schon in jener Zeit, wo sie auf dem Anger hinter dem Dorfe die gelben Gösselchen hüteten und dabei einander den Katechismus ab hörten, oder auch wohl Räuber und Prinzessin spielten. Bitterweh hatte es ihr schon oft getan, daß sie die Treue des guten Menschen nicht besser lohnen konnte. Dankbar und wehmütig sah sie ihn an— und so sprechend war der Blick ihrer klugen Augen, daß er darauf antwortete, wie auf Worte. „Ja, ja,“ nickte er,„Du weißt, wie es steht— aber das kann Dir nichts helfen— und mir kann's auch nichts helfen.“ „Aber,“ fügte er treuherzig hinzu,„vielleicht kannst Du mal jemanden brauchen, der'n paar tüchtige Bauernsäuste hat — ich wüßte verschiedene, denen ich sie gerne mal ein bißchen auf dem Buckel tanzen ließe. Sie zogen nun unter den mächtigen Ehrenpforten auf den Hof des Hochzeitshauses und traten in das große Zelt, das in der Mitte aufgeschlagen war. Hier sowohl wie in der Scheune sollte an langen, schmalen Tafeln die Jugend speisen, während für das Brautvaar, die älteren Leute und Honoratioren drinnen im Hause gedeckt war. In mächtigen Schüsseln wurde das einfache, aber sehr gut gekochte Essen aufgetragen, in derselben Art und Reihenfolge, wie es von alter Zeit her bei Hochseiten in Doblin üblich gewesen war. Nach der kräftigen Brühsuppe mit den sehr wohl schmeckenden Rosinenklößchen, wie sie in dieser Vollkommenheit nur eine eingeübte Bauernköchin zu bereiten verstand, kamen die Schüsseln mit dem in Sahne gekochten Reiobrei, Pflaumen Meerrettich Hühner= und Rindfleisch. Braten jeder Art mit schönem Sellerie= und Krautsalat Die Fröhlichkeit bei Tische war keine lärmende, wie Unter haltung nicht besonders lebhaft; auch ließ die kräftige, in nächster Näher blasende und geigende Musikantenschar nicht viel davon aufkommen. Elisabeth mußte sich Gewalt antun, um ihre Blicke vom Eingang des Zeltes abzuwenden. Schon mehrmals hatte sie Ludwig mit gefüllten oder leeren Bierkannen über den Hof gehen sehen— wann endlich würde er kommen, sie zu begrüßen? Die Mahlzeit war schon fast zu Ende: allmählich begannen die Teller herumzuklappern, auf die man das Geld für die Musikanten legte, sowie die Salznäpschen, die für das Trinkgeld der Kochfrauen bestimmt waren. Große Blechkuchen erschienen zum Nachtisch, von denen sich jeder nach Belieben kleine oder große Stücke abschnitt und dick mit Butter bestrich Der Rest sollte dann nachher zerschnitten und verteilt werden, damit die Gäste ihn in Tücher gebunden mit nach Hause nahmen. Elisabeth aß nur wnige Bröckchen. Eine Eiseskälte durchzitterte sie bis in die Fingerspitzen hinein. Sie fühlte mehr als sie es sah, daß Ludwig— ein volds Seidel in der Hand — hereingekommen war. Fröhlicher Jubel begrüßte ihn. „He. Ludwig. kumm her— sett die to mi!“ „Nä— to mil., So schwirrte es durcheinander. Ernst Seehaus war in die Höhe geschnellt und winkte mit seinem Glase „Hierher kümmste!", rief er mit donnernder Stimme. „Sallst mit mi anstöten! Hierher kümmste!“ Ludwig Slüter kam endlich näher, hier und da einem Mächen zunickend, auch Elisebath— wie jeder anderen. Blaß und elend sah er aus, als hätte er eine Krankheit überstanden mit Schatten unter den Augen und unruhig flackerndem Blick Ernst Seehaus stand ihm gegenüber und hob sein Glas Fast drohend sah er aus. „Die Schönste und die Liebste soll leben!“ rief er laut „Und bei Namen sollst Du sie nennen!“ Ludwig wurde flammrot. Dann lachte er.„Die wird wohl bei jedem anders heißen— und jeder wird es für sich behalten, we sie heißt,“ sagte er, stieß an des andern Glas und trank. Er wandte sich zum. Gehen, da sah er Elisabeths traurige Augen in rührender. hilfloser Ratlosigkeit aus dem weißen Ge sicht zu ihm aufleuchten— und plötzlich beugte er sich zu ihr fertigtes Geschenk an die Armenverbände. Wenn gegen die bisherige Verwaltung von Lindenhaus überhaupt ein Vorwurf erhoben werden soll, so kann er nur darin bestehen, daß zu spät an die Erhöhung herangegangen worn sei. Die Unterstützungsverbände, so besonders die Krankenkassen, sind ja im übrigen zum Teil so wohlhabend, daß die vorgeschlagene Maßregel nicht gerechtfertigt ist. Abg. Windmeier: Die Krankenkassen sind in keiner günstigen Lage, zumal da die Ortsarmenverbände ihnen ont und gern Lasten zuschieben. Deshalb ist es nicht richtig, daß diese andern Verbände benachteiligt werden. Wie für den Ortsarmenverband, so muß auch für die Krankenkassen ein fester Satz angenommen werden. Abg. Zeiß: In Preußen ist der Pflegesatz für Krankenanstalten fast doppelt so hoch wie in den Heilanstalten, und so ist der Satz der Anstalt Lindenhaus von 1,40 M wohl nicht zu hoch. Grundsätzlich bin ich nicht gegen eine Erhöhung auf diesen Satz. 1164# Abg. Schemmel: Der Finanzausschuß konnte sich nicht dazu entschließen, entgegen der preußischen Maxime den Armenverbänden das Plus aufjuerlegen. Wenn das geschehen soll; so müßte wohl zunächst eine genauere Untersuchung aller Verhältnisse stattfinden. Ich halte es auch nieder, riß das Glas aus Krer zitternden Hand und trank es bis auf den letzten Tropfen aus. In weitem Schwunge warf er es auf die Dielen, daß es zerschellte, und stürzte hinaus. Nanu, nanu!“ rief es hinter ihm her.„Der hät woll all eenen to vö1!“ Elisabeth wußte kaum noch, was um sie herum vorging, wie das Stimmengewirr allmählich verstummte, während man damit beschäftigt war, Messer, Gabeln und Löffeln, die jeder sich selbst mitgebracht hatte, wieder einzupacken; wie dann die Gesichter feierlich wurden und die Musiken das Schluß= und Danklied anstimmten. Voller Lust und Kraft erklang es aus allen Kehlen: „Nun danket alle Gott Mit Herzen, Mund und Händen.. Alle drei Verse wurden gesungen— und man merkte es dem volltönenden, frischen Gesange an, daß es Worte u. Töne waren, die den Singenden von Kindesbeinen an so manche fröhliche Feier begleitet hatten. Man erhob sich nun und ging draußen ein wenig umher, während die Tische herausgeräumt wurden, damit man Platz zum Tanzen bekam. Viele der jungen Mädchen gingen nach Hause, um den seidenen Anzug mit einem Waschkleide zu vertauschen, das für den Staub des Tanzvergnügens besser geeignet war. Elisabeth sah ihren jungen Freund angstvoll bittend an. „Sage mir, was es zu bedeuten hat,“ flüsterte sie.„Du weißt es.“ „I wo, was soll ich denn wissen?“ sagte er.„Was wird es denn sein? Irgend ein dämlicher Schnack!“ Sie seufzte tief auf. Irgend eine Klatscherei, ersunden vielleicht, um sie und Ludwig auseinanderzubringen— ja, so würde es sein. Und es mußte ja dann alles wieder gur werden, mußte sich ja alles aufklären. (Fortsetzung folgt.) Ecke. Schlecht zu machen. Kindermann:„Der zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilte Räuber Rauhbein bittet um Strafmilderung!“— Serenissimuo:„Neh 18.— Kexl sollu Hälfte seiner Strafe erlassen werden!"(Münch. Hum. Bl.) In Sachsen.„Kellner, geben Sie mir ein Omelette!— Währt's lang?“—„Nee,'s werd rund!"„(Lust. Welt.) für bedentlich, wenn der Armenverband mehr bezahlen muß, als der niedrigst gestellte Selbstzahler. Dann wäre eine Vertuschung leicht möglich. Was der Herr Regierungsvertreter über die wohlsituierten Krankenlassen usw. aus geserochen bat. das wäre wor besser unausgesprochen ge blieben, denn es trifft durchaus nicht zu. Einer Abweichung von den Vorschlägen des Finanzausschusses konn ich vorläufig nicht zustimmen. Abg. Schmuck: Ich halte es auch für richtig, daß d': 20 L mehr, die von den Ortsarmenverbäuden geiragen werden sollten, auf die Landkasse übernommen wecden. Nicht einverstanden bin ich damit, daß der Regierungs rertreter spricht ven gutsituierten Krankenlassen. Da dar der Megierung unter keinen Umständen die Freiheit gegeben werden, die Sätze zu bestimmen. Die Krankenkassen sind im Gegenteil sehr schlecht gestellt, wahrsch inlich wird schon in diesem Jalfre keine Kasse sein, die nicht mit Deftzit abschließt. Wir haben sie ja auch erst vor kurzem durch die neue Taxordnung für Aerzte belastet. Abg. Lindrum: Mein früher geäußertes Bedenken, daß durch Erhöhungen Abgange von Kranken stattfinden könnten, ist beseitigt, denn andere Anstalten nehmen zu so billigen Sätzen niemand auf. Im übrigen kann ich also dafür stimmen, daß für Selbstzahler bis zu 2 A gesetzt wird. Geh Reg.=Rat Ernst: Meine Herren, die Worte über die gutsituierten Krankenkassen hätte ich gern wieder. (Große isterkett.) Ich sehe ein, daß ich mich da geirrt habe, es handelte sich um eine Vergaloppade. Im übrigen bitte ich Sie dringend, die Landkasse zugunsten der Ortsarmenverbände nicht zu belasten. Die Abstimmung über die einzelnen Sätze ergib: dann die Annahme der Kommissionsanträge. Danach sind in Zukunft zu bezahlen: Für die von einem lippischen Armenverbande überwiesenen bezw. auf Kosten eenes lippischen Armenverbandes verpflegten Kranken 1,40 A. Die Verbände brauchen davon aber nur 1,20 A zu bezahlen, den Rest von 20 J bezahlt die Landkasse. * F ü r d i e l i p p. S e l b s t z a h l e r u n d d i e a u f K o s t e n anderer lippischer Verbände bezw. Kassen untergebrachten Kranken 1.25 A bis 2.— A. Die Kassen haben den festen Betrag von 1,50 A zu bezahlen. Für sonstige Kranke 2.— A. Weiter wird bestimmt: Die Jahrespension in der zweiten Verpflegungsklasse wird von 1000 ans 1200 M. die der ersten Klasse von 2000 auf 2400 M erhöht, und gleichzeitig die Regierung ermächtigt, in Ausnahmefällen diese Jahrespension bis auf 800 M bezw. 2000 A herabzusetzen. Geh. Reg.