Lippische Tages-Zeitung General-Anzeiger für das Fürstentum Eippe. Bezugspreit: in Zetmaldz, durch die Vertretungen: 50 Psg für 1 Monat. on 15 Pfg., auswärtige 18 Pfg., Reklamezeile 60 Pf. Beilagen ——„—— 1,50 Me und 42 Pfg. Bestellgeld. für 2 Monate 1 Mk. u 28 u. 14 Pfg. Bestellgeld. Anzeigen: aus Lippe 12 Pfg, die Petitz Bestellg lost: ¼ Jahr onat 50 Pig 2) Lipp Ziegelei=Anzeiger, 8) Landwirtsch. Ratgeber, 4) Wandkalender zeile, amtliche u Familienanzeigen (umsonst): 1) Lipp Familienfreund der. 5) Sommer=, 6) Winterfahrplan. Vertretungen.— Die„Lippische Tages=Zeitung" erschein: entag. Ne 39. Verantwortlicher Redakteur: Willy Bruder, Detmold. Detmold, Dienstag, den 14. April 19os. Telegramm=Adresse: Tageszeitung, Detmold. 13. Jahrgang. Ein Rückblick. * Der in die Osterferien gegangene Reichstag hat im Laufe des Winters manch' schweres Stück Arbeit geleistet. Der„Block“— die Konservativen, Nationalliberalen und Freisinnigen— hat manche Belastungsprobe bestanden, er at der Reichsregierung in vielen Stücken gute Dienste geleistet, zum Wohle und Besten unseres großen, deutschen Baterlandes. Sehen wir uns nun die Tätigkeit„unseres" Reichs tagsabgeordneten, des Herrn Dr. Neumann=Vorer, an, so müssen wir mit Bedauern konstatieren, daß der Abgeordnete für Lippe in wichtigen Momenten völlig versagte. Als es galt, die Debatte über die sozialdemokratische Wahlrechts=Interpellation einzudämmen, da stimmte Dr. Neumann=Hofer mit den Sozialdemokraten gegen die Beendigung der Debatte. Es kam hier auf jede einzelne Stimme an. Aber Herr Dr. NeumannHofer ließ seine Fraktions= und Blockgenossen im Stiche und schlug sich auf die Seite der Gegner. Damals fragte ein liberales Blatt(der„Hannoversche Courier“), ov Dr. Neumann=Hofer„bei anderer Gelegenheit auch seine Extrawurst haben wolle". Nun, er hat sich auch später noch seine Extrawurst gebraten, mehrere sogar. Als beim Militärctat eine Anzahl Offizierstellen mehr gefordert wurden, weil sie nötig sind, da war es wieder der liberale Abgeordnete Dr. Neumann=Hofer, der mit den Sozialdemokraten dagegen stimmte. Wiederum stand er auf Seiten der Gegner des Blocks und das schon oben erwähnte liberale Blatt stellte dem Herrn dafür das Zeugnis„politischer Unreise“ aus. Und dann kam das hochwichtige Bereinsgesetz. Hier kämpfte die deutsche Regierung den Kampf für die Erhaltung des Deutschtums im Osten des Reiches. Hier mußte jeder Deutsche zur Regierung halten. Aber der Abgcordnete für Lippe, Dr. Adolf Neumann=Hofer war wieder an der Seite der Sozialdemokraten, Polen und des Zentrums zu finden. Ja, er trat für die Polen auch dann noch ein, als sie sogar vom Zentrum im Stiche gelassen worden waren. Er stimmte sowohl gegen die wichtigsten Bestimmungen des Vereins gesetzes, wie auch gegen das ganze Gesetz überhaupt, er allein mit noch 2 Eigenbrödlern, während alle übrigen Mitglieder der bürgerlichen Linken, alle übrigen Freisinnigen dafür stimmten. Haben wir dazu diesen Herrn in den Reichstag geschickt, daß er zusammen mit Sozialdemokraten und Polen der Reichsregierung die Mittel versagen will, die sie zum Schutze des Bestandes des Reiches nötig hat? Wir halten es für unsere Pflicht, die Wähler auf diese Tätigkeit des Abgeordneten für Lippe mit Ernst hinzu weisen. Wir fühlen uns doppelt dazu verpflichtet, da, wie wir wissen, hier in Lippe hinter den Koulissen Strömungen stehen, die auf ein Zusammengeben der alten freisin nigen Partei mit der Neumann'schen Partei bei den im Herbst bevorstehenden lippischen Landtagswahlen binzielen. Dr. Neumann=Hofer, obwohl als Mitglied der Reichslagsfraktion der freisinnigen Vereinigung Angehört ger der Block=Parteien, hat, wie wir oben darlegten, in wichtigen Fragen gegen die Block=Parteien, aber mit deren Feinden gestimmt. Da sollten die alten Freisinnigen sich doch sehr vorsehen, denn es könnte ihnen hier im Land tage gerade so ergehen. Zum Schlusse noch eine Aeußerung eines national besinnten, auf liberalem Boden stehenden Blattes. Die Tägliche Rundschau schreibt:„Wenn einzelne Herren der Freisinnigen Vereinigung, die gerne von sich reden machen, die Potthoff, Neumann=Hofer, Dohrn, es über sich bringen, ihre eigenen Fraktionsgenossen von der Sozialdemokratie tagtäglich als Volksverräter, Gesinnungslumpen, meineidige Betrüger usw. in Presse und Parlament dem Volke denunzieren zu lassen und gemütlich weiter ihre Füße unter den Fraktionstisch zu strecken, während sie im Parla mente mit den Beleidigern gemeinsame Sache machen, so kann diese eigenartige Auffassung politischer Ehre doch selbst bei einem so merkwürdigen Fraktionsgebilde wie der Freisinnigen Vereinigung nicht dauernd angängig sein, jedenfalls aber wird sie von den übrigen bürgerlichen Ab geordneten nach Gebühr eingeschätzt werden.“ Das mag für heute genügen. Wegen der Tätigkeit des Herrn Abg. Dr. Neumann=Hofer im lippischen Landkage werden wir später mit ihm abrechnen. triebes auf seinen Staatsbahnen mutig voran. Eben ist hierüber eine fast 100 Seiten starke Denkschrift des bayerischen Verkehrsministeriums erschienen. Als Kraftquelle kommen für Bayern natürlich überwiegend Wasserkräfte in Betracht. An den elektrischen Eisenbahnbetrieb werden große Anforderungen gestellt. Im Fernverkehr müssen die schweren Züge, die in den Anschlußstationen als solche eintreffen, und an anschließende Dampfbahnen weitergegeben werden, befördert werden. Im Nahverkehr können leichtere Züge in kürzeren Zwischenräumen gefahren werden, was eine wesentliche Verkehrsverbesserung besonders in der Umgebung von Großstädten bedeutet(man denke an die Folgen in Bezug auf die Bautätigkeit und die Wohnungsfrage). Erwartet wird serner eine Erhöhung der Fahrgeschwindigkeit und dadurch eine Entlastung stark belegter Linien. Das Anfahren des Zuges ersordert mehr Kraft, als ein im Gang befindlicher Zug. Ein Personenzug München=Starnberg mit 4 Zwischenstationen erfordert daber 249, ein Eilzug nur 212 Kilowattstunden Arbeitsbedarf. Hervorragend geeignet ist der Walchensee, mit dessen Kraft die Linie München=Garmisch=Partenkirchen mit einem nötig werdenden Krastbedarf von 5700 bis höchstens 21500 Pserdestärken betrieben werden soll. Infolge der großen Seefläche würde sich der Seespiegel bei einer Wasserentnahme zur Herstellung von 5700 Pferdestärken nur um 15 Millimeter in 24 Stunden senken, selbst wenn inzwischen gar kein Wasser dem See zufließen würde. Da durch, daß man das Walchensecwerk mit Niederdruckwerken (die zwar mit viel Wasser, aber wenig Gefälle ohne Aufspeicherungsmöglichkeit arbeiten) durch Fernübertragungsleitungen verbindet, wird es bei der großen Aufspeicherungsmöglichkeit am Walchensec zum Reservewerk für diese kleineren Anlagen. Den Ausgleich der Belastung kann außer der hydraulischen Aufspeicherung auch die Aufspeiche rung in elektrischen Akkumulatoren besorgen, die dann direkt in das Verwendungsgebiet verlegt werden. Nötigensolls könnten auch Wärmekraftmaschinen zur Deckung des Höchstbedarss in Betracht kommen, besonders da in Bayern große unerschlossene Lager geringwertiger Brennstosse(wie Torf usw.) vorhanden sind. Sämtliche rechtsrheinischen Bahnen bedürften an einem Julitage(Höchstverkehr) zum elektrischen Betrieb einer rnft von 1 447095 Kilowattstunden, wobei als Grundgeschwindigkeiten für Güterzüge 45, für Personenzüge 75, für Eil= und Schnellzüge 90 bis 100 und für Lokalzüge 30 Kilometer angenommen sind. Die Einzelheiten dieses Ergebnisses werden auf zwei Taseln rechnerisch und bildlich klar verauschaulicht. Die Denkschrift gelangt also zum Schlusse, daß für den elektrischen Bahnbetrieb in Bayern die baverischen Wasserkräfte ausreichen. Na türlich ist das nur technisch=theoretisch zu verstehen, nicht wirtschaftlich=praktisch. Die Denkschrift geht dann auf die Vahl der Stromart ein und gelangt zu dem Ergebnis, daß der einphasige Wechselstrom nach dem heutigen Stande der Technik den Vorzug vor allen anderen verdiene. Bei der nun folgenden Berechnung der Wirtschaftlichkeit des elektrischen Bahnbetriebs werden Ausgaben für Neubauten und Neuauschaffungen(durch Anleihen zu be schaffen), Ausgaben des elektrischen Bahnbetriebs(wobei als Neuhett im Bahnbetrieb ein Erneuerungsfonds für nötig erachtet wird) und Ausgaben für den Betrieb der Kraftwerke unterschieden. Auf den ersten Blick erhellt, daß für den elektrischen Bahnbetrieb im Süden und Südosten Bayerns die Verhältnisse am günstigsten liegen, da die Wasserkräfte dort nahe, die Kohlen aber infolge der weiten Entfernung teuer sind. Elektrischer Betrieb auf den Bayern geht mit der Einführung des elektrischen Be Betrieb rentabel. In ähnlicher Weise sind die Rechnungen ür die anderen Linien aufgestellt. Das Saalachkraftwerk bei Bad Reichenhall kostet etwa zwei Millionen, das Lechwerk bei Lechbruck bei einer Leistung von 20000 Pferdetärken etwa 6 Millionen(hier wird ebenso wie beim folgenden Werk ein Wettbewerb zur Gewinnung von Entwürfen ausgeschrieben), das Walchenseewerk bei 50000 Pferdestärken etwa 22 Millionen Mark. Das letztere Werk, das bekanntlich so viel umstritten ist, soll ansangs nur gering ausgebaut werden, jedoch so, daß eine spätere stärkere Ausnützung ohne große Mehrkosten möglich ist. Mit besonderer Befriedigung hört man, daß einem wiederholt geäußerten Wunsche Rechnung getragen werden soll: Forderungen ästhetischer Natur sollen durch einen Vertreter des„Vereins für die Erhaltung der Naturdenkmäler in Bayern" vertreten