General-Hnzeiger, für, das Fürstentum Eippe. Bezugspreis: in Detmold'u. durch die Vertretungen: 50 Pfg. für 1 Monat. du 95 35 ost: ½ Jahr k. und 42 g. Bestellgeld, für 2 Monate 1 Mk. u. 28 n. 14 Pfg. Bestellgeld. Anzeigen; aus Lippe 12 Pfg. die Petitzei 15 Pfg., auswärtige 18 Pfg., Reklamezeile 60 Pf. Beilagen(umsonst): 1/ Lmx S... 2) Lipp Ziegelei=Anzeiger, 8) Landwirtsch. Ratgeber, 4) Wandkalender, 5) Sommer=, 6) Winterfahrplan. Pfg. Bestellg., für 1 Monat 50 Pifg. tzeile, amtliche u Familienanzeigen (umsonst): 1) Lipp Familienfreund Rotationsdruck u. Verlag: Willy Beuder, Vertretungen in: Salzuflen. Lemgo, Lage. fast allen Ortschaften der Aemter Det Hohenhausen, Barenholz, Sternberg: Barn über 100 Detmol d. Hornschestraße 30, Fernsprecher 10 Lage. Blomberg. Horn, Barntrup. Schwalenberg; ferner in. ld. Schötmar, Oerlinghausen, Lage, Horn, Brato, Vertretungen.— Die etmold, Barntrup, Blomberg, Schieder, „Lippische Tages=Zeitung" erscheint walenberg; zusammen 3u Woche ntag. Ne 102 Verantwortlicher Redakteur: Willy Bruder, Detmold. Detmold, Freitag, den r. Mai 19os. Telegramm=Adresse: Tageszeitung, Detmold. 13. Jahrgang. China und Japan. Die Tatsu=Marn=Angelegenheit ist noch lange nicht mit der durch Brutalität erzwungenen Freigave des japanischen Wassenschmugglers beendet, vielmehr beginnt sie jetzt erst. Dabei ist eines bemerkenswert: Japau hat alle rohen Zwangsmittel in Händen, während China militärisch zwar in vollster Entwickelung, aber doch noch einem solchen Nachbar gegenüber völlig machtlos ist. Dafür kämpft, wo die offizielle staatliche Vertretung der Nation schweigt, das Bolk selbst mit unglaublich rasch gereister Einmütigkeit u. Gemeinschaftsempfinden einen wirtschaftlich vernichtenden Krieg gegen Japan. Die Handlungen erstrecken sich ausschließlich auf das privatrechtliche Gebiet, sodaß die daraufhin erfolgten Drohungen Japans mit bewaffnetem Einschreiten völkerrechtlich geradezu unerhört sind! Denn schon hat es Kriegsschiffe mobil gemacht zur Bedrohung von Handelshösen, die keine japanischen Waren mehr kausen, noch japanische Schiffe befrachten wollen. Alle Schritte in Peking mußten naturgemäß wirtungslos bleiben, da ja die Regierung ihren Untertanen gegenüber tatsächlich darin machtlos ist, welcher Art Waren sie verbrauchen wollen. Ein Beispiel hierfür möge zugleich die Höhe der Erregung und die Festigkeit des Willens zu friedlicher Gegenwehr beweisen, von der die Chinesen in einer Frage beseelt sind, in der ihre Regierung hatte nachgeben müssen. In Hongkong ließ einer der millionenreichen chinesi schen Kaufleute ein großes Leichterboot mit allen Waren japanischen Ursprungs, die in seinen Lägern aufgestapelt waren, beladen und draußen im Meer versenken. Da alle Waren in seinem vollen Eigentum waren, kann ihm natürlich niemand solches Tun verwehren Er hat im Grunde doch nur zunächst..... sich selbst geschädigt! Als die bri trischen Hongkonger Behörden den Gebrauch des Wortes „Boylott“ gegen japanische Waren untersagten, kam der Ausdruck„Rache" in Gebrauch bei allen Vereinigungen, die den Kampf führen. Also nur ein noch schärferes Wort! Japan ist von diesem Kampf schwer betroffen. gerade jetzt, wo es ohnehin eine schwere Handelskrise durchzumachen hat. Die japanischen Dampfer. welche Amoy, Hongkong, Schanghai und die übrigen süd chinesischen Häsen bedienen und zumeist auf chinesische Fracht angewiesen sind, lausen leer weiter.„Es sei nichts zu verladen“ lautet die Antwort, die den japanischen Agenten wird. Die ungemein reichen chinesischen Bauten ziehen ihre Gelder aus Japan zuruck, brechen ihre dortigen Beziehungen ab, weigern sich, Ueberweisungen auf jsapanische Blätze anzunehmen oder auszustellen. Große Importhäuser haben ihren Agenten nach Japan Besehl erteilt, sich jeden Einkaufs zu enthalten, und einige haben ihre Vertreter schon zu: ruckverufen. Selbst die Apotheker haben in ihrer Gilde beschlossen, keine japanischen Drogen oder Geheim mittel zu verkaufen; es soll in jedem Uebertretungsfalle eine Buße von 10 Pfund an die„Gesellschaft der nationalen Rache" bezahlt werden. Da alle chinesischen Gilden, von führt dann an, daß der latente Zwist zwischen China und Japan, der sich zu enormer wirtschaftlicher Schädigung Japans auswachse, sich immer mehr verchärfe.„Der Boykott, der zuerst auf Kanton beschränkt war, hat sich rasch nach Hongkong und von da nach Schanghai ausgebreitet Bereits werden japanischen Schiffen die Ladungen verweigert und chinesische Banken und Handelshäuser weisen japanisches Geld und japanische Schecks zurück. Japan, das eben erst eine sehr scharfe wirtschaftliche Krisis durchgemacht hat, kann diesen Boykott, der seine Ausfuhr, die Hauptquelle seiner Handelsbetätigung, lahmlegt, nicht aushalten. Dauerte diese Situation länger an, o würde sie Japan ganz sicher zur Aktion dräugen. Einstweilen besteht es bei der Pekinger Rezierung darauf, daß diese dem Boykott ein Ende mächt; sie ist aber machtlos.“ Ein Moment, mit dem man auch rechnen müsse, ei das Ableben der Kaiserin=Mutter von China.„Bekanntlich,“ fährt das Telegramm fort,„sind Japans gewaltige Rüstungen dazu bestimmt, die Lage in China in dem unvermeidlichen Augenblick der inneren Wirren zu beberrschen, die dem Tode der Kaiserin folgen werden, der in China zu einer enormen dynastischen Umwälzung führen wird. Die japanischen Rüstungen sind noch nicht beendet, aber die allgemeine Meinung, die, wie ich erfahre, von Roosevelt geteilt wird, geht dahin, daß Japan, durch die Sperrung der chinesischen Märkte mit dem Ruin bedroht, die Ereignisse beschleunigen könnte. Der Ernst der Lage wurde in Washington klar, als bei dem Zwischenfall in Charbin, wo der amerikanische Konsul die Anerkennung der Autorität Rußlands über die Mandschurei verweigerte, die japanische Diplomatie auf Rußlands Seite stellte. Dies enthüllt das geheime Einverständnis zwischen den Regierungen in Petersburg und Tokio. In hohen Washingtoner Kreisen hofft man, daß die Anwesenheit der großen amerikanischen Flotte im Pacific und die neuen amerikanischen Flottenrüstundie Tatenlust Japans dämpfen, und daß (Amerikas Seemacht einen gewaltigen„Atout“ im ostasiati schen Spiele darstellen werde. Inzwischen wird die Beder über immense Fonds verfügenden Bankierszunft bis herab zu den Genossenschaften der Lastträger und Kulis, außerordentlich festgefügt sind, so sind die Folgen des Boy kotts für Japan furchtbar: kein Kuli wird japanische Schiffe entladen, kein Passagier seinen Fuß auf japanische Planken setzen, kein Stück Ware aus Japau bezogen werden. Und während in den japanischen Plätzen unverkäufliche Waren besonders Seide, sich schon infolge der amerikanlschen Krise angehäuft haben, und der Absatz nun auch nach China zu stocken beginnt, dehnt sich der Verruf von Süd china immer weiter nach dem Norden fort. Es ist natürlich unmöglich, durch militärische Mittel eine solche rein wirtschaftliche Enthaltsamkeit brechen zu wollen. Allein, die Lage kann für Japan unerträglich werden, und außerdem mag es ihm gelegen scheinen, Hän del zu suchen und sich durch billigen kriegerischen Ruhm und teuere Entschädigungen schadlos zu halten. Ein Glück, daß die amerikanische Flotte herauschwimmt! Ueberhaupt werden die weißen Mächte auf der Hut sein müssen, um einem japanisch=chinesischen Krieg rechtzeitig vorzubeugen Der„Corriere della Sera“ erhält von seinem zurzeit in Newyork weilenden Korrespondenten Barzini telegra phisch sehr interessante Mitteilungen über die Lage in Ostasien, die plötzlich wieder bedrohliche Ge stalt annehme. In ihr müsse die Erklärung für den Ent schluß Roosevelt's erblickt werden, den Kongreß zur so fortigen Bewilligung von vier Panzerschiffen erster Klasse für das Rechnungsjahr 1908=09 aufzufordern.„Roosevelt," so meldet Barzini,„beruhigt sich nicht bei dem ablehnenden Botum des Kongresses, sondern ist bereit, den Vorschlag in einer neuen Botschaft zu erneuern, veranlaßt durch kürzlich eingetroffene Nachrichten über die Lage im äußer sten Osten, die unvermutet drohend geworden ist.“ Er Veröffentlichung verfüge der Staatssekretär des Reichs ustizamtes. Die Vorlage wurde in erster und unmittelbar anschließend in zweiter Lesung angenommen, zwei Petitionen dem Reichskanzler als Material überwiesen. Es folgte die erste Beratung des Nachtragsetats betr. Teuerungszulagen für die Reichsbeamten. Die Zulagen halten sich nach Angabe des Staatssekretärs Sydow in den Grenzen des Vorjahres, sehr zum Bedauern des Abg. Beck=Heidelberg(natl.), der den schematischen Charakter der Vorlage mißbillige und sich für Kommissionsberatung aussprach. Diese hielt Abg. Droecher(Lons.) auch für ratsam; allerdings wäre ihm die Beamtenbefoldungsreform lieger gewesen. deren Kommen er jetzt zum Herbst sicher erwartete. Abg. Spahn(Ztr.), der trotz der im Saale herrschenden Ruhe est unverständlich blieb, hätte gern gleich etwas über den Inhalt der Besoldungsvorlage erfahren. Doch sollte es bei dem Wunsche bleiben. Staatssekretär Sydow war nicht anguinisch genug zu glauben, daß eine zu frühzeitige Ber öffentlichung zur Beruhigung der Beamten beitragen werde; außerdem befinde die Vorlage sich noch im Stadium der Durchberatung; auf jeden Falls könne sie erst verabchiedet werden, wenn die Mittel bereit gestellt seien. Nach Ansicht des Abg. Singer(Soz.) soll der Nachtrag der Finanzreform Vorspanndienste leisten; seine Freunde würden in der Kommissionsberatung den Kreis der Zulagrempfänger zu erweitern bestrebt sein. Im Laufe der weiteren Debatte, die sich bis 8¼ Uhr hinzog, kündete der Staatssekretär Sydow im Namen der Verbündeten Regierungen eine neue Ostmarkenvorlage an. Die Vorlage betreffend Teuerungszulage wurde der Budgetkommission überwiesen. gen festigung der Phlippinen betrieben.