— kippische Tages-Zeitung Ceneral-Anzeiger für das Fürstentum Lippe. Rotationsdruck u. Verlag: Willy Bruder, Detmold, Hornschestraße 30, Fernsprecher 10. Vertretungen in: Salzusten, Lemgo, Lage, Blomberg, Horn, Barntrup, Schwalenberg; ferner in fest allen Ortschaften der Aemter Tetmold, Schötmar, Oerlinghausen, Lage, Horn, Brale, Hohenhausen, Barenholz, Sternberg= Barntrup, Blomberg, Schieder, Schwalenberg; zusammen über 100 Vertretungen.— Die„Lippische Tages=Zeitung“ erscheint jeden Wochentag. NN. 21. Verantwortlicher Redakteun Willy Bruder, Detmold. Detmold, Sonnabend, den 23. Januar 1903. Telegramm Adresse: Tageszeitung, Detmold. 13. Jahrgang Zum Sonntage. Text: Jeremias 18, 15—16: Sie richten Aergernis an auf ihren Wegen für und für und gehen auf ungebahnten Straßen, auf daß ihr Land zur Wüste werde, ihnen zur ewigen Schande Es gibt in unserem Volke viele, die gleichsam blind für das Gute sind, was sie in ihrem Lande haben, und nur die travrige Geschicklichkeit besitzen, überall das Schlechte und Tadelnswerte hervorzuspüren. Mit ihrem ewgen Klagen über Gesetze, Verfassung. Einrichtungen, Obrigkeiten ertöten sie in sich selbst und auch in anderen die Liebe zum Vaterlande. Und wo die Liebe zum Vaterlande ausgeht, da kehrt dann die niedrigste Selbstsucht ein.— Gewiß, es sind auch in unserem Lande Mancherlei Mängel, denn was unter der Sonne ist voll kommen? Aber sei nur gerecht gegen das wahrhaft Gute, das sich darin vorfindet, und du wirst dich desto leichter mit einzelnen Unannehmlichkeiten versöhnen, die leichter wegzuwünschen las auszurotten sind. Wer den Wert seines Volkes verkleinert. raubt ihm das Vertrauen auf sich seldst. Eine Nation aber, die Glauben und Zuversicht zu sich verloren hat, ist unter allen die elendeste, weil sie den Stab verloren hat, der sie allein stüten kann. Wer dagegen sich vertraut macht mit den Vorzügen seines Staates und dies Rühmliche überall geltend zu machen sich bemüht, flößt dadurch seinen Mitbürgern Vertrauen auf sich selbst. innigere Liede zu ihrem Gemeinwesen und zum ge samten Vaterlande ein und erweckt dadurch in ihnen jenen Stolz. der auch der christlichen Tugend erlaubt ist, indem sie Hochachtung fEr sich empfindet und nicht unter ihre errungene Höhe niedersinken möchte. Die traurige Sucht, alles ausländische zu preisen. andere Nationen auf Unkosten der eigenen zu erbeden, verleitet zur törichten schäffung des ausländischen Der Fachahmer ist aber überall nur ein halber Mensch; denn er ist weder das ganz. was er sein könnte. noch ist er das, was er sein möchte. Darum bewahre die Eigentümlichkeiten deines Volkes! Ehre die alten, löblichen Sitten und Gebräuche Kines Landes, deiner Gemeinden! In ihnen lebt der eigentümliche Geist= deines Volkes, denn sie sind aus ihm hervor gegangen. Ehre die Sprache deiner Nation. und wache über ihre Erhaltung! Die Sprache ist das eigentümliche Kleid des Nationälgeistes. in de mer sich frei und mächtig bewegt. Fliehe die Nachäffungen der Ausländer in Hausgerät, in der Lebens art. in der Kleiderpracht! Denn diese scheinbaren Kleinig keiten wirken off mehr, als man glaubt. auf die Sinnesart dessen, der sie annimmt, und machen ihn undeutsch. Vor allen Dingen aber ehre die Gesetze, die Obrigkeit, die Fürsten und das angestammte Herrscherhaus deines Landes! Die Wohlfahrtseinrichtungen der Invalidenversicherungsanstalten Das Gesamtvermögen der Versicherungsanstalten für die Invalidenversicherung belief sich nach der Aufstellung des Reichsversicherungsamtes auf rund 1237½ Millionen Mark, und von dieser Summe war über ein Drittel, etwa 430 Millionen Mark, Ende des Jahres 1906 für gemeinnützige Zwecke angelegt. Es sind besonders drei Hauptaruppen dieser Auswendungen, die besonders bervortreten Die erste Gruppe umsaßt, wie seitens des Reichoversicherungsamtes im„Reichsarbeitsblatt“ ausgeführt wird, die Kapitalanla gen durch Geldausleihungen für den Bau von Arbeiterwohnungen. Hier sind die angelegten Gelder seit 1900 von 78 auf rund 173 Millionen Mark. in den letzten drei Jahren um 15, 18 und 22 Millionen Mark gegenuber den Vorjahren gestiegen. Eine weitere, volkswirtschaft lich ebenfalls sehr wichtige Gruppe bilden die zur Befriedigung des landwirtschaftlichen Kredits[Hypotheken, für Kleinbahnen, Land= und Wegeverbesserungen, Hebung der Viehzucht, Linderung der Jutter not usw.) gewährten Summen, die 1906 rund 79 Mil lionen Mark— gegen 76 im Vorjahre und 55 im Jahre 1900— betrugen. In der dritten Gruppe endlich sind die jenigen Geldbeträge zusammengesaßt, die für die Errich tung von Kranken= und Genesungshäusern sowie Volksheilstätten, für Gemeindepflegestationen Herbergen zur Heimat, Arbeiterkolonien, Bolksbader Blindenheime, Kleinkinderschulen, für Schlachthauser, Was serleitungs=, Kanalisationsanlagen usw., für Spar= und Konsumvereine und andere Wohlfahrtseinrich tungen ähnlicher Art bestimmt sind. In dieser Gruppe hat die ausgewendete Summe, die bis zum Schluß des Jahres 1MN 54 Millionen Mark betrug. bis Ende 116 Arfur Claassen Henry Führer Dirigenf des„Arion“. Präsident des„Arion Zur Europareise des Brooklyner Männergesangvereins, Frion“ „ tournee nach Europa zu unternehmen, die in der Zur Europa=Tournee des Männergesangvereins „Arion"=Brootiyn. Die großen gesanglichen Vereinigungen, besonders die Männergesangvereine, spielen eine große Rolle der Deutschen in Amerika. Neben dem bekannten New Yorker„Liederkranz“ steht da der Gesangverein„Arion“ in Brooklon an der Spitze Diesem gehören die besten Kräfte der deutschen Kolonie, meist Aerzte. Guristen. Lehrer und Kaufleute, an. Die Mitglieder zahl beträgt jetzt gegen 600, davon sind ca. 200 aktive Sänger. Eine große Reihe v. diesen rüstet sich, demnächst eine Konzert Hauptsach die großen Städte Deutschland berühren wird. Auch der Kaiser hat sein Erscheinen bei einem der Konzerte zugesag: Voksteher des„Arions“ ist Mr. Henro Führer; die musikalische Leitung liegt bereits seit 13 Jahren in den Händen des Musik direktors Artur Claßen, eines energischen und strebsamen Ge sangspädagogen, der auch den„Liederkranz“ in Newyork diri giert. Der„Arion“ gewann seinerzeit den Kaiserpreis beim Sängerfest des Norddeutschen Sängerbundes in Newyork— Brooklyn. 27 Albumblätter. Flammen und Schwerter verzehren viel. Doch mehr noch böser Zungen Spel. Auf eigener Spur. Kriminalroman von Otto Hoecker. (Nachdruck verboten.) „Wetten wir, daß ich ihn gleichfalls kenne? frohlockte Hermine in die Hände klatschend.„So täuschte ich mich also doch nicht, als ich Marie erst kürzlich wiederzusehen glaubte, und zwar Unter den Linden. Sie fuhr in einem Einspänner, es war zwischen Licht und Dunkel. In ihrer Gesellschaft be fand sich ein junger. blonder, seingekleideter Herr, mit bartlosem Gesicht, fast zu jung für meine Freudin Marie. Also das sti ihr Mann?— Einsach großartig!“ „Nun schau einer den geschlten Detektivblick!“ scherzte ihr schmunzelnder Vater.„Aber versehen hast Du Dich doch Eilenburg ist nämlich ein reiser Fünfziger, ein wahrer Hüne von Gestalt, mit einem mächtigen Schnauzbart und dröhnen dem Baß.“ „Nein. so was!“ erstaunte sich Hermine. Sie hatte ihren früheren Platz wieder elhgenommen saß mit im Schoß desa teten Händen und blickte ihren Vater erwartungsvoll an.„Ja wer ist denn aber der junge blonde zierliche Herr dann? Sie sprachen so eifrig, dabei so... so wenig höflich miteinander, aks od sie sich stritten— gerade wie Mann und Frau.“ „Na. Kleine. Du hast Dir schon recht nette Ansichten über den Ehestand gebildet!“ neckte ihr Vater.„Doch wer wirdgewesen sein? Vermutlich ein anderer. Eilenburg war's sicher nicht, ich schilderte Dir bereits dessen Aussehen. Er scheint sein Frauchen übrigens auf den Händen zu tragen. was ihm in anbetracht seiner Körperkraft nicht sonderlich schwer allen würde.“ setzte er lachend hinzu Nun ließ seine Tochter mit Drängen nicht nach er mußte berichten. Zuerst geschah dies in ausgeräum lachender Weise. Dann, als er es füglich nicht vermeiden konnte, auch die Veranlassung zu erwähnen, d. ihn überhaupt in das Haus des Fuhrheren geführt, wurde er allmählich ernster. Ohne es eigentlichk zu wollen. vergaß er bald ganz aus den ursprüng die Höhe von 245,5 Millionen Mark erreicht, wovon 155 Millionen Mark auf stadtische(bemeinden und 90.5 Millionen Mark auf ländliche Gemeinden entfallen. Die Zunahme bezifferte sich im Jahre 1905 auf 32 Millionen Mark. im Jahre 1966 auf 35 Millionen.A. Die Förderung gemeinnutziger Zwecke haben sich 26 Versicherungsanstalten auch noch dadurch angelegen sein lassen, daß sie eigene Krankenbäuser, Heilstatten verschiedener Art, insbesondere Lungenheilstatten, Erholungs= und Genesungsheime, sowie Invalidenhauser für Versicherte usw. errichtet haben, wofür bisher insgesamt 0 Millionen Mark aufgewendet worden sind. An der Spitze steht hier die Landesversicherungsanstalt Berlin mit einem Auswande von 14 Millionen Mark, wovon die Kosten für die umfangreichen Heilstättenanlagen in Beelin mit 12.5 Millionen Mart den Hauptposten bilden. Die Landesversicherungsanstalt besitzt auch als einzige ein Heilstätte für geschlechtskranke Manner, während die Landesversicherungsanstalt Rbeinprovinz eine Deilanstalt für Rbeumatiker zu errichten im Begriffe steht. Dem Arbeiterwohnungswesen haben die Landesversicherungsanstalten Rheinprovinz und Hannover die meisten Mittel, namlich 29 bezw. 23 Millionen Mark zugewendet. Erbeblich sind auch die von den Landesversicherungsanstalten Königreich Sachsen und Baden diesem Zwecke dienübar gemachten Beträge von 13,5 und 13.2 Millionen Mark. Ist in dieser Hinsicht in den letzten Jahren eine gewisse Verschiebung einactreten, so sind auch jetzt noch die Landesversicherungsanstalten Sachsen Anbalt, Pom mern und Hessen=Nassau diejenigen, von denen die betrachtlichsten Darlebnesummen(12, 11 und 8.7 Millionen Mark) für landwirtschaftliche Bedürfnisse gewahrt worden sind. Was endlich die Unterstützung der zu der dritten Gruppe gebörenden verschiedenen Wohlfahrtseinrichtungen anlangt, so nimmt schon seit einigen Jahren die erste Stelle die Landesversicherungsanstalt Königreich Sachsen ein, de ren hierauf bezugliche Anlagen am Ende des Jahres 1906 lichen Gesprächsstoff und segelte bald mitten auf der Hochflut seiner neuesten Berufssorgen Er fand in Hermine eine aufrichtige Zuhörerin. Auch sie geriet bald darauf derart in Eiser, daß sie bald aufhörte, nach der Jugendfreundin zu fragen. Wie sich nun berausstellte, datte sie bereits vor d. Vaters Heimkunft einen ausführlichen Bericht im„Lokal Anzeiger“ gelesen, dessen Reporter sich die gute Gelegenheit nicht hatte entgehen lassen. Der Rat grif nach dem Blatte.„Unaufgeklärter Droschkenmord", las er gleich auf der ersten Seite im echten Revorterdeutsch fettge druckt; darunter die ziemlich deutlich wiedergegedene Abbil dung des Toten; natürlich mit dem Schnurrbart. Seufzend legte Hansemann die Zeitung wieder beiseite „Nun denke Dir'mal die verzwickte Lage". fuhr er fort „Zwischen dem Mörder und dem Droschkenkutscher müssen ge heimnisvolle Beziehungen bestehen. Würde man sich sonst so große Mühe mit der Beschaffung der Droschke gegeben haben“ Man rechnete offenbar so: der Tote wird gesunden. Niemand weiß, wer er ist und wo er den Tod erlitten hat. Eine Um frage bei sämtlichen Droschkenbesitzern, falls man überhaupt auf einen solchen Gedanken kommt, bleibt resultatlos, weil ja Eilenburg von der Verwendung des zeitweise außer Dienst ge stellten Wagens nichts wissen konnte. Dieser Kalkül war richtig: er scheiterte nur an zwei Zufälligkeiten, einmal der Aufmerksamkeit des Schutzmanns Rokohl, der die Droschken nummer notierte, ferner an dem Umstande, daß durch irgend ein bisher unaufgeklärtes Vorkommnis der Kutscher sich ver hindert sah, einmal die Droschke wieder nach ihrem Stand zu verbringen, ferner sie zu reinigen und das Wageninnere auf etwaige Indizien abzusuchen. Ich wiederhole also: Mörder und Kutscher steckten höchstwahrscheinlich unter einer Decke Wer ist nun der Kutscher? Eilendurg sen sagt selbst, nach Lage der Sache kame nur er in Betracht und allenfalls auch sein Sohn. Der Vater will und wir des nicht gewesen sein, er ist ein Ehrenmann; das ist nun der Sohn wieder nicht, doch er sitzt in Plotzensee hinter Schloß und Riegel. Er kanns darum auch nicht gewesen sein.“ „Blelden wir deim Fuhrherrn.“ unterbrach ihn Hermine. die ganz bei der Sache war.„Käme er ernstlich in Betracht. so hätte er ganz gewiß für die Reinigung der Droschke gesorgt: ebenso wäre es ihm eine Kleinigkeit gewesen Taschentuch und Chloroformflosche aus dem Wageninnern zu entfernen.“ „Gott ja. Kind, das kann man sich an den Fingern ab die Höhe von rund 59 Millionen Mark erreicht hatten, und es folgen ihr, wie ebenfalls bereits früher, zunachst di Landesversicherungsanstalten Brandenburg und Hessen Nassau, die jetzt mit Beträgen von 23.5 und 16.7 Millionen Mark hier erscheinen. Das sind in der Tat glänzende Leistungen, welche die Invalidenversicherungs=Anstalten auf dem Gebiete der Arbeiterwohlfahrtspflege aufzuweisen haben. Einiges über die InvalidenVersicherung. Von Ed Baumbach. Inspektor in Detmold. Im Nachstehenden sollen einige Aufklärungen über die Handhabung des Invalidenversicherungsgesetzes gegeben wer den, da im allgemeinen noch große Unkenntnis vorherrscht trotzdem das Gesetz jetzt im achtzehnten Jahre in Kraft ist. Zunächst soll hier, wie schon in früheren Artikeln, das Ka pitel„Unständige Arbeiter“ behandelt werden: Unter der Ausdruck„unständig", ist zu verstehen, wenn eine Person de mehr als einem Arbeitgeber in einer Woche arbeitet. Hierhe gehören vor allem: Tagelöhner, Hausschlachter, Tagelöhne rinnen, Näherinnen, Wascherinnen und Plätterinnen. Sin: diese Personen darauf angewiesen., ihren Lebensunterhalt zu erwerben, bezw. zu demselben in größerem Umfange beizu steuern, so unterliegen sie der Versicherungspflicht, wenn sie i: mindestens 10 verschiedenen Wochen Lohnarbeiten verrichte und wenn sie in jeder dieser Woche, mindestens das Drittel de ortsüblichen Tagelohns verdienen; dies trifft dann zu, wen in der fraglichen Arbeitswoche 2 ganze Tage. oder 3—4 hall Tage., je nach dem tatsächlich empfangenen Lohn, gearbeitet is Hieraus geht hervor, daß nicht jede Person, die im Jahre vie! leicht 20—30 oder mehr halbe Tage gegen arbeitet. der Bei zahlen! Bliebe nur der Sohn. also Unmöglichkeit Rummer zwei“ 1 Hermine schaute plötzlich auf.„Weißt Du so gewiß, daß er wirklich in Plötzensee sitzt? verlieh sie einer plötzlichen Eingebung auch schon Ausdruck Sti 1g schaute Hansemann sie an.„Wie meinst Du das. liedes Kind?" „Du sagst selbst Papa. Vater oder Sohn— einer von von beiden muß es gewesen sein. Da es der Vater nicht war. muß es der Sohn getan haben. und da ihm dies unmöglich wäre, säße er hinter Schloß und Riegel, so sitzt er einfach nicht in Plötzensee. Ich dächte, gar so ungeheuerlich wäre die An nahme nicht, daß Eimenburg sich der Strafabbüßung zu ent ziehen verstanden hat. Um Geld und gute Worte finvet sich leicht ein Stellvertreter.“ Der Rat erhob sich in großer Erregung aus der Sosoccke „Donnerwetter, Mädel, da bringst Du mich auf einen Gedanken — hm, hm——“ Er begann mit großen Schritten das Zimmer zu durch wandern.„Das wäre eine ganz nichtsnutzige Schiebung!“ wei terte er.„Doch möglich ist sie immerhin. Der Bursche blieb nach der Urteilsfällung noch auf freiem Fuße. Am letzten 27 Federuar verließ er das väterliche Haus. angeblich zum Straf antritt. Die von ihm mitgebrachte Ladung diente den Gerichts beamten als vollgiltiger Ausweis. Wer soll auch so'ne blöd nige Schiebung vermuten!" Er lachte grimmig auf.„Doch darüder wollen wir uns morgen schon totsichere Gewißheit ver schaffen! Ich fahre einfach mit dem Revierleutnant, der den jungen Eibenburg persönlich kennt. nach Plötzensee und lasse mir den Gefangenen unter glaubhaftem Vorwand vorführen. Dann werden wir ja sehen— hat es übrigens nicht eben ge klingelt?" unterbrach er sich „Allerdings Papa, ich will nachsehen“ Hurtig huschte das Mädchen aus dem Zimmer. Gleich darauf hörte der in diesem Zurückgebliebene sie draußen auf dem Korridor sprechen. Hansemann blickte plötzlich ärgerlich drein „Himmel. der Mansf mit den rasselnden„ro“... der Farbenkleckser aus Odessa!“ drummte er verdrossen. Er warf einen Blick auf die Uhr.„Erst acht Uhr vorüder... na ja, da ist in Berlin noch lange Besuchsstunde“ Komme sofort nach. Fräulein Hermine.“ tönte von drau den ein klangvoller Bariton.„Will nur rasch meine Außen hülle abstreifen“ Gerungspflcht unterliegt; es soll hiermit eine Handhabe, sowohl für Arbeitgeber, wie für Arbeitnehmer gegeben werden, selbst beurteilen zu könne:: muß ich kleben, bezw.: muß (leden lassen? Trifft die Voraussetzung zu, daß eine Person in dem vercherungspflichtigen Umfange— also in mindestens 10 verchiedenen Wochen, je 2 ganze oder 3—4 halbe Tage, pro Jahr gearbeitet hat, so muß geklebt werden und es sind sämtliche Irbeitgeber der betr. Woche kledepflichtig. d. h. mit anderen Worten: Hat derjenige Arbeitgeber, bei dem die fragl. Person uerst gearbeitet. nicht geklebt. so muß der Zweite, hat dieser denfalls die Markenverwendung unterlassen, so muß der Pritte usw. kleben. Haben alle Arbeitgeber die betr. Woche icht geklebt, so sind alle gleich straf= und haftbar. Dem äteren Arbeitgeber, der nach dem ersten, also dem zuerst verflichteten, die Markenverwendung vorgenommen hat, steht ein Anspruch auf Ersatz gegen den vorherigen Arbeitgeber zu. Die Arbeitgeber sind verpflichtet, die Markenverwendung vorzunehmen, d. h., sie haben die Marke einzukleben und vorschriftsmäßig mit Tinte oder mit einem farbhaltigen dauerhaften Stoff zu entwerten. Als Entwertungstag empfehlt es sich immer, den Sonntag zu nehmen, der dem Arbeitstage folgt, dann ist damit zum Ausdruck gebracht, daß für die Woche — die gesetzlich von Montag bis Sonntag läuft—, in der die detr. Person gearbeitet hat, geklebt ist. Die Markenverwendung hat gesetzlich bei jeder Lohn oder Abschlagszahlung zu erfolgen; bei Abschlagszahlungen im Verhältnis zur Höhe des geleisteten Abschlages. Hier noch etwas über das freiwillige„Kleben": Ein großer Teil derjenigen Personen, die ihre frühere Pflichtversicherung freiwillig fortsetzen glauben, wenn sie in 2 Jahren 20 Beitragsmarken kleben. so haden sie denselben Anspruch, wie diejenigen, die mehr Beitragsmarken leisten. Dem in nicht so. Die Höhe der Rente hängt lediglich von der Anzahl der Bestragsmarken u. von der Höhe der Lohnklasse ab; jede einzelne Beitragsmarke erhöht die Rente. Wenn also in 2 Jahren z. B. statt 100 Beitragsmarken nur 20 verwendet sind, so hat die betr. Person auch nur d. fünften Teil des sog. Steigerungssatzes im Rentenbetrage zu erwarten. Es kann nur dringend angeraten werden, wenn eine Person zur freiwilligen Fortsetzung berechtigt ist und diese Berechtigung in Anspruch nimmt, auch möglich viel zu kleden, denn damit dient sie sich selbst am meisten! Nachstehende Zeilen das Märchen bekämpfen, das sich über Personen gebildet hat, die in Krankenfürsorge seitens der Landes Versicherungsanstalten untergebracht waren. nämlich, daß die Kosten eines solchen Heilverfahrens später bei der Rente in Abzug gebracht würden. bezw., daß eine Rente solchen Personen überhaupt nicht bewilligt würde. Bei Personen, die in Krankenfürsorge gewesen sind, findet eine Rentenbewilligung nach Eintritt der Invalidität— ohne Abzug— in derselden Weise statt, wie bei denjenigen Personen, die nicht in Krankenfürsorge waren: selbstverständliche Voraussetzung ist dabei, daß die Quittungskarten in Ordnung sind. d. d., daß mindestens 200 gültige Beiträge, bei Selbstversicherten 500 gültige Beitragsmarken. vorhanden sind Hierbei soll noch bemerkt werden, daß den Versicherten ein gesetzticher Anspruch auf Uebernahme des Heilverfahrens nicht ohne weiteres zusteht. Die Uebernahme des sog. Heilverjahrens wird dann seitens der Landesversicherungsanstalt geschehen, wenn von Seiten des Arztes eine Krankenbehandlung drinsend empfohlen wird. wenn Aussicht auf Besserung besteht und wenn begründete Aussicht vorhanden ist, daß der Invalidität damit vorgebeugt wird, sowie endlich, sofern genügende Mittel vorhanden sind Die Frage über Selbstversicherung der Hauskinder. oder solcher Personen, die ohne Lohn beschäftigt werden— die alse icht der Versicherungspflicht unterliegen— läßt sich dier so ihne Weiteres beantworten, da den besonderen Verhältnissen Rechnung zu tragen ist und daher jeder Fall einer besonderen Früfung bedarf. Den Beteiligten kann nur dringend angeaten werk.:. sich an maßgebender Stelle— Verwaltungsamt, Ragistrat oder Versicherungskontrollstelle Detmold— unterichten bezw. aufklären zu lassen, wie daselbst alle zur Sprache ebrachten Angelegenheiten. die die Invaliden Versicherung eetreffen, gesetzes= und bestimmungsgemäß bedandelt werden Der Rat empfing die mit verstecktem Lächeln zu ihm Zurückkehrende mit verkulssenen Augen.„Wirklich und wahrhaß tig?“ stöhnte er. „Allemal derjenige welcher, gab die Uebermütige zurück indem sie an ihn herantrat und ihm die Wange tätschelte „Willst Du wohl freundlich blicken. Papachen? Er bleibt übrigens nicht lange, wie er schon draußen sagte.“ Der Rat konnte zu keiner Entgegnung kommen, denn eben öffnete sich die Tür wieder und der Besucher trat ins Zimmer; ein kräftiger, dochgewachsener, reifer Zwanziger mit einem ausdrucksvollen Antinouskopfe, welchem indessen der stark entwickelte dunkle Schnurrbart ein modisches Gepräge verlieh. Der Eintretende befand sich in vollem Gesellschaftsanzug m. Frack und weißer Weste; darüber trug er einen modefardenen aufgeknöpften Paletot.