kippische Tages-Zeitung General-Anzeiger für das Fürstentum Eippe. Bezugspreis: in Detmold u. durch die Vertretungen: 50 Pfg. für 1 Monat. durch die Post: ¼ Jahr 1,50 Mk. und 42 Pfg. Bestellgeld, für 2 Monate 1 Mk. u. 28 Pfg. Bestellg., für 1 Monat 50 Pfg. u. 14 Pfg. Bestellgeld. Anzeigen: aus Lippe 12 Pfg. die Petitzeile, amtliche u. Familienanzeigen 15 Pfg., auswärtige 18 Pfg., Reklamezeile 60 Pf. Beilagen(umsonst): 1) Lipp. Familienfreund 2) Lipp Ziegelei=Anzeiger, 3) Landwirtsch. Ratgeber, 4) Wandkalender, 5) Sommer=, 6) Winterfahrplan. Rotationsbruc u. Verlag: Willy Bruder, Detmold, Hornschestraße Vertretungen in: Salzuflen, Lemgo, Lage, Blomberg, Horn, Barntrup, Sch fest allen Ortschaften der Aemter Detmold, Schötmar, Oerlinghausen, Hohenhausen, Barenholz, Sternberg= Barntrup, Blomberg, Schieder, Schwalenber über 100 Vertretungen.— Die„Lippische Tages=Zeitung“ erscheint jeden straße 30. Fernsprecher 10 Schwalenberg; ferner in men, Lage, Horn, Brate, NS 72. Verantwortlicher Redatten!: Willy Bruder, Detmold. Detmold, Minlwocb, den 2s. März 1903. Telegramm=Adresse: Tageszeitung, Detmold. 13. Jahrgang Reichstag und Presse. Berlin, 24. März.(Telegramm.) Die Reichstagssvornaltsten beschlossen heute abend, mit Rücksicht auf eine am Schluß der heutigen Pleuarsitzung abgegebene Entschuldiaung Gröber's die Arbeit auf der Tribüne am Donnerstag wieder auszunehmen. Berlin, 24. März, abends. Am Schlusse der heutigen dung des Reichstages erhielt der Abg. Gröber das rt zur Geschäftsordnung. Er verlas folgende Er krung:„Meine Herren! Es ist mir eine persönlich rensache, meinen verehrten Kollegen folgende Erklärung zugeben. In der Sitzung des Reichstages vom 19. März der Abg. Erzberger in einer Rede über die Kolonial politik gesagt:„Der Eingeborene ist auch ein Mensch, ausgehattet mit einer unsterblichen Seele, und zu derselben gen Bestimmung berusen wie wir.“ Nach Anhörung deser Worte, wie ich ausdrücklich hervorheben will, per bnet der unkorrigierte amtliche stenographische Bericht truhe und Zwischenrufe von der Journalistentribünc, haste Entrüstungorufe aus der Mittc, Glocke des Präsi sten.“ An den lebhaften Entrüstungsrusen aus der te war auch ich beteiligt. Das Gelächter von der JourPlsleuribüne war je ausfollend, daß ich mit anderen legen den Eindruck gewonnen habe, es handle sich um e Verhöhnung des Inhaltes der Ausführungen des Redners. Ich möchte hinzufügen, daß ich wenige Tage vorher, nämlich in der Abendsitzung vom 16. März, durch enen Zuruf von der Journalistentribüne gestört worden n, ein Zuruf, der dann vom Präsidenten gerügt worden is. Der stenographische Bericht über die Sitzung vom 19. A bestätigt, daß solche Störungen von der JournaIhentribüne auch sonst wiederholt erfolgt sind.(Sehr richtial im Zentrum.) Wenn ich in Erinnerung an diese Vorguge der letzten Zeit und angesichts des Ernstes der vom Redner behandelten Fragen meiner Entrüstung über das Gelächter einen unparlamentarischen Auseuck gegeben habe, so bilte ich um Entschuldigung.“(Beifall im Zentrum.) Nachdem Chefredakteur ten Brink von der„Germania“ im Auftrage des Abg. Gröber den Originaltert der obigen Erklärung der Jvurnalistenversammlung vorgelegt und den Hinweis auf die Mitwirkung der Fraktionen zugefügt hatte, faßte die Versammlung nach längerer Beratung sol genden Beschluß: „Die Journalistentribüne des Reichstages nahm Kenntuis von der unter dem Druck der Fraktionen des Reichstages abgegebenen Entschuldigung des Abg rober. Sie erkannte an, daß damit das Hiis sich be mücht, die Verfehlung eines Mitgliedes den J#urnalisten gegenüber zu sühnen, und nimmt mit Rücksicht auf die Interessen des Landes und des Parlaments vom Donnerstag ab die Arbeit wieder auf.“ Dieser Beschlun wurde mit 70 gegen 2 Stimmen bei zwei Stimmenthaltungen gesaßt. Im Anschluß hieran wurde weiter beschlossen: Die Reichstagsjournalisten sprecheu der deutschen Presse für die einmütige und würdige Auterstützung in ihrem Kampfe ihren Dank aus und hebeu die Sperre über die Reichstagsver bandlungen auf. neue Volksschulgesetz. Aus dem Entwurf, der dem Landtag zuging, haben wir gestern schon einiges mitgeteilt. Einige Hauptparagraphen führen wir hier noch an: 8 1 ** In den Volksschulen soll den Kindern durch Unterricht und Erziehung die Grundlage sittlich=religiöser Bildung und das Maß allgemeiner Kenntnisse und Fertigkeiten gewährt werden, welches jedem Staatsangehörigen, abgesehen von seinem besonderen Berufe, für den Verkehr im bürgerlichen Leben unentbehrlich ist. „„„* Die wahrzunehmenden Rechte und die auszuübenden Pflichten des Schulvorstandes erstrecken sich auf das seiner Verwatlung und nächsten Beaussichtigung unterstellte Gemeindeschulwesen auch hinsichtlich der erweiterten Schulklassen. Nur die gehobenen Schulen(Rektor=, Höhere Knabenund Mädchenschulen und sämtliche Privatschulanstalten) sind, sosern nicht nach den Bestimmungen dieses Gesetzes der Ortsschulvorstand eine gewisse Aufsichtsstellung auch zu ihnen einnimmt, verbehaltlich sondergesetzlicher Regelung unmittelbar den höheren Schulaussichtsbehörden unterstellt. Der Schulvorstand hat im allgemeinen für das Beste der Schule zu sorgen und deren Gedeihen zu fördern. Er hat namentlich dahin zu sehen, daß die Gerechtsame der Schule gewahrt, die Schulklasse gehörig verwaltet, die Schulgebäude wohl unterhalten und das Interesse für die Schule in der ganzen Gemeinde immer mehr belebt werde. Besondere Rechte und Pflichten ergeben sich aus der dem Schulvorstande obliegenden Schulpflege einschließlich der Beaufsichtigung des außeramtlichen Verhaltens und der Leistungen der Lehrer im Amte, soweit diese nicht nach dem§§ 46 und 47 der technischen Aufsicht des Schulrats und der Kreisschulinspektoren unterliegen. § 33. Zur Erfüllung seiner Obliegenheiten kann der Schulvorstand einzelne seiner Mitglieder beauftragen, welche unter dessen Verantwortlichkeit d. ihnen übertragenen Geschäfte ausführen und ihm über die dabei gemachten Wahrnehmungen Mitteilung machen. Insbesondere hat der Schulvorstand aus seiner Mitte eine geeignete Persönlichkeit als Schulpfleger zu bestellen. § 34. Die Schulpflege besteht in der Aufsicht über den gesamten äußeren Schulbetrieb sowohl hinsichtlich der Schulräume, der Schulzeit, der Lehr= und Lernmittel als auch hinsichtlich der Lehrpersonen und Schüler Demjenigen Mitgliede des Schulvorstandes, welches wegen seiner Einsicht, seines Gemeinsinnes und seines Interesses für Schulangelegenheiten mit dieser Pflege u. Förderung des ört lichen Schulwesens im Wege der Wahl betraut wird, steht das Recht zu, jederzeit dem Unterrichte beizuwohnen, ohne in seinen Gang oder die Lehrgegenstände selber einreden oder ein greifen zu dürfen. Die Befugnisse des Schulpflegers werden von der Ober schulbehörde durch besondere Dienstvorschrift festgesetzt. S 35 Von Amtswegen hat der Ortsgeistliche, unbeschadet des staatlichen Aufsichtsrechtes, in den Schulen seines Pfarr bezirks den Religionsunterricht nicht nur in den planmäßigen Lehrgegenständen u. Unterrichtsstunden, sondern auch in dem Einflusse auf das sittlich=religiöse Verhalten der Kinder und in der Beziehung zu dem übrigen Unterrichte des Lehrers zu beaussichtigen. Er ist berechtigt sich von dem Stande der Kenntnisse in den Religionssächern bei den Kindern zu überzeugen; er ist aber auch verpflichtet, wegen etwaiger Ausstellungen sich mit dem Lehrer, nötigenfalls mit dem Schulaufsichtsbeamten ins Benehmen zu setzen und dem jährlich vom Schulvorstande zu erstattenden Schulberichte(§ 41) sein persönliches Urteil über den erteilten Religions unterricht beizufügen Die Uebernahme d. ihm vom Schulvorstande angetragenen Schulpflege kann der Ortszeistliche als ständiges Mitglied des Schulvorstandes nur mit Genehmigung seiner kirchlichen Be hörde ablehnen. B 30 An Schulen mit mehr als 4 Lehrern!s die Oberschul behörde berechtigt, die technische Aufsicht und Leitung, er forderlichenfalls nach Anhörung des Schulvorstandes, einem der Lehrer, womöglich dem dienstältesten, zu übertragen. So weit städtische Bürgerschulen in Betracht kommen, ist diese Aufsicht und Leitung tunlichst einem solchen zu übertragen welcher die Rektorprüfung abgelegt hat. In einem solchen Falle steht es dem Schulvorstande frei, die Befugnisse des Schulpflegers in die Hände des leitenden Lehrers, ge gebenenfalls###s Rektors, zu legen. S 43 Die oberste Aufsicht siber das gesamte Schulwesen führt das Staatsministerium Gegen alle Entscheidungen der Oberschulbehörde, soweit nicht auch die Verwaltungsklage am Oberverwaltungsgerichte in den durch Gesetz vom 9. Februar 1898, betreffend die sach liche Zuständigkeit der Verwaltungsgerichte, vorgesehenen Fällen zugelassen ist, bleibt zu letztinstanzlichker Entscheidung Beschwerde beim Staatsministerium vorbehalten. S 44. Oberschulbehörde ist die Regierung, welche in der Gesamtheit ihrer Mitglieder oder in einer zu bildenden Abteilung das gesamte Volksschulwesen zu leiten und zu beauf sichtigen hat Die Oberschulbehörde erläßt die nötigen Anordnungen und Vorschrifken, welchen die Schulaussichtsbeamten, die Schulvor stände und die Lehrer Folge zu leisten haben, ernennt im Namen des Landesherrn die Lehrpersonen, bestimmt die Gegenstände des Unterrichts, sowie die Lehrbücher und Unter richtsmittel. Die Bestimmung der Lehrziele, der Lehrbücher und der Lehrmittel für den Religionsunterricht erfolgt nach vorgängigem Benehmen mit der kirchlichen Behörde.(§ 116 gemischten, mehrklassigen Volksschule auch eine höhere, nur von Mädchen besuchte Klasse überwiesen werden. § 78. An einer einklassigen Schule darf eine Lehrerin nicht verwendet werden. An zweiklassigen Schulen darf nur eine an Schulen mit mehr als zwei Klassen darf nur ein Drittel der Schulstellen mit Lehrerinnen besetzt werden. Lehrerinnen für weibliche Handarbeiten, Zeichnen und Turnen, sowie stundenweise beschäftigte Hilfslehrerinnen werden hierbei nicht mitgezählt. § 79. Jede widerruflich und unwiderruflich angestellte Lehrerin ist verpflichtet, wöchentlich 24—28 Unterrichtsstunden zu erteilen. Unterricht in weiblichen Handarbeiten oder Turnen soll darin nicht inbegrissen sein. § 80. Die Lehrerinnen beziehen ein sestes Gehalt, welches je nach der auf Kosten der Generalschulkasse oder der Ortsschulkasse erfolgten Berufung und Anstellung aus einer dieser Kassen gewährt wird. In Naturalbezügen oder Grundstücksnutzungen sowie in Geldgesällen dürfen die Gehälter der Lehrerinnen nicht bestehen. 