Generat-Anzeiger. für das Fürstentum kippe. 150 Mk und 42 Pfg. n. 14 Pfg. Bestellgeld. 15 Pfg., auswärtige 2) Lipp Ziegelei=Anzeiger. Rotationsdruck Vertretungen fest allen Ortschafte Hohenhausen, Barenholz, Sternbergüber 100 Vertretungen.— Die rnsprecher 10 ferner in k u. Verlag: Willo Bruder, Detmold, Hornschestraße 30. Fernsor in: Salzusten. Lemgo, Lage. Blomberg, Horn, Barntrup. Schwalenberg: f# schaften der Aemter Detmold, Schötmar, Oerlinghausen, Lage, Horn, Brate, Parntrup, Blomberg, Schieder, Schwalenberg; zusammen „Lippische Tages=Zeitung“ erscheint jeden Wochentag. N 87. Verantwortlicher Redakteur: Will: Bruder, Detmold. Detmold, Sonnabend, den II. April 1903. Telegramm=Adresse: Tageszeitung, Detmold. 13. Jahrgang. Politischer Wochenbericht. Nach harter Arbeit und heißer Redeschlacht hat der Reichstag das Reichsvereinsgesetz, dessen Kulminationsounkt der vielumstrittene§ 7. der sogenannte Sprachenparagraph ist, gegen die Stimmen des Zentrums, der Polen und der Sozialdemokraten und einiger freisiuniger Eigenbrödler, wie die Abg. NeumannHofer, Potthoff, Dohrn, angenommen, ein Erfolg der Blockparteien, der in allen nationalgesinnten Kreisen die lebhafteste Befriedigung hervorgerufen hat. Denn erst jetzt wird es möglich sein, die Umtriebe der Polen und Dänen gründlich zu überwachen und der Möglichkeit vorzubeugen, daß in olsenen Versammlungen gegen das Deutschtum gehetzt und die Losreißung deutscher Landesteile gepredigt wird. Das wurde bisher ungemein begünftigt durch destehende Gesetze, die es den Polen und Dänen erldubten, sich in offenen Versammlungen ausschließlich ihrer Sprache zu bedienen, und so kam es, daß der Polizeibeamte dabei saß und in der Unkenntnis des gesprochenen Idioms es nicht verwehren konnte, wenn ein Redner nach dem andern unter Ktürmischem Beifall der Menge zum Landesverrate aufforderte. Von großer Bedeutung ist auch der von den Konservattven eingeschaltete§ 10a, der Jugendliche unter 18 Jahren von politischen Vereinen und Versammlungen ausschließt und so eine Handhabe gegen die Jugendvei hetung bietet. Junge Leute haben nun einmal in politischen Versammlungen nichts zu suchen, sie sollen etwas lernen, aber sich nicht politisch betätigen. Dazu sehlt ihnen in dem Alter doch noch die nötige Rize. Die„National zettung" widmet den mit den Sozialdemokraten, Polen usw. zusammengehenden Herren Neumann=Hofer, Potthof usw. die folgenden tressen Worte:„Der Block hat also wieder gut gearbeitet, unbekümmert um das Toben und Lärmen der Gegner. Abseits standen wieder nur dieselben Oultsider wie schon früher. Ja, die Herren Potthoff und Neumann=Hofer waren sogar in ihrem„unentwegten Libe ralismus“ noch päpstlicher als die Päpstlichen, indem sie voluliche Anträge unterstützten, die sogar dem Zentrum unannehmbar schienen.“ Nach einem arbeits., aber aug erfolgreichen Bierteljahr sind die Reichsboten nun in die Osterserien gegangen, und wir gönnen ihnen die Ferienruhe und den Osterfrieden von Herzen.— Auch der preußische Lanotag hat Schluß gemacht. Am Don nerstag nachmittag fand in Gegenwart sämtlicher in Berlin anwesenden Staatsminister die gemeinsame Schlußsitzung beider Häuser des Landtages statt. Ministerpräsident Fürst v. Bülew verlas eine königliche Botschaft, durch die der Landtag geschlossen wurde. Der Präsident des Landtages. v. Kröcher, brachte ein dreifaches Kaiserhoch aus, worin die Anwesenden begeistert einstimmten. „Aeußerst interessant ist es zu erfahren, wie die christ lich=soztale Partet Oesterreichs, die in der Ver Jnteressen dem deutschen Zeutrun wahrlich nicht nachsteht, über die Annahme des deutscher Vereinsgesetzes denkt. Ihr Organ, das das Deutschtum in Oesterreich wacker vertretende„Deutsche Volksblatt“ in am Schlusse eines längeren Leitarttkele: „Daß das Zentrum Arm in Arm mit der Sozialdemokrati: gegen den Sprachenparagraphen frondierte, ist höchst be klagenswert, und die Herren Spahn und Gröber sollten wenn sie die Lobsprüche lesen, welche die indische Presse ihrer nationalen Geschlechtslosigkeit zollt.“ Bom Auslande ist serner der durch ein andauernder Leiden veranlaßte und seit längerer Zeit erwartete Rück tritt des britischen Premierministers Sit Denry Campbell Bannerman bemerkenswert, an dessen Stelle der bisherige Schatzsekretär Asguith getreten ist. Wie in seinem Vaterlande erfreute sich der im zähen Kampft für seine politischen Ideale ergraute britische Staatsmann im Auslande hoher Wertschätzung. In Deutschland insbesondere soll es ihm unvergessen bleiben, daß, während er die Führung der Regierungsgeschäfte in der Hand hiel die Beßserung des deutsch=englischen Verhältnisses einge Sir Heurn hat diesen Vorgang nicht un i Wohlwollen beobachtet, sondern zum Gelinzdu der auf eine Verständigung zwischen der öffentlichen Meinung drügerichteten Bestrebungen in dankenswerter Weise tätig beigetragen. Am Ende setner politischen Lauf bahn genteßt er die wärmste Verehrung seiner Gesinnungs und die aufrichtige persönliche Achtung seiner Geg ner, die durch den Mund des Führers der Opposition Balour, im Auterhause ihren herzlichen Empftndungen Ausdruck geben ließen, auch in diesem Falle von neuem die gechitäs Art bekundeno, in der das britische Parlament öffentliche Angelegenheiten zu behandeln pflegt. „Hortuglesiichen Corteswablen haben cieten vollständigen Sieg der beiden monarchistischen Par J egenera oren(Konservativen) und Progressiergeben, und die Republikaner sind völlig Im Lande sind die Wahlen im ganzen ruhig verlaufen, während es in der Hauptstadt Lissabon zu wic„uruhen kan, die zu blutigen Zusammenstößen Wit gx=Betizs und dem bereit gehaltenen Mikitär führten. Die Repablikaner sind in großer Aufregung, da ihre HoffWege zur Macht zu gelangen, Wahlergebnts zunichte geworden ist, und es ist vielleicht nicht ausgeschlossen, daß das in letzter Zeit schwer Frankreich als Berater Hollands in der Thronfolgefrage. schriehen: Amsterdam wird der„Rhein.=Westf. Zta“ geMan hat Augst in Frankreich. Man ängstigt sich nicht bloß vor der Bevölkeunahme Deutschlands, die allmählich auf das Doppelte der französischen Seelenzahl beranrückt und m Falle eines Krieges das französische Heer mit Ueberman sieht auch Gespenster. Nach onösischer Ausicht gebt Deutschland mit dem Plane um, sich Hellaud und Belgien zu asstinilieren und zueinzuverleiben, um hann schließlich die fran* Republik in solcher Umklammerung zu erwürgen. Se Angst führt dann zu Unvorsichetgkeiten. Eine davon Münduisag###, bellänbisch=belgtsch=englischsoangöslschen Bündnisses. Eine andere sind die immer wieder zurückkehrenden Versuche fvomzöfischer Einmischung in die holländische Throusolge. Go der bokanntlich zum frange#ihen Binistertum hern beztehungen un frage nach— 7: Thronfolge in den Wlrrpalunoe„Temps“ wieder eine Umfrage nach den Ansichten verschiedener Thronfolge in den Riederlanden halten Polttiker ober die Thronfolge in den Niederlanden halten lallen. Die gewonnenen Ergebnisse wurden dann im zu einem Artitel verarbettet, worin die niederKndtsche Thronfolge, obwohl sie in der Verfassung ganz Ebeonfolge, obwohl sie geregelt ist, als eine brennende Frage dargestellt Schließzlich gipselt der Aussatz im Hinweis, man Holland die Thoe=“.“ 0 möchte is Holland die Thronfolge zeitig regern, damit man spentues vicht unliebsamen Ereignissen gegenüberstände. Ungeschicktee könnte es sa schwerlich gemacht werden. Die = ein schlechtes Geraten, Die Hollünder sind Oinweis, ern, Hamit in Beziehung auf ihre nationale Selbstbestimmung überaus empfindlich; und möchte man in Frankreich, wie ja anzunehmen ist, die eventuell zum holländischen Thron berechtigten deutschen Fürstlichkeiten von der Erbfolge ausgeschlossen wissen, so verfehlt man völlig seinen Zweck, wenn man diesen Wunsch in einer französischen Zeitung offen kundgibt. Es ist übrigens gar kein Anlaß vorhanden, die Thronfolge in den Niederlanden zu einer„Frage“ aufzubauschen. Alle nur erdenklichen Möglichkeiten sind bei der Verfassungsänderung im Jahre 1887 aufs genaueste vorgesehen. Darnach sind im Falle des etwa kinderlosen Hinscheidens der Königin Wilhelmina an erster Stelle die Nachkommen der Schwester des verstorbenen Königs Wilhelm III., der verstorbenen Prinzessin Sophie, Gemahlin des Großherzuas Karl Alexander von Sachsen= Weimar=Eilenach erbberechtigt. Der älteste Sohn aus dieser Ehe, der Großherzog Karl August, ist ebenfalls gestorben. Sein einzig überlebender ältester Sohn, der regierende Großherzog Wilhelm Ernst, ist mithin der nächste Anwärter auf den holländischen Thron. Die niederländische Verfassung bestimmt aber, daß der König von Holland nicht Träger einer anderen Krone sein kann, mit einziger Ausnahme der Krone Luxemburgs. Man nimmt in Holland an, daß Großherzog Wilhelm Ernst nicht aus die Krone Sachsen=Weimars verzichten würde. Damit dürfte also das Haus Sachsen=Weimar ausscheiden. In diesem Falle käme der zweite Sproß aus der Ehe es Großherzogs Karl Alexander mit der Prinzessin Sophie Sophie von Oranien, nämlich die Großherzogin Marie von Sachsen=Weimar,(emahlin des Prinzen Hein rich VII. Reuß jüngerer Linie in Betracht. Aus dieser Ehe sind vier Kinder gesprossen: die Prinzen Heinrick, XXXII. und Heinrich XXXIII., die Prinzessin Sophie und der Prinz Heinrich XXXV. Falls Prinz Heinrich XXXII. die Nachfolge in Reuß antreten würde, wäre alst Prinz Heinrich XXXIII. in Reuß=Köstritz der berechtigte Thronfolger in den Niederlanden. Sodann folgt eine Reihe von Prinzen aus dem Hause Schleswig=Holstein Sonderburg=Glücksburg, dann das Haus Wier und zuletzt die Nachkommen des Prinzen Albrecht Vater) von Preußen, der bekanntlich mit einer Prin zessin von Oranien vermählt war;— insgesamt haben an die dreißig deutsche Fürstlichkeiten uacheinander in einer in der Verfassung genau vorherbestimmten Reihen. folge ein Anrecht auf den niederländischen Thron. Es ist ilso nicht recht klar, in wie fern die Thronfolge in Holland eine„Frage“ sei, oder was an den Bestimmungen der Ber sassung von 1887 abzuändern wäre. Beim„Temps“ dürfte der Wunsch der bekannte Vater des Gedankens gewesen sein. Will man dem französischen Blatt aber dennoch den Gefallen tun und die Sache ale „Frage" betrachten, so kämen in Holland verschiedene Fak oren in Betracht. An erster Stelle Königin Wilhelmine selbst. Wie verlautet, ist die Königin eener Veränderung in der Thronfolge durchaus abgeneigt, und damit ist die Sache eigentlich schon erledigt. Selbst wenn eine diesbe zugliche Verfassungsänderung von irgend einen Mitgliede der Volksvertretung beantragt werden würde. und dann der faktisch kaum dentbare Fall einträte, daß ein solcher Antrag die erforderlichen zwei Drittel der Stim inen auf sich vereinigte,— ohne die Unterschrift der Kö nigin kommt eine Verfassungsänderung so wenig wie ir send ein anderes Gesetz zustande. Dazu kommt, daß ein Ausnahme von den allgemeinen Regeln der Erbfolge, alse etwa das Uebergehen irgend einer bestimmten Person, ver jassungsgemäß nur aus der Inttiative der Königin hervor gehen kann. An zweiter Stelle kommt die Meinung des früherer Ministerpräsidenten Dr. Kuyper in Betracht. In seinem Blatte, der„Stondaard“, weist er in schärfster Weise die Anmaßung des„Temps“ zurück:„Nur die Sozialdemo traten sind mit diesem Blatte einer Meinung. Und solchEinmischung in unsere nationalen Angelegenheiten ruf hier nur Widerwillen hervor. Wir sind Manns geung unsere eigenen Interessen zu wahren. Auswärtiger Ra n dieser Sache wird von uns höflich, aber bestimmt abge wiesen.“ Bei anderen Gelegenheiten hat aber Dr. Kuyper den Gedanken ausgesprochen, schon jetzt, etwa wie in Rumänien eine bestimmte Person zum Thronsolger zu ernen nen, dem erbberechtigten Thronanwärter sozusagen die Würde eines aktiven Thronfolgers zu verleihen, damit sich schon jetzt ein gegenseitiges Vertrauen zwischen dem künf tigen König und seinem Volke bilde. An sich hat der Ge danke zweifellos seine Berechtigung. In Anbetracht der Jugend der Königin, ferner mit Rücksicht darauf, daß#### Hoffnung auf einen Sproß aus dem Hause Oranien=Mea leuburg doch noch nicht ganz erloschen sein dürfte, würd. man sich aber doch vor Uebereilung in dieser Sache hüter müssen. Dasselbe gilt von hin und wieder aufgetauchten Gedanken, den Prinzen Heinrich der Niederlande=Mecklen burg im Falle eines vorzeitigen Ablebens der Königin ent weder mit der Würde eines Regenten oder mit ihrer regel rechten Nachfolge zu betrauen. Träte dieser Unglücksfall ein, so würde eine solche Lösung zweifellos sympathisch be grüßt werden. Man kann aber auch zu klug sein wollen Hoffentlich bleiben die Königin und ihr Gemahl, die sich beide einer ausgezeichneten Gesundbeit erfreuen, bis ins hohe Alter zusammen an der Spitze des niederländischen Staates. Einigermaßen abweichend ist der Standpunkt des Dr. fur. van Houten, Mininter des Innern von 1894 bis 1897. Er vertritt den Gedanten, daß im Falle des Ablebens der Königin, die Nation, ohne an die Verfassung gebunden zu ein, selbständig über ihre Geschicke bestimmen soll: also freie Königswahl vder Republik. Obwohl van Houten eine eigentliche politische Gefolgschaft wohl kaum mehr hat, so wird seine Aufsassung doch in ziemlich breiten Kreisen des liberalen Bürgertums geteilt. Es ist etwa die Geistesrichtung Eugen Richter's, die in Holland rela tiv noch immer mehr Vertreter zählt, als in Deutschland Der holländische Liberalismus ist doktrinär=bürgerlich; der Nationalliberalismus ist dort unbekannt. Dann folgen der kosmopolitische Radikalismus und seine Anhänger, die naturgemäß für die Republik schwärmen. Die Freimaurerei würde sich mit einem Scheinkönigtum begnügen. Und zu letzt ist noch die Sozialdemokratie prinzipiell antimonar chisch gesinnt. Die Bäume dieser„Herren von der Linken“ dürsten aber kaum in den Himmel wachsen. Die breiten nationalen Massen des Volkes sind durchaus der monarchtschen und legitimistischen Tradition treu. Die„christ lichen Parteien“, das heißt die Bauern und der Mittel stand, dazu der Adel und ein beträchtlicher Teil der Ber treter liberaler Berufskreise stehen fest zum Thron. Der kosmopokttische Liberalismus in in sichtlichem Rückgange begrissen, der Radikallsmus und die Sozialdemokratie scheinen ihren Höhepunkt bereits erreicht zu haben, die akademische Jugend tritt massenhaft den konservativen Par teien bei. Kurz: mit einer bolländischen Republik hat es noch sehr gute Wege. Das einzige, was am Versuchsballon des„Temps“ Aufmerksamkeit verdient, ist das ebenso unablässige wie aussichtslose Bestreben, Holland in Frankreichs Freundes. arme zu ziehen. Politische Uebersicht. Deutsches Reich. Detmold, 11. Apiil. — Der Dank des Kaisers. Wie die„Nordd. Allg. Ztg.“ mitteilt, hat der Kaiser dem Stellvertreter des Reichskanzlers Staatssekretär des Innern, Vizepräsidenten des preußischen Staatsministeriums, Staatsminister Dr. v. Bethmann Hollweg, das Großkreuz des Roten Adlerordens, und dem preußischen Staatsmintster und Minister für Handel und Ge werde Delbrück die Brillanten zum Roten Adlerorden erste. Klasse verliehen.— Das dürfte wohl der Dank für das Zustandekommen des Vereins= und Börsengesetzes sein. Wie die R. P. K.“ hört, hat der Kaiser Herrn v. Bethmann Hollweg außerdem telegraphisch seine Freude und Anerkennung ausge sprochen. — Fürst und Fürstin v. Bülow sind gestern abend in Begleitung des Freundes des Hauses, Professors Renvers, mit dem fahrplanmäßigen Zuge um 10 Uhr 35 Min. vom Anhalter Bahnhof nach Italien avgefahren. Zum Abschied hatten sich Staatssekretär v. Schön, Wirkl. Geh. Legationsra: Dr. Hamman und in Vertretung des Unterstaatssekretärs vor Loebell der Geh. Regierungsrat Wahnschaffe auf dem Bahnhofe eingefunden. — Von der Kaiserreise. Korsu. 