=Rat Ernst: Es darf dann wohl angenommen werden, daß die Erhöhungen im übrigen vom 1. Ok tober dieses Jahres ab erfolgen sollen. Für Neuaufzunehmende muß natürlich schon der neue Satz angerechnet werden. Abg. Schemmel: Es wird sich nun noch um die Frage handeln, welche Gelder wir der Anstalt zur Verfügung stellen wollen, die die in diesem Jahre also nötig hat. Das sind 19 500 M Rest für unbezahlte Rechnungen, 42000 A für Bauten und das Deftzit. Im ganzen sind also rund 100000 M ersorderlich. Namens des Finanz= ausschusses stelle ich also den Antrag, für die Anstalt Lindenhaus eine Anleihe bis zu 100 000 M aufzunehmen. Der Landtag' sümmt diesem Antrage ohne weitere Debatte zu. Darauf wird die Erhöhung der Pflegesätze und die Aufnahme der Anleihe auch in dritter Lesung, und zwar en bloc, beschlossen. Die Vorlagen werden dann im ganzen einstimmig angenommen. Der Abg. und Landwirt Meier Jobst wird auf rei Jahre zum landwirtschaftlichen Sachverständigen der Instalt gewählt. Nächste Sitzung: Donnerstag vormittag 10 Uhr. Tagesordnung: u. a. dritte Lesung des Volksschul0 Herr Abg. Schemmel ersucht uns, seine Ausführung zu der Vorlage über die Vereinigung der LandesKreditanstalten an der betrefsenden Stelle dahin zu ergänzen, daß er den früheren Mangel des erweiterten Geschäftskreises bedauert habe. Dieser Mangel aber sei bislang leicht zu erklären gewesen durch das Fehlen der notwendigen Einrichtungen. Die Beamten Eöune da keine Schuld treffen. Fürst Eulenburg vor dem Berlin, 29. Juni. Am heutigen Montag stand Fürst Eulenburg vor den Geschwotenen. In dem großen Schwurgerichtssaal d. alten Kriminalgerichts, gegenüber dem kleinen Saal, in dem sich die wechselvollen Prozesse des Grafen Moltke gegen Maxtmilian Harden abgespielt haben, wird gegen den Fürsten Philipp zu Eulenburg und Hertefeld, Giafen von Sandels, über die schwere Anklage wegen Meineids und Verleitung zum Meineide verhandelt. Im kleinen Schwurgerichtssaal, jenseits des buntbemalten Vestibüls hat Fürst Eulenburg in der geheimen Verhandlung des Moltke Prozesses jene Aeußerungen getan, die jetzt auf der anderen Sette des hohen Treppenhauses die Geschworenen beschäftigen werden. Ebenso wie damals die Verhandlungen vor der vierten Strafkammer dürfte auch jetzt der Prozeß vor dem Schwurgericht des Landgerichts I, wie ziemlich sicher verlautet, fast ganz unter Ausschluß der Oeffentlichkeit geführt werden. Die Entwickelungsgeschichte dieses Prozesses ist allgemein bekannt: er ist eine indirekte Folge des Prozesses Moltke=Harden und eine direkte Folge der Beleidigungsklage, die Harden gegen den Redakteur der„Neuen Freien Volkszeitung“ in München, Anton Staedele, ange strengt hatte. Dieser am 21. April vor dem Münchener Schöffengericht verhandelte Prozeß zeitigte die sensationellen, den Fürsten Eulenburg schwer kompromittierenden Aussagen des Milchhändlers Georg Niedel u. des Fischers Jacob Ernst, die bald darauf zur Verhaftung des Fürsten unter dem Verdacht des Meineides führten. Die beiden Zeugen sind, wie gemeldet, dem Fürsten Eulenburg auf Schloß Liebenburg gegenübergestellt worden und haben dort ihre belastenden Aussagen in vollem Umfange aufrecht erhalten Fürst zu Eulenburg ist, wie erinnerlich sein wird, schon in dem Prozeß Bülow=Brand am 6. November v. J. vor der Strafkammer des Landgerichts II unter dem Vorsitze des Land gerichtsdirektors Pusch als Zeuge erschienen und hat dort die Gelegenheit benutzt, „ einen Reinigungseid zu leisten. Er beetdete dabei folgende Erklärung: „Ich erkläre hiermit auf das bestimmteste, daß ich mir in meinem Leben nie strafbare Handlungen in bezug auf§ 175 habe zu Schulden kommen lassen. Was das übrige betrifft in bezug auf die Auführungen, die wir gehört haben #on Dr. Hirschfeld, so lasse ich mich darauf nicht ein. Denn Ulle die feinen Nuancen, die er konstruiert hat, um sein System zu vertreten. kommen doch schließlich darauf hinaus, daß sich schließlich kein Mensch mehr sicher fühlt, als Homosexueller an gesehen zu werden. Ich bin in meiner Jugend ein enthust astischer Freund gewesen und bin stolz darauf, daß ich gute Freunde gehabt habe. Wenn ich aber gewußt hätte, daß nach 25. 30 Jahren ein Mann auftritt, der in dieser Weise ein Sy stem entwickelt, wonach in jeder Freundschaft Schmutz liegt, dann hätte ich es wahrhaftig aufgegeben, Freunde zu suchen. Das beste, was wir Deutschen haben ist die Freundschaft, und treue Freundschaft hat immer in Ansehen gestanden. Ia habe Briefe geschrieben, die überschwellen in freundschaftlichen Empfindungen und ich mache mir absolut keinen Vorwurf daraus, denn wir kennen doch d. Briefe unserer großen Heroen wie Göthe ufw., die überschwänglich geschrieben sind. Ich habe solche Briefe wohl auch geschrieben, etwas Böses, Schlechtes Schmutziges hat doch aber nicht darin gelegen“ Diese Erklärung des Fürsten unter seinem Zeugeneide erregte damals weitgehendes Aufsehen und machte tiesen Ein druck. Dann kam der zweite Prozeß Moltke Harden vor der vierten Strafkammer des Landgerichts I. Auch hier erschien Fürst Eulenburg als Zeuge und bekundete ebenfalls unter sei nem Eide, daß er sich niemals im Sinne des§ 175 vergangen hade.— Justizeat Bernstein soll ihn darauf gefragt haben, ob ihm bekannt sel, daß der§ 175 eine besümmte enge Grenze habe. Ale Fürst Eulenburg dies bejahte. soll ihn der Verteidiger gefragt haden, od er auch niemals straflose homosexuelle Handlungen getrieben habe, und er soll dabei auf bestimmte Fälle hingewiesen haben. Fürst Eulen burgs Antwort soll darauf gelautet haben:„Ich habe niemals Schmutzereien betrieben!" Der Verteidiger wünschte dann aber aus seine prasise Frage eine präzise Antwort, und darauf antwortete Fürst Eulenvura: Halten Sie das nicht für Schmutzereien? Justizrat Bernstein erklärte darauf, er fasse diese Antwort als eine Verneinung der Frage auf. Diese eidliche Bekundung soll eine wissentlich falsche sein, da nach den Münchener Aussagen der Zeugen Niedel und Ernst der Fürst Eulenburg in den Jahren 1882 und 1883, als er noch Legationsrat bei der preußischen Gesandtschaft in München war, mit ihnen in einem homoseruellen Verkehr gestanden haben soll. Die versuchte Verleitung zum Meineide soll darin bestehen, daß der Fürst nach seiner Vernehmung vor entschuldigt hat und Prosessor Attest eingereicht hat. Der Vorsitzende macht die Zeugen eindringlich auf Hermann Kaulbach, der ein der Schluß uepogen werden, der Fürst hai dies und nicht in Abrebe gestellt, also ist es erwiesen. Aber Lchluß wäre falsch. Lassen Sie mit die Die Ie UFEK Uotiyiu, Uuf Sir 1—...———— Heiligkeit des Eides aufmerksam. Weder Croll und Haß, noch spiel anführen: In ein Liebe, Tankbarkeit und Anhänglichkeit zu dem Fürsten Eulen= burg dürsten die Zeugen verleiten, von der Wahrheit abzu=l* gehen. Auch die Scham über frühere Vergehen oarf die Zeugen nicht veranlassen, irgend etwas zu ver zweigen. Wir Nichter sind auch Menschen. Wir ziehen den Menschen nicht aus, weinn wir die Robe anziehen. Der Vorsin nde ermahnt mich dafür nur ein iner angesehenen Zeitung hat gero cer Opernsänger X. verhaftet zum Schluß * noch besonders den aus dem Gesähgnis vorgeführten Zeugen Brand zur Heilighaltung des El####. Er macht ferner die Fürstin Eulenburg und die Söhne des Fürsten darauf aufmerksam, daß sie ihr Zeugnks verweigern dürfen. Vor Eintritt in die materielle Verhandlung richtet der Vorsitzende, Landgerichtsdirektor Kanzow, an die Geschworenen folgende Worte:„Meine Herren! Unanfecht der vierten Strafkammer an den Zeugen Ernst, der die Stelle bar ist der Richter. Er steht auf dem Felsen seiner Ueber seueines Kastellans der Villa Eulenburg am Starberger Seegung, und ihr hat er zu folgen ohne Ansehen der Person und verwaltet, einen Brief geschrieben hat in dem eine Beein flussung des Zeugen erblickt wird.— Der so schwer Fürst befindet sich noch immer in der Charitee in Haft. Er viel gesprochen, geschrieben und gedruckt worden, manches zuhat bis jetzt beharrlich bestritten, seinetgunsten, manches zuungunsten des Herrn Angeklagten. Sie i des Standes. Sie haben sich ihre Ueberzeugung zu bilden aus belastete! dem Inbegriff der Verhandlung. Ueber diese Anklagesache ist Eidespflicht verletzt zu haben Fürst Eulenburg ist am 12. Februar 1847 in i. Pr. geboren und evangelischer Konfession. Nach Absolvierung des Gymnasiums in Königsberg trat er in das Regiment Garde du Corps in Potsdam ein und wurde bald Leutnant. Als Leutnant hat er den deutsch=französischen Krieg mitgemacht. Nach dessen Beendigung hat er eine Orientreise unternommen und von 1872 bis 1875 in Leipzig und Straßburg Jura und Kameralia studiert.. Im Jahre 1877 ist er in den diplomatischen Dienst eingetreten, zwei Jahre später wurde er Botschaftssekretär bei der deutschen Botschaft in Parie. wieder müssen alles Derartige auslöschen und die Bilder der Ver Königsberge handlung auf sich wirken lassen, von Anfang bis zu Ende. Wenn ich, meine Herren Geschworenen, einen Punkt nicht klargestellt haben sollte, was ja einmal vorkommen kann, dann bitte ich, mich durch Gebrauch Ihres Fragerechts zu unterstützen. Es soll hier alles bis ins kleinste aufgeklärt werden. Machen Sie also von diesem Fragerechte Gebrauch. Dieses bezieht sich aber nur auf Fragen, die an Zeugen und Sachverständige zu richten sind. Fragen an den Angeklagten zu richten, habe, nur ich das Recht, und ich werde dieses Recht wahren. Herr Angeklagter, ich gestatte Ihnen, während der zwei Jahre später war er Legationsrat bei der preußischen Verhandlung sitzen zu bleiben. Auf einen Kranken wird jeder Gesandtschaft in München. Im Jahre 1888 war er preußischer Rücksicht nehmen, und der Gerichtshof nimmt diese Rücksicht Gesandter in Oldenburg und Braunschweig, 1890 preußischer auch.