60 Lippische Tages-Zeitung General-Hnzeiger für das Fürstentum kippe. Bezugspreis: in Detmoldlu. durch die Vertretungen: 50 Pfg 1,50 Mk und 42 Pfg. Bestellgeld, für 2 Monate 1 Mk. u u. 14 Pfg. Bestellgeld. Anzeigen: aus Lippe 12 Pfg. die Petitze 15 Pfg., auswärtige 18 Pfg., Reklamezeile 60 Pf.# 2) Lipp Ziegelei=Anzeiger, 8) Landwirtsch. Ratgeber, 4) Wandkalender. 5) Sommer=, 6) 3. für 1 Monat, durch die Post:“ Jal 28 Pfg. Bestellg., für 1 Monat 30 Pf. betitzeile, amtliche u Familienanzeige Jahr #igen amilienfreund interfahrplan. Rotationsdruck u. Verlag: Willy Bruder. Detmol d. Hornschestraße 30. Fernsprecher 10 Vertretungen in: Salzuslen. Lemgo, Lage. Blomberg, Horn, Barntrup. Schwalenberg; ferner in fast allen Ortschaften der Aemter Detmold, Schötmar. Oerlinghausen, Lage. Horn, Brate, Hohenhausen. Varenholz, Sternberg= Barntrup, Blomberg, Schieder. Schwalenberg; zusammen über 100 Vertretungen.— Die„Lippische Tages=Zeitung" erscheint jeden Wochentag. Ne 97. Verantwortlicher Redakteur: Willy Bruder,„Detmold. Detmold, Sonnabend, den 2s. April 1903. Telegramm=Adresse: Tageszeitung, Deimold. 13. Jahrgang. Zum Sonntage. Text: Joh. 20, 19: Friede sei mit euch Der berühmte steirische Volksdichter Peter Rosegger bekennt in einer seiner Schriften:„Unser Ziel sei der Friede des Herzens. Das Sprüchlein schreibe ich seit Jahren den Leuten ins Stammbuch.“ Man kann auch in der Tat seinem Mitmenschen nichts Köstlicheres, nichts, was seinem eigenen Sehnen mehr entgegenkommt, wünschen als den Herzensfrieden. Was ist ein mit äußeren Gütern oder geistigen Reichtümern noch so reich ausgestattetes Menschenleben ohne den inneren Frieden! Das sogenannte Glück, das jeder für sich erstrebt und denen wünscht, die er lieb hat, kommt nicht von außen, sondern aus dem Herzen heraus, aus dem Herzensfrieden. Darum läuft auch das wohlverstandene Sehnen und Suchen des Menschenherzens darauf hinaus. Frieden zu finden. Freilich schlägt man sehr verschiedene, meist falsche Wege ein. Man sucht sich entweder moglichn viele materielle Reichtümer in irgend einer Form zu erwerben und hofft, wenn man genügend Geld, Aecker, Häuser und dergleichen besitzt, werde man glücklich sein, und— mon wird erst recht unzufrieden. Oder man stürzt sich in den Genuß des Lebens, und im Genuß verschmachtet man vor Begierde. Man sucht das Glück im Wissen. in der äußeren Ehre, in der Arbeit, und siehe— das Herz bleibt leer. Die Völker wollen den äußeren Frieden herbeiziehen und festhalten durch Friedenskonferenzen und Diplomatenveisheit und starke Wehrkraft, immer wieder hat man einen sogenannten„ewigen Frieden" und Schutz= und Trutzbündnisse abgeschlossen und— die Kriege gehen ruhig weiter. Die Welt kann mit all ihren Gütern und Freuden, mit ihrer Weisheit und Klugheit den Frieden nicht geben, denn die Welt besitzt den Frieden nicht. Ihr Wesen heißt Unfrieden und Streit. Unser größter deutscher Dichter hat uns gezeigt, wo man den Frieden suchen muß, wenn er singt:„Der du von dem Himmel bist... Süßer Friede, komm in mein Herz!“. Nur der Himmel allein kann dir den Frieden geben durch den, bei dessen Geburt die Engel sangen:„Friede auf Erden!“, der seinen Jüngern verhieß:„Den Frieden laß ich euch, meinen Frieden gebe ich euch“, der nach seiner Auferstehung die Seinen grüßte mit dem Friedensgruße:„Friede sei mit euch!“— Willst Du Frieden finden, so gehe gläubig zu dem Friedensfürsten Jesus Christus und wandle ihm nach, so wirst du Frieden haben im Leben und Frieden im Tode. Neue Doktortikel. „Dr. med. vet.“ und„Dr. agr.“ Nachdem vor mehreren Jahren den techntschen Hoch schulen das Promotionsrecht verliehen worden ist und die Techniter den anfänglich viel bespöttelten Doktor=Ingenieur „bauen“ können, regt es sich auch an den anderen akademischen Bildungsstätten. Die tierärztlichen und die landwirtschaftlichen Hochschulen verlangen ebenfalls das Promotionsrecht, für sich, und binnen kurzem dürften wahrscheinlich auch die Forst= und Bergakademien diese Forderung aufstellen. An zuständiger Stelle wurde über den augenblicklichen Stand der Angelegenheit folgendes mitgeteilt:„Amtliche Verhandlungen schweben zurzeit über diese Frage noch nicht. oder sie sind doch zum mindesten noch nicht nennenswert fortgeschritten. Vorläufig haben nur Besprechungen zwischen dem Kultusministerium und dem landwirtschaftlichen Ministerium einerseits und den Fakultäten an den Universitäten andererseits stattgefunden. Die augenblickliche Sachlage ist die: Die Tierärzte können in Deutschland nur an der Universität Gießen den Dr. med. vet. machen, weil an dieser Universität eine veterinär=medizinische Fakultät besteht. Sonst können die Derärzte ebenso wie zum Beispiel die Chemiker und die Zahnärzte die philosophische Doktorwürde erlangen, natürlich wenn sie die nötige Vorbildung besitzen. Zum Beispiel kann ein Tierarzt den philosophischen Doktor machen. wenn er eine nennenswerte zoologische Arbeit geliefert hat. In Sachsen hat man sich nun in anderer Weise geholfen. Hier hat man einen Ausweg gefunden und eine Art Kompromiß genschlossen. Aus den Dozenten der tierärztlichen Hochschule in Dresden und den Professoren der medizinischen Fakultät in Leipzig hat sich ein Komitee gebildet, vor dem die Tierärzte den Doktortitel erwerben können. In Preußen dürfte dieser Weg ungangbar sein, zumal die medizinische Fakultät der Berliner Universität sich ganz entschieden gegen ein derartiges Verfahren bei der Erwerbung der Doktorwürde ausgesprochen hat, und die anderen preußischen Universitäten sich aller Wahrscheinlichkeit nach diesem Widerstand anschließen dürften. Es bliebe in Preußen also nur übrig, den beiden tierärztlichen Hochschulen in Berlin und Hannover das Promotionsrecht zu verleihen. Für die tierärztlichen Hochschulen ist übrigens die Frage jetzt besönders akut geworden, weil diese Studierenden heute das Abiturientenexamen machen müssen, während früher zum Studium die Primareife genügte. Was des weiteren die landwirtschaftlichen Hoch schulen anlangt, so können die Agronomen, ebenso die Tierärzte, den philosophischen Doktor machen, entweder an den Universitäten Berlin oder Bonn(für die Landwirtschaftliche Hochschule in Poppelsdorf), oder in Halle, Breslau, Königsberg und Göttingen, wo die Möglichkeit gegeben ist, Landwirtschaftskunde zu studieren. Abgesehen davon bleibt auch hier kein anderer Ausweg übrig, als das Promotionsrecht zum „Doctor agronomiae“ der Hochschulen in Berlin und Poppelsdorf zu verleihen. Im Kultusministerium sieht man allerdings diesen Wünschen mii gemischten Gefühlen entgegen, ist aber der Meinung, daß die Regierung sich nicht ablehnend wird verhalten können.(B. T.) Westfälischer Fortbildungsschultag. In Bielefeld fand am Dienstag unter d. Vorsitz des Oberbürgermeisters Cuno=Hagen der 3. Westf. Fortbildungsschultag statt. Erschienen war u. a. auch der Regierungspräsident Dr. Kruse=Minden. Nach den üblichen Begrüßungsansprachen hielt Oberbürgermeister Cuno einen Vortrag über „Die Pflege der körperlichen Uebungen in der Fortbildungsschule.“ Redner führte u. a. aus: Die freiwilligen Bestrebungen auf dem Gebseie der körperlichen Ausbildung d. Jugend haben nicht den gewünschten Erfolg gehabt. Deshalb haben verKartoffel trotz der an vielen Orten angestellten Versuche noch schiedene Vereinigungen— Deutscher Turnlehrerverein. Ausschuß der Deutschen Turnerschaft, Zentralausschuß zur Fördenrung der Volks= und Jugendspiele, de rKreis 8a Westfalen und Lippe der deutschen Turnerschaft— sich eingehend mit der Frage beschäftigt und die Forderung des obligatorischen Turnunterrichts in den Fortbildungsschulen gestellt. Leider ist man dem Ziel noch nicht viel näher gekommen. Es entsteht deshalb die Frage, ob d. mit obiger Forderung gestellte Aufgabe außerhalb des Rahmens der Fortbildungsschule liegt, wie es anscheinend der Vorstand des Vereins deutscher Fortbildungs schullehrer annimmt. Tatsächlich haben bereits kommunale Verwaltungen das Bedürfnis anerkannt und für ihre Fortbildungsschüler gemeinsame Spiele, Turnübungen und Märsche veranstaltet. Zur Bewältigung dieser Aufgabe muß die Fortbildungsschule die im öffentlichen Leben wirkenden Kräfte in den Dienst der Sache stellen. Praktisch wäre es da, wenn die Schule ihren Schülern gestattet, in die Zöglingsriegen der Turnvereine einzutreten. Die Deutsche Turnerschaft bietet, vermöge ihrer alten Tradition und ihrer großen Geschlossenheit die beste Gewähr für eine sachliche Behandlung dieser Angelegenheit, aber auch außerhalb dieser gibt es noch dafür geeignete Vereinigungen. Direktor Grunewald=Bochum hielt darauf einen Vortrag über: Die Ausbildung der Fortbildungsschullehrer. Hierzu legte Redner folgende Leitsätze vor: Die bisher Veftehenden Kurse für gewerbliches Zeichnen sind auszudehnen auf die Untenrrichtsfächer Deutsch und Rechnen(einschließlich Buchführung) im Sinne eines berufskundlichen Unterrichtes. Diese Kurse sind möglichst in jeder Provinz an einer großen, anerkannt leistungsfähigen, mit Lehrmitteln gut ausgestatteten Fortbildungsschule einzurichten. Einrichtung und Dauer der Kurse, auch der bereits für gewerbliches Zeichnen bestehenden, sind nach umfassender Beratung einheitlich zu organisieren. Es ist dringend wünschenswert. daß die Unterrichtsverwaltung für das gewerbliche Fortbildungsschulwesen Praktiker aus der Fortbildungsschule zur Beratung des Organisationsplanes zusammentreten lasse. Redner ist ein Gegner von Gewerbefachschulen, die nicht zweckmäßig und zu kostspielig seien. Das Hauptgewicht sei auf Gewerbekunde zu legen, weiter müßten die Teilnehmer die Behandlung der Rohprodukte kennen lernen, auch seien Lehrwerkstätten erforderlich. Im Anschluß an die Einführungskurse müßten weitere Fachkurse von 3—4 Wochen Dauer eingerichtet werden für solche Gewerbe, in deren Ausbildung nach der technischen Seite besondere Vertiefung nötig ist. Der Korreferent, Rektor Kattwinkel=Gelsenkirchen, kommt demgegenüber zu folgenden Forderungen: Zusammenhängende Ausbildung, Verpflichtung zur Beendigung der Ausbildung und Bestätigung der erfolgreichen Ausbildung. Er verlangt, daß der Staat Anstalten zur Ausbildung von Fortbildungs= schullehrern errichte und leite, die folgendes Programm haben sollen: Einjähriger Kursus, der in täglich 4—7stündigem Unterricht das ganze Wissensgebiet durcharbeitet. Mit der Anstalt(Seminar) muß eine Uebungsschule verbunden sein, an welcher die Kursisten Gelegenheit haben, mustergültigen Unterricht zu sehen und auch selbst zu geben. Mit der Anstalt muß den Kursisten Gelegenheit gegeben werden, in einem von praktischer Hand geleiteten Betriebe die praktischen Handgriffe des Handwerks zu erlernen. Die Anstalt entläßt die Kursisten nach einem abzulegenden Examen mit einem Zeugnis; der erfolgreiche Besuch berechtigt zum Studium an einer kaufmännischen oder gewerblichen Hochschule. An die Vorträge schloß sich eine eingehende Diskussion. Bei Besprechung des Gesetzentwurfs betreffend Abänderung des§ 120 der Gewerbeordnung teilt der Vorsitzende mit. daß der Vorstand in einer Petition an den Reichstag eine Ergänzung des Entwurfs dahin gefordert habe, daß die Verpflichtung zum Besuch einer Fortbildungsschule durch Anordnung der höheren Verwaltungsbehörde ausgesprochen werden kann, wenn die Ortsbehörde ungeachtet der Aufforderung ein diesbezugliches Ortsstarut nicht erläßt. Der Stand der Kartoffelkrankheit in Westfalen. Der Graf Arnim Schlagenthin=Nassenheide hat durch einen Artikel„Europas Kartoffelbau in Gefahr“ sowohl in landwirtschaftlichen als auch in anderen Kreisen große Erregung hervorgerufen. In dem Arkkkel behauptet Arnim, daß er von 600 Kartoffelproben aus allen Gegenden Deutschlands fast überall die Fusarium=Pilze denr Blattrollkrankheit festgestellt habe. Es gebe also in Deutschland keine gesunden Pflanzkartoffeln mehr nud 1908 sei eine vollständige Mißernte zu erwarten. Auf Grund dieser Nachrichten hat die Versuchsabteilung der Landwirtschaftskammer für Westfalen aus den verschiedensten Gegenden Westfalens 250 Proben von Pflanzkartoffeln auf das sorgfältigste auf Fusariumpilze untersucht. Das Ergebnis dieser Untersuchungen, welches A. Spieckermann in dem Organ der Landwirtschaftskammer für Westfalen mitteilt, weicht wesentlich von dem des Grafen Arnim ab. Von den eingesandten Proben waren 10 Prozent mit Fusarium infizierte Knollen festgestellt worden. Diese verhältnismäßig noch hohe Zahl verliert aber wesentlich an Bedeutung wenn man berücksichtigt, daß die infizierten Proben fast ausschließlich aus den südlicheren Kreisen, in denen die Krankheit seit mehreren Jahren auftritt, stammen. Man nimmt an, da der nördliche Teil Westfalens im verflossenen Jahre anscheinend eine gesunde Ernte geliefert hat, daß die Blattrollkrankheit wohl nicht wesentlich an Ausdehnung gewonnen hat. Die Beschaffenheit des Pflanzgutes für 1908 dürfte daher zu übermagigen Sorgen keine Veranlassung geben. Es ist nur bedauerlich daß die beliebte Magnum=bonum in den letzten Jahren am häufigsten erkrankt ist und Ersatz für diese nicht gefunden ist. Zum Schluß seiner Abhandlung kommt Spieckermann zu dem Ergebnis, daß zu Befürchtungen, wie sie Graf Arnim ausgesprochen hat, zur Zeit kein Grund vorliegt; Westfalen habe noch große Strecken unverseuchten Gebietes, und die stärker bedrohten Kreise könnten durch Nachschub gesunden Pfianzgutes sogfältige Ausmerzung kranker Büsche und kräftige Düngung genügende Erenten erzielen, bis völlige Klarheit über das Wesen der Krankheit erzielt und Mittel zu ihrer Bekämpfung erprobt seien. Politische Uebersicht. Reich. Detmold, 25. April. — Das neue Automobilgesetz. Dem Bundesrat ist aunmehr, wie die„Kölnische Zeitung“ meldet, der Eniwurf eincs Automobilhaftpflichtgesetzes zugegangen. Der Entwurf bestimmt in der Hauptsache, daß der, welcher ein Automobil hält(Besitzer, Mieter usw.). für den durch das Automobil entstandenen Schaden aufzukommen hat, wenn er nicht nachzuweisen imstande ist, daß der Unfall durch einen Zufall oder auf fremde Schuld zurückzuführen ist. Als Zufall soll auch gelten eine unvorherzusebende Störung im Betriebe der Maschine. Die Automobilführer haben sich einer Prüfung zu unterwerfen, durch die sie die Berechtigung zum Fahren erhalten. Unberechtigtes Fahren wird mit Geld= und Gefängnisstrafe bedroht. Der Bundesrat trifft Bestimmungen über das zulässige Höchstmaß der Fabrgeschwindigkeit auf den verschiedenen Straßen(städtische Straßen, Landstraßen usw.). Der Entwurf dürfte wohl vor den Sommerferien nicht mehr an den Reichstag gelangen. — Postreferendar und Postasfessor. Nach langjähriger Sperre soll nun endlich die höhere Postlaufbahn wieder eröffnet werden. Nur verschiedenen äußeren Umständen, so insbesondere dem Personenwechsel im Reichspostamt, ist es zuzuschreiben, daß die entsprechenden Verfügungen noch nicht ergangen sind. Es liegen auch bereits zahlreiche vorläufige Meldungen vor. Ueber die Einzelheiten der neuen Laufbahn haben wir seinerzeit eingehend berichtet, sodaß nur wenig nachzutragen bleibt. Nach der einjährigen Elevenzeit und dem dreijährigen akademischen Studium wird, wie sich unsere Leser erinnern, die erste Prüfung abgelegt. Für diese werden drei Prüfungsräte gebildet, und zwar bei den Oberpostdirektionen in Berlin, Königsberg u. Straßburg. Die Prüfungsräte bestehen aus je einem Oberpostdirektor als Vorsitzendem und vier Mitgliedern, von denen zwei Posträte und zwei akademische Lehrer sind. Nötigenfalls wird auch ein Sprachlehrer zugezogen. Geprüft wird in den Gegenständen des Studiums, also über die Grundlage der Staats= und Rechtswissenschaft, Physik, Chemie und Elektrotechnik. Die Anwärter haben dann mindestens drei Jahre als Postreferendar bei den Oberpostdirektionen oder größeren Verkehrsämtern praktischen Dienst zu tun. Die Ausbildung wird vom Oberpostdirektor persönlich geleitet. Für die sich anschließende zweite Prufung wird beim Reichspostamt ein Oberprüsungsrat gebildet. Gegenstände der Prüfung sind Staatsrecht, Postund Telegraphenrecht, Volkswirtschaftslehre, Verwaltungsdienst, Telegraphen= und Fernsprechtechnik usw. Die Kandidaten werden dann Postassessoren und zunächst zu Vertretungen verwendet. Die ersten Postassessoren werden voraussichtlich nicht vor 1916 ernannt werden und etwa 1921 Vizedirektoren oder Ober=Postinspektoren etatsmäßig angestellt werden. Die jetzt vorhandenen Ober=Postprak= tikanten der alten Laufbahn werden spätestens 1915 als Inspektoren angestellt sein. Die älteren Beamten brauchen also nicht zu fürchten, vor den Anwärtern der neuen Laufbahn zurückstehen zu müssen. — Rautionspflicht der Auskunsts= und Inkassobureaus. Wie das„B. T.“ hört, beabsichtigt die Regierung, dem Reichstage in der nächsten Session einen Gesetzentwurf betreffend die Kautionspflicht der Auskunfts= u. Inkassobureaus vorzulegen. Mit den Vorarbeiten zum Gesetzentwurfe sind Sachverständige bereits beschäftigt. Es handelt sich um das Projekt, die unlauteren Elemente, die gerade in letzter Zeit vielfach im Auskunftswesen aufgetaucht sind, unschädlich zu machen. Die Kaution, die das Gesetz fordern will, soll insbesondere als Sicherheit für die vom Publikum gekauften und im voraus bezahlten Anfragezettenl gelten. Die hinterlegte Kaution soll nur dann angreifbar sein, wenn das betreffende Bureau sich als zahlungsunfähig herausgestellt oder sich strafbare Handlungen zuschulden kommen läßt. — Betriebseinnahmen der preußischen Eisenbahnen. Die Betriebseinnahmen der preußischen Staatseisenbahnen im März dieses Jahres wiesen gegen den gleichen Monat des Vorjahres eine Verminderung von 2.8 Mill. Mark= 6,92 v. H. im Personenverkehr, von 2,3 Mill. Mark— 2.18 v. H. im Güterverkehr auf, wogegen die sonstigen Einnahmen eine Zunahme von etwas über 5 Millionen zeigten. Die Gesamteinnahmen waren gegenüber dem März 1907 um 153000 M = 0,10 v. H. geringer. Zu berücksichtigen ist bei der Beurteilung dieser Zahlen, daß in den März d. Vorjahres das Osterfest, abgesehen vom zweiten Feiertage, fiel, während es in diesem Jahre im April liegt. Die dem März dieses Jahres entgangene Mehreinnahme aus dem Osterfestverkehr kann auf rund 3 Millionen Mark geschätzt werden. Um diesen Betrag erscheinen also die Märzeinnahmen aus dem Personenverkehr gegenüber dem Vorjahre zu niedrig, so daß der Personenverkehr immer noch eine kleine Steigerung aufweisen würde. Umgekehrt ist die Mindereinnahme aus dem Güterverkehr im Vergleich zum März des Vorjahres noch größer, als die angegebenen Ziffern ausweisen, weil letzterer einen Arbeitstag weniger hatte. Albumblätter. Ein Augenblick gelebt im Paradies Wird nicht zu teuer mit dem Tod gebüßt. Schiller. Lady Delia. Kriminal=Roman. Autorisierte Uebersetzung aus dem Englischen (Nachdruck verboten.) „Nun, und heute morgen erhielt ich sehr angenehme Nachrichten aus Amerika.“ Er reichte Sir Browne den Brief seines Freundes. „Hm, das klingt nicht übel,“ bemerkte dieser, nachdem er den Inhalt gelesen.„Wenn wir nach England kommen, wollen wir's näher untersuchen. Vorläufig gebe ich meine Einwilligung zu Ihrer Verlobung mit meiner Tochter. Sie ist ein gutes Kind, Mensmore, und wird eine ausgezeichnete Frau werden. Ich hoffe, Sie zeigen sich ihrer würdig, u. ich wünsche daß Ihr Leben künftig frei von Unannehmlichkeiten bleibt. Ihr sollt beide glücklich sein.“ fügte er bewegt hinzu. „Das werden wir auch,“ lautete die zuversichtliche Antwort. „.„Uebrigens,“ sagte Sir Browne nach einer Pause,„wo befindet sich Ihre Schwester? In England?“ Menomore war auf diese Frage vorbereitet.„Frau Hillmer ist meine Stiefschwester,“ erklärte er.„Ich habe sie nur selten seit der unglücklichen Heirat gesehen, die sie vor einigen Jahren einging.“ „Lebt der Mann noch?“ Das weiß ich wirklich nicht, möglich ist es wohl. Sie sind jedoch geschieden. Meine Schwester hat ein gutes Auskommen, doch bin ich teilweise ihrer Verhältnisse halber nach d. Riviera gegangen. Um die Wahrheit zu sagen, ich entzweite mich deshalb mit ihr.“ Sir Browne wiegte bedächtig den Kopf.„Nun, diese Verhältnisse brauchen weder Sie noch Phyllis zu berühren. Und beachten Sie meinen Nat, junger Freund: Mischen Sie sich nie in die Angelegenheiten von Mann und Frau! Mag Ihre Absicht noch so gut sein. es kommt nichts dabei heraus.