1 General-Hnzeiger für das Fürstentum Lippe. Bezugspreis: in Detmold u. durch die Vertretungen: 50 Pfg für 1 Mongt. d., die Pon;" Jahr 1,50 Mk und 42 Pfg. Bestellgeld, für 2 Monate 1 Mk. u. 28 Pfg. Bestellg., für 1 Monat 50 Pig u. 14 Pfa. Bestellgeld. Anzeigen: aus Lippe 12 Pfg. die Petitzeile, amtliche u Familienanzeigen 15 Bsa, auwärtige 18 Bsg., Rellamezeile 60 Pf. Vellagen(umsons): 1) Lrg, Famitentreund 2) Lipp Ziegelei=Anzeiger, 8) Landwirtsch. Ratgeber, 4) Wandkalender, 5) Sommer=, 6) Winterfahrplan. Rotationsdruck u. Verlag: Willy Bender, Vertretungen in: Salzuslen. Lemgo, Lage, Blomber fast allen Ortschaften der Aemter Detmold. Schötmar, Wertingg#,—“ Hohenhausen, Barenholz, Sternberg= Barntrup, Blomberg, Schieder, Schwalenberg; zusammen über 100 Vertretungen.— Die„Lippische Tages=Zeitung" erscheint jeden Wochentag. Ne 113. Verantwortlicher Redakteur: Willy Bruder, Detmold. Detmold, Donnerstag, den 12. Mai 1903. Telegramm=Adresse: Tageszeitung, Detmold. Jabrgang. Die Reden des Kaisers und des Großherzogs von Baden. Karlsruhe, 13. Mai 1908. Wir wollen den Grundsätzen Deines erlauchten Baters entsprechend das Erbe, das er uns hinterlassen, schützen und weiter fortbilden. Wir wollen uns als würdige Erben zeigen der großen Generation, die uns vorausgegangen ist und aus der er noch zu uns hineinragte, wie eine Alpenspitze im Alpenglühen Wir wollen stolz sein auf unser deutsches Vaterland und fest zusammenhalten und alle Gestern abend 8 Uhr fand im Schlosse Galatafel statt, Energie dafür einsetzen, daß uns der Respekt zuteil wird, in der die Fürstlichteiten mit Ausnahme der Großherzogin der uns zugesprochen ist im Rate der Völker. Das können Luise teilnahmen. Im Verlaufe der Tafel wechselten derswir nur, wenn Fürsten und Völker fest zusammenhalten. Kaiser und der Großherzog Trinksprüche. 1 Vor allem aber möchte ich heute auf das badische Volk Der Großberzog hielt folgende Ansprache: Itrinken und sein erlauchtes Oberhaupt und dessen erlauchte „Euere Majestät zum ersten Male von dieser Stelle Gemahlin. Wir trinken auf das Wohl Sr. Königl. Hoheit aus, von der mein geliebter, in Gutt ruhender Vater so oftdes Großberzogs, Ihrer Königl. Hoheit der Großherzogin es getan, aufs ehrerbietigste und herzlichste willkommen zus und— ich darf Ihre Königliche Hoheit die Großherzogin heißen, ist mir eine wehmütige, aber sehr teure Pflicht.]Luise einschließen— und auf das badische Volk. Sie leben Lw. Majestät sind durch die Bande engster Verwandtschaft hoch, hoch, hoch!“ und Freundschaft durch lange Zeit hindurch schon heimisch in meinem Elternhause gewesen. Sind es doch 41 Jahre her, daß Ew. Majestät zum ersten Male in diesem Hause weillen und einen Einblick in unsere badische Heimat nahmen. Aber auch inzwischen haben Ew Majestat sich in zroßmütigster Weise treu und gleich mit unserem Hause, Am u. Junnar tie furte Fuen W.r mur— zczeigt. Bewies dies doch erst noch jungst bei unserer den deutschen Botschafter Grafen Arnim in Paris:„Jede schweren Trauer aufs Uebevollste die Freundschaft Ew.)stärkere Akzentuierung des aktiven und passiven GesandtNajestät in den schmerzbewegten Ottobertagen des vorig### schaftsrechtes der einzelnen Höse ist für uns im höchsten und der ia hald daraut kalgende teilnahmsrolle Grade unwillkommen, denn nirgendwo, weder im In Bauern macht daher auch noch heute von dem Geandtschaftsrechte umfassenden Gebrauch. Dagegen hat Württemberg schon vor einer Reihe von Jahren seine Gesandtschaften im Auslande eingczogen und ist nur noch in Berlin und München durch Gesandte vertreten. Auch die Aufhebung dieser Posten wurde gelegentlich, wenn auch vergeblich, in der württembergischen zweiten Kammer angeregt. Stärker als in Württemberg ist der Gebrauch, den man in Sachsen, das beispielsweise in Wien durch einen Gesandten vertreten ist, von dem in Rede stehenden Rechte macht. Hessen unterhält aus verwandtschaftlichen Gründen mit Rußland diplomatische Beziehungen. Dasselbe war aus den gleichen Gründen in Sachsen=Weimar der Fall. Rußland aber hat vor einigen Jahren seinen Geandten in Weimar abberufen und den Posten bisher nicht wieder besetzt. Das Gesandtschaftsrecht der Einzelstaaten. Am 21. Januar 1874 schrieb Fürst Bismarck an Jahres und der so bald daraut folgend Besuch Ihrer Majestät der Kaiserin. laner, nom im Kustanet, auf er. Sennt = Indem ich für dies alles und auch ganz besonders sut16 g#ne Punkte, wo man den Hebel ansetzen könne, den uns so beglückenden heutigen Besuch den innigsten und##ich aus den Angeln zu heben.“ Dieser Auffassung, herzlichsten Dank sage, darf ich daran die Hoffnung knüp=l“ss.—.„„„„„„ daß Ew. Majestät auch in Zukunft häufig uns die sen, lande, noch im Auslande, darf der Gedanke aufkommen, ***„ das an der Bismarck immer festgehalten hat, muß man eingedenk sein, um die Bedeutung des Wunsches zu ermessen, den Freude des Besuches schenken wollen, als einen Bewiis der gach der Pariser Wochenschrift„Opinion“ der franzöFortdauer der durch die Traditionen geheiligten engen ver-#sische Botschafter in Berlin, Herr Cambon kürzlich man beicheftlichen Gotiehungen Die Iinmmhner nnierer wandtschaftlichen Beziehungen. Die Einwohner unserer gaußert hat Stadt haven Ew. Majestät gestern begeistert bewillkommnet“ Freilich, mit derselben Strenge wie Bismarck ist man später in dieser Beziehung nicht immer verfahren. Unter und dadurch den Ausdruck der treuen nationalen Gesin nung darbringen wollen, einer Gesinnung, die ihren Wie derhall in unserem ganzen badischen Volke findet, einer der Reichskanzlerschaft des Fürsten Hohenlohe geschah es, gierung Ew. Majestät. Zur Bekräftigung dieses bitte ich, mit mir die Gläser zu erheben und mit mir zu rusen: Seine Bajestät der Kaiser, und Ihre Majestät die Kaiserin sie leben hoch, hoch, hoch!“ Der Kaiser erwiderte mit folgenden Worten: *„Euere Königliche Hoheit wollen im Namen Ihrer Majestät der Kaiserin und in meinem Namen unseren herzlichsten Dani entgegennehmen für die freundlichen Worte, mit denen Ew. Königliche Hoheit uns soeben bewillkommsich angemeldet, der Zar aber hatte den Besuch aus Gründen die nicht recht ausgeklärt worden sind, abgelehnt. Die Ver mehrung der fremden Gesandtschaften an den deutschen Höfen und die russische in Karlsruhe ist damals viel be sprochen worden. Unliebsames Aufsehen machte es auch, als Rußland vor mehreren Jahren seine diplomatischen Beziehungen zu der Hausestadt Bremen abbrach. Der Gesandte, den — en Wir sind tief gerührt von dem Empfang der Rußland aus verwandtschaftlichen Gründen am Olden Karloruher Bürgerschaft, der uns gestern zuteil geworden Kazsag a.% unzrhal. ce Hohzest Vort, zumal sie bingewiesen Leter auf diel diat hate, einge Slunden in Bremen in volieliger Heit Stelle, von der aus ste gesprochen sind, die Stelle, auf der(festgehalten worden war. Ein ähnliches diplomatisches ch. so ost Ew. Königliche Hoheit erlauchten Vater geseben Versoütrsnis broßte in den achtziger Jahren zwischen Ruß- Alt wir beide vor kurzem bei der erhebenden Betätt=Igand und. n## peinlich emr' Eo. Aosiglichen Oasel Lar, meind Sesazs., Jach.: seicek c.scanschaseichtes se en Velchziale Genteisgeales sde sein Loterland zunächst und dann auch für unser Deut= selb sches Reich. Er hat das schöne Wort geprägt, das Von1..2. gggHyetensamt Jer##der var Dr Mund zu Mund in seinem Volke weiter gesprochen worden!!““n Al,s reihen denn eigentlich unsere Gesandten im ist:„Uns ist die Pflicht von Gott auferlegt, und daß wir Püchlandes“ dch#or erit deuer sie recht durchführen und ausführen, dazu müssen wir tag=Auslander. Ich war erst beuer,#, täglich Gott um Stärke bitten.“ Diese bobe und herrliche 20 hort man, bszhupe Fsse. g a gieen W„#g Figzur ist nun auch dahin und ihr Verschwinden legt über früheren bayerischen Gesandten in Bern— es war, glaube den heutigen Tag einen leichten Schleier der Wehmut. Abersich, perr von Niethammer— sagte man, daß e. die längste nicht nur das badische Volk, sondern auch das gesamte Zeit am Genfar wee gewesen sei un.. I.,(eban an vein deutsche Vaterland kann mit Stolz sagen: Er war unser, schn. Tage in, Bern umgesehen, habe, um zu seben, ob sein Die Mecklenburgische und in die Trauer soll sich die Dankbarkeit mischen, daß es unser Volk war, dem ein so herrlicher Mann entsprossen ist, der die deutschen Eigenschaften in ihrer Reinheit und kri stallheller Klarheit verkörperte. Er war unser und er hat uns hinterlassen das Erbe, daß Du nun hütest. Dein schö nes badisches Land, Dein treues badisches Volk, er hat hinterlassen die innige und treue Bande, die ihn mit mei Schreiber nicht zur Mumie eingetrocknet sei. Von dem jetzigen Gesandten in der Schweiz, dem Grasen Monigelas erzählt man, daß er sich besonders bemerkbar mache in Freiburg bei der Fronleichnamsprozession, wo er hinter den alten Weibern mit dem Rosenkranz einherläuft... Ich werde auch einen bayerischen Gesandten loben, zum Beispiel den in Berlin. Für den könnte ich mich ernen Vorfahren und auch mit mir persönlich verband und wärmen. Er ist bekanntlich Garcon und steht er hat eine Freundschaft begründet zwischen unseren Häu= die beste Küche in Berlin zu haben.