Rotationsdruck und Verlag: Jugmanns& Koethers, Herne. 10. Jahrgang. Amtliches Publikations=Organ für den Stadtkreis Herue. Nebenausgaben:„Auzeiger für das Amt Sodinger“(Amtsblatt) und„Gerther Anzeige“. Fernsprecher 461. Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage. 70 Pfg. monatlich frei ins Haus gebracht; eurch die Post bezogen vierteljährlich Mk. 2.50. L Mit den Beilagen: „Das christliche Haus",„Jugendborn",„Illustr. Sonntagsblatt".„Nach der Schicht“. Die für den„Herner Anzeiger“ ausgegedenen Inserate gelangen Im„Anzeiger für das Gmt und„Gerther Anzeiger“ gratis zur Aufnahme.— Der eus die Inserate eingerdumte Rebett gili als Stente für Barregulterung, wird also bei verspäterer Zahlung. Konkursen, Bieutbattenen und gerichtlien Blazi gesrichen. Anzeigen werden die 1 spaltige Petitzeile mit 15 Pfg., für auswärts mit 20 Pfg., Reklamen die Zeile mit 50 Pfg. berechnet. Datum= und Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Jever Abonnent des„Herner Anzeiger“ ist mit 300 Ml., Mann und Frau zusammen mit 600 Ml., gegen tödlichen Unfall gemäß den bekannt gegebenen Bestimmungen versichert. M 248.(Erstes Blatt.) Montag, den 26. Oktober 1914. er 500 Engländer im Westen. 1800 Russen im Östen gefangen. Die Gefangenen=Behandlung in England. Deutichsich aue volizeilich registrierten oger#.# und Oesterreicher im Gefangenen„.## binden. Ihre Jahl betragt 40 000 in London und Ger ich vereinigten Königreich.—„Daily Telegrapb“ berichtet über die Behandlung der Interrten in der Olymvia in London: Jeder hat eine volzpritsche, worauf er Matratzen und Decken legen kann. Die Leute dürfen lesen, Kartenspielen und musizieren. Zeitungen sind verboten. Die tägliche Ration besteht aus ½ Pfund Fleisch, 1½ Pfund Brot, 6 Unzen Gemüse, ½ Unze Tee oder 1 Unze Kaffee, 2 Unzen Zucker. 1 Unze Margarine, einem Zwanzigstel Pfund kon hsierte Milch, dazu Salz, Pfeffer und Gewürz. Die rotere erhalten besondere Behandlung und sind be lnders untergebracht. Sie erhalten eine regelmäßige Gage auf Rechnung der deutschen Regierung, die mit den englischen gefangenen Offizieren ebenso verfährt. Die Eiger# Beschäftigung der Gefangenen bietet Schwierigkeiten, da die Konkurrenz mit englischen Arbeitern vermieden werden soll. Die Gefangenen können jedoch beim Wegebau, zur Kanalreinigung usw. beschäftigt werden. Sie erhalten für solche Arbeiten 4 bis 6 Pence täglich Ariefe dürfen zweimal in der Woche geschrieben werden. Der Briefempfang ist unbeschränkt. Besuche sind in Gegenwart eines Dolmetschers gestattet. WTZ Amsterdam, 25. Okt. Der Londoner Korrespondent des„Teleyraaf“ hat einen ausführlichen Bericht über einen Besuch erstattet, den er am 21. Oktober in dem Gefangenenlager Fritbhill bei Aldershot gemacht hat. Nach seinen Angaben liegt das Lager hoch, trocken und in gesunder Gegend; gegenüber befindet sich das neue Sana torium des Brompton=Hospitals. Die gesunde Gesichtsfarbe der Gefangenen zeigte, daß das Leben auf der Heide und in freier Luft ihnen gut bekommt. Das Lager umfaßt eine Fläche von 32 Hektar. Es wird von zwei Reihen Stacheldrahtzäunen eingefaßt. TieZahl der Gefangenen beträgt jetzt 3711; vor einigen A Iu waren es fast 6000, die schon zum Teil nach an deren Lagern geschickt worden sind. Frithhill diente ursprünglich als Uebungsfeld für die Territorialarmee. Die Stacheldrahtzäune und elektrische Beleuchtung wurden neu hergestellt. Das Lager besteht aus zwei getrennten Abteilungen: die eine beherbergt 1790 deutsche Zivilisten, die nach der Kriegserklärung verhaftet worden waren, sowie etwa 100 Matrosen von versenkten oder beschlagnahmten deutschen Schiffen. Hier befinden sich auch die wegen angeblicher Spionage verhafteten Personen. Die zweite Hälfte des Lagers enthält nur deutsche kriegsgefangene Soldaten, zurzeit 1921 Personen. Jede Abteilung hat besondere Stacheldrahtzäune, deren obersten Drähte elektrisch ge laden sind. Die Bewachung des Lagers besteht aus 100 Mann Infanterie mit acht Offizieren. Der Korrespondent besuchte zuerst die Abteilung für die Zivilisten. In langen Reihen standen hier geräumige Zelte, jedes für 12 Mann bestimmt. Die Gefangenen schlafen wie die Soldaten im Felde, aber unter Decken. Die meisten hatten einen Koffer oder eine Kleiderkiste im Zelt. Die Gefangenen wählen sich selbst ihren Anführer, der zweimal am Tage Musterung abhölt, um die Präsenz festzustellen und um Kranke zu melden. Die ganze Abteilung des Lagers hat einen von allen Insassen gewählten Kommandanten, der für alle Zelte und Leute verantwortlich ist und eine gewisse Vergütung erhält. Der Kommandant der zivilistischen Abteilung ist ein gebildeter Deutscher, der wegen Svionage verhaftet wurde. Der Korrespondent sprach mit Gefangenen, die ihm erklärten, daß sie mit der humanen Behandlung im Lager zufrieden seien. Das Essen und die Mahlzeiten sind dieselben, wie die der englischen Soldaten. Jede Abteilung des Lagers hat eine Kantine, wo der Gefangene sich für eigenes Geld Erfrischungen, Tabak und Zigaretten kaufen kann. Geld, Bücher und Briefe können den Gefangenen zugesandt werden. Die Gefangenen selber dürfen zweimal in der Woche Briefe absenden. Die gefangenen Zivilisten, die in England wohnten, dürfen Besuche empfangen. Etwa 100 Zivilisten sind auf Parole und gegen Bürgschaft für gutes Ver halten freigelassen worden. Ein junger deutscher Geist licher, der anfänglich im Lager gefangen gehalten wurde, aber auf Parole freigelassen wurde, darf das Lager regelmäßig besuchen und hält dort Gottesdienst ab. Der Korrespondent besuchte auch die Abteilung r k r i e g s g e f a n g e n e n S o l d a t e n, d i e g e r a d e Nachmittagsvarade antraten. Ihre vortreffliche Diszi n zeigte sich bei dem Antreten, das unter dem Kom indo eines Feldwebels geschah, der für Ordnung in eser Abteilung sorgte. Der Korresvondent sprach mit m Feldwebel, der in der Schlacht bei Monts kämpfte d mit seiner Kompagnie gegen eine große Uebermacht iderstand leistete. Von seiner Kompagnie seien nur va 47 Mann übrig geblieben, die sich ergeben mußten, s die Munition verschossen war. Der Feldwebel er irte. die Behandlung lasse nichts zu wünschen übrig; s Essen sei sehr gut; sie unterhielten sich so gut, als den Umständen nach möglich wäre. Sie täten ab echselnd schwere Arbeit. Einige verrichteten auch zeit eilig außerhalb der Umzäunung des Lagers Holzbacker beit. In dem geräumigen Zelt befanden sich ein halbes utzend leicht verwundeter Soldaten. Einige lagen zu ett. Als der Korresvondent auf deutsch nach der Be indlung fragte, erklärten sie, sie seien sehr zufrieden. en Gefangenen werden Kleider. Unterkleider, Schuhe, ßgerät, Kämme, Bürsten und Zahnbürsten geliefert. ie sanitäre Einrichtung des Lagers lasse nichts zu ünschen übrig. Jede Abteilung besitze eine Anzah odewannen. Die Gefangenen dürfen nicht über Winter dem Lager bleiben WIB Großes Hauptquartier. 25. Okt., vormittags.(Amtlich.) Mitteilung der obersten Heeresleitung. Der Iser-Tpernkanalist zwischen Nieuport und Dixmuiden nach heftigen Kämpfen am 24. Oktober von uns mit weiteren starken Kräften überschritten worden. Oestlich und nordöstlich Vpern hat sich der Feind verstärkt. Trotzdemgelang es unseren Trunpen. an mehreren Stellen vorzudringen. Etwa 500 Enuländer, darunter ein Oberst und 28 Offiziere, wurden gerangen genommen. Im Osten haben unsere Truppen die Offensive gegen Augustow ergriffen. In der Gegend Iwangorod kämpfen unsere Truppen Schulter an Schulter mit den österreichisch-ungarischen Truppen. Sie machten 1800 Gefangene. * Nach Westen! Das ist die Parole unserer obersten Heeresleitung in den Kämpfen in Westflandern. Und unaufhaltsam dringen unsere wackern Truppen or1, um die feindliche Verteidigungsstellung zu vernichten und eine sichere Operationsbasis für den eigenen ent scheibenden Schlag auf der Westfront zu schaffen. Mit fiebernder Spannung folgen nicht nur wir, sondern das ganze Ausland, insbesondere das englische Krämervolk, dem hartnäckigen und schweren Ringen. von dessen Ausgang das Kriegsschicksal der englischen und französischen Verbündeten abhängt. Und vor allem ist es England, das voll zitternder Furcht diesen Ausgang erwartet, weil es nach Eroberung der Küste durch Deutschland sich in seinem eigenen Lande, in seiner Existenz und Herrschaft bedroht fühlt. Furchtbare Anstrengungen macht es daher mit seinem französischen Verbündeten, und mit verzweifelter Hartnäckigkeit führt es den Kampf um die Küste, deren Eroberung durch die Deutschen ihm den unangenehmsten und gewaltigsten Nachbar bringen würde, zu Lande uno zu Wasser. Zittre, stolzes Albion! Denn auch die hartnäckigsten Verzweiflungsversuche werden dir nichts nützen, mögen dir und deinem Ver bündeten auch noch die beiden befestigten Plätze Dün kirchen und Calais als starke Stützpunkte dienen und die seichten Niederungen der Küste ein schwieriges Kampf gelände für uns sein. Sie können den deutschen Vor marsch wohl erschweren und Tage hindurch einem Vortragen der Front nach Westen große Schwierigkeiten ent gegenstellen, das Endziel aber wird Deutschlands todesmutiges Heer siegreich erreichen. Daran ist nach den Erfolgen der letzten Tage kein Zweifel. Auch die jüngste Mitteilung unserer obersten Heeresleitung bestärkt uns wieder in dieser Zuversicht. Mit weiteren starken Kräften haben ursere Truppen den Vser=Dvern=Kanal überschritten und in ihren Rücken gebracht, nach heftigen Kämpfen. Es handelt sich also nicht um das Vorgehen von kleinern Abteilungen, sondern