“ In der zunehmenden Dämmerung entging d. alten Herrn die Verlegenheit seines Gefährten bei der Besprechung dieses Themas. Mensmore war im Grunde eine ehrenhafte Natur; es widerstrebte ihm, seine Worte anders ausgelegt zu hören. Dennoch konnte er es nicht ändern, er mußte für die Sünden anderer büßen. Erleichtert atmete er auf, als die Tischglocke der Unterredung ein Ende machte. Es hatte sich eine zahlreiche Gesellschaft zu dem Diner Sir Brownes Engefunden und es mangelte daher nicht an Gesprächsstoff, der sich, wie meist bei solchen Gelegenheiten, mehr um Personen als um Ereignisse drehte. Da Phyllis die Plätze der Gäste bestimmt hatte, so war sie darauf bedacht gewesen, ihren Verlobten in ihrer nächsten Nähe zu haben. Er saß ihr gegenüber mit der Frau eines Arztes als Nachbarin, während Phyllis vom britischen Konsul zu Tisch geführt wurde. Dieser Herr war sehr gesprächig, zudem über alle Vorgänge in der englischen Gesellschaft wohlunterrichtet. „Sagen Sie,“ wandte er sich zu Phyllis,„sind Sie jemals mit Lady Delia Lyle zusammengekommen?“ Das junge Mädchen verneinte. „Meinen Sie die Gattin des Sir Charles Lyle?" warf Mensmore mit so sichtlichem Interesse ein, daß seine Braut ihn verwundert ansah. „Ja, dieselbe,“ entgegnete der Konsul. „Ich kenne Sir Charles,“ führte Mensmore das Gespräch fort.„Wissen Sie etwas von seiner Frau?“ „Sie ist tot.“ berichtete der Koisul. „Was sagen Sie? Gestorden? Wann und wie?“ Mensmore war so erregt, daß es auch Fernsitzende bemerkten, während Phollis sich im stillen wunderte, daß er ihr gegenüber den Namen Lule niemals erwähnt habe. „Ich fürchte, Ihnen die Nachricht ein wenig unvermittelt gegeben zu haben,“ sagte der Konsul in bedauerndem Ton. „Sind Sie mit den Lyles befreundet?“ „Nein, nien, nicht in dem Sinne, obgleich ich Sir Charles leit Jahren kenne. Wissen Sie bestimmt, daß seine Frau tot „Ich las es in der Zeitung, hätte es aber sicher nicht erwähnt, wenn Lady Delia nicht so bekannt in der Gesellschaft gewesen und Ele ganze Sache nicht so eigentümlich wäre.“ „Wieso eigentümlich?“ fragte Mensmore gespannt. „Die Zeitung ist vom 28. Januar,“ erklärte der Konsul, „die Todesanzeige besagt jedoch. Lady Delia sei am 6. November gestorben. Ist das nicht auffällig? Eine Frau in ihrer Lebensstellung konnte doch nicht so still dahingeschieden sein, daß dies erst drei Monate nach ihrem Tode bekannt gegeben wird.“ „Allerdings sehr unbegreiflich,“ stimmte Mensmore bei. „Kanntest Du Lady Delia persönlich, Bertie?" fragte Phollis zögernd. Ihre Worte brachten Mensmore wieder einigermaßen zu sich.„Ich habe sie nie gesehen,“ versicherte er,„aber oft von ihr und ihrem Manne gehört. Er war ein Schulkamerad von mir. Die Nachricht hat mich wirklich überrascht.“ „Ich bedauere nochmals, sie so unbedacht ausgesprochen zu haben,“ äußerte der Konsul. „Ö. es ist mir doch recht, es zu wissen,“ entgegnete Mensmore.„Die arme Frau! Wie merkwürdig, daß sie gestorben ist!“ Phyllis wechselte taktvoll das Gespräch, so daß ihr Verlobter Zeit fand, seine Fassung wiederzugewinnen. Die Augen einer Frau sehen oft schärfer, als die Männer glauben. Auch Phyllis merkte bald, daß die Bestürzung Mensmores über die Todesnachricht Lady Delias rasch ener gewissen Erleichterung wich. Während sie sich diesen Stimmungswechsel ihres Verlobten zu erklären suchte, überlief es sie plötzlich sieden heiß, denn es erpachte in ihr eine heftige Eifersucht, obgleich sie den Gegenstand derselben nie gesehen hatte. Sie hobdeshalb ihr Näschen sehr hoch, als Mensmore den ersten Tanz von ihr begehrte, blieb ruhig sitzen, als habe sie nicht die mindeste Lust, den verlockenden Klängen eines Straußschen Walzers zu folgen, und fragte mit leichtem Stirnrunzeln: „Wer ist diese Lady Delia, Bertie, für die Du Dich so besonders interessierst?“ „Ich hab's Dir jas chon gesagt,“ erwiderte er unbefangen, „sie ist die Gattin eines meiner Bekannten.“ „Aber Du mußt sie sehr gern gehabt haben, daß Dir die Nachricht von ihrem Tode so gegangen ist,“ quälte sie ihn weiter. „Ich habe sie gerng ehabt?“ Mensmore sah sie verdutzt an.„Ich habe sie nie gesehen.“ Diese Versicherung schten Phollis Eisersucht rasch zu verscheuchen, trotzdem konnte sie nicht unterlassen, ihn zu fragen, warum er während des Mittagsessens so betrübt ausgesehn habe. „Nur weil mir Sir Charles, den ich früher gut kannte, leid tut.“ „Was für ein gutes, teilnehmendes Herz Du hast!“ sagte Phyllis zärtlich.„Wenn ich mal sterbe, wirst Du am Ende vor lauter Gram tot hinfallen.“ „Schwat" doch nicht solchen Unsinn,“ unterbrach er sie vorwurfsvoll.„Komm lieber tanzen. Wir versäumen ja den schönen Walzer.“ Diesmal folgte sie ihm willig und für die nächste halbe Stunde vergaßen sie alles, außer daß sie sich liebten. 16. Kapitel. Als Sir Lyle die Todesanzeige seiner Frau an die großen Zeitungen schickte, dachte er nicht daran, welch ein fetter Bissen diese Mitteilung für die Klatschblätter sein würde. Mit wahrem Heißhunger stürzte sich die Skandalpresse darauf. Wo starb Lady Delia? Wann und unter welchen Umständen? Das waren Fragen, die sie nach allen Seiten sensationell aufbauschte. Sie trieb die Sache so arg, daß Brett sich schließlich ins Mittes legte. Er bewog den Rechtsbeistand Sir Charles, folgende Erklärung in der Presse zu veröffentlichen „Viel unnötige Pein ist der Familie der verstorbenen Lady Delia Lyle durch die Kommentare bereitet worden, die betreffs ihres Todes in verschiedenen Zeitungen erschienen sind. Am sechsten November verließ die Lady ihr Haus, um ihre Schwester in Richmond zu besuchen, und man hat seither nichts mehr von ihr gehört und gesehen. Ein Grund für ihr Verschwinden lag nicht vor. Nach längerem fruchtlosem Suchen ist der Gatte sowohl wie die Familie zu der Ueberzeugung gelangt daß ihr an dem betreffenden Tage ein Unglück zugestoßen ist, infolgedessen ihre Persönlichkeit nicht festgestellt werden konnte, und daß sie wahrscheinlich von irgend einem Hospital aus beerdigt wurde, bevor die Ihrigen noch ihren Tod vermuteten. Trotz genauester Erhebungen nach dieser Richtung hin ist keine Spur der Vermißten gefunden worden. Sir Lyle entschloß sich daher, das Ableben seiner Gattin anzuzeigen in der Hoffnung, er könne vielleicht dadurch noch eine Nachricht über sie ans Licht kommen. Dies hat sich leider nicht bewahrheitet, und da die von Scotland Yard aus geführte Untersuchung ebenfalls keine eRsultate ergeben hat, so ist auch jede weitere Besprechung in der Presse über einen Fall, der wahrscheinlich für immer unaufgeklärt bleiben wird. vollkommen nutzlos.“ (Fortsetzung folgt.) — Die segendreiche Wirkung der Zuwachosteuer wird in der „Korrespondeng der Bodenreformer“ an einem hübschen Beiich überzeugend nachgewiesen: Weißzensee, eine der ärmiten Vorortgemeinden im Norden Berlius, d. zurzeit etwa 42 000 Einwohner zühlt, hat ein eigenes Wohlfahrtsamt eingerichtet, dem ein Arzt und eine Gemeindeschwester ausschließ Auf leine Auregung sind in der letzten Zeit ent Fürsorgestelle für lich dienen. standen; eine rgestelle für Säuglinge und für Ferienkolonien. In den nächsten Monaten wird eine vorbildliche Volks badeanstalt mit Wahnen= und Brausebädern und eine Volks küche errichtet. Eine unentgeltliche Rechtsauskunftsstelle ist am 1. März ins Leben getreten. Die Tageszeitungen, die diese Nachrichten bringen, setzen bewundernd hinzu:„Trotz aller dieser Wohlfahrtseinrichtungen hat die Gemeinde es fertig be kommen, im vergangenen Jayre die Gemeindesteuern um 30 v. H. zu erniedrigen.“ Daß es zum guten Teil eine verständige scharse Zuwachssteuer ist, wird leider nicht mit der er wünschten Deutlichkeit hervorgehoben. Vom 17. August 1906 bis zum Schlusse des Rechnungsjahres 1906 ergab die Zuwachs steuer 26 920,84 Mk. und im Rechnungsjahre 1907 bis zum 30. März 1908 170 382,19 M. Das sind rund 200000 A. die der Gesamtheit in kurzer Zeit zugute gekommen sind, weil sie Einsicht genug hatte, sich einen Anteil an der steigenden Rente ihres Bodens zu sichern, schreibt die„Tägliche Rundschau, — Der Gesamtvorstand d. Bundes der Industriellen nahm in seiner letzten Sitzung Kenntnis von der in der Oeffentlich keit laut gewordenen Anregung, einen politischen Bund der gewerblichen Arbeitgeber zu gründen. Der Gesamtvorstand hielt die ganze Frage aber nicht für soweit geklärt, daß der Bund der Industriellen v. seinen bisherigen Bestrebungen Einfluß auf die politische Vertretung der Industriellen in den Parlamenten zu gewinnen, Abstand nehmen könnte, zumal eine einheitliche politische Parole für einen solchen politischen Bund der Arbeitgeber undenkbar erscheint. Ferner lag eine Aufforderung des Herrn Staatssekretärs des Innern vor, für die geplanten kontradiktorischen Verhandlungen über das Bankwesen Mitglieder zur Enquente=Kommission bezw Sachverständige vorzuschlagen. Der Gesamtvorstand beschloß diesem Ersuchen durch Benennung geeigneter Industkieller zu Mit der Festlegung des Osterfestes erklärte sich der Gesamtvorstand prinzipiell einverstanden und erachtete als Termin, ebenso wie der Handelstag den ersten Sonntag nach dem. 4. April für geeignet. Alsdann fand eine Besprechung über die allgemeine Versammlung der Außen handelsinteressenten statt, die auf den 2. Mai in Berlin anberaumt ist. Von den Sympathiekundgebungen der großen industriellen Landesverbände in Bayern, Süddeutsch land usw. zu deur geplanten Außenhandelsstelle wurde Kennt nis genommen. Vermischte Nachrichten . In ven, Händen der Schatzschwindler.(Ein Berliner als Opfer spanischer Betrüger). Trotz der wiederholten Warnungen in der Presse vor den Machinitionen der spanischen Schatzschwindler ist der weitverzweigten Betrügerbande wieder ein leichtgläubiger Mensch zum Opfer gefallen. Der Direktor des Embajadores=Hotels in Madrid erstattete bei der dortigen Polizei eine Anzeige, daß ein gewisser Wilhelm Didozun aus Berlin seit Montag abend aus dem Hotel spurlos verschwunden ist. Der Berliner hatte einen Stadtbrief erhalten, und sich dann unter Zurücklassung einer Handtasche ent fernt. Wie das B. T. auf Grund eigener Nachforschungen er fahren, IsT Wilhelm Didszun, wie schon vermutet, das Opfe einer Schatzschwindlerbande geworden. Der per schwundene Wilhelm Didszun, der 37 Jahre alt und aus Ostpreußen gebürkig ist, betreibt seit etwa sieben Jahren in Berlin in der Joachimsthalekstraße 39=40 ein Maßgeschäft für Herrengarderobe. Er ist verheiratet und Vater von drei Kindern im von acht, sieben und vier Jahren. Am 30. März d. I erhielt Didszun das erste Lebenszeichen von den Schatzschwind lern, deren Extstenz ihm und seiner Gattin trotz aller Zeitungsnotizen bisher verbogen geblieben ist. Der Brief, auf einem unscheinbaren Zettel geschrieben, lautete in dem typischn Stile der Schatzschwindler folgendermaßen:„## Gefangener hier wegen Bankerott, bitte ich Sie, mir zur Zurückziehung von 800 000 Franken zu verhelfen, welche Summe ich in Banknoten in meinem auf einem französischen Bahnhofe lagernden Koffer besitze. Es st dringend nötig, daß Sie sich zu diesem Zwecke nach hier begeben, um durch Bezahlung meiner Prozeßkosten mein mir mit Beschlag belegtes Handgepäck auszulösen, damit Sie auf diese Weise in den Besitz meiner Reisetasche gelangen, in welchem in einem geheimen Fache der Gepäckschein des obengenannten Koffers verborgen ist und welchen Sie absolut benotigen, um den Koffer von dem betreffenden französischen Bahnhofe zurückzuziehen. Als Belohnung für Ihre Mühe und Dienste werde ich Ihnen den dritten Teil der zu rettenden Summe abtreten. Aus Vorsicht und im Falle mein Brief nicht in Ihren Besitz gelangen würde, werde ich erst Ihre Rückantwort abwarten, nach deren Empfang ich Ihnen dann sofort in einem ausführlichen Brief die ganze Angelegenheit genau schildern und meinen vollen Namen bekannt geben werde Ihre Antwort kann ich auf keinen Fall hier im Gefängnis ab warten und bitte ich Sie nachfolgendes Telegramm an meinen früheren vertrauten Diener zu senden, welcher mir selbes sofort übermitteln wird.“ Der geheimnksvolle Absender, der sich mit F. A. unterzeichhet, lüftete dann in einem zweiten Schreiben vom 6. April sein Inkognito und nannte sich Fernando de Alarcon, 25 Principal Ezquierda, Madrid. Er bezeichnete die Höhe des verborgenen Schatzes mit 800000 A und versprach Herrn Didszun den dritten Teil dieser Summe. In der Tat der leichtgläubige Herrenschneider, dessen Frau erst durch unsere Notiz über den wahren Sachverhalt aufgeklärt wurde, em 8. April über Köln und Paris nach Madrid ab. Am 12. April traf ein Telegramm bei seiner Frau ein:„Madrid gut angekommen.“ Am nächsten Tage deveschierte er:„Madrid noch nicht zusammengetrossen, wurde nicht abgeholt: Telegraphiere an Marano Sierra(d. i. der Gesängniswärter) volle Adresse; ich wohne Hotel des Embajadores, Calla Viktoria, Madrid.“ Inzwischen ist D. wohlbehalten nach Hause zuruckgekehrt, ohne den Betrügern seine Barschaft geopfert zu haben. Wie von Didszun mitgeteilt wird, hat er gleich nach seiner Ankunft in Madrid und nach der ersten Zusammenkunft mit dem„treuen Diener des Gefangenen“ Verdacht geschöpft und hat kurzentschlossen Madrid den Rücken gekehrt, da er fürchtete, bei längerem Aufenthalte in dem frem den Lande am Ende doch einem Verbrechen zum Opfer zu fallen. Didszun wollte nicht ganz zwecklos die weite Reise unternommen haben und machte eine Vergnügungstour nach Paris. Dort hia er sich von seinem Schrecken erholt, ohne zu ahnen, daß daheim seine Familie in tausend Aengsten um ihn war und schon alle Hebel in Bewegung gesetzt hatte, um den Verschollenen aus den Händen der Schwindler zu befreien Ein rechtes Schmerzens= und Sorgenkind für die Stadt Eisenach ist bisher das Kurbad gewesen, bei welchem Unternehmen Eisenach die Hälfte sämtlicher Aktien im Besitz hat. In stundenlangen Beratungen des Gemeinderats besprach dieser in geheimer Sitzung den Geschäftsbericht des Kurbades. dessen Fehlbetrag mit Ende des lausenden Jahres gegen 120000 A betragen wird. Man erklärte sich dabei mit der eitherigen Verwaltung des Kurbades keineswegs einverstanden und beschloß, den Gemeindevorstand aufzufordern, seinen Einluß dahin geltend Zu machen, daß die Ausgaben des Kurbades den vorhandenen Mitteln entsprechend vermindert und in den Aussichtsrat nur solche Personen gewählt werden, deren Wohl dem Gemeinderat als geeignet erscheint. Da erfahrungsgemäß alle großen Kurbäder ihre Kinderkrankheiten durchmachen müssen, so hofft man, gestützt auf die schöne Lage Eisenachs und auf die von Autoritäten anerkannte Güte des Heilwassers des Kurbades, daß dieses sie bald überstehen und sich dauernd geund und kräftig entwickeln werde. Republikanische Spielkarten. Ein guter Republikaner in Ronen ist der Ansicht, daß es eines Franzosen unwürdig sei, mit Karten zu spielen, welche die Bilder von Rönigen und Nönigs dienern ausweisen. Er hat daher Spielkarten gezeichnet, die geeignet sind, ein republikanisches Herz zu erfreuen und hat für sie segar das französische Patent erlangt. Statt der Könige zeigen diese politischen Spielkarten die Bilder von Präsidenten der französischen Republik und statt der Königinnen sind große Französinnen zu sehen, die das Ihrige dazu beigetragen haben die Tytannen zu stürzen, wie Charlotte Corvay, Madame Roland usw. Statt der Buben setzt der gute Republikaner französische Männer, die dem Lande Großes geleistet haben wie Voltaire und andere Männer seiner Zeit. Elektrische Bestatkung. Gerade jetzt, wo de Einführung der fakultativen Feuerbestattung auch in Preußen bevorzustehen scheint, ist die Nachricht doppelt interessant, daß auch die Leichen künftig auf elektrischem Wege aus der Welt geschafft werden sollen. Der Pariser Feuerbestattungsverein hat einen Wettbewerb ausgeschrieben, um Pläne für eine elektrische Ein äscherungsvordichtung zu erlangen. Die Dauer der Einäscherun der Leiche eines Erwachsenen soll dadurch auf eine halbe Stunde beschränkt werden; trotzdem muß die Verbrennung ohne Nauch vollkommen und der Betrieb nicht teurer sein als jetzt. Für den besten Apparat ist ein Preis von 1500 Francs ausgesetzt. In Lebensgefahr durch den eisernen Vorhang. Einen aufregenden Vorfall gab es im Baltimorer Theater, wo die bekannte, auch in Berlin viel gefeierte Opernsängerin Geral dine Farrar von dem herabstürzenden eisernen Vorhang um ein Haar zermalmt worden wäre. Als die Künstlerin nach der Vorstellung im Theater vor der Bühne erschien, um sich für den Hervorruf zu bedanken, fiel der schwere Vorhang, unter dem die Künstlerin stand, plötzlich herab. Ein Schauspieler stürzte auf sie zu und riß sie im letzten Augenblick zurück, ehe sie der Vorhang, der sie getötet haben würde, treffen konnte. Doch iel dieser so dicht vor ihr nieder, daß er die Diamantentiara in ihrem Haar zerschmetterte. Das Schwein bei der spiritistischen Sitzung. Der Turiner Korrespondent eines Pariser Blattes hat dieser Tage Veranlassung genommen, Lombroso um seine Meinung und Ansicht über den Spiritismus zu befragen. Der bekannte italienische Gelehrte hat sich dabei als überzeugter Anhänger der Geisterbeschwörung zu erkennen gegeben und mehrere besonders interessante Seancen, an denen ei teilgenommen, erwähnt. Um der Korfn im Festschmuck. Nur Mut! Militär=Humoreske von K. Wesser. (Nachdruck verboten.) Leutnant Berthold Merk von den Peseburger 72ern hatte so manchem seiner Kameraden aus der sogenannten Tinte ge holfen. Nun suß er selbst drin und konnte sich nicht heraus retten.„„ „Merkchen,“ versuchte ihn— auf dem gemeinsamen Gang zur Kaserne— der Oberleutnant Siebenstern, der schon mit dem Sextaner Berthold zusammen Aepfel gemaust hatte, zu rösten, mimm's doch nicht so kolossal tragisch. Laß die Karre laufen...“ „Mensch.“ sagte Berthold Merk darauf wohl zum zehntenmale,„ich komme aber nicht darüber fort, daß Ihr alle mich in dieser Not so elend im Stich laßt. Ich glaube beinahe, es gibt keinen von den jüngeren Kameraden im Regiment, dem nicht wenigstens einmal... gleichviel ob mit einem Sattel oder Gaul, Rar oder Goldsuchs aus der Patsche geholfen hätte.“ „Stimmt, Merkchen, und wir möchten uns ja auch so kolossal gern anständig revanchieren, aber wie...? Unser Ordina rius redete früher bisweilen vom Nürnberger Trichte.“ Jetzt fuh der gutmütige Merk aber auf „Ziehe die Sache nicht noch ins Lächerliche. Vergegenwärtige Dir lieber noch einmal die Situation.—— Ueber morgeni ist Kompagniebesichtigung. Die Mannschiften sollen auch in der Instruktion besichtigt werden. Vor zwei Wochen erfahre ich glücklichweise, daß der neue Oberst die Eigentüm lichkeit hat, zu verlangen, daß man die Namen seiner Leute sämtlich am Schnürchen hersagen kann und jeden einzelnen kennt." „Ich kann Deine Verzweiflung vollkommen verstehen.“ sagte der Oberleutnant im Ton innigsten Mitleids,„ein Sieb war gege Dein Gedächtnis schon auf dem Gymnasium ein geteerter Regenplan. Aber siehste, Berthold Merk, die gerechte Strafe ist's vielleicht für Deine verdammte Streberei in der letzten Zen. Du bist plötzlich wie umgewandelt. Was drangsalierst Di. Jeine Kompagnie? Wozu willst Du durchaus besser abschneiden wie die andern" Da san ihn der Freund fest an. „Vu weißt s ju doch schon, Siebenstern" *:„Keine Abnung.“ „Verstell Dich nicht. Deine Nase hat geknickt.“ „Ihren Naur; weiß sch auf Ehre nicht.“ „Ich sage Dir, we, sie einen hätte, würde ich mein halbes Rittergut hergeben. Sie heißt Lilli... Lilli Sanders" Der andere quietschte vo. Vergnügen. „Deivel auch! In Deinem Falie ist das aber peinlich. Also die Oberstentochter... Wie hast Du denn das aber in den kurzen vier Wochen fertig gebracht?“ „Wir hatten nur fünf Tage dazu nötig. Frage nicht weiter Wir sind einig und ich war so sicher, daß ich de mAlten impo nieren würde. Meine sechzig Kerle konnte ich vor= und rück wärts benennen. Es war ein Schneid in der Kompagnie, sage ich Dir... ein Schneid „Und nun muß dieser Sülzer krank werden.“ „Sage besser, nun muß ich der Unglücksrabe sein, der an seine Stelle geschoben wird.