“ Der Mininerprasisern, von der ich von Herzen hoffe, daß auch wir sie fort= dent, damals noch Graf Crailsbeim,#r### en Ausfih setzen werden, die ja weit zurückreicht, wie Du schon er=Trungen nur teilweise, entgegen, betonte aber umsomehr, wähnt hast, viele Jahrzehnte zurück, als wir noch als daß die bayerischen Gesandtschaften als äußeres Zeichen der Knaben die badischen Wälder durchstreiften. Selbständigkeit Bayerns nicht zu entbehren seie. Schwerin, 12. Mai 1908. Im goldenen Saale des Schlosses fand heute vormittag 11 Uhr die Eröffnung des außerordentlichen Landtages statt. Dem Throne gegenüber hatten etwa 450 Mitglieder der Ritter= und Landschaft Aufstellung genommen. Links vom Throne standen die mecklenburgischen Staatsminister und Staatsräte, die Kommissare von Mecklenburg=Strelitz, der Geheimrat von Oertzen, die Ministerialdirektoren, der Oberkirchenratspräsident Gieß und Geheimer Kabinettsrat von Wickede. Um 11 Uhr traten vom Thronsaale aus unter großem Vortritt der Greßherzog, begleitet von dem Erbgroßherzog von Mecklenburg=Strelitz, dem Prinzen Heinrich der Nied###lande, dem Herzog Paul Friedrich, dem He zog Johinn Albrecht, und den Prinzen Heinrich XVIII. und XXXVII. von Reuß nebst Gefolge in den Saal. Der Großherzog nahm auf dem Throne Platz, während sich die übrigen Fürstlich leiten und Anwesenden rechts vom Throne und binter ihnen das Gefolge aufstellten. Nunmehr verlas der Groß herzog die ihm vom Staatsminister Grasen von Bassewitz Leuctzow überreichte Throurede, die folgendes besagt einer bedeutsamen Tagung, zur Verhandlung über eine Riform der bestehenden Landesver fassung, habe ich Sie im Einvernehmen mit Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzog von Meckleuburg Strelitz hierher berusen. Wie schon mein in Gott rubender Großvater die Rotwendigkeit erkannt hatte, daß angesichts der veränderten Verhältnisse im Deutschen Reiche und der eigenen staatlichen Entwickelung die bestehende Versassung eine Aenderung erfahren müsse, so bin auch ich auf Grund eigener Beobachtungen und Erfahrungen zu der Urber zeugung gelangt, daß eine Neuordnung der Landesversas sung für die weitere gedeihliche Entwickelung des Landes erforderlich ist. Noch entbehrt ein Drittel des Landes jeder Vertretung in dem Landtage, noch sind weite Kreise der übrigen Bevölkerung von der Teilnahme an der Erledi gung der wichtigsten, sie berührenden Landesangelegen heiten ausgeschlossen. Wir haben es für unsere landes herrliche Pflicht erkannt, das Unsrige zu tun, um die Lan desverwaltung den bezeichneten Forderungen anzupassen Die Ihnen zugehenden Vorlagen berücksichtigen die An forderungen der Gegenwart, indem sie auf der Grundlage der eigenartigen Verhältnisse Mecklenburgs weiterbauen und damit Vorsorge treffen, daß eine Erschütterung der inneren Verhältnisse des Landes durch grundstürzende Ver änderung vermieden wird. Für dieses Gesetzesvorlagen sind folgende Hauptgesichtspunkte grundlegend gemacht Einführung einer repräsentativen Verfassung durch Bil dung einer neuen Landesvertretung zur Hälfte aus ge wählten Vertretern der als Körperschaften des öffentlichen Rechtes der von Bestand bleibenden Ritterschaft und Land schaft, im übrigen außer einigen vom Landesherrn zu er nennenden Abgeordneten aus gewählten Vertretern, welche zum kleineren Teil von einzelnen Berufsständen, zum überwiegenden Teile aber durch allgemeine in direkte Wahlen der gesamten Bevölkerung unter Trennung von Stadt und Land, sowic unter Ab stusung des Wahlrechts nach Bildung und Be sitz zu wählen sind; das Recht der neuen Landesvertre tung auf Zustimmung zu einem Landesgesetz, sowie zu der Feststellung des Voranschlages für den Staatshaushalt und auf Einsicht der Rechnungen desselben: Sonderung des landesherrlichen Vermögens in das dem großherzogliche Hause verbleibende Hausgut und in das mit seinen Ein künften dem Staate zu überweisende Domanium: Ver einigung des nicht dem Hausgute vorbehaltenen landes herrlichen Vermögens mit demjenigen des Landes zum Staatsvermögen und Uebertragung der auf beiden Vermögensmassen beruhenden Verbindlichkeiten auf den Staat, Ausbau der Verfassung der evangelisch=lutherischen Landeskirche auf synodaler Grundlage. Meine Herren von der Ritterschaft und Landschaft! Die Beratung dieser Gegenstände, welche eine durchgreifende Umgestaltung der überkommenen Einrichtungen bedeutet, bildet die hohe Aufgabe, welche Seine Königliche Hoheit der Großherzog von Mecklenburg=Strelitz und ich Ihnen zu stellen beschlossen jaben.“ Nach Verlesung der Thronrede wurde ein Hoch auf die Großherzöge ausgebracht. Aus dem im Landtage verlesenen Reskript ist folgendes servorzuheben: Der Landtag ist beiden Großherzogtümern Necklenburg=Schwerin und Mecklenburg=Strelitz gemeinam(Allgemeiner Landtaa). Neben dem allgemeinen Landtage besteht für jedes Großherzogtum ein besonderer Landtag. Der allgemeine Landtag beteht für das Großherzogtum Mecklenburg= Schwerin aus 63 gewählten Abgeordneten, nämlich aus 38 Abgeordneten, welche aus besonderen Wahlkörpern zu wählen sind, und aus 25 Abgeordneten, welche durch allgemeine Wahlen zu wählen sind, ferner aus 4 vom Großherzog auf Lebenszeit ernannten Abgeordneten.— Für das Großherzogtum Mecklenburg=Strelitz aus 16 gewählten Abgeordneten, nämlich aus 9, welche durch besondere Wahlkörper zu wähen sind, und aus 6, welche durch allgemeine Wahlen zu wählen sind, und aus einem vom Großherzog auf Lebenszeit ernannten Abgeordneten. Die von besonderen Wahlkörpern zu wählenden Abgeordneten bestehen erstens für das Großherzogtum Mecklenburg=Schwerin aus 17 Abgeordneten der Ritterschaft, 2 Abgeordneten der Stadt Rostock 13 Abgeordneten der Landschaft(nämlich aus je einem Abgeordneten der Städte Schwerin, Wismar, Parchim, Gütrom, und 9 Abgeordneten der Landstände), 6 Abgeordneten der einzelnen Berufsstände(nämlich aus je einem Abgeordneten der Landesuniversität, der Superintendenten der Landeskirche, der Geistlichen, welche der Landesyndde angehören, der Landwirtschaftskammern, der Handelskammern, der Handwerkerkammern); zweitens für das Großherzogtum Mecklenburg=Strelitz aus 4 Abgeordneten der Ritterschaft des Herzogtums Strelitz und der Besitzer der Allodialgüter des Fürstentums Natzeburg, aus 1 Abgeordneten der Hauswirte des Fürstentums Ratzeburg, einem Abgeordneten des Magistrats der Stadt Neubrandenburg, 2 Abgeordneten der übrigen sechs landesständigen Magistrate und einem Geistlichen, welcher der Landessynode angehört. Die Abgeordneten der Ritterschaft werden nach Kreisen gewählt. Die Ritterschaft der mecklenburgischen Kreise wählt 8, die Ritterschaft der wendischen Kreise 9 Abgeordnete, die Ritterschaft des stargardischen Kreises wählt, zusammen mit den Besitzern der Allodial= güter des Fürstentums Ratzeburg, 4 Abgeordnete. Durch die allgemeinen Wahlen werden gewählt: für MecklenburgSchwerin 10 Abgeordnete der städtischen und 15 Abgeordnete der ländlichen Bevölkerung: für Mecklenburg=Strelitz 3 Abgeordnete der ländlichen Bevölkerung des Herzogtums Strelitz, 3 Abgeordnete der städtischen Bevölkerung des Herzogtums Strelitz, 1 A bgeordneter der Gesamtbevölkerung des Fürstentums Ratzeburg. Der Landtag wird für eine Legislaturperiode von sechs Jahren gewählt. Die durch allgemeine Wahlen zu wählenden Abgeordneten werden von Wahlmännern der Wahlkreise gewählt. Das Großherzogtum wird in 9 städtische und 15 ländliche Wahlkreise geteilt. Einen besonderen Wahlkreis bildet die Stadt Rostock mit ihrer Feldmark und Warnemünde und die Stadt Schwerin mit ihrer Feldmark. Aus den anderen Städten mit ihren Feldmarken werden 7 städtische Wahlkreise gebildet. Die Bildung der Wahlkreise erfolgt durch das Ministerium des Innern. In jedem Wahlkreise wird ein Abgeordneter gewählt. Die Wahlmänner werden von Wählern in Wahlbezirken gewählt. Orte mit weniger als 1500 Seelen werden mit einem oder mehreren benachbarten Orten zu einem Wahlbezirke vereinigt. Kein Wahlbezirk darf weniger als 1500 und mehr als 3499 Seelen umfassen. e Einweihung der Hohkönigsburg, 13. Mai. Der Kalser und die Kalserin trafen mit den Prinzen August Wilhelm, Oskar und Waldemar von Preußen nebst Gefolge heute mittag 12 Uhr unter dem Donner der Kanonen und dem Geläute der Kirchenglocken auf der Hohkönigsburg ein, wo sie von dem Statthalter Grafen von Wedel und dem reichsländischen Ministerium empfangen wurden. Hierauf begann der Festzug des Hohkönigsburgvereins, der den Einzug der Brüder von Sickingen im Jahre 1533 darstellte. Die Albumblätter. Der Frühling des Jahres, Wie glänzt er im Mai; Doch wenige Wochen, So flog er vorbei. Der Frühling der Jugend, Wie blüht er so schön; Doch wenige Jahre, So muß er vergehn. Der Frühling des Herzens, Ein schönes Gemüt; O lieblichste Blüte. Die nimmer verblüht. Gerok. Lady Delia. Kriminal=Roman. Autorisierte Uebersetzung aus dem Englischen (Nachdruck verboten.) 7 Anmählich gewöhnten wir uns an eine betrennte Existenz. ebten mehr wie Freunde als wie Eheleute zusammen und be andelten uns gegenseitig mit einer gewissen Gleichgiltigkeit krotzdem fühlten wir uns nicht unglstcklich. War unsere Ehe such tine gesegnete, so war sie doch wenigstens eine behagliche sch glaube, im stillen freute sich meine Frau über meine Er olge auf 1: u Rennplatz und ich war stolz auf sie und die roße Achlong. di: sie in ollen Kreisen genoß. Sechs Jahre schon dauer.: dieses Leben und hütte sich#ieleicht noch sechzig so weiter gesponnen, wenn ich nicht Gwendoine Mensmore— unter un zlich reränderten Verhältnissen— Reder begegnet wäre. Alo Chortstin an einem Varteteeheater engagiert, führte sie ein elendes Dasein. Ich erfuhr ies durch Zusall, suchte sl; auf und ließ mir ihre Geschichte eräblen. Sie klang traurig genug. Gwendoline hatte einen gezissen Hillmer geheiratet, dem sie Vertrauen geschenkt, in der Hoffnung. er werde ihrer Familie helfen. Trotzdem kam der Krach. Ihr Vater starh, ihr Gatte, ebenfalls ruiniert, ergab sich dem Trunke und mißhandelte sie; ihr Bruder wanderte nach Amerika aus. Um den Roheiten ihres Mannes zu entgehen, verließ sie ihn. Da sie jedoch keine Mittenl besaß, ergriff sie den ersten Beruf, der sich ihr bot: sie ging zur Bühne, fühlte sich aber in den dort herrschenden Verhältnissen nicht glücklich. Wären Gwen und ich anders geartet gewesen, hätte sich aus unserem Verkehr leicht eine gewöhnliche Liebschaft herausbilden können, so aber bewahrte mich die Achtung vor meiner Frau und Gwendolines vornehmes Wesen vor solcher Torheit. Allerdings— in der Tiefe meines Herzens sagte ich mir, daß dieses herrliche Weib wie für mich geschaffen gewesen wäre. Natürlich sann ich hin und her, wie ich meiner einstigen Jugendgespielin helfen könnte. Hier nun machte ich den ersten großen Fehler, der eine Reihe anderer nach sich zog. Ich unter ließ es, mich mit meiner Frau zu beraten. Daß ich so handelte, geschah aus einer lächerlichen Scheu, einzugestehen, daß ich mich hinter den Kulissen nach einer jungen Frau erkundigt hatte, die ich vom Zuschauerraum aus gesehen. Da mein Leben zu jener Zeit frei von Sorgen war, beschäftigte ich mich lebhaft mit Frau Hillmers Geschick, und es gefiel mir, ihr gegenüber die Rolle eines Zauberers zu spielen; wußte ich doch, daß sie au fkeinen Fall in direkter Weise etwas z. Erleichterung ihrer Lage von mir annehmen würde. Sie wissen, ich bin ein reichet Mann. Mein Vermögen beziffert sich ungefähr auf eine Milli on Pfund Sterling, dennoch kann mir all mein Geld nicht helfen das Leben weiter zu ertragen. Ende vorigen Jahres fand eine unerhörte Hausseebewegung an der Börse statt. Hald aus Schmerz kaufte ich einige Papiere für Frau Hickmer, indem ich vorgab, mich aus dem Gewinn Infür bezahlt zu machen. Sie ist eine kluge Frau und gute Rechnerin, so daß es mir wohl schwer gefallen