“ mit doppelter Energie Aus dem Reichstage. Stimmungsbild. (Von unserem Korrespondenten.) Berlin, 30. April 1908. Die Landung des Deutschen Kaisers auf griechischem Boden hat der Kammer der Hellenen Anlaß gegeben, Sr. Majestät durch ihren Präsidenten ehrfurchtsvollsten Gruß zu entbieten und gleichzeitig dem deutschen Volke und seiner Vertretung wärmste Sympathie auszudrücken. Wie Präsident Graf Stolberg heute bekannt gab, hat ihm der Präsident der griechischen Kammer von diesem Hoflichkeitsakte Mitteilung gemacht und hingewiesen auf den idealen Zusammenhang der Bildung und Kultur, die die beiden Völker stets miteinander verbunden haben. Mit lebhaftem Beifall nahm das Haus die Kundgebung des hellenischen Präsidenten entgegen, dem sein deutscher Amtskollege den wärmsten Dank des Deutschen Reichstages aussprechen wird Den Staatssekretär von Bethmann=Hollweg fesselte heute ein Unwohlsein ans Zimmer. Deshalb vertrat Unterstaatssekretär Wermuth den Gesetzentwurf betreffend die Postdampfschiffs=Verbindungen mit überseeischen Ländern, der in erster Lesung heute beraten wurde. Der Unterstaatssekretär wies zahlenmaßig die überaus günstige Entwickelung des Reichspostdampferverkehrs des Norddeutschen Lloyd nach. Das schließe aber nicht aus, daß einige sehr wichtige Linien nur durch Erhöhung der Subvention aufrecht erhalten werden könnten, so die Verbindungen Neu=Guinea—Sydney und Neu=Guinea—Oko hama, für die eine halbe Million Mark gesordert werde Dem Grafen Kanitz(kons.) verursachte die Deckungsfrage die Hauptbedenken, zumal ihm die unbedingte Notwendigkeit der Ausgabe noch keineswegs erwiesen hoffte durch eine andere Linienführung der Reichskasse die halbe Million zu erhalten und plädierte für Kommissions= Nach vierstündiger Debatte beschloß das Haus Kom missionsberatung, um zu einem anderen Thema uverzu gehen, der ersten Lesung des Gesetzentwurfs betr. die Stempelabgabe von Erlaubniskarten für Kraftfahr zeuge ausländischer Besitzer. Staatssekretär Sydow führte das Zustandekommen der Vorlage Reichstages zurück. Auf Anfrage erklärte Staatssekretär Sydow bezüglich des Automobilhaftpflichtgesetzes, daß ein solches dem Bundesrat vorliege; über den Zestpmikt der Sitzung vom 29. Avril 1908. Nach Erledigung einer Reihe von Petitionen, die von der Petitionskommission für ungeeignet zur Erörterung im Plenum erachtet waren, wurde die dritte Beratung des Gesetzentwurfs betressend die Beschäftigung von Hilfs arbeitern des Patentamtes begonnen und die Vorlage end giltig angenommen. Es folgte die zweite Beratung des Unterstützungswohnsitz= Gesetzes. Die Regierungsvorlage schlägt die Herabsetzung des Alters der Armenmündigkeit von 18 auf 16 Jahre, sowie der Erwerbs= und Verlustfrist von zwei auf ein Jahr vor. Die Kommission schlägt eine Resolution vor, welche den Ersatz der den Grenzorten durch Zuwanderung von verarmten im Auslande lebenden Deutschen erwachsenden Mehrkosten von Staatswegen und die Regelung der Zu sammenlegung mehrerer Gemeinden zu Ortsarmenverbänden sordert. Die Abaa. Kölle(Wirtsch. Bag.) und Behrens (Wirtsch. Bag.) verlangen Ermittelungen über die Mängel im Fürsorgewesen, eventuell schleunige Abhilfe durch Gesetz. Die Anträge des Abg. Albrecht(Soz.) verlangen daß über die Einrichtung der Armenverbände, die Art der Unterstützung und die Aufbringung der Mittel durch die Landesgesetzgebung Bestimmung zu treffen sei. Abg. Belzer(Ztr.) erklärte namens seiner Fraktion die Zustimmung zu dem Gesetzentwurf nach den Beschlüssen der Kommission. Für seine Partei war der Gedanke aus schlaggebend, daß die bisherige Gesetzgebung die Heimats gemeinden, insbesondere die ländlichen und kleinstädtischen Gemeinden zu sehr belastet hat. Mit besonderer Freude begrüße seine Partei, daß das Gesetz auf Elsaß=Lothringen ausgedehnt werden solle. Die vorgeschlagenen Resolutio nen möchte er zur Annahme empfehlen. Abg. Stolle(Soz.) schrieb der Vorlage einen agrart schen Charakter zu. Von den Freunden der Vorlage sei zugegeben worden, daß sie dazu bestimmt sei, das platte Land zu entlasten. Die ganze Armenpflege sei eine ungenügende, sie sei keine christliche und keine menschliche. Er wolle nicht verkennen, daß auf dem Wege der freiwilligen Armenpflege vieles Gute getan sei, um die Not zu lindern, aber das reiche nicht aus, hier müsse der Staat eingreifen Redner begründete darauf die sozialdemokratischen Anträge und führte verschiedene Fälle ungerechter Behandlung der Arbeiter auf dem Lande an, welche als Grund für die Landflucht anzusehen sei. Aba. Kreth(kons.) widersprach dieser Anschauung Kein Landwirt werde den eigenen Vorteil so vergessen, daß er die Arbeiter schlecht behandle. Seine Partei lehne die sozialdemokratischen Anträge ab und nehme die Kom missions=Resolution an. Die Resolution Kölle anzunehmen habe die Partei Bedenken, da sie noch nicht in der Kom mission verhandelt sei. Wenn die Resolution als selbst ständiger Antrag eingebracht werde, würde die Partei sie unterstützen. Seine Partei stimme demnach für sämtliche Kommissionsbeschlüsse. Abg. Horn=Reuß(natl.) erklärte, seine Partei meine nicht, daß mit der vorgeschlagenen Abänderung der Herabetzung des Armenmündigkeitsalters, der Erwerbs= und Verlustfrist agrarischen Tendenzen Vorschub geleistet werde Die Anträge Alsechts müsse er ablehnen, obwohl er der Tendenz derselben nicht unfreundlich gegenüberstehe. Abg. Kölle(Wirtsch. Vag.) sprach sich gegen die sozialdemokratischen Antrage aus. Seine Resolution sei so augemein gehalten, daß sich jeder ihr anschließen könne; sie entspreche Bodelschwingh's Bestrebungen. Abg. Doerksen(Rpt.) erklärte sich für die Kommissionsbeschlüsse. Die Tragweite der Resolution Kölle könne er noch nicht übersehen. Wenn er sie deshalb lehne, so bringe er damit etwa nicht zum Ausdruck, daß seine Partei für die Bodelschwingh'schen Bestrebungen kein Verständnis habe. Abg. Cuno(Freis. Vpt.) sprach sich für die Kommisionsbeschlüsse aus, trotzdem der Entwurf die Partei in manchen Punkten enttäuscht habe, und trat sodann für die großen Armenverbände und für die Resolution der Kommission ein. Abg. Hug(Ztr.) wies auf die große Bedeutung hin, die den an die Schweiz angrenzenden Land= bezw. Ortsarmenverbänden Badens durch die Abschiebung verarmter Deutschen aus der Schweiz erwächst, und sprach sich für die Kommissionsresolution aus. Abg. Kaden(Soz.) führte entgegen der Ansicht des Abg. Belzer aus, das Gesetz müsse von vornherein so gestaltet werden, daß es Dauer verspreche. Das ganze Gesetz trage durchaus einen rückschrittlichen und junkerhaften Charakter.— In der darauf folgenden Abstimmung wurden die Anträge Albrecht abgelehnt und die Kommissionsresolution einstimmig angenommen, desgleichen die Resolution KölleBehrens. Schließlich wurde auch der Vorschlag der Vorlage, die allgemeine Mündigkeit vom 18. auf das 16. Jahr und die Frist für den Erwerb und Verlust des Unterstützungswohnsitzes von 2 Jahren auf 1 Jahr herabzusetzen, angenommen. Auch der Rest des Gesetzes wurde angenommen. Das Gesetz tritt mit dem 1. April 1909, in ElsaßLothringen am 1. April 1910 in Kraft Es folgte die zweite Beratung des Bogelschutzgesetzes. Die§§ 1 und 2 werden ohne Debatte in der Kommissionsfassung angenommen. Zu§ 3, der das Fangen und Erlegen von Bögeln, den Ankauf, Verkauf und das Feilbieten vom 1. März bis 15. September untersagt, liegt ein Antrag des Abg. Dr. Barenhorst(Rpt.) vor, die Frist bis 1. Oktober auszudehnen. Mit dieser Modisikation wurde§ 3 angenommen. Bei§ 8, welcher die Vogelarten auszählt, die von dem Gesetz ausgenommen werden, nahm Abg. Engelen(Z.) den Krammetsvogelsang und den Dohnenstieg in Schutt Der Krammetsvogelsang biete einer Menge von Leuten lohnenden Verdienst, und der Dohnenstieg sei keineswegt so grausam, wie er hingestellt werde. Daß das Verbot des Krammetsvogelfanges Italien veranlassen könnte, der Bogelschutzkonvention beizutreten, glaube er nicht. Abg. Feldmann(kons.) spricht gegen die Kommissionsfassung und Wiederherstellung des Regierungsentwurfs. Nachdem Abg. Wolff=Metternich(Ztr.) für die Beibehaltung des Dohnenstiegs gesprochen, erklärte Abg. Dr. Barenhorst(Rpt.) den Dohnenstieg für eine mittelalterliche Roheit, die den Grundsätzen der Kultur und der Menschlichkeit widerspreche.(Beifall, stürmischer Widerspruch.] Man werde nie einen wirklichen Vogelschutz haben wenn nicht eine internationale Grundlage geschaffen werde. Abg. Pfeiffer(Ztr.) meinte, einen vollen Schutz werde das Gesetz der Vogelwelt nicht verschaffen können. Leider sei es auch unmöglich, ein Gesetz gegen die Ausstattungsposse der modernen Damenhüte zu machen, aber glücklicherweise sei man in Paris zu den Tomaten als Damenhutschmuck übergegangen. Er bitte, seine Resolution zugunsten der Jugendaufklärung durch die Schule anzunehmen. Abg. Schultz(Rpt.) empfahl die Resolution Feldmann, sowie seine eigene Resolution auf Anbahnung internationaler Verträge. Abg. Ahlhorn(Irs. Bpt.) führte aus, in Oldenburg sei der Dohnenstieg noch gesetzlich erlaubt, aber 80 Prozent der Bevölkerung würden sich freuen, wenn er aufgehoben würde. Der Hinweis auf den Verdienst aus dem Krammetsvogelfang sei nicht durchschlagend. Der Kommissions= resolution stimme er zu. Schule und Haus müßten zusammenwirken, um auf diesem Gebiete einen Fortschritt Albumblätter. Das Fürtreffliche ist unergründlich, man mag damit anfangen, was man will. Goethe. Lady Delia. 27 Kriminal=Roman. Autorisierte Uebersetzung aus dem Englischen (Nachdruck verboten.) „Die englische Polizei fürchtet sich weniger vor Revolvern als vor einem Mißgriff ihrerseits,“ entgegnete Brett lächelnd. „Eh, ist das so? Bei uns drüben hätten sie nicht erst lange gehandelt, sondern mich sofort niedergeschossen.“ „Na, dann ist's ja nur gut,“ lachte Brett,„daß die Geschichte in London und nicht in Newyork passierte.“ *„ G a n z r e c h t; ä b e r s a g e n i S e m i t m a l, h a t m e i n F r e u n d Rensmore sich in Ungelegenheiten gebracht?“ „O. nicht so arg wie es aussieht,“ erklärte Brett.„Es scheint, daß er ohne sein Wissen in eine Kriminalsache verwickelt worden ist, und den Verdacht gegen sich durch seine unvorsich tige Handlungsweise noch verstärkt hat.“ :„ W ä r' m i r l i e b, d e n H e r g a n g z u e r f a h r e n, w e n n' s k e i n Geheimnis ist,“ bemerkte Pyne. ns Brett sagte sich, der Fremde habe wohl ein Recht zu wissen, weshald er gleich bei seiner Ankunft in Gefahr gewesen, verhaftet zu werden, und so erzählte er ihm in kurzen Worten, was er selbst über den geheimnisvollen Falle wußte. * Pyne hörte schweigend zu, dann aber trat er energisch für Mensmore ein.„Mein Freund wäre unfähig, ein Weid zu er morden, würde auch ein unerlaubtes Verhältnis mit einer rau unterhalten. Ich kenne ihn seit Jahren und bin noch keinem braveren, ehrlicheren Menschen begegnet, obgleich ich nicht weiß, weshalb er meinen Damen angenommen, was er tatsächlich getan, da der Hausverwalter heute morgen zu mir kam und mir sagte, die Wohnung sei auf meinen Namen ge mietet worden.“ „Was erwiderten Sie ihm denn darauf?“ 2. sehr einfach, daß Menomore das für mich getan habe *“ sch' zu wundern, muckste aber nicht, als ich ihm die seit Weihnachten schuldige Miete und noch ein Quartal voraus bezahlte.“ „So— war die Miete rückständig?“ „Ja. Mensmore hatte von Monte Carlo aus geschrieben, er werde um diese Zeit zurückkehren und seine Schuld begleichen.“ Das bekundet offenbar seine Absicht, wieder nach London zu kommen. Wirklich eine verzwickte Geschichte, nicht wahr?“ „Außerordentlich!“ stimmte Pyne bei.„Entschuldigen Sie aber, wenn ich mir als Laie eine Bemerkung erlaube. Sie scheinen eine sehr deutliche Spur übersehen zu haben.“ „Welche?“ „Nun, ich meine diese Frau Hillmer. Wer ist das? Wo gehört sie hin? Mit wem verkehrt sie und wer unterhält sie, daß sie so leben kann? Bertie hat sie nie mir gegenüber erwähnt. Von ihrem Vater hat sie nichts geerbt, denn Bertie mußte ja bei dessen Tod, weil kein Vermögen vorhanden, den Dienst quittieren und auswandern. Mich dünkt, die Frau weiß vielleicht mehr von der Sache als ihr Bruder.“ „Mag sein,“ nickte Brett,„nur dürfen Sie nicht vergessen, daß das Verbrechen, wie festgestellt worden, in Mensmorens Wohnung verübt wurde und daß er unmittelbar darauf Eng land verließ.“ „Das läßt noch eine andere Deutng zu,“ widersprach Pyne. „Jemand mag diesen letzteren Umstand benützt haben, um den Verdacht auf Bertie zu lenken.“ Diese Annahme hatte manches für sich, obgleich Brett ihr nicht unbedingt zustimmte. Immerhin beschäftigte er sich nach Pynes Fortgang ernstlich mit diesen Erwägungen und machte sich Vorwürse, das Vorleben Frau Hillmers nicht genauer er forscht zu haben. Mit begreiflicher Ungeduld erwartete er ihr Erscheinen, von dem er sich wichtige Resultate versprach Winter kam etwas verspätet.„Ich habe sie am Bahnhof abgelauert,“ sagte er in selbstzufriedenem Ton.„Sie werden gleich hier sein In diesem Augenblick meldete der Diener Frau Hillmer und ihren Bruder an. Brett wa rim ersten Augenblick ein wenig verlegen, weil er nicht recht wußte, wieer sie empfangen sollte, aber Frau Hillmer half ihm rasch darüber hinweg, indem sie mit einem ruhigen„Guten Abend!" Platz nahm. " Menomore blieb an der Türe stehen.