— Lippische Tages-Zeitung General-Anzeiger, für, das Fürstentum Eippe. Bezugspreis: in Detmold'u. durch die Vertretungen: 50 Pfg. für 1 Monat, durch die Post: ¼ Jahr 1.50 Mk und 42 Pfg. Bestellgeld, für 2 Monate 1 Mk. u. 28 Pfg. Bestellg., für 1 Monat 50 Pfg n. 14 Pfg. Bestellgeld. Auzeigen: aus Lippe 12 Pfg. die Petitzeile, amtliche u Familienanzeigen 15 Pfg., auswärtige 18 Pfa., Reklamezeile 60 Pf. Beilagen(umsonst): 1) Lipp Familienfreund 2) Lipp. Ziegelei=Anzeiger, 3) Landwirtsch. Ratgeber, 4) Wandkalender, 5) Sommer=, 6) Winterfahrplan. Rotationsdruck u. Verlag: Willy Bruder. Detmold, Hornschestraße 30. Fernsprecher Vertretungen in: Salzuflen. Lemgo, Lage, Blomberg, Horn, Barntrup. Schwalenberg; ferner fast allen Ortschaften der Aemter Hohenhausen, Barenholz, Sternberg; über 100 Vertretungen.— Die„ Oee Ne 121. Verantwortlicher Redakteur: Willy Bruder, Detmold. Detmold, Sonnabend, den 23. Mai 19os. Telegramm=Adresse: Tageszeitung, Detmold. 13. Jahrgang. Zum Sonntage. Text: Joh. 16, 24. Bittet, so werdet ihr nehmen, daß eure Freude vollkommen sei. Richts liegt dem Menschen näher als der Wunsch, Freude zu haben; die Sehnsucht nach der Freude ist ihm angeboren. Ein Leben ohne Freude ist ein verlorenes Leben; wer sein Leben freudlos vertrauert, der ist wahrlich zu bemitleiden Aber was ist Freude? Die rechte Freude muß bleiben, sie muß einer unerschöpflichen Vorratskammer gleichen, sie muß aus einer unversieglichen Quelle fließen, niemand muß sie von uns nehmen können. Vermögen zeitliche Güter solche Freude zu geben? Es gibt wohl manche Freuden, die edel und köstlich sind und sich hoch über sinnliche Genüsse erheben,— aber auch sie gehen vorüber, auch sie gehören bald einer wehmütigen Er innerung an und dienen nur dazu, die stille Sehnsucht nach unvergänglicher und ewiger Freude zu wecken. Das Erdenleben sorgt für Leid genug, daß eine reine irdische Freude nicht zu bestehen vermag. Aber der Heiland redet von einer Freude, die hinieden anhebt und nie aufhört. Alle Jahre wieder wird uns dieser Weg gezeigt: das Evangelium vom Sonntag Rogate geht nicht an uns vorüber, ohne uns treulich immer wieder zu raten:„Bittet, so werdet ihr nehmen, daß eure Freude vollkommen sei.“ Man macht doch sonst einen Versuch, wenn ein bewährter Freund nicht abläßt, uns zu unserm Besten zu raten und zu ermahnen, warum tun in diesem Stück so wenige nach dem Rate des Herrn, des besten Freundes? Kann es uns doch nicht schwer fallen, um vollkommene, das heißt um bleibende Freude zu bitten! Amso leichter sollte uns dies werden, als uns jedes Gebet im Namen Jesu erhört werden soll. Ist es nicht der Felsengrund aller Freude, zu glauben,„er selbst, der Vater, hat uns lieb, darum, daß wir Jesum lieben u. glauben daß er von Gott ausgegangen ist?“ Wächst nicht die Freudig keit zur Bitte, wenn man weiß, daß man von dem geliebt wird der uns die Bitte gewähren kann? Da wagt man bald zu bitten. So bittet ein Sohn den Vater ums Brot und weiß daß er keinen Stein dafür erhält, um einen Fisch, gewiß, daß der Vater ihm keine Schlange dafür bieten wird. Und für das Gebet zu Gott haben wir die Verheißung Jesu:„Wahrlich wahrlich, ich sage euch:„So ihr den Vater etwas bitten werdet in meinem Namen, so wird er es euch geben.“ O laßt uns das glauben und in der Zuversicht der Liebe zu Gott beten, wie Jesus es uns sagt. Landwirtschaftliches. Der Kompost. Von einem praktischen Landwirte im Begatale. Kürzlich wurde in einem Blatte unter den Arbeiten, die in der Winterszeit vom Landwirt ausgeführt werden sollen auch das Zubereiten von Kompost genannt. Der ganzen Anlage des Artikels entsprechend waren jene Ausfüh rungen nur kurz gefaßt. Wenn Einsender nun ausführlich dar auf zurückkommt, so geschieht dies aus der Ueberzeugung her aus, daß man dieser Art Arbeit vielleicht aus Unkenntnis zu wenig Aufmerksamkeit schenkt. Tratz der enormen Fortschritte auf andern Gebieten der Landwirtschaft ist es hier meistens beim Alten geblieben. Wohl werden Abfälle aller Art, Ab schlammerde vom Gehöft und von den Straßen, Boden aus Weggräben und aus Bächen meist auf einem abgelegenen Teile des Gehöfts gesammelt, oft jahrelang und dann, wenn es an Platz fehlt, zur Verwendung auf Wiese, Weide oder Acker ge fahren. Fast so roh wie die Masse oft bei nasser Witterung zu sammengeschafft wurde, ist sie auch jetzt noch. Warum?— Sie konnte sich nicht zersetzen, weil sie so hoch aufgeschichtet und fest zusammengebacken war, daß die zersetzenden wechselseitigen Witterungseinflüsse schlechterdings wenig ausrichten konnten Daß aber Pflanzennährstoffe, die nicht ausgelöst sind, von den Pflanzen nicht aufgenommen werden können, weiß nachgerade ein jeder. Es ist also nur der erste und der dritte Teil der Ar bei bei der Kompostierung zur Ausführung gelangt, nicht aber der mittlere, der wichtigste: Die Bearbeitung Theoretiker werden hier mit ihrem Urteil bald bei der Hand sein und von einer„bummeligen“ Wirtschaft sprechen, wo der Kompost so vernachlässigt werde. Dieser müsse des öfteren sorgfältig umgestochen und am besten mit Jauche immer feucht gehalten werden; das befördere die Zersetzung der Masse äußerst günstiger Weise. Gemach, Freunde, leichter gesagt als getan! Ist bei den teuren und wenigen Arbeitskräften nicht schon Arbeit genug da, Arbeit, die sich nicht aufschieben läßt? Ist es denn so etwas Leichtes, vielleicht mehr als 100 Fuder Albumblätter. Die Nachtigall singt nur im Dunkeln. So lernen wir die himmlische Melodie eines edlen Herzens erst kennen, wenn es trauert. Voine. Erde umzustechen, sorgfältig gemischt, das oberste nach unten und umgekehrt? Erdarbeit ist mühsam und geht nur langsam vonstatten! Jeder Praktiker, der mit offenen Augen Umschau hält, wird mir Recht geben, daß es durchweg an Zeit fehlt, den Kompost so zu bearbeiten und durchzuarbeiten, wie es nötig ist. Noch vor einigen Jahren hatte ich Gelegenheit, auf einem größeren äußerst sorgfältig bewirtschaftetem Hofe einen hochaufgeschichteten Komposthaufen zu sehen, der, wenn die Witterung es erlaubt, schon im vorigen Winter hätte verwandt werden sollen. Dieser war nun teilweise nochmals umgestochen; man sah, wie die noch rohen Materialien wenig gemischt und zersetzt waren. Außerdem war der Hausen zu hoch aufgechichtet, weit über 1 Meter: ½ Meter ist die richtige Höhe. Ist dies der Fall— nun kommt etwas Wichtigeres— dann kann man die Masse statt durch Umstechen des österen mit dem Pfluge durcharbeiten, wenn nötig 3spännig. So mehr zufällig bin ich vor 3 Jahren auf dies Verfahren gekommen. Weil es sich ausgezeichnet bewährt hat, bin ich dabei geblieben Da, wo der Kompost später verwandt werden soll, auf Wiesen und Weiden, auch wohl auf kleinen Trennstücken, werden die Haufen angelegt, mit Kalkmergel oder gebranntem Kalk über fahren, mit Jauche gedüngt, und dann in Zwischenräumen öfters gepflügt. Erreicht man durch eine Furche nicht die ganze Tiefe, so läßt man den Pflug noch einmal in derselben Furche herausgehen. Durch Eggen und Walzen des Kompostes wird eine bessere Mischung und Krümelung derselben erzielt Wenn es zu schade erscheint, auf dieser Fläche keine Grasnutzung zu haben, kann man den Komposthausen ja auch bepflanzen mit Hackfrucht irgend einer Art. Am besten gedeiht auf diesem tiefgelockertem, nährstoffreichen Boden die Möhre. Ein öfteres Jäten und Hacken läßt sich allerdings nicht umgehen, dafür ist der Ertrag aber auch ein vorzüglicher. Das beste Gartengrund stück liefert das nicht an Möhren inbezug auf Masse und Güte als ein aus nährstoffreichem Material zusammengesetzter und sorgfältig bearbeiteter Kompost. Wenn im Herbst nach Abernten der Früchte der Kompost nochmals in voller Tiefe gepflügt worden ist, daran sieht man wie die Erde unter dem beschattenden Kraute so krumelich, so mürbe geworden ist. Sie zeigt eine größere Gare im 1. Jahre als vernachlässigter Kompost nach mehreren Jahren des Lagerns Und mit welch verhältnismäßig geringer Mühe ist dies erreicht! 2 Mann: der eine zum Führen der Pferde und einer zum Halten des Pfluges bearbeiten mit 2 bezw. 3 Pferden einen Komposthaufen in ganz knapper Zeit. Es brauchen nicht Tage darauf verwandt werden, wie bei dem Umstechen. Und dann ist es in der Regel so, daß die Arbeit bei letzterem Verfahren nicht beendet wird. Der Regen läßt nach, es sind not wendigere Arbeiten zu verrichten, der Kompost bleibt liegen wie er liegt, oft ein ganzes Jahr und noch mehr und wird dann roh, wenig krumelich wie oben geschildert verwandt. mögen einen bedeutenden Reinertrag abzuwerfen; weil sie im Vergleich zum Acker geringe Unkosten verursachen; keine jährliche Aussaat, verhältnismäßig wenig Arbeit und Düngung verlangen. Also, nur frisch ans Werk! Einmal einen Versuch gemacht! Auf dem Hofe finden sich einige Fuder zusammengeschlammte Erde. Diese an einem Morgen, wenn es gefroren hat auf einen geeigneten Platz auf der Wiese oder Weide, wo ded Kompost später verwandt werden soll, gefahren, dazu noch abgeballte Erde an den egen weg oder aus den Gräben oder anderes nährstoffreiches Mittel; auch Jauche und Aetzkalk oder Kalkmergel darf nicht fehlen. Ist im Frühjahr der Boden trocken, dann wird das Ganze wiederho.t durch Pflug und Egge gründ lich gemischt. Ein auf diese Weise einige Jahre hindurch be arbeiteter Kompost ist so wie er sein soll und versehlt auch seine Wirkung nicht, wenn er verwandt wird. Wie traurig nimmt sich dagegen so ein Komposthaufen aus, der hochaufgeschichtet oft lange Zeit unberührt daliegt. Wenn man das sieht, muß man immer denken: halbe Arbeit! Der Mann hat wohl A gesagt, aber nicht B. Vermischte Nachrichten Rosen im Sommer. Wie es anzustellen ist, um nach be endigter Hauptblütezeit der Rosen täglich noch Blumen schnei den zu können, darüber plaudert ein Rosenzüchter im prak tischen Ratgeber: Ich habe außer einigen Hochstämmen 34 Stück niedrig veredelte. Büsche der Sorte Madame Caroline Testout, die ich im Frühjahr gleich nach dem Aufdecken mit einer dungreichen, kalk= und lehmhaltigen Komposterde reich dünge und sachgemäß schneide. Haben sich später die Rosen so weit entwickelt, daß ihre ersten Knospen ziemlich ausgebildet sind, so wähle ich etwa zwanzig der stärksten Büsche aus. Von jedem der Büsche nehme ich drei bis fünf der kräftigsten Knospentriebe und schneide diesen die Spitzen mit den obersten zwei auch drei Blättern ab. Diese vorzeitig gestutzten Triebe sind in der Zeit, wenn die Hauptblüte zu Ende geht, gewöhn lich schon wieder mit weit vorgerückten Knospen besetzt. Es tut mir freilich immer leid, die schönen Knospen abzuschneiden; aber das eine Opfer muß gebracht werden, um die große Leere welche nach dem Hauptrosenflor im allgemeinen herrscht, nicht so ganz mitempfinden zu müssen.— Denjenigen unserer Leser die sich hierfür interessieren, sendet das Geschäftsamt des prak tischen Ratgebers im Obst= und Gartenbau in Frankfurt a. O auf Wunsch die betreffende Nummer kostenfrei zu. Die männliche„Primadonna“. In Ungarn hat sich 35 Jahre lang ein Mann auf den Brettern, die die Welt bedeuten als Dame zeigen können, ohne daß sein Geschlecht entdeckt wurde. Es handelt sich, so wird aus Budapest geschrieben, um re 1873 in Balassagyarmant geborene„Künstlerin“. Ein erst ganz kürzlich im hohen Alter gestorbener, weit und Aranka Gyöngy, die in Wirklichkeit aber Stefan Mocsi hieß Der Kampf ums Glück. Roman von Eusemia v. Adlersfeld=Ballestrem. (Nackdruck verboten.) „Ehrlich, Elisabeth: Ich habe sie im ersten Augenblick für eine Unmöglichkeit gehalten,“ erwiderte Sir Donald lebhaft und setzte leiser hinzu:„Was soll ich leugnen, daß mein gesunder Menschenverstand sich heute noch dagegen auflehnt, wäh rend das Blut der Mac Catrine mich zur Unterwürfigkeit unter die Familientradition zwingt. In der einen Wagschale liegt meine moderne Erziehung— in der andern der zum mystischen Grübeln neigender Hochländergeist, der dem Glauben an das Uebernatürliche zuneigt.“ Elisabeth schüttelte energisch den Kopf. „Willst du wissen, Donald, was diese sogenannte Prophe zeiung wirklich ist? Es ist der Vorwand, den das Glück sucht, um uns wieder zu verlassen. Aber ich durchschaue die Arglist und gebe ihr nicht nach, und wenn du imstande bist, das Gleiche za tun, so werden wir das wankelmütige Glück schon zur Treue zwingen! Kostet er dich eine große Ueberwindung, dieser Kampf mit der Tradition? Nun wohl, auch ich muß ein gewisses Etwas überwinden, um gegen die Tradition zu handeld welche jungen Mädchen vorschreibt, sich einwandlos aus dem Gesichtskreise des Mannes zu entfernen, der ihnen das Verlöbnis kündigt. Ich bin aber stets ein wenig anders gewesen, als der Durchschnitt meinesgleichen und wage es, mich zu wehren. Das rührende Lied: Brich, o Herz— was liegt daran! hätte ich nie gedichtet— mir liegt sehr viel daran, weil ich mich als Gottes Geschöpf berechtigt glaube zu der Teilnahme am ir dischen Glücke. Und glücklich bin ich seit gestern— unbeschreib lich glücklich. Hättest du mir gesagt, Donald, du hättest dich in deinen Gefühlen mir gegenüber getäuscht und wünschtest wieder frei zu sein, dann wäre es etwas anderes, dann wäre v. einem Kampf mit dem Glücke keine Rede mehr—— Donald, ist’o nur diese Weissagung, die zwischen uns steht, nur diese?" breit als tüchtiger Landwirt beksunter Herr außer Landes sagte einmal:„Der beste Dünger für Wiesen und Weiden ist und bleibt guter Kompost!“. Und wie äußert sich der durch verschiedene landwirtschaftliche Schriften bekannte Graf zur Lippe=Weißensels in einer Abhandlung über Futterbau?„Fort mit den saueren Wiesen, fort mit ihnen durch Drainage, durch reichliche Ueberdüngung mit gehaltreichem Kompost, nicht mit willkürlich zusammengefahrenen Land, das einige Monate gelegen, und dem man dann ebenso willkürlich den Namen„Kompost“ beilegt. Ich weiß aus meiner eigenen langjährigen Praxis, welch' ein Unterschied in der Leitung einer Wiesenfläche liegt vor und nach der Drainage, vor und nach der Kompostierung; weiß auch, daß die Kosten, welche die gründliche Melioration einer größeren Wiesenfläche bedingt, keine geringe ist, weiß aber auch, daß, zunächst der Anlegung einer rationellen Düngerstätte, sich keine Melioration reichlicher bezahlt macht.“ Es würde mich freuen, wenn der eine oder andere Landwirt durch die vorstehenden Zeilen zum Sammeln und Bearbeiten von Kompost veranlaßt würde. Vor allem wende ich mich an die Jugend. Sie ist am leichtesten für Neuerungen empfänglich und will auch etwas wirken. Hier ist für sie ein Gebiet, wo beim Versuch keine Summen auf dem Spiele stehen, Nur ein wenig Arbeit, allerdings auch Ausdauer, und die Sache ist gemacht. Ebenso wie unsere Aecker durchweg sorgfältiger gedüngt und bearbeitet werden, müssen auch unsere Wiesen mehr gepflegt werden. Diese ermöglichen uns eine reichliche und rentable Viehhaltung. Durch alle diese Maßnahmen— Düngung. Entwässerung, Bewässerung— erhalten wir nicht allein mehr, sondern vor allem Dingen besseres, wertvolleres Futter. Anstelle der minderwertigen, oft schädlichen Kräuter treten süße nährstoffreiche Pflanzen. Gerade Wiesen und Weiden ver „Nur diese," erwiderte er feierlich und schlicht ohne jede weitere Beteuerung, und als er es dabei in Elisabeths Augen aufleuchten sah, fügte er hinzu:„Du bist keine Hochländerin und keine vom Blute der Mac Catrine, du kannst also nicht ahnen, was in mir vorgeht. Aber du best mutig und tapfer, wie nur je eine von den altschottischen Mädchen— aus jedem deiner Worte spricht eine Liebe, die mich im tiefsten Herzen bewegt. Deine Liebe will die bedrohte Zukunft mit mir teilen; die meinige, die— Gott weiß es allein— still wie die Nacht und groß und unendlch ist wie der Himmel über uns, diese will lieber einsam verbluten, ehe sie dich in mein dunkles Geschick verwebt. Doch ich will mich gern von deinem Mut beschämen lassen— darin liegt keine Erniedrigung für mich, sondern das unendlich süße Gefühl ungeahnten, unverdienten Glückes, das der schwachen menschlichen Natur viel begehrenswerter dünkt. als eine Zukunft, die keine mehr ist. Der Himmel segne dich für deine Liebo, Elisabeth! Aber nun mache du auch das Maß dieser Liebe voll, sage dir: Der arme Donald weiß und glaubt, daß seine Tage gezählt sind— ich darf ihm an seinem Glücke nichts verkürzen und will ihm ohne Zeitverlust als seine geliebte Frau ins fremde Land folgen. Bitte, bitte, sage das, Elisabeth!“ Elisabeth lachte— zwar ein wenig unter Tränen, aber es war doch ein leises, glückliches, zu Herzen gehendes Lachen. „Ganz etwas anderes sage ich,“ behauptete sie.„Ich sage: Der arme Donald hat solche Grillen und Schrullen im Kopfe, daß es Christenpflicht ist, mit d. heiligen Ehestandes kräftigem Besen je eher desto besser dagegen vorzugehen. Und was das Wann betrifft, darüber mußt du dich schon mit Tante einigen, deren Stimme dabei unerläßlich ist."