4 Die Gehälter der Lehrerinnen werden durch ein besonderes Gesetz bestimmt. § 81. Statt freier Wohnung sollen den Lehrerinnen eine Wohnungsentschädigung gegeben werden, und zwar in einer von der Schulgemeinde zu leistenden jährlichen Geldvergütung, die von der Oberschulbehörde nach denörtlichen Verhältnissen festgesetzt wird und 15 Prozent des jeweiligen gesetzlichen Diensteinkommens nicht übersteigen darf. S 82 Wenn Lehrerinnen die ihnen obliegenden Amtspflichten verletzen oder vernachlässigen, wegen ihres Lebenswandels das für den Beruf erforderliche Vertrauen verlieren, so findet das in den Abschnitten VII und VIII des Zivilstaatsdienstgesetzes vom 11. Mai 1859 vorgesehene Verfahren auf sie entsprechende Anwendung. S 83. Lehrerinnen, welche vorübergehend wegen einer nicht durch eigene grobe Verschuldung herbeigeführten körperlichen oder geistigen Schwäche zur Verwaltung einer Schulstelle unfähig geworden und durch diesen Zustand bereits während eines halben Jahres völlig oder größtenteils an der Verrichtung ihrer Dienstgeschäfte verhindert worden sind, haben Anspruch auf Wartegeld und können ihre Versetzung in den Wartestand beantragen. Unter denselben Voraussetzungen hat auch die Oberschulbehörde das Recht, eine Lehrerin ohne ihr Ansuchen mit Wartegeld in den Wartestand zu versetzen. S 84. Lehrerinnen, welche das 40. Dienstjahr seit ihrer unwiderruflichen Anstellung oder das 65. Lebensjahr zurückgelegt haben oder wegen körperl. oder geistiger Schwäche zur Verwaltung einer Schulstelle dauernd unfähig geworden sind, können um ihre Versetzung in den Ruhestand nachsuchen und auch gegen ihren Willen in denselben versetzt werden. S 85. Für das bei der Versetzung in den Warte= oder Rubestand zu beobachtende Verfahren, insonderheit für die Berechnung des Wartegeldes und Ruhegehaltes gelten die für die Lehrer in dieser Beziehung maßgebenden Bestimmungen.— *§ 80.„„ Eine Lehrerin verliert sämtliche Rechte aus der bis dahin bekleideten Schulstelle und das Recht auf Wartegeld und Ruhegehalt, wenn sie bleibend in andere öfsentliche Dienste tritt oder sich solcher Vergehen schuldig macht, die, wenn sie noch im wirklichen Dienste wäre, die alsbaldige Auflösung des Vertragsverhältnisses zur Folge haben würden, oder wenn sie sich verheiratet. S 87. Soweit nicht in Vorstehendem etwas anderes festgesetzt ist, finden auf die an Volksschulen angestellten Lehrerinnen die Bestimmungen dieses Gesetzes Anwendung. Aus dem Reichstage. ## Berlin, 24. März 1908. Der Reichstag hatte heute einen großen Tag: Reichskanzler Fürst Bülow sprach unter gespannter Aufmerksamkeit des gut besetzten Hauses über die auswärtige Politik Deutschlands. Von der Hofloge aus folgte der Kronprinz dem Gange der Beratungen.. Die Tribünen waren überfüllt, nur auf der —— Veere. Daß Fürst BüDie Oberschulbehörde beaussichtigt und leitet auch das Seminar und verfügt über die Aufnahme und Entlassung der Seminaristen. Neben dem Lehrerbildungswesen überwacht sie die Prüfung der Lehrpersonen, ernennt die Mitglieder der Prüfungskommissionen. S 45 Die Ueberwachung der gehörigen Vollziehung und Befolgung der das Volksschulwesen regelnden Gesetze und Verordnungen liegt in den Händen der Schulaussichtsbeamten: dem Schulrate als dem Mitgliede der Oberschulbehörde und den Kreisschulinspektoren. S 46. Dedm Schulrate liegt die Beaussichtigung des Seminars ob. sowie die Beaussichtigung der Schulen des Landes nach Be inden mit oder ohne Zuzi ung des betreffenden Kreisschulinpektors und Schulvorstandes. Sämtliche Schulen sind in regelmäßiger Folge in d. Regel alle 5 Jahre und auch außerordentlicher Weise, wenn es von der Oberschulbehörde für angezeigt erachtet wird, einer auf den inneren und äußeren Schulbetrieb sich erstreckenden Prüfung durch den Schulrat zu unterziehen. Dieser hat sich nach Be endigung einer unter Zuziehung des Schulvorstandes stattge fundenen Schulrevision über den Befund der Schule und über sonstige Schulangelegenheiten mit dem Schulvorstande zu be nehmen. In allen Fällen ist nach Schluß einer Schulrevision das vom Revisor gewonnene Urteil über die Tätigkeit des Lehrers diesem mitzuteilen und nach Befinden weitere Rücksprache mit ihm zu nehmen. Ueber jede Schulrevision ist an die Oberschulbehörde zu geeigneter Verfügung zu berichten. S 47. Das Land ist in zwei Kreise einzuteilen, in die je ein Kreisschulinspettor zur Wohnsitznahme an einem von der Oberschulbehörde zu bestimmenden Orte eingewiesen wird. Zu Kreisschulinspektoren sollen theoretisch und prak tisch gebildete Schulmänner genommen werden, die, salls nicht höhere Prüfungen bestanden sind, im Besitz eines Zeugnisses über eine bestandene Mittelschullehrer oder Rektoratsprüfung sein müssen. Sie werden unwiderruflich angestellt mit den Rechten der Staatsdiener und beziehen im Rahmen des Beamtenbesoldungsgesetzes das ihrer tSellung gebührende Gehalt. Unbeschadet des Rech tes der Beschwerde haben die Lehrer den Weisungen der Kreisschulinspektoren, die als ihre Vorgesetzten zur fachmännischen regelmäßigen Inspektion der Schulen des jeweiligen Kreises berufen sind und dabei wahrgenommenen Uebelständen, soweit tunlich, sofort abzuhelsen haben, unweigerlich Folge zu geben. Der Wirkungskreis der Kreisschulinspektoren umfaßt die methodisch pädagogische Beaussichtigung und Fortbildung der ihnen jeweilig unterstellten Lehrer. Sie haben die Oberschulbehörde zu unterstützen. S 71. Lehrerinnen können im Volksschuldienst angestellt oder als Hilfslehrerinnen stundenweise beschäftigt werden. § 72. Die Verwendung der Lehrerinnen geschieht in den ersten drei Jahren auf Grund eines widerruflichen Vertrages. S. Lehrerinnen, die drei Jahre im öffentlichen Schuldienst angestellt gewesen sind und deren Leistungen und Führung im Dienste, sowie ihr sittliches Verhalten außer dem Dienst zu Tadel keinen Anlaß gegeben haben, werden unwiderruflich angestellt. S 74. Nur solche Schulamtsbewerberinnen können als Leh rerinnen verwendet oder angestellt werden, welche sich entweder in einer von der Oberschulbehörde angeordneten Prüfung über ihre Befähigung ausgewiesen haben oder ein anderweit erteiltes, von der Oberschulbehörde für genügend erachtetes Prüfungszeugnis beibringen. S 75. Befähigt zur widerruflichen oder unwiderruflichen Anstellung sind nur diejenigen Lehrerinnen, welche den Erfordernissen der§§ 73 und 74 genügt haben. § 76. Zugelassen sind die Lehrerinnen in der Regel zum Unterrichte: 1. an solchen Volksschulen, welche nur für Mädchen bestimmt sind, 2. an gemischten Volksschulen, soweit es sich um den Unterricht von Kindern der drei jüngsten Jahrgänge handelt. § 77. Falls eine Lehrerin sich als brauchbar bewährt hat und Journalistentribüne herrschte gähnende Leere. nicht sonstige Bedenken entgegenstehen, kann ihr an einer low bei Erörterung der deutsch=englischen Beziehungen auf den Albumblätter. Was du Gutes getan, vergiß, und tn etwas Besseres. Lady Delia. Kriminal=Roman. Autorisierte Uebersetzung aus dem Englischen (Nachdruck verboten.) „Datz— sl ist tot.“ beharrte der Baron.„Ich fühle es und glaube bestimmt, daß ich sie auf Erden nie wiedersehen werde.“ „Anslun, Lyle! Es sind schon ganz andere Fälle vorge kommen, die schließlich eine völlig harmlose Lösung gefunden hatten.“ Sir Charles antwortete mit einem trüben Lächeln.„Es ist sehr gutherzig von Ihnen, alter Freund, mi chauf diese Weise trösten zu wollen. Ich kenne aber den Charakter meiner Frau zu genau. Sie würde lieber sterben, als die Ihrigen und mich durch die Ungewißheit über ihr Schicksal in solche Angst ge veriegen „In Scotland Yard hegt man noch immer Hoffnung,“ hemerkte Brett. „Seldstverstöndlich. Mir sagt es eine Ahnung, daß meine Frau don Tod gefunden hat,— ob durch Zufall oder Gewalt weiß ich allerdings nicht— aber die Polizei wird, um ihre Anfähigkeit zu verdecken, daran festhalten, daß Lady Delia sich tegendens verbirgt.“ "„Wehl möglich,“ nickte Brett.„Ist Ihre Dienerschaft zu Verlässe, Spie? „O ja. Die Leute stehen alle schon mehrere Jahre in meinem Dienst. Weshalb fragen Se?“ „Weil ich verhüten möchte, daß das Ereignis durch die Blätter geht. Ich habe in die angesehensten Zeitungen, unter der Rubetk Gesellschaftsneuigkeiten einrücken lassen, daß sich Lady Lole zu Freünden nach Midlands begeben hat.“ .## überlasse Ihnen alles, lieber Freund,“ erwiderte der Baron in müdem Ton.„Handeln Sie nach eigenem Gutdünken0 4 Brskt warf einen mitleidigen Blick auf den anscheinend so tiefgebeugten Mann. Innerhalb vier Tagen war Sir Charles um Jahr gealtert. Niemand der ihn früher gekannt, hätte vermutet, daß der Verlust seines Weides ihn derartig angreisen würde. „Ich habe alles getan, was ich konnte," begann Brett nach einer Pause,„leider ist das Ergebnis nur ein sehr geringes. Sie wissen, daß ich im Rufe stehe, besonders schwierige Kriminalproceme lösen zu können. In diesem Falle jedoch stehe ich wie vor einer Mauer, die all meinVerstand nicht zu durch dringen vermag. Dennoch hege ich die Ueberzeugung, daß der geheimnisvolle Fall sich früher oder später aufklären wird Wenn Lady Lyle noch lebt, werde ich sie finden, ist sie tot, soll mir ihr Mörder nicht entgehen.“ Reginals Brett gab nicht oft seinen Gedanken in dieser Weise Ausdruck; er hatte sich von der Erregung des Augenblicks hinreißen lassen un dbeide Männer standen noch unter der Wirkung der fast wie ein Schwur klingenden Worte, als sie durch einen Diener, der den Inspektor Winter von Scotland Pard meldete, aufgeschreckt wurden. Ein kleiner, untersetzter Mann trat ein. Er war sozusagen kugelkund. Seine wohlbeleibte Gestalt ruhte auf stämmigen Beinen. Sein dicker Kopf mit dem kurzgeschorenen Haar verlieh seinem rundlichen Gesicht etwas Kraftvolles und die kleinen, scharfspähenden Augen blickten unter buschigen Brauen argwöhnisch in die Welt hinaus. Man konnte sich keinen größeren Gegensatz vorstellen als Reginald Brett und Inspektor Winter. Nur enes hatten die beiden gemeinsam: sie waren— jeder in seiner Art— Meister auf dem Gebiet der Kriminaluntersuchung; der eine sein, analysierend, scharfsichtig, der andere geradeaus, beharrlich, selbstbewußt. Brett verlor alles Interesse an einem Falle, sobald die Fährte aufgedeckt wurden; Winter hingeger setzte seine Untersuchungen so lange fort, bis der Schuldige eingesperrt oder gehängt war. Der Inspektor kannte seinen Kollegen schon lange und auch Sir Charles war er vorgestellt worden. „Ich habe einen wichtigen Anhaltspunkt," begrüßte er die Herren mit wichtiger Miene. „Welchen?“ fragte der Baron, für einen Augenblick aus seinem Trübsinn erwachend. „Lady Lole ging am Dienstag nicht nach Richmond." Winter machte eine Pause; augenscheinlich erwartete er eine Bemerkung von Brett; doch dieser begnügte sich mit einem kurzen Kopfnicken, als sei ihm das soeben Gehörte durchaus nichts Neues. „Da sich Mr. Brett glücklicherweise der Nummer des Fahrscheines erinnerte,“ fuhr Winter fort, so fanden wir ihn bald in einem der Bureaus. Er war am Sloane Square ab gegeben worden und zwar unmittelbar nach dem Passieren des Zuges für Richmond." Wieder nickte Brett, ohne ein Wort zu äußern. Sein beharrliches Schweigen verdroß Winter, der ihm nun mit einer direkten Frage zu Leibe ging.