Lippische Tages-Zeitung General-Hnzeiger für das Fürstentum Eippe. Bezugspreis: in Detmoldzu, durch die Vertretungen: 50 Pfg. für, 1 Monat, duro di 50 Mk. und 42 Pfg. Bes.“. 15 Pfg., auswärtig 2) Lipp Ziegelei=Anzeiger, 1.50 Mk. und 42 Pfg. Bestellgeld, für 2 Monate 1 Mk. u. 28 Psg. Bestell n. 14 Pfg. Bestellgeld. Anzeigen: aus Lippe 12 Pfg, die Petitzeile, amt —“ a u s w ä r t i g e 1 8 P f g., R e k l a m e z e i l e — der, 8) Landwirtsch. R — Post: ¼ Jahr für 1 Monat 50 Pfg e u Familienanzeigen Renamezeile 60 Pf. Beilagen(umsonst): 1) Lipp Familienfreund andwirtsch. Ratgeber, 4) Wandkalender. 5) Sommer=, 6) Winterfahrplan. Rotationsdruck u. Verlag: Willy Beuder, Detmold, Hornschestraße 30, Fernsprecher 10 Vertretungen in: Salzuflen. Lemgo, Lage, Blomberg, Horn, Barntrup, Schwalenberg; ferner in allen Ortschaften der Aemter Detmold, Schötmar, Oerlinghausen, Lage, Horn, Brate, Hobenhausen, Varenholz, Sternberg= Barntrup, Blomberg, Schieder, Schwalenberg; zusammen über 100 Vertretungen.— Die„Lippische Tages=Zeitung" erscheint jeden Wochentag. Ne 121. erantwortlicher Redakteur: Willy Bruder, Detmold. Detmold, Montag, den 2s. Mai 19os. Telegramm=Adresse: Tageszeitung, Detmold. 13. Jahrgang. Urteil im Harden=Prozeß aufgehoben. die letzte Gelegenheit zu sprechen, da der Senat ptelleicht] Bonn, 23. Mai. Zum Besuch des Kronprinzenpaares kratte sehr stark hervorgetreten. Offenbar siegt sie jetzt auc schon jetzt die Lage für die Entscheidung reif halte. Inssind auf dem neu instandgesetzten Kaitervlatz, Elgggrsg in der Vermirt##r#ngei# uur u eur Smte dr diesem Augenblick greift der Reichsanwalt ein.]masten aufgerichtet. Ebenso vor dem mit frischem Strich!— Der Minister Bü=schi=man, der an der Spitze der chineund stellt den Antrag, auf Grund seiner Rügen die versehenen Bahnhof der Rheinuserbahn. In der kaise; sischen Kommission steht, die die deutschen Staatseinrichtungen Aushebung des Urteils und Verweisung an dieslichen. Villa und im Palais Schaumburg val ein Jahr lang studieren soll, wird, wie eine Korrespondenz Das Reichsgericht hob das Urteil des Land= Vorinstanz zu beschließen. Nunmehr bittet auch Harden man besondere Vorbereitungen zum Empsang,„T.#5 meldet, demnächst vom Fürsten Bülow gerichts 1 Berlin gegen Harden nebst den zugrunde liegen= ums Wort und legt dar, warum er sich beschwert fühle. lichen Hoheiten getroffen. Die städtischen und staattsceKaiser in Audienz emp den Feststellungen auf und wies die Sache an diel Er geht auf das Protokoll des Klosterpropstes Otto von Gebäude, sowie zahlreiche Privathäuser zeigen festtiche higher in einem Horet wohnte, ist jetzt nach der Schap Vorinstanz zurück. Die Gründe für diese Ent=Moltke ein, das eine private Aufzeichnung gewefen sei. Jahnenschmuck. Straße in Berlin gezogen, wo er dauernden## scheidung sind die seitens des Landgerichts irrtümliche An= Er glaubt, das Gericht hätte bei einer Verlesung der gan= Bonn, 24. Mai. Ihre Kaiserlichen Hoheiter, dor Hezuig nomme, Verim gezogen, wo er dauernden ausentyatts nahme der Idealkonkurrenz zwischen den§§ 185 und 186,lzen„Zukunft"=Artikel zu einer anderen Auffassung der prinz und die Kronprinzessin sind heute mittag zum Besuch„J.####ee#men der preußisch=befsischen Staatssowie der Fal Geritz. Geritz, der Haushofmeister des Für=[Schuld kommen müssen. In dem Urteil ist nicht ausgespro= des Prinzen und der Prinzessin Adolf zu Schaumrtrg= gog#en im Furit d'S baßen im Fersanennersedr rund 31 sten Enlenburg, wurde, wie berichtet, nachdem er vorherschen, daß ein Unterschjed darin liege, ob jemand fort=Lippe hier eingetroffen. Prinz Oskar war dem, kronprinz=lbahnen im April, d. J. haden m#####rurae,### Sinien bereits entlassen war, nochmals als Zeuge vernommen, während Beleidigungen ausspreche oder Beleidigungen be=lichen Paare entgegengefahren. Die kronprinzlichen Herr= Millionen— 7,14 v. H. mehr, im E# ohne von neuem vereidigt oder auf seinen früheren Eid absichtige. Weiterhin äußert sich der Angeklagte über den schaften wurden von einer großen Menscheumenge, die i##= 2.46 v. H. weniger, insgesamt, einschließlich der sonstigen aufmerksam gemacht zu werden. Zeugen Geritz, und gerade, als er lebhafter wird, unter= zum Schaumburg'schen Palai Spalier bildete, aufs bev- Einnahmen, 0,7 Millionen= 0,48 v. H. Aus der Urteilsbegründung ist folgendes stützt ihn ein heftiger Blitz und Donner. Harden errlärt,shafteste begrüßt. Die Stadt trägt Flaggenschmuck. Monat des Vorjahres betragen. 2 hervorzuheben: Die Frage, ob das gegenwärtige Ver= seine Artikel seien geschrieben im Inr: der„##cs. fahren zulässig war, wird bejaht. Der Grundsatz] Er habe eine patriotische Tat durchzusetzen versucht. Wenn „ne bis in idem“ ist nicht verletzt worden. Der Einwandser dabei mit dem Strafgesetz in Konflikt geraten sei, so sei der Rechtshängigkeit ist schon deshalb versehlt, weil der das ein Schulfall für die Zubilligung des§ 193. Nach Angeklagte gegen den Einstellungsbeschluß nicht Beschwerde einigen kurzen Bemerkungen der Prozeßbeteiligten zieht einlegte. Entscheidungen, die mit unbefristeter Beschwerde sich der Senat zur Beratung zurück und verkündet dann angesochten werden können, sind, wie aus§ 349 der Strafprozeßordnung sich ergibt, ohne weiteres voll rechtswirksam. Hiernach war der eine Einstellungsbeschluß von vornberein in volle Wirksamkeit getreten. Der Tatbestand der Beleidigung wurde als einwandsfrei festgestellt erachtet. Auch die Feststellung, daß eine fortgesetzte Handlung vorliegt, war nicht zu beanstanden. Der Schutz des§ 193 ist s oben mitgeteilte Urteil. Das Kronprinzenpaar im Rheinland. Deutsches Reich. Detmold, 25. Mai. — Die Nachricht von einer geplanten Erhöhung preußischen Zivilliste, die schon vor einiger Zeit auftauchte, Einnahmen im Personenverkehr ist größtenteils eine Folge der Lage des Osterfestes das in diesem Jahre ganz, im Vorjahre nur mit dem zweiten Feiertage in den April fiel. Das Ergebnis des Güterverkehrs ist günstiger, als es den Anschein als der vorjährige. Auf den Arbeitstag gerechnet, sind die Einnahmen aus dem Güterverkehr sogar gestiegen. — Die Entwürse betreffend die Gehaltsreform der Reichsund Staatsbeamten, betreffend die Neuregelung des Wohwird jetzt von den„D. Nachr." bestätigt. Das genannte Blatt nungsgeldzuschusses und der Servicegelder sowie endlich betr. das nicht ohne Fühlung mit einzelnen Beamtenkreisen ist, er= die Beseitigung des Steuerprivilegs sind vom Reichsschaßamte fährt folgendes:„In Verbindung mit der allgemeinen Ei- und dem Finanzministerium so weit fertiggestellt, daß einRußland. e ton. uimd: un. Sennnunetn. Wr. Sund vin 9 1.2 Barmen, 2. Mai. Das Wetter ist regenfrei, sodaß höhung der Beamtengehälter, bedingt durch die zunehmerde schneidende Aenderungen kaum noch Platz greifen werden. Für dem Angeklagten ohne Rechtsirrtum versagt worden, da erder herrliche Festschmuck, den die Stadt zu ihrer Jahr=]Verteuerung der Lebenshaltung, soll auch eine Erhohung der Reichszwecke verlange keine Interessen vertreten hat, die ihn selbst nahe an=shundertseier und zu Ehren des Pronprinzen und der Bezüge der der Krone unterstellten Beamten eintreten, Um 41.—angischen Beam achen„ Geltung f„— dem sei. sonderen war die zw ruhe: kann. Igern trug„Die Allmacht“ von Lachner vor. Der Ober=sischen Truppen in seinem Sette Wortlrtug Berechtigt ist die Prozeßrüge in Nr. 19 der Revisions= bürgermeister hielt sodann eine Rede, in der er den Kron= underschossen worden. Wenn die Nachricht amtlich schrift, die sich darauf bezieht, daß der Zeuge Fritz Geritzsprinzen und die Kronprinzessin bewillkommnete. Mit ei= bestätigt sein sollte, so ware in der Ermordung Helarbis die Peteroburg, 22. Mai. Der persische Geschäftsträger überunbeeidigt vernommen worden ist. Wie das Protokoll er= nem Hoch auf den Kaiser schloß die Rede. Der Kronprinz Bestrafung für seine Beschwerden über die französischen Ueber= reichte heute dem Minister des Aus gibt, war der Zeuge Geritz vorher vernommen worden,ldankte und tat die ersten drei Hammerschläge. Er ließ sich griffe und der Versuch, die Nichtigkeit des deutschen Schutzes Gesuch derpersi und ist nachher wieder vorgerufen worden, ohne von neuems eine Anzahl Personen vorstellen und fuhr dann nach der darzutun, zu erblicken. Ein deutscher Schutzgenosse schrieb rurz=IErfüllu vereidigt zu werden oder die Aussage auf seinen früheren Ruhmeshalle zur Einweihung der Ausstellung##r.,911=lich an einen Geschäftsfreund:„Man behandelt mich schlecht, treffend die Bestrafung der Schuldige Eid zu nehmen. Das wäre aber notwendig gewesen, denn bergische Innenkunst und moderne Kunstwerke aus Privar weil ich zu Euch Deutschen gehöre. In guten Zeiten hielten die russischen Posten bei der perf nach dem Protokoll war der Zeuge Geritz entlassen. Dasbesitz. Hierauf erfolgte die Fahrt nach dem Gebaude derwir zusammen, nun schützt mich auch in bösen.“— In einem Ermordung des Ritt Wort„entlassen“ ist unzweideutig und bedeutet, daß die Concordia zum Frühstück. Dort hielt Oberburgermeister 1! 1—on Telegramme wird dem Tangerer Korrespondenten der keiten, sowie zur Zahlung der Er Vernehmung zum Abschluß gebracht worden ist. Daß der Boigt eine Ansprache. Der Kronprinz erwiderte, rateen.“ o..„#1#t nan der Ermordung Belarbis bes au verlängern. Dabei versicherte der Geschäftsträger, seine ReZeuge definitiv entlassen worden war, brauchte nicht aus=ler danke im Namen seiner Frau und in seinem eigenenven. Hig: die Nachrigt von ver Ermorvung So.n:.—.. 21. Pepiog, Migi gerge We. gesmen iui ereresten de. drücklich ausgesprochen zu werden. Das liegt in dem Vort]Ramen für den freundlichen Empfang und die schönen und stätigt.. 282sen Bürgermeister subren am Sonnabend Bist Pe, T.=3=reu Den Astäin wieden. Der Wininer erinnerte entlassen“. Die Entlassung kann allerdings unter Um=festlichen Worte des Oberbürgermeisters. Er bedauere es].