kippische Tages-Zeitung Ceneral-Hnzeiger für das Fürstentum Lippe. Bezugspreis: in Detmold u. durch die Vertretungen: 50 Pfg. für 1 Monat. durch die Post: ¼ Jahr .50 Mk. und 42 Pfg. Bestellgeld, für 2 Monate 1 Mk. u. 28 Pig. Bestellg., für 1 Monat 50 Pig. u. 14 Pfg. Bestellgeld. Anzeigen: aus Lire 12 Pfg. die Petitzeile, amtliche u. Familienanzeigen 15 Pfg., auswärtige 18 Pfg., Reklamczeile 60 Pf. Beilagen(umsonst): 1) Lipp Familienfre und 2) Lipp Ziegelei=Anzeiger, 3) Landwirtsch. Ratgeder, 4) Wandkalender, 5) Sommer=, 6)Wi Nr. 18. Verantwortlicher Redakteur: Willy Bruder, Detmold. Detmold, Mittwocb, den 22. Januar 1903. Telegramm=Adresse: Tageszeitung, Detmold. 13. Jahrgang Aus demn Reichstag. Stimmungsbild (Von unserem Korrespondenten.) c Berlin, 21. Jan. 1908. Die Funkentelegraphie, eine der wichtigsten Errungen schaften der Neuzeit, mehr denn bisher praktischen Zielen dicutvor zu machen, bezweckt die Novelle zum Gesetz über das Telegraphenwesen des Deutschen Reiches, in deren erste Beratung der Reichstag heute eintrat. Staatosekretär des Reichspostamts Kraetke gab dem Entwurf ein Geleitwort mit auf den Weg, das mancherlei Interessantes brachte und ausmerksame Hörer fand. Ein kurzer Hinweis auf die Wichtigkeit der Funkentelegraphie für Heer und rine sowie für den trausatlantischen Dampferdienst bres### den Staatosekretär auf den wesentlichsten, ihr noch anhastenden Nachteil, die Möglichkeit des Abfangens und Zer störens der Funkentelegramme von unberusener Hand. Behedung dieses Uebelstandes und freie Bahn für alle Sy steme, diese Ziele erstrebt der Entwurs. Die Debatte, die die grundsätzliche Zustimmung der einzelnen Fraktionen zu der Borlage ergab, trug den deutschen Physikern wiederholtes Lob ein, da die Entdeckung der Telesunken(sogen. drahtlose Telegraphie) deutschem Geiste zu verdanken sei. Davon wollte jedoch der sozialdemokratische Abgeordnete Dr. Fraul nichts wissen, der in der Erfindung ein Ergeb nis der internationalen Wissenschaft erblickte, vor dessen Monopolisierung zu militaristischen und marinistischen Zu.= deu er wurnte. Ter E=murf warderte in eine rier zel: gliedrige Kommission. Di zwen: Lesung des Gesetzen. wo ris beii. Bestrasung dei Majen#tsbeleidigung ri# ein: ganze Reihe Renn:r auf den Plan, die trotz mannig n. dder Bemingelungen die Vorzüg: de: Kommissionssaf s##n keineswe rs verkannten. Einzig di: Sozialdemotrati# war anderen Sinnes, sie beantragte, mit sämtlichen Maje statsbeleidigungen tabula rasa zu machen. Den Grund sü diese raditale Stellungnahme mußte der Majestatsbelcidi gungsprozen gegen die Königsberger Volkszeitung wegen des darin erschienenen Artikele„Die Schandsäule von Me mel“ hergeben. Die außerste Linke unterstützte ihren Sore cher, den Abg. Heine, mit wiederbolten Zustimmungskund gebungen und nahm die Entgegnung des Abg. Dr. Osann Intl.), der auf kein Bändchen für's Knopfloch zu reflektieren erklärte, mit Gelächter aus. Herr Heine glaubte sogar kon statieren zu können, daß Aba. Dr. Osann den sozialdeme kratischen Antrag besser verteidigt habe, als er selbst und riet ihm in diesem Sinne: Si tacuisses! Unter Ablehnung des sozialdemokratischen Antrages stimmt: darauf das Haus den Kommissionsbeschlüssen zu. Eine große Einmütigkeit zeigtigte die erste Beratung des Scheckgesetzes. Alle Parteien erkannten an, daß der Geldverkehr durch diesen Entwurf eine erhebliche Förde rung erfahre. Nur die Vorlegungssrin des Schecks zur Zahlung, die in dem Entwuri auf 10 Tage angesetzt ist, rief Bedenken bervor. Die Linke neigte zu einer Verkurzung, während die Rechte für eine Verlängerung war. Die fortsetzung der Beratung wurde schließlich auf Mittwoch vertagt. Ob das Haus morgen dazu kommen wird, er scheint zweiselhaft, da vorber die sozialdemokratische Inter pellation betr. das preußische Landtagewahlrecht diskutiert wird Sitzung vom 20. Jannar 1908. Am Bundesratstisch: Staatssekretär Dr. von Beth mann Hollweg Vor Eintritt in die Tagesordnung erbittet und erhält der Prasident die Ermächtigung, dem Kaiser zum Geburts tage die Glückwünsche des Hauses darzubringen In sortgesetzter Beratung der Novelle zum Biehsenchengesetz führt Abg. Scheidemann Soz.) aus, der Schitz des deutschen Viehstandes gegen die Seuchengefahr sei ne der wichtigsten und dringendsten Ausgaben des Reich„. Ihm scheine aber in der Novelle weniger dieser Genchtspunkt auSschlaggebend gewesen zu sein, als vielmehr der, die bis berigen Liebesgaben für die Agrarie:„n erganzen. Die Unterwersung der Tuberkulose unter die Anzeigepflicht ware sehr wunschenswert. Denn nach den statistischen An gaben sei der deutsche Rindvichbestand bis 35 Prozent tu berkulös. Die Regierung gebe selbst in den Motiven zu, daß es möglich wäre, diese unheilvolle Seuche stark ein schränken, aber es fehle an Tierärzten. Wenn die Rechte den größten Wert darauf lege, daß Schuster und Schneider den Befähigungsnachweis erbringen, so wäre es viel wert voller, daß die Landwirte denselben erbrächten. Man brauche nur ein einziges Kriegsschiff im Jahre weniger zu bauen und man habe in Hülle und Fuuc das Geld, welbes für die Vermehrung der Zahl der Tierärzte nötig Albumblätter. Hell' Gesicht bei bösen Dingen. Und bei frohen still und ernst— Und gar viel wirst du vollbringen. Wenn du dies bei Zeiten lernst E. M. Arndt. eigener Spur. Kriminalroman von Otto Hoecker. 24 (Nachdruck verboten.) „Vorgessen Sie Ihre Rede nicht, Herr Nat.“ meinte der Kommtslar, der im Handumdrehen gesprächseifrig geworden was und nun mit blitzenden Augen dasaß, während sein kurz borstiges Grauhaar sich wie bei einem auf der Hatz befindlichen Rüden Kkäubte.„Ich möchte nur was vorschlagen— wegen dem Gehelmrat nämlich... der hat doch das Schmuckstück, das Sie ihm gaben, sofort erkannt, sonst hätte er doch nicht solchen Samms gemacht... und wie er den T., den Juwelier, genannt hat, da hab' ich die Ohren gespig..... der Name ist ihm auch nur so im Anmut herausgefahren, darum hat er auch gleich von London und Paris schwadroniert, damit der Eindruck wieder verwischt werden möge." „Richtig beobachtet!“ stimmte Hansemann bei.„Zu genau demselden Schluß kam auch ich. Doch warum fangen Sie daron an .„I0 meine nur, falls Sie herausbekommen möchten, ob der Schmuck wirklich von X. stammt. so könnte ich einen solchen Auftrag schon durchführen... Sie erinnern sich wohl noch, daß es mir gelang, den Juwelenräuber, der den Riesendiebstahl bei X. verübt, ausfindig zu machen, ehe er seine Beute verschärfen konnte. Seitdem habe ich bei dem alten X. ein Stein im Brette. Kann er mir gefällig sein, tut er's sicher „Das ist ein guter Gedanke!“ versetzte Hansemann nach kurzem Nachsinnen.„Das tun Sie nur. Es wäre allerdings sehr wesentlich für uns. den Eigentümer des Schmuckstückes herauszubekomme..... doch damit Sie orientiert sind, will ich Ihnen rasch den Sachverhalt auseinandersetzen.“ Damit be gann er dem aufmerksam Lauschenden d. Ergebnisse des hinter ihm liegenden Tages in gedrängter Kürze zu veranschaulichen. „Das muß ich selbst sagen. Walden hat sich geschickt angesei. Redner gehi dann auf die einzelnen Paragraphen der Vorlage ein, von denen viele sehr schitands seien. Die Grenzsperre unte. allen Umständen strikte aufrecht zu erhalten, sei Zwen der Vorlage. Von größter Wichtigkeit ei die Entschädigungsfrage. Die Konsequenz der Vorlage wäre die Durchführung einer obligatorischen Reichsversicherung, wie seine Partei sie immer gefordert habe.(Unruhe rechts.) Nach den Erfahrungen beim Fleischbeschaugesetz könne man nicht einen Innlen Vertrauen zu der Regierung haben; auch der Verkehr mit anderen Produk= ten würde auf Grund dieses Gesetzes Schilanen ausgesetzt sein. Einige Paragraphen enthalten auch Bestimmungen, daß die Ausführung einzelner derselben den Bundesstaaten überlassen bleibe. Einer solchen Karrikatur der Volksvertretung, wie dem preiszischen Landlage könne seine Partei die Ausführung eines solchen Gesetzes nicht anvertrauen. Hört, hört! und Beisall bei den Sozialdemokraten.) Präsident Graf Stolbera erteilt dem Redner wegen des Ausdruckes Karrikatur einen Ordnungsruf. Abg. Scheidemann(Soz.) schließt seine Rede, in dem er ausführt, in erster Linie müssen wir die verheerende Arbeit der Junker beseitigen und zwar durch Aenderung des Landtagswahlrechts.