„Auf diese Weise ist die Untersuchung auf einen bestimmten Punkt konzentriert, nicht wahr, Mr. Brett?“ „Ja,“ gab der Advokat einsilbig zu Winter faßte dieses Verhalten seines Rivalen als Neid auf und so fuhr er herablassend fort:„Der Billeteur erinnert sich ganz genau der Dame, da es selten vorkommt, daß ein Billet nach Richmond an dieser Station abgegeben wird. Sie schritt geradkswegs dem Square zu und von da aus haben wir ihre Spur verloren.“ „Wirklich?“ warf Brett lächelnd hin „Nun, es ist doch schon ein großer Erfolg. dies erfahren zu haben,“ entgegnete Winter nicht ohne eine gewisse Empfindlichkeit. „Gewiß. nickte Brett zustimmend.„Und um Zeit zu sparen. kann ich Ihnen berichten, daß Lady Delia in den Bahnhof zurückkehrte, nach etwa einer Viertenlstunde wieder auf den Platz hinausging und dort einem Zeitungsverkäufer, den sie fragte, wo das Raleighaus sei, sechs Pence für die Auskunft gab! „Gütiger Himmel, woher wissen Sie das alles?“ fuhr der Baron überrasch auf. „Ich erfuhr es auf sehr einsache Weise.“ lautete die Erklärung.„Als bis Mittwoch abend keine Nachricht von Lady Lyles Verwandten einlief fuhr ich vom Viktoriabahnhof ab, in der Absicht, auf jeder Station nachzufragen, um zu er gründen, wo die Dame den Zug verlassen hatte. Der erste Billetschaffner, den ich sprach, gab mir den gewünschten Auf schluß. Das übrige ergab sich von selbst aus den weiteren Nachforschungen.“ „Dann sind sie ja derjenige, den die Polizei sucht?“ platzte der Detektiv heraus „Nach der Beschreibung des Schaffners?" lachte Breit „Wohl möglich. Wollen Sie mir nicht freundlichst den Wortlaut des hinter mir erlassenen Steckbrieses angeben, Mr. Winter? Würde mich außerordentlich interessieren.“ Bevor der also Gehänselte antworten konnte, wandte sich Sir Charles zu Brett:„Weshalb haben Sie mich nicht früher von Ihren Ermittelungen in Kenntnis gesetzt, Neggie?“ Dieser zuckte die Achseln.„Wozu Sie damit quälen, Lyle? Was ich erfahren, ist doch nur erst das ABC unserer Untersuchung.“ Wir wissen noch immer nicht den Grund für das Verschwinden Ihrer Frau. Viktoriabahnhof, Sloane Square oder Richmond— das bleibt sich gleich. Ich meinerseits glaube bestimmt, daß sie nach Richmond wollte. Weshalb hätte sie sonst mir und dem Diener dieselben Angaben gemacht? Vielleicht ist sie auch wirklich nach Richmond gefahren.“ „Aber das Raleighaus?“ warf Winter ein.„Welche Bewandtnis hat es damit?" „Hm, hier könnten wir vielleicht einen Anhaltspunkt gewinnen. Nun ist zu bedenken, daß das Gebäude sechs Haupteingänge aber keine Portiers hat. Jede Nummer dieses Häuserkomplexes enthält zwölf Etagen— macht zusammen zweiundsiebzig, die sämtlich bewohnt sind. Das würde zweiundsiebzig gesonderte Erkundigungen über die zahlreichen Bewohner des Raleighhauses erfordern, nur um einen möglicherweise bestehenden Zusammenhang zwischen Lady Delia und einem derselben festzustellen. Sie kann sich dort fünf Minuten aufgehlaten haben, kann sich aber ebensogut noch dort befinden. Vorsichtshalber habe ich Maßregeln getroffen, mit genau über das Haus und seine Insassen zu orientieren.“ „Es scheint, daß Sie Scotland Yard für eine überflüssige Einrichtung halten, Mr. Brett.“ bemerkte Winter spitz. „O, durchaus nicht. Sobald ich den Schuldigen entdent habe, ist mir Scotland Yard von großem Nutzen.“ „Hören Sie, Reggie, und auch Se, Mr. Winter,“ siel hier der Baron ein,„ich bitte Sie dringend, mich von allen Ergebnissen Ihrer Untersuchungen in Kenntnis zu setzen. Der Gedanke an die Möglichkeit, den Schleier des Geheimnisses zu lüften, wird mich aufrecht erhalten. Versprechen Sie er mir also.“ „Selbstverständlich werde ich Ihren Wunsch erfüllen,“ entgegnete Bkett,„bereite Sie jedoch vor, daß Sie auf viele Enttäuschungen gefaßt sein müssen. Selbst ein so erfahrener Detektio wie Inspektor Winter wird zugeben, daß die Mißerfolge meistens überwiegen."„ (Fortsetzung folgt.) Brief Koiser Wilhelms an Lord Twecdmouth einging, stand zu erwarten: Der Brief sei ein privater, gleichzeitig auch ein politischer Brief. darum aber noch lange kein Regierungsakt. Jeder aufrichtige Freund freundschaftlicher Beziehungen Deutschlands zu England Enns ihn nach Form und Inhalt getrost unterschreiben. Durch nichts gerechtsertigt sei die Unter stellung, es bedeute das Schreiben einen Versuch des Kaisers zur Beeinflussung des englischen Marineministers in deutschem Sinne. Der Reichskanzler betonte gegenüber den unaufhörlichen Versucden, Deutschland aggressive Absichten gegenüber England anzudichten, zum so= und so vielten Male den rein defensiven Charakter des deutschen Flottenprogramms und bezeichnete es als ein Mittel zur allgemeinen Beruhigung der ganzon Welt, wollte die englische Publizistik aufhören,# r deutschen Gefahr zu sprechen. wiereng Die Festpredigt hält Eisenacher Bundes ist vom #igt hält GeneralsuperintenDie Weltreise des amerikanischen Geschwade Der Besuch der amerikanischen Flotte in Japan wird in den Kreisen der amerikanischen Marineoffiziere kei neswegs mit Befriedigung begrüßt. Sie erblicken darin nur eine wenig angenehme Pflicht, zu deren Erfüllung sie aus Gründen der hohen Politik gezwungen würden.— Japans Einladung sei aber einzig und allein eine Folge der Japau seindlichen Erörterungen, die man an den beasichtigten Besuch des amerikanischen Geschwaders in Australien geknüpft habe. Japan war nicht in der Lage, ein gegen Japan gerichtetes Verbrüderungsfest zwischen Amerika und der größten Kolonie Englands zu dulden ohne eine Gegendemonstration dagegen zu versuchen, und die einzige Art, wie das geschehen konnte, war er offizielle Erlaß einer Einladung an die Flotte Ame rikas zum Besuche Japans. Niemand könne glauben, daß Japan den Admiral Evans eingeladen hätte, wenn Australien nicht so begeistert darauf bestanden hätte, daß die amerikanische Armada Melbourne anlaufen sollte. Die amerikanische Regierung mache die größten Anstrengungen, um mit der großen Leistungsfähigkeit der amerikanischen Flotte Eindruck auf Japan zu machen. Roosevelt selbst glaube, daß Evans ein amerikauischer Friedensbote sein würde, wenn er die Japaner nachhaltig von der gegen wärtigen Schlagsertigkeit der Flotte überzeugen könnte. Es sei auch wahrscheinlich, daß Evans' Flotte noch um eine Anzahl Kriegsschiffe verstärkt werden wird, ehe er seine Reise über den Stillen Ozean antritt, und zwar auch aus dem Grunde, um einen stärkeren Eindruck auf die Japauer zu machen. Die Schiffe werden den Japanern zur Besichttgung freigegeben werden und Togo, sowie andere hohe Marineoffiziere sollen eingeladen werden, die Fahrzeuge genau in Augenschein zu nehmen. Von der Besichtigung ausgeschlossen sollen nur einige wenige Teile sein, zu denen zum Beispiel das neue Jeuerkontrollsustem ge hört.— Roosevelt hat sich noch nicht darüber geäußert, ob die Flotte die vorliegenden Einladungen zum Besuch europäischer Häfen annehmen soll, außer wenn dies durch das Bedürfnis nach neuem Brennmaterial erforderlich sein sollte. Frankreich hat die Flotte eingeladen, Cherbourg oder Le Havre anzulausen. Aber, sollte dieser Einladung Folge geleistet werden, dann müßten auch die Einladungen Deutschlands, Englands und Italiens angenommen werden. Die Flotte müßte dann in Europa einige Wochen länger verweilen, als ursprünglich in der Fahrordnung vorgesehen war. Es ist bekannt, daß Roosevelt wünscht, daß mit der gegenwärtigen Kreuzfahrt ein bis her unerreichter Rekord ausgestellt wird, und aus dem Grunde ist es wohl möglich, daß die Flotte einige offizielle Besuche in Europa abstattet, falls nicht dringende Gründe eintreten, die ihre rasche Heimkehr fordern. Arbeitsmarkt. Das vom Kaiserlich Statistischen Amte, Abteilung für Arbeiterstatistik, herausgegebene„Reichsarbeitsblatt“ verIffentlicht folgende Betrachtung über den Arbeitsmarkt im Februar dieses Jahres: „Die Gestaltung der Arbeitslage im Monat Februar war keine einheitliche. Auf der einen Seite zeigte sich, zumal in Teilen der Großzindustrie, eine weitere Tendenz zur Verschlechterung, auf der anderen Seit. bringt der Februar regelmäßig beretts einen gewissen Aufschwung der geschäftlichen Tätigkeit, der mit dem Beginn der Bautätigkeit und der Saison in einer Reihe von Gewerben(Konfektion, Buchdruck und anderen) zusammenhängt. Ungünstig wirkte, daß im Februar auch er rheinisch=westfälische Steinkohlenbergbau anfing, in der Beschäftigung nachzulassen. Durch das Ausblasen von Hochöfen im rheinisch=westsältschen Industriegebiet und eine gewisse Einschränkung der Produktion der Eisen= und Stahlindustrie ging der Absatz von Industriekohle erheblich zurück, und da auch der Hausbrand der milden Witterung und hohen Preise wegen keinen starken Absatz zeigte, trat ein gewisses Nachlassen ein, was zum Teil zu Feierschichten führte. Der Braunkohlenbergbau war gut beschäftigt. In den Eisenwerken und den Halbfabrikate herstellenden Werken hat sich gegen den Monat Januar die Beschäftigung wenig verändert, jedenfalls aber nicht gebessert. In den meisten Zweigen der Maschinenindustrie war der Geschäftsgar noch genugeno, wenn er naturgemäß auch hinter dem Vorjahr, das ein Jahr der Hochkonjunktur war, zurückstand. Die elektrische Industrie hatte bisher auch genügende Aufträge, und ebenso ist in der chemischen Industrie ein Nachlassen der Geschäftstätigkeit im allgemeinen nicht zu bemerken. In der Textilindustrie sind es besonders nord= und ostdeutsche Webereien, die über stille Arbeitslage berichten, wogegen ein großer Teil der süddeutschen Webereien noch infolg: früherer Auftkäge vollauf beschäftigt ist. Im Baugewerbe setzte infolge der milden Witterung die Bautätigkeit frübzeitig wieder ein, und, wie insbesondere die Berichte der Arbeitsnachweise erkennen lassen, milderte das die Lage des Arbeitsmarktes. Andererseits wirkte die Unsicherheit über den Abschluß der Tarifverträge im Baugewerbe und in der Holzindustrie und die Möglichkeit bevorstehender größerer Arbeitskämpfe in diesen Gewerben im Sinne einer Zurückhaltung. Die Konfektion hatte im Februar, wie alljährlich in den meisten Branchen genügend zu tun, ebento waren die Verhältnisse im Buchdruckgewerbe normal. Richt befriedigeno war die Arbeitslage in der Spielwarenindustrie und in einem Teil des Braugewerbes. In er Binnenschiffahrt gestalteten sich die Verhältnisse der Elbeschiffahrt ziemlich ungünstio“ Politische Uebersicht. Deutsches Reich. * Detmold, 25. März 1903. — Der Kaiser und die Kaiserin, Prinz August Wilhelm und Prinzessin Viktoria Luise sind gestern vormittag 10 Uhr ab Anhalter Bahnhof mit Sonderzug nach Venedig gefahren. Jur Verabschiedung hatten sich eingefunden der Kronprinz, Prinz Eitel Friedrich u. Gemahlin, Reichskanzler Fürst