Tages-Zeitung General-Anzeiger für das Fürstentum Lippe. Bezugspreis: in Detmold u. durch die Vertretungen: 50 Pfg für 1 Monat, durch die Post: ¼ Jahr 1.50 Mk und 42 Pfg. Bestellgeld für 2 Monate 1 Mk. u 28 Pfg. Bestellg., für 1 Monat 50 Pig u. 14 Pfg. Bestellgeld. Anzeigen: aus Lippe 12 Pfg. die Petitzeile, amtliche u Familienanzeigen 15 Pfg., auswärtige 18 Pfg. Reklamezeile 60 Pf. Beilagen(umsonst): 1) Lipp Familienfreund 2) Lipp Ziegelei=Anzeiger, 8) Landwirtsch, Ratgeber, 4) Wandkalender. 5) Sommer=, 6) Winterfahrplan. Rotationsdruck u. Verlag: Willn Bruder, Vertretungen in: Salzuslen. Lemgo, Lage. Blomberg fest allen Ortschaften der Aemter„Detmold, Hohenhausen. Barenholz, Sternberg= Barntrup, Blomberg, Schieder, über 100 Vertretungen.— Die„Lippische Tages=Zeitung" erscheine Detmold. Hornschestraße 30. Fernsprecher 10 mberg. Horn, Barntrup, Schwalenberg; ferner in Schötmar. Oerlinghausen. Lage, Horn, Brate, —#chi# Schwalenberg eint jeden us zusammen chen Ne 74. Verantwortlicher Redakten Willy Bruder, Detmold. Detmold, Freitag, den 27. März igcs. Telegramm=Adresse: Tageszeitung, Detmold. 13. Jahrgang Lippischer Landtag. 1908 Sitzung vom 26. März vormittags 10 Uhr. Anwesend 20. Abgeordnete; es sehlt der Abg. Frevert Am Rezierungstische: Staatsminister Frhr. v. Gevekor, Gey. Ober=Reg. Rat Pustkuchen, Reg.=Rat Heloin 0 11. steuer außer Ansatz bleiben sollte. Damit wäre dann erreicht worden, daß eine Anzahl von Grundbesitzern in der zweiten Klasse wählen würde. Aber diese Konzession glaubte die Rechte nicht annehmen zu können, sodaß also die Kommissionsbeschlüsse nicht mit der Zweidrittel=Mehrheit gesaßt worden sind. Staatsminister v. Gevekot: Ich habe hier vor eintgen Tagen namens der Staatsregierung eine Erklärung abgegeben, daß sie bereit sei, auch der dritten Abteilung auf der Grundlage der Vorlage einen weiteren Abgeordneten zu gewähren. Ich habe mich dabei auf diese Mitteilungen beschränkt und hinzugesetzt, daß ich mir die Begründung dieses Beschlunes vorvehalten werde. Eine kurze Begründung zu geben, ist die Staatsregierung ja auch verpflichtet; aber ich werde mich darauf auch beschränken. Die Regierungsvorlage ist ja das Ergebnis des Stattgebens des Antrages, der vom Landtage in sundamentaler Weise zuletzt im Dezember 1902 gesaßt wurde. Es waren darin fünf Forderungen enthalten, von denen die Regierung vier gehalten, is aber leider nicht zu dem Resultat gekommen,) Katgsgevgr. Haszrungats, sgiegz goezteren Phaeordnesen an die von dem wir erwarten können, daß es, die, versastungs= Krit., G. F Run hat sich die Staatsregierung bereit m Wunsche nachzukommen, und zwar in folgende Umstände. Die Vorlage ist aufgebant das 1876 aufgestellt wurde, und die ReAuf der Tagesordnung steht als erster Punkt die Wahlrechtsvorlage Der Beratung im einzelnen geht eine allgemeine Be sprechung voraus. Abg. Neumann=Hofer(referiert über die Kom missionsverhandlungen): Die Kommission für die Vorlagen über Abänderung des Wahlgesetzes hat zwei Sitzungen abAbg. Neumann=Hofer: Sie wissen, daß vor eini= kreise legte. Wir würden die Wähler dieser Dörfer alse ger Zeit durch den Mund des Abg. Heynemann eine Er= zu verletzen, und ich behalte mir vor, in der Einzelberatung klärung abgegeben worden ist, an die er die persönliche#entsprechende Anträge zu stellen. Bemerkung knüpfte, daß er bei Nichtgewährung der Min=I Abg. Becker: Meine Stellungnahme sowie die meiner destforderung in die Obstruktion treten würde. Dem habe Parteifreunde kennen Sie. Wir haben schon früher wiederholt ich mich angeschlossen. Von dieser unserer Ansicht mußten den Antrag gestellt auf Einführung des gleichen Wahlrechts, wir zurückkommen, nachdem die Staatsregierung durch den aber die sind abgelehnt worden, weil die liberalen Herren Mund ihres Leiters ihr Entgegenkommen ausgeer##e früher nicht so liberal waren als sie es heute sind. Heute ist hatte. Denn es ist ja selbstverständlich, daß zurch##ce zu erwarten, daß die Liberalen von der äußersten Linken bis Obstruktion nicht die Richter dieses Hauses,, kor vert dem zur Rechten für das gleiche Wahlrecht eintreten würden, aber alaemeinen IInterese, das der Schrit haben würde. Un die Rechte wurde es auch jetzt wieder abiehnen. Daran, daß sere Erklärung richtete sich also in erster Linie nict gegen die indirekten Steuern auch hier inbetracht gezegen, werden die Rechte, sondern gegen eine andere Richtung. Aber ge- müssen, halte ich auch heute noch fest. Es wird von der rechten gen eine Regierung zu schlagen, die unseren Wünschen in Seite immer darauf hingewiesen, daß d. der freundlichsten Weise entgegenkommt, ware eine Sinn=lgrößere Rechte haben müsse, weil er schließlich in einem losigkeit, und die wollen wir uns als ernste Männer doch äußersten Kampfe das meiste zu tragen haben würde. Aber nicht zu schulden kommen lassen. Ich möchte nun abe die wieviele Gründe gibt es dagegen! Wer verteidigt dann Gelegenheit ergreisen, um nochmals unseren Dank ausau= ventuell das Vaterland in der Mehrheit? Ja, da wollen prechen nicht bloß für das Zugeständnis der Regierung, wir mal annehmen, die Arbeiter würden sich weigern, dann sondern auch für die Begründung, die jetzt diesem Zuge=wie mar unneymen, en. tändnis gegeben worden ist. Diese Begründung wird in den weitesten Kreisen des Volkes Verständnis finden, und ich habe gar keinen Zweisel, daß die Stellung wäre der Staat einfach vernichtet. And deshalb sollte der breiten Masse nicht bloß im Reiche, sondern auch in d. Einzelstaaten das gleiche Wahlrecht gegeben werden. Von Oldenburg Scite vorschlug, ist stet bezeichnet worden heitsbeschlüssen gekommen lagen in der veränderten tag. Bevor ich nun gehe, ist es mir wohl was von den Herre Die Herren haben drei Vorschläge gemacht. dahin, der 11 11 net ren dann, Maßgabe licher Weise wie in la auf Grundlage der Grundsteuer. das nicht Ju. Jeun.92:.— iu Handtage zu Tage getreten An diese Konzession knüpfen die Herren zwei Bedingun=swogen, alles das, was hier im Landtage zu Tage getreten dad erseus bei Anrechnung, der beiden Steuern Oslauf den limstand, daß die dritte Abtellung eine so außerurnentlich arnke Zahl von Wählern umfaßt: wir wollen vährt werden solle, Allerdings verlangen die Her=Idie Klasse Ih einen erhebliche. Ueberschuß über das 2 u, daß der neue Abgeordnete für Ib lediglich nach lieferte, sodaß auc da bis, Bew,#O ggx gie g glaße urg der Gemerbestener, gewählt werden solle, in abu. sarhnetsn, Feichlich, pag hat# pester Sie Etcg aisreaseransg 1r0 a1 von der linken Seite als unannehmbar abgelebnt ,worden Fücsetzung bervorrusen könnte, wenn diese große breite ist. Sie hält es für prinziviell unannehmbar, daß neben Masse nun im Gegensatz zu der geringen Zahl in de der Standesvertretung, die schon jetzt in Klasse la besteht, landern beiden Klassen nicht ebenio bertclichtigt„mürde. innerhalb der Klasse Ib eine neue Standesvertretung ge=sUnd die Staatsregierung ist, indem sie diesen Hinweisen schafsen wird. Die Linke steht aus dem Standpunkte, daß und Wünschen Rechnung trägt, nicht dabei ausgegangen wir eine Volksvertretung haben wollen, und wenn sie auch von Erwägungen des Verstandes, sondern von denen des nicht in der Lage ist, gegen die Standesvertretung in der Gefühls, und sie hat geglaubt, daß den Klasse la jetzt vorzugehen, so kann sie doch niemals die tretenden Gefühlen der Kränkung und Zurucksetzung KechHand zur Bildung einer neuen Standesvertretung bieten. nung zu tragen sei. Sie ist aber auch durch andere ErWas die Verschiebung der Klassengrenzen betrifst, so hat wägungen geleitet worden. Wie in der Abteilung sich die Linke im Interesse der Sache bereit erklärt, hier eigentliche Prinzip durchbrochen ist, so ist es für die Konzesionen zu machen. Dagegen bat sie die Herausnahme Klasse auch durchbrochen. Innr... der,#e der größeren Ortschaften aus den ländlichen Wahlkreisen keine Steuern bezahlen, und das sind etwa 2000. Die dritte prinztpiell ablehnen zu müssen geglaubt. Sie war da der Erwägung ist di., daß seit Jahren in der Bevölkerung Ansicht, daß durch eine solche Verschiebung ihre Wahlaus= ich will nicht sagen ein Kampf— sondern Wünsche bestehen; sichten außerordentlich verschlechtert würden, und zwar in die ausgedrückt sind in einer Weise, daß den Forderungen noch böherem Grade als Vorteile entständen durch die Zu=Rechnung getragen werden möchte, und es ist dann schließbilligung der neuen Abgeordneten. Dann hat die Rechtelich auch hervorgehoben, daß, wenn der dritten Abteilung den weiteren Vorschlag gemacht: la gibt einen Abgeord-lauch ein neu Abgeordneter gegeben würde, damit dann neteu an Ih ab, zweite und dritte Klasse bekommen je einen allen Kämpfen und Streitigkeiten ein Ende gemacht sei. Abgeordneten mehr, sodaß also im ganzen 23 Abgeordnete Es werde dann Ordnung und Frieden herrschen und ein herauskommen würden. Im übrigen soll dann aber das=gedeihliches Zusammenarbeiten eintreten. Ich lege das selbe eintreten wie bei dem anderen Vorschlage. Diesergrößte Gewicht darauf, daß auch dieses bemerkt wird, und zweite Vorschlag ist ja nun im Sinne der Linken wesentlich die Staatsregierung hat das Vertrauen, daß diese Zusichevorteilhafter; das ist anerkannt. Aber schließlich habenrung, die ausgesprochen ist von mehreren Seiten, nicht bloß doch dieselben Gründe, die zur Ablehnung des ersten Vor=Idie eigene persönliche Meinung der Herren war, sondern schtages führten, auch hier zur Ablehnung geführt. Eindaß die Herren hinter sich haben die Wähler und Parteien, dritter Vorschlag bezweckt dann weniger die Resorm des daß das also nicht bloß gelten kann als für heute, gespro Wablrechts: er geht dahin, daß die beiden Steuern(Ge=schen, sondern daß wir mit dieser Reform für absehbare Zeit werbe= und Gebäudesteuer) mit angerechnet werden sollen zum Abschluß unserer Wahlrechtsänderungen gekommen und wetter nichts. Dafür sorderte die Rechte jedoch auch sein würden. Und dieses betrachtet die Staatsregierung schon eine Erhöhung des Klassenzensus, und die Linke hatsals ein großes Ziel, das zu erreichen im