„Es scheint, Mr. Brett,“ eröffnete er die Unterredung,„daß wir uns in Monte Carlo unter falschen Vorstellungen trafen. Sie waren in Wirklichkeit ein Detektiv, der die Spur eines Mörders verfolgte, und glaubten in mir den Gesuchten gefunden zu haben. Es wäre manches Mißverständnis meinerseits vermieden wor den, hätten Sie mir Ihre Rolle eher erklärt. Trotzdem— ich bin bereit der Beschuldigung, die gegen mich erhoben wird, entgegenzutreten.“ Brett hatte diese Haltung Mensmores erwartet, wünschte aber nicht eine feindliche Stimmung bei dem jungen Manne aufkommen zu lassen. „Als wir uns in Monte Carlo trennten. Mensmore." sagte er mit Betonung,„schieden wir als Freunde. Was ist geschehen, daß Sie jetzt eine solche Meinung von mir hegen und mir offenbar zürnen?“ „Ist es etwa nicht wahr, daß Sie mich verdächtigen, Lady Delia Lyle ermordet zu haben?" fuhr Mensmore bitter auf. Nein" „Warum hat mir dann meine Schwester gesagt, ich stände in Gefahr, deswegen verhaftet zu werden?“ „Weil wir einen gewissen Sydney H. Pyne im Verdacht hatten,“ erwiderte Brett,„dessen Verhalten so sonderbar und unverständlich war, daß die Polizei glaubte, Ursache zu haben, sich mit ihm zu beschäftigen.“ „Hegen Sie persönlich keinen Verdacht gegen mich?“ fragte Mensmore zögernd„Ist unser Verhältnis zu einander noch das gleiche wie in Monte Carlo?“ „Ganz dasselbe,“ versicherte Brett. „Dann bitte ich Sie um Entschuldigung für meine Worte,“ sagte der junge Mann aufatmend.„Ich habe diese drei letzten Tage schwer unter dem Gedanken eines Zerwürfnisses Ihnen gelitten. Nun aber ist alles wieder in Ordnung. Die beiden Männer schüttelten sich zur Bekräftigung die Hand, während Frau Hillmer in leises Schluchzen ausbrach Mensmore trat zu ihr:„Aber Gwen,“ sagte er beruhigend,„sei doch vernünftig! Die elende Geschichte wird sich schon aufklären. wir beteiligt sind, wollen wir uns vor niemand fürchten und offen bekennen, was wir wissen.“ So ist's recht!“ mischte sich Winter ein.„Wenn Sie den Grundsatz befolgen, werden Sie gewiß dazu beitragen, das Ge heimnis rasch zu ergründen.“ Mensmore wandte sich zu ihm und Brett beeilte sich, ihm seinen Kollegen vorzustellen. „Ich bin bereit, alle Fragen zu beantworten.“ erklärte Rensmore, sich Brett gegenübersetzend.„Was wünschen Sie zu wissen?“ Vor allem sagen Sie uns," begann der Advokat,„weshalb iSe den Namen Pyne angenommen hatten.“ Aus sehr einfachen Gründen, obgleich ich jetzt einsehe, daß es ein unüberlegter Schritt war. Als ich von Amerika hierher kam, befand ich mich stark in der Klemme, schlug mich jedoch durch, indem ich für Sportzeitungen schrieb und gelegentlich auf Pferde wettete. Da ich mir aber sagte, daß dies keine Existenz sei, so versuchte ich geschäftliche Verbindungen in der City anzuknüpfen. Dabei lernte ich einen gewissen Dodge kennen, dem gegenüber ich mich zur Aktienzeichnung eines neuen Spekulationsunternehmens, die Springbockminen in Südafrika, verpflichtete. Die Geschichte verkrachte damals, und mit diesem Zusammenbruch kamen noch weitere Forderungen. Um dem Drängen meiner Gläubiger zu entgehen, beschloß ich, eine Peile ganz zurückgezogen unter anderem Namen zu leben. Ich konnte dies um so leichter, als meine Schwester sich erboten hatte, mir eine Wohnung zu mieten und auf ihre Kosten zu möblieren. So nahm ich denn den Namen eines Freundes in Amerika an, ohne zu ahnen, daß ich sowohl ihn als mich dadurch in Ungelegen heiten bringen würde. Da haben Sie die einfache Erklärung,“ schloß Mensmore.„Uebrigens, was ist Pyne zugestoßen?“ „O nichts von Bedeutung,“ entgegnete Brett.„Es geht ihm ganz gut und er hofft Sie nachher zu sehen. Wie ist's, Sie kennen doch wohl Sir Charles Lyle?“ Ja! „Sehr genau?“ „om— das nicht gerade. Wir waren Schulkameraden im Institut Childe in Brigthon." „In Brigthon?“ „Ja. Lyle war bedeutend älter als ich, und nachdem er die Schule verlassen, wurde dieselbe nach Putney verlegt.“ „Waren Sie auch dort?“ „Ja, noch zwei Jahre.“ „Lyle nicht?“ „Nein, „Haben Mensmores Gesicht nahm er erwiderte:„Ich habe ihn nur selten gesehen und kaum mehr. gelgrachen. (Fortsetzung folgt.)„ nicht“ er ging schon früher ab.“ Sie später noch freundschaftlich mit Lyle verkehrt?“ iores Gesicht nahm einen harken Ausdruck an, als 3 demselben in Helgo Gesetz ange in ermöglichen. .###at,von Galen(Ztr.) meinte, der füdliche 8 8 in der Kommissionssastung angenommen Nach dem Antrage Fuhrmann soll das Gesetz am 1., Geptember 1903 in Kraft treten und an land erfolgen. Hierauf wurde das ganze## nommen. trat Vertagung ein. „Nichste Sitzung morgen 1 Uhr.— Vorlagen betressend Dempfersubventionen für den Norddentichen Llond, betr. Stempelabgabe für Erlaubnisfahrkarten für Kraftfahr zenge, Teuerungszulage, Münzgesetz. Schluß 6% Uhr. Politische Uebersicht. Deutsches Reich. * D e t m o l d, 1. M a i 1 9 0 8. Srug des Kaisers in Griechenland. Atben, 29. Avril. Die Blätter melden, der Kaiser werde auf der Rück reise nach Deutschland die Ausgrabungen Dörpfeld's auf u#d die Altertümer in Olympia besuchen. Der deutsche Konsul in Patras sei hingereist, um die Vorbereitungen zu tressen. des Prinzen Auguß Wilhelm von Preuhen, des vierten Sohnes des Kaiserpaares, mit der Prinzellin Tlega, r„#ittoria zu Schleswig=Holstein wird im Herbst d. J. stuttfinden. Als Hochzeitstag ist der 22 Ottober, der, Eebur stag der Kaiserin, in Aussicht gedie bis var snz##s unge Paar wird die Villa Liegnitz, von dem Prinzen Eitel Friedrich memen—#mahnn bewohnt wurde, umgebaut und ermiee des Fürsen Enleuburg gegen die Hardenprozeß wegen Meineids ist Generalanzeiger“ auf Anfrage an erjahrt— von der Staatsanwaltschaft eine, Lolge, gegeben worden, da nach ihrer Ansicht uirh ein Gegenbe ia uum..n.. der Zeugen vorliege Sachsen eriabienen Wre.Dohr 1815 ggr Abuis Jechann von Sachsen erlassenen Verbote war es den Offizieren der sächbei- freirmeggat gestattet, dem Freimaurerbund beizutreten, obgleich im Königreich Preußen und anderen Bundeskaaten ein solches Verbot nicht existiert Biellachen Wi### aus Ossizierskreisen entsprechend, hat Se., S#i#erch Anguß 1 dieses seit 55 Jahren benevende Verbot ausgehoben. in Woeige eutcher Lolonialgolitik. Am 1. Mai in Bethanien durch Heinrich Bog in Kenntnis gesetzt. Eine Bande bewaffneter Räuber hat vorr einen Gütertransport angegriffen und Telegrapben= uur eergert. Zur Wiederherselung der Ordnung wurDie Räuber hatten mehrere Tote und Verwundete. Die Bande scheint sich zerstreut zu sind Verluste nicht zu beklagen. Die Agitation ging von französischen die der französischen Oktupation nicht zu beklagen. Unzufriedenen aus, seindlich gegenüberstehen. winkt Der Landmann wünscht sich den trochen; denn Mai kühl und naß. Füllt dem Bauex Scheu kai mehr feucht Italien. Rom, 30. April. Die Tätiakeit des Aerna dauer#geschwacht, fort, erdsöße folgen einander in Einige sind von großer Heftigkeit. Zweimal erfolgten aus dem Zentrumstrater mächtige Eruptionen. In den Ortschaften am Fuße Semm verrscht fortdauernd große Bestürzung. Das Observatorium auf dem Aetna teilt mit: Die heutige Erup vn war seyr„Kwach. Die Lava schreitet sehr langsam vorwärts.##en erfolgte um 5 Uhr 40 Minuten abends eine große Eruption mit dunkler die von einem sehr lange auhaltenden töse begleitet war. une und Faß, oder, wie eine andere Bauernregel sagt, Maienregen auf die Saaten, Dann regnet es Dukaten. von anhaltendem Regen Rauchentwickelung, unterirdischen GeEngland. London, 30. April. Starke Regengüsse haben im ganzen Lande, namentlich im oberen Themsegebiet, Überchwemmungen veraulaßt. Die Einmohner der 4 Freilich will der Landmann auch wetter nichts wissen; denn er sagt: Eine Maiflut Tut nie gut. .#s##te der Landmann die drei gesirengen Herren, Mitte des Wonnemonats auftreten, die Eisheiligen Sältersichschlag it einen ###terüeschlag m sich bringen. Manche alten Volksbräuche, #r#. L Zeiten grauen Heidentums zurückreichen, sind mit dem Mai verbunden. Heißt es doch nicht umsonst, daß „##agen veraulaßt. Die Einwohner der Ge#e oberen Eiromlauf verlassen ihre Wohnun Besce) Der Genertat Jluch dund weista, iet frühere Sach, visaten. 2. Lin. Snite becz eina, vohten un ur türkische Gesandte in Mabrid ikt wieder freigelassenltünkler u. Fo zu umut se ein Stück von Zauder: und zu neuen Ehren gelangt. Er war bekanntlich seitlstact dasta.g caurrkar, uu dam uwunderschönen Monat Mai“ Crient. April.(Der der Mai eine ganz besondere Verjüngungskraft besitze, daß ein I. n brunnen ihn durchsprudelte, ein Heilbalsam die MaienDör-zwag wasl# und weng es auch schier unglaublich klingt, gen in was uralte Volkssage zu berichten weiß, daß nämlich in der erster, Rainacht, beim Nahen der Mitternachtsstunde das Wo.#er Flüsse und Brunnen sich in Wein verwandele, # der Maientau besonders nützlich sei zur Kräftigung eingesperrte Verschönerung, so ist im Grunde doch etwag und und *# war bekanntlich seit einer Ankunft in Konstantinopel vor einigen Wochen im Hotel Pera Palace sozusagen interniert worden, da eine große Zahl von Beamten der politischen Polizei ihn am Verlassen des Hotels verhinderten. Man brachte diese Vorgänge mit dem Erscheinen seines Besuches„Autres occasions perdues“ in Zusammenhang. In dieser Schrift unterwart er die militärischen Operationen in Kleinasten 1871248 einer sehr auzu ofsenen Kritik, bei der auch einige noch über Einfluß verfügende Generäle, sowie der früher, Grotzweur Kutschuk Said Pascha nicht ganz alimpflich davongekommen sind. Jetzt ist die Sperre über den freimütigen. General wieder aufgeboben worden: er darf frei ein= und ausgehen. Zugleich steckt, dessen stande bringt „Naturheilverfahren", wahre Wunderkuren 1= # bestrige Stadtverordneten=Versammlung war die I. sege###ie stattgefunden hat und dauerte nur ½ Stunde Ser Sit„ in die Tagesordnung führt d. Oberbürgermeister des ausgeschiedenen Stadtv. Gastwirt Kanne gewählten Stadtv. Kettmann in sein Amt ein, indem er die Hoffnung aussprach, daß Herr Kettmann ebenso wie die anderen Herren Stadtverordneten im Kolleg wirken möge im Interesse und zum Besten der Stadt.— Es folgt eine Ersatzwahl für die Gas= und Wasserkommission. Für den schiedenen Stadtv. Kanne wird Stadtv. Der genannte Herr war mehrmals, u. zur Siepe. längere ausge Reitzel gewählt.— wurde urch Heinrich Bogelsang, den 1883 AgenStimmung Oberkommissärs zurückzuführen, in zugemeldet, für den Lüderitz, der Vertrag ab- über die erwähnte Kriegführung als bere geschlossen, durch welchen der Hasen und das nächste Hinter=pat 71 0t40„czeichnet. Der Schritt des Marschalls Ach Grse venn Satre, Leanens.— epzt Lüheritzbucht— in den mes Mutbar Lüderitzbucht übergingen. Da Lüderitz sich vorverschafft hatte, daß die von ihm zu erwerbenden Besitzungen unter den Schutz des Reiches gestellt werden würden, so können wir den 1. Mai 1883 als den Geburtstag der deutscher Kolonialpolitik seiern. Aus kleinen Anfängen— das Gebiet von Angra Pequena umsaßte etwa 20 Quadratmellen— ist ein gewaltiges Kolonialreich entstanden, das brittgrößte der Erde! Verbotene und erlaubte Maiumzüge. Die Polizeibebörde von Jena hat den von der Sozlaldemokratie gee 55 2e=., sichr en. g, Derzen bui die D älsel— Die neue Postdampfervorlage. Der Entwurf zur Ergänzung der Gesetze betreffend Postdampfschiffsverbin dungen mit überseeischen Ländern ist dem Reichstage „Der Entwurf ermächtigt, wie den Reichskanzler, die Reichssubven Norddeutschen Llovd um 500000 A zu erhöhen T5: Pr. Zir sc verslichteg, eine vlerwöchent: W#uns„wischen Ostasten(Japan) ralten u. Deutso=Neu=ouinea einani 13 S Dr Jahraesowindigkeit auf dieser Linie muß 11 Knoten betragen. Der Lloyd wird also in Zukunft #e Schusn. Sigarare, Regz=Luinea und Japan=Anstralien9. Streiben.