“ Gesandter in Stuttgart, 1891 ging er in derselben Eigenschaft: Fürst Eulenburg gibt hierauf aus Befragen des nach München. Im Jahre 1894 wurde er vom Kaiser als Bot1 Vorsitzenden Auskunft über seine Personalien, die wir bereits schafter des Deutschen Reiches nach Wien gesandt. Im Jahre mitgeteill haben. Ueber seine Tätigkeit als Botschafter be1900 ist er in den Fürstenstand erhoben und zum erblichen kundet er noch, daß er von 1894—1902 Botschafter in Wien geMitglied des preußischen Herrenhauses ernannt worden. Er wesen sei.„Ich wollte", so sagte der Angeklagte,„wegen ist Ritter des Schwarzen Adlerordens und einer ganzen An= schwerer Erkrankung. die bereits in den letzten Jahren des zahl anderer hoher Orden. In dem Verzeichnis der Herren= vorigen Jahrhunderts eingetreten war, aus d. Amte scheiden, hausmitglieder steht er wie folgt aufgeführt: Philipp Fürst zu doch wollte mir der Kaiser nicht gestatten, meinen Abschied Eulenburg und Hertefeld, Graf von Sandels. Durchlaucht, schon damals zu nehmen, sondern es sollte versucht werden, kaiserlich Wirklicher Geheimer Rat, Botschafter a. D., Doktor durch Urlaub und den Gebrauch von Bädern Aenderungen in der Rechte, wohnhaft auf Liebenberg(Mark) und Hertefeld meinem Gesundheitszustand herbeizuführen. Im Jahre 1902 bei Wenze. Fürst Eulenburg ist verheiratet und Vater von bin ich aus dem Dienst geschieden, aber noch zur Disposition den sei, der ein guter Freund des Fürnen wäre und dessen Bild er auf seinem Schreibtisch hatte.— Bors.(unterbrechend): Herx Verteidiger, gehen Sie nicht zu weit? — Vert. Rechtoanwalt Chobziesner: Ich bitte um Verzeihung, ic bin sosort fertig. Der X. wurde wegen Sittlichteitsvergehens verhaftet, und gab bei seiner Vernehmung sofort an, daß er den Fürsten nie gesehen hätte und ihn garnicht kenne. Bei der Haussuchung wurde auch kein Bild des Fürsten bei ihm gefunden, wohl aber das Bild eines Mannes, der Herrn Harden sehr nahe steht. Aus diesen Gründen hätte die Verteidigung das lebhafteste nteresse, öffentlich zu verhandeln. Aber es liegt hier eine ollision zwischen den össentlichen und den Privatinteressen vor, und bei dieser Kollision stelle auch ich die Entcheidung über den Antrag des Herrn Oberstaatsanwalts gehorsamst der Entscheidung eines hohen Richtertollegiums auheim und widerspreche dem Antrage des Staatsanwalts nicht. Ueber den weiteren Verlauf des Prozesses, der unter Ausschluß der Oeffentlichkeit stattfindet, meldet ein Gerichtsberichterstatter: Nachdem der Gaal sich geleert hatte, wurde sofort mit der Vernehmung des Fürsten Eulenburg über die ihm zur Last gelegten Straftaten begonnen. Der Fürst gab in ruhiger Weise Antwort und erklärte sich mit aller Entschiedenheit gegen die Anklage. Die Verhandlung wurde einmal auf eine kurze Zeit unterbrochen, um dem Fürsten Eulenburg Gelegenheit zu geben, ich zu erholen. Um 4 Uhr wurde die Verhandlung abgebrochen und ein Teil der Zeugen auf Dienstag 11 Uhr wieder bestellt. Der Eingang zum Gerichtssaale wurde von Schutzleuten und Gerichtsdienern streng bewacht. Im Gerichtsgebäude und auf der Straße hatte sich sehr viel Volk angesammelt, das neugierig auf die Rückkehr des Fürsten nach der Charitee wartete. Die Wartenden kamen nicht auf ihre Rechnung. Fürst Eulenburg wurde in das Gerichtsgesängnis transportiert und von dort durch eine Neventür im Automobil nach der Charce gebracht. Ein Kriminal=Schutzmann hatte neden ihm Platz genommen. Morgen um 11 Uhr wird die Verhandlung fortgesetzt. sechs, zum Teil schon verheirateten Kindern Die Verhandlung begann am Monntag vormittag 11 Uhr geblieben. Endgültig bin ich 1907 aus dem Tienst geschiede Rechtsanwalt Chodziesner: Ich bitte, den Angeklagten zu im großen Schwurgerichtssaal des alten Kriminalgerichtsge fragen, wirviele Kinder er hat. Angeklagter:„Ich habe acht bäudes. Den Vorsitz führt Landgerichtsdirektor Kanzow, die Kinder gehabt. Zwei davon habe ich durch den Tod verloren. Anklage wird Oberstaatsanwalt Geheimer Justizrat Dr. jur. Die noch tebenden sind geboren in den Jahren 1879 und 1880, Isenbiel unter Assistenz des Staatsanwalts Rasch vertreten. 1881, 1885 und 1886. Die Verteidigung haben Justizrat Wronker und dessen Sozius.! Der Vorsitzende verliest hierauf den Eröffnungsbeschluß, Rechtsanwalt Ludwig Chodziesner übernommen. Unter den in dem es heißt:„Auf Antrag der Königlichen Staatsanwaltgeladenen Zeugen befindet sich Maximilian Harden nicht. schaft wird gegen den Fürsten Philipp zu Eulenburg und Unter anderem sind, wie schon gemeldet, als Zeugen geladen: Hertefeld. welcher hinreichend verdächtig erscheint, im Dezbr. Fischer Jacob Ernst=Starberg, Milchhändler Georg Riedel. 1907 durch zwei selbständige Handlungen, erstens in Berlin Oberlandesgerichtsrat Mayer=München, Justizrat Bernstein vor der 4. Strafkammer des Landgerichts I. einer zur Ab und Rechtsanwalt Dr. Prager=München, Freiherr v. Wendel= nahme von Eiden zuständigen Behörde, den vor seiner Vernehtadt=Neubeuern, Johann Schönner=München, Kriminalkom= mung geleisteten Zeugeneid wissentlich durch ein falsches Zeugmissar Steinhauer=Potsdam und dessen Frau. Frau Bauerreiß nis verletzt zu haben, zweitens es unternommen zu haben, den und Hofrat Schacht-München. Hofrat Kistler und seine Frau Fischer Jakob Ernst zu Stamnberg zur Begehung eines Meingeborene Schenker, Amtsvorsteher Geritz=Liedenberg. Frau eides zu verleiten.(Verbrechen gegen die§§ 154, 159. 161 Geheimrat Pierson, die Witwe des Intenoanturdirektors der und 174 St.=G.=B.), das Haupaverfahren eröffnet und die Ver königlichen Hosoper, Operettensänger Friedrich Pagin=Ham= handlung und Entscheidung dem Schwurgericht beim Königl burg und Landgerichtsrat Schmidt, der die Voruntersuchung Landgericht l überwiesen. Berlin, den 15. Juni 1908. Land geführt hat. Als medizinische Sachverständige sind die Medi= gericht I. Stafkammer 7a.“ zinalräte Dr. Hoffmann und Dr. Leppmann geladen.] Oberstaatsanwalt Isenbiel stellt hierauf den Berlin, 29. Juni. Schon lange vor der auf 11 Uhr ange Antrag auf Ausschluß der Oeffentlichkeit in wei setzten Terminstunde entwickelte sich im alt. Kriminalgerichts= testgehendem Umfange. Die Verteidiger schließen sich diesem gebäude ein ungewöhnliches Drängen und Hasten. Die ersten Antrage an. Das Gericht zieht sich zur Beratung zurück und zur Stelle waren die Journalisten, für die im Schwurgerichts= verkündet, daß die Oessentlichkeit in vollem Umsunge, auch für saal etwa 50 Sitze zur Verfügung gestellt waren. Es befanden, die Presse, für die Dauer d. Verhandlung ausgeschlossen wird. sich darunter zahlreicher Vertreter der auswärtigen Presse.“ Overstaatsanwalt Dr. Isenbiel begründete Der Eingang zum Gerichtsgebäude wurde von einem Schutz= seinen Antrag auf Ausschluß der Oeffentlichkeit folgendermannsaufgebot bewacht, das alle, die ohne Zutrittskarten ein= maßen: Es wird sich hier nur darum handeln, unzuchtige zudringen versuchten, energisch zurückwies. Der Zuhörerraum. Handlungen zu erortern, welche der Herr Angeklagte vordie Logen waren bald dicht besetzt. Gegen 10½ Uhr traf der genommen haben soll. Es bedarf eigentlich keines weiteren Angeklagte Fürst Eulenburg im Krankentrans= Wortes der Begründung, daß durch derartige Erörternn ein er wurde inigen vor der Oessentlichkeit die Sittlichteit gefährdet wird vortwagen vor dem Gerichtsgebände ein. Er wurde in zuch weiß sehr wohl, daß weite Kreise, namentlich der Presse einem Liegestuhl hinaufgetragen und dieser unmittelbar vor dem Verteidigungstisch niedergesetzt. Der Fürst wurde von seiner Gattin und seinen beiden Söhnen sorgsam mit einer Decke und einem Rückenkissen versehen und nahm nun wieder medizinische Kräftigungsmittel zu sich. Der Angeklagte hat eine außerordentlich blasse Gesichtsfarbe, scheint aber sehr gefaßt zu sein. Um 11 Uhr betraten die Geschworenen den Saal. Unmittelbar darauf folgte das Richterkollegium Den Vorsitz führt Landgerichtsdirektor Kanzow, Beisitzer sind Landgerichtsrat Methner und Landrichter Eichholz. Als Ersatzrichter ist Assessor Dr. Albrecht zur Stelle. Die Anklage wird vom Oberstaatsanwalt Dr. Isenbiel vertreten. Der Verhandlung wohnt Generalstaatsanwalt Dr. Wachler bei. Am Verteidigungstische nehmen zwei Stenographen Platz, die die Verhandlungen für den Angeklagten aufnehmen sollen. Der Vorsitzende Landgerichtsdirektor Kanzow eröffnet die Verhandlung mit den Worten:„Ich eröffne die heutige Verhandlung gegen den Fürsten zu Eulenburg und Hertefeld wegen Meineids und Verleitung zum Meineid. Verletzter in der Sache ist der Schriftsteller Maximilian Harden.