wäre, sie zu täuschen. Meine Spekulationen wurden aber von fabelhaftem Glück begünstigt.denn alle Papiere, die ich kaufte, stiegen zu schwindelhafter Höhe. Frau Hillmer wurde von meinem Börsensieber angesteckt. Wir engagierten uns zweimal stark in amer#kanischen Eisenbahnaktien und beide Male mit dem günstigsten Ersolg. Durch diese Operationen vermehrte ich nicht nur meinen eigenen Fonido, sondern sicherte auch Frau Hillmer ein jährlichen Einkommen von 1500 Pfund. Nicht ohne Mühe bewog ich sie, von weiteren Spekulieren abzulassen, schließlich gelang es mir aber doch. Bis zum Schluß dieser Periode hatte sich zweierlei ereignet: Gwendoline und ich waren treue Freunde mit gleichen Lebensinteressen, während sich das Band zwischen und meiner Frau immer mehr gelockert hatte. Noch einen zweiten unbesonnenen Fehler machte ich in jener Zeit. Unter dem Vorwand, bei den Börsengeschäften vorsichtig zu Werke gehen zu müssen, legte ich mir mit Frau Hillmers Zustimmung den Namen eines Oberst Montgomery bei; meine Freundin lebte jetzt verhältnismäßig im Wohlstand und ich betrachtete ihr Heim als meinen Friedenshafen. In der Tat fühlte ich mich wohler bei ihr als in meinem Hause. Sie sprach wiederholt von meiner Frau, die sie gern kennen gelernt hätte, doch hier verhielt ich mich abermals feige. Ich stellte meine Ehe als wenig angenehm dar und so schwieg sie. Daß sie das Verhältnis zwischen mr und Delia falsch beurteilte, merkte ich wohl. tat aber nichts, sie aufzuklären. Gelegentlich fuhren wir auch zusammen aus. Es war töricht, werden Sie sagen, und ich stimme Ihnen bei. Dennoch waren unsere Beziehungen nur die einer aufrichtigen Freundschaft. Um diese Zeit starb Frau Hillmers Gatte; und seitdem zeigte sie sich mir gegenüber zurückhaltender; ja. sie erklärte mir offen, meine häufigen Besuche bei ihr könnten leicht mißdeutet werden, wenn sie Bekannt würden. Während ich noch nach einem Vorwande suchte, sie wieder in ihre frühere Gesellschaftssphäre einzuführen, geschah eine doppelte Katastrophe. Meine Gattin entdeckte, daß ich mich, wie sie glaubte, heimlich mit einer anderen Frau eingelassen und Frau Hillmers Bruder kehrte aus Amerika zurück Mensmore war ntürlich erstaunt, seine Schwester in so guten Verhältnissen zu finden. Da er über keine Mittel verfügte. nahm er über ihren Beistand dankbar an. Wir ahnten beide nicht, daß er unser Verhältnis nach der landläufigen Art auffassen würde, und ich werde nie vergessen, in welche Wut er geriet, und er erfuhr, daß die Dienerschaft seiner Schwester mich nicht unte: meinem rechten Namen kannte. Zwischen ihm und mir herrschte seitdem eine merkliche Kälte, die seinerseits dem Mißtrauen, von meiner Seite dem Grolle entsprang. Frau Hillmer und er besprachen wiederholt die Sachlag Mensmore bestand— und vielleicht nicht mit Unrecht— darauf, das kompromittierende Verhältnis zu lösen. Gwendoline, die in gewissen Fällen sehr entschieden auftreten konnte, wies seine Forderung als unbillig zurück, obgleich sie im Grunde eine Aenderung der Sachlage herbeiwünschte. Schließlich, als seine Knanzielle Lage sich verschlimmerte und er einsah, keinen Einfluß auf seine Schwester ausüben zu können, beschloß Mensmore England wieder zu verlassen. Und nun komme ich zu dem unheilvollen Abend des 6. November. Wie sie sich erinnern werden, war es ein trüber, neblige: Tag. Einige Geschäfte, die ich in der City zu besorgen hatte, hielten mich bis zur Dämmerstunde auf. Da ich Frau Hillmer seit zwei Tagen nicht gesehen hatte, so beschloß ich, sie zu besuchen und bei ihr Tee zu trinken. Ich wußte nicht, daß sie an diesem Tage mit ihrer Gesellschafterin nach Brighton gefahren und erst am Abend zurück sein würde. Da ich bei dem Wetter keine Lust hatte, mit der Untergrundbahn zu fahren, so nahm ich eine Droschke und erreichte so den Skoane Square, wo ich den Kutscher anwies, auf mich zu warten, denn ich wollte bis acht Uhr zu Hause sein. An der Türe von Frau Hillmers Wohnung traf ich die Köchin und das Hausmädchen, die die Abwesenheit ihrer Herrin benutzen wollten, einige Einkaufe zu machen. Da sie mich kannten, führten sie mich in den Salon mit dem Bemerken, Frau Hillmer sei aus, werde aber bald zurückkehren. Sie waren keine fünf Minuten fort, als ein Telegraphen= bote eine Depesche brachte. Der Kutscher von Frau Hillmer, der in der Küche saß, nahm sie in Empfang. „Von wem, Simmond,“ fragte ich, in den Flur tretend. „Von der gnädigen Frau.“ lautete die Antwort.„Sie ist in Brighton und verlangt, ich solle sie um sieben Uhr an der Viktoriastation abholen. Es ist setzt sechs Uhr, ich muß gleich in den Stall, aber die Mädchen sind gerade ausgegangen. Nun bin ich schön in Verlegenheit, denn es muß doch jemand in der Wohnung bleiben.“ „Gehen Sie nur ruhig, Simmonds,“ sagte ich.„Ich möchte Frau Hillmer sprechen, werde also hier warten, bis sie kommt“ Der Mann zögerte, da er aber keinen besseren Rat wußte, so ging er schließlich fort, und ich befand mich zum erstenma) ganz allein in Gwendolinens Wohnung. (Fortsetzung, folgt.). — Fr Teilnehmer waren Herren und Damen aller Stände und ölberungskre““ Bevölderungskreise, Einheimische und Altdeutsche. Wap penherold Beschel trug einen von dem Elsässer Pritz Lien hard gedichteten Prolog vor. Nachdem der Zug in die Burg eingetreten wer, schritt der Kaiser in den ersen Burgbof, wo Staatssekretür von Bethmann=Hollweg eine Ansprache an den Katter hielt. Dorauf ergrüff der Kaiser das Wort zu einer Ausprache, in der er sagte: Als er im Jahre 1889 zum erstenmal die Rutne der Hohkönigsburg nlt ihren gewaltigen Bauresten bewunderte, sei es ihm eine angenehme Ueberraschung und hohe Freude gewesen, daß die Stadt Schlettstadt ihm dieses verrliche Stucchen Clsüsser Land zum Eigentum darbrachte. Er habe geglaubt, seinen Dank nicht besser betätigen zu können, als durch den Entschluß, die alte Vogesenveste wieder in richtiger Schön heit ersteyen zu lassen. An diese Einlettung knüpfte der Monarch seinen Dank an die beteiligten Faktoren, zunächst die gesetzgebenden Körperschaften des Reiches u. der Reichs lande für die Bereitstellung der nicht unbeträchtlichen Baukosten, an den Staatssekretär des Innern von BethmannHollweg und dessen Vorgänger, ferner an den genialen Architetten, der nach reichlichem Studium des Quellen= und Urtundenmaterials das Werk vorbereitete und in strenger Aulehnung an die Vorbilder alter Zeit vollendet hat, den übrigen bei dem Ban Beteiligten, endlich den Beyorden und Archivverwaltungen, Vereine und Museen.„Bereih tigter Stolz und hohe Genugtuung erfüllt uns alle,“ fuhr der Kaiser fort,„angesichts des vollendeten Baues. Auf Trümmern und Fundamenten vergangener Jahrhunderte errichtet, bildet die Hohkönigsburg in ihrer jetzigen Gestalt— soweit menschliches Können es vermocht— ein getreues Bild der Vergangenheit, wie sie um das Jahr 1500 hier Wirklichkeit gewesen sein wird.“ Der Kaiser war sodann einen Bick auf diese Vergangenheit und die Ge schichte der Burg und schloß:„Nun ist die Burg wieder Eigentum der deutschen Kaiser geworden und wiro es, will's Gott, auch immer bleiben. Des zum Zeichen son neben dem Wappen Karls V. mein kaiserliches Wappen hier am Haupttore praugen.(Die Hülle sällt.) Möge die Hohkönigsburg vier im Westen des Reiches, wie die Marienburg im Osten, als ein Wahrzeichen deutscher Kultur und Macht bis in die sernsten Zeiten erhalten bleiben; moge der Adler auf dem stolzen Bergfried seine Schwingen neis über friedliches Land und ein glückliches Volk breiten. Mit solchen Segenswünschen ergreise ich feierlichst Besit von der wiedererstandenen Burg und sordere den von mir ernannten Schloßhauptmann auf, seines Amtes zu walten und mit diesem Schlüssel das Tor zu öfsnen.“ Nach Beendigung seiner Rede überreichte der Kaiser den Schlüssel zur Hohkönigsburg dem Unterstaatssekretar Freiherrn Zorn von Bulach, der durch ein vorhergegan genes. in gnädigen Worten gehaltenes Telegramm zum Schloßhauptmann der Burg und Königlichen Kamlnerherrn ernannt war. Freiderr Jorn von Bulach öffnete das Tor, morauf der feierliche Einzug erfolgte. Di: ganze Z####er auf der Hohkönigsburg wurde durch den strimenden Regen stark veeinträchtigt. — Die zweite Kouferenz der Zentralstelle für Volksweh ehrt ist am Montag unter dem Vorny des Staats= mnisers a. D. von Möller ersffnet worden. In seiner kurzen Begrüßungsausprache wies der Vorsitzende darauf hin, daß der zur Verhandlung stehende Gegenstand Förderung und Ausgestaltung der hauswirtschaftlichen Unterweisung eine große Auziehungskraft ausgeübt hat; deun nicht weniger als 420 Anmeldungen sind eingegangen, und die stattliche Versammlung bewies, daß die Angemeldeten auch wirklich erschienen waren. Das Reserat hatte Stadt schulrat Dr. Kerscheusteiner=München übernommen. Redner trat für die Einführung des Haushaltsunterrichts sowohl in der Volksschule als in der hüheren Töchterschule ein. Gestützt müsse er sein auf einen nicht auf Gedächtnis, sondern aus Er fahrung u. Beobachtung ruhenden naturkundlichen Unterricht. Im allgemeinen könne es uns gleichgültig sein, ob unser Dieustmädchen orthographisch richtig schreibe oder nicht, den Nil in Afrika oder Australien suche. Aber nicht gleichgültig dürse es uns sein, wie sie durch ihr Beispiel auf unsere Kinder wirkt. Daher müsse die Schule mehr durch Handeln als durch Lernen erzielen. In dieser Rich tung aber könne der naturkundliche und der aus ihn sich aufbauende Haushaltungsunterricht gar nicht hoch genug geschätzt werden. Redner wünscht für diesen Zweck ein zunächst sreiwilliges 9. Schuljahr und einen Ausbau des Unterrichts in den Fortbildungsschulen.