— Die süddeutschen Bürgermeister suhren am Sonnabend mit diese Forderungen erfüllt würden. Der Minister erinnerte ständen gescheben, in denen sie keine definitive Entlassung berzlich, daß die Zeit es ihm nicht vergönne, länger hier in London in offenen Eauipagen zum Buckinoham=Polost, den Geschäftsträger daran, daß die russische Regierung schon sein soll, wie das in mehreren Entscheidungen des Reichs= zu bleiben, um die großen industriellen Unternehmungen Der deutsche Botschafter Graf Wolff=Metternicht stellte dem mehrfach die Aufmerksamkeit der persischen gerichts anerkannt ist. Aber solche besonderen Umstände eingehend zu besichtigen. Er glauoe aber, daß dies ein Könige fünf Oberbürgermeister vor, welche dann die anveren keit, die Eigenmächtigkeit der persischen Nomaden sehlen im vorliegenden Falle, und es geht aus den Aus= sanderes Mal geschehen könne.(Allseitiges Bravo!) Der Burgermeister vorstellten. Der König hielt eine vennen zu zügeln, gerichtet und führungen des Verteidigers sogar hervor, daß die Um= Kronprinz schloß: Alle meine Wünsche, die ich an dieseml deutsche Ansprache, in der er auf das ausgezeichner###e auf russischer Seite un stände für eine desinitive Entlassung sprechen. Unter die Tage für die Stadt Barmen habe, besonders für die Zu; Wetter hinwies und die Hoffnung aussprach, daß alle anderen die Nomaden zu ergreisen, „„ bie MitW Gusfahlung in vollem Umden. Der Senat hat angenommen, daß nur die Kosten des! Düsleldarf. 23. Mai. Heute nachmittag 3½ Uhr trafen München, Geheimrat von Borscht dankte dem Könige„in kaukasischen Behörde gestellt worden seien. Dennoch erklärte Verfahrens vor der Strafkammer dem Angeklagten Last gelegt werden sollten, und hat in diesem Sinne dar Barmen kommeno, in zwei Anlombbiten hier ein, um„—. B— Urteil für genügend klar erachtet. Ein Eingehen auf die sPortal des Parkhotels hatten sich Oberbürgermeister Marx, seine Kollegen aufs höchste zu würdigen wüßten. Die„Worte rung das Gesuch an den Satthal übrigen prozessualen Rügen erübrigte sich nach dieser zahlreiche Beigeordnete und Stadtverordnete und eine An=fehlten ihm, um die Herzlichkeit, Gastfreiheit und Güte zu Entscheidung. lzahl festlich gekleideter Damen versammelt. Der Ober=schildern, die der Abordnung während ihrer ganzen englischen Ueber die Verbandlung vor dem Reichsgericht ent=lbürgermeister richtete einige herzliche Worte der Be= Reise zuteil geworden seien, und von der sie die dankbarste Er=I Wien, 21. Mai. Der Kaiser gab dem Grafen Andrasse nehmen wir noch der.B. Z. a. M.“: Für die heutigelgrüßung an das Kronprinzenpaar und die Tochter des innerung mit nach Hause nähmen. Er hoffe und glaube auf= die Genehmigung zur Einbringu Sitzung hatte der Präsident zwei Schutzleute in den Korri=lweigeordneten Dr. Greve überreichte der Kronprinzessin) richtig, daß der Austausch von Besuchen dazu beitragen werde, Einführung des allgemeinen## doren postiert, um das Publikum von den Saaltüren fern=seinen Blumenstrauß. Das Kronprinzenpaar trat spater die besteyenden guten Beziehungen zwischen den beiden Län= Ungarn. Die Vorlage wird im zuhalten. Im Saale ist es noch dunkler als gestern. Ge= noch auf den Balkon des Hotels und wurde vom Publikum dern noch zu stärken. Nach dem Empfange besichtigten die Fuson der Parteien eingebracht u# adruten begrüßt. Um 6 Uhr Juhr das Kronprinzen= Burgermeister verschiedene Staatsgemächer und Kunstschätze. Grundlage des Pluralwahlrechtes, eine Stimme hat jeder Die Brannschweiger Katholiken. Der braunschweigische Staatsbürger, der lesen und schreiben kann. Die Abstimmung Oktober schon den festen Vorsatz gehabt hat, in allen fol=Landsberg eine Ansprache hielt und dem Kronprinzenpaar] Landtag hat eine Aenderung des Katholikengesetzes dahin be= ist geheim und wird nach 2 genden Artikeln die um den Kaiser verächtlich zu machen. ein Prachtbuchwerk, betitelt:„Silberner Tafelschmuck des schlossen, daß auswärtige Geistliche künftig ohne vorherige Ver= Eransrsich Aus diesem Grunde darf ein fortgesetztes Delikt in keinem Kronprinzenpaares“, überreichte. Der Kronprinzlpflichtung Amtshandlungen im Herzogtum vornehmen dürfen. Falle angenommen werden. Der Reichsanwalt verteidigtsdankte mit folgenden Worten:„Den Vertretern der beiden] Der Magistrat und der Bürgerausschuß der Stadt Schwaan] Paris, 22. Mai. Aus Madrid wird berichtet, der Corlebhaft das Urteil des Vorderrichters, der den einheitlichen Schwesterprovinzen Rheinland und Westsalen danke ich von in Mecklenburg haben in ihrer letzten Sitzung beschlossen, für respondeneig de Espana zufolge habe die spanische RegieVorsatz angenommen hat, die Beleidigungen solange fort=ganzem Herzen im Namen meiner Frau, und in meinem1###. Mahlen zur Bürgerschaft das allgemeine, direktelrung den Botschafter in Paris beauftrag zusetzen, bis das Ziel erreicht werde. Wenn auch die Ab=INamen für dieses wounoeter.:..3 L.taa#u., 1, Katlund geheime Wahlrecht einzuführen. Die Erwerbung Regierung freundschaftliche Vorstellungen betreffs d. Zwischenso war doch keineswegs das Mittel der Verteidigung ge: zutell werden lasen, Solle es Albumblätter. O wolle nie ein Herz beneiden, I# Weil es im Glücke schweigt allein; Das ist kein Glück, das ist ein Leiden, In seinen Wonnen einsam sein. H. von Mosenthal. 6 Der Kampf ums Roman von Eusemia v. Adlersfeld=Ballestrem. (Nackdruck verboten.) „Warum machen wir das alles mit?“ fragte Elisabeth, als sie nach dem üblichen Tee nach Hause kam und sich totmüde die schönen, wenn auch nicht allzu zahlreichen Familiendiamanten der Mac Catrine aus den Haaren und von Nacken, Schultern und Armen löste.„Dir ist nichts schrecklicher als dieses Gesell schaftsleben und ich bin ganz deiner Meinung, Liebster! Wozu also quälen wir uns damit?". =:„Wozu? Nun, damit du recht Uetanst und vertraut wirst in diesen Kreisen," erwiderte Mac Donald ruhig, aber müde *„Ist das so eilig? Wir betreiben es, als ob wir etwas versäumen!“ =„Das würden wir auch, mein Liebling! Die Zeit drängt und eilt der Jahres= und Jahrhundertwende entgegen. Und ich möchte gern, daß meine Freunde auch die deinen sind,— wenn ich, der letzte Mac Catrine, mein Haus beschließe.“ Elisabeth erschrak bei diesen Worten bis ins innerste Herz hinein. Sie hatte gewähnt, den Glauben ihres Gatten an die schreckliche Weissagung wenn auch nicht ausgerottet, doch stark erschüttert zu haben. Sie wollte diese Erschütterung still wirken und ihr Werk vollenden lassen und hatte das Thema weislich, wie sie glaubte, nicht mehr berührt. Und nun mußte sie sehen, daß ihre Argumente nur insoweit ge fruchtet, als er, ihrer Einwilligung sicher, sein Glück genießen wollte, so lange es sich ihm bot, u. daß im übrigen unentwegt an die Wahrheit der düsteren Prophezeiung glaubte. Was sollte sie tun? War sie völlig machtlos gegen dieses unheimliche Gespenst, das seinen Platz an ihrem Herde be haupten wollte? „O Donald,“ rief sie, indem ein feuchter Schleier sich vor ihre Augen legte,„o Donald, ist das recht? Ist es nicht viel mehr ein Unrecht gegen dich und mich?“ Er ließ den Kopf schwer atmend auf die Brust sinken. „Ich kann nichts dagegen tun,“ murmelte er.„Mein Vater hat daran geglaubt, mein Großvater, Urgroßvater und meine Ahnen taten es— ich bin verpflichtet, daran festzuhalten!“ „Das bist du nicht!" erwiderte Elisabeth sanft, aber fest. „Kein Mensch ist verpflichtet, dasselbe zu glauben wie seine Vorfahren. Aller vererbte Glaube ist ein toter Glaube, der keine Früchte trägt, sondern ein dürres Gestrüpp hervorbringt, er ist eine Sklavenfessel, er macht unfrei!“ Elisabeth, du meinst es gut. Aber du kannst mich nicht verstehen, weil du keine Hochländerin, nicht in unseren Traditionen geboren und erzogen bist,“ sagte Sir Donald müde. „Aber ich bin ein Christ wie du!“ rief Elisabeth eindringlich. Und eure Tradition ist eine unberechtigte Korrektur an Gottes Weisheit und Allgüte.“ Gott selbst hat sich uns im Gegenteil durch den Mund der Lady Maud geoffenbart Sie war ein Mensch wie wir— ihre Weissagungen, wie du sie nennst, sind Halluzinationen, an d. zu glauben dich nichts verpflichtet.“ „Der Glaube meiner Väter verpflichtet auch mich. Und wo hätte man je gehört, daß eines Hochländers zweites Gesichte getrogen hätten? Das kannst du nicht verstehen Elisabeth!“ Die junge Frau schwieg— nicht weil ihre Argumente zu Ende waren, oder weil sie ihre Machtlosigkeit in diesem Punkte fühlte, sondern weil sie klug war. weil sie ihren Gatten von ganzem Herzen liebte und ihre Stunde abwarten wollte, in der sie ihn befreien mußte von diesem Joch des Aberglaubens, wie sie es nannte. Zwar wollte sich unter dem düsteren Ein flusse auch durch ihre Seele ein leises Grauen, ein ohnmächtiges Bangen schleichen vor dem Ungreifbaren, Unbegreiflichen, aber tapfer schüttelte sie's von sich ab und stählte mit ihrem starken festen, redlichen Willen ihren Geist zum Kampfe um ihr Glück denn sie war fest entschlossen, darum zu ringen mit allen ihren Kräften. Mit dem entscheidenden„Ja“ in der lilienduftenden Stiftskirche zu Baden=Baden hatte sie sich sicher gewähnt in dem endgültigen Besitze dieses Glücks und nun mußte sie ein sehen, daß er es nur als geliehen betrachtee für kurze Zeit, daß die Hand der Seherin sich aus dem Dunkel der Jahrhunderte geheimnisvoll ausstreckte, um den grauen, düsteren Schleie über das letzte blühende Leben ihres Hauses zu wersen. Noch wußte sie natürlich nicht, wie sie es anfangen müßte, um diesen Schleier endgültig zu zerreißen, denn ehe sie planen konnte, mußte sie selbst erst die Last von sich werfen, die sich ihr unerwartet. plötzlich mit erdrückender Schwere auf die Seele gelegt. Ja, hätte es gegen Menschen zu kämpfen gegolten, gegen eine sichtbare Gefahr, dann wäre sie um das Wie nicht besorgt gewesen, aber hier stand sie einem unheimlichen, unerklärlichen Schatten gegenüber, hier hatte sie nicht mit Geistern nein, mit Gespenstern zu kämpfen, mit den schrecklichen Gespentern vergangener Tage, die sich wie Vampyre an ihre Opfer festsaugten und mit hypnotischer Gewalt deren geistige Fähigkeiten in Fesseln schlugen. Bei diesem Gedanken zog ein Grauen durch Elisabeths Seele, aber sie verzagte nicht. Sie vertraute zunächst auf die Zeit, wenn sie mit Donald allein sein würde, um dann den rechten Weg zu sehen, den sie ihn leise, aber mit fester Hand führen würde aus diesem Irrgarten mittelalterlicher Tra ditionen. Am anderen Tage traf es sich, als Sir Donald und Lady Mac Catrine bei näher. Bekannt zum Diner eingeladen waren daß Elisabeth dort von ihres Gatten intimsten Freunde, Doktor Chetwynd, zu Tisch geführt wurde. Verhältnismäßig jung wie letzterer war, genoß er doch schon eines gewissen Rufes als Arzt und Assistent eines der berühmtesten Pathalogen Londons. doch auch als Mensch war er der jungen Frau höchst sympatisch, und sie war ganz geneigt, ihres Gatten Freundschaft für den ruhigen, bestimmten charaktervollen Mann in vollem Umfange zu teilen. Als er an jenem Abend zu ihr trat und ihr den Arm reichte, um sie zu Tisch zu führen, durchzuckte sie der Gedanke: Hier findest Du vielleicht Hilfe oder doch zum mindesten einen guten Rat! Und impulsiv, wie sie zu handeln pflegte, sagte sie auch nach der üblichen Begrüßung ohne Uebergang:„Herr Doktor, was halten Sie von Doualds Gesundheitszustand?