werden im Preisgericht. Das wird für die Preisbewerber ein heilsamer Ansporn sein, ihre Entwürfe danach einzurichten. In ihrem Schlußwort bezeichnet die Denkschrift die Frage, ob militärische Gründe gegen die Bahn elektrisierung sprechen, als noch ungelöst. Der Elektrisie rung der drei militärisch unbedeutenderen Linien hat die Militärverwaltung zunächst zugestimmt. Es sollen nun zunächst die für den elektrischen Betrieb überhaupt in Betracht kommenden Linien begrenzt und die hierfür erforderlichen Wasserkräfte bezeichnet werden. Bei den übrigen Linien kommt die Elektrisierung erst in weiter Ferne in Betracht. Solange können die Wasserkräfte, die hierfür zur Verfügung stehen, der Privatindustrie unter entsprechenden Bedingungen konzediert werden. Bayerns Wasserkräfte bedeuten Bayerns wirtschaftliche Zukunft. Es wird noch großer Arbeit bedürfen, bis sie alle zur wirtschaftlichen Rentabilität gebracht sind. ernannt worden. Das gegen ihn eingeleitete Ermittelungsverfahren wurde, wie berichtet, vor wenigen Wochen eingestellt, da sich die Behauptungen des Abg. Bebel als vollkommen haltlos herausgestellt hatten. — Die Geschichte von dem Zwischensall zwischen Genedeutschen Reisenden, die gestern„Petite Politische Uebersicht. Reich. * Detmold, 14. April 1908. — Das Kaiserpaar auf Korfu. Achilleion(Korsu), 13. April. Gestern nachmittag machte das Kaiserpaar mit Familie und Gefolge einen Spaziergang nach Benizze und kehrte im Mondschein zurück. Am Abend brachten Männer, Frauen und Kinder des Dorkes Gasturi eine kleine Huldigung durch Gesang, Hochrufe und Abbrennen von Buntseuer. Die Kaiserin erschien mit den Prinzen August Wilhelm und Oskar grüßend am Gitter. Nach der Abendtasel ließ der Kaiser aus der neuesten Einzelschrift des Großen Generalstabes über die Schlacht bei Liaujang vorlesen. Heute früh unternahm das Kaiserpaar mit Familie einen Spaziergang durch den Park nach dem Meere hinunter. Später hörte der Kaiser die Vorträge des Chefs des Militärkabinetts und des Marinekabinetts und des vortragenden Rates im Geheimen Zivilkabinett von Berg. Mittags begab sich der Kaiser im Automobil nach Korfn, um an Bord des engischen Panzerschiffes„Implacable“ das Frühstück einzunehmen.— Achilleion(Korfu), 13. April. Zur heutigen Tafel beim Kaiserpaar war die Kronprinzessin von Griechenland mit ihren Kindern geladen. Nachher fuhr der Kaiser mit den genannten Herrschaften im Automobil nach dem Schloß Mourepos, wo der Tec eingenommen wurde. An der Fahrt nahmen Prinz August Wilhelm und Oskar, sowie Prinzessin Viktoria Luise teil. Auch der König von Griechenland kam nach Monrepos. Der Kaiser verweilte bis nach 5 Uhr auf dem„Impla cable“. Zur Abendtafel beim Kaiserpaar auf Schloß Achil leion ist der König von Griechenland geladen. Rom, 12. April. Zur BeKodten übet infoine det Wenen Enternung Kurr.— Frurst Bülow in Rom. unv. Das wird bestätigt durch die Untersuchungen, die in gsißzung des deutschen Kanzlers sagt„Vapolo Romano“ der Denkschrift über einzelne Linien angestellt werden. Die absolute Loyalität Bülows hat ihm das Vertrauen der Auf den Linien Salzburg=Bad Reichenhall=Berchtesgaden, Pgcsamten...####ch, sodaß er zur festesten ferner auf den Linien von Garmisch=Partenkirchen nach Stütze des Weltfriedens geworden ist und sich als ferner auf den Linien von Garmisch=Partenkirchen nach der Landesgrenze bei Scharnitz und bei Griesen soll der elektrische Betrieb zunächst erprobt werden. Für die erste Linie werden die Kosten auf 1770000 ge schätzt. Die gesamten Zugbeförderungskosten stellten sich beim Dampfbetrieb im Jahre 1906 auf 226100 MA. Die Jahresleistung von 1906 wird aber bis 1910, also dem Zeitpunkt der Elektrisierung, um 12 Prozent Zugkilometer und 10 Prozent Tonnenkilometer steigen(demgemäß auch die Kosten). Der Jahresbedarf nach der Elektrisierung wird sich auf 1 700 000 Kilowattstunden belaufen. Eine Ab gleichung(berechnet für das Jahr 1910)(=gibt: Kosten des Dampfbetriebs 268000 A. Kosten des elektrischen Betriebes ohne die Kosten für Strom 179644 M. somit verbleiben für die Kosten an Strom 83350.. Sollte also der elektrische Betrieb nicht teurer sein, als der Dampfbetrieb, so dürfte die Kilowattstunde 4,9 4 kosten. Sie kostet aber nach dem Voranschlage nur 1,5 J, also ist der elektrische würdigsten Nachfolger Bismarcks überall eingeführt hat. — Der Besuch beim Papste wird am Dienstag erfolgen. Der vatikanische„Corriere Italia“ meint, der Besuch sei die Erfüllung einer einfachen Formalität. Zwi schen Preußen und der Kurie schwebe keine Frage, die nicht auf dem gewöhnlichen Wege zu erledigen sei.— Rom, 13. April. Der König empfing heute vormittag den deutschen Reichskanzler Fürsten Bülow in Privataudienz.— Minister Tittoni begab sich um 2 Uhr nachmittags nach dem Palazzo Caffarelli, um den gestrigen Besuch des Fürsten Bülow zu erwidern. Der Minister verblieb dort bis nach 3½ Uhr. — Hauptmann Dominik. Hauptmann Dominik, der bekanntlich in den Berliner Kolonialdebatten der letzten Jahre im Anschluß an scharfe Angriffe des Abg. Bebel eine Rolle gespielt hat, ist durch Erlaß des Gouverneurs v. Kamerun zum Bezirksamtmann von Jaunde ral Pau und dem deutschen Reisenden, die ge Republique“ aus Naucy meldete, ist stark übertrieben. Es handelt sich nach einem Telegramm des„J. T. um eine ganz unbedeutende Angelegenheit. Es fand ein Wortwechsel im Korridor des Schnellzuges statt, bei dem General Pau, der Zivil trug, von einem jungen Manne ohne Absicht gestoßen wurde. Der Reisende ließ sich bei dem General durch einen Freund entschuldigen. Niemand von den Mitreisenden legte dem Zwischensoll auch nur die geringste Bedeutung bei. — Weiteres Abdröckeln der Maiseier. Müuchen, 11. April. Der hiesige sozialdemokratische Verein beschloß, wie verschiedene Blätter melden, endgiltig von einer Maiseier in diesem Jahre Abstand zu nehmen. — Hundertjährige Geburtstags=Feier Joh. Hinrich Wicherns. Der preußische Minister der geistlichen usw. Angelegenheiten verfügt:„Ich erwarte, daß in den Schulen mit evangelischen Schülern und Schülerinnen des am 21. April bevorstehenden 100jährigen Geburtstages Joh. rich Wicherns gedacht wird. Dies möge in der Weise gechehen, daß in der ersten Religionsstunde nach Beginn des neuen Schuljahres auf die Bedeutung des Mannes hingewiesen wird.“ — Eine internationale Fahrplaukonferenz findet, wie schon gemeldet, in Heidelberg demnächst statt. Die Frage der Zuaverspätungen nimmt schon seit längerer Zeit die Aufmerksamkeit nicht nur der mitteleuropäischen Eisenbahnverwaltungen in hohem Maße in Anspruch. Im Laufe der Zeit sind die Fahrpläne außerordentlich gespannt worden, was zum Teil auf erhöhten Geschwindigkeiten, der Einfügung neuer Haltestellen. vornehmlich aber darauf beruht, daß zur größeren Annehmlichkeit für den Verkehr den großen Zügen eine beträchtliche Zahl von Kurswagen beigegeben worden ist, die auf den Abzweigstationen eingesetzt oder ausgesetzt werden müssen. Preußen unterzieht bekanntlich zurzeit seine Fahrpläne einer eingehenden Revision; im Parlament hat der Eisenbahnminister bereits darauf hingewiesen, daß mit der bevorstehenden gründlichen Aenderung der Fahrpläne ein weiterer großzügiger Ausbau unseres Bahnnetzes Hand in Hand zu gehen habe. — Die deutschen Geistlichen in England. London, 12. April. Mr. Ellan=Baker, der Vorsitzende des Komitees für den bevorstehenden Besuch deutscher Geistlicher in England, teilte bei einer Versammlung mit, daß die vorläufige Liste der Besucher 60 evangelische, 20 freikirchliche und 12 katholische Geistliche umfasse. Man erwartet indessen, daß in den nächsten Tagen noch 30 wettere Namen hinzukommen werden. Zu dem bereits mitgeteilten Programm kann noch hinzugefügt werden, daß der Mayor von Southampton die Gäste bei der Ankunft am 27. Mal offiziell begrüßen wird. Für den 31. Mai ist ein weiterer freikirchlicher Gottesdienst in der Westminster=Chapel vorgesehen worden. Die Bürgermeister von Glasgow und Edinburgb haben die deutschen Gäste eingeladen, ein paar Tage in Schottland zu verweilen und es ist wahrscheinlich, daß wenigstens ein Teil der Besucher dieser Einladung Folge leisten wird. — Die Regensburger Walhalla, in der, wie gemeldet, am 30. Juli die Büste Bismarck's aufgestellt werden soll, ist eine Gründung König Ludwigs I. von Bavern. Von ihm rührt auch die Bestimmung, daß immer erst 10 Jahre seit dem Tode verflossen sein müssen, ehe ein Auszuzeichnender in diese Ruhmeshalle kommen darf. So klar diese Bestimmung ist, so leidet an um so größerer Unklarheit eine andere Bestimmung, die sich auf das Eigentumsrecht an der Walhall bezieht. Testamentarisch hat König Ludwig den Prachtbau dem Deutschen Bunde gewidmet, für den, wenn er sich auflöse, und bis ein neuer Bund sich bilde, Bayern als Erbe eintreten solle. Die Reichsgründung hat der zweite Bayernkönig nicht mehr erlebt, und so bleilt es fraglich, was er unter dem erwähnten neuen Bunde verstanden wissen wollte, und ob er das Reich als solchen angesehen hätte Juristisch liegt freilich eine Streitsrage nicht vor, da von einer Neubildung des alten Bundes keine Rede sein kann, und das Besitzrecht Bayerns sicherlich auch von keiner Seite angesochten werden wird. Oesterreich. Wien, 12. April. Wie die Korrespondenz Wilhelm meldet, kann nunmehr die Hulsdigung der deutschen Bundesfürsten, an deren Spitze Seine Majestät Kaiser Wilhelm II. stehen wird, als feststehende Tatsache betrachtet werden. Wie weiter mitgeteilt wird, werden außer dem Deutschen Kaiser zu der Huldigung noch 14 bis 16 regierende Albumblätter. Fürchterlicher ist den Bösen Nichts als derer, die sie hassen, Fern erworb'ner schöner Ruhm. Herder. Lady Delia. Kriminal=Roman. Autorisierte Uebersetzung aus dem Englischen (Nachdruck verboten.) 