— Tante Exzellenz war in diesem Punkte indes ganz zugäng und seit dem zwölften Jahre sich als„Balletprimadonna“ und „Soubrette“ in Ungarn, vornehmlich aber in Budapest hören ileß. In einer kleinen Gemeinde des Zalaer Komitats kam der originelle Betrug an das Tageslicht. Die„Dame“ erschien mit einer kleinen Truppe und erwarb sich bei der Behörde um die Lizenz für Varietevorstellungen. Dem Amtsvorsteher fiel die sonderbare Haltung der„Dame“ auf. die den Eindruck einer 35jährigen Frau machte, er schöpfte Verdacht, ließ die Ortshebamme holen und die Künstlerin untersuchen. Da ergab sich denn, daß sie ein Mann sei. Die„Künstlerin“, eine helle Blondine, die alle zarten Anspielungen der Männerwelt, wie man sich erzählt, mit mädchenhafter Schamhaftigkeit in die gebührenden Schranken gewiesen hatte, wurde verhaftet. Ein„hoher“ Einjähriger. Aus Madrid, 11. Mai, schreibt man der„Kleinen Presse“: Im spanisch. Königshause herrschte gestern allerhöchster Jubel. Der Prinz von Asturien, der Erbe der Krone, vollendete sein erstes Lebensjahr. In früher Morgenstunde wurde in der Schloßkapelle eine Messe gelesen, bei welcher der Geburtstagsprinz mit höchsteigenen Händchen eine Geburtstagstorte aus Marzipan, zwei schöne Kerzen und zwei Goldstücke zu je zehn Peseten weihte. Die spanischen Goldstücke scheinen einen sehr exklusiven Verkehr zu pflegen. Im gewöhnlichen Verkehr sind sie wenigstens nirgends zu fin den. Den Hauptmoment des Geburtsagsfestes aber stellte eine Ueberraschung dar, welche die Königin Viktoria ihrem Gatten bereitete. Sie präsentierte nämlich ihren Alfonsito dem hohen Familienkreise in der kompletten Uniform des Königsregimentes. Dem für sein Alter äußerst strammen Einjährigen saß der bunte Soldatenrock, an dem alles bis auf die geringste Kleinigkeit vorschriftsmäßig war, vortrefflich. Nur die funkeln den Ordenssterne kennzeichneten die besondere Stellung des Rekruten. König Alfons nahm mit freudigem Staunen einen ganz militärischen Gruß seines jüngsten Soldaten entgegen und reihte ihn daraufhin ungesäumt in ein Infanterieregiment ein. Demnächst soll Don Alfonsito seinen größeren Kameraden feierlich vorgestellt werden. Vernichtetes Naturspiel. Aus Amoy in der chinesischen Provinz Fo=Kien wird dem„Ostas. Llyod“ unter dem 25. März geschrieben: Der berühmte Wackelstein von Amoy(Hsien=yenshih=Geisterstein), ist am 22. März bald nach 10 Uhr vormittags von sechs Leuten der Besatzung S. M. S.„Leipzig“ abgestürzt worden. Der Wackelstein wog 80—100 To.(1600 bis 2000 Zentner), er lag so auf seinem Schwerpunkt, daß er von mehreren Personen leicht in eine schwingende Bewegung versetzt werden konnte. Einen ähnlich lagernden und gleich großen Stein gibt es auf der ganzen Erde nicht. Die größte Sehenswürdigkeit von Amoy ist damit zerstört worden. Die Aufregung unter der chinesischen Bevölkerung darüber ist natürlich sehr groß, und es ist höchst bedauerlich, daß das gerade einem deutschen Kriegsschiff zugestoßen ist. Von dem Kommando S. M. S.„Leipzig“ wird angegeben, daß der Stein nur von sechs Mann wie gewöhnlich und wie es von Tausenden vorher geschehen ist, bewegt worden ist und keineswegs die Absicht vorgelegen hat, ihn durch Anwendung besonderer Gewalt aus seiner Lage zu bringen. Denn der Wackelstein muß schon seit drei== bis viertausend Jahren auf seinem Platze gelegen haben, von der Zeit ab, als, wie man annimmt, die Insek Formosa durch ein großes Erdbeben vom Festlande getrennt worden ist. Konkurs eines indischen Peinzen. Ein Gegenstück zu dem Konkurs des Herzogs Borwin zu Mecklenburg bildet der Fall des Prinzen Jay Duleep Singh, der jetzt bei dem Londoner Bankerottgericht seine Zahlungsunfähigkeit angemeldet hat. Bereits im Jahre 1902 suchte der indische Fürstensohn die ihn hart bedrängenden Gläubiger dadurch zu befriedigen, daß er sich stets bereit erklärte, die Hälfte ihrer Forderungen zu bezahlen, wenn sie auf weiteres verzichten wollten. Der englische Gerichtsbeamte stellte fest, daß die Forderungen der Gläubiger an den Prinzen sich auf eine halbe Million Mark belaufen. Diesen Passiva stand zwar auf dem Papier ein Vermögen von über 121 Millionen Mark gegenüber, aber es stellte sich bald heraus, daß der größte Teil dieses Vermögens unauffindbar war. Der lustige Prinz führte seine Zahlungsunfähigkeit darauf zurück, daß ihm die indische Regierung völlig unzureichende Zuschüsse gewährt habe. Der Richter stellte jedoch fest, daß die wahre Ursache zu dem Bankerott des splendiden Indiers in Wett= und Spielschulden und ähnlichen Extravaganzen zu suchen ist. Der Schatz auf dem Kirchhofe. Einen eigenartigen Fund machte vor einiger Zeit eine Witwe Levieux auf dem Pariser Montmartre=Kirchhose. Sie hatte sich nach dem Friedhofe begeben, um auf das Grab ihres vor einiger Zeit gestorbenen Mannes einen Rosenstock zu pflanzen. Dabei bemerkte sie zwischen den gelockerten Steinen, mit denen ein Grab in der Nähe umgeben war, einen grauen Gegenstand. Sie zog den Fund vollends heraus und sah nun, daß es ein kleiner, grauer Beutel war, darin befand sich eine seidene Geldbörse mit reichem Dolschmuck. Der Inhalt der Börse bestand aus zwei goldenen Damenuhren, mehreren goldenen Ringen und 334 antiken Münzen aus Gold, Silber und Bronze. Die Geldstücke und die Goldsachen müssen schon lange in dem merkwürdigen Versteck gelegen haben, denn sie hatten bereits stark unter dem Einflusse der Witterung gelitten. Frau Levieux übergab den geheimnisvollen Fund der Polizei. Von der Mode. Aus London wird berichtet: Fast scheint es, als ob in der diesjährigen Mode der riesige Hut, der „lustige Witwen=Hut", wie man ihn allgemein nennt, alle starken und wuchtigen Akzente der Kleidung auf sich konzentrieren und der gesamten übrigen Toilette gleichsam die Kräfte aussauge. Denn während der Hut immer größer und größer wird, kann man an anderen Gegenständen ein immer zunehmendes Kleiner= und Niedlicher=Werden konstatieren. Lange in faltigen Wogen niederrauschende Röcke sind völlig aufgegeben man trägt nur noch die kurzen, fußfreien„Backfischröcke". Die Aermel legen sich wie Handschuhe eng und knapp um den Arm und sind an den Handgelenken ganz fest geschlossen. Die neuen Sonnenschirme sind so en miniature, daß sie kaum die ungeheuren Hüte decken und gar nicht gegen die schonungslos einfallenden Strahlen schützen können; sie werden an einem langen, ganz dünnen Stab getragen. Da der Aermel bis ans Handgelenk herabgebrochen ist, ist natürlich auch die Länge der Handschuhe stark vermindert; sie haben fürs Gewöhnliche nur noch zwei Knöpfe und werden in allen Farben des Regenbogen getragen. Die Taschentücher sind so klein geworden, daß man sie in ein Portemonnaie stecken kann, und sind ganz dünn und lich „Lieber heut als morgen," versicherte sie mit der ihr eignen schönen, nur manchmal recht groben Offenheit.„Um Gotteswillen kein langer Braut stand— das hält kein Mensch aus, und wo's nicht notwendig ist, gibt's bloß ein Gezerre mit schlechter Laune, Mißverständnissen und andern Unliebsamkeiten! Sobald mein Schwager, der Professor, als Vormund Ja und Amen gesagt, kann's meinetwegen losgehen— die nö tigen Formalitäten, Papier und so weiter kann man ja inzwischen schon erledigen. Werde dem Professor gleich schreiben — er sitzt in Dänemark, wo er die Kunstschätze des Schlosse Rosenborg studiert und daneben die Spuren unserer Famili: verfolgt, die aus Dänemark stammt. Wie gesagt also: ich hab' nichts dagegen, wenn ihr bald Hochzeit macht, denn solch elende Egotstin din ich— Gott sei Dank!— denn doch nicht, daß ich verlangte, Elisabeth sollte mich erst durch meinen Rheumatismus durchpflegen, ehe ich sie ziehen lasse. Außerdem— ich habe sechs Jahre als Braut auf die Hochzeit warten müssen, bis mein Alter Rittmeister erste Klasse wurde— ich weiß also, daß ein langer Brautstand nur schön und poetisch ist für die, so ihn nur vom Hörensagen kennen, sonst aber keine Zuckerlecke. „„* Am Sankt Johannistage, also kaum sechs Wochen später, wurde Elisabeth Fuchsius in der dämmerigen, träumerischen Stiftskirche zu Baden=Baden Lady Mac Catrine. Es war eigentlich eine lächerlich„kleine“ Hochzeit, gar nicht den deutschen Ideen entsprechend, die für solch Fest die Anwesenheit aller Verwandten bis ins neunte uno zehnte Glied verlangt. Zum Glück aber für das Brautpaar und für das Portemonnaie der Tante Exzellenz fand„wegen der Kur der letzteren“(ein Vorwand a conto desselbigen Portemonnaies) die Hochzeit imfernen Baden, also sozusagen im fremden Landen statt, so daß man es niemand zumuten durfte, die weite Reise zu machen. Tante Exzellenz und der befreundete Kapitän von der Gesandtschaft in Berlin waren als Trauzeugen genügend, aber„damit die Sache doch ein bißchen feierlicher aussah“, hatte Tante Exzellenz dem Moloch ihrer deutschen Idee geopfert und ein in Baden ansässiges, nettes Ehepaar eingeladen, mit dem sie sich sehr angefreundet hatte und das seine zwei reizenden kleinen Töchter großmütig als Rosen streuende Brautjungfern stellte. Der Kirchenchor sang das wunderschöne Kirchenlied: „Komm, heiliger Geist, auf uns herab!“, als der kleine Hochzeitszug aus dem blendenden Sonnenschein des strahlenden Innitages die dämmerige Kirche betrat, durch deren gemalte Fensterscheiben das Licht des Tages selbst im Hachsommer nur spärlich dringt und sich mit dem Schein der vielen Kerzen auf dem Hochaltar zu einer wunderbaren Beleuchtung vereint, die der schleierartige Duft des Weihrauchs gar sein abtönt. Die Sonne sucht vergebens ihr ureigenes Licht durch die hohen Fenster zu schicken— purpurn, blau, golden, grün und violett gefärbt dringt es in Chöre und Schiff und zaubert seltsame Lichteffekte auf die steinernen Grabdenkmäler der badischen Herrscher, die in der Krypta der Stiftskirche dem jüngsten Tage entgegenschlummern. Ja, der große Chor der Badener Stifto Aircz ist ein seines Stimmungobild in diesem Doppellichte, das auf den dunkelbraunen geschnitzten Chorstühlen sich so warm bricht und die bemalten Statuen des schönen, gotischen Altars lebendig macht, und, tiefbewegt von der Erhabenheit der Stunde. unter dem Einfluß dieser stimmungsvollen Umgebung. kniete Elisabeth an der Seite ihres Verlobten vor dem Altar nieder, auf dem große Sträuße schnceweißer Lilien und purpurner Rosen siegreich durch den Weihrauch dufteten, der noch von der letzten Frühmesse hee wie ein seiner Schleier über dem Chore lag und auf den bunten Lichtwellen nach oben zog. „Von dir kommt Weisheit, Licht und Rat, Kommt Licht und Kraft zu guter Tat—— Komm, heiliger Geist, auf uns herab!“ verklang es vom Orgelchore— Elisabeth hatte sich das Lied selbst ausgewählt— es schien ihr so passend für die Stunde. Und nun war es geschehen— sie waren Mann und Frau, verbunden, unauflöslich, verbunden für das Leben, mochte dasselbe für sie nun Tage, Wochen, Monate oder Jahre bedeuten. In stiller Andacht knieten sie nebeneinander vor dem Hochaltar, auf dem die hohen Wachskerzen gedämpfte Lichter auf den halberblindeten Verglodungen des Schnitzwerkes hervorriefen und auf dem die weißen Lilien süß und siegreich die Rosen überdufteten.— Wenige Stunden später reisten Sir Donald und Lady Mac Catrine nach ihrer Heimat ab. Sie machten keine Hochzeitsreise, sondern gingen direkt in ihr Heim auf der Insel Wight, und Elisabeth war entzückt von dem duftigen, hellen Barockschlößchen inmitten des grünen, schattigen Parks und wäre gern hier geblieben, aber Donald sprach davon, daß es Sitte sei in seinem Hause, dessen neue Gattin so bald wie möglich auf dem Stammsitze einzuführen. So gingen sie zunächst nach London, wo die„Saison“ gerade im vollen Glanze war. Donald bestand darauf, seine junge Gattin in die Häuser seiner Freunde und entfernteren Verwandten einzuführen, welche ihr mit offenen Armen entgegenkamen und mit Vergnügen die reizende junge Frau auf ihren Diners, Routs und Bällen präsentierten. Elisabeth war entsetzt über die Summe, welche ihr Gatte zur Anschaffung von Gesellschaftstoiletten für sie bestimmte, und war noch entsetzter, als eine Hoftoilette für sie notwendig wurde, denn eine ganz unerwartet angesagte Cour bot Gelegenheit, Elisabeth der Königin vorzustellen, und eine alte, scharfzüngige Herzogin, die sich Donalde mütterliche Freundin nannte, übernahm es bereitwilligst, die junge Lady Donald zu präsentieren. schmal. Diese winzigen Läppchen aus Spitze und Seide sind mit handgemalten kleinen Blumen geschmückt und diese Bemalung muß jedesmal erneuert werden, wenn sie gewaschen worden sind. Sogar die Schuhe wenden sich wieder der eine itlang verpönten engen Form zu, und der amerikanische breite tiefel verschwindet merh und mehr. So biete die moderne angezogene junge Dame dieses Sommers ein merkwürdiges Bild: Eine schlanke, im engen kurzen Kleid steckende Erscheinung in allen Einzelheiten aufs Kleine, Niedliche, Zierliche, Knappe in komponiert, und das alles überkrönt von einem unge heuren, turmhohen breit ausladenden Hut, der auf der Gestalt aussitzt, nicht viel anders als der auffallende buntfarbige Kopf eines Pilzes auf seinem Stiele. Ein temperamentvoller Orchesterdirigent. Von dem Dirigenten Alexander Birnbaum, der das letzte Ysaye=Konzert in Brussel gelettet hat, enkwirft ein belgischer Kritiker folgende Schilderung:„Seine Art des Dirigierens ist ausdrucksvoll und heldenhaft im höchsten Maße. Er schreitet zum Dirigentenpult wie ein Kurassieroberst zur Attocke. Hat er einmal angefangen so ist seine Arbeit furchtbar! Er sicht, er kämpft, er boxt, er hebt Lasten und scheint ungeheure Gewichte auf den Schultern zu tragen, er bischi zusammen unter dem Druck einer Welt: er ist Herkules, er ist Sisyphus, er ist Atlas. Er überredet seine Musiter und disputiert mit ihnen in seinen Gesten, er scheink ihnen zu befehlen, sie anzuflehen, sie zu faszinieren, zu bestricken und zu verteidigen: er ist ebenso Aeschylos wie Demosthenes. Er bedt die Arme gen Himmel, er ruft die Götter zu Zeugen an, er bietet seine Seele dem Höchsten dar: dann ist es wieder, als segne und liebkose er blonde Köpfe. Zum mindesten machte er Bewegungen, wie wenn er eine Mayonaise rühren oder einen Salat mischen wolle. Manchmal segt er mit dem Dirigentenstab hin wie ein Stubenmädchen. das reine macht, dann wieder scheint der Stock ein Angelstock zu sein, an dem der Dirigent irgend einen geheimnisvollen Fisch aus der Mitte des Orchesters herauszieht und zappeln läßt. Jetzt gerät er in Wut, er würgt, er zertrampelt, zermalmt einen imaginären Gegner. Er macht Stöße wie beim Jin Jitsu. Und nun tanzt er dahin wie Isadora Duncan, und jetzt ist er von einem entsetzlichen Schmerz zerrissen, unter dem er sich krümmt, jetzt schwebt er dahin in einer Ekstase seliger Freude!“ Der Verschönerungsverein Myolowitz erläßt, unterstützt von der dortigen Ortsgruppe des Deutschen Ostmarken=Vereins folgenden Aufruf zur würdigen Herrichtung der Umgebung des Bismarckturmes auf der Dreikaiserecke bei Myslowitz Der Aufruf lau:„Deutsche Brüder! Es gibt nur einen Punkt auf der Welt, an dem drei gewaltige Kaiserreiche zu sammenstoßen; es gibt aber auch keinen zweiten Punkt auf der Welt, welcher der Doppelwelle der polnischen Flut aus Rußland und Galizien so ausgesetzt ist wie die Dreikaisereac oei Myslowitz. Auf dieser Anhöhe, die weithin sichtbar die polnische Ebene im Süden und Osten überragt, hat der Bismarck-Denkmal K Waldeszauber. Naturwissenschaftliche Planderei von Felix Erber. (Nachdruck verboten.) Aus düsteren Schatten macht sich ein neuer Tag frei,—— ein goldener Sonnentag im jungen Lenze! In purpurner Majestät steigt die Sonne empor und flicht ihre feurigen Strahlen in die dünnen Schleier, die das Bild der Erde noch verhüllen. Sie küßt die Blumen auf der Wiese wach und eilt auch in den schweigenden Wald, um dort d. Volk der Vögel aus leichtem Schlummer zu wecken. Den Naturfreund, der an einem solchen Frühmorgen hinauswandert in den großen Blätterdom, um dort seinen liebsten Gedanken nachzuhängen, erfüllt der Sonnenschein mit Frohsinn und Freude. Frühmorgen's, eh' noch der Wachtelruf erschallt",—— ist es ja im Walde am schönsten. Ein hehrer Friede umfließt dann den Wanderer, der die Welt und ihrem Lärm floh, um die Stille der Natur aufzu suchen. Aber, je mehr der Sonnenball heraufkommt auf der blauen Himmelsau, um so lebhafter wird es auch in der grünen Halle des Waldes. Den Vogel läßt es nicht mehr im Rest. Er schüttelt den Morgentau vom Gefieder u. geht an seine gewohnte Beschäftigung.—— Gesang und Nahrungssuche! Die Blumen, die— das zarte Köpfchen tief gesekt— die lange Nacht verschliefen, heben ihre klaren Blütensterne wieder empor zum Lichte, und all das Getier des Waldes kommt aus seinen Höhlen und Verstecken, um verschwiegene Ausschau zu halten nach der Außenwelt und den Gefahren. Durch die schlanken Stämme fährt ein leiser Wind. Die Bäume bewegen flüsternd ihr grünes Haupt und baden sich im Glanze der Sonne!— Nicht einsam ist es im Walde für den, der sich in seine Geheimnisse vertieft, der des Waldes Sprache versteht und die Stimme der Natur, die uns liebvoll immer wieder zur Umkehr vom Wege der Verirrung mahnt.— Langeweile und Einsamkeit kann nur der Mensch empfinden, der unnatürlich wurde in der Welt und ihren oft verkehrten Ansichten, ihrem geistlosen, gesellschaftlichen Getändel und Zwange. Wer aber die Augen öffnet, um wirklich zu sehen, der wird sehr bald zu einer anderen Erkenntnis kommen und Ueberraschungen gar vieler Art im stillen Walde erleben. Ihm wird das Heer der schmucken Bäume nicht stumm und schlafend erscheinen, sondern er wird von seinem Waldspaziergange manche Erinnerungen mit heim nehmen und sehr bald, wenn er sich-öfters dem Walde mit Interesse naht, die Freude Landkreis Kattowitz ein erhabenes Wahrzeichen des Deutsch tume geschaffen: den aus mächtigen Granitquadern gefügten Bismarckturm. Aber noch liegt das Land um den Turm öde. Kein Baum, kein Strauch schmückt diese Stätte, die kraft ihrer Lage wie keine zweite in unserm Vaterlande dazu berusen ist, ein nationales Heiligtum für die zahllosen Deutschen zu werden, die aus allen Gauen Deutschlands diesen denkwürdigen Punkt besuchen. Soll das so bleiden zum Spott unserer Geg ner, die für nationale Zwecke eine so freigebige Hand haben? Nimmermehr! Die benachbarten Gemeinden tun, was in ihren Kräften steht, aber die Bevölkerung ist nicht reich genug, um alles allein leisten zu können. Darum sind wir gezwungen, uns au weitere Kreise mit der herzlichen Bitte zu wenden: Helft uns, deutsche Brüder, nach Kräften, hier an dieser expo nierten Südostecke des Deutschen Reiches einen Hort des Deutschtums schaffen, der dem Besucher zuruft: Hier ist heilige deutsche Erde! In diesem Hain weht deutscher Geist! Erwacht auch Du, wenn Dich die deutsche Sache noch kalt läßt, zu lodernder Liebe für das deutsche Volk und Vaterland!