9. April. Könie Georg von Griechenland ist heute mit dem Kron prinzenpaar und fünf blonden Enkelkindern Kaiser Friedriche hier eingetroffen, von den Behörden feierlich empfangen und vom Volk aufs herzlichste begrüßt. Die ungemein schlichte Ei scheinung des Königs wirkte auch auf die Fremden höchst sum pathisch. Der König nahm dann vor dem Schlosse die Paradüber die Garnison ab, erteilte später Audienzen und äußert zum Poltzeichef seine Anerkennung über die polizeilichen Maß nahmen, die zur Ankunft des Kaiser Pilhelm getroffen sind Der Kronprinz Konstantin fuhr nach Gasturi, un. das Achilli on und seine Umgebung noch einmal in Augenschein zu nehmen Korfu, 10. April. Die„Hohenzollern“ mit dem Kai servaar an Bord lief heute vormittag 11 Uhr unter dem Salut der Festung und der britischen Kriegsschiffe 4: den Hasen ein. Um 11 Uhr liefen die deutschen Schiffe, welche die griechische Flagge gehißt hatten, unter Salut in den Hasen von Korfu ein und gingen vor Anker. Außer dem Fort und dem anwesenden griechischen Kriegsschiffsalutierten auch die beiden hier liegenden englischen Kriegsschiffe. Der Kaiser nahm an Bord die Meldunge: der Spitzen der Behörden, ferner des Oberhofmarschalls Grafen zu Eulenburg, des Gesandten Grafen Arco, dedeutschen Konsuls und der fremden Marineoffiziere ent gegen. Um 12 Uhr kam König Georg von Grie chenland an Bord und mit ihm der Kronprinz, diKronprinzessin, Prinz Georg, Prinzessin Helene und di. übrigen Mitglieder des königlichen Hauses, soweit sie hier anwesend sind. Der Kaiser, der griechische Marineunifor: trug, empfing die griechischen Herrschaften am Fallreep und begrüßte sie aufs herzlichste. Die Kaiserin, sowie Prin: August Wilhelm und Prinzessin Vittoria Luise begrüßten die griechtschen Gäste ebenfalls an Deck, während die Ka velle der„Hohenzollern“ die griechische Nationalhymn# wielte. Nachdem der Kaiser und König Georg die Ehren wache an Deck abgeschritten hatte, fand an Bord ein Früh stück statt, au welchem auch der deutsche Gesandte in Atberder deutsche Konsul in Korfu, sowie der deutsche Vizekonsu teilnahmen.— Korfu, 10. April. Das Kaiserpaar begal sich um 2 Uhr an Land. Die Stadt Korfn ist reich beflagg: Die Promenade Spianada war mit Blumenguirlander üverspannt. Der Weg, den das Kaiserpaar durch die Stad nehmen mußte, war mit einem Spalier von Vereinen und Schulen mit Jahnen und Musiktapellen umsänmt. Die Bevölkerung, darunter viele in Nationaltracht, war zu vielen Hunderten herbeigeströmt. Sie schwenkten Fähn chen in den deutschen und griechischen Farben. An der Landungsstelle hatten die Stadtvertretung und die Geist lichen Aufstellung genommen. Der Bürgermeister on Korsu begrüßte den Kaiser und die Kaiserin mi. iner Ansprache, wobei er sagte, die Majestäten erhöhten durch ihre Tugenden und ihre Anmut den Glanz und die Schönheit des Landes. Das Volk sei glücklich über die Wahl, durch welche der Kaiser, der Hüter des Weltfriedens. das griechische Vaterland geehrt habe. Es umwinde des Kaisers olympische Stirn mit dem Kranze der Silberblät er seiner Olivenhaine. Redner erinnerte an den Eroberer Trojas, der hier Gastfreundschaft genossen. Die zukünftige beschichte werde den Namen Korsus mit jenem des macht vollen Förderers des Fortschritts verbinden. Der Aufenthalt möge dem Kaiser Ruhe und Erholung bringen Redner endete mit einem Hoch auf den Kaiser und die laiserliche Familie. Nach Verabschiedung von den griech schen Herrschaften begaben sich die deutschen Herrschaften in süuf Automobilen unter stürmischen Ovationen des Volkes nach dem Achilleion — Der Kronprinz an der Technischen Hochschule. Vor eini gen Wochen wurde berichtet, daß der Kronprinz sich als Hörer an der Technischen Hochschule in Charlottenburg angemeldet und seine Studien begonnen habe. Er beabsichtigt, sie jetzt der bereits begonnenen Osterferien wegen in dieser Woche zu unterbrechen. Mit einer größeren Zahl von Einzelvorträgen bei mehreren Professoren der Hochschule hat der Thronfolger einen ersten Einblick in ein Studiengebiet genommen, das längst sein reges Interesse gefunden hatte. Die Themata der Vortäge sind im einzelnen nicht bekannt geworden. Man weiß nur, daß sie mit den reichen Mitteln an Darstellungsformen, wie sie dem Charlottenburger Unterricht eigen sind, dargeboten wurden und zu weiteren Studien anhaltende Anregung bieten werden. Die„Köln. Ztg.“ bemerkt dazu: Der Umstand, daß ein kaiserlicher Prinz die Technische Hochschule besuchte, hat in unserm Vaterlande weitgehendes Interesse gefunden. Abge sehen von verbitterten Aeußerungen über„Zeitverschwendung“ sind einige Preßstimmen mit d. nicht richtigen Anschauung laut geworden, es handle sich um ein„technisches“ Studium. Es handelt sich um einen staatswissenschaftlichen Unterricht, ähnlich dem, der den Teilnehmern der staatswissenschaftlichen Fortbildungskurse geboten wird. Auch in diesen Kursen werden Vorträge von Mitgliedern des Lehrertollegiums der Technischen Hochschule über Themata ihres Lehrgebiets gehalten. Der Kronprinz hat einen andern Weg eingeschlagen, um sich über dasselbe Gebiet zu unterrichten. Er hat sich direkt an die Technische Hochschule gewandt, die bereite sein Vater als eine Hochschule der Staatswissenschaft erkannt hat. Demit kann vielleicht der dauernde Eindruck gekenn seichnet werden, den dieser erste Besuch einer Technischen Hoch schule durch einen kaiserlichen Prinzen hinterlassen wird. — Die Ausstellung der Bismarck=Büste in der Walhalle bei Regensburg, soll nach dem Willen des bayerischen Prinzregenten zu einer großartigen allgemeinen parriotischen Kundgebung benutzt werden, zu der Einladungen im ganzen Deutschen Reich erfolgen. Die Aufstellung soll Mitte August erfolgen. — Die Orenzregulierung zwischen Kamerun und Französtsch= Kongo. Der Vertrag über die Neuregulie rung der Grenze zwischen Kamernn und der französischen Kongokolonie ist unterzeichnet worden. Ueber den Inhalt des Vertrages soll der Presse erst Mitteilung gemacht werden, sobald das Abkommen von dem Staatssekretär von Schön und dem Botschaafter Cambon unterzeichnet ist. — Ein zweiter Dementi. Die„Nationalztg.“ schreibt: Das Venezianer Blatt„L'Advistrico" hält die Behauptung aufrecht, der Fürst von Montenegro habe dem Deutschen Kaiser in Venedig einen Besuch abgestattet. Die„Frankfurter Zeitung“ war bereits in der Lage, auf der Grundlage der eigenen Mitteilungen des Fürsten von Montenegro, dem falschen Gerücht entgegenzutreten. Das Dementi der„Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" war nicht minder bestimmt. Da die irrtümliche Behauptung venezianischer Blätter indessen in der übrigen auswärtigen Presse hier und da Aufnahme finden könnte, wird von unterrichteter Seite festgestellt, daß Kaiser Wilhelm Benedig bereits verlassen hatte, als der Fürst von Montenegro dort eintraf, Die denn auch an Bord der„Hohenzollern“ vor diesem Eintreffen in dieser Hinsicht nicht das geringste bekannt war. — Eine beachtenswerte Maßregel gegen den Lehrermangel wendet zurzeit die hessische Regierung an. Nachdem sie wiedersolt die Lehrergehälter aufbesserte, errichtete sie in Darmstadt einen halbjährigen Kursus für solche Abiturienten höherer Lehranstalten, die nach betandener Maturitätsprüfung in den Volksschuldienst eintreten vollen. Bei der Eröffnung dieses pädagogischen Kursus vor zwei Jahren meldeten sich sofort 22 Teilnehmer, Ostern 1907 ogar 30, obwohl der Kursus auf ein ganzes Jahr verlängert wurde. Die jungen Leute wohnen zum Teil nicht in Darmtadt, sondern fahren täglich von ihrer Heimat, die mitunter iber 20 Klm. von der Residenz entfernt liegt, nach der Schule. Auf diese Weise sind die Ausbildungskosten sowohl für die bereffenden Abiturienten als auch für den Staat viel geringer als in einem Seminar. Hessen spart bei dieser Einrichtung zwei Präparanden= und zwei Seminarklassen. Welche Beachtung die Neuerung im Volke findet, zeigt sich in den außergewöhnlich starken Anmeldungen für das kommende Schuljahr. Am 16. März hatten sich bereits siebzig Abtiturienten— auch solche aus den Nachbarstaaten— für diesen Kursus gemeldet. Es dürfte nicht schwer fallen, demnächst so viele Lehrer zu erhalten, als die drei hessischen Lehrerseminare seither zusammen entließen. Sollte die pädigogische Ausbildung nicht vollständig genügen, so ist die Schulbehörde bei diesem Andrange jederzeit in der Lage, die Dauer des Kursus um ½ bis 1 Jahr zu venrlängers.„ — Fürst Enleuburg gegen Justizrat Bernstein. Gegen den Verteidiger Hardens, Justizrat Max Bernstein in Rünchen, ist, der„R. G. C.“ zufolge, öffentliche Anklage wegen Beleidigung des Fürsten Eulenburg erhoben worden. Fürst Eulenburg hatte bekanntlich gegen Maximilian Harden und seinen Verteidiner Justizrat Bernstein wegen angeblicher beleidigenden Aeußerungen während des ersten Prozesses Moltke=Harden bei der Staatsanwaltschaft die Erhebung der öffentlichen Anklage beantragt. Oberstaatsanwalt Isenbiel erbat hierauf von Maximilian Harden den von beamteten Stenographen hergestellten Prozeßbericht, den ihm Harden auch zur Verfügung stellte. Die Durchsicht des Stenogramms ergab, daß Harden beleidigende Aeußerungen gegen den Fürsten Eulenburg nicht getan habe. Die Stac-anwaltschaft hat es daher abgelehnt, dem Antrag des Fürsten Eulenburg in Bezug auf Harden Folge zu geben. Dagegen ergab der stenographische Bericht, daß der Verteidiger Hardens den Fürsten Eulenburg mehrfach als homosexuell bezeichnet hat. Da diese Aeußerungen in Berlin getan wurden, dürfte der Prozeß in Berlin zur Verhandlung gelangen. Justizrat Bernstein hat, wie man weiß, die Anregungen, die bezeichnete Aeußerung über den Fürsten zurückzunehmen oder einzuschränken. abgelehnt. Die Ueberlassung des stenographischen Berichts an die Staatsanwaltschaft ist mit ausdrücklicher Einwilligung des Justizrats Bernstein geschehen. — Beihilfen an Kriegsteilnehmer. In der Budgetkommission des Reichstages haben die nationalliberalen Abgg. Graf Oriola, Beck(Heidelberg), Dr. Paasche und Dr. Weber einen Antrag eingebracht, dek, in Gesetzesform gefaßt, die Gewährung von Beihilfen an Kriegsteilnehmer abschließend regeln soll. Die Hauptparagraphen des beantragten Gesetzes lauten: § 1. Personen des Unteroffizier= und Mannschaftsstandes des Heeres und der Marine, welche an dem Feldzuge von 1870=71 oder an den von deutschen Staaten vor 1870 geführten Kriegen ehrenvollen Anteil genommen haben und sich in hilfsbedürftiger Lage befinden, erhalten Beihilfen aus den allgemeinen Reichsmitteln. Eines Nachweises der Hilfsbedürftigkeit bedarf es nicht, wenn der Kriegsteilnehmer das 60. Lebensjahr überschritten und ein Gesamteinkommen von weniger als 900 Al hat. S 2. Die Beihilfen betragen jährlich 120 A und werden monatlich im voraus bezahlt.—— Dieselben unterliegen nicht der Beschlagnahme. § 3. Von den Beihilfen ausgeschlossen sind: a. Personen, welche aus Reichsmitteln gesetzliche Invalidenpensionen oder entsprechende sonstige Zuwendungen beziehen; b. Personen, welche nach ihrer Lebensführung der beabsichtigten Fürsorge als unwürdig anzusehen sind; c. Personen, welche sich nicht im Besitze des deutschen Indigenats befinden. Die politische Gesinnung eines Kriegsteilnehmers hat bei der Prüfung der Würdigkeit desselben außer Betracht zu bleiben. § 6. In Fällen, und für die Dauer einer besonderen Notlage kann eine Erhöhung des jährlichen Betrages der Beihilfe von 120 JA bis zu...... eintreten. § 7. Die Beihilfen können auch Reichsangehörigen gewährt werden, die den Krieg von 1870=71 im französischen Heere oder die Feldzüge von 1848 bis 1850 und von 1864 im dänischen Heere mitgemacht haben. § 8. Die Zuerkennung der Beihilfen erfolgt durch die Zivilverwaltungsbehörde der Bundesstaaten. Zur Gewährung einer erhöhten Beihilfe(§ 6) bedarf es der Zustimmung des Reichskanzlers. Ferner haben dieselben Abgeordneten beantragt, der Reichstag wolle beschließen, die verbündeten Regierungen zu ersuchen, dem Reichskag eine Novelle zum Mannschaftsversorgungsgesetz vom 31. Mai 1906 zugehen zu lassen, durch welche die Bestimmungen des§ 26 dieses Gesetzes, betreffend die Alterszulage, anderweit geregelt werden. Frankreich. Paris, 10. April. Die Polizei verhaftete gestern auf einem Boulevard die drei Auarchisten Noussel, Kühn und Roux, die auf einem Handwagen verschiedene Gegenstände wegschafften, unter denen sich eine Anzahl Donamitpatronen und sonstige Sprengmittel besanden. Die Verhafteten behaupteten, den Auftrag bekommen zu haben, die Sachen an einen bestimmten Ort zu schaffen. Die Polizei vermutet jedoch, daß es sich um Vorberettungen für einen Auschlag zum 1. Mai handelt. Weitere Verhaftungen stehen bevor. Asien. Teheran, 9. April. Der Kriegsminister wurde gestern nachmittao von Sol daten, die ihren Sold verlangten mishendelt. Teheran, 9. April. Als die Gemahlinnen der österreichischra und russischen Betschefter## gestern nachmittag v. Soldaten, die ihren Sold verlangten auf sie von einem Posten mehrere Schüsse abgegeden. die zum Glück fehlgingen. Amerika. Washington, 9. April. Prästkent Noosevelt erließ eine Spezialbotschaft an den Kongreß, worin er gesetzliche Maß nahmen zur Unterdrückung des Anarchismus sordert und dem Kongreß ein Gutachten des Generalstaatsanwalts vorlegt, wonach der Generalpostmeister berechtigt ist anarchisti sche Veröffentlichungen vom Postvertrieb auszuschließen. Der Präsident kündigte an, er werde infolge des Gutichtens den Generalpostmeister anweisen, dergleichen Veröffentlichungen in Zukunft zür Postbeförderung nicht mehr zuzulassen, und fügt hinzu: Im Vergleich zur Unterdrückung des Anarchismus schrumpfe jede andere Frage zur Bedeutungslosigkeit zusammen. Der Anarchist sei der Feind der Gesellschaft, ja der Zeind der ganzen Menschheit. Tages=Neuigkeiten. Essen a. d. Nuhr, 10. April. Bei den gestrigen Tarifveryandlungen im rheinisch=westfälischen Baugewerbe gaben die Arbeitnehmer die Erklärung ab, ohne eine Lohnerhöhung keinen Vertrag abzuschließen. Die Arbeitgeber beharrten auf dem Standpunkt der Nichtbewilligung einer Lohnerhöhung. Auf Antrag des Vorsitzenden Dr. Wiedfeld wurde eine Kommission gewählt zur Festsetzung der für das Vertragsgebiet in Frage kommenden provinziellen Einzelheiten, und um die Verhandlungen im Sinne der Berliner Rinigungskommission weiter fortzusetzen. Die Verhandlungen dauern fort. Lübeck, 9. April. Vor drei Jahren erbaute der inzwischen verstorbene Baurat Wallbrecht=Hannover hier eine Straßenbahul inie vom Bahnhof durch die Stadt nach Marly. Wider Erwarten rentierte sich die Bahn von Anfang an recht gut. Der Staat will deshalb auch die Linie, die zweifellos noch eine große Zukunft hat, nunmehr erwerben. Ein diesbezüglicher Senatsantrag beschäftigte bereits heute den Bürgerausschuß. Dieser verwies ihn an eine Kommission. Als Kaufpreis werden 463000 M genannt. Hier dürfte der Antrag mit ungeteilter Freude aufgenommen werden. Darf man doch jetzt hoffen, daß endlich ein etwas schnelleres Tempo in die Vorverhandlungen für den Bau neuer Straßenbahnlinien kommen wirh. Die Berliner Lokal= und Straßenbahngesellschaft, der die übrigen Lüdecker Linien gehören, zeigt sich viel zu vorsichtig. Der Staat wird sich nun natürlich nicht mehr die neuen Linien entgehen lassen. Münc=—, 10. April. Der Arbeitgeberverband für München und Umgebung für das Baugewerbe sowie die Maurer, Zimmerer und Hilfsarbeiter des Baugewerbes haben sich in zwei getrennten Versammlungen heute abend nach langwierigen Debatten dahin geeinigt, sich dem Schiedsspruch des Münchener Einigungsamtes zu unterwerfen. Damit ist der Friede im Münchener Baugewerbe auf weitere zwei Jahre gesichert. Stuttgart, 10. April. Der süddeutsche Maler= und Tüncherverband hat beschlossen, am Sonnabend in 30 Städten 12000 Gehilfen auszusperren. Halle a. S., 10. Aprll. Heute nachmittag wurde in dem Eingange des Hauses Magdeburg. Straße 46 auf einen Geldbriefträger, der 4000 A bei sich führte, von mehereren jungen Burschen ein räuberischer Ueberfall verübt. Dem Beamten, der einen Schlag über Kopf und Arme erhielt, gelang es jedoch, sich seiner Angreifer zu erwehren, die mit Hilfe hinzueilender Personen festgenommen wurden. Die Verletzungen des Beamten sind unbedeutend. Beruburg, 10. April. Ein 19jähriger Oberprimaner und ein zweiter Gymnasiast haben sich heute, dem „Anhalter Kur.