“ Der junge Arzt warf einen überraschten Blick auf seine Nachbarin. „O, Donald ist völlig gesund!“ sagte er dann ruhig und bestimmt.„Das heißt, ich spreche, soweit ich es dem Anscheine nach beurteilen kann. Er kam vor einigen Monaten zu mir uud bat, ihn zu untersuchen, und ihm auf Ehrenwort zu sagen, salls ich irgend eines seiner Organe leidend fände. Ich konnte ihm aber auf Pflicht und Gewissen versichern, daß er das Muster eines physisch gesunden Menschen ist" „O ja— physisch!“ davon erzählt.“ Wieder flog ein scharfer, durchdringender Blick des Doktors auf seine Nachbarin. „Mir schien damals,“ sagte er indes, ohne zu fragen,„mir chien damals, als ob Donalds Erkundigung nach seiner phostchen Gesundheit die Folge einer seelischen Last sei, die ihn momentan bedrückte, denn der Donald, den ich seit unserer beider kenne, war ein harmlos heiterer Geselle, der zu den Nachtseiten des psychischen Lebens ganz ohne Beziehung stand. Die letzten Monate vor dem Tode seines Vaters brachten hierin indes eine Wendung. Nun, jedenfalls war ich von Herzen froh, zu hören, daß draußen auf d. Kontinent sein Herz gesprochen und daß er nicht allein heimkehrte, sondern sich in Ihnen, Lady Mac Catrine, den Sonnenschein heimgeführt hat, der alle Schatten, wenn welche vorhanden sind, aus seinem Dasein bannen wird.“ „Nun.“ erwiderte Elisabeth, dankbar lächelnd für diese freundlichen und herzlichen Worte,„nun gebe Gott, daß der Sonnenschein auch kärftig genug ist, alle Wolken zu durchdringen!" „Kraftlos, wenn auch immerhin noch freundlich und belebend ist die Wintersonne. Die Frühlingssonne aber schafft Wunder über Wunder und durchdringt die tiefsten Schatten. Wenn Donald sich im Sommer seines Lebens den Frühling ins Haus geholt, dann wird seine Sonne ihm schon die Spinnweben, Grillen, Bazillen und sonstigen Schmarotzer darin desinfizieren, wie es ihres Amtes ist!" Elisabeth horchte auf. „Haben Ihre Worte einen tieferen, einen besonderen Sinn, Herr Doktor?“ fragte sie mit Betonung. „Das kommt darauf an!“ war die Entgegnung, aber Elisabeth verstand sie. „Ich kenne die Geschichte der Mac Catrine,“ sagte sie mit unwillkürlich gedämpfter Stimme.„Ich weiß alles von Donald selbst, daß man sie„Die Unbegrabenen“ nennt, ich kenne die sogenannte Prophezeiung von A bis 3.“ (Fortsetzung folgt.) Bern, 22. Mai. Der Bundesrat hat bei der Bundesver sammlung einen Kredit von 5 300 000 Franken beantragt für die Erweiterung der Artilleriewaffenplätze zu Biere und Thun, sowie zur Herstellung eines neuen Artille riewaffenplatzes zu Kloten, Bezirk Bülach. Weiter beantragte der Bundesrat die Genehmigung des in Rom abgeschlossenen internationalen Uebereinkommens betreffend die Schaffung eines internationalen Sanitätsamtes in Paris. Luxemburg. Luxemburg, 23. Mai. Nach einjähriger Abwesenheit ist heute nachmittag der Großherzoa mit Gemahlin aus Santa Margherita bei Genua hierher zurückgekehrt. Orient. Belgrad, 21. Mai. Entgegen den russischen Zeitungs meldungen, wonach König Peter in kurzer Zeit in Vetersburg einen Besuch abstatten würde, verlautet aus hiesigen Hofkreisen, daß König Peter überhaupt keine Reise nach Rußland zu unternehmen gedenkt. Es sei die unerschütterliche Absicht des Königs, seine erste Auslandsreise nach Wien zu unternehmen, und zwar sobald der Handelsvertrag mit Oesterreich=Ungarn abgeschlossen sein wird. Man rechnet damit, daß der König sich Ende August nach Wien begeben wird, um dem Kaiser anläßlich seines 60jährigen Regierungsjubiläums zu beglückwünschen. Dieser Besuch wird den Anfang der Antrittsbesuche König Peters bei den europäischen Hösen bilden. Asien. Taebris, 22. Mai. Rußland und Persien. Der versische Gouverneur erhielt von dem russischen General Snars's ein Telegramm, das dessen Forderungen an den Führer der aufrührerischen Volksstämme enthält. Das Ultimatum des Generals Snarsky besteht aus drei Punkten: Bezahlung einer Entschädigung an die geplünderten Russen, Auslieferung der Mörder und Erlegung einer Bestimmten Buße für die Ermordung des Rittmeisters. Die Antwort muß bis spätestens Freitag mittag 12 Uhr erfolgen, widrigenfalls General Snarsky für das Ueberschreiten der russischen Grenze gewaltsam Genugtuung fordern, die Dörfer zerstören und die Schuldigen bestrafen will. Amerika. Washingten, 22. Mai. Das Mitglied des Repräsentantenhauses Lilly hatte gegen eine Anzahl anderer Parlamentarier die Beschuldigung erhoben, sie hätten von der Holland Submarine Company Bestechungsgelder dafür angenommen, daß sle für den Ankauf der von der Gesellschaft gebauten Unterseeboote durch die Marineverwaltung stimmten. Der vom Repräsentantenhause eingesetzte Untersuchungsausschuß erstattet jetzt seinen Bericht, wonach Lilly seine Beschuldigungen wider besseres Wissen erhoben hat. Der Bericht behauptet sogar, daß der Ankläger im Dienste einer Konkurrenzfirma stehe und in dieser Eigenschaft selbst seine Pflichten als Volksvertreter gröblich verletzt habe. Anstralien. Melbourne, 22. Mai.(Meldung des Neuterschen Bur.). Im Repräsentantenhause erklärte Ministerpräsident Deakin, daß die Mitteilungen von Grenzvorfällen in Neu Gutnea amtlich nicht bestätigt worden seien. Es scheine, daß die Goldgräber, welche die Lizenzgebühr bezahlen mußten, in dem Teile des Landes arbeiteten, der anerkanntermaßen jenseits der Grenze liege. Sie hätten übrigens die Gebühren ohne Anstand bezahlt. Reibungen zwischen den Arbeitern und den deutschen Behörden seten nicht vorgefallen. Tages=Neuigkeiten. Hamm, 22. Mai.(Ein nettes Pflänzchen). Der 15jährige Kaufmannslehrling B., der mit 1500 M zur Reichsbank geschickt worden war, aber durchbrannte, hatte sich nach Gelsenkirchen begeben, um ein junges Mädchen, das einer gastierenden Truppe angehörte, zu besuchen. Weil das Mädchen aber nichts von ihm wissen wollte, reiste er nach Hamburg. Von Eifersucht geplagt, kehrte er dann wieder nach Gelsenkirchen zurück, wo er verhaftet wurde. In seinem Besitz wurden noch 1200 M und ein Revolver gefunden. Bochum, 22. Mai. Das Opfer eines geriebenen Heiratsschwindlers ist die Tochter eines angesehenen Bürgers geworden Vor einiger Zeit machte die junge Dame die Bekanntschaft eines Herrn, der sich als Doktor der Mathmatik und Leutnant der Reserve einführte und durch weltmännisches Auftreten und liebenswürdiges Wesen sich derart in ihr Herz einzuschmeicheln wußte, daß schon bald die Verlobung des Paares stattfand. Das Verhältnis fand um so freudigere Zustimmung bei den Eltern der Braut, als der Herr Leutnant glaubhaft zu machen verstand, daß er bei einem hiesigen großindustriellen Werke eine glänzende Position als technischer Beamter einnehme und außerdem aussichtsvolle Beziehungen zur Leitung eines anderen grohen Fabrikunternehmens in einer Nachbarstadt unterhalte. Es wurde alles zur Hochzeit vorbereitet. Der künftige Schwiegervater war nicht ungehalten darüber, als er von dem Herrn Leutnant hörte, daß er Gelegenheit habe, die zur Begründung des Hausstandes erforderliche Wohnungseinrichtung unter besonders günstigen Bedingungen zu erwerben. Er erzählte, einer seiner Freunde, ein Offizier, habe sich nach Südwestafrika gemeldet, löse seinen Haushalt in der Heimat auf und wolle ihm die Einrichtung zum halben Preise des Wertes überlassen. Eine Anzahlung von 300 A habe er bereits gemacht den Rest möge der Herr Schwiegervater zuschießen. Der war nicht knauserig, gab dem zukünftigen Schwiegersohn den ganzen Betrag und hörte seitdem nichts mehr von dem sauberen Herrn. Jetzt ist dieser in Frankfurt a. M. verdaftet worden. Es stellte sich heraus, daß der Jüngling, der sich als simpler Schlosser entpuppte, nicht weniger als fünfmal öffentlich verlobt gewesen ist. In einem Koffer, den man bei ihm beschlagnahmt fand man außer zärtlichen Briefen acht Mädchenzöpfe. Wenn sich für das Vorhandensein dieser eigenartigen Sammlung keine andere Erklärung beibringen läßt, wird man annehmen müssen, daß man es in dem Festgenommenen nicht nur mit einem Heiratsschwindler, sondern auch mit einem Zopfabschneider zu tun hat. Bonn, 24. Mai. Ein neuer Luftballon wurde gestern nachmittag vom Niederrheinischen Verein für Luft schiffahrt, Sektion Düsseldorf=Bonn, auf dem Felde neben der Bonner Gasfabrik aus der Taufe gehoben. Den Taufakt vollzog Ihre Königliche Hoheit Frau Prinzessin Adolf zu Schaumburg=Lippe. Die erste Fahrt dieses Ballono machte auch Se. Durchlaucht Prinz Adolf mit. Der Taufakt wurde mit einer poetischen Ansprache eröffnet, die mit den Worten schloß: „Geweiht: von Königlicher Huld und Hand, Wird er vor unsern Augen sich erheben; Zu vielen weiten Fahrten über's Land Woll“ ihm der Wind die frohen Flügel geben!— Wert seines Namens wirke sern und nah Der Ballon Bonns„Prinzeß Viktoria!!