„er Llovd übernimmt nach dem 1. Beibehaltung eines vierwöchentlichen Dienstes zwischen Sydnev und Japan unter sewheiligem Anlausen von Simpsonhasen im Siemaragrchipel#r gorich Wilhelm=Hafen in Kaiser Wilhelm=Land und Yap in den Westkarolinen. 2. Wiederaufder Linie Neu=Guinea— Siugapore mit achtwöchentlichem Verkehre von Singapore aus, wobei „####aig, Sgmarang, Soerabasa, Mekassas, Amboina und Randa die Häfen Rumleo, Berlinhafen, Friedrich Wil helmhafen, Erima=Stephansort und Finschhafen. 3. Eine regelmäßige dreimonatliche Küstenschiffahrt von Simpsonbosen Büchen uer a g. uind den Abrigen wichtigen Pläten im Bismarck=Archipel. Als neue Leikungen, rornmen glso binau: 1. Das Anlausen von Bap 1122 der Hoben Rilitärkommisston, die im Ee vird nunnehr in die Tagesordnung eingetreten. Vildis tagt, ernannt worden. Der Umschwung in der! 1) Verkauf eines des Jildis ist auf einen Brief des türkischen Lemgoergrunstraße(2 in Aegypten, Marschalls Achmed Mukthars und im Prinzip zugestimmt.“ welchem er das Urteil Izzet Paschas*= als berechtigt und — bezeichner. Der Schritt des Marsch med Mukthar ist um so bemerkenswerter, als Izzed Pascha in seinem Buch auch seinen jetzigen Fürsprecher angegriffen wahrend des russisch=türkischen Krieges das asiatische Armeekorps befehligte. Asien Täbris, 30. April. Der Stadthauptmann von Urmia Stadthauptmann telegraphisch um Hilfe, da die mehr als 2000 Frauen und Kinder gesangen genommen und grausam mißbandelt hätten. Alle nach Urmia führenden Wege sind auf allen Seiten von Kurden besetzt, welche die unterwegs befindlichen Waren geraubt haben. Aus Teheran ist der Befehl eingetrofsen, schleunigst eine Truppenkompagnie von 10000 Mann zu bilden und gegen die Kurden abzusenden. -# g g a t, 3 0. A p r i l. I m K r e i s e Q u i t s c h a n g d e r P r o vinz Anhut sind an der Grenze von Hunau gegen die gerichtete Unruhen ausgebrochen. Das Missionsgebäude der Stadt Yuitschang und der Jamen des Landrats sind niedergebrannt, die Sträflinge gewaltsam befreit worden. Es sind Truppen von Anping und Wutschang auf dem Marsche nach Duitschang. a. mit dem Prinzen Zeit in Ostafrika, in eeilden, Agesten,„d#r Perzinigten Staaten, Canada, auf Ceylon . and Aberall hat seine Gewandtheit und Sicherheit alWeidmann ihm die seltenste Jagdbeute vor die Büchse und Kastas Prizeanten dicten Eietsalt. Lkos Ther, Leepan, Krokooil die eigenartigsten Notwildrassen und Seltenheiten ersten Ranges. Diese Seltenheiten, in geschmackvoller #.#r%,#ronet., und auf kurze Zeit in der Turnhalle bei der Zenkralhalle an der Westernstraße zu Paderborn der Oeffentlich keit zugänglich und zwar vom 10.—13. Mai einschließlich. .. s Der Saaterstand. Der Wochenbericht der Preisberichtstelle des deutschen Landwirtschaftrats tsilt mit: Ungünstige Noten mit 3,0 und mehr haben für Winter=Weizen die Reg.= Ses,„S ggspers bumdinnen, Allenstein, Hannover, ferner D.—#.=S. Terin Braunschweig. Schaumburg=Lippe, Lippe Waldeck; für Roggen die Reg.=Bez. Gumdinnen, Allenstein, Stralfuns, ferner Meckl.=Schwerin, Meckl.=Strelitz; für Klee: die Reg.=Bez. Breslau, Oppeln, Osnabrück. Schaumburg. Am silbernen Hochzeitstage des guxnenpe,# zu Schaumburg=Lippe am 16. April 1907, hatte Kailer dem Fürsten Georg die Burg #rszum beschenk gemacht. Der Fürst hatte fort nach der Schenkung beschlossen, die Schaumburg seiner Ahnen wiederherstellen zu lassen und kürzlich eine Million und Rekonstruktion bemilligt.„ie Schaumburg liegt(+ 225 Meter über dem Meeresspiegel) auf einem kegelförmigen Vorberge der Wassererre, dem Paschenberge, zwischen Hessisch=Oldendorf und Rinteln aus waldiger Höhe, über ihr die Paschenburg(+ 340 Meter über dem Meeresspiegel) im ehemaligen Kurfürstentum pessen, im jetzigen Regierungsbezirk Kassel. Im Jahre 1647 lei die Burg mit dem heutigen Kreis Rinteln durch Erbvertrag an Hessen=Kassel und wurde als Jagd=Schloß und Verwaltungsgebäude seit 1873 als Gasthaus benutzt. Von den alten Burganlagen sind noch vetschiedene Teile erhalten. So das von dem sogenannten Archivturm überragte Eingangstor mit den östlich sich anschließenden Ruinen vom Amtshause und angebauten Gefängnisse. Ein Treppenaufgang führt an dem früheren Burgverließ hin, das noch vier Meter starke Mauern zeigt. Im inneren Burghof liegt das eigentliche Hauptgebäude, das aus dem Jahre 1524 stammt, wie eine eingefügte Inschrift besagt, und vom Grafen Anton I. von Schaumburg errichtet nwurde sowie ein aus späterer Zeit stammender Glockenturm. Außer der erwähnten Inschrift befindet sich keine mehr an den Mauern und Toren der alten Burg.„Wappenbilder und Inschriften nämlich hat der König von Westsalen, Jerome, abhauen lassen. Von der Burg genießt man eine herrliche Aussicht auf die Weserberge von Hameln bis Minden. Besonders durch eine Tür des Burghofes ist der Blick so großartig und überwältigend, daß sie„Himmelspforte“ genannt wird. Newyork, 30. Avril. Nach telegraphischen Nachrichten aus Tokio erfolgte der Untergang des Schulkreuzers „Matsuschima“ heute vormittag nicht infolge Aufstoßens auf eine Mine, sondern vor Anker durch eine Explosion einer Munitionskammer. Von den Booten der anderen Schulschiffe, mit denen die„Matsuschima“ zusammenlag, sind nach den jetzt vorliegenden Berichten des Chefs des Schulgeschwaders 141 Mann gerettet, darunter nur wenige Offiziere. Unter der 300 Mann starken Besatzung befinden sich 58 Kadetten, unter den vermißten Kadetten alsind Söhne des Feldmarschalls Opama, wie des Bizeminiters des Auswärtigen Chinda. Tages=Neuigkeiten. Berlin, 29. April. Heute vormittag versuchte ein unbekannter Mann an der 4½ Jahre alten Elsbeth Miethe im Keller des Hauses Elsaßerstroße 9 ein Sittlichkeitsverbrechen zu begehen; nachdem er dem Kinde den Mund zugestopft hatte. Das Kind ist leicht verletzt. Eine Beschreibung des Täters fehlt völlig. Es ist nur bekannt, daß er ein sehr großer schwarzhaariger Mann gewesen sein soll..„ Köln, 29. April. Nach der Kölnischen Volkszeitung wählte der Vorstand des Deutschen Vereins vom Heiligen Lande anstelle des verstorbenen Paters Schmidt in seiner gestrigen hier im erzbischöflichen Palais abgehaltenen Vorstands=Sitzung zum Direktor des katholischen deutschen Hospizes in Jerusalem den bisherigen Direktor des Priesterseminars in Funchal auf Madeira, Pater Ernst Schmitz einen Ordensgenossen des verstorbenen Paters Schmidt, der ebenfalls der deutschen Ordensprovinz der Lazaristen angehört. Luftballlonlandung mit Hindernissen. Beim Landen eines Luftballons ist in der Nähe der von Emskirchen in Mittelbayerischen Armeeseines Schwagers der Grundstückes in der Lesung.) Wird genehmigt —. daß auch Grundstücke an d. Herren Leweke und Zinkgrebe abgegeben werden sollen unter den gleichen Bedingungen wie es an Herrn Kemper mit dem vorstehenden Beschluß geschehen ist. 2) Gemeinderechnung 1906=07. Wird der Finanzkommission überwiesen. Vorlage bei.. Lemgoerstraße(nicht Langeder Lemgoerstraße sind die Parzellen 90, 91 und„it n..• im Grundbuche auf den Namen der Stadt eingetragen. Diel anerender Teil des Festes wird der Festzng [Die Unruhen in Persien.) Regierung verlangt, da die Strecke Landeschaussee sei, daß dien anfasstan u—s.....: Urmia ersuchte den hiesigen Stadt die Eintragung zur Löschung beantragen soll. Der MaPl55:: Le. Scen kase., Al. ee, icht we eihne veritereg ensperchen Die Kinder gesangen Vorlage wird er Justizkommission überwiesen. 4) Vorlage betr. Garantie für den Teutoburger Wald=Verein. Es handelt sich um das Fest am Hermannsdenkmal anläßlich der 1900. Wiederkehr der Varus schlacht im Teutoburger Walde. Nach befürwortenden Ausführungen der Stadtv. Köller und Schmidt. und nachdem der Oberbürgermeister auf eine Anfrage des Stadtv. Tenge erklärt hatte, daß die Regierung wohl 5000 Mk und Private 5000 Mk. bewilligen bezw. zeichnen würden, schlossen sich die Stadtverordneten dem Magistratsbeschluß, 5000 Mk. zu be willigen, an. 5) Jahresrechnung 1907 der Sparkasse. Die Rechnung soll im Kolleg zirkulieren. Aus dem Bericht des Direktors Lindborst=Hannover, der die Kasse revidiert hat, geht hervor, daß der Jahresabschluß sich folgendermaßen gestaltet: Aktiva: 1 256 465,72 J. Passiva: 1 256 489,43 Mark. Die Unterbilanz beläuft sich also auf 23,76 M: im Jahre Amerika. Verbindung zwischen Simpsonhafen, den Grädinei Pakaufe. Sunda1·BGr##“ Singavore. Der Vertrag läuft bis zum Mark Brandenburg fand, wie schon mitgeteilt, die Hauptverhandlung gegen den Rechtsanwalt Dr. Karl Lieblnecht statt, der bekanntlich wegen hochverräterischer Handlungen vom Reichsgericht zu 1½ Johren Festungshaft vexurtellt worden ist. Den Vorsitz im Ehrengericht führte Gebeimer Justizrat Dr. Krause, der Vizepräsident des preußischen Abgeordnetenhauses. Das Referat lag in n Händen des Justizrats Stranz. Die Anklage vertrat else m c Lant Raster selbs. Liebtnecht verteidigte sich selbst. Nach dem Plädoper zog sich das Gericht zur Belatung zurück und erschien bereits nach wenigen Minuten wieder. Der Vorsitzende verkündete die Freisprechung 9„Das Ehrengericht habe sich zwar an das Scheh Versahten lrigsern gedundsen erastenl ali 2 hacg. der in Begleitung sei verräterische Handlun lllein es lag keine Veraulassun fähigkeit, noch weiterhin seinen alter zu dienen, abzusprechen. alle sei die politische Gesin n Betracht zu ziehen und die Betä annehmen mußte. ihm deswegen die anderen als SachGerade im vorliegenden nung des Angeklagten etätig g vor, Beruf, Gersthofen bei Augsburg aus in für Luftschiffab“ aufgestiegen war, tätigung dieser Gesinnung ch keine Verletzung sie den Interessen des n Wort und Schrift bilde no der Anwaltsehre, selbst wenn Staates widerspreche. —„ n a s O l d e n b u r g. I n v e r f l o s s e n e r W o c h e f a n d i n er alten Wittekindstadt Wildeshausen die alljährliche ergaben Barons von Psetten, von einem Ballon des Vereins für verunglückt. Als man landete, neigte sich plötzlich der Ballon, vom Winde getrieben, auf die Seite und riß den Korb auf dem Boden mit sich. Schedl, ein erfahrener Suftschiffer, der eben im Begriff war, den Korb zu verlassen, wurde eine Strecke weit geschleift und geriet dabei mit einem Fuß so unglücklich unter den Korb, daß er einen Bruch des Wadenbeins erlitt. Der Verunglückte wurde sofort mit der Bahn in eine Münchener Klinik gebracht Untergang eines japanischen Schulschisses. Tokio. 30. eit beschlossenen Leitsätzen für das neue Schulgesetz zuimmt, so betreibt sie damit die Politik des Erreichbaren Nach den Sätzen kleibt die geistliche Schulaufsicht noch für den Religionsunterricht bestehen.] Ferner beschloß die Lehrerschaft einnimmig, sich von dem Küsterdienst dem Organistenamt ganz zu lösen. Je weniger das Lehramt mit anderen Beschäftigungen ver gnickt ist, desto reiner und unangreifbarer steht der Lehrer da und desto mehr kann er sich der Schule widme — Die volnisch=sozialdes witz, kratie, einem Kranz von Festlichkeiten umrahmt enssenIiues jeganischen Schulschisses. Tokto. 30. zweierlei: Die oldenburgische Volksschullehrer=1 Scuschift„Matsu Schima“ is heute vormittag chaft stebt einstimmig auf dem Giandpunkte, J.