Interesse des geglaubt, dann auch hier absolut nicht darauf eingehen Landes woyr zu wünschen wäre. Ich möchte nun noch das zu können. Wir sind wohl geneigt, der Rechten entgegen=seine sagen: Zu dem, was heute den Landtag beschäftigen zukommen. Aber selbstverständlich nur unter der Voraus=Iwird, die Beratung der Vorlage im einzelnen und der setzung, daß aus anderem Gebiete auch eine Konzession an dahin gestellten Abänderungsanträge, wird sich die Re den Standpunkt der Linken gemacht würde. Sonst bliebesgierung nicht äußern aus Gründen, die dem Landtag ver ja von einer Reform nichts mehr übrig. Allerdings wäre ständlich sein werden. Das ist ja auch nicht nötig. Ich die Anke bereit, bei Anrechnung der Steuern ohne Hinaus=]bitte deshalb, aus dem Schweigen der Regierung keine. Ab setzung des Zensus der Rechten noch einen Schritt entgegen lehnung herauszuhören. Die Regierung verhält sich eben zu kommen, daß nämlich dann bei der Klasse lb die Grund=lvollständig neutral. nahme der Nechten desto weniger Verkändnis finden wird, haben wir zudem gehört, daß er das gleiche Ich spreche also der Regierung meinen Dank aus und möchte eingeführt hak. Dann müßte er doch aber auch hier gehen die Gelegenheit nur noch benutzen um einige tatsächliche Irr=]Nun zu dem Streit zwischen der Rechten und den Liberalen. tümer richtig zu stellen, die in weiten Kreisen vielfach vor= Da muß man sich wirklich darüber wundern, daß sich die Libehanden sind. Es wird z. B. immer gesagt, daß die zweite ralen selbst in ihren eigenen Reihen nicht klar darüber sind, Klasse dem Staate wesentlich mehr leiste als die dritte. Das ist wie jetzt vorgegangen werden müsse. Ich vertrete den Stanounbegründet, denn bis zur letzten Wahl ist es gerade umge=punkt des Abg. Heynemann. Er hat von Anfang an gesagt, kehrt gewesen. Aus der Statistik geht hervor, daß die 2. Klassel daß er lein Mandat niederlegen würde, wenn die Mindest226000 Mark an Steuern aufgebracht hat und die 3. Klassel forderung nicht angenommen werden sollte. Dafür sind wir 218000 Mark. Die 3. Klasse ist aber nur um 7400 Mark gegen= nach der Erklärung des Abg. Zeiß dann ja auch eingetreten. über der 2. zurückgeblieben. Da wir aber wissen, daß die Ent= Bei den inzwischen stattgefundenen Verhandlungen haben sich wicklung in entschiedener Weise bahin vorgegangen ist, daß nun die Liberalen durch die Erklärung des Staatsministers ja immer mehr Leute aus der 3. in die 2. Klasse eintreten, so be- zurückdrängen lassen. Aber gerade diese Erklärung hätte sie steht für mich gar kein Zweisel daran, daß bis dahin die dritte doch keinen Schritt zurückweichen lassen dürfen, denn wer trägt Klasse weit mehr geleistet hat, als die 2. Trotzdem ist es da- lan dem ganzen Streit die Schuld? Einzig und allein die Remals niemand eingefallen, daraus die Folgerung zu ziehen. gierung. Die Wünsche, die vom Abg. Neumann=Hofer hier vordaß die 3. Klasse mehr Vertreter haben müsse als die 2. Ich getragen wurden, waren der Regierung schon seit Jahren befre ue mich dann außerordentlich, daß der Staatsminister das kannt und sind schon vor Jahren ins Feld geführt durch den Argument das wir immer angeführt haben zugunsten der Abg. Weerth. Der Regierung obendrein noch zu danken, habe 3. Klasse, daß nämlich hier die große Masse des Volks inbe=lich gar keine Veranlassung, denn sie ist ja nicht ihreum eigenen tracht kommt, daß man also wohl zugestehen müsse, daß nicht Willen gefolgt, sondern dem Drucke der Verhältnisse, und der Geldbeutel allein entscheiden könne. sondern daß auch die wenn jemand gezwungen etwas tut, dann verdient er dafür große Kopfzahl, wenn auch nur bis zu einem geringen Grade, doch keinen besonderen Dank. Von der Rechten hätte ich nun zu berücksichtigen sei, ich freue mich also, daß dies Asqument] allerdings etwas mehr erwartet, wenigstens, daß die Rechte vom Staatsminister angenommen worden ist. Dafür spreche der 3. Klasse den 8. Abgeordneten bewilligt hätte ohne Verich nochmals meinen besonderen Dank aus. Weiter möchte ich schiebung des Zensus. Dagegen war der Vorschlag der Rechten nochmal hervorheben, daß zur 3. Klasse auch die Leute gehören, nur eine Verschlechterung, denn dadurch wurde die ganze ardie keine Steuern bezahlen, und es könnte sich ebenso recht fertigen lassen, daß wir diese Leute der 2. oder 1. Klasse zu weisen würden. Dann spreche ich mein Bedauern darüber aus daß durch den Mangel an Entgegenkommen auf seiten der Rechten jetzt wieder ein nur ganz kleiner Fortschritt auf der Bahn der Verbesserung unsres Wahlrechts verhindert wird Und ich schiebe die volle Wucht der Verantwortung für dieses Scheitern der gerechten Forderungen auf die rechte Seite des Hauses. nachdem die Staatsregierung unlern Standpunkt gebilligt hat beit nur im Interesse der Rechten gemacht, da die Wahlen event. so ausfallen könnnten Vaß die Linke 13 und die Rechte 11 Abgeordnete bekommen würde. Den liberalen Forderungen haben nun auch wir unsre Zustimmung gegeben. Wenn auch nicht alles uns gefällt, so glauben wir doch, daß eine Versichebung in der Richtung eintreten könnte, daß der Kapitalismus hier mehr vertreten wäre. Ob das freilich für die Wähler der 3. Klasse eine Verbesserung sein würde„bezweifle ich, und diese Zweifel habe ich schon wiederholt vorgetragen. Wir stimmen deshalb der Veränderung auch nur zu, weil wir „„ m., Elaataminister hat in einer einmal die Probe auf das Exempel machen wollen. Wir haben vo aLas, mngstanden. dak unere Forderung gerecht es eben mit den Konservativen lange genug versucht ohne Erslängenden Weise zugestanden, daß unsere Forderung gerech:!.. und zönnten jetzt auch mal versuchen, wie es denn mit den . Jg dante ihm dafür, aber ich bedaurr Augieiz..2 /ge, Liberalen gehen würde. Ee sind hier jedoch schon Liberale geordentlich, daß der Abg. Neumann=Hofer die Vemerkung ge 1 vt..... Li, Anträge gestellt haben, die direkt gegen die hat, er und ich würden unste Erlärung, die joterne gete breite Masse des Volte gerschtet waren. Wir werden jetzt den evacgeben haben, nicht aufrechterhalten. 36 wenzgve),„aye Liheralen folgen und uns auf den Standpunkt der Abg. nach wie vor auf dem alten Standpunkte: ich lege mein Man=—ann stellen: Lassen Sie das Volk entscheiden, lassen Sie dat nieder vor der Abtimmung über den Ekat, und Jwor ans un zinsach nach Hause geben, ohne auf die Regierung Rücksicht weil überhaupt nur auf diese Weise nach etwas zu erreichen zu nehnen. Es tut mir nur ieid, daß Sie diese Erlärung nicht kommen sind. Wir kommen überhaupt nur dann weiter, wenn gleichen Wahlrechts berührt. Aber ich glaube, es hieße Eulen die ganze Linke geschlossen von hier fort geht und vorher ihr nach Athen tragen wenn wir diesen Antrag von neuem stellten. Bedauern ausspricht, daß dadurch auch die Regierung zum Teil! Wenn auch die ganze Linke— was Tatsache sein würde— dagetroffen wird. Wenn wir jetzt nichts maechn und die Dinge für einträte, so ware es doch nur eine Demonstration, und die einfach gehen lassen, so ist es meine feste Ueberzeugung, daß die Staatsregierung könnte sie so auffassen, daß sie gegen die ReHerren von der Rechten uns einfach auslachen. Sie sagen sich gierung gerichtet sei. Und dazu haben wir keine Veranlassung. dann eben ganz richtig: die Herren von der liberalen Seite Auf die Rechte würde es auch keinen Eindruck machen. Ich machen ja doch bloß Worte, sie gehen doch nicht nach Haus. gebe aber zu, daß uns das gleiche Wahlrecht aus diese Wirre Eins habe ich dar; noch dem Referenten zu sagen, der ja die auf einmal heraushelfen könnet. Hier soll ja nichts weiter geSache in geschickter Weise klargelegt hat. Er hat vergessen zu trieben werden als Wahlkreisgeometrie, aber ich stehe auf dem bemerken, daß es auch gegen den eigenen Willen der größeren Standpunkte, daß der Wille des Volkes zu respektieren sei, und Ortschaften sein würde, wenn mau sie an die städtischen Wahl= mir ist jede Volksvertretung recht, die aus der gleichen Wahl Albumblätter. Laß ab mein Herz, von Klagen und Sehnen, Es scheint die Sonne durch Regen und Tränen; Es ist kein Leben davon befreit, Ein jedes hat seine Regenzeit And Tage trüb und traurig Longfellow. Lady Kriminal=Roman. Autorisierte Uebersetzung aus dem Englischen (Nachdruck verboten.) 4 „Mauchmal ja," lautete die Antwort,„manchmal auch nicht,'s ist erstaunlich, wie einzelne Fälle erst nach Jahren ans Tageslicht kommen. Natürlich heben wir alle Akten auf, so daß dieselben jederzeit nachgeschlagen werden können.“ „Ah, da fällt mir der wichtigste Teil meines Besuches ein,“ unterbrach ihn der Advokat.„Man fand damals ein Eisenstück im Schädel der Ermordeten?“ „Ganz recht.“ „Ich möchte dasselbe gern sehen. Können Sie es mir für kurze Zeit überlassen oder mir ein genaues Modell beschaffen?“ „Bedaure, da kommen Sie leider zu spät.“ „Zu spät? Warum?“ „Weil das corpus delicti bereits vor einer Woche nach Scotland Tard geschickt worden ist.“ So waren also noch andere Leute der Meinung, daß der Vorsall in Putney mehr Aufmerksamkeit verdiente, als die Polizeiorgane ihm zugewandt hatten. Um nichts zu versäumen, begab sich Brett auch noch zu dem Wundarzt, der bei der gerichtlichen Untersuchung zugegen ge wesen war, dieser zweifelte nicht im geringsten daran, daß die Frau bereito getötet war, bevor sie ins Wasser gelegt wurde das ließ sich am Zustand der Lungen erkennen. „Glauben Sie, daß der Mord mit Vorbedacht geschah?“ fragte Brett im Laufe des Gesprächs. „Sanz sicher. Eine Eisenspitze war durch den härtesten Teil des Schädels geradezu ins Gehirn hineingetrieben.“ „Welche Art Verletzung hat den Tod herbeigeführt?“ „Das Eisenstück drang durch den unteren Knochen des Hinterkopfes ins kleine Gehirn, gleichzeitig die großen Nervenzentren beschädigend.“ „Zog diese Verletzung den sofortigen Tod nach sich?“ „Ja. Solch ein Stoß hat die Wirkung eines hochgespannten elektrischen Stromes. Es tritt stets sofort der Tod ein.“ „Dann muß ja große Gewalt angewandt worden sein?" bemerkte Brett, den die Auslassungen des Arztes höchlich interessierten.