“ zufolge, nach Austeilung der Zensuren erschossen. Der Postillon als Räuber. Der Postillon Mrosek vom Bismarckhütter Postamt, der kürzlich aus einem Postsack 17.000 Mark gestohlen hatte, ist, wie ein Telegramm meldet, gestern abend auf der Königshütter Chaussee verhaft worden. Er hatte nur noch 850 Mark bei sich. Die gestohlenen Tausendmarkscheine hat er, weil ihm diese zum Verräter werden konnten, verbrannt. In der Zwischenzeit hat sich Mrosek in Verlin, Leipzig und Frankfurt aufgehalten. Schneeschmelze und Hochwasser in Steiermark. Vom Reichenstein bei Eisenerz fand nach einem Telegramm aus Graz ein großer Lawinensturz statt, der die Bahngleise mit einer dreißig Meter breiten und vier Meter hohen Schneeschicht bedeckten. Infolge von Regengüssen und Schneeschmelze ist in ganz Steiermark Hochwasser eingetreten. Mehrere Brücken sind zerstört. Bier Mädchen ertrunken. Bei einer Kahnfahrt auf einem Teich in Slopanowo ertranken, wie ein Telegramm aus Posen hieldet, vier siebzehnjährige des Ruderns unkundige Mädchen. Die Leichen sind gefunden. Gräfin Jametel geschieden. In Paris ist dieser Tage, wie schon vor längerer Zeit angekündigt wurde, die Ehe des Grafen Jametel mit der Herzogin Marie zu MecklenburgStrelitz geschieden worden. Geaf Jametel war zum Termin Rlicht erschienen, während die Gräfin, die wegen ehelicher Antreue auf Scheidung klagte, persönlich anwesend war Der Graf wurde für schuldig erklärt. Das älteste Kind, ein Sohn, der sich bei der Mutter des Grafen in Cannes aufhält, wurde dem Vater zugesprochen, während das jüngere Töchterchen auch fernerhin bei der Großherzogin=Witwe von Mecklen burg=Strelitz bleiben wird, wo es sich schon seit längerer Zeit aufhält. Die geschiedene Gräfin, Herzogin Marie von Mecklenburg, hat sich in Begleitung ihres Arzteus, des Hofrates Dr. Hoffmann=Dresden, nach Neustrelitz begeben, wo die Großherzogin=Witwe ihre Enkelin empfing.— Herzogin Marte zu Mecklenburg=Strelitz wird am 8. Mai 30 Jahre alt. Ihre Vermählung mit dem Grafen Jametel, der vom Papst seinen Titel erhielt, fand am 22. Juni 1899 statt. Acht Eisenbahnbeamte angeklagt. Die Voruntersuchung wegen des großen Eisenbahnunglücks bei der Station Talsee im August 1907, bei dem zwölf Menschen ihr Leben verloren, ist jetzt einem Telegramm aus Gnesen zufolge abgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft bat gegen acht Eisenbahnbeamte Anklage erhoben. Die Verhandlung beginnt am 28. April vor der Gnesener Strafkammer und wird mehrere Tage dauern. Zum Tode verurteilt. Das Schwurgericht in Oppeln verurteilte den neunzehnjährigen Arbeiter Johann aus Turawa, der am 6. Februar— meisterfrau Hinke ermordet und beraubt hat un Zyga Turawa die Hege itte, zum Bericht über die Sitzuin der Handelskammer für das Fürstentum Lippe. (Forlsetzung des Berichts.) Die unter la erwähnte Gesetzesvorlage betr. Eegänzungsoder Zuschlagssteuer ist auf Antrag mehrerer Kammermitglieder besonders deshalb auf die Tagesordnung gesetzt, weil durch sie auch das in den Gesellschaften m. b. H. angelegte Kapital mit der Zuschlagssteuer belegt werden soll. Da auch die Vorlage 45, die die Gesellschaft m. b. H. zur Einkommensteuer heranzieht, im Landtage noch nicht erledigt ist und die Gefahr besteht, daß sie ebenfalls zu ungunsten der Gesellschaften umgestal tet wird, so beschließt die Kammer, nachstehende Eingabe an den Landtag zu richten: „Der Handelskammer ist bekannt geworden, daß im Landtage jetzt die Vorlage 45 beraten wird und daß dabei wohl die Reigung besteht, den in unsever Eingabe vom 17. Juni v. J. in Bezug auf die Aktiengesellschaften ausgesprecenen Wänschen nachzukommen, daß man dann aber auch die Gesellschaften mu. b. H. in gleicher Weise behandeln will. Die Kammer möchte bemgsgeräbes nechmals darauf hinweisen, baß De es für gweckmäßiger hält, die letzteren in der Weise zu besteuern, wie es in der Vorlage 45 in Aussicht genommen ist, also die Gesellschaften gang m besteuern und die Gesellschaften für ihre Antoile frei zu lassen. Sie hült dies schon deshalb für besser, weil es auch in Preußen so ist und weil man in Lippe bei der Begründung von Gesellschaften m. b. H. wie auch Aktiengesellschaften fast immer auf Käpital oder sonstige Mithilfe aus Preuhen angewiesen(. Sind nun die Besteuerungsverhältnisse hier namentlich anders als in Preußen so ist es schwieriger, Beihilfe zu erlangen. Eine Erhöhung der Sätze, wie sie in Preuhen bei der Heranziehung der Gesellschaften m. d. H. zur Einkommensteuer vorgesehen ist, ist hier deshalb nicht nötig, weil die Sätze des Lippischen Einkommensteuergesetzes schon höher sind als die in Preußen und fast genau den Sätzen entsprechen, die in Preuhen für die Gesellschaften bestehen. Ganz besonders hart würden die Gesellschaften m. b. H. betroffen werden, wenn sie auch der nach Vorlage 56 geplanten Zuschlagssteuer unterworfen würden. Das in der Gesellschaft angelegte Kapital würde dann zweimal zur Einkommensteuer (einmal bei der Gesellschaft und das zweitemal bei den Gesellschaftern) und zweimal zur Ergänzungssteuer(einmal durch die Gewerbesteuer und das zweitemal durch die Zuschlagssteuer) betroffen werden. Zwar ist das auch den Aktiengesellschaften, in gewissem Maße der Fall, aber wir haben schon in unseren Eingaben vom 21. März und 17. Juni auf die Unterschiede hingewiesen, die eine verschiedenartige Behandlung dieser beiden Geschäftsformen in der Besteuerung rechtfertigen. Die Gesellschaft m. b. H. wird, abgesehen von einigen größeren Unternehmungen, meist da gewählt, wo es sich um die Erhaltung eines Geschäftes in einer Familie handelt oder wo weniger kapitalkräftige Besitzer sich zu einem größeren Unternhmen vereinigen. In beiden Fällen sind die Gesellschafter selbst in der Gesellschaft tätig. aber weil sie, durch die Verhältnisse gezwungen, für ihr Geschäft eine G. m. b. H. wählen mußten, soll nun der Ertrag aus diesem Geschäft einer weit höheren Besteuerung unterliegen, als wenn sie das gleiche Geschäft in Form einer offenen Handelsgesellschaft betreiben würden. Das erscheint ungerecht und die meisten Staaten, die eine Zuschlagssteuer bezw. Kapitalrentensteuer haben, lassen die Erträge von Gesell schaften m. b. H. auch davon frei. So sagt das Anhaltische Gesetz: § 2. Von der Besteuerung ausgeschlossen ist das Ein kommen des im Handels=Gewerbebetriebe angelegten Kapitals. § 3. Befreit von der Kapitalrentensteuer ist 1. das Einkommen aus der Beteiligung an einer Gesellschaft m. b. H., welche ihren Sitz im Herzogtum hat. Auch die Gesetze für Sachsen=Altenburg und Württemberg bestimmen, daß zur Kapitalrentensteuer das Kapital nur soweit heranzuziehen ist, als es nicht schon durch die Gewerbesteuer betroffen wird. Bei den meisten andern Staaten kommt die Sache deshalb nicht in Frage, weil sie vielfach nur eine reine Vermögenssteuer oder doch keine Gewerbesteuer haben. Die Handelskammer richtet deshalb an den hohen Landtag die Bitte, der Vorlage 56 eine Bestimmung hinzufügen zu wollen, wonach das Einkommen aus Anteilen bei Gesellschaften m. b. H. von der Zuschlagsteuer befreit bleibt. 1b. Zu der dem Landtage vorliegenden Gebührenordnung für Handlungen der freiwilligen Gerichtsbarkeit, die nach der Begründung wesentliche materielle Aenderungen nicht enthalten sollte, hak die Landtagskommission bei den Gebühren für Handlungen, die sich aus dem kaufmännischen Erwerbsleben ergeben, zum Teil erhebliche Erhöhungen in Vorschlag gebracht. Leider fehlt der Kammer das Material zur genauen Kenntnis und Prüfung der Angelegenheit, sie beschließt deshalb, an den Landtag die Bitte zu richten, die Beschlußfassung über das Gesetz noch hinauszuschieben und der Kammer Gelegenheit zu geben, es durchzusthen und Vorschläge dazu zu machen. 2. Von dem Jahresbericht ist der zweite Teil, der die Stattstik enthält bereits gedruckt, der 1. Teil ist d. Mitgliedern in Korrektur zugegangen und wird heute ohne Aenderungen genehmigt. Im Anschluß darn wird zugleich die Abnahme der Jahresrechnung und Feststellung des Voranschlags für 1908 vorgenommen. Die Rechnung für 1907 ist von dem geschäftsführenden Ausschuß am 18. März geprüft und richtig befunden. Die Kammer erteilt infolgedessen dem Rechnungsführer Entlastung. Der Voranschlag für 1908 wird mit der in Einnahme und Ausgabe gleichbleibenden Summe von 4650 A genehmigt. Eingestellt ist dabei wieder ein Zuschuß Fürstlicher Regierung im Betrage von 800 M. um den diese gebeten werden soll. Zur Besprechung kommt bei dieser Gelegenheit eine Eingabe des kaufmännischen Vereins Blomberg, in der dieser die Höhe verschiedener Ausgabeposten bemängelt, z. B. den Posten für Drucksachen und Geschäftsführung. Die Kammer stellt fest, daß diese Ausgaben im Vergleich zu dem, was dafür geleistet wird, durchaus nicht zu hoch sind und daran nicht gespart werben kann, wenn die Kammer den ihr durch Gesetz überwiesenen Aufgaben genügen will. Ferner wird noch zur Kenntnis der Kammer gebracht die Eingabe eines Wahlberechtigten an Fürstliche Regierung, worin dieser sich beschwert, daß die Beiträge zur Handelskanlmer nicht nur von der Gewerbesteuer, die in Klasse A und B zu zahlen ist, gehoben werden, sondern auch von der Klasse C und!). Die Kammer bleibt aber bei ihrem früheren Beschlusse, die Beiträge nach dem Gesamtertrage der Gewerbesteuer zu erheben und zwar hält ste eine Aenderung auch im Hinblick darauf, daß voraussichtlich die ganze Gewerbesteuer demnächst umgestaltet wird, jetzt nicht für angebracht. Hingewiesen werden soll aber nochmals darauf, daß die Kammer bereit ist, denjenigen Steuerpflichtigen, die auch zur Handwerkskammer bezahlen, diese Beiträge zu erstatten. Stadt und Land. Detmold, 11. April. * A u s z e i c h n u n g e n. D e r F ü r s t h a t d e n n a c h b e z e i c h n e t e n Teilnehmern an den kriegerischen Unternehmungen in DeutschSüdwestafrika: dem Unterzahlmeister Georg Nackelmann und dem ehemaligen Wachtmeister Hugo Grüttemeier die Fürstlich Lippische goldene Verdienstmedaille m. Schwertern auf dem Bande verliehen. * A u s z e i c h n u n g. D e m I n h a b e r d e r b e k a n n t e n P i a n o fabrik von Roth& Junius, Hagen i. W., Herrn Hofpianofabrikanten Junius, wurde die lippische Rose für Kunst und Wissenschaft verliehen. Die Firma at wiederholt Instrumente für den Fürstlich lippischen f g e l i e f e r t. * D i e E r l a u b n i s z u r A n l e g u n g d e s E h r e n k r e u z e s vierter Klasse des Fürstlich Lippischen Hausordens wurde dem Sanitätsrat Dr. Löwenthal zu Berlin erteilt. * Z u m B e r i c h t ü b e r d i e v o r g e s t r i g e S t a d t v e r o r d netensitzung wird uns noch mitgeteilt, daß bei der Besprechung der Erhöhung des Gehalts des Oberbürgermeisters der Natsherr von Rodewald berichtigend bemerkte, daß der Oberbürgermeister infolge des neuen Pensionsgesetzes vom 31. Mai 1906 von der vor Inkrafttreten dieses Gesetzes bezogenen Pension keinerlei Abzüge gehabt haben Enne. Sollte der Oberbürgermeister durch das neue Pensionsgesetz für Offtziere höhere Bezüge bekommen, so würde er an diesen, so lange er im Kommunaldienst Gehalt bezieht, nicht teil haben. * Bandel=Denkmal. Der heutigen Nummer unseres Blattes liegt der Aufruf des Komitees für die Errichtung eines Bandeldenkmals bei. Wir empfehlen ihn allen Lesern in Stadt und Land und bitten auch unsererseits, dem Komitee Gaben für das Denkmal zuzusenden. Jeder, der deutsche Gesinnung hegt und pflegt, muß hier sein Scherflein geben, wo es gilt, dem Erbauer des Denkmals deutscher Einheit ein Dankes= und Gedächtniszeichen zu errichten. Ganz besonders richten wir unsere Bitte an die Bewohner der Stadt Detmold und der umliegenden Sommerfrischen. Der Touristenverkehr hiesiger Gegend ist doch hauptsächlich auf die Existenz des Hermannsdenkmals zurückzuführen. Und die, welche durch den Fremdenverkehr Nutzen und Verdienst haben, werden es gewiß als eine angenehme Pflicht ansehen, zu dem Denkmal für den Schöpfer des Hermannsdenkmals nach Kräften beizusteuern. Die Gaben, groß oder klein, wolle man an die städt. Sparkasse in Detmold einsenden. * F ü r s t l i c h e s T h e a t e r. D i e m o r g i g e l e t z t e V o r stellung— Benefiz für das Chorpersonau— sei nochmals in Erinnerung gebracht.— Gegeben wird Verdi's beliebte Oper„Der Troubadouxx“, und da alle Partien bestens besetzt sind, ist eine gute Aufführung zu erwarten. Als „Leonore“ wird Frau Josefine Grining nochmals gastieren. * D e r S c h ü t z e n v e r e i n E i c h h o l z= S p o r k= R e m m i g h a u s e n h ä l t am Sonntag, nachmittags ½4 Uhr im Vereinslokal(Wegner= Eichholz) eine Versammlung ab. Der wichtigen Tagesordnung halber ist es dringend notwendig, daß ein jedes Mitglied erscheint. * H a u s k o l l e k t e. D e m V o r s t a n d e d e r A n s t a l t E b e n Ezer bei Lemgo ist die Erlaubnis erteilt worden, im Laufe des Jahres 1908 zum Besten d. Anstalt im hiesigen Lande eine Hauskollekte zu veranstalten. * Karfreitag=Konzert. Am Karfreitag, den 17. April, abends 8 Uhr, wird in der reformierten Stadtkirche eine Aufführung geistlicher Musik stattfinden, welche von Mitgliedern des hiesigen Bachvereins(Musikdirektor Th. Behmeier) unter freundlicher Mitwirkung von Fräulein Hermine Getzner, Frau Erste Staatsanwalt Crede und Herrn Kapellmeister Siefke, veranstaltet wird. Der Eintritt ist wie immer ganz frei. Freiwillige Gaben für den Bau der Kirche werden beim Ausgange gern in Empfang genommen. Programme mit Text à 10 4 sind am Portal der Kirche zu haben. * V o r s t a n d s s i t z u n g d e r B ü r g e r s c h ü t z e n. D i e g e s t r i g e Vorstandssitzung war gut besucht. Es wurde beraten, ob in diesem Jahre ein Schützenfest oder Preisschießen abgehalten werden solle. Eine längere Diskussion entspann sich über diesen Punkt. Es wurde geltend gemacht, daß in diesem Jahre möglichst sparsam gewirtschaftet werden müsse da die notwendigen Reparaturen und Verbesserungen auf dem Schützenberge viele Unkosten gemacht hätten und noch ferner machen würden. Ferner wurde hervorgehoben, daß wahrscheinlich im nächsten Jahre ein Bundesschießen in Detmold stattfinden werde und es sich deshalb empfehlen würde, das Schützenfest bis dahin aufzuschieben. Es wurde darauf mit allen gegen 2 Stimmen beschlossen, ein Preisschießen Ende Mai oder Anfang Juni und eins im August abzuhalten, und dieses der Generalversammlung zur Beschlußfassung zu unterbreiten. Die Generalversammlung soll am Sonntag, den 3. Mai auf dem Schützenberge stattfinden. Die Schützengärten sollen, da die Stadt leider keinen annehmbaren Preis dafür geboten hat, anderweit zum Verkauf gestellt werden. Es wurde hervorgehoben, daß der Landkomplex nach dem Parzellierungsplane des Baumeisters Hasselmann 12 Bauplätze mit Gärten enthalte, die sich auf höchstens je 1500 A stellen würden. Dann wurde die Versammlung geschlossen. n. Naturhelverein. Die 4. Monatsversammlung fand vorgestern im Hotel„Preußischer Hof“(Rahmeyer) statt. Der 1. Vorsitzende Herr Kleeberg eröffnete die Sitzung um 9 Uhr und gab zu 1. die Tagesordnung, welche für die Gruppenversammlung in Gütersloh aufgestellt war, und der er als Delegierter des hiesigen Vereins beigewohnt hat, bekannt und berichtete, hier kurz gesaßt, folgendes: Nach Ausweis der Anwesenheitsliste waren 25 Vereine mit ca. 3000 Mitgliedern durch Abgesandte vertreten. 