(Lachen rechts, Beifall bei den Sozialdemokraten. Abg. Dr. Hoefsel(Rpt.) wendet sich gegen die Ausführungen des Vorrednero. Es handle sich hier nicht um eine Liebesgabe für die Agrarier, sondern um Schutz gegen die Seuchen. Man könne die Grenzen nicht öffnen, wenn der Viehstand nicht gefährdet werden soll. Die Vorlage sei jedenfalls nach den praktischen und wissenschaftlichen Er fahrungen der letzten dreinig Jahre gemacht. Erwünscht wäre, die Bestimmungen über Einschleppung der Seuche aus dem Auslande zu präzisieren, ebenso die Bestimmung über die Anzeigepflicht. Die Entschädigungsfrage bedürse einer eingehenden Prüfung in der Kommission. Der wich tigste Punkt der ganzen Vorlage liege in der Einbeziehung der Tuberkulose. Abg. Dr. Mugdau(Frs. Vpt.) schließt sich dem An trage an! Ueberweisung an eine 28gliedrige Kommistion an. Dir Absperrung des Landes gegen ausmärtiges Vieb müsse streng gehandhabt werden, selle aber nur aus hugie nischen Gründen vorgenommen und nicht als Nampfmittel gegen unbegneme Konturrenz beuntzt werden. An dem Mangel der Tierarzte seien die Bestimmungen des bis berigen Biebsenchengesetzes schuld, durch die die bei der Ueberwachung der Seuchen beamteten Tierärzte vor den sonstig approbierten Tierärzten wesentlich bevorzugt wer den. Seine Partei werde in der Kommission dafür ein treien, daß den approbierten Tierärzten ihr Terrain wie der gewonnen werde Neue Pollzeiverordnungen sollten nur gemacht werden, wenn es dringend notwendig sei Hier werde aber fortwahrend von Seuchenverdacht gerochen. Das führe nur zur Vermehrung polizeilicher Maß nahmen. Staalesekretär Dr. v. Betbmann=Hollwen er klärt, aus den Ausführungen des Vorredners sei bervor gegangen, daß alle darin übereinstimmen, daß jede Seuche möglichst schnell konstatiert werde. Auch Abg. Scheidemann habe im Grunde zugestimmt, wenn er auch seine Polemit gegen die Junter und das preußische Landtagswahlrecht als Ranken benützte, um seine grundsätzliche Zustimmung zu verdecken. Auch er beklage die Scharfe mancher Be stimmungen; doch seien nicht energische, sondern schmache Bestimmungen ostmals viel unangenehmer für den Tierhalter als scharse. Deehalb sollte man sich nicht von einem Erlaß schärferer Bestimmungen zurückschrecken lassen. Manche Bestimmungen namentlich von den„gistfangenden Produtten“, seien in ihrer Bedeutung überschätzt worden. Das Gesetz bestehe aus soviel Speztalfragen, daß eine zweckmäßige Beratung nur in der Kommission zu erwarten sei. Er hosse, daß es gelingen werde, die Bedenken, die bei einer großen Anzahl von Einzelbestimmungen vor handen seien, zu beseitigen: er bitte, daß bei der weiteren Beratung auf diese Einzelheiten nicht eingegangen werde. Auch er sei der Meinung, daß man in der Betimpfung der Vierkrankheiten wie der Menschenkrankbeiten möglichst wieder zu natürlichen Verhältnissen zurücktehre. Mnche Bestimmungen des Entwurfs seien in ihrer Bedeniung aber übertrieben worden, namentlich seien die 8§ 6 und 6a von den verschiedensten Seiten scharf kritisiert worden. Man sollte aber§ 6 nicht überschaben, wiewohl er gern zugebe, daß gerade der Handel di durch belastigt werden könne. Was die Entschädigungsfrage betresse, so bitte er. diese außerordentlich vorsichtig zu lehandeln. Durch Aus dehnung der Vorlage auf Schweinekrankheiten und Tuber kulose gewinne die Entschädigungsfrage größere#inanzielle Bedentung, als sie bisher hatte. Er möchte dringend bit ten, an den grundsätzlichen Konstruttionen nichts zu an dern. Redner geht dann auf das Abdeckereiwesen über und meint, es könnten unter Einschränkung der Beseim stellt,“ brummte der Kommissar, als sein Vorgesetzter zu Ende gekommen.„Die rasche Identifizierung der Leiche vereinfacht unser Geschäft wesentlich. Rokohl ist natürlich ein Scha###lopf. wäre er nicht verschlasen gewesen, so hätte er die falsche Namensangabe des Kutschers wahrnehmen müssen— u. alles wäre cr ders gekommen. Wichtiger erscheint n##r. was er über seine BcLanntschaft mit dem Toten ausgesagt hat. Jin kenne Rokohl personlich recht gut, er hat schon wiederholt unter mir gearbeitet... ein großes Geisteslicht ist er nicht, mehr wie so ein Mastiff. der verbeißt sich auch rettungslos, aber er hält fest. Hat Rokohl Recht und verkehrte dieser... dieser" suchend blickte er den Rat an.„Ja. wie nennen wir eigentlich den Toten: er scheint eine ganze Menge Namen geführt zu haben“ Hausemann schaute in sein Notizbuch. in das er tagsüber Aufzeichnungen gemacht hatte.„Auf den Meßkarten sind allein elf verschiedene Aliase aufgeführt— nennen wir ihn John Baker, der Name kommt unserer deutschen Zunge am nächsten", entschied er „Nun ja. fuhr der Kommissar fort, wirkte John wirklich im Bellealliancetheater mit. so kannten ihn auch andere Leute dort— da kann man weiter schließen, vorsichtig sondieren und spüren— vielleicht stößt mon sogar auf den unbekannten Begleiter von heute nacht"— Hansemann schmunzelte. Wie richtig Sie Ihre Aufgabe erfassen, Freundchen!“ rief er anerkennend.„Habe ich nicht Recht". Das ist Ihre Domäne und ich zweisle nicht. Sie bringen den großen Unbekannten zur Strecke“ Thommen rieb sich vergnügt die Hände; seine vorige üble Laune war nun vollends mit einem Schlage wie weggebaucht „Wir werden's schon machen. Herr Rat— ich denke, margen werde ich'mal den alten X aussuchen und ver##aulich bei ihm auf den Busch k'or: a. Zugleich will ich mir auch Rokobl ver knöpfen „Den können Sie in Ihrem Burcau vornehmen. Er ist auf moigen früh neun Uhr bestell““ „Sehr wohl. Herr Nat.“ Er erhob sich u. blieb nach einem Schritte gegen die Tür wieder stehen.„Schade, daß#ulden die Bildkarten wieder hinaufgeschafft hat, ich werde sie wohl brauchen— na, ich kann sie mir ja wieder holen.“ „Nicht nötig. lassen Sie die Signalgements nur an Ort und Stelle. Unser Kreisphysikus hat heute Aufnahmen von dem Toten gemacht, die vorzüglich ausgesallen sein sollen; sie mungen der Gewerbeordnung gewisse Bezirke für neue einheitliche Ausübung des Abdeckereiwesens festgelegt werden. Es sei ein Reichsgesetz ausgearbeitet und vom Reichs gesundheitsamt begutachtet worden. In kurzer Zeit werde man sich mit den Bundesregierungen darüber in Verbindung setzen können. Aba. Bindewald(D. Rfpt.) hebt hervor, daß bei diesem Gesetz von einer Liebesgabe an die Junker selbst verständlich nicht die Rede sei; für das ganze deutsche Boll sollen hygienische Vorteile erzielt werden. Die Grenz sperre könne nicht scharf genug gehandhabt werden. Die Tierimpfung müsse billiger werden. Eine Herabsetzung der Strafen, die im Gesetz vorgesehen, werde sich in einzelnen Fällen empfehlen. Abg. v. Satz=Jaworski(Pole) meint, das Gesetz sei kein agrarisches, es bedeute vielmehr für die Landwirtschaft eine ganz erhebliche neue Belästigung. Aba. Bogt(Wirtsch. Vag.) steht dem Entwurf trotz zahlreicher Bedenken sympathisch gegenüber. Allen Be schränkungen, die als notwendig sich erwiesen, werde auch der kleine Landwirt sich gern unterwersen. Aba. Gothein(Frs. Bag.) weist auf die Bedenken gegen die Vorlage hin, die von allen Seiten des Hauses erhoben worden sind. Die Tuberkulinprobe, die sich als unwirksam erwiesen habe, sollte enoli wegsauen: er halte es für gefährlich, bei der Maul= und Klauenseuche solche rigorosen Bestimmungen einzufuhren, wie die Vorlage st. vorschreibe. Die tierärztlichen Untersuchungen von Viehtransporten seien zu verwersen. Herr Siebenbürger sei ein großer Optimist, aver ein schlechter Statistiker, wenn er meine, Deutschland könne den Fleischvedarf aus dem eigenen Viehstande decken. Die Grenzsperre mune zur Reichosache gemacht werden, das hierin Versäumte hätte bei dieser Novelle nachacvolt werden mussen. Die schwer sten Bedenken habe er, daß man die Bestimmung über die Einfuhr auf alle möglichen Gegenstände ausdehnen wolle Abg. Ricklin(Elsässer) begrüßt die Vorlage, weil sie anstelle mancher bisherigen Zwicsoältigkeiten in der Hand habung der einzelstaatlichen Beterinärpolizei einige reichs gesetzliche Vorschriften setze. Die allgemeinen Vorsichts maßregeln sollten tunlichst milde gesaßt werden. Damit schließt die Diskussion. Der Gesctzentwurf geht an eine 28gliedrige Kom mission. Nächste Sitzung morgen nachmittag 1 Uhr. Telefun kengesetz, Majestätsbeleidigungsparagrarh und Scheckgesetz Schluß 6½ Uhr. Preußisches Abgeorductenhaus. Sitzung vom 20. Januar 1908. Das Haus setzt die 2. Lesung des Landwirtschafte=Etats sort und erledigt ohne erhebliche Debatte eine Reihe von Kapiteln. Im Laufe der Debatte treten zahlreiche Redner für Reorganisation der Generalkommission, Förderung des landwirtschaftlichen Fortbildungsschulwesens, Ausbau und Vermenrung der Haushaltungsschulen, sowie Förderun des Obst= und Gartenbaues ein, worauf vom Regierungs tische aus im allgemeinen entgegenkommende Antworten gegeven werden. Nach Erledigung des Napitels Tierärzt= liche Hochschulen und Veterinärwesen vertagt sodann das Haus die Weiterberatung um 4½ Uhr auf morgen 11 Uhr. Politische Aebersicht. Deutschland. * Detmold, 22. Jan. 1908. Der Kaiser in Niel. Kiel, 21. Jan. Der Kaiser traf gestern abend ganz unerwarte.