von Teilen der Hauptarmee, und das läßt den Schluß zu, daß sie sich dort in dem gewonnenen Gelände nicht nur halten, sondern weiter vordringen wer den. Und das trotz der Verstärkungen, die der Feind bei Overn erhalten hat. Sie konnten den deutschen Ob diese Schilderungen den Tatsachen entsorechen — wir möchten es hoffen— oder tendenziös zugestutzt sind, läßt sich schwer sagen. Bei der Verlogenheit der Engländer kann man auch das gerade Gegenteil vermuten, man ist dazu um so mehr berechtigt, als das„Hamburger Fremdenblatt“ einen Bericht aus einem englischen Konzentrationslager veröffentlicht, der von einer sehr inhumanen und barbarischen Behandlung der deutschen Gefangenen erzählt. Es heißt dort: * Hamburg, 25. Okt. Unerhörte Noheiten bei der Behandlung der in Englano eingeschlossenen Deutschen berichtet ein Hamburger, Herr Emil Seicke, Kuhberg 15 wohnhaft, dem„Hamburger Fremdenblatt". Der Herr war mit vielen andern Deutschen auf einem holländischen Dampfer aus Brasilien zurückgekehrt, wurde mit den übrigen gefangen genommen und in das Lager Newbury eingesperrt. Herr Selcke ist, weil er schon 60 Jahre alt ist, auf Einspruch der amerikanischen Botschaft in London freigelassen worden und jetzt in Hamburg angekommen. Nur unter Tränen konnte er seine Erlebnisse berichten. Die aus Brasilien heim gekehrten Deutschen sind, zusammen 1310 Mann, in einem Rennstall untergebracht. Acht bis zehn liegen in einer Pferdebor zusammen auf altem Stroh. Sie erhalten jeder zwei dünne Decken, weirer nichts. Auch keinen Tisch, keine Sitzgelegenheit, überhaupt nicht das Geringste. Der ungeheizte Stall hat unter dem Dach offene Lüftungsluken, irgendwelche Beleuchtung wird nicht verabfolgt. Um 5 Uhr nachmittags muß alles ins Stroh kriechen. Die Gefan genen müssen sich ihr Essen selbst im Freien kochen. Der Feuerberd besteht aus einem Graben und zwei Reihen Ziegelsteinen, darauf vier große Asphaltkessel, die ständig unbedeckt stehen und mittels einfachen Ausgüssen ab wechselnd zum Kochen von Tee und Wassersupve benutzt werden. Der Tee wird durch alte Säcke gegossen, so daß er völlig schmutzig ist. Die Wassersurve, mit einem geringen Zusatz von Fett, enthält vielleicht für jeden Gefangenen einen Kubikzoll Fleisch. Die Gesamtnahrung besteht morgens 7 Uhr aus 1 Tasse Tec und 1 Stück trockenes Brot, mittags 1 Navf Wassersupve, vro Vormarsch an mehreren Stellen nicht hindern. Bei ihrem vergeblichen Bemühen aber verloren die Engländer noch 500 Gefangene an die deutschen Truppen, darunter eine unverhaltnismäßig große Zahl von Offizieren, was den Verlust für die englischen Truppen noch empfindlicher macht. Die Lage der französisch-enalischen Ver bündeten wird, scheint's, immer bedrängter und hoffnungsloser; allzuviel haben sie nicht mehr zu verspielen. Es ist daber selbstverständlich, daß sie alles daran setzen, um den Deutschen am Vser=Yvern=Abschnitt den Weg zu verlegen, um den eigenen Zusammenbruch abzuwehren. Infolgedessen werden die deutschen Truppen noch harte Kämpfe zu bestehen haben, es wird wohl noch Tage dauern, bis sie die Kriegsabsichten der obersten Heeresleitung voll erfüllen können. Dessen sind wir sicher: sie werden sie erzullen, und dann werden wir erneut die Siegesglocken läuten und die Triumphfahnen hissen können. Gott wird weiter mit uns sein! Das ist nach den Meldungen des Auslandes, soweit es objektiv unserm Ringen folgt, auch dort eine klar überzeugte Ansicht. Der Erfolg unserer Waffen an der Küste dürfte dann in seinen Folgen auch von bedeutendem, vielleicht entscheidendem Einfluß auf die Kriegslage in Nordfrankreich von Lille bis Verdun sein. Denn auch hier sind die Franzosen in ihrer Widerstandskraft erlahmt; sollen sie doch nach einer an anderer Stelle mitgeteilten Meldung der„Ga zette Lausanne“, die qui. Beziehungen zur französischen Regierung hat, bei der deutschen Ueberlegenleit und dem eigenen Mangel an kriegstüchtigem Nach schub schon den Rückzug aus der Schlachtfront erwägen, in der sie nun schon seit Wochen erfolglos den Deutschen gegenüberstehen. Wenn wir das alles zum Beginn der dreizehnten Kriegswoche in die Kriegsbilanz einstellen, müssen wir zu dem Schluß kommen, daß die allgemeine Lage für uns Deutsce sehr günstig steht, zumal es auch im Osten offensiv vorwärts geht und wir im Südosten mit unserm österreichischen Verbündeten auch wieder eine große Zahl russischer Gefangener gemacht haben. Mann 2 Kartoffeln und 1 Stück trockenes Brot, abends wieder aus Tee und trockenem Brot. Da nun dieses Essen oft nicht reicht, sind Beschwerden erfolgt, auf die hin die Beschwerdesteller in einem besonderen Fall auf drei Tage bei Wasser und Brot eingesperrt wurden. Die ent rüstete Beschwerde zweier Deutschen wurde mit drei Tagen strengen, vierzehn Tagen Mittelarrest und neun Monaten Festung bestraft. Unter den Gefangenen befinden sich 13 bis 14 deutsche Uerzte, die aus eigener Kraft eine Art Organisation unter ihren Mitgefangenen geschaffen haben. Herr Selcke nennt die Namen Professor Dr. Reut linger, Buenos Aires, Dr. Steidel, Porto Aleare, Dr. Oskar Meier, Blumenau, Dr. Christ. Johnsen, Blumenau, Dr. v. Mangelsdorf, Dr. Steinmeier, früher Schiffsarzt auf dem Dampfer Noca, Dr. Lutz, Blumenau(früher in Essen a. d. Ruhr). Dr. Traubmann, Rio, Dr. Oestetter aus Schwaben, außerdem noch vier Aerzte, die auf dem hol ländischen Dampfer Fresia vor etwa zehn Tagen verhaftet worden sind, nennt Herr Selcke den Grafen von Pappenheim, Oberleutnant bei der Garde in Berlin und den Herrn v. Döhring. österreichischen Militärattache in Buenos Aires. Die Aerzte nahmen unter Leitung von Prof. Reutlinger eine Untersuchung ihrer Mitgesangenen vor. Es stellte sich heraus, daß sich unter ihnen 59 Syphi litiker befanden, die erst auf wiederholteenergische Vorstellungen der deutschen Aerzte in einen besonderen Stall eingeschlossen wurden. Im übri gen wird ihnen für die Krankenbehandlung jegliches Medikament verweigert, sogar Watte und Karbol. und gegen die mit Notwendigkeit auftretenden Läuse haben sie kein Reinigungsmittel. Alle Briese an die englische Regierung bleiben ohne Antwort. In Briesen an ihre Angehörigen dürfen nur Mitteilungen über das versönliche Befinden stehen, sonst nichts. Für alles, was die Gefangenen sich selbst kaufen, wussen horrende Preise gezahlt werden. Die englische Militärverwal tung hat die Kaneinen sämtlicher Gesangenenlager gegen hohe Pachten an einen Londoner Unternehmer vergeben. Wegen der mangelhaften Ernährung befürchten die deutschen Aerzte das Ausbrechen von Hungertyohus. Ein mit eingeschlossener Pastor aus Magdeburg hielt eines Sonn tags im Stall eine Predigt über das ständige Thema: „Gott helfe den Deutschen zum Siege". Als das ruchbar wurde, wurde er nach der Insel Man westlich von Eng land verschickt, wo sich etwa 6000 unverheiratete Deutsche befinden sollen. Das lautet anders als die englischen Berichte. Trostlose Stimmung In England. * Zürich, 25. Okt. Die„Neue Züricher Zeitung" ver sichert laut„Köln. Ztg.“ auf Grund einer englischen Presse äußerung, daß in England alle Zuversicht geschwunden ist; steigende Enttäuschung und Beängstigung geben sich kund, daß die englische Flotte sich ohnmächtig erwies, Ostende zu schützen. Daß nunmehr auch Dünkirchen und Calais ernstlich bedroht sind, gab der englischen Presse den Rest. Dazu gesellen sich die Enttäuschungen über die Verbündeten; namentlich gegenüber Rußland ist Enaland ungehalten, das die Erwartungen Englando bitter enttäuschte. Dazu kamen die lähmenden Gefühle vor der deutschen Landung an der englischen Küste, die zunehmende Angst vor der Besetzung des Suezkanals durch die Türkei und die zwar nach außen noch verhehlte, aber innerlich um sich fressende Angst vor einem Aufruhr in Aegypten und Indien. * Englands Vorbereitungen für die„uvasion“. Der Fall von Antwerven hat die engkische Regierung zu sieberhafter Tätigkeit veranlaßt. An den Ufern bei Felixtown in der Nähe des Seebades Harwich werden Schutzmaßregeln mit großer Beschleunigung durchgeführt, England sichert sich jetzt, nach Blättermeldungen, gegen einen Einbruch der Deutschen. Diese Schutzmaßregeln sind auch für den Fall wichtig, wenn die Deutschen sich schon in kurzem in Calais befinden, denn der Besitz der englischen Küste ist vom Gesichtspunkte des Seekrieges von großer Wichtigkeit. Die englische Heeresleitung ist der bestimmten Meinung, daß es vor Felixtown zu einer großen Seeschlacht kommen wird. Um eine Landung zu verhüten, werden schon jetzt die erforderlichen Gegenmaß regeln getroffen, die umgebenden Höhen werden be festigt und es werden dort Militärlager errichtet. Im Kreise von Felirtown ist der Kriegszustand verkündet worden. Trotzdem alle diese Maßregeln nicht gerade von großer Zuversicht in die Sache der Verbündeten zeugen und die Stimmung dementsorechend ist, führt die Londoner Presse zum Zwecke der Aufbesserung der Stimmung noch immer das große Wort. Einmütig wird hervor gehoben, daß England nicht an einen Frieden denken könne, wenn nicht wenigltens Helgoland zerstört und zurückgegeben werde. dieser Platz. dessen Abgabe ein Verbrechen gegen die Nation, gegen das Reich war.“ Diese Friedensbedingung wird in Deutschland überall nur ein Lächeln hervorrufen. Schwierigkeit der englischen Ausrüstung WrI London, 25. Okt.