“ Die schlagsertige Pepi. Auf der Strandpromenade von Ahlbeck spielte sich an einem Augusttage des vorigen Jahres eine erregte Szene ab, die ihr Nachspiel gestern vor der 147 Abteilung des Amtsgerichts Berlin=Mitte fand. Als Privai beklagte hatte hier die bekannte populäre Brettl=Diva Pepi Weiß, deren bürgerlicher Name Frau Josephine Czikanet ist, eine Gastrolle zu geben. Die„W####trags künstlerin" Wilden hatte sie vor den Kadi zitiert, ebenso der Opernsänger Banermann gen. Berger(nicht zu verwechseln m. Herrn Berger vom Königl. Opernhause). Fr. Pepi Weiß ist sehr stolz darauf. bei ihren Vorträgen nur mit Cuplets paradieren zu können. die nach ihrer Ansicht kein anderer singen darf, als sie. Sie behauptet, daß der Schriftsteller Falkner diese Cuplets aus schließlich für sie komponiert, daß sie etwa 1000 eu für ein solches bezahlt und sie das geistige Eigentum an diesen Sache erworben habe, da diese nur im Manuskript hergestellt werden. Herr Falkner, der inzwischen ihr Bräutigam geworden ist, hat ihr schon verschiedene Schlager angedichtet, der„Schlager“ aber. den sie in Gemeinschaft mit ihrem Bräutigam und Spezial dichter am Strande von Ahlbeck sich ersonnen hat, ist für sie etwas verhüngnisvoll geworden: Fr. Pepi Weiß gab in Heringsdorf eine Kabarettvorstellung, zu der das Ein trittsgeld 3 A betrug. da, wie sie in freundlicher Bescheidenheit sich ausdrückte.„sie eine sehr populäre Schauspielerin und erste Attraktionskraft" ist. Gleichzeitig sanden unter der Lei tung des Opernsängers Bauermann in Ahlbeck Kabarettvor stellungen in dem Weinrestaurant„Traube“ statt, in welchen Frl. Madeleine Wilden—„ohne Entree“, wie Fr. Pepi mit leidsvoll betonte— mimte. Gegen diese Konkurrentin ist Pen Weiß von heiligem Zorn erfüllt, denn sie hat sie in Verdacht daß sie bei einem gelegentlichen gemeinschaftlichen Engageme die Cuplets aus ihrem Manuskript abgeschrieben hätte und nu damit Lorbeeren einzuheimsen suchte. Auch in Ahlbeck soll Frl Wilden einige Cuplets vorgetragen haben, die zu dem Reper toire der Fr. Pepi Weiß gehörten. Herr Falkner begab sich deshalb in die„Traube“ zu Herrn Bauermann und suchte ih zu bewegen, dieses Nachempfinden von Cuplets, die nachweis lich sein und seiner Braut geistiges Eigentum seien, zu vehindern. Er wurde etwas schroff abgewiesen. Als nun am 1. August mittags Herr Banermann und Frl. Wilden auf eine Bank an der tSrandpromenade saßen und wenig an die Händ dieser Welt dachten, hielt plötzlich vor ihnen eine von Hering dorf kommende Droschke, und dieser entstiegen in sehr krieg rischer Stimmung Fr. Pepi Weiß und Herr Falkner. S gingen direkt auf die beiden los und es entspann sich sofor eine sehr temperamentvolle Szene, die damit begann, daß Pepi Weiß hre Gegnerin mit dohender Geberde zur Rede stellte, weil sie die ihr(W.) gehörenden Cuplets zu singen sich erkühne. Auf eine Gegenbemerkung soll es dann„a Tätlichkeiten gekommen sein. Frau Pepi soll ihre Nebenbuhlerin nicht nur angespien. sondern auch gekratzt uno gezaust haben, so daß das Haar sich lockerte. Diese Freundlichkeiten begleitete sie mit beleidigenden Worten, wie„Diebin",„gemeines Pack“. „Diebesbande“ usw. Während sie die Liebenswürdigkeit an beide richtete, fand sich Herr Falkner mit Herrn Banermann ab. indem er ihm einen Schlag ins Gesicht versetzte, so daß sofort das Blut herunterlief. So wurde der Vorgang von einem unparteiischen Zeugen geschildert. Fr. Pepi Weiß und ihr Fräutigam gaben eine hiervon wesentlich abweichende Dar stellung. Der Gerichtshof glaubte mit Rücksicht auf die Erre gung, in der sich die Angeklagte befunden, von einer Gefängnisstrafe absehen zu können und verurteilte sie zu 200 M Geldstrafe oder 20 Tagen Gefängnis. Der Zeuge Faltner wird sich in wenigen Tagen wegen Beleidigung des Herrn Banermann vor demselben Gericht zu verantworten haben. Fr. Pepi Weiß aber will, wie sie mit Nachdruck bemerkte. Berufung einlegen. Die Zahl der Reisenden in Deutschland. Im Jahre 1906 wurden auf sämtlichen deutschen Eisenbahnen 1209 Millionen Personen befördert. Das macht 19¼. Fahrten jährlich auf jeden der 62 Millionen Deutschen im Reich. Diese 1209 Mill. Fahrten waren durchschnittlich nur 22.9 Kilometer lang, das heißt, sie waren durchschnittlich nur Ausflüge oder Geschäfts ausfahrten, aber keine Reisen. Auf den preußisch hessischen Staatsbahnen wurden 1906 im ganzen 854 Millionen Fahrten gezählt, aber bloß 482.8 Millionen Fahrkarten verkauft. Jede Fahrt war hier 23.5 Kilom. lang. In diesen Zahlen sind mit enthalten 112,8 Millionen Fahrten des Berliner Stadt= und Vorortverkehrs, durchschnittlich nur 9,53 Kilom. lang; 2,6 Mill. Fahrten des Hamburgenr Orts= und Vorortsverkehrs (4,7 bis 6.2 Kilom. jede Fahrt), 140 Millionen Fahrten mit Arbeiterwochenkarten(jede Fahrt 6.6 bis 8,7 Kilom. lang), an der Natur empfinden, die tausende aus uns nicht zu erlangen vermögen. Ein weihevoller Zauber wird dann seine Seele erfassen, wenn er sieht, wie in stiller Abgeschlossenheit die allgroße Na tur, inmitten des ernsten Waldes, großes schafft, unendlich viel mehr, als alle Menschen in ihrem geräuschvollen Dasein zusammen es vermögen! In Stunden solcher Herzensstimmung, solcher innerer Einkehr, wird der Wald für ihn zum Tempel werden und seine Seele sich hinauf zu den Pforten einer andern Welt schwingen! Im Haushalte der Natur, dem auch wir Menschen angehört, hat der Wald eine gar hohe Bedeutung. Er bildet einen kleinen Staat für viele Lebewesen, die innerhalb seiner Grenzpfähle wohnen. Ihnen gewährt er Obdach und Nahrung! Darum sehnen sich viele Tiere gar nicht heraus aus der Stille des Waldes, als ob sie wüßten, daß Einsamkeit den Geist schärft. Speziell für den Vogel ist der grüne Wald ein lieber Aufenthalt; er ist des Vogels Konzerthalle. Wenn die Blumen aus ihrem unterirdischen Schreine, wie das Dornröschen erwachen, dann treibt es auch den Vogel wieder zu uns her aus fernem Süden. Die Liebe, der nichts zu weit und nichts zu hoch ist, bewirkt es. Wo es hübsch still ist, singt der kleine Piepmatz dann sein Lied. Es ist Minnesang, mit dem der Sänger um die Braut wirbt. Wenn auch nicht alle Vögel, die uns in den Tagen der wonnigen Zeit durch ihre süßen Melodien erfreuen, im Walde nisten, so doch viele, und gerade durch den Gesang tragen sie dazu bei, daß der Wald für uns Leben gewinnt, zum Zielpunkt unserer Ruhe und Rast nach weitem Marsche wird. Wer hätte keinen Sinn und kein Verständnis für das Vogel Lied, dem man stundenlang mit gleicher Anteilnahme lauschen kann?— Wer dächte sich auch nicht einmal in ein so bißchen Buch finkenwirtschaft hinein, wenn der geschnäbelte Hausherr vom hohen Ast im Buschwerk herab, ihn dutzendmal vielsagend fragt: „Hast Du meine Grete nicht geseh'n?“ So hat der Mensch die eine Strophe des niedlichen Tier chens in seine Sprache übersetzt, damit ihm auch das Seelen leben des Buchsinken verständlich werde. Oder trifft die Singdrossel, die in der Frühe schon klagend ruft:„Süß“ Lieb, viel Lieb, wo bist Du?“ nicht einen verwandten Zug in des Menschen fühlender Brust?“ So sehr uns das wechselvolle Leben im Walde auch anmutig mag, es hat doch seine Schattenseiten! Ueberall, wo Leben sich zu Leben gesellt, wird er ohne Kampf nur dann schwer abgehen, wenn die Lebensbedingungen erschwert sind Und das ist tatsächlich heute fast überall der Fall, denn das 159 Millionen Fahrten mit Zeitkarten Durchschnittsfahrt je 10,3 Kilom.), 10 Millionen mit Schülerkarten(8.6 Kilom. jede Fahrt). Alle diese Fahrten wird Niemand zu den Reisen zählen, und sie machen zusammen schon 425 Mill. von den 854 Millionen preußischer Reisenden oder Fahrten aus. Nur die 5.14 Millionen einsacher Schnellzugsreisen mit 133,7 Kilom. Durchschnittslänge, die 0.9 Millionen Gesellschaftsfahrten 206.9 Kilom. Durchschnittslänge) und die 0.51 Millionen Reisen mit Fahrscheinheften(720 Klm. durchschnittlicher Reise länge) wird man schon zu den eigentlichen Reisen zählen. Nach einer früheren statistischen Ermittelung gehen nur etwa 3 v. H aller preußischen Fahrten über 200 Kilom. hinaus, also von 854 Millionen etwa 25 Millionen. 61.5 v. H. schwanken zwi schen 1 und 20 Kilom. Länge. 93 v. H. zwischen 1 und 100 Klm. Durchschniktlich kommt auf jeden Preußen kaum eine über 200 Kilom. lange Neise im Jahr. Es wird also viel gefahren, aber doch noch recht wenig gereist. Wieviel Zeitungen gibt es auf der Welt? Schon mehrmals ist der Versuch gemacht worden, festzustellen, wieviel Zeitungen und Zeitschriften auf der ganzen Welt erscheinen. Man ist dahei zu sehr verschiedenen Zahlen gelangt, weil man sich vorwiegend auf Schätzungen verließ. Nunmehr hat Tony Kellen in seinem soeben erschienenen Werke„Das Zeitungswesen“, die neuesten statistischen Angaben aus allen wichtigen Ländern der Welt zusammengestellt und er kommt dabei zu dem Ergebnis, daß nach diesen Zahlen 66737 Zeitungen und Zeitschriften auf der Welt erscheinen. Der Verfasser bemerkt aber dazu, daß man die Gesamtzahl auf über 70 000 schätzen könne, da aus einzelnen Ländern neue Zahlen nicht vorliegen und aus anderen Ländern Angaben überhaupt noch fehlen. An der Spitze stehen mit der größten Zahl die Vereinigten Staaten von Nordamerika mit 21 735 Zeitungen und Zeitschriften. Dann kommen im weiten Abstand Frankreich mit 8548 und Deutschland mit 8050. Zu letzterem muß man der Gemeinsamkeit der Sprache wegen noch Oesterreich mit 2178 Blättern rechnen. Großbritannien zählt 1329 Blätter, Italien 3479. Rußland 1350. So sinken die Zahlen bis herab auf 10 in Neufundland. Es ist ungemein in teressant. einen Blick in diese internationale Statistik der Die alte Bischofsstadt Bamberg will dem Bayernkönige Ludwig II. ein Denkmal errichten. Aus dem zu diesem Zwecke unter den deutschen Bildhauern ausgeschriebenen Wettbewerb ist Philipp Kittler in Nürnberg als Sieger hervorgegangen. Ihm wurde der erste Preis zuerkannt und die Ausführung des Wenrkes übertragen. Der Bildhauer hat den König, wie aus dem beigegebenen Bilde zu ersehen ist, in jugendlichem Alter ideal aufgefaßt, in der Tracht der St. Georgsritter dargestellt. Die Auffassung Kittlers erscheint besonders geeignet, das Bild Ludwigs II., eines der genialsten Männer, die je auf einem deutschen Fürstenthrone gesessen haben, in d. Nachwelt dauernd wachzuerhalten. Das Denkmal wird in Bronze ausgeführt und soll bereits im kommenden Jahre enthüllt werden. Presse zu wersen. Auch sonst enthält das erwähnte Werk von Tony Kellen„Das Zeitungswesen", das in der Sammlung Kösel(Jos. Kösel'sche Buchhandlung, Kempten und München) erschienen ist(212 Seiten, gebunden 1 MAl. viel wervolle Angaben und bietet jedem eine sehr anregende und belehrende Lektüre. Humoristische Ecke. Aus den Fliegenden Blättern. Unter Freundinnen.„Wie findest Du den Brautigam der Bertha?“—„Na, fürs erste Mal hat sie keinen schlechten Geschmack entwickelt.“ Sünstige Gelegenheit. Mann(dem der Sturm den Hut entführt):„Schadet nichts— hab' sowieso einen neuen nötig!“ — Frau(die Nadel aus ihrem Hut ziehend):„Ich auch!“ Ihre größte Empfehlung. Dame:„Warum wurden Sie von Ihrer vorigen Herrschaft entlassen?"— Kindermädchen: „Weil ich vergessen hatte, die Kinder zu waschen"— Die Kinder:„Nimm sie, Mama! Nimm sie!“ Im Zwischenakt.„Wie aufmerksam der Oberst gegen seine junge Frau ist— eben holt er ihr selbst vom Büffet drüben eine Erfrischung.“—„O ja— der geht für sie durchs Foyer“. („Lust. Bl.“) Frostbeulen aufgesprungene Hände, Flechten, Brandwunden, offene Beine, Hautansschläge, Wundsein(insbesondere bei kleinen Kindern), Wolf, Schweißfüße, Hämorrhoiden, Ischias, Krampfader= und audere Geschwüre, heilt schnell und sicher die von hohen Aerzten empfohlene, im In und Auslande mit höchsten Auszeichnungen prämiierte Wenzelsalbe per Dose Mr. 1.00 In allen Apotheken erhältlich oder direkt zu beziehen durch die alleinigen Fabrikanten Chr. Wenzel& Co., Mainz Mombach. Wenzelsalbe ist kein Geheimmittel und enthält lt. Analyse des Chem. 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Dadurch werden die Existenzbedingungen für die Tiere arg beschränkt. Der„Kampf ums Dasein“ bricht also auch in ihren Reihen los und die Faust des Stärkeren herrschi, ganz wie bei uns! Hunger tut auch dem Tiere weh und der Selbsterhaltungstrieb ist einem jeden Lebewesen in der allerstärksten Form aufgeprägt Brotneid ist die Triebseder aller Fehde im Leben und auch in der Tierwelt ist eins des anderen Teufel! Ueber Leichen geht auch dort der Weg zum scheinbaren Frieden und Glück! Aber nicht blos unter den Tieren im Walde, unter den Mosen, Pilzen und Blumen herrscht dieser erbitterte Kampf um Luft, Licht, Wasser und um die Nährstoffe aus dem Erdboden, sondern auch unter den Bäumen des Waldes selbst Am schärfsten tobt der Zweikampf zwischen dem Laubund Nadelbaume. Jeder will für sich allein sein und duldet den Eindringling nur ungern. Mit allen Mitteln wird der eine von dem anderen zu verdrängen versucht. In Deutschland hat der Nadelwald den einst fast überall heimischen Laubwald beinahe um die Ecke gebracht und ein schöner Eichen= oder Buchenwald ist heute deradezu eine Seltenheit geworden. Die sprichwörtliche deutsche Eiche ist fast verschwunden und nur die Namen mancher Orte weisen noch auf ihr einstiges Dasein hin. Eigenartig ist es, daß alle, sich sonst so feindlichen Elemente im Walde dann sofort im gemeinsamen Einverständnis miteinander handeln, wenn ein Fremdling sich unter ihnen ansiedeln will. Sie dulden das nicht und immer muß der Mensch dem wehrlosen Ausländer zu Hilfe kommen, um ihm ein Ansiedelungsrecht zu sichern. Jeder einzelne Waldbaum lebt indes noch im unaufhörlichen Kampfe mit winzigen Feinden, die durch ihren versteckten Angriff weit gefährlicher werden, als alles andere, und die ihn langsam aber sicher zu Grunde richten. Es sind die seinen Sporen von Pilzen, die in der Luft herumschwärmen und durch leichte Windstöße von Ort zu Ort getragen werden. Sie fallen auf die Bäume, Sträucher und Kräuter herab und lauern hier nur auf den ersten Regentropfen, der sie aus ihrer Ruhe weckt und zu ihrer verheerenden Tötigkeit antreibt. Wir sehen, der als still und einsam verschriene Wald lebt In einer ewigen Aufregung und Sorge, die er stumm über sich ergehen lassen muß. Unterhalb des Waldes befindet sich noch ein zweiter, denn jeder Stamm verzweigt sich unter der Erde weithin Die vielen Wurzeln, die diesen unterirdischen Wald bilden, sind aber nichts anderes, als ebensoviele Mäuler, sie saugen das Wasser, das in die Erde eindringt auf und führen es dem Baume zu. Der größte Teil dieses Wassers verdampft allerdings in den breiten, dem Luftzuge ausgesetzten Flächen und wir könnten dieses Verdunsten sehen, wenn der Wasserdampf undurchsichtig wäre. Durch diesen Prozeß wird die Temperatur der Luft erniedrigt, es herrscht im Walde also stets jene wohltuende Frische und Kühle, die wir im Hochsommer ganz besonders suchen und empfinden; andererseits aber bewirkt der Wald durch diese Verdampfung noch, daß sich die in der Luft ausgebreiteten Wasserdünste als Nebel oder Regen wieder niederschlagen. So wird der Wald zu einem Haushälter der Natur, zum Verwalter ihres Wasserschatzes, aber diese große Lunge— Wald— versorgt uns auch in der Ausatmung der Blätter mit lebensfähiger Luft. Wo der Wald geblieben ist, fehlt es der Landschaft also nicht an natürlichem Reize und dem Volke, das in einer solchen Gegend wohnt, nicht an gesunder Lebenskraft. Wehe aber der Generation, die den Wald nicht hochhält und ihn in ihrer Unvernunft als einen Platzräuber ansieht, den man ausrotten muß. Dieses Volk arbeitet an seiner körperlichen Vernichtung, denn es fördert die Luftverpestung und verfrüht somit sein Ende. Ueberall, namentlich aber aus der waldbekränzten Um gebung der großen Städte, ertönt heute der Ruf und die ernste Mahnung:„Schonet und erhaltet uns die Wälder!" Vollauf ist dieser Aufruf berechtigt und ihm sollte mit allen Kräften Rechnung getragen werden, nicht aber dem Geld. sack gewinnsüchtiger Menschen, denn nur diese sind es, die an der Vernichtung unserer Wälder arbeiten, unbekümmert um die Folgen. Gerade das deutsche Volk, das unzertrennlich mit seinen Wäldern zusammengehangen hat, sollte sich die Mahnung recht zu Herzen nehmen. In des Waldes Tiefe hatten die Götter unserer Vorfahren ihren Wohnsitz unter den Menschen ausge schlagen und auch das deutsche Mädchen belebt den Wald mit seinen Heldengestalten Am Waldbrunnen fällt Siegfried sterbend in die Blumen, in den Wald flüchtet sich Genoseva und in ihm wandelt Dorn röschen. Als Schiffsmast zieht der Waldbaum hinaus in die weite Welt und erzählt dort von der fernen, trauten Heimat, von ihrem Kunstsinn und ihrer Größe. Nach den waldgekrönten Bergen sehnt sich das Gebirgskind mit Heimweh zurück; aber auch der Bewohner der Ebene eilt gern hinauf in die Wälder der Berge, weil in ihnen sein Herz und Gemüt das findet, was die Haide und das Meer ihm nicht geben können. Wir Menschen dürfen also stolz auf unsere Wälder sein, die uns brüderlich die Hand reichen im großen Zusammenwirken aller Kräfte in der Natur. Elele e ee ARN MANLST g T Eee ---TE NTTTE Das neue und die lippische Verordnung zur Ausführung dieses Gesetzes vom 11. Mai 1908 ist im Verlag von Bruder(Lippische TagesZeitung) in Detmold erschienen und für 10 Pfg. zu haben. (Porto 3 Pfg.) 1tschen Dae woch.. 14.217 nach Grossuntters Methode 3 Ganz verkehrt! 