* ie rbutter n ser. ann ofe. let büro 18. 1. en. ekte* rk sofort enstr. 5 im auf uli zu 18. huhof. 8 9 0 al. ni. 3. I. nt ille dlle M. kippische Tages-Zeitung General-Anzeiger für das Fürstentum kippe. Bezugspreis: in Detmold u. durch die Vertretungen: 50 Pfg für 1 Monat. durch die Post:“ Jahr Bezugepreis: in Vermotd u. durch die Berllelungen“Ex V###gr,#n. ag., 1 dbanes to mt. 1.50 Mk und 42 Pfg. Bestellgeld für 2 Monate 1 Mk. u 28 Pfg. Bestellg., für 1 Monat 50 Pfg u. 14 Pfg. Bestellgeld. Anzeigen: aus Lippe 12 Pfg. die Petitzeile, amtliche u 15 Pfg., auswärtige 18 Pfg. Reklamezeile 60 Pf, Geilagen(umsonst) 1) Lipp Familienfreund 2) Lipp. Ziegelei=Anzeiger. 8) Landwirtsch Ratgeber, 4) Wandkalender 5) Sommer=, 6) Wi interfahrplan. Rotationsdruck u. Verlag: Willo Bruder, Vertretungen in: Salzuflen. Lemgo, Lage. Blomber — O r t s c h a f t e n d e r A e m t e r D e t m o l d, n. Barenholz, Sternberg= Barntrup,—„ Vertretungen.— Die„Lippische Tages=Zeitung fest allen— Hohenhausen. über 100 8 entag. Ne 9s. Verantwortlicher Redakteur Willy Bruder, Detmold. Nord= und Ostsee. Die materiellen Verhandlungen über die Ost= und Nordsee scheinen beendet zu sein. Sie wurden in zwei voneinander unabhängigen Gruppen geführt: für die Ostsee von Rußland, Deutschland, Schweden und Dänemark, für die Nordsee von Deutschland, England, Frankreich, Holland und Dänemark. Ausgegangen sind sie von dem in jeder Gruppe zuerst genannten Staate, also für die Ostsee von Rußland, für die Nordsee von Deutschland, und zwar ist mit den Verhandlungen über die Ostsee begonnen worden. Die Verträge werden daher voraussichtlich in Petersburg und in Berlin gezeichnet werden. Sie haben die Form einer für jede Gruppe gemeinsamen Deklaration zugunsten der Aufkechterhaltung des bestehenden Territorialbesitzes Die Schwierigkeit für das Ostseeabkommen lag in der Frage der Alandsinseln. Nach seiner Niederlage im Krimkriege hatte Rußland in einem dem Pariser Vertrage angehängten Abkommen mit England und Frankreich die Verpflichtung übernommen, die Alandsinseln nicht zu befestigen. Die russische Regierung scheute sich jetzt, diese alte Verpflichtung aus drücklich zu erneuern, während Schweden ein natürliches Interesse daran hatte, gegen die Anlegung eines Kriegshafens auf der in der Nähe des Hafens von Stockholm gelegenen Insel gruppe gesichert zu bleiden. Da allch Rußland wegen der Be seitigung der Klausel von 1856 nicht mit Frankreich und Eng land verhandelt hat, so wird man wahrscheinlich überhaupt diese Frage in dem Ostseeabkommen bei Seite gelassen haben. Bei dem Nordseeabkommen schien eine der west lichen Großmächte oder beide, Frankreich und England, den Wunsch gehabt zu haben, die Meerengen zwischen Dänemark und Schweden einzubeziehen. Aus dem Umstande jedoch, daß weder Schweden noch auch Rußland, das als Ostseemacht an den Meerengen viel mehr als Frankreich interessiert ist, an dem Abkommen teilnimmt, möchten wir schließen, daß d. Sund und die Belte nicht einbezogen sind, und daß auch die Frage, ob das Stagerak und das Kattegat zur Nordsee gehöre, offen gelassen ist. Wir würden es nicht für gerechtfertigt halten, wenn Frankreich und England über die so nahe der schleswigholsteinischen Küste gelegenen Ostseestraßen mitsprechen sollten. Ueber die Grenze zwischen Nordsee und Ostsee sind die Geographen nicht einig. Die Schweden rechnen das Kattegat nach einem Salzgehalt und der Strömungen zur Ostsee. Die Dänen nennen die Nordsee„Westsee“, schließen also die beiden Meer busen nördlich und östlich von Jütland von ihr aus. Solche Abkommen haben gewiß nicht den Wert von Bündnissen oder von Freundschaften, die zu gegensektiger diploma tischer Unterstützung bei Regelung schwebender oder neu auf tauchender Fragen verpflichten. Ihre Bedeutung liegt darin, daß sie der formelle Ausdruck friedlicher Stimmungen und Bestrobungen sind und das Fehlen territorialer Streitigkeiten und seindseliger Trennungen unter den Beteiligten beDer„Hannov. Cour.“ schreibt: Vor dem Münchener Schössengericht hat Maximilian Harden mehr Glück gehabt als vor der Berliner Strafkammer und das dortige Urteil bedeutet für ihn einen großen Sieg. Das zahllose Heer seiner Gegner und Feinde hatte im Januar seine Verurteilung so gedreht, als ob er überhaupt keine greifbaren Beweise gegen die Tafelrunde von Liebenberg auszuspielen habe. Ganz wahr ist dies von Anfang an nicht gewesen, wie schon der militärische Prozeß gegen die Grafen Lynar und Hohenau genugsam erwiesen hat; nur gegen den er sofort selber als den mindest Verdächtigen bezeichnete, hatte sein Belastungsdossier allerdings versagt. Der Schloßherr von Liebenberg hingegen ist damals vorsichtig weit vom Schuß geblieben, und das Gericht hat, vielleicht mit formellem Recht, aber doch entschieden zum Schaden des Augeklagten, auch nicht geduldet, daß in dem Moltkeprozeß das Beweismaterial gegen Eulenburg ausgepackt wurde. So mußte Harden der Münchener Prozeß sehr gelegen kommen, da Fürst Euleuburg in seiner Vorsicht es vorzog, nicht zu klagen. Auch als Zeuge bat er seine Worte auf die Goldwage gelegt. Aber trotzdem hat er, wie nach der Münchener Verhandlung heute positiv feststeht, meyr ausgesagt, als er unter Eid verantworten konnte, indem er sich zu der Erklärung herbeiließ,„er habe nie Schmutzereien getrieben". Dies Wort kann ihm verhängnisvoll werden, nachdem die Zeugen Riedel und Ernst gleichfalls unter Eid und unter äußeren Umständen, die ihre Glaub würdigkeit zu verbürgen scheinen, Dinge von ihm ausgesagt haben, für die das Wort„Schmutzerei“ doch noch als eine sehr milde Bezeichnung gelten muß. Fürst Eulenburg ist dadurch derart kompromittiert, daß er nicht nur forran gesellschaftlich vollkommen unmöglich ist, sondern daß auch der Staatsanwalt dringenden Anlaß hat, zu prüsen, ob hier nicht Anlaß zu einer Untersuchung wegen Meineids gegeben ist. Harden aber, der erst jetzt unter der ungestüm pressenden Notwendigkeit der Selbstverteidigung mit Beweisen herausgekommen ist, die er schon vor Jahren in der„Zukunft“ hätte loslassen können, wenn es ihm wirklich nur um eine publizistische Sensation zu Nutz und Frommen seines Geldbeutels zu tun gewesen ware, hat zunächst bewiesen, daß er nicht leichtfertig und bösartig zu Werke gegangen ist. Des weiteren aber wird ihm der Unbefangene fernerhin nicht streitig machen können, daß er sich ein Verdienst erworben, indem er einen Ring gespreugt, der sich um die Person des Kaisers gebildet hatte und großenteils aus Leuten bestand von so schwachem sittlichen Gehalt, daß sie sich zu verächtlichen Unsittlichkeiten hinreißen lassen konnten, wie der Münchener Prozeß sie aufs neue enthüllt hat. Berlin, 22. April. Wie hiesigen Blättern aus Mün chen gemeldet wird, hat Fürst Philipp gestern dem dortigen Gericht telegraphisch seine Vernehmung zur Widerlegung der neuen eidlichen Anschuldigungen wegen Homosexualität angeboten. Das Telegramm des Fürsten traf aber erst nach Verkündigung des Urteils ein. Der Münchener Hardenprozeß Vom Parteitag der freisinnigen Vereinigung. Oberstaatsanwalt Dr. Isenbiel zum Münchener HardenProzeß. Berlin, 22. April. Oberstaatsanwalt Dr. Isenbiel hat sich zu einem Mitarbeiter eines Berliner Blattes folgendermaßen geäußert: Ich stehe durchaus noch auf demselben Standpunkt, auf dem ich am 2. Januar gestanden habe. Ich habe meine Ansicht in keiner Weise geändert, und sobald mir genügendes Material gegen den Fürsten Eulenburg zur Verfügung steht, werde ich mit aller Rigorosität ohne Anseben der Person gegen ihn einsoreiten. Es wird bei diesem Verfahren nieman dem zu Liebe und niemandem zu Leide gehandelt werden Sowohl die Oeffentlichkeit, als auch Fürst Eulenburg und Maximilian Harden haben ein Recht darauf, daß die Sache völlig klargestellt wird, und ich werde dafür sorgen, daß dies geschiebt, selbst wenn Wochen und onate darüber vergehen. Weiter wird ausgeführt, daß der Oberstaatsanwalt sich nicht auf die Zeitungsberichte verlassen kann, sondern es abwarten muß, bis ihm die Akten von der Münchener Verhandlung zugehen. Es hat seit dem Ende des Harden=Prozesses bereits ein eingehendes Ermittelungsverfahren gegen den Fürsten Eulenburg geschwebt. Ter Zeuge Riedel war nas seinen Aussagen bereits der Oberstaatsanwaltschaft ekannt. Nur der Fischmeister Ernst stellte eine Neuheit für die Anklagebehörde dar, zumal er ja ursprünglich zugunsten Eulenburg's ausgesagt und erst nachmittags gegen den Fürsten Zeugnis ablegte. Frankfurt a. M., 22. April. Nach stürmischer Debatte beantragte Rechtsanwalt Brabant=Hamburg folgende Re solution: # sich für die Auf rechterhaltung der linksliberalen Frak= tiosgemeinschaft aus in der Erwartung, daß sie den Liberalismus festigen wird. Er hält es für notwendig, alle entschieden liberalen Elemente zusammenzusassen, fordert auf, im Rahmen der liberalen Fraktionsgemeinschaft den entschiedenen Liberalismus zu vertreten, hält es aber im Interesse einer solchen Politik für geboten, daß alle Kritik, die in keiner Weise unterbunden werden soll, sich stets der Notwendigkeit des Zusammenarbeitens bewußt bleibt.“ Diese Resolution wurde mit 371 gegen 33 Stimmen bei 12 Stimm=Enthaltungen angenommen. Darauf tritt die Mittagspause ein. In der Nachmittags=Sitzung führte der Vorsitzende, Reichstagsabgeordneter Schrader, aus: Wir bedauern das Ausscheiden weniger Freunde. Aber ich glaube, daß wir uns redliche Mühe gegeben haben, einen solchen Schritt zu vermeiden. Wenn er doch eingetreten ist, so ist es wesentlich mit die Schuld derjenigen, die aus getreten sind, die uns nicht entgegenkommen wollten, im Gegenteil uns das Ent gegenkommen erschwert haben. Wir übrigen sind zusammengeblieben mit dem festen Entschluß, auch serner zusammen zu arbeiten und weiter zu wirken für einen kräftigen Liberalismus, den wir brauchen.(Lebhafter Bei al) Berlin, 22. April. Zum Austritt der Barth=Gruppe aus der Freisinnigen Vereinigung schreibt die„Kreuzzeitung": Für die Freisinnige Bereinigung bedeutet das Ausscheiden dieser Außenseiter, die im Herzen schon mehr Sozialdemokraten waren, nicht Verlust, sondern Gewinn. Diese aller politischen Selbstzucht baren„Führer“ ohne An hang, die sich in einer verantwortungsvollen Position nicht wohl fühlen, konnten durch ihr demagogisches Gebaren nur die Gemüter im eigenen Lager verwirren, solange die Parteizugehörigkeit ihren Worten einen besonderen Resonanzboden gab.