„Daily Chroniele“ schreibt: Die Ausrüstung der neuen Armee Kitcheners hat das Kriegsamt wegen der Lieferung von Uniformen in eine schwierige Lage gebracht. Die Kaki Lieferanten der Armee konnten der Nachfrage nicht genügen. Das Kriegsamt kaufte daher Kaki, wo immer es diese noch fand, mit dem Ergebnis, daß die neuen Uniformen aus Shoddy hergestellt sind, einem Stoff, der sich bald ab nutzt und dem Wetter nicht standhält. Ein„Rückzug ist nicht ausgeschlossen“. * Basel, 25. Okt. Nach einer Meldung der„Gazette Lausanne“, deren ausgesprochen französische Beziehungen bekannt sind, verhehlen sich die offiziellen Kreise Frankreichs nicht mehr die deutsche Ueberlegenheit im Felde, infolge der Heranziehung von Reserven. Trotzdem der im September einberusene Jahrgang schon in die Front eingestellt sei, bleibe Frankreich noch um eine viertet Million hinter den deutschen Truppen zurück. Diesen Ausfall an Soldaten könne England erst frühestens in zwei Monaten ausgleichen. Erst im Fruhjahr werde eine zweite englische Armee die Entscheidung bringen. Augenblicklich sei enn Rückzug der Verbündeten nicht ausgeschlossen. „Ein französischer Prophet“. WII Berlin, 25. Okt. Die„Norod. Allgem. Ztg.“ schreibt:„Der französische Pratendent Philivp von Orieans befand sich zur Zeit des Kriegsbeginns in Frankfurt a. M. Er reiste kurz vor der Mobilmachung so eilig ab, daß er eine große Anzahl von Koffern zurück ließ. Diese wurden in Beschlag genommen. Bei einer Durchsuchung wurden auch Papiere vorgefunden, u a. auch eine Anzahl von geheimen Berichten, die ein Major Dublaix in seiner Eigenschaft als militärischer Vertrauensmann des verzogs von Orleans diesem erstattet hat. Diese Berichte sind überwiegend militarisch= technischen Inhalts, scheuen aber auch ge legentlich nicht einen Ausflug in das Gebiet der höheren Politik. Wir geben folgenden Bericht wieder: Bir— Nr. 227. den 29. Januar 1914. Gnädigster Herr! Ich habe gestern ziemlich lange einen Seeoffizier sprechen können. der persönliche Beziehungen zu Haupt mann Peret. dem Adjutanten des Marineministers. und zum Hauptmann Dimitriefs, dem russischen Marineattachee, besin. haben von dem kürzlichen * Gesuch des russischen Admiralstabchefs Admirals Russin in Paris gesprochen. Es scheint, daß in zwei geheimen Zusammenkünften die französischen und russischen Admiralstädler geprüft haben, welche Rolle die russischen Geschwader für den Fall eines europäischen Krieges spielen könnten. Natürlich ist es nicht möglich. zu erfahren, was in diesen Zusammenkünften beschlossen worden ist. Die Besprechung soll sich aber vornehmlich auf ein künftiges Eingreisen der russischen Schwarze Meer=Flote im Mittelmeer bezogen haben. Die voraus sichtliche Rolle der russischen Ostseeflotte sei nur neben ber in Betracht gezogen worden. Wenn diese Auskunft zutrefsend ist, und ich habe Grund. es zu glauben, so muß man daraus ohne Zweifel den Schluß zieben, daß das etwaige Zusammenwirken der russischen Ostseeflotte mit dem englischen, Nordseegeschwader, für den Fall eines europäischen Krieges von dem russischen Marineminister. Admiral Gregorowitsch, mit der britischen Ad miralität geprüft worden ist und geprüft werden wird. Allerdings hat erst kürzlich im Unterhause auf eine Frage des radikalen Abgeordneten King über die Vorbereitung oder den Abschluß einer englisch=russischen Marinekonvention Sir Edward Grey geantwortet, wenn zwischen den europäischen Mächten Krieg ausbräche, so bestebe kein gebeimes Einvernehmen, das die Freiheit der Regierung oder des Parlaments beschränken oder einengen könnte, wenn es sich darum bandeln würde, über die Teilnahme Englands an den Feindseligkeiten zu entscheiden Vor einem Jahre hat Herr Asquitb mit Beziehung auf ein französisch englisches Bündnis die gleiche Sprache geführt. Es ist aber notorisch, daß die amtlichen Erklärungen der englischen Minister immer buchstäblich ge nommen und in engerem Sinne ausgelegt werden müssen. Man muß also einräumen, daß kein diplomatisches Schriftstück vorhanden ist, das England förmlich verpflichtet, für diesen oder jenen bestimmten Fall sein Heer oder seine Flotte mit denen Frankreichs oder Rußlands zu verbünden. Aber es ist darum nicht weniger gewiß. daß militärische Abmachungen. die zwischen den Armeeund Marinestäben dieser drei Mächte zustande gekommen sind. mit Genauigkeit die Beteiligung der britischen Streitkräfte an den Kämpfen zu Lande und zur See für den Fall regeln, daß Regierung und Parlament in England die Teilnahme an den Feindseligkeiten beschließen sollten. und falls. was, wie groß die Zuneigung der englischen Ra dikalen für Deutschland und ihre Abneigung gegen Ruß land sein mag. sicherlich wäre. England sich die Gelegen heit nicht entgeben lasse. die ihm ein europäischer Krieg für die Vernichtung oder Schwächung des einzigen ernstichen Nebenbuhlers um die Seeherrschaft bieten würde.“ In diesem Bericht vom 29. Januar 1914 hat der Major Dublair sich als ein guter Prophet für das erwiesen, was anfangs August in England tatsächlich gescheben ist. der Ausfuhr von Rohiute und Juteprodukten, der allein im September mehr als drei Millionen Pfund Sterling betrug. Die Ausfuhr von Reis, Weizen, Häuten und Fellen sank um je eine balbe Million, von Baumwolle um 1½ Million, von Sämereien um 900 000 Pfund Sterling. Die gleichen Klagen kommen aus dem Innern. Der Touristenverkehr böre gänzlich auf. Die„Times of India“ deuten an, daß die Erfolge des Schisses„Emden“ auf die Stimmung der Eingeborenen einwirken könnten. Die Zahl der Gefangenen In Deutschland. Korrespondenten aus Lemberg, nach welcher der Gene ralgouverneur Graf Bobrinski alle bestehenden Vereine und Verbände verboten habe. Alle diese Vereinigungen dürsen nur fortbestehen, wenn sie die Genehmigung des Generalgouverneurs erhielten. Es würden auch alle Unterrichtsinstitute und Internate in Galizien geschlossen. Das Hauptgewicht würde auf die Erlernung der rulli Mann; Belgier: 547 Offiziere und 31378 Mann; schen Sprache gelegt werden. Dementsprechend werde Engländer; 218 Offiziere und 8669 Mann. Darunter Lebrer einrichten. Der Stadtdaustmann von Lemberg Hoz,“ sranzsische und 1s rusische Generäle, anschlieblich habe bekannt gegeben, daß Haussuchungen, Requisitionen ) Berlin, 25. Okt. Die Morgenblätter melden: Bie zum 21. Oktober waren in deutschen Gesangenenlagern untergebracht: Franzosen: 2472 Offiziere und 146 897 Mann: Russen: 2164 Offiziere und 104524 Heranziehung französischer Kriegsschiffe zu den Operationen vor Ostende. Roosendaal. 25. Okt.(Privattelegr.) Zur Unter stützung der englischen Flottenaktion vor Ostende sind, wie aus Berichten flüchtiger Belgier hervorgeht, eine fran zösische Unterseebootflottille und fünf Torpedojäger ber angezogen worden. Auch die im Hafen von Cherbourg liegenden alten Kreuzer, drei an der Zahl, sollen zu den englischen Seestreitkräften stoßen. Man erwartet serner für den 28. Oktober den neu erbauten Panzerkreuzer„Flandre". der ebenso wie die im vergangenen Monat sertiggestellte„Gascogne“, eine Wasserverdrängung von 25 000 Tonnen und 21 Knoten Höchstgeschwindig= keit besitzt. In den letzten Tagen wird in St. Pol bei Dünkirchen Tag und Nacht gearbeitet, um die noch unzureichenden Befestigungsanlagen zu verbessern. Der Marineminister ist in Begleitung des Oberingenieurs Berty in Dünkirchen eingetroffen, um sich von dem Admiralitäts stabe eingehenden Bericht erstatten zu lassen. Aus Toulon sind Minenschiffe nach dem Aermelkanal unterwegs. Zahlreiche, nicht eingeschriebene Seeleute werden aus Marseille. Saint Nazaire. Le Havre. Boulogne zum Kriegsdienst herangezogen. Wie„Emden“ den indischen Handel schädigt. WTB London, 25. Okt. Die„Morning Post“ meldet aus Bombay vom 22. Oktober: Die anglo=indische Presse verlangt Maßregeln zur Herstellung der Sicherheit für die Schiffahrt nach Indien, deren gänzliche Hemmung durch die Tätigkeit des Schiffes„Emden“ die indische Volkswirtschaft schädige. Die indische Handelsstatistik für September weise gegen den September 1913 einen ernsten Rückgang auf, für den die„Emden“ in höherem Maße verantwortlich sei, als der bloße Kriegszustand. Allein der Import an Baumwollwaren aus Manchester sank im September um 2 Millionen Pfund Sterling. Kalkutta litt besonders unter dem Rückgang Rußland versucht Italien. W71 Rom, 25. Okt. Die„Agenzia Stefani“ veröffentlicht folgendes: Gestern abend begab sich der russische Botschafter Kruvenski in die Consulta, um dem Ministerpräsidenten Salandra im Namen seiner Regierung eine Mitteilung zu machen, die ihm telegrapbisch aus Petersburg zugegangen sei, und die lautet: In dem Bestreben, Italien einen Beweis seiner hoben Sympatbie zu geben, gerubte der Kaiser von Rußland, den Auftrag zu geben und vorzuschlagen, daß alle österreichischen Gesangenen italienischer Nationalität freigelassen werden, wenn sich die italienische Regierung verpflichte, sie während der ganzen Kriegsdauer zu bewachen, damit sie sich nicht zu den österreichisch=ungarischen Heeren zurückbegeben könnten. Salandra antwortete, daß er die sympathischen Ab sichten des Kaisers von Rußland hochschätze, er machte dabei den Botschafter darauf aufmerksam, daß gemäß dem öffentlichen Rechte Italiens jeder Italiener und Fremde, der auf dem italienischen Boden ankomme und der kein Verbrechen begangen habe, frei sei. und daß seine Freibeit in keiner Weise geschmälert werden könne. Er sehe daher nicht, wie Italien die Verpflichtung eingehen könnte. natürlich um sie zu halten, die von Rußland freigelassenen Gefangenen zu überwachen, um sie am Ueberschreiten irgendeiner Grenze zu verhindern. Salandra bebielt sich jeden Fall vor, diese Rechtsfrage auch in anbetracht der von Italien zu beobachtenden Pflichten der Neutralität eingehend zu prüfen, die möglicherweise sich daraus ergeben könnten. Die zuständigen Abteilungen würden mit derem Studium beauftragt werden. Die Schlacht an der Weichsel, die gewaltigste des ganzen Krieges. 