Bülow und Oberhofmarschall Graf zu Eulenburg. — Eine allgemeine studentische Gedenkseier zur 10. Wiederkehr des Todestages von Bismarck(30. Juli) wird von den Korporationen der Berliner Universität vorbereitet. In sicht genommen ist ein Fackelzug der gesamten Studentenschaft am Bismarckdenkmal vorüber. Dieser Kundgebung soll eine Gedenkrede vorausgehen, für welche ein hervorragender Redner gewonnen werden soll, während am Denkmal selbst ein Student sich in kurzer Ansprache an die Komlitonen wenden wird. Es ist bereits ein aus 20 Mitgliedern bestehender Ausschuß gewählt. Die Korvorationen, Ausschüsse und Studierenden aller Berliner Hochschulen sollen zur Teilnahme an dem Fackelzug aufgefordert werden. — Zum Kampf gege: Simon Copper. Von der Expedition gegen Simon Co.wer aus Deutsch=Südwestafrit: wird weiter amtlich gemeldet: Die Werst Simon Coppers wurde dadurch ausgefunden, daß man der Spur der Bande folgte, die am 8. März die deutsche Patreuille am Auob Überfallen hatte. In dem Gesecht am 16. März stand der ganze Orlog Simon Copper's und Lambert's mit über 200 Mann und mehr als 100 Gewehren unserm Kamelreiterkorps gegenüber. Der Gegner verlor auch zwei Großleute, darunter den Bruder Simon Copper's. Die großen Anstrengungen und Entbehrungen und der sehr geschwächzte Zustand der Kamele, sowie Mangel an Wasser verboten eine weitergehende Verfolgung; auch machte sich die Nühe der englischen Grenze hindernd geltend. — In Frankfurt a. M. beschlossen die dort versammelten Arbeiterdelegierten die Einberufung eines libe ralen Arbeitertages für Südwestdeutschland. — Die k. Kon 9. bis 11. Juni. dent Zöllner aus Münster. Vorträge haben u. a. Pastor von Bodelschwingh, Liz. Weber=M.=Gladbach, und Viz. Mumm angemeldet. — Der Forstetat im bayerischen Landtage. In Ab geordnetenkreisen wird der diesmaligen Beratung des Forstetats mit ganz besonderem Interesse entgegengesehen. Ein Antrag des Grasen Törring geht dahin, die Holznutzungen aus den bayerischen Staatswaldungen jähr lich um einen Geldbetrag von 20 Millionen Mark zu erböben. Man hofft damit die verschiedensten Wünsche, namentlich der Beamten, Bediensteten, Geistlichen und Lehrer zu befriedigen und dadurch eine sonst wohl unabweisliche Steuererhöhung abwenden zu können. — Staatliche Unterstützung von Kleinbahnen. In der dem preußischen Abgeordnetenhause zugegangenen Sekun därbahnvorlage werden wiederum wie in den Jahren vorher fünf Millionen Mark zur Verstärkung des Kleinbahnunterstützungsfonds gefordert. Zur Begründung dieser Forderung wird in der Denkschrift gesagt: „Zur Unterstützung des Baues von Kleinbahnen sind durch verschiedene Gesetze, zuletzt durch das Gesetz vom 29. Mai 1907, insgesamt 94000 000 M bereitgestellt. Der gegenwärtige Stand dieses Fonds ist folgender: Die bewilligten Staatsunterstützungen belaufen sich auf 83 720087 M die nur in Aussicht gestellten auf 3015 725 M beantragt sind an Beihilfen noch 6842 500 M zusammen 93578 312 M Der Kleinbahnunterstützungssonds würde hiernach zwar zur Deckung der in Aussicht gestellten und der in zahlenmäßig bestimmter Höhe beantragten Beihilfen mit (3015 725+ 6842 500=) 9 858 225 A ausreichen, aber höchst wahrscheinlich nicht zulänglich sein, um die in 27 weiteren Fällen zu gewärtigenden Wünsche nach Unterstützung von Kleinbahnen zu befriedigen. Es wird deshalb eine Verstärkung des Kleinbahnunterstützungsfonds von 5000000 M beantragt.“ Ein Berliner Blatt meint, daß der Betrag von fünf Millionen Mark verhältnismäßig ziemlich gering ist. Das Kleinbahnwesen= ist in vielen preußischen Provinzen noch lange nicht so ausgebildet, wie es sein sollte und sein könnte. Während der sächsische Staat die Kleinbahnen selbst gebaut hat und baut, während dort beinahe jedes Tal, jedes Tälchen, jedes Städtchen u. jedes Dorf seine Staatseisenbahn hat, überläßt der preußische Staat den Bau von Kleinbahnen den Provinzen, den Kreisen und den Privatpersonen. Das mag bei der Ausdehnung des preußischen Staates zweckmäßig und notwendig sein. — Forst= und Feldstrafgesetz in Sachsen. Der Ersten Kammer des sächsischen Landtages ist der Entwurf eines Forst= und Feldstrafgesetzbuches zugegangen. Die Deputation der Kammer, die sich mit der Vorbereitung des Entwurfes beschäftigt und jetzt über ihre Verhandlungen Bericht erstattet hat, schlägt eine erhebliche Abänderung vor. Im Entwurfe war nur verboten das Betreten des Ackers, der zum Zwecke der Bestellung unter den Pflug gebracht worden ist, ferner eine Schonung, die als solche kenntlich ist, eines Parkes außerhalb der gebahnten Wege und selbstverständlich das unbesugte Eindringen in eingezännte und eingefriedigte Gärten, Felder und Wälder. Die Deputation der Ersten Kammer schlägt vor, außerdem mit Geldstrase bis zu 30 A oder mit Haft bis zu einer Woche zu bestrafen: 1., wer, abgesehen von den Fällen des§ 123 des Strafgesetzbuches und des§ 18 dieses Gesetzes, ein Grundstück dem Verbote des Berechtigten zuwider betritt, oder wenn er ohne Besugnis darauf verweilt, auf die Aufsorderung des Berechtigten nicht verläßt,— 2., wer unbesugt fremde, auf einem Felde oder in einem Walde zurückgelassene Acker=, Ernte=, Kultur= oder Wegebangeräte gebraucht. — Gegen staatliche Zuschüsse an die Kirche. Der sozial demokratische Abgeordnete Ulrich hatte in der Zweiten Kammer des bessischen Landtages einen Antrag auf Verweigerung weiterer staatlicher Zuschüsse an die Religionsgemeinschaften eingebracht. Bei der Beratung des Antrages im Plenum des Landiages erklärte Minister Braun, der Antrag sei völlig undiskutabel. Er wurde denn auch mit allen gegen die Stimmen der Sozialdemokraten abgelehnt. — Erhöhung der Steuer auf Wanderlager. Die Land tagsabgeordneten Dr. Frenay und Moltbau haben in der zweiten bessischen Kammer den Antrag eingebracht, die Re gierung möge eine Gesetzesvorlage unterbreiten, durch die das Gesetz betr. die Besteuerung des Gewerbebetriebes im Umherziehen dahin geandert wird, daß der für Wanderlager bestimmte Steuersatz wesentlich erhöht und die eingehende Steuer ganz oder zum überwiegenden Teil den Gemeinden überwiesen wird. — Pia Monica im sächsischen Königshause. Die Prinzessin Anna von Sachsen, früher Pia Monica genannt wird, wie ein Telegramm aus Dresden meldet, in der zweiten Aprilwoche nach der Rückkehr des Königs von seiner Südlandreise in der Königsfamilie in Dresden desinitiv Aufnahme finden. — Ein Komitee zur Förderung der deutsch=französischen Annäherung. In einer Konferenz, die im Landeshause der Provinz Brandenburg stattfand, wurde die desinitive Konstituterung eines bereits in den Monaten Februar, Mai und Oktober vorigen Jahres vorbereiteten Komitees zur Förderung der deutsch=französischen Annäherung vollzogen. Es wird eine den allgemeinen Interessen beider Nationen dienende Entente angestrebt, die insbesondere nähere Beziehungen auf wissenschaftlichem, künstlerischem, kolonialem und sportlichem, wie überhaupt auf kulturellem Gebiete herbeiführen soll. Zu diesem Zwecke sind Vorträge hervorragender Parlamentarier, Kolonialmänner, Gelehrter, Künstler und Techniker usw. in Deutschland und Frankreich in Aussicht genommen. Auch sollen Zusammenkünfte und Studienreisen von Parlamentariern, Journalisten, gelehrten Körperschaften usw. nach Frankreich und Deutschland arrangiert resp. unterstützt werden, um so die führenden Kräfte beider Nationen einander näher zu bringen. Dem Komitee gehören u. a. an: Der Präsident des preußischen Herrenbauses Exzellenz Freiherr von Manteufsel, der erste Vizepräsident des deutchen Reichstages, Geheimer Rat Professor Dr. Paasche, der Staatsminister Wirkliche Geheime Rat Exzellenz Dr. Hentig, der General der Infanterie Exzellenz von Fetter, General Exzellenz von Dincklage=Campe, der Präsident der Berliner Handelskammer Geheimer Kommerzienrat Wilh. Herz, der Präsident der Königlichen Akademie der Künste Prosessor Arthur Kampf, Generalmajor von Loebell, Generalleutnant Exzellenz von Schubert, Generaldirektor Dr. Wiegand vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, die Reichstagsabgeordneten Albert Traeger und Neumann=Hoser, die Direktoren der Deutschen Bank Generalkonsul Rudolph Koch und Direktor Steinthal, der Direktor der Preußischen Pfandbriefbank Kommerzienrat Dannenbaum, Johannes Graf von Francken=Sierstorpff, Kammerherr Landrat von Roell, Geheimer Kommerzienrat Amil Jacob, Geheimer Rat Rene. Geheimer Kommerzienrat Lingner=Dresden, Siegfried Karo=Berlin, Aug Stein=Berlin, die Rittergutsbesitzer H. von Borcke=Wolstow bei Stargardt und Max von Hiller, Geheimer Medizinalrat Professor Dr. Adolph Baginsko. Professor Dr. Boas, Generalkonsul Kommerzien= rat Max Born, Kommerzienrat Goldschmidt=Berlin, Rudolph Hertzog(1. F. Rudolf Hertzog), Felix Simon, Konsul Abel und Georg Brock=Stettin. England. London, 24. März. Einer Blättermeldung aus Kent zufolge, ist dort der Herzog von Devonshire gestorben. Wie vorauszusehen war, hat die chinesische Regierung nach dem Vorgange Japans durch ihren Geandten in Washington dem Staatsdepartement eine Einladung übermitteln lassen, daß das Atlantische Geschwader bei seiner Rückfahrt nach Newyork auch einen chinesischen Hasen anlausen möge. Die Annahme der Einladung ist so gut wie sicher. Der Vizekönig von Ranking ist vom Tsungli=Yamen bereits angewiesen worden, sich auf den Besuch der amerikanischen Schiffe in den chinesischen Gewässern vorzuberetten. Tages=Neuigkeiten. ###is, 23. März. Der Onkel des Marschalls Launes, der Herzog von Montebello, richtet in der„Autoritee“ an Clemenceau einen offenen Brief, in dem er das Recht verlangt, die Asche seines Großvaters aus dem Pantheon entsernen zu dürfen. Die sterblichen Reste des Siegers von Eßling könnten nicht neben denen Emile Zolas ruhen, der die Armee beschimpft habe. Santiago de Chile, 24. März. In Batuco ist gestern abend eine Pulverfabrik in die Luft geflogen. Es heißt daß mehrere Dörfer zerstört worden seien. Auch soll eine Anzahl Menschen das Leben verloren haben Der Verlust wird auf drei Millionen Pesos geschätzt. Epilog zur Schülertragsdie. Dem Druck der öffentlichen Meinung nachgebend, hat die Behörde jetzt endlich den Lehrer Faubel vom Sophien=Realgymnasium aus Berlin, dein ein Verschulden an dem Selbstmord des Schülers Matthias zum Vorwurf gemacht wird, vom Dienste dispensiert. Faubel wird den Unterricht im Sophien=Realgymnasium nicht wieder aufnehmen. Selbstmordversuch einer Berliner Schriftstellerin. Auf der Chaussee nach Bahrenfeld brach nach einem Telegramm aus Hamburg eine gut gekleidete Dame zusammen, die, wie sich später herausstellte, mit der Berliner Schriftstellerin Käthe Kamper identisch ist. Die Dame hatte offenbar in selbstmörderischer Absicht Cholralhydrat zu sich genommen. Im Krankenhaus hat die Lebensmüde das Bewußtsein noch nicht