20 “ Es ist merkwürdig, welch öden, melancholischen Eindruck ein Raum macht, der längere Zeit nicht bewohnt war. Zum Glück waren beide Männer nicht nervös. Sie tasteten nach dem elektrischen Knopf, und sobald die hellen Lichtstrahlen den Raum überfluteten, schwand auch alles Unklare. Die Wohnung zeigte sich als ein gut eingerichtetes, behagliches Junggesellenheim, allerdings staubig und verwahrlost, aber doch nicht ohne Komfort. Es hätte nur eines wärmenden Kaminfeuers und einer stämmigen Hausmagd bedurft, um die Zimmer bewohnbar zu machen. Die erste Sorge Bretts war, alle Fensterläden zu schließen, was der Mieter der Wohnung bei seiner Abreise vergessen hatte. Dann hielt er flüchtig Umschau. *„Von einer Frau möbliert aber von einem Manne bewohnt," bemerkte er zu Winter, der sich erklären ließ, woraus sein Kollege dies ersehe „O. sehr einfach,“ erläuterte Brett.„Die Möbel und Teppiche passen zu einander, die Betten haben Vorhänge, die Küche ist mit allem Nötigen ausgestattet u. die Wahl der verschiedenen Nippsachen bekundet weiblichen Geschmack. Anderer seits erkennt man den männlichen Bewohner daran, daß eine Visttenkartenschale als Aschbecher benutzt worden ist, daß die Bilder an den Wänden but durcheinander gekauft sind und daß die Kaminsimse durch das Aufstützen der Füße stark abgenützt erscheinen. Ich könnte noch weitere Merkmale aufzählen, doch diese genügen.“ Der Vertreter von Scotland Yard suchte nach Dokumenten, Photographien, zerrissenen Briefkuverts, er durchstöberte die vorgefundenen Bücher nach Inschriften; öffnete jede Schublade, schaute in alle Vasen, Schalen und Oefen und musterte mit peinlicher Genanigkeit das Schlafzimmer. Brett hingegen tat das gerade Gegenteil. Er suchte sich den bequemsten Sessel im Wohnzimmer aus, zündete eine Zigarre an und hüllte sich in dichte Nauchwolken. Er hatte sich dieser Beschäftigung noch keine fünf Minuten hingegeben, als er eine verwunderliche Entdeckung machte. Die Wohnung wurde durch einen kleinen Gang in zwei Hälften ge teilt. Rechts befand sich ein Wohnzimmer und ein großes Schlafzimmer mit Ankleidekabinet; links ein Speise=, ein Schlafzimmer, eine Küche und Vorratskammer. Am Ende des Korridors lag stoch ein Baderaum und eine Dienstbotenstube. Die Wohnung war, wie gesagt, in allen Teilen gut eingerichtet; nur fiel es Brett sofort auf, daß die Anordnung des Wohnzimmers sehr bedeutend von der übrigen abstach Die verschiedenen Gegenstände waren planlos, ohne Rück sicht auf den geeignetsten Platz, hingestellt worden. Der Teppich harmonierte nicht mit dem Mobiliar, zu dem auch ein schöngearbeitetes Mahagonischränkchen nicht recht paßte. All diese geringfügigen Amstände entgingen Bretts scharsem Auge nicht, sie erschienen ihm für seine Nachforschungen wertvoller als das schriftliche Zeugnis des Verbrechens, das Winter so eifrig suchte Das Wohnzimmer wurde erst zuletzt eingerichtet, dachte er, seine Zigarte weiter rauchend. Die übrigen Räume bekunden das Walten einer Frauenhand. Wahrscheinlich hat Frau Hillmer alles besorgt, ehe der Bruder eintraf. Der hat dann die Ausstattung des Wohnzimmers übernommen u. jedenfalls hat seine Schwester die Aufstellung der Möbel nicht überwacht. Warum? Winter stimmte ihm bei und dann machten sie sich an ihre Aufgabe, jeder in seiner Weise. Ferner ist das Mobiliar hier viel abgenutzter als das der übrigen Räume. Sind sie aus zweiter Hand gekauft? Und wenn dies d. Fall— weshalb? Eine Frau wendet am meisten an ihren Salon— da spart sie sicher nie. Sein Gedankengang wurde durch das Eintreten Winters unterbrochen, der erhitzt und enttäuscht aussah „Haben Sie etwas gefunden?" fragte Brett, ohne aufzu schauen. „Richt einen Fetzen, nicht ein einziges Blättchen. Im Küchenherd liegen eine Menge verbrannte Papiere, doch sind es, soweit es sich erkennen läßt, nur Rechnungen gewesen.“ „Man wird wohl mit Vorbedacht alles weggeräumt haben, bemerkte Brett.„Werden Sie setzt hier weiter suchen?“ „Ja.“ lautete die verdrießliche Antwort,„Sie, Mr. Brett, scheinen sich nicht sehr für die Oertlichkeit zu interessieren obgleich Sie mich zu einer Art Einbruch verleitet haben, um herein zu gelangen.“ „Mir sagt diese Ruhe hier zum Nachdenken vortrefflich zu.“ entgegnete Brett gelassen.„Ich bitte Sie daher, nicht mehr Lärm zu machen, als unmöglich nötig ist.“ Diese Ausforderung verdroß Winter noch mehr. Er hatte gehofft, mit Hülfe Bretts etwas Greifbares, für seine Sache Wichtiges zu finden. Die Gleichgültigkeit seines Kollegen ärgerte ihn daher doppelt. „Dieses Zimmer scheint sein,“ brummte er. „Das ist Ansichtssache.“ der Rauchwolke hervor. „Sind Sie etwa anderer am meisten bewohnt gewesen zu erklang Bretts Stimme hinter Meinung?“ gab Winter bissig zurück.„Soll ich mich vselleicht auch auf einen Stuhl setzen und eine Pseise anzünden? Tabakrauch würde uns doch keine Auf klärung verschaffen.“ „Ihr Tabak gewiß nicht,“ scherzte Brett.„Nehmen Sie lieber eine Zigarte.“ Ohne zu antworten suchtelte Winter unter einem Sofa herum, als hoffe er dort etwas Verdächtiges zu finden. Brett störte ihn nicht weiter, sondern heftete seine Blicke auf den Kamin, der noch die Asche eines Feuers enthielt, dadem Anschein nach nicht lange gebrannt hatte. Dies zusammen mit den ungeschlossenen Fensterläden deutete auf eine am frühen Morgen stattgefundene Abreise hin. Er fuhr nach Monte Carlo mit Benutzung d. Tagdampferg überlegte Brett, also vielleicht wenige Stunden nach dem Tod Lady Delias. Immer wieder kehrte sein Blick zu den Ascheresten zurück Waren sie nicht möglicherweise Zeugen eines entsetzlichen Dramas gewesen? Plötzlich stockte ihm der Atem vor Ueberraschung. Er lief sogar seine Zigarre fallen, was der Detektiv zum Glück nicht bemerkte, da er eben beschäftigt war, das Mahagonischränkchen abzurücken. W. Brett gesehen konnte ihn allerding... Der Kaminvorsetzer zeigte an jedem Ende ein prächtig geformtes Eisengitter, um die Feuerzange zu halten.“ Die eine Seite war ganz, doch an der anderen war eine Spitze abgebrochen, genau das Eisenstück, das man in Lady Delias Kopf gesunden. Brett rührte sich nicht, wie betäubt saß er da. Welch eine Waffe für solch eine Tat! Die Eisenklammern war nur lose befestigt, sie ließen sich leicht herausnehmen und mußten, wenn gebraucht, einen wuchtigen Schlag verursachen. Doch wie konnte man sich eines so plumpen Instruments bedienen, wenn Schürhaken zur Hand lag?“ Die Sache schien fast wie das Werk eines Wahnsinnigen; sie war ganz unbegreiflich. Brett vergegenwärtigte sich die tragische Szene, wie die unglückliche Frau unter dem wuchtigen Schlage hilflos zu Boden sank, und dieses Bild erweckte in ihm den festen Entschluß, den Schuldigen ohne Erbarmen zur Rechenschaft zu ziehen. Es gab keine Entschuldigung, keinen Milderungsgrund für diese seige Tat. Der Mann, der ein sanftes, vornehmes Weib in so niederträchtiger Weise ermorden konnte, verdiente die äußerste Strenge des Gesetzes, ohne Rücksicht auf die Umstände, die ihn zu dem Verbrechen getrieben. Ein Ausruf des Triumphes von seiten Winters unterbach seine Betrachtungen. „Endlich ein Fund!“ rief der Detektiv erregt.„Das Denken ist recht schön. Mr. Brett, aber das Arbeiten ist noch besser. Was sagen Sie dazu?“ Er hielt einen Brief in die Höhe der hinter das Schränk chen gefallen und dort unbemerkt liegen geblieben war. Trotz seiner Geistesabwesenheit warf Brett einen Blick auf das Blatt, das Winter ihm reichte. Es trug die Ueberschrift „Mountain Butts, Wyoming“ und das Datum: 15. Oktober mit der laufenden Jahreszahl. (Fortsetzung folgt., deutsche Fürsten in Wien anwesend sein, un am 7. Mai den Glückwunsch gemeinsam und bringen. Die deutschen Kürsten werden in de Tei um dem Monarchen betagen. Die deutschen Fürsan werden in d Mohega)): am 6. Mal im Laufe des Abends in Wien eintreffen, ein trifft erst am 7 Mai früh hier ein. Alle Souverön in der Hofburg Absteigequartier nehmen, nur Ihre Majestäten der Deutsche Kaiser und die Deutsche Kaiserin die am 7. Mai früh auf der Rückreise von Korfu über Triest hier eintreffen und au fder Station Penzing aussteigen wer den, werden in Schöndrunn wohnen. Sie werden jene Appartements beziehen, die Kaiser Wilhelm I. im Oktober 1873 inne hatte, als er aus Anlaß der Weltausstellung in Wien weilte. Alle deutschen Bundesfürsten werden auf Bahnhof offiziell empfangen werden und sich am Mittag des 7 Mai im Schönbrunner Schlosse mit Kaiser Wilhelm zur Huldigung für Seine Majestät Kaiser Franz Josef vereinigen Abend wird ein Galadiner bei Seiner Majestät dem Kaiser stattfinden; an diesem werden das deutsche Kaiserpaar, die re gierenden deutschen Fürsten und die Mitglieder des Kaiser hauses teilnehmen. Die Abreise der Gäste erfolgt am 7. Mai abends. Wien, 13. April. Wie gemeldet, fiel in Lemberg der ga lizische Statthalter Graf Potocki d. Nationalhaß der Ruthenen gegen die Polen zum Opfer. Ueber die Mordtat werden folgende Einzelheiten aus Lemberg gemeldet: Gleich nach dem Betreten des Audienzsaales feuerte der Student Sziczynski den ersten Schuß ab unter dem Ruf:„Dies für das den Ruthenen bei den letzten Landtagswahlen zugefügte Unrecht!" Der erste Schuß tra den Grafen Potocki ins linke Auge. Nach dem zweiten Schuß brach Potocki zusammen mit dem Ausruf:„Haltet den Schurken!