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Wenn— so schreibt man uns— der Herr Ver fasser der durch die Zeitungen erlassenen Einladung des Lehrervereins gefolgt wäre und an den Verhandlungen der Haupversammlung teilgenommen hätte, so würde sein Artikel wahrscheinlich ungeschrieben geblieben sein. Er würde erkannt haben, daß der Lehrerverein kein politischer Verein ist und weder das Parteiprogramm der konserDr. med. Gallus=Potsdam hielt, und dem Bericht über die vativen noch dasjenige der liberalen Parteien als Maßstab Vereinsarbeit, den der Geschaftsführer P. Troschke goh, an seine Arbeiten legt. Friedlich arbeiten in dem Verein erhob sich der Vorsitzenbe des Vereins, Generalfeldmarschall Mitglieder verschiedener Parteien nebeneinander, einmütig Graf von Haeseler, zu folgender Ansprache:l dem Ziele zustrebend, das dem Verein in§ 2 seiner SatzunWie vom Herrn Vorredner schon erwähnt wurde, hatsgen gesteckt ist. Wir geben uns der Hoffnung hin, daß vor achtzehnhundert Jahren ein römischer Schriftsteller unsere Volksvertreter wie bei früheren Verha dlungen so über die Sitten und Gebräuche unserer Vorfahren, der auch jetzt einzig und allein das Wohl der Schule um Auge Germanen, geschrieben. Höchste Anerkennung spendet ershaben, und o#g### Manner dem Familienleben; er schildert die Reinheit der An-Trichtung sich zu einmutigen, schauungen, die Reinheit im Leben der beiden Geschlechter nebeneinander, die Treue im ehelichen Leben. Und er berichtet über den mannhaft kriegerischen Geist; die Hochzeitsgaben sind Schild, Schwert und Speer, bestimmt zur Verteidigung des Vaterlandes. Diesen edlen Sitten gegenüber stellt der Schriftsteller das Laster des Trunkes:„Wenn man ihre Trunksucht unterstützte und ihnen zu trinken gäbe, soviel sie wollen, würde man sie leichter durch dieses Laster als durch Kriege vernichten.“ Gleichviel ob Tacitus eine getreue Schilderung gibt, oder andere Zweche hat erreichen wollen,— jedenfalls liegt in diesen vor achtzehn Jahrhunderten gesprochenen Worten eine treffliche Kritik des übermäßigen Alkobolgenusses; er führt zur Vernichtung der Nation. Also decken wir nicht dieses Laster durch die Tradition,— uns sind edlere Ueberlieferungen geworden, folgen wir diesen. Wo liegen nun die Triebkräfte, die zum Trunke führen? Sie liegen bei den Dichtern und Komponisten, die versucht haben, durch Reim und Gesang das Unedle zu veredeln.„Wer niemals einen Rausch gehabt,— der ist kein braver Mann.“ Ja, selbst der edle Körner bringt in seinem„Trinklied vor der Schlacht" den alten Germanen den Tribut: „Schlacht, du brichst an! Grüßt sie in freudigem Kreise Laut nach germanischer Weise.“ Und das Ideale mit seine Strophen mit dem Matertellen mischend, schließt er „Brüder, „Brüder, „Brüder, schenket ein!“ stoßet an!“ trinket aus!“ Zu den Triebkräften gehören die auf den Hochschulen großgezogenen Trinksitten, der Trinkzwang, das Zutrinken. Sie liegen serner in der Schwache des Charakters der ins Leben Eintretenden, in der Besorgnis, gehäuselt und verhöhnt zu werden; in dem Mangel an Tätigkeitsdrang, deutlicher gesagt in der Faulheit. An Stelle eines guten Buches, das die Erbolungsstunden ausfüllen könnte, wird das Wirtshaus aufgesucht. Wer beim Buche einschläft, nimmt doch vielleicht einen guten Gedanken für den nächsten Morgen mit,— das Bier dagegen nimmt die Ge das Beste der Schule fördernden Beschlüssen zusammenfinden werden.— Damit nun weitere Kreise des Volkes, mögen sie konservativ oder liberal denken, erfahren, welche Gründe für die Stellungnahme des Lehrervereins maßgebend waren, so beschloß die Vertreterversammlung des Vereins, die Zeitungen um den Abdruck zweier in der Hauptversammlung gehaltener Reserate zu bitten. Wir lassen sie hier folgen. ** Schulleitung und Schulaussicht. Eine alte, oft erhobene, oft begründete, obschon natürliche Forderung der Lehrer ist das Verlangen nach Fachleitung und„Hlussicht im Schulwesen. Was auf allen Lebensgebieten selbstverständliche Einrichtung von vornberein ist, die Aussicht und Leitung des Betriebes durch Berussangcyorige, das hat man der Volksschule lange versagt zu ihrem Schaden und zum Nachteile der dabei in Betracht kommenden Personen. Lehrer und Geistliche haben gleichmäßig unter diesem Mißstande, dieser Unnatur gelitten, indem sie in ein Verhältnis zueinander gebracht sind, das zu Berstimmungen uno zur Entfremdung führt.— Einst war die Ueberwachung der Schule durch die Kirche ein Bedürfnis, weil ein berufsmäßig vorgebildeter Lehrerstand nicht vorhanden war, weil in der Schule allerlei Volk ohne jegliche Lehrbefähigung sich und die Jugend handwerksmäßig abquälte und niemand sonst nach dem Rechten sah, wenn der Geistliche sich nicht um die Schule kümmerte— Seit 100 Jahren aber hat sich auch für die Volksschule ein besonderer Lehrerstand entwickelt, der mit aller Energie und mit idealer Begeisterung an sich und der Schule arbeitet Was die deutsche Volksschule heute ist, das ist sie vornehm lich geworden durch die Leorer. Ausgerüstet mit einer gründlichen allgemeinen und beruflichen Vorbildung sind die Lehrer heute die Psadsinder auf dem Schulgebiete. Die besten Schriften für Erziehung und Unterricht sind von Lehrern geschrieben, die erfolg reichsten Methoden und die brauchbarsten technischen Hilssmittel der Schule haben Lehrer erdacht; selbst die meisten sozialen, bygienischen und schulorganisatorischen Erlasse der Behörden lassen sich auf Anregungen aus der Lehrerschaft zurückführen. Die Pädagogik danken. Wenn die Häuslichkeit den Mann nicht fesselt, ist zu einer Wissenschaft und die Lehrtätigkeit zu einer geht er in die Kneipe. Es liegt bei der Frau, ihn im Heim der Humilie zurückzuhalten. Das Beispiel des Vaters wirkt auf die Kinder; und die Schule gibt dem Knaben zu wenig mit, wenn er mit dem vierzehnten Lebensjahre in die Selbständigkeit hinausgeschickt wird Das Strafgesetzbuch erteilt dem gründlich Betrunkenen Absolution vom schwersten Verbrechen,— selbst dann, wenn er absichtlich in diesen Zustand sich versetzt hat, um die Tat zu begehen. Das Militärstrafgesetzbuch entzieht diesen Freibrief für die Zeit der Ausübung des Dienstes, sowie bei Vergehen gegen die militärische Unterordnung und wahrt damit wenigstens die Rechte der Disziplin. Die Vertreter der Trinksitten verweisen gern auf Friedrichs des Großen Wort:„Sauf Er auch!" Dieses bon mot hatte eine bestimmte persönliche Richtung. Daß der König die Trunkenheit als ein die Armee zerstörendes Laster ansah, geht aus seinen Verordnungen hervor. Wer im Dienst„besoffen" ist, muß zwölfmal Spießruten laufen: Offiziere,„die dem Soffe ergeben sind,“ sollen in der Armee nicht geduldet werden.— Mit dem großen Könige sind wir bei der Armeeshunetungen im#rrneee angelangt. Unter den hier Anwesenden werden sich viele parteipolitische Erwägungen der beiden stärksten Fraktionen befinden, die der Armee angehört haben, oder ihr über=Ipraktische Resultate noch nicht haben zeitigen lassen, sind Kunst geworden, woran die Lehrer selbst nicht geringen Anteil haben. Dieses Bewußtsein gibt dem Lehrerstande jenes berechtigte Selbstgefühl und jene Selbstachtung, ohne die ein Berufsstand mit sozialer Bedeutung heute nicht denkbar ist, die man aber dem Lehrerstande in an den Schulmeister der vorigen Jahrhunderte und ihrer Literatur als„Dünkel“,„Anarchie“ etc. auslegt. Man soll doch nun einmal damit rechnen, daß die heutige Lehrerbildung wiat zurücksteht hinter der Bildung, die unsere höheren Lehranstalten, allerdings auf verschiedenen Wissensgebieten, vermitteln. Und wenn man dann erwägt, daß nach mehrjährigem Studium noch eine zweite Prüsung abgelegt werden muß, daß ferner in der gesanten Lehrerschaft ein eifriges Streben nach Weiterbildung durch die Vereinsorganisation gepflegt wird, dann sollte man den Volksschullehrer auf seinem Arbeitsgebiete als selbstverantwortlich und mündig anerkennen. Die Gegenwart scheint stimmenden Personen. Wer das Bild eines Erziehers in das Bereich menschlicher Schwächen und Gebrechen rückt, der nimmt ihm für die Jugend die Kraft des Vorbildes, den Anreiz zur Nacheiferung, macht es unwirksam und zur Karikatur des idealen Erziehungszieles. Mit Recht wird die vorbildliche, vorlebende Wirkung des Erziehers im Lehrer hoch eingeschätzt in§ 48 des Entwurfs und daher gefordert: „Die Lehrer an Volksschulen müssen einen sittlichen, ehren haften, den Schulkindern zum Vorbild dienenden Lebenswandel führen und auf ihre Fortbildung stets tätig bedacht sein.“ Mit Recht auch wird der ganze Werdegang des Lehrers unter sorgfältige Beobachtung gestellt. Der Staat läßt für seine Lehrerbildungsanstalten nur Leute zu, die an Leib und Seele gesund sind, d. einen einwandfreien Charakter haben. Der Seelsorger muß es neben dem Lehrer sogar be scheinigen. Kaum ist der junge Mann in das Seminar einge treten, dann kontrolleren staatliche und kirchliche Organe seine Entwickelung, dann stehen Essen und Trinken, Wachen und Schlafen, Denken und Tun, jede Lebensäußerung unter Auf sicht von Berufserziehern; dann lernt er alle Regeln u. Grundsätze der Erziehungswissenschaft kennen und auf sich selbst anwenden. Kein anderer Beamtenstand hat eine so ängstlich geübte und so vielseitig approbierte Kontrolle seiner Ausbildung wie der Lehrerstand. Vor der Entlassung aus dem Seminar findet noch einmal eine sorgfältige Prüfung des Bildungsstandes und der Lehrbefähigung statt(§ 51).„Bei ihrem erstmaligen Eintritt in das Lehramt werden die Lehrer von der Oberschulbehörde auf dieses Gesetz und die ihnen sonst etwa erteilte Dienstvorschrift vermittels Handschlags an Eidesstatt verpflichtet“.(§ 60). Jetzt soll der angehende Lehrer ganz seinem Berufe leben.„Ein öffentlich angestellter Lehrer darf ohne Erlaubnis seiner Oberschulbehörde weder ein sonstiges Amt übernehmen, noch dauernde oder zeitraubende Nebengeschäfte treiben“(§ 62). Seine methodisch=pädagogische Fortbildung und Betätigung überwacht der Kreisschulinspektor(§ 47). Nach dem 2. und bis 6. Dienstjahre muß eine nochmalige, die 2. Lehrerprüfung die weitere praktische und wissenschaftliche Ausbildung und Be fähigung zum Lehramte dartun(§ 51). Immer noch dient der Lehrer dem Staate aus Probe.„Die unwiderrufliche Anstellung erfolgt nur dann, wenn die Lehrer wenigstens 4 Jahre im Schulamte tätig gewesen, mindestens 25 Jahre alt sind, die 2. Prüfung bestanden und nicht wegen ihres Wandels des Vertrauens für den Beruf eines Lehrers entbehren“.(§ 57). Hak ein Lehrer bis dahin Anlaß zu berechtigten Bedenken u. Befürchtung. weg. sein. Verwendbarkeit gegeben, so kann er ohne weiteres Verfahren aus dem Schuldienste entlassen werden, ohne daß ihm ein Anspruch auf anderweite Versorgung zusteht“(3 56).— Er Damit, so sollte man glauben, waren dem Staate alle nur möglichen Garantien gegeben für eine unbedenkliche, vertrauensvolle Verwendung der von ihm erzogenen, ausge bildeten, geprüften u. praktisch erprobten eidlich verpflichteten Lehrer, um sie einzustellen in den wichtigen Beruf als Jugend erzieher in dem Sinne, wie wir vorhin die Erzieherpersönlichkeit betrachtet haben. Was den Lehrer nun in seinem wichtigen und schweren Berufe stärken und hochhalten kann, ist Ver trauen, was ihn fürderhin in seiner Wirksamkeit, die in ihrem wesentlichsten und besten Teile rein innerlich und unkon trollierbar ist, anregen kann und nicht müde werden läßt, ist die Selbstverantwortlichkeit. In§ 48 des Entwurfs heißt es daher zutreffend, daß der Lehrer seine Amtsgeschäfte gewissenhaft besorgen soll. Der Gesetzgeber verlegt den Schwerpunkt der Amtskontrolle ganz richtig in die eigene Brust. in das Berufsgewissen des Lehrers. Nur da, wo einem Lehrer die Selbstverantwortlichkeit nicht abge nommen ist, werden wir Pflichttreue suchen dürfen, nur da, wo ihm Vertrauen entgegengebracht wird, wird er ganz und selbstlos seinem Berufe leben können. „Vertrauen veredelt. Mißtrauen vergiftet".— Sehen wir daraufhin den neuen Gesetzesentwurf einmal an. Die geist liche Ortsschulaussicht in der bisherigen Form ist beseitigt. An ihre Stelle tritt ein komplizierter Aufssichtsapparat, in den auch Fachleute eingestellt sind. „§ 36: Au Schulen mit mehr als 4 Lehrern ist die Ober die technische Aufsicht und Leitung. insofern bedeutungsvoll, als die Lehrer als die berufenen und befähigten Vertreter der Schule auch in den leitenden Stellungen anerkannt wurden. Selbst Kultusminister Holle erklärte:„Die Entwickelung der Schule hat die geistliche Schulaussicht überbolt.“ In allen neueren gereisten jungen Männer zurück. Die Er=Schulgesetzen wird mit der Fachaussicht Ernst gemacht. der Armee überträgt sich auf das Volk. Diesl Auch der neue Entwurf zu einem lippischen Volksschulgeben werden, auch manche, die ihrer Dienstpflicht noch entgegengeben. An diese sind meine Worte besonders gerichtet. Im Lande der allgemeinen Wehrpflicht besteht eine Wechselwirkung zwischen Armee und Volk. Das Bolk gibt die Jugend der Armee zur Erziehung,— die Armee gibt die in ihr gereisten jungen Männer zurück. Die Erziehung in trifft auch hinsichtlich der Triuksitten zu. Wenn Friedrich der Große den Soff mit streugen Strafen belegte, so blieb doch der Branntwein noch lange ein Bestandteil der Verpflegung. In den Tagen vor den unglücklichen Schlachten von Jena und Auerstedt versagte die Verpflegung der Truppen. Da gab man an Stelle des unzureichenden Bro tes eine größere Portion Branntwein, mit der man weder die körperlichen noch die moralischen Kräfte heben konnte. Der Branntwein blieb noch bis zum Jahre 1862 ein Bestandteil der Kriegsverpflegungsportion, sowie auch der Manöververpflegung. Dem Großen Kaiser war vorbehalten, seinem grundlegenden Werke der Armeeorganisation Bestimmungen auf dem Gebiete der Verpflegung folgen zu lassen, die den Branntwein durch den Kaffee ersetzen. Diese Aenderung hat sich in drei Kriegen voll bewährt, die Leistungssähigkeit der Truppe erhöht und deren inneren Gehalt gekräftigt. Daß der Alkohol auregend wirke, berubt auf Täuschung, er schwächt die geistige und die körperliche Kraft bis zum völligen Versagen. Deshalb ist Trunkenheit und Angetrunkenheit im Felde eine Schande. Aber auch im Friedensleben, nicht nur im Dienst, sondern auch außer Dienst soll der Soldat jederzeit bei Sinnen sein, denn die folgende Stunde kann schwere Verantwortlichkeit von ihm fordern. Bei den Truppenübungen unterliegen dem Schlappwerden oder dem Hitzschlage die, welche am Vorabende dem Branntwein, dem Bier odei dem Weine zugesprochen haben. Hieraus ergibt sich die Pflicht für den Soldaten: den Anlässen zu entsagen, welche die Widerstandskraft brechen,— für den Vorgesetzten: den Untergebenen zur Enthaltsambeit zu erziehen. Aber die Pflicht des Vorgesetzten geht noch wetter. Wer verantwortlich ist für seine Untergebenen, soll die schädlichen Anlässe abwenden. Diese liegen vornehmlich in dem unbegrenzten Ausschank in den Truppenkantinen. Besonders wenn für den folgenden Tag eine anstrengende Uebung vorauszusehen, müssen die Kantinen frühzeitig geschlossen und die Mannschaften veranlaßt werden, vorzeitig zur Rube zu gehen, wie der Soldat sagt, sich auf die Klappe zu legen.— Ich komme nun zum Schluß. Und da können die Zuhörer fragen:„Gibt es Mittel zur Verbreitung der Enthaltsamkeit?“ Ich antworte:„Ja!“. Der frübe Schluß der Wirtschaften, die Ueberwachung durch Arbeitgeber, Handwerksmeister— aber das Beste ist das Beisviel.— zschanungen Rech Ortsschulaufsicht schulbehörde berechtigt die technische Aufsicht und Leitung, er= der Begrrrn# darin auch endlich Wandel zu schaffen. Die letzten Ver= forderlichenfalls nach Anhörung des Schulvorstandes einem der Unterricht“, widerspricht handlungen im preußischen Abgeordnetenhause, wenngleich Lehrer, womöglich dem Dienstältesten, zu übertragen. Fürkunserer Kirche und städtische Bürgerschulen ist diese Aufsicht und Leitung tunlichst einem solchen zu übertragen, welcher die Rektorprüsung abge legt hat". Dieser§ kommt einem wirklichen Bedürfnis entgegen, weil es unbedingt ersorderlich ist, daß jeder Schulbetrieb eine ein heitliche und verantwortliche Leitung und Vertretung hat nach innen und außen. Es ist aber nicht einzusehen, warum gerade Schulen mit weniger als 4 Lehrern solcher Leitung entbehren sollen, welche allen Schulen nur dienlich sein könnte. Es müßte also heißen: Alle Schulen mit mehreren Lehrern“ etc. Die Frage, welcher Lehrer die Leitungsbesugnisse haben soll, scheint dem Gesetz geber Schwierigkeiten zu bereiten. Man schlägt vor, in der Regel den Dienstältesten, an städtischen Schulen einen Lehrer zu ernennen, der die Rektoratsprüfung bestanden habe. Wir können im Interesse der Schule nur wünschen, daß man aus einem Kollegium den geeignetsten Lehrer mit der Schulleitung betrauen möchte. Weder das Alter an sich noch eine besondere Rektoratsprüfung bieten aber die Gewähr für die Qualifikation zum Schulleiter. Tüchtigkeit im Amte. Organisationstalent, Gewissenhaftigkeit, Selbstlosigkeit etc. sind unerläßliche Eigenschaften eines geeigneten Schulleiters. Solche Eigenschaften sind nicht das Vorrecht des Alters. noch lassen sie sich durch Prüfungen nach weisen; aber in jedem Lehrerkollegium wird man sich bald einig werden darüber, wer am meisten berufen ist, dem Schulbetriebe vorzustehen. Es wäre daher dringend zu wünschen, um Fehlgrisse zu vermeiden, daß die Oberschulbehörde auch dem Lehrerkollegium ein Vorschlagsrecht einräumte. So vorgeschlagene Lehrer sind von vornherein getragen von dem Vertrauen ihrer Mitarbeiter und dürften daneben auch die Vorzüge erprobter und anerkannter Tüchtigkeit haben. Der Entwurf schafft für Lippe die neue Instanz der Kreisschulinspektlon.