14 Vereine mit ca. 2900 Mitglieder hatten keine Vertreter gesand: Die Wahl der laut Bundesstatut ausscheidenden Vorstandsmitglieder und des Schriftleiters ergab, daß der derzeitige Gruppenvorsitzende Gr. KornEssen auf weitere 2 Jahre sein Amt behält. Außerdem wurden die Herren Zimmermann=Bielefeld als Schriftführer, Bernhardt=Hamm als Beisitzer gewählt. H. Thiemann=Minden k. W. behält die Redaktion des Nachrichtenblattes. Was den Beitritt zu der dort empfohlenen Bundessparkasse betrifft, hat sich der hiesige Verein ablehnend verhalten. Ueber das Vortragswesen, wie es in letzterer Zeit gehandhabt wurde, wurde vielseitig Klage geführt. Besserung wurde zugesagt. Aus dem Kassenbericht war zu ersehen, daß ein Baarbestand von 315 A verblieb. Dem Gruppenblatte wurden 298 A Zuschuß zugewendet. Die Rechnungen waren geprüft u. von den Revisoren die Buchhaltung als sehr gut geführt anerkannt. Dem Rechsungsführer E. Haßler=Gütersloh wurde Entlastung erteilt. Von den Gruppenrednern werden 1. Herr Spohr Oberst a. D. Anfang Oktober, 2. Herr Dr. Lindtner, prakt. Arzt=Kassel Anfangs November, 3. Frau Schultz(Thema noch unbestimmt) Ende November, 4. Eventuell Dr. Bloch prakt. Arzt=Hagen hier Vorträge halten. Dann sei darauf hingewiesen worden, daß alle Nachrichten durch das„Gruppenblatt“ gemacht werden, und die Vereinsvorstände dieses gut durchsehen möchten. Der hiesige Vertreter Herr Kleeberg hatte dann Detmold als Ort für die nächste Gruppenversammlung in Vorschlag gebracht. Es wurde aber für diesmal noch mal abgesehen, und Hagen i. W. dazu bestimmt. Nach der Mittagspause wurde als zweiter Teil der Tagesordnung das dortige Luft= und Schwimmbad, welches für Herren und Damen eingerichtet ist, besehen und dann die in der Nähe befindliche Anstalt, welche für Lichtbäder und für Elektro=Massage eingerichtet ist, deren Anwendung von den dortkgen Aerzten verordnet werden, besucht. Ueber beide Einrichtungen sprach sich Herr Kleeberg außerordentlich lobend aus. Er bemerkte hierzu, daß das Luft= und Schwimmbad mit einem Kostenaufwande von rund 32000 M errichtet wurde. Durch freiwillig Zeichnungen wurden von der dortigen Bürgerschaft allein 12000 A aufgebracht. Außerdem hat der Verschönerungsverein für ca. 300 J Bäume zur Bepflanzung der Umzäunung geschenkt. Der Besuch in der Herren= und DamenAbteilung war im verflossenen Sommer trotz des ungünstigen Wetters in außerordentlich reger, da die Aerzte das jungs Unternehmen empfehlend unterstützten. Zu 2. wurde aus der Versammklung heraus über ein in Russicht gu nehmendes Jahresprogramm gesprochen und in Erwügung gezogen, ob nicht den Zeitverhältnissen und Bestrebungen des Vereine gemäß, eine Namensänderung derselben wünschonswert sei, wie es schon viele Vereine gäbe, welche den Namen geändert hätten. Herr Kleeberg schlug den Namen„Verein für ngturgemäße Gesunbheitspflege“ vor. Die Beschlußfassung darüber wurde einer nächsten Generalversammlung vorbehalten. Redner hob hervor, daß nicht nur in den Vorträgen, sondern auch durch ein aufzustellendes Programm mehr Abwechselung in das Vereinsleben zu bringen sei. Selbst musikalische, bezugsweise literarische Abendunterhaltungen sollen nicht ausgeschlossen sein. Weiteres hierüber wird bald bekannt gegeben werden. Antei Verschiedenes wurden einige interne Angelegenheiten besprochen. Herr Kleeberg bemetkte noch, daß das von Dr. Schönebeiger, prakt. Arzt, redegierte Bundesorgan„Der Naturarzt“, welches den Mitgliedern unentgeltlich eingehändigt wird, bei seinem reichhaltigen Inhalte und einem Bezugspreis von 3# aLein schon den Jahresbeitrag aufwäge. Auch sei noch darauf hingewiesen, saß für den 1. Vortrag im neuen Vereinsjahre der SportSchriftsteller, Herr Gustav Möckel=Berlin, der Herausgeber der Monatsschrift„Kraft und Schönheit" gewonnen werde. Er wird Ende dieses Monats einen Lichtbildervortrag halten über das Thema:„Das Luftbad in gesundheitlicher und ästhetischer Bedeutung", oder über„Grundlagen und Ziele einer modernen Körperkultur". Jeder Vortrag ist von 60 Lichtbildern begleitet und gehen dem Redner geradezu glänzende Anerkennungen voraus. Nachdem über eine Erweiterung der Vereinsbibliothek gesprochen war, wurde die Sitzung um 11 Uhr geschlossen * D i e K r i e g s m a r i n e= A u s s t e l l u n g, w e l c h e a m 1 9. A p r i l d. J. im Saale des Evangelischen Vereinshauses in Detnold eröffnet wird, enthält viele künstlerisch ausgeführte, ehr wertvolle Kriegsschiffsmodelle, Vertreter aller neueren Schiffsklassen und auch veralteter Typen. Der Pauzerkoloß„Kaiser Karl der Große“, Modellwert 10.000 Mark, vertritt die Klasse der Linienschisse, sie bilden den Kern der Flotte, sie schlagen und entscheiden die Schlachten, an ihnen hängt das Vaterlandes zur See und die Ehre der Flagge. Dann folgt das schöne Modell des großen Panzerkreuzern#rinz Heinrich“, dem der kleine geschützte Kreuzer„Niobe“ sich anschließt, zwei würdige Vertreter der Kreuzer, die der Linienschiffsflotte Aufklarungsdienste zu verrichten und unsere gewaltigen, an Größe und Bedeutung unmittelbar hinter England stehenden seeischen und überseeischen Interessen zu schützen haben. Das Modell des Kanonenbooten„Fver“ zeigt uns denjenigen Top unserer Kriegsschifse, die als Stationsschiffe auf uneren Kolonien und fremde Länder verteilt sind, um den Deutschen überall Schutz und Beistand zu verbürgen. Auch ein berühmtes Schiff sehen wir hier, das Kanonenboot „Mereor“, das 1870 vor Havanna den weit überlegenen ranzösischen Aviso„Bouvet“ nach hartem Kampfe in die Flucht schlug. Auch ein Torpedoboot ist vertreten, dessen Hauptwasse der totspeiende Torvedo ist. Heimtückische Gesellen sind besonders die größeren der Torpedosoote, auch Torpedoboot szerstörer genannt,— die dusaren des Meeres—, welche die weltberühmte Torpedobootswerft Schiau in Elbing gebaut hat. Es sind unheimliche Fahrzeuge, welche mit sast Schnellzugsgeschwindigkeit in die feindlichen Torpedobootsflotten brechen, um die Torpedoboote im Anrennen zu vernichten. Ein Modell eines Kriegsschisses, aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts ist ganz besonders geeignet, den gewaltigen Fortschritt im Kriegsschiffsbau vor Augen zu führen. Das Modell der Rennfacht Winera“ und andere Schiffsmodelle vollenden die vorzügliche Modellsammlung. Das Elntrittsgeld zur Ausstellung wird 50 4 betragen, für Bürger= und Volksschulen unter Führung des Beyrers 10 J pro Schüler, für die übrigen Schulen 20 4. Die Vorbereitungen für die Ausstellung leitet der Schatzmeister des Deutschen Flottenvereins, Herr Bankdirektor Zimmermann, an den auch etwaige diesbezügliche Anfragen zu richten sind. * E r l e i c h t e r u n g e n i m R e i s e v e r k e h r. E i n e R e i h e v o n wichtigen Erleichterungen treten im Reisevenrkehr am 1. Mai auf den deutschen Eisenbahnen in Kraft. Zuschlagkarten ür Schnellzüge wurden bisher nur zusammen mit einer Fahrkarte ausgegeben. Lagen durchgehende Fahrkarten nicht vor, so mußte man unter Umständen den Zuschlag mehrfach bezahlen. Vom 1. Mai an kann man Zuschlagkarten auch über das Reileziel der Fahrkarten hinaus erhalten, wenn der Reisende eine Fahrkarte bis zu dieser Station nicht erhalten kann und er eine Fahrkarte nach der zur Lösung neuer Fahrkarten geeigneten Station löst, die am weitesten liegt. Die Zuschlagkarte erhält einen entsprechenden Vermerk. Sie gilt aber nur für die Person, die die Reise damit begonnen hat. Alle Fahrkarten, also nicht bloß die Rückfahrkarten, erhalten eine Geltungsdauer von vier Tagen ohne Rücksicht auf die Entfernung. Die Reise kann innerhalb dieser Frist jederzeit angetreten werden. Die früheren Unterschiede In der Geltung der Fahrkarten nach der Entfernung fallen ganz weg. Dagegen bleiben die Bestimmungen über die Unterbrechung der Fahrt und deren Dauer bestehen. Plätze in D=Zügen sollen jetzt den Reisenden in ganz Deutschland angewiesen Verden, wie dies bisher schon in Preußen geschah. Auf den Anfangsstationen der Züge kann man auch Plätze im voraus belegen. Das Gepäck wird in Zukunft auch ohne Lösung von Fahrkarten über die Bestimmungsstation der Fahrkarte hinaus abgefertigt. Die Gepäckfracht wird für das ohne Fahrkarte aufgegebene Gepäck nach den Sätzen für Expreßgut berechnet. Eine Absertigung ohne Fahrkarten findet aber nicht auf Entfernungen bis zu 25 Kilometer statt, weil in Süddeutschland die Gepäcksätze hier durch die Expreßgutsätze unterboten werden. Es ist beabsichtigt, in die Eisenbahnverkehrsordnung eine Bestimmung aufzunehmen, nach der Gegenstände des kaufmännischen Verkehrs von der Beförderung als Sepäck ausgeschlossen werden. Sie sollen nur unter bestimmten Voraussetzungen zugelassen werden. Bei der Berechnung von Gepäckfracht für Gepäck von mehr als 200 Kilogramm bisher verdoppelt. Diese Verdoppelung wird am 1. Mai ebenfalls ausgehoben. * A u f d e r g r o ß e n i n t e r n a t i o n a l e n H u n d e a u s s t e l l u n g i n Gelsenkirchen erhielt Herr Gutsbesitzer Windmeler in Nienhagen auf seinen kurzhaarigen deutschen Vorstehhund „Hunding von Lemgo“ zwei 1. Preise sowie 3 Ehrenpreise. Der schön gebaute Hunding ging als Sieger der kurzhaarigen deutschen Vorstehhunde hervor. 2o. Schötmar, 11. April. Unsere älteste Mitbürgerin Wwe. Holzkämper, Krumme Weide, feiert morgen, Sonntag, ihren 94. Geburtstag. Wir gratulieren. 2o# Schötmar, 11. April. Die Gesellenprüfung bestanden: Maler Markmann, Tischler Kramer, beide von Lindemannebusch, Schlosser Goldbeck aus Salzuflen und Klempner, Althof aus Blomberg. * Schötmar, 11. April. Lehrer E. Leßmeier ist als Hilfslehrer an die Schule in Schhtmar berufen worden. * Lemgo, 11. April,(Konservenfabrik.) In Handelsregister B ist unter Nr. 9 eingetragen die Firma:„W. Thospann& Siekmann, Gesellschaft mit beschränkter Haftung“ mit dem Sitze in Lemngo. Die Gesellschafter sind: 1. Gutsbesitzer Wilhelm Hüsemann in Hörstmar, 2. Gutsbesitzer Ernst Mever in Hörstmar, 3. Gutsbesitzer August Reese in Lückhausen, 4. Kaufmann Heinrich Siekmann in Lemgo. Das Stammkapital beträgt 105 000 M. Zum Geschäftsführer ist der Mitgesellschafter Kaufmann Heinrich Siekmann in Lemgo bestellt. Gegenstand des Unternehmens ist die fabrikmäßige Herstellung und der Vertrieb von Konserven aus selbstgezogenen und angekauften Rohprodukten, sowie von Küse, Estig und Genf, insbesondere der Fortbetrieb der zu Leigo unter der Firma W. Thospann& Giekmann bestehenden Gemüse=Konservenfabrik. Die Gesellschaft ist am 1. April 1908 in Kraft getreten. am Lomgo, 11. April. Auf das am morgigen Sonntag abends 8 Uhr in der Akkolaikirche stattfindende Kirchenkonzert möchten wir hiermit aufmekrsam machen. Er sind ihm ja allerdings zwei Konzerte kurz vorausgegangen Dennoch darf man wohl auch für dieses Konzert auf zahlreichen Besuch rechnen. Das Programm verspricht allen, die Rassische Musik lieben, eine genuhreiche Stunde„weist en doch Namen wie Bach, Haendel, Mozart und Schumann auf. Der Mlechencher der Nikolaigemeinde, der unter der Leitung des Herrg Vertung ten ire und einen volle Wiedergabe der eingeübten an diesem Abend mitwirken. Herr Behmeter aus Detmoln-- hier rümlichst einige Sachen auf der Orgel vortragen, dar unter die Fuge E.moll von Bach. Den übrigen Teil des Programms füllen Vorträge des Herrn und Frau von Fosserd aus Bückeburg aus. Da der Reinertrag des Konzertes für die Blödenanstalt Eben=Ezer bestimmt ist, so darf nan sich wohl der Hoffnung auf einen zahlreichen Besuch hingeven 5. Barntrun. 1. April. Die gestern abend im Schiebenhöferschen Hotel tagende Versammlung zwecks Beratung und endgültiger Festsetzung der Statuten des neu gegründeten Bildungsvereins, war nicht so besucht, wie es im Interess der Sache zu wünschen gewesen wäre führte Herr Sanitätsrat Dr. Theopold; eine lebhaftere De batte entspann sich nun um die Festsetzung der Höhe des jährlichen Beitrages. ch Barntrup, 10. April. Heute fanden die Prüfungen in der Rektorschule statt; leider sind Neuanmeldungen für das neue Quartal. wie wir hören, nur wenig erfolgt. c= Barntrup, 10. April. Die Staatssteuern für April werden, da die Hebelisten für das neue Steuerjahr noch nicht fertig gestellt sind, im Mai mit gehoben werden. =. Barntruv. 10 April. Vergangenen Sonntag wurden 15 Knaben und 5 Mädchen in der Kirche geprüft. Sonntag, den 12. d. M. findet die Konfirmation statt. ed. Barntrup. 11. April. Die Wählerliste zu der Landtags=Ersatzwahl für den Abgeordneten Heynemann liegt bis zum Donnerstag nächster Woche auf hiesigem Magistrats zimmer aus * Blomberg. 10. April. Die Hebung der Amtsgemeindesteuern findet im Rechnungsjahre 1908 wie folgt statt: 1. im Amte Blomberg: a) Grundsteuer je S Einheitssätze im April, Juli und November; b) Gebäubesteuer 3 Einheitssätze im Februar: c) Einkommensteuer je 1 Ein heitssatz im Mai, August, Oktober, Januar und ½ Ein heitssatz im Februar.— 2. Im Amte Schieder: a) Grundsteuer je 3 Einheitssätze im April, Juli und November; b) Gebäudesteuer 3 Einheitssätze im Februar: c) Einkommensteuer je 1 Einheitssatz im Mai, Juni, Juli, August, Oktober, November, Dezember, Januar und ½. Einheitssatz im Februar.— 3. Im Amte Schwalenberg: a) Grundsteuer se 8 Einheitssätze im April, Juli und November und 1 Einheitssatz im Januar: 5) Gebäudesteuer 3 Einheitssätze im Februar: c) Einkommensteuer je 1 Einheitssatz im Mai. Juni, August, Oktober, Dezember, Januar und Februar. * H o h e n h a u s e n, 1 0. A p r i l. D e r B e z i r k s f e l d wen.I des Meldeamts Lemgo befindet sich im lausenden Vierteljahr an nachstehend ausgeführten Tagen nachmittags von 2 bis 5 Uhr zur Entgegennahme von Meldungen usw. der Mannschaften des Beurlaubtenstandes in der Rottmann'schen Wirtschaft in Hohenhausen am 8. und 23. April, 1d. und 27. Mai, sowie am 10. und 24. Juni d. J. Aus der Nachbarschaft. * Rinteln, 10. April.(Landtagskandidatur.) In der am Dienstag hier stattgefundenen Versammlung der Vertrauensmänner der konservativen Partei für die Grafschaft Schaumburg wurde beschlossen, bei der bevorstehenden Land tagswahl den seitherigen Landtagsabgeordneten Herrn Landrat v. Ditfurth wiederum als Kandidaten aufzustellen. a Lippspringe, 10. April. Lippspringe liegt im Ge biete der Quellen. Zu den zahlreichen und verschiedenartigen von der Natur gebotenen Quellen gesellten sich im Laufe der Jahre die 8 Heilquellen: Arminius=, Liboriusund Kurbadbrunnen. In diesen Tagen wurde auf dem, dem Hotelbesitzer H. Peters gehörenden Weidegrundstück gebohrt und bei 100 Meter Tiese eine mächtige Ader gerroffen. Ein gewaltiger Strahl von 4 Meter Höhe erhob sich und senkte sich bis heute zu 2 Meter Höhe herab. Das Wasser hat eine Wärme von 16 Grad Celsius. * Buckebura 10. April.(Vom Hofe.) Se. Hochf Durchl. Prinz Adolf. Ihre Königl. Hoheit Prinzeß Viktoria und Begleitung fuhren heute morgen um halb acht Uhr in zwei Automobilen nach Hannover, um an d. großen Preiskonkurrenz des Militärreitinstituts teilzunehmen. Se Hochf. Durchlaucht der Fürst fahr heute mittag um 12 Uhr 13 Minuten in Beglettung des Majors Rabe von Pappenheim nach Hannover. Auch morgen werden die Höchsten Herrschaften Preiskonkurrenzreiten in Hannover betwohnen. (Schaumb. L.=J.) und Rosa Poppe, die nach langer Päuse im königlichen Schau wielhause zu Berlin als Elisabeth wieder in einer großen Partie beschäftigt ist, hat nicht, wie Gerüchte besagten, ihren Ver trag erneuert, es bleibt vielmehr bei ihrem Weggang. Handel und Märkte. Minden. 8. April. Der gestrige Viehmarkt war sehr gut besucht, der Handel war lebhaft. Es waren zum Verkauf ge stellt: 64 Pferde, 165 Stück Rindvieb. 4589 Schweine(darunter 257 Stangenschweine und 4332 Ferkel) und 11 Ziegen. Die Preise für Ferkel waren gegen den Vormarkt etwas gestiegen Es kosteten 6 bis 8 Wochen alte Ferkel das Paar 27—33—36 M Stangenschweine erbrachten das Stück 30—40—50—60 M. Die Preise für Pferde betrugen 150 bis 400 M, für Rindvieh 18.