“ Ein auf die Schüsse aus dem Vorzimmer herbei eilender Diener stürzte sich auf den Attentäter. Dieser feuerte auf den Diener einen dritten Schuß ab, der fehlging. Mit Hilfe eines zweiten Dieners= wurde der Attentäter festge nommen der keinen Widerstand leistete. Als er von der Poli zei abgeführt wurde, rief Szizynski einigen Bauern, die im Vorzimmer warteten, zu.„Dies geschah um euretwillen!“ Eine Operation an dem sterbenden Statthalter wurde als aussichts los nicht vorgenommen. Der Tod trat um 2 Uhr 30 Minuten ein. Die letzten Worte Potockis waren:„Meldet dem Kaiser, daß ichstets sein treuester Diener gewesen bin Am Sterbebett waren seine Gattin mit acht Kindern, ferner der Landmarschall Graf Badeni, der Erzbischof von Lemberg. der Weihbischof Bendurski, de Korpskommandant Graf Auersperg, der Bürgermeister von Lemberg und andere Per sönlichkeiten zugegen. Wien, 13. April. Wie die„Neue Freie Presse“ aus Lemberg meldet, autwortete der Student Liczinski, als ihm der Polizeikommissar im Verhör sagte, daß die Ermordung des Statthalters keine Aenderung des Systems bringen werde, es werde sich dann ein zweiter Ru thene finden, der den nächsten Statthalter ebenfalls aus dem Wege räumen werde. Er habe den Statthalter nur ermordet, um andere zu warnen. Frankreich. Paris, 12. April.„Petite Republique“ erzählt eine merkwürbige Geschichte, die sich auf den jahnhof zu Nancy zugetragen haben soll. General Pau, Kommandant des 20. Korps, soll von einem Deutschen, dessen Identität bisher nicht festgestellt werden konnte, beschimpft und ohrfeigt worden sein Pakis, 12. April. Eine heute abgehaltene Generalversammlung der Bauunternehmer hat beschlossen, die Löhne einiger Arbeiterkategorten zu erhöhen und über Mittel zu beraten, die es gestatten, ein Lohnminimum auf der Basis eines Minimums der Arbeitsstunden festzusetzen. Ferner wurde beschlossen, die Arbeitsstätten von Mittwoch an wieder zu öffnen, wenn eine genügende Anzahl Zustimmungen erfolgt. Italien. , 13. April. Berprügelte Anarchisten. In Rapallo wollten gestern die Anarchisten eine Protestversammlung gegen den Ausenthalt des Exdiktators Franco und der Zarin=Mutter an der Riviera abhalten. Als ein Anarchist namens Zavattero trotz des Verbotes des Bürgermeisters reden wollte, begann die Menge zu tumultuieren und die Unarchisten zu v erprügeln. Schließlich mußten die auswärtigen Anarchisten durch die Polizei zum Bahnhof gebracht werden. de Orient. Belgrad, 13. Avril. Skupschtina. Nach Eröffnung der Sitzung erhob sich der Justizminister Trifkowitsch, um das Auflösungsdekret zu verlesen. Die Jungradikalen brachen in kürmische Protestrufe aus, welche sich zu tosendem Lärm steigerten, sodaß die Verlesung der Königlichen Botschaft völlig unverständlich blieb. Nachdem Trifkowitsch geendigt hatte, brach die Regierungspartei, welche die Verlesung stehend angehört hatte, in begeisterte Zwiorufe aus, porauf die Sitzung geschlossen wurde. Die Neuwahlen finden am 31. Bannkreis der Sieben Ein Heimatgruß von Rudolf Herzog. Heimgekehrt war ich... und hatte nichts mitgebracht von jahrelangen Fahrten als diesen einen Gedanken: heimgenkehrt. Nun wußte ich es. Und wußte mit lächelnder Gewißheit, daß er schon als Wunsch in mir gewesen war bei der Ausfahrt, daß ich ihn im Blute getragen hatte alle die Jahre hindurch, wenn mein Segel über die blauen Meere des Südens flog und meine Phantasie, atemlos, vorauf, das Land der Griechen mit der Seele suchend. Wenn mein Schiff im Braus das graue Nordmeer durchfurchte, und ich stand im Vordermast, das Hoiho des Windes in den Ohren und meine Augen durchspähten die Dunkelheit, auf ragender Nordlandsklippe Asathor zu grüßen, den Wolkenbärtigen um dessen Thronsitz die Wellen sehnsuchtsvoll jagen und im Schmerz laut auf bis in den Himmel brüllen, die Nordlandswellen, die nicht vergessen können. Ang wenn die Alpenwelt um mich starrte, d. auf zagende Menschenkragen Lawinen zur Antwort gibt. Ein jedes Vorwärtsdringen in Zeit und Raum, jede eroberte Seligkeit, jede lähmende Erfahrung, jeder neuaufschwellende Wagemut bedeutete diesen Wunsch. Der Ausgangspunkt war das Ziel. Die Heimat d er Preis. Ich blätterte heut' in alten Briefen— Noch spielt die Hand mit dem vergilbten Tand— Es wurden Bilder wach, die längst entschliefen— Ein Rufen scholl aus fernem Heimatland. Mai statt. Die neue Skupschtina M auf den 17. Juni eindeNachen 0— Reuslantinspel, 12. April. Das Patriarchat hat Nai richten erhalten über zadlreiche Verhaftunge von Rotabeln in den Diögesen Gersidsche und M nastir wegen angeblicher Teilnahme am Baudenwesen. Unter den Verhafteten befinden sich Aergte, Lehrer und auch ein Priester. Schanghal, 13. April. In Hankau herrscht eine surchtbare Ueberschwemmung. Es sollen etwa 2000 Personen ertrunken und 700 Dschunken brach geworden und gesunken sein. 12. April. Der König hat das Dekret betreffend die Neubildung des Kabtnetts Paschitsch unterzeichnet. Aus dem Kabinett scheiden aus der Minister des Innern Petrowisch, der Mintster der öffentlichen Arbeiten Jovanowitsch und der Kriegominister Putnlk. Das neue Kabinett ist wie folgt gebildet: Paschitsch Ministerpräsident und Aeußeres, Nikolitsch Unterricht, Patschu Finanzen, Stojanowitsch Handel, Ackerbau und Industrie und interimistisch öffentliche Arbeiten, Trifkowitsch Justiz und interimistisch Inneres, General Stepan Stepanowitsch Krieg. Tages=Neuigkeiten. Berlin, 13. April. Die Persönlichkeit des ermordeten jungen Burschen, dessen zerstückelter Leichnam im Tiergarten gefunden wurde, ist jetzt festgestellt worden. Es ist der am 5. März 1893 in Ungarn geborene jüdische Schneiderlehrling Hermann Peiser Blecher, der jedenfalls in der Nacht zum vorigen Dienstag im Scheunenviertel ermordet wurde. Er soll zum Herumtreiben geneigt haben. Die Entdeckung der Persönlichkeit ist dadurch möglich gewesen, daß die Vermutung auftauchte, der Ermordete sei vorher in einem Krankenhause behandelt worden. Die Aerzte des jüdischen Krankenhauses haben daraufhin den Ermordeten erkannt als Patienten, den sie vor einiger Zeit behandelt haben. Jetzt wurde auch der in der Lothringerstraße 71 wohnende Vater des Ermordeten herbeigeholt, der in der Leiche seinen Sohn erkannte. Der Stein, der das im Faulen Graben gefundene Paket bechwerte, ist nach sachverständigem Gutachten nicht ein Stück von einer Straßenfliese, sondern von einem Flurbelag. Die Kriminalpolizei hat sofort die ganze Gegend, in der der Ermordete zuletzt gesehen wurde, nach einem ähnlichen Stein abgesucht. An der Abbruchecke im Scheunenviertel, auf dem Dreieck zwischen der Kleinen Alexander=, Grenadier=, Linien= und Schönhauserstraße sand sie ein Stück von leichem Bruch, gleicher Stärke und gleichen Maßen. Die Bekanntschaft Blecher's in jener Gegend, sein letzter Aufenthalt dort und der Stein deuten auf das Scheunenviertel als Tatort. Berlin, 13. April. Die alte Garnisonkirche teht in Flammen. Der Turm und das Gewölbe der Kirche sind bereits eingestürzt. Die Kirche scheint verloren zu sein. Die benachbarten Häuser sind bedroht. Man nimmt an, daß der Brand auf Kurzschluß zurückzuführen ist. Auf der Brandstelle sind anwesend: der Kronprinz, Feldmarschall von Hahnke, der kommandierende General von Kessel und der Stadtkommandant. Berlin, 18. Aprtl. Der 15 Jahre alte Sohn des Rentiers K. aus der Spichernstraße hat sich gestern abend durch Erbängen das Leben genommen. Der junge Harry K., der eine höhere Lehranstalt besuchte, hatte, obwohl er fleißig war und sich sehr viel Mühe gab, ein schlechtes Zeugnis erhalten. Bromberg, 13. April. Als der Kommandeur der vierten Division, Generalleutnant Held, vom Trup penübungsplatze zurückkehrte, scheuten die Pferde vor einem Automobil und gingen durch. Der General prang aus dem Wagen und zog sich eine leichte Sehnenzerrung zu. Der Stallmeister als Prosesser. Wegen Kurpfuscherei verurteilte die Strafkammer in Nachen den Stallmeister Howell aus Berlin, der dort als Prosessor und Doktor auftrat, zu fünfzehn Monaten Zuchthaus und fünfjährigem Ehrverlust. Tragödie nach der Bankrevision. In Petersburger Kaufmannskreisen erregt der Selbstmord des Inspektors der Russichen Handels= und Industriebank Burenin, der sich gestern im Wiborger Hotel Belvedere erschossen hat, gewisses Aufsehen Burenin war bis Januar der Leiter der Abteilung der Russisch=chinesischen Bank in Charbin, wo eine kürzlich vorgenommene Nevision nach Angabe russischer Blätter große Unterschleife zutage gefördert hat. Dieser Umstand soll die Ursache des Selbstmordes sein. *) Wir entnehmen diesen Beitrag des berühmten Romanciers der soeben erschienenen Rheinnummer d. Leipziger„Illustrierten Zeitung“, die das lebhafteste Interesse aller Freunde des schönen Stroms und derer, die es werden wollen, finden wird. Ist schon der textliche Teil dieser Publikation, in dem wir Namen wie Klara Viebig, Rudolf Herzog, Wilhelm Holzamer, Johannes Trojan, Artur Rehbein, A. Trinius, General= major z. D. W. Bigge, Leonore Nießen=Deiters begegnen eine wertvolle Bereicherung der Rhein=Literatur, so übertrifft der geschickt arrangierte illustrative Teil mit seinen die Zahl hundert übersteigenden Abbildungen, unter denen sich zahlreiche farbige Reproduktionen befinden, auch die höchstgespannten Erwartungen. Ohne Ueberteibung