„Ich kann nicht ablegen der Unglücksfrack will es nicht erlauben.“ rief er beim Eintritt lachend. Nun er den Rat gewahrte, eilte er mit ausgestreckter Hand auf diesen zu: „Schönen guten Abend. Herr Rat." begann er herzlich; er bediente sich bis aus einzelne durch ihre schnarrende Aussprache den Ausländer verratenden Laute der deutschen Sprache virtuos.„Nur keine Furcht. Herr Nat. heute komme ich Ihnen nicht wieder mit Italien. sondern bin nur auf einen Sprung da, zumal ich noch unumgängliche Gesellschaftspflichten heute zu erledigen hade.“ Sie tauschten einen Händedruck.„Das geht wohl alle Abend so in dulei jubilo?“ erkundigte sich der Rat, als man sich um den ovalen Schreibtisch niedergelassen hatte.„Ihr Kinder flattert wie die Schmetterlinge von einen Vergnügen zum anderen.“ Witte seufzte.„Es steckt nicht viel Vergnügen dahinter.“ meinte re kopfschüttelnd.„Unsereiner befindet sich in einer Zwangslage. Will man zur Geltung kommen, bedarf man der Protektion, zumal man mit eigenen Ideen aufzuwarten wünscht. Was man bei diesen gesellschaftlichen Abfütterungen von uns beansprucht, geht den Künstler in uns nur wenig an; man will den Handlanger, der es sich zur Ehre rechnet, lebende Bilder und dergleichen zu stellen. Dafür bekommt man warmes Abeidbrot und darf nedenbei noch als Pflichttänzer einsoringen was auch ein Vergnügen eigener Art in.“ (Fortsetzung so##t) von Bunderkkausenben.— Der Antrag bes Referenten ngenommen.—— Ein späteres Kapitel brachte eine wird gngenommen.—— eingehende Erörterung der Arbeits= und Lohnverhältnisse Militärvenwaltung.— Zu den der Budgetkommisst überwiesenen Titeln gehört die Forderung von 81 Detmold, 25. Jau. und die Beschwerde der Ostofrikaner. Zu der Beschwerde der Ostafrikaner erfährt der„Reichsbote“ von bestunterrichteter Seite, daß Staatssekretär Dernburg gar nicht daran denkt, eine Politik der Gleichstellung der farbigen Bevölkerung mit der weißen zu betreiben. Er wünscht, daß die Neger gerecht behandelt, aber auch in strenger Zucht gehalten und, wo nötig, scharf angepackt werden. Von Humanitätsduselei könne also nicht die Rede sein. Allerdings sollen im Interesse der Schwarzen gewisse Forderungen an die Arbeitgeber gestellt werden. Dernburg wünscht eine zweckentsprechende Arbeiterfürsorge. Darin ist die Verwaltung von Britisch=Ostafrika vorangegangen; sie hat weitgehende Vorschriften erlassen, und fordert von denen, die farbige Arbeiter beschäftigen, Bau von Arbeiterhütten, Beschaffung warmer Decken, Sorge für gute Nahrung, gutes Wasser usw., sowie Anzeige, wenn Krankheiten ausbrechen. Weiter lehnt der Staatssekretär die Einfüh rung des Arbeitszwanges ab. Was die Siedelungsfrage Getrifst, so will er niemand ermuntern, Ostafrika aufzusuchen. Wer aber im Vertrauen auf die eigene Kraft hin geht und von der Verwaltung nichts sordert, soll, wenn er die Gesetze achtet, treiben, was ihm beliebt. Der Juter essen der ostafrikanischen Farmer will Staatssekretär Dernburg trotz der Beschwerde sich wärmstens annehmen. .- Die bayerische Kammer der Abgcorducten beriet die In erpellation des Zentrums, wie sich die bayerische Re gierung zu dem Gedanken der Einführung des Reichs branntwein=Monopols verhält, und wie sie die in der Reichsverfassung und in der bisherigen Brannt weinsteuergesetzgebung gewährleisteten Reservatrechte Bayerus zu wahren gedenkt. Frhr. v. Freyberg(Ztr.) wies bei Begründung der Interpellation den Gedauken an ein (Monopol zurück. Finauzminister v. Psaff betonte, daß das (Reich notwendig seine eigenen Einnahmen vermehren müsse. aver nicht durch Einführung direkter (Steuern. In letzter Zeit sei die Erhöhung der Brannt weinsteuer erwogen worden, ein bezüglicher Gesetzentwurf sei aber im Bundesrat noch nicht durchberaten. Es sollen den bestebenden Breunereien ihre bisherigen Betriebe gewaorleistet werden, auch soll ein Reichsamt geschafsen werden, das den Branutwein von der Brennerei kauft zu einem Preise, der den Kosten der Her stellung entspricht. Der Schlemp verbleibt kostenlos den Brennereien. Die Reichsstelle besorgt die Reinigung des Branntweins und schließt mit den bestehenden Reinigungsanstalten Verträge ab. Suddeutschland erhält eine besondere Vorzugsstellung. Die Durchführung der Bestimmun gen verbleibt den Einzelstaaten. Das Reich wird im al gemeinen nur die Tätigkeit der Spirituszentrele überney men. Die bavertsche Regierung glaubt, diesem Entwur nicht widersprechen zu können. Das baverische Re servatrecht wird selbstverständlich in vollem Umfange gewahrt werden. Das Reservatrecht besteht für Zivern in der Richtung, daß das Kontingent nicht abgeändert wer den könne ohne seine Justimmung. Sollte es nicht ge lingen, einen vollwertigen dauernden Ersatz für das Reservatrecht zu erlangen, dann würde Bavern gegen die ur änderung der geltenden Bestimmungen stimmen. In der Besprechung der Interpellation beionte, nachdem medrere Redner strikte die Wahrung der bayerischen Interenen verlangt hatten, Finanzminister v. Psaff, die baverische Re gierung habe Anträge gestellt, welche die Interesse der baverischen Landwirtschaft wahren und das Reservatrecht aufrecht erhalten. Die ganze Frage werde vor der definitiven Zustimmung der bayerischen Regierung dem Landtage unterbreitet werden. Damit ist die Besprechung erledigt. Dieser Interpellation folgte eine Interpellation Auer und Genossen: Was die Regierung wegen der Erklärung des Reichskanzlers zum preußischen Wahlrecht im Bundesrat zu tun gedenke. Ministerprasident Frhr. von Podewils lehnte die Beantwortung der Interpellation ab, da es sich um eine rein preußische Augelegenheit handele. Der Antrag auf Besprechung der Intexpellation sand nicht die ersorderliche Unterstützung. Die Sache ist damit erledigt. — Der Militär=Etat in der Budgetkommissien. Die Budgetkommission des Reichstages verhandelte gestern zu nächst über die Reisegebühren u. Umzugskosten bei der Militärverwaltung. Im Haupttitel sind hierfür annähernd sechs Millionen angesetzt. Es stellt sich aber heraus, daß noch aus 16 bezw. 19 anderen Positionen diese Vergütungen gezahlt werden, sodaß der Kommission jede Uebersicht fehlt. Der Reserent beantragt daher eine Spezialisierung des Titels und die Vorlegung eines Nach weises über die tatsächlich gezahlten Beträge, damit man übersehen könne, oh nicht hierbei Ersparnisse zu machen sind. Die Militärverwaltung verweist auf das Anwachsen der Armee, worin auch das Anwachsen dieses Titels begründet sei. Die Dienstreisen sind ganz genau geregelt und jede Ueberschreitung bedarf der Genehmigung des Kriegsministeriums. Die Ausbildungsverbaunste der Truppen sind übrigens gänzlich geändert worden. Die Besichtigungen finden sast nur noch ausschließlich im Gelände statt, dadurch werden die Dienstreisen natürlich er heblich verlängert; außerdem finden heute vielmehr Uebungen von Reservetruppen auf den Militärübungs plätzen statt. Daraus ergibt sich ein ganz erbebliches Mehr an Transportkosten, sowie Dienstreisevergütungen. Auf Wunsch des Reichstages sind zu den Truppenübungsplätzen sogar die berittenen Truppen mit der Eisenbahnbesörder: worden: das hat namentlich den Zweck, die Anwohner der in Frage kommenden Heerstraße zu entlasten, die sonst durch Einquartierung sehr in Anspruch genommen würden. Die Reisen der Sachverständigen bedeuten eine Ersparnis Kleinee Feuilleton. Das„Indianerspielen“, ist einem Schuljungen in Hamburg recht verhängnisvoll geworden. Bei den St. PauliLandungsbrücken führten am Samstag nachmittag etwa 12 bis 15 Schulknaben als Indianer erbitterte Kämpfe gegen die „Blaßgesichter". Dabei wurde ein Zehnjähriger von den Indianern gefangen genommen und nach allen Regeln der Kunst mit dem Kopf nach unten a nden„Marterpfahl“ gebunden. Der Gesangene wurde auch eine Zeitlang„gemartert": wenn er schreien wollte, hielten ihm die Indianer den Mund zu Schließlich verlor er das Bewuztsein. Nun nahmen die „Indianer“ seige Reißaus, da sie den Spielgefährten für tot hielten. Straßengänger wurden schließlich aufmerksam und befreiten den Anglücklichen, d. erst nach längeren Bemühungen eines herbeigeholten Arztes wieder zur Besinnung gebracht werden konnte. Der Turnvater Hollando. In seinem Landhause zu Blasewitz bei Dresden ist im 72. Lebensjahre der Privatschuldirektor Johann Ferdinand Streubel, der hochverdiente hollandische Turnvater, gestorden. Im Oktober 1860 gründete er mit eini gen deutschen Landsleuten einen deutschen Turnverein in Amsterdam, der 1881 dus erste Schauturnen auf niederlän dischem Boden ins Wert setzte. Von dieser Zeit an darf man die stetige Entwickelung des Turnwesens in Holland datieren. Die niederländische Jugend fand Freude am Turnen, hollän dische Mitglieder des deutschen Turnvereins gründeten eigene Vereine, und so entstand 1867 der Riederländische Turnerbund zu dessen Gründern Streubel ebenfälls gehörte. 1886 legte Strrubel sein Amt als Vorsitzender des deutschen Turnvereins in Amsterdam nieder, und wurde zmu Ehrenvorsitzenden er nannt. Er war auch ein fast regelmäßiger Besucher der all gemeinen deutschen Turnfeste. Nur in Koburg und Bonn sehlte er. Nach Frankfurt a. M. wanderte er in 12 Tagen, 1885 kam er wegen mangelnder Zeit nur bis Göttingen zu Fuß. 1894 dagegen wanderte er in 18 Tagen von Amsterdam nach Breelau. 1897 kehrte Streubel in seine Heimat Sachsen zurück. Der schlagsertige Bauer. Eine wohl unerwartete Antwort erhielt, w. die„F. 3.“ mitteilt, einbairischer Richter unlängst in einer Prozeßsache von einem verklagten Bäuerlein. Auf dem Wege zu seinem Felde, wo er den dorthin verbrachten Dänger ausbreiten wollte, wurde der Bauer von einem großen Hunde, der mit fletschenden Zähnen auf ihn losging. gestellt. Schon wollte der Hund auf den Bauern losspringen; doch dieser kam dem Angriff zuvor und stieß dem bösen Köter die Mist gabel derart in die Kehle, daß das Tier verendete. Der Hundebesitzer verklagte den Bauer auf Schadenersatz. In der Gerichtsverhandlung herrschte der Richter nun den Bauern an: bei der überwiesenen Titeln gehört die Forderung von 800 000 M für Beschaffung von Kraftwagen. Es wird beschlossen, beim Pleuum die nachträgliche Ueberweisung an die Budgetkommission zu beantragen.— Ueber die in den Etat eingestellten Reichseisenbahnbauten werden vertrauliche Mitteilungen gemacht.— Von Zentrumsseite wird der Monopollieferungsvertrag für Drucksachen mit der Firma Mittler& Sohn bemängelt und freier Wettbewerb beantragt. Die Militärverwaltung teilt mit, daß nach Ablauf des Vertrages die Lieferung in freier Submission vergeben werden soll. Von sozialdemokratischer Seite wird der zu eng gezogene Kreis einer Ringbildung befürchtet. — Vertraulich wird auch die Frage der Neubekleidung der Truppen behandelt, wofür annähernd 4¾ Millionen Mark in den Etat eingestellt sind. — Ueber die diesjährigen Kaisermanöver wird in Metz in militärischen Kreisen folgendes bekannt gegeben: Richt nur das 2. baierische Armeekorps, von dem eine Division in der Pfalz, die andere in Metz und Würzburg liegt, wird an den Manövern teilnehmen, sondern es wird auch bei jedem der beiden manöverierenden Korps eine Kavalleriedivision ge bildet. Zu derselben werden für das 15. Armeekorps württem bergische und badische, und für das 16. Armeekorps baierische und hessische Regimenter herangezogen werden. Das Manöver findet zwischen Zabern und Saarburg in den Vogesen statt, und als Ceneralidee wird das Hervorbrechen einer seindlichen ie Beschaffung der Schnürschube, Lomaschen u. Anschnal#ren gilt folgendes: a) Schnürschuhe. Von gebräuntem der, mit glattem Vorderblatt ohne Verzierungen. Ab2 bis 35 Zeutimeter hoch. Gussallende Form unzulässig. Schnürung oben oder an der Seite freigestellt.— b) Gamaschen. Von gebräuntem Leder, vorn und hinten gleich hoch; der vordere Rand soll bis etwa 5 Zentimeter unter den unteren Rand der Kniescheibe reichen.— c) Anschnallsporen. Aus vernickeltem oder poliertem Stahl. Sporenleder gebräunt.— Schnürschuhe und Gemaschen sind auch gestattet im Felde und Manöver, sowie zum Radfahren und Reiten außer Dionst, nicht aber zum Kirchgang. Durch den Dienst dunkel oder schwarz gewordene Schnürschuhe und Gamaschen dürsen bei allen vorseheno genannten Gelegenheiten getragen werden.— Wir begrüßen diese praktische Neuerung mit Freuden, da sie einen weiteren Schritt bildet zur kriegsmäßigen Bekleidung unserer Offiziere. — Die Militärkavellmeister. Die Petitionskommission des Reichstages hat eine Petition der„Deutschen Militär= Musiker=Zeitung" um Verbesserung der Dienststellung der Militärkavellmeister dem Reichs kanzler zur Erwägung überwiesen. In der Petition wird ausgeführt, daß der deutsche Militärkapellmeister mehr Musiker als Soldat sei und verpflichtet sei. eine akademische Hoch schule für Musik erfolgreich zu besuchen. Der Schwerpunkt seiner Tätigkeit liege in der gewissenhaften musikalischen Schulung der ihm unterstellten Musiker für die Zwecke des militärischen Dienstes. Um dem Militärkapellmeister einen breiteren, günstigeren Boden für seine Betätigung von höheren ohne daß deshalb Verwechselungen mit dem ter zu ungen mit dem Frontoffizi ie Ferner wurde vorgeschlagen, die Stellung finanztell aufzubessern und eine Neuregelung der Witwen und Waisenversorgung in die Wege Kriegsministertums wurde erkli tellung der Stabshoboisten wolleno gegenüberstehe. Die Angelegenheit wird voraussichtlich in den nächsten Monaten ihre völlige Erledigung finden. —** in die Wege zu leiten. Seitens der sgemtnistertunze wurde erklärt, daß en den Bestrebungen, die Stellung der Stabshoboisten zu heben, durchaus wohlzu seiner materiellen Verbesserung das Feld der privaten öffentlichen Konzerttätigkeit eröffnen. Diese Konzerttätigkeit sei für die Pflege der Musik von großer Bedeutung und müsse allgemein als Kuleurjaktor im Werdegang des Volkes bezeich net werden. Bei gliedem entspreche der ihm beigegebene dienst liche Rang in keiner Weise der moralischen Bewertung seines Trägers. Der Militälkapellmeister stehe in der Löhnungs skala unter dem Feldwebel und dienstlich unter dem Zahl meister und dem Kaserneninspektor. Der Unteroffizier könne während des Manövers auf Schloß Urville wohnen und sich von da aus täglich mit der Eisenbahn nach Saarburg oder Chauteau=Salins direkt ins Manöverfeld des 16. Armeekorps begeben. Vor Beginn der Manöver findet über die zusammen gezogenen Truppen am 25. August eine Kaiserparade über das 16. Armeekorps bei Metz. und am 28. August über das 15. bei Straßburg statt. Der Schluß des Manövers findet am Abend des 10. Septembers statt. Nach dem Rückmarsch der Truppen werden sofort die Reservisten entlassen. Der gewöhnliche Frühjahrsbesuch des Kaisers auf Schloß Urville soll in diesem nach einer Reihe von Jahren eine Zivilstellung erhalten. ein Jahre unterbleiben, doch spricht man hier von dem Eintreffen Militärkapellmeister, der auch königlicher Musikdirektor sein der Kaiserin vezw. anderer kaiserlicher Familienglieder. könne. trage als solcher nur Unteroffiziertressen, ohne die — Sunnrichuhe mit Gamaschen für Offiziere. Das Möglichkeit und Aussicht zu haben. in eine höhere Diens M####onungshlatt##r gentlicht ein Verrugung des stellung zu gelangen. Für einen anderen bürgerlichen Beruf Schätzen). Maschinengemehr Sheeilzngen den Jus=3122:“ sich vorzubereiten, bleibt ihm, wenn er es mit seinen Pflichten Schutzen!, Maschinengewehr Abteilungen, des Ingenieur=hnen simme beins Zeit Ea—ird und Pionierkorps und der Verkehrstruppen freistehen soll, genau nimmt. keine Zeit. as wird vorgeschlagen, eine beson an Stelle der hohen Stiefel im Garnisondienst, zum Fesdde..#nun zu schassen, die ihn uver den Unterzuhl dienst, Schießen und Ererzieren einschließlich Besichtigun=weister nelle und diese Rangstellung mit dem Diensttite!„Mu gen bis auf weiteres versuchsweise Schnürschuhe mit(y######meister“ sowie die Erhebung zum„Gehaltsempfänger" zu maschen von gebranntem Leder zu tragen. Berittene Ofi: verbinden. Diese Rangstellung ließe sich ähnlich der des Feld nre legen zu Schnurschuhen und Gamaschen Anschnau webelleutnants denken und könne wohl mit der Verleihung svoren an. Gleich mäßigleit der Fußbekleidung innernalb einer der Offiziersuniform ähnlichen, von dieser durch Achsel der Verbände dari bei keiner Gelegenheit, bei der Schnür= stücke und Musikmeisterabzeichen unterschiedenen Bekleidung schube und Gamaschen zu!anig sind, gerordert werden. Für odne die Unteroffiziertresse in Verbindung gebracht werden, it u EIETT Parteien an den Reiche Pr 100— ** Bemerkung: d 100 abgepbenen gun gen Zmme enffalen auf Narmdalen Perr btender Parteistellung 1.50.6 — Erkiarung Ortschaften mit wenlger als * 2000 hs anter men.— * n n b e l l e n g 9/ 9 0 0"" Grobstäcte im Reich „Sie hätten doch zuerst dar andere Ende der Mistgabol geDie Beteiligung der einzelnen Parteien an den Reichstagswahle 1907. Aus der von uns heute veröffentlichten Statistik über die Beteiligung der einzelnen Parteien an den Reichstagswahlen 1907 ist zu ersehen, in welcher Weise sich die abgegebenen gültigen Stimmen auf die Kandidaten der einzelnen Parteien verteilte. Es ist dabei zu bemerken daß in der Statistik der Wahlbeteiligung nach der Größe der einzelnen Ortschaften fest gelegt ist. Besonders interessant ist das Verhältnis. in dem die Stimmenzahl der Konservativen(einschließlich Reichs partei), Zentrum, Polen mit der wachsenden Größe der Ort schaften abnimmt, dagegen die freisinnigen Parteien und Sozialdemokraten zunehmen. Die konservative Partei hat im ganzen 9.4 v. H. der abgegebenen Stimmen auf sich vereint: in den kleinen Orten unter 2000 Einwohnern aber entjallen auf diese Partei 16.1 v. H. aller Stimmen. in den mittleren Orten brauchen sollen!" Der Bauer erwiderte:„Das wilde Vieh ist ja auch nicht mit seinem anderen Ende auf mich zugesorungen!“ Soich stichhaltigen Einwand mußte man natürlich gelten lassen. Verlegung des Rheinusers. Die baierische Regierung hat einen Regierungsbaumeister nach dem Dorfe Altrip designiert. um die Rückverlegung des baierischen Rheinusers um ungefähr 20 Meter zu überwachen. Es werden dadurch zirka 40—50 000 Quadratmeter baierisches Land auf eine Länge von vier Silo meter zu Wasser zugunsten der Rheinau bezw. Badens, dessen Ueberschwemmungsgebiet damit wesentlich eingeschränkt wird. Ein Bismarcksdenkmal aus dem Niederwald wollen An hänger des Altreichskanzlers aus dem Rheingan errichten. Der für das Denkmal vorgesehene Play befindet sich aus der von einem Aussichtstempel gekrönten Elisenhöhle. Er ist von dem in Bingen vor einiger Zeit gegründeten Denkmalsausschuß be reits für 30000. erworben worden. Mit der Sammlung eines Kapitals für den Bau ist der Ausschuß zurzeit beschäftigt. Im Talar auf der Anklagebank. Zu einem bemerkens werten Zwischenfall kam es dieser Tage in einer Verhandlung vor der dritten Strafkammer des Landgerichts Chemnitz. in der sich der Rechtsanwalt Franz Taube aus Ischopau wegen Beleidigung der Zschopauer Stadtverwaltung durch einen Schriftsatz zu verantworten hatte. Taube war im Talar er schienen und hatte auf einem für die Verteidiger bestimmten Stuhle Platz genommen. Als der Gerichtenor eintrat. ersuchte der Vorsitzende. Landgerichtsdirektor Opo den Angeklagten, zunächst. sich auf den für ihn zurechtgestellten Stuhl im Saal zu speen. Dann entspann sich zwischen Vorsitzenden und Ange klagten folgende Auseinandersetzung: Vors.:„Ich sehe Sie hier im Talar erscheinen: Sie sind hier nicht als Rechtsanwalt, sondern als Angeklagter. Ich finde dies ungeherig und stelle Ihnen auf diese Rüge anheim, den Talar abzulegen.“ Angekl.:„Ich stehe hier als deutscher Anwalt!“— Vors.:„In erster Linie aber al sdeutscher Angekhagter!" Nachdem auch der die Anklage vertretende Oberstaatsanwalt Pohl dem Ange klagten das Recht abgesprochen hatte, im vorliegenden Falle den Talar zu tragen, erklärte der Angeklagte, daß er, um jegliche Schwierigkeiten zu vermeiden, den Talar ablegen wolle Der Vorgang wurde auf Anordnung des Vorsitzenden zu Proto koll genommen. In der Sache selbst erkannte das Gericht auf 75 i Geldstrafe eventuelle fünf Tage Haft. Die deutsche Sprache in England. Man schreibt aus London: Während in deutschen Schulen die englische Sprache die franzosische verdrugen soll, widmet man jetzt auch in England der deutschen Sprache eine großere Aufmerksamkeit als früher. Bei der letzten Jahresversammlung der Gesellschaft für moderne Sprachen, die in Deens College tagte, kam es zu einer interessanten Diskussion über Stellung der deutschen Sprache in mit 2000 bis 10000 Einwohnern haben die Konservativen nur 5.8 v. H., in den größeren mit mindestens 10 000 Einwohnern sogar nur 3.7 v. H. auf sich vereinigt. Aehnlich verhält es sich mit der Reichspartei, nur daß hier die Unterschiede nicht ganz so groß sind. Auch bei der deutschen Reformpartei, den Anti semiten, Christlich=Sozialen usw. sinkt der Anteil mit der steigenden Große der Ortschaft. Ebenso ist es naturgemäß mit dem Bunde der Landwirte und der Wirtschaftlichen Vereinigung. Desgleichen bei den Polen und dem Zentrum, wenn auch hier in abgeschwächtem Maße. Das Zentrum vereinigte im ganzen Reiche 19.4 v. H. aller Stimmen auf sich, in den kleinsten Orten dagegen 24,1 v. H., in den mittleren 22,9 und in den Großstädten 12,3 v. H. Bei den linksstehenden Parteien ist das Verhältnis, wie gesagt, gerade umgekehrt. Am wenigsten tritt dies bei den Nationalliberalen, am stärksten bei den Sozisidemokraten hervor. Die Zahlen der freisinnigen Parteien stehen ungefähr in der Mitte zwischen diesen. Vermischte Nachrichten. Die Küsterin. In Velbert hat, wie die„Rhein=Westsal. Ztg.