“— Die„Freisinnige Zeitung", das Drgan der Freisinnigen Volkspartei, äußert sich in einem längeren Artikel über das Gebaren:„Es ist eine schiefe Darstellung, nach dem Austeitt der Barth=Gruppe von einer„Spaltung" zu sprechen, vielmehr handelt es sich nur im Absplitterung eines kleinen Teiles, hauptsächlich von Offizieren, die so gut wie gar keine Truppen hinter sich haben". Schon aus diesem Grunde wäre es durchaus de plaziert, etwa zu behaupten, daß der entschiedene Liberalis mus durch die Sezession auch nur numerisch eine Schwä chung erhalten hätte.... Was die Bartb=Gruppe jetzt tun wird, darf man mit Ruhe abwarten. Für uns muß es vorläusig genügen, daß die Demagogen durch ihren Austritt für den entschiedenen Liberalismus nahezu unschädlich gemacht sind, wobei wir uns nicht verhehlen, daß ihre Presse nach wie vor den Samen der Zwietracht zu säen bemüht sein wird, und daß die Freisinnige Vereinigung an der von ihrer Fraktion geübten Politik festhalten möge Ge schieht das aufrichtig und mit entschiedener Zurückweisung und Abstoßung aller etwaiger neuer Quertreiber, so ist damit eine Gewähr für ein kraftvolles Auftreten und ein einheitliches Handeln des gesamten Liberalismus gegeben. Die Mittelstandsvereinigung. Die Organisation der deutschen Mittelstandsvereinigung macht überall außerordentliche Fortschritte. Unter Beteiligung des Generalsekretärs Just wurde kurz hintereinander in Nordbayern und in Schlesien die Gründung von Provinzialverbänden beschlossen und die Persönlichkeiten bestellt, welche die Agitation in die Wege leiten. In Vorpommern arbeiteten die Vorstandsmitglieder Hammer, Pauli und Berg und erreichten in öffentlichen Versammlungen die Gründung mehrerer neuer Ortsgruppen. Am Rhein arbeiten die neuen Jentralvorstandmitglieder der Düsseldorfer Ortsgruppe mit nicht geringem Erfolg. U. a. ist durch sie am 10. d. M. eine neue Ortsgruppe in Duisburg gegründet.— In Stuttgart wurde im Landesgewerbe=Museum die 18. Hauptversammlung des Bundes deutscher Bodenreformer unter starker Beteiligung aus dem ganzen Reiche eröffnet; auch zahlreiche Behörden hatten Vertreter entsandt. Vor der Hauptversammlung fand eine Mitgliederversammlung statt, in der eine Resolution angenommen wurde, nach der infolge des neuen Vereinsgesetzes die bisherige Frauengruppe mit dem Bunde vereinigt werden soll. Dem deutsch=amerikanischen Professoren=Austausch soll, wie wir bereits meldeten nach längeren Verhandlungen auch ein entsprechender Lehreraustausch zur Seite treten. Es wird erwartet, daß jährlich bis 50 Lehrer die Gelegenheit benutzen werden, Preußen, dessen Gäste sie nach dem Austauschplan sind, zu besuchen. Wie die Carnegie=Stiftung in einer dem Austauschplan gewidmeten längeren Schrift ausführt, wird das preußische Ministerium solchen Lehrkräften ein monatliches Gehalt im Betrage von 25 bis 27,50 Dollars bezahlen und ihnen in jeder Weise behilflich sein, sich mit dem deutschen Schulwesen bekannt zu machen. Zum regelmäßigen Unterricht werden die Gäste nicht herangezogen werden; wohl aber setzt man voraus, daß sie sich in den höheren Klassen über die Einrichtungen und Sitten der beiden Länder mit den Schülern englisch unterhalten werden. Vorbedingung ist, daß der amerikanische Lehrer, der Preußen unter diesen Umständen besucht, an einem amerikanischen Kolleg promoviert wenigstens ein Jahr lang an einem Kolleg oder einer Hochschule unterrichtet hat und noch an einem solchen Institut wirkt Eine entsprechende Kenntnis des Deutschen wird vorausgesetzt. Die Befürworter des Planes hoffen daß zahlreiche amerikanische Kollegs. Normal= und Hochschulen die Einladung mit einer ähnlichen für preußische Lehrer erwidern werden. Sie würden diesen ebenfalls ein Gehalt auszusetzen haben, und zwar eins, das nach deutschen Verhältnissen dem von Preußen den amerikanischen Lehrerst angebotenen entspricht. Als Norm betrachtet mas etwa 50 Dollars monatlich für die Dauer von acht Monaten „Der Delegiertentag bedauert die Stellung der Fraktionsgemeinschaft zu s des Vereinsgesetzes, wenn er auch die Motive, die zu dieser Stellung geführt haben, durchaus anerkennt. Der Parteitag spricht sich für die Aufrechterhaltung der liberalen Fraktionsgemeinschaft aus in der Erwartung, daß sie den Liberalismus stärken wird. Uebersicht. Detmold, 23 April. Die Reichstagsabgeordneten Mommsen, Heckscher, Naumann, Pachnicke erklärten nacheinander, daß sie in der Annahme dieser Resolution ein Mißtrauensvotum erblicken müßten. Der Abgeordnete Dr. Potthoff erklärt, daß er in der Ablehnung dieser Resolution ein Mißtrauens votum erblicken und seinerseits die Konsequenzen daraus zieben würde. Die namentliche Abstimmung ergibt die Ablehnung dieses Antrages mit 315 gegen 98 Stimmen bei 18 Stimmenthaltungen. Unter großer Be wegung der Versammlung erklärten hierauf 20 Mitglieder des sozialliberalen Bereins und der Vereine Erlangen, Nürnberg und Nachen ihren Austritt aus dem Wahlverein der Liberalen, darunter Dr. Barth, von Gerlach und andere. ! Es erfolgte nunmehr namentliche Abstimmung über eine Resolution Pfarrer Corell und Professor List=Charlottenburg, die lautet: — Das Kaiserpaar aus Korin. Korsu. 22. April. Der englische Panzerkreuzer„Abukir“ mit dem Herzog von Connaugot an Bord, lief heute vormittag um 8 Uhr in den hiesigen Hafen ein. — Die Gratulationscour bei Kaiser Franz Josef. Wien, 22. April. Das offizielle Programm der bei der Huldigung der deutschen Bundesfürsten für Kaiser Franz Joseph veranstalteten Feierlichkeiten ist jetzt bekannt gegeben. Der Deutsche Kaiser und die Kaiserin sowie Prinz Joachim und Prinzessin Viktoria Luise treffen am 7. Mai, vormittags, in der Station Penzing mit zahlreichem Gefolge, von dem ein Teil aus Berlin kommt, ein. Am Bahnhof werden zum Empfang Kaiser Franz Josephs, die Erzherzöge und Erz herzoginnen, der deutsche Botschafter, der Stadtkommandant, der Statthalter und der Bürgermeister von Wien anwesend sein. Auf dem Wege nach Schönbrunn, wohin sich die Herr schaften alsdann begeben, werden Truppen Spalier bilden Die Gratulation der deutschen Bundesfürsten unter Führung Kaiser Wilhelms findet um 12 Uhr statt. Vor her wird die Kaiserin Auguste Viktoria ganz allein beim Kaiser erscheinen, um ihm ihre Glückwünsche darzubringen. Mittags findet ein Dejeuner statt, an dem ausschließlich die Rußland. Petersburg, 21. April. Abberusung des Botschafters Touchard. Aus glaubhafter Quelle verlautet, daß der neue französische Botschafter Touchard nächstens abberufen werden wird. Als Vorwand werden vermutlich Gesundheitsrücksichten vorgeschoben werden. doch liegt wohl der wirkliche Grund darin, daß sich die Hofkreise mit einem Manne, der sofort nach Ankunft in Petersburg erklärt hat, er werde sich als Vertreter einer Republik und republikanischer Grundsätze bekennen, nicht befreunden können. Die Antrittsaudienz Touchards beim Zaren soll sehr kühl verlaufen sein.(Goss. Ztg.) England. London, 22. April. Der frühere Premierminister Sir Campbell Bannerman ist heute gestorben. Premierminister Sir Campbell Bannerman war schon 36 Stunden vor Eintritt des Todes bewußtlos. Um 9 Uhr 15 Minuten morgens erfolgte der Tod plötzlich an Herzschwäche. Amerika. Suatemala, 22. April. Der Präsident Cabrera wurde nicht durch eine Explosion verletzt, sondern von der Ehrenwache, die zum Empfange des amerikanischen Gesandten vor dem Präsidentschaftspalast aufgestellt war, angeschossen, als er gerade zum Palast hinausstieg. Man befürchtet hier den Eintritt von Unruhen. Die Regierung hat zahlreiche Verhaftungen vorgenommen. Albumblätter. Wenn man einem reinen und wahrhaft großen Charakter lange zur Seite steht, geht's wie ein Hauch von ihm auf uns W. v. Humboldt. Lady Delia. w##te Kriminal=Roman. Autorisierte Uebersetzung aus dem Englischen (Nachdruck verboten.) „O. in einer Pension die ein gewisser Septimus Childe leitete.“ ge G. : B r e t t v e r r i e t m i t k e i n e r M i e n e s e i n E r s t a u n e n ü b e r d i e s o harmlos gegebene Bestätigung. „Wo war denn die Schule?" fragte er ruhig weiterrauchend. „Zu meiner Zeit in Brighton. Später zog er an einen näher bei London gelegenen Ort, ich glaube wegen Vorbe reitung zum Examen.“ „Wissen Sie nicht, wie der Ort hieß?“ *„Woher sollte ich es wissen? Ich war damals in Sand hurst. Der alte Knabe wird inzwischen wohl gestorben sein. Weshalb fragen Sie?“ „O, es steht in gewissem Zusammenhang mit der Unter suchung. Ich will Sie aber jetzt nicht mit den Einzelheiten behelligen.“ „Doch, doch!“ drängte Lyle.„Sagen Sie mir alles.“ „Run gut.“ gab Brentt seinem Wunsche nach.„Sehen Sie es ist ein merkwürdiges Zusammentreffen, aber der Ort wo— ich meine das betrefsende Haus in Putney— muß die Schule des Reverend Septimus Childe gewesen sein.“ „Wie erfuhren Sie das?“ „Ich wußte es schon seit Monaten.“ „Und haben es mir nicht gesagt?“ „Weil es anfangs bedeutungslos zu sein schien,“ enigeg nete Brett.„Nun sich's aber herausstellt, daß Mensmore diese Schule besuchte, muß man dem Umstand wohl etwas Wichtig keit beimessen.“ Lyle beugte sich vor und sah seinen. Gefährten ernst ins Gesicht.„Sagen Sie mir, Reggie, glauben Sie wirklich, daß Mensmore irgend etwas mit d. Tode meiner Frau zu schaffen hoite?„ „Darauf kann ich Ihnen keine befriedigende Antwort geben,“ erwiderte Brett ausweichend „Aber was denken Sie darüber?“ „Nun, wenn Sie mich drängen, will ich Ihnen meine Anichzt sagen. Mensmore mag wohl auf die eine oder andere Weise in die Sache verwickelt sein; ob jedoch wissentlich oder unwissentlich, vermag ich nicht zu sagen.“ „Was meinen Sie mit wissentlich oder unwissentlich?“ „Daß ich überzeugt bin, Lady Delia kam in seiner Wohnung ums Leben, nur ist es noch nicht klar ob er um ihre Anwesenheit wußte. Soviel steht allerdings fest— er war zu jener Zeit in London.“ „Weiß die Polizei das?“ „Nein.“ Lyle atmete erleichtert auf.„Ich bin froh darüber, denn Mensmore hat meine Frau nicht getötet. Solch eine Behaup tung wäre geradezu lächerlich.“ „Trotzdem ist der Verdacht gegen ihn sehr stark.“ „Unsinn! Ich sage Ihnen, Brett, Sie sind auf falscher Fährte. Welchen Grund hätte er haben sollen, meine Frau in seinle Wohnung zu locken und dort zu erworden?". „Keinen— vielleicht.“ „Warum stimmen Sie mir dann nicht zu?“ „Weil eine Frau dabei im Spiel ist.“ „Noch eine Frau?“ fragte der Baron überrascht.“ „Ja; Mensmorens Stiesschwester. Sie lebt ebenfalls im Raleighhaus.“ „Wirklich? So hat sich alles Mögliche ohne mein Wissen ereignet. Und doch hatten Sie mit versprochen, mich von jedem Vorfall in Kenntnis zu setzen.“ „Es tut mir leid,“ entschuldigte sich Brett,„allein Sie waren so sassungolos, daß——“ „Fassungolos?“ unterbrach ihn Lyle heftig.„Verstehen Sie denn nicht, daß diese schreckliche Geschichte das einzige ist woran ich zu denken vermag?“ Er war so aufgeregt, daß Brett sich vornahm, ihm künftig hin gar nichts mehr milzuteilen. Um ihn abzuleiten, sagte er in begütigendem Ton:„Diesmal müssen Sie mir meine Un achtsamkeit schon verzeihen, Lyle. Wie verhalten sich denn Lady Delias Verwandte zu ihrem geheimnisvollen Ber schwinden?“ „O. anfangs waren sie sehr bestürzt; aber nachher haben sie ich eingefunden und gemeint, die sei wagrscheinlich verungluckt und dann mit jemand anderem verwechselt worden. Solche Dinge kommen je vor. Ihre Schwester hat jetzt Trauer angelegt, und ich habe meinen klee#cn Neffen zum Erben einge etzt.“ „War dieser Schritt in Ihrem jetzigen Alter schon nötig?““ warf Brett ein..