2 Kovenhagen, 25. Okt.(Privattelegr.) Nach einer Meldung aus London, die von„Politiken“ wiedergegeben wird, teilt der Petersburger Korrespondent der„Daily News“ mit, daß nach der allgemeinen Anschauung die gegenwärtig an der Weichsel im Gange befindliche Schlacht die größte sei, die bis jetzt während des Krieges gekämpft worden ist. Nicht allein was die Zahl der beiderseitigen dort versammelten Kräfte betrefse, sondern auch was die unglaubliche Heftigkeit des Kampfes und die Ziffer der Verluste angeht, müsse die Schlacht als die gewaltigste des Krieges erscheinen lassen. Ueber die Tätigkeit der deutschen Flieger In Rußland. Stockholm, 25. Okt.(Privattelegr.) Aus Peters burg wird berichtet: Der Versuch der Deutschen, durch Bombenwürfe aus Aeroplanen die Eisenbahnstationen, Telegraphenämter und Telephonämter zu treffen, ist nicht geglückt. Aber auf dem Marsche befindliche Truppen konnten nur noch mit Mühe gegen die Bomben, welche ihnen zugedacht waren, in Stellung gehen. Eine Bombe traf das Dach eines Privathauses und zerstörte das Dach und die obere Etage. Eine zweite Bombe fiel in einen Garten, eine andere in einen öffentlichen Park mitten unter die Blumenbeete. Eine weitere von den Deutschen geworfene Bombe verursachte Verluste an Menschenleben. Schließlich fiel eine Bombe auf einen Eisenbahnwagen, auf dem die Bagage für ein Infanterieregiment verladen war. Dies Unglück geschah in der Nähe des Wiener Bahnhofes. Eine Anzahl von Soldaten wurde getötet oder verwundet. Auch eine Anzahl Zivilversonen und verschiedene Pferde fanden hierbei den Tod. und Konfiskationen im Gebiete der Stadthauptmann schaft ohne seine Zustimmung verboten seien.— Das Wiener K. K. Kor.=Bureau bemerkt hierzu: Man kann sich vorstellen, welche Verbältnisse berrschen, wenn solche Verordnungen gegen gesetzwidrige Haussuchungen und Konfiskationen notwendig sind 2 kommandierende Generäle, und 3 belgische Generäle. Insgesamt waren also bis zum 21. Oktober 296 869 Gesangene in Deutschland untergebracht. Russenherrschaft In Lemberg. WTB Wien, 25. Okt. Der Petersburger„Rietsch“ bringt in seiner Nummer vom 8. Okt. eine Meldung des „Die amtlichen Veröffentlichungen zur Vorgeschichte des Krleges. Unter dieser Ueberschrift schreibt die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung": „Die amtlichen Veröffentlichungen über die Beziebungen Englands zu den EntenteMächten sowie zu Belgien vor dem Kriegsausbruch sind in Deutschland in ihrer Bedeutung voll gewürdigt worden. Auch im Auslande wird den englischerseits gemachten Versuchen, die schwerwiegenden Anklagen zu entkräften, die aus den veröffentlichten Dokumenten sprechen, ein Erfolg schwerlich beschieden sein. Leider haben vereinzelte Stimmen, im Inlande auch diesen Anlaß wieder zu einer Kritik benutzt, welche unsere auswärtigen Vertretungen diskretieren sollte. So will ein Blatt in der Publikation der Berichte der deutschen diplomatischen Vertreter im Auslande lediglich einen noch dazu mit untauglichen Mitteln ausgeführten Versuch zur Rechtfertigung der deutschen Divlomatie erblicken, die trotz der ihr bekannten militärischen Beziehungen der Entente=Mächte an die Friedfertigkeit der englischen Politik geglaubt habe. Was mit der Veröffentlichung bezweckt wird, ist von unserer öffentlichen Meinung so allgemein anerkannt und gewürdigt worden, daß es einer besonderen Feststellung der Gründe nicht erst bedarf. Auch wird jeder, der mit dem politischen Geschäft vertraut ist, versteben, daß es zwar nicht die Aufgabe der deutschen Divlomatie sein konnte, den ihr bekannten Tatsachen gegenüber den Kopf in den Sand zu stecken, wohl aber den Drahtziebern der gegen uns gerichteten englischen Politik nach Möglichkeit jeden Vorwand zu nehmen, um diese Politik vor dem eigenen Lande rechtfertigen zu können. Aus diesem Grunde hat Deutschland alles, was die englische Vermittlungsaktion vor dem Kriege an Brauchbarem enthielt, unterstützt und gefördert, bis die russische Mobilmachung den Verhandlungen ein Ziel setzte. Aus dem vor dem entscheidenden englischen Ministerrat avgeschlossenen deutschen Weißbuch ist dies für jeden, der zu lesen versteht, ohne Mühe ersichtlich Noch ein anderer Vorwurf ist erhoben worden. Aus unserer Feststellung, daß den maßgebenden deutschen Stellen die belgische Konnivenz mit den En tente=Mächten bekannt gewesen sei, ist gefolgert worden, daß es des Zugeständnisses des Reichskanzlers nicht bedurft hätte, daß die Verletzung der belgischen Neutralität einen Rechtsbruch darstelle. Wem die Bedeutung des Wortes„Konnivenz“ bekannt ist, wird diesen Vorwurf nicht erheben. Die Stellung Deutschlands in der Welt hat nur dadurch gewinnen können, daß es mit Anklagen gegen Belgien erst hervortrat, als es diese mit vositiven Tatsachen zu begründen vermochte. Mit dem Hinweis auf vorhandene politische Sympathien mit unseren Gegnern ließ sich eine so bedeutsame Aktion wie der deutsche Einmarsch in Belgien formell nicht begründen Sie konnte ihre Rechtfertigung damals nur in der vositiv bekannten französischen Absicht finden, durch Belgien militärisch gegen uns vorzugehen. Der deutsche Generalstabschef erkrankt. WTB Berlin, 25. Okt. Wie aus dem Großen Hauptquartier mitgeteilt wird, ist General von Moltke an Leber= und Gallenbeschwerden erkrankt. Die Krankheit gibt keinen Anlaß zu Besorgnissen. General von Moltke befindet sich in guter ärztlicher Pflege im Großen Hauptquartier. In seinem Zustande ist bereits eine wesentliche Besserung eingetreten. Seine Geschäfte sind dem Kriegsminister von Falkenbayn übertragen worden. Gärung in Portugal. 1 Lissabon, 25. Okt. Die Erbebung der Noyalisten, die nach den amtlichen Meldungen unterdrückt sein soll, nimmt immer größeren Umfang an. Es ist zu neuen Zusammenstöcken gekommen. Umfangreiche Bewegungen von den gut bewaffneten Royalisten werden von den Nachbarorten gemeldet. In der Lissaboner Bevölkerung berrscht große Erregung. Die Redaktionen der monarchistischen Blätter werden vom Pöbel zerstört. England fürchtet, daß Schweden aus seiner Neutralltät heraustritt. = Rom, 25. Okt.(Privattelegr.) Nach bier eingetroffenen Meldungen aus London sind dort Befürchtungen aufgetaucht, daß die schwedische Regierung beabsichtigt, aus ihrer Neutralität berauszutreten. Die englische Admiralität habe infolgedessen einen Teil der englischen Flotte in die schwedischen Gewässer entsandt. Die Besetzung Vallonas durch Italien. * R o m, 2 5. O k t. I n h i e s i g e n u n t e r r i c h t e t e n K r e i s e n wird erklärt, daß eine eventuelle Okkuvation Vallonas ausschließlich den Cbarakter eines Polizeischutzes gegen die in Albanien berrschende Anarchie habe und daber unter der ausdrücklichen Zustimmung der Großmächte erfolge. Die Japanische Wühlarbelt auf den Philippinen. D Manila, 25. Okt.(Privattelegr.) Der Kamp um Tsingtau ruft bei der kausmännischen Bevölkerung der Philippinen, vom Generalgouverneur bis zum ein fachen Soldaten oder Handwerker, das lebhafteste esse hervor, weil man weiß, daß schon seit langem japanische Wühlarbeit die Eingeborenenbevölkerung für eine künftige Annektion der Philippinen durch Japan vorzubereiten sucht, und weil die Eroberung Tsingtaus zweifellos zum Schaden der Amerikaner das Ansehen der Japaner bei den Philippinos heben würde. In den hiesigen amerikanischen Kreisen bat es sehr erfreulich berührt, als in der letzten Zeit noch günstige Nachrichten aus Tsingtau hier eintrafen. Mit Lebensmitteln ist Tsingtau reich versorgt. Ein guter Fang war der russische Dampfer„Riäsan", der nicht nur große Vorräte eingesalzenen Rindfleisches enthielt, sondern auch andere An nehmlichkeiten, zum Beisviel sehr viel Früchte. Aus Mangel an Proviant wird also Tsingtau kaum den Feinden ausgeliefert werden müssen. Wider das Märchen der„ausgestochenen Augen“! Vom Niederrbein schreibt man der„Köln. Volkszeitung": Mir wurde vor kurzem erzählt, in der Augen klinik zu Bonn seien etwa 20—30 deutsche Solde denen in Belgien die Augen ausgestochen worden seien. Der Betreffende will selbst gesehen haben(!), wie ein auf diese Art Erblindeter aus der Dunkelkammer entVon Paris nach Aachen durch die feindlichen Tinien. Den Aufzeichnungen des italienischen Kriegsberichterstatters Bitetti vom„Corriere della Sera“, der auf seiner Reise über den Kriegsschauplatz auf deutsche Trupven stieß, gefangen genommen, dann aber durch Vermittlung des italienischen Konsuls in Aachen freigelassen wurde, entnehmen wir folgendes: Der Kaiser in Cambrai. Ein Offizier verrät uns, daß der Kaiser mit dem Hauptquartier und dem Kanzler am 4. in Cambrai gewesen ist. Der Kaiser sah sehr vergnügt und buldreich drein und schien von den Erfolgen mehr als befriedigt. Er spricht überall mit den gewöhnlichen Soldaten wie auch mit den Kriegsgefangenen. Er ist ständig in Frankreich, nur wissen wir nicht wo; denn er jagt mit dem Auto die ganze Front entlang, um sich überall persönlich von dem Stand der Dinge zu überzeugen. Die Reden des jungen Offiziers bestätigen mir, was ich schon wußte: die Siegesgewißheit ist in Deutsch land allgemein. Die Vielbeit der Feinde bat den warme Sonne den ganzen Tag, und etwas von ihrer Wärme ist als herzliches Einvernehmen auf Wächter und Gefangene