“ Vor Auslosung der Geschworenen melden sich zwei Geschworene, die wegen körperlicher Unpäßlichkeit um Dispensation gebeten haben. Der Vorsitzende läßt sich von ihnen nochmals die Versicherung geben, daß ihr körperlicher Zustand ihnen nicht gestattet, einer Verhandlung beizuwohnen, die wie der Vorsitzende betont, längere Zeit, vielleicht sogar 3 bis 4 Wochen dauern kann, je nachdem der Gesundheitszustand es Herrn Angetlagten es gestattet. Als Geschworene werden ausgelost ein Kommerzien= rat, sechs Fabrikbesitzer, ein Kaufmann ein Ingenieur, ein Chemiker, ein Sattlermeister; als Ersatzgeschworene: ein Billardfabrikant, ein Buchhändler, ein Rittergutsbesitzer und ein Rentier. Als Zeugen sind folgende Personen vorgeladen: Milch händler Georg Riedel=München, Fischer Jacob Ernst. Rendant Albert Gerötz=Liebenberg, Hofrat Kistler=München. Polizei kommissar Steinhauer=Potsdam, Masseur Podeyn=Charlotten= burg, Dr. Magnus Hirschfeld, Dr. v. Wilke=Wilmersdorf. Rentier Schwulst, Betriebsdirektor Schunig=Berlin. Kor respondent Stanhoyn, Amtsnorsteher Hasemann=Wildenburg. Handelsmann, Borchardt=Falkenthal, Leibjäger BartschLiebenberg, Bergmann Trost Wanne. Frau Bauerreiß München, Steinschläger Pankgratz, Pächterfrau Bader=Landsberg a. Lech. Klavierträger Nepomuk und Klavierträger Schömmer=München, Oberlandesgerichtcrat Meyer=München. Justizrat Bernstein München, Rechtsanwalt Prager München. Baron v. Wendelstadt=Neubeuren, Polizeikommissar SeuffertMünchen, Fischer Schropp Starnberg, Frau Zank, Ernst Levin, Kaufmann Lange. Graf v. Wilczeck=Wien, Frhr. Albert vorRothschild=Wien, Hausverwalter August Krohs=Wien, Kunstmaler Seitz=München, Kunstmaler Kaulbach, Graf Ferdirand von Sporkin Starberg. Kammerherr v. Gersteuberg ZachBergsulza, Oberhofmarschall Graf Eulenburg=Pot=dam. Obestallmeister Baron von Esebeek Potsdam, General: D. von Leczynski, Graf Sigmund zu Eulenburg=Liebenberg. Geheimer Justizrat Lämmel=Neuruppin, Sanitätsrat Dr. Gennrich Liebenberg. Fürstin zu Eulenburg=Liebenberg. Fischer Josef Grad-Starnberg, Berichterstatter Ahrens. Graf Kuno von Moltke, Oekonom Beuttler=Wielinz, Schlosser meister Rieder Starnberg. Hausmeister Dande=Starnberg, Gendarmeriemachtmeister Schöpf=Schwarzenberg a. Wald, Geh. Hofrat Schacht=München, Vizewachtmeister Rogati Tutzing. Bürger meister Rettenberg=Starnberg, Bahnmeister Goegele=Starn= berg. Kriminalkommissar Kopp. Kriminalkommissar v. Treskow. Kriminalschumann Müller und Kriminalschutzmann Tietzte. Frau Katte=Schönefeld. Wirtschafterin Frau Klingfeld Oberbrenner Goy. Als medizinischer Sachverständiger ist Me dizinalrat Dr. Hoffmann erschienen. Beim Zeugenaufruf fehlen: Oberhofmarschall Graf Eulenburg, der sich schriftlig meinen Antrag aufs schärfste mißbilligen werden. Ich weiß, daß gesagt worden i:, daß die Justizverwaltung kein dringenderes Interesse habe, als diese Sache, die so viel Aufsehen, so viel Erregung in der Welt verursacht hat, in der breitesten Oefsentlichkeit zu verhandeln. Ich kann mich dem hohen Gewicht dieser Gründe keineswegs der schließen. Ich glaube aber doch, daß überwiegende Gründe für meinen Antrag und gegen die Verhandlung in der Oeffentlichkeit sprechen. Zu verheimlichen haben wir nichts Wir haben von dem großen Material, das Herr Maximilian Harden unzweiselhaft besessen und uns zugeführt hat, und von dem Material, das wir selbst gesammelt haben, alles ersorscht und alles erhoben bis ins kleinste Tetail. Wir haben hineingeleuchtet in die dunkelsten Ecken und Winkel, und überall hin das Licht gebracht, das ge bracht werden konnte. Verheimlicht worden ist nichts. Auch in der Beweisaufnahme wird nichts verheimlicht werden. Ich würde der Beweisaufnahme vorgreisen, wenn ich das Ergebnis der Voruntersuchung hier mitteilen wollte. Aber ich tann schon jetzt behaupten, daß die meisten Resultate der Ermittelung der breitesten Oeffentlichkeit bereit be kannt und bis zum Ueberdrußerörtert worden sind. Aber es spricht doch das Gewicht der Sittlichkett dafür, nicht im mer und immer wieder den Schmutz in das Volk hinein zutragen. Abgesehen davon, sprechen meines Erachtens zwei sehr gewichtige Gründe dafür, nicht öffentlicht zu ver bandeln, das ist das Interesse des Herrn Angeklagten und wenn man das nicht gelten lassen will, das Interesse der zahlreichen Zeugen, welche hier über Handlungen, Nei gungen, Verfehlungen Auskunst geben sollen, von denen nieman gern in der Oefsentlichkeit spricht. Es kann uns auch nicht entgegengehalten werden:„Herr! Die Oeffent lichkeit ist die beste Kontrolle Eurer Verhandlung!“ Die Oeffentlichkeit ist ja durch das Schwurgericht, dieses Volks gericht, im besten Sinne des Wortes nach allen Richtungen hin gewahrt. Wenn wirklich das große Publikum, was h nicht annehmen will und nicht annehmen kann, miß trauisch gegen die Justiz sein sollte, so wird die notwendige Kontrolle über diesen wichtigen Prozeß ausgeübt von den Volksrichtern, die über Schuld oder Unschuld des Angeklagten zu entscheiden haben. Unter diesen Umständen bitte ich den hohen Gerichtshof, über meinen Antrag an Ausschluß der Oeffentlichseit im weitesten Umsange zu be raten und beschließen zu wollen. Verteidiger Justizrat Wronker: Die Ver teidigung spricht nicht gegen den Antrog der Oberstaats anwaltschaft. Nur in einem Punkte disserieren wir: wir sind der Ansicht, daß der Fürst Durchlaucht ein hohes na türliches Interesse an der Oeffentl'chkeit der Verhandlun gen hat, damit endlich einmal eine ordentliche Bericht erstattung an die Stelle der Publikationen tritt, die ir einseitiger Weise das Publikum gegen den Fürsten einzu nehmen suchten. Die Verteidigung steht aber auf dem Standpunkte, daß die Sittlichkeit gefahrdet wird, wenn der artige Dinge, wie sie hier Gegenstand der Verhandlungen sind, öffentlich erortert werden, und beugt sich unter das Gesetz, das allein inr sie entscheidend ist.— Verteidiger Rechtsanwal! Chodziesner: Es ist ein folgen schwerer Antrag, den soehen der Herr Oberstaatsanwalt gestellt bal. Das geht aus den Gründen selbst hervor, di der Herr Oberstaatsanwalt angeführt hat. Es ist, wie der Herr Oberstaatsanwalt schon angeführt hat, hineingeleuchtet worden in alle Ecken und Winkel, Dupende und Aberdutzende von Zeugen sind gehört worden, Haussuchungen und Durchsuchungen über Haussuchungen sind vorgenommen worden. Und über all das haben in einem großen Teile der Presse Ausführungen gestanden, die geeignet waren, die Affentliche Meinung gegen den Fürsten einzunehmen, und deshalb hätte der Angeklagte an und für sich das größte Interesse daran, daß diese Dinge in der Oefsentlichkeit widerlegt werden, denn der Angeklagte war nicht in der Lage, alle diese salschen Gerüchte, alle diese salschen Behauptungen zu widerlegen. Er konnte sich nicht in einen Zeitungskampf, in eine Zeitungspolemik einlassen, und seine Verteidiger auch nicht. Darans kann leicht Politische Uebersicht. Deutsches Reich. Detmold, 30. Juni. — Dernburg in Transvaal. Kimberley, 26. Juni Staatssekretär Dernburg ist heute von Pretoria hier eingetroffen und wird bis zu seiner für Montag beabsichtigten Weiterfahrt nach den Viktoriafällen als Gast der De=Beers Gesellschaft her bleiben. Während seines Aufenthaltes in Transvaal hat Dernburg in seinen öffentlichen Reden die Ueberzeugung betont, daß die hiesige Wirtschaftskrise nahezu beendet und bei stetig verminderten Selbstkosten die Industrie und der Ackerbau einer glanzenden Entwickelung entgegengehen. Privatim äußerte Dernburg auch, daß er nicht bezweisle, daß die zur weiteren Entwickelung benötigten Kapitalien beschafft werden. — Französische Theorie und Praxis in Marokko. Einem Telegramm der„Köln. Zig.“ aus Tanger zufolge ist es nur den französtschen Schutzgenossen in Msab gestattet, ihre Getreidefelder abzuernten. Als dieser Tage auch andere Eingeberene n der Nähe der Kjabay Ben Hamed sich dazu anschiaten, wurden sie sofort mit Granaten beschossen. Dar: aushin entspann sich, als Bewohner anderer Dörfer herbeieilten, ein regelrechter Kampf von 12 Stunden, wobei die Franzosen 16 Verwundete und 7 Tote hatten. Diese Aufreizung scheint nach Ansicht der Eutopäer in Cafablanka nur zu bezwecken, die Zurückziehung der Truppen unzweckmäßig erscheinen zu lassen. 300 Franzesen sind nach Settat, 1500 nach Busnika abgerückt. Frankreich. Montpellier, 27. Juni. Achtundsechzig zur Wafsenübung einberufene Landwehrleute des 121. Regiments machten den Versuch, den Jahrestag der Meuterei der 17. Infanterie regiments zu feiern. Ein Major wollte einschreiten, wurde jedoch von seinen Leuten insultiert. Patrouillen durchzogen die Straßen und zwangen die Manifestanten, nach der Kaserne zurückzukehren. Niederlande. Haag. 27. Juni. Gestern sind hier von den Delegierten Deutschlands. Oesterreich=Ungarns und Italiens die auf der vorjährigen Friedenskonferenz vereinbarten Verträge gezeich net worden, für Deutschland mit den Reserven, die in dem dem Reichstag vorgelegten Wei buch angedeutet waren, insle sondere mit Ausschluß der Erklärung über die Luftschiffe. Orient. Konstantinopel, 27. Juni.(Meldung des Wiener K. K. Telegr.=Korresp.=Bureaus.) Die Pforte hat vor einigen Tagen ihren Botschaftern ein Zirkular zugehen lassen, in dem diese aufgefordert werden. über die Vereinbarungen von Reval Erkundigungen einzuziehen und die Erklärung abzugeben, daß die Pforte eine Trennung der mazedonischen Militär= von den Zivilausgaben, die, wie verlautet, im Ab komen von Reval vorgesehen sei. niemals gestatten werde. Asien Teheran, 29. Juni.(Die Vorgänge in Persten.) Aus Teheran wird gemeldet, daß die allgemeine Unsicherheit im Wachsen begriffen ist und das Volk zur Verzweiflung getrieben wird. Die halbverhungerten Truppen sind auf Plünderung erpicht und begehen schrefende Gewalttätigkeiten. General Liakow ist Herr der Situation und spielt die Rolle eines ab olut unabhängigen Bizekönigs. Der Palast Zill=es=Sultans bietet einen bejammernswerten Andlick Die Verluste des Prinzen werden auf 200000 Pf. Steiling geschätzt. Inzwischen wächst das Lager des Schahe beständig an und zählt, wie es heißt, bereits 10 000 Mann. Amerika. Newyork, 28. Juni. Holland und Benezuela. Das Kanonenboot„Marietta“, das die amerikanischen Vertreter aus Venezuela zurückbringt, ist v. Curacao eingetroffen. Von dort wird gemeldet, die holländische Regierung sei zu energischem Vorgehen gegen den Präsidenten Castro entschlossen. Die gespannten Beziehungen zwischen Holland und Venczuela seien daurch verschärft worden, daß Castro die Beschwo den Hollands wegen Beschlagnahme zweier holländischer Handelsschiffe unbeachtet gelassen hat. Tages=Neuigkeiten. Königowinter, 27. Juni. Die Stadtverordneten beschlossen, in geheimer Sitzung einen Ehrensold von 12 J pro Jahr für alle Kriegsveteranen von 1870 und den früheren Feldzügen, sofern sie kein Einkommen von 1200 A haben. Trier. 