“ „Wahrhaftig gemein. Aber sag' mal, wenn ich nach dem Dienst auf Deine Bude käme und Dir die neuen Namen egal weg vorsagte „Ist alles umsonst. Ich brauche eine volle Woche dazu Ich lerne sie also nicht mehr. Es ist alles vorbei... Nur konfus mache ich mich.. Bestelle mir nur in Gottes Namen einen Zylinder, Siebenstern.“ Der andere wehte mit der Hand als wollte er eine Mücke aus der Luft fangen. „Still, Hauptmann Lukas ist in Sicht“ Ein schlanker, baumlanger Offizier strebte auf sie zu. „Guten Morgen, Herr Hauptmann.“ „Dito, die Herren. Famoses Wetter heute. Der reinste Frühling. Man wird ordentlich poetisch. Wenn wir über morgen solch Besichtigungswetter haben... Nanu, Merk, Sie sehen ja so jämmerlich aus. Kater?“ „Insluenza, Herr Hauptmann.“ Wie ein Blitz durchfuhr Merk die Hoffnung auf eine Rettung im letzten Augenblick Der Hauptmann lachte ihn einfach aus „Gibt's jetzt nicht, mein Lieber. Schon genug, wenn einer... na ja, hm.. krank wird. Von Ihnen glaube ich das einfach nicht. N'Morgen, die Herren..“ Oberleutnant Siebenstern summte etwas vor sich hin: „Ach, es ist rein zum Erbarmen, Kam nicht über'n Teich gesprungen.. Denn dem allerärmsten Armen Ist auch dies vorbeigelungen „Ich könnte Dich morden,“ sagte Berthold Merk zitternd vor Grimm. Da waren sie an dem Backsteinbau der Kaserne angelangt und gingen verschiedene Wege. — Leutnant Merk aß nur das Notwendigste und schlief überhaupt nicht mehr. Hauptmann Lukas sah, so oft er ihn erblickte zur Seite und dachte: „Der Mensch hat wirklich die Influenza.. aber ich kann ihm nicht helfen. Er ist zwar ein biechen mondblind im Gedächtnis, aber sonst ein prächtiger Offizier. Ich wünschte, wir hätten recht viel von der Sorte“— Die Kameraden musterten ihn dagegen ungeniert und fragten bei jeder Gelegenheit: „Na, Merk, kannst Du sie schon?“ Er entgegnete nicht mehr darauf. Ihm tat das Herz weh Sein blondes Lieb erwartete von dieser Besichtigung so unend lich viel.— Sie sah in ihm eine Art Halbgott und glaubte daß nur seine große Bescheidenheit ihm zuweilen die Klagen über sich selbst eingäbe. Wenn sie nun der Zukunftsschlag so treffen würde so glaubensfroh und übermütig.. in der festen Zuversicht auf einen brillanten Ausgang.. dann war vielleicht alles vorbei So entschloß er sich denn, ihr vorher zu schreiben. Ein wirrer Brief ward daraus. Aber sie würde schon herauslesen, um was es sich handelte... Wenn sie ihn überhaupt nur richtig empfinge.. Das war eine große Frage. Den Burschen zu senden, wagte er nicht. Das Vertrauen auf ein zufälliges Treffen kam dem Spielen in einer Wohltätigkeitslotterie gleich Also galt es etwas anderes auszudenken. Und er sand wirk lich etwas. Er sah unter seinem Fenster einen Dienstmann stehen, winkte ihn herauf und beriet nun eifrig mit ihm „Hier, mit diesem Taschentuch gehen Sie sofort zu Oberst Sanders und fragen nach dem gnädigen Fräulein. Nur ihr persönlich dürfen Sie es abgeben. Sagen Sie. Sie hätten zufällig gesehen, wie sie das Tuch verloren habe.“.. Darin ist nämlich ein Brief, der nur in ihre Hände kommen darf. Sie können ihr leise sagen, wer Sie schickt.“ Der Dienstmann griente vertrauenerweckend „Ich verstehe, Herr Leutnant.“ „Hier sind fünf Mark. Ich verlasse mich auf Sie. Können Sie mir nachher sagen, daß alles zur Zufriedenheit erledigt ist, gibt's dasselbe nochmal.“ „3'Besehl. Herr Leutnant, ich werde das melden.“ ——————— Gbottlob, es war gelungen. Sie wollte ihm Antwort senden. Sehr bald. Wohl schon in einer Stunde. Es würde alles gut gehen. ——————— Als Leutnant Merk endlich ein gewisses rosa Brieschen empfangen und gelesen hatte, ließ er sich von seinem Burschen eine Pfanne voll Spiegeleier machen. Es waren nur noch zehn vorhanden, aber sie mußten vorläufig genügen. Dazu verspeiste er eine Mandel Salzstangen aus dem nahen Keller und trank einen Syschon Bier nach... Er fühlte, daß er langsam wieder ein Mensch wurde. —————— Am Morgen des Besichtigungstages war er in bester Laune. Er nickte den Kameraden herablassend zu: „Nur Mut, Kinder, das ist die erste Pflicht des Soldaten“ „Der arme Kerl ist übergeschnappt.“ sagte Siebenstern melancholisch und dachte, daß auch er nahe daran wäre, obwohl ein Gedächtnis doch noch ganz niedlich funktionierte. ... Ob der Oberst Sanders trotz aller beobachteten Vorsicht vielleicht doch eine Veränderung bei seiner Einzigen bemerkt hattl?——— Ob An schwarzer Verdacht gegen den Sache nichts von ihrer„Ursprünglichkeit und Frische“ zu nehmen, wollen wir sie getreulich mit den Worten Lomdrosos selbst erzählen:„Vor mehreren Jahren veranstalteten wir in Venedia eine Seance, an der außer mir noch sieben Schriftsteller teilnahmen. Wir wollten den Geist der verstorbenen Gräfin M. zitieren. Der Geist erschien nicht, aber wir hörten seine Stimme und die verkündete nur:„Ich komme nicht zu euch! Denn unter euch ist ein Schwein.“ Wir sahen uns erstaunt an, und da sich natürlich kesser von uns als Schwein bezeichnen wollte, blieben wir alle im Zimmer. Da ertönte abermals die Stimme des Geistes und erklärte:„Bevor das Schwein nicht das Zimmer verlassen hat, komme ich nicht zu euch.“ Nach einer ließ sich Die Stimme des Geistes wieder hören und nannte das Schwein unter uns mit Namen. Wir drangen nun darauf, daß der Betreffende das Zimmer verließ. Aber bevor er ging. untersuchten wir ihn, und siehe da, wir fanden bei ihm in seiner Tasche ein— obszönes Buch!“— Nun, man muß sagen, mehr kann man von einem„anständigen und sittlichen Geiste wirklich nicht verlangen. Nach einer Jagd über den Ozean holte kürzlich in Hoboken ein Vater sene durchgebrannte Tochter ein. Als die Ausreißerin, ein Fräulein Lena v. Geis, bei der Ankunft des Dampfers „Potsdam“, der Holland=Amerika Linie über die Landungsbrücke schritt, um sich in die Armc ihres Geliebten zu werfen, trat ihr der Papa entgegen. Die flüchtige Dame zählte achtzehn Lenze. Vor zierzehn Tagen verschwand sie dem NewVorker Morgenjournal“ zufolge eines Morgens aus d. Elternsause in Holland. Als die Mutter das Zimmers ihres Kindes durchsuchte, fielen ihr Briese in die Hände, in denen ein gewisser Marx Fräulein Lena aufforderte, nach Amerika zu kommen, um seine Gattin zu werden. Mit dem nächsten Zug dampfte der Vater nach Rotterdam. Bei der Ankunft dort brachte er in Erfahrung, daß seine Tochter sich auf der„Potsdam“ eingeschifft habe, und daß das Schiff bereits auf hoher See schwamm. Einer der Beamten der Dampfergesellschaft machte den Vater schließlich darauf aufmerksam, daß er in Cherbourg den„Kaiser Wilhelm der Große“ erreichen könne, der ungefähr zur selben Zeit wie die„Potsdam“ in Hoboken eintreffen werde. Eine halbe Stunde später befand sich der Vater auf dem Wege nach dem französischen Hafen, wo er den Riesendampfer richtig erreichen konnte. Als er in Hoboken eintraf, hörte er, daß d.„Potsdam“ noch nicht angekommen sei. Erst am anderen Morgen erhielt er die Nachricht, daß das holländische Schriff um acht Uhr das Dock erreichen werde. Kaum hatte der Dampfer angelegt als ein elegant gekleideter junger Mann die Landungsbrücke hinaneilte, dem Lena entgegenflog. Der Vater wartete ruhig auf dem Pier, bis seine Tochter am Arm des Geliebten an ihm vorbeischritt. Dann legte er die Hand auf die Schulter und sagte lakonisch:„Lena, wir gehen wieder heim.“ Nachdem das Mädchen sich von einer Ohnmacht erholt hatte, sagte sie tränenden Auges, daß ihr Auserwählter ein wohlhabender New=Yorker sei und mit seinem richtigen Namen Rudolf Meyer heiße.„Wir lernten uns kennen, als Rudolf letztes Jahr eine Vergnügungsreise durch Deutschland und Holland machte," erzählte. Aber ohne dem jungen Manne zu gestatten, ein weiteres Wort mit seiner Tochter zu wechseln, packte der Vater sie in eine Droschke und fuhr mit ihr nach New=York. Mit dem nächsten Dampfer trat die eingefangene Tochter die Heimreise an. Champignonzucht im Freien. Bisher wurde die Champignonzucht nur in geschlossenen Räumen betrieben. Im Freien gab es gelegentlich Champignons wildwachsend. aber ene eigent liche Zucht im Freien fand nirgends statt. Einem alten erfahrenen Champignonzüchter in Braunschweig, J. Perremanns, ist es nun gelungen, ein Verfahren zu finden, bei dem die Zucht auch im Freien möglich ist. Es werden im Sommer Ende Juni, Anfang Juli, lange Erdhügel ausgeworsen: daran wird vorbereiteter Dünger gepackt. Dieser Dünger wird mit Brut gespickt und mi einer dicken Schicht Erde bedeckt. Die Pilze entwickeln sich dann massenhaff in der Erde; es muß darauf geachtet werden, wenn die Erde platzt, da es dann Zeit ist, die Pilze zu ernten. Eine genaue Kulturangabe aus der Feder von J. Perremanns enthält der praktische Ratgeber im Odstund Gartenbau. Die sich für Champignonzucht im Freien interessieren, sollten sich diesen Bericht vom Geschäftsamt des praktischen Natgebers in Frankfurt a. O. senden lassen. Ein„Häudedruck" Napolcons. Von den Spiritisten, die jetzt wieder in Paris in die Rode kommen und viel von sich reden machen, erzählt Henri Rochefort in einer Plauderei des„Figaro":„Ich empfange jetzt täglich allerlei Einladungen zu geheimnisvollen Sitzungen, in denen man Gelegenheit hat, unter einem Vorhang die Schädel berühmter Gestorbener zu liebkosen oder die Hände berühmter Tänzerinnen oder Sängerinnen zu schütteln, deren Andenken die Nachwelt geheiligt hat. In diesen Häusern, wo man den Ehrgeiz hat, mit dem Jenseits in persönliche Beziehungen zu treten, pflegt einem die Wirtin freundlich zu fragen, mit welcher Berühmtheit man sich unterhalten will. Momentan ist Cuvier sehr en vogue, und jeder hat den Wunsch, mit dem berühmten Natursorscher einen Händedruck zu wechseln. Die schriftstellernden Damen freilich— welche moderne Dame hätte nicht einen kleinen Roman geheim in der Schublade— zieben Mme. de Seeigne vor, deren Zitaten aus ihrem Brieswechsel mit Mine. de Grignau dann großen Eindruck machen. Aber der Geist, der am meisten gefragt ist, das ist der Napoleons. Man befragt ihn über die Schlacht bei Austerlitz, und über die Weise, wic die Canaille Hudson Lowe ihn auf St. Helena behandelt hat. Und das erinnert an jene Zeiten, da das bekannte amerikanische Medium Hume in den Tuilerten vor Napoleon III. seine Kunst erprobte. Napoleon's erster Wunsch war natürlich, sich mit seinem großen Onkel zu unterhalten.„Nicht nur das,“ antwortete ihm damals das Medium,„weil Sie es sind, wird er Ihnen gewiß auch einen Händedruck nicht abschlagen. Strecken Sie die Hand frischen, blonden Offizier In ihm rege geworden.. Genug.. er zog die Stirn in gräßliche Zllten und stellte ein Thema, bei dem Berthold Merk in normalem Zustande eine Doppelgänsehaut bekommen hätte. Heute ließ es ihn ganz kalt. Er begann ruhig die Instruktion, fragte verständlich, ging kurz und klar auf die Antworten ein und stellte nachher neue Fragen, wobei er Schlag auf Schlag die Namen der einzelnen Leute anrief, ohne auch nur einmal zu versagen. —— Der Oberst war mehr wie zufrieden. Er sah sich den stattlichen, gesunden Kerl genauer an, summierte im Stillen sein Rittergut dazu und bekam schließlich als Resultat heraus, daß ein Mädchen gar nicht so dumm wäre, wenn sie sich von dem da lieben ließe. Er sagte ihm auch bei der Kritik ein paar anerkennende Worte: „..... besonders hat es mir gefallen, daß Sie die Namen Ihrer Leute wußten, trotzdem Sie erst zwei Tage bei der Kompagnie sind. Ich wünsche, daß sich die andern Herren darnach richten.“ ——— Später würdigte er ihn noch einer privaten Anrede.“ „Mein Jüngster hat heute das Abtturientenexamen bestanden. Sie haben sich seiner bei dem Turnfest so freundlich angenommen, daß ich Sie heute abend um acht Uhr zu einem Männertrunk zu mir bitte.“ Nach der Besichtigung legte sich Berthold Merk in die Klapße und befahl seinem Burschen, niemand vorzulassen. Se mußten die Kameraden, die es vor Neugierde nicht mehr aushalten konnten, also wieder unverrichteter Sache abziehen. Leutnant Merk schrieb nachher an Siebenstern ein Kärtchen worin er sein Kommen in das Kasino gegen 12 Uhr nachts in Aussicht stellte.... Er kam sehr pünktlich... als ein ganz anderer wie zuvor. So siegessicher und übermütig, daß Siebenstern sofort Bescheid wußte, obwohl er über diesen Punkt schwieg. „Ihr wollt natürlich wissen, wie ich noch in letzter Stunde das Kunststück fertiggebracht habe?“ fragte Merk lustg. „Allerdings,“ sagten sechs Stimmen in dem gleichen empörten Tonfall Merk lachte jetzt aus vollem Halse. „Nichts leichter, als das, Kinder. Ich hatte die Leute vorher dahin instruiert, daß jeder, den ich bei Nennung seines Namens scharf ansehen würde, mir antworten sollte... gleichviel, wie ich ihn anrufen würde... Da habe ich denn seelenruhig alle Namen meiner früheren Kompagnie auige schrieen. ......... Sie tranken auf seine Kosten Seit und wunderten ihn aufrichtig... denn daß Lilli Sanders ihm in dem rosa Billett diesen guten Rat gegeben, verschwieg er natürlich. nnter den Tisch und er wird sich freuen, sie in die seine zu schließen". Der Kaiser gehorchte und in der Tat streisten die Hände des Siegers von Marengo Rüchtig die Hand, die sein nalver Nesse ihm entgegenstreckte. Der Kaiser empfing einen tiefen Eindruck, und den ganzen Abend war er gedankenvoll und in sich getehrt.„Er verfiel,“ so schrieben die Zeitungen von damals,„in eine tiese Träumerei, aus der ihn an diesem Abend nichts mehr erwecken konnte“. Aber am nächsten Morgen erschien ein anderes, wohl ein wenig eifersüchtiges Medium und deckte den Schwindel auf. Der kecke Hume trug sehr weite Stiesel, aus denen er ohne Schwierigkeit seine Füße herausziehen konnte, und zu seinen Seancen ließ er natürlich die Strümpfe zu Hanse. Die Hand Napolcons 1., die Napoleon III. mit andächtigem Erschauern gedrückt hatte, war nichts anderes, als der nackte Fuß des findigen Amerikaners. Ganz Paris amn sierte sich damals über die Aufdeckung des Tricks und der Amerikaner reiste schleunigst in seine Heimat zurück.“ Ein Enkel Gocthes. Aus Stützerbach bei Ilmenau wird dem B. T. geschrieben: Bekanntlich ist unsere Gegend reich an Erinnerungen an Goethe und die klassische Zeit. Richt sehr bekannt dürfte es aber sein, daß noch heute in Stützerbach ein Enkel des Dichters lebt. Als in unserem anmutigen Tal Karl August und Goethe noch lustige Tage verlebten, begaben sie sich von dem herzoglichen Jagdschloß nicht selten in das Städtchen und mischten sich unter die tanzende Jugend. Noch heute zeigt man zum Beispiel im„Weißen Roß“ den Tanzsaal aus jenen Tagen in seiner alten Gestalt. In jener Zeit nun war es auch, wo der Dichter mit einer hiesigen Schönen ein Liebesverhältnis anknüpfte, dem, wie in dem Städtchen jeder wußte, ein Söhn lein entsproß. Der jetzt noch lebende Enkel des Dichter, der oft erzählt, daß seine Großmutter ihn selbst über seine Abstammung aufklärte, ist ein stattlicher Mann von Beruf Glasbläser und unter dem Namen„Der wilde Betz" wohlbekannt. Der per storbene Großherzog Karl Alexander, der die Abstammung des Mannes mit dem charakteristischen Goehthe=Kopf genau kannte. unterhielt sich mit ihm während seiner Anwesenheit in Stützer bach wiederholt und ergötzte sich an seinen klugen, schlagfertigen Reden. Ueber die Auffindung einer großen Tropfsteinhöhle in Kaiser=Wilhelmland entnehmen wir dem Kolonialblatt sol gende interessante Einzelheiten: Auf eine Mitteilung des Para diesvogeljägers Richards und der Katholischen Mission über das Vorhandensein einer großen Tropfsteingrotte begab sich der Bezirksamtmann von Friedrich=Wilhelmshafen in Begleitung des Paters Lörcks und des Dr. Born mit der Pinasse nach der üdlich vom Kap Crosölles gelegenen Junospitze, von wo der Marsch ins Innere angetreten wurde. Der Weg führte zum rechten User des Baches Jukan, in dessen Bett etwa eine halbe Stunde aufwärts gegangen wurde. Der Engang zur Höhle be findet sich oberhalb der Bachoberfläche am abschüssigen Süd ufer. Leider gestattete die vorgerückte Zeit nur eine kurze Be sichtigung der Höhle. Aber schon der erste Eindruck rechtfertigt das Urteil, daß es sich um eine imposante Grotte von staunens werten Dimensionen handelt. Nach der Angabe der Mission soll sie sich über 1 Klm. hinziehen, von dem Vorhof gelangt man durch Erklettern einer in die Felswand mündenden Spalte in eine riesige Halle, die die Größe einer mächtigen Kirche hat Im Innern ist es stockfinster; umherliegende Fackeln bezeugen. daß die Höhle den Eingeborenen bekannt ist. Die Höhle wurde von Richards zufällig entdeckt und gegen den Willen der Ein geborenen betreten. Sie versuchten, auch mich von dem Betreten der Grotte abzuhalten. Erst durch Anwendung von Zwang gegen die Bewohner von Sambi gelang es mir, nachdem ich drei Stunden in die Irre geführt worden war, auf den richtigen Weg geleitet zu werden. Der Grund des zurückhaltenden Be nehmens der Eingeborenen ist offenbar Furcht vor bösen Geistern. Die Vergangenheit der„Lustigen Witwe“. Der„Lustigen Witwe“ wurden dieser Tage im Newyorker Bundeskreisgericht schlimme Dinge nachgesagt: man warf ihr in langatmigen juri dischen Abhandlungen vor, daß sie eine Hochstaplerin sei, die unter falscher Flagge segle und sich mit fremden Federn schmücke. Frl. Gertrude Hoffmann, eine ebenso temperamentvolle wie talentierte Künstlerin, trat auf der Bühne des Newyorker Vaudeville-Theaters mik einem männlichen Partner in Szenen aus Lehars Operette auf, bis sie ein von Henry W. Savage erwirkter temporärer Einhaltsbefehl daran hinderte. Herr Savage machte geltend, daß diese Aufführung nur mit seiner Erlaubnis vor sich gehen dürften, da ihm sämtliche amerikanischen Rechte auf das Werk von dem Komponisten Franz Lehar und den Librettisten Victor Leon und Leo Stein übertragen worden seien. Das wäre nun ganz in Ordnung, wenn es sich um ein Originalwerk handelte. Das kampflustige Frl. Hoffmann bestreitet aber klipp und klar, daß die„Lustige Witwe“ ein Originalwerk ist. Sie weist darauf hin, daß auf dem Titelblatte der deutschen, in der Musikalienhandlung Doblinger in Wien erscheinenden Ausgabe ausdrücklich bemerkt ist, der Text sei von Viktor Leon und Leo Stein,„nach dem Lustspiele „L'Attache d'Ambassade“ von Meilhac und Halevey“ verfaßt. Dieses Lusispiel habe am 12. März 1861 im Pariser„Theatre du Baudeville“ seine Premiere erlebt. Handlung, Charaktere Situationen und Dialoge seien dieselben, wie in der„Lustigen Witwe“. Das Stück sei später in die deutsche Sprache übersetzt worden und unter dem Titel„Der Gesandschafts Attache“ über die Bretter des Wiener Hofburg=Theaters gegangen. Aber nicht nur das. Auch die Musik sei keineswegs eine Original schöpfung des früheren österreichischen Militär=Kapellmeisters Franz Lehar. Der von jeder Drehorgel gespielte Walzer sei vollständig identisch mit dem Walzer aus der Operette„Le Paradies de Mohamet“ von Nobert Planquette, und das Lied Lustige Wochenchronik. (Nachdruck verboten.) Ich hab' mich oft gefreut auf was,— Auf dieses mal, und mal auf das: Wie wird das schön und lustig sein,— Mein Herz war ganz voll Sonnenschein. Ja, schön ist's, wenn man recht sich freut,— Auf das, was uns die Hoffnung beut. Die Hoffnung!— Ach, wie oft, wie oft— Hat man vergeblich doch gehofft. Vergeblich schon voraus gelacht.— Denn anders kam's, als wir gedacht. Dann machen wir— wer konnt das nicht— Ein möglichst dämliches Gesicht. So traf uns herber Täuschungsschmerz—. Im Osterfeste allerwärts. Nee, Kinder, war das schauerlich;— Denk' ich bloß dran, dann schüttelt's mich. Schnee, Regen, Hagel im Verein, — Das gab's, nur keinen Sonnenschein. Das Osterei, der Osterhas'— Die machten zwar auch diesmal Spaß, Im übrigen, weil's drauß' zu kalt.— Nahm man im Zimmer Aufenthalt. Auch dort ward uns erst warm und wohl— Von innen her durch Alkohol. Gesprochen ward von alt und jung— Von nichts als von der Witterung. Und weil sie wirklich„unterm Hund“,— Nahm man kein Blatt sich vor den Mund. Doch half das was? I, keine Spur,— Denn immer schlimmer ward es nur. Der Kaiser und der Kanzler, ja.— Die hatten's gut, die weilten da. Wo südlich warmer Sonnenglanz— Den Frühling brachte„voll und ganz“. Nun lenken heimwärts sie den Schritt — Und bringen uns die Sonne mit Und mit der Sonne bringt zugleich— Als Osterei fürs Deutsche Reich. So hoffen wir, der Kanzler mit—. Den allerbesten Dreibundkitt. Das tut auch not, weil England King — Schon wieder an zu spinnen sing. In Ropenhagen sitzt und spinnt— Er mäuschenstill und spinnt und seinnt. Er spinnt und spinnt sein Spinnennetz.