“ Ihre Königliche Hoheit Frau Prinzessin Adolf zu Schaumburg=Lippe trat hierauf an den Ballon, welcher in großen Lettern die Ausschrift„Prinzeß Viktoria“ trägt, heran und sprach kurz:„Ich taufe dich mit meinem Namen Prinzeß Viktoria“. Zugleich ließ die hohe Frau an dem Ballon befestigte Flasche mit flüssiger Luft am Boden zerschellen. Se. Durchlaucht, Prinz Adolf zu Schaumburg=Lippe und Oberlehrer Milarch bestiegen hierauf den Korb. Der Ballon zog mit 30 Kilometer Geschwindigkeit dem Ahrtal zu und ist nach zweistündiger Fahrt glatt bei Oberwinter gelandet. Die Fahrt mußte wegen eines nahenden Gewitters abgekürzt werden. Sörlitz, 23. Mai. Die gestrige nichtöffentliche Sitzung der Stadtverordnetenversammlung beschloß, da dies im Interesse der Stadt liege, die Wiedererbauung und Fertigstellung der Stadthalle dem Baumeister Sehrung zu übertragen, der bekanntlich den Bau der eingestürzten Stadthalle geleitet hat. Es soll eine Vertrauenskommission, die sich aus zwei königlichen Baubeamten und zwei Vertrauensmännern zusammensetzt, gewählt und der Stadt verschiedene Rechte gegenüber gesichert werden Trier, 23. Mat. Der Hüftenstecher, der in Metz seit Jahresfrist sein Unwesen treibt, verletzte auf belebter Straße eine Frau in gewohnter Weise. Er entkam, wurde aber als Soldat des zweiten bayerischen Fußartillerie=Regiments erkannt. Marburg, 21. Mai. In der Nähe von Münchhausen landete der Luftballon„Fredenbaum“ aus Dortmund, der von Dortmund aus rund drei Stunden gebraucht hatte. Von den fünf Insassen war bei einem Landungsversuch eine bereits bei Laisa auf einem hohen Baum ausgestiegen und hatte sich eine kleine Verletzung an der Hand zugezogen. Dresden, 23. Mai. Amtliche Meldung. Gestern abend ist in der Königlichen Muldenhütte bei Freiberg eingebrochen und ein Platinkessel im Werte von 70 000 Mark gestohlen worden. Der Kessel ist 1 Meter breit und 40 Zentimeter tief und dürfte zerschnitten worden sein. Es wird gebeten, bei Angebot der hiesigen Kriminalpolizei Nachricht zukommen zu lassen. München, 22. Mai. Die Erbprinzessin Charlotte von Sachsen= Meiningen, eine Schwester des Kaisers, hat einen längeren Erholungsaufenthalt im Sanatorium Ebben hausen bei München genommen. Ueber den Gesundheitszustand der Prinzessin sind schon längere Zeit ungünstige Gerüchte im Umlauf. Baden=Baden, 22. Mai. Das bekannte Hotel„Badischer Hof“ ist durch Kauf in d. Besitz der großherzoglich badischen Regierung übergegangen, u. zwar soll der Kaufpreis eine Million Mark betragen. Zu dem Hotel gehört eine Wasser gerechtsame von 72.000 Litern Thermalwasser pro Tag, und hauptsächlich dieser Umstand dürfte die Regierung zum Ankauf veranlaßt haben. Der„Badische Hof“ war früher ein Kloster, welches zum Hotel umgebaut wurde, das sich auch längere Zeit im Besitze der Spielpächter Benazet und Dupressoir befand. Vorläufig wird es unter der Leitung des bisherigen Besitzers unverändert weitergeführt. Rostock, 21. Mai. Der nächtliche Raubanfall auf den Gutsbesitzer v. Buch in Zapkendorf bei Güstrow i. M. hat durch die in Rostock erfolgte Verhaftung der Täter seine Aufklärung gefunden. Die Festgenommenen sind zwei Kellner, die nach ihrer Angabe zuletzt in Berlin wohnhaft gewesen und vor kurzem nach Mecklenburg gekommen sind, um eine Gastwirtschaft zu kaufen. Aus diesem Anlasse hatten sie bei einer Witwe in Rostock vorübergehend ein Logis gemietet. Zufälligerweise wohnte in dem betreffenden Hause auch ein Stuckateur, dessen Prinzipale von der Staatsanwaltschaft beauftragt worden waren, die Fußspuren der beiden Einbrecher in Zapkendorf abzuformen. Mit dieser Arbeit wurde der erwähnte Stuckateur betraut. Diesem kamen die beiden Fremden verdächtig vor u. er machte die Polizei auf sie aufmerksam. Als mehrere Kriminalbeamte das Zimmer betraten, lag der eine der mutmaßlichen Täter noch im Bett, während sein Komplice am Tisch Kaffee trank. Nichts Gutes ahnend, zog der im Bett Liegende einen Nevolver unter der Decke hervor und legte auf die Beamten an, doch wurde ihm die Waffe blitzschnell aus der Hand geschlagen, worauf beide Verbrecher gefesselt dem Gerichtsgefängnis zugeführt wurden; sie haben bereits ein offenes Geständnis abgelegt. Bei einer Durchsuchung des Zimmers wurden von dem dem Gutsbesitzer v. Buch geraubten Gute noch 2700 A in bar und die goldene Uhr gefunden, während die Sparkassenbücher über 2000 A nicht entdeckt werden konnten. Dagegen fand man noch eine Anzahl alter wertvoller Münzen sowie mehrere Pfandscheine über versetzte goldene Uhren, so daß anzunehmen ist, daß die Verhafteten sogenannte schwere Jungen sind, die noch mehr auf dem Kerbholz haben dürften. Innsbruck, 23. Mai. Die Troppauer Hütte der Sektion Silesia des Alpenvereins in der Ortlergruppe ist durch eine Lawine vollständig zerstört worden. Der Schaden ist beträchtlich. Paris, 23. Mai. Auf dem Bahnhofe zu Cannes wurde ein Mann verhaftet, der versucht hatte zwei Reisende des Expreßzuges Monte Carlo—Paris mit Chloroform zu betäuben und zu berauben. Die Polizei stellte fest, daß der Verbrecher einer jener Diebesbanden angehört, die zumeist in Eisenbahnzügen operieren. Bern, 23. Mai. Nach mehrtägiger sommerlicher Wärme ist am Freitag und Sonnabend ein plötzlicher Temperatursturz eingetreten, der einen großen Schneefall in einem großen Teile der schweizerischen Hochebene des Jura und der Alpen im Gefolge hatte. Die Fernsprechleitungen waren gestört und an den Kulturen, namentlich an Obstbäumen und Laubhölzern, die unter der Schneelast brachen, wurde beträchtlicher Schaden angerichtet. Viehherden, die schon die Alpenweiden bezogen hatten, müssen wegen Futtermangels wieder zu Tal fahren. Verschiedene Bergbahnen mußten den Betrieb einstellen. Aus Heidelberg wird berichtet: Die Univerlität erreichte jetzt zum ersten Male eine Präsenzstärke von 2000 imatrikulierten Studenten.— Nach dem„Heidelb. Tagebl.“ ist gelegentlich einer Besichtigung d. Heidelberger Schlosses durch die Ministerial=Baukommission unter dem Vorsitz des Finanzministers Honsell auch die Frage, was mit dem OttoHeinrichsbau zu geschehen habe, wieder aufgerollt worden. Zur Erhaltung des malerischen Eindrucks, den das schöne Stadtbild des alten Rostock auch von der Flußseite her gewährt, ist von der Stadt Rostock ein besonderes Ortsgesetz für die Straße am Strande erlassen worden. Entstellende Neubauten, besonders sog. Wolkenkratzer, sollen auf den in Betracht kommenden Grundstücken nicht aufgeführt werden. Nicht nur in der Alt= und Mittelstadt sind in letzter Zeit zahlreiche alte Häuser verschwunden, sondern auch im älteren Teil der Steintorvorstadt werden von Bauunternehmern Grundstücke aufgekauft, um diese mit Neubauten zu besetzen. und Land. Detmolv. 25. Mai. * Z u r G e b u r t s t a g s f e i e r S e i n e r D u r c h l a u c h t d e s F ü r s t e n ist folgendes Programm aufgestellt: Freitag, 29. Mai: Großer Zapfenstreich, Beginn 9 Uhr abendo. Führung: Oberleutnant Goebel. Einzuschlagender Weg: Schloßwache— Residenzschloß,— Bismarck=,— Paulinen=,—Freiligrath=, Gr. Palais=,—Beneken=,—Weinberg=,—Lange=,—Exter=,—Leopold=—Neue Leopold=,—Woldemar=,—Langestraße, Schloß= wache. Sonnabend, 30. Mai: Großes Wecken, Beginn 6 Uhr vormittags. Führung: Oberleutnant Goebel. Einzuschlagender Weg: Schloßzwache, Lange=, Woldemar=, Neue Leopold=, Leopold=, Hornsche=, Weinberg=, Paulinen=, Luisenstraße, Alexander platz, Hermann=, Moltke=, Emilienstraße, Kaserne III. 9 Uhr vorm.: Morgenmusik auf der Schloßterrasse. 11 Uhr vorm.: Gottesdienst in der Schloßkirche. 12 Uhr mittags: Parade auf dem Hofe der Kaserne III. Zutritt für das Publikum gestattet. 6 Uhr nachm.: Festessen— bei Ressource. Zum Rücktritt des Regierungspräsidenten von Oerten in Lüneburg. Herr v. Oertzen wird sich nach Weimar zurückziehen. Er war bekanntlich wahrend der Regentschaft der Prinzen Adolf zu Schaumburg=Lippe lippischer Staatsminister, einen Posten, der er nach der Regentschaftsübernahme des Grafregenten mit der Stellung eines preußischen Regierungspräsidenten der Hohenzollernschen Lunde in Sigmaringen vertauschte. Er ist ein jüngerer Bruder des Herrn Hellmut von Oertzen, Fideikommißherrn auf Leppien in Mecklenburg Stre litz. und seit 1881 mit einer geborenen Freiin von Senarclens Grancy. einer Schwester des 1901 verstorbenen Generaladjutanten des Großherzogs von Hessen, vermählt. Sein einziger Sohn steht bei den 18. Dragonern in Parchim, von seinen fünf Töchtern ist die älteste Hofdame der Prinzessin Heinrich in Kiel, die zweite Fräulein Eva von Oerten ist mit dem Regierungsreferendar Freiherrn Hugo Löw von und zu Steinfurth in Hannover, verlobt. „* Ihre Hoheit Prinzessin Wilhelm von Hessen=Philippstal=Barchfeld, Mutter Ihrer Hoheit der Fürstin Bertha zur Lippe, die am hiesigen Hose einige Tage zu Besuch war, hat sich in voriger Woche nach Bückeburg begeben, zum Besuche Ihrer Hochs. Durchl. der FürstinMutter=Hermine. * D i e E r l a u b n i s z u r A n l e g u n g d e s E h r e n k r e u z e s vierter Klasse des Fürstlich Lippischen Hausordens wurde dem Kastellan Jarbot; des mit dem demselben Orden verbundenen silbernen Verdienstkreuzes den Hostägern Radtke und Pretzschker, sämtlich in Berlin, erteilt. * O b e r s t l e u t n a n t a l a s u i t e Q u e n t i n, K o m m a n d e u r der Fürstlichen Gendarmerie, hat einen mehrwöchentlichen Urlaub nach Bad Kissingen angetreten. * S t a a t s l o t t e r i e. A m S o n n a b e n d f i e l e n: 2 0 0 0 0 0 A auf Nr. 210 224, 50000 MA auf Nr. 80 252, 30000„ auf Nr. J35 223, 15000 M aus Nr. 209 495, je 10.000 auf Nr. 655, 81 602 und 269 830.