“ mitteilt, eine Frau Dornemann 31 Jahre lang das Amt einer Küsterin an der evangelischen Kirche verwaltet. Anfangs forderte die Kirchenbehörde einen Ersatz für den verstorbenen Küster. Frau Dornemann übernahm das Amt vertretungs weise, später endgültig. Mehrsache Aufforderungen der Kirchenbehörde um Anstellung eines Küsters blieben unberucksichtigt; später scheint die Behörde die Angelegenheit vergessen zu haben. Mit dem 1. Januar mußte Frau Dornemann allerdings mit Rücksicht auf ihr hohes Alter ihre Tätigkeit einstellen. Die evangelische Gemeinde veranstaltete aus diesem Anlaß eine ehrende Abschiedsseier Theater im Eisenbahnzuge— ein tiefgefühltes Bedürsuis. Aus Paris wird geschrieben: Eine Gruppe von Bankiers, an deren Spitze ein bekannter Theaterliebhaber steht, erwägt den Plan, die Reisenden während langer Eisenbahnjahrten zu unterhalten. Es handel: sich Bärum, jedem Schnellzug einen „Theaterwagen“ anzufügen, sodaß die Fahrgäste, die erwa v### Paris zur Riviera wollen. eine Theatervorstellung genießen können, anstatt einer zweifelhaften Ruhe im Schlafwagen zu pflegen. Der Wagen, an dessen einem Ende die Bühne liegt, soll für 60 Zuschauer eingerichtet sein. Auch ein Orchester. allerdings nur aus einem Klavier, einem Piston und einer Flöte bestehend, soll dabei sein. Den Einwürsen der Eisenbahngesellschaft, daß der Plan unpraktisch sei. will man damit entgegentreten, daß Aehnliches auch von Schlaf und Speisewagen anfänglich behauptet sei. Derartige Wagen lausen wie die Schlafwagen, auch auf internationalen Strecken. Man denkt daran, daß derartige Theaterwagen, namentlich in Amerika und Rußland, wo die Züge tagelang weite öde Strecken durchlaufen, sich bezahlt machen würden. Sie werden nicht alle! Auf diese ewig alte und doch immer wieder neue Erfahrung gründet sich die ungeheute Praxis des Kurpfuschers Heinrich Ausmeier in Küllstedt. Trotzdem er schon mehrjach gerichtlich vorbestraft ist, hat er doch täglich einen dermaßen starken Zuspruch, wie ihn mancher tüchtige Arzt in einem Jahre nicht hat. Der so stark in Anspruch genommene„Heilkundige“ hat soeben wieder wegen fahrlässiger Körpecverletzung(Gesundheitsschädigung) 6 Wochen Gefängnis erhalten. Er war bis vor 5 Jahren Zigartenarbeiter und ließ sich durch die großen materiellen Erfolge seines Bruders in Kirchgandern verleiten, ebenfalis „Heilkünstler“ zu werden. Bereits der Vater. Groß und Urgroßvater haben als Schäfer in Gunterode die Kupfuscherei betrieben. Meist ohne die Kranken zu sehen, wurde auf Grund von angeblicher Harnuntersuchung die Diagnose gestellt und das Heilmittel angeordnet. Die Patienten d. Küllstedter Ausmeier, die in großen Scharen aus den verschiedenen Teilen Thüringens und Hessens zu ihm strömten, haben ihn in kurzer Zeit zum reichen Mann gemacht. Gegenwärtig schweben gegen den geschäftskundigen Mann eine ganze Reihe von Prozessen. In dem soeben beendeten hatte Ausmeier einer 62jährigen Frau in Wanfried a. W. Colodium cantharidetum gegen Gelenkrheumatismus zum Einreiben und Salicylsäure und Aspirin zum Einnehmen verschrieben. Die Frau. um die er sich nicht wieder kümmerte, erhielt nach kurzer Zeit eine dick geschwollene entzündete Hand mit einigen Blasen; auch stellte sich heftiges Fieder ein. Trotz sofortiger ärztlicher Gegenmaßregeln behielt die Frau von der Behandlung des Kmpfuschres eine Verkrümmung und Verwachsung der Gelenke und eine Versteifung der Hand zurück Das blutige Drama in der Forst von Krahne hei Brundenburg a. d. H. hält die Gemuter noch in ständiger Aufregung Der Kampf mit den Wilddieden dem 48jährigen Sarow aus Brandenburg und dessen unehelichen Sohn Rötter sand nachts in der Fasanerie des Herrn v. Schremi ot bei Reckahn statt. Der erschossene Förster Paul Illmann hatte sich mit dem Waldmeister Gollhardk schon tagelang auf die Lauer gelegt, um den Wilddieben, die mit immer größerer Frechheit zu Werk gingen, das Handwerk zu legen. Kurz nach Tritternacht hörten beide das Gebell eines großen Hundes. Sie traten aus der Hütte der Fasancrie und sahen sich zwei Männern gegenüber. Illmann trat vor und rief ihnen Halt zu. Die Antwort war ein Schuß. Der Förster sank in die Brust getroffen zu Boden. Jetzt schoß Gollhardt auf den Wilderer, der zusammenbrach. Illmann machte den Versuch. sich zu erheben und schoß zweimal in der Richtung nach den Wilderern die ebenfalls schossen. G. schoß von der Hütte aus den zweiten Wilderer nieder. Er trat nun vor. Die Nacht oar#iol:hell. Illmann und die beiden Wilderer lagen im Schnee. Der Förster rief nach seiner schwerkranken Frau. G., der allein nicht helfen konnte, eilte ins nächste Dors. Der Gutsinspektor verab sich mit einem Wagen nach dem Tatort, wo man zwei Lote, den Förster Illmann und den Arbeiter Sarow sand. Der Dritte war verschwunden. Mölter hatte sich trot seiner Verwundung entfernt. Ueber Sturzacker hinweg war er bis zur Plane, einem kleinen Nebenflüßchen der Havel, gelangt. Tort überstieg er dann noch einen Stacheldrahtziun, brach dann aber auf dem Eise ein. Es gelang ihm aber nochmal:, sich aus dem Eise herauszuarbeiten, das User zu erreichen und den den englischen Tehrplänen. E. L. Milner=Berry wies darauf hin, daß auch die englischen Mittelschulen beoacht sein müßten, es den deutschen, skandinavischen und Schweizer mittleren Lehr anstalten gleichzutun, und wandte sich energisch gegen das lateinische Studium. das an den Mittelschulen als eine zwealose Uebung des Verstandes fortbestände, nur deshalb. weil man nie gewagt habe, es mit etwas anderem zu versuchen Er schlug eine gründliche Erlernung des Deutschen vor; nicht durch zwei Wochenstunden, sondern durch eine tägliche Stunde. die durch erprobte Sprachkenner auf der Basie der Konver sationsmethode gegeben werden sollten. Der Vorschlag fand energische Unterstützung und gipfelte in einer Resolution, die mit großer Majorität angenommen wurde und dem Kultus ministerium unterkren#et werden wird Moslemischer Festgottesdienst in London. Das Opserfest, eines der große moslemischen Jahrcsfeste, wurde von den Mohammedanern Londons am Dienstag im Holborn Restau rant seierlich begangen. Das Fest wird zur Erimerung an die Verstoßung des Ismael durch Abraham geseiert und wor lange vor Mohanmed ein nationales Fest der Araber. Moham med nahm das Fest in seine Religion auf. Es gehört zu den dewglichen Festen und steht auch mit der großen Pilgerfahrt nach Mecca in Zusammenhang. Die Nachfolger des Propheten die sich im Holborn Restaurant versamelt hatten, zeigten die verschiedenartigsten Hautfarben, von blassem Weiß bis zum tiefsten Braun Der Boden des Saales war mit weißen Tüchern bedeckt worden. Die Teilnehmer des Fester trugen europäische Kleider, aberbuntfarbige Turbane, oder den Jez. Während des Gottesdienstes zogen sie ihre Schuhe aus. Wer keinen Turban hatte, wand sich ein seidenes Taschentuch um den Kopf. Ein türkischer Tabakshändler leitete den Gottesdienst. Er sang eine Anzahl von Gebeten, denen die übrigen. in Reihen mit dem Gesichte nach Südosten hin ausgestellt, lauschten. Nach dem Gebete kauerten die Anwesenden nach türkischer M. nier nieder. und der Tabakshändler verlas in arabischer Sprache die Kutba. eine kurze Predigt, die zur Tugend ermahnt. Dieser Vorlesung folgte ein stilles Gebet, und der Gottesdienst schloß mit der Dua, einem(Fete für Frieden und mit dem Segen. währenddessen die Anwesenden die Hände vor sich hielten. als wenn sie ein Geschenk in Empfang nähmen. In dem indischen Restaurant in der Red Lien Street sand sodann ein mohammedanisches Festessen statt Die lästige Geseslschafterin. In Wien hatte nach dem „Neuen Wiener Tagebl.“ der Rittmeister Baron Anton von Rodich gegen die langjährige Freundin und Gesellschafterin einer Frau eine Besitzstörungsklage angestrengt und die ge richtliche Feststellung begehrt, daß er durch das steie Verweilen der Beklagten in seiner Wohnung in der Ausübung seiner Mietrechtes gestört werde und daß die Beklagte in Zukunft seine Wohnung nicht mehr betreten dürse. Das Bezirksgericht Innere Stadt hatte der Klage Folge gegeben und der Gesell schafterin bei Strafe von 100 Kronen oder drei Tagen Haft das Betreten der Wohnung des Klägers verboten. Die Be klagte fügte sich dem Verbote, allein auch die Gaitin des Klagers, die sich von ihrer langjährigen Gesellschafterin nicht trennen wollte, verließ die Wohnung ihres Gatten und reichte beim Landgerichte Scheidungsklage ein. Ihr Vertreter dete auch gegen den im Besitzstörungsfalle ergangenen Beschluß Berufung an, die jedoch v. Landgerichte zurückgewiesen wurde. Der Ehezwist wurde schließlich auf gütliche Weise beigelegt: die Ehegatten versohnten sich und in den geschlossenen Frieden wurde auch die Gesellschafterin einbezogen, die nun wieder mit Einwilligung des Ehegatten ungestört im Hause des Ritt meisters ihres Amtes walten darf. Die Kanzel auf der Straße. In Brixton, einem südlicher Vororte von London, 1 stseit einigen Wochen die erne Kanze“ zu sehen, die in der englischen Hauptstadt unter freiem Himmel gebalkt wurde. Auf ihr steht zu lesen, daß sie für diejenigen bestimmt ist, die nicht in die Kirche kommen wollen: zu ihnen komme nun die Kirche. Zuerst versammelten sich zu den Pre digten, die dort nicht nur an Sonntagen, sondern auch an Wochentagen abends gehalten werden, immer nur einige Neu gierige; aber jetzt ist der Geistliche, der die Kanzel bauen ließ mit seinen Erfolgen schon mehr zufrieden und er behauptet dort auf der Straße eine Gemeinde von Leuten gesammelt zu haben, denen es sonst niemals eingefallen sein würde, in einKirche zu gehen. Der Versuch soll nunmehr auch in anderei Stadtteteilen gemacht werden. Mon folgt darin bis zu einer gewissen Grade dem von der Heilsarmee zuerst gegebenen Beispiele. Aus der montenegeinischen Skuschtina bringt die„Voss. folgenden Sitzungsbericht. Der Ministerpräsident hatte seine Rede über die Veischwörung gegen den Fürsten Nikita deendet. Nun erhob sich der Skupschtinapräsident und sagte: „Odwohl die Tagesordnung erledigt wäre, möchte ich dennoch den Abgeordneten Gelegenheit bieten, alle Anfragen, die ihnen auf dem Herzen liegen, an mich oder die Minister zu richten.“ Abg. Djuro Dretzun:„Ich frage den Herrn Ministerpräsi denten: Was ist es mit dem Abgcordneten Waso Pajowilsch, der seit drei Tagen hier nicht mehr zu sehen ist? Hat er viel leicht etwas angestellt?"(Gelächter aus der Gallerie.)— Abg Labud Petrowitsch:„Ich möchte mir auch das Wort erbitten, um den Finanzminister in einer Privatangelegenheit zu be fragen. Ich hätte es lieber unter vier Augen getan, da der Präsident sagte, wir sollen alles fragen, was uns am He.:n liegt so.....“(Schallendes Gelächter auf der Gallerie.) Präsident:„Setz' Dich. Labud. Du hast mich nicht verstanden!“ Abg. Christo Takow:„o bin aufgestanden, um den —-"—*** — Wal zu erklettern. Auf diesem blieb er liegen. Der Sendarm aus Golzow sand ihn dort als Leiche. Sie wies zwei Verletzungen auf. Eine Rugel hatte ihm die Imte Hand durchschlagen und war in den Unterleid eingedrungen. Trey dieser 1/Deren Verwundung war der zwanzigjährige Mensch noch etwa 800 Meter weit gelaufen. Nurz vorher hatten die Wild diebe von dem Schierstädtscen Gute mehrere Truthähne gestohlen. An Art und Stelle hatten sie den Tieren die Köpfe abgeschnitten und zum Hohn der Reihe nach auf den Gutshof gelegt. Die ganze Gegend atmet jetzt auf. Der erschossene Förster J. war ein pflichttreuer Beamter. Das allgemeine Mitgefühl wendet sich der schwerkranken Witwe zu. Das bei der Leiche des erschossenen Sarow gefundene Gewehr ist vor einigen Monaten dem Rekahner Förster Albrich gestohlen worden. Dieser erkannte es sofort wieder. Die Untersachung führt der Staatsanwaltschaftsrat Guichard aus Potsdam Die bedenkliche Pelzjacke. Vom Prinzen Mar von Sachsen der bekanntlich als Professor der Theologie an der Universität Freiburg in der Schweiz weilt, wird der„Frks. Ztg." nach stehender lustige Vorfall berichtet. Der Prinz. dessen Abneigung gegen alles Weibliche bekannt ist, liest ern liturgisches Kolleg und pflegt sich stets sehr exakt zur Vorlesung einzu finden. Um so weniger begriffen seine unlängst im Hörsaal versammelten Studenten, daß er sie lange warten ließ. lange über das akademische Viertel hinaus. Und ihre Verwunderung wuchs, als einer von ihnen nachsehen ging und mit der Meldung zurückkam, der Prinz sei da, er schreite im Korridor unaufhörlich auf und ab, nähere sich der Tür, kehre dann aber immer wieder um und könne sich offenbar nicht entschließen, einzutreten. Als daraushin einer der jungen Theologen sich zum Herrn Prosessor hinausverfügte erklarte dieser dem Studenten mit einiger Erregung, er könne den Hörsaal nicht betreten, ein Weib sei darin. Aber ganz gewiß nicht! versicherte der erstaunte junge Mann. Doch! erwiderte der Prinz und wies auf eine am Kleiderpsosten des Korridors haugende Pelzjacke; die müsse einer jungen Dame gehören. Und das sei schändlich! Habe er doch zur Bedingung gemacht, daß in seinen Vorlesungen niemals eine Frauensperson sich därse blicken lassen. Der Student, dem er schwer fiel, ernst zu bleiben, konnte den aufgeregten Professor mit der dem Tatbestand gemäßen Versicherung beruhigen, die bedenkliche Pelzjacke sei masculini generis und gehörte einem polnischen Studenten, der sie heute bei der plötzlichen Kälte zum ersten Male trug Nun war das Hindernis beseitigt, und die Vorlesung nahm ihren gewohnten Verlauf Auszahlung der Theaterbrände in den letzten Jahrzehnten biszu dem noch in frischer Erinnerung stehenden Anglück im Iroquistheater in Chicago wird anläßlich des jungsten Brandes des Opernhauses in Boyertown in einem englischen Blatte gegeben. Im März 1881 forderte der Brand des Stadttheaters und der Oper in Nizza gegen 350 Menschenleben und noch in demselben Jahre, am 8 Dezember, erfolgte die Katastrophe im Wiener Ring Theater, bei der 470 Menschen den Tod in den Flammen fanden. Es folgten: 185. Moskau mit 300 Toten, wenige Tage später der Zirkus Ferroni in Brevitschew mit 325. im Juni des gleichen Jahres das Sommertheater in Dervio mit 50 und im August das Theater(ovi Sanuki in Japan mit 75 Toten. 1886 Rinnivelly(Indien) 10.,, 1887 Opera Comique(Paris) 77, Ereter Theatre gegen 200. 1888 Oporto 170, 1894 Milwaukee 76, 1896 der Zirkus in Ekaterinosloo mit 49. 1897 Kanton mit 130 und der Wohl tätigkeitsbazar in Paris mit 124 Opfern. Dabei sind kleinere Katastrophen, die bis zu 50 Menschenleben forderten. noch gar nicht berücksichtigt Karellmeistergehälter in Amerika. Man spricht so oft von den fabelhaften Gagen. die berühmte Sänger in Amerika er halten. Aber die Dirigenten von Rus u. Namen stehen ihnen kaum nach in dem. was sie verdienen. So erhält der italie nische Kavellmeister Campanini an der Newyorker Oper### Mark die Woche. Die Gage Gustav Mahlers an der Meiropolitan Oper beträgt für die Saison vom 1. Februar bis zum 15. April 80 000 Mark. Muck erhalt von dem Sinfonieverein in Boston für eine Saison von fünf Monaten 60(00) Mark Der Konzertverein von Pittsburg bezahlt dem Dirigenten eines Orchesters Emil Paur 50 000 Mark und Karl Poblig de zieht in Philadelphia 32 00 Mark. Bei Virtuosen sind freil#ch die Summen noch phantastischer. Puderewski hai man bei ei ner Tournee von 80 Konzerten ein Minimum von 6000 Mark für den Abend garantiert. aber seine Tournee bringt ihm fast das Doppelte, im ganzen erwa 1 0m###0 Mark: Kubelik per dient auf seiner Tournee eine halde Million Mart König Lear und das Menn. Bei dem Festessen der Shate speare Gesellschaft in Philadelphia war das Menu in außer ordentlich witziger Weise durch Zitate aus König Lear illn striert. 1. Austern. Narr: Kannst Du mir sagen, wie die Auster ihre Schale macht. 2. Soupe a la reine. Edelmann: Wie heiß sie ist. Sie dampft! 3. Frikassee von Kanaunen. Kent: Jerhackt zu Kardonade ihre Beine.— Schloß Johannts berger 1863. Steinberger Cabinet 1867.— Edmund: Den beiden Schwestern schwör ich meine Liede. Welche soll ich nehmen? Beide? 4. Junge Hühner. Edgar: Mich dünkt. er scheint nicht größer als sein Kopf— Burgunder. Chambertin 1801.— Edmund: Sein Alter wirkt, sein Rang noch mehr, wie Zauder! Ihm alle unsere Herzen zu gewinnen. 5. Kartoffeln Edgar: Der Erde arme Kreatur. 6. Salat. Cornwell: Ich will es glatt und ölig haben 7 Omelette soufflee. Rarr: Gib mir ein Ei. Gevatter. 8 Käse. Narr: Gewiß unter Zwanzsgen ist nicht eine Nase, die den nicht roche, der stink: 9. Kaffee. Lear: Das Schlechteste ist's nicht, wenngleich das Lente. Zigarren. Narr: Ein kleiner Funke und der ganze übrige Körper ist kalt. Seht. hier kommt ein wandelndes Feuer. Wojwoden Lakitsch(derzeit Minister des Innern. Aum der Red.) zu fragen, ob ich für sechs Tage nach Hause fahren darf und ob ich bei meiner Ruckkehr noch Abgeordneter sein und Diaten ausgezahlt erhalten werde.“— Ministerpräsident Tomanowitsch(ironisch):„Du darfst nicht fahren. Christo Was würde der Furst sagen, wenn solche wichtigen Leute bei den Sitzungen sehlten!(Gesachter auf der Gallerie.)— Christo Takow setzt sich wieder und zundet sich eine Zigarette an Abg. Mnjo Wlachowitsch(entrustet ausspringend):„O Leute! Was soll das heißen, daß dir dort an der Decke(Gallerie) uns fortwährend auslachen? Das kommt davon, daß wir unsere Revolver. Pistolen und Säbel im Vorraum abgeben mußten! — Prandent(läutet): Das alles gehört hier nicht der. Ich werde deshalb....“— Abg. Drago Radowitsch:„Bitte Prätzdent. wart' noch ein bißchen! Denn zum Teufel, ich habe einas Wichtiges zu fragen. Auf der nächsten Tagesordnung sieht als erster Verhandlungsgegenstand:„Budget". Ich frage nun den perrn Minister: Werist dieser Budget? Ist das auch ein Berschworer, der aus Belgrad Bomben gebracht hat. um unern Fursten zu morden?— Prandent:„Schweig, Drago. Du das nicht das Wort. Ich schließe die Sitzung.....“ Ein schamloses Erzretzungomanöver führte d. Handlungs gehilfen Hermann Stoll und Leonhard Stodola vor die 4 Strafkamer des Landgerichts 11 Berlin. Stell. der zu der Verhandlung aus der Strafanstalt Plötzenlee vorgeführt wurde, gehört zu denjenigen Leuten, die auf Kosten andeter ein gutes Leben führen wollen, ohne ehrlicher Arbeit nachzu gehen. hierbei sand er in der Person des Stodola eine gleich gesinnte Srele. Auch dieser hutdigte verschiedenen nodlen Passi onen, ohne die dazu gehorigen Mittel zu besitzen. Im Herbst vorigen Jahres saßen die beiden Kerle wieder einmal aus dem Trodenen. Um den Lebemann spielen zu können. kam Stoll auf einen nichtswürdigen Plan. Er hatte eine alte unverhei ratete Tente, die in einem Stift in Steglitz wohnte. Diese suchte er sich zum Opfer eines Erpressungsfeldzuges aus. Eines Tages erschien Stoll bei der alten Dame und erzählte. er sei in einen Prozetz vermickelt, in dem er eine größere Summe als Vorschut an seinen Anwalt einen Rechtsanwalt H. zu zahlen abe. Die Tante ließ sich auch durch die Bitten ihres Reffen erwelchen und gab einen größeren Geldbetrag her. Dieses Celd verpraßte Stoll in einer einzigen Nacht in Gemeinschaft mit Sodola. Einige Tage später veranlaßte der„liebe Nesse“ seinen Inlimus Stodola, sich als„Bureauvorsteher Stein" des Fechtsanwolis H. auszugeben und als solcher mit ihm der Tante in Steglitz einen Besuch abzustatten. Der angedliche „Eureaurorsteher Stein“ spielte seine Rolle so gut, daß sich die olte Tame nochwals dazu herbeiließ. einen Geldbetrag als 7#rschuß für den Rechtsanwalt herzugeben. Sie tat des aber mit de#Tedenten, daß dies das letzte Geld sei, deß sie für Vortänzer am Berliner Hose. Zu Vortänzern für die Fest lichkeiten am Hose des Deutschen Kaisers, die jetzt ihren Ansang genommen haben, sind für dieses Jahr die Oberleutnants Ernst=Albert v. Mutius vom Regiment der Gardes du Corps und Graf Weno zu Eulenburg vom 1. Garderegiment zu Fuß. beide in Poiodam, bestellt worden. Herr v. Mutius, der in der Ausädung dieser Pflichten seinem Regtmentskameraden dem Oberleutnant Grasen v. Pfeil=Ellguth folgt, ist ein Sohn des 1893 verstorbenen Kamerherrn Ernst v. Mutius auf Aldrechtshof in Schlesien. Graf Wend zu Eulenburg, der jüngste Sohn des Oberhefmarschalls Grafen August Eulendurg, hatte die Funktionen des Vckkünzers schon im vorigen Winter inne — Diese Funktionen sind übrigens durchaus keine Sinekure. und wenn die Vortänzer auch für die Dauer ihres Amtes oom militärischen Dienst zumeist diepensiert sind. so stellt dafür der Hofdienst um so großere Ansorderungen an sie. Denn sie leiten den Tanz nicht nur überall da, wo der Hof erscheint, in den Ministerien. Den Botschaften usw., sondern au chin den meisten Privathäusern der Hofgesellschaft, so daß wochenlang an nächt lichen Schtaf für sie wenig I denken ist und sie erst Morgen für Morgen mit dem Frühzuge wieder in Poisdam eintreffen Dem Vortänzer liegt es ob, dafür zu sorgen, daß nicht zu viel Paare auf einmal tanzen. Er läßt sie antreten und gibt an. wie viele von ihnen„abtanzen sollen. Er muß acht haben, daß eine jede tanzlustige Dame auch wirklich Tänzer findet— Mauerblümchen sind bei Hose nicht beliebt— und wenn es notwendig ist, springt er selbst ein Länger als secho Wochen lebendig begraben. Die drei Bergleute, die in Nevada, wie wir berichteten, in einem Berg werke verschüttet waren und durch ein Nohr Nahrungsmittel erhielten, sind nunmehr gerettet worden. Am 19. Jonuar nachmittags erreichten die Rettungsmannschaften, die 45 Tage unter eigener Gefahr gearbeitet hatten, in einer Tieje von 970 Fuß feste Erde und konnten nunmehr ihre Arbeiten de schleunigen. Die ganze Bevölterung der Stadt Ely hatte sich neigesunden, um die Geretteten mit Begeisterung zu begrü hen. Sie erzählten, daß der erste Versuch, ihnen komorimierte Luft zuzusenden, sie fast erstickt habe, weil die Luft ganze Wolken von Staub mitbrachte. Auch der erste Versuch. Wasser und Nahrungsmittel zu befodern, verunglückte durch Zerreißen der Säcke. Später verwendete man eiserne Nöhren vdn zwei Zoll Duchmesser. Es war besonders schwierig, den Leuten Decken zukommen zu lassen. Man mußte die Decken in Streisen von 4 Zoll Breite schneiden und schickte mit diesen Streifen gleichzeitig Nähzeug in die Tiefe. Die Begrabenen näähten die Streifen aneinander und konnten sich nunmenr vor Kälte schützen Humoristisches. An Mark Twain schrieb ein Freund und bat ihn um einen Rat in einer bestimmten Angelegenheit. Er erhielt keine Antwort. auch nicht auf einen zweiten Brief. Nach einigen Tagen schrieb er zum dritten Mal und legte einen Briefbogen und eine Briefmarke bei. Postwendend erhielt er eine Postkarte mit folgenden Worten:„Papier und Marke erhalten. Bitte, sende Kuvert." T. B. Schlau.