# einem vom Prinzen Adal beri in der Seebadeanstalt veranstalteten Kostümfest hier ein. Auf dem Fest tanzte der Kaiser nur einmal. und zwar mit der Frau Korvettenkapitän v. Restorff. der Gattin des Adjutanten des Prinzen Adalbert. die der Kaiser auch zu Tische führte. Prinz Adalbert tanzte die Polonäse mit Frau Kommerzienrat Guillaume Köln. Der Kaiser verließ das Fest kurz vor Mitternacht und übernachtete im Schloß. Heute vor mittag begab sich der Kaiser zur Besichtigung der Kaiserlichen Werft. Die Abreise erfolgt heute mittag 12 Uhr. Der Kronprinz reiste heute morgen 7 Uhr 12 Min. nach Berlin zurück — Der Kaiser traf. von Kiel kommend, gestern um 6 Uhr abends in Verlin ein und begab sich nach dem Schloß Ein Geschenk Kaiser Wilhelmo. Der deutsche Militär ottachee in Madrid. Hauptmann Bronsart v. Schellendorff wurde vom König Alsons in Audienz empfangen. Der Attachee überreichte dem Könige ein kostbares Album mit Darstellungen militärischer Szenen, das Kaiser Wilhelm dem Rumanica=Regiment verehrt hat, dessen Chef er ist. — Ueber die Stellung und Absichten der Bayern in der deutschen Flottenvereinskrise wird gemeldet: Berliner Morgenblätter veröffentlichen folgende Erklärung: Die Auffassung. als ob die Baiern aus dem deutschen Flottenverein ausgetreten seken, ist Tertümlich. Die Baiern gehören vor wie nach dem Flottenverein an. Freiherr v. Würzburg. Die Baiern wollten vorläufig nicht Nie äußersten Konsequen zen ziehen. Vielmehr soll eine in München einberufene Hauptversammlung des baierischen Landesverbandes sich über die Stellung der Baiern schlüssig machen — Zum Präsidenten der königlichen Polizei im Ruhrbezirk ist der bisherige Landrat des Landkreises, Snethlage, in Aussicht genommen. Der Sitz des neuen Poltzeipräsidiums wird Essen sein. — Zur Gehaltsaufbesserung der Postdeumten. In betreff der gestern gebrachten Mitteilung über die Gehaltsfrage der Postassistenten und Sekretäre etc., können wir heute auf Grund einer uns aus ebenso bestimmter Quelle gewordenen Nachricht berichten, daß authentische Angaben hierüber bis jetzt nicht vorliegen und die beteiligten Kreise eine ganz andere Gehaltsregelung mit großer Zuversicht erwarten. — Sozialdemokratische Straßendemonstrationen. Für heute, Rittwoch, sind von sozialdemokratischer Seite aus Anlaß der im Reichstage zur Beratung stehenden Wahlrechtsinterpellation der Sozialdemokratie in Berlin große Wahlrechtsdemonstrationen geplant. Die Sozialdemokratie hat durch die am Dienstag abgehaltenen Arbeitslosenversammlungen für die nötige Stimmung unter dem Janhagel und für die nötige neue Hetze gesorgt. Aber auch die Polizei wird auf dem Posten sein. Die ganze Schunmannschaft wird für morgen konsigniert sein. Der Schloßplatz und der Lustgarten, sowie alle Zugänge zu diesen Plätzen, die Umgebung des Reichstagsgebäudes, der Königsplatz, der Platz vor dem Brandenburger Tor. Simsonstraße, die Neue Wilhelm= und Sommerstraße, Reichstagsplatz und Reichstagsuser werden von 10 Uhr vormittags an für den Verkehr gesperrt.— Auch gestern Dienstag. nachmittag. kam es in der Nähe des Reichstages, an der Marschallbrücke u. in der Sommerstraße zu Zusammenstößen z wischen Polizei und Arbeitslosen. wobei die polizei von einem Theaterneubau mit Ziegeln beworsen wurde. Berittene und Fußpolizei gingen mit der blanken Wasse gegen die Menge vor, wobei eine Anzahl Personen am Kopfe verletzt wurde. Wie verlautet, sollen aus der Menge auch Schüsse gefallen sein. Die Polizei erhielt Anweisung. den heutigen sozialdemokratischen Demonstrationen mir aller Schärfe entgegenzutreten. Der Polizeipräsident erläßt eine Warnung. Der Reichstag wird im weiten Umkreise gänzlich abgesperrt. Die Regierung beantwortet die sozialdemokratische Interpellation im Reichstage nicht, will aber Uebertreibungen entgegentreten.— Die von etwa 8500 Personen besiichten gestrigen Versammlungen Arbeitsloser wurden teilweise wegen Lokalüberfüllung polizeilich geschlossen Eine einberufene Anarchistenversammlung fand nicht statt. Trupps von Demonstranten veranstalteten Umzüge. An der Marschall= und Kronprinzenbrücke in der Karlstraße und in der Königgrätzer Straße ereigneten sich ernster Zusammenstöße mit der Polizei. die die blanke Wafse gebrauchte. Die Exzedenten waren meist halbwüchsige Burschen. Vor einem Hause am Schiffbauerdamm erhielt ein Schutzmann einen Schuß in den Mantelkragen wurde selbst aber nicht verletzt. Die Haupterzedenten wurden verhaftet — Lage im Ruhrgebiet. Bochum, 21. Jan. In einem zusammenfassenden Bericht über den Verlauf von Berg arbeiterversammlungen im Ruhrgebiet hebt d.„Bergarbeiterzeitung“ solgenden Passus durch Feitdruck hervor:„Vielfach wurde die Meinung vertreten und von der Versammlung stürmisch gutgehißen, daß der durch die Oktroyierung des Zwangsstatuts gegen die Bergarbeiter vollführte Gewaltakt mit einem sofortigen Streik beantwortet werden müßte.“ — Die bayerischen Sozialdemokraten und das preußische Wahlrecht.. Die von der sozialdemokratischen Fraktion im baverischen Landtag eingebrachte Interpellation über die Stellung des Ministerpräsidenten zu der Frage der Landtagswahlreform in Preußen wird im Landtage voraussichtlich sowohl seitens der Regierung wie der bürgerlichen Parteien eine glatte Ablebnung erfahren. Das Ministerium dürfte die Beantwortung der Interpellation mit dem Hinweis dare ablehnen, daß es sich hierbei um eine innerpolitische Angelegenheit Preußens handelt, in der den anderen deutschen Staaten kein Recht der Einmischung zusteht. Die von den Sozialdemokraten unter zeigen ihn mit und ohne falschen Schnurtbart. Ich denke. nach diesen Photographien werden Sie am leichtesten operieren können" „Sehr wohl. Herr NRat.“ Wieder marschierte der Kom missar einige Schritte nach der Tür, um sich dann abermals umzudrehen. Ein Ersuchen noch, Herr Rat.“ meinte er käuspernd Hansemann, der sich bereits seiner Unterschriftsmappe wieder zugewendet, blickte auf.„Nun. was wäre sonst noch. mein lieber Thommen?" „Ließe es sich nicht einrichten, daß Walden von meiner Tatigkeit in dieser Sache nicht unterrichtet würde?" fragte der Kommissar gedämpft Hansemann warf ihm einen befremdeten Blick zu.„Aber warum das? Ihr Ersuchen verstößt gegen das Prinzip des Handinhandarbeitens ebensowohl, als gegen die einfache Kollegialität.“ „Herr Rat. ich habe meine guten Gründe.“ bemerkt Thommen, ohne sich veirren zu lassen.„Ich kenne den Ehrgei: dieses jungen Mannes. er will sich auszeichnen und darum alles allein machen: er würde, es nicht lassen können, sich in meinen Auftrag einzumischen, erführe er von diesem... und ich habe mein: eigenen Methoden, die keine fremde Einmen gung vertragen.“ „Ach so.“ versetzte der Rat.„das ist was anderes. Ich dachte schon. die Ihnen von mir mitgeteillen albernen Bemer kungen Rokohls hätten Sie beeinflußt." „Ich lann micht entsinnen.“ meinte der Kommissar mit einem solch erstauntem Gesicht, daß sein Vorgesetzter laut auf lachen mußte Na. Rotohl will doch wahrgenommen haben, daß der Be gleiter von heute nantin Erscheinung und Stimme unserm Walden auffällig geährelt haben soll.“ bewerkte der Rat dann Thammen prustete heraus.„Nichts für ungut. Herr Rat. aber ich sagte es ja schon vorhin. in allem, was Beobachtungs gabe verlang:, ist unser braver Rokohl ein gediegener Schafs kopf... na, das Gesicht möchte ich gesehen haben, daß unser tugendhafter Walden schnitt... so'n P.ch. für'n verkappten Gurgelabschneider gehalten zu werden... nien, der Rokohl ist wirklich' Esel.. Waldes hat eben'ne elegante Dutzendgestalt und auch'n Organ wir'n Offizier... im Ueberrock und oben drein sieht jeder Leutnant in Zivil ähnlich aus.. Bleibt also bei der Zusicherung? Habe ich keinen Erfolg. möchte mich von Walden nicht gern auslachen lassen, im andern Falle wird ihm nichts von seinem Verdienst abgeknappst, vermag ich auch mein Scherflein zu Entdeckung des Schuldigen beizutragen. „In Gottesnamen, ja!