läßt sich sagen, daß der Rhein und die ihm angrenzenden Gegenden wohl noch niemals eine derark wirkungsvolle bilbliche Verherrlichung gefunden haben. Jedes Blatt ist gleichsam eine Aufforderung, hinzueilen u. all die Schönheiten mit eigenen Augen zu schauen. Als Anhang enthält das Heft auf etwa sechsunddreißig Seiten eine Uebersicht der wirtschaftlichen und industriellen Verhältnisse des eheinisch=westfälischen Industriebezirks, die von einem umfangreichen, dieses Thema behandelnden Artikel Doktor W. Beumers, Mitgliedes des preußischen Abgeordnetenhauses, eingeleitet wird. Der Einzelpreis dieser zum Ruhme deutscher Landschaft auch in englischer und französischer Ausgabe erscheinenden Spezialnummer der„Illustrierten Zeitung" beträgt 2 M 60 8. Grundsteinlegung zur neuen Schule in Horn. §. Horn, ½. April. Die seierliche Grundsteinlegung zu dem neuen Schulgebäude sand gestern nachmittag gegen 6 Uhr in Gegenwart der städtischen Körperschaften und des Schulvortandes statt. Nachdem Bürgermeister Spelge die Urkunde verlesen hatte, wurde diese mit dem Stein in eine Mauer ein Ich hör' den Rhein an seine User rauschen, Das Wellenlied reißt meine Sehnsucht wund. Du meine Jugend, komm, laß dich belauschen, Drück' deine Lippen auf des Träumers Mund. Gewandert war ich und hatte gesucht. Das gesucht, das keinen Namen hat seit Anbeginn. Schnellfertige nennen es das Glück, Grübler Gott. Als ich die Erpler Lei, den jäh zum Rhein abstürzenden Basaltkegel, umschritten hatte und tiefatmend stand und mich nicht losreihen konnte von dem Bilde, das vor mir lag, ein Rauschen im Blut, ein Jauchzen in der Kehle und ein Gebetswort im Herzen— was rauschten die Rheinfluten, was rauschten die Bergwälder, was lachte die Sonne und zitterte über dem Himmel? Du hast gesunden! Suche nicht weiter! Du hast gefunden! Gott ist die Heimat. Und die Heimat ist die Jugend, und die Jugend das Märchen. Und Seligeres als das Märchen ist nicht auf aller Welt. Und dort lag es vor mir und trug alle Sehnsucht meiner Kindheit, die die Sehnsucht meiner Mannesjahre blieb, in seinem Schoß: das Land der Sieben Berge, vom schimmernden Gürtel des Rheintals umschlungen. Angefüllt mit allem Heiligen und Geheimnisvollen einer Mutter... Mutter, ich bin heimgekehrt. Dein Sohn kniet auf deinem Gewand, zu deinen Füßen immer der Knabe, und grüßt dich, Mutter. Ins Städtchen Unkel zieh' ich ein. Und die Erinnerungen hinterdrein, umschwärmen mich, laufen voraus und öffnen alle Türen. Dort prangt das Schild zu des alten Freiheitsängers Freiligrath Gedächtnis, der hier das Weib seiner Liebe sand. Gewaltig erscholl von diesem Erdenwinkel aus seine Stimme, deren Klang die Rheinlandssöhne begeisterte wie keine andere ihrer Zeit u. nicht minder gewaltig erdröhnten die Humpen, wenn im gastfreien Hause die Sänger des Vaterlands zusammenkamen aus allein rheinischen Gauen, Reckengestalten, streitbar, liederfroh und humpenfest. Go liebte das alte Rheinland seine Führer, und das heutige blieb darin treu der Vätersitte. Weil es das Leben liebt. Gelobt sei Gott! Roten Unkler hab' ich getrunken auch allen zum Gedächtnis und mir selbst, zur Freude, und die Straße bin ich marschiert, hügelan, gen Rheinbreitbach. Dort liegt ein Burghaus vor Jahrhunderten gefügt und für Jahrhunderte, und die Mauerpforte springt auf und, läßt den Herrn ein. Und fällt ins Schloß. Tiefe Parkstille ringsum. Und ich schreite durch die schattigen Parkgänge, streichle die ragenden Stämme, fahre mit der Hand liebkosend über Blumen und duftend Gesträuch, neye die Lippen am Springbrunnen und schreite weiter die Stufen zur weinumsponnenen Veranda hinaus, durch den gewölbten Gang, rechts die Kapelle, links das Refektorium, die Treppe hinauf, an hellen Räumen, lauschigen Kemenaten vorüber, öffne hoch oben eine Tür, trete über die Schwelle und stehe still; auf hochragender Terrasse, v. gotischen Mauerzinnen gegürtet. Einen einzigen umfassenden Blick sende ich aus als ersten Gruß. Heimgekehrt!——— Eine Stunde vergeht. Sab ich mehr als die Sonne der Heimat? Als sch ein Knabe War und lebte im nahen Tal der Wupper, sand ich in Feierabendstunden am Knte des Vaters gelassen. Nach der Feier fand ein gemütliches statt. Die Urkunde hat folgenden Wortlaut: Während der Baues der Volkoschule in Horn, Grundstein diese Urkunde einverleibt werden soll, soht— Deutsche Reich unter der Regierung Sr. Majestät des Kaisers Wilhelm II., unser engeres lippisches Vaterland unter der Er. Durchlaucht des Fürsten Leopold IV. Dieser ist vermählt mit Ihrer Hoheit Berta, Prinzessin von Hessen=Philippsthal=Barchfeld. An der Spitze der Regierung Sr. Durchlaucht steht Se Exzellenz Staatsminister Freiherr von Gevekot. Der Vorsitzende des Fürstlichen Konsistoriums, der direkten vorgesetzten Behörde des Schulvorstandes und der Schulen ist der Gheime Ober=Regierungsrat Pustkuchen; Mitglied des Konsistoriums, dem besonders die Schulen unterstellt sind, is: der Konsistorial= und Schulrat Deppe. Das Lippische Land umfaßt eine Seelenzahl von 149 500. Die Stadt Horn hat nach der letzten Volkszählung im Jahre 1905 2118 ortsanwesende Einwohner. An der Spitze der Stadt steht der Magistrat, dessen Mitglieder zur Zeit sind: der Bürgermeister Fr. Spelge, der Ratsherr Ed. Rebbe, der Ratsherr Ad. Sünkler, der Natsherr Kd. Heithecker und der Ratsherr H. Siekmann und die Stadtverordnetenversammlung, zu dieser gehören zur Zeit: der Schuhmacher H. Schierenberg, der Apotheker G. Neumann, der Lohgerbermeister Fr. Capelle, der Landwirt Fr. Kruse, der Lohgerbermeister Corn. Schierenberg, der Landwirt Aug. Geise, der Bäckermeister Cd. Voß, der Gerichtsvollzieher Fr. Vogt, der Maurermeister H. Ostmeier, der Weißgerbermeister H. Stecker, der Bäckermeister Fr. Großnickel, der Schneidermeister W. Brakemeier. An der Kirche amtieren der Pastor H. Wolff und Pastor H. Niedermeier und an der Volksschule Präzeptor Hilker, Kantor Bunte, Lehrer Schnittger und Lehrer Schnüll. An der Rektorschule erteilt der Rektor Fr. Klein und an der höheren Privat=Mädchenschule Fräulein Hubert den Unterricht. Letztere beiden Schulen haben ihre Unterrichtsräume nicht im Volks schulhause. Zu der Erbauung dieser neuen Volksschule ist besonders Nachstehendes zu sagen: Das Fürstliche Konsistorium zu Detmold hatte im Früh jahr 1905 den Physikus Sanitätsrat Dr. Volkhausen mit der Untersuchung der alten Schule beauftragt. Die Untersuchung ergab verschiedene Mängel und da auch ein großer Teil der Einwohner Horns sich sehr für die Erbauung einer neuen Schule aussprach und die Fehler der alten Schule die Mehrzahl der Schulvorstandsmitglieder von einer Reparatur der alten Schule abhielt, wurde in der Sitzung des Schulvorstandes am 19. Mai 1905 durch Stimmenmehrheit der Beschluß gefaßt, eine neue Schule zu bauen. Zu dieser Zeit bestand der Schulvorstand aus: dem Bürgermeister F. Spelge als Vorsitzenden, dem Pastor H. Wolff als Schulinspektor, den Lehrern Kantor H. Bunte und F. Schnittger, dem Landwirt Ad. Sünkler, dem Landwirt Fr. Heithecker. dem Apotheker G. Neumann, dem Zigarrenfabrikanten W. Heibrok, dem Schneidermeister W. Brakemeier, dem Schlossermeister F. Hampe und dem Kaufmann Ed. Capelle Der Schulgemeinde=Ausschuß hat dem Beschlusse des Sa. vorstandes zugestimmt. Zum Ausschusse gehörten: der Ratsherr C. Rebbe als Vorsitzender, der Bäckermeister F. Grosnickel, der Tischlermeister S. Roog, der Schneidermeister W. Brakemeier, der Kantor H. Bunte, der Kaufmann Ed. Capelle, der Lohgerbermeister Corn. Schierenberg, der Apotheker G. Neumann, der Mautermeister H. Ostmeier, der Steinmetzmeister J. Becker, der Zimmermeister C. Obertopp, der Sattlermeister G. Felbrich. Mit Rücksicht darauf, daß den Bewohnern Horn's durch den Neubau einer Schule aus Schulmitteln bedeutende direkte Steuern auferlegt werden würden, hat der Schulvorstand den Magistrat und die Stadtverordneten=Versammlung ersucht, den Bau auf Kosten der Stadt Horn ausführen zu lassen, welchem Ersuchen diese Korporationen gern nachgekommen waren. Al aber das Konsistorium zu der Erbauung der Schule durch die hat der Stadt seine Genehmigung versagte, hat die Vertreter —„„ gn, hat der Schulvorstand doch den Bau übernommen und ie Vertreter der Stadt Horn haben bereitwilligst ihre Hilfe z# den Baukosten zugesagt. Ihnen sei an dieser Stelle noch herzlich gedankt. Am 1. Januar 1908 ist in der Zusammensetzung des Schulvorstandes und des Schulgemeinde=Ausschusses eine Aenderung eingetreten. Für die ausscheidenden Schulvorstandomitglieder Bunte, Schnittger, Sünkler und Heithecker traten ein: Präzeptor H. Hilker, Lehrer N. Schnüll, Gastwirt Fr. Vogt, Dr. med. Guericke und Lohgerber Corn. Schierenberg, und für die ausscheidenden Ausschutzmitglieder: Redbe, Roog, Brakemeier, Bunte, Capelle, Schierenberg, Neumann, Ostmeier traten ein: Maurermeister H. Heerde, Wagenbauer S. Meiersohann, Bahnmeister H. Warneke, Gerichtsvollzieher F. Vogt, Tischlermeister Fr. Geise, Präzeptor H. Hilker, Pastor H. Niedermeier(Vorsitzender), Dr. med. Guericke. Der Schulvorstand in seiner jetzigen Zusammensetzung hat den Bau zu leiten, zu seiner Unterstützung sind von dem Schulgemeinde=Ausschusse der Steinmetzmeister J. Becker, der Bahnmeister H. Warnecke und der Bäckermeister F. Großnickel, erstere beiden als Bau=Sachverständige, hinzugezogen. Nach einer öffentlichen Aufforderung hatten verschiedene Architekten Entwürfe eingereicht, von denen der des Architekten Blecher in Detmold infolge der Empfehlung des Baurats Ritscher in Bielefeld, der das Richteramt bereitwilligst übernommen hatte, als der geeignetste ausgewählt wurde. Der Kostenanschlag, wie er vom Schulvorstand genehmigt ist, beträgt 93000 M. Die Schule wird zunächst fünfklassig mit der Einrichtung erbaut, daß durch einen kleinen Anbau ein sechstes Klassenzimmer hergestellt werden kann. Die Schülerzahl beträgt seit dem 1. April 1908 364 und zwar 182 Knaben und 182 Mädchen. Der erste Spatenstich zu der neuen Schule ist am 3. März 1908 durch die Maurermeister H. Ostmeier, H. Heerde und A. Teier gemacht. Am 13. April 1908 wurde diese Urkunde dem Grundstein einverleibt. Der Vorsitzende des Schulvorstandes: Spelge, Bürgermeister. und Land. * Militärisches In Detmold, 14. Apill. Raehmel, Hauptmann und Kompagniechef im Insanterie=Regiment Nr. 181, kommandiert zur Dienstleistung beim Landwehrbezirk Bielefeld, mit der gesetzlichen Pension zur Disposition gestellt und zum Bezirksofsizier beim Landwehrbezirk Bieleseld ernannt. * Personalien. Der Kandidat des höheren Schulamto Karl Gösling, bisher am Gymnasium Leopoldinum zu Detmold, wird mit Höchster Genehmigung zum 15. April als wissenschaftlicher Hilfslehrer an das Symnastum zu Lemgo versetzt.