“ „Nicht so große, als es der Wunde nach den Anschein hat. entgegnete der Doktor,„immerhin aber ausreichende, um das Eisenstück zu brechen.“ „War es Gußeisen?“ „Ja, und eine gute Qualität. Könnte wohl von irgend einer Verzierung herrühren.“ Brett schüttelte den Kopf.„Doch merkwürdig, jemand auf solche Weise mit einem derartigen Instrument zu ermorden. „Mir ist der Fall auch noch nicht vorgekommen,“ erwiderte der Arzt.„Wär der Körper nicht gewaltsam unter das Abzugs rohr gezwängt und auf raffinierte Weise unkenntlich gemacht worden, so hätte man auf einen Unfall rechnen können. Jedenfalls aber hat der Mörder das Verbrechen in der Hitze des Augenblicks getan und nach der ersten besten Waffe gegriffen die ihm zur Hand lag.“ „Sagten Sie nicht, die Leiche sei unter das Rohr gezwängt worden?" „Ja, die Beschreibung der Arbeiter, die den grausigen Fund machten, laßt keine andere Deutung zu.“ „Kann es nücht durch die Strömung geschehen sein?“ „Schwerlich, denn die ist in Putney nicht stark genug. einen Körper in diese Lage zu bringen.“ „Merkwürdig, daß gerade dieses Rohr zur Zeit des Ver brechens reparaturbedürftig war!“ „Ja, ja!“ nickte der Arzt.„'s ist ein absonderlicher Fall Interessieren Sie sich dafür? Oder haben Sie Gründe, daß das arme Weib—“ „Ich habe noch gar keinen Anhaltspunkt,“ unterbrach ihn der Adokat,„glaube aber bestimmt, es wird mir schließlich doch gelingen, die Person der Ermordeten festzustellen. Sie, Herr Doktor könnten mir sehr behilflich sein, wenn Sie mir Ihre Ansicht über die Sache mitteilen wollten.“ Der Arzt schaute eine Weile nachdenklich vor sich hin, ehe er seine Vermutungen aussprach.„Die in der Themse gefundene Frau,“ sagte er in überzeugtem Ton,„gehörte zweifellos den höheren Ständen an, das erkennt jeder Mediziner sofort, wenn das Gesicht auch entstellt ist. Trotz der schäbigen Kleidung, die sie trug, glaube ich, daß sie eine reiche, vornehme und in nor malen Verhältnissen lebende Frau war. Weiter vermag ich nichts anzugeben.“ Brett dankte ihm und kehrte dann nach London zurück; nachdem er von Putney aus ein Telegramm an Inspektor Winter gesandt hatte Kaum war er in seiner Wohnung angelangt, als der Polizeibeamte auch schon erschien „Lieber Winter," begrüßte ihn Brett.„ich möchte, daß Sie mir die Eisenspitze verschaffen, die man im Schädel der ermor deten Frau in Putney gefunden hat. Wenn nötig, stelle ich Ihnen binnen vierundzwanzig Stunden zurück.“ Der Detektiv machte kein entgegenkommendes Gesicht.„Es ist gegen die Instruktion," begann er, doch Brett unterbrach ihn kurz mit den Worten:„Gut, dann werde ich mich direkt an den Kommissär wenden" „Nein, nein,“ lenkte Winter rasch ein,„ich wollte ja sagen daß ich in Ihrem Falie bereit sei. eine Ausnahme zu machen Trotz dieser Versicherung geschah es doch mit sichtlichen Widerstreben, daß er das Mordinstrument hervorzog und seine Kollegen hinhielt. Brett griff nicht gleich nach dem dargebotenen Gegenstand „Bevor Sie mir dies Beweisstück überlassen,“ sagte er mit „Ah. Sie glauben auch, daß die Geschichte mit der in Putney gefundenen Frau im Zusammenhang steht?“ „Ich bin dessen gewiß." versicherte der Detektiv.„Ob die in Putney Gefundene Lady Delia war oder nicht, vermag ich nicht zu sagen. Jedenfalls aber trug sie Kleider, die der genannten Dame gehörten. Haben wir nur erst die eigentliche Todesursache der in Putney begrabenen Frau festgestellt, werden wir auch wissen, was aus Lady Delia geworden ist.“ „Wie gelang es Ihnen, die Kleider der Toten festzustellen?" fragte Frett, ein lebhaftes Interesse bekundend. „Sehr einfach! Ich bemühte mich, das Vertrauen der Jofe zu gewinnen, die als Zeugin geladen war. Sie behauptete natürlich steif und fest, die Ermordete sei nicht ihre Herrin gewesen. Als sie jedoch Lady Delias Wäsche gesehen hatte, zweifelte sie nicht mehr daran.“ „Wenn Sie dies alles wußten, warum wurde es nicht bei der gerichtlichen Leichenschau nicht erwähnt?“ „Das hatte seine guten Gründe. In solchen Fällen bedeutet die Totenschau eher ein Hindernis für die polizeilichen Nachsorschungen. Es ist viel ratsamer, die Schuldigen in Sicherheit zu wiegen, sie glauben zu machen, die Sache sei in Vergessenheit geraten. Die Schurken wissen so gut wie wir, daß Ludy Delia in Putney begraben liegt. Infolge der Aussagen des Gatten und der Dienerschaft konnten wir ihre Persönlichkeit nicht feststellen, aber die Wäsche und die Kleider bleiben als Beweisstücke in unseren Händen. „In dieser Ansicht kann ich Sie nur beglückwünschen,“ fiel einer gewissen Schärfe im Tone,„müssen wir uns verstehen.] Brett ein,„und ich erlaube mir zu bemerken, daß verschiedene Haben Sie etwas gegen meine Beteiligung an der Untersuchung Ihrer Kollegen nicht so vernünftig denken, dieses Falles einzuwenden? Werden Sie mir helfen oder mir Hindernisse in den Weg legen? Es ist besser, diesen Punkt jetzt zu erledigen und spätere Mißverständnisse zu vermeiden.“ Diese direkte Fragestellung trieb Winter das Blut ins Gesicht.„Ich will offen gegen Sie sein. Mr. Brett.“ sagte er kleinlaut.„Zuweilen war ich recht ärgerlich, wenn Sie mich übertrupften, doch ich habe es dann glei bereut, weil ich einsah, daß eo töricht von mir war. Probleme nach Ihrer Methode lösen zu wollen. Vergessen Sie also mein augen blickliches Widerstreben. Ihnen das einzige wirkliche Beweiostück in der Sache auszuliesern?“ „In welcher Sache?“ „In derjenigen, die sich auf Ladv Delias Verschwinden bezieht. Der Polizeibeamte lächelte über das Lob seines Rivalen. „Ich suche mir Ihre Methode anzueignen,“ sagte er scherzend. Während er noch sprach, brachte der Diener seinem Herrn ein mit„dringend“ bezeichneten Billet. Es war in Sir Lyles Handschrift und der sonst so gleichmütige Advokat machte eine Geberde der Ueberraschung, als er folgendes las: Lieber Reggie! Die Zose meiner Frau ist seit drei Tagen verschwunden. Ich erfahre es durch das Gerede der Dienerschaft. Es ist zum Verrücktwerden mit diesen Ereignissen. Ich halte es nicht länger aus. Kommen Sie bitte baldigst zu mir.“ (Fortsetzung folgt.) 4 * des Volkes hervorginge. Ich würde mich jedenfalls damit ab inden. Mit der Staatsregierung din ich dann einverstanden Darin, daß mit der Gewährung unserer Mindestforderungen Ruhe und Frieden ins Land kehren würden. Die Rechte aber bietet uns ein Dangergeschenk, wogegen hell und klar wie ein leuchtendes Zeichen die Erklärung der Regierung absticht, und diese Erklärung wird im ganzen Lande ein leuchtendes Echo finden. Wenn der Abg. Becker glaubte, wir zeigten kein Rückgrat, so kann ich ihm versichern, daß wir absolut nicht daran denken, von unseren Forderungen etwas abzulassen Aber hier hat sich die Sache denn doch etwas verschoben. Der Regierung spreche auch ich noch meinen Dank dafür aus, daß sie ihre Stellung geändert hat. Noch niemals ist ja von dieser Seite der 3. Klasse ihr Recht so bestätigt worden wie diesmal und die Herren von der Rechten söllken sich von dieser klaren Er klärung überzeugen lassen und unsre Mindestforderung an nehmen. So spreche ich als Freund des Volks, dem es wider brebt, wenn der Friede gestittt wird. Ich bin ja überzeugt, es würde wieder Ruhe einkehren, wenn auch unsere Wünsche damit nicht voll befriedigt wären, aber wir sehen ein, daß wir zurzeit nicht mehr erreichen können. Dies Faktum liegt vor, wir müssen uns bescheiden. Im letzten Augenblicke aber richte ich noch einmal an die Rechte das ernste Wort, unser Mindestprogramm anzunehmen. Wollen die Herren keine Konzession machen, dann müssen sie die Verantwortung auf sich nehmen (Schluß folgt.) Aus dem Reichstage. Stimmungsbild. (Von unserem Korrespondenten.) # Berlin, 26. März 1908. Rund eine Woche sind die Plätze der Reichstagsjournalisten verwaist gewesen. Heute steht man zum ersten Male wieder auf der Journalistentribüne die Parlamentsberichterstatter in emsiger Tätigkeit. Aeußerlich verrät nichts die Aktion der letzten Tage; doch ohne einige Anspielungen geht es bei den Debatten nicht ab. So belehrt Abg. Lattmann(Wirtschafkl. Vag.) seinen Kollegen vom Zentrum, Herrn Erzberger, das ominöse Wort„Saubengel“ sei nur im ersten Teile schwäbischen, im zweiten Teile jedoch preußischen Ursprungs. Der nämliche Redner findet das von einem seiner Vorredner be liebte Pathos zwecklos; die Presse sei ja nicht vertreten gewesen. Reichskanzler Fürst Bülow wehrt der äußersten Linken, als sie gar zu stürmisch widerspricht:„Wir sind alle so empfindlich gegen jede Störung, die von außen, die von oben kommt; da würde es sich doch auch empfehlen, daß wir uns unter einander möglichst wenig stören.