27. Juni. Auf de mBahnhof Ehrang wurden der Modilmachungsplack und 1100 a gestohlen. Die Bahnverwaltung hat 500 u Belohnung auf die Ergreifung des Täters ausgesetzt. Aufstieg drs Grafen Zeppelin. Friedrichshafen, 29. Juni. Um 11¼ Uhr verließ der Ballon des Grafen Zeppeltn die Halle und wurde von der Dampsbarkasse„Buchhorn“ ca. zwei Kilometer in den See hineingezogen. Um 12.35 Uhr erfolgte der Aufstieg. Langsam und sicher hod sich dr Ballon bei erfrischendem Südwest, schlug zunächst die Richtung nach Konstanz ein und wandte sich dann Romaushorn zu, wo er längs des Gestades verschiedene, sehr gut gelungene Manöper ausführte, Zwischen Romansvorn und Arbon erfolgte abermals eine Wendung seewärts, Friedrichshafen zu. Der vor einer Stunde noch herrschende Südwestwind schlug *• in einen Nordwestwind um, so dah die Fahr! jetzt gegen den Wind ging. Um 2½ Uhr stand das Zuftschiff wieder über Friedrichshafen, worauf es sich Konslanz zuwandte und alsbald den Blicken der Zuschauer entschwand. Der heutige Aufstieg ist nur ein Werkstättenaufstieg mit der umgeänderten und vergrößerten Hinter keuerung, die sich bis jetzt als sehr günstig erwies. Die größte Höhe betrug 300 Meter. Um 3½ Uhr schweble der Ballon noch. Am Donnerstag beginnt voraussichtlich die groß. Fahrt nach Mainz. Clinton(Minnesota), 28. Juni. Durch einen Tornaoo, der einen großen Teil der Stadt zerstörte, wurde gestern abend sie ben Personen getötet und zwanzig verletzt. Frankfurt a. M., 29. Juni. Als ein Bierautemobil der hiesigen Bürgerbrauerei gestern abend gegen 6 Uhr vom Kriegerfest in Ruppertshain im Taunus zurückkehrte, stiegen 20 Personen ein, um mitzufahren. An einer Kurve schlug das Automobil um, wobei 3 Personen getotet und mehrere schwer verletzt wurden. Paks(Ungarn), 27. Juni. In der Ortschaft Madocia sind 200 Häuser abgebrannt, darunter das Gemeindehaus und die Schule. Eine Frau fand den Erstickungslod. New York, 27. Juni. Bei einem Zusammenktoßz zweier Züge auf der Hochbahn bei der dritten Avenue wurde ein Teil eines Wagens zerstört, der aber nicht auf die Straße hinabfiel, sondern in den Schienen hängen blieb. Zwölf Personen wurden verletzt. Die Braut in Flammen. Auf eine schreckliche Weise hat ich ein junges Mädchen das Leben genommen. Ein Telegramm aus Breslau meldet: Die 23jährige Braut eines Handlungsgehilsen begoß sich nach einem Streit mit ihrem Bräutigam mit Spiritus und zündete sich dann an. Das Mädchen erlag den Verletzungen. Der Bräutigam, der das Feuer löschen wollte, erlitt schwere Brandwunden. Ein dreisacher Mord wird aus Landsberg a. W. gemeldet: Der Arbeiter Dadasczinoki erschlug mit einem Beile seine Frau und zwei Söhne im Alter von sechs und zwei Jahren Der Mörder wurde verhaftet. Von einer Wagentür erschlagen. Zwischen den Stationen Rummelsburg=Ost und Lichtenberg=Friedrichsfelde wurde der 24jährige Hilfsheger Reinhold Schmalz aus Rummeloburg, der einen Stadtbahnzug nach Kaulsdorf befördern sollte, durch die offen stehende Tür eines aus entgegengesetzter Richtung kommenden Zuges erfaßt. Schmalz, dem der Schädel zertrümmert wurde, war auf der Stelle tot. Rückkehr eines flüchtigen Rechtsanwalts. Ein Telegramm aus Lübeck berichtet: Der vor zehn Jahren flüchtig gewordene wegen Betrügereien steckbrieflich verfolgte Rechtsanwalt und Notar Burmeister ist jetzt aus Amerika zurückgekehrt. Er stellte sich selbst dem Staatsanwalt, der ihn gegen eine Kaution von 20,000 M auf freiem Fuß ließ. Ein Automobil vom Bliß zerstört. In gefährlicher Lage hat sich der Gouverneur des Staates New=York befunden. Aus New=Vort wird gekabelt: Das Automobil des Gouverneurs des Staates New=York Hughes wurde vom Blitz getroffen und vollständig zerstört. Der Gouverneur, der sich im Automobil besand, entging wunderbarerweise dem Tode. Das Münchener Bankierodrama hat jetzt die erste notwendige Folge gezeitigt. Die Bankkommandite Gebrüder Klopfer tritt, wie ein Telegramm aus München meldet. in Liquidation. Die Optimisten unter den Geschäftsleuten hoffen bei langsamer Abwickelung einen Konkurs vermeiden zu Ganen. Durch das Fallissement der Firma Klopfer werden voraussichtlich auch eine Münchener Malzfabrik und eine ei in Ingolstadt in Mitleidenschaft gezogen werden Verluste beziffern sich auf anderthalb bis zwei Millionen grr. Außerdem sind für mehrere hunderttausend Mark el im Umlauf. Die Depots sollen intakt seiz. Stadt und Land. Detmold, 30. Juni. * Die Maul= und Klauenseuche. Folgend Nachricht ist für unsere Landwirte von Interesse: m Rücksicht auf die in Driburg herrschende Maul= und Klauenseuche ist bestimmt, daß der am 1. Juli d. J. in Hörte anstehen de Biehmarkt ausfällt. #.* Ein Gartenkonzert findet heute abend im Hotel zum Hermann statt. Der Eintritt ist frei. -..* Invaliden=Versicherung. Die Kontrolle der Quittungskarten wird in dieser Woche in den nachstehend genannten Straßen vorgenommen: Bergstraße, Benekenstraße, 19marckstraße, Elisadetbstraße und Oberestraße. Quittungs karten und Aufrechnungsbescheinigungen sind bereit zu heiten. * U e b e r d i e k o n s e r v a t i v e V e r s a m m l u n g i n L e m g o a m Sonntag. über die wir schon gestern berichteten, wird uns geschrseben: Auf Einlodung des konservativen Ortsvereins in mgo, waren die Säle im Hotel Losch vollständig besetzt, man [Uhrende Ausschuß des Herforder Lehrervereins schreibt in seinem Bericht: Wir halten fest an dem Beschluß des schriftgemäßen Christentums. Wie radskal gehts aber oft auf Lehrerversammlungen zu, z. B. in Sachsen, wo man den Katechismus vorschriftsmäßig behalten will. In Frankreich ist Kirche und Schule getrennt, wohin das führt, können wir täglich sehen, Wohin steuern wir? Man richtet Jugendgerichtshöse ein und wie oft hört man über Schülermorde. Wie not es ist, daß wir eine christliche Schule behalten, um unsere Söhne als deutsche Manner zu wissen, die auf dem rechten Grunde des Christentums stehen, weiß jeder. Meine Herren, lassen Sie uns den Abgeordneten den Rücken stärken, daß das Schulgesetz wie es setzt aus der zweiten Lesung hervorgegangen ist, nicht endgiltig beschlossen wird. Darauf sprach Nastor Lohmeier aus Detmold. Es rege sich schon lange im Volke, weil das gute Recht der Kirche im§ 35 der Regierungsvorlage(Aufsicht durch Ortsgeistliche) verdrängt würde auf das Mindestmaß der Auf sicht durch Superintendenten und Bezirksgeistlichen, welche 20 bis 30 Schulen besuchen sollen. Man verlangt ein kirchliches Gesetz und Regiment, Beaussichtigung des Religionsunterrichts durch Ortsgeistliche. In Preußen hat der Ortsgetstliche das Recht durch Gesetz. Redner geht aus viele Einzelheiten der aus zweiter Lesung hervorgegangenen Vorlage ein, betont, die Kirche tause die Kinder u. verpflichte die Paten, über die Erziehunig in ihrem Glauben zu wachen; ist es da Recht, wenn dem Ortsgeistlichken, der Interesse für die Getauften hat, durch Gesetz die Tür verschlossen wird? Es soll nicht sein„Recht der Vorgesetzten“, sondern Recht der gemeinsamen Arbeit.(Liberal) Jedem das Seine, aber wie das von den Abgeordneten gehand habt wird, ist leicht ersichtlich. Was wird d. neue Schulaussicht, wie die liberalen Herren es wollen, kosten? Wir gedenken hier des Küsters Sauerländer, Lüdenhausen, der schreibt: Kirche und Schule gehören zusammen. Pastor Held=Lemgo sprach über§ 44. Das Volks wird protestieren, denn das Schulgesetz ist unannehmbar, es ist keine Mutlosigkeit in unserem Volke. Es geschieht um Gottes Willen, nicht für unseren Stand. Wenn der Kirche das Bestimmungsrecht genommen wird, und die Regierung die Lehrbücher bestimmt, könnte wohl ein Katholik coer Israelit für uns die Lehr bücher bestimmen? Das Väterrecht ist, d. d. Kind. in d. Schule nach den Grundlagen der Kirche unterrichtet werden. nicht um der Kirche, sondern der Schüler willen. Eine Staatsreligion besonders aufmerksam zu machen. Hier bietet sich älteren Schülern die seltene Gelegenheit, einmal eine größere Märchendichtung für Soli, Chor und Klavier begleitung mit verdindender Deklamation zu hören. Es haben sich sogar unsere beiden Künstler, Herr v. Hunyady und Heer August Weweler, bereitwilligst in den Dienst der guten Sache gestellt. Sie werden nicht nur in diesem Chorwerte mitwirken, sondern auch einige kansprechende Lieder zum Vortrag bringen. Jar Eliern, schickt daher eure Kinder heute abend 7¾ Uhr zum„Odeon“, ihr werdet ihnen dadurch eine autegende und belebrende Stunde dereiten. * Der Verein der Lipper in Berlin hält für die Sommermonale seine Mutwoch=Abend=Zusammenkünfte auf der Gartenterrasse des Acchitektenhauses, Wilhelmst 92.93 ab. Es dürfte in Berlin kaum ein Restauratione gurten gefunden werden, welchem, mitten im Großstadit getriebe gelegen, doch eine so vornehme Ruhe eigen ist; stöf doch diese Terrasse in ihrer ganzen Front an den, mit heerlichsten Bäumen geschmückten, umsangreichen Park der Kriegsministeriums. Allen Lippern, die in diesem Somme nach Berlin kommen, ist es zu empfehlen, die Berline Landsleute in ihrem Sommerheim zu besuchen. * Der Kirchenchor hält heute seine Generalver sammlung ab.(Siche Inserat.) " D e t m o l d e r R e n n v e r e i n. D i e d i e s j ä h r i g e Generalversammlung findet am 2. Kuli abends 6½ Uhr im Hosel zum Hermann statt. * O b e r v e r w a l t u n g s g e r i c h t. S i t z u n g v o m 2 7. J u n i 1 9 0 8 Vorsitzender: Geh. Oberregierungsrät Pustkuchen. Beisitzer Landgerichtsräte Dr. Rosen u. Valentin, Oekonomierat Krieger und Gutsbesitzer Niedermeier. 