— Ee heißt sein erst und letzt Gesetz:„Verrungeniert“ wird Germany.— Denn sonst haut es und— und wie! Er wird sich ärgern, muß er sehn— Nach Deutschland Frankreichs Jugend gehn. Und muß er sehn, wie friedlich nur — Begrenzt wird Kongo=Kamerun. Ja, Edward, geht's di noch so nah.— Auch andre Leute sind noch da. Ich möcht wohl wissen, wer sich irrt.— Wie alles sich entwickeln wird. Nun, wer's erlebt, der wird's ja sehn.— Die zetzt zuerst zur Schule gehn. Die kleinen Menschen sicherlich— Galenen mehr eie at: slim.ch. „Dann geh'n wir zu Maxim!“ sel in der Melodie einem alten, unter dem Titel„Chanson Provencals" bekannten Volkslied gleich. Was bleibt also noch von dem Ruhme des Herrn Franz Lehar und der Autoren=Firma Victor Leon und Leo Stein? Richter Ward ließ sich von den Argumenten Frl. Hoffmanns überzeugen, und Herrn Savage fällt nunmehr die Aufgabe zu, bei einem Schlußverhör den nicht allzu leichten Nachweis zu ühren, daß ihre Angaben nicht auf Tatsachen beruhen. Einstweilen ist der Einhaltsbefehl, durch welchen Frl. Hoffmann die Aufführung von Szenen aus der bekannten Operette verboten wurde, bedingungslos widerrufen worden. Der Nachweis, daß die„Lustige Witwe“ kein Originalwerk ist, wurde in der „Deutschen Tagesztg.“ bereits am 31. August 1907 in aller Aus. ührlichkeit erbracht und ist von hier in zahlreiche andere Blätter des In= und Auslandes übergegangen. Die Amerikaner kommen also mit ihrer Feststellung reichlich spät. Wir be halten uns ein Zurückkommen auf die Angelegenheit vor. Eine Heldentat aus den schleswig=holsteinischen Freiheitskriegen wird von Fleusburger Blättern anläßlich des Todes der Witwe des Leuchtfeuerwärters P. Bernhard aus Kappeln in die Erinnerung zurückgcrufen. Ein Kanonenboot der kleinen schleswig=holsteinischen Flotte war mit anderen auf der Eider von großen dänischen Kriegsschiffen blockiert und wurde mit glühenden Bomben beworsen. Als eine dieser Bomben auf das Boot, auf dem Bernhard sich befand, in die Nähe der Pulverkammer fiel, erteilte der Kommandant: „Alle Mann über Bord, das Schiff explodiert". Doch Bern hard, der als tollkühn schon bekannt war, verlor nicht die Geistesgegenwart, ergriff eine wollene Decke. deckte diese über die Bombe, die er dann über Bord warf mit dem Ruf:„Dat Schipp explodiert en Dr... Für diese brave Tat, die Schiff und Mannschaft rettete, wurde Bernhard zum Oberfeuerwärter ernannt. Gäste eines Leipziger Stammlokals. die damals den Bericht über die Heldentat in einer Leipziger Zeitung lasen, sammelten einen Betrag von 50 Talern als Ehrengabe für Bernhard. Der weise Kadi. Folgenden hübschen Scherz teilt ein Leser den„Hamburger Nachrichten“ mit: Ein einfacher Arbeiter steht vor Gericht, ob als Angeklagter oder Zeuge, weiß ich nicht mehr. Zwischen dem Richter und dem Arbeiter ent pinnt sich nun folgendes Gespräch: Richter: Sind Sie per heiratet?— Arbeiter: Jo!— Richter: Mit wem?— Arbeiter: Mit mien Froo!— Richter(erregt): Das ist eine dumme Ant wort! Haben Sie schon mal jemanden kennen gelernt, der mit einem Mann verheiratet ist?— Arbeiter: Jo!— Richter (noch erregter): Ja, sagen Sie ganz dreist! Wer ist denn do? — Arbeiter: Mien Schwester!— Wie das Gespräch weiterge gangen ist, weiß ich nicht. Die bösen Fremdwörter. In unserer alten Stadt, in der der Born der Wissenschaft reichlich fließt, wohnten— so er zählt der„Tägl. Adsch“ ein Leser— als gute u. getreue Nach barn lange Jahrzehnte zwei Bürger, ein Schuhmacher und ein Klempner ihres Zeichens, einander gegenüber. Leid u. Freud, wie das Leben in den Familien es mit sich brachte, trugen sie treulich gemeinsam. Nur in einem verstanden sich die Männer nicht. Der Schuhmacher war liberal, der Klempner konservativ. Hilk und her tauschten sie ihre gegenteiligen Meinungen aus über alles, was dem Volke frommte oder nicht frommte, und oft gab es wohl erregte Diskurse. Bei einem solchen meinte schließlich der Konservative zu dem Liberalen:„Ja, lieber N., wir sind allezeit gute Nachbarn gewesen und wollens auch bleiben. Aber in der Politik verstehen wir uns nicht Da sind wir nun—al politische Antiloven!" Die beiden treuen Nachharn deckt längst der Rasen. aber dies Wort ist in dem Gedächtnis der Nachwelt aufbewahrt geblieben, und hierzulande ein geflügeltes Wort geworden..... Heiteres aus der Theaterwelt. In Emil Gutmanns Konzerttaschenbuch 1908—1909 veröffentlicht Felix Weingartner folgende boshafte Kapellmeister=Erinnerungen: Von seinem Mannheimer Wirken erzählt der Direktor der Wiener Hofoper: Ein Intendant wai an die Stelle des bürgerlichen Komitees getreten. Dieser erklärte mir baldigst, die Extralöhne für die Tubenbläser in den„Nibelungen“ nicht mehr zahlen zu wolen; ich müsse diese„Oper" ohne Tuben dirigieren. Auf meine dringenden Vorstellungen wurden die Extralöhne aber doch schließlich bewilligt. Nach dem ersten Akte der„Waltüre" stürz“ der Intendant mi allen Zeichen der Verzweiflung auf di Bühne:„Aber, liebster Kapellmeister, nun zahle ich diesen Tu bisten 6 J pro Mann— und sie blasen nicht einmal immer mit.“— Die weiteren, zum Teil sehr launigen Mitteilungen Weingartners beziehen sich auf Hamburg. Ulu und Danzig Eine Anekdote, in deren Mittelpunkt der kürzlich verstorbene Josef Sucher steht, ist besonders hübsch.„Stadttheater in Hamburg. Vorstellung„Tristan und Isolde". Kapellmeister Sucher hatte einige haarsträubende Striche beseitigt, wodurch sich die Dauer der Vorstellung etwa um eine Viertelstunde ver längerte.(Damals war es nämlich noch nicht Mode. Wagners Werke ungestrichen zu geben.) Nach der Vorstellung stürzte Direktor Pollini mütend auf Sucher zu.„Warum dauerts heute o lange? Sicherlich haben Sie Striche ausgemacht?—„Jawohl.“—„Gie machen mir das Personal kaput! Sie musizieren mir das Publikum aus dem Theater!“— Jawohl.“—„Wollen Sie vielleicht das bezahlen, was der„Tristan“ heute an Gas mehr kostet?—“—„Rein.“—„Akso, warum haben Sie Striche aufgemacht? Sie wissen, daß ich das nicht will!“— Nach kurzer Pause antwortet Sucher mit unerschütterlicher Ruhe: „Ja, wissen's, die beiden Begriffe„Tristan und Isolde" und „Direktor Pollini“ waren halt bei mir niemals identisch.“ Humoristische Ecke. Aus einer Unterhaltung vom Schülerball. Fräulein Erna Frisch. Schülerin der zweiten Klasse der höheren Töchterschule, zu ihrem Tänzer Herrn Otto Risch. Sekun daner des Königlichen Gymnasiums:„Entschuldigen Sie, das ich Ihnen gestern auf der Straße, als wir uns begegneten, di Zunge herausgestreckt habe.“ Herr Risch:„O, bitte!“ Fräu lein Erna:„Ich meinte gar nicht Sie, sondern Ihren Freumit dem sie zusammengingen.“ Die Erpressung. Einer wahren Begebenheit nacherzählt von A. Baumgart (Nachdruck verboten.) In einem eleganten Bade=Hotel Nordamerikas saßen in Park auf einer Bank nebeneinander Mr. John Leslie und dischöne Witwe Lilian Black. Mr. Leslie hielt einen Brief in de Hand, den er immer noch nicht geöffnet hatte. Lilian stichelte an einer Handarbeit herum und blickte verstohlen ihren Nachba. an, der ihr seit vierzehn Tagen heftig den Hof machte, abe noch kein Wort von ernsten Absichten gemacht hatte Daß Mr. Leslie in Wahrheit der ameritanische Millionar Pound war. der hier inkognito zu seiner Erholung weilte, das ahnte seiner Meinung nach niemand „Haben Sie unangenehme Nachritchen?“ fragte die schöne. blonde Witwe nach einer Weile. Leslie hatte endlich seinen Brief geöffnet und ihn dann zornig zu einem Knäuel zusammen geballt. „O, es ist nicht mehr auszuhalten!“ brach er los.„Ich hab nicht davon reden wollen, aber schließlich reißt mir die Geduld Wie kann man sich vor Erpressern schützen!" „Vor Erpressern?" rief Lilian verwundert.„Was will man denn von Ihnen?“ „Nun, die Kleinigkeit von fnüftausend Dollars! Ich heute nachmittag nach Curlinator fahren— Sie wissen, das kleine Fessennest dort oben in den Vergen— und dort soll ich einem kleinen Jungen, der auf mich wartet, die Summe über geben. Tue ich es nicht, so will man mich kurzerhand tot schlsagen.“ „Schrecklich!“ rief Lilian entsetzt.„Sie werden doch nicht etwa dieser Aufsorderung folgen? Denken Sie doch, in welche Gefahr Sie sich begeben!" Bei diesen Worten legte die schöne Witwe, deren Augen voll Tränen standen, ihre weiße Hand auf Leslies Arm, zog sie jedoch gleich wieder zurück, als schäme sie sich ihrer Freundlichkeit Nun war zwar Leslie ein eingefleischter Junggeselle und gegen zu häufige l'ttacken holder Weiblichkeit gefeit, hier aber sagte er sich, daß doch unmöglich Berechnung im Spiel sein könne, da seine schöne Nachbarin ihn ja nur als einfachen Privatmann kannte „Ich werde hinfahren!“ rief er entschlossen,„aber meinen Nevolner einstecken. „Warum benachrichtigen Sie nicht die Polizei?" warf Lilian schüchtern und ängstlich ein.“ „O. das habe ich beim ersten Drohbrief getan. aber die Folge davon war, daß die Kerle nicht in die von der Polizei gestellte Falle gingen und ihre Farderung verdoppelten.“ Am späten Nachmittag langte Mr. Leslie schweißbedeckt an dem kleinen Felsennest an, zu dem er auf einem sehr beschwerlichen Fußpfad hatte hinaufklimmen müssen. Kaum war er in die enge und winklige Dorfstraße eingebogen, als ein kleiner zerlumpter Junge auf ihn zukam und ihm zurief: „Die Gentlemen warten im„Grünen Pfauen“ auf Sie.“ Dabei wies er auf ein kleines Gebünde, das in einen Felsen hineingebaut war und rechts und links nichts als Felsen zu Nachbarn hatten. Leslie trat ein, seinen Revolver in der Manteltasche sest umklammernd. In der rechte neben dem Flur gelegenen Stube traten ihm drei Männer entgegen, die das typische Aussehen alerikaftischer Strolche hatten. „Halloh, Sir,“ riesen*. ihm entgegen.„Das ist vernünftig ron Ihnen, daß Sie gekommen sind! Haben Sie das Geld mitgebracht?“ 7.Südeingang des Rickenfunnels bei Kaltbrunn, links die Anlegen für Tunnelventilation. 2.Vor dem Durchschlag der letzlen Trennenden Felswand im Tunnel. 3. Nordausgang, des Rickenfunnels bei Wattwyl. Zum Durchstich des Rickenfunnels Vier Jahre fast haben die Arbeiten an dem jährt. Rickentunnel währt, der die Ortschaften Wattwil und Kaltbrunn am oberen Ende des Zürichsees verbindet. Vor einigen Tagen ist der Durchstich des 8604 Meter langen Tunnels erfolgt; dieser wird eine bedeutende Nolle Im schweizerischen Verkehreleben spielen; ist er doch als eine Fortsetzung der im Bau begriffenen Bodenge—Toagenburg=Bahn anzusehen. Der Rickentunnel ist nach #em betttand=. dom Simplon= u. dem AlAutunel der vierte! der großen schweizerischen Bergdurchquerungswege. Er dient als Verbindungsglied zwischen den Bahnnetzen des Bodensees und denen des Zürichsees wie auch der inneren Schweiz. Bei seinem Bau stieß mast im vorigen Jahre auf giftige Grubengase, die die Fortsetzung der Arbeiten derartig erschwerten, daß sich der Durchstich, der zuenest für den Sommer 1907 in Aussicht genommen worden war, fast um ein volles Jahr verzögerte.— „Dumm geung war ich dazu,“ erwiderte Lrotte geimmig. „Hier ist ein Beutel mit Gold. Ihr könnte selbst nachzählen, ob die Summe stimmt. Halt halt! Bevor Ihr zugreift, möchte ich aber dann doch wissen, welche Garantien ich habe daß Euse elenden Diohbriefe von jetzt an aufhören.“ „Unser Wort genügt. Sir,“ erwiderte pompös der Oberste der Sttolche.„Wir werden Ihnen heilig versprechen. Sie ungescheien zu lassen, sobald Sie uns zwanzigtausend Dollars bezahlt haben.“ „Was?“ schrie Leslie empört.„Ihr verwünschten Gauner! Fünstausend habt Ihr verlangt!“ „O ja,“ erwiderte ein zweiter der widerhaarigen Gesellen, „das war ganz gut für den Anfang. Aber jetzt da wir Sie einmal in unserer Gewalt haben, fällt es uns gar nicht ein. Sie so billigen Kauses davon zu lassen.“ Leslies Gesicht wurde aschgrau.„Ich will Dir mal was sagen.“ sprach er mit unnatürlicher Ruhe.„Es war dumm on mir, bei solchen Kerlen wie Ihr seid, irgend so etwas wie ihre vorauszusetzen. Aber nicht enen Cent mehr als diese ünftausend Dollars werdet Ihr von mir erhalten. Darauf ebe ich jetzt mein Wort.“ Lautes Gelächter antwortete auf diese kühne Rede Leslie bemerkte, daß die Tür, die zur Straße führte, fest erschlossen war. Dort hinaus konnte er also nicht enttiehen. im ihm aber keinen Zweifel über den Ernst seiner Uage zu lassen, traten jetzt zwei von den Strolchen auf ihn zu. „Nun paß mal auf, mein Junge“ sagte der eine.„Du commst jetzt in den Keller dieses Hauses. Dort magst Du brüllen bis Du schwarz bist, niemand wird Dich hören.“ Bei diesen Worten packten sie ihn und schleppten ihn trotz seines Widerstandes und seines lauten Hilferufens eine dunkle Treppe hinab. Eine schwere Tür flog hinter ihm zu, höhnisches Gelächter verklang— Leslie war ein Gefangener. Eine entsetzliche Nacht folgte dieser surchtbaren Stunde. „Niemand wird mich vermissen,“ dachte der Anglückliche, „denn es weiß niemand, wohin ich gegangen bin. Die einzige, die es wissen könnte, wäre Lilian Black. Aber natürlich wird sie nie dakauf kommen, etwa Boten nach tair auszusenden—“ Qualvoll, unendlich langsam schlichen die Stunden dahin. Mehr als einmal hatte Leslie sein Screien um Hilfe wiederholt; er wußte wohl, daß es umsonst war. Das einzige kleine Fenster, das sich in diesem Keller besand, war hoch oben in einer Ecke angebracht und führte vermutlich nur zu einem der abgelegenen Felsenlöcher, aus denen dies elende Dorf bestand. Als der Mörgen heranbrach, begann Leslie trotz seiner Erschöpfung von neuem zu schreien. „Hilfe! Hilfe!“ klang es verzweiselt von den Kellerwänden empr. Doch da— irrte er sich— oder pochte wrklich jemand an das kleine Fenster? Rein, es war keine Täuschung. Wieder stieß er seine Hilferufe aus und wieder erklang als Antwort das Pochen an die erblindete Scheibe. Gleich darauf wurde das Glas zerschlagen und eine helle Stimme rief herab: „Mr. Leslies. sind Sie das? Wer rief hier um Hilfe?“ „Ich Iln es! Großer Gott, Mrs. Black, wie tommen Sie hierher?“ „O, dem Himmel sei Dank,“ antwortete die sanfte Stimme. „So habe ich Sie also gefunden! Warten Sie warten Sie, ich öffne das Haus. Mrs. Leslie!" Zehn Minuten später sprang die Tür seines Kerkers auf und Leslie wurde von seiner Befreierin hinaufgeführt ans Tageslicht „Ich bin mit der Polizei gekommen,“ rief sie atemlos vor Erregung.„Ich ahnte es ja, daß Ihnen hier etwas schreckliches begegnen würde. Ich hatte keine Ruhe mehr. Die schurkischen Erpresser sind natürlich geflohen, als sie die Polizei bemerkten. Gott sei Dank, daß Sie leben— ich fürchtete schon, man hätte Sie ermordet!" Eine Flut von leidenschaftlichen Dankesworten ward ihr zur Antwort. Ase. niemals werde ich Ihnen das vergessen. Lilian,“ schloß Leslie seine Dankesbetuerungen.„Und niemals werde ich Sie verlassen! O. Lilian, sagen Sie mir, können Sie sich ents schlieben, mein Weib zu werden?" Einige Wochen später kehrte Leslie in P##is, wo er seine Hochzeilsreise beschloß. soeben von einem Ausgung zurück, als er zu seinem unermeßlichen Staunen nicht weit von seiiem Hotel ein Individuum erblickte, das ihn auffallend an den Anführer jener schurkischen Erpresser erinnerte, die ihn in das einsame Felsennest in Nordamerika gelockt hatten. Er folgte dem Manne auf dem Fuße und war soeben im Begriff. ihn festnehmen zu lassen, als jener am Hoteleingang stehen blieb und— von Lilians Zose ein Brieschen in Empfang nahm. In demselben Augenblick legte sich Leslies Hand auf seinen Arm und er raunte: „Auf der Stelle den Brief her oder zur Polizei mit Ihnen!“ Mit einem wilden Fluche ließ der Gauner, der keinen anderen Ausweg sah, den Brief fahren und Leslie las folgende Zeilen: „Lieber Diek! Sei doch nicht so ungeduldig! Ich kann doch meinen Mann jetzt noch nich um so große Summen bitten. wo er uns kaum ins Garn gegange ist. Sobald wir uns drüben fest niedergelassen haben, werde ich über größere Summen verfügen können. Dann kannst Dru alles bekommen, was Du willst. Für den Augenblick sende ich Dir hier fünfhundert Francs. Aber laß Dich um Gotteswillen nicht in der Nähe unseres Hotels sehen! Immer Deine treue Schwester Lilian" Mr. Leslie ging in das Hotelbureau, bezahlte seine Rechnung und reiste mit dem nächsten Schnellzug nach Ostende ab— aber allein. Seine Gattin hat er niemals wiedergesehen. Kunstkenner. Er:„Wat hälst Du von Lohenjrien?"— Sie:„Det kenn ick nich, aber resedajrien hab' ick sehr jerne!“ techn. Büro (Verb.=Mitglied) 46. Zahlenreihen Patent=Liste. Mitgeteilt vom Patent= und Conrad Köchling, Ingenieur Bieleseld, Bahnhofstr. Auskunft und Brochüre„Patent=Wissenschaft" kostenlos. Patentanmeldungen. Vorrichtung zum Drucken verschiedener Fischer und Krecke, G. m. b. H., Bielefeld.— Gebrauchsmuster. Hemdärmel mit um die Manschette greisenden mit Knopf löchern versehenen Enden. Fa. E. F. 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Telegramm=Adresse: Tageszeitung, Detmold. 13. Jahrgang. Hauptversammlung des Lippischen Lehrervereins. Die diesjährige Hauptversammlung des Lippischen Lehrervereins sand statt am Dienstag nach Lstern im ee: Gasthoses„Zur Krone" in Lemgo. Trotz des ungünstigen Wetters hatten sich laut Anwesenheitsliste 178 Ritglieder aus allen Teilen des Landes dazu eingesunden. Außerdem waren als Gäste anwesend der Leiter des lipvischen Volksschulwesens, Herr Konsistorial= und Schulrat Deppe, sowie die Herren Landtagsabgeordneter Zeiß, Superintendent Nacke=Meinberg und sonstige Freunde der Volksschule. Die Bersammlung wurde kurz nach 1 Uhr mittags mi dem Choral„Wie groß ist des Allmächtigen Güte“, der im Dresel'schen Tonsatz von dem mehr als hundertstimmigen Chor machtvoll und erhebend vorgctragen wurde, eröffnet. Nachdem der Vorsitzende, Herr Schneider=Bentrup, die Erschienenen in einer kurzen Ansprache begrüßt hatte, wurde gleich in die Verhandlungen eingetreten. Als einziger Punkt stand auf der Tagesordnung der dem Landtage zugegangene Volksschulgesetzentwurf der Regierung, Vorlage 61. Die Beratung war durch die Vertreterversammlung des Lehrervereins derart vorbereitet worden, daß diese das Volksschulgesetz in 7 Sachgeviete eingeteilt und für jedes einen Reserenten be stellt hatte, der die von der Vertreterversammlung vorge schlagene Resolution zu jedem einzelnen Gebiet zu begründen hatte. Der erste Redner, Herr Wolff=Detmold, erörterte die Nebenlehrerfrage, indem er etwa folgendes ausführte: Die Bestrebungen der Lehrerschaft auf Beseitigung des Instituts der Nebenlehrer richten sich zugleich auf eine Beseitigung der Ausnahmestellung gegenüber den Staatsbeamten. Der Gesetzentwurf sieht eine Aufhebung des„Nebenlehrerstandes“ vor, indem es nur noch widerruflich und unwiderruflich angestellte Lehrer geben soll; er bringt eine Gleichstellung der Lehrer in ihrem Dienstverhältnis mit den Stoatsbeamten insosern, als der Zeitpunkt der unwiderruflichen Anstellung das 25. Lebensjahr sein soll. Der Gesetzentwurf enthält aber die Ausnahmebestimmung im§ 149 Absatz 2. wonach der Lehrer Anspruch auf Familienwohnung bezw. das volle Wohnungsgeld nur dann hat, wenn er in eine Stelle einrückt, mit der Familienwohnung oder entsprechendes Wohnungsgeld verbunden ist. Auch läßt der Entwurs eine Vermehrung der Stellen mit„Einzelwohnung“ im bisherigen Umsange zu, und die Zulassung von Lehrerinnen gestaltet das Verhältnis der Stellen mit voller Wohnung zu den Stellen mit Einzelwohnung noch ungünstiger. Das vom Lehrerverein zu erstrebende Ziel muß sein: Anspruch auf volles Wohnungsgeld nach der unwiderruflichen Anstellung. Diesem Ziele wird uns die Verwirklichung des in der Resolution niedergelegten Wunsches näher bringen, die deshalb zur Annahme empfohlen wird. Den Ausführungen des Referenten folgte eine kurze Debatte, worauf die Resolution in folgendem Wortlaute einstimmig angenommen wurde: ist Sorge dafür zu tragen, daß so viele Stellen mit Familienwohnung bezw. entsprechender Wohnungsentschädigung vorhanden sind, als unwiderruflich angestellte Lehrer mit mehr als 27 Lebensjahren amtieren.