wiedererlangt. Zum Friedberg=Krach. In Sachen Friedberg=Bohn ist Rechtsanwalt Dr. Hugo Caro seit seiner Haftentlassung nicht mehr vernommen worden. Rechtsanwalt Caro hat auch bisher einen Verteidiger nicht angenommen. Es ist noch fraglich, ob es überhaupt zur Eröffnung des Hauptverfahrens gegen ihn kommen wird. Das Verfahren gegen„Direktor“ Bohn wird gesondert betrieben, da nur so eine Vernehmung Caros als Zeuge zu ermöglichen ist. Die Genickstarre in Süddeutschland. Die Genickstarre, die bisher hauptsächlich im Ruhrrevier ihre Opfer jorderte, ist jetzt einem Telegramm aus Würzburg zufolge im 11. Feldartillerieregiment in Würzburg aufgetreten. Bisher sind zwei Fälle festgestellt. Die Wiederherstellungsarbeiten am Kölner Dom sollen nun in großem Maßstabe aufgenommen werden. Es werden sehr umfangreiche Gerüste gebaut. Die Renovierungsarbeiten werden mehrere Jahre Jauern. Mordanschlag gegen einen Arzt. Ueber einen mysteriösen Mordanschlag, der gegen einen Charlottenburger Arzt verübt wurde, wird berichtet: Als vormittags um 8½ Uhr der in der Grolmanstraße 14 zu Charloskenburg wohnende praktische Arzt Dr. Alfred Marcuse die Tür vom Sprechzimmer in den Warteraum öffnete, gab ein junger, 19 Jahre alter Mann Namens Freisleben drei Schüsse auf den Arzt ab Die Kugeln verletzten Dr. Marcuse an der linken Brust, am Oberarm und am leinen Finger der linken Hand. Der Getroffene flüchtete, verfolgt von dem Angreiser, in sein Studier zimmer, dessen Tür er sofort hinter sich schloß. Der Verfolger gab noch zwei Schüsse auf die Tür ab. Als die Wirtschafterin auf das Geschrei des Arztes erschien, flüchtete Freisleben unter Zurücklassung von Hut und Mantel auf die Straße, wo er von dem Hofschlächtermeister Hübner und seinen Gesellen festgehalten wülde. Der Verbrecher wurde zur Wache gebracht. Anscheinend handelt es sich um d. Tat eines Geisteskranken. Dr. Marcuse hatte die Eltern Freislebens behandelt, die beide im Irrenhaus gestorben sind. Ein unglückliches Krastwagen=Neunen in Kairo schildert die„Voss. Ztg.“ noch einmal eingehend wie folgt: Die Hauptgäste auf der Tribüne waren der Khedive und der Herzog von Connaught. Als das erste Automobil, das des Italieners Martino Bey, an den Zuschauern vorbeiraste, fiel ein Kissen heraus, mitten auf die Bahn. Da will man nun deutlich gehört haben, wie einer der überwachenden Polizeioffiziere einem vor ihm stehenden Polizisten zurief:„Jalla, schielha! Vorwärts! heb's auf!". Der arme Polizist stürzte gehorsam vorwärts, obgleich die Menge rief:„Am Gottes willen, bleib zurück, sonst bist du des Todes!“ Schon hatte er das Kissen erreicht und wollte sich danach bücken, als der Kraftwagen unsres Alexandriner Landsmannes Hugo Fenderl, unter Führung von dessen Sohn, in einer Schnelligkeit von etwa 90 Kilometer die Stunde heranraste und den Polizisten hoch in die Luft schleuderte, so daß er sich überschlug und mit gebrochenem Rückgrat zur Erde stürzte. Der Tod muß sofort erfolgt sein. Der Chauffeur, starr vor Schrecken beim Anblick des Menschen vor seiner Maschine, machte noch im letzten Augenblick eine kramphafte Anstrengung, durch Drehung des Steuers nach rechts hin den Zusammenprall zu vermeiden. Es gelang ihm nicht; wohl aber sauste jetzt das Automobil mit voller Kraft in die an der Straße stehende Menscheimenge hinein. Ein Augenblick unbeschreiblicher Erregung folgte: der Khedive, der mit seinem Gast und Gefolge auf der Tribüne zur Linken saß sprang von seinem Sitze auf und rang verzweifelt die Hände, sein Verwandter, der Prinz Aziz, der für die angeblich sehr schlechte Anordnung des Rennens und die mangelhaften Sicherheitsvorkehrungen verantwortlich gemacht, schaute starr und sprachlos der furchtbaren Szene zu, wie der schwere Wagen die Menschen unter sich niederwarf, bevor es dem Führer gelang, ihn zum Stehen zu bringen. Schon war der Boden mit Verwundeten übersät. Der erste, der zu ihrer Hilfe heraneilte, war unser Landsmann Dr. Amster. unterstützt von den bereitstehenden Zöglingen der hies. Polszeischule. Inzwischen hatte sich die Menge der Zuschauer, ohne an weitere Gefahr zu denken, mitten auf die Bahn gedrängt, schreiend und jammernd, während man schon wieder weitere Automobile heransausen hörte. Da ergriff einer der Offiziere. Major Jarvis. eine Flagge und galoppierte den herankommenden entgegen, indem er ihnen mit der Flagge das Zeichen zum Halten gab. Es war die höchste Zeit; der erste Wagen hielt wenige Schritte vor der Menschenmenge. Ohne die Geistesgegenwart des Offiziers läßt sich nicht absehen, was geschehen wäre. So hat das Unglück drei Tote und etwa 20 Verwundete gefordert. Hundert Brandstiftungen in vier Wochen. Im Lause des Montags wurden von den Brandstiftern nicht weniger als 5 Brände in Berlin angelegt. In den letzten 48 Stunden wurden zusammen acht Brände von verbrecherischer Hand angelegt. Die Zahl der überhaupt in Groß=Berlin in den letzten vier Wochen angelegten Dachstuhlbrände beträgt jetzt über 100. Stadt und Land. Detmold, 25. März. * Hofnachricht. Seine Durchlaucht der Fürst haben gestern abend mit dem Zuge 10,52 Uhr. in Begleitung des Hofmarschalls Grafen Rittberg, seine Reise nach dem Süden angetreten. * Hofmarschallamt. Während der Abwesenheit des Hofmarschalls Graf Rittberg führt Hofstallmeister von Schönfeldt die Geschäfte des Hofmarschallamtes. * Militärisches. Am 1. April d. J. gelangen beim 3. Bataillon des Ins.=Regts. Nr. 55 46 Volksschullehre: zur Ableistung ihrer einjähkigen aktiven Dienstzeit zur Einstellung * Militärisches. Befördert Freisen(Bielefeld) Leutnant der Reserve des Inf.=Regts. Nr. 68 zum Oberleutnant. Engels, (Bielefeld) Leutnant der Landwehr=Insanterie 2. Aufgebots zum Oberleuknant. Oberstleutnant v. Morgen, beim Stabe des Füsilier=Regts. Nr. 39, der vor kurzem als der Nachfolger des Obersten v. Winterberger genannt ist, ist unter Besörderung zum Oberst zum Kommandeur des Ins.=Regts. Nr. 15 enannt. Major z. D. Trebst, Bezirksoffizier beim Landwehrbezirk Bieleseld, der, wie wir schon meldeten, auf sein Gesuch mit der Erlaubnis zum Tragen der Uniform des Ins.=Regts. Nr. 70 von der Dienstleistung enthoben worden ist, wurde der Kronen Orden 3. Klasse verliehen. Die Oberleutnants Koeppen und Petri im Insanterie=Regiment Nr. 15 sind vom 1. April d. Jo. ab auf ein ferneres Jahr zur Dienstleistung beim Großen Generalstabe kommandiert.— Oberleutnant Settemaier im Infanterie=Regiment Nr. 15 ist für das Sommerhalbjahr als Aufsichtsoffizter beim Zielausbau zum Truppenübungsplatz Senne kommandiert. ### Ferlonalten. Rechtskandidat Karl Tracht aus Brake ist zum Reserendar ernaunt worden. ##er Personalien. Rebenlehrer A. Räter in Kohlstädt ist als Nebenlehrer an die Schule in Schlangen erusen worden. E5 sind hernsen worden die aus dem exesdienst in den Volksschuldienst zurücktretenden Neals Nebenlehrer an die Schule in Kohlstädt, G. Reineke als Nebenlehrer an die Schule in Schule in Per#mar. V. Bletmeier als Rebenlehrer an die * T u r n e r i s c h e s. D a s P r o b e w e t t u r n e n d e r W e t t u r n e r d e s Turnkreises Za(Westfalen und Lippe) auf dem elften deutschin Turnfest in Frankfurt findet am Sonntag, 28. Juni, in Dortmund am Fredenbaum statt. Beginn vormittags 9 Uhr. Sämtliche Wetturner müssen an dem Probewetturnen teilnehmen.— Die volkstümlichen Uebungen für das 11. deutsche Turnfest werden am 21. Mai d. J. veröffentlicht. Die übungen für das Gerätturnen erschienen am 4. Juni.— Das diesjährige Zusammenturnen der Leiter und Leiterinnen von Frauenabteilungen im Turnkreise sa findet am Sonntag, 14. Juni, in Hagen in der neuen Mädchenschule statt. * Von der Weser. Die Oberweser=Personen=Damptschifffahrts=Gesellschaft Münden=Hameln wird die Personentarise auf der ganzen Strecke Münden=Hameln nicht unerheblich herabmindern. und zwar nicht sowohl für die einfache, als auch für Hin= und Rückfahrt. Dabei wird der Fahrkartensteuerzuschlag gleich mit In die Preise übernommen. * J ü n g l i n g s v e r e i n. U n s e r e m B e r i c h t ü b e r d a s 3 1. J a h r e s fest ist aus dem Jahresbericht, den Herr Pastor Werdelmann bekannt gab, noch folgendes hinzuzufügen: Das verflossene Vereinsjahr steht im Zeichen zahlreicher Neneinrichtungen. Ervzähnt sei nur die feste Anstellung eines Vereinsleiters, die infolge der bedeutenden Entwickelung des Vereins notwendig geworden war. In Herrn Reichhard hat der Verein eine sehr passende Persönlichkeit gefunden, die treu und unermüdlich ihres schweren Amtes gewaltet hat. Sodann ist der„Monatliche Anzeiger für Jünglingsvereine“ den Vereinsmitgliedern zum Abonnement empfohlen und wird auch schon vielfach gelesen. Weiter ist eine Soldaten=Abteilung dem Verein angegliedert, um auch den hier dienenden Soldaten Gelegenheit zu geben, christliche Geselligkeit und Erbauung Fflegen zu können. Eine andere neue Einrichtung ist die Arbeit des Vereins auf dem Gebiete des Weißen Kreuzes. Dieses bekämpft bekanntlich die Unsittlichkeit. Am 10. November v. J. wurde im Verein ein auf dieses Thema bezüglicher Vortrag gehalten. Neu eingerichtet ist auch noch im Verein eine Verkaufestelle für Schriften aus dem Verlage des Westdeutschen Schriftenverlags. Die Werbearbeit hat der Verein ebenfalls recht eifrig betrieben und gute Erfolge damit erzielt. Nicht nur in Detmold, sondern auch außerhalb sind neue Mitglieder Hinzugekommen. Vier Zweigvereine wurden gegründet und zwar in Heidenoldendorf. Hiddesen, Vahlhausen und Nemmighausen. In Detmold wird die Werbearbeit dem Verein sehr erleichtert durch das Entgegenkommen des Magistrats, welcher dem Verein die Adresse, von allen hinzuziehenden jungen Männern übermittelt, diese werden dann aufgesucht, und vielfach für den Verein gewonnen. Der Jugendabteilung wird seitens des Vereins besondere Pflege gewidmet, sie entwickelt sich auch gern ihre Zahl ist von 30 auf 85 gestiegen. Redner erwähnt dann noch als besonderes Ereignis das 25jährige Jubelfeier des Bundes der Jünglingsvereine vom 13.—16. September.— Das finanzielle Ergebnis des Vereinszahres ist einigermaßen befriedigend, doch ist es nöttg, daß die Einrichtungen des Vereinshauses noch fleißiger benutzt werden. Bemerkt sei auch noch, daß der Redner anführte, die Räumlichkeiten seien für all die verschiedenen Abteilungen des Vereins nicht mehr ausreichend. Seinen Bericht schloß Herr Pastor Werdelmann mit der Versicherung, daß der Verein froh und hoffnungsvoll in die Zukunft sehen könne. * Einen schweren Verlust erlitt hier vor einigen Tagen ein durchreisender Kaufmann. Auf seiner Weiterreise nach Horn verendeten ihm nämlich seine beiden Pferde, die er erst vor kurzem gekauft hatte.