— Am Freitag fielen 150000 auf Nr. 61 237(nicht auf 112 237). * Lehrerinnen=Geminar. Zu unserer Meldung in der letzten Nummer vom Weggange der Leiderin des Lehrerinnen=Seminars Frl. Müfselmann wird uns noch mitgeteilt, daß Frl. M. im Juli einem Ruse nach Gotha folgt, um die Leitung des dortigen Zimmer'schen Töchterheims„Annenhaus“ zu übernehmen. * T a u b s t u m m e n g o t t e s d i e u s t f i n d e t a m H i m m e l fahrtstage, morgens 10 Uhr, in der Schule statt. Lehrer Brokschmidt bittet freundlichst, die erwachsenen Taubstummen darauf aufmerksam zu machen und zum Besuche des Gottesdienstes zu veranlassen. * A u s d e r S e n n e. G e n e r a l m a j o r v. S t a n g e n, f r ü h e r Stabsoffizier der Kürassiere in Münster, beauftragt mit Wahrnehmung der Geschäfte als Inspektor der 2. KavallerieInspektion, ist zum Führer der im Juli und August auf dem Truppenübungsplatze in der Senne übenden Kavallerie=Division C ernannt. Zu der Division treten zur Bildung eines Kavallerie=Korps, das Anfang August vom Kaiser in der Senne besichtigt wird, u. a. noch hinzu vom 7. Armeekorps die Münsterschen Kürassiere und die Paderborner Husaren. * Kriegerverein. Wir machen die Mitglieder des Kriegervereins Detmold, darauf aufmerksam, daß am Mittwoch, den 27. d. M. abends 8½ Uhr im Odeon eine außerordentliche General=Versammlung(s. Anzeigenteil) stattfindet, zu welcher besonders nicht eingeladen wird, in der unter anderem für den zurückgetretenen 1. Vorsitzenden, Oberbürgermeister Wittje, ein 1. Vorsitzender zu wählen sein wird. Im Interesse des Vereins liegt es wohl, wenn die Generalversammlung recht zahlreich besucht wird, damit der neue Vorsitzende sich möglichst gleich allen Kameraden vorstellen kann. * Schnellzugs=Verkehr Bremen—Detmold—Frankfurt am Main. Die Ausführungen des Vorsitzenden der lippischen Handelskammer, Herrn Kommerzienrat Hinrichs in der Freitagsversommlung im„Lipp. Hof“, über die wir schon in letzter Nummer berichteten, hatten folgenden Wortlaut: Die im Jahre 1880 eröffnete Bahn Hersord=Detmold ist hauptsächlich gebaut zur Aufschließung des lippischen Landes, aber sie war doch immer gedacht ils Teilstrecke einer größeren Bahn, die die Verbindungen von Norden nach Süden bezw. Nordwest nach Südost abkürzen sollte. Schon seit dem Jahre 1846 war eine ganze Reihe von Projekten ausgetaucht, die alle mit einer Durchquerung des lippischen Landes rechneten, aber die Bahn über die Grenzen des letzteren in nordwestlicher und südlicher Richtung fortsetzen wollten. In der Tat, wenn man auf die Karte sieht, daß das ganze Gebiet zwischen den Bahnen Löhne=Hameln und Soest=Altenbeken noch keine Bahn aufwies, so begreift man heute kaum, daß es solange dauern mußte, bis diese Lücke ausgefüllt wurde. Aber auch nachdem die Strecke Herford=Detmold fertiggestellt war, erforderte es noch die größten Anstrengungen, die nur 19 Kilometer lange Strecke Detmold=Altenbeken zur Durchführung zu bringen, obgleich dadurch beispielsweise die Verbindung zwischen Bielefeld und Kassel und Bieleseld und Höxter um nicht weniger als 64 Kilometer abgekürzt wurde. Erst als man von den rein lokalen Interessen wieder zu allgemeinen Gesichtspunkten überging, wurde die Sache anders. Auf Anregung der Bielefelder andelskammer tagten am 3. Juli 1885 in diesem selben aale Vertreter fast derselben Korporationen, um von der Erwägung aus, daß dadurch große allgemeine Verkehrsinteressen gefördert würden, zunächst den Bau der Strecke Detmold=Altenbeken durchzusetzen. Auch Vertreter der Handelskammern Bremen und Frankfurt a. M. waren in dieser Sitzung anwesend, ein Beweis, daß man die kurze Strecke aufsaßte als ein Glied einer größeren Verbindung, die die beiden genannten Städte einander näherbringen sollte. Und auf Rat des Ministers Maybach selbst erweiterte dann das an jenem Tage und in diesem Saale gegründete Komitee seine Aufgabe dahin, nicht nur den Bau der Strecke Detmold=Altenbeken herbeizuführen, sondern auch den Ausbau der Strecke von Herford aus nat Norden zum Anschluß an die Linie Bremen=Osnabrüc Zehn Jahre hat es dann gedauert, bis das Komitee den ersten Teil seiner Aufgabe, den Bau der Strecke DetmoldAltenbeken erfüllt fah und fast 20 Jahre, bis auch der Ausbau nach Norden vollendet war, denn das letzte Stück Herford=Bünde ist erst im Jahre 1904 eröffnet. Sehen wir nun, was von den neuen Strecken für den durchgehenden Verkehr gewonnen ist. Nach dem Süden sind ja durch die Strecke Herford=Altenbeken über Kaffel eine Anzahl neuer Verbindungen geschaffen, aber daß die Strecke noch immer nicht vollständig ausgenutzt wird, geht schon daraus hervor, daß man von Herford aus die 55 Kilometer längere Strecke über Siegen noch fast ebenso rasch fährt, alb die über Altenbeken, von Bieleseld aus sogar schneller. Nur eine leidlich gute Verbindung steht für die Fahrt nach Frankfurt a. M. zur Verfügung, aus Herford 11,40 Uhr, in Frankfurt 7/05 Uhr, also In 7 Stunden 25 Minuten. Für die Fahrt von Frankfurt nach hier gibt es einen bequemen Zug aus Frankfurt 6.00 Uhr, in Hersord 12.53 Uhr, also in 6 Stunden 53 Minuten; alle anderen aber gebrauchen 7% Stunden und mehr. Schnell= und Eilzüge aber können die Strecke Herford=Altenbeken=Frankfurt sovohl über Kassel=Gießen, wie über Bebra in 5½ bis 6½ Stunden zurücklegen, und es wird zu erwägen sein, ob wir nicht auch diese Strecken in unsere Bestrebungen hineinziehen sollen, besonders die nach Bebra, da wir damit auch die besseren Verbindungen nach Thüringen, Sachsen und Bayern erreichen. Die Strecke über Arolsen ist 48,2 Kilometer kürzer als die über Kassel. Stlzüge darüber würden also von Herford bis Frankfurt in 5 bis 6 Stunden fahren können. Aber für Eilzugsverkehr ist die Strecke vorläufig nicht eingerichtet und es ist auch sehr fraglich, ob das sobald zu erreichen ist. Ueber die Strecke WarburgMarburg fahren jetzt in jeder Richtung vier Züge, der schnellste 28,4 Kilometer, der langsamste 23,2 Kilometer in der Stunde. Es würde schon viel gewonnen sein, wenn die Fahrzeit aller Züge auf 30 bis 40 Kilometer in der Stunde beschleunigt werden könnten, da die Strecke dann anstatt in 4 bis 5 Stunden, in 3 bis 3½ Stunden zurückgelegt würde. Wenden wir uns nach Norden, so müssen wir sagen, daß die mit so großen Hoffnungen erwartete Strecke Hersord=Bassum für den durchgehenden PersonenVerkehr bis jetzt gar beine Vorteile gebracht hat. Die Strecke Herford=Wunstorf=Bremen beträgt 176 Kilometer, die über Bassum 134 Kilometer, also 42 Kilometer oder fast ein Viertel weniger und doch wird die für den durchgehenden Verkehr kaum benutzt. Bei dem jetzigen Fahrplan ist das kaum zu verwundern. Nur drei Züge gibt es in jeder Richtung, die mit einer Geschwindigkeit von 24,7 bis 30,9 Kilometer in der Stunde fahren, der schnellste gebraucht 4 Stunden 16 Minuten, der folgende 4 Stunden 28 Minuten, dann 4 Stunden 40 Minuten und die anderen 5 bis 6 Stunden. Ueber die um ein Viertel längere Strecke über Wunstorf fährt man dagegen mit mehreren Zügen nur 8 Stunden. Daß dabei die Verbindung über Wunstorff nach Bremen, ebenso wie die über Hannover nach Hamburg noch keine ideale ist, wissen wir alle. Denn es muß beachtet werden, daß die Strecke Herford=Bassum auch für unsern Verkehr nach Hamburg die kürzeste ist. Wenn man nun zusammenstellt die Verbindungen von Bielefeld nach Bremen und Hamburg über Wunstorf und Hannover, und die von Hamm nach den benannten beiden lätzen über Münster=Osnabrück, so ergeben sich an Tagesverbindungen und Fahrzeiten: Hamm=Bremen 3.01, 3.08, 3.10, 3.30, 8.31 Bieleseld=Bremen 3.14, 3.12, 4.05, 4.07 Bremen=Hamm 3.03, 3.04, 3.09, 3.27 Bremen=Bielefeld 3.15, 3.38, 4.15 4.46, 4.58, 5.05, 5.16, 5.26 amburg 4.36, 4.57, 5.33, 5.40, 6.02 damm 4.47, 4.55, 4.55, 5.16 Bielefeld 4.52, 4.58, 4.58, 5.27 Also das reichlich 50 Kilometer südlicher gelegene Hamm hat nach Bremen weit mehr und weit schnellere Verbindungen als Bieleseld und nach Hamburg hat Bielefeld nur einen Zug, der 10 Minuten kürzere Fahrzeit hat; bei allen anderen ist Hamm günstiger gestellt. In gleicher Lage wie Bielefeld sind natürlich auch Güterslob und Herford, überhaupt ganz Nordwestfalen und das lippische Land. Daß die hier vertretenen Handels= und industriellen Interessen— ich erinnere nur an die Tabakindustrie, die mit den beiden großen Handelsplätzen Bremen und Hamburg eine größere Berücksichtigung erfordern, liegt doch auf der Hand. Diese Verkehrsverbesserung ist aber am ersten durch die Strecke Herford=Bremen zu erreichen, schon deshalb, weil wie hier durchgehende Züge fahren können, während man bei dem Verkehr über Wunstorf immer auf die Züge von Hannover nach Bremen angewiesen ist. Würden solche Züge eingelegt und nur mit 40 Kilometern in der Stunde gefahren, so würde man von Herford nach Bremen nur noch 3½ Stunde, bei Eilzugsgeschwindigkeit nur 2½ Std. gebrauchen. Auch nach Hamburg würden dann die Fahrzeiten über Bremen kürzer sein als über Hannover. Es würde demnach anzustreben sein: 1. Die allgemeine Umwandlung der Strecken Warburg=Cölbe und Bünde=Bassum in Vollbahnen. 2. Beschleunigung der Fahrzeiten auf den eben genannten Strecken. s. Einlegung von direkten Zügen von Herford nach Frankfurt, wenn auch zunächst über Kassel und von Hersord nach Bremen über Lübbecke. * Wetturnen in Frankfurt a. M. Die Bekanntgabe der für den Sechskampf beim Deutschen Turnfest in Frankurt a. M. ausgewählten drei volkstümlichen Uebungen ist etzt erfolgt. Ausgewählt wurden Hochspringen, Kugelstoben(10 Kilogramm) und Hindernislaufen über die Strecke von 100 Metern. Für den neben dem Sechskampf einhergehenden Sonderwettkampf in fünf volkstümlichen Uebungen sind Weithochspringen, Dreisprung, Steinstoßen, Schleuderballweitwersen, Schnellausen über 100 Meter gewählt worden. * Neue Eisenbahnwagen vierter Klaf senbahnwagen vierter Klasse sind jetzt auch vereinzelt in die Züge auf der Strecke Berlin=Köln e Pe e## Verlin=akbin eingestellt worden. Sie erregen durch ihren breiten Bau und die großen ganz herabzulassenden Fenster, ähnlich wie in den D=Zügen, große Zufriedenheit. Die Eingänge befinden sich an der Stirnseite und die dretachsigen Wagen sind in zwei durch eine Tür verbundene Hälften eingeteilt. Für die Hälfte der vollen Besatzung ist Sitzgelegenheit vorgesehen worden und selbst Kleiderhaken und Aborte sind in jedem Raum vorhanden. * Einen neuen Aufruf zum Sammeln von milden Gaben finden unsere Leser im heutigen Inseratenteil, es ist der Detmolder Turnverein von 1860, der solche für seinen Turnhallenbausonds erbittet und wir können zu nur bemerken, daß für diese Sache Gegebenes in Zukunft schöne Früchte tragen kann und wird. Es soll eine Stätte geschaffen werden, wo der Verein frei und unabhängig seinen schönen Zielen nachstreben kann; möge ihm ein reicher Erfolg beschieden sein. et. Schötmar, 25. Mai. In der letzten Sitzung des Gemeindeausschusses wurde ein Zuschuß zu der Postverbindung Schötmar=Leopoldshöhe einstimmig abgelehnt.