“ tlwünscht aber folgende Aenderungen: Zu§ 47. Zu Bezirksschulinspektoren sollen ernannt wer den theorclisch und prattisch gebil###ete, noch im Volksschurdienst oder am Seminar angestellte Männer, deren Berufung nicht von der Ablegung der Mittelschullehrer= und Rektoratsprüsung abhängig zu machen ist. Die Bezirtsschulinspektoren sind Vorgesetzte der Leyrer und haben die Oberschulbehörde bei Ausübung der ihr nach den Be stimmungen dieses Geses.3 zugewiesenen Besugnisse in Erlebigung von Aufträgen zu unterstützen. Zu§ 36. An Schulen mt mehreren Lehrern soll die Leitung einem Lehrer von der Oberschulbehörde übertragen werden, wobei zuvor die Bünsche des Schulvorstandes und des Lehrer=Kollegiums zu hören sind. Es möge der Schulpfleger mit Aufsichtsbefugnissen als besonderer Beauftragter des Schulvorstandes wegsallen und der Gesamtschulvor stand die auf das Aeußere des Schulbetriebes gerichtete Schulpflege in der bisherigen Form ausüben.“ Das zweite Referat hatte Herr nommen über das Thema: etse=Lage überSchulaussicht und Schulleitung. Elust war die geistliche Schulaussicht ein Bedürfnis, heute ist sie es nicht mehr. Seit 100 Jahren hat sich ein besonderer Lehrerstand entwickelt, von dem man vorher nicht reden konnte. Die Lehrer sind die Verfasser der Schulbücher, die Verbesserer der Methoden, die Pfadpfinder der Pädagogik. Die Pädagogik ist zur Wissenschaft geworden, die Unterrichtstätigkeit zur Kunst. Zu ihrer Aus sind vom Staate die Lehrer berufen. Der Staat la####wissenschaftliche Ausbildung überwachen, stellt ihre Befähigung durch die erste Lehrerprüfung fest, stellt junge Leute nur an, wenn er von ihrer körperlichen und moraltschen Gesundheit überzeugt ist und dann vorläufig nur widerruflich. Erst nachdem der Lehrer in zweiter Prüfung praktische Tüchtigkeit nachgewiesen, das 29. Lebeusjahr vollendet hat und seine Charaktereigenschaft.. dies nicht verbieten, wird er unwiderruflich angestellt. Von jetzt an wird er immer noch überwacht durch die Oberschulbehörde und die Bezirksschulinspektoren. Das sollte doch dem Staate Garantien genug bieten: ein Mehr von Beaussichtigung zeugt von Mißtrauen. Was die Berufsfreudigkeit hochhalten kann, ist das Vertrauen, was den Lehrer anspornt zu ernstem Streben und treuer Arbeit, ist Selbstverantwortung. Vertrauen veredelt, Mißtrauen vergiftet. Das war die Stellung, von der aus der Referent die einzelnen Forderungen der Resolution begründete. Diese lautet: „Die lippische Lehrerschaft stimmt gern zu: 1. der Einsetzung einer eigenen Oberschulbehörde, 2. der Einrichtung der Bezirksschulinspektion, 3. der Einführung der Fachleitung für die einzelnen Schulen, betriebs. Sie hat stets das beste der Schule im Auge und sucht ihr Gedeihen zu fördern. Sie sorgt für die erforderlichen Schulbauten, eventuell für einen, den lokalen Verhältnissen entsprechenden weiteren Ausbau der Schule, wahrt deren Gerechtsame und beschafft die nötigen Lehr= und Lernmittel. Diese Schulpflege im engeren Sinne übernimmt der Schulvorstand als Korporation. Den im Sinne der Gesetzesvorlage vorgesehenen Schulpfleger müssen wir als überflüssig ablehnen. II. Schulvorstand. 1. Betreffs Zusammensetzung des Schulvorstandes wünschen wir die Wiederherstellung der im Gesetz vom 21. März 1898 Artikel II unter d erlassenen Bestimmungen. 2. Die Ausnahmebestimmung in§ 25 der Vorlage:„Ein Schulleiter oder Lehrer darf nicht zum Vorsitzenden oder zum stellvertretenden Vorsitzenden des Schulvorstandesgewählt werden,“ ist aufzuheben. ten will. Aber der wird sich durch Gesetzesparagraphen schwerlich sernhalten lassen. Es hat Zeiten gegeben, wo liberale(wenn man so sagen darf) Kirchenbehörden anders stehende Lehrer maßregelten; es ist vorgekommen, daß Männer verschiedener theologischer Richtungen nebeneinander in derselben Behörde arbeiteten. Wie will man dann eine Gewähr dafür haben, daß ein solcher Liberalis=, mus nicht im Pfarrhause Eingang finden könne? Gibt es auf den Untversitäten den liberalen Geist nicht? Oder wird unser Geminar vom Liberalismus beherrscht? Man schärfe das Gewissen, das Verantwortlichkeitsgefühl der Prediger und Lehver, dann werden wir vor unangenehmen„Fällen“ in Kirche und Schule, wie sie uns in kirchlichen Blättern so oft vorgeführt werden, bewahrt bleiben. Nach lebhafter Debatte wurde mit sehr großer Mehrheit folgende Resolution angenommen: Nach längerer Debatte wurde sowohl die durch Herrn Geise vertretene Resolution, als auch die zuletzt angeführte nahezu einstimmig angenommen. Den Höhepunkt der Verhandlungen bildete sodann das Referat des Herrn A. Lütgemeier=Heiden über Schule und Kirche. Der meisterhaft ausgeführte, mit warmer Begeisterung gesprochene Vortrag verdiente wohl wörtlich angeführt zu werden. Die Beschränktheit des Raumes gebietet uns leider, den Inhalt nur andeutungsweise wiederzugeben. Die Lehrerschaft bittet dringend, dem einzelnen Geistlichen nicht das Recht zu erteilen, den Religionsunterricht zu beaussichtigen, sondern entweder neben den Vertretern der praktischen Schularbeit in der Person der Bezirksschulinspektoren auch ein Mitglied der Kirchenbehörde in die Oberschulbehörde aufzunehmen, oder, wenn die Oberschulbehörde nicht in dieser Weise organisiert werden kann, statt dessen den Generalsuperintendenten oder den Superintendenten mit der Befugnis auszustatten, dem Religionsunterrichte beizuwohnen und der Kirchenbehörde Bericht zu erstatten. Dann mögen alle anderen Mitbestimmungs= und Einspruchsrechte der Kirchenbehörde wegfallen. Hierauf sprach Herr Pankole=Schieder über Bevor diese Resolution zur Diskussion gestellt wurde, beschloß die Versammlung, zunächst das Reserat des Derrn Schöning=Reelkirchen über Schulpflege und Schulvorstand zu hören. Redner führte etwa folgendes aus: Die in der Gesetzesvorlage nach§§ 34 und 37 vorgesehene Schulpflege lag bis heute dem Schulvorstande und dem Ortsgeistlichen als Schulinspektor ob. Erfolgt nun die Einführung der Fachaussicht in den Kreisschulinspek toren, so fällt die örtliche Kontrolle durch die Lokalinspektion fort. Man glaubt aber im Interesse des Staates und der Schulgemeinde einer Aufsicht über den gesamten äuße ren Schulbetrieb nicht entbehren zu können. Nach§ 33 der chulgesetzvorlage soll die Aussicht einem Schulpfleger über tragen werden, der aus der Mitte des Schulvorstandes zu wählen ist. Diesen Schulpfleger im Sinne der Vorlage müssen wir Lehrer ablehnen, weil es schwer halten wird. überall eine geeignete Persönlichkeit zu finden, welche die nach§ 34 der Vorlage vorgesehene Qualisikation besitzt. und die Gefahr nahe liegt, daß mit der Schulpflege Männer betraut werden können, denen die im§ 34 näher bezeichneten und geforderten Eigenschaften sehlen. Der gesamte äußere Schulbetrieb kann dieser örtlichen Ausicht durch den Schulpfleger entbehren aus folgenden Gründen: Man überlasse dem Lehrer das volle Verantwortlichkeitsgefühl, weil dieses die treibende Kraft ist, daß ge rade dieserhalb der Lehrer sein ganzes Können in den Dienst der Schularbeit stellt. Das Vertrauen ist der Boden, worin die Kraft des Lehrers wurzelt. 2. Für den Ortsgeistlichen als Schulinspektor tritt nach der Vorlage der Bezirksschulinspektor ein, der ohne vorherige Anmeldung sich bei dem Besuche der einzelnen Schulen überzeugen kann, ob der Schulbetrieb ordnungsmäßig stattfindet. 3. Die beste örtliche Kontrolle übt das Kind aus und durch dieses das Elternhaus, der Schulvorstand, die Schul gemeinde. 4. Zu dieser Kontrolle kommt die Selbstkontrolle des Lehrers; denn womit er heute gesündigt, damit wird er morgen gestraft. 5. An größeren Schulsystemen übt die örtliche Kon. trolle neben dem Leiter das Lehrerkollegium aus. Die Ausführungen, die sich des weiteren auch über die Zusammensetzung des Schulvorstandes erstreckten, gipfelten in folgenden Resolutionen: I. Schulpflege. Die Schulpflege erstreckt sich auf Schaffung u. Erhaltung der äußeren Bedingungen des SchulEin Abkommen, eine Verständigung des Staates mit der Kirche über den Religionsunterricht ist notwendig; denn die überwältigende Mehrheit der lippischen Staatsangehörigen gehört der evangelischen Landeskirche an. Au ßerdem wird sie gefordert durch den Zweck der Erziehung in der Volksschule(S. 3 1 der Vorlage). Aus dieser Zweckbestimmung folgt für uns, daß wir die Herstellung natürlicher Beziehungen zwischen Kirche und Schule wünschen.(Die Kirche hier also als Anstalt angesehen!) Ver suche zur Auseinandersetzung zwischen Staat und Kirche in Bezua auf das Unterrichts= und Erziehungswesen sind in verschiedenen Ländern gemacht worden. Frankreich, Hol land, Amerika haben die religiöse Unterweisung der Kirche allein überlassen. Wer auf dem Grunde des§ 1 der Vorlage steht, kann diesen Zustand nur da befürworten, wo eine übergroße konsessionelle Mannigsaltigkeit besteht. Ein anderer Lösungsversuch besteht darin, den Lehrplan und die Schularbeit, damit auch die Schulverwaltungsorgane in zwei Gruppen zu zerlegen, in eine weltliche und eine geistliche, in eine staatliche und eine kirchliche Hälfte. So in Baden. Dort wird der Lehrplan für den Religions= unterricht von der oberen geistlichen Behörde ausgestellt. Den Lehrauftrag für den Religionsunterricht bekommt der Lehrer von der Kirche. Doch können auch Lehrer ohne den kirchlichen Lehrauftrag angestellt werden, die natürlich dann keinen Religionsunterricht erteilen. Ein solcher Zwiespalt kann für die Erreichung des Unterrichtsziels ein Hindernis sein. Trotzdem trägt auch unsere Schulgesetzvorlage den Anfang dazu in unser Schulwesen hinein. Eine konsequente Durchführung dieser Scheidung bietet die Vorlage glücklicherweise nicht. Sie schenkt jedem Lehrer, der die Anstellungsfähigkeit im lippischen Schuldienste erworben hat, das Vertrauen, den Religionsunterricht zu erteilen. Wir können dementsprechend erwarten, daß jedem Schul aussichtsbeamten das Vertrauen geschenkt werden würde, auch den Religionsunterricht zu beaussichtigen und der Oberschulbehörde das Recht zugestanden würde, das ge samte Schulwefen, einschließlich des Religionsunterrichts, zu leiten. Beides ist nicht der Fall zum Schaden der Schule, Kirche und des Staates. Wir müssen dringend wünschen, daß eine Behörde das gesamte Schulwesen leitet. Dann muß allerdings diese Behörde anders organi siert werden: Sie muß bestehen aus dem Schulrat, den bei den Bezirksschulinspektoren, dem Vertreter der Staatsregierung und einem Vertreter der Oberkirchenbehörde. Gehört würde dann die Kirche in jedem Falle, also auch bei den Maßnahmen, die die§§ 44, 115 und 116 im Auge haben. Diese Organisation der Oberschulbehörde vorausgesetzt, müssen jene Sonderbestimmungen fallen, insbesondere auch § 35; denn sonst wird der Aufsicht zu viel, und dann wird auch der Bezirksschulinspektor volle Gewähr bieten für eine vollwertige Beaussichtigung des Religionsunterrichts. Ich möchte annehmen, daß man durch die Bestimmung des§ 35 den religiösen Liberalismus aus unseren Schulen fernhal Sonderprüfungen. Die hierüber angenommene Resolution lautet: 1. Nicht eine abgelegte Prüfung, sondern nur die Bewährung im Amt gibt eine sichere Bürgschaft für die Leistungsfähigkeit ab. 2. Für berufliche Fortbildung des Lehrerstandes sind die Sonderprüfungen(Mittelschul=, Rektorats= u. s. w. Prüfungen) weder nötig, noch nützlich. 3. Die Einrichtung von Sonderprüfungen hat in der Praxis beklagenswerte Erscheinungen gezeitigt. 4. Die Erfahrungen, die man in Staaten ohne derartige Sonderprüfungen gemacht hat, beweisen, daß das Problem der fachmännischen Schullettung ohne Sonderprüfungen nicht nur zu lösen, sondern auch daß die Lösung größere Fortschritte gemacht hat. 5. Die Einrichtung der Sonderprüfungen ist daher zu verwerfen. Zum Schluß besprachen die Herren Rädeker=Lemgo und Husemann=Oerlinghausen eine ganze Reihe von Paragraphen, die untereinander nicht im Zusammenhang stehen, auch nicht von grundsätzlicher Bedeutung sind, weshalb hier nicht näher darauf eingegangen werden soll. Nachdem dann noch über die weitere Behandlung der ganzen Angelegenheit Beschluß gesaßt worden war, wurde die Versammlung gegen 7 Uhr abends geschlossen. Fr. S. Der Münchener Moderne Bühnenkunst. Zum Ensemble=Gastspiel deo Berliner Lustspielhauses. Der Prozeß, den Herr Harden in München gegen den Redakteur Staedele geführt hat, bedeutet eine prozessuglische Anomalie. Herr Staedele hatte das Gerücht erwähnt, daß Harden die Beweise gegen den Fürsten Eulenburg, die er zuerst angeboten hatte, zurückgezogen habe, weil der Fürst ihm eine Million dafür versprochen hätte. Die Voraussetzung für die Richtigkeit dieses Gerüchts— um einmal von seiner Unsinnigkeit abzuseben— war doch, daß Heor Harden wirklich Material gegen den Fürsten besaß: im anderen Falle hätte ihm doch dieser nicht einen Pfennig für sein Schweigen anzubieten brauchen. Ueberdies hat Herr Staedele gar keinen Beweis versucht: das Gericht hätte ihn also einfach verurteilen müssen, mit der Begründung, daß er in keiner Weise imstande und willens sei, jenes Gerücht zu beweisen. Wollte man aber Herrn Harden einen indirekten Beweis für die Unrichtigkeit jenes Gerüchtes gestatten, so hätte er doch darauf hinauslaufen müssen, daß Herr Harden kein Material besaß, also für den Fürsten Eulenburg nicht der geringste Grund zu einer Bestechung vorlag. Der tatsächlich zugelassene Beweis für das Gegenteil war also logisch völlig widersinnig und hatte deshalb mit dem juristischen Beweisthema des Prozesses nichts zu tun. Allerdings wurde die Angelegenheit so gewendet, daß die Beweiserhebung sich nur gegen den Vorwurf richtete, Herr (Vom Oberregisseur Heinrich Römer.) Seit etwa 10 Jahren hat die deutsche Bühnenkunst einen gewaltigen Aufschwung genommen, eine durchgreifende Umgestaltung erfahren. Die Zeiten des Virtuosentums sind vorüber. Der Zuschauer geht nicht mehr ins Theater, um einen bestimmten Schauspieler anzustaunen und zu bewundern, oder sich die wunderbare Pracht der Schillerschen Verse von unvollkommenen Komödianten mit hohlem Pathos und viel Geschrei uns Ohr donnern zu lassen. Das moderne Drama, welches, von begründet, seine höchste Ausbildung durch penrik Ibsen erhielt, erweckte den Sinn für Naturwahrheit r. Die bescheidenen Mittel der alten Bühnenkunst welche ihr einziges Augenmerk auf den Darsteller selbst lenkte Bühnenbild in dem er sich bewegte, vollständig vernachlässigte, erwiesen sich den neuen Anforderungen gegenüber „ vollgtändig unzulänglich. In den Bühnenstücken der neudie Amgebung der Menschen, ihr Aufenthalt, die Umwelt, die Natur oder Unnatur in der sie leben, oft zur Hauptsache gemacht. Es konnte nicht mehr allein die dichterischen Gestalten auf der Bühne g darzustellen, sondern es mußte diesen Gestalten hnen zukommende naturwahre Rahmen gegeben 54 enen Bühsenbildes, die denkbar möglichste SorgSchastoseler nicht wes de Augenblicke an war der auch des Reailler. Iuterpret des Dichters, sondern meikerg, der Geien““, des.. aunters, des Maschinensefer“ un das mngte mit Dichter und Schau enee e.„iu Scheine den Bühnenlichtes zu ein, lebendig. Ganzen zu gestalt. Herrscher den Brettern wieder d. Dichter. Seinem Willen ordnen sich alle Faktören unter, um ein abgerundetes(ansea horn.### Epoche verbreitet. Richard Wagner stellte zunächst die rung auf, alle Faktoren der Kunst sollen sich zu einem Gesamt anganer. a, vszeinigen. Seine gewaltigen Musikdramen verstimmungsvolle, wunderbare Wiedergabe des Bühnenvildes,„Die„Ribelungen“ sind ohne sichtbare WiederRbeine auestrsn Rheins ausströmt, nicht vollkommen. Wunderbare Bühnenbilder müssen die Tiefen des sagenhaften Stromes, den Zauber seiner Täler, die göttliche Freiheit seiner Höhen malen und dem Zuschauer einen Hauch der großartigen Naturstimmungen vermitteln. Dadurch wurde die Kunst der Bühnenmalerei und Bühnenmaschinerie zur höchsten Ausbildung gebracht und die technischen Mittel der Bühnen mit jedem Tage mehr vervollkommnet. Die Ibsen'schen Dramen verlangen eine naturwahre Ausgestaltung der Behausung seiner Menschen. Es mußten auf der Bühne Wohnräume dergestellt sein, wie wir sie im Leben finden. Es mußte bis ins Einzelne die Illusion eines wirklichen Zimmers erzielt werden, mit allen Möbeln, Bildern, Vorhängen, Gebrauchs= und Luxusgegen ständen. Das Prunkzimmer des Reichen, der Salon der Dame, die Stube des Bürgers, die kahle Behausung des Armen, die rauchdurchzogene Schänke mußten sich dem Blicke des Zu schauers beim Aufgehen des Vorhanges zeigen. Und man durfte bei dieser sklavischen Naturnachahmung nicht stehen bleiben. Eine eigene seltsame Stimmung sollte schon vom Bühnenbilde auf den Zuschauer übergehen. Das ganze Milieu sollte den lastenden Druck der schuld= und sorgenbeladenen Menschen ausströmen, die in diese Räume eingezwängt sind Durch die Fensterscheiben dringt der graue, lastende Nebeltag des Norwegischen Fjords, oder der klare, kalte Sonnenstrahl des Vorfrühlings.„Die düstere Fjordlandschaft, welche durch einen gleichmäßigen Regen verschleiert wird.“—„Es ist ein warmer Sommektag“—„Abendhimmel mit sonnenbeleuchteten Wolken.“„Die Landschaft liegt in stark. Abendbeleuchtung; es ist Frühjahr u. d. Fruchtbäume blühen.“— Ein kaltes, graues Morgenlicht fällt herein.“—„Sommerabend, nach Sonnenuntergang“.— lauten die Forderungen eines neuzeitigen Dichters, die erfüllt sein wollen und an den führenden Kunst stätten auch restlos erfüllt werden. Man sieht auf den Bühnen Berlins und änderer führender Städte, die anheimelnden mo dernen Zimmer. Das Sonnenlicht strömt in d. Fenster, lachend liegt der Park hinter den durchsichtigen, klaren Fensterscheiben. In der berühmten Sommernachtsaufführung des Berliner Deutschen Theaters wiegen sich echte Birkenbäume im leisen Abendwinde, die silbernen Mondenstrahlen fallen durch die zitternden Blätter und zwischen den Stämmen auf weichem grünen Rasenteppich huschen die Gestalten des Märchens. Und in einen solchen Rahmen fügen sich nun die Gestalten des Dichters ein. Naturwahr wie im Leben bewegen sich die Menschen, klar und rein klingen die Worte des Dichters ins Publikum, ohne daß auch nur eine Silbe verloren geht. Sorgsam sind die Klangfarben der Worte gegeneinander abgestimmt und nun verbindet sich Wort, Ton, Geberde. Gestalt, Bühnenbild. Be leuchtung zu einem einzigen Ganzen, so daß man ein Gemälde eines großen Meisters vor sich zu sehen glaubt. Leise schwindet das Gefühl:„Du sitzest im Theater“ und es wird ausgefüllt von der Stimmung. die dem Kunstwerke ausströmt. Die Wirkung des Stückes und das Gefühl des Zuschauers werden eins und dieser Bann weicht nicht eher, bis der Vorhang zum letzten Male gefallen. Die Nachwirkung eines solchen Kunstwerkes aber ist unvergänglich. Der Vertreter des Dichters, der ausübende Faktor desselben auf der Bühne ist der Regisseur. Er soll den gesamten toten und lebenden Bühnen=Apparat zu einem harmonischen Ganzen vereinigen. Der Herzog von Meiningen war der erste bedeutende neuzeitige Regisseur. Die Disziplinierung der Massen war bei ihm unübertrefflich. Das Werk des Dichters wurde zur Hauptsache, diesem Werke mußte sich alles unterordnen. Die Idee des Dichtwerkes wurde herausgearbeitet und damit die Wirkung der ganzen Dichtung auf das Publikum gesichert. In seinen Spuren folgten die neuzeitigsten Regisseure. Vor etwa zehn Jahren begann in Berlin die neue Epoche. Aus den damaligen Regisseuren sind unsere jetzigen führenden Theaterleiter entstanden. Einer der vielseitigsten, genialsten unter ihnen ist der gegenwärtige Direktor des Lustspielhauses: Dr. Zickel. Im Anfange seiner Regie=Laufbahn sonderlich auf dem Gebiete der modernen Tragödie tätig. gründete er später das Lustspielhaus im Herzen Berlins und beschloß, wie das in den Berliner Theatern üblich ist, nur ein besonderes Genre zu pflegen. Dr. Zickel gründete eine Bühne für die lebenden Lustspiel=Dichter und ausnahmslos Werke heiteren Genres gehen über seine Bühne. Das Ensemble wurd= besonders für modernes Lustspiel zusammengestellt und und lässige Ausbildung und Aneinanderpassen erreichte es e dene Vollendung. Der vornehme, leichte, elegante Kon #####manston ist in diesem Theater vorbildlich. Dem Rahmen dem Fühnenbilde aber wurde eine ganz besondere Sorgfalt gewidmet. Geschlossene Dekoration, praktikabele Türen. Fenster durch d. Sonnen= u. Mondenlicht ungehindert hereinfluten, stilechte