— „Ich werde nie wieder heiraten," lautete die feste Entgegnung. „Na, lassen wir das Thema ruhen. Unter den obwaltenden Umständen haben Sie ja recht gehandelt.“ Es entstand eine kurze Pause, dann begann der Baron vor neuem:„Haben Sie nach anderer Seite hin Erfolg gehabt? Brett wich der Frage an:„Ofsen gestanden.“ sagte er. bin ich jetzt mit der nicht allzu schwierigen Aufgabe beschäftigt der Polizei Sand in die Augen zu streuen, weshalb, bin ich mi selbst nicht klar bewußt, aber ich möchte nicht, daß der arme Mensmore verhaftet würde, bevor ich nicht wirklich von sein:: Schuld überzeugt wäre.“ „Ganz recht,“ stimmte Lole lebhaft bei.„Ihr Instink täuscht sich selten. Es ist ja auch noch sehr die Frage, ob meine Frau je gesehen hat.“ „Ah, da stoßen Sie auf mein Bedenken,“ bemerkte Breit Wenn ich nur wüßte, warum Lady Delia diese heimliche Fahr“ unternommenen hat, ich könnte Ihnen dann ganz genau sage wie sie ihren Tod fand.“ In diesem Augenblick trat ein Bekannter Lyles ins Zim mer und so wurde das Gespräch abgebrochen. Bald darauf verabschiedete sich Brett und fuhr nach sein Wohnung. wo er ein Billet des Schaffners vorfand, der ih mitteilte, daß der richtige Name Foxeys William Marsh Da es noch nicht spät war. suchte Brett das West Londo### Polizeiamt auf und erkundigte sich bei dem Inspektor nach den Kutscher Marsh.„Der sitzt seine Strafe in Holloway ab.“ b richtete dieser.„Am 4. Februar wird er entlassen. Wenn Si ihn sehen möchten, müßten Sie schon im Gefängnistor auf ih warten, oder in der zunächst gelegenen Wirtschaft, wo alle en“ lassenen Sträflinge ihren ersten Schoppen trinken. Das besäumen sie fast nie.“ Brett dankte für die Auskunft und ging nach Hause. Hi traf ihn ein Brief des Barons, der ihn höchlich in Erstaune setzte Er lautete: „Lieber Reggie! Die heutigen Erfährungen haben mich bewogen, den unvermeidlichen Schritt zu tun und die Nachricht vom Tode meiner Frau bekannt zu machen. Ich habe Anordnungen getroffen, daß die anliegende Anzeige den Hauptblättern Londons zugestellt wird. Auch werde ich Ihren Nat befolgen und für einige Tage die Stadt verlassen. Sollten Sie meiner bedürfen, so finden Sie mich auf meinen Gute Yorkshire. Ihr ergebener Charles Lyle.“ Die dem Billet beigefügte Anzeige war sehr kurz gefaßt. „Am 6. November Delia, Gattin des Sir Charles Lyle, plötzlist gestorben in London.“ Am nächsten Morgen erschien diese Notiz unter den Todesanzeigen einer Reihe großer Zeitungen. Damit hatte Lyle, wie er sich in seinem Brief ausgedrückt, den„unvermeidlichen Schritt“ getan. 15. Kapitel. Das schmucke Schifschen, die„weiße Feder“ schaukelte ruhig auf seinem Ankerplatz im Hafen von Genua, während Sir William Browne mit seinen Gästen die Sehenswürdigkeiten der Stadt betrachtete. An Bord zurückgekehrt fand die kleine Gesellschaft neue Zerstreuung, und Phillis, die das entscheidende Wort zu sprechen hatte, stimmte für ein Diner mit nachfolgendem Ball. Es wurden rasch Einladungen an verschiedene in Genua lebende englische Familien geschickt und da niemand absagte, so trat man die Vorbereitungen für den festlichen Abend. Genua liegt derart von Hügeln umschlossen, daß, wenn icht ein frischer Westwind weht, die Bucht vollkommen unbevegt bleibt und die Atmosphäre selbst in den Wintermonaten rährend des Tages oft drückend heißt ist. Dies störte aber die Jugend an Bord der„weißen Feder“ blutwenig am wenigten das Brautpaar, das sein junges Glück in vollen Zügen geroß. Drei Tage lag die Jacht bereits im Hasen von Genua; im darauffolgenden sollte sie an ihren Eigentümer zurückgehen ind die Gesellschaft sich in alle Windrichtungen zerstreuen. Sir Villiam Browne wöllte mit den Seinigen nach Florenz und kom. Er lud Mensmore ein, sie zu begleiten, doch dieser lehnte unter einem Vorwande ab. (Fortsetzung folgt.) 4 — Tages=Neuigkeiten. "#pin, 21. April. Die Kaiseralocke, die stets an den Vorabenden der großen kirchlichen Feste, sowie an diesen selbst weithln ihren feierlichen Klang erschallen ließ, konnte gestern und vorgestern nicht gelautet werden. Bekanntlich wurde bei der kurz vor dem Weihnachtsfeste vorgenommenen Revision die Wahrnehmung gemacht, daß der Klövvel einen derartigen Bruch zeigte, daß man befürchten mußte, er werde beim Läuten herunterstürzen. Wie der„Lokalanzeiger“ hört, sind bereits vor einiger Zeit Unterhandlungen bezüglich einer Reparatur mit einem Kölner Eisenwerk gepflogen worden. Diese Firma will den Klöppel unter Garantie der Dauerhaftigkeit einer Reparatur unterziehen. Man hofft, daß diese Arbeit bis Mitte Mai beendet ist, sodaß die Glocke bei der Anwesenheit des Kronprinzenpaares am 24. Mai wieder benutzt werden kann. Ein Krematorium für die Berliner Vororte? Nachdem in Berlin der Bau eines Krematoriums neuerdings wieder erwogen wird, und auch die Weißenseer Gemeindevertretung den Bau einer Halle zur Feuerbestattung in Erwägung ziehen will, hat sich nunmehr auch die Stadt: Lichtenberg mit dem Bau eines Krematoriums beschäftigt. Es wurde angeregt, daß zur Errichtung des Krematoriums ein Zweckverband zusammenliegender Vororte gebildet werden möge. Auch einige andere Vororte sollen dem Gedanken des Baues eines gemeinsamen Krematoriums für Groß=Berlin sumpathisch gegenüberstehen. Es ist bereits eine Petition an die Regierung zu Potsdam wegen Einführung der sakultativen Feuerbestattung angeregt worden. Großzmutter und Enkel. Eine Tragödie spielte sich ge ern Abend in Wittenau ab. Dort versuchte die 50 Jahre alte Franziska Straube aus der Stephanraße Nr. 53 ihren 5½ Jahre alten Enkel Karl Straube und sich selbst im Karpsenteich zuertranken. Beide wurden gerettet und befinden sich heute wohl. Die Frau scheint in Geistes storung gehandelt zu haben. Todersturz in einen Besnvkrater. Bei einem Aufstieg auf den Besun ist, wie gemeldet, der Studeut der Agrarwissenschaften, Hans Bitztum aus München in einen Krater gestürzt. Die Polizei von Ncapel beschäftigt sich gegenwärtig mit dem mysteriösen Verschwinden des Studenten. Mau vermutete, daß der Student, der ein sehr verstörtes Wesen zur Schau trug, sich selbst in einen Krater des Besuns gestürzt hat. Wie nun der„Mattino“ meldet, haben die Nachsorschungen der Polizei ergeben, daß der Vermißte sich tatsächlich in einen Besuvkrater gestürzt hat. Ein deutscher Tourist, der ebenfalls den Besuv bestieg, sand in der Nähe des Falanga=Kraters, eines der tiefsten Krater des Besuvs, eine Bisitenkarte des vermißten Studenten, und bald danach sand ein Karabiniere die Brieftasche Bitztum's. Inzwischen war das Gepäck, das der Student im Hotel zurückgelassen hatte, dem deutschen Konsul in Neapel übergeben worden. Man sand darin einen rief Bitztum's an seinen Konsul, in dem er die Absicht ausspricht, sich das Leben zu nehmen. Im Falanga=Krater werden gegenwärtig Nachforschungen nach der Leiche des Studenten angestellt. Verschiedenes aus Westsalen. Der zwischen den Landwirten und Brauereien in Dortmund und Umgegend im Jannar ausgebrochene Treberkrieg ist noch nicht beendet. Der größte Teil der Landwirte hat sich anderen Futtermitteln anstelle der nassen Biertreber mit gutem Erfolge zugewandt. Die Brauereien haben den Landwirten jetzt mitgetellt, daß sie nur noch Treber auf Jahresabnahme zu 70 J pro Scheffel abgeben. Ein Teil der größeren Brauercien hat infolge des geringen Verkaufs von nassen Trebern eigene Trockenanstalten für Treber eingerichtet. In einigen Wochen, wenn die Grünfütterung beginnt, dürfte die Abnahme an Trebern noch geringer werden.— Der diesjährige westfälische LehrerVerbaudstag findet am 8. Juni in Dortmund statt.— Die Landeskulturgesellschaft für den Regierungsbezirk Arnsberg seiert im nächsten Jahre ihr 100jähriges Bestehen. Diese Jubelfeier soll, verbunden mit einer großen landwirtschaftlichen Ausstellung, in Dortmund festlich begangen werden. Verschiedenes aus dem Rheinlande. Weiße Ostern! Während des ganzen ersten Feiertages hats geschnett. Ein herrliches Bild bictet der Frühlingswald im winterlichen Kleide, aber man wünscht allgemach doch die linden Lüfte herbei. Besonders der Landwirt, der mit der Bestellung noch so weit zurück ist, wie in keinem anderen Jahre. — Die Arbeiterverhältnisse sind in diesem Frühjahr auf dem Lande günstiger als sonst. Hier zeigt sich ganz deutlich die Rückwirkung des gewerblichen Niederganges. In der Rheinprovinz ist der Andrang um 25 bis 30 Prozent stärker als im vorigen Jahre. Man kann sich über diesen Ausgleich nur aufrichtig freuen.— Der landwirtschaftliche Verein für Rbeinpreußen hat leidige Unsug des Bogelsanges wird ins Rheinlande noch immer häufig verübt. Mit welcher Roheit mande Bogelsänger zu Werke gehen, wurde kürzlich in einer richtsverhandlung zu Kobleuz festgestellt. Auf 800 Leimruten hatten sich hunderte von Bögeln festgesetzt, aber sle wurden von dem betrefsenden Fänger nicht einmal abgenommen, sondern gingen nachts durch die Kälte zugrunde Trotzdem setzte das Gericht gegen den Rohling nur eine Strafe von 36 4 fest. Besonders verführerisch wirkt dar Treiben der belgischen und holländischen Vogelsanger auf die deutsche Grenzbevölkerung. Und durch die Einführung der Bögel nach Deutschland machen die belgischen und holländischen Fänger ein gutes Geschäft. Gie mußie deshalb verboten und bestraft werden.— Die für Ostermontag angesetzten Nennen in Köln mußten wegen des Schneesalles ausfallen. Die Rennen wurden auf Dienstag und Mittwoch 3½ Uhr nachmittags verlegt. Ein Zwischäusall in der Peterokirche in Rom. Ein Zwischenfall während der Ostermesse, die der Papst zelebrierte, wird von sämtlichen römischen Blättern in spaltenlangen Ar tikeln besprochen. Unter dem Publikum, das der Messe bei wohnte, befand sich auch der Wiener Professor Dr. Feilbogen n seiner Frau und Schwägerin. Wie den übrigen Anwesenden so wurde auch diesen, der israeltischen Konfession angehörigen drei Personen, denen das Verlassen des Saales während der heiligen Funktion unmöglich war, von den Händen des Papstes die Kommunion gereicht. Hierbei begab es sich, daß den Lippen der Frau Feilbogen die Hostie entglitt. Sofort entstand unter dem Publikum eine allgemeine Bewegung Monsignori. Prälaten und vatikanische Beamte umringten die Familie Feilbogen und nötigten sie, die Capella Sistina zu verlassen. Man unterwarf sie einem Verhör, unter der Behaup tung, es liege ein Akt wissentlicher Sakraments schändung vor. Dann erst wurde die Familie Feilbogen die jede böswillige Absicht auf das energischste in Abrede stellte, entlassen. Inzwischen hat auch die österreichische Botschaft, die Professor Feilbogen an den Vatikan zu dieser überaus schweren zugänglichen Zeremonie empfohlen hatte, den Gelehrten und seine Gattin einem Verhör unterzogen. Anders das„Reutersche Bureau", das folgende Darstellung des Vorsalles versendet: Es waren etwa 200 Personen, wie man annahm, nur Gläubige zu dem Gottesdienste erschienen, und nahmen nachher das Abendmahl. Unter ihnen befanden sich zwei Frauen und ein Mann, die auf besondere Empfehlung des österreichisch=unga rischen Botschafters beim heiligen Stuhle zugelassen worden aftliche Verein für Rbeinpreußen in diesem Jahre im Dienste und zum Wohle der heimtschen Landwirtschaft eine 75jährige Tätigkeit zurückgelegt. Zur Feier seines Jubiläums wird er vom 19. bis 22. Septemder in Bonn eine Provinzialausstellung veranstalten, und zwar in größerem und glanzvollerem Umsange als es sonst üblich war. Für Prämiierungszwecke sind bisher 11000 M zusammengebracht worden.