1. Der Ortsarmenverband des Amts Schieder klagte gegen den Ortsarmenverband Horn auf Ersatz von Ber pflegungskosten in Höhe von 25 J. Der Amtsgemeinderat des Amtes Schieder hatte dem Arbeiter K. zu Belle zur Bestreitung der Kosten der Niederkunft seiner Frau eine einmalige Unterstützung von 25 A bewilligt. Das Verwaltungsamt Blombera war nun der Ansicht, daß nicht der Ortsarmenverband Schieder unterstützungspflichtig sei, hier eintressen: Prinzessin Elisadeth zu Schaumburg=Lipp= und Prinz und Prinzessin Schöuatch=####lath. * Tischbeck, 29. Juni. Vom Stifte. An Stelle es früheren Schumvogts des abeligen Damenstifts, Baron v. Alten=Lindeu, der aus Gesundheitsrücksichten sein Amt niedergelegt hat, ist von dem Stiftskapitel Exz. Staatsminister Freiherr v. Feilitzsch in Bückeburg gewählt und vom Kaiser bestätigt worden. Sport. Wien=Berlin. Die von dem deutschen Radfahrerbund veranstaltete grone Radsernfahrt über 598,1 km endete nit einem glänzenden Resultat für die Marke Brennador. Der 1, 5., 8. und 9. in der Gruppe mit starrem Zahnkranz, sowie der 3., 6. und 9. in der Gruppe mit Biemsnabe denutten auf dieser großen Fahrt obige Marke und konnten ein derartig glänzendes Resultat darau; erzielen. Die Strecke Wien Berlin wurde in 28½ Stunden durchfahren. können wir niat annehmen. Stagt Zetr dich, für den Dotts=] sondern der Ortsarmenverband Horn, da die Frau bis zum willen sind wir hier, nicht gegen die Lehrer. Vom Vorsitzenden:. Caxis 1905 in Meinberg gewohnt hatte. Dann war sie nach wird die Diskusion eröffnet: Herr Gelhaus melnt, e9 berb::,„e übergesiedelt. Das Verwaltungsamt Blomberg beschritt Religioneuntgricht sein gder, wicht, Stadtperoronezer, V. Auz- da sich die Amtagemeinde Horn weigerte, die Kosten zu ersetzen, mann: Wir fordern geistliche Schulaufscht und Bestimmung):" glagenag Dag Verwaltungsamt Detmold bestritt die der Schuldücher durch die Kirche, bitte das in dier Resolution Erlatzpflicht und bov bervor, daß die Bewilligung einer Untervit se usr Bigen, Seminardtrettor Heuscht ung betont, won Ktütung volständig unnötig gewesen bei. da der Arbeiter K. rennt uns die„Schwatgen. Das gereicht uns zur Eyre.““..— Ldient hätte, um die Kosten selbst zu überbelser wie Rot: wir wissen, Kirche und Schu, Kircge, mutz nehmen. Der Vertreter des Verwaltungsamte Blomberg stellt hmmen, wir Samitr, un,„Lar gehusturt„Lansg, Tdag“ Wup uun auf Grund der Aussagen der vernommenen Zeugen fest, die Bestimmung der Schulbücher behalten, ebense dos Auf, baß K. nicht in der Lage war, von seinem täglichen Verdienst schterecht über den Religonsunierricht. Die Lehrer wollen, für die Seinen den notwendigen Unterhalt zu verschaffen. Da die Religion behalten, nur den seistlichen nicht; sie bee###.." I E. Krlliabns sicht asheitslählo fürchten Reibungen. Herr Gr zer Frevert=Niedermeien Diese hatte der Vorsteher Walter zu Belle auch im Der Amtsgemeinderat hatte an. die Ebefrau K. zur Zeit der Entbindung nicht arbeitsfähig Bibel schreiben solls Superintendent Theopold vergleicht dos Ant Horn unterstütungspflichtig war. Der Vertreter der radtiale Aufräumen der Religion aus der Schule Iov„äesr, Verwaltungsamts beantragt, den Ortsarmenverband Horn zur radikalen Aufräumen der Zänfte zu völliger Gewerbefreihelt.)„Jung de, Summe zu verurteilen. Der Vertreter des Vernicht der Arbeiter K., sondern dessen Frau, die Witwe T., unterstützt sei. Zu der Zeit. als die Unterstützung eintrat, sei diese garnicht notwendig gewesen, erst mit der Geburt sei die Unterstützungsbedürftigkeit der Frau zutage getreten. Diese sei erst erfolgt, als die zu Stande zu bringen. Ein anderer Redner hebt die Standes= waltungsamis Detmold betont, frage der Lehrer hervor, als Grund, den Ortsgeistlichen von der Schulaussicht zu entfernen. Herr Frevert=Niedermeien beantragt. eine Resolution an sämtliche Schulvorstände zu shicen, Lanst boiche uuerschriebeg, an den Lenoge. kerige, esetzt, s Lai sah Personen aus allen Ständen und Gegenden des Landes, denn es lag ein wichtiges Thema vor: Besprechung über Kirche und Schule. Der Vorsteher des Ortsvereins Lemgo. Herr Bürstenfabrikant W. Kuhlmann, eröffnete die Versammlung mit dem Lutherliede: Ein feste Burg ist unser Gott, und hieß die Erschienenen herzlich willkommen. Er führte aus: Die Religton muß dem Volke erhalten bleiben, auch in der Schule, die Kirche und Schule gehören zusammen. Die Kirche hat die Schule gegründet, sonst und jetzt. Die Mission gründet überall Schulen. Darum haben wir auch geistliche Aussicht nötig. Man verlangt in heutiger Zeit Fachaussicht durch Lehrer. In dem Landtage ist dem für den Elementarunterricht zugestimmt, aber für den Religionsunterricht ist das ausgeschlossen zu achten. Der Berichterstatter des Landtags erklärt, der Geistliche sei nicht die geeignete Person, die Schulaussicht zu führen. Mit solchen Fußtritten wird der bisher bewährten Schulaussicht gedankt. Ja, wenn allen Lehrern der Beruf heilig ist, dann ist die Sache anders. Der geschästsSommertheater. Cnkel Bräsig von Fritz Renter. Das gemütvolle und drollige Stück hatte einen guten Besuch herangelockt, und nicht zum geringsten wehl der Name Emil Becker. Unser verehrter Direktor ist in der Rolle des Bräsig glänzend und erntete dafür den wohlverdienten enthusiastischen Beifall des Publikums. Neben ihm wußte Herr Schön in bochauerkennenswerter Weise den ehrlichen Habermann auszustatten. Der Rambow des Herrn Fritz zeichnete sich durch cne recht wobltuende Frische aus und Frau Ebert als Frau von Rumbow imvonierte neben prächtiger Sprache durch ihre sehr vorteilhaft gewählten Kostüme. Der Niff Franz wurde von Herrn Eisolt sehr markant gezeichnet; der zappelige Triddelfritz mit seinen tollen Sprüngen hatte in Heeri Roll seine richtige Verkörperung gesunden. Der Pomuckelskopp des Herrn Vollker war nicht so ganz glaubwür dig, dieser abgeseimte Schleicher hätte eine andere Maske und ein mehr lauerndes Spiel verbient. Hochanerlinnen wert ist die Leistung des Herrn Ebert, der aus dem alten Mosie alles macht, was daraus zu machen ist. Von den Damen sei zuerst Frau Ziede genannt, die als Brioitte so recht am Platze war. Frl. Aldrecht als Lusse eine echte kleine Mecklenburgerin mit entzückendem Spiel, und last not leust die Damen Pellet und Freiberg als liebliche kleine Mädchen, d einem das Herz erwärmen konnten. Von Herrn Eckert als Jochen Rüßlei ist nicht viel zu sagen, weil er uns uicht viel sagen hatte Die Herren Godard und Ilt statteten ih Rollen recht originell aus, wenngleich der letztere sich wohl etwas zu modern ausstalftert hatte. Gespielt wurde mit Lust und Liebe, kein Wunder unter der schneidigen Regie des Herrn Dir. Becker. meint, es sei besser, das ganze Gesetz komme zu Falle. Pastor König dankt bem Herrn für den Antrag, es sei der Richtige; die Schulvorstände sind von der Gemeinde gewählt. Redner geht noch auf Wiedersprüche, die in 2. Lesung entstanden sind ein; erst ist der Geistliche nicht die geeignete Person, und dann sollen 8 Geistliche die ganze Aufsicht haben; zu letzterem hat der Landtag gewiß viel Geld. Pastor Held hält es für ver fehlt, daß dem sterbenden Landtage solch' eine Gesetzesvorlage vorliege, es sei besser, es werde in erster Session beraten. Es wird Schluß beantragt. Der Vorsitzende läßt über den Antrag Frevert abstimmen. Der Antrag wird einstimmig angenommen. Die Resolution ebenfalls, welche lautet: „Etwa 300 im Hotel Losch in Lemgo aus allen Teilen des Landes versammelte, den verschiedenen Ständen und Parteirichtungen zugehörige evangeltsche Männer erklären das neue Volksschulgesetz nach den Beschlüssen der 2. Lesung als völlig unannehmbar. Gerade in den ruhigsten Volksschichten ist der Unwille über die radikale Veränderung der Regierungsvorlage in den wesentlichsten Punkten groß und nachhaltig. Als Glieder des Volks, dessen Bestes wir wollen. als Vertreter der Kirchengemeinden, die für die jahrhundertelange innige Verbindung von Kirche und Volk aus Ueberzeugung eintreten. als Schulvorsteher, die die Rechte der Schulgemeinden wahren wollen und vor allem als Familienväter, die nicht dulden können daß ihr heiligstes Recht. die Bewahrung völliger Bürgschaft für die sittlich=religiöse Erziehung ihrer Kinder, angetastet wird, protestieren wir gegen diejenigen Beschlüsse, welche die Zurückdrängung der Kirche aus der Schule bezwecken, und fordern deswegen als unser gutes Recht, daß in der 3. Lesung 1. die Beibehaltung der Beaussichtigung des Religions unterrichts durch die Ortsgeistlichen beschlossen werde; 2. daß festgesetzt werde, daß die religiösen Lehrbücher nur in Uebereinstimmung mit den kirchlichen Behörden in den Schulen eingeführt werden.“ Mit einem Hoch auf Kaiser und Fürst wird die Versamm lung geschlossen. * Sommer=Theater. Morgen, Mittwoch, den 1. Juli, geht„Maria Mlaadakena“, Schmuspiel in drei Alten mit Fräul. Berta Bussilich von den Bereinigten Theatern in Bi=mau als Gast in Szene. Ueber das Gastspiel des Fräul. Bussilich als„Klara" lesen wir u. a. „Das war Duft und Poesie, inniges Empfinden und fluende Leidenschaft, holder Zauber und eherne Kraft rührende Sanftmut und schneidende Schärfe— es war alles in allem, was es sein sollte. Stufe um Stufe stieg die Künstlerin in der Darstellung empor, bis zur Höhe einer meisterhaften vollendeten Kunstleistung. Schon bei offener Szene, und dann nach dem Falle des Vorhanges durchranschte das Haus ein Beifallesturm, wie ihn die Statistiker nur selten entfesselt hörten. * Ein Freikonzert findet heute abend in den schönen Anlagen des Aktienberges statt. Die Musik wird von Mitgliedern unsrer hiesigen Regimentskapell: ausgeführt.