“ Diese und ähnliche Anspielungen lösten natürlich im Hause große Heiterkeit aus. Eingehend beschäftigte sich der Reichskanzler mit der von verschiedenen Rednern aufgerollten Frage der preußischen Wahlrechtsreform. Dem Reichstagswahlrecht habe man die Zensur ja zugebilligt, dem preußischen 3b, dem mecklenburgischen 5b. Und die Note für Haiti mit seinem allgemeinen gleichen, direkten Wahlrecht? Unter stürmischer Heiterkeit, die auch die im übrigen recht widerspruchlustige äußerste Linke mit fortriß, wehrte sich das Haus gegen einen Tausch mit Haitischen Zuständen. Was dem Reiche nützlich, sei dem einzelnen Bundesstaat noch lange nicht dienlich; denn die Aufgaben seien grundverschieden. Drum, so argumentierte der Kanzler, kein Reichstagswahlrecht für Preußen, wohl aber eine grundsätzliche Reform des preußischen Wahlrechts, die die bürgerliche Linke durch Stimmungsmache nicht erschweren möge! Uebersicht, Deutsches Reich. * Detmold, 27. März 1908. — Die Kaiserreise. Benedig, 26. März. Der Kalser und der König besuchten heute vormittag das Museo civico. Der Kaiser folgte mittags einer Einladung der Gräfin Morosini zur Tafel. Der Kaiser verlieh dem Generalmajor Grafen Trombi den Kronenorden erster Klasse. Die Kaiserin, Prinz August Wilhelm und Prinzessin Viktoria Luise besichtigten heute vormittag die Scuola di San Rocco und Sauta Maria di Frari, wohin sie sich in Gondeln begaben. Nachmittags war Tee an Bord der „Hohenzollern“, an dem neben verschiedenen Damen der italienischen Gesellschaft auch König Viktor Emanuel teilnahm. Nach dem Tee nahm der König von der kaiserlichen Familie herzlichen Abschied und begab sich un ter dem Jubel der Bevölkerung in Begleitung des Ministers des Aeußern Tittoni zum Bahnhofe, von wo er um 6 Uhr 30 Min. die Rückreise nach Rom antrat. Abends 8 Uhr fand an Borb der„Hohenzollern“ Tafel statt. — Der Kaiser und die Ferienausgaben. Zur Frage ver häuslichen Arbeiten während der Schulferien, über welche allgemeine Verordnungen von seiten er Unterrichtsverwaltung nicht bestehen, hat, wie wir von unbedingt zuverlässiger Seite erfahren, kürzlich der Kaiser dem Kultusminister Dr. Holle gegenüber seinen Stand punkt dahin zum Ausdruck gebracht, daß nach seiner An schauung Ferienarbeiten mit dem durch die Schul serien erstrebten Ziel, der geistigen und körperlichen Erfrischung der Schüler nicht im Einklang ständen. Man darf nun gespannt sein, ob diese Anregung des Kaisers, die zweifellos in weiten Kreisen dankbar empfunden wird, auf dem Wege der ministeriellen Verordnung führen wird. — Die Zweite sächsische Kammer verhandelte über einen zweiten Nachtrag zum ordentlichen Etat für 1906=07 und einen weiteren Nachtrag zu dem Finanzgesetz von 1906=07. Gegenüber den Ausführungen des freisinnigen Abgeordneten Günther bemerkte Finanzminister Dr. von Nueger, daß das Verhältnis der preußischen Eisenbahnverwaltung zu Sachsen ein durchaus freundliches sei. Sachsen stehe in zahlreichen sehr wichtigen Beziehungen zu der benachbarten Eisenbahnverwaltung u. habe, von wenigen Ausnahmen abgesehen, immer großes Verständnis für seine Wünsche gesunden. Abgeordneter Zöphel=Leipzig(natl.) bemerkte dem Minister gegenüber, daß man in Leipzig von der wohlwollenden Haltung der preußischen Eisenbahnverwaltung nichts spüre. Die preußische Verkehrspolitik auf den Anschlußstrecken empfänden die aus Sachsen kommenden Reisenden sehr unangenehm Der Minister entgegnete, daß von seiten der preußischen Bahnverwaltung gerade für Leipzig außerordentlich viel getau werde. Berechtigte Wünsche werde die sächsische Regierung stets unterstützen. — Eine Zweiteilung des Flottenvereins befürwortet die„Deutsche Zeitung“, falls es nicht gelingt, den Einfluß der frondierenden Minderheit zu brechen. Auch in England beständen zwei Flottenvereinigungen. Das alte Präsidium soll in Danzig wiedergewählt werden und müßte die Wahl auch annehmen:„Tut es das bedauerlicherweise nicht, so muß eingenauebensogerichtetes neues „#rasiolum gewählt werden. Dann springen vielleicht die Bayern und die Berlin=Brandenburger nebst einigen anderen Aengstlichmachern ab; und zweisellos wird ein großer Teil der fürstlichen Protettoren mitgeben. Das ist aber nun einmal unabänderlich. Die Protektorenzeit ist für einen freien Nationalverein endailtig vorüber. Bei aller Achtung für unsere nationalinteressierten und zum Teil sehr verdienten deutschen Fürstlichkeiten muß das gesagt werden. Nationale Kampfaufgaben und Fürstenschutz können nicht überall zusammengehen. Sie müssen bewußt in verteilten Rollen gespielt werden. Die offizselle Gegenwart kann gerade in den heikelsten, oft aber darum allerwesentlichsten Fragen nicht bereits in Zukunft unter ihre schirmenden Fittiche nehmen. Ein Nationalverein jedenfalls muß die Arme frei haben.“ — Die elsaß= lothringische Versassungsfrage. Im Reichstage kam auch die Versassungsfrage für Elsaß=Loth= ringen zur Sprache. Dazu erklärte Fürst Bülow: „Ich bin der Meinung, daß die Entwickelung durch das Gesetz vom 4. Juli 1879 keineswegs endgültig zum Abschluß gelangt ist, daß vielmehr nachdrücklich angestrebt werden muß, die staaisrechtliche Stellung Elsaßz=Lothringens im Sinne einer Annäberung an bundesstaatliche Verfassung weiter auszugestalten.(Bravo!) Ich bin zu eingehenden Erörterungen hierüber mit den verbündeten Regierungen in Verbindung getreten und hofse, daß diese Verhandlungen die erfüllbaren Wünsche der elsaßlothringischen Bevölkerung ihrer Verwirklichung entgegenbringen werden. Die staatsrechtlichen Schwierigkeiten, die sich einer befriedigenden Lösung dieser Aufgabe entgegenstellen, sind bekannt und von mir wiederholt hervorgehoben worden. Endgiltige Entschließungen haben devhalb noch nicht gesaßt werden können, sodaß ich es mir versagen muß, heute auf die Einzelheiten der Frage näher einzu gehen.“ — Teuerungsaulogen. Der Nachtragsetat, durch den Teuerungszulagen für mittlere, untere Beamte und Lehrer bewilligt werden sollen, kann im Reichstage wie im preußischen Abgeordnetenhause erst am Montag vorge legt werden. Im Reiche handelt es sich in der Haupt sache um eine Wiederholung der diesjährigen Bewilligun gen, die Vorlage wird daber voraussichtlich rasch verab schiedet werden können. In Preußen muß der Nachtrags etat auch noch das Herrenhaus passieren; die Teuerungs zulage für die Lehrer bietet nach verschiedenen Richtungen Schwierigkeiten. Hier also wird etwas längere Zeit für die Erledigung erforderlich sein. Die erste Lesung dürste Mittwoch, den 1. April, stattfinden. "— Gegen die Arbeitskammern. Der. Zentralausschuß Berliner kaufmännischer, gewerblicher und industrieller Vereine hat sich in seiner Plenarsitzung, die am vorigen Montag stattfand, einstimmig gegen den Gesetzentwurs, betr. die Einrichtung von Arbeitskammern erklärt, und eine Kommission damit beauftragt, die Stellungnahme des Ausschusses in einer Eingabe an die Regierung und die Parlamente zu begründen. — Auch ein Wahldemonstrant. Ein Chemnitzer Wahldemonstrant wurde wegen Beamtenbeleidigung und Ruhestörung zu vier Monaten Gesängnis verurteilt. Der„Genosse“, ein 20 Jahre alter Bursche, hatte die Polizei au das gröblichste beschimpft, fortgesetzt auf der Straße wie ein Besessener gebrüllt und Hochruse auf das Reichstags wahlrecht ausgebracht. Das letztere bestritt der Angeklagte mit der charakterichischen Angabe, daß er gar nicht gewutzt, um was es sich bei den Demonstrationen gehandelt habe. — Beteranen zahlen in Eisenach keine Gemeindesteuern. Nach einem Beschluß des Gemeinderats von Eisenach werden in Zukunft auch in Eisenach die Kriegsveteranen, die ein Einkommen bis 1200 M pro Jahr haben, von der Entrichtung der Gemeindesteuern befreit sein. — Bülow's Rede und die ausläudische Presse. Lon don, 25. März.„Daily Chroniele“ schreibt: Wir stimmen der Erklärung des Fürsten Bülow betreffend das Recht eines jeden Landes, seine Rüstungen selbst festzusetzen, zu und erwidern herzlich seinen Wunsch für freundliche Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern. Wir be dauern, daß er es für notwendig hielt, in so wenig beifälliger Weise auf den englischen Vorschlag betreffend Mazedonien anzuspielen: Doch da der Fürst von der Wichtigkeit, das Konzert zu erhalten, durchdrungen ist, und da das Konzert nicht erhalten werden kann, ohne daß es durch tatsächliches Handeln seine Berechtigung dartut, so müssen wir hofsen, daß trotz allem irgend ein Uebereinkommen erreicht werden möge.„Daily Graphie“ sagt: Wir ind erfreut, vom Fürsten Bülow die Versicherung zu haben, daß das deutsche Flottenprogramm nur die Defensive im Auge hat und daß das deutsche Volk in Ruhe und Frieden mit England zu leben wünscht. Wenn diese Versicherung so aufrichtig gemeint ist, wie wir annehmen, dann dürfte keine Schwierigkeit bestehen, zu Folgerungen zu gelangen, welche der Polemik, durch welche die Herzlichkeit der deutsch=englischen Beziehungen jetzt bedroht ist, allmählich ein Ende bereiten. England bestreitet nicht das Recht Deutschlands, seine Flotte seinen defensiven Bedürfnissen anzupassen.— Paris, 25. März. Ueber die Reden des Reichskanzlers Fürsten Bülow und des Staatssekretärs v. Schoen schreibt der„Figaro“: Wir beglückwünschen uns zu dem erfreulichen Zusammentressen, daß der Reichskanzler und der Staatssekretär gerade in dem Augenblicke das Wort ergriffen haben, wo sich die französische Kammer anchickte, über die Marokkokredi zu verhandeln. Die Sitzung des Reichstages beweist, daß die Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit Frankreichs anerkannt wird. Möge man unter dem durchaus berechtigten Vorbehalt der wirtschaft lichen Interessen Deutschlands unserer Aktion in Marokko nicht widersprechen. Wir werden unsere Rechte verteidigen indem wir dabei die übernommenen Verpflichtungen respektieren und das Vertrauen Europas rechtfertigen.— Der„Petit Parisien“ erklärt, die Darlegungen des Reiche kanzlers seien durch ihren konzilianten Ton bemerkens wert.— Der„Gaulois“ schreibt, die Reden des Reichskanz lers und des Staatssekretärs zeigten, daß Deutschland in betreff Marokko's seine Stellung behaupte. Seine Cour toisie ist mit wohlberechneten Einschränkungen umgeben und schließt keineswegs das beständige Mißtrauen gegen die Absichten Frankreichs aus. Frankreich könne fortsah ren, Gut und Blut in Marvkko zu opfern. Deutschland werde keinen Einspruch erheben, solange Frankreich für den„Roi de Prusse“ arbeite. — Friedensverhandlungen im deutschen Baugewerbe. Die letzten entscheidenden Verhandlungen im Baugewerbe zwischen den beiderseitigen Hauptvorständen sind vorgestern in Berlin eröffnet worden. Leiter der Verhandlungen ist der Berliner Gewerbegerichtsvorsitzende v. Schulz. Als Beisitzer sind tele graphisch berufen Gerichtsrat Dr. Prenner München und Ge werbegerichtsvorsitzender Dr. Wietfeld=Essen. Die Zentralver bände der Maurer, Zimmerer und Bauhilfsarbeiter werden durch je vier Delegierte und der Arbeitgeberbund durch seinen Vorstand vertreten. — Der neue amerikanische Botschafter abgelehnt. Der Frankfurter Zeitung“ wird aus Washington gemeldet: Das Staatsdepartement erhielt eine nichtoffizielle Depesche der Berliner Botschaft, daß die deutsche Reichsregierung Hill als Nachfolger Tower's abgelehnt habe, nachdem er schon vor Monaten akzeptiert war. Staatssekretär Root erklärt, die Gründe seien ihm unbekannt, vielleicht liege ein Mißverständnis vor. Offenbar habe die Reichsregierung nachträglich aus dem Haag Ungünstiges über Hill gehört. Die Angelegenheit erregt hier großes Aufsehen. Rußzland. Simseropol, 26. März. In Livadia erschoß heute ein Gemeiner des 16. Schützenregiments auf dem Exerzierplatze zwei Offtziere. Das Bataillon bat dringend den General Dumbadse, den Schuldigen sofort erschießen zu lassen. Luxemburg. Luxembura. 