— Der waren. Während der Papst persönlich die Hostie in den Mund der Kommunikanten steckte, sah man, wie die drei erwähnten Personen sie entfernten und wie eine der Frauen sie tatsächlich auf den Boden ausspie. Der Papst war entsetzt über dieses grobe Sakrilegium und die Missetäter wurden sofort aus der Kapelle entfernt. Der österreichische Botschafter, der ebenfalls zugegen war, erkannte sie und sie gaben zu, daß sie Juden seien, gaben aber keine Erklärung für ihr Verhalten. Hauptmann Baughan, der Nesse des verstorbenen Erzbischofs von Westminster, war einer der ersten, die das Sakrilegium bemerkten und sich auf die Beleidiger stürzten. Sie erklärten sämtlich, daß sie zur Messe gegangen seien, ohne zu wissen, daß Kommunion sein werde. Sie hätten erwartet, die Hand des Papstes zu küssen, und als sie die Hostie empfingen, sie ausge spuckt, weil sie nicht gewußt hätten, was sie tun sollten. Sie hätten nicht die Absicht gehabt zu insultieren oder Mißachtung zu zeigen.— Dem„Morning Leader" entnehmen wir noch folgendes über den Vorgang: Ein Priester hatte gesehen, daß eine der Damen die Hostie entfernte, und befahl einem Schweizer Gardisten, die Oesterreicher zu beobachten und in der Kapelle festzuhalten. Als der Papst informiert wurde, entsetzte er sich so, daß er fast ohnmächtig wurde. Er bezwang sich jedoch und beendete die Messe mit Träuen in den Augen. Nach der Messe betete und weinte er lange und bejahl, die Oesterreicher vor den Major Domos zu führen und die Sache, wenn möglich, zu vertuschen.. Er weigerte sich, die Missetäter der italienischen Polizei auszuliefern. Man glaubt in Nom nicht an die Erklärung, daß die Frevler Juden seien, und ist der An sicht, daß der Haß gegen das Christentum das Verhalten veranlaßte, und daß dieses also ein beabsichtigtes war. Der österreichische Botschafter befürchtet seine Abberufung(!). Die italienische Polizei ist bereit einzuschreiten, kann dies aber nu: auf Aufforderung des Vatikans. Ein versteinerter Wald in Kamerun befindet sich im Bezirk Ossidings. Der dortige Bezirksamtmann hat auf seiner Reise durch seinen Bezirk beim Abstieg von dem auf der Spitze eines Berges errichteten Dorfe Barika nach dem Bakogolande zu auf einem noch nicht betretenen Gebirgspfade einen vollständig versteinerten Wald gesunden, der sich etwa 3 Klm. lang an einer Beglehne hinzieht; neebn einer großen Reihe von 10 meiner Allstalt geloistet wird, hat auch einen Zweck, weil ich als Schuhmacher gedoren din, so glaube ich alle Ansprüche genügen zu können. Alsd bitte überzeugen Sie sich von der Güte und Haltbarkeit unserer Arbeit und Sie gerue wiederkommen. Hochachtungsvoll E. Schuhmacher, Dr. der Fühologie Kurze Rotizen. In Unterschlendersbach bei Fürth wurde der Totengräber als Leiche in einem offenen Grabe gefunden, das er zuschauseln sollte. Ein Schlaganfall hatte den alten Mann selbst in die Grube gestreckt.— Militäoberpsarter Göns verließ Dienstag Korfu und kehrt nach Berlin zurück, um entsprechend den kaiserlichen Anordnungen an den Vorarbeiten für den unverzüglichen Wiederaufbau der Garnisonkirche teilzunehmen.— Alzev. 16. April Von einem Fräulein wurden der hiefigen Stadt 80000 A vermacht, deren Zinsen dazu dienen sollen, armen Volksschülern Warmes Frühstück zu verabreichen.— Marquet, der Pächter des Kurhauses von Ostende, wurde wegen verbotenen Glückspieles zu drei Monaten Gefängnis und 3000 Frcs. Geldstrafe verurteilt. In Betracht kamen die Spiele der letzten drei Jahre. Marquet war seinerzeit wegen des Noulettespiels in Brügge ebenfalls verurteilt und in Gent daraufhin freigesprochen worden.— In der Reimier=Menagerie zu Paris wurde ein deutscher Löwenbändiger von einem seiner fünf Löwen angefallen und schwer verletzt aus dem Käfig getragen.— Demnächst verheiratet sich in Paris die Tochter des verstorbenen Sektonschefs im türkischen Ministerium des Aeußeren Houry Bey. Fräulein Hourieh, mit Herrn Ladislaus v. Rohozinski, Fräulein Hourieh, ist vor einigen Jahren mit ihrer Schwester asus dest Harem geflüchtet und hat seither in Paris gelebt. und Land. Detmold, 23. April. * Kriegsmarine=Ausstellung. Wir empfehlen wiederholt den Besuch dieser Ausstellung im großen Saale des evang Vereinshauses. Die Ausstellung ist außerordentlich interessant wir weisen besonders auf zwei große Boxerfahnen hin, die im Chinaseldzug erobert worden sind; ferner auf eine 750 Pfund schwere Granate aus Gußeisen, das größte und schwerste Geschoß der Marine. * Frohsinn=Konzert. Der hier so allgemein beliebte Männergesangverein„Grohsinn“ bringt, wie wir schon mitteilten. in seinem am 30. April zum Besten eines Bandeldenkmals stattfindenden Konzerte den„Frithjof“ von Max Bruch. Außer diesem wundervollen Werke singt der Verein noch eine Komposition seines Dirigenten„Zu Gottes Preis und Ehre", Hymnus für Männerchor. Doppelquartett und Orchester von Vieth, op. 14. Max Bruch, der berühmte Lehrer des Herrn Musikdirektors Vieth, hat sich für das Werk sehr interessiert und dessen Widmung angenommen. Den instrumentalen Teil des Konzertes hat Herr Vieth gleichfalls übernommen, und er bringt hier: Sinsonie Nr. 1 B=dur(Frühlings=Sinfonie) von Nob. Schumann, eines der entzückendsten Werke, die wir auf sinfonischem Gebiete besitzen. Eine wahre Frühlingsstimmung webt darin, die wohl gerade jetzt, wo wir am Beginn des Frühlings stehen, die Herzen höher schlagen läßt. Eine weitere Orchesternummer nennt sich Scherzo in Fsmoll von Max Felix Bruch. Diese prächtige Komposition eines Sohnes von Maz Bruch, fand bei ihrer Erstaufführung zu Münster k. W. enthusiastischen Beisal und eine glänzende Kritik. Der Komponist ist eng befreundet mit Herrn Musikdirektor Vieth und wird bei der Lufführung zugegen sein. Herr Karlshofer, der allgemein beliebte Baritonist unseres Hoftheaters singt noch eiste Rhapsodie mit Orchesterbegleitung: Nornagests Sang von Vieth op. 18. Es stehen uns also ganz erlesene und unge wohnte Kunstgenüsse bevor und wir sind überzeugt, daß unser musikliebendes Publikum, zumal bei dem guten Zwecke. für den das Konzert veranstaltet wird, nicht im Theater fehlen wird. * Sesangofest. In Ergänzung unserer Notiz wird uns noch über das am 1. Osterseste stattgefundene Gesangsfest in der Kapelle der Evangel. Gemeinschaft geschrieben: Die Ka pelle war bis auf den letzten Platz besetzt und noch eine größere Anzahl Teilnehmer mußten sich mit einem Stehplatze begnügen. Wirklich großartig waren aber auch die Darbietungen des Vereins. Besonders zu erwähnen seien die Duetts und Soli. aber auch die Deklamationen, Gesangsstücke usw. wirkten verschönernd auf das ganze Fest. Die Feier währte von 4 Uhr bis 6½ Uhr und wird allen Besuchern sehr gut gefallen haben. * N a c h E i n f ü h r u n g d e r„ E i l z ü g e“ w i r d, w i e M i n i s t e r bis 20 Meter langen u. 40—90cm dicken verkieselten Stämmen Breitenbach in einem Erlise vom 8. d. M. bemerkt, auf wurde auch eine Menge noch senkrecht im Erdboden steckender versteinerter Holzstämme vorgefunden. Ein neuer Doktor. Ein Schuhmacher in Hamburg verbreitete dieser Tage Zettel mit folgendem Inhalt:„Luufen Sie! — nicht zu weit mit Ihre Reparaturen von Fußzeug, denn Sie werden nirgends besser und billiger bedient, als in meiner Anstalt, weil dieselben anderweitig auch nicht länger halten. bis das dieselben entzwei sind.— Jede Reparatur, welche in zu Liebe die ernste Over vernachlässigt wurde. Es war ein erfreulicher Zusall, daß unsere besten Opernkräfte durch ihr samoses Spieltalent auch so geschafsen für die Operette waren. Die Oper kam, wie ja schon aus der angeführten Zahl hervorgeht, voll zu ihrem Recht. So machte uns die Direktion erfreulicherweise mit„Hoffmann's Erzählungen“ bekannt und auch hierin zeigte sich die Leistungsfähigkeit s Die Komische Oper in Berlin fröhlich=heiterer so manch ernst=erbauende Stunde bereitet haben, wandern in die weite Welt hinaus, zerstreuen sich überall in Deutschlands Gauen, der eine, um sich zu er## in einer Nachsalsog weiter zu mimen. Am ci, diesjähriges Ensemble und für die Leitung unserer Bühne. der Spielzeit ziemt es sich wohl,— es ist das auch eine#——.n=„ Pflicht der Dankbarkeit— einen Rückblick zu wersen auf das Vergangene und uns dankbar der gütigen Spender dieser„theatralischen Genüsse" zu erinnern. Beginnen wir mit trockenen Zahlen. Die Saison nahm ihren Ansang am 22. Dezember mit dem„Fliegenden Holländer“ und schloß offiziell am Freitag, den 10. April, mit dem„Nachtlager“ und der„Cavalleria“, inoffiziell am Palmsonntag, den 12. April, mit dem„Troubadou=" als Chorbenefiz. 68 Vorstellungen wurden im ganzen gegeben, davon 60 im Abonnement, 8 außer Abonnement. 27 Abende waren der Oper, 10 ihrer ausgelassenen Tochter, der Operette, gewidmet, 12 dem ernsten Schauspiel und 18 dem Lustspiel und Schwank. Als Königin der Spielzeit führte das Regiment eine überaus fröhliche den vorgeschriebenen Fahrplantafeln nicht gleichmäßig verfahren. Der Minister hat daher angeordnet, daß auf diesen Taseln die Luxuszüge, sowie sämtliche Schnell= und Eilzuge rote Zeitzisfern erhalten; diesen soll bei den Luxuszügen an der linken Seite in roter Farbe ein „I.