“ ein be., den Pezcadores auf eine Mine gestoßen und völlige Trennung von Schule und Kirche ein=untergegangen. Von der Mannschaft wurden 30 gereten muß. Wenn sie dennoch den von der Landtagsmehr=rettet. Die Zahl der Umgekommenen, unter denen sich vermutKL M.„ klich auch der Kommandant befindet, wird auf 200 ge Ein Dynamitattentat auf das Bismarckdenkmal in Soolar. Goslar. 30. April. Heute abend ½11 Uhr wurde auf das hiesige Bismarck=Denkmal ein Dynamitattentat verübt. Der Sockel und ein Fuß des Standbildes wurden beschädigt. Der Täter ist noch unbekannt. Stadt und Land. Detmold, 1. Mai. * Der Mai ist gekommen, und mit ihm die schönste Zeit des Jahres. Alle Dichter, auch unsere großen Klassiker, befingen den Mai; sie schildern ihn als den König, der mit seinen Trabanten einen Triumphzug durch die Lande hält. Störche, Lerchen und Schwalben sind seine Quartiermacher, die Nachtigall singt ihm den Willkommen mit melodischem Liede. Malglöckchen, Waldmeister und Flieder senden ihm süße Düfte, Goldregen und Jasmin streuen ihm Blüten auf den Weg. Dem wunderbaren Zauber der neuerwachten Natur vermag kein Sterblicher zu widerstehen: in Scharen ziehen sie hinaus in Wald und Flur, selbst der vertrocknetste Philister macht sich auf, erst zaghaft und ernst, bis ihm all die Sorgen entfliehen von dem Jubilieren rings umher und er aufatmet und fühlt, daß er in Gottes freie Natur gehört, wo allein wahre Erholung 1906 waren es: 2567 M. Es sind also rund 2500 Mark mehr erzielt worden, sodaß begründete Hoffnung vorhanden ist, daß das Jahr 1908 einen Ueberschuß erzielen wird. 6) Mitteilungen des Magistrats zu Tit 3b1, Tit. 81a. Tit. 81b der Ausgabe der Kämmereikasse. Es handelt sich bei diesen Titeln um zu zahlende Gebühren für den Organisten, den Ortsgeistlichen und das Neustädter Gefälle Der Magistrat wünscht die Ansicht des Kollegs zu seinem Vorhaben diese Zahlungen abzulösen. Oberbürgermeister Wittie: Als seinerzeit die Neustadt eingemeindet wurde, da verzichtete die Rentkammer auf verschiedene Rechte und von der Zeit her rührt das Neustädter Gesälle. Für den Organisten und Geistlichen stammt die Zahlung schon aus der Zeit des Grafen Simon. Es wäre vielleicht angebracht, eine Ablösung in die Wege zu leiten. Die Stadtvv. Schemmel und Steg sprechen sich für die Ablösung aus. Stadtv. Schulz findet jetzt eine Ablösung nicht zweckmäßig, weil das Geld so teuer ist; dem schließt sich Stadtv. Urhahn an, weil es sich nur um Beträge von K 50, 45 und 90 handelt jedes Jahr, und d ie Stadt billiger wegkommt ohne Ablösung. Stadtv. Tenge ist nur für Ablösung, wenn der zu zahlende Betrag gering ist. Die Abstimmung ergibt, daß das Kolleg in seiner Mehrheit gegen die Ablösung ist. Vorlage des Magistrats, enthaltend Kostenanschläge für die Sachsenstraße, sowie für die Wiesen= und Lortzingstraße. Wird der Baukommissior überwiesen Oberbürgermeister Wittje macht die Mitteilung, daß der neue 1. Ratsherr am 1. Mai in sein Amt eingeführt werde. Stadtv. Köller bringt zur Sprache, daß 2 junge Leute vom Magistrat nach beendeter Lehrzeit(ohne jede Entschädigung) mit 10 M pro Monat bezahlt würden. Das sei keine Bezahlung für jemand, der seine Schuldigkeit tue, was er von den jungen Leuten sagen könne. Früher seien schon 30 Mark gezahlt, worden. Er beantrage, den Magistrat zu ersuchen, eine orlage zu machen, die eine höhere Bezahlung vorsieht. Stadtverordneten=Vorsteher Winkelsesser bittet, die Sache in der folgenden vertraulichen Sitzung zu behandeln. Stadtv. Köller ist damit einverstanden. Schluß der Sitzung ¾7 Uhr. * Die 59jährige Doktorjubelfeier begeht heute, am 1. Mai, Professor Dr. fur Paul Laband in Straßburg i. E. Der bekannte Staatsrechtslehrer, ein geborener Breslauer, steht im 70. Lebensjahre. Er ist in Lippe durch seine Schriften im Thronfolgestreit allgemein bekannt geworden; er stand auf Bückeburger Seite. se. Das 50jährige Meisterjubiläum begeht am heutigen Tage der Werkmeister Ed. Koch hierselbst. Seit Jahrzehnten in der Zigarren= und Tabakfabrik S. F. W. Brüggemeier beschäftigt gewesen, trat der Jubilar vor einigen Jahren, als die vorgenannte Firmo die Zigarrenfabrikation aufgab, ein bei der Firma Brandes, wo er noch täglich seinen Posten versieht. Möge d. Jubilar noch lange seine Rüstigkeit erhalten bleiben. Den Gratulationen seiner Werkmeister=Kollegen im Bezirksverein Detmold schließen wir uns an. Verbereitungen für das 11. Deutsche Turufest in Frankfurt a. M. nehmen ihren Fortgang. Ein allgemin interS#### des Festes wird der Festzug sein, der in Sachsenhausen aufgestellt und drei Hauptabteilungen umfassen wird. Im ernen, historischen Teil wird It. D. Turnzig. die Entwickellng der Leibesübungen vom Altertum bis zur Neuzeit in kulturgeschichtlicher Trachtgrupen vorgeführt. Diese Gruppen erfordern die Mitwirkung von 500 Kostümierten und 100 Pferden. Die 2. Hauptabteilung bildet die Turnerschaft. Die Turner marschieren, nach Gauen geordnet, denen die Fahnen vorausgetragen werden, in über 5000 Achterreihen die sicher einen gewaltigen Eindruck hervorrufen. Den dritten, bürgerlichen Teil bilden die Innungen, Vereine und sonstige Körperschaften der Stadt Frankfurt mit ihren Bannern, Emblemen, zum Teil mit Prunkwagen und in ihren charatieristischen Trachten. Außerdem wirken im Festzuge mir; ein Sängerchor, etwa 30 Militärkapellen, mehrere Zivilkapellen u. Tambourkorps.— Der Festzug bewegt sich über die Obermainbrücke durch die Hauptstraßen zum Festplatz. Den Anfang des Zuges bildet der XIV. Kreis(Saassen), das Ende der festgebende IX. Kreis(Mittelrhein). Die übrigen 17 sind ausgelost. Der Kreis VIIIa(Westfalen und Lippe) marschiert an 10. Stelle. — Die polnisch=sozieldemokratische Presse. 30. April. Das Organ der polnischen Soziald oie hier erscheinende„Gazeta Robotnicza“ wird gemäh.st# m eschlusse d., kürzlich abgehaltenen Parteitages runftia täglich herausgegeben werden. Frankreich. E. P Weril. l der satt einer schen Abteilung in Senegambien.) Dem Temps wird ans Dagana(Senegambien) vom 17. d. M. gemeldet: Ei##e unter Fuorung eines französischen Olfiziers=Stell vertreters und zuet französisch:s Unteroffiste Abteilung ranzof n stehende Abte g.###n, 52 Eingehorenenschüyen wurde in der Nähe von Nuakschott von Mauren angearlsten. Nur der Olsieiers=Stellvertzeter entkam, alle anderen wurden ns es###. Bestengoerste und eine Summe vo. Waffenvocräte und eine Summe 7000 Franes siel in die Hände der Angreifer. Paris, 30. April Kolonialministerium (Unruhen in Indochtna.) Das wurde vom Gouverneur von Judo* Westsälisch=lippischer Wirtetag. Wie schon mitgeteilt, wird der 25. Zonentag der Westfälisch=lippischen Zone des Deutschen Gastwirteverbandes am 14. Mai in Bochum abgehalten werden. Auf der Tagesordnung stehen u. a. folgende Gegenstände: Errichtung eines Alters= und Genesungsheimo(Referent Franz Dervenich=Hagen), Kohlensäurepreise und Errichtung eines eigenen Kohlenäurewerres(Reserent C. Aßhauer), Einreichung einer Petition an den Reichstag, dahingehend, daß es den Inhabern von Fernsprechanschlüssen gestattet sein soll, von den Benutzern den Selbstkostenpreis für Stadtgespräche zu erheben(Referent A. Pohl=Hagen), Ausstellung von Verbandslehrbriefen nach 2jähriger Lehrzeit(Referent A. Meyer), Antrag an den Gastwirtetag in Görlitz die Verbandsbeiträge auf die Hälfte zu ermäßigen(Referent J. Multhaup=Bochum), Antiaikoholbewegung und Wirtevereine(Reserent C. Hasenbring=Dortmund), Bewilligung eines Beitrages zum paritätischen Arbeitsnachweis für Hotel= und Restaurationsbetrieb (Reserent C. Verkemeyer=Dortmund. & Lippischer Ravallerie=Verein. der Lipp. Kavallerie=Verein in den Anlagen des Falkenkruges ein Sommerfest verbunden mit Geburtstagsfeier Sr. Durchlaucht des Fürsten. Wie wir erfahren haben, wird der Saal des Falkenkruges bis dahin vergrößert werden: der Abend verspricht für Tanzlustige ein vergnügter zu werden. * Strafkammersitzung vom 30. April. 1) Der Ziegler Sch. in St. war vom Schöffengerichte Hohenhausen wegen Körperverletzung aus§§ 223, 223a St.=G.=B. unter Annahme mildernder Umstände zu 150 Mark Geldstrafe verurteilt worden, weil er bei einer am 12. Januar 1908 in der Bökeschen Wirtschaft in Varenholz stattgehabten Schlägerei d. Zigarren arbeiter Obenhaus aus Barenholz mit einem Messer vorsätzlich mißhandelt haben sollte. Gegen das Urteil war von der Staatsanwaltschaft rücksichtlich des Strafmaßes Berujung eingelegt. Der Gerichtshof hielt jedoch mit Rücksicht auf die besonderen Umstände d. Falles die in 1. Instanz erkannte Strafe für eine ausreichende Sühne und verwarf die Berufung.— 2) Der Dienstknecht Hermans St. aus B.ehatte am 8. Oktober 1907 auf der Domäne Göttentrup seinem Mitknecht Albert Warch mittelst Erbrechens eines Kleiderschrankes 140 JA. bares Geld, welches sich Warch für seine bevorstehende Militärdienstzeit erspart hatte, und von einem Kleiderständer eine d. Warch gehörige Joppe gestohlen. Der Anegklagte hatte damals das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet. Er hat den Diebstahl im Rückfalle ausgeführt. Die Strafkammer erkannte unter Annahme mlidernder Amstände auf eine Gefängnisstrafe von 9 Monaten, die der Angeklagte als Zusatzstrafe zu einer vom Landgerichte Hamburg gegen ihn erkannte Gefängnisstrafe von 15 Monaten zu verbühen hat.— 3) Der Wirt F. aus D., früher in Salzuflen, war vom Schöffengericht Salzuflen wegen Betruges zu 50 4 Geldstrafe verurteilt worden und hatte dagegen Berufung eingelegt. Er war im heutigen Termin nicht erschienen, auch nicht genügend entschuldigt. Seine Berufung wurde deshalb verworfen. * Staatliche Präparandenschule. Heute morgen 8 Uhr wurden die beiden Präparandenlehrer Reuter und Krüger durch Herrn Seminardirektor Sauerländer ins Amt eingeführt. n. Im hiesigen Verein für„Gesundheits= und Körperpflege“(früher Naturheilverein) sprach gestern abend im großen Saale des„Odeon“ der allbekannte Sportschriftsteller Herr Gustav Möckel=Berlin über„Körperkultur und Schönheitspflege.“ Außer den zahlreich erschienenen Mitgliedern hatten sich auch Nichtmitglieder eingefunden. Zu dem höchst interessanten Vortrage wurden zum besseren Verständnisse ca. 60 Lichtbilder zur Ansicht gebracht. Redner wies auf das Luft= und Sonnenbad in gesundheitlicher und ästhetischer Bedeutung hin und zeigte an den Lichtbildern, wie durch diese Art Bäder der Kulturentartung wieder der Weg zurück zur Natur gesunden wurde. * Schützen=Gesellschaft. Die Generalversammlung ist übermorgen, Sonntag, auf dem Schützenberge. * Das Baudel=Denkmal ist durch den großen peknutären Erfolg des Italienischen Volksfestes seiner Verwirklichung um ein gutes Stück näher gerückt. Hoffentlich wird auch am Sonntag„Italien in Detmold" nochmals seine Zugkraft ausüben und den Denkmalsbau weiter fördern. Wer noch Sachen für den Bazar stiften will, schicke dieselben zum Neuen Krug. Besonders das Büsett und die Konditoret bitten um liebevolle Unterstützung, da ihre Vorräte aufgebraucht sind. * im des lichen hörer bar. Frohsinn“=Konzert. Wir werden auf das gestern Theater stattgefundene Konzert zum Besten andel=Denkmals morgen zurückkommen. Die FürstHerrschaften wohnten der Aufführung bei; die Zuwaren für die Darbietungen außerordentlich dank. * Sine hochlateressante GSammlung von rbesitzt Rittmeilter Seod von der Paderdorner Offizierreitschule &a Salzuflen, 1. Mai. Nachdem Fürstliche Regierung das Statut der Bäcker=Zwangsinnung genehmigt hat, ist von dem Regierungskommissar, Herrn Bürgermeister Klappert, Termin zur Vornahme der Vorstandswahl an Mittwoch, den 6. Mai 1908, nachmittags 5 Uhr, im Rathaussaale zu Salzuflen anberaumt. Tagesordnung: 1. Konstitu erung der Innung. 