“ sicherte der Rat in komischer Verzweiflung zu.„Sie sind'n schrecklich hartnäckiger Mensch. Thommen... doch mag es sein. Fischen Sie im Dunklen, Walden soll davon nichts zu erfahren bekommen... und nun Gott befohlen. Ich habe noch zu unterschreiben und dabei wartet meine Tochter zu Hause längst mit dem Nachtessen auf den Papa!“ Doch er hatte kaum einige Unterschriften geleistet, als er schon wieder an der Tür pochte Diesmal war es eine Ordannanz aus Berlin N., welche dem Rat eine von der Witwe Hldenbrand empfangene Photographie ihres Sohnes Friedrich Wilhelm überbrachte.„Der Herr Leutnant läßt dem Herrn Rat sagen, die Witwe Hildenbrand hätte zu dem Herrn Leutnant gesagt, sie hätte es schon im März em Fuhrmann Eilenburg gesagt, daß sie es ihrem Sohne immer gesagt habe, er brauche sich nicht mehr auf Nachhause zu besinnen, machte er noch einmal böse Streiche... und der Herr Leutnant läßt dem Herrn Rat sagen, dieWitwe Hildenbrand hätte noch gesagt, sie würde es gleich auf dem Revier sagen, wenn ihr Sohn sich unterstände, nochmals nach Hause zu komnmen. Sie wollte keine Gemeinschaft mehr mit ihm haben.“ Der Rat atmete auf, als der Schutzmann seine unterwegs sicherlich wiederholte repetierte Ansprache beendigt hatte. Er nahm das Bild in Empfang und meinte jovial:„Sagen Sie Ihrem Leutnant, ich hätte gesagt, was die Witwe Hildenbrand gesagt hätte, das sei recht vernünftig. Verstanden? Na, dann lehrt, marsch!" Der Schutzmann zog mit nicht gerade geistreichem Gesichte ab: er wußte nicht recht, ob er sich ärgern oder freuen sollte. Schließlich entschied er sich für das erstere und schnauzte den ersten Eckensteher unterwegs ganz fürchterlich an. (Fortsetzung folgt.) 2 * der Hand nachgesuchte Unterstützung ihres Vorgehens ge# gen die preußische Regierung ist von der Zentrumspartei mit Rücksicht auf die Konsequenzen verweigert worden. Wenn man eine Einmischung Preußens in bayerische Angelegenheiten nicht wünsche, müsse man sich hüten, preu sche Angelegenheiten vor das Forum des baverischen Landtages zu zieden. — Die preußische, daverische und württembergische Staatsbahnverweltung haben vereinbart, in Zukunft die Bahnposwagen der drei Verwaltungen, die in den durchgehenden Zügen München—Berlin und Stuttgart— Berlin, wie München—Stuttgart lausen, ohne Rücksicht auf die Angehörigkeit dieser Wagen kets die ganze Strecke durchlausen zu lassen, ohne wie bisder Umladungen vornehmen zu müssen. Die Wagen sollen, wenn sie zum Beiwiel in Berlin ankommen, für die nächste Post nach Südeutschland benutzt werden und wieder mit dem nächst fälligen Zuge zurückgehen. Bisher wurden Bahnpostwagen der bayerischen und württembergischen Verwaltungen in den Zügen zwischen Berlin und München bezw. Stuttgart nicht gefahren, sondern stets in Berlin beheimatete Wagen. Wie verlautet, beabsichtigt Württemberg mit der preußischen Verwaltung ins Einvernehmen zu treten, um in Zukunft im Wagen= und Lokomotivenbau ein: heitlich voraugenen.— In diesen Vereinbarungen hat man also die Anfänge einer deutschen Betriebsmittelgemeinschaft des rollenden Materials zu sehen. Einer Weiterführung der Angelegenheit stehen noch der Widerstand Bayerns und die Meinungsverschiedenheiten der Verwaltungen über den Abrechnungsmodus en egen. — Der Rheinische Städtebund beschloß, beim Handelsminister gegen die besondere Staatsaussicht der Elektrizitätswerke auf deren Kosten zu protestieren. Der Städtebund ersucht weiter den Minister um Freigabe der Filialsteuer. — Der Verband sächsischer Industrieller trat zu seiner sechsten ordentlichen Hauptversammlung zusammen. Nach dem Berichte des Syndikus, Reichstagsabgeordneten Dr. Stresemann, über die wirtschaftliche Lage und die Tätigkeit des Verbandes, wonach dem Verbande an 4000 Fabrikbetriebe mit 400000 Arbeitern angehören, wurden Beschlüsse gesaßzt, welche ein Vorgehen gegen die Lieferungsbedingungen der Kohlensyndikate empfehlen, sowie eine Resolution gegen die geplante Aenderung der Gebühren für die Benutzung von Fernsprechern in der von amtlicher Seite vorgeschlagenen Form, sowie eine weitere Resolution welche die Förderung der Baumwollkultur in den Kolonien durch Unterstützung von Bahnbauten im Interesse der deutschen Textilindustrie fordern. — Ergebnisse der preußisch ehessischen Eisenbahn=Betriebsgemeinschaft. Dem preußischen Abgeordnetenhause ist die Uebersicht über die Ergebnisse des Betriebes der vereinigten preußischen und bessischen Staatseisenbahnen im Rechnungsjahre 1906 zugegangen. Danach belief sich im Berichtsjahre die Gesamtlänge der in der Betriebsgemeinschaft vereinigten Bahnen auf 35 558 Km., also gegen das Vorjahr mehr 690 Km. Preußisches Eigentum sind 34 271 Km., bessisches 1247 Km. und badisches 33½ Km. Betriebsstörungen kamen vor: durch Schneeverwehungen in 46 Fällen, durch Dammrutschungen und sonstige, durch Naturereignisse hervorgerufene Beschädigungen des Bahnkörpers in 15 Fällen. Von beiden Arten zusammengenommen betrug die Störungsdauer nur in 7 Fällen mehr als zwei Tage. Was die Eisenbahnunfälle anlangt, so entfielen auf 100 Km. durchschnittliche Betriebslänge im Berichtsjahre 7,24 gegen 6,59 im Vorjahre, auf 1 Million Lokomotivkilometer 3.39 gegen 3.30 Unfälle im Vorjahre und auf 1 Million Wachenachs Kilometer aller Art 0.14 Unfälle wie im Vorjahre. Der Fuhrpark der Betriebsgemeinschaft bestand Ende 1906 aus: 16 184 Lokomotiven, 30 432 Personen=, 8328 Gepäck= und 347 410 Güter= und Arbeitswagen. Die Betriebsergebnisse waren folgende: Einnabmen aus Personen= und Gepäckverkehr 509 633 330 M(mehr gegen 1905: rund 36% Millionen M), aus Güterverkehr 1 235 759 471#(mehr: rund 69½ Millionen Al. Die gesamten Verkehrseinnahmen beliesen sich im Berichtsjahre auf rund 1¾ Milliarde### Die Gesamtausgabe betrug dagegen 1 109 773093 M (gegen das Vorjahr mehr 121½ Millionen). Die Anzahl der besörderten Personen betrug im ganzen 853 994 940 Personen, also gegen das Vorjahr mehr fast 66¼ Millionen Personen Auf die erste Wagenklasse entfielen davon 2466 414, auf die zweite Klasse 81 822 545, auf die dritte Klasse 373634 564 und auf die vierte Wagenklasse 385 745 162 Personen. Während die Benutzung der ersten Wagenklasse um über 215000 Personen zurückgegangen ist, hat sie bei den übrigen Wagenklassen, namentlich bei der dritten(um über 32 Millionen) und in der vierten Klasse(um fast 29½ Millionen Personen), zuge nummen. Die Militärbeförderung, die in den vorstehenden Zahlen inbegrifsen in, betrug im Jahre 1906: 10 326 255 Personen. Oesterreich=Ungarn. Wien, 21. Jan. Am 10 Uhr abends traf der Sonderzug mit der Leiche des Großherzogs von Toskana hier ein. Vom Bahnhof erfolgte sofort die Ueberführung nach der Hofburgkapelle, wo Bischof Weyer die Einsegnung vornahm. Frankreich. Paris, 20. Jan. Wie die„Nepublique“ aus Verdun zu melden weiß, wird der Luftballon„Ville de Paris“ in der nächsten Woche eine zehnstündige Dauerfahrt längs d. deutschen Hrenze machen. England. London, 21. Jan. Der seit Freitag tagende Arbeiterkongreß in Hull nahm einstimmig eine Resolution an. keinem Alterspensionsgesetz zuzustimmen, welches das pensionsfähige Alter auf höher als 65 Jahre ansetze und die Arbeiter selbst zu Zahlungen für die Pensionskasse herauziehe. Das Geld musse durch direkte Besteuerung von Eintommen gefunden werden, von denen ein großer Teil ursprünglich sozial gewesen sei und niemals zu privaten Zwecken hatte benutzt werden dürsen. Der Generalsetretar der Maschinenbauer setzte auseinander, daß ein Trittel der Trade=Unions augenblicklich etwa 500000 Pfund Sterling jährlich an Pensionen zahle, und daß diese Summe in absehbarer Zeit auf 2 Millionen Pfund Sterling anwachsen werde. Was die besser gestellte Klasse der Arbeiter zu leisten vermoge, sei jedoch den ärmeren Arbeitern unmöglich. Die Arbeiter verlangten deshalb als recht und billig eine allgemeine Pension aus den Staatseinnahmen. Hull, 21. Jan. Die englische Arbeiterpartei. In der heute hier abgehaltenen Versammlung der Arbeiterpartei wurde ein sozialistischer Antrag mit 951000 gegen 910000 Stimmen angenommen, das Statut der Partei dahin abzuändern, daß als ihr letztes Ziel die Beseitgung des Kapitalismus und die Verstaatlichung des Eigentums aufzustellen sei. Belgien. Brüssel, 20. Jan.