“, bei den D=Zügen ein TL- und bei den übrigen zu schlagpflichtigen Schnellzügen eine punktierte, starke Linie vorgesetzt werden. Die Eilzüge sind nur durch den roten Druck der Zeitziffern gekennzeichnet. Die Abfahrtszeiten Camphausen entzückte wieder durch seinen echt lyrischen Tenor. Wie herrlich schlossen diese drei Kräfte in der Cavalleria ab Frl. Geßner kam leider infolge verschiedener Unpäßlichkeiten selten zum Auftreten, dann aber konnte man nur bedauern, dieser sonoren vollen Mezzosopranstimme nicht häufiger lauschen zu dürfen. Frl. Festenburg tat sich in diesem Jahre als jugendlich Dramatische hervor, Herr Janke, der Heldentenor zeigte ein schönes Material, das sich hoffentlich immer ausgiebiger entsalten wird, Herr Karlshofer besitzt einen an e e e e e e###### genehmen Bariton und ist ein guter Darsteller(samos war! Berliner Vorstellung war mustergiltig; ich sah sie vor der sein Blumenberg in den Journalisten). Auch unser prächtiger, unserigen, und doch, ich war nicht enttäuscht, ich war voll bewährter Baß Herr von Hunyady war wieder da, Herr befriedigt, entzückt über die hiesige dreimalige Aufführung. Dinger entsaltete neben seinen Baßbuffopartien eine sehr an Das sagt genug und spricht mehr als 1000 Worte für unser ge werden mit schwarzen Ziffern dargestellt. Eine besondere Bezeichnung der Vorortzüge, abweichend von den Personenzügen des Fernverkehrs, soll nur da erfolgen, wo nach den örtlichen Verhältnissen eine Unterscheidung notwendig sein sollte; es würden dann etwa hellblaue oder grüne Ziffern zu wählen sein. Am Fuße der Taseln sind nach Bedarf„Bemerkunger“ aufzunehmen, die jene Bezeichnungen der einzelnen Züge erläutern. Nach Umwandlung der zuschlagpflichtigen Schnellzüge in D=Züge sällt die punktierte Linse mit der zugehörigen Erläuterung sort. * Kinderheim Cecilien=Stift zu Lippspeinge. Ais Leiterin ist Fräuleik Sciele(nicht Schick) in Lippspringe ausersehen. Sch= Praktische Geflügelzucht sollte heute jeder Landwirt treiben, dem eine Geflügelzucht wirklich rationell betrieben, ist der gewinnbringendste Teil der Landwirtschaft! Eier und Schlachtgeflügel sind heute ein sehr begehrter Artikel und werden gut bezahlt. Besonders bringen frische Eier im Winter Geld! Darum hat der Landwirt dafür zu sorgen, daß er Hühner hat, die im Herbst und Winter Winter Eier legen. Dieses zu erreichen, ist nur möglich, wenn man jetzt die Klucken zur Erzielung von Nachzucht setzt. Jetzt ist es die höchste Zeit! Das rebhuhnsarbige Huhn für den Landwirt, braucht zur vollen Entwickelung ca. 6 Monate, dann beginnt die Legetätigkeit. Ein Huhn alos, was jetzt erbrütet Gird, legt vom November ab den Winter durch, also zu einer Zeit, wo frische Trinkeier mit 10 F und mehr bezahlt werden. Darum Landwirte laßt jetzt brüten! Glaubt nicht mehr daran, daß Augustkücken die besten seien.— Auch die Entenzucht ist rentabel, wenn man die richtige Sorte hält. Als Legente hat sich die Indische Laufente vorzüglich bewährt und Legeresultate geliesert, die denen der Hühner nicht nachstehen. So legten die Laufenten der Station des Lippischen Geflügelzucht=Verbandes vom 18. März bis zum 19. April d. J. incl., also in 33 Tagen: 1 Ente 33 Eier, also täglich gelegt, 1 Ente 31 Eier, 1 Ente 27 Eier, 1 Ente 27 Eier, 1 Ente 26 Eier. Diese Ente braucht auch wenig Wasser, da sie sich viel auf dem Lande aufhält. Daher der Name Laufente. Zu Mastzwecken sei dem Landwirt das Faverolles= und das Wyandottes=Huhn warm empfohlen. Bruteter der angefüorten Rassen und auch anderer sehr guter Nutz= und Sportrassen findet man angeboten auf der Bruteierliste des Lipp. Geflügel zucht=Verband'es, die in allen Wirtschaften des Landes aushängt. Auch ist der Vorsitzende des Verbandzu Auskünften gern bereit. * Von der Grotenburg. Gestern tagte in Dortmund der Süd= und Nordwestdeutsche Verband für Altertumsforschung unter Vorsitz des Prof. Dr. Schuchardt=Hannover. Aus dem Jahresbericht entnehmen wir die folgende Stelle:„Auf der Grotenburg bei Detmold hat die Abteilung Detmold die Grabung 14 Tage hindurch fortgeetzt, ohne aber auch diesmal in den Resten des Ringwalles eine Spur der Fassade und in dem weiteren Innenraum auch nur eine einzige Scherbe zu finden. Wenn der Leiter der Grabung, Professor Weerth daraufhin bezweifelt, ob es sich bei dem Plateau überhaupt um eine Befestigungsanlage handelt., so ist das wohl zu pessimistisch geurteilt. Die Spuren des großen Hünenringes sind zu stark und ziehen zu bezeichnend am Rande der Hochfläche hin, als daß man ihnen, auch bei dem Fehlen von Frontteilen, den Charakter der alten Ringmauer absprechen könnte. Nicht besser als so sehen viele Reste von Steinringwällen aus, und so arm oder doch fast so arm an Scherben haben sich auch schon andere Burgen bei uns erwiesen, so z. B. das Tönsberglager bei Oerlinghausen und die Wittekindsburg bei Rulle. Man möchte gern wissen, wie weit der Name der Grotenburg für den Teutberg bei Detmold zurückgeht“. Rückblick auf die Theater saison 1907/08. Frühling in die Lande zieht, wenn Feld und Flur, Wald und Wiese sich anschicken, ihr jungfräuliches verannt und au Gierin sich die Tore nr. Thaliens Temnel und ar gn-1-52. un erlebte 400 Vorstellungen dieser neu wieder ausgenommeund nen Offenbach'schen Oper, dieses einzigen so ernst veran rrppe einen—. Priesterinnen, die uns während des Winters so manch lagten Kindes des sonst so lustigen Operettenvaters. Die genehmen Bariton und ist ein guter Darsteller(samos war Treffliche Opernaufführungen waren noch, um einige her vorzuheben,„Carmen“ und„Fliegender Holländer“ mit je zwei Vorstellungen, die„Cavalleria“ als herrlicher Schluß „Lustigen Witwe“ das Repertotr zu beherrschen. Un zählige Mühe und Arbeit, Proben sast von Beginn der Saison, sind auf dieses Werk unseres heimischen Komponisten August Weweler verwandt sodaß das Repertoir dadurch wohl etwas leiden mußte. Die Wiedergabe war denn auch, abgesehen von Einzelheiten, die sich ja naturgemäß bei jeder Uraufführung herausstellen „bstruen werden, eine sehr .. lobenswerte und brachte dem Dichter=Komponisten mehr#la mn em v. u. mg###, Dame, Lehar?„Lue'sachen Hervorruf. Auf die Oper näher einzugeben, liegt ###.########### ne erwies sich als ein so starker Magnet, heute keine Veranlassung vor. v sie 9 Aufführungen in einer Spielzeit erlebte Osnabrück 12.) In *.####### is hier einfach noch nicht dagewesen. Die Theaterkasse wurde beim Vorverkauf geradezu gestürmt, froh war, wer dem Gewirr heil und unbeschädigt entronnen. Die„Lustige Witwe“ verscheuchte nicht nur den Bettelstudenten, Vogelhändler und Obersteiger, sogar die Fledermaus, das sonst mit Schwalbensicherheit wiederkehrende Straußenkind. Und nur Orpheus der Beherrscher der Unterwelt, durste sich aus dem Reiche der Schatten hervorwagen zu einer vortrefflichen Benefizaufführung für Herrn Bernhard Günther, den stets gefälligen Theatersekretär. Nun war aber auch die Aufführung der„Lustigen Witwe“ an unserer Bühne eine— ich möchte beinahe sagen— unerreichbare. Ich selbst habe die Operette an zwei großen Bühnen gesehen, ich habe Herrschaften gesprochen, die sie in Berlin, Bremen, Elber=15 feld und an manchen anderen Orten gehört haben, sie allesd und ich selbst waren hingerissen, entzückt über die hiesige Vorstellung, zu schweigen von der glänzenden Ausstattung und der vortrefflichen Inszenierung durch Herrn Inten danzrat Berthold; besonders die beiden Hauptfiguren waren erstklassig besetzt: Danilo(Herr Bergmann), Hanna (Frl. Murbach), sie werden in der Erinnerung fortleben bei der Bevölkerung des lippischen Landes bis in die äußersten Ecken und Winkel, denn es dürste nicht viele erwachsene Bewohner des Landes geben, die nicht der Le har'schen Muse ihren Tribut gezollt haben, wenn sie auch nicht alle der Rekord einiger Enthusiasten erreicht haben, die neunmal sich dem Zauber der verführerischen Dame ergaben. Nun darf man aber nicht aus dieser Herrscherstellung der„Lustigen Mitwe“ schließen, daß unser Personal erkennenswerte Tätigkeit als Spielleiter, Frl. Hartmann, die niedliche Soubrette(Puppe in H. E.) und Herr Grieg, Tenorbufso, seien lobend genannt, Frl. Neibigstadt, die zweite Altistin, sprang verschiedentlich mit gutem Gelingen für Frl. akkord der offiziellen Spielzeit. Seine Erstaufführung und Heobe und Monrot beberrichten wieder mit sichener Hand allen. drei weitere erlebte der„Grobe Märker“. Er machte Heyde und Mourot beherrschten wieder mit sicherer Hand alles, seinem Namen schon dadurch Ehre, daß er es wagte, neben was über,# m. ihnen„agirte“. Im Schauspiel hatten der„Lustigen Witwe“ das Repertotr zu beherrschen. Un= wir in Fri. Maurice eine prächtige Darstellerin, besonders für moderne Rollen, die Temperament u. Rasse erfordern(Raben. steinerin und Heimchen), Frau Schmidt=Diez war eine gute Salondame, Frl. Dieckmann blendete durch äußere Erscheinung, sie„deklamiert“ nur noch zu viel, Frl. Lütgert, unsere herzige Raive ist schon vom vorigen Jahre bekannt, und wie ein rocher de bronce stand wieder Mutter Ziebe in der Brandung, allen Stürmen trotzend und wohlbehalten selbst die Panne mit der Automobil=Rutschfahrt überstehend. An Emil Beckers Stelle war Herr Schlüter getreten, der naturgemäß zu nächst einen schweren Stand hatte, wie„unser Emil“ einst nach Pichler. Aber ich glaube, daß man Herrn Schlüter mit ganz Auch auf dem Gebiete des Schausviels wurde zum Teil geradezu hervorragendes geboten: wir heben die Vorstellungen der Rabensteinerin hervor, die sich, wie ich gleich=I./—.„„.„.—— falls aus persönlicher Auschauung behaupten darf, denen besonderem Vergnügen wiederkehren sieht. Er hat eine ganz an ersten Bühnen würdig zur Seite stellen können. Die samose, echt natürliche Komik, Herr Bruchwitz hat als erster Wallenstein=Trilogie mit Herrn Wegener aus Hannover Held und Liebhaber verschiedene dankbare Aufgaben gut erals Gast unter Herrn Berthold's persönlicher Regie, füllt, Herr Dietz ist ein vielversprechender jugendlicher Held Sappho mit Marke Pospischil, Braut von Messina, Winter= und Liebhaber und Herr Rösselmann stellte einige Bonvivants märchen, Rosmersholm, die Jvurnalisten mit dem Bon= auf die Bühne; wir nennen Lord Goring im idealen Gatten, vivant aller Bonvivants Herrn Christians als Gast, alles der ewige Leutnant im letzten Funken, in denen er schier unwaren Darbictungen, die den leider zum Teil nur in ge=übertrefflich wai. Herr Fritsch war ein annehmharer HeldenIn der Over brachten uns Gäste die PPusig ber“ unsere von früher her allbeliebte Frl. Techow und Frl. Golditz;„Margarethe“ Frl. Becker an Sielle des damals erkrankten Frl. Murbach:„Ildelio" und„Troubadour“ Iran Grining, eine Sängerin großen Stils, die Frau unseres Perttone Bergmann; der„Varbier“ Frl. Toni Witt aus Prenden, als Rosine, in der wir unsere nächstjährige Koloratur Sonbrette begrüßen bürfen. Die Dame hat entzückend reine und glänzende Koloraturen. Die Kräfte der Oper waren in diesem Jahre ganz besondere hervor ragende. Herr Bergmann. ein äußerst sympathischer Bariton und ein prächtiger Darsteller. Frl. Murbach, die neueste fürstliche Kammersängerin hatt. Ich gesanglich, aber auch im absichtlich für die Oosrette zugeschnitten war, u. daß ihr Spiel brislant entwickelt, unser alter Freund, Kammersänger Wiedersehen“ den Herren Bergmann, Karlshofer, Dinger. runtigen Wei v. Hunyady, Heyde, Mourot, Schlüter, Christ und den Damen Frau Ziebe, Frl. Lütgert und Frl. Neibigstadt. Der Besuch des Theaters war in diesem Winter besser als in früheren Jahren; leider ist es aber immer und immer wieder zu beklagen daß das Schauspiel so aft schwach besetzt ist. Unser Publikum ist eben in seiner Mehrheit musikalisch veranlagt Schier unbegreiflich ist es, daß z. B. die Wallenstein=Trilogie mit einem bedeutenden Gaste, die Rabensteinerin, die listen viele Lücken im Theater aufwiesen und selbst Panne fand nur eine kleine lachlustige Gemeinde: Die vergangene Spielzeit. so gelungen sie im allgemeinen war, hatte doch unter mancherlei Mißgeschick zu leiden. Die Witterung verursachte häufig Erkrankungen, der böse Gast, die Influenza, hielt auch * Mehrere Zeichnungen, angefertigt von dem Tischlerfachschüler Herrn Hugo Mever(Sohn des Herrn Hofbildhauer Meyer