§ 47 sagt:„Zu Kreisschulinspektoren sollen theorethisch und praktisch gebildete Schulmanner genomemn werden, die, falls nicht höhere Prüfungen bestanden sind im Besitze eines Zeugnisses über eine bestandene Mittelschullehrer= oder Rektoratsprüfung sein müssen". Auch hier wird ein zu großer Wert auf die besonderen Prüsungen gelegt. Welche höheren Prüfungen sind gemeint? Wahrscheinlich die Prüfungen für das höhere Lehrfach und die theologischen Examina. Vergegenwärtigen wir uns nun den Wirkungskreis und die Tätigkeit dieser Kreisschulinspektoren Sie sollen genau unterrichtet sein von den wirklichen Verhältnissen aller Volksschulgattungen, von den Hemmungen und Schäden im Schulgebiete, von den Schwierigkeiten, den Mühen sesetz trägt diesen modernen An nung, indem die geistliche durch Fachaussicht ersetzt werden soll. Wenn wir Lehrer nun diesen Fortschritt auf dem Schulgebiete mit Frenden begrüßen, so darf uns das doch nicht zurückhalten, als die Nächstbeteiligten die geplante Aufsichtsform zu prüsen und uns offen und ehrlich darüber zu äußern. Wie wir stets die Fachaussicht gefordert haben im Interesse unserer Schule, wohl wissend, daß das Auge des Fachmannes schärfer sieht als das Auge des Laien, so soll auch fernerhin maßgebend für uns sein das Wohl der Jugend und das Gedeiben der Unterrichts= und Erziehungsarbeit, wenn wir in die wohlgemeinten Vorschläge der Regierung unsere Wünsche hineintragen. Wir dürsen uns dabei nicht leiten lassen von persönlichen Empfindungen oder kleinlichen Bedenken lokaler Natur, denn bestimmend für unser Aussichtsverhältnis kann nur sein die Rücksicht auf die Eigenart und die Wirkungsweise unseres Lehr= und Erzieberberufs. Wir haben es nicht zu tun mit Erwachsenen, sondern mit Kindern Schon im Begriff der Erziehung liegt es, daß der Erzieher sich darstellen muß als Vorbilo u. Erziehungsziel, zu dem die Jugend ausschaut. Ohne solch eine Autoritätsstellung ist eine sittlich erziehliche Einwirkung auf Kinder gar nicht denkbar. Jemehr also alle amtlichen Beziehungen diese Eigenart des Erzieherberufs berücksichtigen, um so mehr wird die Berufsstellung des Lehrers gestärkt im Interesse seiner Wirksamkeit. Immer mehr kommt man zu der Einsicht, daß unsere Volksschule weniger Lern= als Erziehungsschule sein mun. immer deutlicher aber wird auch die Erkenntnio, daß nicht Worte und Moralreden erziehlichen Eiufluß haben, sondern die suggestive, unmittelbare Wirlung von Person auf Person. Die Erzieherpersön lichkeit darf aber vor den Augen der Jugend dastehen nicht in Knechtsgestalt, nicht als willenloses Werkzeug anderer Gewalten, nicht in Unmündigkeit; das Kind will ausschauen zu Vollmenschen, zu lebensvollen, selbstverantwortlichen, selbst beund Sorgen des Unterrichts und der Erziehung, sollen ein gutes Augenmaß haben für das, was in jeder Schule unter den besonderen Verhältnissen zu erreichen ist, wie jede Altersstufe in den einzelnen Lehrgebieten sich darstellt etc.— Diese Aufsichtsbeamten sollen im vollen Flusse des praktischen Lebens stehen, um ihm die Bedürfnisse abzulesen, die von der Schule zur berücksichtigen sind; sie sollen aber auch leben in der pädagogischen Literatur, um sie fruchtbar zu machen für die Schule; sie sollen vor allem aber praktisch geschulte und in allen Situationen gereifte Männer sein, die nicht nur kritisieren, sondern auch positiv vormachen und vorbilden können das, was sie wollen und wünschen. Dann werden sie Segen bringen u. unser Schulwesen fördern können. Solche Männer aber kommen der Schule nicht von außen durch höhere Prüsungen für ganz andere Gebiete, nur die Volksschule selbst kann sie in langer praktischer Arbeit reifen lassen. Auch die Rektoratsprüfung verbürgt nicht jene Qualitäten, weil sie in der bisherigen Form mit der vorausgehenden Mittelschulprüfung von der wirklichen Volksschule mehr ableitet als für dieselbe vorbildet. Wo man mit fremden Bewerbern zu tun hat, wird eine solche Prüfung, auch wenn sie von Zufälligkeiten oft abhängt, nicht ganz zu entbehren sein. Wo aber das Leben und jahrelange praktische Tätigkeit uns bekannte Leute vorstellt, sollte man von solchem Notbehelf absehen, sintemal das Beste im Menschen, sein Charakter, sein Sein u. Wollen, sich der Prüfung entzieht. Für die Gegenwart dürfte die Oberschulbehörde umsomehr von einem Prüfungspatente absehen, als bisher in Lippe für Volksschullehrer weder Anlaß noch Gelegenheit gegeben war, solche Prüfungen zu machen. Daß es unsern lippischen Lehrern keine zu großen Schwierigkeiten bereitet hätte, solche Prüfungen zu bestehen, sehen wir an zahlreichen Kollegen, die ausgewandert sind und auswärts mit Erfolg sich ihnen urnterzogen haben.— Jetzt aber würde man in Lippe alle diejenigen Lehrer von der Berufung in leitende Stellen ausschließen, die unserer Volksschule treu geblieben sind. Außerdem aber würde die Behörde in der Auswahl sehr eingeschränkt werden und von vielleicht sehr geeigneten Schulmännern ganzabsehen müssen. Nach§ 45„liegt auch dem Schulrate ob die Beaussichttgung der Schulen des Landes nach Befinden mit oder ohne Zuziehung des betreffenden Kreisschulinspektors und Schulvorstandes". § 46:„Sämtliche Schulen sind in regelmäßiger Folge in der Regel alle 5 Jahre und auch außerordentlicherweise, wenn es von der Oberschulbehörde für angezeigt erachtet wird, einer auf den inneren und äußeren Schulbetrieb sich erstreckenden Prüfung durch Schulrat zu unterziehen.“ So wären denn für die Volksschulen drei Aussichtsinstanzen vorgesehen mit fachmännischer Besetzung. Wenn wir uns dabei vergegenwärtigen, wieviel Vorsicht und Umsicht der Staat aufgewandt hat bei der Heranbildung und Verwendung der Lehrkräfte, wie aller Schulbetrieb geregelt ist, durch bestimmte Lehrbücher, bestimmte Lehrpläne, genaue Buchführung in den Lehrberichten und Versäumnislisten, durch feste Stundenpläne usw., dann dürfte volle Garantie geschaffen sein für einen ordnungsmäßigen und erfolgreichen Unterricht. Wünschenswert erscheint nur noch eine Vereinfachung des amtlichen Verkehrs in rein technischen Schulsachen, sodaß die in§ 40 erwähnten Pläne und Listen direkt an die Kreisschulinspektoren gelangen könnten, ohne unnötige Bemühung des Schulvorstandes. Da dieses sogen. Listenwesen driugend der Reform bedarf und überhaupt häusigen Abänderungen unterworsen ist, würde es am besten aus dem Schulgesetze ganz ausgeschieden und auf den Verwaltungsweg verwiesen. Können wir Lehrer dem Entwurse in der Einführung des Fachelements in die Schulaussicht zustimmen mit der Einschränkung, daß statt der Sonderprüfungen die praktische Bewährung im Schuldienst empfehlenswerter sei, so müssen wir ernste Bedenken erheben da, wo man dem Latenelement Aufsichtsrechte verleiht, die schon ausgeübt werden durch die erwähnten Aufsichtsbeamten und die für einen gewissenhaften, pflichttreuen Lehrer beschämend sind.— Daß der Gutwurf in§ 35 den Lehrer auf dem Gebiete des Religionsunterriches entmündigt und ihm einen besonderen Aufpasser bestellt, sogar„in der Beziehung des Religionsuntervichts zu dem übrigen dem protestantischen Geis serer Kirche und dem Prinzip des allgemeinen Priestertums, führt zu einer Veräußerlichung des Religionsunterrichts, nimmt dem Lehrer die Selbstverantwortung und müßte in der Konsequenz dazu führen, daß jedes Unterrichtsgebiet durch einen besonderen Fachvertreter einer Extrakontrolle unterworfen würde.— Dieses System wird keine guten Früchte zeitigen, da es die Einheitlichkeit der Schularbeit aufhebt. Nicht sehr glücklich ist der Entwurf ferner in der Einführung der Schulpflege. Der ost in der modernen Pädagogik auftretende Gedanke, daß alle Aufsicht auch Schulpflege sein müsse, also nicht bloß kritisieren, sondern auch die Bedingungen zum Besserwerden schaffen solle, hat zu der Einrichtung einer abgetrennten Schulpflege als besonderer Einrichtung verleitet. Sie kollidiert aber immer wieder mit der eigentlichen Schulaussicht. So zählt§ 32 zu den Pflichten des Schulpflegers die Beaussichtigung des Lehrers in seinem außeramtlichen Verhalten und in seinen Le stungen im Amte. Nach§ 34 soll er den äußeren Schulbetrieb, die Schulzeit, die Lehr= und Lernmittel, die Lehrer und Schüler beaussichtigen. Ihm steht das Recht zu, jederzeit' dem Unterrichte beizuwohnen etc. Das alles kann kein Laie ausführen. Wozu das auch noch neben den vorhandenen Aussichtsbeamten, die zu jeder Zeit in die Schule kommen und nach dem Rechten sehen dürsen. Das ist ein Uebermas von Aufsicht und noch dazu von einer Seite, die dazu nicht in der Lage und berufen ist. Hiergegen muß sich das eigene Pflichtgefühl der Lehrer empören. Das grenzt an Polizelaussicht, wenn schon diese Art Schulpflege ausgeübt wird durch Männer,„die wegen ihrer Einsicht, ihres Gemeinsinnes und Interesses für Schulangelegenheiten damit betraut sind.“ Hier steht offenbar der Geistliche im Hintergrunde, der nicht einmal als Kirchenbeamter die ihm vom staatlichen Gemeinwes.n übertragene Schulpflege ablehnen kann. Wir Lehrer dürfen erwarten, daß die Geistlichen sich diesen Zwang nicht werden auserlegen lassen, der nimmer zum Frieden und Zusammenwirken zwischen Kirche und Schule führen kann.— Die Einrichtung der Schulpflege in dem Sinne der Vorlage wird sich nicht bewähren, weil sie zu Kollisionen nach allen Seiten führt, ohne für das Gedeihen der Volksschule irgend welchen Wert zu haben.— Man mag noch dafür einwenden, daß für die beseitigte Ortsschulinspektion ein Ersatz geschaffen werden müsse. Ist nicht die Einführung der Fachlettung an allen Schulen mit mehreren Lehrern, die Einrichtung der Kreisschulinspektion ein ausreichender Ersatz? In den kleinen Dörsern mit einem Lehrer war aber auch bisher keine Ortsschulinspektion und an die Stelle der Aussicht durch den Geistlichen aus dem Kirchdorfe tritt der Kreisschulinspektor. Wie also bisher in diesen kleinen Schulen tren gearbeitet ist ohne Lokalaussicht, wird es auch serverhin geschehen. Die Schulpflege möge eine Aufgabe des Schulvorstandes bleiben in dem Sinne des§ 11 des gegenwärtigen Schulgesetzes, sodaß sie sich erstreckt auf die Schaffung und Erhaltung der äußeren Bedingungen für eine ersprießliche Wirksamkeit der Schule. Durch die Schulkinder sind die einzelnen Familien lebendig mit der Schule verbunden, sodaß über alles, was in der Schule vorgeht, schon genaue Kontrolle ausgeübt wird. In jedem Jahre soll außer den Revisionen durch die Kreisinspektoren noch besonders dem Schulvorstande Gelegenheit gegeben werden, Einblick in die Schule zu bekommen. Außerdem würde es den Lehrern gewiß recht und lieb sein, wenn Mitglieder des Schulvorstandes oder andere Schulinteressenten aus der Gemeinde Beranlassung nähmen, dem Unterrichte ohne StöWe n ir Uebrigen der Staat den ganzen Schulbetrieb durch Fachleute in drei Instanzen leiten und überwachen läßt, dann können Kirche und Gemeinde sich dabei beruhigen. Der Lehrerschaft aber neome man das niederdrückende Gefühl, daß man ihr von allen Seiten auf Schritt und Tritt für Wort und Werk Auspasser bestellt. Man gebe unserer Jugend Männer mit eigenem Pflichtgefühl und erhalte ihnen die Liebe und Freundigkeit zum Berufe. Unsere Jugend will Persönlichkeiten, nicht Erziehungswerkzeuge in ihren Lebrern sehen. Der neue Entwurf scheint die Arbeitskraft der Lehrer von der Landwirtschaft im Nebenerwerb ableiten zu wollen. Der§ 150 schränkt die erforderlichen Dienstländereien bedeutend ein. Möge man dafür der Lehrerschaft ideelles Neuland erschließen auf dem eigensten Gebiete der Schulleitung und=verwaltung. Hier werden die Lehrer einen Ausgleich finden und gute Früchte erzielen zum Segen der Schule und des Volkes. II. Kirche und Schule. Unsere Vertreterversammlung hat mir den Auftrag gegeben, die Resolution zu begründen, die sie über das Verhältnis von Kirche und Schule und über seine Regelung in dem Schulgeseyentwurf gesaßt hat. Der Inhalt der Resolution ist Ihnen der Hauptsache nach schon bekannt. Sie kennn ihn aus dem Reserat, das uns Herr Koch=Sabbenhausen vor Jahren hier gehalten hat(vgl. Lipp. Schulblatt S. 447ff), aus der Eingabe, die der Vorstand des Lehrervereins der Synode zugehen ließ(Lipp. Schulblatt S. 421); er wurde ausgesprochen auch in der Eingabe, die der Vorstand dem Herrn Schulrat Deppe vor der Bearbeitung des Schulgesetzentwurfs einreichte. — Unsere Resolution ist das Ergebuts langer Beratungen, in denen sich die Meinungen keineswegs von vornherein in gleichen Bahnen bewegten. Einig waren aber die Vertreter aller Konfrenzen darin, daß sie der Kirche zugestehen wollten, was iht gebüdr! Zunächst könnte die Frage aufgeworsen werden, ob die Kirche überhaupt in der Schulgesetzgebung zu berücksichtigen sei. Die Schule, so könnte gesagt werden, sei eine Veranstaltung des Staates, u. deshalb könnten die staatlichen Organe das Schul wesen ganz nach ihrem Belieben regeln und ordnen. Unsere Auffassung ist das nicht. Das Staatswesen ist zusammengesetzt aus konkreten Einzelpersönlichkeiten, und wer das Staatswohl beförder will, darf die Interessen der Einzelnen nicht aus den Augen verlieren. Und wenn sich die Einzelpersonen freiwillig zu gröheren oder kleineren Gemeinschaften, Vereinen u. dgl zusamengetan haben, so bedürfen diese erst recht der staatlichen Fürsorge und können eine entsprechende Beachtung durch die staatlichen Organe erwarten u. fordern. Das ist in besonderem Maße mit den Religionsgemeinschaften der Fall, da sie es sind, die dem Staatswesen eine besonders feste Grundlage zu geben vermögen. In unsern weiteren Erörterungen dürfen wir wohl den Ausdruck„Religionsgemeinschaft" durch den Ausdruck „evangelische Landeskirche" ersetzen, da unser Gesetzentwurf wiederholt auf die Sondergesetze und=Bestimmungen für die Katholiken und die Israeliten hinweist und sich darum der Hauptsache nach nur mit dem eangelischon Teile der Landesbevölkerung beschäftigt. Etwa 96% der lippischen Bevölkerung gehören ger evangelischen Landeskirche an, und diese Zahl wird sich, davon bin ich überzeugt, nur um wenig verringern, wenn erst das in Aussicht stehende Austrittsgesetz geschaffen ist.— Daß eine solche Gemeinschaft in der Gesetzgebung und besonders in der Schulgesetzgebung eine wohlwollende Berücksichtigung erfährt, halte ich für selbstverständlich.— Das wird auch gefordert durch die Aufgabe, die der 1. Paragraph des Gesetzentwurfs der Volksschule zuweist. Die Volksschule soll 1. den Kindern ein bestimmtes Maß von Kenntnissen und Fertigkeiten aneignen; sie soll 2. d. Grundlagen geben für eine sittliche Bildung der Jugend, und das sonl geschehen 3. auf reltgiöser Erundlage. Mit der 3. Forderung ist dem Religionsunterrichte auch für die Zukunft das Heimatsrecht in den lippischen Volksschulen gegeben. Mit dieser Grundlage des Entwurfs ist die lippische Lehrerschaft durchaus einverstanden. Einmütig ist sie der Meinung, daß unserer Volksschule um der einzelnen Kinder, um des Staates und um der Kirche willen der Religionsunterricht erhalten bleiben muß. Sie ist ferner der Ueberzeugung, daß nicht der Staat, sondern die Kirche diejenige Institution ist, die in erster Linie das reltgiöse Leden zu pflegen hat. Weungleich der Staat mit Recht seine schützenden Arme über die einzelnen Religions gemeinschaften hält, so entscheidet er doch nicht darüber, welche von ihnen den größeren oder geringeren Wahrheitsgehalt hat, auch nicht darüber, was ihnen wesentlich oder nicht wesentlich N. Es erscheint uns darum richtig und notwendig zu sein, daß auf dem Schulgebiete die Organe des Staates und der Kirche ehnd in Hand arbetten, so natürlich, daß die Arbeit der Schule allseitig gefördert und nicht Wir winschen nicht Trennung von Rirche und Schule, sondern die Herstellung natürlicher Beziehungen zwischen beiden. Abgewiesen haben wir damit schon die einfachsten, aber euch die roheste Lösung der Streitfragen zwischen Staat und Kirche auf dem Schulgebiete, jene Lösung, wie sie Holland und Frankreich durchgeführt hat. Die religisse Unterweisung und Erziehung ist das Necht und die Pflicht der Kirche, so sagt man dort; die staatlichen Schulen erteilen darum keinen Religionsunterricht, nur ein schulfreier Tag mag der Kirche zugebilligt werden. Dieser Lösung, die allerdings da zur Rotwendigkeit werden kann, we eine übergroße konfessionelle Mannigfaltigkeit besteht, redet bei uns und niemand das Wort.*) der„Lipp. Tagesztg.