26. März.(Die Regentschaft der Großherzogin von Luxemburg.) In einem Schreiben an den Staatsminister erklärt der Großherzog bezüglich der Ernennung der Großherzogin Maria Anna zur Statthalterin: Angesichts meiner Entkräftung muß ich befürchten, daß ich demnächst nicht mehr imstande ein werde, den Geschäften des Großherzogtums mit derenigen Sorgsalt vorzustehen, die sie erheischen und die ich ihnen widmen möchte. Orient. Athen, 25. März. In der gestrigen Kammersitzung entwickelte der Ministerpräsident Theotakis ein Programi## ür die Marineorganisation. Er ist der Ansicht, daß es ratsam wäre, einen ausländischen Offizter als Marineinstrukteur nach Griechenland kommen zu lassen. Diese Reorganisation, sowie der Bau zweier geplanter neuer Eienbahnlinten und die Ansiedelung griechischer Flüchtlinge aus Bulgarien würden ein Kapital von 100 Millionen erfordern, welche der Staat durch eine Anleihe zu beschaffen genötigt sei. Gegenüber einigen Anfragen per teidigte Theotakis die Politik der Regierung und hob die Anstrengungen im Hinblick auf die Reorganisationen der Armee hervor. Wenn dieselbe auch ausgezeichnete Erfolge gezeigt habe, so genüge doch die militärische Stärke nicht, um die Rechte kleiner Staaten zu verteidigen. Es sei unumgänglich, daß sie aus der isolierten Stellung heraustreten. Griechenland sei durch die Fortschritte, die es seit der Unabhängigkeitserklärung erreicht habe, berech tigt, sein Haupt zu erheben vor den Mächten. Redner legte diese Fortschritte im einzelnen dar und hob rühmend den Charakter der hellentschen Rasse hervor, welche in Zukunst einen Platz einnehmen werde, den ihr ihre Opfer und ihre Stärke zuweisen. Amerika. Washington, 25. März. Präsident Roosevelt hat in einer an den Kongreß gerichteten kurzen Sondersotschaft, die in sehr maßvollen Ausdrücken abgesaßt ist, seine bisherigen Forderungen wiederholt, ein Gesetz betreffend Kinderarbeit, wenigstens für den Distrikt Kolumbia, ferner ein Gesetz betreffend die Hastpflicht der Arbeitgeber und ein Gesetz, das die Praxis gerichtlicher Anordnungen bei Arbeitsstreitigkeiten regelt, zu schaffen. Die Botschaft richtet alsdann eine eingehend begründete Aufforderung an den Kongreß, das Gesetz über den zwischenstaatlichen Handel und das Antil.ngesetz so zu verbessern, daß sie den Abschluß von den Han=isperrehr betreffenden Abkommen unter der Kontrolle der Regierung gestatten. Der Präsident führt weiter aus, daß das Antitrustgesetz in seiner gegenwärtigen Form Arbeiterverbände und Farmervereinigungen zu ungesetzlichen mache und schlägt für Delikte der dabei in Betracht kommenden Korporationen eine Verjährungsfrist von einem Jahre vor. Die Botschaft dringt serner auf eine Finauzgesetzgebung, die unverzüglich in Angriff genommen werden soll, sagt aber nicht, in welcher Richtung dies geschehen möge. Sie spricht sich für das System der Postsparkassen aus, betont, daß die Zeit gekommen sei, sich mit der Zollrevision zu befassen und regt an, während der gegenwärtigen Session eine eigene Kommission mit der Sammlung des notwendigen Materials zu betrauen, welches den nächsten Kongreß in den Stand setzen würde, sogleich nach seinem Zusammentritt zu handeln. Der Präsident bittet schließlich den Kongreß, eine permanente Kom mission für Wasserstraßen einzusetzen. Tages=Neuigkeiten. Berlin, 26. März. Heuten nachmittag 2 Uhr fanden Eisen bahnarbeiter auf dem Militärbahnhof im Tempelhofer Feldbeim ersten Gleise, westlich von der Kolonnenbrücke, in einem Gully, in Karton, die verstümmelte Leiche einer unbe kannten bekleideten Frauensperson. Die Beine und der Kopf waren abgeschnitten. Diese wurden in einem zweiten Gully in verschnürten Paketen gefunden. Die Pakete sind offenbar durch die Strömung dorthin getrieben worden, so daß der Tatort anderswo zu suchen ist. Die Leiche ist die eine: etwa 30 Jahre alten Frauensperson, wahrscheinlich einer Pro stituierten, die wohl im Asekt erwürgt worden ist. Die Kleider der Leiche sind nicht beschädigt. Zahlreiche Vernehmungen haben bisher noch zu keinem Ergebnis geführt. Graf Haeseler und der Korpoappell. Zu dem Korpsappel! ehemaliger Angehöriger des 16. Armeekorps, der in diesem Jahre in Bochum stattfindet, hat Generalfeldmarschall Graf Haeseler sein Erscheinen in sichere Aussicht gestellt, und zwai mit dem Hinzufügen, daß er sich freuen werde, mit den Kame raden des 16. Armeekorps zusammen zu sein. Er bitte aber, die kameradschaftliche Vereinigung in bescheidenen Grenzen zu halten, nicht äußerlichen Pomp, sondern ein Stück Genügsamkeit vorwalten zu lassen. Ein Festessen halte er beispielsweise für ganz überflüssig, da die meisten Kameraden der Kosten wegen daran doch nicht teilnehmen könnten! Eine Mörderin freigesprochen. Vor dem Schwurgericht zu Frankfurt a. M. hatte sich die 30jährige Frau Luise Merker zu verantworten, die geständig ist, ihren zweijährigen außerehelichen Knaben im August v. J. erdrosselt und im Keller Ihrer Wohnung begraben zu haben. Frau Merker stand bereits im 14. Januar d. J. vor den Geschworenen, die Verhandlung wurde damals aber vertagt, um die Angeklagte auf ihren Geisteszustand untersuchen zu lassen. Das Gutachten der Sachverständigen ging dahin, daß die Angeklagte erblich be lastet und geistig minderwertig, daß sie aber bei Begehung der Tat zurechnungsfähig gewesen sei. Die Geschworenen verneinten die Schuldfrage, worauf das Gericht die Angeklagte freisprach und ihre sofortige Entlassung aus der Haft anordnete. Ein Herzens=Roman des Herzogs der Abruzzen. Dieser Tage verlautete, daß der bekannte Prinz des italienischen Königshauses, der den Titel„Herzog der Abruzzen“ führt und als Polarreisender schon mehrfach von sich reden machte, sich mit einer amerikanischen Millionärstochter. Mik Elkins verloben werde. Er hatte ihre Bekannt chaft anläßlich seiner kurz nach seiner Nordpolexpedition unter nommenen amerikanischen Reise in Washngton gemacht. Miß Elkins gehört einer der angesehensten und reichsten Familie der Südstaaten an. Ihr Vater ist der gegenwärtige Bundessenator Stephan Benton Elkins, einer der prominentesten republikanischen Politiker der sich durch glückliche Spekulationen in Minen und Eisenbahnwerken ein enormes Vermögen erworben hat Senator Elkins vertritt den Staat Westvirginia im Bundessenat und war von 1891—1893 Kregssekretär im Kabinette von Harrison. Der Herzog der Abruzzen wurde am 29. Juni 1873 u Madrid als Sohn des Herzogs von Aosta, kurz nachdem derelbe den spanischen Königsthron besttegen hatte, geboren, ist daher 35 Jahre alt. Miß Elkins ist die älteste von drei Schwestern und ist 23 Jahre alt. Ihre Schönheit und das mann lich furchtlose Wesen des Mädchens, das den Ruf genießt, die tüchtigste Reiterin der Vereinigten Staaten zu sein werden ge priesen. Aber für den Herzog der Abruzzen scheint diese Blume nun doch nicht blühen zu sollen. Nach Newyorker Meldungen ist er Freitag früh in aller Stille aus Washington abgereist. und hat Samstag morgen an Bord der„Lusitiana“ die Rück kehr nach Europa angetreten. Er wurde von einem Attachee der italienischen Botschaft begleitet und reist inkognito unter dem Namen Luigi Sarto. Er war am Abend vor seiner Ab ahrt von Washington Gast beim Diner in Senator Elkens haus gewesen. Der Abreise des Herzogs aus Washington olgte ein lebhafter Austausch von Kabeldepeschen zwischen dem italienischen Botschafter und König Viktor Emanuel. Man ver mutet, daß der Herzog beim König persönlich für seine Ver lobung mit der schönen Tochter des Senators plädieren wolle Die romantische Werbung des Herzogs, um die Hand der Tochter des virginischen Mistionärs, der seine Laufbahn als einfacher Landbebauer begann, erregt im ganzen Landes hohes Inter esse. Senator Elkins, der ein stolzer Mann ist, soll die Bedin gun stellen, daß seine Tochter als den Mitgliedern der könig lichen Familie ebenbürtig anerkannt werde. Bei einer Kon erenz auf der italienischen Botschaft soll der Herzog eine Mit gift von acht Millionen Mark vorgeschlagen, Senator Elkindies aber abgelehnt haben mit dem Hinweis, daß ein solcher Schritt den Verdacht erregen könne, als wären die Motive des Herzogs materieller Natur. Der Herzog sei daher abgereist und habe die Verhandlung in der Schwebe gelassen. Der Pariser Millionenschwindel. Der Untersuchungsrichte: Berr hat gestern eine Summe von ungesahr neun Mili onen Francs, die in den verschiedenen Bankinstituten de poniert war, mit Beschlag belegt, darunter sieben Milli onen in der Banque de France und weitere zwei Millionen in anderen Etablissements. Inzwischen sind gegen Rochette drei neue Klagen eingereicht worden, von denen eine von dem Comisé de defense de porteurs de titres emis pour Rochette herrührt. Die„Liberte“ versichert, daß Rochette bereits vor drei Wochen zum ersten Mal verhaftet worden sei und drei Tage im Untersuchungsgefängnis gesessen habe, aber nachher gegen Kau tion freigelassen worden sei. Nochette ist im Gesängnis de la Sante in einer Zelle untergebracht, die in der Nähe derjenigen liegt, in der sich der Pseudochemiker Lemvine befindet. Zu einer Ueberwachung ist ein besonderer Wächter angestellt. In einem Artikel, der gestern in selnem Journal„Le Financier“ erschienen ist, setzte Rochette auseinander, daß er das Opfer eines Nacheaktes sei, u. daß es nicht lange dauern werde. bis man ihm wieder die Freiheit gebe. Wie bereits mitgeteilt. verbrachte Nachette die Sommermonate in einer Villa in Saint Germain, die er seit dem Mai 1907 bewohnte. Die Villa hat er vollständig möbliert dem Eigentümer abgemietet. Sie ist im herrlichen gotischen Stil erbaut und führt den bezeichnenden Namen„La chimere“. Rochette pflegte im Automobil hinzufahren, gab großartige Empfänge und galt bei den Ein wohnern von Saint Germain als eine schwerreiche Persönlichkeit, die das Geld mit vollen Händen ausgab. Wie aus Arras gemeldet wird, erreichen die Werte des Credit Minier, die in der dortigen Filiale der Bank emittiert wurden, den Betrag von 600 000 Franks. Unter den Opfern des Fallissements be finden sich„Mhreiche Witwen von Grubenarbeitern die seinerzeit in Courbiere d. Tod gefunden hatten. Ein Zeuge hat dem Richter erklärt, daß in dem Augenblick, wo die Aktien der Minen von Vas 5°Aran lanciert wurden, Rochette ihm eine aus Madrid abgesandte Depesche gezeigt hätte, in der im mitgeteilt wurde, daß sich Bereits Käufer für 150000 FrankAktien unterzeichnet hätten. Es stellte sich heraus, daß die Depesche von einem seiner Makler in Madrid abgesandt worden war. Ein anderer Zeuge teilte mit, daß Rochette, um ihn zum Kaufe der derselben Aktien zu animieren, ihm eine Serie von Photographien gezeigt habe, die die Minen in vollem Betrieb darstellten. Er erfuhr später, daß die Photographien erschwindelt waren, und daß man niemals so viel Arbeiter in Val d'Aran gesehen habe. mals Prinz Joachim Albrecht. Prinz Joachim Aldrecht von Preußen steht, wie die„Mil.