hierselbst) liegen augenblicklich auf dem Nathaussaale aus. Die Arbeiten sind sauber und sehr gut ausgeführt und ist eine Besichtigung nur zu empfehlen. des Berliner Lustspielhaus=Eusembles am Fürstlichen Hoftheater. Wie bereits erwähnt, finden am Dienstag und Mittwoch, den 28. und 29. April, unter Leitung des Dir. Dr. Martin Zickel zwei Gastspiele des Berliner Lustspielhaus=Ensembles statt und zwar werden die bedeutenden Neuheiten„Unsere Käte" und„Der Jahrmarkt in Pulsnitz“ zur Aufführung gelangen. Das Berliner Lustspielhaus ist eine der vornehmsten Bühnen der Reichshauptstadt und ein solch erstklassiges Ensembles hier zu sehen, sollte sich niemand entgehen lassen, denn es kann Jahre dauern, bis unserem Publikum wieder einmal Gelegenheit geboten wird, eine derart auserlesene Künstlerschar in Detmold zu sehen. Nochmals sei erwähnt, daß die Gastspiele bei gewöhnlichen Preisen stattfinden und werden Kartenbestellungen ab Freitag vormittag 10½ Uhr im Theaterbureau entgegengenommen. Die abonnierten Plätze bleiben für beide Abende bis Freitag nachmittag 4 Uhr reserviert. * Die Orgel für die neue reformierte Kirche ist gestern hier eingetrossen und es ist auch schon mit dem Aufbei unseren Theaterleuten seine Einkehr. Da war es denn manchmal gewiß recht schwer für den Leiter der Bühne Herrn Intendanzrat Berthold, das Theaterschiff sicher durch die stürmischen Wogen zu steuern und alle Klippen geschickt zu umsegeln. Daß es ihm im allgemeinen so gut gelungen, ist ein Beweis, daß er ein guter Kapikän und Steuermann ist. Er kennt die Gefahren und Untiefen der hiesigen Bühne und weiß sich danach einzurichten. And das muß hier betont werden, er ist der erste Direktor, der, seit das Theater in seiner alten Gestalt nach Leopolds des Kunstsinnigen Tode mit Moritz Alexander Krüger aufgehört hat, das Schiff gesteuert hat, ohne daß es aufs Trockene geraten ist. Er ist der erste, der es verstanden hat, das künstlerische mit dem geschäftlichen so zu vereinigen, daß der Bestand des Theaters gesichert war. Und dabei hat das Künstlerische nicht gelitten. Das Detmolder Theater=Publikum ist verwöhnt. Von Generation zu Generation hat sich bei der angestammten Bevölkerung der Kunstsinn und das Kunstinteresse fortgepflanzt dazu sind die vielen Fremden aus größeren Städten nach hier verzogen, die Ansprüche sind dadurch gestiegen, hinzu kommen d. Anforderungen, die das moderne Repertoir stellt. Da ist er wahrlich keine Kleinigkeit, alle dem einigermaßen gerecht zu werden und es ist erstaunlich, was bei den billigen Preisen geboten und geleistet wird. Welcher Ort von der Größe unserer Rosenstadt hat fast 4 Monate hindurch Schauspiel, Oper und Operette in der Besetzung? Bielefeld muß sich mit einer Monatsoper begnügen, Hagen bezieht monatlich einige Male die Oper aus Elberseld, Halberstadt aus Halle. An das Risiko einer ständigen eigenen Oper denkt man dort nicht. Dazu gehört schon ein ganz besonderer Mut, Arbeitskraft und Arbeitsfreudigkeit und eine sehr verständige Leitung. Darum sei auch Herrn Intendanzrat Berthold an der Stelle warmer Dank abgestattet. Und wenn nun der Leser fragt: Ja, war es denn immer nur eitel Sonnenschein, gibt es denn nur zu loben und nichts zu tadeln, so will ich ihm gern bestätigen, daß wo Licht auch Schatten ist und daß der Mensch nur nach Vollkommenheit streben, sie aber nicht erreichen kann. Die Kritik findet auch en Kunstinstituten allerersten Ranges genügend zu tadeln, und niemals bleibt zu wünschen übrig und dos wäre auch nicht zu münschen. Es ist Aufgabe der Tageskritik, auf Fehler und Mängel hinzuweisen, so weit Abstellung möglich erscheint. Nicht immer ist es möglich, jede Rolle entsprechend zu besetzen, nicht alle Wünsche bez des Repertoirs können erfüllt werden und mik unendlichen Schwierigkeiten ist die„Aushebung" des Chors und sein„Zusammenhalten“ verbunden. Heute wallen wir uns in der Erinnerung des Guten freuen, das wir genossen. Außerdem ist es ja so leicht zu tadeln für den, der außerhalb der Dinge steht und so schwer, besser zu machen. Der Tadelnde würde es mohl kaum können, oder er würde andere Fehler machen und der Leiter eines Unternehmens sieht die Mängel und Fehler auch und möchte sie wohl abstellen, oft aber sind die Verhältnisse stärker als der beste Wille. Daran läßt sich nun ehen nicht viel ändern und wer den Schatten liebt der suche ihn auf. wer aber ein Sonnenkind ist und nach dem Lichte strebt, der freue sich des Sonnenscheins und sei glücklich in der Sonne Licht. Freuen wir uns einer Bühne, mit der wir doch immer vor der großen Mehrzahl unserer Mitmenschen begnadigt sind! x. hau begonnen worden. Die Ausneuung wird gegen Pfing= sten beendet sein. * A u f n a c h I t a l i e n! U e b e r m o r g e n n i m m t d a s a r r f e italienische Volksfest im Sommertheater„Neuer Krug“ seinen Ansang. Die eröffnung findet, wie man uns schreibt am Sonnnbend nachmittan 4 Uhr ait einer kurzen cier statt. Der Saal bietel in eeiner prachtigen Ausstattung einen überraschenden Anolia. Geschmaackvonl in alles arrangiert, und mit Wohlgefallen schweitt das Auge des Besuchers über die einladenden Vertaufostunde. In der glanzvollen Beleuchtung, zu der die Anlage besonders gemacht wurde, wird sich das ganze als ein Meisterwerk der malerischen und dekorativen Kunst darbieten. Möchle sich bereits zur Eröffnungsscier ein zahlreiches Tublikum einfinden. Möchte überhaupt der Besuch ein recht starker sein. Um das zu erreichen, sind die Eintrittspreise mit Absicht ganz niedrig gestellt. Ein Kaufzwang bestelt nicht. Die Idee der Errichtung eines Bandel=Dentmals ist eine volkstümliche, der Bazar soll es auch sein. * Lippischer Tängerbund. Wie schon durch die Zeitungen bekannt geworden, feiert der Lippische Sängerbund am 21. Juni d. J. in Berlebeck sein Bundcosest. Es kommen an demselben außer Solotiedern einzelner Vereine auch verschiedene Chorlieder zum Vortrage. Diese sind zwecks einer genauen Einübung den Bundesvereinen schon vor geraumer Zeit bekannt gegeben. Um sich zu uberzeugen, ob das auch geschehen, nämlich die genaue Einübung, und damit Sicherheit geboten wird, daß der Vortrag am Festtage gelingt, werden in der nächsten Zeit von dem stellvertretenden Bundesdirigenten in deu einzelnen Bezirten Proben abgehalten werden. Der Festausschuß in Berlebeck ist eifrig bemüht, die nötigen Vorbereitungen zum Feste zu treffen. Hoffentlich lächelt der Himmel am Festtage freundlich, dann wird sich auch das Fest zu einem schönen und zufriedenstellenden gestalten. * S c h ö t m a r, 2 3. A p r i l. A m z w e i t e n O s t e r l a g e w u r d e n dem Mühlenpächter Schnelle von Hünnersen aus einem verschlossenen Koffer 470 A gestohlen. Der Dieb hatte sich am Nachmittage in das Schlafzimmer eingeschlossen und hier den Koffer aufgebrochen. Aehnliche Einbrüche wurden in den letzten Tagen auch in Wüsten und Voshagen verübt. Oboohl sofort der Polizei Nachricht wierüber erteilt wurde, ist es bis jetzt noch nicht gelungen, des Täters habhaft zu werden. (L. N.) * Lemgo, 22. April. Zum sechzigsten Male verläßt heute der Ziegler Aug. Bobenhausen von hier die Heimat um als Brenner in der Ferne tätig zu sein. Mit der Zeit sind ihm die Lebensjahre groß geworden: er hat die Zahl 80 fast erreicht und steht also da, wo sonst jeder gut und gern die Hände ruhen läßt. Aber bei ihm kann keine Rede daron sein.— Wir wünschen ihm, daß er gesund und munter wiederkehre!(L. P.) * Lage, 21. April. Gestern abend sand im Nathaussaal eine vertrauliche Sitzung der Stadtverordneten statt. Die Vertraulichkeit wurde aber am Schluß der Sitzung aufgehoben und daher können wir folgendes darüber berichten: Zum Bau einer neuen Kirche verlangt der Magistrat als Zuschuß zu den Baukosten 30000 M. Nachdem einige Redner sich für genannten Antrag ausgesprochen hatten. wurde derselbe angenommen. Stadtv. Schäfermeier hielt 30000 a für zu wenig und beantragte 40 000 i als Zuschuß, welches jedoch abgelehn: warde. Zu Punkt 2 der Tagesordnung verliest der Vorsitzende eine Eingabe deslippischen Beamtenverbandes in welchen dieser darum bittet, das Gehalt der städtischen Beamten mindestens mit denen der Staatsbeamten gleichzustellen, Nachdem verschiedene Redner zu der Sache gesprochen, stellte Stadtv. Spennemann den Antrag, das Gesuch kurzer Hand an den Absender zurückzuschicken, weil es der Form und dem Inhalt nach ungehörig sei.(L. Vz.) w. Leopoldehöhe, 22. April. Am 2. Ostertage seierte der Turnverein Jahn hier sein Stiftungssest im Wöhlerschen Saale. 7 fremde Vereine waren eingeladen und mit ihren Fahnen erschienen. Nachdem der übliche Kundmarsch im Orte geschehen und der Vorsitzende eine Ansprache gehalten, begann der Tanz: die ganze Feier verlief in gemütlicher Weise. p. Brake, 22. April. Ein Transport von 15 Kranken traf heute mit dem Zuge um 1 Uhr von der Provinzial=Heilund Pflegeanstalt Warstein kommend hier ein und wurde der Anstalt Lindenhaus zugeführt. Es ist dies in kurzer Zeit der 5. größere Transport, der der Anstalt von preußischen Irrenanstalten zugeführt wird.„— s. Alverdissen, 22. April.(Jagdverpachtung). Gester wurde in der Bödekerschen Gastwirtschaft hierselbst die A disler Gemeindejagd verpachtet und zwar auf Jahre. Dieselbe war diesesmal in 3 Bezirken verpachtet(früh nur in 2). Der erste Bezirk, angrenzend an die Chaussee vo Alverdissen nach Barntrup und an den Kommunalweg vo Alverdissen nach Humfeld, kam im Preise auf 310 M. Höchi bietender war Bürger Sternberg Nr. 33 hierselbst. Der zwei Bezirk, angrenzend an vorbenannten Kommunalwea und a den sogenannten Bruchweg einschließlich des Hetberges, kam Preise auf 45 44; Hächstbietender war Bürger Dustersiek N 89 allhier. Der drikte oder östliche Bezirk, angrenzend an d Chaussee von Alverdissen nach Barntrup und an den Brucht# und im Osten an die Domanialsorsten, kam auf 480 M: Höch bietender war der Sohn des Bürgers Strate Nr. 15 hierselb Im Ganzen wureden sämtliche Bezirke aufs Gebot nicht g bracht. Der Zuschlag erfolgt innerhalb 14 Tagen. * Hövelhof, 20. April. Während die Ostertage für al Freudentage sein sollten, wurden sie für die Familie D. vo hler zu Tagen der Trauer. Ihr achtjähriges Töchter chen hatte am Tage vor Ostern bei Unterhaltung des Feuer unter dem Viehkessel das Angkück, daß die Schürze Feue fing. Sofort eilte das Kind ins Freie, um dort Hilfe zu suche da die Erwachsenen nicht anwesend waren. Allein bei de herrschenden starken Winden entfachten sich auch d. Kleider un als Hilfe zur Skelle kam, war das Kind am Unterleibe scho stark verbrannt. Der sofort hinzugerufene Arzt leistete zwe erste Hilse, ordnete dann aber die Ueberführung in da Krankenhaus in Neuhaus an. Hier aber stard es noch a fölgenden Morgen. ## Kalldors, 22. April. Eine Entschädigung von 48000 r Gattin des Reisenden Arend von Riedernmühle, d Ende v. J. bei der Weserbrücke in Vlotho vom Zuge übe fahren und getötet worden ist, als er mit seinem Fuhrwe den