“ will sie vermutlich nicht befürworten Ein anderer Lösungsversuch besteht darin, daß man den Lehrplan der Schule, die Schularbett und auch die Schulverwaltungsorgane in zwei Errppen sein säuberlich zerlegt, in eine weltliche und eine geistliche, in eine staatliche und eine krchliche Hälfte. In Baden z. B. wird der gesamte Lehrplan für den Religionsuntetricht von der oberen geistlichen Behörde aufgestellt; den Lehrauftrag für den Religionsunterricht bekommt der Lehrer von der Kirche. Doch können auch Lehrer ohne den kirchlichen Lehrauftrag angestellt werden, die natür lich dann keinen keinen Religionsunterricht erteilen dürfen. Das ist eine reinliche und, wie es zunächst scheint, auch richtige Scheidung; da erhält äußerlich der Staat, was des Stäates ist, und die Kirche, was der Kirche ist. Aber die Scheidung ist doch vollzogen zum Schaden der einzelnen Schule, zum Schaden auch des einzelnen Kindes. Das Ziel unserer Arbeit ist doch die Herausbildung einer einheitlichen Persönlichkeit. Nicht geschieden sein soll in ihr Weltliches und Geistliches, Profanes und Religiöses. Die religiösen Wahrheiten sollen das ganze Leben durchleuchten, und die sittlichen Grundsätze sollen auf die alltäglichsten Dinge angewandt werden. Die Idealschule fordert darum volle Einheit in den Behörden. in der Schulleitung, in den Lehrpersone.n Jene Scheidung läßt aber grund sätzlich den Zwiespalt zu, schafft die Möglichkeit— die glück licherweise nicht immer Wirklichkeit wird—, daß die Kinder in einer Schule für zwei einander entgegengesetzte Weltanschau ungen erzogen werden. Vor solch einer Möglichkeit sollte man iberall da die Jugend bewahren, wo nicht die konfessionelle zerklüftung der Bevölkerung zu besonderen Maßnahmen nötigt Bei uns ist das jedenfalls nicht der Fall, und unsere staatlich Schule ist darum bisher eine völlig einheitliche gewesen und sollte es auch bleiben. Alle Arbeiter an unserem Schulwesen sollte man auch fernerhin ansehen als Organ des Staates und der Kirche. Obwohl unsere Bevölkerung eine ziemlich einheitliche ist und eSwohl die Schulgesegvorlage die konfessionelle Schule voraussetze, wird der Anfang des Zwiespalts nun doch auch in unser Schulwesen hineingetragen. Die§§ 44, 115 und 116 weisen gewisse Besugnisse der Schulleitung dem Konßistorium zu und schränken damit den Wirkungskreis der Oberschulbehörde, und§ 35 weist die Beaussichtigung des Religionsunterrichts dem Prediger der einzelnen Gemeinde zu und nimmt damit dem Kreisschulinspektor die eigentliche Verantwortlichkeit gerade auf dem wichtigsten Gebiete der Schularbeit. Wir glauben vor dieser Scheidung dringend warnen zu müssen. Sie wird. o fürchten wir, zu unerquicklichen Grenzstreitigkeiten Veranlassung geben. Am eine notwendige Neuerung werden vermutlich endlose Verhandlungen zwischen den verschiedenen Behörden und Aussichtsinstanzen geführt werden n.üssen zum Schaden aller Beteiligten. Lange schon sind viele Lehrer der Ueberzeugung, daß die Menge des religiösen Lernstoffes, der den Kindern zwangsweise angeeignet werden muß, eine zu große ist. Sie haben diesen Gedanken in die Pastorenkreise getragen, haben ihn der Kirchen= und Schulbehörde insgesamt und einzelnen Mitgliedern derselben vorgetragen. Es hat ihnen überall nicht an Zustimmung gefehlt, aber eine Aende rung ist nicht erfolgt. Die Lehrerschaft erklärt sich das dadurch daß an den leitenden Stellen die Männer der Prazis fehlten, die der Schule Mühe und Arbeit jahrelang selbst getragen haben, denen es die Erfolge und Mißerfolge bei der Arbeit täglich sagten, daß mancher Lernstoff sehr„harte Speise“ für die schwache Kindesseele ist, der von den gelehrten Herten als „Milch“ gewertet wird.— Den aus der Praxis der Schularbeit hervorgegangenen Kreisschulinspektoren darf darum die Verantwortung für den Religionsunterricht nicht entzogen werden — Und diese Beschränkung ihrer Tätigkeit ist auch unnötig.— Schon die Vorlage führt die Scheidung nicht konsequent durch Bei der Person des Lehrers macht sie Halt. Sie kennt keinen Lehrer mit dem kirchlichen Lehrauftrag für den Religions unterricht und solche ohne diesen Auftrag. Sie schenkt jedem Lehrer, der die Anstellungsfähigkeit im lippischen Schuldienste erworben hat, das Vertrauen, auch den Religionsunterricht erteilen zu dürfen, sieht ihn tatsächlich als Organ des Siaates und der Kirche an. Warum ist man da inbezug auf den Kreisschulinspektor so ängstlich? Er wird doch sicherlich die Blüte des Lehrerstandes darstellen, wird berusen von derselben Stelle, die auch die Mitglieder der Kirchenbehörde ernennt. Kann jeder Lehrer den Religionsunterricht erteilen. so muß auch jeder Kreisschulinspektor imstande sein, denselben vollwertig zu beaussichtigen. Nebenbei sei nur noch bemerkt, daß in Zukunft auch die Qualität des Kreisschulinspektors eine andere ein würde, wenn er bloß die sog. weltlichen Fächer zu deaufsichtigen hätte, als wenn ihm die gesamte Beaussichtigung öbertragen würde. Auch das Lehrerinteresse spricht gegen die Trennung in der Schulleitung. Lippe unterschied sich bisher von manchen anderen Gebieten dadurch vorteilhaft, daß man dem einzelnen Lehrer ein verhältnismäßig weitgehendes Vertrauen schenkte. Man überschätzte darum den Wert der Schulaussicht nicht. Das scheint anders werden zu sollen Wir behalten die bisherige Aussicht, wenn auch die Form sich ein wenig ändert, und bekommen als neue Aussichtsinstanzen den Schulpfleger, den Schulleiter und den Kreisschulinspektor. Da kommt aus man chem Lehrerherzen die Bitte:„Ein wenig mehr Vertrauen“ Aufsicht ist nötig, kein Lehrer zweiselt daran, aber ein Zuviel ist vom Uebel. Wo wirkliche Nachlässigkeit oder Pflichtver säumnts vorliegt, da wird der Kreisschulinspektor bald ein greifen, und sein wiederholtes Erscheinen wird eine Besserung herbeiführen, wenn eine solche überhaupt möglich ist. Nicht jeder aber vermag unter den Augen des Wächters sein Bestes zu geben, und eine jede Inspektion bedeutet eine gewisse Störung im Schulbetriebe. Die Einrichtung der Kreisschulinspektion wird als notwendig jetzt wohl allgemein anerkannt; nun, da sie kommt, dürfte die Ortsschulinspektion wirk lich schwinden, aber wirklich, nicht bloß dem Namen nach! Aber, so wird man uns entgegenhalten, eine Beaussicht gung des Religionsunterrichts durch den einzelnen Pfarrer ist nötig, damit der religiöse Liberalismus(von dem politischen reden wir hier nicht!) aus unsern Schulstuben ferngehalten wird. Damit berühren wir ein sehr schwieriges Gebiet, das wir trotzdem nicht ganz umgehen dürfen. Schwierig ist es zu nächst schon, anzugeben, was eigentlich der religiöse Liberalismus ist, wo die Grenzen sind zwischen der positiven und der liberalen Theologie. Als ich mich meinen Ortsschulinspektoren gegenüber ereiserte über den Liberalismus, der in einem Aufsatz der„Ref. Kirchenzeitung“ sich aussprach, wurde mir gesagt: „Aber was wollen Sie denn? der betr. Professor gehört ja der positiven Richtung an!“ Aber wenn sich auch der Begriff „Liberalismus“ auf dem Gebiete der Theologie heutzutage schwer definieren läßt, das müssen wir alle zugeben, daß eine schrankenlose Freiheit in Bezug auf die Lehre dem einzelnen Lehrer und dem einzelnen Geistlichen nicht zugestanden werden kann. Eine weise geübte Lehrzucht ist unumgänglich notwendig. Der Staat müßte sie schon dann üben, wenn er den Religionsunterricht nicht erteilen ließe; denn auf dem Gebiete der Ethik gehen die Meinungen in d. Gegenwart sehr auseinander. Noch mehr ist es notwendig, da unsere Schulen den Religionsunterricht heben und ihn behalten sollen. Aber damit ist keineswegs gesagt, daß nur jeder Pastor der rechte Mann sei, den Religionsunterricht aller Lehrer in seiner Gemeinde zu beaussichtigen. Unsere Geistlichen werden auf den Universitäten jedenfalls mehr in liberalem Geiste beeinflußt als unsere Lehrer auf dem Seminar, u. der Liberalismus macht vor dem Pfarrhause ebenso wenig halt wie vor dem Schulhause, betritt die Kanzel ebenso gern wie das Katheter. Der§ 35 des Entwurfs schafft nicht sur die Möglichkeit, daß der erfahrene Geistliche dem jugendlichen Lehrer seine Unterstützung gewährt, sondern ebenso die, daß der ergraute Lehrer von einem jugendlichen Pfarrherrn zurecht gewiesen wird, räumt nicht nur dem erthodoxen Prediger einen Einfluß ein über den liberalen Lehrer, sondern ebenso dem liberalen Prediger eine Beaussichtigung des positiv gerichteten Lehrers. Man denke an den„Fall“ Pfannkuch in Osnabrück! Zu meiner Freude sehe ich einige Geistliche in unserer Mitte. An sie möchte ich die Frage richten, ob es der richtige Weg ist, religiöse Schwierigkeiten und Zweifelfragen dadurch aus dem Wege zu räumen(natürlich nur scheinbar!), daß man d. Pastorenstand dem Lehrerstande als Aufpasser bestellt? Sollte es nicht besser sein, wenn wir uns mehr zu gemeinsamer Arbeit zusammenschlössen, wenn wir gemeinsam die Fragen unserer Zeit ins Auge faßten? Ich wiederhole: Eine weise geübte Lehrzucht ist nicht zu entbehren. Aber sie muß von einer Zentralstelle aus gleichmäßig dem Lehrer und dem Pastor gegenüber geübt werden. Die Hauptsache aber wird es bleiben, wenn man Pastoren und Lehrern das Gewissen schärft, wenn man in dem Einzelnen das Verantwortlichkeits gefühl stärkt und nicht zu viel Wert auf die Aufsicht legt. „Aber die Organe des paritätischen Staates können doc unmöglich zuständig sein für die Leitung des evangelischen Religionsunterrichts!“ wird man zum Schluß einwenden. Das ist nicht ganz unberechtigt; aber um deswillen ist es nicht nötig den Zwiespalt in das Schulwesen hineinzutragen. Die neu zu bildende Oberschulbehörde, mag sie nun eine Abteilung der Ne gierung bilden oder mag sie als selbständige Behörde neben der Regierung und dem Konsistorium stehen, muß so organisiert werden, daß sie den staatlichen und den kirchlichen Ansprüchen gerecht wird. Von allen ihren Mitgliedern fordere man, daß sie sich nicht nur als Bürger des Staates, sondern auch als lebendige Glieder der evangelischen Landeskirche fühlen u. betätigen sollen. Man wird uns hoffentlich auf evangelischer Seite nicht entgegenhalten, daß nur durch das Studium der Theologie lebendige Organe der Kirche entstehen könnten. Au der Grundlage dieser Forderung dürfen wir den weiteren Wunsch aussprechen, die Schulbehörde sei der Hauptsache nach weder eine juristische noch eine theologische, sondern eine pädagogische. Ihren Mittelpunkt müßte der Schulrat bilden, dem die beiden aus der Praxis hervorgegangenen Kreisschulinspektoren zur Seite stehen. Der frühere Landtag hatte schon beschlossen, daß der damals vorgesehene Landesschulinspektor Mitglied der Oberschulbehörde sein solle; hoffentlich billigt die jetzige Volksvertretung den Kreisschulinspektoren das zu, was die frühere dem Landesschulinspektor zusprach! Wie er nun selbstverständlich ist, daß in dieser pädagogtschen Behörde ein spezieller Vertreter des Staatsgedankens als Vorsitzender tätig ist, so möge auch ein Mitglied der Oberkirchenbehörde in die getrossen werdene son.. Wenn es notig erscheint, so kann das kirchliche Mitglied der Oberschulbehörde die ganze Oberkirchenbehörde, die Synode oder ihren Vorstand von dem unterrichten, was geschehen soll; eo kann ihre gutachtliche Aeußerung einholen, kann ihre Autorität in die Wagschale wersen, kurz, die berechtigten Wünsche der Kirche sind erfüllt, wenn wir eine so organisierte Oberschulbehörde haben. Ich bitte Sie nun zum Schluß, folgender Resolution ihre Zustimmung zu geben: Die Lehrerschaft bittet dringend, dem einzelnen Geistlichen nicht das Recht zu erteilen, den Religionsunterricht zu beaussichtigen, sondern entwender neben den Vertretern der praktischen Schularbeit in der Person der Kreisschulinspektoren auch ein Mitglied der Oberkirchenbehörde in die Oberschulbehörde aufzunehmen, oder, wenn diese Organisation der Schulbehörde nicht zu erreichen sein sollte, statt dessen den Generalsuperintenden oder die Superintendenten mit der Befugnis auszustatten, dem Religionsunterrichte beizuwohnen und der Kirchenbehörde Bericht zu erstatten. Dann mögen alle andern Mitbestimmungs= und Einspruchsrechte der Kirchenbehörde fallen. *) Auch der Verfasser des Sprechsaalestikels in Nr. 111 Schulbehörde eintreten. Die Kirche erhält damit alle die Be fugnisse, die ihr die§§ 44, 115. 116 zubilligen wollen, ohne daß dadurch die Einheitlichkeit der Schrulleitung gestört wird. Sie wird in jedem Falle gehört, wenn eine wichtige Entscheidung sche Uebersicht. Deutsches Reich. * D e t m o l d, 2 3. M a i 1 9 0 8. — Der Kaiser traf gestern vormittag 9 Uhr 20 Min. per Bahn auf der Marienburg ein und besichtigte unter Führung des Geheimrats Steinbrecht die Nenovierungsarbeiten des Schlosses. Um 11 Uhr erfolgte die Abfahrt im Automobil nach Pröckelwitz. —„Die Macht aus der anderen Seite der Nordsee.“ London, 21. Mai. Bei der Jahresversammlung des Blottenvereins erwahnte Admiral Fremant le, daß die Admiralität Schiffe ausrangiert habe, die man im Kriege noch nicht entbehren könne. Das Land dürfe nicht vergessen, daß sich auf der anderen Seite der Nordsee eine Macht befinde, die sich darauf vorbereite, Großbritannien das Kommande der See zu ontreißen. Dabei sage Sir John Fisher, das Land könne chlafen. Rein, es sei keine Zeit zum Schlafen, sondern es müsse dem Volke klargemacht werden, daß England nur zwei Schiffe baue, während Deutschland deren vier baue. — Zur Invalidenversicherung. Berlin, 21. Mai. Die von den Bundesregierungen nach eingehenden Verhandlungen mit dem Reichsamte des Innern getroffenen Maßnahmen, um die bei den militärärztlichen Untersuchungen gemachten Wahrnehmungen über den Gesundheitszustand Gestellungspflichtiger mehr als bisher der Heilbehandlung nutzbar zu machen, lassen eine wesentliche Förderung der gesamten Heilfürsorge auf dem Gebiete der Invalidenversicherung erhoffen. Das Verfahren ist jetzt für alle Bundesstaaten gleichmäßig geregelt und seitens des Reichsversicherungsamtes sämtlichen Vorständen der Träger der Invalidenversicherung in einem Rundschreiben übermittelt worden. Oesterreich=Ungarn. Wien, 21. Mai. Vorgestern früh um 6 Uhr marschierte die gesamte Garnison Salzuburgs zu einer Uebung ab. Außer der aktiven Mannschaft waren 750 Reservisten dabei. Im 3 Uhr nachmittags kam es zum Gesecht. Ehe die Menat gemacht wurde, war es 8 Uhr abends. Von 750 Reservisten waren 300 marode, von den Aktiven 200. Infolge der Hitze und den Anstrengungen bei Ueberwindung einer Schlucht weigerten sich die Offiziere für sich und die Mannschaften, den Marsch fortzusetzen. Oftiziere und Mannschaften lagen apathilsch im Gras. Von den sechs an Hitzschlag Erkrankten wurde ein Mann heute entlassen. Frankreich. Paris, 21. Mai.„Der„Temps“ erhält aus Fez vom 16. d. M. die Meldung, d. an diesem Tage zahlreiche Notabeln der Stadt Fez sich nach Mekines zum Empfange Muley Hafids begeben haben. In Fez selbst seien zahlreiche Abordnungen der Stämme eingetroffen. Der Gouverneur von Mekines. Ben Aissa, ließ die Einwohner aufsordern, sich vor die Tore der Stadt zu begeben, um Muley Hafid zu begrüßen. Die Joraekiten von Mekines erhielten gkeichfalls den Befehl, dem Sultan Muley Hafid mit ihren Fahnen entgegenzukommen. Ben Aissa ließ für Muley Hasid zwei kostbare goldziselierte Säbel anfertigen. Tages=Neuigkeiten. Dortmund. 21. Mai, Der Klempnermeister Balthasar Rick fand, als er nach Hause kam, sein sechs Monate altes Töchterchen schreiend im Bette vor; er nahm das Kind aus dem Bett und suchte es durch wiederholtes Schaukeln zu beruhigen. Da bei entglitt das Kind seinen Händen und fiel durch das offene Fenster in den Hof des Nachbargrundstückes, wo es mit zerschmetterten Gliedern tot aufgefunden wurde. Solingen, 21. Mai. Ein Blitzstrahl setzte heute auch den Stadtwald in Jagenberg in Brand. Der Blitz schlug in eine Tannenschonung, die sofort in Flammen stand. Als nach kurzer Zeit der Wolkendruch einsetzte und den Brand löschte, waren bereits 3 Morgen Wald niedergebrannt. Köln, 22. Mai. Das gestern und heute über dem Mittelrhein niedergegangene Unwetter hat größeren Schaden angerichtet, als sich zuerst übersehen ließ. In den Distrikten Koblenz, Mülheim und Urbitz ging ein Wolkenbruch nieder. Ein Schutzdamm oberhalb Mülheims stürzte ein. Die Wasser mengen wälzten sich verheerend über den Ort, so daß die tiefer gelegenen Häuser schleunigst geräumt werden mußten und die Bewohner kaum ihr nacktes Leben retten konnten. Alle Früchte sind vernichtet. Bei einer Fahrübung mehrerer Batterien d. Feldartillerie=Regiments Nr. 23 wurden heute morgen die Pferde durch das schwere Hagelwetter scheu. Sie stürmten in wilder Hast von dem hochgelegenen Uebungsplatze hinab, wodurch mehree Mannschaften schwer verletzt und auch eine große Anzahl Pferde verwundet wurde. Hilfsmannschaften aus dem Koblenzer Lazarett wurden nach der Unfallstätte abgeschickt. Rüdeoheim, 22. Moi. Auf die Einladung an die kaisen liche Familie zur Beteiligung an der Feier der 25jährigen Wiederkehr d. Einweihung d. Nationaldenkmals teilte das Oberhofmarschallamt mit, daß der Kaiser wegen anderweitiger Festsetzungen verhindert sei, auch die Teilnahme von Mitgliedern der kaiserlichen Familie könne nicht in Aussicht gestellt werden. Trier, 22. Mai. Heute nacht tobte hier ein fürchterliches Unwetter mit Hagelschlag, das schweren Schaden anrichtete. Sotha, 22. Mai. In Thüringen und im Thüringerwalde verursachten stundenlange Gewitter und Hagelschlage schwere Schäden an Obst und Getreide Brüssel, 22. Mai. Ein Ungewitter, das mit Hagel schlag verbunden war, hat in verschwiedenen Provinzen des Landes gestern abend großen Schaden angerichtet. Vier Menschen wurden vom Blitz erschlagen. Wolgast, 22. Mai. Zwischen streikenden Arbeitern der hiesigen Zementfabrik und Arbeitswilligen kam es in den letzten Tagen mehrfach zu ernsten Reibereien, so daß auf An suchen der Stadtverwaltung zwei Kompagnien des in Greisswald garnisonierenden 3. Bataillons des 42. InfanterieRegiments hierher kommandiert wurden. Moskau, 22. Mai. Die Typhusepidemie in Mosnimmt eine gefahrdrohende Ausdehnung an. Gegenwärtig sind 3000 Versonen an der Seuche erkrankt. Alle Krankenhäuser sind überfüllt, die Kranken liegen vielfach in den Korridoren auf dem Boden, außerdem sind Privathäuser zur Krankenaufnahme hergerichtet. Auch in Petersburg ist der allgemeine Gesundheitszustand sehr ungünstig. Dort herrschen die schwarzen Pocken, Diphtherie, Scharlach und Typhus. In den Hospitälern befinden sich annähernd 12000 Personen. Die Aerzte wollen in den Erkrankungen die Vorboten des Erscheinens de Cholera sehen. Paris, 22. Mai. In der Zuckerfabrik von Say erfolgte heute vormittag eine Explosion aus unbekannter Ursache. Von 100 Arbeitern und Arbeiterinnen wurden 42 schwer verwundet Der Schaden beläuft sich auf eine halbe Million Mark. 22. Mai. Die Unruhen in Cleveland daulera fort. Gestern wurden wieder mehrere Straßenbahnwagen durch Dynamit zerstört, zehn Personen wurden verletzt. In der Nähe von Newyork wurde eine neue Eisenbahnbrücke in die Luft gesprengt, weil sie durch Arbeiter hergestellt war, die nicht zu den Gewerkschatfen gehören. Die Untersochung im Fall Euleuburg. München. 