— Ein ähnlicher Unfallist auch Herrn L. Bussemeier in Lemgo passiert. Nach dem Aufenthalte in einem Kruge auf dem Lande erkrankten 2 Pferde plötzlich und das eine ist inzwischen verendet. * F ü r s t l i c h e s T h e a t e r. D o n n e r s t a g g e l a n g t d a s reizende Lustspiel„Als ich wiederkam“ die Fortsetzung von„Im weiken Röß'l“ zur Aufführung und in Hauptrollen sind die Damen: Ziebe, Maurice, Schmidt=Dietz, Lütgert und die Herren: Schlüter, Römer, Bruchwitz, Dietz und Zwingenburg beschäftigt. Herr Schlüter führt die Spielleitung. Das liebenswürdige Werk ist hier seit langer Zeit nicht mehr gegeben worden. Für Freitag ist Mozarts herrliche Opee „Jauberflöte“ angesetzt. Bei der Erstaufführung des prächtigen musikalischer Werkes am 12. Februar könnten viele keinen Platz mehk bekommen und wir zweifeln nicht, daß auch die Wiederholung guten Besuch bringen wird.— In nächster Vorbereitung befindet sich Richard Wagners große romantische Oper„Tannhäuser“. * Bildungsverein. Die für morgen Donnerstag vorgesehene Geschäftsversammlung ist um eine Woche verschoben worden. Sie findet am Donnerstag den 2. April statt: wir kommen darauf noch zurück. * Bandel=Konzert des Männergesangvereins Frohsinn. Das dem Bandel=Komitee vor einiger Zeit in Aussicht gestellte Konzert findet, nachdem d. Vorarbeiten nunmehr erledigt sind, voraussichtlich am Donnerstag, den 30. April d. J. statt. Se. Durchlaucht der Fürst hat dem Verein d. Fürstliche Hoftheater wiederum bereitwilligst zur Verfügung gestellt. Alles Nähere werden wir in den nächsten Tagen an dieser Stelle bringen. * V e r b a n d k a t h o l i s c h e r M ä n n e r v e r e i n e. A m S o n n t a g tagte in Herford unter dem Vorsitze des Verbandsprüses Dr. Wrm=Hausberge die Delegietrenversammlung des Verbandes der katholischen Männervereine von Minden=Ravensberg= Lippe. Es stand zur Beratung die Deckung des Deflzits vom vorigen Verbandsfeste in Salzuflen. das teils von den Vereinen, teils auf die Verbandskasse übernommen werden oll. Die Festlegung des diesjährigen Festes konnte nicht bewirkt werden, da der in Aussicht genommene Verein Herford infolge Stellenwechsels seines Präses, Paplans Riehaus, sich nicht endgültig verpflichtete. Im ablehnenden Falle soll Minden übernehmen. Als Tag gilt wieder Christi Himmelfahrt. * Von der Feuerwehr. Der Fürst hat den nachstehend verzeichneten Personen das Feuerwehrdienst=Ehrenzeichen verliehen: dem Zugführer Lohgerbereibesitzer vermann Köhne in Lemgo, dem Zugführer Schuhmacher heinrich Strunk daselbst, dem Zugführer Sattler Fritz Koch daselbst, dem Hauptmann der freiwilligen Feuerwehr Oberwächter Johannes Müller in Salzuflen, dem Zugührer Maurer Heinrich Brakhage daselbst, dem Zugführer Aufseher Karl Hagemann daselbst, dem Schriftführer Kaufmann Eduard Capelle in Horn, dem Zugführer Tischlermeister Simon Roog daselbst, dem Spritzenmeister Landwirt Fr. Heithecker daselbst, dem Wachmannschaftsführer Schuhmachermeister August Höfselmann daselbst, dem Spritzenmeister Schlossermeister Christian Steinmeier daelbst, dem Steigerzugführer Tischler Karl Tappe in Blomberg. dem Brandmeister Schmiedemeister Fritz Lüdeking in Barntrup, dem Spritzenführer Schmiedemeister Heinrich Sundermann daselbst, dem Spritzenführer Landwirt Heinrich Uhmeier daselbst, dem stellvertretenden Hauptmann der reiwilligen Feuerwehr Sattlermeister August Göke in Schlagen, dem Brandmeister Arbeiter Heinrich Kanne in Kohlstädt, dem Brandmeister Fabrikant Dietrich Wendiggensen in Heiligenkirchen, dem Brandmeister Gastwirt August Willer in Pivitsheide, dem Brandmeister Zimmermeister Wilhelm Diekmann in Hörstmar, dem Brandmetter Gastwirt Fritz Poppe in Haustenbeck, dem Zugführer Landwirt Heinrich Siek in Großenmarpe, dem Brandmetter Landwirt Wilhelm Möller daselbst, dem Brandmeister Schmiedemeister Adolf Winter in Donop, dem Brandmeiter Zimmermeister Wilhelm Schäser sen in Belle, dem Zugführer Maurer Karl Holste in Billerbeck, dem Zugührer Schmiedemeister Christian Blanke daselbst, dem Brandmeister Gastwirt Wilhelm Beckmeier in Schieder, dem Zugführer Drechsler Karl Plöger daseibst, dem stellvertretenden Brandmeister Schmiedemeister Wilhelm Witte In Wöbbel, dem Zugführer Zimmermeister Ernst Biedt in Herrentrup, dem Brandmeister Zimmermeister Heinrich Letzmann in Brakelsiek, dem Brandmeister Zimmermann Christian Kiel in Wörderfeld, dem Brandmeister Landwirt Fritz Müller in Rischenau, dem Brandmeister Landwirt August Ridderbusch in Lüerdissen, dem B'ondmeister Klempner August Frohne in Hobenhausen, dem Brandmeister Schuhmacher August Eßmann in Bavenhausen, dem Spritzenführer Landwirt Heinrich Dierksmeier in Sonne born, dem Brandmeister Laudwirt Adolf Stölting in Kachtenhausen, dem Brandmettzter Zimmermeister August Riemeier in Reven, dem Grandmeiter Seiler Heinrich Alers 1 Püp eere. Alichen Landwerkerbunbe in Lemge in die Erlaubnis erteilt worden, gelegentlich der im Jahre 1908 in Lemgo stattfindenden allgemeinen Gewerbeausstellung eine Ausspielung gewerblicher Erzeugnisse zu veranstalten und zu diesem Zwecke 17(00 Lose zu je 1 A zu vertreiben. * K o n k u r s v e r f a h r e n. U e b e r d a s V e r m ö g e n d e s U h r macers Mar Courad zu Detmold, Inhaber der Firma Carl Plöger Nachs. Mar Conrad daselbst, ist am 23. März 1908, nachmittags 6 Uhr, das Konkursversahren eröffnet. Der Kaufmann Ernst Brockmann in Detmold ist zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 23. April 1908 bei dem Gerichte anzumelden. em Hiddesen, 25. Marz. meister Auaust Stemme hurs. Punkte auf der Tagesordnung Bestrebunges diches überaus rührigen## ihm angehören wollen, können z. Versa mmlung durch VereinsMärz. Die Landeschaussee bis auf Das Empaar Schläcte u ee Se##.#. glch. feiert morgen, Donners tag, din 26. März, das Fest der silbernen Hochzeit. Wir gratulieren! * Salzuflen, 25. März.(Vom Bade.) Das neue sechzigzellige Badehaus ist jetzt unter Dach gebracht u. bedarf nur mehr der inneren Einrichtung. Die Stärke und Wärmegrade des Leopold=Thermalsprudels haben sich in unverminderter Weise gehalten; die neue Bohrung repräsentiert damit einen Gehalt, der mit Nauheim alle deutschen Thermen weit überflügelt und auch genannte n seiner Ausschüttung weit übertrifft. * Lemgo, 24. März. Der Kirchenchor der neuen Kirche St. Johann trat mit seinem Kirchenkonzert am Sonntag zum ersten Mal in die breitere Oeffentlichteit und erzielte, wie wir hier gleich am Anfang hervorheben wollen, einen guten Erfolg. Das Konzert bot einen ausgewählten Kunstgenuß, zu dem nicht wenig die geschickte Zusammen stellung des Programms beitrug, das neben den Chorliedern Solovorträge von Frau Brüggemann, Fräulein Wilkes, Herrn Musikdirektor Vehmeier u. Herrn Dreimann brachte, von Solisten, die hier nicht unbetannt sind und uns schon des öfteren mit ihren Vorträgen überrascht haben. Man ging deshalb auch mit großen Erwartungen in das Konzert, die um so größer wären, als man auch gleichzeitig den neugebildeten Kirchenchor zum ersten Male in einem größeren Konzert singen hörte. Der Chor, der in allen Stimmen gut besetzt ist, brachte seine Lieder mit sicherer Harmonie gut zum Vortrag Unter der Leitung seines Dirigenten, Herrn Brüggensmeier, hat er es gar schnell zu einem den Durchschnitt über ragenden Leistungsvermögen gebracht, das ihm ein sicheres und gutes Auftreten gibt. Herr Musikdirektor Vehmeier leitete das Konzert mit einem Orgelspiel: Fantasie G=dur von Joh. Seb. Bach, ein und spielte im Laufe des Konzerts noch verschiedene Stücke, unter ihnen eine eigene Komposition: B.—E.—G.—A. op. 70. Herr Behmeier genießt als Meister des Orgelspiels einen rühmlichst bekannten Ruf, und er hat uns auch schon des öftenren Gelegenheit gegeben, seinem Spiel das sich durch vollendete Technik und tiese Empfindung auszeichfsek, zu lauschen, sodaß es sich wohl erübrigt, hier näher darauf einzugehen. Frau Brüggemann u. Frl. Willes sangen im ersten Teil d. Konzertes das Mendelsohnsche Duett: Ich harrete des Herrn. Die Stimmen der beiden Damen berührten höchst sympathisch infolge ihrer klangvollen und ge sunden durch kein Flackern beeinträchtigten Tongebung. Frau Brüggemann sang spätenr noch Raedekers Lied: Wenn der Herr ein Kreuz schickt, das sie mit ihrem glockenhellen Organ in sein abgetönter Stimmung zum Vortrag brachte. Im„Ge bet von Hiller“ und Bußlied kam der herrliche klare Bariton des Herrn Dreimann prachtvoll zur Geltung. Dem Bußlied wußte der Sänger durch eindrucksvollen Vortrag die rechte Weihe zu geben. Von einem Quartett wurde noch das Reise lied von Alb. Becker gesungen, das seine stimmungsvolle Wir kung nicht verfehlte. So nahm das Konzert einen Verlauf, mit dem der Kirchenchor vollauf zufrieden sein kann.(L. P.) &am Lemgo, 24. März.(Kreisverwaltungsgericht.) In der Sitzung am 21. März kamen lt. L. Post folgende Sachen zur Verhandlung: 1. Durch eine Verfügung des Verwaltungsamtes Brake war der Gemeindevorstand der Dorsschaft Brüntorf schuldig erkannt, die Oeffentlichkeit des Weges von Brüntorf nach dem Strange anzuerkennen und denselben durch Einebnen und Ausfüllen der Geleise, sowie durch Aufbringen von Steinschüttungen in einen für Fuhrwerke und Fußgänger passierbaren, polizei=ordnungsmäßigen Zustand setzen zu lassen und in solchem dauernd zu unterhalten. Gegen diese Verfügung hat die Gemeinde Klage erhoben mit dem Antrage, die Verfügung aufzuheben und das beklagte Verwaltungsamt in die Kosten zu verurteilen, eventl. festzustellen, daß es sich dicht um einen öffentlichen Weg handelt und die Gemeinde nicht verpflichtet ist, den Weg in ordnungsmäßigen Zustand zu setzen und ihn darin zuunterhalten. Der Weg sei stets als ein Interessentenweg angesehen. Das Verwaltungsamt beantragt Abweisung der Klage und behauptet, daß nach der stattgehabten Beweisaufnahme sich ergeben habe, daß es sich nicht um einen von Anliegern zu bessernden Interessentenweg handele, sondern um einen öffentlichen Durchgangsweg von Brüntorf über den Strang nach Retzen. Derartige Wege seien aber nach der Polszeiordnung von 1620 von den Bauerschaften, zu deren Bezirk sie sich befänden, instand zu halten. Das Urteil erging dahin, daß die Klage kostenpflichtig abgewiesen wurde. Das Gericht war der Ansicht des Verwaltungsamtes und erklärte den Weg für einen öffentlichen. 