(Lebhafter Bei fall.) An die Vorträge knüpften sich längere Aussprachen welche interesseante Darlegungen über das brachten, was auf dem Gebiede der hauswirtschaftlichen Unterweisung heute bereits geschieht, besonders auch in Bezug auf die Heranziehung hauswirtschaftlicher Lehrerinnen n den Leitsagen, die die Reserenten konnten im Schlußwort die Herren B n1, daß die Tetinehmer des Rungresses, ichen Teile aus Arbeitgebrn bestehe. n an den Leitsützen, die die und konnten Cohn erklären einem erheblichen einig sind, daß eine gedeihliche Entwickelung der Kranken versicherung ohne Rücksicht auf die polttische oder konfessionelle Angehörigkeit der Versicherten nru gewahrleistet wird durch die Erhaltung und den Ausbau der Selbstverwaltung der Krankenkassen. Die Abstimmung über die Leitsätze der beiden Reserate, die in gestrigen Nummer abgedruckt sind, ergab mit wenig Ausnahme die Annahme der Leitsätze in der abgedruckten Form. Die beschlossenen Aenderungen sind lediglich redaktio neller Natur. Der Kongreß nimmt sodann Stellung zu den in der Presse erschienen Artikeln, in deuen besagt wird, daß der Kongreß nur eineVeranstaltung der unter sozialdemokratischem Einfluß stehenden Krankenkassen und nichts als eine politische Aktion sei. Es wird konstatiert, daß die Presse ihre Auslassungen erhalten hat von den Rheinisch=Westfälischen Betriebskranken kassen. Der Rongraß nimmt mit allen gegen 3 Stimmen eine Resolution Rundee=Hamburg an, in der gesagt wird, daß der Kongreß entschieden gegen die in der Presse erhobenen Behauptungen protestiert, und erklärt, daß er nur den Interessen der Versicherten dienen will Ein Antrag Giebel, die Regierung zu ersuchen, daß die Krankenkassen bei Aenderung des Krankenversicherungsgesetzes gerechtlich gehört und ihren Wünschen Rechnung getragen werde wird angenommen. Auf Anregung des Rechtsanwaltes Dr. Meier beschließt der Kongreß, die Erfolge der Selbstverwaltung festzustellen, die ich erstreten aus die Mehrleistungen der Kassen, als die geetzlichen Pindestleistungen betragen.— Der Kongreß beschließt sodann, der Zentrale in Berlin es zu überlessen, zu bestimmen, wann wieder ein Kongreß und daß dieser in Berlin stattfinden soll. Der Kongreß nimmt eine Resolution an, die entschieden Protest erhedt gegen die Bestrebungen der Privatbeamten für se eine gesonderte Kasse zu gründen für Invalidität. Witwen und Waisenversicherung, u. ersucht die Regierung diesen Bestre bungen nicht zu.folgen. f5Wo Der Kongreß beschließt sodann noch, das in der Zentral Kasse vorhandene Desizit durch Umlage zu decken. Ein sehr interessanter Vortrag des Herrn Professor Dr. Brandt über Mund= und Zahnpflege bildete den Schluß des Kongresses. Herrn Simenowski, als Vorsitzenden der Zentrale schloß darauf den 4. Deutschen Krankenkassenkongreß.„„0 Auf die Verhandlungen des Kongresses werden wir noch zurückkommen bei Gelegenheit der Berichterstattung über die Versammlung der Ortokrankenkasse der vereinigten Fabrikarbeiter, die am Sonnabend abend in der„Zentralhalle“ statt indet.— Reserenten aufgestellt des Korans und der geligiösen Rechtogepflogenheiten des Bauer und Landes als der alleinige rechtmäßige Sultan Ma die zu rortos zu gelten habe. Mutey Hafid sei gewillt, die Verträge, alle darin insbesondere auch die Generalakte von Algeciras, zu halten und alle Mächte gleichmäßig zu behandeln. Er bitte die Kaiserliche Regierung. mit der französischen Regierung und den Re gierungen der übrigen Signaturmächte in Verbindung zu treten, damit die sranzösischen Truppen und Schiffe zuruggezogen würden und die Kämpfe ein Ende nähmen. Er werde dann rasch im ganzen Lande die Ruhe wieder herstellen und dem Wiederaufleben des Handels mit den Mächten seine besondere Aufmerksamkeit zuwenden. Le gationorat Frhr. Langwerth v. Simmern hat folgendes er klärt: Der stellvertretende Staatssekretär des Auswärtigen Amts sieht sich nicht in der Lage, mit Ihnen in am: liche Verhandlungen einzutreten: da Ihr Auf traggeber keine anerkannte völlerrechtliche Persönlichkeit ist. Ich bin nicht beauftragt, Ihnen bestimmte Aussichten zu eröffnen, sondern muß es der Erwägung der Kaiserlichen Regierung vorbehalten, ob überhaupt und wann sie etwa aus Ihren Mitteilungen einen Anlaß nehmen will, um darüber mit Frankreich und den anderen Konferen mächten in Verbindung zu treten. Prinz Max von Sachsen, der Bruder des Königs Friedrich August. Professor der Theologie an der Universität Freiburg in der Schweiz, ist schwer erkrankt. Zur Angelegenheit Eulenburg. Ueber den Fürsten Eulen burg wurden auch gestern wieder allerhand Gerüchte verbreitet die ihren Weg vielfach in die Provinzpresse gefunden habden Bald sollte sich sein Leiden im natürlichen Verlaufe sehr per schlimmert, bald sollte der Kranke Gift genommen haben. Da eine ist so unwahr wie das andere.— Der Antrag des Verte digers Justizrats Wronker auf Haftentlassung des Fürsten Eulenburg" isich vonl dem Beschluß=Strassenat des Kamenrge richts endgültig abgelehnt worden. Wie der„Lok Anz.“ erfährt, wurde der Beschluß, den Fürsten Eulenburg in Haft zu behalten und die Kaution von einer halben Million abzulehnen, mit der Gefahr der Verschleierung des Tatbestandes(Kollision) begründet. Die Akten sind erst heute dem Untersuchungsrichter in Moabit wieder zugestellt worden Die Begründung der Ablehnung wird erst morgen dem Justizrat Wroncker zugestellk werden. Gerüchtweise verlautet, daß Fürst Eulenburg, dessen Zustand in den letzten Tagen sich sehr gebessert hat, in etwa 8 Tagen in das Untersuchungsgefängni nach Moabit gebracht werden soll. — Aus Naumburg wird der„Kreuz=Ztg" geschrieben Graf Posadowsky ist in dieser Woche zur Erledigung von Angelegenheiten des hiesigen Domkapitels kurze Zeit hier gewesen. Er wird voraussichtlich am 1. Oktober d. J. hierher ziehen und d. ihm als Domdechant zustehende Kurie bewohnen In letzterer wohnt zurzeit noch d. Witwe des vor etwa Jahres rist hier verstorbenen Staatsministers von Boetticher. Diese gedenkt am 1. Oktober d. J. nach Berlin überzusiedeln Eesamtansicht der Hoyhönigoburg. Ein französtsch=türkischer Konflikt. Die Angelegenheit des Rückkaufs der Kohlengruben von Heraklea an der Kleinasiatischen Küste des Schwarzen Meeres droht jetzt zu einem ernsten Streit zwischen Frankreich und der Pforte zu führen, nachdem in den letzten Wochen wiederholt ergebnislos Noten ge wechselt worden sind. Es wird jetzt telegraphisch gemeldet: Konstantinopel, 12. Mai. Der französische Botschafter Constans erklärte in seiner letzten an die Pforte gerichteten Note, daß die Botschaft infolge der Unmöglichkeit einer Verständigung mit der Pforte glaube, aue weiteren Verhandlungen würden unnütz sein. Die fran zösische Botschaft berichtete ihrer Regierung und erwartet weitere Anweisung. Es handelt sich bei diesem Streit um einen Rechts handel zwischen der Pforte und einem französischen Syndikat. Im Jahre 1896 wurde eine französische Gesellschaft, die Societe Ottomane d’Heraclee gegründet, die von einem türkischen Untertanen die Konzession für den Hasen von Songuldak und gleichzeitig zum Betrieb von Bergwerken im Gebiete der Konzession erwarb. In den letzten Mo naten ging der Besitz dieser Konzessionen an ein neu ge gründetes französisches, vom Grafen Vitalis geführtes Syndikat über. Als dieses beim Ministerrat die Eintragung der neuen Konzessionäre beantragte, erhob die türkische Regierung, welche Eigentümerin des fraglichen Grund und Bodens ist, Schwierigkeiten. Sie erhob den Einwand, daß der Verkauf der Minenkonzessionen an das neue Syndikat nicht rechtsgültig sei, da das betreffende Abkommen nicht durch ein kaiserliches Jrade sanktioniert wurde. Darau knüpfte sie die Forderung, daß die gesamten Konzessionen, sowohl die für die Kohlengruben von Heraklea, als für den Hasen von Songuldak gegen eine entsprechende Gegenleistung an die Pforte zurückgegeben werden sollen. Das Bestreben der Pforte war im Grunde von dem Wunsche diktiert, den einträglichen Betrieb, der so nahe am Meere gelegenen Kohlengruben wieder in die Hände des Staates zu bringen, um die so schwer notleidenden Finanzen aufzubessern. Der französtsche Botschafter, der sich der Sache seiner Landsleute annahm, erklärte aber die Rechtsgründe, auf die sich die Pforte stützt, als unhaltbar. Tatsächlich liegen die Be stimmungen in den 1896 abgeschlossenen Verträgen so, daß wohl die Konzession für den Hasen von Songuldak, nicht aber die für die Minen zurückgekauft werden kann. Da eine Verständigung nicht zu erzielen war, hat man bisher angenommen, daß die beiden Mächte sich einigen werden, die Angelegenheit einem Schiedsgericht zu unterbreiten. Nach der neuesten Meldung muß man daher an nehmen, daß Herr Constans einen solchen friedlichen Aus trag weniger geneigt ist und schärfere Mittel gegen die Harlsstarrigkeit der Pforte beantragt hat. Möglicherweise ist also eine neue Flottendemonstration in Sicht. Inzwischen ist der französische Stationär„Mouette" nach Songuldak abgegangen, weil es dort schon zu blutigen Schlägereien zwischen französischen Grubenarbeitern und türkischen Matrosen gekommen ist, die ohne Bezahlung Kohlen aus den angeblich„Kaiserlichen Minen“ entnehmen wollten.—— Der 4. Krankenkassenkongreß in Berlin. Der zweite Kongreßtag begann am Dienstag um 9 Uhr. Nachdem das Ergebnis der Mandateprüfungskommission bekannt gegeben, wurde in die Diskusöon über die Reserate der Herren Bauer und Cohn eingetreten. Die Diskussion. an der Arbeitnehmer= und Arbeitgeber=Delegierte in großer Zahl teilnahmen, hatte nur wenig Zum Wiederanfbau der Hohkön'gsburg. Politische Uebersicht. Deutsches Reich. * Detmold, 14. Mai 1908. — Der Kaiser hat an den Reichskanzler Fürsten von Bülow nachstehendes Telegramm gerichtet: Offenburg, 11. Mai 1908. ** Ich habe aus Eurer Durchlaucht Schreiben vom 7. d. M. mit großer Befriedigung entnommen, eine wie ausgiebige Tätigkeit der Reiwstag in seiner soeben beschlossenen Session entfaltet und welch eine bedeutende Anzahl wichtiger Gesetzesvorlagen und Verträge derselbe erledigt hat. Zu dieses sehr erfreulichen Ergebnis, welches neben der patriotischen Haltung des Reichstages in erster Linie das Verdienst Ihrer und Ihrer Mitarbeiter geschickten und unermüdlichen Be mühnngen ist, spreche ich Eurer Durchl. hierdurch wiederholt von Herzen meine kaiserliche Anerkennung und meinen aufrichtigen Dank aus. Möge dem Vaterlande diese nutzbringende Arbeit des Reichstages zum immer währenden Segen gereichen und für deuselben ein An sporn sein, die großen ihm nach bevorstehenden Aufgaben gaben in gleicher Weise auch sernerhin einem erfolg reichen Ende zuzuführen. Wilhelm I. R. — Vom Bundesrat. In der unter dem Vorsitze des Staatsministers v. Bethmann=Hollweg abgehaltenen Plenar itzung des Bundesrats wurde über die vom Reichstage in den letzten Sitzungen erledigten Gesetzentwürfe und internatio nalen Abkommen Beschluß gesaßt, u. a. wurde das Münzgesetz der vom Reichstag beschlossenen Fassung angenommen. Der Vorlage betr. den Salzsteuer=Verwaltungskosten=Etat für das Fürstentum Schwarzburg=Rudolfstadt und der Vorlage betr. Zollverwaltungskosten=Etat für Lübeck stimmte d. Bundes zu. Ferner wurde über die Wahl von Mitgliedern des Kuratoriums der Reichsbank, sowie über mehrere Eingaben Beschluß gefaßt — Staatosekretär Dernburg