22. Mai. Der Berliner Untersuchungsrichter Landgerichtsrat Schmidt begann gestern im Münchener Justizpalast mit der Vernehmung einer großen Anzahl von Zeugen. Das Verhör dauerte bis nachts gegen 11 Uhr. Vernommen wurden beonders die von Harden neu angeführten Zeugen, darunter ämtliche frühere Bedienstete Eulenburgs, alle in München weilenden Mitglieder der Liebenberger Tafelrunde, darunter Baron Wendelstadt aus Neubeuren am Inn und mehrere Adelige. Ferner der frühere Gesandtschaftsprivatsekretät des Grafen Eulenburg, Hofrat v. Kistler mit Gemahlin, der städt. hausmeister Dandl, eine Anzahl anderer Persönlichkeiten und Oberlandesgerichtsrat Mayer, Justizrat Bernstein sowie die Anwälte Justizrat Löwenfeld und Prager. Einzelne Zeugen bekundeten auch Neues zur Sache Moltkes. Ein Mitglied der Liebenberger Tafelrunde aus Bayern bekundete gestern, daß es sich die übertriebene Freundlichkeit in Briesen von Eulenburg als„ideale Freundschaft" ausgelegt habe. heute früh begab sich der Untersuchungsrichter nach Starnberg, wo im dortigen Amtsgerichtsgebäude die Vernehmung der Starberger Zeugen und anderer aus Aufkirchen, Feldafing, Staltach usw. stattfindet. Am Montag soll die Besichtigung ämtlicher vom Fürsten in München und Starnberg innegehabten Wohnungen erfolgen. Revision im Prozeß Moltle=Harden. Leipzia. 22. Mai. Ueber d. Revision im Moltke=Harden=Prozeß wurde heute vormittag 9 Uhr vor dem zweiten Strafsenat des Reichsgerichts verhandelt. Nachdem der Referent, Reichsgerichtsrat Wiebe, das Urteil und die Revisionsgründe vorgetragen hatte, begründete Justizrat Bernstein in etwa einstündiger Rede den Revisionsantrag. Reichsanwalt Dr. Richter beantragte, die Revision abzulehnen. Gegen 4 Uhr wurde die Versandlung auf morgen vormittag 9½ Uhr vertagt. Phantasien eines Prinzenerziehers. Der französische Sprachlehrer Gantier, der die Söhne des Könias von Sachsen unterrichtet, hatte kürzlich angegeben, daß er das Opfer eines anscheinend politischen Attentats geworden sei. Gantier wies auch mehrere leichte Verwundungen auf. Der angebliche Raubanfall in der Nähe der königlichen Villa Wachwitz bei Dresden auf Gantier ist nach Ansicht der Dresdener Polizeidirektion von dem Franzesen erfunden. Die Verletzungen an der linken Brust, die anscheinend von einem Federmesser herrührt, hat sich als unbedeutend herausgestellt; es wird deshalb angenommen, daß Gantier sich diese Verwunudng elbst beigebracht hat. S., der inzwischen seine Stellung gekündigt hatte, hat auch bereits eingestanden, daß er sich die Kleider und das Hemd durchstochen hat, um den Eindruck zu erwecken, daß er überfallen worden sei. G. wird in seine bisherige Stellung als Prinzenlehrer nicht zurückkehren. Ein Postafistent auf der Flucht. Der Postasistent Nobert Fliegel vom Postamt Neuenstadt am Kocher war dieser Tage unentschuldigt vom Dienst ferngeblieben. Insolgedessen wurte ofort eine Untersuchung eingeleitet, und es stellte sich heraus, d. F. nach Unterschlagung dreier Wertbriefe von 11000 M und unter Mitnahme seiner drei Kinder im Alter von acht, sieben und fünf Jahren schon am Tage zuvor geflüchtet war. Nach den bisherigen Ermittelungen hat sich der Beamte zunächst zu Verwandten nach Leipzig begeben, wo er die Kinder im Stich ließ, um allein weiterzureisen. Der von der Staatsanwaltschaft in Heilbronn steckbrieflich verfolgte Defraudant ist chlank, hat blondes Haar und einen rötlichen Schnurrbart: er ist Witwer und steht im 33. Lebensjahre. Es wird vermutet, daß er von einem Hasenplatze aus das Ausland zu erreichen ucht. Evangelische Kirchen in Tirol. Zu der Mitteilung, daß in Gries die erste evangelische Kirche in Tirol eingeweiht worden sei, schreibt man, daß sich in Meran an der Promenade eine evangelisch=lutherische Kirche befindet, welche 1885 oder 1886 eingeweiht wurde. Sarnisonverstärkung. Die Garnison in Erfurt wird, wie von unterrichteter Seite verlautet, eine wesentliche Vertärkung insofern erhal“en, als am 1. Oktbr. dieses Jahres eine Maschinengewehrabteilung nach dort gelegt werden soll. Die hierfür nötigen Räumlichkeiten sind bereits vorhanden.— Das Regiment Jäger zu Pferde Nr. 6 wird am 1. Oktober 1910 einen Einzug in Erfurt halten. Bis zu diesem Termin muß der bereits in Angriff genommene Kasernenneubau bewohn. bar sein. Hohes Alter. Im Alter von 104 Jahren 2 Monaten starb in Mußbach nach 14tägiger Krankheit der älteste Bewohner der Pfalz, Jakob Wenz. Bei der Reichstagswahl im vorigen Jahr übte der alte Mann noch sein Wahlrecht aus; er hat daraufhin ein Schreiben des Reichokanzlers erhalten. Die Eisenbahnkatastrophe bei Antwerpen. Antwerpen, 2). Mai. Nach den neuesten Nachrichten über das Eisenbahnunglück bei Contich beträgt die Zahl der Toten 38, die der Verwundeten 79. Sämtliche Verunglückte sind Belgier, mit Ausnahme eines Verletzten aus Mainz namens Neumann. Stadt und Land. Detmold, 23. Mai. * Eine Versammlung betreffs Schnellzugs=Verkehe Detmold—Frankfurt a. M Bremen— I. fand gestern nachwesenden namens der Lippischen Handelskammer u. stellte folgende Anwesenheitsliste fest: Fürstlich Lippische Regierung: Geh. Oberregierungsrat Pustbuchen: I rektor Regie ürstlich Wal. Regierungsrat Walddecksche Regierung: Landesdirek schmidt: Fürstlich Lippische Reuthammer: Kammerdirektor Wasserfall: Kreisamtmann Freiherr von Hundelshausen zu Pormont: Verwaltungsamt Detmold: Landrat Piderit: Kreis Herford: Rittergutsbesitzer von Laer=Oberbehme: Geh. Justizrat Freiherr von Spiegel=Kassel; Kreis Warburg: Landrat Freiherr von Schorlemer: Vorsteher Rose aus Daseburg: Stadt Detmold: Oberbürgermeister Wittse: Stadt Lemgo: Oberbürgermeister Höland: Stadt Lage: Bürgermeister Lüning: Stadt Horn: Bürgermeister Speige Stadt Hersord: Oberbürgermeister Quentin: Stadt Lübbecke: Bürgermeister Pütz: Stadt Warburg: Bürgermeister von Schildt: Handelskammer Bielefeld: Kommerzienrat Böckelmann: Handelskammer Bremen: Syndikus Dr. Apelt; Handelskammer Detmold: Kommerzienrat Hinrichs, Bankier Max Lenzberg, Kommerzienrat PotthoffLemgo, Kaufmann Krügermeyer=Lage, Brauerei=Direktoe Müller: Reichstagsabgeordneter Dr. Neumann=Hoser; Handelskammer Minden: Syndikus Hindenberg. Er hob hervor, daß die wenigen der sehlenden eingeladenen Herren Vertreter von Korporationen, welche verhindert sind, ausdrücklich sich nicht gegen die Sache erklärt haben, sondern dieser sympathisch gegenüberstehen. Redner gab hierauf einen Rückblick auf die Projekte, die zum Bau einer Lippischen Eisenbahn bestanden haben und endlich auch teilweise zur Ausführung kamen. Vor 25 Jahren habe hier an dieser Stelle eine Versammlung getagt, welche sich damit befaßte, die Strecke der Sackbahn Herford=Detmold als Vollbahn von hier nach Altenbeken weiterzuführen. Schon damals war ein durchgehender Verkehr nach Norden geplant. Leider ist für den Personenverkehr zwischen Herford und Kassel den Anforderungen noch nicht entsprochen. Der einzige günstige Zug sei der, welcher um 11,40 Uhr von Herford ab, um 12.25 Uhr in Detmold eintrifft, 3.30 Uhr in Kassel, und um 7,05 Uhr in Frankfurt a. M. ankommt. Es könnc aber durch Bemühungen vielleicht dahin kommen, daß die Verbindung über Kassel wesentlich verbessert wird. Redner führte dann einige Projekte an, wie z. B. die Fahrt über Arolsen sich um ca. 50 Kilometer verkürzen ließe. Jedoch dürsten der schwierigen Bodenverhältnisse wegen Schnellzüge sich noch nicht für diese Strecke einrichten lassen. Dann ging Redner auf Schnellzugsverbindungen von Herford bis Bremen mit Kilometergeschwindigkeitsvergleichen ein. Die Industrie in Nordwestsalen verdiene ebenso gute Zugverbindungen als Südwestfalen. Es müssen über Bünde und Bassum, wo sich hauptsächlich die Tabakindustrie so sehr entwickelt habe, direkte Verbindungen mit Bremen resp. Hamburg hergestellt werden.— Nach diesem Vortrage sprach Herr Oberbürgermeisten erford Herrn Oberbürgermeister 21 Quentin-Herford Kommerzienrat Hinrichs den Dank für die freundliche Ein.„———„„ ladung aus. Er und Herr Kommerzienrat Hinrichs seien Paulinen= und Bruchstraße, ist unter der Telep hon=Nr. die einzigen Anwesenden, welche vi— ssaoren, Jag, E1/, 204 an dos biesge bahnverbindungsprojekt angestrebt haben. Weil hier biel" Der Blitz schlug vorgestern während der heftigen 9####ex Ausgaven— gegangen,„ist es vor aue v,in witter an verschiedenen Orten im Lande ein, zum Teil waren mensteuer und 2 kalte Schläge. In Tintrup Haus des lo###27. verbleibt dort das besonders gebildete Uebungs=Regiment rru Nr. 15, desen Besichtigung om 26. Rattfänden wird. in=I 8 Das Wiener Backhaus, Inh. Heinrich Liese, Ecke rust und in Erinnernngen nung dat eine Ein en dieselbe## istung erteilt. nicht vor k. Die n Entwickelung so laugsam gegangen, ist es vor quen wun= witter an## scheuswert, daß endlich ein besserer Personenverkehr beignge# nur sag. Perkatgeshr michte, Krder engsat die Fur c, ur r.e.) Threrner Fedenre. ud beunsenuen: i. Vop Vu nuahgs z. hullenen Vontrages Hernd zn Leschränen, und se Emnnten die Vloni Plugobe an der. Oter. Eite de Adnich, Briche der maters ung den wetr.“ gmnacht dat, wicder ebenicmn. sdernus und an an dus slaube, daß von dieser Seite die Bünsche, welche der wetters auch den weiten Weg gemacht hatte, wieder gornarn.s:„„„„ worden. Wie dringend notwendig die Steine aufgebracht ssen, ist so recht zu ersehen, mon eine Ausgabe von hernieder gegangen ist. Das Sprengen## 431.24— und einen Kassenbestand von 387,28 4 aufzug geschieht seit einigen Tagen, aber nur bis vor den Schoren: weiten. Bei dem anderen Punkte„Voranschlag heir.“ hinter dem Schoren wird nicht gesprengt und darum hatten wir wurde beschlossen, im lausenden Etatsjahre zur Bestrettung gebeten, denn die Staubbelästigung ist derart, daß nach der der Ausgaben der Gemeindekasse ½ Simplum Einkom= Straße kein Fenster ausgemacht werden kann. Die mit vielen ihe angelegten Vorgärten leiden ebenWir bitten deshalb nochmaldem Schoren zu sprengen, da die vor dem Schoren betr. des Sprengens erchaft Fehrt nach Li# 1 Fahrrad halten sollen. Das Aussetzen der Gräben ist dringend nötig, is ihm da bei einem ausgiebigen Regen der Abzug stockt. Vor dem ist der Graben total zugevon eine Eingabe an den Presng„-. Sinih welbe Merameriers and ben t——.— ectche Peieih e. Liesanez 91. 2ie. hete aun Aisch aen Schteoizunz dun dun. 20o u. Lisoum. 5 umn denten Hmn ud Aaslasir dauaelshrch vesihltetles Vrchsiens uer aie Siche lichen und Reisekosten den Mitgliedern keine wesentlichen nur von einer Familie bewohnt; der Blitz schlug an der unbe äberrascht. Anfangs wurde geleugnet, als aber das Fahr=######— die wir die Meiersselderstraße Kosten entsueben uus daß Lier, Lus. Versiet zag isie. He. wohnten Seite ein, ehne jedach zu Anden; u. einen Singe I. rad im Versteck endeck. Purte, Getd der Dieh die, Siastatsuicht mehe passeren Gnnen. war ein stellungsloser Mann aus Detmold. ——: Am 8. und meinden bestehen können. Es sei notwendig, daß die 2eIIdieler Seite besanden sich zwei Ziegen gwei Schweine und ein.,# brebungen gi 2r, Oroanlaton zurückgreisen konnen. Vr B1.zanlämngen, wovon die beiden Ziegen sefort erschlagen,“:. 8.14 Schwalenberg. 28. Mal. ohne zu 9. Juni siuden in Braktsek und Wörderfeld Schäzaufeste Statt Lübbecke, Herr Bürgermeister B 15, bemerte bier.. Du.“ A.udens Lark wor der Schlag in dem Hause des Die Anwohner der Meiersfelderstraße hinter dem Schoren. J. A.: August Otte. Hause Der Blitz nahm seinen Weg vom Aus der Nachbarschaft. Letzte Nachrichten. bis keine Hanbelskammer Lavon unserichtet v.„ Iu Ilhr. Schernsetz, weicher hald unftel, durch das Dach umd von wai 322 ur. Mu.. Luzuerbundenes Gewiltes, 45 un 6 übhr. 25enös Fteles lichem Sinne sprach sich der Vertreter der Handelskammer in das Wohnzimmer zur Erde, überall Spuren von grober I#### e Blotho. 21. Mai. Ein verheerendes Gewi!““ w, ging, hat vielsachen Schaden angerichtet. Zahlreiche Lavon Bremen, Herr Syndikus Dr. Avelt aus. I.## störung hinterlassend.— In Hovenhausen schlug der Pl#t Wollenbruch ging heute nachmittag hier in Stadt und Lan#####rnen und Fensterscheiben wurden durch walnußgroße Herr Rittergutsbesitzer von Laer=Oberbehme fühlte sic in das Haus des Fuhrmanns August Höwing hiers., ohne je### nieder, wodurch viele Felder und besonders die in den Hagelkörner zertrümmert. Auch Wald und Flur hab Vescteie Autaig dur lwpiche, Binatu.,vtioeun. ,u. Ausen Auen Herschpeaust wrden. Der)., Hreauschrse,. u. Bel. Juseisgs aines Danmruiches Sondilus Hindenberg, Vertreter der Handel=###### vereine soll am Himmelfayrtstage in Lemgo geseiert werden. von den d#teh####en P##eg. v. al#s. 1— aneken fährende kurz vor der Station Rüningens und AnHa. nrur Wehnhaus des in der Fremde weilenden Ziegeimeiner. ziebergegangenen wolkenbruchartigen Regenmassen zum #5. Locz, Nr. 134, weiches bis auf die Amfassungsmanern Einstürzen geprage wurde. Bersonen sind nicht verletze niederbrannte. worden. Der Matertalschaden ist nicht erheblich. Das Fürstliche Schau=] Berlin, 23. Mai. Ueber Berlin ging ein schweres Sonntag, den 24. Mai, mit Gewitter, ebenfalls mit Hagel begleitet, nieder. Fast alle Keller wohnungen wurden überschwemmt, und ohne Vorbehalt nicht anschließen könne.— Herr Kammer=scuserat.) 1 8 Herford. 22. Mai. Ueberfahren wurde gestern die Feuerwehr wurde 90mal alarmiert. Brande burch lechor Wassersgtl, Veriezte, uer Zei schasgeresetagg.: Die Fürstl. Badeanstalt un der Wernrstaß atung 9 Uhr dnr Heigr Kiosternamn zuischen Eear mdsBazsctlage sud uict museanda., I. Meabit Burden Pentommer, gracher Zinf, die lwpische Stogter, Tag=löffnet worgen, Sonntag, ossiziell ihre Pforten und bald Bige Solterwisch. Der Ungläckliche war sofort tok. Iburch Hagel hunderte von Feuster aber zunmerbin als selbständiges Staatswesen würde sich wieder in unserem idyllischen Bade ein frohes Getrieb=]..— Bielefeld, 22. Mal. Großes Aufsehen tieserliegenden Straßen wurden überschwemms. Der Fahr die Regierung gern zu jeder Verbesserung die Hand bieten, entwicketn, einige eifrige Badegöste het schon die Schüne erregt hier die Verhaftung des Freiheren von verkehr war 1 Stande lang vollständig lahmgelegt. tüben wolle, wei spüter eine andere Verbesserung in Auctz Mangeloadorz=Schildesche hat die Festpredigt zugesagt sicht sehe.— Herr Oberbürgermeister Ouenten seraw Nachseier mit Chorgesang, Deklamotionen, Slesen# sich ähnlich wie der Vorredner aus.— Herr Geb.—5½ sprachen findet im Vereinslokale im Rampendahl statt.„„ Aumun u— regurungsrat Pustkuchen als Vertreter der Fürstlich!" Der Kautuchenzuchtverein hült morgen Sonntag,]..., Wr“turg“,#rt, 1 Lippischen Regierung machte die Mitteilung, daß O#ese, uabend 8½ Uhr, seine Monatsversammlung im Hotel zum spielhaus wird morgen, an den Bestrebungen zu einer Vereinigung in dieser ½ Hermann ab. Gäste sind wie immer willkommen.(Siehe„Preciosa“ eröffnet. Narbehalt nicht anschließen könne.— Herr Kammer= Anserat.) 1 Herforb. 22. M nrichs=Detmold zur redaktionellen Fassung einer wir mochten nun wian amdten###...###g#######sowie in einem hiesigen Verein Eingabe an die Regierung gewählt waren, Whloß der Vor, Jahren in unserr Stadt ein Verein bestebt, welcher sich dit gissenschaftlicken Kreisen war sitzende mit Worten des Dankes und mit dem Wuxkeyr, zut Anfgabe als Ziel gesteckt hat, Lust und Liebe für biest großem Ansehen gelange, sotoß die Bestrebungen von Ersolg sein mögen, die Sitzung um schöne und gesunde Leibesübung zu erwecken und solche nach fann, daß sich hinter dem B man es jetzt kaum glauben mindestens 24 Stunde gesperrt bleiben „## Baronstitel ein einfacher können wegen dem fortdauernden Unwetter leider uch 14 andasaehene Nr. 11 der Gesetz= Krüften zu fördern, es ist der Detwolder Schvimm=[cärinergehilfe namens Brepokl verborgen hielt, der arbracht werd. eühr das Kürstrmam Livpe auhäl: Nr. 18./v erein von 1900, dr repilmößtg i dmn Sommer. Tom eines Bergmaung aus Katernberg, der im Jahr Sacgut Punun grüfung pgr PP bn monaten des Sonntags früh von 8—9 und des Donnerstag 1898 auf der Anstalt Betbel dier 5 Monate als Gürmer Sport. searechtend. aum 10 Miel 1908. Nr. Ausährmgt, sobeans un 8.-0 seine Acbugen abtält. Wige, e,leder, arbeiterr. Unter dem Namen eims Barons von Schzrlt] Der in Sportereisen beitens bekannte Wdalf Schulg, tatessen“, un.— ghu die staatliche Prüfung von der Lust hat, sich im Kreise Gleichgesinnter im Wasser näherte er sich im Jahre 1907 der Tochter eines höheren g.glendarf ging am Sonntag, den 17. Mal in Rürnberz hinter tetreffend, vom 10 Mial 1900. et. 1.: 22—22#an der Lust hat, sich im Kreise Gleichgesinnter im Wasser näherte er sich im Jahre 1907 der Tochter eines höheren..... am Sopr= den 17. Mai in Nürt De Als. 24. etzsh. D4 Algensh alb det Laestn aetr eie en. Haftung, eingetragen. Mark Detmold eingetragen. Das Stammiupinzr— J empfehlend auf das morgen stattfindende Schauturnen ice Wrastura enell. er kann mden einem Geschstte uur Tarnadiellung bes evangel. Mäaner= und Jünglunge ist Prokura erteilt, er kann neben einem Geschafts 1#... Lmisn. Da die Abwickelung des Festpregramme Adeletitels und eines falschen Namens, sowie wegen verchiedener vor Jahren begangenen Straftaten. * Hannover, 23. Mai. Dem schweren Automobil*—* l i t t e n, I s t Handel und Märkte. #n#und beren Firme zeichnen vereins hin zuweisen. Da die Adwickelung des Fesipregramm unsall, din er am Morgen des 21. April d. J. erlitten, ist! Eine weitere Herabsetzung o 9. v, Hradels Register Abt. A ist unter Nr. 185 B1.