— Der Direktor des Technikums Lage hatte an den Gemeindevorstand eine Eingabe gerichtet, in welcher er denselben ersuchte, ihm ein Baugrundstück, sowie 60 000 Baukapital, dauernd freies Gas und jährlich 2000 M zu bewilligen, dann wolle er sein Technikum von Lage nach Schötmar verlegen. Vorsteher Marten bemerkte, daß Schötmar unmöglich eine solche hohe Forderung bewilligen könne und erbitte, dieselbe abzulehnen. Auf Wunsch der Gemeindeausschutzmitglieder wurde ein im Zuhörerraum anwesender Stadtverordneter aus Lage um Auskunft über das Technikum gebeten. Diese wurde erteilt und sämtliche Ausschutzmitglieder stimmten nach kurzer Debatte gegen die Bewilligung.— Betreffs Kanal in der Auguststraße soll auf größere Reinhaltung streng gesehen werden.— Wegegräben am Lehmkuhlenweg.. Die Gräben sollen ausgezogen und die Hälfte der Kosten getragen werden.— Spielhalle der Kleinkinderschule: die Kosten 284 A werden bewilligt. Es wurden dann noch einige kleinere Sachen erledigt. et. Schötmar, 25. Mai. Bei dem am Freitag nachmittag stattgesundenen Verkauf von Ländcreien der Fürstlichen Domanial=Rentei in der hiesigen Feldmark wurden von Herrn Zimmermeister Kordes hier ca. 8 Bauplätze erworben, das Quadratmeter im Durchschnitt zu 2,70 M. Auf die Grundstücke hinter der Detert'schen Fabrik wurde kein Gebot abgegeben. * S a l z u s t e n, 2 5. M a i.( V o m B a d e.) N a c h d e r Ne. 2 der Badezeitung betrug die Zahl der Kurgäste 941. Es wurden 7538 Bäder verabfolgt. Salzusten, 25. Mai. Am Kurpark in Salzusten übernimmt vom 1. Juli an Herr Altwein, bisher Geschaftsführer im„Kaiserhof“ zu Bünde, die Wirtschaft des Kleinhofes. Herr Hoppe übersiedelt zu dieser Frist nach Visselhövede. * Calzuslen, 25. Mai.(Ein grauenvoller Unfall.) Von einer Kleinbahnlokomotive wurde, wie schon kurz gemeldet, in einer Böschungskurpe zwischen Exter und Solterwisch der Lokomotivheizer Klostermann überfahren. Der Unglück iche war sosort tot. Dem Klostermann war der Kleinbahnzug auf Station Loose, während er sich mit jemand einige Augenblicke unterhselt, weggefahren. Klostermann lief bis Hagenmühle hinter dem Zuge her, der jedoch nicht anhielt, um ihn auszunehmen. Nach einer uns gewordenen Darstellung hat der Bahnhofsvorsteher in Blotho, als er das Feblen des Heizers „„ der Strechke gerügt und Exter geschickt, welche ind bei dem herrschensung auf of bemerkte, desten Zurügklassu. eine Maschine in der Richtung nach den Zurückgelassenen aufnehmen und dei e—— den Unwetter nach Blotho zurückbringen sollte. Wahrscheinlich hat der aus dem Bahndamm nach Blotho zurückwandernde Heizer bei dem wütenden Unwetter in der Böschungskurve das Herannahen der Maschine nicht gehört, anders läßt sich sein schauervoller Tod nicht erklären.(A.A.) = Lemgo, 24. Moi. Wegen des noch in lebendiger Erinnerung stehenden großartigen National= und Jubeljestes der deutschen Jünglingsbündnisse am Hermannsnkmal war das alle zwei Jahre stattfindende Kreisest der Iipptschen Jünglingsvereine verschoen. Es soll jetzt am Nachmittage des Himmelfahrtsfestes in Lemgo gefeiert werden und wird hofsentlich neue Anregungen für das wichtigste und notwendigste Werk der inneren Mission bringen. Die kirchliche Feier beginnt nachmittags 8 Uhr in der neuen Kirche. Für Lieder und Motetten, die von den vereinigten Posaunenchören des Landes vorgetragen werden, ist als Leitmotiv gewählt: Jesus Chrtstus herrscht als König im Reich der Natur, der Gnade und der Herrlichkeit. Die Festpredigt hat der bekannte Pastor Mangelsdorf=Schildesche übernommen. Im Auschluß an die kirchliche Feier wird eine Nachseier mit Gesang des Männerchors, Deklamationen, Blasen und An sprachen im Vereinshause im Rampendahl gehalten werden. Zur Teilnahme an dem Feste werden besonders Jünglinge und Männer eingeladen. p. Lemgo, 25. Mai. Sein 6. Stiftungsfest feierte gestern der hiesige Radfahrerverein„Germania". Gegen 4 Uhr wurde zur Rundfahrt durch die Straßen der Stadt angetreten und danach zum Festplatze gefahren. Es wurden folgende Preise verteilt: Im Korsofahren den 1. Preis Radjahrerverein„Stahlrad"=Melle mit 7,7 Punkten, den 2. Preis Radsahrerverein„Tempo“=Salzuflen mit 6/6 Punkten. Im Reigenfahren den 1. Preis(Beesgid entel Ratischeweoein Stoi=Saluoslen ul unkten, den 2. Preis Radfahrerverein„Stahlrad“= mit 6/4 Punkten. In dem sehr interessanten PoloSpiel des Radfahrervereins„Pseil"=Salzuflen gegen den Radfahrerverein„Stahlrad"=Melte blieb Letzterer mit 9 Punkten Sieger über Ersteren mit 6 Punkten. Abends war Festball. eu. Lage, 25. Mai. Gestern nachmittag 3½ Uhr fand im Hotel„Reichskrone" die 1. Generalversammlung der Krankenunterstützungskasse(a. G.) für selbständige Handwerksmeister im Für entum Lippe statt. Tagesordnung: 1. Wahl des Kassenvorstandes, 2. Wahl des Rechnungsführers, 3. Einteilung der Zahlstellenbezirke. 4. Wahl der Kassenführer der Zahlstellen. kammer, Herr Conrad Grote, er. suchte Versammlung, begrüßte die Anwesenden und sprach e Erwartung aus, daß in der heutigen Versammlung aur solche Männer gewhlt werden, die der Sache ge wachsen seten. Als Vorsitzender der Kasse wurde Hofkonditor Meier=Detmold einstimmig gewählt, zu seinem Stellvertreter Tischlermstr. Böhmer=Detmold, zum Schriftführer Schneidermeister Köster=Detmold, stellvertretender Schriftführer Schuhmachermeister Sölter=Detmold, als Beisitzer Mühlenpächter Vorher=Detmold, Uhrmacher Regel Salzuflen, Schuhmachermeister Gerike=Hillentrup. Zum Rechnungsführer wurde der Sekretär der Handwerkskammer Steinmeier gewählt.— Wahl der Kassenführer: es wurden gewählt: Für die Hauptzahlstelle Detmold Hand werkskammer=Sekretär Steinmeier=Detmold, für Lemgo Schneidermeister Dubbert, für Blomberg und Schieder upferschmiedemeister Hammerschmidt, für Horn Malermeister Kiehl, für Helpup=Wehrentrup Unterkötter, für Oerlinghausen Schuhmachermeister Nieder, für Leopolds##r Zimmermeiter Brink, fur Hovenhausen Malernhr. heller, für Kappel=Großenmarpe Sievert, für Reelkirchen immermeister Obertopp, für Lage Tischlermeister Kracht, ür Salzuflen Friseur Heubeck, für Schötmar Maurermeister Wind, für Brake=Kluckhof Schuhmachermstr. Seelemeier, für Bezirk Barntrup=Bega=Almena=Bösingfeld Frieur Uekermann=Barntrup und Schuhmachermeister Toppega. Nach weiterer Aussprache, in der u. a. die Errichtung einer Sterbekasse verlangt wurde, schloß der Vorsitzende der Kasse die Versammlung um ½7 Uhr. w= Pivitsheide, 24. Mai. Der Turnverein„Einigkeit“ in Pivitsheide V. H. unternimmt am Himmelfahrtstage eine Turnfahrt nach Kassel. Die Tour wird sich wie folgt gestalten. Am Abend vorher per Bahn von Rienhagen ab 7,09 Uhr, Kassel an 11,06 Uhr: Uebernachten im Hotel zur Post, Mauerstraße 4. Am Donnerstag vormittag Besichtigung der Stadt, anschließend Spaziergang in die Aue. Gegen 12 Uhr Mittagessen, gegen 1 Uhr Fahrt mit der elektrischen Straßenbahn nach Wilhelmshöhe, Aufstieg bis zum Herkules, Abstieg an den Wasserkünsten, Besichtigung des Schlosses und der Löwenburg. Rückfahrt zur Stadt, Abendbrot und Abschiedsschoppen bis zur Abreise um 8,22 Uhr. * Wüsten, 24. Mai. Elnen empfindlichen Verlust brachte das über unsere Gegend am Donuerstag nachmittag herniedergehende Unwetter für die Fischzuchtanlage des Herrn Vorstehers Lohmeier. In Steinbründorf im besonderen an den Abhängen des Bonstapels war ein Wolkenbruch hernieder gegangen. Gewaltige Wassermassen stürzten zu Tal und überfluteten die Fischteiche des Herrn Lohmeier derart, daß ekn großer Teil des Forellenbestandes verloren ging. Schnell wie die Wasser gekommen, verschwanden sie auch wieder. eo Brake, 24. Mai. Die Wirtschaft der Frau Wwe Klemme an der hiesigen Mittelstraße ging durch Kauf in den Besitz des Bäckermeisters Wilhelm Tracht jun. hierselbst über. Der Kauspreis beträgt 30 500 Mk. sp. Lieme, 24. Mai. Der hiesige Radfahrerverein beschloß in seiner letzten Vereinsversammlung sein diesjähriges Stiftungsfest am 2. Pfingsttage durch Reigenfahren mit nach folgendem Ball im Saale des Gastwirts H. Steinmeier hiers. zu seiern. Die Veranstaltungen des Vereins erfreuten sich stets der regsten Teilnahme der hiesigen Einwohner und wird er auch hoffentlich diesmal an Besuch nicht fehlen. Aus der Nachbarschaft. * Rohrsen bei Hameln, 25. Mai.(Erhänat.) Am Mittwoch mittag hat sich hier der junge Lehrer Nolte aus Aerzen gebürtig, erhängt. Er soll sehr tüchtig und beliebt gewesen sein. Der Grund zu dieser Tat ist unbekannt. * Bielefeld, 23. Mai. Zu der Entlarvung des Schwindlers Wilhelm Brepohl, der sich„Freiherr" nannte und vorgestern nachmittag wieder auf freien Fuß gesetzt wurde, erfahren wir noch folgendes: Gestern morgen wurde Brepohl auf Grund eines von der Kölner Staatsanwaltschaft im Jahre 1900 hinter ihm erlassenen Steckbriefes abermals verhaftet und in das Untersuchungsgefängnis überführt. Er wurde von der Kölner Staatsanwaltschaft verfolgt wegen Betrugsversuchs, Unterschlagung und schwerer Urkundenfälschung. * Vielefeld, 23. Mai.(Minden=Ravensberger Lehrergesangverein.) Auf dem letzten Vertreter tage des Minden= Ravensberger Lehrergesangvereins im Viktoria=Hotel in Oeynhausen wurde auf Antrag Bieleseld beschlossen, das Kirchenkonzert daselbst erst im Jahre 1910 zu veranstalten, da Bielefeld für das nächste Jahr den Westsälischen Provinziallehvertag nach dort eingeladen habe. Zum Dirigenten des großen Verbandes wurde Herr usikdirektor Professor Lamping gewählt. Das diesjährige Konzert am 4. Juli in der Porta wird Herr Lehrer Großsohann=Gobfeld dirigieren. * Paderborn, 23. Mai. Bei einem der gestrigen Gewitter wurde dem hiesigen Oekonomen Fr. ein Pferd auf dem Feld vom Blitze erschlagen. * Paderborn, 22. Mai. Das hiesige Schwurgericht ver urkeilte in zweitägiger Verhandlung den vielbestraften Arbeiter Disselmeier aus Sande wegen doppelten Raubes und Totschlages des Schäfere Körne; bei Rüthen zu lebenslänglichem Zuchthaus und sieben Jahre Ehrverlust. * Bückeburg, 24. Mai.