wird in London bis zum 16. M. bleiben. Von dort begibt er sich direkt nach Kapstadt. Sein Eintreffen in Windhuk dürfte ungefähr am 20. Juli erfolgen. — Die Abgesandten Muley Hasido sind gestern mittag von dem Legationsrat Langwerth v. Simmern empfangen worden. die Verzögerung des Empfanges wird so erklärt, daß die Abgesandten am Montag den Brief an den Reichskanzler abge geben haben, worauf ihnen am Dienstag mitgeteilt wurde, daß sie gestern im Auswärtigen Amte vorsprechen sollten. Die Besprechung dauerte ungefähr eine Stunde. Die Marokkaner überreichten ein authentisches Schreiben Muley Hasido und erklärten, daß Muley Hafid der tatsächliche Herr des ganzen Landes, mit Ausnahme der Küstenstädte, sei; daß er aber außerdem nach dem Gutachten der Ulemas auch aufgrund — Umschwung in den russischen Sompathien. Peters burg, 13. Mai. In hiesigen diplomatischen Kreisen deutet man an, daß ein Umschwung in den russischen Sympathien zu verzeichnen sei. Diese hätten sich wieder von England abge kehrt und Deutschland zugewandt. Man spricht von einer bevorstehenden Reise Iswolskis nach Berlin. Auch heißt es, daß ihm wahrscheinlich der Vorsitz in einer geplanten maze donischen Konferenz zufalle, ohne daß man hier übr ens besondere Erwartungen über die Resultate einer solchen Konferenz hegt. — Erhöhung der Eisenbahnbetriebssicherheit. Zur Ver hütung von Entgleisungen in den Eingangsweichen von Bahn häfen sind von der Eisenbahndirektion Elberfeld versuchsweise von Zeit zu Zeit die sämtlichen Flächen des Schienenkopfes und der Weichenzungen mit einem Schmiermaterial bestrichen werden. Die Versuche, welche sich auf 150 Weichen in den Be triebsinspektionsbezirken erstreckten, wurden besonders bei trockenem Wetter angestellt und haben sich im ganzen gut be währt, indem ein ruhiger Lauf der Betriebsmittel zu bemerken war und der Verschleiß des Weichenmaterials sich verminderte. — Neue Ordnung für das Seminar= und Probejahr. Für die praktische Ausbildung der Kandidaten für das Lehramt an höheren Schulen ist vnn dem preußischen Unterrichtsminister eine neue Ordnung auf Grund der Gutachten der Leiter von Seminaranstalten und der Provinzialschulkollegien erlassen worden. Die neue Ord nung berücksichtigt die in den letzten 18 Jahren gesammel ten Erfahrungen und die seitdem eingetretenen Neuernn gen. Die praktische Ausbildung erfolgt unter der Leitung bewährter Schulmänner und unter der Aufsicht des Pro vinzialschulkollegiums. Sie dauert zwei Jahre und besteht aus dem Sem narjahre und dem Probcahre. Die Ueber weisung der Kandidaten durch das Provinzialschulkollegtum erfolgt zweimal im Jahre. Den einzelnen Seminaranstal ten sollen jährlich nicht mehr wie sechs Kandidaten über werden. Für die Unterweisung der Kandidaten finden in nindestens zwei Stunden wöchentlich Sitzungen statt, in denen Besprechungen und Anleitungen gegeben werden. Die Kandidaten haben auch kurz gesaßte Berichte zu liesern und mündliche Vorträge zu halten. Sie fertigen über die Sitzungen Prototolle. Hand in Hand damit geht die prak tische Ausbildung. Das Probejahr soll lediglich die För derung des Kandidaten in seiner praktischen Ausbildung bezweden. Nur ausnahmsweise soll der Kandidat als Hilfslehrer verwendet werden. Er erhält dann Remunerationen. — Kardinal Kopp gegen den Moderniomus. Breslau, 12. Mai. Kardinal Kopp errichtete für die Universität Bres lau einen Ueberwachungsrat für katholische Theologie=Dozenten, der alle 2 Monate dem Kardinal berichten muß, oo sich in Lehrvorträgen oder Büchern Neuerungen oder Anzeichen von Modernismus befinden. Auch soll der„Breol. Itg.“ zufolge der Ueberwachungsrat für Schriften von Professoren über Retiquien ein wachsames Auge haben.“ — Die Brannschweiger Landsoversammlung hat ihre Beratungen wieder ausgenommen. Ein Antrag Floto=Wolsenbüttel:„Die Landesversammlung richter an die Regierung das Ersuchen, das Ende des Schuljahres hinfort auf Ende März festzulegen u. auf eine Festlegung des Ostertermins hinzuwirken“, wurde einstimmig angenommen, nachdem die Kommission einen ähnlichen Antrag zugunsten des Antrages Floto zurückgezogen hatte. Frankreich. Paris, 12. Mai. Der Spezialberichterstatter des Matin hatte in Rabat am 6. Mali eine Unterredung mit Abdul Asis, welche sehr milde über seinen Bruder Mulay Hafid geurteilt und sich bereit erklärt habe, ihm zu verzeihen. Für Frankreich habe Abdul Asis die lebhafteste Sympathie geäußert. Der Berichterstatter behauptet, daß nach einem unter den Strugnas=Leutee, seinen treuesten Anhängern, verbreiteten Gerüchte Abdul Asis gesagt habe: Ich schwöre, wenn die Marok kaner mich nicht mehr als Sultau haben wollen, daß sie dann keinen anderen als Frankreich haben sollen Paris, 12. Mai. Der Dolmetsch der von Mulay Hasid hier her gesandten Abordnung erklärte einem Berichterstatter des Figaro, daß nur diese Abordnung einen amtlichen Chararter habe. Die nach Berlin, London und Rom abgegan genen Gesandtschaften seien nur Kuriere, die den Souveränen ein Schreiben Mulan Hafids zu übergeben hätten, in welchem dieser seine Thronbesteigung anzeigt. Die Abgesandten Mulay Hafids richtete an den Präsidenten der Republik das Ersuchen, ihnen eine Audienz zu gewähren. Sie haben außerdem die Absicht, am Mittwoch. dem Empfangstage des Ministers Pichon, im Ministerium des Acußern vorzusprechen. Rußland. Petersburg, 12. Mai. Die Reichsduma verhandelte heute über den Etat des Ministeriums des Innern. Die Redner des Zentrums und der Opposition erklärten, der zentralen Regierung und den örtlichen Regierungen fehle eine einheitliche Politik. Das Zentrum will die Verhängung des Kriegszustandes nur in besonderen Fällen zulassen, die Opposition glaubt, der Kriegszustand wirte auf die örtlichen Regie rungsorgane demoralisierend ein. Der Kriegszustand sei in Rußland Verwaltungssystem geworden. Die Redner der Rechten hoffen auf eine konsequente, nationale Politik der Re gierung besonders in den Grenzgebieten. Im weiteren Verlauf der Sitzung unterzog der polnische Abgeordnete Dmovsky die Tätigkeit des Ministeriums des Innern in Polen einer Kritik. namentlich hinsichtlich der Bekämpjung der polnischen Nationalität. Dieser Kampf habe mit einem völligen Miß erfolge geendet. Abgeordneter Purischkewitsch von der extremen Rechten meinte demgegenüber, die Regierung sei leider nicht stark genug. d. Bestrebungen a. Absonderung Polens entgegen zutreten, sie müsse sich hierin an der Kraft der deutschen Regierung ein Beispiel nehmen.. Amerika. Washington, 12. Mai. Ueberreichung einer polnischen Reolution an Roosevelt. Der katholische Priester Eurman überreichte dem Präsidenten Roosevelt eine Resolution polnischer Massenversammlungen in Chicago. Sie schildert die angeblicht Unterdrückung der Polen in Deutschland und erklärt, Amerika sei verpflichtet zu schützendem Eingreisen, wie für die Kubaner, die Filipinos, die russischen Juden und die Armenier. Buenos Aires, 11. Mai. In seiner Botschaft gelegentlich der Eröffnung der Parlamentssaison brandmarkt Präsident Alcorta die umstürzlerischen Bewegung in Luis. Corrientes und Santiago del Estero und erklärt, daß er ein Arbeirs= Anfallversicherungsgesen vorlegen wero?. Er glaube auch, daß es notwendig sei, das Schiffsbauprogramm zu ändern und zunächst Torpedoboote anzukaufen. Die Botschaft stellt die ausgezeichneten Beziehungen mit allen Ländern fest und schließt mit den Worten, daß das Gedeihen der Nation alle Erwartungen übertreffe, die Lage der poli tischen Parteien aber im Gegensatze stehe zu der wirtschaftlichen Entwickelung, da sie ohne Organisation und ohne Gleichartig keit seien. Es sei das Bestreben der Regierung. Grundlagen zu chaffen für eine entschiedenere Gruppierung der Parteien. Omaha, 13. Mai. In dem Wirbeisturm, der gestern hier wütete. verloren zwölf Menschen das Leben. viele wurden verletzt. Es ist der heftk#ste Tornado, von dem der Osten Nebraskas je heimgesucht wurde. Die Hälfte der Stadt Louisville ist dem Erdboden gleichgemacht! Tages=Neuigkeiten. Berlin, 12. Mai. Aus dem Fenster geworsen und getötet hat in der vergangenen Nacht ein 58 Jahre alter Steil macher Jordan aus der Dresdenerstraße den 43 Jahre alten Buchdruckerearbeiter Emil Brehmer aus der Alexandrinen straße 80. Brehmer wohnte iher mit seiner 42jährigen Frau eit zwei Jahren. Seine Flürnachbarin war eine 34 Jahre alte Friseurin Margarete Kappel, die mit Jordan seit 6 Jahren ein Liedesverhältnis hat. Die beiden Nachbarinnen standen miteinander nicht auf gutem Fuße, weil Jordan oft spät abends kam und die Nacht über im Hause blieb. Gestern abend um 11 Uhr kamen beide Paare zu gleicher Zeit nach Hause. Beim Eintritt in die Haustür, die Fräulein Kappel ausschloß, stieß diese Frau Brehmer an. Darüber entstand ein Streit, in den ich auch Jordan einmischte. Brehmer verbat sich das, weil Jordan nicht im Hause wohnte und dort nichts zu suchen habe. Auf dem Treppenabsatz zwischen dem ersten und zweiten Stock gerieten hierauf die beiden Männer in einen Ringkampf. der damit endete, daß der ältere. aber an Körperkraft bedeutend überlegene tSellmacher den Buchdruckereiarbeiter packte und durch das geschlossene Flurfenster hindurch auf den Hof hinab waks. Brehmer schlug mit dem Hinterkopf auf das Steinpflaster auf und blieb bewbüßtlos liegen. Man brachte ihn mit einer Droschke nach der Unfallstation und von dort nach dem Krankenhause am Urban. Hier starb er heute an einem doppel ten Schädelbruch. Jordan, den die Zeugen der Tat lynchen wollten, wurde der Kriminalpolizei eingeliefert, seine Geliebte wieder entlassen. Berlin, 12. Mai. Selbst gestellt hat sich der Radler dei am Sonntag mittag auf der Müggelheimer Chaussee den Eisenbahnarbeiter Rohrbeck aus der Mansteinstraße erscheß. Es ist der 39 Jahre alte, aus Georgendorf gebürtige Tischler Eugen Deska, der hier in kinderloser Ebe lebt und in der Frankfurter Allee Nr. 178 wohnt. Deska erschien heute morgen mit seiner Frau bei einem Magistratsdiener in Lichtenberg und stellte sich zur Verfügung der Behörden. Er wurde sofort dem 2. Revier in Lichtenberg und dann der Polizeidirektion zugeführt. Das Ehepaar stellt den Vorgang wesentlich anders dar als die drei Begleiter des Erschossenen. Es will durch an zügliche Redensarten stark gereizt worden sein. Daß Rohrdeck tötlich getroffen war, will Deska nicht gewußt haben, als er die Flucht ergriff. Vermutend, daß alle Rückwege nach Berlin polizeilich überwacht würden, ließ sich d. Ehepaar nach Schmög witz übersetzen und kam über Rudow und Britz abends um Uhr nach Hause.