=pol. Korrespondenz“ hört, in Unterhandlung wegen Ankaufs einer großen Besitzung südlich der Mainlinie, wo er später dauernd zu leben gedenkt, Der Prinz beadsichtigt, den Namen eines Grafen von Kamenz anzunehmen und will nach seiner Verheiratung mit der Baronin Liebenberg, die im Ausland erfolgen soll, auch das aus der Mainzek Theaterzeit des früheren Fräulein Sulzer stammende Kind adoptieren. Diese Absichten des Prinzen werben früher oder später in irgend einer Form der Sanktion des kaiserlichen Familienchefs bedürsen. Vorläufig darf der Prinz auf besonderes Entgegenkonnsen solchen Wünschen gegenüber kaum rechnen. Mehr noch als von der militärisch ausschlaggevenden Stelle wird von einer hochstehenden fürstlichen Frau die eigenartige Neigung des jungen Prinzen gemißbilligt und sein Tun, als der Würde des preußischen Hofes nicht entsprechend verurteilt. Das Fußleiden des Prinzen, das den äußeren Anlaß zum Aufgeben der militärischen Laufbahn geben soll, hat sich Prinz Joachim Albrecht nicht, wie anderweitig gemeldet wurde, in Südaftika zugezogen. Es stammt schon aus der Zeit, als der Prinz Kompagniechef im Augusta=Regiment war. Als Bataillonskommandeur im Alexander=Regiment war dann der prinzliche Major verschiedentlich sogat kaum im Stande, bei Vorbeimärschen von Ehrenkompagnien die Truppe zu Fuß zu begleiten— zu kotoyieren, wie der militärische Fachausdruck lautet. Der Prinz von Wales in Köln. Die Ankunft des Prinzen und der Prinzessin von Wales erfolgte vorgestern abend gegen 11 Uhr. um Hauptbahnhof fand kleiner Empfang statt. Bei der Parabe der Deutzer Kürassiere auf der Mülheimer Heide erschien das Regiment zu Pferde in Koller und Küraß, es nahm die silbernen Heerpauken mit den von der verstorbenen Großherzogin von Sachsen=Weimar eigenhändig gesticklen weißseidenen Behängen mit. Die Rückfahrt erfolgt am Freitag über Darmstadt, wo das Prinzenpaar dem dertigen Hof einen viertägigen Besuch abstatten wird. Eine sette Erbschaft. Die Erben der in Genf verstorbenen Baronin Rothschild zahlen dem Kanton Genf zwei und ein viertel Millionen Francs Erbschaftssteuer. Stadt und Land. Detmold, 27. März. * Hofnachrichten. Aus Anlaß des Geburtstages weil. Ihrer Durchlaucht der Prinzessin Mathilde legten heute mittag Ihre Hoheit die Fürstin persönlich in der Fürstengruft am Sarge einen Kranz nieder. Die Hosdame weil. Ihrer Durchlaucht der Prinzessin Mathilde, Frl. v. Meien, legte im Namen Ihrer Durchlaucht der Prinzessin Corola ebenfalls einen Kranz nieder. * D e r L a n d t a g h a t g e s t e r n d i e W a h l r e c h t s v o r l a g e abgelehnt. Die Verbesserungsanträge der Kommlionen waren vorher mik einfacher Majorität angenommen worden Eine Einigung in der Wahlrechtsfrage ist kaum noch zu er warten.— Der Petionsausschuß beantragt, der Landtag möge die Regierung ersuhen, darüber in Erwägungen einzutreten, ob die Aenderung des Namens der Eisenbahnstation Hörstmar in Hörstmar=Lieme befürwortet werden kann * Extrazüge. Seitens der Eisenbahnbehörde wurde der Firma Aug. Steinmeyer in Lage mitgeteilt, daß in der Rich tung Harburg=Cuxhaven 2 Extrazuge zur Beförderung der Ziegler vorgesehen sind. Dieselben sollen am 7. und am 10. April fahren, und zwar ab Detmold abends 8.21 Uhr, ab Lage 8,46 Uhr, in Harburg 5,30 Uhr vorm in Cuxhasen 10,37 Uhr. Nach Richtung Köln sind keine Extrazüge geplant, doch könnten solche noch eingelegt werden, falls bis zum Sonnabend, den 27. d. M. genügend Wünsche geäußert werden, die eine Einstellung notwendig erscheinen lassen.— Es ist der Antrag gestellt, wie in rüheren Jahren, auch jetzt wieder in der Zeit von Ende März bis nach Ostern, an die Morgenzüge, ab Horn=Bad Meinberg (8.36 Uhr) und Barntru(7,40 Uhr) Sonderwagen zu hängen, welche in Herford, bezw. Bielefeld den fahrplanmäßigen Personenzügen dann eingereiht würden. Am 21. 22. und 23. April verkehrt ab Beaa(7,40 Uhr vorm.! ein Sonderzug bis Bielefeld und weiter nach Bedarf bis Hamm. Am 21. April wird ab Horn=Meinberg(um 8.18 Uhr vorm.) ein Vorzug bis Herford fahren, welcher Anschluß an den nach dem Bergischen etc. fahrenden Vorzug hat. * S t r a f k a m m e r s i t z u n g v o m 2 6. M ä r z. 1) D e r Z i m mermann Karl K. in H. war vom Schössengericht Detmolo zu einer Gefängnisstrafe von 8 Monaten verurteilt worden, weil er seine Ehefrau schwer beleidigt, sie bedroht und in der brutalsten Weise mißhandelt hatte. Er ist bereits wegen Körperverletzung und Bedrohung seiner ernen Ehefrau, von der er geschieden ist, mit 5 Monaten Geängnis vorbestraft. Der Angeklagte hatte Berufung gegen das schössengerichtliche Urteil eingelegt und suchte eine Ermäßigung der Strafe dadurch zu erzielen, daß er vorgab, er habe sich mit seiner Ehefrau wieder ausgesöhnt und werde in Zurunft ein friedfertiges Leben mit ihr führen. Die Straflammer wies jedoch in Rücksicht auf die Vorstrafe und die durch die Mißhandlung seiner zweiten Ehefrau von neuem dokumentierte rohe Gesinnung des Angetlagten die Berufung zurück.— 2) Am 15. November 1907 wurde bei der Lehrerin an der Kleinkinderschule in Lemgo, Schwester Johanne Düning, ein Einbruchsdiebstahl verucht. Als die Schwester gegen Abend von einem Ausgang nach Hause zuruckkehrte, sand sie ihre Wohnstubentür, die bei ihrem Fortgange im Schloß gewesen war, offen. Auch die in der Wohnstube stehende Kommode war geöffnet und aus ihr eine Geldkassette mit 39,0w und ein kleiner Korb mit 12 A herausgenommen und auf das Fensterbrett ger stellt. Von dem Gelde fehlte nichts, es lag zum Teil noch m den Behältern, zum Teil lag es lose auf dem Fensterbrett. Der Dieb war offenbar bei seinem Handwerk durch das Zurückkommen der Lehrerin gestört. Diese hörte noch, wie jemand die Treppe hinunter und aus der Haustür auf die Straße lief. Sie eilte sofort ebenfalls auf die Straße, konnte dort aber niemand mehr wahrnehmen. Der Verdacht lenkte sich auf den 12jährigen Schüler D. in L., der n der Nachbarschaft wohnt und sich bei andern bereits kleine Eigentumsvergehen hatte zu schulden kommen lassen Dieser hatte sich heute als Angeklagter zu verantworten. Er leugnet hartnäckig die Tat, obgleich eine Reihe von Indizten auf seine Täterschaft hinweisen. So paßzten u. a. die von ihm getragenen Gummischuhe ganz genau in die von dem Dieb hinterlassenen Fußspuren. Der Dieb ist in die Wohnung der Lehrerin gelangt, indem er die etwa zwei bis drei Meter hohe Mauer des Schulhoses erkletterte und vom Hose aus durch die Schulzimmer in das Haus eindrang. Der Gerichtshof hielt den Angeklagten für überührt und verurteilte ihn wegen versuchten schweren Diebtahls unter Annahme mildernder Umstände zu 1 Woche Gesängnis.— 3) Vier weitere Sachen, die heute noch zur Verhandlung standen, wurden vertagt. erz= Reichsgerichtsentscheidung. Leipzia, 26. Marz. (Nachdruck verboten.] Wegen falscher Anschuldigung ist am 2. Januar vom Landgerichte Detmold der Schneider und Ziegler Johannes Linke zu 6 Wochen Gesäugnis verurteilt worden. Er hatte gegen einen Förster bei der Staatsanwaltschaft Anzeige wegen angeblicher Pflichtwidrigkeiten erstattet. Seine Revision wurde heute vom Reichsgericht verworsen. Zwar war die Staatsanwaltschaft für Disziplinardekikte nicht zuständig, aber immerhin handelte es sich um eine Anzeige, die bei einer für die Annahme von Strafanzeigen zuständigen Behörde eingereicht war. * Dac konzert zum Besten des zu erbauenden Bandeldenkmals, veranstaltet vom Detmolde: Männer= vor(Sang rverein gung), worüber wir vor einiger Zeit bereits berichteten, wie von vor herein beabsichtigt, im Oktober latt. Das Fürstlich= Hoftheater ist dem Männerchor berettwilligst zur Verfügung gestellt; auch haben bekannte Künstler ihre gütige Mitwirkung zugestellt. Die Mitgiederzahl des Deimolder Männerchor betrögt jetzt 160, avon sind 112 aktive Sänger. * F ü r s t l i c h e s T h e a t e r. D i e h e u t i g e A u f f ü h r u n g von Mozarts herrlicher Oper„Die Zauberflöte" sei nochmals in Erinnerung gebracht. Sonntag gibt es mit Herrn Janke in der Titelpartie, eine einmalige Aufführung von Richard Wagners großer Oper„Tannhäuser“. In weiteren Hauptpartien sind die Damen Murbach, Festenburg und die Herren Bergmann, v. Hunyady, Camphausen und Dinger beschäftigt.— Montag gelangt BlumenthalKadeldurgs famoser Schwank„Großstadtlust“ zur Aufführung. ektar, bisheriger Fächter sachtpreis 905„K in dem. tungstermin als Höchstgebot von einem hiesigen Gutsbesitzer der ansehnliche Preis von 1860 A abgegeben, zweitbester war ein Herr aus Bielefeld mit 1850 M. drittbester ein Herr aus Oerlinghausen mit 1830 A. Der Zuschlag wurde noch nicht erteilt. Jedenfalls erhält ihn der Höchstbietende, da. wie es seißt, sich hler eine Vereinigung gebildet hat, die die Jagd elbst ausüben will, wofür Obengenannter das Gebot abgegeben at. Auf einen billigen Braten ist aber jedenfalls nicht mehr zu rechnen. Aus der Nochbarschaft. * Kassel, 25. März. Der erst weibliche Verteidiger in Kassel. In der heutigen Sitzung des Gewerbegerichts plädierte eine hiesige Dame, die im Vorstand der Frauenrechts=Schutz= telle sitzt, für eine Wäschebeschließerin, die gegen einen Hotelier geklagt hatte. Ein Urteil konnte noch nicht gefällt werden, da noch verschiedene Zeugen in dieser Sache gehört werden sollen. * Militärischeo. Die Kompagnie=Besichtigungen der vier Kompagnien des hiesigen Bataillons finden, wie verlautet, am s. April statt. Aus diesem Anlaß werden an den Tagen der Besichtigung die Brigade= und Divisions=Kommandeure mit ihren Adjutanten in unserer Stadt weilen. Wie wir ferner hören, wird der neue kommandierende General des 7. Armcetorps, Se. Exzellenz v. Bernhardi, den Besichtigungen nicht beiwohnen, entgegn den bisherigen Bestimmungen.