— Kaserneninspektor Schild ist von Breslau nach Minden versetzt.(Früher 9. Komp. des Ins.=Reg. 55.) * Symnasium Leopoldinum. Durch Versetzung von Unternach Obersekunda erhielten folgende Schüler den Berechtigungsschein zum einjährig=fretwilligen„Militärdienst; Leonhard Ahlers, Ernst Albert. Alexander Böhmer, Paul Capelle, John Calsar, Carl Drüke, Erwin Frohne, Adolf Klasing, Paul Kolb, Fritz Kutter, Walter Loebbecke, Waltet Lüdeking, Arthur Quack, Walter Neubert, Andreas Sielemann Werner Wessel, Fritz Zintgraff.4 a Lippischer Lehrerverein. Am Sonnabend fand in Lags eine Delegiertenversammlung statt. auf der folgende Reselution angenommen wurde: Der Lehrerverein spricht sein Bedauern aus darüber, daß die öffentliche Beurteilung der Schulgesetzentwurfs in dem Sprechsaal der Lipp. Post Nr. 75 eine Form angenommen hat, die weder den Anschauungen der Lippischen Lehrerschaft entspricht, noch zu einer gerechten Wertung der Vorlage beitragen kann. Ebenso entschieden muß der Lippische Lehrerverein aber auch protestieren gegen die verleumderische Art des Gegenartikels in Nr. 79 der Lipptschen Tageszeitung, der in böswilliger, unsachlicher Weise gegen den ganzen Lehrerstand unbegründete Vorwürfe und Anklagen erhebt. Der Vorstand des Lipp. Lehrervereins. * An die Monatsoper des Stadttheatero u Bielefeld sind olgende alte Bekannte unseres Theaterpublikums verpflichtet. und horchte, fieberheißen Auges, auf Mären und Sagen, die er zu erzählen wußte, und wollte nichts hören als die Mären und Sagen des Rheins, der hinter den Bergen floß. Und es ließ mich nicht mehr zwischen den Bergen, und es trieb mich ins Rheintal und auf die Höhen des Siebengebirges, und wenn ich sern war— mein Herz war dort geblieben, weil meine Jugend dort geblieben war. Und beide warteten auf mich... Wieder geht der Blick in die Runde. Ein Nicken, ein Winken, und es geht ans Händeschütteln. Im Süden beginnts. Dort reckt sich die Apollinariskirche, vielgetürmt, in den Himmel, und an den Berghügel, der sie trägt, lehnt Remagen aus uralter Römerzeit, im Rücken das liebliche Ahrtal. Geradeaus schau' ich, und Rolandseck lacht mich an, lacht mich an wie eine Kindheitsgeliebte. Dem alten Germanien. Karls des Großen, der noch immer hier zu beiden Ufern rheinauf, rheinab schreitend die Reben segnet, schau' ich ins Sagenherz. Ein Mauerbogen schwingt sich hoch oben auf der Höhe. An des Kaisers besten Paladin, an den Treuesten der Treuen, an Held Roland mahnt er. Und als hätte es nur dieser Mahnung noch bedurft, so finken die Schleier der Zeiten, und selig entfesselte Geister schweben über den Rhein. Held Roland kehrt aus dem Kriege heim. Jahre hindurch schwang er sein Schwert für seines Kaisers Ruhm. Mannestreue stand ihm höher als eigenes Begehr. Erst der Kaiser, dann ich! Und es wurde zu spät für ihn. Eine Insel, liegt im Rheinstrom, ein wunderbar stilles, grünes Eiland. Frauen und Jungfrauen wandeln im Klosterfrieden über den Rasen Nonnenwerths, und kein Weltmeer ist so breit wie der schmale Rheinarm links und rechts, der hier zwei Welten scheidet. Und unter dem Torbogen seiner Burg aß Hekd Roland und blickte hinunter auf Nonnenwerth und stieg aufs neue in den Sattel. Von Roncesvalles nur tönen oft in mondklarer Nacht lange, bange Hifthorntöne an den fernen Rhein... Mitleidig lugt über den Hügel die Ruine Godesberg, der Gottesberg der Germanen aus Wodans Zeit. In der Ferne blinzelt Bonn. Rasch wende ich mich. Mit einer jähen Bewegung, wie Kinder tun, die mit aller Willensanstrengung die schönste der Ueberraschungen aufsparten bis zum Schluß. Und wie Kinder tun, werfe ich die Arme in die Luft und tne einen Schrei, der nichts ist als Liebe, wilde, stürmende, lachende und weinende Liebe: Die Sieben Berge, die Sieben Berge! Siebengebirge! Nur eine einzige Bergkette kommt dir gleich an Schönheit der Linie und geheimnisvollem Duft. Das Klefnod der römischen Campagna die Albanerberge. Und sie — sind nicht die Heimat! Zu ihren Füßen rauscht nicht der Berg! In ihren Wäldern bestand Held Dietrich von Bern nicht den schrecklichen Riesen, Held Siegfried nicht den grausigen Lindwurm! Lief Schneewittchen nicht zu den sieben Zwergen in den sieben Bergen! Hier geschah's, hier geschah das alles, was unsere Kindheit reich machte und unsere Jünglingszeit abenteuerfroh. Und von der Klippe des Grachenfels aus siehst du aus weitem, niederrheinischen Land den Dom von Köln dir winken, durch Mittelalter hindurch bis in unsere Tage. Und tausend Mären raunen um seine Türme, u. tausend Schwänke kichern durch die Gassen des„hilligen Köllen“. Wege weiß ich im Buchenwald, verträumt, als sännen sie hinter den Dingen der Jahrtausende her, die hier ihre Spuren ließen. Auf stundenweiten Pfaden triffst du kaum einen Menschen, der dir entgegenwandert. Der Strom der Fremden nimmt kürzere Wege. Zu Hunderten trägt sie die Zahnradbahn auf die Höhe des Drachensels, des Peterobergo Die Fußwege zu den Aussichtspunkten sind angefüllt mit baubbekränzten liederjauchzenden Menschen. Das Gebirge aber, das Herz der Berge gehört dir, dem einsamen Wanderer, und wenn du an der Klosterruine Heisterbach vorüberziehst, so win du verstehen lernen, wie in dieser stillen Waldesschöne ein Mensch sich so ganz an die Natur verlieren kann, daß ihm wie dem grübelnden Zisterziensermönch von Heisterbach tausent Jahre scheinen wie ein Tag.— Meine Brust dehnt sich, mein Herz möchte ausfliegen und sich anschmiegen an alles, was es sieht und liebt, und ihm zuflüstern wie ein Weihnachtsgeheimnis, das es selber a mmeisten bestaunt: Ich zurück! Heimak— Heimat!—— In köstlichem Bogen prangt die Landschaft. Wenn ich die Blicke streifen lasse beider Ufer entlang von Nord nach Süd und von Süd nach Nord, liegt der Rhein silbern eingefangen in das grüne Bild wie ein Binnensee. Drüben, in den Eiselbergen, brennt der Herrgott lächelnd ein Feuerwerk ab. Die Sonne geht zur Rüste. Das ganze Rheintal ist ein einziger Widerschein des Sonnenmantels, d. sich langsam zusammenrollt Durch eitel Purpur und Gold ziehen die Schiffe in königlicher Fahrt. Und um sie her in der Luft, durch die die Abendglocken sich zurufen von Rheinstädtchen zu Rheinstädtchen, ist es wie fröhlicher Gottesdienst. Denn rechter Gottesdienst kann nur fröhlich sein. Seele, singe dein schönstes Lied! Da riefen meine Gedanken von fernher mein Weib herbei und meinen Knaben, daß sie sich an meine Schulter lehnten.— Durch den dunkelnden Park wanderte ich, Schritt für Schritt, und nahm an Blumenduft mit, was meine Brust zu fassen vermochte. Und ich spürte den Duft den ganzen Abend und die ganze Nacht, während ich die Straße zog durch das stille Honnef, das Nizza des Rheins, das Nachtigallengelände. Ueber den kreuzgeschmückten Marienberg hob sich in majestätischer Leuchtkraft die Riesenscheibe des Mondes, und es flirrte in der Luft wie Elfenreigen und über den murmelnden Wassern wie huschende Nixen. Und wo eine Laube im Garten lag zwischen Honnef und dem lichterblitzenden Königswinter, tönte das feine Klingen rheinweingefüllter Nömer und der Zweiklang von Männerhaß und Frauensopran. Tages Arbeit— abends Gäste. Rheinischer Brauch.— Und jetzt?— Singen und Klingen die Straße hinauf! Klirrende Fenster, und heiße Mädchenköpfe über jedem Blumenbrett. Die Bonner sind da, die Studenten! Im Gänsemarsch kommen sie angezogen, Burschen schlank wie Kerzen, Mütze auf, Band um, in der Rechten den schäumenden Humpen, in der Linken das am Stecken schwankende Lampion. Singen müssen sie, singen oder sterben! Und lebenstrotzend singen sie, die Gassen auf, die Gassen ab, singen das Lied von der besten Wirtin am Rhein, dem Aennchen von Godesberg:„Lindenwirtin, du junge!“ Ueber den aufleuchtenden Rhein gleitet mein Kahn. Dort drüben am andern Ufer, weiß ich ein gastliches Freundeshaus, ein Künstlerheim. Und ich sitze zwischen ihnen, den Menschen der Heimat. Und keiner sagt:„Was bist du geworden in der Welt?“ Und jeder nur:„Er ist der alte geblieben!“ Hoch über der Ruine des Drachensels steht jetzt der Mond, und das Siebengebirge leuchtet, als flösse Hermelin zu beiden Seiten. Ganz still wird's in unserer kleinen Runde.