„Peuple“ behauptet, König Leopold beabsichtige, Lucien Vaughan(gemeint ist der kürzlich geborene Sohn der Maitresse Baronin V.) zum Herzog von Tervueren zu ernennen, daß aber die Mitglieder der Regierung sich entschieden weigern, das betreffende Dekret gegenzuzeichnen Peuple“ erklärt, kein offiziöses Blatt werde wagen, seine Mitteilung abzustreiten. Orient Bukarest, 20. Januar.(König Karol an die Armee.) Anläßlich des orthodoxen Nenjahrstages hat König Karol den nachfolgenden Tagesbefehl an die Armee erlassen: Soldaten! Ich bin glücklich, konstatieren zu können, das angesichts der Schwierigkeiten, die Rumänien im terslossenen Jahre durchzumachen hatte, die Armee, durchdrungen von dem Gesuhle ihrer Pflicht, auf der Hohe ihres Beruses stand. Gnlchzeitig habt Ihr b##wi###e.7, wie tief der Geist der militärischen Dieziplin in Eure Herzen eingewurzelt in. Ich und mit mir das gans: Land sehen mit vollem Vertrauen auf Euch und sind Euch dankbar für Ener mannhaftes Betragen bei der Wiederberstellung der netribten Ordnung. Euer Be tragen hat es möglich gemicht, daß die von Allen ge wünschten Reformen durchgeführt werden. Heme kant ich nicht zweiseln, daß Ihr bei jedem Sturm zu allen Opsern bereit sein werdet, um die Zukunft und den Fort schritt des Landes zu sichern. Ich wunsche Euch von ganzem Herzen ein gutes und ruhiges Jahr und bitte Gott, er möge Euch Gesundheit und Glück schenken. Noch viele Jahre! Ases“ Tanger, 21. Jan. Hier läuft das Gerücht, daß die franzö sischen Truppen bei Mediuna größere Verluste erlitten hätten. 35 Tote sollen gezählt sein. Am Schlusse des Kampfes soll sich bei den Franzosen Mangel an Munition bemerkbar gemacht haben Tanger, 21. Jan. Soeben hier eingetroffene Nachrichten besagen, daß Muley Hafid am vorigen Freitag in Alcassar und bereits am Mittwoch bei Gelegenheit eines großen Festes in Wessan zum Sultan ausgerusen worden sei. General d'Amade telegraphiert, daß der Angriff auf Ben Reschid das Gebiet der Schaujastämme nicht ganz beruhigt habe, doch mache die Beruhigung dank der Organisation der französischen Verbindungsposten u. der beweglichen Kolonnen Fortschritte. Tanger, 21. Jan. Die„Depeche Marocaine“ veröffentlicht Auslassungen einer dem Maghzen angehörenden Persönlichkeit, denen zufolge der in Fez erfolgten Ausrusung Mulen Hafids zum Sultan keine Bedeutung beizumessen sei.= uley Hasid würde niemals seinen Einzug in Fez halten, dessen mutlos und ungeduldig gewordene Einwohnerschuft schließlich den Oheim und jetzigen Statthalter Hafids. El Mrani, zum Sultan ausrusen würde. Die Einführung von Reformen sei das einzige Mittel, die Autonomie Marokkos zu wahren. Kadis und Ulemas bereiteten ein richterliches Erkenntnis vor, um die Proklamation Muley Hafid's für null zu erklären. Asien Schanghai, 21. Jan. Trotz Einspruchs der Provinzialbehörden, die sich den von Salzschmugglern in dem nördlich der Hangtschu=Bai gelegenen Gebiet hervorgerufenen Unruhen gewachsen fühlen und von der Entsendung der PehangTruppen nach dem Yangtsetal eine Aufregung der Bevölkerung befürchten, besteht die Zentralregierung auf der Entsendung. Der Stab und 40 Ofiziere sind bereits in Hankau mit der Bahn angekommen, von wo aus der Weitertransport der Truppen nach Hangtschou zu Schiff erfolgt. Am 23. und 24. d. M. verlassen fünftausend Mann Infanterie, Kavallerie und Artillerie Peking Amerika. Newvork, 21. Jan. Die Verschwörung gegen die amerikanische Flotte. Nach Telegrammen aus Rio de Janeiro ist die dortige Polizei bei der Untersuchung über die angebliche anarchistische Verschwörung zur Vernichtung des nordamerikanischen Niesengeschwaders zu der Ueberzeugung ge kommen, daß der Anschlag von einer Gruppe von Ausländern vorbereitet war, zu der zwei Deutsche, darunter einer namens Johann Zehder, fünf Italiener und ein Ka nadier, gehörten. Von den Italienern sind drei verhaftet. Man nimmt an, daß die übrigen Teilnehmer im Staate Sao Paulo in Gewahrsam sind. Tages-Neuigkeiten. Halle a. S., 20. Jan. In der Aufregung vor dem Examen erschoß sich hier der Rechtskandidat Lur aus Danzig Würzburg, 20. Jan. Vor den Augen seines Vaters, des Stationsdieners Kärbs, wurde am Bahnhof zu Gambach dessen dreijähriges Töchterchen von einem durchfahrenden Güterzuge getötet. Das Mädchen wollte seinem Vater, der von Würzburg mit dem Personenzuge ankam, entgegeneilen und wurde dabei von der Lokomotive erfaßt. In dem außergewöhnlich hohen Aller von über 93 Jahren ist am 16. d. M. die Tischlermeisterswitwe Frau Luise Küster in Elbing sanft entschlafen. Die Verstorbene ließ sich vor einem halben Jahrhundert, als sie glaubte, ihr Lebensende sei nahe. von ihrem längst im Grabe ruhenden Manne einen Sarg an fertigen. Sie hat den Sarg, der vorzeitig dem Zahn der Zeit zum Opfer fiel, lange überdauert. Ueber alles die Pflicht. Ein Fall seltener und rührender Pflichttreue ereignete sich nach einem Telegramm aus London auf der Great Northern=Linie. nahe Peterdorough. Der Wei chensteller Edward Woods fühlte sich plötzlich, nachdem er gerade einen Güterzug hatte passieren lassen und diese Tatsache in sein Buch eingetragen hatte, von schwerem Unwohlsein er griffen. Woods raffte die letzte Kraft zusammen, stellte alle Signale auf Gefahr und verschied dann. Der Führer des ersten durch das Signal aufgehaltenen Zuges fand Woods tot neben der Signalstange Beim Rodeln verunglückt. Auf abschüssiger Chaussee bei Nürnberg rodelten trotz Polizeiverbots drei Personen; in voller Fahrt fuhr der Schlitten gegen einen Baum und zer schellte. Dem Lehrer Otto wurde dalei die Brust eingedrückt: er war sofort tot. Seine Frau und eine Lehrerin sind lebens gefährlich verletzt worden Eine rätselhafte Persönlichkeit ist dieser Tage in der Blödenanstalt Neuendettelsau bei Nürnbenrg im Altenr von etwa 55 Jahren gestorben. Odwohl sie dort 15 Jahre weilte. hat man nie erfahren, wer sie war, woher sie stammte. Die Frau war taubstumm; sie war in der Umgegend von Nürnberg von der Gendarmerie aufgegriffen worden und schließlich von der bayerischen Staatsregierung der Blodenanstalt überwiesen worden. Bei ihrer Festnahme sand man österreichisches Kupfer geld bei ihr. Alle Nachforschungen, die selbst bei teiener ne Spur immer wieder ausgenommen wurden,— man machte sogar Reisen mit ihr— waren erfolglos. Die Frau konne zwar lesen, aber nicht schreiben, was die Verständigung mit ihr noch mehr erschwerte. Zudem schien sie den Nachforschungen absichtlich auszuweichen Dreifacher Schwesternmord. Der Bruder als Mörder verdaftet. Ein grausiges Verbrechen, das vor mehr als vier Jahren in Botenwald in Mähren an drei Schwestern verübt wurde. scheint jetzt mit der unter dem Verdacht erfolgten Verhaftung d. Bruders d. 3 Mädchen eine ebenso entsetzl. Aufklärung gefunden zu haben. In d. Ortschaft Botenwald im Bezirk Rentitschein in Oesterreichisch=Mähren lebte die Witwe Rosalie Krischke in ihrem eigenen Häuschen Sie hatte vier Töchter, von denen die Aelteste, Aloisia, mit dem Eisenbahnangestellten Karl Münster in Oderfurt verhei ratet war, während die anderen drei, die 17 Jahre alte Ottilie die 13 Jahre alte Hermine und die 10 Jahre alte Augustine unter ihrem Dache lebten; ferner war ein Sohn, der 1881 geborene Johann vorhanden, der um jene Zeit Lagerverwalter bei der Nordbahn war. Am 28. November 1903 erhielt Frau Krischke eine in Oderfurt aufgegebene Depesche, unterschrieben von ihrer Tochter Aloisia, worin sie aufgefordert wurde, sofort nach Oderfurt zu kommen, da der Schwiegersohn im Sterben liege. Die Frau fuhr mit dem nächsten Zuge nach Oderfurt und erfuhr vort, daß das Telegramm gefalscht war. Frau Krischke bat ihren Sohn Johann, der bei dem Ehepaar Münster wohnte, er möge nach Botenwald zurückkehren und die zurückgebliebenen drei Schwestern aufklären und beruhigen. Krischke fuhr auch nach Botenwald, wo er aber erwiesenermaßen— entgegen seinem Auftrage— die Mäochen auf ein längeres Ausbleiben der Mutter vorbereitete. Er fuhr nach Oderfurt zurück und berichtete, die Tochter ließen der Mutter sagen, da sie schon einmal in Oderfurt sei, solle sie nur einige Tage dort bleiben und sich