„Warum haben Sie sich denn eine Schreibmaschine gekauft, wo Sie doch verhältnißmäßig wenig schreiben?"— „Wissen Sie, die Geschichte ist so. Wenn einem früher beim Schreiben zuweilen ein orthograpbischer Fehler unterlausen ist. da haben dis Leute sicher gesagt, das ist ein ungebildeter Mensch. Wenn man aber mit einer Schreidmaschine schreibt, so heißt es hochitens:„Na der vergreift sich auch noch oft.“ (Meggend. Bl.) Ein Unsicherer. Fräulein(während der Festlichkeit in die Kiche kommend):„Denken Sle. Inna. soeben habe ich mit mit dem Inspektor verlobt!"— Dienstmädchen:„Eendlich!" — Fräulein:„Ach ja. schwer genug hat's gehalten: aber rennen Sie, was Sie können, zur Zeitungsexpedition, die Ve lobungsanzeige mug unbedingt erscheinen, ehe er wieder nüchtern ist.“ Der kleine Kosoist. Pfarter(während des Religions unterrichts):„Hansl, wenn Dir Deine Mutter zwei Aepsel gibt. einen großen und einen kleinen, und Du sollst mit Deinem Bruder teilen, welchen wirst Du ihm geben?“— Hansl: Wem“ Meinem größeren oder meinem kleinen Bruder?" Aus den Meggendorfer Blättern. Interessiert.„Die Feuerwehr hat sich aber bei dem Brande der Brauerei wirklich recht drav gehalten!“—„Dös glaub' ich schon!... Es is ja die einzige Brauerei, die wir in der Umgegend haben!“ Der kleine Kasuist. Pfarrer(während des Religionsunterrichtes):„Hansl. wenn Dir Deine Mutter zwei Aepfel gibt einen großen und einen kleinen, und Du sollst mit Deinem Bruder teilen, welchen wirst Du ihm geben?"— Hausl: Wem? Meinem größeren oder meinem kleinen Bruder?" Aus den Fliegenden Blättern. Doppelsinnig.„Männchen, ich war bei der Wahrsagerin.“ Und was sagte sie alles?“„O, unter anderem auch, daß ich sehr alt wurde.“„Ja, da hat sie recht.“ Das Einsochhe. Karlchen:„Ich lerne recht fleißig, damit ich reich werde— und dann kauf ich mir ein Automobil!“ Vater:„Nun, und Du Hans?“ Hans:„Karl läßt mich schon mitfahren!“ Der Pautosselheld in Verlegenheit.„Neulich“ sah ich zufällig, wie Ihnen Ihre Frau ein Buch an den Kopf warf" wissen Sie, ich brauchte das Buch so eilig.“ Standesamtliche Nachrichten. Standesamt Blomberg.— Monat Nov. und Dez. Geburten. Ein Sohn: dem Landwirt Heinrich Wedeking, dem Fabrikarbeiter Heinrich Christoph Hermann Wilhelm Wallbaum dem Ziegelmeister Karl Kehne, dem Arbeiter Hermann Tegeler, dem Rektor Johannes Albrecht, dem Kaufmann Louis Hochheimer, dem Ziegler Karl Brinkmann, dem Fabrikarbeiter August Ovenhausen.— Eine Tochter dem Schneidermeister Heinrich Engelking, dem Musiker Otto Kollmeier, dem Tischler Heinrich Hunte. Ebeschließungen: Tischler Oskar Fichtner zu Lage und Schneiderin Luise Krüger von hier, Maurer Heinrich Gehrken und Zigarrenarbeiterin Dorothee Hilker, beide von hier. Kaufmann Wilhelm Rode in Nath u. Haustochter Luise Pohl hierselbst, Damenschneider August Sstmiedeskamp# hier und Schneiderin Irma Flieg aus Mülhausen im Elsaß. Schlachter Wilhelm Freimuth hierselbst und Haustochter Lina Köstering genannt Richtersmeier in Wöbbel, Handerer Heinr Holste und Wilhelmine Märtens beide von hier, Geschäfts führer Friedkich Langemann in Köln und Haustochter Karoline Besting hierselbst. Maurer Friedrich Schelp in Schieder und Minna Lesemann von hier Sterbefälle: Friedr. Adolf Dreyer, 5 Mon., Martha Alma. Minna Louise Auguste Jösting. 1 Jahr 11 Mon., Hotel besitzer Bernhard Theopold. 63 Jahr. Heinrich Ernst August Wallbaum, 1 Jahr. Ehefrau Luise Sophie Wilhelmine Lange. geb. Stohlmann, 37 Jahr, Wwe. Dorothee Charlotte Amalie Meier geb. Bracht, 81 Jahr. Tischlermeister August Althoff. 69 Jahr. Schlosserlehrling Heinrich Friedrich August Frevert, 18 Jahr. Ehefrau Karoline Charlotte Amalie Capelle geb. Ca pelle. 62 Jahr. „ Standesamt Schlangen.— Monat Dezember. Geburten: Ein Sohn: dem Ziegler Heinrich Klöp ving in Schlangen. dem Ziegler Friedrich Klöpping das., dem Arbeiter Johannes Bohr in Kohlstädt. dem Ziegler Heinrich Kriete in Schlangen.— Eine Tochter: dem Ziegler Hein: Runte in Schlangen. d. Kaufmann Theodor Hamlet das.. dem Ziegler August Schlüter das., sowie eine uneheliche Geburt.— SA Eheschriebungen: Judrmann Friedrich Wildelm Augußt Zeinrich Heuwinkel in Kohlstadterheide und Dienstmagd Rone Wildelmine Konradine Köster in Schlangen; Schleifer Heinrich Friedrich Wilhelm Junker in Schlangen und Dienstmugd Erna Elfriede Hundertmark in Lippspringe; Ziegler Heineich Konrad August Ellerdrok und Dienstmagd Sophie Brechmann, beide in Schlangen; Ziegler Adolf Heinrich Konrad Runte in Kohlstädterheide und Dienstmagd Karoline Luise Marie Hillemann zu Donoperteich; Maurer Karl August Hermann Schmidt und Haustochter Wilhelmine Luise Henriette Fischer, beide in Schlangen; Ziegler Friedrich Karl Konrad Wittdecker u. Dienstmagd Wilhelmine Luise Henriette Huneke beide in Schlangen: Ziegler Konrad Friedrich August Heuwinkel und Dieistmagd Luise Wilhelmine Heuriette Freese, beide in Schlangen.— Sterbefälle: Wittwe Amalie Grünewald in Schlangen, 71 Jahr, Ehefrau Luise Niemeier in Schlangen, 52 Jahr, Maria Lina Henriette Tornede in Kohlstädt, 1 Jahr, Maurer Wilhelm Walter in Schlangen, 50 Jahr. Handel und Märkte. Kurzer Getreidewochenbericht der Preisberichtstelle des Deutschen Landwirtschaftsrats vom 14. bis 20. Januar 1908. Die Berichte vom Auslande waren in der Berichtswoche keineswegs geeignet, das Interesse im Getreidegeschäft sonderlich anzuregen. Wenn auch zweisellos aus dem Weltmarkte ein Bedürfnis für umsangreiche Exportleistungen vorhanden ist, so war man doch keineswegs darauf gesaßt, daß Nordamerika seinen Expoxt im bisherigen Umsange fortsetzen werde. Daß dies auch in der letzten Woche der Fall war, verstimmte umsomehr, als nur auch Argentinien den Ueberschuß seiner großen Ernte in stärkeren Maße auf den Weg zu bringen beginnt. Die argentinischen Ablader patzten sich der schwächeren Stimmung mit einer neuerlichen Ermäßigung ihrer Forderungen an, und die damit zusammenhängende Ermattung der amerikanischen Märkte übertrug sich auch auf Westeuropa. Rußlands Marktlage blieb durch diese Verhältnisse unberührt. In Deutschland ist wieder mildes Wetter zur Herrschaft gelangt, das die Saaten nach kurzer Dauer ihrer schützenden Schneedecke beraubt hat, andererseits aver vor allem am Ryein die Hoffnung auf Wasserzufuhren erweckte, und daher bei den Kaufern Zurückhaltung hervorrief. Aber auch die aus. ländischen Absatzgebiete haben dem deutschen Markt zuletzt wieder ihre Unternutzung entzogen, und da die Mühlen infolge unbefriedigenden Mehlabsatzes wenig Neigung zur Vergroßerung ihrer wohl kaum drückenden Rodstoffbestände zeigten, so hat der Warenabsatz im allgemeinen wieder einen schleppenden Charakter angenommen, was nicht ohne Wirkung auf die Preise blieb, zumal vereinzelt mehr Angebot vom Inlande vorzuliegen schien. Mangel an Unternehmungslust war auch am Lieserungsmarkte der Anlaß für ein langsames Weichen des Weizenpreises, der sich gegenüber letzter Woche per Mai um 5½ A niedriger stellt. Roggen zeigte sich anfangs widerstandsfähiger, da der Bezug vom Auslande keine Verbilligung erfahren hat, muste aber schließlich auch nachgeben, als die Nachfrage auch für diesen Artikel geringer wurde und etwas mehr Angebot vom Inlande herauskam. Schließlich machte sich in gewissem Maße auch die schwächere Haltung des Weizenmark. tes fühlbar, sodaß Mairoggen nach und nach 4### verlor. Im Hasergeschäft war das vermehrte Angebot selbst bei entgegenkommenden Forderungen nur schwer unterzubringen. Mais und Gerste behaupten ihren hohen Preisstand, der aber ebenso wie Befürchtungen wegen der Beschaffenheit des amerikanischen Mais dazu beiträgt, das Geschaft darin einzuschranken. Es stellten sich die Preise für inländisches Getreide am letzten Markttage: Weizen Roggen Hafer Die neute Bahmeerbindung zwischen dem Grossenund Atlantischen Ocean. Neue Verbindung des Grohen und des Atlantischen Ozeaus. Kürzlsch wurde in Mittlamerika eine Eisenbahn dem Ver kehr übergeben, die die beiden größten Meeresteile der Erde. den Stilles und den Akkantischen Ozean, miteinander per kndet. Die neue Strecke führt vom Hasenorte Puerto Barios im Atlantischen Ozean nach der Hauptstadt Guatemala, von wo bereits ein Schienenweg nach St. Josee an der puzurischen Küste führt. Die Bahn ist erbaut und wird betrieben von der Transkontinentalen Eisenbahngesellschaft. Der erste in Guatemala einlaufende Zug wurde mit groger Feierlichkeit in Anwesenheit der Behörden und der Vertreter auswärtiger Mächte begrüßt. Weltmarktpreise: Weizen: Berlin Mai 221.75 (— 5.50), Budapest April 215.70(+ 0.55), Paris Jannar 185.45(— 2.85), Linerpool März 175.10(— 7.80), Chicago Mai 157.80(— 5.60); Roggen: Berlin Mai 211.50(— 4.—): Haser: Berlin Mai 174.75(— 2.75) M. Seidenhaus Michels& Cie. BERLMN SW. 18.—rger Strasse 48-14 Deutschlands grbestes Seidengeschaft Seidenskaffe In seiner Krefelder Fabrik und ver.det Prohen von diesen and erstklaangen Fabrikaten: Glatte. Meier 1.-bia 320 M. Oemmierte Meter 1.50 bi- 15.—1 sowie Katalog von Seidenen Biusen, Japone. Morgenröcken umgeherd und franko. ihren Reffen heigebe. Als die Angeklagten erkannten, daß sie auf gütlichem Wege nichts mehr von der gutmütigen Dame erlangen konnten. nahmen sie ihre Zuflucht zu dem schamlosen Erpressungsmanöver. Die Tante erhielt einen mit„Rechts anwalt Holländer“ unterzeichneten Bries. in dem ihr mitge teilt wurde, daß sie als nahe Verwandte des Stoll verpflichtet sei. für die von ihrem Ressen kontrahierten Schulden einzu treten, andernjalls auf ihr gesamtes Besintum Beschlag gelegt werden würde. Die völlig rechtsunkundige alte Dame bekam einen Todesschreck und zahlte, al sam Nachmittage Stodola in der Maske des„Bitcauvorstehers Stein" bei ihr erschien, die verlangte Summe. In der gleichen Weise erpreßten die beiden noch weitere Summen. nachdem sie die alte Dame durch Tele gramme und Drohbriefe vorher gefügig gemacht hatten Erst als sich das Opfer dieses Gaunerstreichs anderen Personen an vertraute, und sie sich zu dem Rechtsanwalt H. begab. erfuhr sie den wahren SSchverhalt. Sie erstattete sofort gegn ihren Nessen und seinen Komplizen Strafanzeige. Das Gericht be rücksichtiate bei Abmessung des Strafmaßes, daß es sich um schamiose und gemeine Erpressungen und Schwindelcien han delte, und erkannte gegen Stoll auf 1 Jahr gegen Stodola auf 9 Monate Gesängnis. Eine lustige Geschichte aus Mecklendurg. Man schreibt aus Neustrelitz: Vor kurzem weilte König Wilhelm II. von Württemberg als Jagdgast beim Großherzog Adolf Friedrich von Mecklendurg Strelitz. Da beide Fürsten Andänger des Automobilsports sind, begaben sie sich im Kraftwagen nach dem in der Nähe der Residenz Strelitz gelegenen Wildpark. Der junge Erbgroßherzog Adolf Friedrich war ebenfalls mit bei der Parise. Auf der Chaussee begegnet dem fürstlichen Auto mobil eln Gefährt; ein Schimmel und ein Brauner traben sehr gemütlich davor und auf dem Bocke sitzt in Seelenruhe ein Bäuerlein mit seiner diederen Ehehälfte. Als die Huppe des großherzoglichen Automobils ertönt. beginnt der Schimmel unruhig zu werden. Man stoppt sofort auf deranderen Seite und fährt im langsamsten Tempo vorüber. Nichtsdestoweniger fängt das Mecklenburger Vollblut an zu steigen und nach ein paar Capriolen liegt der Schimmel auf der Straße. Die Fürsten eilen sofort zur Hilfe. Der Oroßherzog saßt den Gaul beim Kopf und versucht, ihn aufzuri#ten, vom Erbgroßherzog auf das lebhafteste unterstützt, während der König von Württem. berg mit ein paar kundigen Griffen die Stränge abwirft, um so dem Pferde das Aufstehen zu erleichtern. Das Bäuerlein nebst seiner Frau thront indessen anscheinend ungerührt und seelenruhig auf seinem Bocke. Den vereinten bundesfürstlichen Bemühungen gelingt es endlich, den Gaul auf die Beine zu bringen, und schließlich steht der Schimmel wieder auf allen Bieren. Leutselig Gendet sich der Großherzog an seinen Unterton:„Diesmal n die Sache ja noch gut abgegangen, und unn können Sie erzählen:„Der Großherzog und der Erbgroßberzog haben mein Pferd aufgerichtet und der König von Württem berg hat sogar dabei geholfen!“— In echt mecklenburgischer Ruhe erwidert darauf der Bauer:„Mien leew Herr, dat haren Se ruhig blieben laten künnt. Wenn sönn oll Ding (das Automobil) anküramt, denn fällt der Schimmel ümmer um: de steiht awer nahsten(nachher) ook ganz von sülwen werrer up!"— Sprachs und fuhr seine Straße weiter. Seldstmord wegen verlorener Schönheit. In Krajora nahm sich, wie aus Bukarest telegraphiert wird. eine Millionärin. die Baronin von Schwitzer, durch einen Nevolverschuß da Leben. Die Baronin war die Tochter eines kleinen Laden besitzers und gewann durch ihre außerordentliche Schönhei: das Herz eines reichen russischen Grafen Namens Taliewitsch Sie heiratete im Alter von 16 Jahren. Als sie 40 Jahre alt war, stard der Graf und hinterließ ihr ein Vermögen von mehr als 20 Millionen Mark. Sie beiratete bald darauf den öster reichischen Baron von Schwitzer. Die Baronin. die 50 Jadre alt war. war sehr stolz auf ihre Schönheit, und hatte in der letzten Zeit melankolische Anwandlungen weil fie die Spuren des Alters kommen sah. Vor einiger Zeit versuchte sie, sich zu vergiften. Dieser Versuch schlug sehl und dat jegt den Revolver ergriffen. In einem Bliese, den sie hinterließ, sagt sie, es sei ihr unmöglich gewesen. ihre Schönheit zu überleben. Eine Dame, die noch Soethe gesehen hat. In Weimar sind noch zwei Damen am Leden, die in ihrer Kindheit Goethe ge sehen haben, die eine Dame ist Frau Professor Alerandra Hummel. die Witwe Karl Hummels, die andere deren Schwester Frau Charlotte Harmuth. Auf die Bitte des„N W Journ.“. ihre Erinnerungen an den Dichterfürsten mitzuteilen, ant wortete Frau Professor Hummel in einem Schreiben, dem wir folgende Stellen entnehmen: Frau v. Pogwisch. deren Tochter Ottilie Goethes Schwiegertochter war. bewohnte den ersten Stock im Hause meiner Eltern. Mit Alma v. Goeide. Enkelin der Frau v. Pogwisch. welche einen Winter bei der Groß mutter lebte, verdand mich innige Freundschaft. Sie war ein lebhaftes blühendes Mädchen mit strahlenden Augen und zu Frodsinn und Lachen geneigt, wir haben zusammen unsere ersten Ballfreuden in ihren großmütterlichen Räumen genossen Meine Goethe Erinnerungen sind natürlich nur sehr kindlicher Natur, denn ich war sieben Jahre, als Goethe starb. Da Frau v. Goethe stets auf Zerstreuung des greisen Dichters sann, per anstaltete sie in den Räumen ihrer Mutter Theaterspiele und ledende Bilder, besonders aber Aufführungen, wo ihre Kinder. Wolf und Walter den Großvater durch ihr Mitwirken erfreuen konnten. Da meine Schwester und ich hübsche Kinder gewesen ein sollen, wurden wir oft dabei verwendet. Zu den Büldern nahm Frau v. Goethe hauptsächlich Goethesche Stücke zum Vorwurs. u. a. stand ich einmal mit Walter v. Goethe als Klarchen und er als Egmont. Nach der Aufführung. die besonders gelungen war, liedkoste uns Goethe und nahm mich auf den Schoß, was sich mir besonders eingeprägt hat. Mit Wolf u. Walter v. Goethe verband unsere Familie treu Freundschaft bis zu beider Tod. Die Schreiberin. Frau Alerandra Hummel, ist die Witwe des berühmten Masers Prof. Karl Hummel, den Preller als seinen desten Schüler bezeichnete. Karl Hummel war ein Sohn des Klavierspielers und Komponisten Johann Repomnk Hummel Was eine Lokomotive verzehrt, erfährt man aus dem Anschlag für den Materialienverbrauch der Staatsdahnen. in welchem für das neue Eraisjadr. abgesehen von Koks und Braunkohlen, über 83, Millionen Tonnen Steinkohlen berechnet wurden. Auf die Lokomotivfenerung entfallen allein rund 91: Rillionen Tonnen Stein= und Braunkohlen. Koks usw. Der Durchschnittspreis pro Tonne stellt sich infolge der Kohlenverteuerung jetzt auf 12,80 Mark per Tonne. danach kostet die Lokomotivfeuerung insgesamt über 1211 Millionen Mark! Auf einer Fahrt von 10000 Kilometer verzehrt die Lokomotive 13.40 Tonnen Kohlen zum Preise von 171.52 Mark(gegen 147.77 Mark im Vorjahre! Neue Lokomotiven sollen 550 Stück beschafft werden. die Kosten betragen nicht weniger als 37700 000 Mark Daß man mit den Tönen des Dudelsacks selbst die hungrigsten Wölse vertreiben kann, hat in Kanada ein Schotte entdeckt. Daß man Ratten und Mause mit einer gewissen Art von Musik aus den Hausern bannen kann. ist eine alte Geschichte, aber bei wilden Tieren ist das natürlich etwas anderes. Desto erfreulicher ist es zu hören, daß der Dudelsack bei Wölfen wenigstens ganz sicher wirken soll. Melean. der in Frage stehende Schotte, lebt schon seit vielen Jahren im Norden von Kanada. und als ein treuer Hochländer nimmt er auf allen Jagdexpeditionen stets einen Dudelsack mit. Eines Tages hatte er zwei schäue Hirsche geschossen und war abende damit beschäftigt, dieselden auszunehmen, als er plotzlich Wölse hörte, die schon nach wenigen Minuten bedenklich nahe gekommen waren. Für die Büchse war es schon viel zu dunkel, und guter Rat war teuer. Da dachte Melean an seinen Dudelsack, er nahm ihn von dem Baum und spielte„Die Campbells kommen". Sofort hörte das Heulen auf. Die Wölfe stutzten für einen Augenblick und dann wandten sie sich zur Flucht. Nachher hat Melean noch verschiedene Male versucht, auf solche Art Wölfe zu vertreiben, und bisher ist es ihm immer gelungen er sagt, in ganz hartnäckigen Fällen spielt er eigene Komposttionen, und die wirken dann noch schneller und gründlicher. Balsom.„Sind Sie denn nicht empört darüber, daß Ihr Gatte der schönen Modistin den Hof macht?“—„Absolut nicht! Um manchmal mit ihr plandern zu können, hat er bei ihr kurz hi ntereinander drei wundervolle Hüte für mich bestellt.“ Da mein Warenlager bis April möglichst geräumt sein muß, verkaufe ich von heute ab mit % Blumen, Bänder, Federn, usw. zu und unter Enkaul. Fran Agnes Zelmke Detmold, Bruchstrasse 28. Jodella (Lahusen's Lebertran). Der beste, wirksamste, beliebteste Lebertran Wirkt bletbildend, säfteerneuernd, appetitan regend, bebt die Körperkräfe in kurzer Zeit. Besonders Mutarmen, schwächlichen Erwachsenen. rachilischen(Eaglische Krankbeit), shrefuldsen. 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Beilagen(umsonst): 1) Lipp." Reklamezeile 60 Pf. Beilagen(umsonst) andwirtsch. Ratgeber, 4) Wandkalender, 5) Sommer=, 6) amilienfreund interfahrplan Rotationsdruck u. Verlag: Willy Bruder, Detmold, Hornschestraße 30, Fernsprecher 10. Vertretungen in: Salzuslen, Lemgo, Lage, Blomberg, Horn, Barntrup, Schwalenberg; ferner in fast allen Ortschaften der Aemter Detmold, Schötmar, Oerlinghausen, Lage, Horn, Brate, Hohenhausen, Varenholz, Sternberg: Barntrup, Blomberg, Schieder, Schwalenberg; zusammen über 100 Vertretungen.— Die„Lippische Tages=Zeitung" erscheint jeden Wochentag. Verantwortlicher Redakteur: Willy Bruder, Detmold. Detmold, Sonnabend, den 2s. Januar 1903. Telegramm=Adresse: Tageszeitung, Detmold. 13. Jahrgang Das Schemgesetz. Der dem Reichstage vorliegende Scheckgesetz= Entwurf, der vorgestern an eine Kommission verwiesen worden ist, enthält in der Hauptsache die folgenden Bestimmungen. Zunächst wird der Text eines Schecks genau bestimmt und sodann angegeben, wer als Bezogener bezeichnet werden darf. Als Zahlungsort gilt der bei dem Namen oder der Firma des Bezogenen angegebene Ort. Die Angabe eines anderen Zahlungsorts gilt als nicht geschrieben. Ist bei dem Namen oder der Firma des Bezogenen ein Ort nicht angegeben, so gilt der Ausstellungsort als Zahlungsort. Der Scheck ist bei Sicht zahlbar. Die Angabe einer anderen Zahlungszeit macht den Scheck nichtig. Der auf einen bestimmten Zahlungsempfänger gestellte Scheck kann durch Indossament übertragen werden, wenn nicht der Aussteller die Uebertragung durch die Worte „nicht an Order" oder durch einen gleichbedeutenden Zusatz untersagt hat. In Betreff der Form des Indossaments in Betreff der Legitimation des Besitzers eines indossierten Schecks und der Prüfung der Legitimation sowie in Betreff der Verpflichtung des Besitzers zur Herausgabe finden die Vorschriften der Artikel 11 bis 13. 