(Militärpersonalie.) Fährrich v. Dülong vom hiesigen Jägerbataillon wurde zum Leingant befördert. * W a r b u r g, 2 2. M a i. D a s G u t M a r i e n b u r g dei Warbung is heme zum Preise von 550000 Mark vol der Landbank in Berlin käu, ich erworden worden. m Lippstadt, 29. Mai. Am 1. Juli d. J. wird anstelle der teds bestehenden Reichobanknebenstelle in Lippstadt eine die und Paderborn Unter bel schaftk Ignaz 8 sammlun Reichobankstelle daselbst errichtet, Reichsbanknebenstellen in Arnsberg. Rehei abhängig sind. * Münster, 2d. Mai. Im großen Rathaussaale sand unter dem Präsidium des Vorsitzenden der Landwirtammer für die Provinz Westfalen, Dr. Freiherrn von Landsberg=Steinfurt, die 9. Verlung der der Landwirtschaftskammer für die Provinz Westsalen angeschlossenen Vereine statt, die sich laut „Münst. Anz.“ eines zahlreichen Besuches zu erfreuen hatte Anwesend waren u. a. der Oberpräsident der Provinz Westfalen, Staatsminister Dr. Freiherr von der Recke von der Horst, der Landeshauptmann Dr. Hammerschmidt, der Regierungspräsident von Gescher, der Generalkommissions= präsident Ascher, der Präsident des Westsälischen Bauernvereins Clemens Freiherr von Twickel, der Generallandchaftsdirektor Landes=Oekonomierat von Laer. Der Voritzende Freiherr von Landsberg=Steinfurt eröffnete die Versammlung und bracht: ein Kaiserhoch aus. Sodann hielt Oekonomierat Hoesch=Neukirchen einen Vortrag zu dem Thema:„Dec Einfluß der Haltung und Fütterung den Knochenbau und die Widerstandsfähigkeit unserer sweine.“ Freiherr von Landsberg sprach dem Redner namens der Versammlung den wohlverdienten Dank für seinen Vortrag aus und eröffnete in Anknüpfung daran die Diskussion, die recht lebhafte Beteiligung fand. Landeshauptmann Dr. Hammerschmidt erachtete die Verwendung von Zement zu Böden und Wänden in Schweineställen für sehr gesundheitsschädlich, wenigstens für die ersten Zuchten, die wegen der kalten seuchten Luft großen Gefahren ausgesetzt seien, analog den sogenannten„Trockenwohnern“ in neuhergestellten menschlichen Behausungen. Neuerdings empfehle das Bauamt des Westsälischen Bauernver eins die Verwendung von Ziegeln für Boden und Wände, indessen möchte er für seine Person die Rückkehr zum alten Holzstallbau für das beste halten, zumal mit Rücksicht auf die in Provinzialanstalten(Warstein etc.) gemachten Erfahrungen. Freiherr von Twickel=Stovern, dessen Beobachtungen und Erfahrungen gleichfalls den Zementböden und=Wäden nicht günstig waren, brachte die Anstellung eines Ermittelungsverfahrens in der in Rede stehenden Richtung für die ganze Provinz in Anregung. Regierungspräsident von Gescher stellte fest, daß der Bau eines guten Schweinestalles keineswegs leicht sei. Als er vor etwa sechs oder sieben Jahren einen derartigen Bau habe errichten wollen, sei seine Wahl zunächst auf die Verwendung von Holz gefallen Dann aber sei er wieder davon abgekommen und umgestimmt worden. Die daraushin aus Eisen und Stein hergestellte Anlage habe sich ganz vorzüglich bewährt. Damit wurde dieser Gegenstand verlassen. Dr. Spieckermann von der Landwirtschaftlichen Versuchsstation Münster erstattete hierauf Bericht über„Die Kartoffelkrankheit„Blattroll krankheit“, ihre Verbreitung und Bekämpfung.“ Wegen der vorgerückten Zeit wurde ein vom Landesoekonomierat Dr. Schley in Aussicht gestellter Vortrag über die Förderung des Saatbaues durch Saatbauvereine von der Tagesordnung abgesetzt und die Versammlung geschlossen. handen, daß eine Unregelmäßigkeit stattgefunden hat. Für Auslosung bestehe keine gesetzliche Vorschrift und das Obers die Oberzerwaltungsgericht sei auch seiner Ansicht nach nicht die Behörde, eine derartige Vorschrift zu treffen. Der Beschwerdeführer ersänzt heute noch, daß der Wahlvorsteher und der Protokollührenr vor der Wahl aus dem Wahllokal gegangen sind, weil le gesehen hätten, daß eine Stimmengleichheit herauskam. Er segt daher den Verdacht, daß sich diese beiden vorher über den Losungsakt besprochen haben. Bei der Losziehung selbst sei die Wahlurne(die Zigarrenkiste) nicht geschlossen gewesen.— Das Oberverwaltungsgericht stellte sich auf den Standpunkt des Kreisverwaktungsgerichts und wies die Klage eb. Der Wert des Streitgegenstandes wurde auf 500 festgesetzt. 3. Die letzte Klogesace betraf wieder die Anfechtung einer Bahl u. zwar war es diesmal eine Stadtverordnetenwahl in Blombera. Der Stuhlpolier H. Saake in Blomserg hatte bei Fürstl. Negierung Beschwerde gegen die Wahl eingelegt. Er begründete diese damit, daß der Wahlvorsteher die Stimmzettel in die Hand genommen und genau befühlt habe. Da die Zettel verschiedenartig gehalten waren, so hätte der Wahlvorsteher leicht erkennen können, auf welchen Kandidaten die Zettel lauteten. Außerdem sei die Wahlliste eine ganze Zeit lang nicht im Wahllokal gewesen und später bei Auszählung der Stimmen hätten Fehler stattgefunden. Diese Beiweisgründe wurden von dem Wahlvorsteher und den übrigen Mitgliedern des Wahlausschusses usw. bestritten. Die Regierung wies daher die Beschwerde zurück. Die Gründe der Beschwerde hätten keine Einwirkung auf das Wahlresultat gehabt. Gegen diese Verfügung wurde Klage erhoben mit der weiteren Begründung, daß die Wähler amtlich zur Wahl herangeholt und eshalb müsse diese für ungültig erklärt werden. Der Vertreter der Regierung bittet, die Kloge abzuweisen Die aus dem Wahllokal gegebene Liste sei, wie aus den Zeugenaussagen hervorgeht,, nicht die der dritten Klasse ge wesen, sondern die der zweiten Klasse. Die zweite Klasse habe aber am nächsten Tage gewählt. Die Stimmzettel seien auch nicht äußerlich erkennbar gewesen.— Das Oberverwaltungssericht hob die Verfügung der Negierung auf und wies die Ingelegenheit an den Magistrat zu Blomberg zur Verhand lung. Als die nächste vorgesetzte Behörde sei der Magistrat zu betrachten. Von der Auferlegung der Kosten wurde vorläufig Abstand genommen Oberverwaltungsbericht.. Detmold, 23. Mai 1908. Vorsitzender: Geh. Ober=Reg.=Rat Pustkuchen; Beisitzer: Landgerichtsräte Dr. Rosen und Valentin. Gutsbesitzer Schem mel und Oekonomierat Krieger. 1. Ein Rentner aus der Umgegend von Detmold socht eine Verfügung des Verwaltungsamts Detmold an und zwar betr. der Gesetzmäßigkeit polizeilicher Zwangsmittel. Der Kläger hatte sich von seiner ersten Frau scheiden lassen und es war ihm vom Gericht aufgegeben worden, seiner Frau und seinen beiden Söhnen monatlich 45 Mark zu bezahlen. Nachdem der Kläger wieder geheiratet, weigerte er sich die Summe zu be zahlen, da er mittellos sei und schon einmal den Offenbarungseid geleistet habe. Das Verwaltungsamt Detmold hat nun den Kläger vernommen. Als aber eine weitere Vorladung erfolgte, weigerte sich der Kläger auf das entschiedenste, zur Vernehmung zu erscheinen. Das Verwaltungsgericht erließ daher eine Strafverfügung von 20 Mark gegen den Kläger und ordnete gleichzeitig seine Vorführung an. Gegen diese Maß nahmen des Verwaltungsamts erhob Kläger Beschwerde bei der Regierung, welche jedoch die Beschwerde abwies. Er beschritt nun den Klageweg und führte aus, daß er bei seiner ersten Vernehmung durch den vernehmenden Beamten in ungehöriger Weise angelassen sei. Aus diesem Grunde habe er weiter keinen Anlaß gehabt, vor dem Verwaltungsamt zu er scheinen. Der Vertreter des Klägers führte in der heutigen Verhandlung aus, daß es sich bei dieser Klagesache um einen Akt polizeilicher Willkür handelte und der oberste Gerichtsho im Verwaltungsstreitverfahren müsse hier einen Riegel vorschieben. Der Kläger sei nicht verpflichtet gewesen, eine Er klärung abzugeben und das Verwaltungsamt habe nicht die geringste Besugnis gehabt, aus dem Kläger eine Erklärung herauszupressen. Es habe jede sachliche Veranlassung gefehlt den Kläger noch einmal vorzuladen. Die Klage habe der Vertreter des Klügers mit besonderer Freude übernommen, um diesen Akt polizeilicher Willkür in seine Schranken zurückzu weisen. Der Vertreter des beklagten Verwaltungsamtes ist anderer Ansicht. Es müsse ein Gesetz genben, um sog. Drücke berger zur Erfüllung ihrer Pflicht zu zwingen. Von ihrer Zwangsbefugnis könne die Polizeibehörde solange Gebrauch machen, bis nicht entgegenstehende Bestimmungen erfolgten. Er beantragt, die Klage kostenpflichtig abzuweisen und weist die Anschuldigung, der Kläger sei nicht ordnungsgemäß vor dem Verwaltungsamt behandelt, energisch zurück. Der vernehmende Beamte hätte voll und ganz seine Schuldigkeit getan und dies sei auch von den Vorgesetzten anerkannt. Der Vertreter des Klägers bestreitet noch einmal die Befugnis des Verwaltungsamts, derart vorzugehen, wie es gegen seinen Klienten erfolgt sei. Ferner führr er aus, daß dieser kein Drückeberger sei, sondern habe ja schon einmal einen Offenbarungseid geleistet Vermögen habe nur seine jetzige Frau, und diese habe, um endlich Ruhe zu haben, die erste Frau des Klägers mit 3000 M abgefunden. Das Oberverwaltungsgericht setzte die Verhand lung aus. Die Entscheidung soll später verkündet werden. 2. Der Gemeinde=Ausschuß der Ortschaft Talle klagte gegen eine Verfügung des Verwaltungsamts Brake u. zwar inbezug auf die am 21. September 1907 stattgefundenen GemeindeAusschutzwahlen zweiter Klasse. Am genannten Tage fand die Wahl der Ausschußmitglieder der zweiten Abteilung statt. Es waren 6 Wähler erschienen, von denen 3 den Pächter Ostmeier gaben, während die anderen drei ihre Stimme au Althöser vereinigten. Infolge dieser Stimmengleichheit mußte das Los entscheiden. Diese Auslosung erfolgte in der Weise daß der Protokollführer in Gegenwart des Wahlvorstehers die Zettel mit den beiden Kandidaten in eine Zigarrenkiste tat und daß der letztere dann das Los zog. Dieses lautete auf den Namen des Pächters Ostmeier. Gegen diesen Akt der Aus losung wurde Beschwerde beim Fürstlichen Verwaltungsamt Brake unter der Begründung eingelegt, daß es unzulässig sei wenn der Wahlvorsteher bei den Vorbereitungen zur Los ziehung im Lokal anwesend sei. Außerdem hätte der Wahlvor steher wissen können, in welcher Ecke der Zettel, die außerdem erkenntlich gewesen seien, mit dem Namen des ihm genehmen Kandidaten liege. Der Wahlvorsteher bestritt diese Angaben Er sei wohl in dem Lokal anwesend gewesen, habe sich aber, als die Löse in die Zigarrenkiste getan seien, herumgedreht. Das Verwaltungsamt Brake gab dem Beschwerdeführer Recht und ordnete eine neue Wahl an. Das Kreisverwaltungsgericht Lemgo, welches nun vom Ortsausschuß angerufen wurde, hob indeß die Verfügung auf und legte dem Verwaltungsamt die Kosten des Verfahrens auf. Gegen diese Entscheidung ging so dann das Verwaltungsamt an und begründete die Berufung damit, daß bei der Auslosung neue Stimmzettel gebraucht werden müßten. Der Vertreter des Verwaltungsamts betonte heute, daß mit der Abgabe der Stimmzettel der Wahlakt de endet gewesen sei. Infolge der tSimmengleichheit habe dann die Losziehung stattgefunden. Es habe sich also lediglich um eine Losziehung gehandelt. Außerdem seien die Lose kenntlich durch ihre Größe gewesen. Bei politischen Wahlen solle mit der größten Vorsicht vorgegangen werden, damit auf keiner Seite Zweisel in die Regelmäßigkeit des Wahlaktes gesetzt werden können. Es hätten deshalb zu der Auslosung neue gleich große Zettel genommen werden müssen. Dieser Ansicht konnte sich der Vertreter des Dorsausschusses nicht anschließen Es sei ganz gleichgültig, ob die Simmzettel zur Auslosung genommen seien, oder neue. Es sei auch ganz unmöglich, da sich der Wahlvorsteher die Form der Wahlzettel einprägen könne. Es sei auch nicht der Schatten eines Beweises vorVermischte Nachrichten. „Wie gewonnen, so zerronnen.