erholen. Frau Krischke ließ sich von ihrem Sohne zum Bleiben bewegen, zumal da er versprach, er werde sie auf der Heimreise begleiten. Als sie am 2. Dezember mit Johann die Rückreise antrat, hörte sie schon auf dem Wege die Schreckenskunde, daß die Töchter in der Nacht vom 1. zum 2. Dezember er mordet worden seien. In großter Aufregung eilte sie zum Wohnhaus. Hier lag Augustine, mit der Hacke der Frau Krischle erlolagen. im Bette; im Munde hatte die Leiche ein Stück Wollstrang. Ottikie, ein auffallend hübsches Mädchen, lag ebenfalls als Leiche, erwurgt im Verte. Hermine wurde in einem Holzschuppen erwürgt ausge funden. Auf ihrem Kopf lag ein etwa 20 Kilogrumm schwerer Stein. Die Gerichtskommission stellte fest, daß weder etwas geraudt. noch ein Sittlichkeitsattentat verübt worden war. Der Verdacht d. Täterschaft richtete sich zunachst gegen einen Bahnarbeier, der Ottilie Krischke mit Liebesanträgen verfolgt hatte, von ihr jedoch zurückgewiesen worden war. Er wurde in Haft genommen, doch mußte das Verfahren gegen ihn eingestellt werden. Im Orte und in der Umgebung sprach dann alles davon, daß nur Johann Krischke der Mörder ein konne. Es wurde festgestellt, daß Johann Krischke in der krittschen Nacht vom 1. zum 2. Dezember 1003 in Oderfurt ehlte. Seine Angabe, daß er die Nacht in einem Waggon auf dem Bahnhofe in Mährisch=Ostrau zugebracht habe, konnte er nicht beweisen. Die Schrift auf dem Telegrammformular, das die Mutter abberief, ergab dem„R. W. T.“ zufolge eine überraschende Aehnlichkeit mit der des Johann Krischke. Sachverständige erklären beide Schriftproben für identisch. Dazu kam, daß die Tat nur jemand begehen konnte, der mit den Verhältnissen der Familie Krischke sehr vertraut war. Man erfuhr ferner, daß Johann in Oderfurt am 1. Dezember ge äußert hatte, er müsse sich für die folgende Nacht, vom 1. zum 2. Dezember, um jeden Preis freimachen. Bekannt war, daß die drei Schwestern das Haustor nur gut bekannten Personen zu öffnen pflegten. Als der Mord entveckt wurde, war das Tor geschlossen, und der Schlüssel sehlte. Es fand sich ein Zeuge, der sich erinnern will, daß Krischke einige Zeit nach der Tat einen Schlüssel mit einer eigentümlichen Bemerkung weggeworfen habe. Krischke hatte nach der Tat Verletzungen an der linken Hand, die er sich beim Tragen eines Schaffes zugezogen haben will. Diese und andere Umstände lenkten den Verdacht der Täterschaft auf Krischke. Allein auch das Motiv wurde errlarlich. wenn man Johann Krischke als den Mörder in Betracht zog. Auf dem Besitze der Rosalie Krischke, der einen Gesamtwert von 3000 Kronen hatte, lastete ür jedes der getöteten Mädchen ein Erbteil von je 200 Kronen. Außerdem waren Johann Krischke u. seine Schwester Aloisia bei der Wiener Lebensversicherungsanstalt mit je 1000 Kronen verlichtert unter der Bedingung, daß von diesen Summen gleich große Teile den drei jüngeren Schwestern zukommen sollten. Dadurch, daß die drei Schwestern beseitigt wurden, wurden nicht nur die Beträge, sondern auch das Haus für Johann Krischke und Aloisia Münster von den übrigen Erbtetlen, den Lasten für die Ermordeten, frei. Tatächlich hat Johann Krischke am 3. Januar v. J. die Versicherungssumme von 1000 Kronen ausbezahlt erhalten. Als Krischke am 16. Januar d. J. in Wien eintraf u. sich in einem Massenquartier einlogierte, wurde er von der Kriminalpolizei n Haft genommen. Er leugnete die Täterschaft, verwickelte ich jedoch in dem Verhör wiederholt in Widersprüche und sonnte über verschiedene wesentliche, ihn belastende Einzelheiten keine genügende Aufklärung geben. Krischke ist Schneider von Beruf. Er arbeitete dann bei der Nordbahn als Lagerarbeiter, wurde nach dem Mord im Botenwald wegen Diebstahls zu zwei Monaten Kerker verurteilt und verlor den Posten. Er wurde dem Landgerichte eingeliefert Stadt und Land. Detmold, 22. Januar. * Personalien. Lehrer W. Potthast in Hummeren ist als Lehrer an die Schule in Bavenhausen be rusen worden. * A u s h e b u n g f u r d i e G a r d e. W e s t f a l e n u n d i d e A u s hebungsbezirke des 7. Armeekorps haben immer eine verhältnismäßig große Zahl von Garderekruten gestellt. Nach der Heeresordnung wohnen alljährlich eine Anzahl von jün geren Stabsoffizieren und älteren Hauptleuten des Gardekorps dem Aushebungsgeschäft in verschiedenen Gebietsteilen der preußischen Monarchie bei. Dur chkriegsministerielle Versü gung vo m14. d. M. wird ein solcher Sonder Gardekommissar der 26. Insanteriebrigade in Minden für die sommerlichen Aushebungsperiode zugewiesen. Zu der Brigade gehören die Bezirke Bielefeld. Detmold und Minden. * M a s k e n b a l l. I n d e r l e t z t e n G e n e r a l v e r s a m m l u n g d e s musikalischen Klubs wurde beschlossen, am 15. Februar d. I im Theatersaale des Neuen Kruges wieder einen Maskendall abzuhalten. Der Verein hat es verstanden, hier ein Karne valsleben mit all den tollen Possen einzuführen, wie es im chönen Süden herrscht; das bezeugt der von Jahr zu Jahr zunehmende Truhel und die starke Beteiligung von jung und alt. Rege Arbeik fällt dem Komite zu und schon jetzt ist mit den Vorarbeiten begonnen, um allen Besuchern wieder einen vergnügten Abend zu bereiten. a Lippiicher Ravallerie Verein feiert Kaisers Geburtstag am 1. Fedruar im Neuen Rruge Die Lipp. Baugewerkschule feiert Kaisers Ge burtstag nächsten Sonnabend, den 25. Januar i. Hermann aale des Lipp. Hofes. Anfang abends 9 Uhr. Vorher per anstaltet die Schule wie früher einen Fackelzug * D e r g e s t r i g e V i e h m a r k t w a r m i t 9 2 5 S c h w e i n e n b e trieben bezw. angefahren, wogegen das Rindvich vollständig fehlte. Die Preise für Schweine stellten sich wie folgt: 6—8 Wochen alte Ferkel 9—13 M. vierteljährige Schweine 18—23 M. halbjährige 35—42 und Sauen 80 bis 100.2. Obwohl eine Anzahl fremder Handler erschie nen war, so blieb doch ein Teil der vorhandenen Schweine unvertauft. * Bortrag. Herr Hans Schmauk aus Dresden, der gegenwartig einen Zyllus von Vorträgen absolviert, sprach am Montag abend im Preußischen Hofe(Förster) über das neueste Pererverfahren mit Perzinal. Der Bortragende wies an der Hand praktischer Versuche nach, daß dieses neue Schellackersatzmittel Beachtung verdient, denn von einigen Zuhörern wurden unter Anleitung des Herrn Schmaut, der selbst sich nicht scheute, auch Hand anzulegen, sehr schöne polierte Flächen erzielt. Allen Interessenten sei darum empfohlen, das Mittel auszuprobieren. Fürstliches Theater. Heute findet das einmalige Gastspiel von Maria Pospischil statt, und niemand sollte es versaumen, die hervorragende Künstlerin in ihrer Glanzrournpoyo- zu sehen.— Der Freitag bringt mit Frl. Murbach in der Titelpartie und dem Helden tenor Herrn Janke als„Faust“ eine Aufführung von Gounod's herrlicher Oper„Margarethe“. Bei der Beliebtheit dieser Oper ist guter Besuch zu erwarten.— Sonnabend gibr es auf Besehl Sr. Durchlaucht des Fürsten zur Vorfeier des Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers eine Aufführung von Kadelburg=Skowronnet's reizendem Lust spiel„Husarensieber".— Sonntag findet eine nochmalige Aufführung von Lehar's zugkräftiger Operctte„Die lustige Witwe“ statt. * D e r R e i c h o v e r b a n d g e g e n d i e C o z i a l d e m o k r a t i e Landesabteilung Fürstentum Lippe, hält am Donnerstag. den 23. Jannar. nachmittags 3½ Uhr, in der„Reichstrone“ zu Lage eine Generalversammlung mit folgender Tages ordnung ab: Rechenschaftsbericht. Vorstandewahl: Vortrag des Generalsekretärs des Resdsnerbandes Herrn Heinrich (rund aus Frankfurt a. M.:„Warum und wie soll das deutsch: Boll die Sozialdemokratie bekampfen?": Organisationsfragen. * Detmolder Berlosung. Dem Verein zur Beförde rung der Viebzucht, insbesondere der Pferdezucht, im Fürstentum Lippe ist die Genehmigung erteilt worden, im Jahre 1908 eine Verlosung von Vieh und landwirtschaftlichen Gegenständen zu veranstalten und zu diesem Zweck bis zu 30.000 Lose zu je 1 M auszugeben. * Bildungsverein. Wir möchten nochmals auf den morgen im Ev. Vereinshause stattfindenden Vortrag des Herrn Dr. Fuhrmann=Hiddesen ausmerksam machen. Der Redner spricht über„Heimatschutz und Oeimatpflege in Lipver: etwa 90 Lichtbilder nau, Motiven aus Lippe werden den Vortrag begleiten und dürfte solcher wohl zu den interessantesten des Winters gere##: werden. „ Remmighausen, 22 Jan(Schulgemeinde Remmighansen.) Die Wählerlisten zur Schulaueschuß wahl liegen bis Sonnavend in der Schule zu Nemmig hausen zu jedermanns Ein##n aus. Die Wähler seien hier durch besonders varauf aufmerksam gemacht. * S a l z u s t e n, 2 2. J a n. D i e H e r r e n I n g e n i e u r L e i t häuser=Kassel und der Direktor Döpte des Dortmunder Elektrizttätswerkes nahmen eine Besichtigung der Elektrizitätsanlagen der Werlermüble und deren Stauwerksanlagen vor. Auf Grund der von beiden Sach verständigen zu erstattenden Gutachten sollen sich dann unsere städtischen Vertreter über den späteren Ankauf schlüssig machen.