(Siehe Inserat.) * D a s e r s t e O r g e l k o n z e r t i n d e r n e u e n K i r c h e. Wieder erfreuten uis am Sonntag abend Frau Erste Staatt= anwalt Eride, Herr Musikeirektor Vehmeier und der Seminarchor in der neuen Kirche duich ihre Musikvorträge. Ueben schon die großen Orgelkonzerte in ihrem W ösel von Zartheit und Kraft, von getrag nem Ernst und stürmtscher Lebhaftigkeit ne große Mach an das Gemüt aus, wieviel mehr der G an, der im Wort zum Geist, in der Musik zum Gemüt spricht. So klang Preis und Jubel durch unire Kirche, Gottes Aulmacht und Güte, der uns als eine seiner Gaben, die Musik geschenkt, ververrlichend,— so ward uns mit überzeugender Klarheit das Wort und das Wesen der Liebe ins Herz gesungen.„Sie träget alles, sie glaubet, sie hoffet, sie duldet alles; die Liebe höret nimmer auf, nein, die Liede höret nimmer auf": So ward auch dieses erste Orgelkonzert zu einem Gottesbienst, der uns zu jubelnder Anbetung und der Sehnsucht, von Gottes Liebe erfüllt zu werden, ehob. Denen aber, Idie uns diese Feierstunde be reiteten, herzlichen Dank! Roch einmal vom Rattenfänger. Wir können e nich: unterlassen nochmals auf das heutige Schüler= und Faalienkonzert der hiengen Demenlievertafel ganz das Amt Horn. Am 28. März, als die Geburt erfolgte, mußte die Dürftigkeitsfrage verneint werden.— Das Oberverwaltungsgericht verurteilte den Beklagten, dem Kläger die beklagte Summe von 25 A zu erstatten. Der Wert des Streithat gegenstandes beträgt 25 A. Dem beklagten Ortsarmenverband wurden die Kosten des Verfahrens auferlegt. * L e m g o, 2 9. J u n i. W i e g e m e l d e t, s i n d d i e Z i g a r r e n abriken Holle& Co. in diesen Tagen von dem abrikanten Louis Brandes in Detmold käuflich erworben. Mit dem 1. Juli übernimmt der neue Eigentümer die Fabriken und verlegt den bis jetzt in Detmold bestehenden Betrieb nach Lemgo.(L. Bz.) * H o h e n h a u s e n, 2 9. J u n i. D o r' s a u s s c h u ß f i t z u n g vom 24. d. Mis. Dem Dreschmaschinenbesitzer Siesenep wurde ein Platz zum Bau eines Maschinen=Schuppens am egenannten Steine nkampe vermietet. Der Ausschuß beschloß mit 7 gegen 2 Stimmen, daß ihm ein Platz auf 12 Jahre lang verpachtet werden solle, wenn er jährlich 20 Mk. als Pachtpreis dafür bezahlen wolle. Zu Punkt 2 erstattete der Vorsteher Bericht über die Verhandlungen zum Zwecke des usbaues eines Weges von der Landes=Chaussee zum Kommunalweg nach Lüdenhausen. Sodann wurde beschlossen, den Dorfsweg von Meier Nr. 85 an bis Schleef Nr. 93 auszubessern; der gewählten Baukommission wurde aufge geven den Kostenanschlag aufzustellen und diesen demnächst o#m Ausschusse vorzulegen. Zum Schluß teilte der Vor steher noch mit, daß die an die Besitzung des Fuhrmanns Gehle angrenzende Parzelle diesem gegen einen Pachtpreis von jährlich 1 Mk. verpachtet sei.(L. P) ge Stemmen, 28. Juni.(Verschiedenes). Nach dem Tag. des Schrickens und der Angst infolge des Groß cuers am 25. d. M. haben sich jetzt die Gemüter wieder berubigt; doch mit diesem Schmerz senden die Abgebrannten ihre Blicke auf das Grab ihrer Habe; nur Trümmerhaufen bedecken die Hausplätze ihrer früheren Wohnungen. Der Ortsvorstand hat gütigst dofür gesorgt, daß gestern durch Hilfe der Bewohner unseres Dorfes der Schutt etwas auf geräumt und geordnet ist. Noch bis gestern glimmte unter den Trümmern das Feuer. Die Familien, welche infolge des Brandes obdachlos geworden, haben vorläufig hier in bereitwilliger Weise Unterkunft gefunden, und wegen des Wohltätigkeitssinnes vieler vom Brande verschont gebliebener Bewohner sind die Adgebrannten, welche um ihre ganze Habe gekommen, mit dem Notdürftigsten an Kleidungsstücken, Nahrungsmitteln, Hausgeräten unw. für den Anfang versorgt Ganz besorders hart ist die Familie Deppe, Besitzer des Hauses mit dem Strohdach, betroffen, u. a. dadurch, daß etwa 180 Mk., welche die beiden in der Fremde auf ich befindenden Söhne kurz vor dem Brande der Mutse in Kass nanweisungen geschickt, mit verbrannt sind.— Wie groß die Hitze auch in weiterer Entfernung von dem Feuer war, geht daraus be vor, daß an der Giebelseite des von dem Hause mit eim Strohdache 16—17 Meter entfernten Nachbarhauses, der Windrichtung entgegen, jenseit der Landstraße, der Weinstock von oben bis unten versengt, die Blumen im Gärichen vor diesem Hause verbrannt waren.— Bei dem Transport der Spritze, welche in dem Spritzenhause oben in Varenholz ihren Standort hat, scheuten die zwei vergespannten, dem Milchfuhrmann Böke gehörenden wurden flüchtig und rannten mit der Spritze nebst Zubringer in rasender Schnelligkeit die Straße im Orte hinab, manches zeistörend, die Deichsel am Zubringer brach ab, und der Bürger Br., welcher auf der Spritze saß, zog sich bei dem Herunterspringen im Jagen Verletzungen am Kopi und an den Händen zu; glücklicherweise blieb er vo# schwererem Schaden bewahrt.— Bei diesem Brande hat man wieder die Erfahrung gemacht, daß es notwendig ist, venn jede größere Ortschaft selbst ihre Spritze hat; Stemmen hat bis jetzt mit Barenholz gemeinsam eine Spritze. Letzte Nachrichten. New Tork, 29. Juni. Die mexikanische Regierung sendet einem Telegramm aus El Paso zufolge eiligst Truppen nach allen Gegenden, wo die Ruhe zerstört ist. In El Paso angekommene Reisende berichten, daß alle Brücken der nach Torreon führenden Bahnen, mit Ausnahme der der mexikanischen Zentraleisenbahn, zerstört sind. In Torreon stehen 1500 Mann bereit, da ein Angriff der Revolutionäre, die Maramoras besetzt haben sollen, erwartet wird. Taebris, 30. Jumi. Der Präsident und ein Mitglied des Endschumens haben im russischen Feneralkonsulat Zuflucht gesucht. Abends wurde der Generalkonsul von Vertretern der sich befehdenden Stadtteile um Vermittlung zur Herstellung des Friedens angegangen. Auf seinen Vorschlag wurde das Schießen eingestellt. Warschau, 30. Juni. Ein deutscher Offizier und 2 Zivilisten, die am Sonnabend abend bei Peirikau mit einem Ballon landeten, wurden gestern unter starter Bewachung nach Warschau gebracht. Petersburg, 30. Juni. Ueber Ulexaudrovol ging ein Wolkenbruch nieder, dem eine große Ueberschwemmung folgte. In Strömen kam das Wasser von den Bergen in die Stadt gelaufen. Ueber 100 Personen sind ertrunken. 87 Leichen sind bis jetzt geborgen. Erfurt, 30. Juni. Das hiesige Schwurgericht verurteilte gestern die 28jährige ledige Arbeiterin Liborius, die ihr zweijähriges Söhnchen mit einem Schuhriemen erwürgte, zum Tode. München, 30. Juni. Die Hauptzeugin im Niederhoferprozeß, Frau Eisele, beschuldigt jetzt den zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigten Mörder des Kaufmanns Henschel, den Zirkusbesitzer Niederhofer, daß er auch eine reiche junge Russin ermordet und ihr die Brillanten geraubt habe. Dessan, 30. Juni. Ein Arbeiter versuchte gestern sich und seine zwei Kinder zu erschießen. Alle drei wurden tötlich verletzt gefunden und ins Krankenhaus gebracht. Das Motiv zur Tat sollen Nahrungssorgen gewesen sein. Goetheburg, 30. Juni. Als gestern 350 englische Arbeitswillige hier eintrafen, kam es zu großen Etraßenunruben. Die Menge warf die Polizei, die die Ruhe wieder herzustellen versuchte, mit Steinen. Auch wurden einige Schüsse abgeseuert. Einige Personen wurden dabei verletzt und viele sind verhaftet worden. Verlobt: Auguste Bödeker=Alverdissen mit Lehrer Gustav Schöning. Gestorden: Baurat. Ludwig Knoov, 55 Jahre, in Blombera; Beerdigung: Mittwoch nachmittag 4 Uhr.— Marie Wilkenloh, 16 Jahre, in Heidenoldendorf; Beerdigung: Dienstag nachmittag 5 Uhr.— Konrad Kuhlmann, 54 Jahre, in Lemgo; Beerdigung: Dienstag nachmutag 5 Uhr. Wetter=Nachrichten. Detmold, 30. Juni. Wetterbericht der Wetterdienststelle des meteorologischen Observatoriums zu Nachen. Vorwiegend trocken, zunehmende Bewöltung, mäßig warm. London: Schön, heiß. Hamburg: Holzaustrich. Alvenarius Carbolineum hat Hölzer, welche damit imprägniert wurden, 20, 25 ja sogar 30 Jahre vollständig gesund erhalten— Resultate, wie sie von keinem anderen Holzkonservierungsmittel auch nur annähernd erreicht wurden. Wer deshalb auf eine langandäuernde Holzerhaltung Wert legt, versäume nicht, das echte Avenarius Carbolineum# u verwenden, welches von der Firma R. Avenarius& Co., amburg, Stuttgart, Berlin und Köln vertrieben wird und in hiesiger Gegend erhältlich ist bei: Aug. Meyer, Detmold. Th. Steueberg, Barntrup. H. Mische, Blomberg. Teutonia=Drogerie, J. Surmann, Horn i. Lippe. D. Brüggemann Rfl., Lemgo. Wilh. Hempelmann, Lemgo. H. Bremer, Oerlinghausen. Alb. Volland Rfl., Laugenholzhausen. Fr. Klemme, Brake b. Lemgo. A. Haase, Bega Lippe. te Pte Aus der Nachbarschaft. * Bückebura. 30 Juni. Die###e der Prinzessin findet voraussichtlich am 7. Juli st.., u. a. werden dean vor. verruchen Sie bitte tolgende rreisu Marke:— „Vorstenlanden“, sehr beliebt. St. e Pig. „eine Hellgraue“, gehaltreich, mild und pikant„„ „Mein Liebling“, vorzüglich in und Brand„ S„ Zigarrenhaus Ernst Hartmann, De tmold. Bruchstr. 1 Lage I. L., Langestrasse 80. Horn I. L., Mittelstr. 64. Todes-Anzeige. Es hat Gott dem Allmächtigen gefallen, heute morgen 10½ Uhr unsere liebe Mutter. Schwiegermutter und Grossmutter Hw. Karoline Beige geb. Plöger im 74. Lebensjahre nach längeren Leiden zu sich zu nehmen. Dies zeigen mit der Bitte um stille Teilnahme an die trauernden Hinterbliebenen. Vahlhausen, den 29. Juni 1908. Die Beerdigung findet am Donnerstag. den 2. Juli, nachmittags 2 Uhr statt. AUNTAE STE EELE LAEEE Vernachtung 1 Luni, sondern am 11 Uhr, im Zimmer Nr. vold den 8 Iu d findet nicht am Juli, voru#ttags Der Magistrat Wittte. wer körperschaften we Mai 1806. die hen von der N Durch Beschluß der städtischen Kö “ s des Ortssatuts vom 9./11. 