=gih, 3½ Uh.... eeuusgrage bezinm, so wrken Landestaupimann Geerg Lichtenberg, nun, doch nech siskonts wenn auch nur um ½, Prozen, In das Handels Regist die Firma Rosenbaum Sin en### Casol=zndustrie, Gedr. die Besucher um frühzeliges Erscheinen gebeten. Solte Lie terlegep, nachdem sein Befinden in den ersten Tagen nach z Pro:., stebt unmitteldar bevor, nachdem die Rückfläisse zur in Detniold eingetragev. Die Witterung eine Feter im Freien nict zulasser, so finor, D## dem Unfall verhältnismäßig befriedigend gewesen war und Rank auch in der dritten, soeben abgelaufenen Maiwoche ia. Saudesageseflischaft und hat am 13. Mai Veranstaltung zur gleichen Zeit im großen Vereinshaussale sich erst in den letzten Tagen verschlechtert hatte. einen größeren Umfang angenommen haben. Resendaum basals. Jeder derselbn M zur(eoFg,sg ma. Tlich sus Demanbehanse vieder ein Vattag aue Llonlatrstere, rischiagsz. Belz, Kalaneres. Pörderzung bet! A.Karbes: Frou Wühz, Keler, god. Badte, 63.Joster Ve kritung der Gesellschaft und 8 besugt.— In das Handels=Register 173 Reformgeschäft Thalysta egon: t Fricteich Warweg, eingetragen. Hochzeit feiern am kommenden Mitwoch, den 27. 5s., Diet Die saganstalt wurde überschwemmt und die Feuer derselben Gesundbett, Friedrich„Warmes, eingartop“,#### Karl Grateaut'schen Ebeleute hierselbst.—4a=72sche sooaß Lüdenscheid auf 2 bis 3 Tage ohn Das Rahbedetal wurde unter Wasser gesetzt Cote und In das Vereiaseggißer ist unter Nr. 23 der Verein]Kürl O gezulcen,##. ge um Soumtag, den 21. ausgelöischt, nhufsnerein au Deblentrup, Oettern=Bremkel 8 Schötmar, 23. Mai. Am Sonntag, den 31./0106 i0 Ferren eingetragen. Die Satzung ik am 24. Apri Mai, stut die Frähkirche aus, in der Hauptkirche sindet, die ein Bug Er Gtbsebe- Gnb: Banb-imien M.ühn Gettssmnd in has Amil“! Des Wetter=Nachrichten. Detmold, 23 Mai. Wetterbericht der Wetterdienstder Kleinbahn Lüdenscheid=Aitena entgleiste im stelle des meteorologischen Observatoriums zu Rachen. Vorerst trübe, Regenschauer, später veränderlich, zeitweise 1908 errichtet. Die Mitglieder des Vorstandes sind: Land- Einführung des Herrn Pastors Butterweck in das Ami wirt Augußt Bergbabn Nr.„an Ssfer Hau# Mangenke Nr. des 3. Pastoers in Schötmar statt, durch Herrn Superinten„ Hofgeismar, 22. Mai. In einem Blechtopse —.——*- Oettern, Landwirt Jot, Ihn#g.“e, IEde## wasfe.Rad Weinbers.(ertrunken ist Mittwoch dos etwa 1½, Jahr alte Töchterchen r Abt. All#nste#umtemienen dr Man kund das Kind mitwölkt. zum Waschen an Mbahis Keanit wuie i. ien er. P. Le er i, chene Sied2. Ler. der eaisi. 9. f S henie bastse aie de. Kao h.= Ghes au, Sdtei, Perain alst; Kusiunsgate e. uas ian Soitzimmergeister Dr., Oehi us Kr.1 i. Veroen, bon), Ehözmar eingetragen. Indaber der girma is die Voe dem Kopse nach unen in den Topse, der — p l e r, g e b. M ö l l e r d a s e l b s t. G e s c h ä f t s z w e i g:“—### n a## l n h a m n t t m a r d e n m a r u n d und Zeitungsverlag. Lemgo, 22. Mai.(Diedstähle.) In der Nacht vom 19. zum 20. d. Mts. sind in hiesiger Stadt wieder einige Diebstähle ausgeführt, so beim Tischlermeister Her Volland an der Bismarckstraße, beim Kapellmeister El# London: Regenschauer, kühl. Hamburg: Bevon Viehkartoffeln benutzt worden war und noch einen Teil Gasser entbielt. Lustige Wochenchronik. (Nachdruck verboten.) Kaniuchen J. J. Sonntag 8½: Pleper. Suche auf gleich oder in 14 Tagen „„„#resauns un W. Sesemup.-p., Gehnsrinnen: Geminar. Die Veiterin v=##üger und beim Rentner Gustav Kuhlmann. Ich hatt' es mir immer so schön gedaar— Wenn ich mal sunden, kräftigen Jungen als Letrertnnen=Semitnars Fräulein Müffelmann grt, dem!“ Lage. 2#. Mai. Verscheucht wurde in vorletzter sterben werde,— Möcht dort ich schlasen, wo ia erwagt—„„ Vernehmen nach, zum Herbst d. 9. ihre biesige Stellung anf. Dacht ein Mann, welcher die Absicht hegte, im Kontor des Dereinst zum Lichte der Erde.— Dann möcht ich ruhen iml A##athursche * Meldungen zu der am 1. August d. J. forin.,) Fygn Herrn Herm. Hartmann an der Langenstraße hierselbst einhu= stillen Raum— In jener friedlichen Ecke.— Unter dem Turtsott Lehrer= und Küsterstelle in Heiden sind bis zum 3. Juni brechen. Es ist dieses das zweite Mal in kurzer Zeit, daß ein blühenden Lindenbaum— Hinter der Rosenhecke.„ 9. J. bei dem Konsikorium anzubringen..... 21.4.24 ius aan Haule verlucht wurde, jedog wurde auch dieses Ich dacht mir's so schön, doch fürchte ich nun.— Das alles und für leichte Arbeit. AnMilichrisches. Die Lentnants der Reeserz:##..2: 1Mal der Dieb von den Hausbewohnern bemerkt und an seinem sich anders gestaltet,— Man sagt ja, es sei, im Grabe zu ruhn, genehme, leich in der Reserve befördert.— Dem Oberarzt der auf dem Felde beschäftigt waren, machte sich ein Fremder diese mein Kaudwehr 1. Anfgedons Dr Cößer(Landwehrbezirkt Det, Gelegenheit zu Rutze und brang in das Haus ein. Der Ein= meint, wold) wurde der Abschied bewilligt. dringling entwendete hier 90 Mark, sowie einige Mettwürste.] J Buter drt bog a. S######markte wurden Leider konnte man des Diebes, welcher sich nach Heiden zuge: Preise gezahlt: Butter 1 Pfd. 1.00—1,10 Mk., wandt hatte, trot sofortiger Nachstellung nicht habhaft 0 w e r d e n.( L. B z.) R. Horn, 22. Mai. Eine Stadtverordat ssitzung am Dienstag, din 26. Ma:, abends 7¼ Uhr statt 1. Verpachtung eines Gartens an K. Kromr. mold) wurde der Abschies 9.**— Eier 1 Pfund 50—55 Pig., Blunenkosl 1 Kaopf #., Kartoffeln irfing 1 Kopf bis 40 Pfg., Zwiebein 1 Pfund 8—10 1 Pfd. 4 Pfg. 1 Zeniner 3.40—3.50 Mk., Als gestern die Bewohner von Bökhaus— Höchst mrrn——. mein Gebein— Und deines. o Leser, nicht minder.— Man it, das würde uns beiden sein— Ganz wesentlich gesünder. Ich aber ließ lieber die Knochen mein— Unter den Rosen schlafen.— Als daß ich wüßte, man füllt sie ein— In einen irdenen Hafen.— Dann stehen die Arnen grau in grau— In einer gemauerten Halle.— Und Samstags kommt schlurrend die Scheuerfrau— Sie abzustauben alle. Hoppla— da stößt sie eine herab.— Und ausgerechnet meine— Da lieg ich mit samt meinem tönernen Grab— Zerstäubt und zerschellt auf dem Steine.— Ich mache mir wenig nur daraus— Mit solcher Aussicht zu sterben:— Kurzt faßt sich Inh. Heinr. Lühn Steinbeim i. Westk. 2 2 Jungen über 16 Jahre, und Maun in den Lehmberg. Guter Lohn wird gezahlt. Fr. Mitte, Ziegelmeister, Dampfziegelei Roding, Post Wardayen a. Niederrhein. Gurkin Stück 40—50 Pfg. 3u 200 aus uam 500 Mk. Ausfallsgelder, 7. Wabl von 2 Mitzliedern halt dahin mein kläglicher Rest— Ein Spiel dem neckischen S1z“ ao; 15ado„. 109768 und 156652. bes Kuntoriuns der Rertonbungschul Grasvertaut Wiade,— Stat daß ich sallese im sillen Nen— Unter der Nr. 112237, M. 15000 auf Nr. 109788 und 158652, Mk. 10000 auf Nr. 45868, 62579, 75252, 147398, 159920, 214670. Gasthof und Sommerfrische Stapelage. Sonntag den 24. Mai: Grosses Garten-Konzert Anfang 4 Uhr. detr. 9. Verschiedenes. schattigen Linde. Da ich nun g'rad' vom Verbrennen sprach, Desgleichen Nach den Konzert Tanzkränzchen Es ladet ergebenst ein H. Niemeler. Der berühmte Staatereantsiehrer Prof. 11. 3. Ml zum Naichsvereinsgesete werden als Zeitungen, wir wodl sonst noch haben. Dr. Paul Laband in Straßburg, der erst füngst de# in denen die öffentlichen Bekanntmachungen der Versamm: Vielleicht verüben möchten.— Damit wir vernichten jede Gei ungünstigem Wetter findet das Konzert im Saale statt. Dasariubeläum hegeben kannte, feiert am Sonntaallungen erfolgen können, für den hiesigen Bezirk die Lip= Spur— Von manchem Gemeinen und Schlechten. Eulenburger Graus— Nicht gerne endlich möchte die üble Sache Hau's— Nicht gerne A. r Gorften-8 Stapeiunt, ar. Wiuf. Soin Wonneum::— ugerieoigt huven:— Wir sahen Herrn Herzog, den Zeitungsmann rbeiten ausfüh= findet, wie alljährlich, in dem schönen schattigen Garten]— Den Mund gar arg sich verbrennen.— Zwölf Monat GePSnBeris-mmamaslass ein Gnnzert Ratt Autiontlich 6f. 1— wird auch in diesem Jahre tums geologische * Aufnahmearbeiten ausfüb., wir aufahrinch, ven, PaonengP##— Den Muno gar urg sich vervtennen.— ren lassen und zwar burch die Herren Prosessor Dr. Sltle pfr., Her-Tag vox guten“ B.Sieiter Praa.e.: Oostentlicg sängnie, solches kann— Ich. kaum gemütlich aus Hannover, Geologe Dr. Mestwerdt und Geologe Berg= wird der Tag von gutem Matetter begunnigt.„ eserende, Setion 1f. gigbent aus Vertin...— Lauslau sschuß beschloß in seiner vor einigen Tagen statige* Die Sektion II, Minden, der Hannoverscen.jundenen Ausschußsitzung bei Gelegenbeit der Beratung! „ des Voranschlages für 1908·09 im lausenden Jahre zu den Danksagung. gewerksberufsgenossenschaft hält am 2. Juni vormittags Generalversammlung auf dem Schützen Uhr die diesjährige Generalversammlung auf dem Schu##:. Bedürfnissen der biesigen Gemeindekasse 3 Simpla Einkom=str hofe in Herford mit nachfolgender Tagesordnung ab: Berlese: mensp ver und 3 Simpla Grundsteuer von den GeweindeFolgende Eingabe ging heute morgen an den Magiat u. die Stadtverordneten der Stadt Detmold: des Protokolls der vorigen Versammlung, welche am 4. Juni 1907 in Lemgo stattsand, und Genehmigung desselben: Gemensteuer bewohnern zu erbeben. w. Leopoldohöhe, 22. Mai. Am letzten Sonntage waren Detmold, 23. Mai 1908 Die Unterzeichneten hatton sich am 30. März erlaubt, den wohllöblichen Magistrat um die Abstellung verschiedener Uebelstände, wie das Lagern d. Steine am Wege, zu ersuchen, Voranschlag für 190); Mahl der Rechnungsprüfer für Lue kommenden Sonntag sind wieder 40 Personen aus Minden und.gleichzeitig geberen, die Strage, PPrangen, en lassen, und die Geschästssahr 1908: Vorstandowatt: Detentertenpati: Le: angemeldet, die die Gesiugelzuchtanstalten zu Hovedissen be!"9v.— Zanden dag Herrn Aug. Otte mitteilen ließ, das stimmung öffentlicher Blätter für die Bekanntmachungen der suchen wollen. Sektion II; Wahl des Ortes für die nächstjährige Versammlung!# Hohenhausen, 23. Mai. Dem Dr. med. Mette ist die sonstige Angelegenheiten. * A u s d e r S e n n s s c h a l l t e v o r g e s t e r n d e r K a n o n e n d o des Art.=Regts. 58 aus Minden, dessen Mustkkapelle am nachmittag dem Fürstenpaare auf der schäftsbericht pro 1907, Bericht der Prüfer und Entlastung des hier 25 Personen aus der Umgegend von Löhne, die das RitterVorstandes Festsetzung der Haushaltsplanes für 1908 un gut Hovedissen und die Geflügelzucht besichtigten. Für den 8. April zu Händen des Herrn Aug. die Meiersfelderstraße gesprengt würde, die Steine aufgebracht werden sollten, sobald die Dampfwalze nach hier komme, und 9551 h. 9. ad Lis auf weiteres übertragen 2. z.(dao Ausseten der Srüben im Frütfahr gescheben werde, ist bis 1. Bout b. 9.—. aat gee gz. be#bente noch nichts geschehen, obwohl die Meieroselderstraße, so co. Erder. W. Mai. Der biesioe Gemeindeaus::. I##, Linter bem Schoren Heat. sich in einem trostlosen Zugangenon Diengtag nachmittag dem Fürstenpaare auf der schun hielt vor einigen Tagen eine Ausschußsitzung ab###.: Si### Ameimal wer die Dampfwalze in nächster Schlazerahe ein Stadchen brachte, sehr laut z uns berüber in der u. a. Die Gemrinderad mung für 1907.4 abgenome Prt“, P“' Tttt. gi, aden die Steine knd nicht auferbrach Das Art.=Nost, verläht am 25. das Sennelager. Bis zummen wurde. Dieselbe wurde im Auszuge verlesen und Nähe in Tätigkeit, ader die Steine sino nicht aufgroruch Für die von allen Seiten uns bewiesene grosse und wohltuende Teilnahme bei dem Tode unsers geliebten Sohnes sagen wir im Namen der Hinterbliebenen herzlichsten Dank. Die schwer geprüften Eltern 8. Tornow u. Frau. Detmold, 22. Mai. ger- und vom Stück str. v. 25 Pfg. an * Um vor Beginn der Herbst=Saison meine großen Mantas den 2H“Mai Warenläger möglichst zu verkleinern, eröffne ich an Montag, den 2o. mhws einen Zäumungs-Verkaut Derselbe bietet durch die enorm billigen Preise soiche großen Vorteile, 5 jeder Einkauf unbedingt lohnend ist. Selten günstige Gelegenheit zu Eited Braut-Ausstattungen und Betten!! Große Posten Waschstoffe: Zephyr à Mtr. 18 Pfg. garantiert waschecht Musseline in wunderschöner Auswahl neueste Vorduren Serie I à Mtr. 35 Pfg. Serie II„„ 56 Pfg. Serie lll„„ 68 Pfg. Elegante Flanelle für Blusen Serie 1 à Mtr. 54 Pfg. Serie II„„ 75 Pfg. 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Sämtliche im Jahre 1907 bezw. 1896 oder früher geborenen aber nicht mit Erfolg geimpften bezw. wiedergeimpften Kinder haben zu den Impfterminen pünktlich zu erscheinen. Die Eltern, Pflegeeltern oder Vormünder solcher Kinder, welche zum Impftermine nicht erscheinen, haben durch eine ärztliche Bescheinung nachzuweisen, daß die Kinder wegen Krankheit nicht geimpft werden können oder durch Privat ärzte geimpft worden sind bezw. werden. Diese Bescheini gungen#ind entweder vor dem Impftermine auf dem RatZimmer Nr. 9, oder im Impftermine abzugeben, widrigenfalls Bestrafung gemäß§ 14 des Reichs=Impfgesetzer eintritt. Detmold, den 15. Mai 1908. „I Der Magistrat. Wittte. Jagäverpachtung. Freitag, den 25. ds. Mts., nachmittags 4 Uhr soll die Gemeindejags Oberschönhagen=Fissenknick jede für sich, öffentlich bei Vorsteher Montag in Fissenknick verpachtet werden. Fissenknick, den 22. Mai 1908. Der Vorsteher. Fürstl. Schauspielhaus, Bad Pyrmont Sonntag, den 24. Mai 1908 Eröffnungs=Vorstellung:„Preciosa.“ Schauspiel in 4 Akten von Karl Maria von Weber. Orchester: Fürstliche Kurkapelle Abfahrt der letzten Abendzüge von Pyrmon nach Hameln: 10.25 Uhr, nach Altenbeken: 10.9 Uhr. soll Die Gemeindejagd der Bauerschaft Pivitshiide V. H. Badeanstalts=Eröffnung. Die hiesige städtische Badeanstalt wird am nächsten Sonn abend den 23. d. Mts. wieder eröffnet. BadeabonnementsKarten sind in der Stadtkasse und Badekarten für Einzelbäder beim Herrn Stadtförster Abraham zu lösen. Wasserwärme: 18 Grad C. Horn, den 21. Mai 1908. Der Magistrat. Spelge. Besser und ausgiebiger als alle zum Verbessern von Suppen usw. angepriesenen Prüparate ist P Würze, engtchlen LITETE von Jacob Kauf(Carl Neumann Nachf.) Lageschestr. 1. Sonnabend, den 30. Mai, nachmittags 3½ Uhr im Kohlpott auf 9 Jahre re pachtet werden. Pivitsheide V. H., 18. Mai 1908. Der Gemeindevorstand. Siekholz. Am Sonntag, den 31. Mai, großes MilitärKonzert im Hölzchen ausgeführt von der Militärkapelle des Ins.=Reg. Nr. 55 Detmold unter persönlichen Leitung des Königlichen Musikdirektors, Herrn Hubert. Eintritt 50 Pfg. Eintritt 50 Pfg. Damen, die im Besitze einer Konzerkarte sind, haben freien Zutritt zum B A I. L. Hierzu ladet freundlichst ein Uthoff. Suche einen selbständigen Bächergeselen. I.Potthoff, Lemgoerstr. Suche für sofort junges Mädchen oder Frau für Hausarbeit. Frau 4. Ahn Langesteaße 20. Zwangsversteigerung. Im Wege der Zwangsvollstreckung follen die in or Gemetnde Heiligenkirchen belegenen, im Grundbuche vo Heiligenkirchen, Band 5 Blalt 25 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Kaufmann Wilhelm Eubel zu Heiligenkirchen Nr. 118 eingetragenen Grundgüter, bestehend aus den unter Artike Nr. 147 der Grundsteuer=Mutterrolle von Heiligenkirchen verzeichneten Grundstücken zu 6,03 a mit 2,29 Mk. Rein ertrag und den unter Nr. 125 der Gebäudesteuer=Rolle vor Heiligenkirchen verzeichneten Gebäuden mit 750 Mk. Mietwert, am 14. Juli 1908 vormittags 11 Uhr durch das unterzeichnete Gericht an der Gerichtselle, Zimmer Nr. 10, versteigert werden. Der Versteigerungsvermerk ist am 22. April 1908 in das Grundbuch eingetragen. Detmold, den 20. Mai 1908. Fürstl. Amtsgericht l. Wiener Backhaus Sen Bruchstraße 37. Täglich frische Wiener Backwaren, wie: Raisersemmel, Knüppel, Kipfel, Stritzel, Schrippen 2c. Bestellungen auf Torten und Backwerk prompt und sauber. Heinrich Liese. Telephon Nr. 204 Kameradschaftlicher Verein. Sonntag, 31. Mai 1908 ant dem Schützenberge Geburtstagsfeier Sr. Durchlaucht des Fürsten Leopold verbunden mit Sommerfest Preisschiessen, Konzert u. Ball. Die Musik wird von der hiesigen Militärkapelle ausgeführt. Fülr Gishe sod besondere Preis= und Aingden aufgestellt. Beginn des Schießens 3 Uhr. Anfang des Konzerts 4 Uhr. Große Volks=, Kinderbelnstigung. 8 Uhr große Preisverteilung. Eintritt zum Konzert 25 Pfg. Tanz 1 Mark. 00 Eintritt für Militär 10 Pfg. 90 Zu zahlreichem Besuch ladet ein Der Vorstand. Antritt präzise 1½ Uhr im Vereinslokal. Urteil der Leipziger Illustr. Zeitung (Rhein-Nummer) vom 9. April 1908: „das köstliche, beliel.e Getränk“ Niederlage: E. Gellrich, Detmold Louisenstrasse.— Fernapr. 50. Tafelgetrünk des Kaiserl. Hlofes in Berlin. Träger Eisen Säulen eiserne empfiehlt zu Bauzwecken L. Schonder& Co. NIl. Zentralhalle. Morgen, Sonntag, von nachmittags 4 Uhr an Konzert (Mandoline, Zither und Geige. Nr. Gees. 2. Besichtigungsreise nach Posen findet unter meiner Leitung am Mittwoch, 3. Juni statt. Alles Nähere unentgeltlich durch Mandatar Grieß=Sal uslen u. W. Kleffmann=Preuß Oldendorf, Geschäftsstelle der Königlichen Ansiedlungs=Kom mission Posen. Kleine Gartenwohnung für einzelne Person, auf 1 Juli oder später zu vermieten H. Wissmann, Maler u. Glaser, Neue Leopoldstraße 13. Detmold. 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