(M. A.) a Lemgo, 21. Jan. Eine ehrende Anzeichnung wurde zwei Angestellten der Firma Lemgoer Hilzindustrie Inhaber W. Schnakenbeck von hier zuteil. Der Wertmeister H. Hennig. sowie der Zimmerpolier F. Schäfer, beide von hier, hatten auf eine 25jährige Tätigkeit in odiger Firma zurückzublicken, und es wurde beiden eine ehende Anerkennung seitens Sr. Durch laucht des Fürsten Leopold in Form eines Diploms überreicht. Schon vor mehreren Jahren wurde dieser Anerkennung einem Angestellten des Herrn W. Schnakenbeck gemacht, gewiß ein chönes Zeichen von Zusammenarbeiten zwischen Meister und Gesellen.(L. P.) eb. Horn, 22. Jan.(Unfall.) Beim Holzfällen erlitt gestern der Holzhauer Heinrich Siekmann von hier einen be dauernswerten Unfall; er wurde von einem herabfallenden Aste getroffen und trug einen zweimaligen Bruch des rechten Oberarmes und 2 Rippen der rechten Seite davon st. Horn, 22. Jan. Der hiesige Kriegerverein feiert am Sonnkag, den 26. d. M. Kaisersgeburtstag und Stiftungsfest durch Festzug zur Friedenseiche und durch die Stadt. nachmitt. 3 Uhr, worauf abends 7 Uhr ein Tanzkränzchen auf 2 Sälen, Rathaus und Teutoburger Hof. abgehalten wird w. Bad Meinberg. 22. Jan. Das Meinberger Kriegerfest indet statt am 2. Februar d. J., verbunden mit Kaisergeburts tagsseier mit Konzert und Ball bei Wirt Rädeker hier.— Am 27. d. M. ist eine Zusammenkunft der Krieger im Vereinslokal um Kaisers Geburtstag zu seiern; 7 Uhr abends ansangend * Amt Lage, 22. Jan. Die am letzten Sonntag hattgefundenen Kriegervereins= Festlichkeiten in Hegen, Müssen und Billingbausen waren sehr gut besucht und verliefen in echt kameradschaftlicher Weise.— In Heiden ist in der letzten Schützen=Generalversammlung mit 70 gegen 30 Stimmen beschlossen worden, auch in diesem Jahre ein Schützensen zu seiern, und zwar am 26. Jan. und am 2. Februar. Das Königsschießen findet am 26. Januar statt. Das Fest soll bei Büngener und bei Schröder gefeiert werden * Wüsten, 22. Jan.(Kaisergeburtstaasfeier.] Der hiesige Kriegerverein seiert am Sonnabend, den 25. ). M., abends von 6 Uhr ab im Saale des Herrn Gaswirts detland eine Kaisergeburtstagsseier, bestehend aus Konert, Theater und Ball. Leese, 21. Jan. Auf dem am Sonntag in Leese abgehaltenen Schützenfeste veksuchte eine Person, ein Pferd zu entfuhren. Nach dem Rundmarsch durchs Dorf saßzen die Schützen=Offiziere ab und übergaben ihre Pferde bereit stehenden Pferdehaltern. Zu der das Wilmsmeiersche Pferd haltenden Person kam kurze Zeit darauf jemand, der angab, er habe Auftrag, das Pferd nach Lemgo in den Stall zu bringen, das Pferd wurde ihm auch übergeben. Als aber nach einer Weile Wilmsmeier kam, um sein Pferd wieder in Empfang zu nehmen, wurde der Schwindel entdeckt. Die sofort per Pferd genommene Verfolgung des Schwindlers führte zu dessen Einholung zwischen Lieme und Hagen. Es ist anzunehmen, daß der Schwindler mit dem Pserde nach Bielefeld wollte, um es dort zu versilbern. Der Täter ist, lt. L. H., in einem schon mehrsach vorbestraften Ziegler in Ehrentrup ermittelt. m. Alverdissen, 21. Jan. Dem Schuhmachermeinter H. Schröder wurde vor einigen Tagen aus dessen Laden 1 Paar selbstgemachte Bockskalb=Stiefel entwendet: vielleicht gelingt es, den Langfinger zu ermitteln. m. Alverdissen, 21. Jan. Am kommenden Sonntag wird in hiesiger Kirche der Randidat Müller eine Prode Predigt abhalten. * S c h w a l e n b e r g. 2 2. J a n.( A u f a c b o t.) D e r M a u r e r Karl Eichmann Nr. 22 in Schwalenberg hat beantragt, den verschollenen Maurer Christian Karl Eichmann, geboren am 21. August 1876 in Schwalenberg. zuletzt wohnhaft in Schwalenberg, der angeblich nach Amerika ausgewandert sein soll, für tot zu errlaren. Der bezeichnete Verschollene wird aufgefordert, sich spätestens in dem auf Mittwoch, den 5. August 1908, vormittags 10 Uhr, vor dem Gerichte in Blomberg, Zimmer Nr. 3. anberaumten Aufgebotstermine zu melden, widrigenfalls die Todeserklärung erfolgen wird. An Alle, welche Auskunft über Leben oder Tod des Verschollenen zu erteilen vermögen, ergeht die Aufforderung. spätestens im Aufgebotstermine dem Gericht Anzeige zu machen Aus der Nuchbarschaft. * Blotho. 20. Jan. Die jahrelangen Bemühungen der Weserschiffahrtsinteressenten, zwischen Minden und Rinteln noch einen Sicherheitshafen an der Weser zu de kommen, scheinen jetzt Erfolg zu haben, denn hier hat auf Veranlassung der Weserstrombauverwaltung eine Besprechung, zu welcher die Vertreter der Stadt eingeladen waren. stattgesunden. In dieser Versammlung. an der unter andern der Landrat von Borries aus Herford teilnahm, wurde die Anlage eines Sicherheitshafens für Blotho in Aussicht genommen. Die Versammlung war zu dem Zwecke an Ort und Stelle d. b an der Weser und verhandelte darauf im Eisenbahnstations gebäude. Wie wir hören, soll hier auf dem sogenannten Werder ein Sicherheitshafen angelegt werden, wenn auch über den Zeitpunkt der Ausführung noch nichts näheres bestimmt ist. * V l o t h o, 2 0. J o n.( K i r c h l i c h e s.) G e g e n w ä r t i g z i r k u l i e r t hier bei den Mitgliedern der Stephanigemeinde eine Liste zum Einzeichnen für die Anstellung des Herrn Pastors Nachtigall als ordentlichen zweiten Pfarrer. Daß alle Gemeinde mitglieder den Wunsch haben, diesen vortrefflichen und liebens würdigen Pastor, der bisher nur als Hilfsgeistlicher fungiert, hier dauernd zu behalten, beweisen die zahlreichen Unterschriften, trotzdem die Anstellung nicht ohne Opfer für die Gemeinde geschehen kann. * Möllenbeck, 22. Jan.(Feuer.) Am Sonnabend abend gegen 11 Uhr erschollen in unserem sonst so stillen Orte abermals Feuerrufe. Es brannte das neben der Requardtschen Mühle belegene Wohnhaus des Wilhelm Wolter vollständig nieder. Der Schaden soll durch Versicherung gedeckt sein. * Pormont, 29. Jan. Kürzlich wurde der Helenenbrunnen mit Hilfse eines Elektromotors ausgepumpt, da verschiedene Reparaturen vorzunehmen waren. Nach einiger Zeit blieb die Quelle jedoch aus, und man mußte verschiedene Mühe darauf verwenden, daß sie sich wieder einstellte. Hieraus ersieht man, wie empfindlich die Quellen sind, und das Verbot, innerhalb eines größeren Umkreises von Pyrmont keine Bohrungen vorzunehmen, erscheint durchaus gerechtsertigt. Auch das Einstellen der Kalibohr versuche bei Welsede soll darauf zurückzuführen sein. * Aroisen, 29. Januar. Der Landtag der Fürstentümer Waldeck=Pyrmont sollte in einer abermals zu dem Zwecke ein berufenen Tagung über das Klassensteuergesetz beraten, doch war dieses nicht mehr nötig, denn wie der Landesdirektor Prandent Freiherr von Lützow mitteilte, hat inzwischen der preußische Finanzminister seine Bedenken gegen das Klassensteuergesetz zurückgenommen. Die näheren Umstände und Gründe wurden nicht zur Kenntnis des Landtages gebracht. Weiter willigte der Landtag in die Veräußerung unserer Do manialgrundstücke im Gebiet der Edertalsperte, jedoch mit der Bedingung, daß der erzielte Erlös dafür im Interesse des o. manialstammvermögens zu verwenden ist. * Bückeburg, 20. Jan. Rettung durch den Polizeihund.) Ende der vorigen Woche, als die streuge Kälte noch herrschte, stellte der einen Polizkibeamten begleitende Polizeihund früh grmeeis um 5 Uhr in der Gartenstraße einen hiesigen Mann, der fest schlief. Anzweiselhaft wäre der Schlafer erfroren, hätte der Hund ihn nicht gefunden. * Oonabrück, 20. Jan. Eine nette Submissionsblüte zeitigte die Ausschreibung der Maurerarbeiten zum hiesigen Stadttheater. Das von einer hannoverschen Firma gemachte Höchstangebot beträgt 161 594,83 M. das niedrigste, das von einer hiesigen Firma gemacht wurde, 102 928.50 M. Die Differenz beträgt mithin 58 606,33 4. * Nemscheid, 20. Jan. Durch