Bahnübergasg passieren wollte, seitens des Eisenbahnfi kus zuerkannt worden. Aus der Nachbarschaft. Altenbeken, 22. April. Ein Unglückssall bat tersonntage die Familie des Weichenstellers Lütkemeier uenbeken zwischen Bude 38 und 39 betroffen. Mit and ten kam deren achtjähriges Töchterchen aus der Kirche Neuenbelen, bei dem Eisenbahnübergange sah es, da es wegen des Schneegestöders seinen Schirm aufgespannt hatte, eine von Altenbeken zurückkehrende Drucklokomotive nicht, auch der Lokomotsbführer konnte nicht früh genug halten, so kam das Kind unter die Maschine und war auf der Stelle tot. Der Körper wurde gräßlich zerfleischt. * Bielefeld, 21. April. Die freie kirchlich=soztale Konserenz rüstet sich vom 27. bis 29. April d. J. in den schönen Räumen des Neuen Evangelischen Vereinehauses und in dem stattlich vergrößerten Saale der Volkshalle in unserer Stadt ihre Tagung abzuhalten. Reichs-, Staats=, Provinzial= und unsere Stadtbehörden sind geladen; dem Festausschuß naben etwa 100 Männer und Frauen aller Stände und Berufsarten aus Bieleseld und Westfalen ihren Namen geliehen, die Programme gehen in Zehntansenden durch Stadt und Land. So ist der außere Rahmen gezimmert, und das Bild kann hineinkommen. Es wird die Jüge ernster Arbeit tragen. In Vorträgen, Besprechungen und Kommissionssitzungen soll ein überwindendes Leuguis dafür gelegt werden, daß das Evangelium von Felus Christus lebendiges Leben ist, daß unser Volk in seinen Seelentiefen, in seinen Geistestrieben, in seiner Lebensentfaltung und seinen geschichtlichen Beruf läutern, heben und widerstandsfähig machen soll. Keine Parteipolitik wird getrieben, man glaube es! Das kühne, geniale Arbeitsprogramm der Konferenz fordert vor allem den patriotischen Optimismus, daß unserem deutschen Volke noch eine neue Blüte, eine Höhe, eine große Zeit erhofft und errungen wird. * Osnabrück, 21. April. Wegen Tierquälerei wurde ein junger Kaufmann vom Schöfsengericht in eine empfindliche, aber gerechte Strafe genommen. Der Betreffende hette nachts, nachdem er in Gesellschaft einiger Freunde ein Casce verlassen hatte, einen auf der Straße befindlichen wertrollen Hund an sich gelockt, ihn mit dem Griff des Spazierstockes in das Halsband gehalt und dann in der Bierlaune das Ter über das Brückengeländer der Hase in das Wasser geworsen. Nach längerem Kampf mit dem nassen Element war das arme Tier ertrunken. Das Schöfsengericht verurteilte den Täter zu 100 M Geldstrafe; der Amtsanwalt hatte Gefäugnis beautragt. * H a n n o v e r, 2 1. A p r i l. D i e H a n d e l s k a m m e r protestiert in einer umfangreichen Dentichrist gegen die Arndernng der Jernsprechgevuhren. Neben einer angemessenen Grundgebühr müsse das erste Tausend Gespräche unbedingt frei bleiben. * K a s s e l, 2 0. A p r i l. S c h l a c h t w e g g e k o m m e n i s t e i n e Kutschersehefrau, die für eine ihr befreundete Witwe eine eintägige Polizeihaftstrase abgeserten hatte. Für diesen Freundschaftsdienst hatte ihr die Witwe eine Entschädtgung von 2 A versprochen, die sie nach getaner„Arbeit“ erhalten sollte. Doch es kam anders. Als sie ihren Lohn einforderte, hielt die Freundin ihr Versprechen nicht und sie einigten sich schließlich auf eine Entschädigung von 1,75 Mark, doch bald brachte die Sonne den Betrug an den Tag und die hilfsbereite Kutschersgattin mußte sich wegen salscher Namensnennung vor dem Schofsengericht verantworten. In Anletracht ihrer Notlage verurteilte das Gericht sie zu der gesetzlich niedrigsten Strafe von 1, sodaß ihr Reinverdienst für 24 Stunden bei Wasser und Brot sich im merhin noch auf 75 J beläuft. Teutoburger Wald=!...nn. 1909. Dr. Ernst Wachler der Gründer und Leiter des Harzer Bergtheaters veröffentlicht im„Tog“ folgenden Artikel, der für unsere Leser besonderes Interesse haben dürfte. Im September 1909 werden es neunzehnhundert Jahre, daß der Germanenheld Arminius im Teutoburger Wald die drei Legionen des Kaisers Augustus vernichtete und dem römischen Weltreich ein: Vis hierher und nicht weiter! zurief. Da mag es angebracht sein für Deutsche, zu bedenken, daß sie schon ein mächtiges Volk waren, jahrhundertelang, ehe es eine englische, eine sranzösische, eine italienische Nation gab, daß ihre Sprache und Ueberlieserung die älteste und stolzeste von Europa ist. In der Residenzstadt Detmold am Teutoburger Wald, vor deren Toren auf der Höhe der Grotenburg Ernst v. Bandels Hermanns=Denkmal sieht, möchte man das Gedächtnis des unvergeßlich rutmrollen Ereignisses begehen. Wie könnte dies geschehen? Man hat an die Zufführung eines der Werke gedacht, die die Hermannschlacht garstellen. Wir besitzen drei solche Schöp fungen von Ruf: von Klopstock, Heinrich v. Kleist und Grabbe. Die letztgenannte sollte den Detmoldern am nächsten liegen, da ja Grabbe ein Sohn ihrer Stadt ist: indes wird man wohl schwerlich mit der Inszenierung seiner realistischen Bilderreihe aus Westfalen einen Versuch machen wollen. Das Kleist'sche Werk, als Bühnenstück das bei weitem bedeutendste unter den dreten, sollte deshenlb ausscheiden, weil es keineswegs altdeutsche Verhälinisse, vielmehr die der Napoleonischen Zeit spiegelt: seine Römer sind Franzosen, seine Deutschen solche des 19. Jahrhunderts, ihre Fürsten Rheinbundfürsten Klorstocks Gedicht endlich, das einzige, das sich— wie die neun Aufführungen 1907 in Thale gezeigt haben— stark gekürzt auch im Freen spielen läßt, bietet zwar hinreißenden Schwung und Wucht der Chöre, ermangelt aber völlig des dramatischen Baues. Immerhin dürfte es dasjenige der drei Werke sein, das allein als Festspiel in Frage käme. Aber unbeschadet der Ehrenpflicht der deutschen Theater. Im Herbst 1909 diese drei Werke so gut als möglich aufzuführen— ist hier nicht die Gelegenheit gegeben, Neues zu schaffen? Wenn es trotz der Bemühungen unserer älteren Dichter bisher noch kein Werk gibt, das die Bedeutung jenes großen Ereignisses, das die Taten und Schicksale Armins in einer würdigen Darstellung verkörperte, sollte es da nicht möglich sein, ein solches Werk hervorzubringen? Wäre es nicht für die Detmolder angczeigt, die Dichter zum Wettkampf auf zufordern? Und wenn anders Fürsten, Städte oder wohlhabende Freunde der Kunst Ehrenpreise stiften wollen, wäre hier nicht ein Feld für ihre Tätigkeit gegeben? Müssen wir immer vom Alten zehren und sind nicht fähig, bei außer ordentlichen Anlässen selber etwas Außerordentliches zu leisten? Nicht um Satire oder Sittenstück handelt es sich hier; die Aufgabe ist eine unendlich größere. Hervor denn, ihr Dichter. die ihr die Kraft und das Feuer habt, euer Volk mit eurem Geist zu erfüllen, es zu erschüttern, hinzureißen, zu begeistern! Ihr fehltet uns schon allzulange. Schwerlich dürfte man sich in Detmold für eine Festvor stellung im fürstlichen Theater entscheiden, wenn es angängig ist, eine großartige Feier im Freien abzuhalten, wofür eben die Höhe der Grotenburg den erhabensten Schauplatz abgibt. Endlich aber sollte man erwägen, ob es nicht möglich scheint, aus Anlaß des großen Tages statt einer vorübergehenden Veranstaltung eine dauernde zu schaffen: ein Werk von solcher Bedeutung, daß es für ganz Deutschland vorbildlich würde. Fürst und Volk von Lippe sollten ein Mittel finden, die Nation zur Teilnahme einzuladen; was Detmold selbst nur zugute kommen würde. Diese Schönfung könnte nur in der Begründung einer Einrichtung bestehen, durch die jener Geist dauernd lebendig erhalten wird, aus dem der Freiheitskampf der Germanen gegen die Römer geboren ward: mit einem Wort, einer Pflanzstatte hohen Sinns und deutscher Kraft und Geschicklichkeit: einer Anstalt für die ritkerlichen und gymnastischen Künste. Wenn es Detmold gelänge, das ideal einer neuen Erziehung und Silvung zu verwirklichen und es allsommerlich in glänzenden Kampfspielen der Welt vor Augen führen, so würde es sich um unser Volk ein unvergängliches Verdienst erwerben. Das Gedächtnis der Varue=Schlacht kann nur fortleben in der Blüte und dem Hochsinn künftiger Geschlechter; darum gilt es, gerade in unserer Zeit, vor unseren Knaben das strahlende Vorbild des Siegfried=Arminius aufs neue zu errichten. Dr. Ernst Wachler. Vermischte Nachrichten. Amerikanische Eheidylle. Von dem Verderben, das der mit dem Walzertraum in New=York eingezogene„soul=kiß", der Seelenkuß angerichtet hat, weiß Luigi Barzini, im„Corriere della Sera“ zu erzählen. Vor den Schranken des Gerichts hat Horace M. Leedom sich verteidigen müssen, weil er den Dauerküssen durch die Flucht sich zu entziehen suchte. Als der Richter ihn befragte, gestand er unumwunden seine Schuld.„Es ist wahr," so sagte er mit einer Aufwallung schöner Neue,„ich habe mein Haus verlassen, ich habe meine Frau verlassen, ich bin entflohen. Aber ich bin bereit, zu meiner Familie zurückzukehren, ich bin bereit, mich zu fügen, wenn meine Frau.. Hier aber schwieg er zögernd.„Wenn Ihre Frau, jetzt sprechen Sie's nur aus,“ ermunerte ihn der Richter.„Wenn sie sich auf täglich sechs Küsse beschränkt..“ Und dann plötzlich, in einem Ausbruch der gequälten Seele, erzählte er:„Sie kennen den „soul=kiß"; seitdem dieser Seelenkuß entdeckt ist, ist mein Friede dahin. Meine Frau hat in den Zeitungen von dem Dauerluß gelesen; er erregte ihre höchste Begeisterung. Sie hat geschwor., den Rekord von 45 Sekunden um mindestens 20 zu schlagen. Und seitdem küßt sie mich zu viel, viel zu viel.“„Das ist nur ein Beweis ihrer Liebe, die Sie ihm mit Ihrer Flucht schlecht vergalten,“ bemerkt der Richter tadelnd.„Aber sie küßt mich sortwährend; nicht einmal d. Zeitung kann man lesen, wenn ich am Abend von der Arbeit heimkehre.“ Doch der Richter ist unerbittlich.„Für Ihre Schuld gibt es keine Milderungsgründe; wir werden Sie in Haft behalten, bis Sie Tausend Dollar Kaution stellen.“ Der Angeklagte senkt den Kopf: „Meine Frau ist fünfzig Jahre alt.“ In der gestrengen Miene des Richters dämmert schüchtern ein menschliches Begreifen. „Ah!“ sagt er kurz.„Vor mir hat sie schon zwei Gatten besessen.“ Und nun schlägt die Stimmung des Richters um. Man begreift die Schrecken d. Seelenkusses, Horace M. Leedom abe: wird freigesprochen. Das Gesetz normiert das Hoöchstquantum der Dauerküsse auf täglich sechs. Eine urdrollige Pariser Theaterszeue schildert Anne Jules Case in einem ihrer Pariser Berichte für die„Königsb. Allgem. Ztg.“:„Die Rejane spielte zum vierhundertsten Male„Madame Sans Gene". Das Publikum tobte und brüllte:„Chapeaux. chapeaux!