„Sott ist die Heimat“— Irgenbwoher klang's wie ein Loblied.. Berte Schelper, unsere Koloratursängerin vom vergangenen Jahre, Wilhem Stauffen, lyrischer Bartton, Carl Baumans, Tenordufso, der Sohn unseres Bassisten Kaspar Baumann, der auf dem Detmolder Friedhof seine letzte Ruhestätte gefunden und Tillo Neibiastadt. Die Opernzeit beignnt am Ostersonntag. * A u s d e m G e n n e l a g e r. Z u m N a c h f o l g e r d e s z e i t i g e n Kommastdanten des Truppenübungsplatzes Senne, Generalmajors von Toll, welcher seil Abschiedsgesuch eingereicht hat, soll Oberst Junk vom Ins.=Reg. Nr. 159 in Mülheim ausersehen ein * Fräulein Murbach wurde zur Kammersängerin ernannt. Fräulein Murbach hat sich in liebenswürdigster Weise bereit erklärt, bei der demnächstigen Einweihung der Orgel der neuen Stadtkirche(gegen Pfingsten) mitzuwirken. * D i e a l t e B a u e r n b u r g a u f d e m M e i e r h o f z u W a n t r u p in Heiligenkirchen ist niedergelegt worden. Die Burg zu Wantrup war eine der ältesten Bauernburgen in unserem Lande. * K a r f r e i t a g s= K o n z e r t. D a s u n s v o r l i e g e n d e P r o g r a m m der am Karfreitag in der reformierten Stadtkiche stattfindenden Geistlichen Musikaufführung enthält Arten und geistliche Lieder für Alt, gesungen von Frau Erste Staatsanwalt Crede, Soli für Violine, vorgetragen von Herrn Kapellmeister Siefte und 2 Sätze für Streichquartett u. a.„Die sieben Worte des Erlösers am Kreuz“ von Hayde. Fräulein Geßner ist leider verhindekt mitzuwirken, da sie schon Karfreitag in Göttingen eintreffen muß; trotzdem bleibt das Programm noch recht reichhaltig.— Sobald die neue Orgel fertig ist, werden regelmaßige Kirchenkonzerte bei freiem Eintritt unte Mitwirkung von Chor=, Vokal= und Instrumentalsolisten veranstaltet werden * Schneegestöber ließ gestern vergessen, daß wir mitten im Frühling sind. Hoffentlich bekommen wir nicht noch„weiße Ostern“ mit Schlittenfahrten und Schneemännern.— Meldungen über andauernd starke Schneefälle lausen aus den verschiedensten Teilen Thüringens ein. An einzelnen Orten liegt der Schnee bis zu 10 Zentimeter hoch * R e f e r e n d a r p r ü f u n g. A m 1 1. A p r i l d. J. f a n d bei dem Oberlandesgericht in Celle eine Prüfung von Rechtskandidaten statt. Von den zugelassenen vier Kandidaten trafen zwei in die Prüfung ein. Es bestand der Rechtskandidat Otto Frederich aus Lüneburg die Prüfung. * Italien in Detmold. Im Anzeigenteil der heutigen Nummer wird das allgemeine Programm für den in nächster Woche statt findenden Bandel=Bazar bekannt gegeben. Gestern langte schon ein Waggon Dekorations gegenstände an, die von dem Düsseldorfer Kunstatelier W. Hammann zur Verfügung gestellt sind. Der Bazar wird eine allererste Sebenswürdigkeit bilden und ben geringen Eintritspreisen sicher eines außerordentlichen Besuches zu erfreuen haben. * D i e a u ß e r o r d e n t l i c h e H a u p t v e r s a m m l u n g d e r n o r d westdeutschen Zigarren= und Tabak=Fabrikanten nahm nach eingehender Beratung einen Beschluß an, in dem es u. a. heißt: Die in Oeynhausen zahlreich versammelten Zigarren= und Tabakfabrikanten aus Westfalen, den HansaWben, Honnone, Braunichweig, Olbenbure. lstein, Lipve, Waldeck und Purmont erklär mig, daß jede Neuer!““ baks für ihre Industr gen im Gefolge haben Oldenburg, Schleswigpe. Waldeck und Purmont erklären einstimKeuerliche Mehrbelastung des Taestrie die schwersten Schidigungen im Gefolge haben muß, insbesondere muß eine Bauherolensteuer die Selbständigkeit der jetzt in der Tabakindustrie in der Mehrzahl überwiegenden kleinen und mittleren Fabrikanten zugunsten weniger Großfabrikanten aufs schwerste schädigen und schließlich vernichten und in ihren Endzielen die Wege zum Staatsmonopol ebnen. Die Fabrikanten halten an der Erwartung fest, daß der Reichstag aus volkswirtschaftlichen und sozialpolitischen Gründen einer etwaigen Tabaksteuervorlage seine verfassungsmäßige Zustimmung versagen werde. * Eichholz, 14. April. Der Schützenverein SporkEichbolz=Remmighausen seiert am 8. Juni(2. Pfingstfeiertag) und 14. Juni im Dreierkrug in Eichholz sein diesjähriges Schützenfest. 2o. Lemgo, 14. April. Gestern fand hier die Gesellenprüfung der Schuhmacher=Innung statt. Aug. Hütte, Sohn des Schuhmachermeisters Aug. Hütte in Istrup, Lehrling bei Schuhmachermeister Ernst Kuhlmann, bestand die Prüfung mit„sehr gut“ und Heinr. Göhner, Sohn des Herrn Göhner in Lieme bei Schuhmachermeister Herrn Svenhausen mit„gut". * Lemgo, 14. April. Die Eheleute Feuerwehrhauptmann und Klempnermeister Theodor Scheidt feierten gestern das Fest der silbernen Hochzeit. Wir gratulieren bestens!— Herr Direktor Laser an der Kohlstädter Bierbrauerei wird am 1. Oktober als Teilhaber in die Lemgoer Brauerei(Bauer) eintreten.(L. P.) Lage, 18. April.(Kirchliches., Gestern morgen nach der Frühkirche fand eine wichtige Kirchenvorstandssitzung statt, in welcher es sich u. a. um die Verwaltung und Besprechung der neu zu e bauenden Kirche In hiesiger Stadt handelte. Man spricht i von, daß ein Teil der Landgemeinde abgetrennt werden und dahin auch die Kirche gebaut werden soll. Dazu schreibt die„L. Vz.“: Wir wollen jedoch im Interesse unserer Stadt wünschen, daß die Kirche hier bleibt und der Bau einer zweiten Kirche nur noch eine Frage der Zeit ist. eg Horn, 13. April. Bestern fand im Bialonschen Hotel die Generalversammlung der Allgemeinen Ortskrankenkasse des Amts Horn statt. Bei Abnahme der Jahresrechnung ergab sich, daß die Einnahme Mr. 9751,01 betrug. Die Ausgabe 9442,32 Mk., mithin ein Ueberschuß von 308,69 Mk. Der Betriebsfond betrug 500,00 Mk., der Reservefond 5400 Mk. Dem Rechnungsführer wurde Entlestung erteilt. Die Anmeldestelle in Bad Meinberg, die bis jetzt der verstorbene Gemeindevorsteher Fricke daselbst inne hatte, hat der Vorstand dem Bäckermeister Schätermeier dort übertragen. * B a r n t r u p, 1 4. A p r i l. D a s V e r b a n d s f e s t d e s Lippischen Feuerwehrverbandes findet am 27. und 28. Juni hier statt. * Oerlinghausen, 14. April. Der Plan über den Bau einer oberirdischen Fer nsprochlinie in der Genne(Lippische Reihe) an dem Amtsgemeindewege nach Kracks liegt bei dem Postamt in Oerlinghausen 4 Wochen aus. 12. Aprtl. In der gestrigen Versamm gettrigen lung der Handwerker=Innung wurde beschlsossen, an Sonntag, den 26. April eine Auslegung der Arbeiten der Fortbildungsschüler, verbunden mit Konzert und nachfolgendem Ball zu veranstalten; auch wird der Vorsitzende der Handwerkskammer nachmittags einen Vortraa über Innungsangelegenheiten halten.— en Almena, 10. April.(Biehmarkt.) Heute wurde hier der gesetzlich festgesetzte Biehmarkt abgehalten. Es waren wahl 150 Stück Schweine vorhanden Der Handel hätte bedeutend besser sein können. Die Preise schwankten für 6—8 Wochen alte Ferkel zwischen 15 und 18 Mark. eg Möllenbeck, 13. April. Ci. Jauilie des hies. Herrn Domänenpächters=Treviranus ist heute von einem höchst bedauernswerten Unglücksfall betroffen. Der hoffnungsvolle 16jährige Sohn des Herrn Trevirauns, der infolge fleißigen Studiums als Gymnasiast in Rinteln schon als Sechzehnjähriger die Berechtigung zum Einjährigen erreicht, hat sich beim Reinigen eines Jagdgewehres, beim Herausziehen der Patrone, die linke Hand in schrecklicher Weise zerschossen und zerrissen. Der schnell durch das Telephon herzugerufene Haus Arzt, Herr Sanitälsrat Hove dissen=Barenholz, hat den ersten Verbond angelegt; weil jedoch eine Ueberführung in eine Klinik für durchaus nötig erachtet, ist der Schwerverletzte sofort nach Minden in Waldsbergs Klinik gebracht. Die Unglücksfall findet hier allgemeine herzliche Teilnahme. Aus der Nachbarschaft. +. Steinheim, 12. April. Die hiesige Rektoratschure zählte im abgelaufenen Schuljahre 119(zum Schluß 115) Schüler. Diese verteilten sich auf die 5 Klassen in folgender Weise: Ober=Tertia 15, Unter=Tertia 24(22), Quarta 25(24), Quinta 22 und Sexta 33(32). Der Konfession nach bezeichneten sich als katholisch 86, evangelisch 4, lutherisch 8, reformiert 21 und jüdisch 5. Aus Steinheim waren 55 Schüler, 64 aus den benachbarten Ortschaften, davon 22 aus dem Fürstenturm Lippe. An der Schule sind 5 hauptamtliche und ein nebenamtlicher Lehrer tätig. Letzterer erteilt den für die evangeltschen Schüler eingerichteten Religionsunterricht.— Die Ostern 1907 auf die Untersekunda aufgenommenen früheren Schüler haben zum Schlusse dieses Schuljahres sämtlich das Einjährigenzeugnis erhalten, im ganzen 9. Auch die übrigen früheren Schüler erreichten alle das Ziel ihrer Klassen, 2 derselben erwarben sich das Neifezeugnis. — Das neue Schuljahr beginnt am 23. April. Tags zuvor ist die Aufnahmeprüfung für die neuangemeldeten Shlder. # B###rbung, 14. Aprll. Sounten mittag sand zu Ehren des Geburtstages X. K. Hoheit der Viktorla um ein Uhr bei Ihrer ba Mutter ein Dejeuner statt. Abends um sioden Uhr fand im Fürstlichen Schlosse das Geburtstagodine: statt, zu dem die Herren vom Hose mit ihren Damen sowie Staatsminister Exz. Freiherr von Zeilitzsch und Major Graf Finck von Finckenstein nebst Gemahlinnen geladen waren.