übergegangen. Nur die s chwarzen und die weißen Franzosen zanken sich. Der verwundete Offizier sucht vergebens, Einigkeit zu stiften. In der Nacht haben wir die Linie Cambrai—Valen ciennes berührt und sind jetzt in Belgien. An jeder Station, d. b. alle 2 bis 3 Kilometer, hält der Zug Dann drängt sich eine Menge Verkäufer mit Brot, Schokolade, Zigaretten und Tabak an den Zug. Da die Gefangenen alle reichlich mit Geld versehen sind, kaufen sie um die Wette. Die unverwundeten Schwarzen sind gewandter; sie verschaffen sich zum großen Aerger der Franzosen die besten Bissen. Wenn der Streit allzu unparlamentarische Formen annimmt, schafft ein deutsches Donnerwetter, das herunterfährt wir der Schall aus einem 42=Zentimeter=Mörser, wieder Rube. Die fran zösischen Gefangenen sind arme Teufel. Größtenteils Landstürmer, sind sie zwecklos geopfert worden, um den Vormarsch der Deutschen gegen Lille aufzuhalten. Der verwundete französische Offizier. Der verwundete Leutnant, Ingenieur La Brosse aus Macon, ist Landwehr=Leutnant. Bis zum 1. Oktober beim Stamm in Dünkirchen, sollte er mit seiner Kom verstärkt. Auf einer Station zeigten wir einem Offizier unsern vom General Fürst Fugger unterzeichneten Paß. Der Offizier wandte sich an unsern Unteroffizier, der erklärte, Befehl zu haben, uns in ein Gefangenenlager nach Westfalen zu bringen. Wir überredeten ihn, unsere Pässe dem Bahnhofskommandanten in Aachen zu zeigen. Der verwies uns an den italienischen Konsul, Leopold Jansen. Das ist ein prächtiger Herr, der uns nach Untersuchung unseres Falles sofort die Rückkehr nach Italien ermöglicht. Unsere militärischen Freunde dürfen aber ein gut Teil des Verdienstes für sich beanspruchen. Unsere heutige Reise über Lüttich hierhin war durch zweierlei merkwürdig. Wir haben die gewaltigen Festungsarbeiten bewundert, die Deutschland in Lüttich ausführt und sind alle Viertelstunde einem deutschen Truppenzug begegnet, der nach Frankreich ging. Die Begeisterung der ins Feld Ziebenden war ungeheuer; sie äußerte sich besonders beim Anblick der gefangenen Schwarzen. Viele Regimenter hatten ihre Regimentsmusik bei sich. Wir nehmen von Deutschland den Eindruck mit, daß es noch ganz ge waltige Kräfte im Rückhalt hat. Der Krieg dürfte darum noch recht lange dauern. Kampfesmut der Deutschen nur noch gestgl###t.####, nun(pagnie Arras besetzen. Bei Virny kam er mit seinen stolz darauf, es auch mit einer solchen Zahl aufnehmen zu können. Auf Matratzen, die etwas durchgeschwitzt sind, finden wir ein köstliches Lager. Aber, o weh. um 11 Uhr werden wir mitten aus dem tiefsten Schlaf gerissen 200 Mann ins Gesecht. Als er mit seinen wenigen Pa tronen zu Ende war, ließ er das Baionett aufpflanzen. Seine Soldaten stellten ihm die Tollkühnheit seines Vorhabens vor. Er wollte selbst die Lage erkunden und Soldaten führen uns in den Hof des Rathauses. In der#roch vor; aber da siel ihm seine Brille von Dunkelheit unterscheiden wir etwa 30 Turkos, die ein Ge= der Nase, und er sab die Deutschen erst, als er auf freiter in Reiben zu vier Mann ordnet. Wir bilden den inige Meter Entfernung ein deutsches Bajonett in die Schluß. Dann: Marsch zur Stadt hinaus. Der geraubte Kippen bekam..— 9'e alle bei Arras Schlaf, die nächtliche Kälte, die lautlose Stille, düstere Landschaft, alles bringt uns auf trübe Gedanken Die anderen Kriegsgefangenen wurden gefangen. Alle hatten sich verschossen dem Antwerpener Tagebuch eines englischen Unteroffiziers. Alle versicherten, sie hätten den Befehl gehabt, ibre Die„Times“ veröffentlicht Auszüge aus dem Tagebuche eines Unteroffiziers der englischen Marine infanterie. Der Verfasser dieser Aufzeichnungen gehörte zu den Bedauernswerten, die unmittelbar vor dem Falle von Antwerven Hals über Kopf in die belagerte Stadt —###en, die erst nuch ihter Welannennanme an## On sentsandt wurden und dort nichts anderes ausrichten konn mit uns gescheben. So marschieren Wit den drei Tagen zwischen Arras und Cambrai hatten die sten, als daß die Schrecken der Beschießung verlängert wer meiß wie lange. Siebe da schimmert vorn...... I.# HIkl. annannas Galanwurden. Das Tagebuch gibt ein sehr anschauliches Bild dessen, was die Engländer in und vor Antwerven durch Die Hauptstellen daraus lauteten folUnwillkürlich fallen uns die Reden des Feldwebels au Stellung bis zum Eintreffen der Linientruppen zu hal Orchies ein, Turkos würde kein Pardon gegeben. Aber,#en, die erst nach ihrer Gefangennahme ankamen. In was soll mit uns gescheben. So marschieren, wir drei Tagen zwischen Arras und Cambrai hatten die mechanisch, wer weiß wie lange. Siebe, da schimmert vorn a#men Teufel fast nichts gegessen. Heißbungrig fielen Gleichzeitig ertönt ein Pfeifen. Eine Lo Ab, wir kommen kriegsgefangen nach Deutsch ein Licht komotive! land! Zank zwischen schwarzen und weißen Franzosen. Am Bahnhof viele Schlachtenbummler, Soldaten, Eisenbahner, Rote=Kreuz=Schwestern, alles Deutsche die sie über das Brot und die Schokolade her. Auch Deutschen, sagten sie, hätten nichts zu essen gehabt. Die zumachen hatten. Schwarzen wollten sich bei den Deutschen lieb Kind gendermaßen: machen mit der Behauptung, sie seien zur Anmusterung]„7. Oktober, gezwungen worden. Zwischen Mons und Brüssel kom meine Erlebnisse, Nur eine kurze Mitteilung über Habe, außer in kleinen Dosen, seit natürlich. Sie drängen sich um unsere Schwarzen, die Ueberall Ruinen und Vernichtung. Die ven sich gemütlich auf die Erde kauern. Wir sind wieder ein= wehr hält das Land besetzt; aber die beigische F mal vergessen. Während wir in der Kälte auf den Zug völkerung wahrt ihren Trotz. Bei jedem Auf warten, men wir durch die Schauplätze der ersten Kämpfe, der Abreise nicht geschlafen. Kam mit einem Truppen deutsche Land= dampfer nachts herüber. Lagen den ganzen Tag an den Docks herum. Fuhren die ganze Nacht mit dem Zuge. Letzte Nacht marschierten wir etwa 2½ Stunden lang kommt ein anderer Gefangenentransport, 15 enthalt werden die Gesangenen mit Lebensmitteln und zu den Schützengräben. Meiner Treu, es war kalt französische Verwundete, unter ihnen ein Leutnant. Man Wasser erquickt und mit Zurusen aufgeheitert. Allzu Kugeln machten die Sache über unseren Köpsen unter legt sie auf Stroh und erquickt sie mit beißem Kassee. Zudringlichen halten die Begleitmannschaften den Kol haltend. Brachen etwa um ½3 Uhr in der Frühe wie ist ein Unteroffizier, ben unter die Nase, eigentlich mehr zum Scherz; nur der auf und marschierten etwa drei Stunden lang in der wenn ein Gefangener auskratzen will, gibt's ein ernstes Den ganzen Tag über haben wir mit legt sie—. Der Führer unseres Transports Leute, denen unser Schicksal zu Herzen gebt, empfehlen uns seiner besonderen Obhut. Um 1 Uhr nachts kommt der Zug. Die 30 Schwarzen, die 15 Franzosen, die sieben Mann der Wache und wir drei italienische Zeitungs leute kommen in denselben Viehwagen, die Schwarzen in die eine Ecke, die Franzosen in die andere, dazwischen die Deutschen und wir. Die Fahrt geht bis Aachen, der Zugführer verspricht uns vier bis fünf Tage. Legen wir uns aufs Stroh und waponen wir uns mit Geduld! Brüssel, 7. Okt., abends. Die Reise bierbin war nicht bequem, aber auch nicht langweilig. Als die Nacht mit ihrer schneidenden Kälte vorbei war, erfreute uns die Donnerwetter. der Uhr in der Hand festgestellt, daß alle Viertel stunde ein Munitionszug vorüberfuhr. Die Soldaten weisen mit Befriedigung auf ihre Stärke bin 11 Uhr abends sind wir in Brüssel. Die Stadt liegt im Nebel, der Bahnhof ist verlassen Die deutschen Machtmittel. Nachen, 8. Okt., abends. Wir sind frei, in einem guten Gastbof, dem Besitzer von der Polizei selbst empfohlen. Die Freundschaft mit unsern braven deut Dunkelheit zurück. Besserten einige Schützengräben mit Sandsäcken und Stacheldrabt aus, und dann schrieb ich dies hinter einer Deckung zusammengekauert. In der Luft Schrapnells. Ging zu einem nahen Hause und be kam eine Decke und Kaffee. Konserven=Bees. Zwiebäcke und Wasser scheinen unsere Hauptnahrung zu sein, doch bekamen wir auch etwas Wein und Obst von belgischen Soldaten. Wir warten auf Artillerie. Unsere Kanonen reichen nicht weit genug, daber müssen unsere Leute in den Gräben bleiben und sich beschießen lassen. Ich habe noch keinen Deutschen geseden. Bin scher Soldaten hat sich den zweiten Tag über nur noch mit Munition einfach beladen. Meine Schultern schmerzen furchtbar. Konnte nicht schlafen. In einem Schützengraben, der halb voll Wasser stand. 8. Oktober. Was für eine Nacht, die jüngste Nacht! Hatten Alarm, eröffneten das Feuer, es war aber wohl bloß leerer Lärm. Dann während der Nacht noch zwei überraschende Angriffe. Extraposten; Schlaf null. Schreibe dies im Schützengraben zusammengekauert. Oben pfeisen Kugeln. Schönes Wetter. Schade hier sein zu müssen. Wir denken an die kommenden Nächte. Kein Schlaf, pechdunkel, nett kalt; und plötzlich„Fertig!