2 Wahl des Innungsversanden(H 27 des Statuts). 3. Wahl der Mitglieder des Ausschusses für das sellen= und Herbergswesen(P 35 des Statuto). 4. Wahl der Mitglieder des Ausschusses für das Lehrlingswesen(§ 36 des Statuts). 5. Wahl der Mitglieder und Ersatzmänner des Gesellen=Ausschusses(§ 41 des Statuto). * S a l z u s l e n, 1. M a i.( K o n k u r s C h r i s t o s o l i.) Wie man hört, sollen noch sortgesetzt gesälschte Wechsel zu Protest gehen.— Im Anschluß an den unter dem 19. März d. Is wegen Wechselfälschung erlassenen Steckbrief wird vom Ersten Staatsonwalt noch mitgeteilt, daß Christosoli sich auch eines Verbrechens gegen§ 239 Nr. 2 der Konkursordnung und eines Vergeheus gegen§ 241 das. schuldig gemacht hat. et- Schötmar, 1. Mai. Die Bestätigung des Pastors Butterweck als dritter Pfarrer der Gemeinde Schötmar ist durch Se. Durchl. den Fürsten nunmehr erfolgt. Die Nachricht lief gestern elegraphisch hier ein. &* Lemgo, 1. Mai. Prinzessin Carola stattete am lichen Abteilungen und deren Einrichtungen eingehend besichtigt wurden. Die Prinzessin sprach sich über alles sehr lobend aus. Nach der Besichtigung wurde in der Direktortalwohnung ein Frühstück eingenommen. * Blomberg, 30. April. In der gestrigen Sitzung des kaufmännischen Vereins wurde beschlossen, die Rechnungen nicht wie bisher nur zu Neujahr, sondern auch am 1. Juli, also alle halbe Jahr, auszuschreiben. Sodann wurde die Antwort auf die Petition an die Handelskammer betr. die Verkaufszeit an Sonntagen besprochen. Die Antwort lautet dahin, daß an den festgesetzten Stunden morgen von 7—10 und 11½—1½ Uhr zur Zeit nichts geändert werden kann, da eine reichsgesetzliche Regelung der Sonntagsruhe im Handelsgewerbe in Aussicht steht.(B. A.) p. Brake. 30. April. Der Fürst hat den Zigarren arbeiterinnen Ehefrau Charlotte Bellmer geb. Ridder, Ehefrau Elise Linnemeier geb. Nagel und Ehefrau Amalie Stein gev. Nagel in Anerkennung langjähriger treuer Dienstleistungen bei der Zigarrenfabrik von Engelhardt& Biermann hierselbst die Anerkennungsurkunde verliehen Die Urkunden wurden heute den Jubilarinnen durch einen Bertreter der Firma überreicht. v. Rott, 30. April. In dem vor einigen Tagen hierselbst stattgesundenen Termine zur Verpachtung der Gemeindejagd gab Herr Fabrikbesitzer Herbrechtsmeier=Bünde für die Rotter, Nösingfelder und Hagendorfer Gemeindejagd das Höchstgebot von 350 MA ab. Demselben wurde in der gestrigen Gemeindeausschußsitzung der Zuschlag auf sein Gebot erteilt. Die Jagd ist auf 6 Jahre verpachtet. m. Schwelentrup, 30. April. Die hiesige Gemeinde jagd, welche zufolge Gemeindebeschluß in zwei Bezirke eingeteilt worden, wurde vorgestern verpachtet. Für den Bezirk Farmbeck war Höchstbietender mit 206 M der Gutsbesitzer Meierkordt Nr. 2 und für den Bezirk Schwelentrup war Gutsbesitzer Struchtemeier=Bielefeld Höchstbietender mit 625.A. Beiden Bietern wurde auf die abgegebenen Gebote der Zuschlag erteilt. Wie wir hören, ist aber gegen die Zuschlagserteilung beim Fürstlichen Verwaltungsamte Brake Beschwerde erhoben. eg= Langenholzhausen, 30. April. Der Veteran und frühere Besitzer des Lehngutes Hellinghausen Aldrecht Diderichs welcher seit der Uebergabe seines Guts an seinen Sohn hier wohllte und welcher am voriog Sonnabend, den 25. d. M. sein in keuester Pflichterfüllung vergangenes Leben durch einen sanften Tod beschloß, wurde gestern nachmittag unter sehr großer Beteiligung aus allen Kreisen der Bewohner zu seiner letzten Ruhe bestattet. Das war, wie zu erwarten, ein impo sabsker Leichenzug, der sich vom Trauerhause zum Friedhofe be wegte. Aus der Nähe und Ferne waren Verwandte und Freunde gekommen, um dem teueren Entschlafenen, welcher sich bei hoch und niedrig der besonderen Achtung u. Beliebtheit erfreute, die letzte Ehre zu erweisen. An der Spitze des Leichen zuges marschierte eine Musikkapelle und der hiesige Krieger verein dessen treues Mitglied d. Entschlafene lange Jahre durch gewesen, mit umflorter Vereinsfahne, dem treuen Kameraden das letzte Ehrengeleit zu geben. Die Musikkapelle blies Grab choräle. Dann folgte der Leichenwagen mit dem reich mit Totenkränzen beladenen Sarge und hierauf die große Zahl Leidtragende, Männer und Frauen, wie hier üblich. Vorher Kleines Feuilleton. Amsellied. Wenn es dämmert singt die Amsel Süße, sehnsuchtsschwere Sänge, Und mein Herz zieht in die Ferne Auf den Flügeln dieser Klänge. Wenn es dämmert, singt die Amsel Süße, sehnsuchtsschwere Sänge. Alle Arbeit laß ich ruhen, Dir geweiht ist diese Stunde. Neu erleb ich meine Liebe, Tief, im tiefsten Herzensgrunde. Alle Arbeit laß ich ruhen, Dir geweiht ist diese Stunde. Deine Seele grüßt die meine— O dies selge Sichbegegnen! Deine Liebe nun durchstrahlet All mein Wesen, mich zu segnen.— Deine Seele grüßt die meine, O dies selge Sichbegegnen! E. E. Was für tolle Streiche die alten Hexen im Harz in der Walpurgisnacht machen. Ja, in der Walpurgisnacht, in der Nacht zum 1. Mai, dann geht es am Brocken oder, wie der Berg auch heißt, am Blocksberg ganz toll her. Obwohl kein Mensch zu finden ist, welcher Hexen gesehen hat, soll es doch gerade in jener Gebirgsgegend ganze Scharen solcher Geschöpfe geben, menschliche Personen welche mit dem Teufel in Verbindung stehen und mit allerlei unheimlichen Geistern und mit übernatürlichen Mitteln auf Erden allerlei Unfug anrichten zum Schaden der armen Be wohne. Aeußerlich sollen sich die Hexen von anderen Mensche nicht unterscheiden, aber sie sollten sich bald sichtbar machen können, bald unsichtbar. Es sind boshafte Kreaturen, welche in satanischer Weise Feld und Flur schädigen, welche ihre zer störende Tätigkeit auf Korn und Wein, auf das Vieh und sein Futter richten, welche ihre Lust daran haben, die Menschen zu quälen und zu ärgern. Im Mittelalter bis ins 18. Jahr hundert hat die katholische Kirche doch geglaubt, solche Hexen erkennen zu können, und hat sie unter grausamen Qualen hin gerichtet. Wer nun glaubt, daß es wirklich solche schädlichen Geschöpfe in Leibesgestalt gibt, mag es glauben, wir aber glauben nicht daran; die ganze Hexengeschichte beruht auf einem alten Volksaberglauben. Obwohl nun die Hexen so boshafte, gespensterische, höl lische Wesen sind, versüßen sie sich ihr Dasein, namentlich in der Walpurgisnacht, durch allerlei Lustbarkeiten, ähnlich wie der Teufel, der ja in der Hölle zuweilen Kirmes hält. Wenn der 1. Mai herannaht, dann machen sie ihre Besenstiele fertig und reiten in jener Nacht, welche Walpurgis heißt, auf den Blocksberg und führen gerade um 1 Uhr einen tollen Tanz auf; dann ziehen sie wieder hinunter in Stadt und Land und hexen Vieh und Menschen. Gerade in der Mitternachtsstunde soll man sie erkennen können, vornehmlich wenn Mondschein ist Doch ist es sehr gefährlich, gu entdecken, ob die Hexen fliegen War mal ein Schneider zu Celle, der glaubte, einige seiner Kunden wären behext; er ging deohald in der Walpurgisnacht auf den Brocken, um die Hexen ausfindig zu machen. Als es nun schrecklich in der Luft dahinsaust, ruft der Schneider aus dem Fenster: Du bist es, du Hexe; ich erkenne dich!“ Doch er merkt, daß die Hexe ihm mit der Hand droht. Und in demselben Augenblick ist der Kopf des armen Schneidero so dick geworden, daß er ihn nicht mahr aus dem Fensterrahmen herausziehen kann. Zu seiner Rettung müßte das Fensterkreuz durchgesägt werden; aber den dicken Kopf hat er zeitlebene behalten. So beohaftig sind die Hexon. Wollen sie in Ruhe lassen; sonst Punten aud wir noch einen dicen Kopf bekommen. Dr. N. eins Trauerseter im Trauerhause. Nach dem ernsten Sterbeliede: Jesus, meine Zuversicht", hielt Herr Postor Schelpf die Leichenrede auf Grund der Schriftworte aus dem prophetischen Buche Jesaias 63.7:„Ich will der Güte der Hern gedenken und des Lobes des Herrn in Allem, das uns der Herr getan hat“ ets. In recht erbaulicher Weise entrollte der Redner ein treffendes Lebensbild des Entschlafenen, dem alle, die ihn gekannt, mit Recht beipflichten mußten. Man konnte hier mit Recht sagen:„Sie haben einen guten Mann begraben“ und die trauernden lieben Angehörigen und Freunde werden hinzusetzen.„—..“ war er mehr"; denn die geliebte hinterbliebene Witwe verliert in ihm einen treuen, fürsorglichen Lebensgefährten, die Kinder einen liebenden, guten Vater. Er war ein draver Mitbürger, der gern half, wo er konnte, mit Nat und Tat; ein echter Patriot, ein treuer Anhänger unseres Fürstenhauses und vor allem ein guter Christ. — Er hat auch für das Vaterland gekämpft, hat schon 1864 den ldzug mitgemacht und war ein Mitstürmer auf die Düppler hanzen N. 4. Auf dem Friedhose gaben ihm Mitgliedt des Kriegervekeins die üblichen 3 Ehrensalven über das Grab. Er ruhe nun in Frieden! g- Laugenholzhausen, 30. April. Vorgestern wurden im Forstorte Kirchberg die ersten jungbelaubten Buchen gesehen; es kommt in diesem Frühling alles etwas später. §. Alverdissen, 30. April. Durch einen Sprechsaalartikel der Landeszeitung war Herr Gastwirt Meier vor längerer Zeit beleidigt worden. In einem von ihm daraufhin anhängig ge machten Privatklageverfahren nahm Herr Redakteur Staercke die gegen Herrn Meier erhobenen, von ihm preßgesetzlich verantwortlich gezeichneten Beleidigungen mit dem Ausdruck des Bedauerns zurück, erklärte sich zur Uebernahme aller Kosten bereit, worauf dann Herr Meier die Klage zurückzog und das Schöffengericht die Einstellung des Verfahrens verkündete. Aus der Nachbarschaft. * Pyrmont, 1. Mai. Die Uebergabe der im Laufe des Winters fertig gestellten Bauten des Fürstlichen Badehauses fanld Mittwoch, unter Anwesenheit des Herrn Kabinettsrat Freiherrn von Hadeln, des Herrn Geheim. Kammerrat Baron von Möhlmann und des Herrn Baurat Müller aus Arolsen statt. a Hannover, 30. April. Ein dreister Scheckschwinde! der augenscheinlich von einer wohlorggnisterten Hochstapler bande ausgeht, ist hier bei einem Bankhaüse versucht worden. Die Schwindler hatten sich zunächst durch Einbruch Quittungs formulare mit Blanko=Unterschriften in einem größeren kauf männischen Geschäft verschafft, vön dem sie wußten, daß es mit der betreffenden Bank in Verbindung stand. Die Quittungen wurden dann mit hohen Beträgen ausgefüllt und der Bank präsentiert. Die Schwindler hatten nur das Pech, daß wenige Augenblicke vorher von dem Geschäft ein großer Betrag bei der Bank eingezahlt war. Dadurch wurden die Beamten stutzig und ließen, nachdem durch telephonische Rückfrage der Schwinde! aufgedeckt war, den Vorzeiger der Quittungen festnehmen Eebenso gelang es, einen zweiten Gauner, der draußen Schmiere gestanden hatte, zu verhaften. Der Führer der Hochstapler bande scheint aber leider entkommen zu sein. * C e l l e, 3 0. A p r i l.