—210—300 M. für Ziegen 10—12—15 M. Sprechsaal. Bösingfeld, den 9. April. Durch den Tod des Herrn Dr. med. Pütz wurde die von diesem verwaltete Stelle eines Imptarztes für einen Teil des Amtes Sternberg=Barntrup frei. Die Besoldung dieses Amtes erfolgt aus der Kasse der Amtsgemeinde Sternberg Barntrup. Fürstliche Regierung beabsichtigte nun, einige Bauernschaften den Sanitätsrat Dr. Theopold in Barntrug zu übertragen und für die übrigen Orte einen Bösingfelder rzt als Impfarzt zu ernennen. Dieser Vorschlag wurde dem Amtsgemeinderat zur Bestätigung unterbreitet. In der Amts gemeinderatssitzung wurde nun berichtet, daß in Almena eine Apotheke gegründet und ein Arzt sich niederlassen würde. Darauf wurde der ganze Impfbezirk vorläufig dem Sanitätsrat Dr. Theopold übertragen, bis ein Arzt in Almena vorhanden wäre. Offenbar soll diesem dann der Impfbezirk des Amtes Sternberg=Barntrup übertragen werden. Daß die Bösingfelder Aerzte, die sich doch der Behörde gegenüber als solche ausweisen mußte, wohl imstande sind, Impfungen vorzu nehmen, wird wohl auch der Amtsgemeinderat nicht bestreiten Wir wollen jedoch an dieser Stelle eine andere Seite dieser Frage ekörtern. Die Amtsgemeinde Sternberg=Barntrup hat eine große Schuldenlast, die Kommunalsteuern sind im Ber hältnis zu anderen Bezirken sehr hoch. Es müßte doch nun das dringendste Bestreben der Vertreter dieser Gemeinden sein, die Steuern auch den Bewohnern ihres Bezirks wieder zufließen zu lassen. Dadurch wird die Steuerkraft des Bezirks gestärkt. Gehen aus unserer Amtsgemeinde 6—800 A in einen anderen Bezirk, so verlieren wir die auf dieser Einnahme ruhenden Steuer; nun bildet d. Stadt Barntrup einen eigenen —städtischen— Bezirk. Vdn dem Gelde, das Herr Sanitätsrat Dr. Theopold aus der Sternberg=Barntruper Kasse bekommt erhält diese Kasse keinen Psennig als Kommunalsteuer zurück, während die Bösingfelder Aerzte etwa 200 A an die Amtoge meinde Sternberg steuern. Geht ihnen die Einnahme von 6—600 ul verloren, so wird natürlich auch ihr Steuersatz kleiner und die Amtsgemeindekasse wird dadurch geschädigt. Wunder barer noch ist aber die Rücksicht unseres Amtsgemeinderats auf einen zukünftigen Arzt in Almena. Dieser Ort gehört bekanntlich zur Amtsgemeinde Barenholz. Obgleich der Sternberger Impfarzt fast täglich durch Almona kommt, läßt die Bärenholzer Gemeinde die Impfung in Almena durch den Barenholzer Arzt ausüben, damit ihr eigenes Geld im eigenen Bezirk verbleibe; sie sorgt also in erster Linie für ihre eigenen Sdeuerzahler. Die Vertretung der Amtsgemeinde Sternberg Barntrup aber scheint diesen Grundsatz ihren Steuerzalern gegenüber nicht anwenden zu wollen und schiebt die Erledigung der Sache so lange hinaus, dis sie in der Lage ist. der Amtsgemeinde Barenholz auch etwas zukommen zu lassen. So lange aber Scict sie des Geld nan— Letzte Nachrichten. Detmold, 11. April. Auf dem hiefigen Wochenmarkte wurden elgende Preise gezahlt: Butter 1 Pfd. 1,10—1.20 Mk., Eier 1 Pfund 50—110 Pfg., Blumenkohl 1 Kopt 30 bis 40 Pfg., Zwiedeln 1 Pfund 8—10 Pfg., Kartoffeln Pid. 4 Pfg., 1 Zentner 3.40—3.50 Mk., Wirsinz 1 Kopf 5— 20 Pf., Rotkoyl 1 Kopf 20—30 Pf., Aepfel 1 Pfd. 18 bis 20 Pf., Rosenkohl 1 Pfd. 25—80 Pf., eine Portion 10 Pfg. Spinat 1 Pfd. 30—35 Pfg., Kopfsalat, 1 Kopf 10—15 Pfg., Radieschen 1 Bündchen 10 Pfg Berlin, 12. April. Dem„Lokalanzeiger“ zufolge erchoß in Himmelstätten ein zwölfjähriger geisteskranker Bauernsohn ein ca. 8 Monate altes Kind, welches er bewachen sollte, mit einem Jagdgewehr, das im Zimmer sing. Berlin, 11. April. Dem„Berliner Tageblatt“ wird aus Rom gemeldet: Vor dem Gerichtshof in Genua spielte ich gestern eine recht aufregende Szene ab. Als der Gerichtshof das Urteil über einen 21jährigen Burschen verlesen hatte, entriß der Delinquent einem dicht neben ihm stehenden Gendarm eine Flinte und beabsichtigte, den Gerichtshof zu schießen. Die Gendarmen stürzten### edoch sofort auf den Rasenden und mit größter Mühe konnte er entwaffnet werden. Posen, 11. April. Das Kriegsgericht verurteilte gestern den Reserveleutnant Amtsrichter Herrmann aus Birnbaum wegen Beteiligung an einem Duell zu drei Monate Festung und den Reserve=Oberleutnant Zollsteuerkon trolleur John als Kartellträger zu einem Tag Festung. Köln, 10. April. Die Kölnische Zeitung meldet aus Berlin: Die deutsche Regierung hat der russischen Regie rung mitgeteilt, daß sie im Grundsatze mit den russischen Vor chlägen zur Reform der Verwaltung in Maze donien einverstanden ist. Köln. 10. April. Ein Telegramm der Kölnischen Zeitung meldet aus Tanger vom 10. April: Ein französischer Zug von 50 Kamelen fiel in die Hände der Mdakra. Von den Leichtern die von den Franzosen nach Casablanca gesandt wurden, ist bisher keiner montiert, sodaß die Handelsdampfer nach wie vor mit den größten Schwierigkeiten kämpfen. Köln. 10. April. Die von der Stadt Köln unter Mitwirkung der Landwirtschaftlichen Kammer für die Rheinprovinz auf dem städtischen Viehhof ins Leben gerufene Schlachtund Mastvieh=Ausstellung wurde heute mittag durch den Protektor, den Oberpräsidenten d. Rheinprovinz von Schorlemer=Lieser feierlich eröffnet. Die Ausstellung dauert drei Tage und ist beschickt von 167 Ausstellern und 90 Ma chinenfabriken. Sie bietet gar mancherlei Interessantes und Unterhaltendes, u. a. enthält die Tierabteilung eine reiche Anzahl Versuchstiere, um Gelegenheit zu bieten, die Ergebnisse von Fütterungsversuchen vorzuführen. In der Rassenabteilung die dem Publikum den Wert der verschiedenen Rassen in Bezug auf Fleischerzeugung veraugenscheinlichen soll, sind besonders Zuchtgenossenschaften mit 93 Tierveriretern. Insgesamt 71 Personen sind mit der Prämtierung beschäftigt. Paris, 10. April. Die verhafteten drei Auarchisten trugen Pakete, welche zehn Dynamitpatronen von je 100 Gramm Gewicht, drei Meter Bickfordsche Zündschnur und sech Zünder enthielten. Einer der Anarchisten war mit einem ge ladenen Nevolver bewaffnet. Das städtische Laboratorium er klärt, die Dynamitmenge würde genügt haben, um sechs starke Bomben zu verfertigen. London, 10. April. Nach einer Lloydsmeldung aus Las Palmas setzte dort der Dampfer Hans Woermann einen Teil der Mannschaft des britischen Dampfers Star or Japan ans Land, welcher in der Nähe der westafrikanischen Küfte ge krandet ist. Der Kapitän mit dem Rest der Mannschaft blieb an Bord des Schiffes, das als verloren betrachtet wird Athen, 10. Aprtl. Die hiesige Presse veröffentlicht sympa thische Artikel über die Ankunft der kaiserlichen Fa mtlie in Korsu. Estia rühmt in einem sensationellen Leitartikel die Größe des Deutschen Reiches, deren vorzüglichste Verkörperung der Kaiser sei. Frankfurt(Main), 10. April. Da die Unterhandlungen im Malergewerbe gescheitert sind, sollen in Süddeutschland und Provinz Hessen=Nassau, einem Teil der Rheinprovinz und eini gen norddeutschen Städten am Sonnabend rund 60 vo, die den freien Gewerkschaften angehören, ausgesperrt werden. Der Hauptgewinn der Wetzlarer Dombau=Lotterie im Be trage von 75000 Mark ist einem armen Erdarbeiter in onn. Vater von 9 Kindern, zugefallen. Detmold. 11. April. Wetterbericht der Wetterdienststelle des meteorologischen Observatoriums zu Aachen. Zunächst Regen, später zeitweise aufklärend; schwache Luftbewegung kühl. London: Bewölkt, regendrovend. Hamburg: Beölkt. (Konfirmation (Konfirmation Hegel.(Kinder Gottesdienste in Sonntag, den 12. Avril 1908. Fürstliche Schloßkapelle. Vormittags 10½ Uhr. Generalsuperintendent Wessel. Reformierte Stadtkirche. Vormittags 9¾ Uhr. Pastor Lohmeyer. Abends 5 Uhr. Pastor Werdelmann. Alte reformierte Kirche. Frühkirche 8 Uhr. Pastor Werdelmann. Vormittags 10 Uhr. Pastor Brüns. Lutherische Kirche. Vormittags 10 Uhr. Hilfsprediger Lipke. Nachmittags 2 Uhr. Psarramtskandidat gottesdienst.) Landkrankenhaus. Vormittags 9 Uhr. Pastor Meyer. Herberge zur Heimat. Nachmittags 3½ Uhr. Verein Blaues Kreuz. Versamml. Am Gründonnerstag findet abends 6 Uhr in allen evangelischen Kirchen eine Abendmahlsfeier statt; ebenso wird das heilige Abendmahl am Charfreitag in allen evan gelischen Kirchen geseiert. Am Charfreitag wird in allen Gottesdiensten die übliche Bußtagskollekte erhoben. Katholische Gemeinde. Vormittags 8 Uhr und 10½ Uhr. Nachmittags 2 Uhr. Evangelische Gemeinschaft. Mühlenstraße 10. Sonntag vormittag 10 Uhr Predigt. Sonntag abend 7 Uhr. Jugend=Verein, Sonntag abend 8¼ Uhr: Predigt. Mittwoch abend 8¼ Uhr. Bibelstunde. Bekanntmachung. Die bakteriologische Untersuchung des Leitungswassers hat ergeben: im Monat Januar 0 Keime in 1 ccm. im Monat Februar 35 Keime in 1 ccm. im Monat März, 19 Keime in 1 ccm. darunter keine Keime. die verdächtig waren, Krankheitserreger zu sein. Detmold, den 9. April 1908. Der Magistrat. Wittje. Für ca. 8000 Mark Schuhwaren sollen in möglichst kurzer Zeit mit 15 bis 50% unter Preis verkauft werden. W den 12. Spril: Versellung! Venesiz für das Chorpersonal! Gastspiel von Frau Josesiue einiug vom Stadttheater Wegen täglich sich steigernder Inanspruchnahme meiner und Plättanstalt„Schneeweiß“. genügen die bisherigen Räumlichketten nicht mehr, weshalb ich mein Ladenlokal hierzu mit verwenden muß. ne- Wer sich für wenig Geld mit gaten Schuhwaren versehen will, wolle sich an mich wenden. F. Meise, Detmold, Meierstrasse 14 gegenüber der Lutherischen Kirche. Sofort oder in nächster Zeit findet ein sirer Junge gute Lehrstelle bei Aug. Burre Brake i. Lippe. Fabrik und Lager landwirtsch. Maschinen und Geräte Schmiede und Maschinenschlosserei mit Kraftbetrieb. Zeutralhalle. Sonntag, den 12. d. Mts. nachmittags 4 Uhr KONZERT. Entree 30 Pfg. Junger Techniker mit einigen Semestern Fach chulbildung als Assistent des Bauführers für sofort nach Bielefeld gesucht. Die Stellung bietet Gelegenheit zur Ausbildung in Bauführung und Büroarbeiten. 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Mts., nachmittags 4 Uhr, soll in der Bödekerschen Gastwirtschaft hierselbst die Alverdisser Gemeindejagd öffentlich meistdietend auf 6 Jahre verpachtet werden. Die Bedingungen werden im Termin bekannt gegeben. Alverdissen, den 10. Arril 1908. Gemeindevorstand. Todes- Anzeige. Heute abend entschlief sanft unsere gute Mutter und. Grossmutter Frau Hermine Bauer geb. Schonebaum im 72. Lebensjahre. Detmold, Marburg, Bielefeld, 10. April 1908. Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet statt am Dienstag nachmittag 4 Uhr. Trauerfeier im Hause 3½ Uhr. Jagäverpachtung! Am Mittwoch, den 22. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, soll in der Lenthieschen Gastwirtschaft hierselbst, die Sonneborner Gemeindejagd auf 12 Jahre metstbietend verpachtet werden. An demselben Tage, nachmittags um 6 Uhr, die StruchtrupWierborner Jagd in der Sommerschen Gastwirtschaft zu Wierborn. Sonneborn, den 7. April 1908. Der Gemeindevorstand. Statt besonderer Anzeige. Ileute mittag 12 Uhr entschlief sanft nach langem Leiden unsere liebe Mutter, Schwester, Schwiegermutter, Großmutter und Tante Pran Wv. Henriette Gronemeier geb. Dohmeier im fast vollendeten 65. Lebensjahre. mit der Bitte um stille TeilDies zeigt nahme an Heinrich Gronemeler Famille Karl Rahmeler Familie Frttz Kr imer. Konkurs Carl Stecker, Detmold. Für die zu erfolgende Schlußverteilung sind 2784.01 Mk. versügbar. Zu berücksichtigen sind die Forderungen im Betrage von Mr. 7252.18, darunter keine bevorrechtigten. Das Schlußverzeichnis liegt auf der Gerichtsschreiberei Fürstlichen Amtsgerichts II hiers. zur Einsicht aus. Petwold den 908. Brockmann, Ko 9 palte“. Betanntmachung. Unter Bezugnahme auf unsere Bekanntmachung vom 27. v. Mts. wirb hiermit daran ertnnert, daß die landwirtschaftlichen Unfallversicherungs=Beiträge bis nächsten Montag, den 13. d. Mts., auf dem hiesigen Nathause im Magistratsbureau entrichtet werden müssen. Horn, 9. April 1908. Der Magtstrat Spelge. Lare. den 10. April 1908. Die Beerdigung findet am Dienstag nachmittag 4 Uhr vom Trauerhause, Rhienstraße 27, aus statt. Bekanntmachung. Der Gärtner Fr. Bornemeier hierselbst ist vom 1. d. Mts. ab als stüdtischer Friedhofsaufseher angestellt und eidlich verpflichtet. Die Anordnungen des Friedhofsaufsehers sind befolgen * Voris 1908. Der Magistrat Spelge. * ** Max Blank& Co. Detmold —— Bruchstrasse 14 Frühjahrs-Neuheiten in Modewaren! Damen-Gürtel. Gummi=Damen=Gürtel#. 75## Jap. Borden=Gürtel 9.50 bis M. Nu 13 Türk. Borden=Gürtel Gold=Damen-Gürtel## u. 989. Leder=Damen=Gürtel 15# u. 50 p. Wachstuch=Dam.=Gürtel### 15 Pl. Damen-Schleiten. 2 K 98 p. Damen=Selbstbinder!“ K 58p. Damen=Schleifen Kleiderstotte. Bordürenstoffe Moderne Blusenstoffe Chike Kostümstoffe Cheviot= und Kammgarnstoffe, mit gestreifter oder karierter Vordüre, 1 75 Mtr. 4.20, 3.50, 2.70, 2.50, □ Streisen und Karos, in bervortogeng# 1# Lun. 1. 835 v. helle und mittelfarbige Frühjahrsstoffe 5.50, 4.50, 3.25, 2.25, 1.85. 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Kinderstrümpfe lederfarben, Baumwolle, Paar 1.35 bis Pf. Pf. 25 v. 10 9. Pf. Pf. 35 Schirme. 490 1.25, 75 bs SO Pf. 48 v. Jockey=Mützen aus Filz= und Tuchstoffen 1.50, Jockey=Mützen aus Sammt und Manchester 2. 1.45, 98 bis Jockey=Mützen 2 aus Waschstoffen, 1.50, 1.05, 85, 68, 38 bis—0 Pr. Marine=Mützen u.##in 32— aus Filz= u. Tuchstoffen, 2.50, 1.75, 98 big Marine=Mützen zu. Mädchen 382 aus Filz= u. Tuchstoffen, 2.25, 1.85, 85 bis Sc P. Kinder=Pätzel 1.— u. 5. 8. 25 Pl. Knaben=Barrets 19 Fc 35 P. Feston-Mädchen-Hüte Mr. 4.50, 3.50, 2.50, 1.85, 1.50, 1.38. 98 pf. Batist- und Spitzen-Häubchen Mr. 3.50, 2.75, 2.25, 1.85, 1.90, 85, 7 5 p. Einen Posten Regenschirme 188 für Damen und Herren, Cöper, Regenschirme.. I Backfisch=Paletots Geschmack M. Abi. 635) Mädchen=JackettsStoffen, Mi. 15 Nl. 3 Backfisch=Kostümeröcke Fast:, Ber i s bi 33 5% Mädchen=Capes mit Kapuzen M. 125. 1. 50 Wollene Mädchen=Kleider Längen 45—100 etm., Hänger und Blusenfassons.... Mi. 20 bis 3 Kinder=Kleider aus Waschstosfen......................... M. 14.50 bis a 0p. einen Posten Regenschirme Russen=Kittelchen aus Woll= und Waschstosfen................... M. 1050 bis 1 für Damen u. Herren, Gloria mit Futteral, M. Seide mit seid. Futteral 6 M. Damen-Küte. Matrosenform mit Band gagtertz, 9### pf. Glockenform mt Band und Beo: ag5 bi. 150 Boleroform ic garner. anf. 9.75 bis 675 Aufgeschlag. Rundhut We. 350 6 95 Pf. Ungarnierte Hüte ur aane vemm. 7 5.— Mk. 3.50, 2.50, 1.85, 1.25, Ps. Blumen, Laub, Ranken, Hutbänder, Hutgarnituren. Einen Posten Regenschirme 850 mit bunten Rändern, 6.50, 5.50, 4.50, M. Sonnen=Schirme 8225 mit mod. bunten Kanten, 5.00, 4.00, M. Putz-Ausstellung in der 1. Stage Auswahl unter ca. 200 apart und chick garnierten Damenhüten. Umarbeitung von Damenhüten im eigenen Atelier sehr preiswert. Sonnenschirme moderne Karos Sonnenschirme einfarbig, in modern. Farben, 6.00, 4.50, 850 * M. 00 Weiße Sonnenschirme#25 8.50, 6.00, 5.50, 2.50, M. 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Der Weg führt den Heiland führt den Heiland nicht zu irgend einer ir dischen Königskrone, sondern zur Dornenkrone. An Stelle des frohen Hosianna erklingt in wenigen Tagen über ihm das schreckliche„Kreuzige, kreuzige ihn!" Du müßtest kein Herz in der Brust tragen, wenn du heute gleichgültig an diesem Palmarumevangelium vorübergehen wolltest. Das Evangelium geht auch dich an; es hat dir so unendlich viel zu sagen, und es hängt so unendlich viel davon ab, ob du das Evangelium annimmst oder verwirfst. Jedes Wort des neuen Testaments ist für alle Zeiten geschrieben; es ist auch für dich geschrieben. So ergeht heute wieder an dich das Wort, das du schon so oft gehört: Siehe, dein König kommt zu dir. Du hast vielleicht schon einmal mit angesehen, wie sich eine Stadt vorher rüstet und schmückt, wenn ihr der Kaiser die Ehre seines Besuches angedeihen läßt. Die Stadt und ihre Bürger legen das Festgewand an, Willkommengrüße und patriotische Lieder klingen dem einziehenden Fürsten entgegen. Und das ist recht so. Dein König Jesus Christus verlangt von dir ja keinen äußeren Schmuck; er gibt nichts auf das Aeußere; aber auf das Innere legt er Wert, auf dein Herz. Da mußt du allen Unrat böser, sündiger Gedanken auskehren und den Schmuck aufrichtigen Glaubens und herzlicher Liebe zu deinem Jesus, herzlicher Liebe zu deinen Mitmenschen und gottseligen Wandels in der Welt anlegen. Dann wird der König Jesus Christus gern auch bei dir Einzug halten und Wohnung machen. Und dann heißt es: Diesem Hause ist heute Heil wiederfahren! Wo ein König einkehrt, teilt er Orden und andere Ehren u. köstliche Geschenke aus. Das tut auch Jesus Christus, und seine Geschenke sind noch viel köstlicher. Sie machen dich unendlich reich und geehrt vor Gott, glücklich in der Zeit und selig in der Ewigkeit. Du hast einen Freund, der dich nie verläßt, einen Helfer in aller Not, einen Berater in allen Lebenslagen, einen Mitträger in allem Kreuz und Leid. Und er schenkt dir sogar eine Königskrone, die du tragen darfst in alle Ewigkeit. Wenn du dein eigenes Bestes willst. so nimm diesen König Jesus Christus auf! Tag der Palmen! Froh begrüßt Nahst du dich auf Lenzesschwingen, Und das erste Veilchen grüßt, Und die ersten Lerchen singen. Ueberall auf weitem Runde Lacht des jungen Lebens Lust.