30, 74 der Wechselord nung entsprechende Anwendung. Ein auf eine Abschrift des Schecks gesetztes Indossament ist jedoch unwirksam. Das gleiche gilt von einem Indossamente des Bezogenen. Ein Indossament an den Bezogenen gilt als Qulttung. Der Scheck kann nicht angenommen werden. Ein auf den Scheck gesetzter Annahmevermerk gilt als nicht geschrieben. Der im Inlande ausgestellte und zahlbare Scheck ist binnen 10 Tagen nach der Ausstellung dem Bezogenen am Zahlungsort zur Zahlung vorzulegen. Für Schecks, die im Auslande ausgestellt, im Inlande zahlbar sind, bestimmt der Bundesrat die Vorlegungsfrist. Das gleiche gilt für Schecks, die im Inlande ausgestellt, im Auslande zahlbar sind, sosern das ausländische Recht keine Vorschrift über die Zeit der Vorlegung enthält. Der Bezogene, der den Scheckbetrag bezahlt, kann die Aushändigung des quittierten Schecks verlangen. Der Ablauf der Vorlegungsfrist ist auf das Recht des Bezogenen zur Zahlung ohne Einsluß. Ein Widerruf des Schecks ist erst nach dem Ablauf der Vorlegungsfrist wirksam. Die Vorschriften wegen der Benachrichtigung der Vormänne: und ihres Einlösungsrechts, sowie wegen des Umsanges der Regreßforderung und der Besugnis zur Ausstreichung von Indossamenten, auf die bisher die Artikel 45 bis 48, 50 bis 52 und der Artikel 55 der Wechselordnung vollinhaltlich anewendet werden sollten, werden dahin eingeschränkt, daß er Inhaber des vergeblich zur Zahlung vorgelegten Schecks verpflichtet ist, seinen unmittelbaren Vormann inaerhalb zwei Tagen nach der Ausstellung der Zahlungsverweigerung oder Protesturkunde, spatestens aber innerhalb zweier Tage nach dem Ablause der Vorlegungsfrist von der Nichtzahlung des Schecks zu benachrichtigen. Die Verjährung der Regreßansprüche gegen den Aussteller und die übrigen Vormänner, die im übrigen für Europa auf drei Monate belassen wurde, ist für Island und die Jarder auf sechs Monate verlängert worden. Im Auslande zahlbare Schecks dürfen auch auf solche Bezogene lauten, auf die nach dem ausländischen Rechte ein Scheck gezogen werden dars. Schecks, welche vor dem auf ihnen angebenen Ausstellungstag im Umlauf gesetzt sind, sind nicht stempelfrei. Für die Entrichtung der Abgabe haftet als Gesamtschuldner jeder, der am Umlause des Schecks im Sinne des§ 5 des Gesetzes betressend die Wechselstempelsteuer im Inlande vor dem Ausstellungstage teilgenommen hat. Auf früher ausgestellte Schecks finden die Vorschriften des neuen Gesetzes keine Anwendung. Aus dem Reichstag. Stimmungsbild. (Von unserem Korrespondenten.) ½ Berlin, 24. Jan. 1908. Die den Geburtstag Sr. Majestät umrahmenden parkamentarischen Feiertage wersen ihre Schatten voraus. Wie Ferienstimmung liegt es über dem Hause, das gestern auf allseitiges Verlangen die heutige Sitzung auf 11 ul er mittags auberaumte, um den Volksvertretern di. Reise zu den heimatlichen Penaten heute noch zu ermöglicen Trotz der„Süßigkeiten“, die ihrer warteten, hatten sich Liebhaber nur spärlich eingefunden, und diese wenigen schienen den„verzuckerten Genüssen“ nur geringen Geschmack abzugewinnen. Dagegen kam bald eine angeregte Unterhaltung in Fluß, darin die Reden über die Zusatz akte zur Brüsseler Zuckerkonvention, der Beitritt Ruß lands zu dem Zuckervertrage und das Abkommen über den Zuckerverkehr zwischen Deutschland und Rußland fast völlig untergingen. Zwar mahnte Präsident Graf Stolberg wiedrholt und immer energischer zur Ruhe, doch ebenso häusig verklangen seine Worte ungehört. So mußte denn Staatssekretär Freiherr von Stengel wohl oder übel darauf verzichten, das Ohr des Hauses zu besitzen, als er die aus der Zuckereinfuhr aus Rußland nach Großbritan= nien resultierende Gefahr für unsere eigene Zuckerausfuhr beleuchtete und schließlich einen Gesetzentwurf zur Ermäßigung der Zuckersteuer ankündigte, falls der finanzielle Ausfall anderweitig Deckung finde. Mit ausführlicher Begründung führte Abg. Graf von Schwerin=Löwitz(kons.) seinen zu der Vorlage eingebrachten Anrag ein, der die Verbrauchssteuer von Zucker von 14 auf 10 M pro Doppelzentner ermäßigen und den Ausfall, soweit er nicht durch gesteigerten Konsum wett gemacht wird, auf dem Wege der Reichsanleihe gedeckt wissen will. Hinter dielem Antrag stehen neben den Konservativen die Reichspartei, die Wirtschaftliche Vereinigung, die Nationalliberalen und ein Teil des Zentrums. Die mitunterzeichneten Polen hatten, so stellte Abg. Grabski(Pole) richtig, nur irrtümlicherweise den Antrag unterschrieben. Die Sprecher der obengenannten Parteien traten— mit mehr oder weniger Sympathie der Vorlage gegenüber— samt und sonders auf den Boden des Antrages. Die übrigen Parteien waren geteilter Ansicht. Mit der Befürchtung eines allzugroßen Steuerausfalles paarte sich die Mißstimmung mit dem Vorgehen der Regierung, die den Reichstag bei dieser für Industrie und Landwirtschaft gleich wichtigen Vorlage erst in zwölfter Stunde zu befragen beliebt habe. Abg. Südekum(Soz.) ersaßte noch schnell die Gelegenheit beim Schopfe, um den Agrariern eins zu versetzen, die zu jedem Opfer bereit seien, wenn es ihnen Vorteil bringe. Dann wurde die Vorlage einer 28gliedrigen Kommission zur Durchberatung überwiesen und auf Vorschlag des Präsidenten Vertagung beschlossen. Erst am Mittwoch nächster Woche werden die Beratungen wieder ausgenommen werden. „„ Sitzung vom 23. Januar 1908. In fortgesetzter Beratung des Scheckgesetzes konstatiert Abg. Dr. Arendt(Npt.) die günstige Aufnahme des Gesetzentwurfs bei allen Parteien; auch seine politischen Freunde stimmten ihm zu, und würden auh auf eine Kommissionsberatung verzichten, wenn sie nich: von anderer Seite angeregt ware. Was die Einzelheiten betresse, so dürse die Umlaufszeit des Schecks nicht weiter ausgedehnt werden, als im Entwurf vorgesehen sei. Besonderes Gewicht lege er darauf, daß durch Bestimmungen des Entwurss die Vordatierung des Schecks ausgeschlossen set. Mit Mommsen sei er darin nicht einverstanden, daß die Banken keine großen Vorteile von den Schecks hätten. Das Scheckgesetz gebe den Banken eine Art Monopol. Was die Postschecks betrefse, so behielten sich seine politischen Freunde ihr Urteil vor, bis eine Vorlage eingebracht sei, nternattonale Postschecks einzuführen, halte er für bedenklich. Auf die Hanptsoche, auf die es eigentlich ankomme, auf die gesetzliche Regelung des Depositenwesens, sei man in der Debatte bisher nicht genügend eingegangen. Die Reichsbanken sollten verzinsliche Depots annehmen, sie würden auch besser tun, wenn sie im Verkehr mit mittleren und kleinen Leuten von einem eisernen Bestande bei dem Giroverkehr absähen. Daß wir die Goldwährung aufrecht erhalten können, das danken Sie(nach links) der Schutzpolitik. Sie müsse so eingerichtet werden, daß sie lebensfähig wird und sich unsern wirtschaftlichen Verhältnissen angliedert. Das Scheckgesetz sei ein kleines Mittelchen, es müßten aber durchgreisende Maßnahmen getroffen werden, um den Geldmarkt kräftig zu gestalten. Abg. Kaempf(Irs. Bot.) meint, Dr. Arendt wolle die Silbermünzen so vermebren, daß sie nicht mehr den Charakter als Scheidemünzen haben, ihre Zahlkraft soll so erweitert werden, daß die Reichsbank in der Lage ist, ibre Noten in Silber einzulösen. Wenn da nicht der bimetalllstische Pserdesuß herausschaue, dann wisse er nicht. Wenn Arendt meinte, wir seien gezwungen, den Zinssuß berab zusetzen, weil England es getan, so müsse er diesen Zu sammenhang bestreiten. Bezüglich des Scheckgesetzes müsse er sagen, daß, was man eigentlich betreibe, sei das Ueber weisungswesen. Der Scheck solle in Fällen, in denen die Ueberweisung eines Kontos unmöglich sei, der Träger und Vermittler dieser Ueberweisung sein. Redner spricht seine Befriedigung aus, daß der Entwurf in so tadetloser Form an das Haus gekommen, er hoffe, daß er zum Segen des Verkehrs ausschlage. Abg. Hormann=Bremen(Frs. Vpt.) bespricht die Vorlage an Hand einer Eingabe der Bremer Handelssammer und empsieblt mehrere Anträge dieser Kammer zur Berücksichtigung in der Kommission. Nachdem noch Abg. Dr. Arendt(Rpt.) gegen die Ausführungen Kaempf's gesprochen, geht die Vorlage an eine vierzehngliedrige Kommission. Es folgt die dritte Lesung des Gesetzentwurfs, betr. die Bestrafung der Majestätsbeleidigung. Aba. Goßling(Frs. Bpt.) protestiert gegen die Ausführungen Heine's in zweiter Lesung, in denen die Königsberger Hartungsche Zeitung als Denunziantin in Sachen des Schandsäulenprozesses ausgetreten sei. Der Strafantrag sei von beleidigken Denkmalsmitgliedern nicht gestellt; der Staatsanwalt habe vielmehr auf Grund der Originallektüre der Königsberger Volkszeitung die Anklage erhoben. Abg. Dr. Frank=Mannheim(Soz.) hebt hervor, auch ein jetziger preußischer Minister habe sich von der Stellung des Strafantrages ausgeschlossen. Das Rechtsempfinden weiter Kreise sei nicht durch die Artikel, sondern durch das Urteil getroffen. Damit schließt die Diskussion. Das Gesetz wird endgiltig gegen die Stimmen der Sozialdemokraten angenommen. Es folgt die zweite Beratung des Gesetzentwurfs. betr. die Haftung des Tierhalters. Abg. Schmidt=Warburg(Ztr.) befürwortet einen Abänderungsantrag seiner Partei, in welchem die Worte des Entwurfs„bei Beaussichtigung des Tieres“ gestrichen werden sollen und die Ersatzpflicht des Tierhalters nicht eintreten soll, wenn er auch sonst im Verkehr die erforderliche Sorgfalt beobachtet hat. Abg. Dr. Barenhorst(Rpt.) bekämpft den sozialdemokratischen Antrag auf Berücksichtigung des Hasen= und Rehwildschadens. Staatssekretär Dr. Nieberding bittet, die Worte „bei Beaussichtigung des Tieres“ aufrecht zu erhalten. Abg. Stadtbagen(Soz.) führt aus, die neue Fassung des§ 833 komme lediglich den Wohlhabenden und Besitzenden zugute. Diese dürf en doch nicht blos den Nutzen von den Tieren haben und könnten sich gegen den Schaden durch Versicherung schutzen. Der Antrag wegen des Hasenschadens stehe in engstem Zusammenhange mit § 833 Der Jagdberechtigte sei als Tierhalter im Sinne dieses Paragraphen anzusehen. Abg. v. Treuensels(kons.) dankt zunächst dem Staatssekretär dafür, daß er in der Vorlage den Fehler aus dem Burgerlichen Gesetzbuche beseitige: der jetzige Zustand widerspreche dem Rechtsbewußtsein des deutschen Volkes. Ueber den Hasenschaden zu klagen, hätten die Sozialdemokraten keinen Grund. Im übrigen kämen mehr die kleinen Leute in Mitleidenschaft, als die Großgrundbesitzer. Wenn der Abg. Molkenbuhr den Agrariern skrupellose Begehrlichkeit vorwerse, die auch nicht vor Kruppeln und Waisen Halt mache, so sei bedauerlich, daß die Reichstagstribüne zu solchen Beschimpfungen der Landbewohner und auch der Landarbeiter benutzt werden dürfe, das kennzeichne das Niveau der Partei und seine eigene; das sei ganz gewissenlose Verleumdung. Vizepräsident Kaempf ruft den Redner wegen dieses Ausdruckes zur Ordnung.— Redner verbeugt sich.(Heiterkeit.) Abg. v. Treuensels(fortfahrend), bittet schließlich, die Vorlage unverändert anzunehmen. Von den Sozialdemokraten wird ein Antrag eingebracht, die Vorlage mit den Anträgen einer Kommission zu überweisen. Vizepräsident Kaempf will über diesen Antrag sofort abstimmen lassen; die Abgg. Gothein, Dr. Spahn und Bassermann empfehlen indessen, zunächst weiter zu diskutieren: da auch die Antragsteller damit einverstanden sind, geschieht dies. Abg. Hagemann(ntl.) bittet, die Vorlage anzunehmen und die Amendements abzulehnen. Abg. Stolle(Soz.) meint, man sei hier im Begriff, einer großen Masse durch Tiere Geschädigter garnicht wieder gutzumachende Nachteile zuzufügen. Das habe auch der deutsche Juristentag eingesehen. Den Gedanken an eine Zwangsversicherung dürfe man nicht zurückweisen. Abg. Dove(Frs. Vag.) meint, eine Kommissionsberatung ware durchaus am Platze gewesen. Selbst die Frage des Hasenschadens könnte in diesem Zusammenhange in der Kommission wenigstens diskutiert werden. Redner stimmt der Kommissionsberatung zu. Staatssekretär Dr. Nieberding warnt vor dersel ben. Wenn alle Konsequenzen der Anträge geprüft werden sollten, so werde die Kommission niemals fertig werden. Abg. Schmidt=Warburg(Zentr.) legt dar. bei der ersten Lesung waren drei kleine Parteien(die Freisinnigen) für Kommissionsberatung, dem habe das Zentrum sich nicht angeschlossen, jetzt aber wünsche eine große Partei diesen Antrag, deshalb schließe sich das Zentrum an. Alsdann wird der Antrag auf Verweisung an eine 14gliedrige Kommission angenommen. Nächste Sitzung: morgen 11 Uhr. Zusatzantrag zur Brüsseler Zuckerkonvention und Maß= und Gewichtsordnung. Schluß 5½ Uhr. Politische Aebersicht. Deutschland. * Detmold, 25. Jan. 1908. — Der Kaiser besuchte gestern früh den Reichskanzler und den Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, gewährte im Marstall dem Bildhauer Prof. Tuaillon eine Sitzung für ein Reiterstandbild und hörte im Schloß den Vortrag des Chefs des Admiralstabes der Marine.— Gestern aben# 7¼ Uhr traf Prinz und Prinzessin Heiurich von Preußen auf dem Lehrter Bahnhose ein. Die Kaiserin war zum Empfang anwesend und geleitete mit dem Prinzen die auf der Reise nach Rußland befindliche Prinzessin nach dem Schlesischen Bahnhof. Prinz Heinrich nahm im Königlichen Schloß Quartier. — Aus St. Moritz wird gemeldet: Die deutsche Kronprinzessin ist gestern nachmittag von hier abgereist. Ge wurde von dem Erbgroßberzog Franz Ferdinand und seiner Gemahlin, sowie von dem Kronprinzen und der Kronprinzessin von Dänemark an den Bahnho#f# geleitet. — Rückgang der Majestätsbeleidigungsprozesse. Seit dem bekannten, die Bestrafung wegen Majestätsbeleidigung betreffenden Allerhöchsten Erlasse vom 27. Januar 1907, is nach der„Neuen politischen Korrespondenz“ in Preußen ein bedeutender Rückgang der Majestätsbeleidigungsprozene zu verzeichnen. Während im Jahre 1906 in Preußen 111 Personen wegen Majestätsbeleidigungen verurteilt und 19 Personen von der Anklage freigesprochen worden sind, hat im Jahre 1907 die Zahl der Verurteilten 53 und die der Freigesprochenen 10 betragen. — Die sächsische Regierung hat dem Landtag einen Entwurf über ein Jugendfürsorgegesetz zugehen lassen, für dessen Erlaß sich der Minister Graf Hohenthal im Landtage sehr warm aussprach. Das Gesetz soll auf Kinder und Jugendliche bis zum Alter von 16 Jahren ausgedehnt werden, und der Staat soll den vierten Teil der Kosten tragen. Die übrigen Kosten sollen den Kommunal= verbänden zur Last fallen. Samtliche Fraktionen sprachen sich für ein derartiges Gesetz aus, verlangten aber Ausdehnung bis zum 18. Lebensjahre und eine Uebernahme eines größeren Teiles der Kosten durch den Staat. Als konservativer Fraktionsredner machte der Abgeordnete Dr. Kühlmorgen auch die Sensationspresse und die vielfach zu wettgehende Cefsentlichkeit der Gerichtsverhandlungen für die Kriminalität der Jugend verantwortlich. Im HardenProzeß sei ein wahrer Schmutzstrom in die Oeffentlichkeit geflossen. — Der Vorsitzende des Gesamtverbandes evangelischer Arbeitervereine, Liz. Weber, gibt den Arbeitervereinen folgendes bekannt:„Mit tiefer Trauer teile ich den Gliedern des Gesamtverbandes mit, daß das Vo ehen der Bayern im Flottenverein den Rücktritt des bochverdienten und für den Flottenverein unersetzlichen Präsidenten Fürsten Otto zu Salm=Horstmar veranlaßt hat. Ich bedauer diesen Vorgang auf das allertiefste und sehe der Weiterentwickelung des Flottenvereins mit ernster Sorge entgegen. Sollte es nicht gelingen, den Flottenverein als unabhängigen Volksverein zu erhalten, so has er seine Bedeutung verloren, und ich würde dann den Austritt des Gesamtverbandes beantragen“ — Rücktritt des Gouverneurs Sols. Die„Tägliche Rundschau“ meldet:„Gouverneur Solf hat nach soeben aus Samoa eingetrossenen Nachrichten nunmehr doch seinen Abschied eingereicht. Die unmittelbare Ursache i# wieder in Mitzheiligkeiten mit Pflanzern zu suchen, die nun schon eine Reihe von Jahren das Wirtschaftslebn Samoas beinträchtigen. Die Pflanzer hatten neuerdings zwei neue Mitglieder in den Gouvernementsrat gewählt, die der Gouverneur als seine Gegner betrachtete. Der eine davon, der Direktor der Deutschen Samoagesellschaft. Herr Richard Deeken, einer der ältesten samoanischen Pflanzer, hat schon schwere Febden mit dem Gouverneur ausgesochten. Da Herr Dr. Solf vergebens gegen diese Wahl ankämpfte, so hat er nun die Konsequenzen gezogen.“ — Chinesische Schiffsbestellungen in Deutschland. Einer Meldung der„Morning Post“ aus Schanghal zufolge Kleines Feuilleton. Neue Römerfunde Von dem Pfarrer Dr. Kleiermanns in Cornelimünster bei Nachen ist ein umfangreiches römisches Trümmerfeld entdeckt worden, das von besonderer Bedeutung sein dürfte. Vermutlich handelt es sich um eine umsangreiche römische Ortsansiedelung oder ein Kastell. Die bisher freige legten Mauern lassen eine außerordentlich seine Stuckbekleidung in leuchtenden, wunderbar erhaltenen Farben erkennen, unter denen rot, grün und blau vorwiegen. Durch das zum Bau verwendete Material mit seinen glitzernden kristallenen Bestandteilen wird der Reiz der Farben erhöht. Man macht außerdem noch andere wertvolle Funde: Münzen mit dem Bilde des Kaisers Vespasian und verschiedene Urnen Die Gelehrtenwelt bringt dem Funde großes Interesse entgegen. Der Kreisausschuß ist an die Provinzial= und Staatsehörden herangetreten, um d. nötigen Mittel zur Freilegung der ganzen Ansiedelung zu erhalten. Einstweilen werden die Ausgrabungen, die nicht sonderlich schwierig sind, unter der Leitung des Professors Dr. Schmidt von der Technischen Hoch schule und des Museumsdirektors Dr. Schweitzer in Nachen fortgesetzt Was den Fund noch besonders interessant macht, das ist die Tatsache, daß man dabei auf ein großes römisches Bergwerk gestoßen ist. Bereits in den fünsziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts sand man einzelne römische Bergwerkshalden auf, die an die Hütte in Münsterdusch ver kauft wurden, wobei mancher Schmelzosen gespengt wurde. Nunmehr ist festgestellt, daß es u mzwei große Industriezentren handelt, die bei den heutigen Ortschaften Breinig und Gresse nich gesegen und durch Zwischenkolonien verbunden waren Man hofft, daß es gelingen wird. die Reste römischen Bergbaues und Hüttenwesens freizulegen, um ein genaues Bild der bergmänni chen Tätigkeit der alten Römer zu gewinnen. M kwürdig ist, daß im Volkomunde der Umgebung eine Sage lehendig st. wonach in alter Zeit hier eine große Stadt gestan haben soll. Wie scheint wird diese alte Sage nun doch noc zur Wahrheit werden, vorausgesetzt, daß von der Provinz und dem Staate die ersorderlichen Mittel zur Freilegung Feldes bewilligt werden. Neue Brunnen an der Saalburg. Eine besondere Eigentümlichkeit des Saalburgkastells bilden ihre zahlreichen Brunnen. Eine so ausgedehnte Wasserversorgung muß um so mehr auffallen, wenn man erfährt, daß z. B. in dem gleichartigen Limeskastell Zugmantel bei Idstein, in dem heute schon 100 Keller und Kellerwohnungen inner= und außerhalb des Kastells ausgegraben sind, nicht ein einziger Tiefbrunnen angetrossen ist, dan sich dort also nur mit der außerhalb gelegenen Aarquelle begnügt haben kann. Daß aber trotzde mauf der Saalburg noch lange nicht alle Brunnen gefunden sind, zeigt der letzte Jahresbericht des Museums, nachdem im Lause des Jahres 1907 wiederum acht Stück neu hinzugetreten sind. Damit ist die Gesamtzahl auf 79 gestiegen. Diese Brunnen bilden trotz d. großen Kosten und Gefahren, welche ihre Ausräumung veranstalten, immer sehr begehrte Fundgruben, da während ihrer Benutzung so manches Stück hineingefallen ist, als man bei Tiefen bis zu 21 Meter nicht mehr herausholen konnte, andererseits aber auch Brunnen früherer Perioden nach ihrer Aufgabe, meist wohl nach einer Erstürmung des Kastells, mit allem nahe liegenden Schutt zugesüllt wurden. Gewöhnlich verschwanden bei dieser Gelegenheit ganze Düngerhausen, mit den seinerzeit darauf als wertlos fortgeworsenen— und für uns jetzt so sehr wertvollen!— Abfällen. In manchen Brunnen kam dabei wirklicher Dünger mit allen möglichen organischen Resten wie Heu. Stroh. Holzspäne, Farren, Moose und Schachtelhalm zum Vorschein.