( D e r T r a u r i n g i m K u h m a g e n.) D e r Landwirt Meyer im Neuachbarten Ahnsbeck brachte gestern eine Kuh zur Ablieferung, die ein hiesiger Schlachtermeister gekauft hatte. Das Tier wurde im Schlachthause geschlachtet. Als der Magen entleert wurde, blitzte es dem Gesellen golden entgegen und ein Trauring kam zum Vorschein. Wie sich herausstellte gehörte der Ring der Ehefrau des Landwirts Meyer, der dieser im Jahre 1903 abhanden gekommen war und jetzt in diesem onderbaren Versteck nach fünf Jahren aufgefunden wurde. am Lippstadt, 30. April. In verflossener Woche sind nachts zwei Jagdhunde in die de mGutsbesitzer Cosack gehörige, in der Nähe des Forsthauses Mentzelsfelde belegene Fasanerie eingedrungen und haben die darin befindlichen 68 Fasanen ge tötet. Die Hunde wurden noch in der Fasanerie angetroffen und sofort erschossen. Der Eigentümer der Hunde wird für den Schaden zu haften haben. * B r a u n s c h w e i g, 2 9. A p r i l. H e u t e v o r m i t t a g w u r d e d i e an der Ritterstraße und am Löwenwall errichtete städtische Realschule in feierlicher Weise eingeweiht. Nach dem Vortrage des Bachschen Chorals„Lobe den Herrn“ erfolgte die Uebergabe des Gebäudes durch eine Ansprache des Oberbürger meisters Retemeyer. Dann hielt General= und Stadtsuper intendent Degering die Weiherede. Direktor Prof. Dr. Wernicke sprach dann allen, die sich um die Ektschtung des Schulgebäudes Verdienste erwoben haben. Dank aus und gab einen geschicht lichen Ueberblick über die Entwickelung des Realschulwesens in der Stadt Braunschweig. Streich, es wurde ihm der Arm zerschmettert sich gelang es Die Bezilksvorstände des Zentralver bandes deutscher Ziegelmeister machen wir hier durch aufmerksam, daß zwecks Feststellung des Sommeraufent halts der Mitglieder jetzt unbedingt Versammlungen einbe rufen werden mursen. Da die erste Versammlung sich fast ledig lich nur mit dieser Angelegenheit beschäftigt und die Bezirks vornände die neuen Adressen des Sommeraufen! halts bei geringer Mühe selbst feststellen können, wurde be schlossen, daß der Geschäftsführer der Unkosten halber zu diesen ersten Versammlungen nicht erscheint. Wo ein Erscheinen des Geschäftsführers erwünscht wird. inbezug von Anwerben von Mitgliedern so ist dieses dem Geschäftsführer mitzuteilen Wir richten aber auch an die Mitglieder die dringende Bitte falls sie am Erscheinen verhindert sind, ihren Sommeraufent halt(wenn ein Wechsel stattgefunden hat) zu dieser ersten Ver sammlung mitzuteilen, damit wird das Erscheinen der neuen Listen beschleunigt. Die erste Versammlung werden wir, außer beson derer Einladung, in den 4 Lippischen Zeitungen durch Inserate auf Kosten der Verbandskasse veröffentlichen. Bei allen anderen Versammlungen mit Ausnahme der Generalversammlungen findet die Einladung nur durch Postkarte statt und es muß ein Mitglied, falls es am Erscheinen verhindert ist, eine Ent schuldigung vor oder während der Versammlung schriftlich oder durch ein anderes Mitglied einreichen, widrigenfalls die von den einzeknen Bezirksvereinen festgesetzte Strafe eintritt. Die Tagesordnung zur Generalversammlung welche am 31. Mai in Dutskurg stattfindet, senden wir den Bezirksvorständen in den nächsten Tagen. Sodann teilen wir mit, daß die Unterstützungskasse jetzt genehmigt ist und wir richten an die Mitglieder die Bitte wo es noch angängig ist Anmeldungen an uns gelangen zu lassen. Auf Wunsch werden wir dann sofort sämtliche Material=Listen usw. einsenden. Es ist durch diese Einrichtung auch Fürsorge getroffen, der unange nehmen Erfahrungen, welche Besitzer und Meister in den letzten Jahren mit den Ortskrankencassen machen mußten, enthoben zu sein. Die Versammlung des Bezirksvereins Dortmund findet am Sonntag, den 3. Mai, nachmittags 4 Uhr im Vereinslokale. Ernst Kleine in Drotmund. Schwanenstraße Brüderweg=Ecke statt. An dieser Versammlung kommen auch die für den Dortmunder Bezirk eingeführten Karten für Arbeitervermittlung zur Vermittlung Der Zentralvorstand. Vermischte Nachrichten Drama aus hoher See. Aus Sidney kommt die Kunde v. einem furchtbaren Verbrechen, d. sich an Bord eines kleinen Schoners auf hoher See abgespielt hat, und das nur durch einen Zufall jetzt seine, Aufklärung erfährt. Bei der Einfahrt in die Apamamalagune bei den Gilbertsinseln stieß der eng lische Schoner„Laurel“ auf einen gestrandeten Zwei master, an dessen Börd sich zwei Männer befanden. Ihr Verhalten erregte Verdacht, sie wiesen jede Hilfe zurück Pa piere waren nicht vorhanden, und der Name des Schiffen war ausgelöscht. Man verhaftete schließlich die beiden Männer Auf der Ueberfahrt nach Tarawa enthüllte der jüngere der beiden ein schauriges Verbrechen. Das gestrandete Fahrzeug war die unket italienischer Flagge segelnde„Neuore Tiare“, die mit nur vier Mann an Borö vor einigen Wochen von Callao ausgesegelt war. Kaum war man auf hoher Sec. so ergriff der eine der Tetzt Verhafteten, der Koch Mortimer, eir Belgier, ein Beil unb versuchte den Maat hinterrücs zu erschlagen, eine zufällig Bewegung des Ahnungolosen vereitlete den und ein verzweidem verwundeten eltes Ringen begann. Schleßli.„„ Kat, sich in die Takelage zu retten. Der berbeieilende Kapitän wurde von dem Koch erschlagen, ehe er sich bewaffnen konnte und blieb besinnungslos liegen. Mit einem geledenen Gewehr in der Hand, stellte, der Koch nun dem unglücklichen Mat die llternakive, sofrot niedergeschossen zu werden, oder ins Meer zu pringen. Der' Verzweiselte sprang vom Maste aus in die fluten und ertrank. Dasselbe Schicksal teilte der Kapitän, der, als er wieder zur Besinnung gekommen war, ebenfalls über Bord springen mußte. Der jüngere Genosse, Jackson, wagte angeblich keinen Widerstand aus Furcht, das Schicksal der beiden Unglücklichen zu teilen, und so wurde der Koch zum unumschränkten Herrn des Schiffes. Die Ladung wurde über Bord geworfen, der Name des Fahrzeuger ausge löscht, und nun wurde versucht, Austuralien zu erreichen, wo Mortimer das Fahrzeug zer verkaufen beabsichtigte. Allein die Spießgesellen waren der Schiffahrtkunst nicht mächtig, sie wußten nur mit vollem Wind zu segeln, bis das Fahrzeug end lich bei der Insel Apamama strandete, wo die beiden dann verdaftet wurden. Szenen bei amerikanischen Automobilrennen. Wie sich zuweilen in Amerika Automobilrennen abspielen, darüber gibt olgendes Kabeltelegramm ein Bild: Der Chauffeur Strang gewann auf einem Isotta=Wagen das Brirarcliff=Rennen. Er durchfuhr die 32.4 englische Meilen lange Bahn achtmal in 5 Skunden, 14 Minuten und 13 1/8 Sekunden. Zweiundzwanzig Wagen starteten, vier wurden zertrümmert; ein Zuschauer tarb vor Aufregung, vier Zuschauer und ein Chauffeur erlitten schwere Verletzungen. Trotz der schweren Zwischenfälle äußerten zahlreiche Zuschauer laut ihren Unwillen über den Mangel an„Tragödien". Liebhaber von Schrecknissen hatten — echt amerikanisch— heimlich eine Brücke unterminiert, um Unfälle herbeizuführen. Der Plan wurde jedoch rechtzeitig entdeckt und die Brücke wiederhergestellt. Institut zur Vermeitung von— Eltern. Aus dem Lande der unbegrenzten Möglichkeiten“, dringt die Kunde von der Entstehung eines neuen und entschieden origtnellen Erwerbs zweiges über den Ozean zu den Ohren der staunenden Bürger der zurückgebliebenen alten Welt. Der Jockeyklub von Nwyork hat, von dem Bedürfnis durchdiungen, die sinkende Moral der heranwachsenden Pankeegeneration zu heben und diese so lange als möglich vor der Versuchung durch Wette und Spiel zu bewahren, den drakonischen Besehl erlassen, daß kein Min derjähriger mehr anders als in Begleitung seiner Eltern Zu tritt zu den vom Klub veranstalteten Pferderennen erhalten dürfe. Das ist nun eine ziemlich harte Maßregel für die ungen amerikanischen Millionärssöhne, die oft schon mit sechzehn und siebzehn Jahren recht erfahrene Lebemänner sind und ür die der Besuch der Rennen mindestens ebenso selbstverständ lich ist wie der ihrer Lehrstunden. Gesetze sind ja aber bekanntlich nur dazu da, um umgangen zu werden. Und auch dieses Gesetz läßt sich umgehen. Es ist nämlich— angeblich— ein „Institut zur Vermietung von Eltern“ im Werden, wo jeder minderjährige Jüngling sich gegen entsprechende Gebühr einen Vater oder eine Mutter engagieren kann, wenn er die Lust verspürt, ohne Aufsicht seiner Erzeuger den Tursplatz zu betreten. Die beste Feuerwehr der Welt. Eine interessante Schilde rung gibt der Newyorker Korrespondent des Matin. Stephane Lauzanne, von einem Probealrm der Newyorker Feuerwehr dem er beigewohnt hat. Während die Feuerglocke anschlug, lösten sich automatisch die Ketten, die die Pferde in den Ställen halten u. die klugen Tiere stellten sich von selbst vor die Wagen Von der Decke des Hofraumes gleiten mechanisch die Geschirre herab und in wenigen Sekunden ist der Löschzug marschsertig Die Feuerwehrleute sparen den Treppenweg; beim Alarm gleiten sie an langen kupfernen Säulen gleich Akrobaten aus ihren Quartieren in der dritten und vierten Etage herab und ererichen so In unglaublich kurzer Frist ihren Platz auf d. verschiedenen Wagen.„Man bat mich, während der Experimente die Zeit nachzuprüfen. Mit der Uhr in der Hand verfolgte ich die Vorgänge von dem Augenblicke, da die Alarmglocke anschlug, bis zum Abrücken der Löschzüge. In dem Augenblick da die Dampfspritze über das Straßenpflaster rasselten, waren insgesamt 34 Sekunden verstrichen. Und damit noch höchst unzufrieden machte der Inspektor den Feuerwehrleuten Vor würfe über ihre Saumseligkeit, denn sie hatten vier Sekunden zu viel gebraucht....“ Es wäre erstaunlich, wenn die Ameri kaner die bekanntlich von allem das Beste und Größte haben nicht auch die beste und größte Feuerwehr besäßen. Ein Seitenstück zum„Hauptmann von Köpenick“ hat sict auf dem Hauptbahnhofe in Birnbaum abgespielt. Auch hie spielte die Uniform eine Nolle, jedoch nicht die Militär=, son dern die Eisenbahnuniform. In dieser kam gegen 10 Uhr abend ein etwa 35jähriger Mann auf den Bahnhof, der sich per schiedenen Eisenbahnbediensteten als stellvertretenden Wert meister vorstellte. Da er die vollständige Uniform eines Loko motivführers trug so erregte sein Auftreten kein Befremden um so weniger, als er im Laufe der Unterhaltung sich in Eisen bahnangelegenheiten ziemlich bewandert zeigte. Er bestieg ohne weiteres eine Rangiermaschine, sich dem Personal derselben als stellertretenden Werkmeister vorstellend, und fuhr mit zu den Rangierarbeiten, die noch zu erledigen waren. Hierbei fiel aber dem Maschinenpersonal schon sein Verhalten auf. Während das erfahrene Personal beim Abschieben von Wagen und bei dem dabei erfolgenden scharfen Bremsen der Maschine sich fest hält, tat er dies nicht, sondern flog hierbei von einer Ecke in die andere, so daß das Personal schon stutzig wurde. Inzwischen hatte der Zugführer des Zirker Zuges dem diensthabenden Beamten erzählt, daß auf der Bentschener Neubaustrecke sich seit längerer Zeit ein Mann in der Uniform eines Lokomotiv führers umhertreibe, der sich dort als Revisionsbeamter aus gegeben. Arbeitszüge begleitet und nebenbei Schulden gemacht habe. Der diesthabende Beamte begab sich hierauf zur Rangier maschine und forderte ihm sein Dienstbuch ab. Auch diesem steüte er sich als Lokomotivführer Vorngräber aus Bentschen vor. Der Beamte ließ die Maschine vor das Stationsburean fahren und den stellvertretenden Werkmeister in das Bureau führen. Als er sich über seine Person nicht ausweisen konnte und ihm seine Angabe, daß er der Lokomotivführer Vorn gräber aus Bentschen sei, von einem hiesigen Lokomotivführer der den letzteren kannte, widerlegt wurde, verlor er die Sprache und wollte erst auf der Wache weitee Aussagen über seine Per son geben. Ein Fluchtversuch, den er unternahm, wurde durch das im Bureau befindliche Personal vereitelt. Er wurede dann festgenommen, und dem Gendarmwachtmeister, der inzwischen benachrichtigt worden war, übergeben. Obgleich er sich außer dem Wachfmeister jede weitere Begleitung verbat, mußte er unter Bedeckung von vier Mann, die freiwillig mitgingen. den