“ und wir tauchen in die rabenschwarze Nacht nach den„Deutschers". Später. Wir scheinen im Wurstkessel zu sein. Unsere Trainleute sind eben angekommen. Berichten, die Stadt stehe in Flammen und alle unsere Bekleidungsstücke ver loren. Kugeln kommen seit 1 Uhr ununterbrochen. Mann an meiner Seite bekam ein Stück ins Bein, sagt aber, er könne auf einem Beine noch ebensogut schießen Belgischer Artillerist berichtet, daß er und noch zwei andere alles seien, was von dem uns deckenden Fort noch übrig sei. Es scheint, wir haben nur noch unser Ende avzuwarten. Diese Gräben würden gegen Wilde ganz gut sein, aber gegen ibre schwere Artillerie sind sie nur wie Staub. Die Kugeln kommen mit einem Zischen wie ein Schnellzug und dann— Krach! Der Geist unserer Soldaten ist erstklassig. Keiner auch nur ein bißchen erregt. Sie rauchen oder plaudern oder weichen den Kugeln aus. Hier kommt wieder eine — tipp, krach! Wieder gerettet. Noch ein„Kurierzug" nach Antwerven. Verkürzen sie die Entfernung auf uns — na, dann adien! Nächsten Taa. Etwa 6 Uhr nachts batten wir einen deutschen Angriff auf unserer linken Flanke und trieben sie zurück. Wie sie die Entfernung unseres Grabens hatten, erhielten wir Befehl, ihn zu räumen Das taten wir. Wie ich herauskam, explodierte neben mir ein Geschoß. Ein Mann blieb. Wir mußten nach Antwerven zurückmarschieren. Stadt stellenweise in Flammen. Alles weggegangen. Tote Tiere in den Straßen. Geschosse in der Luft brüllend. Direkt durch die Stadt, über eine Bootsbrücke, die darauf in die Luft gesprengt wurde, und marschierten bis sechs Uhr heute morgen. Nur eine Stunde Schlaf auf dem Pflaster einer kleinen Stadt. Tausende von Leuten auf dem Rück marsche, Tausende von Flüchtlingen, Belgier, Pferde, Vieh und Artillerie, ganz wie die Bilder vom Rückzuge aus Moskau und dergleichen. Wir bekamen gleich einen Zug und jetzt ist es 1 Uhr und wir sitzen noch drin mit Bestimmung nach der Küste. Ein Teil unserer Ver schanzung wurde, während wir uns zurückzogen, in die Luft gesprengt, wären wir also nicht davon gegangen, so würde vermutlich keiner von uns mehr am Leben sein. So hatten wir alles in allem eine ziemlich stürmische Zeit und scheinen doch nichts erreicht zu baben. Weiß nicht, wie viele Meilen wir letzte Nacht marschiert sind, aber es ist ein Bild, das immer in meinem Gedächtnisse leben wird. Die Hal tung unserer Jungens ist einfach wundervoll— genau so ruhig wie altgediente Soldaten. Das Tagebuch des englischen Unteroffiziers schließt mit einer kurzen Notiz über die Einschiffung seiner Ab teilung, die am 11. Oktober erfolgte. lassen wurde. Ich hatte sofort starke Zweisel und erkundigte mich deshalb bei der Leitung der Bonner Augentlinik. Soeben erhalte ich von dem leitenden Arzte folgendes Schreiben: „In Beantwortung Ihrer Zuschrift vom 13. d. M. teile ich Ihnen ergebenst mit, daß ich bisher keinen Er— gestochen worden sind. Wohl aber mehrere, die durch Verletzung, sei es durch die Kugel, sei es durch Granatsplitter. das Augenlicht verloren haben. Die Erzählung des betreffenden Herrn ist demnach Fabel In vorzüglichster Hochachtung Pros. Kuhnt, Geb. Medizinalrat.“ Also dieselbe Geschichte wie in Aachen. Es ist unverantwortlich, solche und ähnliche unbegründeten Gerüchte in Umlauf zu bringen. Oft genug hat man sich überzeugen können, welch niederschlagenden Eindruck derartige Schauermären auf Soldaten und deren Angehörige machen. Ob nun das obige Gerücht weit verbreitet ist, weiß ich nicht. Ich bitte Sie, von obiger Klarstellung der Oeffentlichkeit Kenntnis zu geben. Alkohol im Felde. Vom stellvertr. Generalkommando des 7. Armeekorps geht uns folgendes zu: „Alkohol: welch üblen Klang hat das orientalische Wort! Und doch muß man es immer und immer wieder Hie Freund, bie Feind! Mit der sogenannten Alkoholfrage haben wir es hier übrigens nicht zu tun; die gibt es für das Militär einfach nicht, und Ratschläge werden höflichst verbeten. Hingewiesen ist neuerdings vielfach auf das Telegrammeiner hohen Stelle; wie es mißdeutet und zu Unrecht, sogar geschäftlich, ausgebeutet worden, ist bekannt. Daß zur Nacht, wenn schwerer Nebel über den Biwaks und den Laufgräben wallt oder die Kälte durch die Kleider dringt, ein Schluck Kognak, ein heißer Grog besser ist als Wasser oder Limonade: zugegeben! Niemand mißgönnt ihn den Truppen, und Arrak, Rum oder dergl. Liebesgaben werden von den Kommandos sicherlich nicht zurückgewiesen. Aber höher als der wohltätige Einfluß und das Behagen im Einzelfalle steht die Rücksicht auf die großen allgemeinen Interessen des Heeres und der Kriegsführung, des Geistes und der Diszivlin unserer Truppen Und da gibt es dem Alkohol gegenüber nur ein entschiedenes Nein! Daheim mögen die Meinungen weiter streiten und die Alkoholinteressenten mit so viel Argumenten overieren, als sie wollen: wer militärische Notwendigkeiten versteht, weiß, welche Stellung die Kommandos einzunehmen haben. Und hier vor allem eins— sind offiziell die militärischen Stellen verantwortlich für die Haltung unserer Truppen, so tragen im Grunde doch alle Bevölkerungskreise an dieser Verantwortlichkeit mit. Das Heer ist ein Teil, und nicht der schlechteste, des Volkes. Wir haben die Pflicht, es innerlich stark zu halten und die seelische Kraft zu stählen, auf der im letzten Grunde seine Unbezwinglichkeit beruht. Durch Alkobol geschieht das nicht! Webe unserm Volke, wenn es anders dächte! Alles das ist eigentlich selbstverständlich, aber es ist gut, wenn auch das Selbstverständliche zuweilen gesagt wird. Unliebsame Beobachtungen bei Verwundeten in Lazaretten, denen Stadturlaub gewährt worden, haben übrigens dazu geführt, daß ihnen allen bis auf weiteres ein solcher Urlaub nicht mehr erteilt wird: bei Alkoholfreunden, von denen sie ungehörigerweise traktiert sind, mögen sie sich bedanken.“ Unsere Feldgeistlichen. 0 Der Zentrumsabgeordnete Erzberger hatte beim Kriegsministerium angeregt, die Zahl der Feldgeistlichen zu erhöhen, woraufhin ihm eine eingebende Antwort erteilt worden ist, der wir folgendes entnehmen: Auch das Kriegsministerium erkennt an, daß bei dem in Kriegszeiten besonders regen Bedürfnis nach geistlicher Versorgung der Feldseelsorge eingebendste Aufmerksamkeit zuzuwenden ist. Es sind deshalb erst unlängst die Seelsorgskräfte beim Feldheere um 154 Geistliche—.77 evangelische und 77 katholische— verstärkt worden. Bei der hiernach auf die katholische Konfession genommenen Rücksicht ist es ausgeschlossen, daß jetzt noch Divisionen ohne katholische Geistliche sind. Ferner ist aus Anlaß der gerade in der letzten Zeit vermehrt aufgetretenen Wünsche angeordnet worden, daß die Seelsorgskräfte beim Feldheere abermals, und zwar um 86 evangelische und 86 katholische Geistliche, verstärkt werden. Weiter sind die Trupenbefehlshaber ersucht worden, umgehend hierher Mitteilung zu machen, wenn trotzdem noch Lücken vorhanden sein sollten. Es ist dabei besonders darauf hingewiesen worden, daß namentlich die Verwundeten und Sterbenden nicht selten die Tröstungen ihrer Religion entbehren sollen. Daß so viele Geistliche in opferwilligster Weise ihre Dienste dem Heere zur Verfügung stellen, kann nur mit freudigem Danke begrüßt werden. Alle diese Geistlichen aber ohne jedes Hilfsmittel in das Feld hinausgehen zu lassen, erscheint bedenklich. Es werden deshalb auch die erneut zugelassenen freiwilligen Feldgeistlichen evenso ausgestattet werden, wie die bereits ausgesandten, d. h. mit einem Reitvferd, einem Trainsoldaten, freier Verpflegung, freiem Quartier, freier Reise zur Armee, einer Ration und einer Pferdeausrüstungsbeihilfe von 300 Mark. Diese Einrichtung hat sich bereits 1870/71 bewährt. Daneben über den notwendigen Bedarf hinaus noch weitere Geistliche ihrem Angebot entsprechend unter Beschränkung auf freie Verpflegung zuzulassen, ist nicht angängig. Die Schaffung zweier verschiedener Klassen freiwilliger Geistlicher würde nicht ohne Grund Unzufriedenheit und unerwünschte Klagen herbeiführen. Kleine Meldungen. Der Kaiser an Tsingtaus Besatzung. * Berlin, 25. Okt. Der Kaiser hat durch die Ge sandtschaft in Peking am 24. August folgendes Telegramm an die Besatzung von Tsingtau gerichtet: „Gott mit Euch in schweren bevorstehenden Kämpfen Ich gedenke Euer. Wilhelm I. R.“ * Der Dampfer„Vaterland“ beschlagnahmt? WTI Hamburg, 25. Okt. Nach einer ausländischen Meldung soll die englische Firma Waring& Gillow den Dampfer„meikuno“ wegen einer Forde rung mit Beschlag belegt haben. Es ist richtig, daß die Firma Arbeiten an der Einrichtung der„Vater land“ ausgeführt hat, für die die übliche Garantiesumme einbehalten worden ist. Diese beträgt etwa 40000 Mark. Sie ist im Laufe des Monats Oktober fällig. Sollte die Firma, was allerdings kaum glaublich ist, wegen einer solchen Forderung die Beschlagnahme des Damrsers beantragt haben, so müßte es sich um eine Schikane nie drigster Art handeln. * In Frankreich zum Tode verurteilt. Straßburg, 25. Okt. Die„Straßburger Post“ meldet Schlierbach im Kreise Mülbausen: Am 10. August rden der hiesige Förster West und seine Hauslterin von Franzosen gefangen genommen und nach lfort gebracht, weil West angeblich deutsche Vorsten in sein Haus ausgenommen habe, die 1 hier aus eine französische Patrouille beschossen haben en. Wie jetzt durch eine aus der französischen Gegenschaft entlassene Frau bekannt wird, ist die Hauslterin erschollen und der Förster West zu Jahren Zwanasarbeit verurteilt worden. Der österreichische Kriegsbericht. Im Kampfe gegen die russische Hauptmacht.— Die Kämpfe in den Karpathen, am San und in Russisch-Polen. WTB. Wien, 26. Okt.