— So erkläken sich vor allem die vielen Schuhe, Sohlen. Lederreste. u. die mancherlei in den unteren Schichten konservierten, oft zerbrochenen Holzgegenstände und Holzabfälle. Unter den neuen Funden des Jahres 1907 befinden sich allein vier große viereckige Schachlbrunnen aus der Mitte des zweiten nachchristlichen Jahrhunderts, u. zwei rundgemauerte üngere westlich vom Kastell. Brunnen 77, dicht hinter der Porta Decumana, war mit seinen dicken breiten Bohlen so hoch und gut erhalten, daß man den oberen Teil ergänzen und das früher vorhandene Brunnenhaus leicht rekonstruieren konnte. Unter den Einzelfunden war vielleicht der wichtigste ein Holzschloß, das genau den rekonstruierten Modellen und den heute noch, vornehmlich auf dem Lande, in vielen Gegenden verwendeten Schiebeschloß, vollständig entspricht. Seine Form hat sich also fast 2000 Jahre lang trot aller Fortschritte in der Technik erhalten. Für den Wiederaufbau be sonders wertvoll waren Stücke vo Fenstersprossen mit Nuten für Glasscheiben aus Nadelholz. genau wie diejenigen aus dem Schutthügel des berühmten Kastells Vindonisst bei Brugg in der Schweiz. Fast genau so waren sie beim Aufbau der Kastellbauten ausgeführt worden. Die so oft betonte Uebereinstimmung mit unseren modernen Werkzeugen zeigt wiederum ein vorzüglich erhaltener Hodel aus Buchen holz mit zwei Grissen, zu dem noch aus einem anderen Brun nen das vollständige Werkzeug eines Küfers hinzutrat. Die Tätict dieses Handwerkers hat gerade in dem Brunnen manche Spuren hinterlassen. In keinem sehlten Eimer etc., wenigstens ihre Dauben, Reisen. Henkel u. a. die neuen Brunnen lieferten sogar eine Menge großer und kleiner Dauben von hohen Bütten und ganz niedrigen großen Bottichen aus Eichen= und Nadelholz Dabei ist eigentlich zum erstenmale Nadelbolz in größeren Mengen, und zwar sehr breitfaseriges, vielleicht fremdländisches(Lärchen= und Eibenholz?) zum Vorschein gekommen. Neu sind auch einige hübsche Stücke aus dem weiblichen Haushalt: eine vierkantige Spinbel aus Buchenholz mit ihrem Wirtel und ein Quirl! Wo mag die fleißige Hausfrau hingekommen sein, die diese gehandhabt hat! Von einem Schreibtäselchen kam eine Hälfte zu Tage Zugehörige Schreibgriffel dazu fanden sich wiederum 21 Stück. meist im Kastell. einige gemeinsam mit einem prachtvollen silbertauschierten Tintensaßzdeckel. An zahlreichen Schuhsohlen fehlte es natürlich wieder in keinem Brunnen; sie werden bei ihrer großen Zahl schon bald nicht mehr beachtet, dagegen fanden sich noch vor Jahresschluß zwei der Schuhe mit reichen durchbrochenen Mustern, wie sie schöner bisher noch nirgende bekannt gworden sind. Schmucksachen sind selten in Brunnen. Desto erfreulicher war die Auffindung einer Gemme an einem eisenen Ringe und ein schöner silberner Schlangenring. Er mag der Verliererin, die beim Wasserholen das wertvolle Ge schenk verloren hat, ebensoviel Tränen gekostet haben, wie er den Findern Freude gemacht hat. Daß die Römer aber trotz ihrer Erfahrung im Berg= und Brunnenbau auch viel vergebliche Arbeit gemacht haben, zeigte ein angesangener Brunnen westlich vom Kastell. Der Schacht war knapp vier Meter tief hinabgetrieben und auf seinem Boden lag der heute noch als „Zweispitz" bekannte Steinmetzhammer, mit dem der harte Felsboden bearbeitet war. Er war beim Abspitzen der Wände abgebrochen, und der angesangene Brunnen aufgegeben, weil das harte Felsgestein keinen Tropsen Wasser gab. Im allgemeinen war Eichenholz am meisten vertreten, besonder# wurden viele schöne und bis 45 Zentimeter breite und 14 Zentimeter dieke Bohlen hervorgezogen, die uns andererseits wie. der die gewaltigen bei uns immer seltener werdenden Eichenstämme ins Gedächtnis zurückrufen, aus denen sie geschnitten. oder richtiger gesagt, gerissen sind. Diese großen Stücke lassesich leicht konservieren, die kleinen aber, besonders aber diejenigen aus Weichhölzern, machen für die Erhaltung noch sehr viel Schwierigkeiten, da sie sofort eintrocknen. Vorläufig begnügt man sich immer noch damit, daß man sie photographiert und sofort in Gips abgießt, damit wenigstens die Form demeist sehr seltenen Stücke erhalten bleibt. Siegfried Wagners neue Oper. Man schreibt dem„Hannoy. Courier“ aus Hamburg: Im Stadttheatenr, der einzigen Bühne, die sich stets beeilte, alle bisherigen Bühnenwerke des jungen Wagner aufzuführen, ist nun auch die fünfte Oper„Sternengebo““ gegeben worden. Eine sechste hat Siegfried Wagner vollendet. und zu einer siebenten liegt der Text bereits vor. Was für die spezisisch=dramatische Bewertung in den vier ersten Opern ein Hindernis ausmachte, war des jungen Wagnero Reigung. den Gang der eigegtlichen Handlung mit volksmäßigen Gebräuchen, allerlei Spätzen. Hexenspuk, Grotesken und Allegorten zu durchsetzen, trotz des ernsten Grundtons aller Werke. Im„Sternengebot“ verzichtet er zum ersten Male auf alles Beiwerk, das das Interesse vom eigentlichen dramatischen Gegenstande auf Nebenwege leiten könnte. Trotzdem war der Erfolg der Uraufführung nicht stärker als bei den Bühnenstücken, seit dem„Herzog Wildfang“. Den ersten Akt hörte man respektvoll, onue das Verlangen nach dem anwesenden Autor zu bekunden; der zweite Akt erst brachte ihm stärkere Sympathiebeweise, die auf eine durchaus persönliche, ehrlich gemeinte Auszeichnung abzielen sollten. Und der Abschluß der Aufführung— an deren Vorberettung übrigens Kapellmeiste Müller aus Bayreuth und Siegfried Wagner selbst an erster Stelle seit Wochen den regsten, energischsten Anteil genommen hatten— brachten außer der Unerkennung des Darstellungsergebnisses eine noch vervielfachke Zahl persönlicher Auszeichnungen Siegfried Wagners... Der Handlung, die im 10. Jahrhundert am Hofe des salischen Herzogs Konrad spielt, llegt der alte Volksglaube zugrunde, der jede Verkündung aus den Sternen für heilig hält. Erst der Held. Helferich mit * GrenSpe. inr am. Salhte ast.e2.&m. Cele ##t bisher Reigung, seinen Reichskanzler folgt:„Ich wett, daß schlecht inforabends verabund ich kann — Amt zu verlassen.“ die Schwierigkeiten der Parteilage!“ warf der Korcespondent ein. Darauf Fürst Bulow:„Augenehm liegen dis Dinge gerade nicht; aber darum wird man doch nicht gleich die Flinte ins Korn wersen.“ Der Reichskanzler wer in bester Laune und machte auf den Korrespondenten den Eindruck zielbewußter Sicherheit. *— Baden 1#d die Reichssinanzreform. Karlsruße, 61. Jan. Eine hiesige offiziöse Korrespondenz äußert sich über die Stellung der badischen Regierung zer Reictinanztelerm. Die Rotlage des Reis verschlimmere sich von Jahr zu Jahr. Das Reichs stzit von 170 Millionen betrage für Baden allein 24 Millionen A. Die Stundung der Matrikularbeiträge sei ungesunde Finanzwirtschaft, ebenso wie die Gepflogenheit des Reiches, Schatzanweisungen auszugeben, wodurch der hode Reichsbankdiskont mitverschuldet sei. Die Einzelstaa ten, welche zur Aufbesserung ihrer Beamten neue Steuern einführen müßten, hätten infolge des ungesunden Finanz systems unmittelbar auch die Aufbesserung der Reicho beamten mitzutragen. Die Finanzminister der Bundes staaten seien einig darüber, daß die Finanznot in genügen er Weise durch Erhöhung der Tabakbesteue rung und Erhöhung der Branntweinsteuer behoben werden könne. Die Befürchtungen der Tabakindustrie seien gegenstandslos; es sei deshalb zu hoffen, daß r linke Flügel des Blockes die Wege gehen werde, welch die Regierung vorzeige. Die offiziöse Auslassung enthält nichts über den Ausbau der Erbschaftssteue! obwohl die Nachricht, Baden sei für die Erweiterung dei Erbschaftssteuer, vor kurzem von derselben offiziösen Kor respondenz bestätigt worden ist. Das läßt darauf schließen, daß für dieses Projekt im Bundesrat nur eine kleine Mi norttät zu haben ist. — Die brannschweigischen Landboten beim Regenten Draunschweig, 23. Jan. Das Regentenpaar hatte zu heute abend die Landtagsabgeordneten, sowie die Spitzen der Zivil= und Mitttärbehörden zum Diner eingeladen. das im Ballsaal des Residenzschlosses stattsand. Im Laufe des Diners erhob sich der Herzog und hielt folgende An sprache:„Meine Herren! Indem ich Sie freudig hier will kommen heiße, erhebe ich mein Glas und fordere Sie auf. mit mir einzustimmen in den Ruf: Gott schütze und seguc unser liebes Braunschweiger Land! Hurra, Hurra, Hurra!“ Die Kapelle des Husarenregiments spielte darauf die Weise: „Wir lustigen Braunschweiger!“. Unmittelbar darauf rich tete der Präsident des Landtages, Geh. Justizrat Semler eine Ansprache an das Regentenpaar, in der er dem Herzo: für das gnädige Wohlwollen, das ihnen soeben entgegen geklungen sei, dankte und betonte, daß die Abgeordneten se bemühen würden, ihrer Aufgabe gerecht zu werden würden sich in diesem Bemühen auch durch den Radar der Gasse nicht abhalten lassen. Ferner dankte der Redner dem Herzog für die unablässigen Bemühungen um die Förderung des Wohles des Landes und schloß: Wir alle, die berufenen Vertreter des Herzogtums, geloben Ew. Ho bett unverbrüchliche Treue und Ergebenheit, wie wir an dererseits auch überzeugt sind, daß unsere verfassungsmäßi gen Rechte bei Cw. Hoheit in den besten Händen verwahr: liegen. Redner schloß mit einem dreimaligen Hoch auf das Regentenpaar. woran sich der Gesang„Heil Dir im Siegerkranz“ schloß. Nach der Tafel begab sich das Re gentenpaar mit den Gästen in den weißen Saal, wo der Herzog jeden einzetnen der Gäste mit einer Ansprache aus geschnete. — Zur Nordseer= und Oßsee= Frage erfahren Berliner Blätter noch aus maßgebender Quelle: Die Verhandlunger betr. den Statusguo in der Ostsee, sind zunächst ohne Be ung Englands eingeleitet worden. Im Verlauf dieser elegenheit sind seitens Englands Vourparlere iet worden, welche die Beratung des Statusquo in der Nordsee zum Gegenstand hatten. Deutscherseits in dierauf erklärt worden, daß man zur Besprechung dieser vgelegenheit berett set, ohne sich irgendwie festlegen zu len. Es ist deshalb vollkommen überflüffig, wenn ne der Auslandspresse auch noch ein Teil der deutschen resse sich fortgesetzt bemüht, in diese Tatsachen allerlei zutnterpretteren.— Petersburg, 2. Jan. Die sche Polttik in der Ostseefrage wird durch die„Nowoje nie“ auch nach den durch das russische Kommuniquc vom 20. d. M. gegebenen Aufklärungen verdächtigt. Deutsch land habe, so schreibt das Blatt, die Frage, ob die Ostsee #lb mare elausum anzusehen sei, angeregt, um in Friedenszeiten die Ostfee in ein mare teutonicum zu verwan dein, im Falle eines Krieges aber eine Beschietzung der Osseeküsten zu verhütten. Die Ostseefrage sei somit aus schlteßlich deutsches Interene.— Demgegenüber kann, so terkt dazu das„Wolffsche Bureau“, wiederholt auf das bestimmteste erklärt werden, daß die Frage des mare clausum bei den Ostseeverhandlungen überhaupt nicht Prörtert, mithin auch niemals von deutscher Seite an geregt worden. — Bischof Heuninghaus, Apostolischer Vikar von Süd Schantung(China), wird nach der Germania am 29 Januar in Berlin eintressen und vonl Kaiser in besonderer Audienz empfangen werden. Der Bischof wird einige Tage in der Reichshauptstadt verweilen und bei dieser Gelegenheit in einer großen Katholtkenversammlung einen Vortrag über das Sissionswerk in China halten — In dem Prozeh Moltte=Harden ist das von der 4. Straf ommer des Lasidgerichts I ergangene Erkenntnis, das etwa * Folisseiten füllt, nanmehr schriftlich dem Angeklagten zuge gellt. Gegen das Urteil ist von dem Grafen Moltke als Rebenkläger Nevision nicht eingelegt, dagegen ist von dem Die Rechtsertigung der ihre drei„Dreadnonabts“, dis zurzeit auf englischen Wers=! 2 Die Sied en Railers Sehurtston. Rotd d. Bestsetzungen Instzrat Dr. Vernstetn=Rünchen derkten gebaut werden, Er den Bas eines Krieges der Union der Postorduung gehört das Gchartoten deo Kasoung an denVerlhauer Akurnommeg. Die Reoison mut, Ziugm anderen Staate an die Veretnigten Staaten ab- kertoep Heftaogen, an, duuag, aucd guug sio auf einm Wertiag le und rachtliche Müngel.(josaon, der Bed, Telcgsoodens= und Serahprachterc um in sautegebeschrbetung wahrgenommen wird. u alle nächsten Montag ein. Die Postschalter uind an mittel Gebrauch gemacht worden Roviston hat nebRechtvonwalt Dr. rügt mehrere formelle — Der Militär= Stat in der Budgetkommission. Die Budgetkommission des Reichstages bat sich noch nachträglich den Titel„Beschaffungen, Anlagen und Versuche auf verkehrstechnischem Gediete, Beihilfen zu militärisch wichtigen Unternehmen dieser Art“, überweisen lassen. Dieser Fonds ist diesmal u. a. um 800000 M erhöht für Beschaffung von Kraftwagen verschiedener Art, ein Subventionsfonds. In Frage stand, ob man die ersorderlichen Kraftfahrzeuge auch im Frieden unterhalten oder ob man sie erst im Kriegssalle requirieren solle. Der Mitberichterstatter Erzberger(Ztr.) erhebt grundsätzliche Bedenken gegen Zuschüsse im Frieden; auf Grund des Kriegsleistungsgesetzes können sämtliche Automobile im Kriegsfalle requiriert werden. General Sixt von Arnim führt aus, die Beschaffung eines eigenen Wagenparks für Kriegszwecke sei ausgeschlossen, einmal wegen der hohen Kosten, sodann, weil das System ja bald veralte, und vor allem, weil es ein totes Kapital sei, das man im Frieden nicht ausnutzen könne. Selbstverständlich würden nur friegsbrauchbare Fahrzeuge subventioniert werden. Es solle ein völlig freier Wettbewerb zwischen Fabriken, Pri vatinteressenten und Kommunalverbänden berrschen Betracht kommen in der Hauptsache Kraftwagen mit an gehängten Belastungswagen, also Lastzüge für Chausseen Erzberger hat budgetrechtliche Bedenken gegen mehrjährige Verträge, aber der Kriegsminister legt dar, daß schon bis her eine Reihe von Verträgen auf mehrere Jahre mit Lieferanten abgeschlossen werde, natürlich immer vorbehalt lich der(Heuehmigung durch Reichotag und Bundesra“ Schließlich wird der Titel, so wie er im Etat steht, geueh migt, Anträge der Sozialdemokraten, den Fonds als künf tig wegfallend zu bezeichnen, und des Zentrums, ihn in das Extraordinarium zu nehmen, weil es sich doch un Dinge in Versuchsstadien handle, abgelehnt.— Im Extra ordinarium wird ein Antrag der Wirtschaftlichen Vereini nung angenommen, der die verbündeten Regierungen um Erwägungen ersucht, über Einführung von Unterricht im landwirtschaftlichen und gewerblichen Fortbildungsschu wesen für freiwillige Teilnehmer aus den Mannschaften des zweiten Jahrganges, im Einvernehmen mit den land wirtschaftlichen Behörden und Organisationen, sowie unter Schulbehörd Beiziehung der ilbehörden. Frankreich. Aus Toulon wird Paris, 24. Jan. Aus Toulon wird berichtet, daß in der vergangenen Nacht eine Barke in das Arsenal eindringen wollte, und zwar an einer Stelle, wo sich die im Bau begriffenen Unterseeboote befinden. Der Wachtposten rief die Insassen der Barke an. und da kein: Ant wort erfolgte, gab er Feuer. Die Barke kehrte hierauf chleunigst um. Einer der Insassen dürfte verwundet sein. Spauien. #adrid, 23. Januar.(Der spanische Außen ner über Marokko.) Der Minister des Nen sern erklärte in einem Jnterview der„Epoca“ gegenüber. die Proklamation Mulen Hafid's schließe kein neues juri stisches Problem in sich. Die spanischen Konsuln hätten Befehl erhalten, Abdul Asis als alleinigen Herrscher anzu erkennen. Das Ziel der französisch=spanischen Bemühnn zen sei einzig die Achtung vor den Verträgen, die Ersüllung der internationalen Verpflichtungen, der Schutz von Leben und esitz der Fremden und die Freiheit des Verkehrs. Un ser Streben in Marokko, so erklärte der Minister, geht nur dahin, daß die lokalen Behörden unsere Interessen gewähr leisten. Die Aufrichtigkeit, mit der wir unsere Aufgabe er füllen, is die beste Antwort auf die Berdächtigung, wir iirchten Abenteuer in Marokko. Am Schlusse seiner Aue brungen sprach der Minister von einzelnen besonderen Orsatzansprüchen Spaniens an Marolko, deretwegen Lla heria viele Besprechungen mit dem Sultan gehabt, und noch weiterhin dringende Vorstellungen bei El Gebbas und El Torres mache. Der Minister erkannte an, daß die Kämpfe der Stämme in der Umgegend von Mellila die spanische Lage schwierig gestalteten, und daß die Wassen konterbande sie noch mehr verwirre. Spanien sei für all. Verhältnisse bereit und werde klug handeln, um die nor male Lage wieder herzustellen. Spanien werde die Grund sätze des freien wirtschaftlichen Wettbewerbs achten und habe niemals einen Anspruch auf irgend welche Wirtschafte monopole erhoben. Der Magbzen habe also nicht, wiman behauptet, gegen solche Ansprüche protestieren können. Portugal. Lissabon, 24. Jan. Bei den Reibungen zwischen den alten Parteien und dem Kabinett Franco dient die Person des Königs fortdauernd als Gegen stand von Angriffen. Wie es scheint, treten auch die Republikaner und die Anhänger von Don Miquel mehr In den Vordergrund. Die alten Parteien sind empört über die Berleumdungs= und Lüdenkampagne, durch welche die konstitutionelle Monarchte diskutiert wird. Afrika. Tanger, 24. Jan. Gestern soll in Rabat ein fran zöstscher Offlzter ermordet worden sein. Tanger, 24. Jan. General d'Amade hat sich, wie von französischer Seite berichtet wird, am 20. d. M. nach Sedala begeben, von wo er, wie verlautet, mit zwei Kolonnen operieren und am 26. oder 27. d. M. nach Casablanca zu rückkehren wird, doch ist über das Ziel der neuen Unter nehmung nichts bekannt.— Der vor einiger Zeit nach Mazagan entsandte deutsche Dragoman Macnß wird, wie die„Nat.=Ztg.“ hört, mit Rücksicht auf die politische Lage, sowie im Interesse der deutschen Kolonte Mazagan's bis auf weiteres dort verbleiben. Amerika. Newyork, 24. Jan.(Schifssgemeinschaft zwischen Brasilien und den Bereinigten StaaTages-Neuigkeiten. Berlin, 23. Jon. Zu dem Morde an dem königlichen Förster Schwarzenstein in Nahnsvorf wird noch bekannt: Der Förster hatte von der Mordstelle nur 2 Minuten zu gehen, um ein Forsthaus zu erreichen. Anscheinend hat sich der Mörder lauernd im Walde aufgehalten und die tötlichen Schüsfe abge geden, als der Förster von der Chaussee aus den Wald betreten wollte. Hamburg, 24. Jan. Die Schiffahrt ist durch starken Nebel zum vollständigen Stillstand gebracht. Seit Donnerotag nach mittag sind keine Seeschiffe in die Stadt gekommen. Aus Cux haven wird gemeldet, daß am Morgen wegen des Nebels Be obachtungen unmöglich waren Kiel, 24. Jan. Prinzessin Heinrich von Preußen reiste heute über Altona=Berlin nach Moskau ab zum Besuch der Großfürstin Sergius. Von dort besucht die Prinzessin das Zarenpaar in Zarskoje Selo. Barmen, 24. Jan. Ein Großfeuer entstand heute nachmittag kurz nach 2 Uhr in dem Konsektionsgeschäft Weinberg u. Co. am alten Markt. Das Feuer, das in einem großen parterte gelegnen Landengeschäft zum Ausbruch kam, grif äußerst schnell um sich, so daß nach kurzer Zeit das ganze Ladengeschäft, das von drei Straßen begrenzt wird, und die erste und zweite Etage, die mit Waren vollständig ausge speichert waren, ausbrannten. Um 4 Uhr war das Feuer auf seinen Herd beschränkt. Die Ursache ist noch nicht bekannt. der Schaden ist sehr bedeutend. Odessa, 23. Jan. In der im Zentrum gelegenen Jekate rinskaja=Straße wurde ein Kaufmann erschossen, als er sich weigerte, der Aufjorderung einer Gesellschaft von Strolchen. sein Geld auszuliefern, nachzukommen. Ein Schutzmann, der die Täter verfolgte, wurde von ihnen schwer verwundet. Einer der Strolche wurde festgenommen, die anderen entkamen. London, 24. Jan. Nebelschwaden lagern heute über dem Kanal und über London. Der augemeine Geschäfts betrieb und=verrehr sind gestört. Im Norden Lon dons schlössen viele Läden, auf den öffentlichen Plätzen brann ten und brennen viele Oelfackeln. Kleinere und größere Un glücksfälle ereigneten sich in zahlloser Menge. Newyork, 24. Jan. Hier herrscht starker Schnee sturm. An manchen Orten steht der Handel und der Eisen bahnverkehr still. Arbeitslosen=Demonstration in Chicago.„Dailo Chro niele" berichten aus Chicago: Die Arbeitslosen in einer Stärke von ungefähr 20000 Mann formierten sich gestern zu einem Demonstrationszuge und durchzogen in drobender Hal tung singend und schreiend die Straße zum Rathause. Unter wegs stellten sich den Manisestanten etwa 700 Polizisten entgegen, und es kam zu heftigen Straßenkämpfen wobei die Arbeitslosen mit Steinen warfen. Die Polizisten schlugen mit Knütteln und Peitschen ein, wobei es viele Verwundete gab. Erst nach längerer Zeit gelang es, die Ruhe wieder herzustellen. Die ganze Demonstration war ursprüng lich von den Sozialisten vorbereitet worden, aber die Anar wisten rissen die Führung an sich. Ihr Führer Dr. Reitmann. der sich in der Rolle eines amerikanischen Gapon gefällt, wurde verhaftet. Ein scheußlicher Kannidaliomno. Die Blätter melden aus Madrid Tölgendes scheußliche Verdrechen, das in der Stadt Pecla. in der Provinz Murcia. entdeckt wurde: Schon seit längerer Zeit fiel es den Besuchern des Kirchhoses auf, daß frische Gräber das Aussehen zeigten, als wären sie von unkun diger Hand nochmals aufgegraben u. dann wieder zugeschüttet worden, aber die abergläubischen Leute wagten es nicht, der Sache auf den Grund zu gehen. Endlich hörten auch die Be hörden von diesen Wahrnehmungen, sie stellten eine Unter suchung an und ließen den Friedhof bei Nacht beobachten. Da kamen sie nun auf die scheußliche Entdeckung, daß ein Mann. namens Antonio Ortega die frischen Gräber ausgrub, die Leichen herausnahm und ihnen das Fleisch von den Knochen löste. Von dieser Nahrung lebte er nicht nur selbst; sondern er scheint das Fleisch der Toten auch verkauft zu haben, denn man fand in seiner Wohnung zahlreiche Töpfe mit einge salzenen Weichteilen menschlicher Leichen. Die Polizei, die das Scheusal in Haft nahm, ist der Ansicht, es mit einem Geisteskranken zu tun zu haben. Die Vermißten der„Amsterdam“ gerettet. Hoek van Holland, 24. Jan. Alless Vermitten der„Amsterdam“, sind gerettet. Sie brachten im ganzen nur eine Stunde im offenen Boot auf dem Meere zu und wurden dann von dem norwegischen Dampfer„Songa“ ausgenommen Prinz Heinrich der Niederlande ist hier eingetroffen und begrüßte die Geretteten. Es herrscht großer Jubel Der Schleppdampfer, der die Geretteten ans Land brachte, war seit 3 Uhr nachts in See, der Nebel schwindet, und die Sonne bricht leuchtenb durch Rebentlager Revision nicht eingelegt, bägegen in von demfaen Brafitenns Uen OrteTh Angeklagten in der vorgeschriebenen Frist von diesem Rechts=lten.) Die brasilianische Regierung hat sich bereit erklärt, S Stadt und Land. Detmold, 25. Janu r. * D i e M a t r i k u l a r b e i t r ä g e, w e l c h e L i p p e f ü r 1 9 0 8 a n das Reich zu zahlen hat, belausen sich nach der dem Reichstage zugegangenen Berechnung auf A 773044. In den lippischen Etat des Vorjahres 1907 waren nur 556 360 A einge stellt. 