Möbeln, natürliche Bäume usw usw. wurden eingeführt Und um dem Ganzen die eigentliche Stimmung zu geben, war die Anlage eines allen Anforderungen genügenden Beleuch tungsappartes notwendig. Die Effekte, die sich durch eine moderne elektrische Beleuchtung erzielen lassen, sind unerschöpf lich. Vom Aufdämmern des Morgens, zum sonnigen Mittag. zum alle Farben enthaltenden Abendrot wechseln unaufhörlich die Farben. Das Licht erst bringt die eigentliche Stimmung in das Bühnenbild und begleitet durch die leisen harmonischen Uebergänge die auf= und abwogenden Stimmungen der Hand lung. Es erzeugt eine wunderbare Stimmung. wenn durch die plastischen Maienbäume das silberne Mondlicht fällt, Glühwürmchen durch die Zweige schwelen und leise das Gezwitscher der Vögel durch die stille Nacht klingt. Wenn sich diesem Bilde nun die Worte des Dichters anpassen, die Bewegungen des Darstellers, dann ist das Höchste erreicht, was auf der Bühne zu erreichen ist. Durch die Pflege eines speziellen Genres aber ist es möglich, alle Momente zur höchsten Vollendung auszubilden und eine Aufführung zu erzielen, die allen anderen Bühnen vorbildlich sein kann und sein sollte, ein Ideal nach dem zu streben notwendig, wenn es auch nicht vollkommen erreicht werden kann. Auf Wunsch Sr. Durchlaucht des Fürsten, dem die Aufführungenrungen im Berliner Lustspielhause aufs Höchste interessiert haben, kommt das gesamte Ensemble dieser Bühne in kommender Woche zu einem zweimaligen Gastspiele nach Detmold. Da das Bühnenbild. neben dem Ensemble das wichtigste Moment in der modernen Bühnenkunst ist, so ist es naturgemäß, daß neben dem Ensemble auch der gesamte technische Apparat nach Detmold hinübergesandt werden muß. Es kommen alse nicht nur die gesamten notwendigen Dekorationen, stilechten Möbeln. Requisiten, Bäume. Prospekte von Berlin, sondern auch die Beleuchtungsanlagen, Scheinwerfer, Donner=, Blitzund Regenmaschinen usw. Eine vollendete Aufführung ist nur auf Grund häufiger, peinlich genauer Proben möglich. Die Bühne, welche den Familientag, Husarenfieber. Panne zuerst über die Bühne gehen ließ, und durch treffliche Aufführungen den Erfolg dieser Stücke herbeiführte, ist auch in dieser Beziehung mustergiltig. Die Einheit des Kunstwerkes, durch vollständige Ausbildung aller einzelnen Faktoren, verbunden durch die Hand des Regisseurs zur Harmonie ist ihr Ziel Die neuzeitigen Bühnenreformen haben siegende Gewalt in sich. Die Provinzbühnen können sich ihnen nicht mehr entziehen. Das Gesamtgastspiel des Lustspielhauses wird darum für die Detmolder Theaterverhältnisse epochemachend sein. Dem Detmolder Publikum, das bisher dem Schauspiele weniger geneigt gegenüberstand, bietet sich zum ersten Male Gelegenheit eine moderne Gesamt=Aufführung in der Heimat zu sehen und die Gewalt, die von einer stimmungsvollen Darstellung ausgehen kann, selbst zu erleben. Möchte dadurch das rege Interesse, welches Detmold der Bühnenkunst immer entgegengebracht hat. ein noch lebhafteres werden. In diesem Sinne seien die Berliner Künstler herzlichst willkommen geheißen * M Harden habe Beweise zurnckgezogen; das Urtet! aber richtete sich in der Hauptsache dor gegen die Beschuldigung der Bestechung, und somit wird an der Unlogik des ganzen Verfahrens nichts geändert. Es macht auch einen eigenartigen Eindruck, daß der Vorsitzende des Ge richts erklärte, man wolle in München die Zeugen veruch men, die man in Berlin nicht zugelassen habe. Wir möchten annehmen, daß der Herr Prasident in Wirklichkeit noch hinzugefügt hat, daß man diese Zeugen in Berlin einsach deshalb nicht vernehmen konnte, weil es sich bei dem Berliner Prozesse nicht um eine Klage des Fürsten Eulenburg, sondern des Grasen Moltke hau delm; sonst würde die Gegenüberstellung München—Berlin zumal bei der zweiselhaften Natur des prozessualen Vorgehens in München, exst recht abzulehnen sein. Wir glauen serner noch darauf ausmerksam machen zu sollen, daß die Behandlung des Zeugen Ernst, namentlich die Rolle, die Herr Justizrat Berustein zeitweilig dabei gespielt hat, für die deutsche Justiz etwas ungewöhnlich war. Die Hauptsache ist indessen das sachliche Ergebnis des Prozesses. Die Aussage des Zeugen Riedel konnte nach dem Zeugnis, das ihm auf Grund der Akten von dem Vertreter der Polizei ausgestellt wurde, weniger ins Gewicht fallen. Dagegen wird man sich der Bedeutung des Zeugnisses, das man aus dem Fischermeister Ernst mühsam herausgebracht hat, kaum verschließen können. Zu einer gewissen Vorsicht auch dieser Aussage gegenüber mahnt freilich noch die Art, wie man den Zeugen behandelte, und der Umstand, daß der eigentlich Angeschuldigte in dieser Verhandlung, der Fürst Eulenburg, weder selbst zugegen noch durch einen Anwalt vertreten war. Man braucht deshalb noch nicht alle Hoffnung auszugeben, daß es dem Fürsten noch gelingen werde, den Widerspruch auszuklären, der zwischen dieser Aussage und seiner eigenen Versicherung im letzten Berliner Harden=Prozesse liegt, er habe niemals Schmutzereien begangen. Aber die Hoffnung erscheint eor gering: und Fürst Eulenburg ist, wenn ihm diese Aufklärung nicht gelingt, ein gerichteter und verlorener Mann. Ganz anders aber steht es mit der Frage, ob das Ergebnis des Münchener Prozesses wirklich, wie der Gerichtsvorsißende sich ausdrückte,„einen Markstein" für Herrn Harden bedeuten würde. Wir finden, wenn die Aussagen des Zeugen Ernst richtig sind, kein Wort der Entschuldigung für den Fürsten Eulenburg. Aber zwei Momente verhindern es, daß man von einem moralischen Siege des Herrn Harden auch nur in dieser Beziehung sprechen kann: Wir halten nach unserer Anschauung einen Mann, der sich je soweit oder auch nur ähnlich vergessen konnte, für durchaus unsähig und ungeeianet zum Berater eines Monarchen;: Herr Harden hat nach dem von ihm oft genug laut betonten Standpunkte, das Sexualleben eines Meuschen gehe niemandem weiter etwas an als nur ihn selbst, kein Recht dazu. Und völlig ausgeschlossen war es doch auch nicht, daß der so tief Gesallene sich von einer Schuld, die ein volles Vierteljahrhundert zuruckliegt, doch noch innerlich frei gemacht, daß er doch noch später seinen Charakter geläutert und gefestigt hatte. Herr Harden jedensalls würde, wenn er nicht seinen ganzen früheren Ueberzeugungen völlig untreu geworden sein sollte, in einem anderen Falle die nachträgliche Ausdeckung so weit zurückliegender Schuld gewiß als eine„Gemeinheit“ haben. Das ist das eine. Ferner aber: Hat Herr Harden denn den in München gelungenen Beweis gegen den Fürsten Eulenburg wirklich in Händen gehabt, als er seine Aktion begann? Wir möchten darauf mit einem bestimmten„Kein“ antworten. Wir halten es für ausgeschlossen, daß er auch nur das Zeugnis Niedels in der jetzigen Bestimmtheit zur Zeit des ersten Moltkeprozesses kannte: sonst hätte er schon damals, wo er einen überaus entgegenkommenden Gerichts hof sand, schwerlich versäumt, es nach dem Zeugnisse Bollhardt's ausmarschieren zu lassen. Der Zeuge Ernst aber, dessen Aussage ern enisceiveno war, hat erst unter einem außerordentlichen Drucke seine Bekundungen gemacht, bis zur Nachmittagssitzung des Tages jedes Versehlung des Fürsten Eulenburg abgeleugnet. Seine Aussage, die wirklich wertvolle im Sinne Harden's, kann also als früheres Material des Herrn Harden über haupt nicht in Berracht kommen. Danach bemißt sich auch der innere Wert der„Erklärung“, die Herr Harden am Schlusse der Münchener Verhandlung abgegeben zat. Und alles andere von den Vorwürfen gegen Herrn Harden bleibt unverändert: Seine Methode der halben Andeutungen und des Zurückziehens im Augenblicke zer Gefahr; seine überaus leichtsertigen Behauptungen gegen den Grasen Moltke, verbunden mit einem sast inverständlich schweren Hereinfall auf die Aussagen einer chwer hysterischen Dame; auch die Tatsache, daß er in dem ersten Stadium seines Vorgehens sicheres Material zegen den Fürsten Eulenburg nicht besaß: Das alles bleibt voll bestehen; nur eine berechtigtere Gutzläubigkeit im Falle Eulenburg wird man ihm nicht versagen können. Soweit die rein persönlichen Dinge. Von der Kamarilla oder dem„Grüppchen“, von den leichtfertizen Anklagen gegen eine ganze Reihe von Persönlichkeiten in nichts geblieben: Graf Lynar war auf die Anzeige einer anderen Stelle hin aus dem Heere entfernt vorden; nur die Entfernung des minder schuldigen Grasen Hohenau wurde erst durch Harden's Artikel verzulaßt. Die Behauptungen Harden's über seine Staatsretterei in Sachen Eulenburg=Lecomte haben nicht das geringste von ihrer früheren Lächerlichkeit verloren. Dazu die Tatsache, daß sich infolge des Harden'schen Feldzuges aus deutschen Gerichtssälen breite Schmutzsluten in das Land hinaus ergossen haben, die in Deutschland selbst unberechenbaren Schaden angestiftet und das Vaterland, das perr Harden retten zu wollen beteuerte, vor dem ganzen Auslande herabgesetzt haben.... War das alles notig? Steht der„Erfolg“ Harden's, steht die Tatsache, daß es ihm zu beweisen gelang, ein Mann, dessen Einfluß bei Hose, auch abgesehen von seiner Krankheit, ohnehin im Verlöschen war, habe vor einem Bierteljahrhundert auf dem allerpersönlichsten Gebiete unwürdige Bergehen begangen, in irgend einem Verhältnis zu den Schäden seines ganzen Vorgebens? Und hatte endlich— das ist subjektiv das Entscheidende— gerade Herr Harden ein Recht dazu, zu handeln, wie er es getan hat? Herrn Harden's Sache ist auch durch den Münchener Prozeß um nichts besser geworden: Denn auf alle diese drei Fragen muß man mit einem runden„Rein“ antworten.(D. T. 21 Seiner Heiligteit, und ih sah das Sein Nachhar die Haste, Heztiag von seinam Posten abderasen wied. Gral Aoten derl Geana(Naud) zm Tans1 a. Verdacht hart genug st. erhielt. Von der imposanten Feierlichkeit der Handlung in= vom Ersten Nat Dr. Schmits im Staatswagen angehalt undlerschaß gudms a.. Pprit. Iu denachdatten Langender, mitten eines wahrhaft Mostren enragäschen Pudikuns und nach dem Nathanse gelettet wurde, erschien in Vealeitung den meister ans Mlauan m ereetitatete Erbeiter Sürge“ dem erdrückenden Ehrfurchtagefühl, in der unmitelbaren Nühe Legationsektetäts nan Lueina zur Rudien. 1tebte. Nie 22 Tah. ui. Giek.sseuu: Strau leine Se: I. der###e de 23 Jahre alte Lisbeth Steudel und dann sich Zu der Frage der fa=sselbst. Die Ermordete hatte ein Verhältnis mit Bürgerstellung machen, der etwas Verartiges nicht erlebt hat. And in Ergänzuka bisberiger Witteilunnen Los 5.—„u.1.. meiner angeknüpft, das sie jedoch löste, nachdem sie in E schon wendete sch der Heilige Vater mitr m. In diesem krit des Innern in der Tat ennen Melietentmurf douatte. uegr1dertagt hate, dah Birgermeister verheiatet vor. schen Angendiche hatte ich richt den Mut, sa nicht einmal den Ikändis au sasa dattet hot. v dereud Vottet.Peszret, m. Aprl In Südrnagrn witete Mit Gebanten, ich täante sett mich erbeben und mrüctreten. au.18.2 icgcaghetet gell. Die, Reaiernug trug se woch nachmittag ein schrecklicher Zotion. In Valians Zutmersenteit uf mich lenten und den Schein erwecken, als briagen, und es wurde für gintiger eradtet. enst den Spruchlau. a. uuen wat, mudr.e, inmn Lestiug, beschen. Lönnte die beilige Handlung mir andere Gefüihle einflößen als des Oberverwaltungaggrsc Dar eachiet. ur— Sptucglaus 21 Waggone, ans den Schienen. Die nachnittagdie der tiefsten Ehrkarcn. instoben wgrign, z# dle Teltumn iu iu: Huuper Srreunrage abzu, aus Temesvar abgelassenen Eil. und Personenzige mubten Ich nahm die Hostie, die Damen ebenfalle, und es stehel früher angedentet, Die Steslau. A.: a. 2.—.——egaten wergen, Rehrere Stunden koate der gesamte Ver infolge der versönlichen Anwesendeit des a und k. Votschafter! Auniauu, ue Stellung der Konseroatigen und deoltedr. In mehreren Stationen setzue der Sturm Waggons in eignis einen ausführlichen Bericht nach Wien sendete und mich daran erinnert das das asigu. g. 72: det 1t: ie wird gebracht werden konnten. Hunderte von Telegraphenstangen zur Verantwortuag voriad. sest, und wurde mir von Sr. Sachlen in Du ase.—, entsprechende Gericht drs Königreiche wurden ungeworsen. Insolgebesen i der telegraphische VerErsellenz auch anodrücklich bezeugt, daß weder mein nach meiner Feuerbellattuv, getraslen dar iuddu ugunsten derl iehr sehr erschwert. In Valtaug klüne der Turm der orite Ee V., Asten di. Pelf. v. Keten cr L.hn Pera. ge. ee ue Sechere, Liedir, are. Chrah de: Satuthsoige. Portz, 21. Vrl. Ja Valage wo Nar vumne in S r er gehliche Peal.k eirk. T.=etsel eshen entepen ier Aeuaterzanz in. Koniogeligrichn Zraseser ud dehzu Frue urx De Ltcheozgus ir. False uod eleiln dun Teichernuach Trndert. dn. An gzuer Sae scher ase in Zescer Fade meibren an dus Lict grnogen nunag in Craten bei bers eier Haus hug urigruonner Die Anahme. 16 Unnie= Lerwast und abschlich ewes Feuerbestaltung in Ceeislen Zi eisz, algemeines Kelet, dse /. Tepwert, 2. Korl. Wirdelktrme haben im Westen getan haben, was eine Profanierung des heiligen Sakramentes Kovenhocen wa d. e1and für zuläisig erklärte. Edenso in Südwesten und Süden grohe Verheerungen angerichtet. Einige Prof. Dr. Siegmund Feilbogen.“ Fes Reemalbrium wnranen Eegenden werden Verlüste an Menschenleven gemeld st. id vom Jahre 1889 bis 1899 zwecklos da.! Ueberfall durch russische Räuber. Wieder einmal ist in D##. psland, wie in Däncmark und in Deutschland war Roßland ein blutiger Ueberfall auf einen Geldtransport verdas betreffende Verbot im landespolizeilichen Interesse er=lübt worden. Aus Baku wird telegraphiert: In Balachand „ d„de.gtschen Bundesstaaten haben wurde gestern an einen von vier Soldaten begletteten Kassirer jetzt zwolf ihren Widerstand gegen diese Bestattungsform auf= der Kaspkompagnie ein Ueberfall verübt. Der Kassierer und gegeben. Es sind dies in chronologischer Folge: Sachsen=Ko= zwei seiner Begleiter wurden gerötet, die beiden anderen und durg=Gotha, Baden, Hamburg, Sachsen=Weimar, Hessen, mehrere andere Personen erlitten schwere Verletzungen. Von Württemberg, Bremen, Anhalt, Lübenck, Sachsen=Meiningen, den 24000 Rubeln, die der Kassierer bei sich hatte, wurde nur Königreich Sachsen und Neuß j. L. lein geringer Teil geraubt # 2#0 Laiserpaar auf Korsu. Achilleion, 23.nm Tigtns im Bangewerde. Die Einigungsverhand= Ein Kängnenh in Schleowig=Holstein. Ein seltenes Wild 271. Nachmittags um 3 Uhr begab sich das Kaiser(kan dasgager Arbettogherz. ugs Arbeitnehmner= Hragnisationen heherhergt gegenwärtig das Quarnstedter Gehölz im sädlichen Paax. ait gamus= und dem Gesolge in Automsbilen nachlhauseg sgerger Vertin Jag Htragffagl des Rat=IHoltein: ein„Kängnrutz. Das zu einem Zirtus gehörtoe Tier c K po sie mit dem Herzog von Con=gezeitigt, daß die Arbeitgekar un: au ersreuliche Ergehnis ist bei des Transport aus einem in voller Fahrt befindlichen s.= und dessen Familie zusammentrafen. Sodann liner Bauger r##s####1 urbeitnehmer des Ver: Juge gesprungen und anscheinend unbeschädigt entkommen. Politische Uebersicht. Deutsches Reich. Detmold, 25 April. wurde ein Augenug### zusammentrafen. Sodann tiner Baugemerna= un ude- ai. mzzung## 2#2#yr: Zuge gesprungen und anscheinend unbeschädigt entkommen. amilte hatte sich gleichsalls dorthin begeben. Das Pet.) Vertrage entsprechen, der 1907 ablief, und wegen der Aus# gepher g###. 14 1, Sie er ist schön.— Die Abreise des Kalsernagres uun perrung nicht erneuert wurde. Die schwarzen Poten sind jetzt auch in Schlesien aufgetreten Korsu erfolgt am 3. Mai. Die„Hohenzollern“ trifft dann—— Zur„Jall Euleuburg=Harden. Im Gegensatz zu Einem Telegramm aus Breslau zufolge sind dort mehrere Eram 4. vor Bari ein. General von Piessen, der Ghenerai gnder“ Meldungen gibt der„B. L.=A.“ das in Berliner krankungen an echten Pocken vorgekommen. Der Polizeiprästadjutant des Kaisers, machte heute einen Jagdausflug nach Purteentreisen zirtulierende Gerücht wieder, daß die dent hat den Magistrat ersucht, kostenlos öffentliche Impffiellen der albanischen Küste und sondierte das Terreain für einen Stes 11 18.d;; Obersaaldanwalts Dr. Isen=Lennurichten etwalgen Jugdausflug des Kaisers. Der Herzog von Con=p#elerschüttert sei. vo dies Gerücht den Tatsachen naugbt verläßt morgen Korsu.— Achilleion, 24. April. lentspricht, kann ggan ja runig abwarten, da die PersönlichDer Kaiser ließ gestern abend wieder aus Au.... eit des Herrn Isenbiel nicht ein so besonderes Interesse Nach einer Meldung aus Münsanwalt in Ergänzung seiner Anpaziergang. Nach 3 Uhr begab sich das Kaiserpagr eantragt, zu der Hauptverhandlung gegen den „„„ s NasserpaarJustizrat Bernstein, der bekanntlich der Beleidigung des mit Tamilia A*“.“ icht begnd sich das Kaiserpaar Justi ans uni Gras 1e ura angertat s. „Sleirner:. In Korsu verließen die cen Herrschaften den„Ehipner“, um dem Kövon Gi#twenland und dessen Familie den Abschiedsdie Tohrt surges:. Die denischen Herrschaften setzten darauf # Fayr, ort bis zum nordöstlichen Ende der Insel Korsu, Colura am Fuße des Pantokraters an Land gegangen wurde. Hier wurde der Tee genommen. . Kaiser beabsichtigt, nach der„Licanitzer L#.“ inguotenStag der Einweihung der Kaiser Friedrich edächtniskirche in Liegnit beizuwohnen und die wicPirisen zu hesuchen. „„Kriegsminister von Einem ist, wie die„N. P. K.“ Zwanzig Kinder von ihrer Mutter ermordet. Einer Reihe von grausigen Verbrechen ist man in Ungarn auf die Spur gekomen. Wie aus Debreczin gemeldet wird, wurde dort gegen die Frau des Landwirtes Peter Kiß die Anzeige erstattet, daß sie ihre beiden Kinder ermordet hätte. Die eingeleitete Untersuchung ergab, daß die Frau mit Hilfe ihres Mannes alle zwanzig von ihr bisher geborenen Kinder im Alter von einem Monat bis zu einem Jahre erwurgt hat. Beibe Eheleute wurden verhaftet. Sie gestanden, die Kinder ermordet zu haben, weil sie sie der Not nicht aussetzen wollten Ein Sattenmörder verhaftet. Aus Apolda wird berichtet: Der Korbmacher Louis Friedrich Koch in Großromstedt (Sachsen=Weimar) hat, wie sich jetzt herausgestellt hat, am 15. April seine Ehefrau ermordet und die Leiche Der Zwischenfall in der Sixtinischen Kapelle. Die„Neue Freie Presse“(Wien) veröffentlicht die folgende Zuschrift Prof. Dr. Siegmund Feilbogens: „Die Osterreise nach Rom war für mich die Erfüllung einer jahrzehntelangen Sehnsucht nach dem Erlebnis, das antike und künstlerische Rom aus eigener Anschauung kennen zu lernen. Damit verband ich wirtschaftspolitische Studien und praktische Anregungen der seriösesten Art, welche auch in kürzester Frist zutage treten und meine Reise als wirtschaftspolitisch rechtsertigen dürften, trotzdem durch den Zwischenfall in der Sirtini schen Kapelle meine diesbezüglichen Bestrebungen abgeschnitten wurden. Sie hätten ohne die gütige Empfeylung des Mini steriums des Aeußeren an die Botschaft und dann an illustre Persönlichkeiten Italiens niemals zustande kommen können Jedermann wird begreifen, daß gerade das Bewußtsein dieser gütigen Förderung und ihres mehr als peinlichen Ausganges mich mit tiesem Schmerze erfüllt. Rußland. Petersburg, 22. April. Großfürst Nikolai Nikolajewitsch. der Chef der Landesverteidigung, ist plötzlich nach der Krim und em Kaukasus abgereist. Zweck der Reise ist angeblich eine Inspizierung der dortigen Truppen. Dem— Korrespondenten der„Voss. Zig.“ wird aber aus guter Quelleszerstückelt. Cestern erst wurde das Verbrechen entdeckt und mitgeteilt, daß der Großfürst einen Zusammenstoß mit Koch, auf den sich sofort der Verdacht lenkte, in Haft genommen dem Generalgouverneur von Moskau Hoerschel= im Venrhör legte er ein volles Geständnis ab. Danach ist er mann vor wenigen Tagen hatte. Die Veranlassung ist: als am 15. April mit seiner Frau im Holzstall gewesen, um Holz Hoerschelmann auf die Erfahrungen des japanischen Krieges zu zerkleinern. Bei dieser Gelegenheit sei er mit ihr in einen mitteilt, in Rigag eingetrossen, um dors Lan 9....