# Und die süße Osterkunde Schwellt die wintermüde Brust. Tagder Palmen! Froh bewegt Grüßt dich junger Christen Hoffen: Ahnungsvoll das Herz heut schlägt, Und ein Himmel steht ihm offen. Neues Leben, neue Freude Zieht in fromme Seelen ein, Und nach langem Herzensleide Liegt die Welt im Sonnenschein. Tag der Palmen! Warum glänzt Uns im Aug' die stille Zähre, Wenn der Lenz das Fest bekränzt, Winkt noch nicht die reife Aehre: Maienfrost und Wetterblitze Hindern junger Saat Gedeihn:“ Erst bewährt in Sommers Hitze Witd die Ernte dich erfreu'n. Tag der Palmen! Tausendmal Sei dem Herzen drum willkommen! Hast des langen Harrens Qual Siegesfroh von uns genommen. Hin zum Auferstehungsmorgen Führst du auf des Leidens Pfad: Freude blüht aus Kampf und Sorgen, Aus dem Leid de. Lebens Saat! P. P. Beobachtuung der Sonnenfinsternis vemn en Oeran. Mr F. K. Mac Gean“ mit 3.Januar auf der Mint-Insel umm Stits, seinen Beobachtengsappanateg Von den drei Sonnenfinsternissen dieses Jahres, einer totalen und zwei ringförmigen, hat die erste am 3. Januar stattgefunden; leider lag die Beobachtungszone sehr ungünstig, nämlich in dem entlegensten Teilen des Stillen Ozeans. Der Freigebigkeit des kalifornischen Millionärs Crocker ist es zu verdanken, daß auf seine Kosten die Lick=Sternwarte und das Smithsonian=Institut eine gemischte Expedition unter Leitung des englischen Forschers Mac Clean ausrüsten konnten, die sich mit einem von der Regierung der Vereinigten Staaten gestellten Kanonenboote nach der Flut=Insel begab. Die Flint=Insel, der einzige für die Beobachtung geeignete Standort, ist ein kleines, zur Manahiki=Gruppe der zentralpolynesischen Sporaden gehöriges Eiland. Wir veröffentlichen eine erst jetzt eingetroffene Photographie, die den Leiter der Expedition Mac Clean bei den photographischen Apparaten zeigt. Die Freude an der Schule. Wieder einmal sind Ferien ins Land gezogen und ihr Anfang bedeutet heuer das ersehnte Ende eines langen Schuljahres. Manch peinliche Familienszene hat's freilich noch gesetzt, wenn etwa das Zeugnis zu wünschen übrig ließ. und gar nicht selten hat man Worte hören müssen, wie:„Ich habe meinen Aeltesten aus dem Gymnasium genommen. Es ging nicht mehr, der Junge hatte so gar keine Freude an der Schule Ich bin's satt, mag er nun Schuster werden". Ein schwerer Entschluß hat voraufgehen müssen, ein Entschluß, der den Verzicht auf manche liebe farbenreich ausgemalte Hoffnung be deutet. Träume zerfallen, die angehoben, als der Knabe seinerzeit mensa zu deklinieren begann. Sowohl beim Vater, der im Sohne hat erreichen wollen, was ihm einst das Schicksal versagt, wie be ider Mutter, die ihren Liebling vielleicht schon als redegewaltigen Diener am Worte auf der Kanzel erblickte. nicht zum letzten aber auch bei dem Filius selber, dessen Phantasie sich bereits angelegentlich mit Burschenmütze, Korpsband und Mensurschläger beschäftigt. In der Tat, es ist ein bitter ernster Entschluß, wenn es gleich mit dem Schusterwerden gute Wege haben sollte,— so hoch wir einen Stiefelverfertiger schätzen, der uns gute Stiefel liefert; bei solchem hat das Hand werk auch heute noch goldenen Boden— allein weiß man denn. ob jener Vorgang nicht dennoch den ganzen Lebenslauf des Sprößlings in falsche Bahnen lenkt, ob nicht der Greis der maleinst noch darüber seufzen muß, daß heute der Knabe keine Freude mehr an der Schule hat? Ja, die Freude an der Schule! Eine kleine Ursache, die sich zu schwindelnd großen Wirkungen potenzieren kann. Denn baut sich auf ihr nicht der beste Teil des Fortschritts unserer Jugend, demnach die Weltentwickelung unseres Volkes und so mit am letzten Ende seine ganze geistige und sittliche Kultur auf? Seltsam, wie die Wichtigkeit dieses Faktors immer noch von vielen so völlig verkannt wird. Gibt es doch selbst Schuldirektoren, die statt an ihn lieber an den kategorischen Imperativ der praktischen Vernunft appellieren, der vielleicht einen Philosophen anspornen kann, der aber unserer gar nicht stoisch gearteten Jugend das Gymnasium in ein Ergastulum, in eine hassenswertes Zucht= und Arbeitshaus verwandelt. Der pädagogische Fortschritt des zwanzigsten Jahrhundertz hat denn auch mit dieser Theorie des Zwanges rückhaltlos gebrochen und dafür den Grundsatz proklamiert, daß nur in der Freiheit, in der sorgsamen Pflege der selbständigen Persönlichkeit die Schule all jene hohen Zielen erreichen kann, die sie sich setzen muß. Aus dieser wurzelecht modernen Auffassung des Erziehungs problems heraus hat ein angesehener Schulmann es unternommen, zu untersuchen, wie die Freude an der Schule erhalten und neu belebt werden könne“). Ein Pädagog, der dies nicht nur von Amts=, sondern auch von Herzens wegen ist und durch hochsinnige Auffassung seines Berufes, den er selber einen herrlichen nennt, durch seurigen Idealismus, Liebe zur Jugend und zu dem deutschen Vaterland, sowie durch eine mehr als zwanzigjährige erfolgreiche Praxis wohl berufen scheint zur Klärung der Frage sein Urteil in die Wagschale zu werfen. Wenn Schilling bei der Jugend auf Widerwillen gegen die Schule stieß, konnte er diesen vielfach darauf zurückführen, daß die Anlage des Schülers mit dem Charakter seiner Anstalt disharmonierte. Knaben, deren linguistische Begabung geringer ist als ihre Neigung zu naturwissenschaftlichen Dingen, sind an das Gymnasium mit seinen alten und neuen Fremsprachen gebannt, wo sie selber nicht vorwärts kommen, wohl aber die anderen am Vorwärtskommen hindern. Ihnen ist sofort geholfen, und der Ekel an der Schule wandelt sich oft in Freude an der Schule, sobald man sie in eine Realanstalt verbannt. Leider ist solche Umschulung schwer. Noch heute besitzen von 284 preußischen Städten 190 als einzige Höhere Knabenschule nur ein Gymnasium sodaß dort jeder Neophyt der höheren Bildung nolens volens gezwungen ist, ihr auf klassischen Pfaden zu nahen. Es sind aber nur unsichere Kantonisten, die dem *) Prof. Dr. Werner Schilling=Braunschweig: Wie kann die Freude an der Schule erhalten werden? Vortrag, gehalten am 14. Oktober 1907 im Braunschweigischen Philologenverein. Abgedruckt in Fries und Menge: Lehrproben und Lehrgänge, 1908. II. Heft XCV. Obige Besprechung ist dem Hannover schen Courier entnommen. Gymnasium durch diese Monopolstellung zukommen, und wer es gut mit der humanistischen Bildung meint, muß gerade die Gründung realistischer Anstalten eifrig unterstützen, damit jeder Begabung auch die Möglichkeit einer wesensgleichen Ausbildung gegeben sei.„Diese humanistische Schulform,“ sagt Schilling,„soll nicht durch Zwang herrschen, sondern im Wettbewerb mit gleichberechtigten Realgymnasien und Oberreal= chulen sich behaupten, oder sie ist nicht wert zu bestehen. Und wenn dadurch die Schülerzahl der Gymnasien verringert, ja wenn selbst das Gymnasium dadurch eine schola paucorum hominum wird, so sehe ich darin nichts Bedauernswertes.“ In den oderen Klassen wird der Ballast dieser gepreßten Rekruten wenkger drückend, da ja die meisten nach erlangtem „Einjährigen“ dem Gymnasium mit erleichtertem Herzen den Rücken gelerht haben. Trotzdem findet man auc unter den Gebliebenen noch viel Abneigung gegen die Schule. Wie ist nun dies zu erklären? Schilling gibt zunächst der Ueberbürdung schuld. Mit ihren gehäuften Anforderungen in vier Sprachen, Mathematik und anderen Fächern schlagen unsere Schulpläne dem schönen Grundsatz„non multa sed multum“ geradezu ins Gesicht. Der Primaner, der allen Aufgaben nach Vorschrift gerecht werden wollte, behielte keinen Augenblick übrig zur Pflege des Körpers, der Lektüre, der sonstigen Talente. Da dies aber nun unerläßliche Rechte des gebildeten Menschen sind, erleichtert er sich, um Zeit zu gewinnen, die Pflichten einfach durch unerlaubte Hilfsmittel. So verführt die Schule solber zur Mogelei und verdirbt den Charakter durch den allzu enseitig intensiven Drang, den Geist zu bilden. Auch noch in anderer Weise. Achtzehnjährige Primaner sind keine Kinder mehr, sondern Persönlichkeiten von selbsttätigem Ehrgefühl. Solche müssen es als Kränkung und Chikane empfinden, wenn die Schule, hierin zudem in die Rechte des Elternhauses übergreifend, ihnen das Nauchen und den Besuch anständiger Wirtschaften untersagt. Jedermann weiß, daß das Verbot meist den entgegengesetzten Erfolg hat, weil nunmehr die Winkelkneipe aufgesucht wird, wo der sonst harmlose Erfrischungstrank in die Kommentsimpelei des Bierjungensaufens ausartet. Daher tritt Schilling, auch hier seinen Beruf mit weitherziger Unbefangenheit auffassend, ganz entschieden für größere persönliche Freiheit der Oberklassen ein und ist überzeugt, daß mit Fortfall des bisherigen Polizeigeistes von oben auch ein weiteres gutes Teil Schulverdrossenheit von unten schwinden würde. Interesse wecken heißt meist nur vorhandenem Interesse die Möglichkeit einer ausgiebigen Betätigung bieten. Mit ganzer Seele befürwortet Schilling daher die seit einiger Zeit zur Diskussion stehende Bewegungsfreiheit des Primanerunter richts. Schülern, Die schon besondere wissenschaftliche Reigungen vreraten, sollen in der Richtung höhere Ziele gesetzt und dafür weitgehende Einrichtungen in den Fächern ihrer schwächeren Begabung zugestanden werden. Wenn man dem künftigen Philologen wöchentlich einige Mathematikstunden erläßt und dafür mit ihm ausgedehntere Klassikerlektüre treibt, wenn man den küntigen Astronomen in die Integralrechnung einführt, dafür jedoch mit dem doch nur invita Minerva präparierten Tacitus verschont, wenn man beiden hier und da einen Tag für ihr Lieblingsstudium ganz freigibt, so sind dies Zugeständnisse, auf die sie mit doppeltem Arbeitseifer und reger Freude an der Schule reagieren werden. Natürlich muß sich dann auch die Abiturientenprüfung durch eine gleitende Skala ihrer Ansprüche dieser Individualisierung anpassen, was in Schillings Sinne am besten durch völlige Abschaffung dieses Examens geschehen würde.„Sollen wir,“ so fragt er,„Has Wissen für einen wertvollen Gewinn halten, das, eilig in den letzten Wochen aufgerafft, am Prüfungstage vorgeführt wird, aber nach wenigen Wochen oder Monden schon wieder entschwunden ist? Sollen wir uns nicht selbst zutrauen, daß eine Konferenz der in Prima unterrichtenden Lehrer aus den gesamten Ergebnissen zweiel Jahre ein abschließendes Urteil zu fällen vermag?“ Nicht die Lehrgegenstände sind es meist, die dem Primaner die Schule verekeln, sondern die Lehrtmethode. Auch der Unterricht ist eine Kunst, und wer die versteht, der kann auch den trockensten Stoff mit unerwarteten Reizen umkleiden.„Nur nicht pedantisch, nur nicht langweilig sein,“ mahnt Schilling daher die Kollegen immer aufs neue, und daß er selber auch Täter dieses Wortes, nicht nur Sprecher darin ist, beweist die Forderung, daß auch dem Humor im Unterricht sein Recht nicht geschmälert werden dürfe.„Ein lustiges Gelächter inmitten der Unterrichtsstunde ist erquickend und heilsam wie ein Sonnenstrahl an trüben Tagen. Wehe dem Lehrer, der diese Erquickung seiner Klasse vorenthalten zu müssen glaubt.“ Nicht Zuchtmeister sondern Freund will er der Jugend sein, weshalb er besonders hoch die Kollegen schätzt, die idren Albumblätter. Kaum ist die Gegenwart gedacht, So ist sie schon verschwunden; Uns aber hält, was sie gebracht, In Zukunft noch gebunden. Bodenstedt. Lady Delia. Kriminal=Roman. 17 Autorisierte Uebersetzung aus dem Englischen (Nach##ick verboten.) „Der junge Mann— er heißt Mensmore— war mit mir an einem Kalifornischen Bergwerk beteiligt. Ich glaubte, er habe viel Geld, und als die Springbocks herauskamen, zeichneten wir beide eine Anzahl dieser Aktien. Leider wollte das Publikum nicht anbeißen, und so blieben wir damit sitzen. Ich tat alles mögliche, ihn zum Zahlen zu bewegen, allein er behauptete, es sei ihm unmöglich. Und gerade jetzt, wo die Ge schichte wieder in Fluß zu kommen scheint, bietet er mir 2000 Pfund an. Ja, noch mehr,— er sagt, im Notfall könne er den Restbetrag seiner Hälfte. 1750 Pfund, von jemand geliehen erhalten. Wo habe ich nur seinen Brief?“. Er suchte unter seinen Papieren.„Ny. da ist er!“ rief er aus, ein Kuvert hervorziehend.„Abgeschickt von der Dampfjacht„Weiße Feder“ Klingt großartig, was? Sir William Browne. Das ist wahr scheinlich der Borger. Ein guter Mann für meine Liste.“ „An Ihrer Stelle würde ich ihn sicher eintragen.“ bemerkte Brett zerstreut. „Wenn Sie mir raten, werde ich's gewiß tun,“ nickte Dodge, und sich vergnügt die Hände reibend fügte er hinzu:„Das war ein glücklicher Morgen für mich. Wollen Sie mit mir früh stücken?“ „Nein, ich danke.“ lehnte Brett ab.„Habe zuviel zu tun. Uebrigens, wo lebte dieser Menomore?“ „Ich weiß es ucht. Seine Adresse hier war immer der Oeleans=Klub.“ Wie er auf die Straße und in einen Wagen gekommen sekbst nicht was-— wukte Bret hinterher sekbst nicht mehr. Er drückte sich in eine Ecke und während er seiner Wohnung zufuhr, versuchte er das Rätsel zu lösen, das ihn so verwirtt hatte. War Albert Mensmore Sydney H. Pyne? War er Frau Hillmers Bruder? Sie hatte den ihrigen Bertie genannt. Das konnte so gut Albert wie Herbert heißen. Mensmore war ein früherer Schulkamerad Sir Lyles. Aller Wahrscheinlichkeit nach kannte er auch Lady Delia. Er lebte im Raleighhaus unter falschem Namen und verließ seine Wohnung zwei Tige nach der Ermordung der Baronin. Alle diese Umstände deuteten darauf hin, daß die unglückliche Frau durch Mensmorens Hand ums Leben gekommen war. Und Brett hatte geschworen, ihren Tod zu rächen. Er lachte ironisch auf, als er daran dachte, daß er selbst dem Manne beigestandest hatte, der Strafe des Himmels zu entgehen. Ohne Dodge und seine Springbocks hätte er vielleicht noch monatelang dem Verbrecher unwissentlich Vorschub geleistet und dessen Spur verborgen gehalten. In ohnmächtigem Zorn über diese Lage hätte Brett am liebsten die Zügel ergriffen und das Tier zu einem Galopp angefeuert, doch der Kutscher, nicht ahnend, welch lebenden Vulkan sein Wagen barg, fuhr gemächlich weiter, bis er seinen nervösen Fahrgast an Ort und Stelle abgesetzt hatte. Nicht unbemerkt, denn Inszektor Winter beobachtete ihn von einem Torweg aus. Er wunderte sich, weshalb Brett so erregt aussah, und beschloß, das Eisen zu schmieden, so lange es heiß war. „Falls jemand kommt— ich bin nicht zu Hause,“ bedeutete Brett seinem Diener, als er nach seinem Arbeitszimmer schritt Kurz darauf ertönte die elektrische Klingel. Vor der Tür stand Mr. Winter, der Brett zu sehen verlangte. „Mein Heer ist aus,“ erklärte Smith, der Diener, die Türe schließerd. Ehe es ihm jedoch gelang, hatte der Detektiv seinen Fuß dazwischengestellt. „Ihr Herr ist nicht aus,“ sagte er unwillig.„Ich sa hihn vor ein paar Minuten hereinkommen. Melden Sie ihm, Mr. Winter wünsche ihn zu sprechen.“ Smiths würdevolle Unverfrorenheit war einzig.„Mein Herr kann je zuhause sein,“ lautete die Antwort,„aber er ist für niemand sichtbak.“ „Melden Sie mich trotzdem,“ beharrte Winter mit einem seiner niederschmetternden Detektivblicke. „Sehe nicht ein, weshalb ich es tun sollte, schnarrte Smith widerwillig. Zum Glück wurde der Wortstreit durch Brett selbst unterbrochen, der von der offenen Zimmertür her seinem Diener zurief:„Führen Sie ihn hierher, Smith, doch lassen Sie niemand weiter ein.“ „Sie sehen nicht sehr wohl aus, Mr. Brett," begrüßte Winter seinen Kollegen. „Kamen Sie nur, um sich nach meiner Gesundheit zu erkundigen?“ gab Brett ironisch zurück. „Nein, nicht eigentlich. Ich habe Sie aber lange nicht gesehen, und da wir uns beide für denselben Fall interessieren, so dachte ich mir, wir könnten vielleicht mal unsere Aufzeichnungen vergleichen.“ Brett ärgerte sich über den ungelegenen Besuch. Er wollte ruhig nachdenken, ohne durch polizeiliche Mutmaßungen gestört zu werden. War es möglich, daß sich dieser junge Mann vielleicht als kaltblütiger Mörder entpuppte? Solch eine Vermutung erschien selbst Brett zu grauenhaft. Er begann an seinem eigenen Urteil über Mensmore zu zweifeln, und dieser Zweifel ver anlaßte ihn, dem Detektiv nur zu sagen:„Ich war eine Weile fort, hatte in Südfrankreich zu tun.“ „Das dachte ich mir!“ rief Winter, stolz auf seinen Scharfsinn,„ich wußte es sogar ganz genau. Wie machen Sie es nur, Mr. Brett, uns immer voraus zu sein?“ „Haben Sie denn auch von Sydney H. Pyne gehört?" stellte der Advokat die Gegenfrage. „Selbverständlich. Ich verfolge sogar eifrig seine Spur. Wir sind zwar etwas langsam in Scotland Pard, aber wir gehen sicher. Darf ich fragen, ob Sie Glück hatten?"„ „In welchem Sinn?“ „O, als ob Sie nicht nach Monte Carlo gegangen wären, um selbst Mr. Pyne zu sachen! Wirklich, Mr. Brett, wir sind ihm diesmal zu dicht auf den Fersen— Sie dürfen uns wohl sagen, ob Sie ihn gesehen haben.“ „Wen?— Mr. Sydney Pyne?“ „Ja, den meine ich.“ Für eine Sekunbe Dauer hing Mensmores Schicksal an einem Faden. Schon lag Brett das Wort auf der Zunge, das die sofortige Verhaftung des jungen Mannes zur Folge gehabt hätte. Doch er wollte die Sache erst noch einmal ruhig über denken. Es hatte ja am Ende auch keine so große Eile. „Ich reiste allerdings nach Monte Carlo,“ sagte er daher, Worte seine abwägend,„um Mr. Pones Persönlichkeit festzustellen, allein ich komme unverrichteter Sache zurück. Die einzige Spur, die ich von ihm gefunden habe, ist ein bis jetzt noch nicht abgeholter Brief, der im Hotel du Cercle liegt.“ „Ein Brief?“ rief Winter sichtlich enttäuscht aus.„War er nicht selbst da?“ „Er war dort gewesen. Seine früher eingetroffene Korrespondenz hat er abgeholt.“ „Aber das Hotelpersonal—“ „Kannte ihn nicht. Es steht außer Zweifel, daß Mr. Pynsich in Monte Carlo unter einem anderen Namen aufhielt.“ „Na, das schadet nichts,“ brummte der Inspektor.„Wir werden ihn doch fangen, mag er auch fünfzig verschiedene Namen führen.“ Brett lachte.