1906: M 550 946 und in die Rechnung für 1905: Mark 528 716. Die Berechnung für 1908 zeigt also eine erheblich höhere Summe, als in den Vorjahren. Hoffentlich sind die Ueberweisungen vom Reiche auch erheblich höhere, damit uns Steuererhöhungen erspart bleiben. Das tritt also nächsten Monton ein. Die Postschalter und diesem Tage nur von 8 bis 9 Uhr vormittags und mittags von 12 bis 1 Uhr geöffnet.—.—... * Ein Coperantisten=Kurfus in Detmold. Der Verband deutscher Esperantisten beabsichtigt hier Mitte Februar einen vollständigen kostenlosen Abendkursus der Weltsprache Esperanko für Damen und Herren zu beginnen, wenn sich mindestene 30 Teilnehmer finden. Der Unterricht dauert nur sechs Stunden, welche Zeit zum gründlichen Erlerven des Esperantos völlig ausreicht. Anmeldungen, deuen 15 4 für Porto und aufklärende Schriften und Broschüren über und in Esperanto beizufügen sind, richte man bis spätestens 29. Jonuar an die Geschaftsstelle des V. D. E. in Leipzig, Karolinenstraße 12. * S t r a f k a m m e r.( S c h l u ß.) D e r K n e c h t H e i n r i c h B. a u s 2. wurde wegen schweren Diebstahls unter Annahme mildernwer Umstände zu einer Gesängnisstrafe von 7 Monaten unter Anrechnung von einem Monat Untersuchungshaft verurteilt. Er hatte mittels Erbrechens eines Koffers und einer Holkiste einem früheren Knechte seinon Dienstherrn verschiedene Kleidungsstückt gestohlen. 7) Der Dienstknecht Heinrich B. aus E. hatte als rückfälliger Dieb seinem Mitknechte Schmiedeskamp in Anterwusten verschiedene Kleidungsstücke, 3 Mark Bargeld und eine Uhrkette gestohlen und dem Schweizer Kuote das. eine Taschenuhr unterschlagen. Der Gerichtshof billigte dem Angeklagten noch einmal mildernde Amstände bezüglich des Diebstahls zu, erkannte aber in Rücksicht auf die Vorstrafen des Angeklagten auf eine Gesamtstrafe von einem Jayr drei Monaten Gesänguis und auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 2 Jahren. Auf die erkannte Strafe wurde ein Monat Untersuchungshaft in Anrechnung gebracht. 8) Zum Schluß war zu verhandeln gegen den Landwirt Fl. in St., der den Lehrer Leßmeier in Stemmen öfsentlich beleidigt haben sollte und vom Schöfsengericht Hohenhausen aus K§ 185. 290 Si. G.=B. zu 75 A Geldstrafe, evont zu 2 Wochen Gefängnis verurteilt war. Der Angeklagte hatte Berufung eingelegt. Die Strafkammer hielt eine öffentliche Beleidigung nicht für vorliegend und brachte die dem Beleidigten in erster Instanz zugesprochene Publikationsbefugnis des Urteils in Wegfall. Im übrigen wurde aber die Berufung des Angeklagten verworfen * Der Lippische Seflügelzucht=Verband hat in Verbindung mit dem Landwirtschaftlichen Hauptverein mu diesem Jahre zum erstenmale eine Prämtierung lündlicher Geflügelhöfe durchgeführt, welche in dem benachbarten Preußen schon seit längeren Jahren mit gut. Erfolge gehandhabt wird. Unter ländlichen Geflügelhöfen sino solche zu verstehen. In denen die Landwirtschaft die Haupt=Einnahmequelle bildet. Die Prämtierungs=Kommission bestand aus ein. Herrn vom Vorstande des Landwirtschaftlichen Hauptvereins und 2 Herren vom Lippischen Geflügelzucht=Verband. Die Prämiterung sand Ende November statt; es wurde nach einem Punktssteme gerichtet, welches zu dieesm Zwecke von einem VorstandsMitgliede des Landwirtschatlichen Hauptvereins und dem Vorsitzenden des Ltppichen Gelügelzucht=Versandes ausgeareitet worden war. Die höchste Puntkzahl erhielt Herr Andreovedissen mit 87 Punkten; da aber das Haupteinkommen des genannten Herrn nicht aus der Landwirtschaft stammt, konnte ihm nach den Satzungen nicht der erste Preis zuerkannt werden. Er erhielt für die beste Leistung ein Ehrendiplom. Den 1. Preis. Ehrenpreis, gestiftet von Frau von Vogelsang Hovedissen erhielt Herr Gutsbesitzer WindmeierWindhof mit 79 Punkten, den 2. Preis gestiftet vom Landm. Hauptverein, erhielt Herr Gutsbesitzer OttenhausenOttenhausen mit 69 Punkten, den 3. Preis, ebenfalls vom Landw. Hauptverein gesttftet, erhielt Herr Gutsbesitzer Degener Böniug=Lindemanushof mit 67 Punkren. Ehrendiplome für gute Leistungen bekamen die Herren Schirnecer=Neuen mit 53 Punkten u. August Drawe=Lage auch mit 53 Punkten. Die Besichtigung der Geflügelhöse hat gezeigt, daß die betreffenden Besitzer sich bemüht haben, etwas Gutes zustande zu bringen; es mangelte jedoch in einigen Fällen an dem Zuchtmaterial; in anderen Fällen an der zweckmäßigen Einrichtung der Stallungen und vor allem an der kort kien Durchführung der Buchführung. Hofen wir, daß die Pramiierung dazu beitragen wird, daß die La## owirte der Geflügelzucht mehr Aufmerksamkeit schenken, und daß sie zu der Ueberzeugung kommen, daß das Kapital, welches zweckmäßig in der Geflügelzucht verwandt wird, eine höhere Rente gibt als es bei jeder anderen Tiergattung der Fall ist. a Lippischer Ravallerie=Verein. Am Sonnabend, den 1. Februar veranstaltet der Lipp. Kavallerie=Verein im Neuen Kruge seine diesjährige Kaisersgeburtstagsfeier. verbunden mit Vorträgen und Ball. Das Fest verspricht recht gemütlich zu werden und werden Freunde und Gönner des Vereins höfl. gebeten, an der Feier teilzunehmen. Näheres später per Inserat. Ein Wilhelm Busch=Rezitationsabend findet am Dienstag, den 4. Februar im„Lipp. Hof“ statt, veranstaltet von Herrn Georg Fritzschler. Auf den gewiß genußreichen Abend möchten wir schon heute hinweisen.(Siehe Inserat.) * Bei der vom Zweigverein des Evangelischen Bundes am Sonntag abend ½9 Uhr im Vereinshause veranstalteten Kaisergeburtstaasfeier hat Herr Pastor MengesSalzuflen die Festrede übernommen. Zu der Versammlung werden alle patriotisch gesinnten Freunde des Bundes freundlichst eingeladen. * F ü r s t l i c h e s T h e a t e r. H e u t e g i b t e s a l s F e s t v o r s t e l l u n g eine Aufführung d. reizenden Lustspiels Husarenfieber. — Sonntag Anfang 7 Uhr) gelangt Weders allbeliebte Oper„Der Freischutz“ in folgender Besetzung zur Auffühkamen, und die ihm durch jenes Gebot versagte geliebte Herzogstochter Agnes, prägen kraft der in Herzensnot gefaßten Entschließungen den Satz, daß über dem Sternengebot noch ein anderes waltet: des Herzensgebot. Der Salier selbst hat aus den Sternen die Verkündung erhalten, daß sein einziges Kind Agnes die Gattin des Sohnes seines Feindes werden sollte. Beide, den Feind und den Sohn, glaubte er tot; denn er hat einst auch die Vernichtung dieses Sohnes angeordnet. Aber er erfährt von der Seherin, daß dieser noch lebe; er ist im Kloster aufgewachsen und kommt jetzt, begleitet von Kurzbold, einer phantastischen und rätselhaften Figur im Stücke, die sowohl als hemmendes wie als fortführendes Element eine große Rolle in der Handlung spielt. Helferich, des Salier Sieg= und Kampfgenosse, den eine tiefe Liebe mit Agnes verbindet und der dem Herzog auch als Eidam genehm wäre, hat das Ge spräch mit der Seherin gehört und erfährt, durch ein verletztes Briefgehelmnis, auch von dem neuen Plane des Herzogs, den nahenden Sohn seines Feindes zu beseitigen; er fühlt darauf die höhere Weisung, daß er der Liebe entsagen müsse, um jenen Jüngling zu retten und des Herzogs Gewissen zugleich Er dringe bei dem herzoglichen Ratgeber Herbert, dem Hüter des Jünglings, ein, um diesen zu entführen, wird aber von Herbert überrascht und gerät in Verdacht, seine Frau verführt zu haben, und als jener ihn angreift, ersticht er ihn. Aber der zu Tode Getroffene läßt ihn schwören, seiner Frau Ehre zu achten und zu verbreiten daß ein Mörder ihn betroffen habe Helserich wird nun des Mordes an Herbert bezichtigt und muß schweigen. Auck. Agnes will das Geheimnis hüten, das Helfe rich ihr anvertraut hat. und weil der Geliebte entsagen will führt sie den größeren Entschluß durch, sich preiszugeben und bekundet vor allen, der Ritter wäre in jener Nacht bei ihr ge wesen. Helferich aber zieht, seine Schuld zu büßen, mit den Kreuzfahrern; wenn er heimkehrt, wird es dem Herzensgebot folgen können. Mit dieser Aussicht schließt die Oper... Nicht als kraftvoller Dramatiker, aber als gut bewährter Szeniker und Techniker schürzt Siegfried Wagner die Handlung, die auch manchelei Höhen aufweist= wo starke Empfindung, Zart heit und Gemüt zum Ausdruck kommen. In einigen gut melo dischen Bildungen, vornehmlich aber doch als Techniker, als Musiker, der fleißig erworden hat, und gut, ja sehr charakteri Kisch instrumentiert, bewährte er sich oftmals. Trotzdem fehlen dem fleitzigen Werke die eigentlichen Anzeichen des echten Wurfes aus einem frei schöpferischen, dichterischen Geiste. Die Höhepunkte d Werkes#ind d. große Sonne Helferiche, die seine Entschließung bringt. der Abschluß des von starker Leidenschaft durchglühten ersten Aktes, das Ende des zweiten, da Helferich des Schwurs zu schweigen eingedenk, sich zum Verließ abführen läßt, endlich die großgedachte nächtliche Szene Helferich=Agnes und der von wehmutsvollem Ernst umflorte Abschluß, nachdem Agnes zu erkennen gegeden, daß er ihre Ehre allein zu beschützen bestrebt gewesen. Das sind mit Ernst und Wärme ge chaute, ansprechend aus geführte Bilder, die sich in des jungen Wagners früheren Werken spärlicher entdecken ließen. Den Helferich gab an Stelle des verhinderten Pennarini Birrenkoven mit ansehnlicher Kunst, die Agnes Frau Fleischer=Edel mit Wärme und Schönhett, den Kurzbold Dawigson, der eine ungemein interessante Leistung mit großem Können und scharser Gestaltung schuf. „„ Turmmusik. Wir lesen im„Kunstwart“(2. Januarheft): Ganz fruchtlos sind unsere Bitten doch nicht gewesen, am letzten Silvestertage sind hier und dort von den Türmen auch an Orten wieder Coräle erschallt, wo diese Sprache aus der Höhe lange geschwiegen hatte. Wer von alters her weiß, wie schön das sein kann. der wird das nicht nur wie ein wiedergefundenes Gut begrüßen, er wird wünschen, daß das Musizieren vom Turm bei aller Wahrung des festlichen Charakters und also des Charakters eine Ausnahme doch immerhin häufiger gepflegt werde, als nur an den höchsten Festtagen. Ich war ein Kind noch, als ich in einem mir fremden schiesischen Städichen das erstemal im Morgengrauen, als noch tiese Ruhe auf der Welt lag.„O heil ger Geist, kehr bei uns ein“ vom Rathausturme herabschallen hörte. Fünfzehn Jahre später erst, in Sachsen, hörte ich dann beim Abendwerden, als es weihnachtete, ebenso das„O du röhliche, selige Weihnachtszeit“. In meinem ganzen Leden haben mich einfache Lieder nie tiefer ergrifsen. Warum wird es uns so schwer, zu diesem schönen Alten wieder zurückzugreifen? Er erscheint mir unvergleichlich geeignet, nach der Höhe zu heben; besser, als Menschenzungen es vermögen: weil der Stimmungsgehalt der ganzen lebendigen Natur mittönt und die Wirkung der Turmmusik steigert. Herz wird einem warm bei dem Gedanken, in Osterfest vom Turme durch die drausenden Töne des„Christ Int erstanden" verkündet zu hören, oder am Sommerabende einer seinen Weise wie„Der Mond ist aufgegangen“ lauschen zu können Freilich. unsere Kirch= und Nathaustürme sind zum guten Teile nicht mehr darauf eingerichtet. Glatt starren sie oft em vor, und andererseit sbauen wir Türmchen, die man nicht beteigen kann, wie die Fenster, die nicht leuchten, die Giebel, die mit Eisenstangen gestützt werden— ohne Zweck u. Sinn. Man ollte künftig schon beim Bau der Türme wieder der Galerien mehr gedenken, um für die Trompeten und Posaunen Raum zu schaffen, damit sie in Feier= und Ruhestunden in einer Sprache reden die jeder versteht. „ Der Weihnachtsbaum des Zaren. Man schreibt der„Frkf. Ztg.“: Während man in Westeuropa um die Mitte des Januar herum sich schon so ziemlich aller Weihnachts= und Neujahrsgedanken und guten Vorsätzen entschlagen hat und nur hin und wieder ihres Flitterschmuckes beraubte Tannenbäumchen auf Hinterhöfen und Kehrichthausen an vergangene Herrlichkeiten erinnern, erstrahlt in traulichem Lichte so mancher Tannenbaum am Strande der Newa. Denn einerseits besteht zwischen der Zeitrechnung des alten und des neuen Stils ein Unterschied von dreizehn Tagen andererseits bezeigen die Russen große Reigung. den nachdruck der Weihnachtsfeier auf den Neujahrstag und noch weiter, bis auf den Tag der Wasserweihe, der bekanntlich auf den 6.=19. Januar fällt, zu verlegen. Eine der ersten offiziellen Weihnachtsfeiern fand in diesem Jahre in Zarskoje Selo. der gegenwärtigen Residenz des Zaren statt. Am 25. und 26. Dezember a. Stiles. die dem 7. und 8. Januar unserer Zeitrech nung entsprechen, wurden die Mannschaften der Kosakenleib garde, des ersten Eisenbahnbataillons, der Schloßpolizei, der Polizei von Zarskose Selo und des„Swodnis Polk“, d. h. des „kombinierten Regimenteo“, das neuerdings aus der Elite sämtlicher Gafberegimenter formiert worden is. beschenkt Der feierliche Pomp, der diese Handlung umgab. die Anwesenheit des Geschenkgebers,— des Oberhauptes des Staates. umgeben von seiner Familie, der Umstand, daß die Beschenkten nur Truppenteilen angehörten, deren spezielle Aufgabe es ist. für die persönliche Sicherheit des Zaren zu sorgen, sind ebense viele Komentare z. gegenwärtigen politischen Lage im Zarenreiche. Mitten in der Reitbahn des Hofmarschallamtes prangt ein mächtiger Tannenbaum im Schmucke zahlloser bunter elektrischer Lampions. Rechts und links mit scharlachfarbenem Tuch belegte treppenförmige Gerüste, bedeckt mit den nach Rummern geordneten Seschenkon: sildernen Uhren und Teokannen, Zuckerdosen, Löffeln, Eßbestecken. Bechern, Zigarrenbehältern usw. In der Nähe, von gigantischen Zierpflanzen der Tropenwelt beschattet. Tische, auf denen umfangreiche Schachteln mit Naschwerk zu Poramiden aufgetürmt sind. Im Hintergrunde ein paar Bühnen, ebenfalls mit rotem Tuch beschlagen, die militärischen Sängerchören zum Standorte dienen Jetzt ertönt der Fansarenruf; rauschend fällt die Regimentsmusik ein: Nikolaus II., gefolgt vom kleinen Thronfolger Alexis, von einem Schwarm von Großfürsten und Großfürstinnen, dem Hofminister Baron von Federicksz und einem zahlreichen Gefolge, betritt die Manege. Nach den üblichen militärischen Begrüßungen nimmt die Bescherung ihren Anfang. Ein Soldat nach dem andern tritt an die Urne heran und zieht ein Los. Das mit der entsprechenden Nummer versehene Geschenk wird nun hervorgesucht und nebst einer Schachtel Naschwerk von der ältesten Tochter des Kaisers, der dreizehnjährigen Großfürstin Olga Nikolajewna, dem glücklichen Gewinner in dieser Lotterie ohne Nieten überreicht. Das Heraussuchen der Geschenke wird von Offizieren besorgt;„es beteiligen sich aber an dieser Arbeit,“ wie es in einem offiziösen Berichte heißt,„auch der Großfürst=Thronsolger, die Großfürstinnen und der Großfürst Michael Alexandrowitsch."„Der Kaiser“, heißt es weiter,„unterhielt sich huldvollst mit vielen Soldaten“. Patent=Liste. Mitgeteilt vom Patent= und techn. Büro Conrad Köchling. Jng.(Verb.=Mitglied. Bieleseld. Bohnhofstraße 48. Telephon 1952. Patentaumeldungen Bei außergewöhnlichem Zug an den Zügeln zur Wirkung kommende Nüsternklemme. Nach Bielefeld.— Maschine zum Schleifen von sphärischen Konkav= und Konvexlinsen. W. Berlinghofs. Waderslod.— Gebrauchsmuster. Weste mit an den Armlöchern eingesetztem, nachgiebigem Keil. Fa. M. Mosberg.— Achshalter für Eisenbahnwaggons. F. W. Hoppe, Bieleseld.— Nähmaschinengestell für versenkbares Maschinenoberteil mit allseitig geschlossenen Kasten zur Aufnahme der Schubkästen des Maschinenoberteils und dem Oelfänge auf niedrigem Eisengestell mit außenlausendem Rad. Nähmaschinenfabrik und Eisengieherei vorm. H. Roch& Co., Bielefeld.— Auskünfte und Broschüre Patent=Wissenschaft für unser Abonnenten kostenlos. Seeth al Sehrsten n Herr Janka, Kaspar Herr u. Lunpady, Ottokar Herr mann, Kuno Herr Dinger, Ercatt Herr Karlshofer, Kilion Herr Grieg.— Diese Besetzung bürgt für eine trefflichWiedergabe des herrlichin musskaltschen Werkes. Herr pellmeister Hende dirigiort und Herr Dinger führt dle Spiellettung.“— Die in Gussicht genommene Aufführung von Lostige St##e## wegen Erkrantung deo Frl. Murbach auf weiteres verschoben.— Am Montag gibt es zum Geborturstage Sr. Majestät des Kaisers die Erstaufführung des famosen Lustspiels„RetterattaCe“. Die Presse ist Anmütig in der Anerkennung der übergrohon Erfolge, welche dieser Schlage an allen größeren Bühnen zurzeit erringt und con errungen hat. Die vornehmsten und gelesensten Blätter sprochen v. einem Bombenerfolge. Go schreiben die„Deutschen Rachrichten“(Berlin):„Resterattacke". Wieder ein Militär= Rück, das die Zuschauer in helles Entzücken versetzte. Ein Ent###en, das die Krttik begreifen kann, denn die Autoren haben es der bewährten Mittel gespart, um dem befreienden Lachen die Bahn zu ehnen. Zwar sind es keine zündenden Geistesblitze, die von der Bühne herabgeschleudert werden. vielmehr trägt den Erfolg die recht geschickte Situationskomik, in der auch die Bühnentechnik alle Minen springen läßt. Ortginell ist die Idee. In einer trefflich inszenierten Verkleidungskomödie wird der Knoten der Handlung geschürzt. Den Höhepunkt erreicht das Stück im zweiten Akt. Sieg auf der ganzen Linie! Ein Viertelduyzend Brautpaare ist das glückliche Ende des munteren Schwankes. * Personalien. Dem Domänenpächter Treviranus zu Möllenbeck wurde der Charakter als Königlicher Oberamt= mann verlkehen. * Von der Fürstlichen Gendarmerie sind im Jahre 1907: I. 258 Diebstähle und Betrugsfälle, sowie 52 Sachbeschädtgungen bei den zuständigen Behörden zur Anzeige gebracht, 2. 503 sonstige Verbrechen und Vergehen zur Strafverfolgung de fördert, 3. 78 Landstreicher und Bettler ergrissen, 4. 76 Personen wegen unbefugten Hausierens und 11 Personen wegen sonstiger Uebertretungen des Gewerbesteuergesetzes angezeigt, S. 45 Holz= und Felddiebstähle, 22 Jagdvergehen und 1051 Polizeiübertretungen ermittelt, 6. 45 Transporte von Station zu Station und 1 sonstiger Transport ausgeführt, 7. 5334 be sondere Aufträge der Zivilbehörden erledigt und K. 25 Verbrecher auf Ersuchen lippischer und auswärtiger Behörden zur Haft gebracht. * In dar Handels=Register Abt. B ist zu Nr. 10 Wechselstube und Depositenkasse der Dresdner Bank in Deemold eingetragen: Die Vorstandsmitglieder Albert Landesmann und Hermann Schmid sind verstorben. Der Bankier Louis von Stiger zu Frankfurt a. M. ist zum Mitgliede des Vorstandes bestellt. Dem Bankbeamten Carl Volmer zu Det nold ist für die Zweigniederlassung„Wechselstube und Deposik enkasse der Dresdner Bank in Detmold" Prokura erteikt, mit der Berechtigung, die Firma dieser Zweigniederlassung in Gemeinschaft mit einer anderen zur Vertretung derselben beruhrigten Person zu vertreten u. zu zeichnen.— In das Hindelsregister Abt. B ist zu Nr. 5 Westfälisch Lipptsche Bereins bank. Akriengesellschaft zu Blelefeld, Zweigviederiassung Detmold eingetragen: Dem Werner Hagen zu Bielefeld ist Prokura erteilt in der Weise, Faß er ermächtigt ist, in Gemeinschaft mit einem außerordentlichen oder stellvertretenden Vorsandsmitgliede(Direktor) oder einem inderen Brokuristen der Gesellschaft diese zu vertreten und deren Firma zu zeichnen * Ein seltenes Jubiläum begeht morgen der Milchverkäufer des Rittergutes Braunenbruch, Adol Sünkler. Es sind am 26. Januar 1908 25 Jahre verflossen, daß S. seinen Dienst antrat und seitdem ein tägicher Besucher Detmolds geworden ist. Der tägliche Besuch galt aber nicht dem Vergnügen, sondern der Pflicht, was dar aus ersichtlich ist, daß der Jubtlar in der langen Dienstzeit drei Millionen Liter Milch in Dermold verkaufte und es ist das beste Zeichen seiner flichttreue und Beliebtheit, daß viele Abnehmer mit ihm das 25jährige Kaufsubilaum feiern. Aber nicht nur seinen bnehmern Is er bekannt.„Adolf“ ist eine im besten Einne kadtbekannte Personlichkeit und es dürfte niemanden in etmold geben, der den siets freundlichen, um ein Scherz= wort nie verlegenen Menschen nicht gern hätte und schätzte. Bir wunschen ihm, daß er noch lange Jahre in gleicher Gesundbeit und Frische seinen Dienst versehen kann und offen, daß er und sein Humor uns Detmoldern noch lange erhalten bleiben möge. * P a u l i B e t e h r u n g a m 2 5. d. M.( h e u t e), g e h ö r t z u d e n dichtlgsten Lostagen. Der Volksglaube schließt von der Witterung dieses Tages auf den Ausfall des kommenden Frühlings und Sommers, und die Bauernregel sagt deshalb von ihm: Ist Pauli Bekehrung hell u. klar, so hofft man auf ein gutes Jahr: wenns Pauli Besehr aber regnet oder schneit, dann kommt fürs Land eine trure Zeit.