“ Der im Jahre 1876 in Chemnitz geborene Handlungsgehilfe Heinr. Kurt Dietz versuchte sich mit Glück auf dem Gebiete des Börsenspiels. Er hat dabei nachgewiesenermaßen über 180000 A gewonnen, die ihm aber auch wieder„zerronnen“ sind. Als er im Mai 1907 in Höhe von 28000 M Deckung schaffen mußte, vergriff er sich an dem Gelde seiner Mündel, der Kinder einer Schwester im Betrage von 14500 M. Als er auch dieses Geld verloren hatte, flüchtete der Spekulant mit dem kleinen Rest von 700 M. der ihm verblieben war, ins Ausland, stellte sich aber im April 1908 freiwillig der heimatlichen Behörde. Der Angeklagte erhielt wegen Untreue 1 Jahr 9 Monate Gefängnis und 8 Jahre Ehrenrechts verlust zudiktiert. Ueber Bord gesprungen. Einen doppelten Selbstmordversuch unternahm auf See der in Marienwerder tätige Ge richtsassessor Oergel. Er befand sich auf dem Dampfer„Lineta“ auf der Fahrt nach Hela. Nachdem er in der Kajüte mehrere Briefe geschrieben und diese dann in den an Bord befindlichen Briefkasten geworfen hatte, sprang er vom Hinterdeck aus in die See. Der Dampfer stoppte sofort, und der Rettungsring wurde ausgeworfen. Der Lebensmüde stieß jedoch den Ring von sich und schnitt sich, im Wasser treibend, mit einem bereit gehaltenen Messer die Pulsader der linken Hand durch. Als er wieder an Bord geholt worden war, wurde ihm der Arm abgebunden und so ein allzu starker Blutverlust verhindert hierauf kam auf die Notsignale der„Vineta“ der Küstenpanzer „Frithjof“ herbei, auf dem der Lebensmüde Aufnahme fand. Der Küstenpanzer brachte den Assessor an Land; er wurde nach dem Danziger Stadtlazarett überführt. Ueber das Motiv zu der Tat fehlt zurzeit jeder Anhalt. Humoristische Boshaft. Klavierspieler(in einem Restaurant, als er einsammeln geht, zu einem Gast):„Dem Handwerksburschen vorhin haben Sie zwanzig Pfennig gegeben und mir wagen Sie einen Pfennig auf den Teller zu legen?— Gast:„Ja mein Bester, der hat auch nicht Klavier gespielt!" Sport. Rund um Dresden kam am letzten Sonntag als Straßenwettfahrt eine Strecke über 185 km. zum Austrag. Die besten Straßenfahrer beteiligten sich an dieser Konku enz und landete der erste und der vierte Preisträger auf den sich bei allen Dauerfahrten auszeichnenden Brennabor Rädern, in der guten Zeir von 6 Stunden, 57 Minutn und 83 Szkunden resp. 7 Stunden 72 Minuten und 58 Sekunden. Nachrichten. Berlin, den 25. Mai. Dem Lokalanzeiger zufolge hauste auch im Bodenseegebiete schwerer Schnee sturm. Berlin, den 25. Mai.(Lokalanzeiger.) Am Sonn ag vormittag versuchte ein Mann die Inhaberin einer Filiale eines Kostümgeschäftes in ihrem Laden zu erwürgen und zu der auben. Berlin, 25. Mai. Den Morgenblättern zufolge wurde im Gasthof Pessin bei Rathenow ein Mann verhaftet der mit dem langgesuchten Raubmörder Sternicke identisch zu sein scheint. 2. Geestemünde, den 25. Mai. Hier wurde gestern ein Banklehrling mit zerschlagenem Schädtl tot auf gefunden. Der Lehrling hatte 10000 Mk. bei sich. Bei de: Untersuchung fehlten ihm 3000 Mk. Es scheint Rudmord vorzuliegen. Bern, 25. Mai. Durch den gestern niedergegangenen Schneesturm wnide die Scwizer Hochebene nördlich der Alp n schwer heimgesucht. In der Westschweiz wurdin die Weinberge und Obstbäume schwer geschädigt. Der Schneesturm der 12 Stunden andauerte, bedeutet für die Landwirte und Weinbergsbesitzer eine äußerst schwere Katastrovhe. Ein großer Teil der Ernte ist vollandig zerstört. Die Eisenbahn ist stellenweise gesperrt. Einzelne Unfälle sind ebenfalls zu verzeichnen. Budapest, 24. Mai. Ein Trupp streikender Fleischer gehilfen feuerte in den Laden des boyEin Sehilfe Mossalits ##t. Rossalit## bei GASAm S.f.! Kaschermeistets Sossal. getötet, ein andere den Streikenden verhaßt, weil er Organisation Stellung genommen hatte. La Cornna, 24. Mai. In einem Beichtsuhl der St. Georgskirche explodierte heute während der Messe, der die hier garnisonierenden Truppen beiwohnten, eipBombe; zwei Soldaten wurden verletzt. Kalkutta, 24. Mai. Heute vormittag wurden auf dem Bahubofe von Howrah in einem Abteil eines Zuges, den die Reisenden gerade verlassen hatten, zwei mit Pikrinäure gefüllte Bomden gefunden. Wetter=Nachrichten. Detmold, 25. Mai. Wetterbericht der Wetterdienststelle des meteorologischen Observatoriums zu Nachen. Wolkig bis trübe, Regenfälle, etwas wärmer. London: Bewölkt. Hamburg: Trübe. 0350 Kinder. mehl Krankenkost. Herverragend bewährte Nahrung. Die Kinder gedelhen verzüglich dabel u. leiden nicht an Verdauungsstürung. Statt besonderer Anzeige. Die glückliche Geburt eines gesunden Jungen beehren sich anzuzeigen Leberecht Rotmann und Frau Johanne, geb. Hoffmann. Salzuflen. 25. Mai 1908. Jagöverpachtung. Die Gemeindejagd der Bauerschaft Mosebeck soll am Dienstag, den 26. Mai d. J., nachmittags eistbiete 5 Uhr, bei Gastwirt Brinkmann meistbietend auf 9 Jahre verpachtet werden. Die Bedingungen werden im Termine bekannt gemacht. Mosebeck, den 18. Mai 1908. 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Entsprechende Anweisungen sind auf dem Stadtbauamt, Rathauszimmer 14, erhältlich. Detmold, 22. April 1908. in Der Magistrat. Wittie. I. Schlingmann Nachtg. Detmold Bruchstrasse 30 Fernsprecher 26 Billigste Bezugsquelle für Kaffeeservice Waschgarnituren Tafelservice IKüchengarnituren Gebraucksgeschirr Todes-Anzeige. Heute morgen 7 Uhr entschlief sanft nach langem, schwerem Leiden unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel, der Kaufmann Fritz Hardt im 68. Lebensjahre. Um stilles Beileid bitten die trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Hardt Lina Schlingmann, geb. Hardt Anna Hardt Hermann Schlingmann Adele Hardt, geb. Berges und 8 Enkelkinder. Lage und Gütersloh, den 23. Mai 1! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 26. Mai, nachm. 4 Uhr vom Trauerhause aus statt. Todes-Anzeige. Gestern nachmittag 5 Uhr entschlief sanft nach langen, schweren Leiden meine innigst geliebte Frau, unsere gute Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Pauline Schnittger geb. Hüppe im 35. Lebensjahre. Um stille Teilnahme bitten die trauernden Hinterbliebenen. Vahlhausen. 25. Mai 1908. Die Beerdigung findet Mittwoch nachmittag 4 Uhr statt. Todes-Anzeige. Freitag abend 8 Uhr entschlief sanft nach langen Leiden Schneidermeister Fritz Geise nach vollendetem 67. Lebensjahre. Um stille Teilnahme bitten die Hinterbliebenen. Bentrup bei Detmold, 23. Mai 1908. Die Beerdigung findet Dienstag nachmittag 3 Uhr statt. Todes-Anzeige. Heute morgen um 7 Uhr entschlief sanft nach langen, schweren, in Geduld ertragenen Leiden meine liebe, unvergessliche Frau, unsere gute Schwester, Schwägerin und Tante Amalie Tölle geb. Hecring im 56. Lebensjahre. Um stille Teilnahme bittet im Namen der trauernden Hinterbliebenen Fr. Tölle. Herrent run. 24. Mai 1908. Die Beerdigung findet am Mittwoch, 27. Mai, 3 Uhr nachmittags statt. Th. Storch Detmold, Langestr. 69 Von heute bis zu der am 1. Juli erfolgenden Uebernahme des elterlichen Geschäfts Grosser Ausperkauf des gesamten Warenlagers zu Inventurpreisen. Die festgesetzten Preise sind auf der Rückseite der bisherigen Auszeichnung mit Blaustift vermerkt. Aufruf. Der Detmolder Turnverein v.1860 befindet sich in großer Notlage. Nachdem ihm 47 Jahre lang die Benutzung der gestattet war, hat daber unerwartet vor die große und schwere Aufgabe geste Beschaffung einer eigenen Turnhalle schnellstens zu erstreb Die verschiedenen Abteilungen des ca. 300 Mitglieder zählenden Vereins, nämlich aktive Turnerschaft, alte Riege, Damen= und Jugendabteilung, turnten bislang eifrig in 10 Riegen an 6 Wochenabenden. Gesundheit und Segen für Körper und Geist, ernste Pflege vaterländischer Gesinnung, verbunden mit dem Bestreben, die männliche Jugend durch Stählung des Körpers für den deutschen Heeresdienst vorzubereiten. Das sind die Aufgaben, denen der Verein jahraus, jahrein seine ganzen Kräfte widmet. Dieses ideale Streben ist ernstlich bedroht, wenn dem Verein die baldige Beschaffung einer eigenen Turnhalle nicht gelingen sollte. Wir wenden uns deshalb in freudigem Vertrauen an alle wohlgesinnten Bewohner Detmolds, hoch und niedrig, Männer und Frauen, mit der herzlichen Bitte, uns zur Erlangung unseres Ziels mit tatcäftiger Hülfe freundlichst beizustehen. „Erholung Heipke“. Am Himmelfahrtstag: Konsert ausgeführt von der gesamten Stadtkapelle Lage unter persönl. Leitung des Kapellmeisters Herrn Krüger. — Anfang 4 Uhr.— Es ladet ergebenst ein H. Böger. Das neue Reichsvereinsgesetz Billige Schuhwaren Umständehalber dauert mein Ausverkauf nur noch kurze Zeit. Für wenig Geld gibt es was gutes, besonders in Herren=Schnür= und Zugstiefeln ebenso auch in Damenstiefela Zu der am Ende d. Mis. stattfindenden Gratisverleilung von Schuhwaren, Glasschrank(Wert 75,00) usw. sei bemerkt, daß auf je 6 Ml. Einkauf ein Anteilschein Meise. erfolgt. Meierstraße 14 gegenüber der Lut. 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