— Auf d. Ermittelung des Täters war eine Belohnung von 2000 Mark ausgeschrieben Barmen, 12. Mai. Der bekannte Hungerkünstler Sacco. ein echter mit Wupperwasser getaufter Elberfelder, namens Gustan Naujock, wurde heute von der Anklage des Be truges der Strafkammer, nachdem ihn zuerst das Schöffengericht in eine Geldstrafe von 500 genommen hatte, kostenlos frei esprochen. Sacco produzierte sich im November v. J. im Thaliatheater als Hungerkünstlek und hatte sich vertraglich zu einer Ltägigen Hungerkur verpflichtet. Er wurde nun in einer Nacht dabei erwischt, als er sich von seinem Wächter, einem Beamten der War“ und Schließgesellschaft, Bonbons, die aus einem der umherstehenden Stollwerkschen Automaten her auch, jedoch nur deshalb weil er der Meinung war, sie waren ein gutes Mittel gegen seinen Husten, den er sich infolge man gelnder Fürsorge der Direktion zugezogen habe. Der als Sachverständige vernommene Gerichtsarzt, Medizinalrat Dr. Braun war der Ansicht, daß Bonbons unbedingt als Nahrungsmittel nzusehen seien, da ein Hungerkünstler, welcher dieselben zu ich nehme, die Prozedur länger aushalten könne als einer, welcher sie nicht genieße. Es sei kaum glaublich, daß ein Mensch 46 Tage hungern könne, der sich noch, wie im vorliegenden Fasse bewegn müsse und ein schlochtes Lager habe Tatsache sei die, daß man einige Zeit, 8—14 Tage Eine bekannte an Strafe ermäßigt Angelegenheit inent gelebt habe. Das Gericht sprach, wie schon erwähnt, den Angeklagten frei.. Es nahm an, daß er doch nicht vorgehabt habe, sein Experiment nicht durchzuführen, und daß er die Bonbons nur als Medika mente benutzt hat. Auch sei eine Täuschung des Publikume nicht erwiesen. Klärung der Frage, ob ihre Lehrlinge die Gewerbeschulesschäftsslege wahrhaftig wohl nötig, ein etwas regeres Inbesuchen müssen, geben lassen.— Zum Schluß war gegensteresse der Vereinigung zu widmen, zumal man noch lange Stadt und Land. Die biesigen Bäckermeister wollen die verschiedene Gerichtsinstanzen zu: ehlende Mitglieder eine Strase von 2““ eintreten zu lassen. Es in trotz der in diesem Jahre eingetretenen GeDetmold, 14. Mai. * D e r f r ü h e r e S e n n e k o m m a n d a n t G e n e r a l m a j o r z. D. v. Trotha feierte vorgestern in Gotha den 50jährigen Gedent tag seines Eintrittes in das Heer. Er ist am 15. Febr. 1841 zu Mühlhausen i. Th. geboren und trat am 11. Mai 1858 aus dem Kadettenkorps in das 3. Ins.=Regts als Unteroffizier ein. Zuerst war er Oberst und Kommandeur des Ins.=Regt. 74 in Hannover, 1892 wurde er Kommandant des Uebungsplatzes Sennelager, erhielt am 27. Januar 1893 den Charakter als Generalmajor und wurde am 8. April desselben Jahres auf sein Abschiedsgesuch hin von dieser Stellung enthoben. Ein alter 55er. In Göttingen ist der Wort führer des dortigen Bürgervorsteherkollegiums Kaufmann Louis Brand nach kurzem Krankenlager im 61. Lebens jahre gestorben. Der Gemeindevertretung gehört der Ver storbene seit 1886 e“, seit 1887 bekleidet Brand ununter brochen das Amt des Wortführers. Am Feldzuge 1870.71 hat Brand ehrenvoll im Insanterieregiment Nr. 55 teil genommen. Er wurde bei Sedau verwundet. * F l e i s c h e r= B e z i r k e t a g. D e r d i e s j ä h r i g e B e z i r k s t a g d e s westfalsm=ovischen Bezirksvereins des deutschen Fleischer Verbandes findet am 17. und 18. Mai in Reckling hausen statt. Auf der Tagesordnung steht u. a.: Bessere Ver wertung d. Schlachtabfälle, einheitliche Stempelung der Häute und Felle, sowie einheitliche Regelung der Sonntagsruhe. * D a s V e r b a n d o f e s t d e r t a t h o l i s c h e n M ä n n e r v e r e i n e aus Minden=Ravensberg und Lippe wird am Himmel fahrtstage im Schützenhofe zu Herford gefeiert werden Nach dem vorläufigen Programm wird des dortige Verein die auswärtigen Teilnehmer nach dem Einlaufen der Mittags züge am Bahnhof in Empfang nehmen und mit Musik nach dem Vereinslokal, Brinkmann's Etablissement, gelei ten. Vor den Beratungen findet ein gemeinsamer Kirchgang statt. Die Wahl des Festredners, für den zuern der Abg. Erzberger in Aussicht genommen war, steht noch aus. Staatslotterie. Gestern fielen Mt. 75000 anf Nr. 121142, Mk. 30000 auf Nr. 6548, Mk. 10000 auf 124375.—„ * Der Gesangverein„Arion“ macht am kommenden Sonntag mit seinen Dawen, nen Ausflug nach Oerlinghausen. Freunde des Vereins sind willkommen und werden darauf aufmerksam gemacht, daß die Abfahrt mit der elektr. Straßenbahn nach Hiddesen von der Turdine am Büchenberge aus prözise 2 Uhr erfolgt. u. Handwerkerverein. Sämtliche Mitglieder des bie sigen Handwerkervereins wurden vom Vorstand des Haus und Grundbesivzervereins durch Extra=Einladung zu der am Freitag(morgen) ½9 Uhr abends stattfindenden Ver sammlung zahlreich zu erscheinen höflichst ersucht. Zu sammenkunft Hotel„Zum Hermann“(Pieper). Da es sich um Schenkung(!!!) eiues Bauplaves für da neuzuerbauende Regierungsgebaude u. vor aussichtlich um einen Beschluß von höchster Bedeutung handelt, so ist es dringend notwendig, daß sämtlich Mitglieder des Handwerkervereins pünttlich erscheinen. * D e r J a h r e s b e r i c h t d e s L i p p i s c h e n F i s c h e r e i v e r e i n s v o n 1. April 1907 bis 31. März 1908 ist erschienen. Wir entnehmen daraus, daß der Verein auch im letzten Jahre bestrebt gewesen ist, die Fischzucht zu heben. Auf der Generalversammlung kam zur Sprache, daß die Versuche, durch Aussetzen von Zuchtkrebsen die Bäche mit diesen Tieren wieder zu beleben, fortgesetzt wer den sollen. Auf der Ausstellung in Düsseldorf ist der Lippische Fischereiverein durch Fische in 8 Aquarien vertreten gewesen. An Bachforellenbrut wurden im April und Mai vor Jahres ausgesetzt: 4000 Stück in die linksseitigen Zuflüsse der Emmer, 2000 Stück in den Wörbtebach, 2000 Stück in den Strangsbach, 2000 Stück in den Haferbach, 2000 Stück in die Zuflüsse der obern Bega, 2000 Stück in die Mosebecke. Ferner kamen an einjährigen Bachforellen=Setzlingen 150 Stück in die obere Bega. Als Prämien konnten verteilt werden 22 Marl für Fischfrevelanzeigen, 37.50 Mk. für 25 Fischreiher, 22,50 Mf. für 90 Eisvögel.— Dem Verein gehören zurzeit 107 Mil glieder an. * Geflügel=Ausstellung. Anfang November dieses Jahres wird in Lemgo die 11. Verbands= Junggeflügelausstellung des Lippischen Geflügelzucht Verbandes stattfinden. Als Aus stellungslokal ist die geräumige Schützenhalle in Aussicht ge nommen. Der Verein für Geflügel= und Singrögelzucht für Lemgo und Umgegend hat mit den Vorarbeiten schon begonnen Im Anschlusse an die Ausstellung wird eine Verlosung statt finden, für die 3000 Lose ausgegeben werden sollen.(L. P.) * S c h ö s s e n g e r i c h t. D e r g e s t r i g e n S c h ö s s e n g e r i c h t s sitzung lagen 14 Fälle zur Aburteilung vor: unter diesen besanden sich zwei Privattlagen, von denen eine nicht verhandelt wurde. In der Nacht vom 22. zum 23. Dezember 1907 spielte sich auf der oberen Langenstraße eine erregre Szenc ab. Der Arbeiter L. war sestgenommen und sollte in das Arrestlokal abgeführt werden. Von den Freunden des Inhaftierten wurden nun die Schutzleute mit Schmäh reden überschüttet, u. a. äußerte der Arbeiter V. von hier: die Schutzleute seien Spitzbuben. Im weiteren Verlauf der Angelegenheit warf der Inhaftierte den Schutzmann Weete derart zu Boden, daß dieser den Arm brach. Der Beleidiger der Schutzmannschaft wurde beute zu 50 MA Geldstrafe und wegen ruhestörenden Lärms zu 5. Geld strafe verurteilt. Außerdem wurde auf Publitationsbesug nis ertannt.— Wegen Steuerhinterziebung wur de ein Bewohner von Berlebeck in die Minimalstrafe von 100 A genommen. Er hatte seine unrichtige Steuereinschätzung damit begründet, daß er geung Steuern bezahle. Außerdem seien in Verlebeck noch viele, die auch nicht ge mäß ihres Eintommens Steuern bezahlen.— Ein Tisch lergeselle hatte in Heidenoldendorf verschie deue Gegenstände gestohlen und sollte sich daher heute verantworten. Zur Verhandlung kam es jedoch nicht da ein Bestohlener nicht erschienen war.— Ebenso konnte gegen eine Dame aus Detmold nicht verbandelt werden. Diese war des Hausfriedensbruchs angetlagt. Die Verhandlung gegen einen Herrn aus Barn trup, der Kranke unbefugt behandelt haben sollte, wurde gleichsalls zwecks weiterer Zeugenvernehmung ausgesett. — Holzdiebstähle führten eine ganze Familie auf die Anklagebank. Schwiegervater und Schwiegersohn hatten Holz gerissen und Bäume abgesägt, während die Frauen das Holz fortbringen sollten. Als die Frauen durch den Forstbeamten nach ihren Namen gefragt wurden, haben sie diesen verweigert. Das Schöffengericht verurteilte sämt liche vier Angetlagte zu je 10. Geldstrafe. Die Säge sowohl wie der Holzreißer sollen eingezogen werden Einem hiesigen Kaufmann wurde unlanterer Wettbewerv zur Last gelegt Er nurde jedoch frei gesprochen, da er das Inserat, in welche die Anpreisung erfolgte, nicht geschrieben hat und auch nichts davon wußte. — Wegen gemeinschaftlicher Mißhandlung eines Mädchens hatte sich ein Geschwisterpaar aus Detmold zu verantworten. Das Urteil lautete auf je 10 Mark.— In der Privatklagesache zweier Einwoh# ner von Heiligenkirchen wurde der Angetingte zu 20 c Geldstrafe verurteilt. Er hatte behauphet, sein früherer Hauswirt sei der größte Lump der Welt.— Eine wüste Schlägerei, bei der auch wirder einmal das Messer eine Rolle spielte, fand in der Nacht vom 19. zum 20. Jannar auf der oberen Hornschenstraße statt. Hierbei wurde der Ziegler E. nicht unerheblich dadurch verletzt, daß ihm die rechte Handoberfläche arn zerschnitten wurde. Der Haupttäter hatte vorgczogen, heute nicht zu erscheinen. Der andere, der den Verletzten mit einem Stuck verschieden Schläge auf den Kopf versetzt hatte, wuroe zu 50 i Geld strafe verurteilt. Gegen den Ausgebliebenen soll ein Hast besehl erlassen werden.— Ein 16jähriges Mädchenwurde wegen Entwendung von 2,50 in eine Gesängnisstrafe von 3 Tagen verurteilt. Sie soll der bedingten Begnadigung empfohlen werden.. Wegen Richtbesuches der Gewerbeschule hatten ein hiesiger Bäckermeister und seine zwei Lehrlinge Strafbefehle erhalten. Alle drei erhoben Einspruch. Heute wurde die inen auf Wanderschaft befindlichen Arbeiter zu verhandeln. Dieser wurde beschuldigt, in Berledeck einen Schirm gestohlen zu haben. Außerdem wurde ihm Landstreicherei zur Last gelegt. Die Anklage auf letztere Straf at wurde fallen gelassen und der in Untersuchungshaft Beindliche wegen Diebpahls in eine Gesängnisstrafe von 1 Woche verurteilt. a Salzuslen, 14. Mai.