— Vorgestern abend traf der kommandierende General des 7. Armeekorps v. Bernhardi von Münster in Paderborn ein und nahm im Hotel Löffelmann Absteigequartier, um die dortigen Regimenter zum ersten Male zu besichtigen. * V o n d e r E i s e n b a h n. T a g e s v e r b i n d u n g B e r lin=Paris? Eine Tagesverbindung ohne Nachtfahrt von Berlin nach Paris wird am 1. Mai mit dem Sommerfahrplan zwar noch nicht verwirklicht, aber in greifbare Nähe gerückt ir haben wiederholt die Möglichkeit einer derartigen Ver bindung auseinandergesetzt. Diesem Vorschlage entsprechen auch z. T. zwei neue Eilzüge, die die Preußische Eisenbahnver waltung am 1. Mai zwischen Braunschweig und Düsseldorf über Hannover einrichtet. Von den beiden neuen Eilzügen geht der eine aus Braunschweig morgens 7,55 von Hannover 9.00. Er erreicht neben zahlreichen anderen wertvollen An schlüssen nach Osnabrück und Lage=Detmold in Düssel dorf oder Köln, am 3.02, den Schnellzug nach Paris, an 10.4.) Es wird so möglich, von Braunschweig oder von Hannover aus Paris an demselben Abend noch zu erreichen. Selbst Oebisfelde hat dann Tagesverbindung nach Paris mit Hilfe eines Personenzuges ab 5.55 früh nach Lehrte oder Hannover. Es dürfte nicht allzu schwer fallen, auch noch die 167 Kilometer bis Ber lin in die Verbindung einzubeziehen. Natürlich könnte nicht ein um 9.00 von Hannover abgehender Eilzug schon in Berlin beginnen, da er schon zwischen 5 und 6 Uhr früh von Berlin abfahren müßte. Es wird aber nicht allzu schwer fallen, auf der 1000 Kilometer langen Strecke Berlin—Paris eine entsprechende Späterlegung oder Beschleunigung zu erzielen. An Stelle des Eilzuges Braunschweig—Düsseldorf würde ein 0 Zug mit durchgehenden Wagen Berlin—Paris treten. * D e u t s c h= E v a n g e l. F r a u e n b u n d. N o c h e i n m a l m ö c h t e n wir auf den Vortrag, welchen unsere Bundesvorsitzende aus Hannover, Frl. Paula Müller, am Sonnabend im Vereins hause um 4½ Uhr halten wird, aufmerksam machen. Es ist vorauszusehen, daß uns die bekannte, hervorragende Rednerin mit dem fesselnden Thema„Unsere Ideale in der Frauenbewegung“ einen großen Genuß bieten wird. Daher bitten wir daß nicht nur alle Mitglieder kommen möchten, sondern jeder welcher ein Interesse an den so wichtigen Fragen unserer Zeit nimmt. * T i e r s c h u t z v e r e i n. A m S o n n n b e n d. 2 8. d. M 8½ Uhr abends, sindet im Arminzushotel(G. Kate) eine Vorstands=Sitzung des hies Tierschutzvereins statt, an der jedes Vereinsmitglied teilnehmen kann * Die Frühjahrs=Kontrollversammlungen finden in der Zeit vom 23. April bis 10. Mai statt und zwar am 23. und 24 April in Detmold, am 25. in Schlangen und Horn, 28. Schötmar und Lemgo, 29. Lage Hohenhausen und Langenholzhausen, 30. Helpup und Wend inghausen; 8. Mai in Nalhof und Alverdissen, 9. Blom berg, 10 Schwalenberg. * Der lippische Kunstverein hat in den wenigen Jahren eines Bestehens einen so glänzenden Ausschwung genommen eine so stattliche Anzahl von Mitgliedern erworben, daß ein jeder empfand, hier ist etwas geschaffen, welches einem längst gefühlten Mangel abhilft, ein stilles Sehnen erfüllt. Die dritte Ausstellung mit ihren herrlichen Kunstwerken lebt unvergeßlich in der Eerinnerung der Kunstfreunde fort. Aber seitdem ist es, als ruhte der Kunstverein, er läßt nichts von sich hören, weder Beiträge sammeln noch Ausstellungen anzeigen Manche verwunderte Aeußerungen(Küßere) sind darüber zu uns gelangt. Heute sind wir endlich in der Lage, unseren Lesern mitteilen zu Ponen, daß zum Herbst eine Kunstausstellung vorbereitet wird, für die Zeit vom 15. September bis 5. Oktober. Die Listen werden Ansang April in Umlauf gesetzt. Allen, die noch nicht Mitglieder des Vereins sind, können wir nur raten, einzutreten. Außer dem täglichen, freien Zutritt zu der Ausstellung gibt die Mitgliedskarte, durch ihre Los nummer, Aussicht auf den Gewinn eines Kunstwerkes, welches als edler Schmut unserem Hause dienen soll.— * Salzuslen, 27. März.(Höhere Mädchenschule.) Der Aussichtsrat von Hoffmanns Stärkefabriken überwies der Schule einen Betrag von 100 M zu Bibliothekszwecken. Da die Schule sich selbständig aus privaten Mitteln unterhalten muß, wird diese Zuwendung dankbar empfunden werden Zu Ostern d. J. verlassen eine größere Zahl von Schülerinnen der 1. und 2. Klasse die Anstalt. Bis heute sind 15 Neuan meldungen eingegangen. Weitere Meldungen nehmen die Leiterin der Schule, sowie die Vorstandsmitglieder, die Herren Pastor Tölle und Inspektor Horstmann gern entgegen. Salzuslen, 27. März.(Städt. Sparkalle.) Dem Abschluß für das Rechnungsjahr 1907 entnehmen wir folgendes Die Einlagen erreichten am Ende des Jahres die Höhe von Mk. 23 575 969.03. Es wurden zurückgezahlt an Einlagen Mk. 3385 740,65, sodaß ein Einlagenbestand von 20 190 228.38 am Schlusse des Jahres zu verzeichnen war. el. Salzuflen, 27. März. Die auf gestern mittag angesetzte gemeinschaftliche Sitzung dei städtischen Behörde zur Wabl eines wissenschaftlichen Hilfslehrers mußte aue fallen, da sie nicht beschlußfähig war 4. Schötmar, 27. März. Am Donnerstag abend gegen 7 Uhr fiel das 2½ jährige Töchterchen des Fabrik arbeiters Gust. Heidemann an der Brederstraße aus dem Fenster der 2. Etage in den Hof. Der herbeigeholte Arzt Herr Dr. Pleßzmann stellte eine Gehirnerschütterung fest * Lemgo, 26. März. Das Ehepaar Werkführer August Diekmann, Breitestraße, feierte gestern silberne Hochzeit Wir gratulieren nachträglich bestens. Lage, 26. März. Der gestrigen Stadtverordnetensitzung wohnten 16 Stadtverordnete und Bürger meister Lüning bei. Auf der Tagesordnung stand die Wieder berautgn des Voranschlags und Anträge des Ausschusses. Bevor in die Tagesordnung eingetreten wurde, verlas der Stadtverordneten=Vorsteher ein Schreiben des Magistrats, nach welchem der Prozeß gegen den Ziegler Pollmann welcher sich geweigert hatte, zu den Kosten der Ohrserstraße beizutragen, in ersten Instanz zu Ungunsten der Stadt ausgefallen sei. Der Magistrat bittet, ihm Genehmigung zur weiteren Verfolgung der Angelegenheit zu erteilen. Dem Magistratsantrag wurde schließlich zugestimmt. Die Stadtverordneten traten hierauf in die Weiterberatung des Etats ein. * Oerlinghausen, 26. März. Auf Hovedissen beginnt am 1. Mai wieder ein Lehrkursus in der Geflügelzucht für Frauen; er dauert bis 30. Mai. 20. Wiembeck, 24. März. Der Kolon Simon Kruse sen. zu Hummerntrup hat sein Amt als Trichinen schauer niedergelegt. p. Heidelbeck, 26. März. Feuerrufe setzten gestern abend gegen 7½ Uhr die Bewohner unseres sonst friedlichen Dordes in große Aufregung. Es brannte oae Wohnhaus des Gemeindevorstehers Weische Nr. 2, das bie auf die Grundmauern niederbrannte. Das Feuer ist auf eine bisher noch unaufgeklärte Weise auf dem Boden des Hauses begonnen und hatte sich mit solch rap der Schnellig kett bald über das ganze Haus verbreitet, daß das Mobi liar mit knapper Not dem verheerenden Elemente entrissen werden konnte. Die Langholzhauser Feuerspritze war au der Brandstätte in Tätigkeit, konnte aber leider nicht des Feuers Herr werden. eb. Bega, 26. März. Der hier vor kurzem neugegründete Biochemische Verein hält am Freitag abend punkt 7 Uhr bei Herrn Gastwirt Siekmann in Bega auf dessen Saale seine zweite Monatsversammlung ab, zu der auch besonders die Frauen der Mitglieder und die dem Vereine beitreten wollen, eingeladen sind. Um die Mitglieder mit dem Gebrauch biochemischer Mittel besser vertraut zu machen, halt Herr Müller=Detmold nochmaks einen Vortrag. im= Großenmarpe, 26. März. Die Gemeindejagden Anschein die hiestge Gemeindejagd z. B. u der Größe von r Pächter Herr Rentner Rahler, Detmold, gestern hier abgehaltenen VerpachSport. Treptow, 24. März.(Telegramm). Großer Eröffnungs preis, Raddauerrennen hinter Motorschrittmachern über 50 km. Erster: A. Schulze, 10 km. Dauerrennen. Erster: A. Stell brink, zweiter A. Schulze auf Brennabor. nach, recht teuer zu werden. So für Sprechsaal. Bierlied. Lasset endlich doch das dichten Für und wider Gerstensaft. Gerne wollen wir verzichten Hat ja weder Saft noch Kraft. * Lasset jedem sein Vergnügen, Jeder ist doch Manns genug Lasset Diesen Kinder wiegen Lasset Jenem seinen Krug! Jedenfalls sind Tee und Kafsee, Die ihr lobet und hoffiert, Ebenso als wie der Asse Uns vom Ausland importiert Und da mein' ich: was im Laude Uns der Schdpfer hat beschert, Kann man trinken ohne Schande Nimmer ist das wohl verkehrt! Letzte Nachrichten. Köln, 26. März. Die„Köln. Zig.“ meldet aus Bealin: Die in der Presse aufgetauchte Nachricht, der gegenwärtige amerikanische Gesandte im Haag David Hill sei von hier aus als Nachfolger des jetzigen amerikanischen Botschafters in Berlin abgelehnt worden, trifft, wie wir hören, nicht zu; es ist im Gegenteil auf eine vertrauliche Anfrage von Washington aus wegen der Ernennung Hills als Nachfolger Charlemagne Towers eine für diesen gunstige Antwort erteilt worden. Die„Köln. Zig.“ verzeichnet daneben aber auch folgende Meldung aus Washington: Die Ablehnung Hills wird noch vou allen Morgenblättern als Rätsel behandelt. Die„Washing= ion=Post“ teilt mit. Roosevelt habe in Berlin die Berlegenheit der hiesigen Regierung dargelegt und eine neue Erwägung des Entschlusses nahegelegt. Geboren: 1 Mädchen: Herrn Robert Dormagen in Salzuflen. Gestorben: Elisabeth Désean, 17½ Jahre, in Oetmold; Beerdigung: Sonnabend nachmittag 4 Uhr. W. A. in H. Das Mädchen hat die volle Dienstzeit einzuhalten, oder es muß für Stellvertretung sorgen. Den Lohn haben Sie nur für die Zeit, während es in Ihrem Dienste stand, zu zahlen. 