*.. binwies, antwortete ihm der Großfürst barsch:„Sprechen Sie Wortwechsel geraten, weil sie ihm Vorhaltungen machte, daß Urlaubs zu verleben. Am 15. Mai mird der Sriega#s. von Kriegserfahrungen, sondern nur vom gesunden er seinem in Sulzbach wohnenden Sohne 300 Mark ohne die Amtsgeschäfte in vollem Umsange wieder aufnehmen Penschenner##.d. H#erschelmann beschwerte sich über solche Schuldschein gegeben hatte. Aergerlich über die Worte seiner — Auf dem Parteitage der freisinnigen Vereinigns Behandlung beim Zaren und behielt Recht. Es wird ange Frau hätte er das Beil genommen und ihr mit dem stumpfen in Frankfurt= 90 hat man ud a mns..2 ½%764 nommen, daß der Großfürst auf seinen Posten nicht zurück= Teil einen Schlaa auf den Hintenrkanf gegeben Darauf habe *„—# kehren wird. Petersburg, 22. April. Die neuesten Nachrichten über in Frankfurt a. M. hat man welcher der Abg. Dr. Neumann=Hofer über das Ergan der freisinnigen Volkspartei herzog, nicht gesallen]... ##nsch. Zunachst wies der Abg. D. Naumann die Aus=die Zustände an der persischen Grenze lauten sich gab, fei er wieder nach dem Holzstau geeitr, um ein zweiles man Hofer s.##rück; dann sah Dr. Neumann=sehr bennruhigend. Die Zahl der persischen Räuber, Beil zu holen, mit dem er sie wieder fünf= bis sechsmal auf den * Kahar Liitän ornn as A-I Gant ichlas mam salnan Kinnhen desnnis-. Arma u GeIns Teil einen Schlag auf den Hintenrkopf gegeben. Darauf habe er ihr weitere Beilhiebe versetzt. Dann habe er sie auf den Boden geschleppt. Als sie dann noch immer Lebenszeichen von sich gab, sei er wieder nach dem Holzstall geeilt, um ein zweites mann=Hoser's zurück; dann sah Dr. Neumann=sehr bennruhigend. Die Zahl der persischen Räuber, Beil zu holen, mit dem er sie wieder fünf= bis sechsmal auf den ana 0 e#### folgenden Entschuldigung ver= die sich dort zusammengeschart haben, beträgt 3500 Mann. Die Kopf schlug. Nach einigen Stunden trennte er Arme u. Velne Ausdruck hemsngalz.rschiedenen Seiten ist ein Lage der gegen sie gesandten russischen Truppen ist ernst, sie von der Leiche, trug sie nach dem Holzstall und zerkleinerte sie „-munden worden, den ich gegen die„Freisinnige Ibrauchen Verstärfungen Gestern lind Golgfen und W.tiflslauf dem Gadellat Taas harauf neiung“ gebraucht kaßs##### ich gegen die„Freisinnige brauchen Verstärkungen. Gestern sind Kosaken und Artilleriel auf dem Hackeklotz. Tags darauf legte er dann die Leichen des Ausdrucks bedauere, stelle aber tatfächsich, gas 1; aus Ertwan und Jelisawetpol abgegangen. In Tiflis wurde teile, nachdem er sie mit Petroleum begossen hatte, laum eine andere Zeitung an Unrichtigeitu dem Voersitz des Gehilfen des Statthalters, Generals unter die Kesselfeuerung in der Waschküche und verdrehungen und Unwahrheiten die„Freisinnige Heitana Scatiloss, der soeben aus Petersburg dorthin zurückgekehrt ist, hrannte sie. Die nicht nallständig nerhrannten Teilübertrifft.=Freinnnige Zeitung" heute ein Kriegsrat abgehalten, bei dem folgende Tatsachen — Die Lage in Südwest. Einem vor einigen Tagen ein= zur Sprache kamen: Den eingelaufenen Berichten zufolge getroffenen Privatbriese aus Südwest=Afrirg entnehme haben die russischen Truppen nach einer Reihe kleiner Schar wir folgendes:„Die augenblickliche Lage hier im Lande iu mützel die russische Grenze von den Räubern gesäubert, die durchaus nicht sehr gunstig, so daß die Farmer, weich einen Verlust von etwa 15 Toten hatten. Die telegraphische mit Aesinhen—..* Verbindung mit Persien ist unterbrochen, der gesamte Verkehr von Handelskarawanen hat aufgehört. In dem Kriegsrat wurde beschlossen, daß bei einem nochmaligen Ueberfall die r ussischen Truppen infolge der völligen Hilflosigkeit der persischen Regierung zur Verteidigung der Interessen Nuß lands die persische Grenze überschreiten werden. Sie sollen, sobald genügend Verstärkungen eingetroffen sind, einen wirksamen Vorstoß ins Innere machen und das ganze Räuberheer aufreiben. Das russische Ministerium des Auswärtigen hat auf dem Drahtwege über Odessa und Indien sehr energische Vorstellungen nach Teheran geschickt, in denen es Aufklärung und Genugtuung sordert. Petersburg, 24. April. Großfürstin Maria Pawlowna(geb. Herzogin zu Mecklenburg), Gemahlin mit geringen oder ungenügenden Mitteln ihren Betrieb be gonnen haben, keine Geschäfte machen können. Man erwartet Preisrückgang in den nächsten Jahren und fürchtet, daß noch viele Konkurse eintreten werden. Dabei scheint die politi sche Lage sehr bedenklich zu sein, vorläufig noch überall ruhig ist mit Ausnahme d Kalahari, wo man sich die unglaublichste Mühe gibt, Simon Kopper zu fangen. Der Räuber soll augenblicklich wieder nach Osten ausgewichen sein, aber seinen Unterführer Christoph Lambert dort gelassen haben, der vor einer Woche eine Pa troville überfallen und abgeschossen hat. Man hofft aber bestimmt, alle beide demnächst zu fangen. Im übrigen ist die all gemeine Lage nicht so günstig, wie angegeben wird, und mit“--. den Verhältnissen vertraute Leute erwarten, daß es wied=-]Pawlowna(ged. Herzogin zu Mecklenburg), Gemahlin Uneuhen gibt, wenn die Schuttruppe weiter###, Probkürgen Wladimir Alexandrowitsch, ist gestern zum vermindert wird. Insbesondere rechnet man darons orthodoren Glauben übergetreten. daß die Bondelzwarts in Gemeinschaft mit den Versabger Portugal. treten werden. Diese Lissabon, 24. April. Die Republikaner wollen dem utg weg frech auf und betrachten sich als Herren. König nebst seiner Familie dringend empfehlen, in FrieMan begreift nicht, daß die Regierung gegen diese Leute nicht den der Krone zu entsagen und das Land zu verlassen, da einschreitet. Auch unter den Klippkaffern gärt es im geheimen die Einsetzung der Republik die einzige Retund gut unterrichtete Leute glauben fest daran, daß auch diesel#ung aus der Krise sei. Die Königin scheint keinesdem Aufstand sich anschließen werden. Man soll den Kaffern IaUs einzuwilligen, daher sind blutige Ereignisse bei der während des Krieges große Versprechungen für ihre Dienst= Totenandacht in Gegenwart des Hofes und bei der Krogemacht haben, die bis jetzt nicht erfüllt sein sollen. Wennnung des Könias sehr wahrscheinlich. nun auch die Sache nicht übermäßig schlimm werden kann, so Amerika ware es doch zweckmäßiger, beizeiten einzugreifen, um den Ausstand überhaupt zu verhindern.“ Gnatemala, 24. April. Präsident Cabrera machte — Die Nachricht von einer angchlich beabndli## mi####ven Vertretern der Mächte von einer umfassenden bung eines neuen Aemelorvs in Latheingen enttat s z. Z.=[Berschwörung gegen seine Person Mitteilung, die in 9 A- ersährt, jeder Pearündung. An die Aurtzessae, dem neucnen Mordanschlag gupfelte. 18 Radels führer ermationen, kann innerkafs. 5 S. 4 l#0 neuer wurden auf seinen Besehl hingerichtet, auch die übriermarionen rann innerya. des Quinquennats überhauptgen Verschwörer befinden sich in den Händen des Militärs. nicht gedacht werden. Sollte später einmal der Frage der Neu=[Eine Proklamation des Präsidenten verspricht, die Ordbildung eines Armeekorps nähergetreten werden, so können nung mit fester Oand aufrecht zu erhalten. Das Militär bei nur die Bereiche des 1. oder 14. Armcekorps in Betracht denen bereits eine dritte Division vorhanden ist. — Zum 1. Mai. Einzelne sozialistische Bergarbeiter zeitungen raten jenen Arbeitern, welche Maßregelungen zu be fürchten haben, davon ab, am 1. Mai die Arbeit ruhen zu lassen. Da andererseits die Möglichkeit eines Riesenkampfes im Baugewerbe immer noch bestehe, werde eine Arbeitsruh bewacht die Stadt. Die Geschäfte sind zum Teil geschlossen. In einigen Stadtteilen gärt es. Tages=Neuigkeiten. Berlin, 24. April. Gestern nachmittag stürzte beim „„„„ lam 1. Mal den Unternehmern einen willkommenen Anlaß zu „ Der Ostermene, des„apstes als Zuschauers beizuwohnen k einer allgemeinen Aussperrung geben. Bei der heutigen Situ gilt als besonders hohes Erlebnis und wird von Fremden sehr? unon müsse man auch der Verantwortichkeit gedenken, welche angestrebk. Ich hatte zwei Einladungen erhalten, für meine Frau und für mich. Herr Dr. Benson, der mit uns reiste, er hielt weder eine Einladung noch war er bei dem verhängnisvollen Ereignis anwesend. Dagegen hatte sich Frau Ella Zwack als Schwester meiner Frau von den Wachen Einlaß erbeten und erhalten; sie wird in italienischen Berichten wißverständlich als Frau Dr. Beyson bezeichnet. Daß weine Absicht nicht auf Teil nahme an der Kommunion gerichtet war, ist bei meiner Konfession selbstverstündlich und geht deutlich aus dem Umstande hervor, daß ich erst gegen 9 Uhr eintraf, während die Einla dung auf halb 3 Uhr lautete. Im Augenblicke unserer Ankunft gerieten wir, ehe wir viel überlegen konnten, in einen Jug hinein, der sich zwischen den Bänken der Kapelle bewegte und uns nach vorne trug jener Stelle zugewiesen wird, welche die Gemaßregelten zu unterstützen hat. Der Parteivorstand und die Ceneralkom= mission könnten keine Unterstützungen für Gemaßregelte aus ihrer Kasse versprechen. Es sei leichter, die Augen vor konkreten Tatsachen zu verschließen uns sich im Optimismus zu wiegen, als den Dingen klar ins Auge zu sehen und sich vorher Rechenschaft abzulegen über die Folgen dieses Handelns. — Der Präsident des Hamburger Senato, Bürgermeister Dr. Burchard empfing Donnerstag mittag 12 Uhr im Bürgermeisterzimmer des Rathauses im Beisein des Senators Dr. Sthamer den neuernannten Königlich preußisch. Außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister Grasen Götzen zur Ueberreichung seines Beglaubigungsschreibens. Gleich zeitig nalm Bürgermeister Dr. Burchard aus den Händen des F Trainieres seines Pferdes Leutnant v. Humbert vom Feld=Art.=Reg. Nr. 18 in Frankfurt a. O. so unglücklich, daß er sich eine schwere Schädelverletzung zuzog, an deren Folgen er sehr bald starb. Berlin, 23. April. Unter dem Verdacht der Brandstiftung ist heute der 18 Jahre alte Arbeitsbursche Hermann Tege aus der Buchholzerstraße 8 festgenommen worden Zu den Bränden in der Gartenstraße sahen eine Frau und ein Zeuge, wie ein junger Mensch, in dem später Tege festgestellt wurde, aus dem Hause Gartenstraße 11 herausgelausen kam und eine Schachtel Streichhölzer wegwarf. Die Frau machte einen jungen Mann auf den Burschen aufmerksam, indem sie sagte: Was hat denn der verbrochen, der hat's ja so eilig! Dieser junge Mann ist ermittelt und bestätigt den Vorgang. Dringend erwünscht wäre es, daß sich die Frau sofort bei der Kriminalpolizei meldete. Tege ging später in das Haus Gartenstraße hinein und wurde hier von einem Kutscher dabei betrossen, wie er sich Nen Dachstuhl ansah. Daß er mit den brannte sie. Die nicht vollständig verbrannten Teile nahm er wieder heraus und vergrub sie im Keller und im Garten. Uebrig ließ er nur einen Fuß, den er am Ostersonntag aus dem Wege nach Apolda in einen Steinbruch warf, um den Betdacht auf eine salsche Spur zu lenken. Er erreichte damit aber gerade das Gegenteil. Charakteristisch für den Mörder ist, daß er am 16. April seine Frau als„vermißt“ meldete, und unter beweglichen Klagen nach ihr suchte. Uebrigens steht Koch im Verdacht, noch zwei Frauenmorde in den letzten Jahren begangen zu haben. Er ist bereits mit neun Jahren Zuchthaus wegen Sittlichkeitsverbrechen und Mordversuch vorbestraft Neues von der Saalburg. Ueber den Fortgang der Wiederherstellungsarbeiten und die Ergebnisse weiterer Ausgrabungen auf der Saalburg ist allerhand Interessandes zu melden. So sind zunächst die Umfassungsmauera des Kastells nunmehr ganzlich vollendet und alle oier Tore wieder aufgebaut. Im Innern dens Kostells ist das Getreidemagazin, das Horreum. vollendet, mit ebmischen Heizanlagen, die sich vorzüglich bewährt haben, durchweg versehen und als Saalburg=Museum eingerichtet. Es birgt jetzt nicht nur alle Funde von der Saalburg selbst, sondern auch die Schätze, die früher im Museum in Bad Homburg v. d. H. und im dortigen Kurhause aufbewahrt waren. Aufgebaut ist serner auch, und zwar auf d. alten Grundmauern das sogenannte Qucstorium. Es enthält die Postzweigstelle, die Bücherei und Geschäftsräume. Von den Ausgrabungen ist zu erwähnen: außerhalb des Kastells die weitere Freitegung eines Gebäudes, von dem man noch nicht weiß, ob er ein Schlachthaus war oder ein Ausspann, mehrere Brunnen und endlich die Wohnung des Kommandanten, eines großen Gebäudes mit etwa 15 Räumen. Gefunden wurden viele Metallgegenstände, darunter ein Militärdiplom aus Erz aus dem Jahre 107 und ein wohlerhaltener Maßstab. Es mag bei dieser Gelegenheit daran erinnert sein, daß sich in Berlin eine„Vereinigung der Saalburgfreunde" befindet, die durch Veranstaltung gemeizverständlicher Vorträge und Herausgabe einer Zeitschrift das Interesse für das Römenrkastell pflegt und in weitere Kreise zu tragen bemüht ist. Die Mädchenschulresorm. Dem preußischen Staatsministerin gehen nunmehr die endgiltig auf Grund der vorhergegangenen Verhandlungen im Kultusministerium ausgearheiteten Reformvorschläge über das Mädchenschulwesen zur Beschlußfassung zu. Nach dieser Vorlage d. Kultusministeriums wird, wie die„Köln. Ztg.“ erfährt, die zehnklassige Mädchenschule das Normale bleiben. Die Abzweigung der Klassen für die Mädchen, die eine arademische Ausbildung genießen sollen, wird so vorgenommen, daß die Normalschule nicht unnütz mit Lehrgegenständen belastet wird, die wesentlich nur für die Gymnasial=, Realgymnasial= und Oberrealschulen notwendig sind. Unter diesem Gesichtspunkte findet die Abzweigung so statt, daß bei den Gymnasial= und Realgomnasial= klassen in der Regel fünf, bei den Oberrealschulklassen vier besondere Schuljahre für die weitere Ausbildung der Mädchen vorgeseben sind. Der Abgana von der Normalschule erfolgt in vorgesehen sind. Der Abgang von der Normalschule erfolgt diesen Fällen entweder nach acht oder neun Schuljahren. Diese Resorm kritt vermutlich mit dem 1. April 1900 in Kraft. Für die Seminare für höhere Lehrerinnen ferner ist nunmehr vom Kultusministerium ein vierjähriger Kursus in Aussicht genommen. Nachdem das Staatsministerium über die Reform beschlossen hat, ist eine Allerhöchste Order zu ihrer Veröffentlichung zu erwirken. Der Landtag wird sich alsdann in der nächsten Session mit der Bewilligung der Kosten zur Durchführung der Resorm zu beschäftigen haben, und es wird ihm als Grundlage für diese Verhandlungen wahrscheinlich eine Denkschrift über d. Mädchenschulreform vorgelegt werden. Stadt und Land. Detmold, 25. April. * Personalien. Der Fürst hat den Apotheker Rudolf Beißenhirz in Lage mit dem Amte eines Visitators der Apotheken, sowie chemischen und pharmazeutischen Sachverständigen der Regierung unter Verleihung des Charakters als Medizinalassessor betraut.— Höchsten Orts ist genehmigt worden, daß den Vornamen des am 4. Januar 1901 in Grese geborenen Heinrich Adolf Hunecke noch der weitere Vorname „Ernst“ hinzugefügt werde.— Die Referendare Hans Sauerländer in Schötmar und Heinrich Sonntag in Rischenau sind zu Gerichtsassessoren ernannt worden.— Dr. Liesegang, Stabsarzt, scheidet mit dem 30. April aus der Schutztruppe für Südwestafrika aus und wird mit dem 1. Mai als Bataillonsarzt des 2. Bataillons Inf. Regt. Nr. 55 im Heere angestellt.— v. Panwitz, Unteroffizier im Ins.= Regt. Nr. 55, zum Fähnrich befördert.— Lehrer G. Schlepper in Niese ist als Lehrer an die Schule in Waddenhausen berufen worden Die Errichtung einer staatlichen Präparandenanstalt in Detmold. Mit Höchstlandesherrlicher Genehmigung und unter Zustimmung des Landtages wird zu Beginn des Schuljahres 1908=09 in Verbindung mit dem Landeslehrerseminar eine Präparandenschule eröffnet. Auf Kosten der Generalschulkasse errichtet und unterhalten, untersteht sie der nächsten Leitung und Beaussichtigung Fürstlicher Seminardirektion. Der vorläufig auf einen zweijährigen Lehrgang bemessene Unterrichtsbetrieb bereitet zum Eintritt in das Seminar vor, wobei auch befähigten, von anderen Lehranstalten oder aus einem Privat= unterricht kommenden jungen Leuten je nach Ausfall einer Aufnahmeprüfung der Zugang in dasselbe keineswegs versagt ist. Zu dem auf Freitag, den 1. Mai d. J. angesetzten Schulanfang wird der Schülerbestand d. bisherigen Privatschule des Seminaroberlehrers Burre in die 1. Klasse dieser Lehranstalt übernommen, während eine 2. Klasse aus denjenigen angemeldeten Bewerbern gebildet werden soll, welchen nach Bestehen der abgehaltenen Vorprüfung eine entsprechende Nachricht zugegangen ist. Indem dies zur öffentlichen Kenntnis gebracht wird, verweist das Konsistorium diejenigen, welche über Schulgeld, Wohnung und Kost der Zöglinge nähere Aus kunft einholen möchten, an die hierfür zuständige Stelle der Fürstlichen Seminardirektion. * In das Handelsregister Abt. A ist zu Nr. 163: „Deutsche Holzimport= Gesellschaft C. H. Gehlhaus& Co. eingetragen: Der Gesellschafter Müß mann ist aus der Gesellschaft ausgeschieden. Der Gesell schafter Gehlhaus setzt das Geschäft unter Uebernahme sämtlicher Aktiven und Passiven und der bisherigen Firma allein fort. *.* In das Bereinsregister ist unter Nr. 21 der Verein: Arbeitgeberverband für das Baugewerbe, mit dem Sitze in Detmold, eingetragen. Die Satzung ist am 20. Februar 1908 errichtet. Mitglieder des Vorstandes sind: Maurermeister Heinrich Kampmann zu Dermold, Fabrikant Wilhelm Priester daselbst, Maurermeister Hermann Danjes daselbst, Zimmermeister Fritz Greimeier daselbst, Maurermeister Heinrich Brand daselbst. * Gebäudesteuer. Im Rechnungsjahre 1908 werden für die Landkasse sieben Einzelsätze Gebäudesteuer erhoben werden und zwar je zwei im zweiten und vierten, drei im dritten Bierteljahre. * Ein lästiger Ausländer. Der russische Staatsangehörige Aufseher Andreas Stangret, früher auf Rittergut Hovedissen, is als lästiger Ausländer mit der Maßgabe ausgewiesen worden, daß er binnen 24 Stunden das hiesige Land zu verlassen hat. * Die Vormusterung der Pferde durch den militärischen Kommissar findet in der Zeit vom 27. Mai bis 15. Juni statt. * Meldungen zu der am 1. Juli d. J. frei werdenden Lehrerstelle in Niese sind bei dem Konsisto: rium bis zum 8. Mai d. J. anzubringen. p* Ueber die vorgestrige Pastoralkonferenz wird mitgeteilt, daß besonders eingehend die Frage der künftigen Schulund Schulpfleger behandelt worden sei. Weiter rd der L. Post noch darüber berichtet: Im Psarrverein waren über 30 Geistliche versammelt. Tas ungemein ungünstige Wetter hatte wohl einen großen Teil der übrigen zurückgehalten. Beraten wurde, wie richtig vermutet war, über die neue Schulgesetzvorlage. Die gesaßten Resolutionen sollen von einer Kommission genau sormuliert und dem Landtage übergeben werden. Wir können also Einzelheiten darüber noch nicht berichten. Nur das möchten wir bemerken, daß, wie wir Yören, einstimmig erklärt wurde, die Stellung des Schulpflegers. wie de in Zukunft der Geistliche haben sollte, wurde von allen Seiten als unannehmbar bezeichnet. Wenn eine Wahl des Schulpflegers stattfinden soll, so fordert man mindestens das unbedingte Recht der Ablehnung der Wahl * A u s d e r S e n n e. Z u e i n e r 1 4 t ä g i g e n U e b u n g w e r d e n Reservisten, hauptsächlich des Jahrganges 190 und 1902, am 14 Mai nach Minden eingezogen, woselbst ein kriegsstartes Reserve=Insanterie=Regiment Nr. 15 gebildet wird. Selbiges wird dann sein Exerzieren auf dem Truppenübungsplatz Sennelager abhalten. * D a s Z o l l a m t b e f i n d e t s i c h s e i t 1. A p r i l n i c h t m e h r Emilienstr. 17, sondern Emslienstr. 7. * Promenadenkonzert. Am Sonntag findet das Promenadenkonzert von 12—1 Uhr im Garten des Neuenkruges statt. 1. Triumph=Marsch aus der Oper„Aida“. (Verdi). 2. Ouverture zur Oper„Nienzi“.(Wagner). „Ein Walzertraum“.(Oskar Strauß). 4. Paraphrase über Lortzing's Lied:„Es war eine köstliche Zeit".(Wiedecke) 8.„Polnische Tänze“.(Bruno v. Schlichting). 8.„Kaiser Friedrich=Marso".(Friedemann). * Bandel=Denkmal. Allerorten, insbesondere in unserer engeren Heimat, in allen Kreisen, rüstet man sich zur Verwirklichung der Idee des Denkmals für Ernst von Bandel die erforderlichen Geldspenden zusammenzubringen und eine alte Schuld des Vaterlandes abzutragen dem Ranne gegenüber, der uns ein so hehres Zeichen der Einigkeit gebaut hat. Am heutigen Nachmittage beginnt im Neuen Kruge der Bazar: Italien in Detmold. Hoffen wir, daß der Besuch und somit auch der finanzielle bschluß ein günstiger sein möge. Hierzu ist die Beteiligung aller Kreise erforderlich. Geboten wird viel und eder Besucher wird befriedigt das Fest verlassen.