— Aus Bonn wird gemeldet: Zum Geburtstage Ihrer Königlichen Hoheit der Frau Prinzessin Adolf zu Schaumburg=Lippe hatten die öffentlichen Gebäude und viele PrivathäuserFlaggenschmuck angelegt. Letzte Nachrichten. Duisburg, 13. April. Der frühere Stadtreutmeister Friedrich Rumpf aus Oberhausen wurde heute vom Schwursericht wegen Unterschlagung amtlicher Gelder in Höhe von 15000 Mark und Urkundenfälschung zu i en Jayr zwei Monaten Gefängnis, unter Anrechnung von 7 Monaten auf die Untersuchungshaft verurteilt. Ronen, 13 April. Etwa siebenhundert ausän dige Koblenträger machten heute den Bersuch, hre nicht organisierten Kameraden zur Arbeitsniederl gung zu bewegen. Als ihnen dies nicht gelang, bewarfen sie die Arbeitswilligen mit Kohlenstücken, drangen dann auf die Schiffe und mißhandelten die dort Beschäftigten. Drei Arbeiter wurden verletzt und zwei Verhaftungen vorgenommen. Wien, 13. April.(Zu der Ermordung des galizischen Statthalters.) Die Mutter des Mörders erklärte bei der Vernehmung:„Ich will die Wahrheit sagen. Ich war es, die meinem Sohn diesen Gedanken eingab und ihn zu dem Morde bewog, da es nur einen Ausweg gebe, der Uoterdrückung des ruthenischen Bolkes ein Ende zu machen.“ New=York, 18 April. Nach den nunmehrigen Feste stellungen beziffert sich der durch den gestrigen Brand in Chelsea, der Vorstadt Bostons, verursachte Materialschaden auf zwölf Millionen Dollars. Fünfzehntausend Einwohner sind ohne Obdach; ihr Elend und ihre Not sind groß. Man befürchtet, daß noch Leichen unter den Trümmern liegen. Berlin, 14. April. Bei dem Brande in der Garnisonkirche ist von vielen im Halbschiff angebrachten Fahnen von 1870=71 nur eine gerettet. Die Kirche brannte völlig aus. Brandstiftung wird nicht vermutet, da sämtliche Türen und Fenster fest verschlossen waren. Der Kronvrinz blieb bis nach Mitternacht an der Brandstätte und besichtigte mit dem Brandmeister und einigen anderen hohen Beamten die Gruft. Kurz nachdem sie dieselbe wieder verlassen hatten, stürzte ein Teil derselben zusammen. Ein Feuerwehrmann ist durch Abstürzen von der Leiter verletzt worden. Sunlicht Seife „ bildet einen vollkommenen Ersatz für die Rasenbleiche und macht schädliche Zukalen und scharfe Waschmittel überflüssig. Blütenweisse Reinheit und Sunzichtssice Köstliche Frische der Wäsche entzücken die Herzen aller Hausfrauen, welche bes nauserau, nur allein Sunlicht Seife verwenden. Man weise Nachahmungen zurück! München, 14. Aprtl. Der bekannte Zaologe von Leybig ist in Rothenburg im Alter von 87 Jahren gestorben. Magdeburg, 14. April. Die Polizei hat die Umzüge am 1. Mai unterlagt, da dadurch die öffentliche Sicherheit und Ordnung gefährdet werden könne Delmenhorst, 14. April. 2 Gebrüder stürzten gestern in die Wohnung eines Arbeiters. töteten diesen durch Messerstiche und verletzten die Frau. Die Täter konnten sofort verhaftet werden. Washington, 14. April. Nach einer längeren Unterredung mit dem Staatssekretär des Aeußern über die Lage in der Mandschurei, reiste gestern der russische Botschafter nach Petersburg ab. Mast' glaubt, daß die Mandschuretangelegenheit dann zur Regelung kommt. Liste der bei der Städtischen Sparkasse zu Det“ mold eingezahlten Beträge zwecks Errichtung des Bandel=Deukmals. Von Oberleutnant v. Sartorius in Berlin, 3 Mi. Von Max Dresel Geheimei Kommerzienrat in Daldke, 50 Mi. Von Rechnungsrat Nolte in Carlshafen, 5 Mk. Vom Komitee des Hoftheaterballes, 100 Mk. Von I. Davin in Bremen, 10 Mk. Von Generalleutnant Sixt v. Arnim in Berlin, 5 Mk. Von Davids, Gut Winning, 5 Mk. Von Louis Hofer in Göttingen, 8 Mt. Von Krupp v. Bohlen und Halbach, 100 Mk. Von Julius Krutmeyer in Oeynhausen, 10 Mk. Dr. H. v. Böchting in Tübingen, 50 Mk. Von General v. Bock=Pollach in Hannover, 10 Mk. Von Dr. jur. Engler in Wir'el, 2 Mk. Von Gustav Brende in Celle, 8 Mk. Von Professor Dr. Kasten in Hannover, 8 Mt. Von Heinrich Stegen in Peine, 5 Mk. Von Oberbaurat Prüßmann in Hannoner, 10 Mk. Von Eisenbahnsekretär H. Peus in Dortmund, 5 Mk. Staatsminister d. Gevekot hier, 10 Mk. Von Dr. med. Mayer in Königs lutter, 5 Mi. Von Walter Krug in Berlin, 1 Pf. Von Kammerrat Clemens Thieme in Leipzig, 20 Mk. General der Infanterie Kluck in Königsberg, 6 Mk. Von Professor Kahl in Wilmersdorf, 50 Mk. Von Rechnungsrat SchulzeArusberg, 3 Mk. Vom Kegelklub„Fidele Brüder“=Badbergen, 10M. Von Generalmajor v. Strubberg, Westent, 10 M. Von Hauptmann a. D. von Mansberg, Me.nbrexen, 10 M om Künstlerverein Hannover 100 M. Von den De molder Gesangvereinen Arion, Frohsinn, Eintracht, Perpetua und Liedertafel, 430 M. Von Landgerichtesekretär Pagen= stecher, hier, 96.19 M. Von Eisendahnickretär H. Hellmund, Zu den Osterfeiertagen empfehle: junge Puter, Poularden Capannen, Enten, diesj. Gäuse, Birkwild, Schmaltierziemer und Keulen. Chr. Kate Gymnasiasten finden angenehme, preiswerte sstelle d. B1 Heirat! Geb. Dame, i. d. Dreißigern, mit Vermögen, sucht, da hier fremd, die Bekanntschaft eines errn passenden Alters. Zu in unt.„D. 88“ an die ftostelle dies. Blattes. Erfurt, 30 M. Von A. Beckmann, Hannover, 5 M. Von Professor Dr. Schmitt, Charlottenburg, 8 M. Von Direktor E. Opitz, Kiel, 10 M. Von Staatsminister Freiherr v. d. Recke, Münster, 100 M. Von Richard Mattschaß, Charlottenburg, 5 M. Von Direktor Kalkuhl, Oberkassel, 20 M. Von Postinspektor Kleine, Posen, 3 M. Von Oder=Postpraktikant Ludolf, Posen, 3 M. Von Kommerzienrat Hans Hinrichs, hier, 10 M. Vom Ueberschuß aus der Sammlung für das Lortzing=Denkwal, 11.11 M. Von Professor Dr. med. Breitung, Coburg, 100 M. Zusammen 1427.31 M. Sport. Von Petersburg und Paris meldet der Kabel den Brennabor=Werken die neuesten Siege. Neben 5 ersten Preisen gewinnt der Berliner Bader den großen Preis von St. Petereburg. Der Weltmeister Louis Darragon startet im Pariser„Buffalo“ zum ersten Mal auf Brennabor und siegt überlegen vor Parent und Wills. In Zehlendorf wird der große Frühlings=Preis und in Düsseldorf der große Rheinische Frühjahrs=Preis auf Brennabor gewonnen. Ueber 40 erste Preise sind in der Saison 1908 bereits gewonnen und bleibt daher Brennabor die erfolgreichste Marke. Handel und Märkte. 4proz. Deutsche Reichs= und Preußische Staatsanleihe von 1908. Die nunmeh: vollendete Zusammenstellung des Zeichnungsresultats ergibt, daß insgesamt rund 710 Millionen Mark subskribiert worden sind Familien=Nachrichten. Genorben: Hermann Wallmeier, 58 Jahre, in Stadenhausen: Beerdigung: Dienstag N. 8 Uhr.— Willy Wille, 9 Monate, in Oerlinghausen. Verlobt: Else Bernhardt=Lemgo mit Kaufmann Walter Steudel=Moskau. Detmold, 14. April. Wetterbericht der Wetterdienst. stelle des meteorologischen Observatoriums zu NacherM ist trocken, aber ziemlich trübe; schwache Luftbewegung; Temperatur nicht erheblich geändert. London: Schön, kühl. Hamburg: Bewölkt. Oster=Topftuchen Rezept: Man rühre 250 gr Butter gleichmäßig schaumig, gebe dann 6 Eier und 200 gr Zucker bei(jedesmal 1 Ei und 2—3 Löffel Zucker), füge dann 500 gr Mehl und ½ Liter Milch allmählich hinzu, und nachdem Milch und Mehl innig mit der Masse verrührt sind, mische man die abgeriebene Schale einer halben Citrone sowie nach Belieben Rosinen und Korinihen und dann zuletzt 1 Paket Reeses Backpulver à 5 Pfg. recht tüchtig in den Teig hinein; dann bringe man den Teig in der mit Butter ausgestrichenen Form sofort in den heißen Ofen und man wird staunen über den mit Reeses Backpulver à 5 Pfg. erzielten großen, lockeren und daher leicht verdaulichen Kuchen. Reeses Backpulver ist auch zu jedem anderen Backrezept, wozu ein 10 Pfg. Backpulver oder Hefe vorgeschrieben ist, zu verwenden. Reese Gesellschaft, Hameln. # Sommertheater Gieuer Krug) Detmold s Für meine Dampfziegelei Taterberg bei Heide=Holstein suche per sofort 2 nüchterne mit Ringofen vertraute Breuner. Ad. 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Elntritt: am Eröffnungstage 50 Pf., an den anderen Tagen 30 Pf. für Mattnee 1 am Sonntag 20 Pf KK Domänen= Verpachtung. Die im Amte Hohenhausen, Fürstentum Lippe, belegene 6 Kilom. von der Bahnstation Lemgo entferute, Fürstliche Domäne Breda mit einem Gesamtflächeninhalt von 174, 16,93 ha worunter 140, 53,72 ha Acker etc., 12, 86, 98 ha Wiesen, 20, 92, 24 ha Weiden und Huden, soll auf 18 Jahre von Johannis 1909 bis dahin 1927 im Wege des öffentlichen Meistgedots anderweit verpachtet werden. Hierzu ist Termin auf den 20. Mai d. J. vormittags 10 Uhr m dem Geschäftszimmer der unterzeichneten Behörde ange setzt. Pachtliebhaber werden zu dem Termine eingeladen mit dem Bemerken, daß das bisherige Pachtgeld 6650 Mk., der Grundsteuerreinertrag 4991,56 Mk. beträgt und zur Pachtübernahme ein verfügderes Vermögen von mindestens 0000 Wr. erforderlich is, über desa eigemtümlichen Be. " s o w i e ü b e r i h r e l a n d w i r t s c h a f t l i c h e B e f ä h i g u n g s i c h d i e wirder spätestens im Termine durch glaubhafte Zeugnisse auszuweisen haben. Die Pachtbedingungen, von denen wir auf Verlangen gegen Schreibgebühr Abschrift erteilen, können in unserer Registratur eingesehen werden. Detmold, den 10. April 1908. Fürstlich Lippische Reutkammer. Wasserfall. UEBERALL ZU HABEN BESTER KRAUTERLIKOR Für ca: 8000 Mark Schuhwaren sollen in möglichst kurzer Zeit. mit 15 bis 50% unter Preis Wegen täglich sich steigernder Inanspruchnahme meiner und Plättanstalt„ genügen die bisherigen Räumlichkeiten nicht mehr, weshalb ich mein Ladenlokal hierzu mit verwenden muß. .# Wer sich für wenig Geld mit guten Schuhwaren versehen will, wolle sich an mich wenden. F. Meise, Detmold, Meierstrasse 14 gegenüber der Lutherischen Kirche. Konkurs C. Plöger, Nachfolger, Detmold. Fortsetzung des Ausverkauts 8½—12 und 3—7 Uhr täglich im Geschüftslokal Paulinenstraße. Uhren aller Art. 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