(Mandatsnieverlegung.) Der Stadtverordnete Kleeberg hat am Montag dem Magistrat die Mittetlung gemacht, daß er wegen Fortzugs von hier sein Mandat als Stadtverordneter niederlege. Stadtverordneter Kleeberg war Vertreter der dritten Klasse. Es muß also in nächster Zeit eine Neuwahl erfolgen. Salzusten, 14. Mai. Durch Beschluß der städtischen Kollegien und mit Genehmigung Fürstl. Regierung ist dem Absatz 2 des§ 28 der Realschulordnung folgende Aenderung gegeben worden:„Lateinschüler zahlen 20 Mk. jährlich mehr. Schüler(bezw. deren Eltern) die keine Ge meindeangehörige der Stadt Salzuflen sind, haben, soweit sie in Salzuflen Galt und Conis nehmen eine jährliche FremdenS—„ nicht weiß, was uns die Zukunst bringen wird. Wir hofen zuversichtlich, daß diese Anregung dazu beiträgt, das uteresse zu wecken und den Mitgliedern ein Ansporn ist, in den Versammlungen zu erscheinen. Der Zentralvorstand. in Salzuflen Kost und Logis nehmen, eine jährliche Fremden teuer von 15 Mk. zu zahlen. Diese Fremdensteuer erhöht sich auf 30 Ml. pro Jahr bei denjenigen auswärtigen Schülern, die täglich sich nach Hause(zu ihren Eliern pp.) begeben * S a l z u s t e n, 1 4 M a i.( V e r s c h ö n e r u n g s v e r e i n.) Die in den letzten Jahren mit soviel Eifer, Geschick und Erfolg betriebene gemeinnützige Arbeit des Verschönerungsvereins hat in der gesamten Bürgerschaft die volle Anerkennung ge unden. Beteiligen sich doch bereits heute 410 Mitbürger an den Bestrebungen des Vereins und nicht allein Mitbürger auch außerhalb wohnende Freunde unserer Vaterstadt sind gern helsend und stärkend dem Verein als Mitglieder beigetreten Freilich hat auch der Verein erst eine Reihe von Jahren mit schwachen aber zielbewußten Kräften das allgemeine Verständ nis für seine Bestrebungen zu wecken versuchen müssen. Nicht immer konnte er sich einer solchen zum Weiterarbeiten not wendigen und anregenden Unterstützung erfreuen, denn selbst noch vor 10 Jahren betrug die Géamt=Mitgliederzahl nur 135. Schritt für Schritt seit dem Jahre 1877 ist der Verein in stiller Arbeit aber mit vielem Erfolg weitergeschritten, hat sein gut Teil mitgewirkt an dem Emporblühen Salzuflens und hat sich ein Ziel gesteckt, das zu erreichen wohl der Arbeit wert ist nämlich das Wohl der! Allgemeinheit zu fördern. Mannig faltig und verzweigt ist das Gebiet der Vereinstätigkeit und durchblättert man die Rechnungen der letzten Jahre. so staunt man, welche Summen für Wegeanlagen, Wege=Markierungen Aussichtstürme, Schutzhütten, Bänke, für Karten, Führer, Nist kästen und Vogelschutz, für Renovierung alter Fassaden usw verausgabt sind. Allein die Pläne und Führer haben einen Kostenauswand von 2208,18 Mk. verursacht und dadurch den Abschluß der letzten Jahresrechnung mit einem Fehlbetrage von 1544,59 Mk. wenhzer günstig gestaltet. Hier gilt es. unter stützend dem Vereine die Mittel für frohes Weiterschaffen zu gewähren, denn viel und mannigfaltig sind noch die Projekte die der Verein zur Ausführung zu bringen beabsichtigt. Wir nennen nur: Die Anlage einer Nodelbahn im Obernberge, die Herstellung einer Verbindung der Wege am rechten und linken Salzeufer in der Nähe der Zuckerfabrik, die Verschönerung des Marktplatzes und des Neumarktes, die Herstellung einer Hall am Obernberge, die Bepflanzung verschiedener Wege mit Bäumen. Pflege des Heimatschutzens und dergleichen mehr Ohne Geld kann auch der Verschönerungsverein seine besten Absichten nicht verwirklichen und wenn daher in diesen Tagen unseren Mitbürgern die Sammelliste vorgelegt wird. so möge ein jeder nach seinen Kräften die gemeinnützigen Bestrebungen unterstützen.(A. A.) * Lage, 11. Mai.(Vom Schlachthos.) Im Monat April d. J. sind in den hiesigen Schlachtereien geschlachtet wor den 33 Stück Rindvieh, 72 Kälber und 4.4 Schweine.(L. Bz. v. Brake, 14. Mai. Auf dim gestern hierselb stattgefundenen Kram= und Viehmarkte waren ins gesamt 580 Schweine aufgetrieben bezw. angefahren. Der Handel glng äußerst flott und wurden 6 Biochen alte Ferkel mit 15—20 Mk., Stangen mit 20—30 Mk. be Den Krammarkt bestanden nur 3 Kontgkuch:ubuden auch hier wurde ziemlich flott gekauft. n. Brake, 14. Mai. Die Mitglieder des hiesigen Gemeindeausschusses sind zu einer Sitzung au heute abend 8 Uhr in der Wohnung des Vorstebers ein geladen. Die Tagesordnung umfaßt folbende Punkte I. Rechnungsablage. 2. Wegereparatur ouf dem Niedern hofe. 3. Abfluß der Langenkampsreiche betr. —.oe Langenholzhausen, 13. Mai. Die hiesize Schützengesellschaft beschloß, in diesem Jahre und zwar am 8. und 9. Juni— zweiten und dritten Pfingsttag— ein Schützenfen zu feiern. Als Festplatz ist der sog. Johanningsplatz bei Hellinghausen in Aussicht genommen. Wie wir erfahren, sollen außer dem Königsschießen an beiden Tagen auch Vergnügungsschießen sowie Festball stattfinden. * Rischenau, 13. Mai. Die diesjährige Verlosung von Vieh und Geräten findet am 15. Oktober statt. d Barutrup, 14. Mai. Die hiesigen Steuerzahler sind diesmal vielsach ganz erheblich höher eingeschätzt worden. Es sind im ganzen 348 Steuerzahler von der neuen Kommission höfer eingeschätzt worden als früher. p. Bremke, 12. Mai. Der hiesige Gemeindeausschuß hat in seiner vor einigen Tagen stattgefundenen Sitzung beschlossen zur Bestreitung der Ausgaben der Dorfskasse im lausenden Jahre 3 Simpla Grunds##er und 1¼ Simpla Einkommen= steuer von den hiesigen Gewohnern heben zu lassen o. Lüerdissen, 12. Mai. Zufolge Beschluß hiesigen Gemeindeausschusses werden zur Bestreitung der Ausgaben der Gemeinde= und der Totenhofskasse im lausenden Steuerjahre zur Gemeindekasse 4 Simpla Einkommensteuer und 11 Simpla Grundsteuer, zur Totenhofskasse 1 Simpla Einkommensteuer erhoben werden. m. Brosen, 12. Mai. In seiner vor einigen Tagen stattge fundenen Sitzung beschloß der hiesige Gemeindeausschuß zu den Bedürfnissen der Gemeindekasse im lausenden Steuerjahre außer 2 Monatsbeträgen Einkommensteuer noch 4 Monatsbe träge Grundsteuer von den hiesigen Einwohnern heben zu lassen. Aus der Nachbarschaft. * O e y n h a u s e n, 1 4. M a i.( E i n w e i h u n g d e s neuen Kurhauses.) Die Einweihung des neuen Kur hauses erfolgt am Freitag. 15. Mai. Anläßlich der Feier findet abends ein Konzert des 54 Mitglieder zählenden Kur=Or chesters unter Mitwirkung des deutschen Männer=Doppelquar tetts Luitpold aus Würzburg statt. Gleichzeitig wird das Kur haus beseuchtet und ein Brillantfeuerwert abgebrannt. Ein schön arrondierter Daf Sport. in Lippe, im Amte Detmold selegen, 61 ha groß— eigene zu verkaufen. nähere durch— Georg Griess Prozeszagent in Salzuflen. Aus Antwerpen meldet der Telegraph, daß der Weltmeister Louis Darragon aus Brennabor das 100 km. Rennen überlegen vor Parent und Walthour am 10. d. Mts. gewann. und Märkte. Brauerei Weißzenbura Ohm& Kleine, Aktiengesellschaft, Lippstadt. Die durch Vermittelung der WestfälischLippisch. Vereinsbank=Aktien= Gesellschaft abgeschlossene, a 102% ruckzahlbare und zur ersten Stelle hypo thekarisch eingetragene Obligations=Anleihe der vorgenannten Brauerei im Nominalbetrage v. Mk. 900 000 wird jetzt seitens des vorerwähnten Institutes zum Kurse von 9815% zum Verkauf gestellt. Wir verweisen dieserhalb auf den im Inseraten teil unsres heutigen Blattes veröffentlichten Prospekt. Suche zum sofortigen Eintritt einen jüngeren.— zweiten Brenner Lohn nach Uebereinkunft. Ziegelmeister. Ziegelei K. Will, Sossenheim bei Höchst a. M. Lebendfrische . Rotzungen Kases= Heriuge neue Kartoffeln E. Steller Hoflieferant. Sprechsaal. und Zieglern der Unterelbe und Schleswig Holstein hierdurch zur Mit halte mich jedoch bei Bedarf stor jetzt bestens empfohlen. Friedrich Zengerling Mühlhausen i. Thür. Versand Solinger Stahl= und in Leopoldohöhe, 12. Mai. Die Leopoldshöhe=Schötmar soll dem Vernehmen nach am 1. Juli d. J. eingehen. Es wäre jedoch sehr zu be klagen, wenn der Verkehr nach dem entwickelungsfähigen Orte Schötmar einen Rückgang erleiden sollte, bevor das noch chwebende Kleinbahnprojekt seine Erledigung gefunden hat.##rung Scmmmm: Die bisherige Postverbindung nach Schötmar, welche bereits Kurzwaren, Wassen u.Munition 14 Jahre lang bestanden, hat sich mit den bestehenden Verhält nissen im Lause der Zeit so verknüpft, daß ein Verlust derselben abgesehen von dem damit verbundenen Interesse der Reichs post, nicht alleis ide hiesigen Bewohner, sondern auch das remde reisende Publikum ganz empfindlich berühren würde Namentlich kommt in Betracht der Verkehr mit Fürstlichem Verwaltungsamte in Schötmar. dem Kreistierarzt, den Zieglerkrankenkassen und Vermittelungsbureaus, sonstige Botenaufträge und Bestellungen sowie der Verkehr mit dem Soolbade Salzuflen. Die Ortschaft Wülfer, welche neuerdings einen Verbindungsweg an die Chaussee Leopolds höhe=Schötmar anlegt, hat ebenfalls ein reg. Interesse an dem Fortbestehen der Postverbindung, zumal wenn die Post unter Benutzung dieses Weges die in Wälfer bestehende Posthilfs stelle berühren könnte. Es wäre daher sehr zu wünschen, daß an den maßgebenden Stellen für die Erhaltung der Post veroindung eingetreten würde. Ein zuverlässiger Mann sucht 14 Tagen Stellung als zweiter Brenner Die Gegend Minden=Hameln wird kevorzugt Meldungen sind zu richten an Heinrich Jakob Vorsteher in Erder b. Calldorf, Kleine Wohnung bestehend aus 2—3 Zimmer, 1. Etage, zu sofort zu vermieten. Fr. Warweg, Bruchstr. 3 Familien=Nachrichten. Treundl. Gestorben: Hermann Meie:, 65 Jahre, in Brake; Beerdigung: Freitag nachm. 