2. Klage des Sattlermeisters R. Knönagel in Oerlinghausen gegen Fürstl. Verwaltungsamt Schötmar, wegen Aufhebung einer sanitätspolizeilichen Vetfügung. Durch Verfügung des Verwaltungsamts Schötmar war dem Kläger aufgegeben, die Sammelgrube auf seinem Gehöfte leeren und dauernd außer Betrieb zu setzen, oder eine neue, im Boden und in den Wänden wasserdichte Sammelgrube zu errichten. Nach Ansicht des Klägers bestehe keinerlei Veranlassung für ein Eingreisen der Polizeibehörde. Die Leikung besteht seit langen Jahren, sie habe stets genügt und seien niemals Klagen laut geworden. Wenn jetzt das Wasser sich aufstaue, so sei der Kläger dafür nicht verantwort lich, sondern sein Nachbar Meyer, der die Abfluß=Leitung auf seinem Grundstücke nicht rein halte. Das Verwaltungsamt be antragte kostenpflichtige Abweisung der Klage. Der Zustand auf dem Meyerschen Grundstück sei derartig, daß Abhilfe unbedingt notwendig sei. Bei Besichtigung der Grube sei dieselbe mit übelricchender schwarzer, fauliger Flüssigkeit angefüllt gewesen. Dieser Zustand sei bei der unmittelbaren Nähe menschlicher Wohnhäuser offensichtlich sanitäts=polizeiwidrig. In einem früheren, bereits in dieser Sache entstandenen Verhand lungstermine war beschlossen, die Oertlichkeit in Augenschein zu nehmen, und als Sachverständigen den Kreisphysikus Sanitätsrat Dr. Gottschalk in Salzuften zu hören. Die Besichtigung hatte inzwischen stattgefunden und hatte der Sanitätsrat Gottschalk ein schriftliches Sutachten versaßt, welches verlesen wurde und aus welchem hervorging, daß der jetzige Zustand urhaltbar und unbedingt Abhilfe nach irgend einer Richtung hin geschaffen werden müsse aus santtären Gründen. Die Klage warde aus diesem Grunde abgewiesen.(Schluß f.) * Lage, 25. März. Der„Lippische Verein zur Züchtung deutscher Vorstehhunde, insbesondere Lemgoer Branntiger“ hält seine diesjährige General=Versammlung am Sonntag. den 29 d. M., nachmittags 6 Uhr in Lage in der„Reichskrone" ab. Geplant ist auch in diesem Jahre elne Schau mit daranschließender erweiterter Feldgebrauchssuche, wofür schon jetzt ein hoher Ehrenpreis von der Delegierten=Kommission gestiftet ist. Es ist zu wünschen, daß die Versammlung recht zahlreich besucht werde, da neben der Vorstandswahl weilere wichtige 14. Chor 25. ist hier wegen Neupflasterung (Siehe Inserat).—„ ch. Leopoldshöhe, 24. März. gegen 9½ Uhr in die Feldscheune des Landwirts Grote zu Osterhagen niedergebrannt. In der Scheune lagerte eine große Menge Stroh, sowie eine Dreschmaschine und sonstige Ackergeräte, was alles mit verbrannt ist. Das Haus und Stroh war versichert, die anderen Teite jedoch nicht Vermutlich hat eine fremde Person, die dort übernachtet hat, das Feuer angezündet.„ g. Pelpuv. 24. März.(Schadenfener.) Heute morgen brannte der Dreschschuppen des Möbelfabrikanten Grote in Osterheide bis auf den Grund nieder. Ent lehungsursache bis jetzt noch unbekannt. Dreschmaschine, Stroh und viel landwirtschaftliche Gerkte wurden ein Raud der Flammen. * Spork bei Lemgo, 24. März.(Feuersbrunst.] In der Nocht vom Sonntag auf Montag brach in dem Leibzuchthause der Stätte Nr. 52 zu Spork, Gemeinde Hillentrup, Feuer aus und äscherte das Gebäude bis auf den Grund nieder. Besizer des Gebäudes ist der Kolon Dreier Nr. 52 hierselbst. Das Gebäude wurde von einer Einliegerfamilie bewohnt, deren Mobiliar teilweise verbrannt ist. Der geschädigte Einlieger hat ebenfalls versichert. Die Hillentruper Spritze trat in Tätigkeit. Ueber die Entstehungursache ist nichts bekannt. *9 Bega, 24. März. In vergangener Nacht drannt hier dos dem Maurerweister Laumann aus Barntrup ge börige Wohnhaus. Die hiesige freiwillige Feuerwehr wai alsbald auf der Brandstätte und es glückte ihr, bei angestrengten Arbeiten, des Feuers Herr zu werden. Es brannte nur der Dachstichl vom Hause od. Das Haus wurde von einem Emlieger bewohn, dessen Habe größtenteils geettei werden konnte. Die Entstehungsursache des Feuers ist unbekannt. w. Kohlstädt, 25. März. Am Sonntag den 22. d. Mis. wurde im Saale des Herrn Gastwirts Otto der Ziegler=ubschiedsball gefeiert, welcher gut be sucht nar.„ ep Calldorf, 24. März. Einen grausigen Fund machten vorgestern morgen die Kalkdrenner des Lank wirt Wilhelm Brand zu Faulensiek. Auf dem etwa 60 Meter von der Chaussee Langenholzhausen Hohenhausen gelegenen Kalkofen fanden sie eine fast ganz verbrauute Leiche eines Mannes. Wie die Ermittelungen ergeben hoben, handelt es sich um einen durchreisenden Hand werts uschin, der sich jedenfalls gegen die Witterung Schutz utind, auf den brennenden Kalkofen schlafen gelegt hat. * R i s c h e n a u, 2 5. M ä r z. I n d' s G e n o s s e n s c a t e register int bei der Genossinscheft Spat= und Darlehnskass in Rischenau, e. G. m. v. P., eingelragen, daß an Stelle des verstorbenen Mitgliedes des Vorstandes, Mühlenbesitzers Specht in Rschenau, der Kaufmann Beinhard Golücke da selbst vom Aussichtsrate mit der Buch= und Kassenführung deauftragt ist. #I. Brakelsiek, 24. März. Am Sonntag, den 22. d. M fand die Generalversammlung des hiesigen Schweine versicherungsvereins in der Potthast'schen Wirt chaft statt. Die Versammlung war leider recht schwach be ucht, was wohl teils darauf zurückzuführen war, daß das chöne Frühlingswetter manchen ins Freie gelockt hatte llus dem vom Rechnungsführer erstatteten Jahresbericht ei folgendes hervorgehoben: versichert waren 448 Schweine Die Einnahme betrug 709/63 JA, die Ausgabe 679,43 M Ueberschuß 30,20 M. Der alte Vorstand wurde wieder gewählt. An Stelle des ausscheidenden Mitgliedes Stein meier Nr. 14 wurde H. Weber Nr. 42 gewählt. U. a. wurde beschlossen, die notgeschlachteten Schweine, soweit nicht an teckende Krankheiten in Betracht kommen, von Kassenwegen auszuverkaufen. d. Grastrup, 25. März. Gestern sand unter reger Teilnahme die Trauerfeier und Beerdigung des vielbelieb ten Schmiedemeisters, Kirchen= u. Armendechen S. Kluck huhn von hier statt. Nach dem Gesange„Himmelan geht unsre Bahn!" und Gebet sang der Gemischte Chor von Retzen den Tonsatz J. S. Bach's„Wenn ich einmal soll ein 5jähriger Knade Vatter Qanece-Schötmar die Zum Schiuß sang noch der Ueber den Sternen“. Aus der Nachbarschaft. * H a u n o v e r, 2 4. M ä r z. V o n d e r S t r a ß e n b a h n überfahren wurde auf der Das Kind war auf der Stelle tot. * H a n n o v e r, 2 4. M ä r z.( L i e b e s d r a m a.) G e s t e r n abend gegen 8½ Uhr gab auf dem Klagesmarkt ein junger Mann auf ein junges Mädben einen Revokerrschuß ab. Während das Mädchen durch einen Streifschuß am Kopf verletzt, ohnnächtig zisammenbrach und von Passanten in eine nahe gelegene Apotheke gebracht wurde, flüchtete der Täter in einen Hausflur und erschoß sich selbst. Anscheinend ist der Grund zu der Tat in verschmähtenr Liebe zu suchen. * Hannover, 24. März(Schüler=Selbstmord.) An einem Bauast erhängt aufgefunden wurde Sonntag mor. gen in der Eilenriede der 16jährige Schulknabe Piutti, Stiefsohn des Kaufmanns K. Der Junge, der erst kürzlich vom Schöffengericht wegen Diebstahls zu einem Verweis verurteilt worden war, soll in der Furcht vor härterer Strafe wegen eines neuen Fehltrittes den Selbstmord verübt haben * Osnabrück, 23. März. Ein Höhlenbewohner, der zwei Jahre lang ungestraft die Gegend zwischen Lingen und Wietwarschen durch seine Diebstähle unsicher machte, stand in dem Arbeiter R. aus Georgsdorf vor der Strafkammer und wurde für längere Zeit unschädlich gemacht. Der Angeklagte ist vielfach vorbestraft wegen Diebstahls. Nach Verbüßung der letzten Strase kehrte er der menschlichen Sesellschaft den Rücken Fürstliches Theater. Detmold, 25. März 1908 Drei volle Häuser auf der Reihe erlebte das Thoater in diesen Tagen: am Sonntag brachte das die„Lustige Witwe' sertig am Montag der„Grobe Märker“ und gestern das Gast spiel des Hofschauspielero Christians aus Berlin In den„Journalisten“. Es wäre vergebene Mühe, Herrn Christians Schausptelkunst hier noch besonders zu beloben Seine gestrige Leistung als Redekteur Vols war so hervor ragend, wie wir es von ihm erwartet hatten. Da wurde frisch und flott gespielt und der Beifall wollte kein Ende nehmen Immer wieder mußte der Vorhang in die Höhe, damit der Gast für den stürmtschen Applaus danken konnte. Aber much unser Schauspielpersonal spielte tapfer mit. liche Sachen mußten ihm dazu dienen. Seinen Bedarf trug er auf nächtlichen Beutezügen zusammen. Alle Anstrengungen ihn zu fassen waren erfolglos. Anzeigen auf Anzeigen liefen ein, aber er konnte nicht überführt werden, bis er bei einem Diebstahl bei dem Bäcker Berling in Wietmarschen, zu dessen Bätterei und Lagerhaus er Nachschlüssel besaß, abgesaßzt wurde Das Urteil lautete gegen den Angeklagten auf 3 Jahre Zuchthaus, und wegen Mundraubes und Landstreichens auf 6 Wochen Haft. * K a s s e l, 2 2. M ä r z. D e r V o r s t a n d d e r O r t s g r u p p e K a s s e l des Reichsverbandes gegen die Sozialdemokratie hat gegen den leitenden Redakteur des hier erscheinenden sozialdemokratischen„Volksblattes für Hessen und Waldes“ Strafantrag wegen Beleidigung gestellt. Der Redakteur soll in acht Artikeln den Vorstand des Reichs verbandes gegen die Sozialdemokratie beleidigt haben. Be merkenswert ist, daß die Staatsanwaltschaft abgelehnt hat, die Klage im öffentlichen Interesse gegen das„Volksblatt“ zu vertreten; es blieb somit dem Vorstande nichts anderes übrig, als die Privatklage zu erheben. Die Privatklage ist von 16 Vorstandsmitgliedern, darunter dem ersten Vorsitzenden Generalleutnant z. D. v. Boeckh, Geheimen Oberpostrat Ober= postdirektor Hoffmann, d. früheren konservativen Reichstagsabgeordneten Oberlehrer Professor Hapeden, mehreren Unterbeamten und auch von zwei Arbeitern angestrengt. Als Beleidigung wird unter anderem auch die Bezeichnung„Reichslügenverband“ empfunden. Der Verhandlungstermin ist auf den 13. April vor dem Schöffengericht festgesetzt. er eine Frau die ich kürzlich geheiratel des Erbeiters wuche, eis der Süuig ihm und keine Verblüffung erreichte den mntt, als der junge Monarch aus dem Knopfloch seinen eine herrliche Rose nahm und se dem Anarchiston reichte. en Sie diese Rose, Mignel, Sie werden sie Ihrer Frau dies keine Mutter mehr hebe eine Zgarette Höhepunkt, Rockes „Rehmen Sie diese Rose, Mignel, ben; und fügen Sie hinzu, ich bitte Sie darum, *. Ar önig, der sie ihr sendet". Und während der ## 1s der König sich lächelnd mit freundlichem Gruße entfernte, blieb der Arbeiter stumm vor Erstaunen zurück und sah dem Monarchen nach, die königliche Rose in der Nachten“. Ecke. — Hattest Du allerhand konfiozieTante:„Hier Hänschen, habe ich Dir acht. Mach' mal den Mund auf und — Häuschen(schreiend):„Nein, nein, nein: tarzt neulich auch gesagt.“ „hat Ihre Tochter beim Klavierspielen rreicht?“—„Und wie! Mein ganzes Haus Drucksehler.„Ella, sage die Wahrheit: schon einen Geliebten vor mir?“—„Neun!“ Stoßseuszer. Gatte:„Da werden immer Zeitschriften konfisziert, aber das Modejournal ren sie nie!“ Böse Erfahrung. etwas Gutes mitgebracht. Mach' mal den Mund auf die Augen zu.“— Häuschen(schreiend):„Nein, nein, nein: o bet, be, Zaßgarntz neulich auch gesagt“ schon Erfolge err Der Spprtomann. Autler(zu seiner Frau):. Und wenn wir Kinder bekommen, ist es natürlich nötig, daß wir ihnen autofachmäßige Namen geben.— Gattin: Und welche? — Autler:„Nun zum Beispiel: Benzinerich, Töfftrude, Hupewald, Motorine."