100 E. Wenn derartiges Barvermögen vorhanden ist, hat der Betreffende keinen Anspruch auf das fragl. Armenattest. Nach Jotrup. Sie können darauf bestehen, daß die Ge sellenprüfung jetzt vorgenommen wird. Wetter=Nachrichten. Detmold. 27. März. Wetterbericht der Wetterdienst stelle des metrorelogischen Odservatoriums zu Nachen. Trocken und ziemlich berter; schwache Luftbewegung; fühl. London: Bewölkt, kühl. Hamburg: Gottesdienste in Freitag, den 27. März 1908. Abends 6 Uhr. Pastor Werdelmann. Passionsgottesdienst. Tounabend, den 28. März. Alte reformierte Rirche. Nachm. 2 Uhr: Vorbereitug zum heil. Abendmahl. Sonntag, den 29. März. Resormierte Stadtkirche Vormittags 9¼ Uhr. Generalfuperintendent Weßel. Vormittags 11¼ Uhr. Kindergottesdienst. Nachmittags 2¼ Uhr. Pastor Werdelmann. Prüfung der Konfirmanden. Alte reformierte Kirche. Frühkirche 8 Uhr. Pastor Theopold. Vormittags 10 Uhr. Pastor Brüns. Konfirmation und Abendmahl. Lutherische Kirche. Vormittags 10 Uhr. Hilfsprediger Lipke. Nachmittags 2 Uhr. Pfarramtskandidat Hegel.(Kindergottesdienst.) Landkrankenhaus. Vormittags 9 Uhr. Pastor Mever. Katholische Gemeinde. Vormittags 8 Uhr und 10½ Uhr. Nachmittags 2 Uhr. Herberge zur Heimat. Nachmittags 3½ Uhr. Verein Blaues Kreuz. Versamml. Am Sonntag, den 5. April werden in der reformierten Stadtkirche die Konfirmanden des l. Pfarrbezirks im Vormittagsgottesdienst konfirmiert und das heil. Abendmahl gefeiert. Nachm. 2¼ Uhr werden die Konfirmanden des II. Pfarrbezirks geprüft.— Auch die Konfirmanden der lutherischen Kirche werden an diesem Tage, nachmittags 2 Uhr beginnend, geprüft. Mittwoch, den 1. April. Lutherische Kirche. Ses Abends 6 Uhr. dienst. Psarramtskandidat Hegel. PassionsgottesEvangelisches Vereinshaus. Enange Abends 6 Uhr. Bibelstunde. Evangelische Gemeinschaft. Mühlenstraße 16. Sonntag vormittag 9½ Uhr. Prediger Böhren. Sonntag abend 7 Uhr. Jugend=Verein Sonntag abend 8¼ Uhr. Prediger Böhren. Mittwoch abend 8¼ Uhr. Bibelstunde. Eine Aufbesserung der Beamtengehälter ist ausgeblieben zur bitteren Enttäuschung unzähliger Hausfrauen, die am besten wissen, wie kostspielig heutzutage das Leben ist. Sparen tut deshalb doppelt not, aber wie uno wo bei der allgemein herrschenden Teuerung? Und doch, verehrte Hausfrau, bei Reeses Backpulver z. B. sparen Sie jedesmal 5 J. weil es eben keine 10 J, sondern nur 5 J kostet, trotzdem aber von keinem 10 J-Backpulver übertroffen werden kann. 5 A zwar für einmal nicht viel, im Laufe der Zeit kommt jedoch ein erklecklichts Sümmchen heraus. Mit Reeses Sparpuddingpulver erhält man ohne Zuckerzusatz delikate Puddings. Reeses Vanillinzucker ersetzt die teure Schoten=VBauille. Also, verwenden Sie„Reeses“, und Sie sparen. Reese Gesellschaft. Hameln. Großer billiger Verkauf. Von heute bis zum 5. 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Fortgesetztes Streben nach Vervollkommnung hat in der Spezialmarke Vitello Produkte von einer Reinheit, Feinheit und Vollkommenheit entstehen lassen, die den höchsten Triumpf der deutschen Nahrungsmittel-Industrie darstellen. NU S SaatHafer Abs. Strube=Schlanstedt per Zentner 9,50 Mark verkauft Die Gutsverwaltung Röhrentrup bei Brake in Lippe. Stickstoffkalt noch kleineres Quantum ab Lager al zugeben A. Schormann Schötmar. Suche zu Anfang Mai eine ältere Person für Küche und Haushalt in ein Geschäftshaus. Schriftl. Angebote unter Nr. 1980 an die Geschäftsstelle d. Bl. und 1 Maschinenschlosser finden sofort gegen hohen Lohn angenehme Stellung bei Aug. Burre Praße i. L. Suche auf sofort einen tüchtigen Malergehilfen gegen hohen Lohn und dauide Beschäftigung. Ang. Schemmel Lockhausen b. Schötmar. Zu Ostern wird ein ern Suche zu Ostern einen IEII I Tehrling. Lehrling Zeichnungen nehmen wir bis 25. März provisionsfrei entgegen. Detmold. zun Ipp Aktiengesellschaft. Keine Nachtarbeit. Wilh. 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März von vormittags 10 bis nachittags 4 Uhr tatt; zu deren Besuch alle Interessenten eingeladen werden. Dermold, den 26. März 1908. Der Magistrat. Witise. Zwangsversteigerung. Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in uflen belegenen, im Grundbuche von Salzuflen Band 41 Blait 1011 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsverme kes auf den Namen des früheren Bürgermeisters Karl Schüller in Salzuflen eingetragenen Grundstücke Kartenblatt 14 Parzellen Nr. 77, 11, 11e 11“ 11“ 493 494 495 496 497 498 499 500—— 11• 11• 11“ 11“ 11° 11• 11° 11 dlatt 15 Parzellen Nr. /4",#7.—— Aecker hinter dem Schießhofe zu i. g. 65.62 a mit 33,13 Mark Reinertrag— an 8. Mai 1908 vormittags 10 Uhr durch das unterzeichnete Gericht— an der Gerichtsstelle— Zimmer Nr. 2 versteigert werden. Salzusten, den 18. März 1908. Fürstliches Amtsgericht l. Hausputz oder Umzug.—Teppiche, Läufer, Portièren, Gardinen, Felle, Decten, Möbelbezüge —— Stickereien, Deckchen usw.— reinigt schn UI, billig und sauber Steir's chem. 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J. ihre hiesige Zweigniederlassung, sowie das provisorische Elektrizitätswerk auf nicht auf Wahrheit beruht *„ vielmehr bleibt unser hiesiges Bureau in Detmold dauernd bestehen, da wir gar keine Veranlassung, infolge unseres, sich immer mehr vergrössernden Betriebes, haben, Detmold zu verlassen, und werden wir gegen jeden, der dieses Gerücht weiter verbreitet, mit allen zu Gebote stehenden Mit“eln, vorgehen. —. Betr. des provisorischen Elektrizitätswerkes geben wir weiterhin höflichst bekannt, dass dasselbe vorläufig bestehen bleibt und nehmen wir neuc Anmeldungen auf Stromlieferung jederzeit gern entgegen. Landwehr& Schultz CASSEL Technisches Zureau für elektrische u. maschinelle Anlagen. Revisionsürma des Verbandes Deutscher Feuerversicherungsgesellschaften für elektr. Licht- u. Kraftanlage. LNTTHATF STESE E A Stadtverordnetenwahl. Nachdem auf ergangenen Wahlprotest die Wahl des Gastwirts Fritz Kanne als Stadtverordneter der dritten Abteilung von Fürstlicher Regierung für ungiltig erklärt ist, wird zur anderweitigen Wahl Termin auf Freitag, den 3. Avril d. Js., vormittags 9 Uhr bis nachmittags 2 Uhr, angesetzt. Als Wahllokale sind bestimmt: für Quartier A u. D die Gewerbeschule an der Woldemarstraße, Zimmer Nr. 7, für Quartier B u. C der Rathaussaal. Die wahlberechtigten Bürger werden zur Teilnahme an der Wahl mit dem Bemerken geladen, daß die Stimmzettel nicht mit Namensunterschrift versehen sein dürfen und daß Stimmzcttel, die nicht von weißem Papier oder mit äußeren Kennzeichen versehen sind, für ungiltig erklärt werden. Die Wahlzeit des zu wählenden Stadtverordneten dauert bis zum 31. Dezember 1913. Zugleich wird darauf aufmerksam gemacht, daß es sich nicht um eine Stichwahl zwischen dem Gastwirt F. Kanne und dem Kaufmann Kettmann handelt, sondern daß jeder beliebige Dritte gewählt werden kann. Detmold. den 18. März 1908. Der Magistrat. Wittse. en=Verein FSa#u zu Horn i. Livve GGIEE s eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht. Wir diskontieren unsern Mitgliedern Wechsel unter conlautesten Bedingungen, eröffnen ein Conto in lausender Rechnung und nehmen Spareinlagen, die auch von Nichtmitgliedern angenommen werden, zu höchstem Zinssatze entgegen Der Vorstand. Statt besonderer Meldung. JM— Heute ging unsere herzliebste Schwester Bekanntmachung. Die Maurerarbeiten und die Asphaltarbeiten für die nach§ 62 Absatz 2 der Baupolizeiordnung in der Abänderung vom 16. September 1902 herzustellenden Gehbahnanlagen im Rechnungsjahre 1908 09 sollen an je einen Unternehmer vergeben werden. Angebote und Bedingungen liegen auf dem Stadtbauamt Rathaus, Zimmer Nr. 14 zur Einsicht aus und werden auf der Kämmereikasse, Rathaus, Zimmer Nr. 1 gegen Zahlung von 50 P g. für jedes Angebot abgegeben. Die Eröffnung der auf dem vorgeschriebenen Formulai eingereichten Angebote findet Montag, den 6. April, vormittags 11 Uhr aus Zimmer Nr. 12 des Rathauses statt. Die Auswahl unter den Bietenden bleibt vorbehalten. Nachgebote werden nicht angenommen. Detmold, am 21. März 1908. Der Magistrat. Wittje. 14 1* sankt und selig heim. Detmold, den 25. März 1908. Marie Wer, geb. Rothert, Gülersloh. Nuge Rothert. Pfarrer, Soest. Clotilde Rotkert. Schwester in St. Elisabeth Berlin. Kelene Rothert, Schwester in St. Elisabeth Zerlin. Inns Rotbert. Villa Rothert, Salzusten. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 28. März, nachmittags 3 Uhr von der Kapelle des Landkrankenhauses aus statt. Vorher Trauerfeier daselbst. 3## Es hat Gott dem Allmächtigen gefalten, under innizgeliebtes Söhnchen und Briderchen Reinhard den längerer Krankheit, im zarten Alter von 8 Monaten zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Um stilles Beileid bitten: die trauernden Hinterbliebenen Familie Brede. Spork b. Dürentrup, den 25. Mürz 1908. Die Beerdigung findet Sonntag, den 23. nachmittags 2 Uhr statt. Städtische Sparkasse der Residenzstadt Detmold im Rathaus, Zimmer Nr. 7. = Mündelsicher. Zinstuss 3¾ bei täglicher Verzinsung. Kostenlose Ueberwelsune u. Einzlehung von Spareinladen. Kostenlose Ausgabe von Heimsparbüchsen. Chekverkehr. Rückzahlungen auch ohne Kündigung. Ausgabe von Darlehen. Freisinnige Volkspartei. Generalversammlung am Sonntag, den 29. März, nachmittags 3½ Uhr im„Deutschen Hause“ in Lage. Tagesordnung: 1. Wahl eines neuen Vorstandes. 2. Vorträge der Landtagsabgeordneten Herr MeierJobst und Herr Bruns, über Landtagsangelegenheiten. Alle Parleifreunde werden hierdurch freundlichst eingeladen und um zahlreiches Erscheinen gebeten, zumal die Vorträge sehr interessant sein werden, schon wegen der aktuellen Wahlrechtsfrage und Schulgesetzvorlage. Der Vorstand der freisinnigen Volkspartei. Ad. Luetgebrune. Max Blank& Co. Bruchstr. 14. DETMOLD Bruchstr. 14. 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