Weg zum Polizeigefängnis antreten. Der Festgenommene ist ein vom Landgekscht 1 in Berlin verfolgter Maurer, der sich die Eisenbahnuntform in Berlin bei einem Althändler gekauft hatte, um sich der Verfolgung zu entziehen. Er ist in das Amtsgerichtsgefängnis gebracht worden. Inzwischen werden eine Reihe Betrügereien und Zechprellereien bekannt, die er in der Gegend Bentschen=Tirschtigel und auch in Berlin ver übt hatte. überdies nicht nur Ernteerträge, sondern, wie zeigt hat, der Zeitpunkt der Frühling noch weiter die Entwickelu men, würde der Faktor einer späten fluß auf die Marktlage bleiben Eönnen. J0 Smur hat sich das Geschäft in Weizen und Roagen allgemetn belebt, und selbst für Hafer konnte eine klehne Besserung Marktlage festgestellt werden. ES### für inländisches Getreide am letzten stellten sich Markttage serung der die Preise Weizen Roggen Hafer Handel und Märkte. Kurzer Getreide=Wochenbericht der Preisberichtstelle des Deutschen Landwirtschaftsrats vom 14. bis 27. April 1908. Das kalte Aprilwetter, das sich über fast ganz Mittel und Nordeuropa erstreckte, u. sowohl die rechtzeitige Frühjahrsbestellung wie die Pflanzenentwickelung mehr oder weniger aufgehalten hat, brachte in Verbindung mit der schon lange erwarteten und nun endlich erfolgten Abnahm der übersecischen Verschiffungen und mit dem durch die Frühjahrsbestellung bedingten knappen Angebot aus erster Hand einen Umschwung der Marktlage bervor, der am stärksten für Weizen, etwas weniger für Roggen und am schwächsten für Hafer in die Erscheinung trat. Ob diese feste Marktlage andauern wird, bängt von dem Verlau der Ernteaussichten der Import= und Exportländer und insbesondere von der Höhe der argentinischen Weizenaus fuhr in der nächsten Zeit ab, nachdem die übrigen Export länder für die Versorgung Europas bis zum Schluß dieses Erntejahres zum größten Teil ausgeschaltet sind. Der Saatenstand wird in der Mehrzahl der Länder als günstig geschildert, doch ist die Jahreszeit noch zu früh und die Begetation vielfach noch zu wenig entwickelt, um schon jetzt Schlußfolgerungen für den Ausfall der Ernte zu gestatten Für die Preisbildung bis zum Ablauf des Erntejahres Weltmarktpreise: Weizen: Berlin Mai 216.25(+ 11.25), Budapest April 192.—(+ 9.30), Paris April 194.40(+ 12.20), Liverpool Mai 165.10(+ 8.95), Chicago Mai 150.—(+ 8.10; Roggen: Berlin Mai 197.—(+ 4.50); Haser: Berlin Mai 160.25 (+ 2.50) 4. Sprechsaal. Detmold, 1. Mai.(Der Regierungsneubau.) In d. Lipp. Tages=Ztg.“ haben dieser Tage einige Einsender in dankenswerter Weise darauf hingewiesen, daß die Stadt Detmold un möglich den Platz für das neue Regierungsjevaude schenken könne. Es handelt sich um ein Objekt im Verte von über 25.000 Mark. Daß der Bau eines Regierungsgebäudes eine dringende Notwendigkeit ist, darüber herrscht wohl Uebereinstimmung, ebenso darüber, daß es gebaut werden wird. Aber ein Geschenk von Mark 25000 kann Detmold da zu nicht geben, denn Detmold hat an dem Bau nicht das ge ringste Interesse und erwirbt durch das Gebäude keinerlei Vor teile. Ob die Regierungsstellen getrennt oder konzentriert sind, ist für Detmold und die Detmolder völlig gleich. Ein Interesse an der Konzentration hat nur der Staat. Dieser muß auch für die Kosten aufkommen. Der besagte Artikel in der TagesZeitung ist auch in der„Lipp. Post“ abgedruckt und dort nicht günstig beurteilt worden. Das soll dem Lemgoer Blatte durchaus nicht verargt wetben; es urteilt eben vom Lemgoer Stand punkte. Hier in Detmold kommt aber in erster Linie der Detmolder Standpunkt und das Interesse der Detmolder Steuerzahler in Frage. Wir Detmolder haben keine 25000 A über zum Verschenken. Da muß man sich ganz außerordentlich über das eine Detmolder Bly.: wundern! Die„Lipp Landeszeitung“ wendet sich nämlich gegen den schon erwähnten Tageszeitungs Artikel; sie will also die 25000 A den Detmolder Steuerzahlern aufhalsen und der Abg. Neumann=Hofer ist eifrig am Werke. diese 25000 JA. das Geld der Detmolder Steuerzahler, dem Staate als Geschenk zu verschaffen. Auch unter den Detmolder Stadtverordneten sollen zwei oder drei sein, offenbar Anhänger der Neumann'schen Partei, Belche die Absicht haben, mit dem Gelde der Steuerzahler dem Staate ein Geschenk zu machen Von diesen wird in's Feld geführt, daß die Stadt ja schon zweimal Geschenke gemacht habe: an die ref. Stadtkirche und an's Gymnasium. Nach meiner Auffassung hätte man der ref. Gemeinde die Uhr nicht schenken sollen. Diese Auffassung haben viele Dekssolder, die mit ihrem Gelde rechnen müssen. Die Uhr war nicht notwendig und die Gemeinde ist wohlhabend genug. eine Uhr bezahlen zu können. Beim Gymnasium liegt die Sache wesentlich anders. Vom Gymnasium hat die Stadt erhebliche Vorteile; eine in jeder Hinsicht tadellose höhere Lehranstalt ist für Detmold von großem Nutzen, da kann die Stadt auch etwas dazuzahlen und ein Geschenk machen. Für den Bau d. Regierungsgebäudes sprechen aber nur Staatsinteressen keinerlei städtische Interessen, wie schon oben ausgeführt, deshalb kann auch die Stadtvertretung den Bauplatz nicht verschenken und sie darf die Steuerzahler Detmolds nicht mit 25000 M belasten. Wir haben das Zutrauen zu der Mehrheit des Stadtverordnetenkollegs und zum Magistrat, daß sie eine derartige Forderung, wenn sie an sie herantritt, rundweg ablehnen. Das hat mit konservativen oder liberalen Ansichten nichts zu tun,(Der erste Sprechsaal=Artikel in dieser Angelegenheit in unserem Blatte stammte übrigens von freisinnigen Einsendern.. D. Red.), sondern das ersordert das Interesse der Detmolder Steuerzahler, das zu wahren der Detmolder städt. Behörde erste Pflicht ist. Uebrigens hat die Stadt ja schon ein großes Entgegenkammen gezeigt; sie hat den Platz zu einem billigeren Preise als üblich, dem Staate angeboten u. will noch d. Pflaster=, Kanal= u. Wasser=Anschlußkosten aus eigener Tasche zahlen. Ist das noch nicht genug? Der Platz ist 1300 Qmeter groß; dem Staate ist er zu nur 20 M pro □m. angeboten worden= 26000 M. Die Kosten für Pflasterung, Anschlüsse usw. betragen einige Tausend Mark. Auf diese Summe verzichtet Detmold vollständig. Ist das nicht Entgegenkommen genug? Letzte Nachrichten. Kiel, 1. Mai. Der Dichter Prinz Schönaich=Corolath ist in Hasenldorf(Holstein) gestern gestorben. Landohnt, 1. Mai. Beim Exerzieren des hiesigen Kavalle. rieregiments hat sich gestern ein Reiter mit seiner Lanze aufgesviekt und war sofort tot. Verlobt: Anna Hochfeld=Lemgo mit Gustav Hamburg. hustav GrünthalDetmold, 1. Mai. Wetterbericht der Wetterdienststelle des meteorologischen Observatoriums zu Nachen. Trocken bei wechselnder Bewölkung; schwache Luftbewegung, am Tage etwas wärmer. London: Regen warm. Hamburg: Schön. Gottesdienste in Petmold. Sonntag. den 3. Mai 1908. Reformierte Stadtkirche. Frühkirche 8 Uhr. Pastor Werdelmann. Vormittags 9¾ Uhr. Pastor Lohmeyer. Nach der Predigt Beichte und heil. Abendmahl Vormittags 11¾ Uhr. Kindergottesdienst. Alte reformierte Kirche Frühkirche 8 Uhr. Pastor Brüns. Vormittags 9½ Uhr. Vorbereitung zum heil. Abendmahl. Vormittags 10 Uhr. Pastor Theopold. Zum Schluß Abendmahlsseier. Lutherische Kirche Vormittags 9 Uhr. Beichte und heil. Abendmahl. Vormittags 10 Uhr. Hilfsprediger Lipke. Nachmittags 2 Uhr. Pfarramtskandidat Hegel.(Kindergottesdienst.) Landkrankenhaus. Vormittags 9 Uhr. Pastor Mever. Katholische Kirche Vormittags 8 Uhr und 10½ Uhr. Nachmittags 2 Uhr. Herberge zur Heimat. Nachmittags 3½ Uhr. Verein Blaues Kreuz. Versamml. In allen Gottesdiensten wird die Kollekte für evangelische Diaspora erhoben. Evangelische Gemeinschaft. Mühlenstraße 16. Sonntag vormittag 10 Uhr. Predigt. Sonntag abend 7 Uhr. Jugend=Verein, Sonntag abend 8½ Uhr: Predigt. Mittwoch abend 8½ Uhr. Bibelstunde. die Für ven Vezb., des Hiesigen Schulhauses mit Turnhalle und Nebengebäude sollen folgende Arbeiten vergeben werden. Los S: Dachdeckerarbeiten. Los 7: Klempuerarbeiten. Los 8: Blitzableiteranlagen. Die Zeichnungen und BeSehcsihen Der Th 8. Aind 11 Uhr, auf dem abzugeben. Zu dieser Ze in Gegenwart etwa ersch Horn, 29. 908. EE— Empfang geene, mit entsprechender Aufschrift Freitag, den S. u. Mts., mitgen Rathause im Sitzungszimmer der Angebote att. Die AusDer Magistrat Spelge. Nr. 14 zur E Rathauszimm Die Eröffnun reichten Ange Bekanntmachung. ##enegung der Lauzanschlüsse und Straßensint rasten in den Straßen für das Rechnungsjahr 1908 09 soll an einen hiesigen Unternehmer vergeben werden. Angebote und Bedingungen liegen auf dem Stadtbauamt, Rathauszimmer Nr. 14 zur Einsicht aus und werden von der Kämmereikasse, zimmer Nr. 1, gegen Zahlung von M. 0.50 abgegeben. der auf dem vorgeschriebenen Formular einge#e findet Sonnabend, den 2. Mai, vormittags 11 Uhr, im Zimmer Nr. 12 des Rathauses statt. Die uswahl unter den Bietenden bleibt vorbehalten. Nachgebote rden nicht angenommen. Detmold, den 24. April 1908. Der Magistrat Wittje Bürgerschützen=Geselschaft. Unsere diesjährige Generalversammlung findet am Sonntag, 3. Mai. ve“ 8 Uhr in der großen Hale auf dem Schützenrerge statt. 8. Fesilschkeiten 1993. 4 Verschiedenes. suckon zahireiches Erscheinen ergevenit emn und er Berkleinertes im ganzen oder in Teilmetern, liefert zu den bekannten Preisen frei Haus— die Fürstliche Strafanstalt. Bestellungen nehmen gußer der Geschäftsstelle der Straf Pesrnungen anstalt(T. Nr. 41) entgegen die Geschäfte Conntag&a Vod., Schonder& Co. Nachs.(Gees), Bäckerei Daunenberg, Markt=Drogerie Köhler, Kaufmann Watermann ee 1 Somens Au FEMA u S HmO Größtes Kinderwagen-, Sportwagen-, Verandamöbein- u. Korbwaren-Spezial-Geschäft am Platze Größte Auswahl. Zekannk billige Preise. Reparaturen prompt. IXXXXXIIEIIIIINIIXX 5 MAGG Von heute an werven die noch vorhandenen Waren von 10, bis 33½% unterm Preis abgegeben. Auf vielseitigen Wunsch ist das auch mit zur Gratis=Verteilung kommende Oelgemälde in meinem Schaufanster ausgestellt.“ F. Meise. 1 wörtel für 1 Tasse(AUN) EPEE feinste Bouillon Hen schte auf den Namen MAGGl und die Schuotzmarte#ounstern. Ralergehilfen Kan Kaberbeck Elisabethstr. 79. 88 Aehtung: Landwirte! Wir machen hiermit bekannt, daß sich das Stellenvermittlungsbürof. Stalschweizer Seis en, Sleschiuren Ddie Verei. Leasbolate sch bel Ver darf von Stallschweizern an unser Büro zu wenden. Gefl. Offerten sind zu richten an Stallschweizerverein„Alpenrose“. Lage in Lippe, Langestr. 28. Jagäverpachtung. Die Gemeindejagd der Dorsschaft Eschenbruch soll Sonnabend, 10. Mai, nachmittags 3 Uhr Gastwirtschaft in Eschenbruch öffentlich meistbietend verpachtet werden. Die Bedingungen werden im Termine bekannt gevocht„„ Grönnert, Vorsteher. Jagaverpachtung. Die Jagd der Gemeinde Maspe=Siebenhöfen soll am Sonnabend, den 9. Mai nachmittags 5 Uhr wemwachi bermeier'schen Wirtschaft öffentlich meistbietend kannt gerache. Die Bedingungen werden im Termin beam Junger evangelischer Landwirtssohn, 22 Jahre, einjährig gedient, übungsfrei, zwei Jahre in Stellung gewesen, Absolvent eines landwirtschaftl. TechInikums, sucht zu Anfang Juni Stellung als 2. Verwalter evtl. auch als Volontär=Verwalter ani größerem Gute. Schriftl. Angebote unter H. N. 1886 an die Geschäftsst. d. Bl. Wohn- u. Geschäftshäuser, Villen, Terrains, Ziegeleien Gärtnereien, Gasthöse, Bäcke reien, Schmiede, Güter und Geschäfte aller Art werden sofort gesucht durch die Zentr.= Verkaufs=Börse. Angebote binnen 8 Tagen an G. 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