„Glaube es Ihnen gern, Mr. Winter. I aber doch seltsam, daß ein Mensch Ihnen direkt unter der Nase sein kann und Sie es gar nicht merken.“ Winter blieb die Antwort schuldig. All seine Gedanker drehten sich um Pyne und dessen mutmaßlichen Aufenthaltsort Auch Brett beschäftigte sich damit. Im stillen mußte er fast lachen, daß er den vermutlichen Mörder Delias geradezu ir Schutz nahm. Doch— wie dem auch war— er wollte noc warten, bis er einen entscheidenden Schritt tat. Mensmorkonnte ihm ja nicht entschlüpfen. Zudem bedurfte noch mancher der Aufklärung. Wenn sein junger Landsmann wirklich LadDelia ermordet hatte, dann war er unbestritten der merkwür digste Verbrecher, dem Brett in seinem wechselvollen Leben be gegnet war. „Diesmal können Sie uns nicht auslachen, Mr. Brett,“ bemerkte Winter nach einer Pause.„Denn Sie haben die gleichen Theorien aufgestellt wie Scotland Pard; nur daß Ste uns den Vorsprung abgewannen und eher in Südfrankreich waren.“ „Ihre Geschicklichkeit ist wirklich groß,“ meinte Brett.„Sie ist bewunderungswürdig, zumal wenn man bedenkt, in welch geheimnisvoller Weise der Vermißte seine Adresse auf der Post zurückgelassen hat.“ Der Inspektor wurde rot.„Ach, das war nichts Besonderes wir fanden seine Spur schon vorher.“ „Indem Sie mich bewachten, als ich seine Schwester de suchte,“ ergänzte Brett. „Sahen Sie mich denn an Jollitytheater?“* „Natürlich!" lachte Brett.„Aus welchenm Grunde tater Sie es?“ 54 39 2 " 45 1 4 A kehr ratr den Schülern nicht auf den Klassenraum beschränken, sondem mit ihnen spielen und wandern, wobei man an dem Gend geseden der einen beitm Anturicht remd Aus all' diesen Vorschlägen spricht so viel kluge Einsicht aus dem Ton Uhrer Darlegung so viel innerliche Durchdrungenheit, daß wir uns nicht versagen konnten, darauf hinzuweisen, Bler redet ein Humanist zu uns, der nicht vergessen kann, daß dies Wort sich von humanus ableitet und der daher nichts Menschliches sich fremd läßt. In der Persönlichkeit so gearteter Lehrer— das wollen wir uns nicht verhehlen— liegt am letzten Ende doch die allergrößte Gewähr für die Freude an der Schule bei ihren Schülern. Denn besser als jeder L.:plan und jede Lehrmethode bürgt doch ihr Charakter dafür, daß der Reiseschüler auch wirklich als reiser Schüler ins Leben entlassen wird. Is einer, der das Herz auf dem rechten Fleck zu sitzen hat, der seiner ersten alma mater zeitlebens ein treues Gedenken wahrt und auch als Mann noch gern einmal in Stunden stiller Sammlung zu seinem Horaz, Sophokles oder Homer greift, um von dem Staub der Alltäglichkeit seine Seele reinzubaden in der ewig jungen Herrlichkeit der klassischen Literatur. Die Frühjahrsmode von 1908 Bearbeitet und mit Abbildungen versehen von der Internationalen Schnittmannsaktur, Dreoden=N. „In Grün will ich mich kleiden!" Dies Leitmotiv klingt durch Die ganze heurige Frühjahrsmode, die in allen nur denkbaren Nuancen dieser Farbe schimmert. Apfel= und Flaschengrün, Oltv= und Smaragdgrün wetteisern mit dem als dernier eri geltenden Entenhalsgrün um die Gunst der holden Weiblichkeit. Daneden Udminiert ein Kirsch= und Korallenrot, zu dem sich ein mattes Rotlila in der Farbe der Alpenveilchen hinzugesellt. Mit dieser Farbenfreudigkeit geht eine fast verblüffende Reichhaltigkeit der Formen und Stile Hand in Hand, die nur schwer die Richtung der jetzigen Mode erkennen läßt. Was sich in diesem Chaos aber deutlich bemerkbar macht, ist neben der starken Bevorzugung der schlanken Prinzeßkleidform die Betonung der natürlichen Schulterlinie und die immer schlanker werdende Silhouette der Nöcke, die das, was sie oben an Umfang verloren, unten an Weite zunehmen. Auch die ziemlich hoch verlegte Taillenlinie trittan einzelnen Modellen auf, ohne daß sie gerade beim beutschen Publikum auf große Gegenliebe hoffen dürfte, da schon immer eine sehr schlanke Taille dazu gehört, wenn das Ganze nicht ungeschickt aussehen soll. Im übrigen hat sich die Mode bisher aller einschneidenden oder stark in die Augen springenden Veränderungen enthalten, denn was wir heute bewundern, ist eigentlich nur ein Ausbauen oder Roderieren Der bereits im Winter gegebenen Ideen. Da lüben wir noch immer das schon etwas abflauende Japanische das in seiner jetzigen Form die Linten der Figur flicht mehr so stark verwischt wie früher. Ein anderer Seure, der für uns allerdings noch Zukunftsmusik, zeigt starke Anklänge an die klasstsch=griechische Tracht, bei der das eng um den Körper drapierte Gewand die Formen deutlich markiert und das selbstverständlic nur für Gesellschaftszwecke in Frage kommt. Wit hüben von dieser Bevorzugung des Griechischen vorläufig allerdings zipfelige Taillenarrangements und die zipfeligen Tunikaröce avoptiert, denen es zur Zeit vorbehalten ist. der klassischen Gewandung die Wege zu ebnen. Illustriert 4430 5523 wird diese Mode der griechischen Anklänge durch unser kleidsames Modell Nr. 4432, das, aus olivgrünem Tuch, zu dem Tunikarock eine sich über einem faltigen Hemdchen öffnenden Ueberbluse zeigt, der die zipfeligen Glockenärmel angeschnitten sind. Die Pannerevers schmückt eine leichte Stickerei, am Halse schließt das hübsche Modell mit weißer Spitzenpasse ab. Dem in einen Serpenttnevolant ausladenden Rock sind die Tunikateile aufgesteppt und die schmalen eingesetzten Faltenteile mit dem Volant zusammenhängend geschnitten. Der ausgesprochene Liebling dieser Saison ist wieder einmal die Ueberbluse. Ihre ast unbegrenzte Wandlungsfähigkeit mag wohl die Ursache ein, daß sie sich so lange an erster Stelle zu behaupten wußte, odaß auch jetzt die Mode immer wieder auf sie zurückkommt, elbst wenn sie scheinbar zu neuen, großen Taten auszieht. Die le ergänzende Unterbluse präsentiert sich jetzt vielfach als faltigesHemdchen, das ausgeschnitten oder durch eine Passe vervollständigt wird, oder man trägt sie, wie unser chikes Modell Nr. 4430 erkennen läßt, in feine Fältchen abgenäht die in Brusthöhe ausspringen. Diese elegante Besuchtoilette aus silbergrauem Tuch zeigt die Ueberbluse durch tiefe Schlitze unterbrochen, auf der Schulter geschlossen und mit übersponnenen Seidenknöpfchen garniert. Ihrer aparten Form entspricht auch der in Querfältchen abgenähte Armel, der bis zum Handgelenk reichen, eine Aermelform neuesten Datums verkörpert. Der leicht schleppende Glockenrock schmiegt sich eng der Hüfte an und ist vorn durch aufgesteppte Platten und eine glatte Vorderbahn ausgestattet, die gewissermaßen die Fortsetzung der Ueberbluse markieren und gleichfalls mit Knöpfchen besetzt sind. Der größte Vorzug der Ueberblusen besteht zweifellos darin, daß sie eigentlich für jede Figur geeignet, wie die Bluse von Jung und Alt getragen werden können, ohne große Ansprüche an den Wuchs der Trägerin zu stellen. Das strikte Gegenteil läßt sich von dem schlanken, leider nicht allzu praktischen Prinzeßkleide behaupten, das neuerdings wiede in nelondesen Ehren gelang“ — ist. In Bezug auf Gestalt anspruchsvoll wie keine zweite Form, kann es eigentlich nur von solchen Figuren getragen werden, deren Körperlinien die verrktertschen Eigenschaften des Kleide: zu fürchten hoben. Es ist somit so rocht das Kleid der Form, die bei dem jetzigen Schwinden der Jupons 4432 und dem gutsitzenden, jedoch nicht mehr festschnürenden Korsett das beileibe keine Wespentaille mehr produzieren darf, das Streben nach einer gesunden, normalen Schlankheit erkennen läßt und die Schönheit der natürlichen Körpersorm wieder zu Ehren ötingen will. Und wer wollte diesem Produkt hervor ragender Eleganz, dem wik ein neues Schönheitsideal verdanken und dessen Urbild zweifellos die schlanken Gibson girls am schönsten verkörpern, seine Bewunderung versagen? Bei ihnen ist es noch das glatt und geschmeidig wie eine Schlangenhaut den Körper umspannende Kleid, das ohne jedes weitere Drum und Dran, lediglich durch die Linieswirkt. Anders das heutige Prinzeßkleid, das ohne prall zu sitzen, sich weich und legere der Körperform anschmiegt und bald japanische, bald Empire=An klänge aufweist. Selbstverständlich erhält es dadurch ein völlig neuartiges Gepräge, bei dem zuweilen die Grundform so stark verwischt erscheint, das man oft kaum weiß, welchem Genre man vor sich hat. Auf dieseArt sind verschiedene Halbempire= und Reformkleider entstanden, deren Ursprung sich deutlich auf die Prinzeßform zurückführen läßt. Aber auch sonst erweist sich die Letztere von überraschender Variationsfähigkeit, die man der glatten Form nie zugetraut hätte. Als Beispiel möge unser chikes Modell Nk. 5523 dienen, das die allerletzte Neuheit die Prinzeßrobe in Verbindung mit einer Unterbluse zeigt. Letz tere ist hier die Vorderbahn des leicht schleppenden, über eine: Prinzeßgrundform getragenen Nockes angeschnitten, mehrfach geschlitzt und urch ein schmales japanisches Aermelchen vervoll ständigt, das lose über den querdrapierten Aermel fällt. Durch dieses Arrangement kann das Kleid nicht nur von sehr schlan ken Personen getragen werden, sondern es erweist sich auch für die Straße als ganz besonders geeignet. So lange allerding: noch kein Mailüfterl weht, wird man auf der Promenade noch immer tailor made=Kostüm aus englischem Stoff erblicken, das durch den langen Schoßpaletot ergänzt, von der eleganten Dame immer wieder bevorzugt wird. Die jungen Mädchen tragen an seiner Stelle den gestreiften oder karierten Falten rock, der durch ein kurzes einfarbiges halbloses Jäckchen mit vorn abgerundetem Schoß auf die modegerechteste Weise per vollständigt wird. Da es im Uebrigen genug Leute gibt, die es pedantisch finden, wenn man eine Einheitlichkeit des Ko stüms verlangt, so wird man auch in dieser Saison genügend Farben= und Formenkombinationen zu Gesicht bekommen, die an sich vielleicht gewagt und stillos, doch an der geeigneten Persönlichkeit von besonderem Retz sein können. Bäuerliche Der niedersächsische Bauer hängt mit zäher treuer Liebe an seiner Heimat, sein Dorf ist ihm der höchste Inbegriff alles Schönen und guten; fährt er zur nächsten Stadt, um landwirt schaftliche Produkte abzusetzen oder wirtschaftliche Bedürfnisse dort zu befriedigen; besucht er die sonst bei der ländlichen: völkerung so beliebten Jahrmärkte, so ist er doch erst wieder recht von Herzen froh, wenn er die ihm so unbehagliche St. erst wieder im Rücken hat, und oft habe ich die Aeußerung ge hört, wenn die Pferde im scharfen Trabe der geliebten Heimat zueilen:„In de Stadt mag ick nich wan, da fallt einem de Hüser up'n Kop, de Minschen sind so stolz. in usem Dörp is et am schönsten up de ganzen Welt.“ Sein Dorf bedeutet für den Bauern die Welt, eine innige Zuneigung und Liebe verbindet sämtliche Bewohner miteinander, alle stehen auf vertraulichen Fuße u. nennen sich bei ihrem Vornamen, über alle Vorgäng im Dorfe ist der Bauer genau unterrichtet und nimmt an allen Ereignissen und Schicksalen der Bewohner den innigsten Anteil In Freud und Leid steht er zusammen mit den Dorfgenossen und stets bereit, bei Unglück und schweren Schicksalsschlägen zu helfen. Es ist noch heute so Sitte, wie in alter Zeit, daß nach einem Brande beim Neuaufbau die Bauern unentgeltlich Vorspanndienste leisten, und die kleinen Leute unentgeltlich Arbeitsleistungen verrichten, dafür nimmt beim Richtefest das ganze Dorf, wie es immer gewesen, an der Feier teil, ohne daß es einer besonderen Einladung bedarf. Zwischen den Bauern und ihrenm Gefinde herrscht vorwiegend ein patriarchalisches Verhältnis, häufig haben sie gemeinsam die Schule besucht und innige Freundschaft verbindet nicht selten den Bauern mit seinem Tagelöhner. Die soziale Frage, über de sich die besten Männer unserer Zeit vergeblich den Kopf zerbrechen, ist in den niedersächsischen Dörfern in glücklichster und vorbildlicher Weise gelöst. Allen dem ohlstand und dem Emporblühen des heimatlichen Dorfes geltenden Bestrebungen und Anregungen bringt der Bauer Verständnis entgegen und Einwirkungen der Behörde gegenüber, sobald er sich überzeugt, daß sie dem Dorf zum Vorteil gereichen, zeigt er sich nicht widerstrebend. An seinem Hof, der häufig viel länger im Besitz der Familie, als die ältesten Urkunden, vor alle mdas Kirchenbuch, nachweisen, hängt er mit unendlicher Liebe. Heiratet beim Fehlen männlicher Leibeserben ein Schwiegersohn ein, so behält der Hof und sein neuer Besitzer doch den alten Familiennamen, den Kindern des neuen Besitzers ist der alte Hofname, mit dem sie von allen DorfbeDahnern angerufen werden. viel häufiger, als ihr Familienname, den sie nur in der Schule und beim Konfirmandenunterricht hören.— Der Bauer empfindet es mit Schmerz, daß polizeiliche Anordnungen bei Neubauten die Strohbedachung verbieten. Mit dem Eingehen des Strohdaches büht das Dorf an seiner alten charakteristischen Bauart ein und verschwindet damit ein Stück Poesie aus dem Vorfleben. In dem alten Bauernhaus mit seiner„Missendör“ und seinem„Fleet“(Feuerstelle) fühlt sich der Bauer wohl und zufrieden. Hier steht er auf fester Grundlage, in dieser Amgebung ist er weniger geneigt, neuzeitlichen Strömungen nachzugeben; mit dem Beziehen eines der Neuzeit und ihren Bedürfnissen angepaßten neuen Wohnhauses, in dem nichts ihn an die vielhundertjährige Geschichte seiner Familie erinnert, ist er solchen Strömungen gegenüber weniger zäh und widerstrebend. In alter Zeit waren in solchen Häusern gar ekine Schornsteine vorhanden, der Nauch erfüllte das ganze Haus, und die Bäuerin hatte deshalb nicht selten schlimme Augen; hier wurden aber Schinken und Mettwürste geräucherz, die an Wohlgeschmack alles übertrafen und in dieser Güte immer seltener wurden. Den Stolz der Bäuerin bildete stets ihr voller„Wiem"(Rauchsang). Gebäude mit Strohbedachung haben manche Vorzüge, im Winter halten sie warm und im Sommer kühl. Außer dem Verbot, daß neue Gebäude mit Strohbedachung nicht aufgeführt werden dürfen, wirken aber noch verschiedene andere Ursachen mit, den Untergang des Strohdaches zu beschleunigen; die Feuerversicherungen schätzen diese Hälsser immer niedriger in die Versicherung ein und zwin gen den Besitzer damit, rovezitig das Strohdach durch ein Ziegeldach zu ersetzen. Ferner werden auch die Strohdachdecker immer seltener, weil die Arbeiten sich nur auf Ausbesserungen beschränken und keinen lohnenden Erwerb mehr darstellen. Bei den häufigen Beschädigungen der Strohbedachung ist man auf Die Arbeit ungeübter, nicht genügend ausgebildeter Kräfte an gewiesen, die diese gar nicht leichte, sondern recht schwierige Arbeit so ungenügend und mangelhaft ausführen, daß die Be wohner infolge fortwährenden Durchregens aus dem Aerger und der Aufregung gar nicht herauskommen und dadurch nicht selten veranlaßt werden das Gebäude mit Ziegeln zu bedachen Die Tage des alten niedersächsischen Bauernhauses sind ge zählt; die alten gediegenen Einrichtungen der uralten Bauernhäuser, nicht selten Kunstschätze darstellend, an denen Kunstfreunde und Altertumsforscher ihre Freude haben, die aber nur in das Milieu solcher Häuser passen, können in den neuen stillosen Wohnhäusern überhaupt nicht mehr zur Verwendung kommen und wandern in die Rumpelkammer, werden wohl auch von Sammlern und Museen erworben, hier gilt es nun eine sehr ernste Aufgabe zu lösen; die Landbevölkerung darüber aufzuklären und zu belehren, bei Neubauten den niedersächsischen Stil festzuhalten, indem sie damit ihre Zugehörigkeit zum niedersächsischen Volkstum bekundet, auch Treue ihren Altvor deren hält und ihren Nachkommen ein gutes Beispiel ehrlicher. treuer, niedersächsischer Gesinnung gibt. In einem so aufgeführten Hause ließe sich die alte gediegene Einrichtung des alten Bauernhauses gut und mühelos verwenden und unterbringen. Auch die Regierung schenkt neuerdings dieser ernsten Frage er höhte Aufmerksamkei?, so hat der Regierungspräsident in Lüneburg Musterentwürfe von Häusern im niedersästsischen Stil herstellen und den Gemeinden zur Abnahme und Beachtung drin geld empfehlen lassen. Bei der Heimatsliebe des nieder sächstschen Bauern ist zu hoffen, daß diese Anregung Erfolg hat und Beachtung findet.