“ schrie es aus allen Ecken. Die Rejane mußte im Spiel aufhören, und während sie wartete, bis die behuteten Damen im Parkett sich dem Volksbefehl gefügt hatten, plauderte sie ungeniert mit Belannten in der Orchesterloge. Erst als wieder Ruhe im Saale herrschte, schickte sich die große Künst lerin an, in ihrer Rolle fortzufahren. Das war nun schwer. Sie hatte mit ihren Freunden während des Hutgetümmels über allerhand Tagesereignisse geschwatzt, daß sie sich in den Text der Marechalle Lesebore nicht so schnell wieder zurechtfinden konnte. Sie stemmte die Hände in die Seiten schüttelte sich vor Lachen und rief ins Publikum:„Ja. wo war ich denn stehen geblieben?" Obgleich nun ihre Zuhörer fast alle das Stück so gut wie auswendig wissen, konnte ihr doch niemand helfen. Sie fand sich allein wieder zurecht, und die anwesenden Pariser waren glücklich über dies kleine Zwischenspiel, eine Einlage, von der sie die Autoren waren. Der Fremednverkehr in Tirol. Nach dem soeben bei der Innsbrucker Statthalterei fertiggestellten statistischen Ausweisen über den Fremdenverkehr wurde Tirol und Vorarlberg im Jahr 1907 von 824 562 Personen besucht. Davon entfallen auf Deutschtirol 628 695, Welschtirol 123.035 und aus Vorarlberg 72 832. Gegenüber dem Jahre 1906 ist eine Steigerung des Verkehrs rm rund 40 000 Personen zu verzeichnen; die Zunahme In den letzten Jahren beträgt 14.79 Preozent. Die meiste Zunahme weisen jene Bezirke auf, die im Gebiet der neuen Dolomitenstraße oder der jüngst eröffneten Bahnlinie Meran=Mals (Vinschgaubahn) liegen. Bozen, das von beiden Gewinn zieht, ist im Berichtsjahr vonrund 10 000 Personen mehr besucht worden. Dann folgt Caralese mit einem Plus von 9805. Landeck mit 7450 und Innsbruck mit 6393. Auffallender ist die große und dauernde Abnahme des Fxemdenverkehrs in Trient, die heuer 7278 beträgt. Der Besuch sank hier von 35 021 im Jahre 1905 auf 21 837 in 1907, also um rund 13.000, d. i. 40 Krozent in einem Zeitraum von drei Jahren. Man wird wohl nicht sehlgehen, wenn man bei den Gründen dieser auffallenden Abnahme namentlich das nationale Moment berücksichtigt. Von den 824 562 Personen, die in vorigen Jahre Tirol und Vorarlberg besucht haben, ist wie immer der überwiegende Teil aus dem Deutschen Reiche, nämlich 364 762. Um aus eine Bertilgung der Kreuzottern, die in mehreren Gegenden recht stark auftreten und dadurch zu einer gefährlichen Plage für Menschen und Tiere geworden sind, hinzuwirken, hat die Kreiskommunalverwaltung des Kreises Soltau schon vor längerer Zeit Fangprämien ausgelobt, die ursprünglich auf 50 Pfg. gestgesetzt, vor kurzem aber durch Beschluß des Kreisausschusses auf 20 Pfg. ermäßigt worden sind. Die Zahl der im Kreise Soltau getöteten Kreuzottern betrug im Jahre 1906: 1089. im vorigen Jahre dagegen 1280. Dafür wurden 544,50 Mark und 640 Mark, zusammen 1184,50 Mark bezahlt. Die meisten Kreuzottern wurden in Wietzendorf vernichtet, nämlich ist beiden Jahren 553 Stück, ferner in Wesseloh 290. Brock 244, Ehrhorn 170, Suroide 180, Marbostel b. W. 110, Meinholz 95, Marbostel b. S. 76 Stück. Wenn man auch annehmen darf, daß ein Teil der Eiftschlangen auch ohne die Prämien getötet worden wäre, so hat doch zweifellos die Bezahlung das Ergebnis gehabt, daß den Tieren mit mehr Eifer nachgestellt wird. Kunst und Zum Wiederaufbau des römischen Kaiserpalastes in Trier. Zu der Frage des Wiederaufbaues des römischen Kaiserpalastes in Trier nimmt Professor Gary in Großde nochmals Stellung, da in der letzten Sitzung in Trier einige der Gesellschaft für nützliche Forschungen des Wiede ist Herren den Plan des Wiederaufhaues des Kaiserpalastes eine Verhunzung der Ruine genannt hatten. Pros. Gary, der bekanntlich den Wiederausbau angeregt hat. sagt u. a.: So schln und malerisch sich jetzt die Mauerreste und halbversallenen Bögen dem Beichauer darhieten, so sicher ist der Untergang dieser Bilder in ganz kurzer Zeit: entweder die Witterung, noch viel mehr aber die Bepflanzung wird die Mauerreste langsam aber sicher zerstören, und um dieser Zerstörung Einhalt zu tun, wird man das malertsche Bild erst recht„verhunzen“ müssen. Man wird die rankenden Gewächse von den Mauern entfernen, die Mauern selbst abdecken und mit widerstandsfähigem Material gegen die Einflüsse der Witterung schützen müssen. Von malerischer Birkung und von Ursorünglichkeit wird dann keine Rede mehr sein. Die Bevölkerung sollte erst abwarten, welche Beschlüsse der vom deutschen Verein für Ton=, Zementund Kalkindustrie eingesetzte Ausschuß für den Wiederaufbau fassen werde. Uebrigens sei eine Wiederberstellung des Kaiserpalastes, wenn auch nur in einzelnen seiner Teile, sachlich mit sehr großer Annäherung an die Wirklichkeit sehr wohl möglich. Das bezeugten die Pläue des französischen Architekten Boutzon, von denen Prof. Garn Abbildungen in Händen habe und serner die Urteile vieler Sachverständiger, die er(Gary) um ihre Meinung befragt habe. Es gebe nur folgendes: Verfall der noch vorhandenen Reste im Laufe weniger Jahrzehnte, Verstümmelung der Ruine durch Schutzmaßnahmen zu ihrer Erhaltung, oder teilweiser oder gänzlicher Wiederaufbau auf Grund sorgfältiger Forschung. Die hohen Kosten(30 Millionen Mark) könnten kein Hindernis bilden, wenn der ernste Wille vorhanden sei, das größte römische Bandenkmal innerhalb Deutschlands zu schützen. Handel und Märkte. Kornpreise für den Monat April 1908. Detmold. 100 Pfd. Weizen 11 M. Roggen 10 M. Gerste 9.50 M, Hafer 8###, Rauhsutter 8.50 M.— Lemao. 100 Pfd. Weizen 9.75, Roggen 9.51 M. Gerste 8 M. neuer Hafer 8 M. Rauhfutter 8 M.— Salzuslen. 100 Psd. Weizen 10 M. Roggen 9.75 M. Haser 8.25 K. Gerste 8 4— Blomberg. 100 Pfd. Weizen 10,00—10,50 K, Roggen 9,50—10,00, Hafer 8,00—8.50 M. Gerste 8,00—10,00 M, Rauhsutter 8,00——.100 M.— Lage. 100 Pfd. Weizen 10 M, Roggen 9.50 M. Gerste 8.00 MA, Hafer 8 M. Rauhfutter 8 A. — Horn. 100 Pfd. Weizen 10.08 J. Roggen 9.58#, Gerste 8.62 A. Haser 8.25 M. Rauhfutter 8.7 M. Letzte Nachrichten. Berlin, 23. April. Die Strafkammer des Landgerichts verurteilte gestern den Kellner Kohlhof, wegen Mittäterschaft an einem Bankraub in Antwerpen zu sechs Jahren Zuchthaus. Potsdam, 22. April. Die Prinzessin Sitel Friedrich begab sich heute früh von hier nach Berlin und von dort zum Kurgebrauch nach Kissingen. Essen, 23. April. Im hiesigen Museum ist gestern ein Bild Janssen's zerschnitten worden. Wenige Tage vorher ist festgestellt worden, daß eine Christusskulptur beschädigt war. Lemberg. 23. April. Die verhaftete Mutter des Mörders Szyzinski will jetzt durch Hutgern ihren Tod herbeiführen. Insolge ihrer großen Schwäche wurde sie in das Gefängnishospital gebracht. Meiningen, 23. April. Das freiherrlich Gutenbergsche Schloß, das im benachbarten Bayern liegt, ist mit allen Kostbarkeiten nievergebrannt. Die Schloßkirche und das Schloßarchiv sind ebenfalls ein Raub der Flammen geworden. Das Feuer soll durch das ewige Lämpchen herbeigeführt worden sein. Frankfurt a. M., 22. April. Vom Parteitag der Freisinnigen Vereinigung melden die Blätter folgende Episode: Abg. Dr. Neumann=Hofer wettert gegen die Freisinnige Volkspartei und bezeichnet es als„Schamlosigkeit“, wie die„Freisinnige Zeitung" den Kampf. führe(Ruf: Ist das„—:nigung“:„Schamlosigkeit"?).— Pfarrer Naumann erklärte: Den Ausdruck„schamlos“ gegen die „Freisinnige Zeitung" kann ichnicht billigen. Bewahren wir uns den freisinnigen Korpsgeist, dann werden wir innerhalb der Fraktionsgemeinschaft und innerhalb des Blocks etwas erreichen.(Anhaltender stürmischer Beifall.) Kopenhagen, 23. April. Im Rittersaale Christian VII. sand gestern eine Galatasel statt, bei der König Friedrich und König Eduard herzliche Trinksprüche wechselten und auf die guten Beztehungen beider Sänder hinwiesen. Wien, 22. April. Vier Wiener, die am Ostermontag eine Besteigung des Schneebergs unternahmen, werden seither vermitt. Verlobt: Luise Schlue=Holzhausen bei Horn mit Karl korf=Detmold.— Frieda Kleeböhmer=Schötmar mit Edmund Lagner=Roßwein i. S. Beitragsliste für das Bandeldenkmal. Bei der städtischen Sparkasse sind ferner belegt: Genmelt von dem Magtstrat der Stadt Detmold 746.62 M, sammelt vom Wirteverein 650.49 MA, gesammelt von Hru. it Quentin 179.30 M, gesammelt von den Schülern der ichschule 29.65 M. Fachschuldirektor Reineking 20 K. zunmen 1626,06 M. Wetter=Nachrichten. Detmold, 23. April. Wetterbericht der Wetterdienststelle is meteorologischen Observatortums zu Aachen. Fortgesetzt orwiegend trübe mit Regenfällen, mäßige Westwinde, kühl. London: Schön, milder. Hamburg: Unbeständig Frostbeulen esprungene Hände, Flechten, Braudwunden, offene se, Hautausschläge, Eundsein(insbesondere bei kleinen ern), Wolf, Schweißffüße, Hämorrhoiden, Ischiad, EE AAPaAADA LI IaIN der R boiden, Ischiad, upfader= und andere Geschwüre, heilt schnell und sicher von hohen Aerzten empfohlene, im In= und Auslande mit sten Auszeichnungen prämtierte Wenzelsalbe per Dose Mr. 1,00 allen Apotheken erhältlich oder direkt zu beziehen durch die nigen Fabrikanten Chr. Wenzel& Co., Mainz=Mombach. hat bei einfacher Verwendung unübertreffliche Wirkung und ist daher so beliebf, dass sie den grössten Umsatz aller Seifen der Welt hat! Nicht nur bei feinen Stoffen erc.„Julidern bei jeglichem Material erweist sie sich bei grösstem Reinigungsvermögen als sparsam, weil sie sehr ausgiebig ist! Alawari S 111 des Unfallversicherungsgesetzes für Forstwirtschaft vom 30. Juni 1800 liegt der He g vorgenannter Berufsgenossenschaft für das Jo die beabr mmer insicht Cemä Land= und Forstwirk vom 30. Juni rollenauszug vorgenannter Berufsgenossenschaft für das 1907 während zweier Wochen vom 23. d. Mts. ab auf Zi Nr. 1 des Rathauses, vormittags von 8—1 Uhr, zur Eit nahme der Beteiligten offen aus. Binnen einer weiteren Frist von zwei Wochen kann der ungspflichtige unbeschadet der Verpflichtung zur vorläufigen — gegen die Beitragsberechnung bei dem Genossen ande Widerspruch erheben. Die Zahlung der Beiträge muß bis zum 2. Mai d. Is. bei unserer Kämmereikasse erfolgt sein. Bei Nichtzahlung geschieht die Einziehung auf Kosten der Zahlungspflichtigen. Deimold, den 22. April 1908. Der Magistrat. Wittje. Freibank auf dem städtischen Schlachthofe. Sonnabend, den 25. d. Mts., = von 7½ bis 9 Uhr vormittags: Verkauf von Rindfleisch. Preis pro Pfund: 45 und 50 Pfg. Die Schlachthaus-Verwaltung. Beiß. Pädagogium Lage. Vorbereitung für das Einjähr.=, Primauer= und Abiturienten=Examen, sowie für die oberen Gymnasial und Real=Klassen.— rem neuen Schuljahr wird der Direktor für Anfänger der kat. Sprache und der Mathematik nachmittags von 5 bis 6½ Uhr einen besonderen Kursus abhalten, au welchem sich auch Schüler der oberen Volksschulklasse beteiligen können. Das Honorar für diesen Kursas beträgt monatlich 15 Mk. Schulanfang am 23. April. Anmeldungen uimmt entgegen: Direktor des Pädagogiums: J. Claren Lage, Sedanplatz 25. UEBERALL ZU HABEN e * BESTER KRAUTERLIKOR Billige SchuhwarenBander Barat Von heute an werden die noch vorhandenen Waren von 10 bis 33½% unterm Preis abgegeben., Auf vielseitigen Wunsch ist das auch mit zur Gratis=Verteilung kommende große Oelgewälde in meinem Schaufenster ausgestellt. F. Meise. Photograph. Aufnahme und Generalprobe. Nur für Mitwickende Zutritt. Der Ausschuß. Die gelbe Gefahr! Deutsche Hausfrauen hütet Euren kostbarsten Schatz, die Wäsche! 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