ein Geschenk des Kaisers ist einer hiesigen, in ärmlichen Verhältnissen ledenden Familie große Freude bereitet worden. Ein verkrüppelter 13jähriger Knade, dessen verwittwete Mutter sich der mühevollen Aufgabe unterzieht, außer ihren Kindern noch ihre alte Mutter zu ernähren, sehnte sich nach einer Violine, und da der Verdienst#semer Mutter die Beschaffung eines solchen Instrumentes nicht zuließ, mandte er sich unter Darstellung der Fa milienverhältnisse hei ich an den Kaiser. Dieser Tage wurde die ahnungslose Mutter aufs Nathaus beschieden, und er wurde ihr außer einer prächtigen Bioline und einer Biolinschule ein Geldbetrag von 30 Mark überreicht. Auch wurde ihr anheimgestellt, ihrem Jungen freien Unterricht im Seigenspiel erteilen zu lassen. Düsseldors, 20. Jan. Ein tragisches Vorkommnis hat eine hiesige Familie in arge Trauer versetzt. Auf die 31jährige Tochter derselben hatte im verflossenen Jahre ein Rechtskonsu lent, der deshalb vom Schwurgericht mit einem Jahr Gesäng nis bestraft worden ist, ein Revolverattentat ausgeführt. Nach einer Beurteilung erstattete der Betreffende gegen das Mädchen Strafanzeige wegen wissentlichen Meineides. Die darauf hin gegen sie eingeleitete Untersuchung hat sich die Bedauernswerte derart zu Herzen genommen, daß sie nunmehr als geisteskrank einer Irrenanstalt überwiesen werden mußte. Sport. Theile in Paris. Der Eduard Tyalor=Preis(Dauer rennen hiter Motorschrittmachern) wurde mit 5 Runden Vor sprung von Theile vor Simar gewonnen. Mauß konnte sich als Zweiter plazieren. Beide Sieger benutzten das vortreff liche Brennabor=Rad. Standesamtliche Nachrichten. Standesamt Helpup.— Monat Dezember. Geburten: Ein Sohn dem Ziegler Heinrich Dröge in Wellentrup, dem Ziegler Wilhelm Reineke in Währentrup, dem Einlieger Friedrich Lammer in Wellentrup: eine Tochter: dem Kalkosenpächter Wilhelm Biermann in Währentrup, dem Ziegler Friedrich Lindhorst in Greste, ferner zwei uneheliche Geburten.— Eheschließungen: Witwer und Ziegler Friedrich Eomeier in Wellentrup und Witwe Amalie Sprick, ged. Berkemeier in Lage; Ziegler August Hasenjäger in Müssen und Schneiderin Hermine Steinmeier in Wellentrup; Ilegter Wilhelm Schilling und Nähterin Elise Strüßzmann, beide in Mackenbruck; Ziegler Friedrich Beermann in Krentruperhagen und Dieinstmagd Luise Dümpe in Greste: Ziegler Heinrich Stuckmann in Mackenbruch und Nähr rin Pauline Wilkenloh in Wellentrup; Schuhmacher Adolf Berkemann in Bielefeld und Dienstmagd Hermine Pölke in Wellentrup.— Sterbefälle: Ehefrau Juliane Dröge. geb. Freimuth. in Wellentrup, 31 Jahr, Tagelohner August Büker in Wellentrup, 77 Jahr, Ehefrau Wilhelmine Fror mann, geb. Sieveke, in Mackenbruch, 68 Jahr, ferner zwei Tot geburten. Sprechsaal. Heiple, 21. Jan.(Schulangelegenheit.) Die Ort schaft Heipke, welche ca. 350 Einwohner hat, sendet ihre Kinder nach drei verschiedenen Schulen, nämlich nach Wülfer. Schucken baum und Krentruperhagen. Schon vor längeren Jahren haben Verhandlungen zwecks Gründung einer eigenen Schule für Heipke stattgefunden, welche aber nicht zum Ziele geführt haben. Infolge verschie dner Unzuträglichkeiten bei den letzten Schulausschußwahlen ist, wie wir hören, der Wunsch aufs Neue rege geworden. Familien-Nachrichten. Geboren: 1 Mädchen: Herrn Bürgermeister zur Nieden in Blomberg Gestorden: Heinrich Jasper, 11 Jahre, in Grassie! — Else Wind, 9 Mon., in Lage.— Tischlermeister Hermann Krull, 49 Jahre, in Blomvera— Wilhelm Humanus, 73 Jahre, in Blomberg; Beerdigung: Mittwoch N. 3 Uhr Lekzte Nachrichten. Hannover, 21. Jan. Heute mittag waren etwa(000 Ar beitslose vor dem Geschäftshause einer hiesigen Zeitung per sammelt, um d. dort ausgegebenen Arbeitsmarkt in Empsang zu nehmen. Einer der Arbeitslosen wurde gegen einen der die Ruhe aufrechterhaltenden Schutzleute tätlich, sodaß der Beamte von seinem Säde! Gebrauch machte. Daraufhin drangen mehrere andere Arbeitslose mit offenem Messer auf den Beamten ein. Einer der Exzedenten wurde so verletzt, daß er ins Krankenhaus gebracht weiden mußte. Pario, 21. Jan. Major Moll, der Chef der Mission zur Festlegung der Grenze zwischen Französisch=Kongo und Kame run überreichte heute dem Präsidenten Fallieres ein Album mit Photographien, die von der letzten Mission ausge nommen worden waren. Ein gleiches Album soll dem Deutschen Kaiser auf diplomatischem Wege übermittelt werden Berlin, 22. Jan. Der Vossischen Zeitung wird aus Tanger gemeldet: Hier geht das Gerücht um, die Fran zosen hätten bei Settal eine Niederlage erlitten. wobei 35 Personen getötet und 35 verwundet worden sind. Die Stadt hätten sie dann wegen Munitionsmangel ausgeben müssen. Dortmund, 22. Jan. Infolge des dichten Rebels fuhren gestern abend ein Straßenbahnwagen mit einem Lastfuhrwerk zusammen. Ein Mädchen wurde verletzt; der Schaffner konnte sich durch schnelles Absoringen retten Landoberg. 22. Jan. Im Stadtsee sind gestern beim Schlittschuhlausen 2 Kinder eingebrochen und ertrunken. Bei den Rettungsversuchen ertrank noch ein Schauspieler Melbourne, 22. Januar. In einem Teile des Bezirkes Viktoria sind heftige Waldbrände ausgebrochen, die gro ßen Schaden anrichteten. Viele Pflanzerwohnungen sind niedergebrannt. Im ganzen sind bis jetzt über 100 Personen an Hitzschlag gestorben Tokio, 22. Jan. Der Minister des Acußeren erklätte einem Berichterstatter gegeküber, daß die Auswanderung nach den Vereinigten Staaten über Hawaii nicht verhindert werden könne. Die Regierung wolle aber die Auswanderung über Mextko untersagen. Odessa, 22. Jan. Einige Expropriteure übersielen gestern einen Bankkassierer und raubten 30 000 Rubel. Die Täter entkamen. MAMANEA S TAEIL e ee Bekanntmachung. Das nachstehende Verzeichnis der zur Zucht für tanglich und zulässig erklärten Stiere wird hiermit gemäß S 16 der biesigen Zuchtstierkurordnung in ortsüblicher Weise veröffentlicht: z schwarz und weiß, ohne besondere sitzer: Landwirt Heinrich Geise, hier, 1 Stier, Abzeichen.— Burgstraße 286. 20. Januar 1908. Der Megistrat. Speige Bekanntmachung. Es wird hiermtt an Beachtung der Bestimmung des§ 6 des hiesigen Hundestener=Statuts erinnert, nach welcher gegen Rückgabe der vorjährigen eine neue Hundesteuer=Marke auf dem hiesigen Rathause zu lösen ist. Diese Marke ist dem Hunde am Halsbande anzuhängen. Zuwiderhandelnde haben eine Geldstrafe bis zu 30 M. zu gewürtigen. Horn, 17. Jannar 1905. Der Mogistrat. Spelge Holzverkäufe in den Fürstlichen Forsten. Oberförsterei Schieder. Am Freitag, den 24. Jannar, morgeus 9 Uhr, soll im Kutenkruge bei Belle aus dem Vellerholze nachbenanntes Holz öffentlich meistbietend verkauft werden. Distrikte Luermesch, Wartsberg, Oberellern. Vogeltimpen: Buchen: 190 Rm. Klob. u. Kpl., 49 Durchf.=Hfn., 35 Astrig.= Hfn., 12 Sick. Wagendeichseln. Eichen: 12 Rm. Kol. ungek., 5 Durchf.=Hfn. Weißtannen: 4 Durchs.=Hfn. Distrikte Meierholz u. Hagenfiek: Buchen: 45 Nm. Klod. u. Kpl., 38 Durchs.= Hfn. Eichen: 4 Nm. Kpl. ungek., 21 Durchs=Hfn. Lärchen: 2 Stck. Nutzholz mit 1.20 Fm. Fichten: 19 Durchf.=Hin. Holz-Verkauf. Am Sonnabend. 25. Jannar, mittags 1 Uhr vollen meistdietend verkauft werden: 94 Stück Tannen mit 31,57 Festmeter zu Balken und Sparren 119 Stück zu Latten. Käufer wollen sich im Gebölz einfinden. Mosebeck, 21. Jan. 1908. Sprute. und Breunholz=Verkauf. Am Sonnaben, den 25. Jauar. nachmittage 2 Uhr, kommen au dem Brinkmannschen Kolanate Rr. 8 in piddesen nade am Herdenoldendorfer Kommuna: wege an Ort und Stelle zum meistdietenden Verkauf a. Eichen: 45 St. zu 40,16 fm., 26 rm. Scheite, Kl. u. Kn. ungek. u. 128 rm. Astreisig. d. Buchen: 5 St. zu 4,39 fm., 32 rm. Klob. u. Kn. u. 42 rm. Astreisig: c. Fichten u. Kiefern: 12 St. zu 7,46 m. d. Erlen, Birken, Weiden u. Kirschen: 13 St. zu 4,43 fm. Da mein Warenlager dis April möglichst ger um sein muß, verkaufe ich von heute ab mit X% Hüte, Blumen, Bänder, Federn, usw. zu und unter Einkaut. Frau Agnes Zelmke Detmold, Bruchstrasse 20. Ständige Reklame führt zum Erfolg. Litte, nicht übersehen! Einen Posten Schuhwaren für Herren, Damen und Kinder, in feinen und gewöhnlichen Sorten, die etwas an Ausputz gelitten haben, im üorigen aber noch vollwertig sind, gebe zu jedem annehmbaren Geboi ab. Detmolder F. Meise, Meierstraße 14. S Sireng reeße u. billigste Beingsguche! 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