(Flieg. Blätter.) Selbstbewußt. Madam(zur Köchin, die verreist war): „Mein Mann ist ganz wie umgewandelt, seitdem Sie abgereist sind, Anna; er iht und trinkt fast nur noch im Wirtshaus.“— Köchin:„Ach beruhigen Sie sich, Madam; ich werde ihn schon wieder in ihre Arme zurückkochen!“ Vermischte Nachrichten. Der König und der Anarchist. Vor einem bekannten spanischen Fabrikbesitzer, der Augenzeuge einer interessanten Szene gewesen ist, die sich zwischen dem jungen König von Spanien und einem Anarchisten abgespielt hat, erfährt Frederic Febore eine Episode, die er im„Gaulois“ widergibt.„Von einem Freunde hatte König Alfons erfahren, daß in einer Fabrik in der Umgebung vor Barcelona ein Anarchist arbeite, der als einer der gefährlichsten seiner Genossen gilt, und der sich offen gerühmt hatte, mit dem König ein Hühnchen zu rupfen, sobald er ihm einmal persönlich gegenübertrete. Der König fuhr darauf, nur von einem Freunde begleitet, mit seinem Auto bei der Fabrik vor und begab sich sofort in den Arbeitsraum, in welchem der Anarchist am Werke war. Er näherte sich dem Manne, befragte ihn nach seiner Arbeit und schien sich für die Schwierigkeit der Tätigkeit sehr zu interessieren. Der Arbeiter erkannte den König und war sehr erstaunt zu sehen, daß der junge Monarch sich ihm allein und ohne Verteidigungsmittel näherte; über er blieb schweigsam und erstaunt. Der König fragte ihn, ob er eine Mutter, eine Frau und Kinder besäße.„Ich habe Letzte Nachrichten. Kiel, 25. März. Das Marinekriegsgericht verurteilte gestern den Leutuant zur See Spamnt vom Schulschiff „Moltke“ wegen tätlicher Beleidigung eines Untergebenen zu 2 Menaten Gefäugnis und Dienstentlassung. Lübeck, 25. März. Die Bürgerschoft lehnte gestern den sozialdemskratischen Antrag betr. Einjührung des allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrechts, ab. München, 25. März. Der Kaiser und die Kaiserin trafen gestern abend 9% Uhr auf dem hiesigen Bahnhof ein und wurden vom preußischen Gesandten begrüßt. Der Prinzregent ließ dem Kaiserpaare seine besten Wänsche für die Reise überbringen. Um 9,59 Uhr erfolgte die Weiterreise nach Kusstein. Petersburg, 25. März. Aus Medmed treff n fortgesetzt Meldungen über Zügellosigkeiten des dort stehenden Bataillons ein, das aus disziplinierten Soldaten des Propreschinski=Regiments zusammengesetzt ist. Desertionen finden täglich statt. Belgrad, 25. März. Der Kronprinz hat seinem bisherigen Lehrer, der kürzlich der geistige Urh der des bekannten Krouprinzenbri. es gewesen ist, und daher seiner Stelle enthoben wurde, ein Schreiben zugehen lassen, in dem er ihm über die Enthebung sein Bedauern aussprach und ihm für seine bisherige Tätigkeit dankte. Da die Maßregelung mit Einverständnis der Regierung und des Königs erfolgten, wird diese Ehrung als eine offene Auflehnung gegen die Regierung und den König angesehen. Familien=Nachrichten. Berlobt: Emilie Quisbrock mit Karl Mische=WellentrupGestorben: Ww. Johanne Gaus, ged. Möller, 51 Jahre, in Lage; Beerdigung: Mittwoch nachm. 4 Uhr. Wetter=Nachrichten. Detmold, 25. März. Wetterbericht der Wetterdienststelle des meteorologischen Odservatoriums zu Nachen. Meist trübe und nedlig, ohne wesentliche Niederschläge; schwache Luftbewegung, kühl. London: schön, warm. Hamburg: Schön. 7½ Millionen Mark, welche gewaltige Summe! Und doch hätten unsere Hausfrauen diese Millionen u. noch viel mehr an einem einzigenkleinen Küchenartikel sparen können. Wieso? Nun, wenn nur eine Backpulverfabrik, wie sie selbst angibt, bisher 300 Millionen Packete Packpulver 2c. zu 10 Pfg. versandt hat, so kommt, falls auch nur die Hälfte hiervon Backpulver gewesen ist, schon eine Summe vor 15 Millionen Mark heraus. Da nun aber Reeses Backpulvei nur 5 Pfg.— also die Hälfte— kostet, trotzdem aber von keinem 10 Pig.=Backpulver übertroffen werden kann, so wären den Hausfrauen bei Verwendung von Rreses Backpulver also tatsächlich 7⅛ Millionen Mark erspart geblieben. Besser kamn der Wert eines 5 Pfe.=Stückes nicht beleuchtet werden Möge jede Hausfrau dieses einsache aber vielsagende RechenExempel beherzigen und Recses Backoulver wenigstens einmal versuchen. Ein Versuch führt zu dauerndem Verbrauch und damit zu dauerndem Sparen. Auch Reeses Sparpuddingpulver spart große Summen, denn es liefert ohne Zuckerzusatz delikate Puddings. Reeses Banillinzucker ersetzt die teure Schoten=Banille. Reese Gesellschaft. Hameln. Deutsch-etungl. Frauenbund. Sonnabend, den 28. März, 4½ Uhr im großen Vaal des evangl. Vereinshauses Vortrag von Frl. Paula Müller, Bundesvorsitzende aus Hannover, über „Unsere Ideale in der Frauenbewegung.“ Eintritt frei Jedermann herzlich willkommen Landwirts Coh suchtz sp#ter#tellz 1. April oder als im ung Verwalter der mit Hand antent. Zeugnisse vorhanden. Schriftliche Angebote unter 5 an die Geschäftestelle dieses Blattes. In einem Gasthause und Sommerfrische wird auf gleich oder 1. Mai ein j. Mädchen gesucht zur Erlernung der Küche und des Haushalts ohne gegenseitige Vergütung. Familienanschluß. Gefl. Ann. unter K. E. 100 bef. d. Geschäftsst. d. Bl. Anmeldungen zur Ziegler=Kraukenkasse werden an jedem Tage außer des Sonntagsnachmtteags von des worgens 8 Uhr an entgegengenommen. Der Weitrag beträgt pro Monat 80 Pfg. Lage, den 9. Mürz 1908. Ramens des Vorstandes Adolf Quest. Vollkemmener Ersatz für keuere Naturbutter Margarine Zheinperle ein ganz neues, erstklassiges, wohlschmeckendes und nahrhaftes Produkt, von allerteinster Meiereibalter nicht zu unterscheiden. 9# Margarine Solo in Carton die berämte Spezialmarke aus feinsten Rohstoffen herrestellt. TrotttttrT Beide Sorten sind gerade in der jetzigen teueren Zeit allen Haustrauen zu empfehlen, da ihre Verwendung eine grosse Ersparnis bedeutet Ueberall frisch zu haben. 30c Relländische Aargarise-werke Jurgeus# Prinzen, O. m. b. H., Goch. Gesperrt ist wegen Neupflasterung bis auf weiteres die Landes straße in Bad Meinbera. von Schmiedemeister Böke bis zur Abzweigung der Wege nach Horn und Wilberg. Fuhrwerke von und nach Bad Meinberg können während dieser Zeit die Dorfsstraße, von der Chaussee Wilberg=Meinberg abzweigend, benutzen. Schwere Fuhrwerke oder solche mit Langholz können letztere Strecke nicht befahren. Detmold, den 24. März 1908. Fürstliches Bauamt. Böhmer. Speisekartoffeln (Mag. von, hiesige Ware) heute an der Bahn und off illigst. Pd. Recdmeier Jung. Mann, en., Anfang der 30er, Besitzer eines alten Geschäfts, dem es an Damenbekanntschaft fehlt, wünscht mit einem gutsituierten Mädch aus besserer Bürgerfamilie zwecks Heirat in Briefwechsel zu treten. Ernstgemeinte schriftl. Augebote (möglichst mit Bild) bittet man unter Nr. 12 an die Geschäftsstelle d. Bl. zu senden. Anonum zwecklos. Diskretion Ehrensache. Vermittlung durch Eltern erwünscht. Jungen Bäckergehilfen sucht Hermann Prasse Detmold. Unserer liegt ein 8 eioel r. en Nummer pekt des BankBeins, Braunbetr., bei. Freiwillige Versteigerung des Kolonates Nr. 132 zu Heidenoldendorf. Am 81. März 1908(Dienstag), nachmittags 3 Uhr, soll das im Grundbuche von Heidenoldendorf, Band 5 Blatt 13 auf den Namen des Kolons Friedrich Plaß zu Heidenoldendorf eingetragene Kolonat Nr. 132 daselbst, besteheno aus den in der GrundsteuerMutterrolle von Heidenoldendorf unter Artikel Nr. 168 verzeichneten Grundstücken zu 6, 01, 91 ha mit 1983 M. Reinertrag und den in der Gebäudesteuerrolle von Heidenoldendorf unter Nr. 135 verzeichneten Gebäuden mit 90 M. Mietwert, an Ort und Stelle auf dem Kolonate Nr. 182 zu Heidenoldendorf freiwillig versteigert werden. Die Versteigerungsbedingungen weiden im Termine bekannt gegeben werden. Detmold, den 21. März 1908. Fürstl. Amtsgericht l. Abteilung Lipve. Dienstag, 81. Mürz im Saale des„Lippischen 7½ Uhr 682— Generalversammlung. Vorteilhafte Mk. 2200 Gelegenheitskäufe! Mitglieder werden gebeten, zu erscheinen. „ T a g e s o r d n u n g: Jahresbericht. Kassenbericht. Wahl eines stellvertretenden Schriftführers. Antrag der Abteilung Lippstadt wegen Gründung eints Gauverbandes. 8½ Uhr: Vortrag mit Lichtbildern „Wirtschaftliches in Südafrika“. gehalten von Herrn Hauptmann im Großen Generalstabe, Füßlein, einem Afrikakämpfer. Zutritt hat jeder, der sich für die koloniale Sache interessiert. Ein großder Posten an. 211000 uut. Reste in Organdys, Mouseline, Satins und Kattune sowie weiße Mulle ete.—.— 90 K0 ohne Unterschied der Qualität, zum Aussuchen, Meter 30—30 Wert bis 1.50 Mk. Ein großer Posten reine Seiden #i. Taffet, Mervellieux usw. alle Farben, zum Aussuchen, Meier 1.90 Mi. Wert bis 5.50 Mk. großer Posten Reste in Seiden=Samt, Peluches u. Velvet 100 Aussuchen,—— Metee 1.03 zum Ein großer Posten Mr. Costumröcke u. elegante Staubmäntel weit unter Preis. Danksagung. Verkauf beginnt heute mittag! Für die liebevolle Teifnahme beim Tode meines lieben Mannes, unseres unvergesslichen Vaters, sowie Herrn Pastor Hunecke für seine trostreichen Worte, auch für die vielen Kranzspenden sagen wir allen unseren innigsten Dank. Die trauernde Witwe: Frau Wilhelmins Griemert und Kinder. Retzerheide, den 24. März 1906. E. Rosenbaum Langestraße 57.— Das beste Fahrrad! „Wunderbar“ leichter Lauf Todes-Anzeige. Nach Gottes Ratschluss entschlief heute sanft nach längerem schweren mit Geduld ertragenem Leiden unsere inniggeliebte Mutter, Schwiegermutter und Grossmutter Charlotte Brockmann geb. Abenhaus im 81. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen. Müssen b. Lage, 23. März 1908. Die Beerdigung findet Freitag, den 27. März, nachmittags 2½ Uhr vom Trauerhause aus statt. Die feinste Marke! „Grösste“ Vorbreitung Adlerwerke vorm. Feinr. Kleyer X. G., Frankkurt a. M. Viele höchste Auszeichnungen.:: Staatsmedaillen etc. Grand Prix— Internationale Ausstellung Mailand 1906. 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Die Maurerarbeiten und die Asphaltarbeiten für die nach§ 62 Absatz 2 der Baupolizeiordnung in der Abänderung vom 16. September 1902 herzustellenden Gehbahnanlagen im Rechnungsjahre 1908/09 sollen an je einen Unternehmer vergeben werden. Angebote und Bedingungen liegen auf dem Stadtbauamt Rathaus, Zimmer Nr. 14 zur Einsicht aus und werden auf der Kämmereikasse, Rathaus, Zimmer Nr. 1 gegen Zahlung von 50 Pig. für jedes Angebot abgegeben. Die Eröffnung der auf dem vorgeschriebenen Formular eingereichten Angebote findet Montag, den 6. April, vormittags 11 Uhr aus Zimmer Nr. 12 des Rathauses statt. Die Auswahl unter den Bietenden bleibt vorbehalten. Nachgebote werden nicht angenommen. Detmold, am 24. März 1908. Der Magistrat Wittje. tei verbunden mit Kolonialwaren= und Futter=Beschäft, ist wegen anderweitigen. Unternehmens sofort zu verkaufen. Dieselbe liegt in bester Lage eines Industrie=Ortes in Lippe. Schriftl. Angeb. unt. M. 92 an die Geschäftsst. d. 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