(Telegr., 2 Uhr nachts.) Amtlich wird verlautbart vom 25. Oktober mittags: Auf dem nordöstlichen Kriegsschauplatz stehen nunmehr unsere Armeen und starke deutsche Kräfte In einer fast ununterbrochenen Front, die sich von den Nordabhängen der östlichen Karpathen über Stary-Sambor, das östliche Vorgelände der Festung Przemysl, den untern San und das polnische Weichselland bis in die Gegend von Plozk erstreckt, Im Kampfe gegen dle Hauptmacht der Russen, die auch ihre kaukasischen, sibirischen und turkestanischen Truppen heranführen. Unsere Offensive über die Karpathen hat starkefeindliche Kräfte auf sich gezogen. In Mittel-Galizien, wo beide Gegner befestigte Stellungen Innehaben, steht Im allgemeinen die Schlacht. Südöstlich Przemysl und am untern San erlangten unsere Truppen auch in den letzten Tauen mehrfach Erfolge. In Russisch-Polen wurden beiderselts starke Kräfte eingesetzt, die seit gestern südwestlich der Weichselstrecke Iwangorod-Warschau kämpfen. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. Höfer, Generalmajor. Entscheidende Kämpfe in Belgien und Nord=Frankreich. WTB. Berlin, 26. Okt.(Telegr., 3.30 Uhr nachts.) Von den schweren Kämpfen in Belgien und Nordfrankreich sagt der militärische Sachverständige des„Berl. Tageblatts“, daß die Beschießung von Ostende von der Seeseite mit verstärkter Heftigkeit sortgesetzt wird. WTB. London, 26. Okt..(Telegr., 3,30 Uhr nachts.) Ueber die Kämpfe in Nordfrankreich wird gemeldet: Die Deutschen machen verzweiselte Anstreugungen, im Norden durchzubrechen. Sie haben auch bereits einiges Terrain im Bassee=Distrikt gewonnen, während die Verbündeten westlich von Armentieres Vorteile errungen haben. Kriegsgesangene erzählen, die deutschen Truppen hätten Besehl erhalten, um jeden Preis Calais zu erringen. Heftige Kämpfe toben zwischen Lille und Dünkirchen. Die Deutschen sagten selbst, daß diese Kämpfe entscheidend für ihre späteren Operationen in Frankreich seien. WTR. London, 26. Okt.(Telegr., 3.30 Uhr nachts.) Nach einem englischen amtlichen Bericht vom 25. Okt. hätten tags vorher deutsche Unterseeboote die britischen Fahrzeuge vor Nieuvort und Ostende hartnäckig angegrissen. Rußland bald„von der Welt abgeschnitten“. Rotterdam, 25. Okt.(Privattelegr.) Die Absicht des Dreiverbandes, Deutschland von der übrigen Welt zu isolieren und auszuhungern, scheint gerade das Gegenteil erzielt zu haben. Nicht Deutschland, sondern das größte Mitglied des Dreiverbandes, Rußland, steht dem Augenblick seiner Isolierung nabe. Wie dieses geschehen konnte, darüber schreibt der bekannte englische Schriftsteller Stephen Graham aus dem russischen Städtchen Ksbedari bei Kowno in der„Times“: Rußland ist im Begriffe, von dem übrigen Eurova abgeschnitten zu werden. Libau und Riga, sowie die übrigen baltischen Häfen sind für die Schiffahrt gestorben. Das Schwarze Meer ist geschlossen und die Häfen von Odessa, Sebastovol, Novorossiesk und Batum liegen leblos darnieder. Das nördliche Eismeer ist allerdings etwas belebter geworden. Archangelsk hat sich zu einem großen Hafen entwickelt, wo amerikanische und englische Schifse ankommen. Englische Dampfer sind den Obifluß herauf ge„Ernüchterung“ in Petersburg. * Zürich, 25. Okt. Der Petersburger Stadtkomman= dant Graf Obolensky bat den Befehl erlassen, Betrunkene auf der Straße zu verhaften und administrativ zu bestrafen. 120 Personen erhielten eine Haftstrafe von ein bis drei Monaten. * Deutsche Sozialvolitik für Belgien. WTB. Berlin, 25. Okt. Bei der deutschen Zivilverwal tung in Belgien wird erwogen, ob und wieweit während der Dauer der Besetzung zugunsten der Arbeiterschaft dieses Industriestaates die deutschen sozial politischen Gesetze, insbesondere auf dem Gebiete des Arbeiterschutzes, eingeführt werden sollen und können. * Die Westminsterabtei für 3 Millionen Mark versichert. WTB. London, 25. Okt. Nach einer Meldung des„Daily Telegraph“ ist die Westminsterabtei für 150000 Pfund Sterling gegen Beschädigung durch Luftfahrzeuge bei Lloyd versichert worden. Letzte Nachrichten. Zu den Kaverzügen der„Karlsruhe“. z Rotterdam, 25. Okt.(Privattelegr.) Die Rotterdamer Reederei des von dem deutschen Kreuzer„Karlsruhe" versenkten Dampfers„Maria“ teilt mit, daß dieses Schiff im September 1912(?) für fünf Jahre an eine eng lische Firma vermietet worden ist. Die Reederei unternahm die erforderlichen Schritte betreffend Rückerstattung. Die vollzählige Besatzung wurde in Teneriffa gelandet. Die Versenkung fand am 21. September statt. Das Schiff führte, obgleich es eine englische Firma gechartert batte, die holländische Flagge. * Auszeichnung des Kommandanten des„A 9“. WTI Berlin, 25. Okt.(Telegr.) Wie wir hören, hat der Kaiser dem Kavitänleutnant Otto Weddigen den Orden Pour le merite verliehen. * Der Kampf an der belgischen Küste. - Amsterdam, 25. Okt.(Privattelear.) Der Bericht erstatter einer hiesigen Telegraphenagentur hatte Gelegen heit, den Kampf zwischen der deutschen Artillerie und den englischen Schissen an der belgischen Küste zu beobachten. Er meldet, die Lage der Deutschen ist sehr günstig, da die Dünen großen natürlichen Schutz gewähren. Die englischen Schisse beobachten die Küste sehr scharf, um bei den Bewegungen der Deutschen sofort ein lebhaftes Feuer zu eröffnen. Die englische Flotte besteht aus 10 bis 12 Schiffen, in der Hauptsache aus Kreuzern und Torvedobooten. Der deutschen Artillerie fällt die Aufgabe zu, ihre Linien gegen seindliche Angriffe zu schützen. Die deutschen Linien haben durch die Angriffe der Verbündeten starken Druck auszuhalten. Der Strand von Ostende und seine kommen bis nach Tomok. Dies wird aber bald ein Ende nehmen; denn in den letzten Tagen des Oktober friert das Arktische Meer ein. Der europäische Handel mit Rußland wird dann nur noch die schwierige Route des finnischen Meerbusens und Schweden suchen. Doch auch der sinnische Meerbusen friert anfangs Dezember. Für Rußland bleibt dann noch der Weg nach Wladiwostok übrig. Die Folge der Blockade hat sich bereits in Rußland fühlbar gemacht. Die landwirtschaftlichen Produkte Rußlands können nicht mehr ausgeführt werden. Der große Handel mit sibirischen Eiern und sibirischer Butter hat aufgehört und die Butter wird nun in Sibirien zu jedem Preise verkauft, da sie nicht konserviert werden kann. Die Einfuhr der Fabrikate hat ein Ende genommen. Die Geschäfte haben keine Vorräte mehr und die Preise sind enorm gestiegen. Schuhe, Kleider, alles ist um 50 Prozent und mehr gestiegen und die Teuerung wird mit jedem Tage schwerer. Umgebung sind durch deutsche Truppen besetzt. In Ostende und Blankenberghe sind strenge Maßnahmen getroffen. Die Bevölkerung flüchtet nordwärts. * Das verschwundene italienische Unterseeboot wieder zurückgekehrt. X8 Mailand, 25. Okt.(Privattelegr.) Das nach Cor sica entführte Unterseeboot, das von Frankreich zurück erstattet wurde, ist heute nach Varignano bei Spezia ge schleppt worden. Die Besatzungsmannschaften wurden bei ihrer Ankunft auf italienischem Boden verhaftet * Portugal soll Ende November looschlagen. D Gens. 25. Okt.(Privattelegr.) Aus Paris wird gemeldet, daß Portugal Ende November losschlagen werde. General Castro erhält das Oberkommando über 24 Batterien, 4 Regimenter und 2 Brigaden. * Mangelhafte Verwundetenbehandlung in Frankreich. X. Berlin, 25. Okt.(Privattelegr.) In einem, der „Voss. Zta.“ zur Verfügung gestellten Briese aus Madrid vom 7. Okt. heißt es u. a.: Die Stimmung in Biarritz soll außerordentlich niedergeschlagen und resigniert sein. Die Stadt war für 1500 Verwundete vorbereitet, hat bis heute jedoch 5000 bekommen und soll noch weitere 3000 geschickt bekommen. Aehnlich soll es in ganz Frankreich aussehen. Eo soll in Frankreich über 400 000 Verwundete und Kranke geben. Dabei herrscht ein kolossaler Mangel an medizinischem Material, so daß die Verwundeten viele Tage lang die gleichen Stückchen Watte auf ihren Wunden behalten, die immer wieder umgedreht werden. Ferner sind in Biarritz 400 unverwundete englische Soldaten, die an Rheumatismus leiden und sich kaum rühren können. * Maßnahmen zur bevorstehenden Beschietzung Warschaus. Wien, 25. Okt.(Privattelegr.) Die„Reichspost“ meldet: Sämtliche Behörden Warschaus erhielten den Befehl, die Stadt zu verlassen und Petersburg auf„usuchen, so bald das Heer der Verbündeten sich auf 30 Werst genäbert habe. Die Bevölkerung wurde aufgesordert, Warschau zu verlassen. * Große Verluste der Russen in der zweiten Schlacht bei Lemberg. X Krakau, 25. Okt.(Privattelear.) In der zweiten Schlacht bei Lemberg sollen die Verluste der Russen außerordentlich groß gewesen sein. So wurden während einer Woche in Lemberg nicht weniger als fünf in dieser Schlacht gefallene russische Generäle beerdigt * Ernste Wirren in Aegnpten. D Kovenhagen, 25. Okt.(Privattelear.) Wie der Petersburger„Rietsch“ meldet, sind die türkischen Zeitun gen überfüllt mit Nachrichten von ernsten Wirten in Aeaypten.„Tanin" tetlt mit, daß zwischen den eng lischen und ägyptischen Truppen in Alerandria Zu sammenstöße stattsanden. Ein Teil der in Aegypten eingetroffenen indischen Truppen, desertierte. 30 Mann wurden eingefangen und standrechtlich er schossen.„Jeune Turque“ meldet, ägyptische Ossiziere dätten sich geweigert, nach Malta zu gehen, mit der Erklärung, nur in Aegypten dienen zu wollen. * Für Tapserkeit vor dem Feinde. VTZ. Wien, 26. Okt.(Telegr., 2 Uhr nachts.) Der Kaiser verlieb in Anerkennung seines tapseren Verhaltens vor dem Feinde das Militärverdienstkreus mit der Kriegsdekoration dem Erzberzog KarAlbrecht. * Deutsche Bombenwerfer über Warschau. WTI. Warschau, 26. Okt.(Telegr., 3,30 Uhr nachts.) Dem„Berl. Lokalanz.