3 Uhr. Letzte Nachrichten. Paris, 14. Mai. In einer abgelegenen Straße wurde gestern ein Trambahnwagen, in dem sich nur ein einziger Fahrgast befand, von 15 Apachen umzingelt. Wagenlenker und Kondukteur konnten nicht genug Wider stand leisten und das Plündern der Reisenden nicht verhüten. Magdeburg, 14. Mai. In dem benachbarten Dorfe Burg wurde der aus Konitz stammende Knecht Johann Richter. der durch seine Redensarten verdächtig erschien, den Gymnasiast Winter aus Konitz ermordet zu habrn, verhaftet Paris, 14. Ma'. Auf einem hiesigen Bahnhofe wurd: gestern der 25jährige Mann Kalbart aus Altwasser in Schlesien stammend, verhaftet. Kalbart hat in den letzten Wochen mehrere großere Einbruchdiebstähle bei Rechts anwälten und Notaren begangen. In seinen Kleidern wurden eingenäht 20000 Franks gefunden. Petereburg, 14. Mai. In einem benachbarten Oerich nerschoß gestern ein 1 1jähriger Knabe seinen Vater Mailand, 14. Mai. Von einem in Reparatur b: findlichen 4stöckigen Haus stürzte gestern die Front ein. Arbeiter sind bis jetzt tot und 2 schwer verwundet aus den Trümmern hervorgezogen. Brüssel, 14. Mai. Vor seiner Abreise nach Wiesbaden entging König Leopold mit knapper Not einem Eisenbahnunglück. Ais der königliche Zug in Brüssel ab uhr, wäre er, wenn der Lokomotivführer den Zug im etzten Augenblick nicht zum Stehen gebracht hätte, mit einem Zuge, der Renupferde trausportierte, zusammengefahren. London, 13. Mai. Staatsselretät Dernburg hat heute in Bealeitung des Botschaftsrats von Stumm im hiesigen Aolonialamt vorgestrochen, wirde vom Unterstaatsickretär im Kolonialamt Seely em, fangen und verweilte längere Zeit. Tanger, 13. Mai. Die französisch=spanische Polizei ruppe hat heute ihren Diens ausgenommen. Die Spa nier sind in der Stadt stationiert, die Franzosen außerhalb der Stadt. Fortzugshalber ist zum Juli die obere, aus 4 Räumen bestehend, mit Licht u. Heizung versehene Etage zu vermieten. Paulinenstraße 65 Ein kleines— möbl. Zimmer zu vermieten. Hornschestr. 15 1. 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M., für den Bezirk Bochum nachmittags 4 Uhr im evangelischen Vereinshause in Bochum: für den Bezirt Arnsberg nachmittags 3 Uhr in Brilon(Stadt) Bahnhofshotel, Inhabes A. Schmücker Zu beiden Versammlungen sind alle Meister, welche in den umliegenden Bezirken beschäftigt sind, freundlichst ein geladen. Die Mitglieder machen wir wiederhott daran aufmerksam, daß sie unbedingt in den Versammlungen er scheinen müssen, falls nicht triftige Gründe vorliegen, die einen Erscheinen verbindern. Im levteren Falle muß eine Entschuldigung, welches durch Posttarte geschehen kann eingereicht werden, andernfalls eine Bestrafung, welche in den einczelnen Bezirten verschieden, 1 und 2 M beträgt und in die Bezirkslasse fließt, eintritt. Empörend muß es auf die Mitglieder wirken, wenn eine Versammlung wie z. B. am 3. Mai in Kreseld von sage und schreibe 9 Mit gliedern besucht ist. Eine Entschuldigung, daß die Ver sammlungen nicht genügend bekannt gemacht, wird dadurch hinfällig, daß die Mitglieder außer durch Artikel und In serate noch einzeln durch arte eingeladen werden. Es wurde in der Krefelder Versammlung, und zwar mit Recht der Beschluß gesatzt, in Zutunst für ohne Entschuldigung zur Erlernung: des Haushalts: bei Familienanschluß. Frau Gastwirt Sonneborn I. I. Rasenplaggen (nach Heiligenkirchen) kaufen gesucht. Offerter unter Nr. 16 an die Geschäftsstelle d. Blattes. Eine Mühle Mehl= und Schrotgang, Sägewerk und Dreschmaschine, in einem wohlhabenden Dorfe, ander. Unternehmungen halber unter günstigen Bedingungen zu verkaufen. Tauschobjekt— Landbesitz— wird entgegengenommen. Nähere Auskunft erteilt Georg Griess Prozestagent in Talzuslen. Motto: Wundrer, der mit Mühe mich erstegen, chöne Aussicht ben: dem Aug sich hier Steben Herren Länder sichst du vor dir Auch den Brocken zeig ich dur. lliegen Chr. Rüdger. 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Das Grünfutter auf dem Markte bei Braunenbruch soll am Dienstag, den 19. d. M., nachmittags 5 Uhr an Ort und Stelle öffentlich meistbietend verpachtet werden. Detmold, den 18. Mai 1908. "" Der Magistrat. Wittje. für jeden Verkehr(Wagen, Fußgänger usw.) flasterung die Neustadt auf etwa 10 Tage.— raßen sind die Kommunalwege über Hornoldendorf sen und Heidenoldendorf=Hiddesen. Der Magistrat. Wittje. ist wegen NeuNächste FahrkemmigFreibank auf dem städtischen Schlachthofe. Sonnabend, den 16. d. M. von 7½ bis 9 Uhr vormittags: Verkauf von Rindfleisch. Preis pro Pfund: 45 und 50 Pfg. Die Schlachthaus-Verwaltung. Beiß. Hotel„Kaiserhof“, Externstein Sonntag, den 17. Mai erstes großes Militärkonzert ausgeführt von der gesamten Kapelle des Inftr.-Reg. No. 55, unter persönlicher Leitung des Königl. Musikdirektors Herrn Hubert. — Aufang 4 Uhr. Nach dem Konzert Tanzkränzchen Es ladet ergebenst ein Pran Briest. Zur Erölfnung des neuen Kurhauses am 15. Mal, abends 8 Uhr: = Konzert= des 54 Mitglieder zählenden Kurorchesters, unter Mitwirkung des Deutschen MännerDoppelquartetts Luitpold aus Würzburg. Illumination des Kurhauses Brillantfeuerwerk mit Leuchtfontainen, Scheinwerfern usw. Die Verlobung unsrer Tochter Ruth mit Herrn Dr. med. Fritz Linkenheld, Assistenzarzt an der Frauenklinik der Akademie für praktische Medizin in Diisseldorf beehren wir uns anzuzeigen. Oberstleutnant von Papen Olga von Papen geb. von Spillner. Detmold, im Mai 1908. Heute morgen ontschlief sanft nach längerem Leiden Ww. Sophie Hausmann geb. Schäfer im 86. Lebensjahre Die Heimgegangene hat unserer Familie 65 Jahre in seltener Treue gedient. Wir werden ihr Andenken stets in Ehren halten Obernhausen, 13. Mai 1908. Familie Stockebrand. Die Beerdigung findet Sonntag, den 17. d. M., nachm 3 Uhr statt. Mr. 900.000.—.4½%, an erster Stelle hypothekarisch sichergestellte, zu 102% rückzahlbare Teilschuldverschreibungen der Brauerei Weißenburg Ohm& Kleine, Aktiengeselschaft, Lippkadt. Verlosung und Gesamtkündigung bis 1913 ausgeschlossen. Die vorgenannte, mit einem Aktienkapital von M. 1600000 ausgestattete Brauerei hat durch Vermittelung der Westfälisch Lippischen Vereinsbank, Aktiengesellschaft in Bielefeld, zwecks Beschaffung der Mittel zur Abstoßung von Bankter=Krediten die vorbezeichnete Anleihe abgeschlossen. Die Stücke lauten über Mk. 500.—, Mk. 1000.— und Mk. 2000.— und tragen halbjährliche, am 1. April und 1. Oktober fällige Coupons. Die Anleihe ist bis 1913 weder kündbar noch verlosbar und gelangt alsdann innerhalb 25 Jahren mit einem Aufgelde von 2%, also mit 102% zur Rückzahlung. Zur Sicherheit dieser Anleihe ist der als Treuhänderin fungierenden Westfälisch=Lippischen Vereinsbank Aktiengesellschaft auf dem bisher unbelasteten, einen Flächeninhalt von 3 ha 59 a 63 qm umfassenden Brauerei=Grundstück eine zur ersten Stelle eingetragene Sicherungs=Hypothek von Mk. 950000.— bestellt worden. Die eingebrachten Grundstücke, Gebäude, Maschinen und Zubehörteile repräsentieren einen Tax= bezw. Buchwert von insgesamt Mk. 1624340.—. Die vorbezeichneten Weite sind unter Ausschluß der Grundmauern und Kellereien mit Mk. 1300000.— gegen Feuers gefahr, darunter mit etwa 36% bei der Westsälischen Provinzial=Feuer=Societät, versichert. Der Ausstoß betrug im Durchschnitt der letzten 3 Jahre 77770 hl, während die Brauerei bezügl. der gesamten Anlage für eine Jahres=Produktion von über 100000 hl eingerichtet ist. Die seitens der Vorbesitzer der seit 37 Jahren bestehenden Brauerei erzielten Resultate waren günstige. Die Dividende für das erste, am 30. September 1907 abgelaufene Geschäftsjahr der Aktiengesellschaft betrug nach angemessenen Abschreibungen 7%. Der bei der Errichtung der Gesellschaft seitens der Vorbesitzer mit Mk. 175000.— geschaffene Reservefond hat die gesetzlich vorgeschriebene Höhe überschritten. Daneben besteht ein Delcredere=Fond von Mk. 100000.—. Der Vorstand der Gesellschaft besteht aus den Herren Wilh. Kleine und Max Kleine, beide in Lippstadt. Dir Aufsichtsrat wird gebildet durch die Herren Wilh. Kleine sen. als Vorsitzender, Gutsbesitzer Ernst Linhoff als stellvertretender Vorsitzender, Justizrat Rintelen, sämtlich in Lippstadt, Bankdirektor Max Sichel in Bielefeld und Bankier Ernst Walloch in Berlin. Wir stellen hiermit die vorgenannte Anleihe zum Kurse von 98 ½% zum Verkauf. Beim Bezuge sind 4½% Stückzinsen vom 1. April d. Js. an sowie der Schlußnotenstempel zu vergüten. Die Abnahme der Stücke kann in der Zeit bis zum 1. Juli d. Is. geschehen.— — Prospekt=Exemplare sind an unserer Kasse erhältlich.— Detmold. Westfäliseh=Lippisehe Vereinsbank Aktiengesellschaft. Billige Schuhwaren Umständehalber dauert mein Ausverkauf nur noch kurze Zeit.] Für wenig Geld gibt es was gutes, besonders in Herren=Schnür= und Zugstiefeln ebenso auch in Damenstiefeln Zu der am Ende d. Mis. stattfindenden Gratisverteilung von Schul waren, Glasschrank(Wert 75,00) usw. sei bemerkt, daß auf je 6 Mk. Einkauf ein Anteilschein erfolgt. F.' Meise. Meierstraße 14 gegenüber der Lut. Kirche. Fahnen-Weihe Am Sonntag, den 17. Mai veranstaltet der Turn-Verein Heiligenkirchen im Saale des Herrn Gastwirt Limberg die Fahnen-Weihe, wozu herzlich einladet Der Vorstand. Anfang 8 Uhr.“ Capeten-Handlung von Kermann Schierenberg Ecke Freiligrath= und Paulinenstraße empfiehlt ihr neu assortiertes Lager moderner Tapeten u. Zorden, Linkustra-, Tecka- und Salubra-Tapeten, Großes Lager in Tapeten und Bilderleisten. Tapeten Reste so lange der Vorrai reicht. 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Mts., nachmittags 3 Uhr, soll die hiesige Gemeindejagd in der Meierhaus'schen Gastwirtschaft verpachtet werden. Hörstmar, 12. Mai 1908. Sprick, Vorsteher. Jagdverpachtung. Die Gemeindejagd der Bauerschaft Heidenoldendorf soll am Freitag, den 22. Mai d. J., nachmittags 5 Uhr bei Gastwirt Hille meistbietend auf 9 Jahre verpachtet werden. Größe ca. 3000 Scheffelsaat. Die Bedingungen werden im Termin bekannt gemacht. Heidenoldestdorf, den 14. Mai 1908. Der Gemeindevorsteher. Jagäverpachtung. Die Gemeindejagd der Bauerschaft Vahlhausen soll am Sonnabend, den 23. Mai, nachmittags 5 Uhr in der Gastwirtschaft des Herrn Schnitger auf 9 Jahre verpachtet werden. Vahlhausen, 14. Mai 1908. Der Vorsteher. Jagdverpachtung. Die Gemeindejagd Nienwald soll am Sonnabend. 23. Mai, nachmittags 6 Uhr auf 9 Jahre in der Büngenerschen Gastwirzschaft in Heiden öffentlich meistdietend verpachtet werden. Beauftragte haben schriftliche Vollmacht vorzulegen. Nienwald, 13. Mai 1908. Neese, Vorsteher. Jagöverpachtung. Die Gemeindejagd der Gemeinde Belle soll am Sonnabend, den 23. d. M., nachmittags 5 Uhr in der Gastwirtschaft des Herrn Eimterbäumer auf 9 Jahre verpachtet werden. Bedingungen werden im Termin bekannt gemacht Belle, den 13. Mai 1908. Der Geneindevorstand. Jagdverpachtung! Am Sonnagend, den 30. Mai, nachmittags 3 Uhr soll die Gemeindejagd Fromhausen bei Berlebeck auf 9 Jahre verpachtet werden. Die Verpachtung findet in der Schule statt. Die Bedingungen werden dortselbst bekannt gemacht. Fromhausen, den 14. Mai 1908. Der Gemeindevorstand. Die einzige schnellste und vor allen Dingen sicherste„ Methode zum Heilen von Flechten und# anderen Hautschäden, eine den Menschen# * seit Jahrzehnten versagt gebliebene„ Hilfe sinden Sie in unserem„Alawari“-Kosmetikum. 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