— Als gächste Veranstaltung für die gute Sache wird am nächsten Donnerstag im Fürstlichen Theater ein Konzert des Detmolder Männer=Gesangverein=„Frohsinn“ stattfinden. Billetts und Programme hierzu weren aus dem Bazar erhältlich sein. Wer nun der guten Sache dienen und gleschzeiei; sich einen Kunstgenuß verschaffen will, versäume nicht, sich einen Playz für dieses Konzert zu sichern. Aus dem schönen Programm ist insbesondere die Aufführung der„Sgenen aus der FrithiofSage“ bemerkenswerth, jener herrlichen Komposttien von Max Bruch. Mit großem Eiser und Geschick haben sich Verein und Dirigent die Aufgaben gestellt, uns einen auserlesenen Vortrag zu bringen. Der Verein„Frohsinn“ zählt ca. 00 aktive gute Sänger und die Regimentskapelle wird in voller Stärke vertreten sein. Geben wir der Hoffnun Ausdruck, daß Bazar und Konzert schöne Ueberschüsse im Interesse der guten Sache abwerfen mögen, deshalb wiederholen wir unsere Bitte um zahlreiche Beteiligung an beiden Veranstaltungen. * Der Kaninchenzuchtverein hält, wie unsere Leser aus dem Inseratentelle ersehen, morgen Sonntag abend seine Munatsversammlung im Hotel zum Hermann ab, in welcher, wie wir hören, einige wichtige Sachen zur Beratung stehen. Gäste sind, wie immer. willkommen. ** U n b e k a n n t e L i e d h a b e r n o n R a s s e k a n i n c h e n s c h e i n e n in letzter Zeit in allen Stadtgegenden auszutauchen, um sich kostenlos in den Besitz wertvoller Tiere zu setzen. Nachdem vor einiger Zeit dem bekannden Rassezüchter Herrn Dannhäuser in der Paulinenstraße verschiedene Preistiere nächtlicherweise ohne Anmeldung abgebolt wurden und vor acht Tagen dem im Großen züchtenden Gärtner Herrn Wort—ann eine Anzahl wertvoller Silberkaninchen in gleicher Weise entwendet wurden, sind jetzt wieder dem Herrn Wüttenfeld aus seinem Stalle in der Marienstraße zwei 16pfündige Belater Riesenkaninchen im Werte von 30 M gestoblen. Diese Zuchttiere waren auf der letzten Kaninchenandstellung mit dem ersten Preise gekrönt. Wie uns mitgeteilt wird, hat der Kaninchenzuchtverein eine hohe Belohnung für die Ermittelung des Täters ausgesetzt Ikalien in Detwold nimmt heme seinen Aufang. Die Eröffnung findet mit einer kurzen Feier um 4 Uhr hmittags in Gegenwart Ihrer Hoheit der Fürstin Berta statt. Das Weltvanorama, das mit Sonntag seine Saison abschließt, bringt zum Abschied noch die herrlichen Ansichten aus Venedig. * G a s t s p i e l d e s B e r l i n e r L u s t s p i e l h a u s. Ensembles im Fürstlichen Hoftheater. Die Kartenbestellungen für die am Dienstag und Mittwoch, den 28. und 29. April stattfindenden 2 Gastspiele lausen bereits zahlreich ein, jedoch sind für beide Abende noch genügend gute Plätze vorhanden. Zweifellos werden die 2 hervorragenden Gastspiele große Zugkraft ausllben, zumal— wie schon wiederholt erwähnt wurde— eine Preiserhöhung nicht eintritt. Die Lustspielneuheit„Unsere Käte“, welche am Dienstag gegeben wird, ist Repertoirstück fast aller Bühnen geworden und überall ist der Erfolg ein durchschlagender. Am Mittwoch gelangt der neue Schwank „Jahrmarkt in Pulsnitz"“ zur Aufführung, ein Werk, welches u. a. auch am Hoftheater in Dresden viel Beifall sand. Die Dekorationen und Maschinen des Berliner Lustspielhauses sind eingetroffen. Die Aufstellung derselben auf der hiefigen Bühne hat begonnen.— Es soll noch einmal ausdrücklich bemerkt werden, daß die Aufführungen zu den üblichen Preisen stattfinden. Es ist somit Gelegenheit gegeben, in diesem sellenen Falle die Vorstellungen, zu denen in Berlin der billigste Platz drei Mark kostet, zu einem ungewöhnlich niedrigen Preise kennen zu lernen Die Besetzung ist genau die erstklassige wie in Verlin. * A u f d e m h i e s i g e n W o c h e n m a r k t e w u r d e n olgende Preise gezahlt: Butter 1 Pid. 1.00—1,10 Mk., Cter 1 Pfund 45—50 Pfg., Blumenkohl 1 Kopf 30 bis 40 Pfg., Zwiebeln 1 Pfund 8—10 Pig., Kartoffeln 1 Pfd. 4 Pfg. 1 Zentner 3.40—3.50 Mk., Wirsing 1 Kopf 15—20 Pf., Rotkohl 1 Kopf 20—30 Pf., Aepfel 1 Pfd. 18 bis 20 Pf., Rosenkohl 1 Pfd. 25—30 Pf., Fedialat, eine Portion 10 Pfg., Spinat 1 Pfd. 25—30 Pig, Kopfalat, 1 Kopf 10—12 Pig., Radieschen 1 Bündchen 10 Pig. Rhababer 1 Pfd. 15 Pfg. = Heiligenkirchen, 25. April. Morgen, Sonntag, den 26. d. Mis. 4 Uhr nachmittags findet im Gasthof Schnatmann eine Versammiung zum Zweck der Gründung eines Schützenvereins statt. * Salzuslen, 25. April. Am 13. April d. J. ist ein dem Gastwirt Lehmeier in Grastrup gehöriges Fahrrad im Werte von 80 A von einem angeblichen Schornsteinbauer Hermann Bücker, zuletzt in Bielefeld, unterschlagen worden. Beschreibung des Fahrrades:„Westphalenrad 52“, nach unten gebogene Lenkstange, Korkgriffe, neuer Sattel. Um Nachforschung nach dem Fahrrade und dem Täter und Nachricht hierher zu P. L. 76=08 ersucht der Amtsanwalt in Salzuflen. * Schötmar, 25. April. Wie schon gemeldet, ist am Ostermontag, den 20. d. M., nachmittags zwischen 1½—5 Uhr, in der Hünderser Mühle bei Schötmar ein Einbruchsdiebstahl verübt, wohei ein Bükbetrag von 450—470 A gestohlen ist. Der Tat verdächtig ist u. a. ein reisender Handwerksbursche im Alter von 35—40 Jahren, mit ziemlich starkem blonden Schnurrbart, bekleidet mit abgetragenem grau=grünen Anzug, abgetragenen Schnürschuhen, in der linken Hand einen Gehstock tragend. Der Verdächtige ist von Netzen aus gekommen und hat sich in der Richtung auf Grastrup entfernt. Um Ermittelung und Festnahme des Diebes. sowie Nachricht zu J. 309=08 ersucht der Staatsanwalt in Detmold. * Schötmar, 25. April. Der Schlachter August Dröge in Heerserheide beabsichtigt auf seinem an der Landeschaussee Schötmar=Lage belegenen Grundstücke Kartenblatt 1 Parzelle 161=96 der Bauerschaft Holzhausen eine Schlachterei zu errichten. Pläne und Beschreibung der Anlage können auf Zimmer Nr. 4 des Verwaltungsgebäudes eingesehen werden. * Lemgo, 24. April. Als Kandidat zur bevorstehenden Landtagsersatzwahl soll, wie die L. Vz. hört, von der lippisch=liberalen Volkspartei Herr Hofkonditor Eikmeier hiers. aufgestellt werden. * L a g e, 2 4. A p r i l. D a s n e u e K r a n k e n h a u s h i e r bietet leider nicht Raulm genug, um die Kranken alle unterzubringen und besonders in letzter Zeit mußten wiederholt wegen Ueberfüllung aufnahmesuchenbe Kranke abgewiesen werden. Es können unter den jetzigen Raumverhältnssen nicht mehr als höchstens 20 Kranke untergebracht werden. Es wird nicht lange dauern, dann wird man Boch an eine Erweiterung und Vergrößerung des Krankenhauses denken müssen.(L. Vz.) * Blomberg, 24. April. Der Magistrat genehmigte in seiner letzten Sitzung die unentgeltliche UBeberweisung der alten Baumschule“ in einer Größe von ungefähr 600 Quadratmetern zum Zwecke der Errichtung einer Turnhalle an den hiesigen Tunverein. Wir beglückhünschen genannten Verein zu diesem schönen Erfolge und hoffen, daß das Stadtverordnetenkollegium seine Zustimmung zu diesem Beschlusse nicht versagt.(2. F.) 2d. Barntrup, 24. April. Auf dem heutigen Viehmarkt waren zehr viel Schweine angetrieben. 6 WochenFerkel kosteten 12—14 Mk., Stangen 18—24 Mk. Der Handel ging flott. Auch in den Krambuden ging das Geschäft gue. d. Barntrup, 25. April.(Bauluß). Das Maurerhandwerk scheint sich für diesen Sommer hier doch noch recht gut zu gestalten. Wie wir hören, kausten Zimmermeister A. Krumsiek und Herr H. Bergmeier, zwei Bauplätze von Herrn Karl Vehmeier Ostertorstraße 272. Die beiden Plätze liegen zwischen dem Hause des Tischlermeisters Bunte und dem Hause des Verkäufers. Die Käuser beabsichtigen dort zwei hübsche Bauten aufzuführen.— Auch haben wir erfahren, daß Verhandlungen scheweden zwischen dem neuen Arzte Herrn Dr. Hans Theopold und dem Herrn H. Maybaum wegen Ankauf des alten Maybaumschen Haukes an der Mttelstraße. Hoffentlich sehen wir dort auch recht bald einen hübschen Neubau. * O h r s e n, 2 5. A p r i l. I n d a s H a n d e l s r e g i s t e r i s t u n t e r Nr. 98 die Firma: Lippische Zelluloidwarenfabrik H. Wellmeier mit dem Sitz in Ohrsen eingetragen und als deren Inhaber der Händler Hermann Wellmeier in Ohrsen und der Händler Gustav Wellmeier daselbst. Jeder der Inhaber ist zur Vertretung der Firma berechtigt. Geschäftszweig: Herstellung von Zelluloidwaren. en= Laßzbruch, 24. April.(Wasserleitung.) Die hier angelegte Wasserleitung ist jetzt sertiggestellt worden. Es sind bereits ca. 24 Teilnehmer, die Anschluß erhalten haben. * K i r c h h e i d e, 2 4. A p r i l. U n t e r s e h r g r o ß e r B e t e i l i g u n g der hiesigen Schulgemeinde fand am zweiten Ostertage die Beerdigung unseres früheren Lehrers Ernst Nemmert statt. Im vorigen Herbst hatte er sich pensionieren lassen, nachdem er im Sommer einen Schlaganfall gehabt hatte. wenige Monate wohnte er in Detmlod, als ihn ein neuer Schlagaßfall traf, von dem er sich nicht wieder erholen sollte. „Ich will mit Jesus leiden,“ sagte er in der Passionszeit und in der Nacht zum Karfreitag endete sein arbeitsreiches, mühevolles Leben. Als Nebenlehrer war er einige Jahre in Kirchheide und Hohenhausen tätig; als Hauptlehrer wirkte er in Holzhausen, Großenmarpe, Schlangen und 25 Jahre wieder hier in Kirchheide. Religiöser Sinn, Gradheit des Charakters. Weichheit des Gemüts, Treue und Stschick im Berufe und Aufrichtigkeit gegen jedermann zeichneten ihn aus. Als praktischtüchrigen Schulmeister verdanken wir ihm sehr viel. Die hier stets großen und seit vielen Jahren überfüllten Klassen hat er mit regem Eifer und gutem Erfolge unterrichtet. Daß Zuchtlosigkeit, Rüpelei usw. in unserer Jugend nicht eingerissen sind, ist zum großen Teil sein Verdienst. Unsere Gemeinde wird ihm ein dankbares Andenken bewahren. * T i n t r u p, 2 5. A p r i l. D e r v o n d e r n e u e r b a u t e n, h e u t e dem Verkehr übergebenen Amtsgemeindestraße Tintrup Brunsiek bei dem Brenker'schen Kolonate in westlicher Rich tung abzweigende, in seinem weiteren Verlause auf den Kommunalweg Tintrup=Reelkirchen einmündende Weg, der sogenannte Fensterweg,— Parzelle 241=141 Kartenblatt 3— erscheint für den Verkehr nunmehr entbehrlich und soll deshalb eingezogen werden. Alle diejenigen, welche mit der Einziehung des Weges etwa nicht einverstanden sind, werden aufgefordert, ihre vermeintlichen Ansprüche binnen 2 Wochen bei dem Verwaltungsamte anzumelden und zu begründen.— * H ö n t r u p, 2 5. A p r i l. D e r K o l o n F r i e d r i c h B e r g mann Nr. 14 zu Höntrup hat das Amt als Trichinenschauer niedergelegt.„„„„ * S c h i e d e r, 2 5. A p r i l. E r f r e u l i c h e r w e i s e h a b e n d i e a u f der Meierei Schieder ausgebrochenen schwarzen Blattern nicht weiter um sich gegriffen. Das erkrankte Mädchen— eine Russin — ist gleich in das Landkrankenhaus übergeführt, und es wurden behördlicherseits die weitgehendsten Sicherheitsmaßregeln zur Verhütung der Verbreitung der gefährlichen Krankheit getroffen. * R i s c h e n a u, 2 5. A p r i l. D e m l a n d w i r t s c h a f t l i c h e n V e r e i n in Rischenau ist die Genehmigung erteilt worden, gelegentlich des am 15. Oktober d. J. in Rischenau stattfindenden Herbst marktes eine Verlosung von Vieh und von Geräten für die Landwirtschaft und den Hausgebrauch zu veranstalten und zu diesem Iwecke 2500 Lose zu je 1.50 c im hiesigen Lande zu vertreiben. m L o t h e, 2 5. A p r i l. B e i e i n e r a m 1 8. d. M. n o t g e schlachteten Kuh des Zieglers Fiene Nr. 90 zu Lothe ist Milzbrand festgestellt worden. * Stift Cappel, 25. April. Im Rechnungsjahre 1908 werden zur Amtsgemeindekasse gehoben: je ein Jahresbetrag Grundsteuer im Juli 1908 und im März 1909. je ein Monatsbetrag Einkommensteuer in den Monaten Juni, September, November 1908 und Februar 1909. Aus der Nachbarschaft. * P y r m o n t, 2 4. A p r i l. B e i d e m M i t t w o c h a b e n d 10.10 von Hannover hier eintreffenden Personenzuge wa kurz vor Station Pyrmout der Postpaketwagen in Brand geraten und mußte hier ausgesetzt werden Die am Bahnhof anwesenden Postbeamten konnten die im Packwagen befindlichen Postsachen in Sicherheit bringen und find, wie verlautet, sämtliche Sachen gerettet. Hussenansicht Enfwurf für den neuen Cenkralbahnhof in Leipzig Der neue Zentralbahnhof in Leixzig soll alle Züge in einer gewaltigen Kopsstation vereinen. Auf 26 Gleisen wer den alle Thüringer, preußischen und sächsischen Linien ein münden, so daß der Durchgangsverkehr nach Bayern rasch; mittels Ein= und Ausfahrt möglich wird. Es wird eine arch:: tektonisch vollendete, in ihrer Gesamtwirtung auch künstlerische! Fassade entstehen, die nach ihrer Fertigstellung im Jahre 1913 eine Frontlänge von 300 Metern besitzen wird. Der Bannhof wird ein Brennpunkt der preußischen und sächsischen Bahn linien sein. Diese geographische Zweiteilung soll die Fassade schon nach außen hin zur leichteren Orientierung der Reisenden zum Rusdruck bringen. 5.800(#A wird das Kolossalbauwerk den betriligten Sicaten bie zu seiner Beendigung an Kosten auferlegen, aber der wirtschaftliche Vorteil wird die Opfer bald aufwiegen. Der gesteigerte Eisenbahnverkehr soll der neuen Handelsäre von Leipzig die Wege öffnen. * Bieleseld, 25. Aprll.(Stäbttbedier.) Wochen?, Spielplan: Conntag, den 26. April:„Lobengrin".— Mons tag, den 27. April:„Zar und Zimmermaus“.— Dienstag,“ den 28. April:„Cavalleria rusticana" und„Der Bajazzo“. — Mittwoch, den 29. April:„Mignon“.— Donnerstag, den 30. April:„Fidelio“.— Freitag, den 1. Mai:„Undine“.— Sonnabend, den 2. Mai:„Carmen“. Sprechsaal. Detmold, 24. April. In der vergangenen Tagung des Landtages hat das Wahlrecht eine Hauptrolle gespielt. Esind allerlei Vorschläge gemacht und mit mehr oder weniger Geschick und Geschrei vertreten worden. Einen Vorschlag haben wir sehr vermißt, nämlich den, in das neue Wahlgesetz auch die Wahlpflicht mit aufzunehmen. Allerdings würde der eine oder andere der jetzigen Abgeordneten dann nicht wieder in den Landtag zurückkehren, denn manche haben ihre Wahl nur der Nachlässigkeit derjenigen Wähler zu verdanken, die nicht zur Wahlurne gekommen sind. Natürlich müßte die Wahlpflicht auch auf die Kommunalwahlen ausgedehnt werden; dann könnte es nicht wieder, wie kürzlich in Detmold, vorkommen, daß 900 Wähler zu Hause bleiben und daß eine kleine Minderheit(nämlich 300 von 1600) ein der Mehrheit der Wähler durchaus unerwünschtes Resultat hervorruft. In Sachsen(wo man bekanntlich helle ist) erwägt man bereits ernstlich die Einführung der Wahlpflicht. Jeder, der ohne triftigen Grund nicht zur Wahlurne kommt, wird in Strafe genommen und zwar je höher sein Einkommen, desto höher die Strafe. Das hilft sicher. Zeigen wir einmal, daß wir hier in Lippe ebenso helle wie die Sachsen sind und führen wir die Wahlpflicht ein. Die Schreier werden allerdings dagegen sein, denn ihr Weizen würde dann nicht mehr blühen, aber der gesunde Menschenverstand würde dann wieder mehr zur Geltung gelangen können. Letzte Nachrichten. London im Schnee. Der Winter hat auch der Hauptstadt Englands noch einmal einen Besuch abgestattet. In London ist in der Nacht zum Freitag ein großer Schneefall eingetreten, der ganz London in eine Winterlandschaft verwandelt hat. Auch aus der Provinz werden Schneefälle bei großer Kälte gemeldet, die die Frühjahrsblumen und Gemüsepflanzungen schwer geschädigt haben. Würzburg, 24. April. Der Gefreite des 9. InfanterieRegiments Otto Wolter aus Bebra hat sich aus Liebeskummer in den Glacisanlagen in Würzburg erschossen. Metz, 24. April. Der Oberleutnant Franke vom Fußartillerie=Regiment Nr. 12 in Metz ist verschwunden. Aus hinterlassenen Briefen geht hervor, daß er wegen einer langjährigen Magenleidens den Tod im Wasser hat suchen wollen. Kaiserlautern, 24. April. Der 70jährige Landwirt Welker erschoß, wie die„Pfälzische Presse“ meldet, seinen Schwiegersohn, den Landwirt Oster in Poßbach. Der Mörder entzog sich seiner Verhaftung durch Erhängen. Osters Frau war aus Gram über schlechte Familienverhältnisse gestorben. Berlin, 25. April. Der Zopsabschneider, der s. 3. in Berlin sein Wesen trieb und später in einer Irrenanstalt untergebracht war, setzte in Hamburg, nachdem er aus der Irrenanstalt entlassen war, seine verbrecherische Tätigkeit wieder fort. In seiner Wohnung wurden 11 Zöpse von det Polizei beschlagnahmt. Er soll jetzt nochmals in einer Irrenanstalt untergebracht werden. Berlin, 20. April. Der in der Friedbergassäre verhaftete Prokurist Bohn wurde auf erneuten Antrag seines Verteidigers nach Hinterlegung einer Bürgschaft von 20000 M aus der Haft entlassen. Apolda, 25. April. Der Gattenmörder Koch, der seine Frau ermordete und dann zerstückelte, gestand gestern, daß er früher in Oberhausen eine Gesindevermittlerin ermordet. die Leiche dann ebenfalls zerkleinert und verscharrt habe. Hirschberg, 25. April. An einer 45jährigen e#schieden Ardeitersfrau wurde gestern im nahen Walde u Lustmord verübt. Lr dem Täter sehlt jede Spur. Rom, 25. April. Die griechische Polizei verhaftete auf Korfu gestern 50 Albanesen, die Wassen und Dvnamit in ihren Gepäcken bei sich führten. 20 Personen versuchten auf einem Segelschiff zu entfliehen, wurden aber sofort verfolgt. 11 Personen wurden davon getötet, die anderen verhaftet. London, 25. April. Bei den Parlamentswahlen ist es in Manchester zu Szenen gekommen, die an Aufruhr grenzen. Die Straßen waren überfüllt. Auf den Trambahnen, die die Säumigen heranholten, sind viele Unglücksfälle vorgekommen. Gestorden: Charlotte Koch, 84 Jahre, in Lemgo; Beerdigung: Montag. Wetter=Nachrichten. Detmold, 25. April. Wetterbericht der Wetterdienststelle des meteorologischen Odservatoriums zu Nachen. Fortgesetzt vorwiegend trübe mit Regenfällen, windig, etwas, wärmer. London: Kühl. Hamburg: Teilweise bewölkt. Gottesdienste in Detmold. Sonntag, den 26. April 1908. Reformierte Stadtkirche. Vormittags 9¾ Uhr. Pastor Werdelmann. Vormittags 11¼ Uhr. Kindergottesdienst. Nachmittags 5 Uhr. Pastor Lohmeyer. Alte reformierte Kirche. Frühkirche 8 Uhr. Pastor Theopold. Vormittags 10 Uhr. Pastor Meyer, Lutherische Kirche. Vormittags 10 Uhr. Pfarramtskandidat Hegel. Gedächtnispredigt. Nachmittags 2 Uhr. Hilfsprediger Lipke(Kindergottesdienst.) Landkrankenhaus. Vormittags 9 Uhr. Pastor Mever. Katholische Kirche. Vormittags 8 Uhr und 10½ Uhr. Nachmittags 2 Uhr. Nachmittags 3½ Uhr. Verein Blaues Kreuz. Versamml Am Sonntag, den 3. Mai wird in der reformierten und lutherischen Kirche das heilige Abendmahl gefeiert. An diesem Tage wird auch eine Kollekte für die evangelischen Gemeinden in der Diaspora in allen Gottesdiensten erhoben. feinster aller Korn. 4.8 8 . IEOEHAC Schte mendörfer vomn Breunerei Eimender ISSELHORST. Westfalen. Gegründet Anno 1683. Jährl. Versand über 1.000000 Flaschen Wiederverkäufer erhallen bei Aufgabe von Referenzen Oiferte • und Probe gratis Haustreppe, Markisen, 1 Kleiderschrank, Stühle 2 11 KünstlerKonzert nes- morgen 4 Uhr ab in der Centralhalle. Konzertmeister Rost. Operetten=Abend. BlumenkohlKohlrabi. u. Salat=Pstanzen hat abzugeben Aug. Henkensmeier. Fleißiges s. Mädchen gesucht f. Küche u. Hausarbeiten, muß nähen können. Auskunft bei Frau Rosemeier, Hornschestrel. 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Möbeln u. Requisiten. 1. Abend(Dienstag): Lustspielneuheit! Unsere Käte. Lustspiel in 3 Aufzügen von Davies, deutsch von Pogson. 2. Abend(Mittwoch): Neuheit! Neuheit Jahrmarkt in Pulsnitz. Schwank in 3 Aufzügen ron Harlan. Kartenbestellungen werim Theaterburean entgegen genommen Pauorama = am Marktplatz.= Diese Woche die schöne Provinz Sonntag zum letzten Mal geöffuet. Bekanntmachung. Auf den neu eingelegten Viehmarkt am Montag, 27.5. M. wird hiermit hingewiesen. Blomberg, 23. April 1908. Der Magistrat. zur Nieden. Was ist AlawariP lausenden Rechnungsjahre kommen in der Stadt Detmold zu Kommunalzwecken zur Erhebung: a. Einkommensteuer: 2 Einheitssätze im 1. Vierteljahr *„„ 3.„ S„„ 5.„ B„* b. Sxuxpitener:1 Jahreshetrag im 1. Bierteljahr Lernesdt, den Zi. Aprlt sch.. Der Magistrat. Wittje. Detmolder Handels-, Schreibund Sprach-Lehranstalt Größtes Institt am Plateo! 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