“ * A u f d e m h i e s i g e n W o c h e n m a r k t e w u r d e n folgende Breis gesahlt: Butter 1 Pfd. 1.00—1,10 Mk., Cier 1 Pfonk 80— 85 Pfg., Blumenkohl 1 Kopf 30 bis 40 Pig., Zui deln 1 Pfund 8—10 Pfg., Kartoffeln 1 Pid. 4—5 Pfg., 1 Zir. 3.50 M., Wirfing 1 Kop 10—15 Pf., Roikod. Kopf 20—30 Pf., Aepfel 1 Pfo. 12 bis 18 Pf., Wallnüß 1 Pf. 30—35 Pfg., Rosenkodl 1 Pf. 25—30 Pf., Braunkohl 1 Schock 50—60 Pf., Endivien Kopf 10—15 M. Feldsalat, eine Portion 10 Pfg. * Seminar. Zu Ostern d. J. soll eine neue Sennerklasse gevildet werden. Diejenigen, welche der Aufnahmeprüfung unterziehen wollen, werden aufgefordert, sich bis spatestens zum 14. Februar an einem Dienstag oder Freitag in den Vormittagsstunden von 10 bis 12 Uhr bei der Seminar=Direktion persönlich anzumel den. Bei der Anmeldung hat jeder mitzubringen: 1) seinen Tausschein: 2) einen kurzen, von ihm selbst versaßten Lebenslauf: 3) ein Zeugnis über sein Betragen und zwar, wenn er unmittelbar von einer anderen Lehranstalt kommt von dem Leiter derselben, sonst von dem Pastor seiner Gemeinde: 4) ein Zeugnis über seine Befähigung und seine Leistungen von dem Lehrer, bezw. den Lehrern, von denen Fürstliches Cheater. Detmold, 25. Jan. 1908. „Margarethe(Faus]“ von Gounod. Die Faustsage hat schon manchen Tondichter zum musikaltschen Nachschafsen angeregt, als Oper wurde ste wohl zuerst von Spohr gebracht. Diese Oper, die manch schöne Nummer enthalt, kennt man heute nicht mehr. Die Ouverture eristiert noch. und es würde sich wohl lohnen, sie aufzuführen. Eine Polonaise aus der Oper kann man hier und da bei Vall musiken hören. Der zweite Komponist, der sich aber durch Goetbe's grandiose Schöpfung anregen lietz, war Gounod. Er hat eine Oper geschafsen, die dank ihrer schönen Melodien und ihrer Popularitat im edelsten Sinne des Wortes, alle Zeiten überdauern wird. Wir hatten gestern einen Gast in der Titelrolle, Frl. Becker vom Sindttheater in Dortmund. Die noch tunge Künstlerin, die, wie wir hörten, erst ein Jahr an der Bühne ist, machte an uns einen guten Eindruck. Sie verfügt über schone Stimmittel; ihre Höhe ist glänzend. Das Spiel der Dame int wirklich vortrefflich. In allen Sttuationen war sie gleich prächtig und gab sich frei und ungezwungen. Wenn der Gesang bioweilen etwas unrein wein, so war daran wohl einige Besangenheit schuld; denn wenn man zum ersten Male(so vermulen wir) an einer Hofbühne austritt, so will das etwas bedeuten. Allerdings ist es bei uns ja gar nicht so gefährlich. Wir waren er freut, Herrn Janke's(FZaust) schones Organ wiederzuken, leider mußten wir damit auch sein etwas trockenes Spiel in den Kauf nehmen. Ein Mepbisto, wie er im Buche steht, war Herr von Hunnady. Herr Bergmann als Balentin war vortrefflich: Herr Dinger glänzte in der kleinen Partie des Brander: größere Anerkennung müssen wir seiner ausgezeichneten Regieführung zollen. Die Damen Gestenburg(Siebel) und Gehner(Martbe) zeigten uns wieder, welch erste Kräfte wir an ihnen besitzen, es ist nur jammerschade, daß man sie nicht öster in großen Rollen steht. Der Chor war wenig anziehend, der bekannte Walzer hat uns garnicht gefallen: das war ein rechter Singsang, die wenigen Geigen kamen auch mit wen Süttehrn Abena ernicht burch dn Aürtern biell das Orchester ganz prächtig, und Herr Geode führte 1 ens autem MBelinden über seinen Gesundheitszustand von dem Hausarzt### Jamilie oder in Ermangelung eines soldden von dem Kreisphysikus. Die drei letztgenannten Zeugnisse sind g Aach I. Dutmod, 2. Jan. Der Kriegerverein Dedlentrup, Oettorn und Bremke feiert heute, Sonnabend, KaiserGeburtstag bei Gastwirt Beiße hierselbst. * Schötmar, 25. Jan.(Freiwillige Feuerwehr.) Die Generalversammlung d. Wehr findet am Sonnabend, den 25. Januar, abende 3½ Uhr, im Gasthof„Tivoli“ statt. Tagesordnung: Jahresbericht, Kassenablage, Kommandowahl, Ueberschreibung ausgetretener Mitglieder zur Pflichtwehr, Verschledenes. ei Horn, 25. Jan. Der hiesige Kriegerverein feiert sein diesjähriges Silftungssest am morgigen Sonntag in d. Sälen der Witwe Vialon und im Ratskeller. Der Marsch nach der Friedenseiche erfolgt nachmittags 3 Uhr; darauf beginnt der Rundmarsch durch die Stadt. Das Fest wird dann weiter mit Tanz enden. Barntrup, 25. Jan.(Amtsniederlegung des Bürgemeisters.) Herr Bürgermeister Brinken hat, wie wir hören, gestern abend sein Amt als Bürgermeister von Barntrup nieberarleu:— Der Stadtverordnete Barbier Uekermann beschuldigt den Bürgermeister, über ihn(Ue.) eine wahrheitswidrige Auskunft erteilt zu haben. Herr Bürgermeister Brinken hat gegen den Barbier Ue. Klage eingeleitet. Wie wir weiter hören, hat Herr Bürgermeister B. seine Entlassung, infolge des gestrigen Artikels der Landes=Ztg., vorläufig zurückgezogen und Beleidigungsklage gegen Uekermann und die Landeszeitung bei der Staatsanwaltschaft gestellt d. Barntrup. 25. Jan. Am Donnerstag abend fand eine Schulvorstandssitzung statt. Der erste Punkt. Anstellung eines 4. Volksschullehrers(Redenlehrer) wurde vom Schulvorstand genehmigt. Die Kosten betragen ca. 1000 Mk. Zweiter Punkt: Bedürfnisanstalt bei der neuen Schule im Preise von 163 Mt.; es wurde beschkossen, die Kosten zu bewilligen. Ein Schreiben Fürstl. Regierung betr. Reinigung der Schulen wurde zur Kentnis gebracht. = Heiden, 24. Jan. Der Artikel vom 19. d. Mts. unter Heiden. Schützensest betr., muß dahin berichtigt werden, daß das Königsschießen nicht am 26., sondern schon am Sonnabend, 25. d. Mts., stattfindet. * Ehrentrup. 24. Jan. Unser Krieger=Verein feiert am Sonntag nachmittag bei Gastwirt Diederich den Geburtstag unseres Kaisers. Wir wünschen ihm ein recht volles Haus und der Feier einen recht schönen Verlauf. * Heesten, 25. Jan. Eine von dem Kolon Husemann Nr. 26 zu Oberheesten notgeschlachtete Kuh ist an Milzbrand erkrankt gewesen * Hörste, 24. Jan. Der Kameradschaftliche Verein Hörste hält am Sonnabend abend 7 Uhr bei Gastw. Ostmann seine Monatsversammlung ab, verbunden mit einer kleinen KaiserGeburtstagsfeier. * R i r c h h e i d e, 2 4. J a n. D e r K r i e g e r v e r e i n h a t i n s e i n e r letzten Sitzung beschlossen, am Sonntag, den 26. d. Mts., im Drakeschen Saale die Kaisergeburtstagsseier abzuhalten * Tintrup, 24. Jan. Der Kriegerball des Kriegervereins Tintrup=Maspe ist am Sonntag, den 26. Januar im Spiekerschen Saale * Entrup, 25. Jan Am Sonntag, den 5. d. M. ist dem Niemeier aus Leese in der Fasse'schen Serte Nachrichten. Berlin, 24. Jan. Die Nachricht der„Täg'. Rundschau“, daß der Vonverneur von Deutsch=Sames, Dr. Solf, infolge der Wahl zweier Gegner, deranter des benen Herrn Richard Deeken, in den Souvernemenssrat, sein Abschiedsgesuch eingereicht habe, ist nach Erkundigungen des„Wolffschen Bureaus“ an zuständiger Stelle un zu treffend. Gonverneur Dr. Solf, dessen Vater kürzlich gestorden ist, hat lediglich um einen Urlaub nachgesucht, da er zur Regelung von Familienangelegenheiten vorüdergehend noch Verlin zurückzukehren wünscht. Dieser Urlaub ist ihm bereits bewilligt worden. Pario, 24. Jannar. Infolge des dichten Nebels fand auf der Nordbahnltnie in der Nähe von Bourges ein Zusammenstoß statt. Der Verkehr auf dieser Strecke war nfolgedessen auf mehrere Stunden unterbrochen. In Paris war der Nedel gestern abend so stark, daß in verschiedenen Stadtvierteln von 6 Uhr abends ab an den Straßenreuzungen Polizisten mit Fackeln aufgestellt werden mußten. Elberfeld, 25. Jan. Der Redakteur der hiefigen sozialdemokratischen„freien Presse“, Hoffmann, wurde gestern wegen öffentlicher Beleidiang der Elderfelder Pol izeiverwaltung zu 2 Monaten Gefängnis verurteilt. Düsseldorf, 25. Jan. An der 29jährigen Tochter eines Landwirts wurde bei Rödingen von einem 20jährigen Kuecht ein Lustmord verübt. Der Ermordeten waren 12 Messerstiche beigebracht und außerdem 4 Zähne eingeschlagen. Dresden, 25. Jan. Eine Frau Amtsrichter, die hier ein Damenvensionat unterhielt, wurde gestern wegen Betrügereien in 70 Fällen verhaftet. München, 25. Jau. Die 14jährige Tochter Ida Schnell, die in München und Umgegend 5 ihr anvertraute Kinder ermordete, wurde einer Irrenanstalt überwiesen. Paris, 25. Januar, In der Diamantenaffärz hat der Untersuchungsrichter einige Edelsteinhändier vernemmen und dabei festgestellt, daß einige Steine, die der Ingenieur selbst angefertigt haben will, von einem der Vorgeladenen verkauft worden sind. Stockholm, 25. Jan. Die Regierung brachte im Reichstag einen Gesetzentwurs ein, detr. Aufnahme einer Anleihe von 5 Millionen Mark zum Ausdau des Telephonwesens in Schweden. " Am 27. Janinar, des Kaisers, sind die 12 Uhr an geschlossen. b, dm 22. Gaaltee Stitft Bauschuler Fritz Niemeier aus Leese in der Fasse'schen Wirtschaft in Entrup sein Fahrrad entwandt worden. Das Rad wurde am folgenden Morgen aus dem Felde neben dem Kommunalwege, der von Entrup nach Luberbeide fuhrt. in einer Entsernung von etwa 10 Minuten von Entrup ausgesunden. Es fehlten an demselben die Gummischläuche und=Mäntel. v. Böstngfeld, 24. Jan. Der hiesige Gesangverein„Concordia" beabsichtigt am Sonntag. den 1. Marz d. Jo. sein diesfähriges Stiftungsfest durch Konzert. Gesangsvortrage und Ball im Saale der Witwe Linnemann hierselbst zu feiern. o Siligen, 24. Jan. Der Kameradschaftliche Verein hierselbst feiert sein diesjähriges Stiftungsfest verbunden mit der Feier des Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers am Sonntag. den 2. Februar durch eine gemütlichen Ball im Saale der Gastwirts Böke hierseldst * Elbriuxen, 25. Jan. Der Laienfleischbeschauer Friedr. Föste Nr. 38 zu Elbrinxen ist als Trichtnenschauer für diese Bauerschaft angestellt worden. * S c h l a n g e n, 2 5. J a n. C h r i s t o p h S c h ä f e r j o h a n n N r. 1 0 1 in Schlangen hat sein Amt als Trichinenschauer niedergelegt. Aus der Nachbarschaft. * B i e l e f e l d, 2 3. J a n.( S t ä d t t h e a t e r). W o c h e n: S p i e l plan: Sonntag. den 26. Januar 1908:„Der Kaufmann von Venedig". Montag. den 27. Januar:„Wie die Alten sungen“ Dienstag. den 28. Januar:„Rosen". Mittwoch, den 29. Jan.: „Agnes Bernauer". Donnerstag. den 30. Januar:„Madame Sans=Gene“. Sonnabend. den 1. Februar:„Emilia Galotti“ * Bielefeld, 24. Jan.(Ein Akt der Pietät unseres Kaiseer). Wie schon kurz gemeldet, traf gestern morgen im Auftrage des Kaiser, Exzellenz von Lindequint aus Berlin hier ein. Er erschien gegen 9 Uhr bei dem Ehrenamt mann. Freiherrn Börries von Ditfurth in der ehemaligen Wohnung des verstorbenen Geheimrats Dr. Hinzpeter und erdat sich dort fur den Acsser eine Anzahl Gebrauchsgegen stände des Verstorbenen aus. So werden der Sessel, den Hinz peter jahrelang benutzt hat, seln Schreibtisch, sein Tintenfaß nach dem Kaiserlichen Schloß in Berlin gesandt werden. Ferner erbat sich Exzellenz von Lindequist eine Anzahl Bilder aus Zeichnungen, die der Kaiserliche Herr seinem ehemaligen Lehrer angefertigt und geschenkt hatte. Der Kaiser beabsichtigt im Schlosse ein Hinzpeterzimmer einzurichten, in dem auch die ihm von dem Vernordenen geschenkten Gegenstände Anfstellung finden sollten. Exzellenz v. Lindequist besuchte serner den Hof photographen Haeyn Wilms, der bekanntlich eine ganze Reihe photographischer Aufnahmen von Hinzpeter gemacht hat und erteilte ihm den Auftrag. für den Kaiser ein Bild in Lebens größe anzufertigen, das den Verstorbenen in Zivil darstellt. Mit dem D=Zuge 10 Uhr 49 Min. verließ Exzellenz wieder unsere Stadt s Bückeburg, 22. Jan. Tötlich verunglückt in in der Nane der Station Lndhorst ein junger Mann bei dem eine Fallrkarte von Stadthagen nach Lindhorst vorgefunden wurde Kurz nach seiner Auffindung ist er den schweren Verletzungen erlegen, die er am Kopfe erlitten hatte. Ob er aus dem Zuge gesallen oder ob Selbstmord vorliegt, konnte noch nicht sestge stellt werden Bünde, 23. Jan. Einen jähen Tod erlitt am Samstag Abend bei dem von den hiesigen Reserveoffizieren veranstalte ten Festmahl zu Ehren des Gebuttstages des Kisers der Amtsrichter Kl. Er wurde nach eben ausgeo##achtem Kaiser toast vom Schlage gerührt und starb auf dem Transport nach dem Krankenhause. a Lippstadt, 24. Jan. Die gestern erfolgte Vervichtung der Fischerei im Lippeschiffahrts Kanal zeitigte ein über raschendes Ergehnis. Die Höchstgebote lauteten auf 195 bezw 200 Mark für ein Jahr. während in früheren Jahren 6 Mk, ihrliche Pacht erzielt wurde * Cassel, 22 Jan. Wegen Falschalarmierung der Feuer wehr war hier ein Kaufmann vom Schöffengericht zu 50 Mark Geldstrafe verurteilt worden. Die gegen dieses Urteil von der Staatsanwaltschaft eingelegte Berusung hatte den Erfolg. daß die Strafe auf das Zehnfache erhöht wurde a Düren, 24. Jan.(Reiche Schenkung). Kommerzienrat Wilhelm Hoesch. ein Nesse des kurzlich verstorbenen Herrn Eberhard Hoesch, erklärte in der heutigen Stadtratssitzung. in der Oberbürgermeister Klotz ihn zum 25jährigen Stadtverord netenjudiläum aufs herzlichste beglückwünschte, sich bereit. 130 000 2 für die architektontsche Ausgestaltung der Umgebung eines zweiten. auf dem Kölner Platz zu errichtenden Wasserturms zu schenken, wenn das vom Stadtbauamt entworsene. durch den Oberbaurat Stübben warm empfohlene und von der Bau= und Finanzkommission einstimmig gutgeheißene Projekt angenommen würde. Außerdem gab er bekannt, daß er tere 300 000 für die Vergrößerung und bessere Ausgestaltung des Museums in absehbarer Zeit zur Versügung stellen werde Bekanntmachung. Am 1. April d. Js. beginnt der S. Kursus an de hief. Königl. Präparandenanstalt, die unter anerkannt ausgezeichneter Leitung steht. Der Prüfungstermin für cs. 30 nen aufzunehmende Schüler findet am 8. April d. Ja. hier stott. Anmeldungen sind möglichst schon vorher einzureichen. Bemerkt wird, daß in hiesiger Stadt zu dem mäßigen Preise von 5—600 Mk. bereits gute Pensionen zu baben sind und bedürftigen Präparanden von guter Führung Unterstützungen aus Staatsfonds gewährt werden können. Magistrat der Stadt Rinteln. Holzverkäufe in den Fürstlichen Forsten. Oberförsterei Diestelbruch. Nutz= und Breunholz=Verkauf. Am Dienstag, den 28. Januar 1908, morgens 10 Uhr, soll im Storkskruge zu Wahmberkerheide machbenanntes Holz öffentlich meistbietend verkauft werden: Distrikt Loßbruch: Eichen: 9rm Nutzscheite, 10 rm Klob., 16 Karke Dchfhin., 8 Hfn. Astreis.; Fichten u. Kiefern: rm Knüp., 21 Dchfhfn.; Mönteberg: Eichen: 8 Sick. Grabenholz= 1,76 fm: Buchen: 1 Stck. Nuph.— 0/84 fm, 2 Haufen Wagendeichseln, 30 rm Kl. u. Kn. 34 Dchshfn. Nach dem Verkauf soll die Verpachtung der am Wiembeckerberge abgetriebenen Fläche als Ackerland stattfinden. Familien-Nachrichten. Gestorden: Landwirt Gustav Brinkbock, 61 Jahre, in Stemmen; Beerdigung: Sonnabend N. 2 Uhr. Wetter-Nachrichten. Detmold, 25. Januar. Wetterbericht der Wetterdiens.“ stelle des meteorologischen Odservatoriums zu Rachen: Keine Witterungsveränderung. London: Kalt, nebelig. Hamburg: Bewölkt. Gottesdienste in Sonntag, den 26. Januar 1908. Fürstliche Schloßkapelle. Vormittags 10½ Uhr. Generalsuverintendent Weßel. Reformierte Stadtkirche. Vormittags 9¾ Uhr. Pastor Werdelmann. Vormittags 11¼ Uhr. Pastor Werdelmann.(Kindergot tesdienst. Nachmittags 5 Uhr. Pastor Lohmeyer. alte reformierte Kirche. Fruhkirche 8½ Uhr. Pastor Bruns. Vormittags 10 Uhr. Pastor Theopold. Lutberische Kirche. Vormittags 10 Uhr. Konfistorialrat Engel. Nachmittags 2 Uhr. Pfarramtskandidat Hegel.(Kindergottesdienst.) Landkrankenbaus. Vormittags 9 Uhr. Pastor Mever. Kathollsche Kirche. Vormittags 8 Uhr und 10½ Uhr. Nachmittags 8 Uhr. Herberge zur Heimat. Nachmittags 3½ Uhr. Verein Blaues Kreuz. Versamml. Evangeltsches Bereinshaus. Nachmittags 4 Uhr. Vortrag. Lehrer a. D. Schneider. Nachmittags 5 Uhr. Mitgliederaufnahme. Konfistortalrat Engel. Abends 8½ Uhr. Versammlung des Evangelischen Bun des. Pastor Menges=Salzuflen. Mittwoch, den 29. Januar 1908. Abends 8½ Uhr. Bibelstunde. In beiden reformierten Kirchen und der luthertschen Kirche findet am Sonntag, den 2. Februar, die Feier des heiligen Abendsmahls statt. In der reformierten Stadt kirche abends 5 Uhr, in der alten reformierten und luthe rischen Kirche zur gewöhnlichen Stunde. Oberförsterei Berlebeck. Nachbenanntes Holz soll am Dounerstag, den 30. Januar, nachmittags 1 Uhr, in der Kanne'schen Gastwirtschaft in Berledeck öffentlich meistbietend verkauft werden: 4. Aus dem Schutzbezirk des Försters Flege a Fichten: 1) Am alten Postwege 96d= 23 Stück Nutzholz mit 43; 3) Hainbergskamp 77 gk= 28 Stück Nutzholz, ge 1., 5 Ste haben Sie Enrilo probiert? Beim ersten Versuch nur ein abgestrichener EßOffel voll auf 1 Liter Wasser. Pakete à 25 und 50 Ptg. sind überall käuflich. Handel und Märkte. Reichobank. Wie es heißt, deabsichtigt das Reichsdonkdirektorium, heute eine Diskontermätzigung um ½ Broz. auf 8 Proz in Vorschlag za bringen. 5 Schreiben Sie eine Postkarte Kaufhaus Max Brings. Ialnz Nr. S. 340 und verlangen Sie per Nachnahme ein 10 Mark=Paket franko ins Haus (bestehend aus 40 Gegenständen) obur jede Nachzahlung. Trotz der jetzigen hohen Leinenund Baumwollwarenpreise sind wir in der Lage, dieses Paket, von welchen 20 Gegenstände schon mehr wie 10 Mk. repräsentieren, zu diesem Einführungsrreis ab. ugeben und zwar nur, um unsre Firma belannt zu machen und auf neue Bestellungen rechnen zu können. Nie wiederkehrende Gelegenheit: 6 Meter Stoff zu einem Kleid, vorzügl. Qualitä6 Taschentücher, weiter Linon, gesäumt 3 Paar Strümpfe, echt diamantschwarz 2 Paar Herren Locken, echtfarbig * S c h u r z e n, g a r a u t i e r t w u s c h e c h t n Handtücher, prima Prell, fertig abgepaßtt 6 Gervietten, gebraucbefertig 1 Wacheiuchdecke mit reizendem Muster 1 Ttschtuch, vollst. groß. m. Biumen u. Karromnster 1 Paar elegante Damenhannschuhe 8 Poliertücher mit dunter Raute. Nämtliche 40 Gegenstände für 10.85 Mk. einschliesslich Verpachung and Porte frei ins Baus. Nichtkonvennierendes wird vereitwilligs umgetanscht. Keuthees Maz Brings. Malnz, Ne. S. 340 Schusterstraße 21. Alte Universitätsstraße. Stange I., 5 Stangen 2 Kl. und 7 Langholzhaufen Nr. 44—80; 4) Kahle Bockern 88e 89a= 139 Stück Rutzholz mit 34,87 fm, 15 Stangen I., 8 Stangen 2. Kl. und 16 Langholzhausen Nr. 81—250. d. Buchen: 1) Hainberg 77 k= 5 Stück Buchen=Nutzholz mit 2,56 fm Nr. 1 bis 5, 124 rm Kloben, 19 rin Knüppel Nr. 1—55, 46 rm Astreisig Nr. 302—311: 2) Am alten Postwege 92c c= 2 rm Kloben, 44 rm Knüppel Nr. 56—83, 38 Langholz= hausen Nr. 313—351; 3. Hucksberg 73d= 5 rm Kloben, 4 rm Knüppel, 5 Langholzhausen Nr. 84—92; 4) Unterer Langenberg 84 c= 29 rm Kloven, 75 rm Knuppel Nr. 95 bis 149, 88 rm Astreisig Nr. 352—369: Dicke Bockern 8 b= 9 rm Kloben, 75 rm Knüppel Nr. 150—194, 54 rm Astreisig Nr. 370—876: 6) Falkenberg 96a= 58 rm Kloben, 73 rm Knüppel Nr. 195—250, 34 rm Astreisig Nr. 377—885; 7) Stemberg 95b(Finkenloch) gl. 20 Durchf.=Hausen Nr. 386—405; 8) Wiggengrund 81 b gl. 5 Langholzhausen Nr. 1—5; 9) das. 81 a 82 4= 110 rm Kloden, 59 rm Knuppel Nr. 251—334; 10) Rennemannskamp 100 b= 16 Stck. Durchf.=Hausen Nr. 84—99; 11) das. 100 e= 2 Stück Durchf.=Hausen 107 108; 12) Großer Gauseköterberg 91 a= 17 Stück Durchs.=Hausen Nr. 263 bis 268, 270—277, 281 282 und 92. B. Aus dem Schutzbezirk des Försters Meier: 1) Schnepfen. flucht 6a= 41 Buchen=Durchs.=Hausen Nr. 56—90, 92 bis 98, ferner Anbruchklaftern: 2) Peterstieg 30 a, Honei 31d 82a— 32 rm Buchen=Kloben, 1 rm Buch.=Knüppel Nr. 10, 12, 16, 23. 70, 71, 94, 97, 107,:38, 145, 166, 198, 221; 3) Triftengrund 43 d= 25 rm Kloben, 5 rm Knüp. Nr. 97 bis 110. Oberförsterei Lopshorn. Schutzbezirk Dahlhausen. Am Dounerstag, den 30. Jannar, nachmittags 1 Uhr, soll im Kruge zu Dahlhausen bei Leopoldshöbe aus den Forstdistrikten Strüß 97 h, Schmeltebrede 98 c, d. EvenhauserHolz 99 a, c verkauft werden: 1) Eichen: 12 Stck. Nutzh. zu 18.47 fm, 1rm Nutzscheite, 31 rm Klob. u. Knüpp.(ungekürzt), 110 rm Astreisig; 2) Buchen: 5 Stck. Nuph. zu 5,64 fm. 8 Klob., 40 rm Astreisig; 5) Eschen: 1 Stck. zu 0.77 fm: 4) Birken u. Erlen: 29 Sick. Nutzh. zu 17.08 fm, 5½ rn Klob. u. Knüpp., 110 rm Ast= und Schlagholzreisig: 5) Fichten: ½ rm Klob., 35 rm Durchf.=Reisig. Holz-Verkauf. Am Dienstag, den 28. Jannar.#achmittag 2 Uhr, sollen im Hellekamp bei Wendlinghausen 460 Stck. Tannen AbigungsA. Meyer. zu Sparren, Leiterbäumen und# rickern meistbietend verkauft werden. Mittwoch den 29. Jannar sollen im Kirchenholze in Cappel(im Ellern) von 10 Uhr morgens an, öffentlich meistbietend verkanft werden: 69 Stück Tannen 26,02 Festm. zu Balken u. Sparren, cu. 120 Stück Tannen zu Latten u. Einfriedigungsrikern, ca. 1500 Stück Tannen zu Baum= u. Bohnenstangen, 207 Stück Kiefern zu Bau und Brennholz. Cappel. den 25. Januai 1908. 1.5 Presbyterium. Nutz= und Brennholz=Verkauf Am Mittwoch, den 29. d M., morgens einem Holze unter Ort und Stelle 10 dem san Uhr anfangend, kommen in herrschaftlichen Keiserholzer an meistdietenden Verkauf: a. Eichen: 3 Sick. zu 1,33 fm. d. Buchen: 18 Sick. zu 12,95 fu., 27 cm. Klod. und Kn. und 60 rm. Astreisig. c. Birken: 5 Stak. zu 1,61 fm. d. Erlen: 14 St. zu 3,39 fm., 15 rm. Kl. u. 0u. auf 8 m. gekürzt, und 20 cm. Astreisig. e. Fichten: 875 St. zu 164,79 fm., 270 1.—3. Kl. und 100 Stan. 4. u. ö. 81. Wantrup, den 24. Janner 1908. Räumungs-Verkauf Ein Posten Hemdentuche unter Preis d. Meter 32 Pf. „„" 38„ Ein Posten weiss Köper-Petz-Barchend unter Preis d. Meter 64 „„" 94„ Ein Posten weiss Bettdamast unter Preis, 130 cm., d Meter Mk. 1.80 „„ 140„„" 1.25 „„ 160„„„ 1.60 „„ 160„„„ 2.40 Ein Posten Küchentücher unter Preis d. Dtd. Mk. 2 20 „„„„ 3.00 „„„" 3.80 Handtuch-Drell am Stück unter Preis d. Meter 34, 38, 42 Pf. extra schwer Gerstenkorn 52 Pf. Ein Posten Handtücher unter Preis d. Dy. Mk. 5.20. Größe 48/110 cm Ein Posten baumw. Bettzeuge Einschläf. Bühre 6 Meter Mk. 3.00 „„*„" 8.30 Zweischläf.„ 9„„ 4.00 „„*"" 4.40 Paradehandtücher, Serviertischdecken, Wandschoner, Läufer vorgezeichnet und fertiggestickt mit 20% Rabatt. Kaufhaus Theodor Brinkhoff, Lemgo. Celphon99. Die gelbe Gefahr! 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Verdauungsdechwerden, Uebe keit, vollständige Appetttlosigkeit, Schlaffheit und Abso innung, sodaß ihr Gang beschwerlich und schleppend, Gemütsschwere usw. waren die täglichen Erscheinungen und alle nachgesuchte Hilse blieb vergeblich. Do nun meine Schwester vor 2 Jahren von ihren nervösen Beschwerden Heilung gefunden, so wandten wir uns wiederholt an Herrn A. Pfister in Dresden, Ostraallee 2 und auch meine Mutter sand durch dessen einfache schriftlichen Anordnungen völlige Heilung, wofür ueseren tiefgefühltesten Dank auch hierdurch auesprechen. Im Namen meiner Mutter: Marie von Frieling in Oeningen d. Collau(Hann.(