1 ing betreffend, folgende Straßen die Stadt ausgeschlossen: Bruchmauerstraße, raße, Adolfstraße, Karlstraße, Friedrichstraße, Brauergasse und Meierstraße. Detmold, den 24 Juni 1908. Der Magistrat. Wittje. Städtische Sparkasse der Residenzstadt Detmold im Rathaus, Zimmer Nr. 7. Mündelsicher. F. Koislore Grei. sind die bestem und in Gebrauch billigsten. —.— sich nicht durch scheinber billige Angebote Urreführen, sondern bevorzuge sollde ar- und dabei doch preiswerte Pabrikate. Alleinverkauf: Ernst Hartmann, Detmold, Bruchstr. 1. Herrenräder von Mk. 70.—, Damenräder von Mk. 85.— an. Laufdecken von Hk. 8.95 an. Luftschläuche von Mk. 2.80 cn. Bel Barsahlung heher Rabatt. Zinstuss 3¼ bei täglicher Verzinsung. Vertreter und Niederlage: F. W. Schulze Fernsprecher 328. Fernsprecher 328. a Lieferung in stets frischer Abfüllung frei ins Haus. Bilanz am 31. Dezember 190.. Aktiva: 1. Ausgeliehene Kapitalien...... 117 893.— Mi 2. Guthaben in laufender Rechnung. 168488.78„ 3. Sonstiges Permögen....... 6666.52„ 4. Kassenbestand 20 925.58„ II ERN AAN ETENE AANNNE REE SE LE D GERREIRA CIEFEHIHEHTETE SIETUHMIEETTE MAEE TFA EEETA LLEIUIM TLIEIISCE CAEEAE ANANLETAHE AE ACHNTEILLENS TE DDSTETEAEETA EREE LENND HETR KTI EMNNR EE LNENANEIGSE WLDIRD IREEN TILSLM N E A EAAEEIE EHNNNNE CTENTTELETANHNOKI PTAEITEIR LL EEEI TNE Hotel zum Hermann Detmold. Restaurationsgarten. Kohlen und Coks — gut und billigst.— F. W. Schaefer Detmold. Sommerdecken Ackermützen Ohrenmützen Fliegennetze Bandlederne Sommer-Theater. Mittwoch den 1. Juli: Einmaliges Gastspiel von Fräulein Jussllich 1. jugendliche Heldin von den Vereinigten Theatern in Breslau Maria Magdalena Schauspiel in 3 Akten von Friedrich Hebbel. Ireitag, den 3. Juli, k. empfiehlt Adolf Menze Krummestr. 41. Kaufhaus Theodor Brinkhott Kaupg Sommer-Unterzeuge für Damen und Kerren in Macco, Zaumwolle und Wolle. Poröse Gewebe. Retzsacken. Telephon 99. Telephon 99. 310 423.88 Mk. Passiva: 1, Einlagen ur 2. Schulden in 8. Reservefond 4. Reingewinn und Geschäftsanteile 278748.72 Mk. in laufender Rechnung.. 27122.10„. ervefonds........... 3624.02„ ngewinn 1907....... 934.04„ 31042388 Mi Zahl der Genossen am 1. Januar: 68 Ausgeschieden:.........— Eingetreten:.......— Bestand am 31. Dezember:.... 68 Wüsten, den 27. Juni 1908. Dauerbrand=Oefen Regulier=Oefen, Kochöfen, Kochherde Kesselöfen, Ofenrohre u. Kleineisenwaren empfiehlt zu billigen Preisen H. Wissmann. Spar= und Darlehnskasse eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht. Der Vorstand: Lamberg. Lammertsmeier. Der Aufsichtsrat: Schemmel. Lohmeyer. Trake. Statt jeder besonderen Anzeige. Meine Verlobung mit Fräulein Toni Meisner, Tochter des verstorbenen Arztes Herrn Dr Paul Meisner und seiner Frau Gemahlin Martha geb. Haenisch in Wanne, beehre ich mich anzuzeigen. Wanne(1. Westfal.), im Juni 1908. 10000005000000 Otto Engel UEBERALL ZU HABEN 25 BESTER KRAUTERLIKöR Gegen geringe Monate Mark Es hat dem Allmächtigen gefallen, insern innigstgeliebten Sohn Postharte , au Uesern wie Zithern all. Art., SaitenIllmmmte, Blolar Mandoltnen, Guttarren, Musikwerke, selbstspielende, sowie Dreh=Instrumente mit Metallnoten. Automaten, Harmouikas. Grammophone, garantiert echt, mit Hartgummt=Platten.„ Phonographen mit erstklassigen Hartgußwalzen. Ferner photograppische Apparate. Opern— gläser, Feldstecher, künstl. gerahmte Bilder. Man lordere illustrierten Katalog sofort gratis u. trei. Bial& Freund in Breslau l. Julius im„Alter von 14 Jahren von einem #veren Leiden durch einen sanften Tod zu erlösen. " Die tiefbetrübten Eltern und Ge„hwister Fr. Oberschmidt nebst Frau und Kinder. Oberschönhagen, 30. Juni 1908. Beerdigung findet sta:. Donnerslag. 3 e2g nachmittags. Arthur Buchholz Langestr. 39. u::: Fernepr. 310. Spezialgeschäft für Porzellan-, Glas- und Krystallwaren. „Zum 1. August sucht zur teren Ausbildung im H teren Ausbildung im Haushalt ein 19jähriges mädchen Stellung in Detmold. Etwas Taschengeld erwünscht Schriftliche Angebote unter E. E. 19 an die Geschäftsst. d. Blattes. Suche per 1. August cr. oder sofort zur Stütze der Nauskrau ein junges gebildetes Madchen. Gehalt nach Uebereinkunft. Emma Storch, Detmold Langestraße 69. besserer Gastwirtschaft auf dem Lande findet ein nettes junges Mädchen als Stütze freundl. Aufnahme. amilienanschluß. Gehalt nach ebereinkunft. Schriftl. Angebote unter 2 E an die Geschäft: stelle d. Bl. erbeten. Freundl. Wohnung auf gleich oder später zu ver mieten Schülerstraße 17. neue elti und die lippische Verordnung zur Ausführung dieses Ge setzes vom 11. Mai 1908 E. im Verlag von Willy ruder(Lippische TagesZeitung) in Detmold erschienen und für 10 Pfg. zu haben. (Porto 3 Pfg.) Stellengesuche Stellenangebote Wohnungsgesuche Wohnungsangebote Verkäufe Aer Kaufgesuche usw. inseriert man billig und mit besten Ersolg in der Lipp. Tages=Zeitung Salzusten. möblierte Zimmer mit 4 Betten gesucht, wenn möglich mit Pension, für vierzehn Tage—8 Wochen im Juli. Gefl. Off. mit Preisangabe an die Exp. der Lipp. TagesZeitung in Detmold unt. S. 4 erbeten. Himbeeren Johannistrauben Stachelbeeren Kirschen(süße u. saure) zu kaufen gesucht. Angebote unter N. 59•4 nimmt die Geschäftsst. d. Bl. entgegen. Salzuften. „Für 3 Wochen werden zwei möbl. Zimmer mit 4 Betten in der Nähe des Kurparks gesucht, mit Frühstück oder mit vollständiger Pension. Veranda oder kleiner Garten erwünscht. Gefl. Off. mit Preisangabe unter S 34 an die Geschäftsst. der Lipp. Tages=Ztg. in Detmold. Salzutlen. Für 2 Erwachsene und 4 Kinder wird kleine möblierte Wohnung mit od. ohne Pension im Juli gesucht; solche mit Garten bevorzugt. Schriftlche Angebote mit Preis an die Geschäftsstelle der Tageszeitung in Detmold unter 8. 52. Abgeschlossene Partere-Mohzung an ruhige Leute zu vermieter. Kuhlmann, Baumstr. 5 Vieh-, Dezimal- u. Tafelwagen in großer Auswahl empfiehlt Nilh. Nempelmann " Lemgo. 7 300 Zeutner Haferstroh à 1,50 Mark verkauft Rittergut Wendlinghausen. Wohnung in einem neuerbauten Hause mit Gartenland und evt. mi Stallung zum Preise von 200 bis 220 Mr. zu vermieten. Näheres Feldstraße 26. und deren Angstgefühl, Gedächtnisschwä verstimmung, He Magenschwäche, Ohren Mattigkeit, Schlaflo Schwindel, Uebelkeit, der Glieder usw. beseitige ich ohne Störung von Beruf und Lebensweise auf Grund 30jähriger Erfahrung. (hemiter Zeyden, Altona Elbe). Herrschaftl. Wohnung 4 Zimmer, Küche und Zubehör sofort zu vermieten. Näheres Semiuarstraße 9. e Lemgoer Chaussee 24, zum 1. Oktober, zu vermieten. Zu erfragen Lemgoergrundstr. 15. Schöne Wohnung per sofort oder 1. Okt. zu vermieten Lageschestr. 52. Flechten näm. und trockene Schuppenflechts, skroph. Ekzema, Hautausschläge, offeneFüsse Boinschäden, Beingeschwüre, Aderboine, böse Finger, alte Wunden sind oft sohr hartnächig: wer bisher vergeblich hofte zeheilt zu werden, mache noch einen Versuch mit der bestens bewährten RINO-SALBE frei v. Gift u. Säure. Dose Mk. 1.—. Nur echt in Originalpackung weise- grün-rot und mit Firma Rich. Schubert& Co., Weinböhla. Fälschungen weise man zurück. Wache. Napht. je 15. Walrat 20, Bensoef., Venet. Terp., Kampferpfl., Persbalsam je 5, Eigelb 80, Chrysar. 05. Zu haben in den meisten Apotheken. (Ecke Hornschestre“ und Gartentraße gelegen) beabsichtige ich zu verkaufen. Emmy Curtze. Suche auf sofort einen jüng Verwalter K. Feger Rittergut Wöbbel b. Schieder. Eine Scheune zu vermieten, auch als Lagerraum verwendbar. Posthalter Klinge Hornschestr. 29. Junger Mann sucht unter bescheidenen An sprüchen Stellung als Kontor bote. Schriftliche Angebote unter A. B. 93 an die Geschäfts stelle d. Blattes. Einen selbständigen Eine Frau zum Reinemachen für 1 Tage gesucht. Wiener Backhaus Heinrich Liese. sucht auf gleich Fr. Günther, Hiddesen Gesucht einen Zur Erlernung des Haus. haltes findet zu sofort eventuell später ein junges klehtinl auf sofort oder 1. Oktober L. Begemann, Müller Pivitsheide. freundliche Aufnahme gegen geringes Lehrgeld. Meyer Domäne Schwalenberg. Alleinstehende Frau sucht Aufwartestelle. Sprechstunden 12—3, abends 6—7 Lustspiel in 4 Akten von Fulda Bildungsverein. Die Bibliothek ist im Juli geschlossen. Entliehene Bücher sind am ichsten Freitag(6—8 Uhr sends) zurückzuliefern. Der Vorstand. nä aben Kirchenchor. Generalversammlung heute, Dienstag, um 9 Uhr, im Arminiushotel. Jahresabrechnung, Ausgabe der Mitgliedskarten, Rückgabe der Noten 2c. Der Vorstand. Heute abend Gartenkonzert im Hotel z. Hermann Elntritt frei. Restaurant Aktienberg Detmold. Heute abend Großes ausgeführt von Mitgliedern der hiesigen Regimentskapelle. Es ladet dazu freundlich ein Fr. Riesemeier. Anfang 8 Uhr. Schützenverein Heiligenkirchen. üt Zum Schützenfest am 12. 19. Juli sind noch Plätze eine Schießbude, eine Blumenbude, eine Aufschlagbude mit Spielsachen zu vergeben. Meldungen an Heinr. Dreier, Hornoldendorf b. Heiligenkirchen. Nächsten Ziehung der 1. Klasse der 219. Königl. Preuß. Klassen=Lotterie Lose k- P. 7, zu 6. h: 7. zu 10 M., ½ zu 20 M. und ¼ zu 40 M. bei dem Kgl.P reuß. Lotterie-Einnehm. Ad. Reuter Detmold. Viezbohnenstangen billig abzugeben Lippische Möbelfabrik Detmold. Seeee Gorden in ca. 600 versch. Mustern am Lager RESTE in allen Grössen zu jedem nur annehmbaren Preise. Carl Zruns, Detmold Lemgoerstrasse 6. Auguststr. 9, 2 Treppen. * Hohen Verdienst finden Leute jeden Standes durch den Verkauf geschützter Neuheiten an Private. Otto Müller, Leopoldstr. 21.