(Deutsche Tages=Ztg.) Nachrichten General Stössel im Gesängnis. General Stössel der seit Verlust senes mikitärischen Ranges in den amtlichen Aktenstücken als der„Edelmann Stössel" bezeichnet wird, hat vom Zaren die Erlaubnis erhalten, in seinem Zimmer in der Festung St. Peter und Paul seine Frau täglich zu empfangen. Sie besucht ihn in den Stunden zwischen 1 und 3 Uhr. Einmal in der Woche empfängt der General in einer großen, gewölbten Halle andere Besucher. Die Generäle Fock und Reiß und andere Offiziere, die unter ihm in Port Arthur dienten. befanden sich unter den ersten Besuchern. General Stössel vertreibt sich die Zeit meistens mit Lesen. Er ist auch mit einer Abfassung seiner Menkölren beschäftigt. Es ist ihm gestattet, Bücher und Briese zu empfangen, aber seine eigenen Briese werden gelesen, ehe sie die Festung verlassen dürfen. Stössel, der ein größer Vogelfreund ist, hat vor seinem Fenster ein Brett inbringen lassen, um die Tauben und Sperlinge zu füttern. Der Tag beginnt für ihn um 9 Uhr. Um diese Zeit bringt ihm einer der Wärter einen Samowar. sowie seine Briefe und Zeitungen. Nach den Gesängnisbestimmungen hat Stössel. wenn er Weißbrot essen will, dieses selbst zu beschaffen. Nach dem Frühstück macht sich der Gefangene in einem kleinen Garten Bewegung, der unter dem Fenster seiner Zelle liegt. Die Freunde des Generals sagen, er sehe abgespannt und beträchtlich gealtert aus, klage aber nicht über seinen Gesundheitszustand und sei durchaus zufrieden mit der ihm gelieferten Speise Einen eigenartigen Verlust erlitt der Besitzer Juchte aus Neumark. Die Frau des J. war damit beschäftigt, die Oleanderbäume zu besihneiden. Die Blätter warf sie den Kühen vor, ohne zu ahnen, was für ein Unheil sie damit anrichtete. Nach lurzer Zeit erkrankten Kühe und nach kaum drei Stunden verendeten sie. Die Tiere hatten einen Wert von etwa 1000 M. Der Verband der Vereine studierender Frauen ist zur Zeit durch zehn Vereine in Berlin, Bonn(zwei), Freiburg, Heidelberg, Jena, Leipzig, Marburg, München, Würzburg vertreten und zählt 264 ordentliche, 34 außerordentliche Mitglieder, 52 Alt=Mitglieder und neun Ehrenmitglieder. Analog den „Alten Herren“ müßten die„Altmitglieder“ allerdings besser „Alte Damen“ heißen. Aus der Rominter Heide. Während anderwärts schon mit der Frühljahrsbestellung begormen ist, liegt uniere Heide noch vollständig im Winterkleid. Fußhoch liegt der Schnee in den Schonungen, u. die Straßen zeigen noch die beste Schlittenbahn Die Wege sind zum größten Teil für Wagen unpassierbar. Das abzufahrende Holz muß daher am Waldausgang von Schlitten auf Wagen umgeladen werden. Ein so schneereicher Winter wie der zu Ende gehende ist in unserer Heide schon lange nicht beobachtet worden. Die Hirsche müssen auch jetzt noch regelmäßig gefüttert werden, während sonst die Fütterung schon Anfang März eingestellt werden konnte. Die Forstverwaltung hat daher für Rechnung der kaiserlichen Privatschatulle noch mehrere Wagen Kartoffeln kommen lassen und an die Oberförstereien nach Bedarf verteilt. Trotz des strengen Winters ist das Rotwild doch gut durchgekommen. Der größte Teil hat auch schon das Geweih abgeworfen, und nur noch geringere Hirsche„haben noch auf“. Weniger gut erging es dem Rehwild; hiervon ist ein großenr Teil dem Winter zum Opfer gefallen. An neuen Baulichkeiten werden nehen d. genlanten Gendarmeriegehöft noch mehrere Betonbrücken an Stelle der jetzt vorhandenen Holzbrücken im Lause d. Sommers zur Ausführung kommen. Nach und nach sollen sümtliche Brücken in der Heide in Betonbau ausgeführt Ve mKaiserbesuch in Benedig ließe sich eine lange Reihe von Anekdoten und Scherzen erzählen. In einem Teil der italtenischen Presse werden bei dieser Gelegenheit die ältesten Berliner Wite neu aufgeputzt, selbst der alte Wrangel muß wieder herhalten, und seine Schnurren werden dem Raiser ie den Mund gelegt, d. h. in der Form, als ob Wilhelm II. den ganzen Tag in Venedig nichts tun, als Wrangelspäße erzählen, um seine Gäste an Bord der„Hohenzollern“ zu belustigen und herzhaft mitzulachen. Zu dieser Vorstellung vom Charakter des Kei#### könnte noch wie der„Köln. Ztg.“ aus Venedig geschriel. ird. ein anderer Umstand beitragen: man sah in diesen Lugen wohl auch einige gute, vernünftige Photographien des deutschen Gastes in den Schaufenstern Venedigs, aber sie kommen nicht auf gegen die Unzahl von Exemplaren des Büchlein=„Salnaume II. intime“, die von allen Buchhändlern v odren Augen des Publikums ausgebreitet waren und nach deren Einbandbildnis man erwarten müßte daß die Frage nach dem Aussehen des Kaisers von den Venezianern kurzweg beantwortet würde:„Er hat einen Helm auf und lacht zwerchsellerschütter In seiner wirklichen Gestalt hat sich Wilhelm II. diesmal dem hiesigen Volke wenig gezeigt, denn abgesehen von der Einfahrt mit Viktor Emanuel zusammen über den großen Kanal und einigen wenigen Gondelfahrten, bei denen er der Oefsentlichkeit kaum sichtbar war, hat er sich kaum von seinem Schiff entfernt, bessen Verdeck während mehrerer Stunden des Tages der Schauplatz seiner Spaziergänge war. Mit besto größerer Neugierde strömte die hiesige Bevölkerung in den Saal eines Kinematographen, der schon 24 Stunden nach der Ankunft in der Lage war, dem schaulustigen Volke den Einzug vom Bahnhofe bis zum Schlosse in beweglichen Bildern vorzuführen. Es gab aber nichts anderes als eine belustigende Enttäuschung. Vom Kaiser selbst wie von den anderen Herrschaften sah man keum mehr als einen flüchtigen Schatten, wie gut auch die Aufnahmen trotz des regnerischen Tages gelungen waren. Nach der kinematographischen Darstettung mußte man annehmen. Wilhelm II., die Kaiserin, die Prinzessin, die Hofdamen usw. hä?tten mit dem König von Italien einen Wettlauf nach den Gondeln abgehalten. Dann sah man die Fahrt der prächtigen Gondelflottille über den Kanol ein höchst lebensvolles Schauspiel, aber die Monarchen waren hinter den aufgeputzten Ruderern versteat, und als der Zug um Landungsplatze des königlichen Gartens angekommen war sah man sämtliche hoen Herrschaften mit einer Schnelligkett aus den Gondeln springen und in den Garten hineinlaufen, als ob ein Platzregen huter ihnen losbräche. Und doch hatte da gerade der Regen ausgehört. Nurzum, die historische Treue der lebenswahren Aufnahme nach der Natur war doch verfehlt, weil eben anstelle eines würdigen hüfischen Zeremonientempas der Sechsachteltakt getreten war. Aber die Zuschauer ergotzten sich doch bei dieser Vorführung, die von den feierlichen Klängen der deutschen Hymne begleitet wurde, gunz königlich. Handel und Märkte. Kurzer Getreide=Wochenbericht der Preisberichtstelle des Deutschen Landwirtschaftsrats vom 31. März bis 6. April 1908. Die unbeständige, vorwiegend regnerische Witterung hat die Frühjahrsbestellung in der Berichtswoche nicht in gewünschtem Maße fortschreiten lassen, zeitweise überhaupt gehindert. Auch für eine gedeihliche Entwickelung der Wintersaaten, namentlich des spät bestellten Roggens, der vielfach zu wünschen übrig läßt, wäre warme und trockene Witterung von Vorteil gewesen. Von den ausländischen Produktionsgebieten berichtet jetzt nur Rußland in ungünstigem Sinne. In den übrigen Ländern der nördlichen Westhälfte scheint der Stand mehr oder minder zu besriedigen. Eine Anregung vermochte der Getreidehandel diesen Verhältnissen nicht zu entnehmen. Andere Momente, die den Preisgang nach irgend einer Richtung hätten deeinflussen können, traten auch diesmal nicht in Erscheinung. Das Geschäft hält sich nach wie vor in den Grenzen notwendigster Bedarfsanschaffungen, so daß die an allen deutschen Märkten wahrnehmbare Einschränkung des inländischen Angebotes einen weiteren Preisrückgang keineswegs verhindern konnte. Für ausländische Ware scheint sich indessen in den letzten Tagen etwas bessere Absatzmöglichkeit zu bieten, während die Forderungen der Bezugsausländer wieder mehr Festigkeit erkennen ließen. In diesem Zusammenhange machte sich auf dem Berliner Lieferungsmarkte eine festere Stimmung geltend, die bei Weizen in einer allmählichen Wertbesserung von ungefähr 1 M zum Ausdruck kam, während Roggen gleichzeitig um 402 M4 anziehen konnte. Haser wird vom Inlaude nicht mehr so dringend angeboten und hat seinen Preisstand trotz des immer noch unbefriedigenden Konsumgeschäftes gut zu behaupten vermocht. Gegenüber den Preisansprüchen des Inlandes lassen Lieferungsabgaben kaum noch Nutzen, ein Umstand, der wesentlich dazu beitrug, den Wert des Maitermins zu stützen. Futtergerste wurde von Rußland höher gehalten, aber vom Konsum kaum beachtet. Auch das Maisgeschäft hat bei wenig veränderten Preisen keine weitere Ausdehnung erfahren. Es stellten sich die Preise für Inländisches Getreide am letzten Markttage: Weizen Roggen Hafer Weltmarktpreise: eizen: Berlin Mai 207(+ 4.25), Budapest Noris (— 11.25), Paris April 188.20(+ 1.30) Livervook Io0— N.oi, Tarid Koll. Mai 157.05(+ 0.80), Chicago Mai 142.80 Berlin Mai 196.25(+ 4.50); Hafer: Berlin Mai 100 (+ 0.75) A 90): Roggen — 1u9.50 bleibt stets auf derselben Höhe hervorragender Qualität durch immer gleichbleibendes Fabrikationsverfahren! Diese wichtige Tatsache ist jeder Hausfrau eine Garantie: Darum achte man genau auf die Original packung und hüte sich vor Nachahmungen, weiche wertlos sind! NLICH SEIFE reinigt tallein. ohne Fchädliche Mäschezutalen! Alte und neue P Bettiedern werden vorzüglich gereinigt in Lippe, Station Lügde. Damps=Bettsedern. Reinigungsauftalt. — Königl. Preuss. 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Oktober 1906: Nachdem ich im Monat April und Mai 1902 einen schweren, fast 8 Wochen andauernden Gichtanfall in den Ballen der großen Zehen an beiden Füßen überstanden hatte, kam mir Ihr Inserat,„Tabakolin“ betreffend, in die Hände. Ich ließ mir sofort ein Päckchen kommen und setzte dasselbe nach Vorschrift an. Im November desselben Jahres wurde ich wieder von einem furchtbaren Gichtanfall heimgesucht, welcher sich nicht allein auf die Fußballen beschränkte, sondern sich auf die Mittelfußknochen sowie auf die Fuß= und Kniegelenke an beiden Beinen ausdehnte. Ich litt furchtbar. An die in meinem Besitz befindliche Mirtur„Tabakolin“ dachte ich nicht mehr. Alle vom Arzte zur Linderung der Schmerzen gegebenen Verordnungen— kalte Umschläge, heiße Umschläge, kalte Wassergüsse 2c. auf die kranken Stellen, Schwitzen, Moorbäder usw. usw.— halfen garnichts. Salicylpulver hatte ich so viele genommen, daß ich von deren Folgen fast das ganze Gehör verloren hatte. Nach einem Zwöchigen Leiden sind die Schmerzen eines Tages nachmittags derart furchtbar gewesen, daß ich den Tod als Erlösung begrüßt haben würde. In dieser Not siel mir plötzlich der Besitz des von Ihnen bezogenen Mittels ein und ich veranlaßte meine Frau, auf die kranken Gelenke mit„Tubarolin“ getränkte Lappen zu legen. Dieselben wurden aufschlimmer, wie es war, werden känne. Die Wirkung war aber eine geradezu wunderbare. damit die Feuchtigkeit länger anhält, mit Verbandstoff(Gummistoff) bedeckt und das ganze mit leichten Bickelt waren, kaum 3 Minuten lagen, hörten die Schmerzen merklich auf. ich befärchtete, daß auch durch die leiseste Körperbewegung das Schmerzgefühl sich wieder verschlimmern könne. über von Minute zu Minute wurde der Zustand Als meine im Nebenzimmer sich aufhaltenden Angehörigen mein Oesser. ihnen leider so gewohntes Gestöhne nicht mehr hörten, kamen dieselben ganz erschreckt zu mir, in dem Glauben, ich sei plötzlich gestorben. einer weiteren halben Stunde hörten die Schmerzen vollständig auf. Der Schlaf— seit 3 Wochen zum erstenmal — stellte sich ein, eine Kaumlose Racht, ohne jede Fiebererscheinung überiechende Schweißabsonderung. Nach drei Tagen konnte ich das Bett verlassen und ohne gohen. Die in den Gelenken noch vorhanden gewesene Schierzen gehen. Schwäche war nach einigen Tagen auch gänzlich verschwunden. Appetit und Schlaf blieben normal gesund. Daß es sich nicht etwa um eine zufällige, von Ihrem Medikament unabhängige Besserung gehandelt hat, geht aus der Tatsache hervor, daß bei kleineren Rückfällen eine Auflage eines mit„Tuvurolin“ getränkten üebel im Sr““ zu ersticken. Geschwulst und Röte an den befallenen Gelenken verschwinden sofort und die Schmerzen hören auf. Diesen Beweis habe ich 1 weahehents CFälfas Beim Eintreten eines Anfalles lege ich die in mehreren Füllen. dünne Kompresse auf, lege die gewöhnliche Fußbekleidung an und bekümmere mich nicht weiter um die Sache. Gelegentlich einer militärischen Uebung im vergangenen Jahre verspürte ich nachts gegen 3 Uhr heftige Schmerzen im Ballen der großen Zehe des rechten Fußes. Ich legte auch auf die gerötete und schon etwas angeschwollene Stelle die Kompresse, schlief ruhig weiter, zog früh 6 Uhr die Reitstiefel an und war bis 10 Uhr im Sattel, ohne auch nur mehr den geringsten Schmerz zu verspüren. Im letzten Monat, August, machte ich eine 14tägige Fußwanderung durch den Schwarzwald. In St. Blasien übemnachtend, trat auch gegen 4 Uhr nachts ein kleiner Anfall ein. Nach der gewohnten Behandlung stand ich um 6 Uhr früh auf und machte den Fußmarsch durch das Albtal nach Albruck— 29 Kilometer— ohne jedes Unbehagen. Kurz, nach den von mir mit„Tabakolin“ gemachten Wahrnehmungen und Erfahrungen hat das sonst so gefürchtete Gichtleiden jeden Schrecken für mich verloren. Wo ich auch bin, habe ich stets ein Fläschchen der Mirtur bei mir und diese — vorsagt. Die Wirkungen des Medikamentes auf die Haut sind auch angenehm. Nach kurzem Aufliegen der Kompressen wird die Haut ganz weiß hat bisher nie versagt. angenehm. Nach kurzem Aufliegen der Kompressen und weich und es stellt sich ein starkes Jucken ein. Nach meiner Ueberzeugung hat das„Tueutvlin“— wenn die Ansicht der Aerzte, daß die gichtischen Schmerzen durch Ablagerung harnsauerer Salze entstehen, richtig ist— die Wirkung, die Salze durch äußere Behandlung der kranken Stellen zu lösen, weil sonst eine so schnelle, sichere und mit keinen unangenehmen Begleiterscheinungen verbundene Heilung garnicht möglich wäre. Die geschilderten Erfahrungen sind nicht allein von mir gemacht worden, sondern alle Personen, welche auf meine Empfehlung„Tabakolin= angewandt haben, haben die gleich günstigen Wirkungen empfunden. Alle früher von mir schon benutzten anderen Mittel hatten gar keinen Erfolg. (Hierunter befanden sich auch die von Apotheker G.... in M...... in den Handel kommenden Pillen. Von diesen habe ich für mindestens Mk. 80.— verbraucht.) Ich freue mich, von diesen günstigen Erfolgen Mitteilung machen zu können. Hochachtungsvoll JENTSCH, Postmeister. Rheuma-Tabakolin Marke Flgol“ in Originalkartons à Mr. 4.— 2 Kartons franko. Broschüre von Dr. Einfeldt gratis. Gustav Laarmann, Fabrik pharm. Präparate, Berlin N. 59. Dielsenbachstr. 37. General= und Versanddepot: Wittes Apotheke, BERLIN 911 Potsdamerstr. 84a. Jult a. 4— schaftlichen Betriebe und zwar: 1. für Forstwirtschaft. 2. für forstwirtschaftliche Nebeubetriebe, sind fertiggestellt und können bei den Gemeinde= und Gutsständen, bei den Vertrauensmännern, sowie auf dem gen Rathause, Zimmer Nr. 5, von den Beteiligten eingesehen werden. luch wird zugleich darauf hingewiesen, daß diese Unfallverhütungsvorschriften mit und ohne Abbildungen gegen Erslattung der Selbstkosten von dem Genossenschaftsvorstande bezogen werden können. Detmold, 4. April 1908. Der Magistrat. Wittje. DRSEEMEA ME Die bandeltreibenden Gärtner Betmolds u. Amgegend haben für ihre Erzeugnisse und Arbeitsleistungen einen einseitlichen Preistarif aufgestellt und hängt selbiger in allen Gärtnereien u. Blumengeschäften zur gefl. Kenntnisnahme aus. Der Tarit tritt mit dem 1. April in Kraft. Der Vorsitzende des Vereins. TS SSESE 575#6 Landwirtschafts= und Realschule zu Herford. Beginn des Schuljahres, Mittwoch, den 22. April, 8 Uhr, mit eugnig Das Abgangszeugnis der Französisch) und der Begiag vor 2.-der Aufnahmeprüfung neuer Schüler. Landwirtschaftsschule(einzige Fremdsprache: Realschule(Französisch und Englisch) berechtigen zum einj.=freiw. Heeresdienst. Auskunft erteilt kostenlos Die Direktion. Automobile nur erster Firmen liefern billigst F. Meyer& Schwabedissen Herford. Garage und Reparaturwerkstatt. Lieferung sämtlicher Ersatztelle. Prachtvolle neue doppeltgereinigte Gänsefedern: Gänse=Daunen und alle anderen Sorten Bettfedern à Pfd. 0,80, 1,00, 1,40 Mk. Prima Halbdaunen à Pfd. 1,60, 1,80 Mk. lbweiße füllkräftige Bettfedern à Pfd. 2—3 Mk. Silberiße Bettfedern(Spez.=Marke Viktoria) 8—4 Mk. Fülliftige Daunen, grau und weiß, à Pfd. 3.50, 4.00, 5.00, 6.00 Mk. Jede beliebige Pfundzahl gegen Nachnahme. Zurücknahme auf meine Kosten. W. M. Pott, Steinheim 1. 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