“ wird von hier gemeldet: Von deutschen Flugzeugen auf die Stadt geschleuderte Bomben töteten an einem Tage### und an einem andern Tage 62 Menschen. Leider besagt die Meldung nichts über den angerichteten Materialschaden. Bei den genannten Opsern an Menschenleben ist jedoch mit Bestimmtbeit anzunehmen. daß dieser nicht unbedeutend sein wird. Kriegsallerlei. Die leere Stelle. Die leere Stelle spielt in den Zeitungen des Auslandes seit dem Ausbruch des Krieges eine große Rolle und zeigt das emsige Walten der militärischen„Zensur. Wie sie aber einmal auch geschickt zu geschäftlichen Zwecken benutzt wurde, wird lm„Secolo XIX“ erzählt. Der Gründer des„Figaro“, Villemessant, ließ eines Tages in seinem Blatte eine leere Stelle erscheinen. unter der zu lesen stand, daß der Absatz so beikel wäre. daß er ihn nicht offen zu drucken gewagt bätte. Die Neugierigen, die ihn aber durchaus, lesen wollten, brauchten nur mit einem ganz beißen Plätteisen darüberzufabren; dann würden die mit besonderer Schwärze gedruckten Worte erscheinen. Man kann sich denken, was nun erfolgte. Tausende von Personen bewaffneten sich mit einem Plätteisen und arbeiteten aus Leibeskräften auf das Papier los: die Buchstaben erschienen nicht, aber das Papier ging bald in Stücke. Da es beim ersten Exemplar nicht gelungen war. mußten sie ein zweites kaufen. und dann noch ein drittes. bis sie schließlich merkten, daß sie dem tüchtigen Verleger auf den Leim gegangen waren, der seine drei Auflagen glatt verkauft hatte und nun bekannte, daß an der Stelle— gar nichts gestanden hatte Echt französischer Geist und echt französische Aufsassung vom Beruf und von der Würde der Presse! * Die seingebildeten Franzosen. Die„Hamburger Nachrichten“ veröffentlichen den sol genden Brief einer französischen Firma in Bevey an ein Hamburger Haus: „An die Firma(N. N.) in Hamburg. Hunnenland In Erwiderung Ihres Schreibens vom 5. Oktober benachrichtige ich Sie, daß der angesagte Wechsel verweigert wird, und zwar aus folgenden Gründen 1. will ich mit dem deutschen Banditenvack nichts zu tun haben. 2. bin ich Franken und nicht Mark schuldig. 3. bezahle ich nicht, bevor der Krieg ein Ende hat Einstweilen warten Sie oder krepieren vor Hunger.(Folat=Unterschrift.) Deutsches Reich. Reichsgesetzliche Regelung der Abwässerfrage. ∆ Die Reichsregierung bat eine Bundesratsvorlage fertiggestellt, die eine gesetzliche Regelung der Abwässerfrage und insbesondere der Kaliabwässerfrage bezweckt. Der Entwurf liegt gegenwärtig den Regierungen zur Begutachtung vor; voraussichtlich wird der Bundesrat im nächsten Winter dazu Stellung nehmen. Die Regelung ist derart in Aussicht genommen, daß der Bundesrat ermächtigt wird, feste Normen für die zuverlässige Versalzung der Flüsse durch Kaliabwässer aufzustellen. Es soll außerdem eine Schiedsinstanz errichtet werden, deren Aufgabe es ist, Meinungsverschiedenheiten zwischen den Bundesregierungen über die Kaliabwässer frage bei Flüssen, die verschiedene Bundesstaaten durch fließen, endgültig zu schlichten. Die Regelung der ganzen Frage ist daburch erschwert, daß gemeinsame Normen für alle Flüsse nicht aufgestellt werden können, weil die Schä digungen der Versalzung durch Kaliabwässer nach der Eigenart der einzelnen Flüsse sehr verschieden sind, zum Teil durch die Größe des Gefälles und Stauungen stark beeinflußt sind. Die Aufstellung von binden den Normen, die für das ganze Reichsgebiet Geltung haben, ist aber erforderlich. weil die Maßnahmen einzelner Regierungen zur Verhinderung einer zu starken Versalzung vielsach daran scheitern, daß für den Ober lauf des betr. Flusses die Regierung eines anderen Bundesstaates zuständig ist, deren Verhalten die Durch führung von Vorschriften der für den Unterlauf zustän digen Regierung unmöglich macht. Das Kaiserliche Ge sundheitsamt hat bereits eingebende Untersuchungen über die ganze Frage angestellt, deren Ergebnis in einem Gutachten niedergelegt ist. Ausland. Die unruhigen Albauesen. = Athen, 25. Okt. Die„Agence d'Athenes“ meldet aus Janina vom 21. Oktober: Gestern früh ariffen albanesische Streitkrafte aus Latsani und Salessi Truppen des autonomen Evirus an. Die Albanesen ziehen gegen Klissura. Heute wird ge meldet, daß der Kampf andauere, eine zweite albanesische Streitmacht gegen Marglani vorrückte und die Vorposten der Eviroten bei Kolonia angriff. Der Prozeß gegen die Mörder des Erzherzogspaares. XII. — Serajewo, 26. Okt.(Telegr., 2 Uhr nachts.) In dem Hochverratsprozeß beendigten die Verteidiger ihre Plädoyers. Die Hauptverhandlung wurde dann geschlossen. Die Verkündung des Urteils erfolgt am 28. Oktover vormittags. Provinzielles. ∆ Hochemmerich, 24. Okt. Damit er sein Leben fristen konnte, hatte man den belgischen Staatsangehörigen Maes noch eine Arbeitsgelegenheit verschafft. Trotzdem stieß der Undankbare in einem Gespräch mit mehreren Kameraden beleidigende Aeußerungen über unsere kaiserliche Familie aus. Der Mann wurde festgenommen und ins Gefängnis gebracht, wo er in einem unbewachten Augenblick seinem Leben durch Erhängen ein Ende machte = Münster, 25. Okt. Der 13. Insanteriediri sion sind aus allen Teilen Westfalens, des nordwestlichen Rheinlands und dem Fürstentum Livve=Detmold Lie besgaben in reichlichster Menge in hochherziaster Weise gest endet worden. Namens der mir unterstellten, über diese Grüße aus der Heimat hocherfreuten Truppen sage ich allen alitigen Gebern herzlichen Dank v. d. Borne, Generallentnant und Divisions kommandeur Koblenz. 25. Okt. Der Oberoräsident Frhr. von Rheinbaben hat mit dem Regierungsdampfer„Preußen“ zweimal eine Rheinfahrt für Leichtverwundete veranstaltet. Die Freude der Soldaten, auf diese Weise die Schönheiten des Rheines kennen zu lernen, war aroß — Zusammenstellung der in der gestrigen 1. Sonntagsausgabe erschienenen Telegramme. Unsere Erfolge In Belglen und Nordtrankreich. * Rotterdam, 24. Okt.(Privattelear.) Eine bisher# als zuverlässig erwiesene bolländische Zeitung meldet: Berichten aus Belgien und Nordfrankreich zufolge sind wischen Lille und Bailleul sämtliche Ortschaften von den Leutschen besetzt worden. Südlich Dirmuiden befindet sich die deutsche Frontlinie in beträchtlicher Verschiebung dach Westen. Der Kampf auf der Küste. WTB Bern, 24. Okt. Der„Bund“ schreibt zur Kriegstage: Auf der ganzen Linie von Nieuvort bis La Bassee zing die deutsche Armee zur Ossensive über: das ist das wesentliche Merkmal der strategischen Lage im Westen und läht den Schluß zu, daß der Aufmarsch vollendet ist und sich stark genug für einen Rampf mit ossensivem Ziel Jublt. Die Einnahme von Lille war eine vorbereitende strategische Handlung zu der Schlacht bei Overn. Das Mibglücken der englisch=französischen Gegenossenive gegen Lille ist der zweite Trump## im Spiele der Deutschen. Gelinat es den Deutschen, den seindlichen rechten Flügel von La Bassée auf Bethune und weiter zurückzudrehen, so wird dieser auch von der ideellen Verbindung mit Arras abgeschnitten und gegen die Küste gedrückt. Es fragt sich also heute mehr denn je, ob die Verbündeten im Raume Vom westlichen Kriegsschauplatz. Unser Bild zeigt eine abgesessene deutsche Dragonerpatrouille im Kampf mit englischen Militärautomobilisten und Motorradfahrern in der Gegend von Lille.(Vom Generalstab zur Veröffentlichung genehmigt!) von Dünkirchen noch kräftig Reserven stehen haben. Ob die Oserlinie selbst noch unerschüttert ist, ist nicht erkennbar, doch scheint das Vorgehen südlich Lys, wenn es nicht zum Stehen gebracht wird, sie von selbst unhaltbar zu machen. Da es sich um einen Bewegungskampf handelt, seisen die Entscheidungen schneller. Die Schweizer zu unseren neuesten Erfolgen. X Genf. 24. Okt.(Privattelegr.) Trotz der beschwichtigenden Versicherung des französischen Generalstabes, daß den Geländeverlusten der im Südosten von Lille overierenden französischen Truppen nicht allzu große Bebeutung beizumessen sei, geht aus der ganzen Darstellung ver gestrigen und heutigen Deveschen hervor, daß auf der Linie Dirmuiden=Roulers=Dvern=La Bassée bis gegen Arras der Widerstand der Verbündeten infolge der Ermüdung der seit Sonntag nicht zu Atem gekommenen Truppen erheblich abgenommen hat. Jedenfalls gestehen französische Privatdeveschen zu, daß man den deutschen Angrifsen sowohl in Frankreich, wie in Belgien die numerische Ueberlegenheit, gesteigerte Zuversicht und erböhten Elan aumerkt. Tatsächlich haben die neu vor die Front geführten deutschen Abteilungen sich den Stammtrupren mühelos angegliedert. Ihre Feuertause war von beträchtlichem Gebietsgewinn gekennzeichnet. Pariser Militärkritiker, wie Oberst Rousset, die deutsche Schlappen voraussetzten, äußern heute, der deutsche Einensinn sei ein unberechenbarer Faktor. Wir hoffen zuversichtlich, daß der deutsche Eigensinn, wie sich die Pariser Sachverständigen so hübsch auedrücken, den Verbündeten noch recht viele Ueberraschungen bereiten wird und nicht am allerwenigsten die nach französischen Quellen neu an die Front gebrachten Truppen. * Unser militärischer Mitarbeiter schreibt uns zu den Erfolgen im Westen: „Im Auslande, namentlich in England und Frankreich, sucht man das Publikum von der für die Verbündeten jetzt zweifellos ungünstigen Lage auf dem westlichen Kriegsschauplatze dadurch abzulenken, daß man in der Presse lediglich auf die langwierigen und lang andauernden Kämpfe hinweist, bei denen noch keine Entscheidung gefallen sei. Dies wird gewissermaßen als ein Zeichen deutscher Schwäche hingestellt und daraus der Schluß gezogen, daß Deutschland auf die Dauer einen solchen Kampf nicht aushalten könne, sich verbluten müsse. IIn dopvelter Hinsicht ist diese ganze Auffassung falsch: In taktischer Hinsicht haben die deutschen Truppen in der letzten Zeit unbestreitbare Fortschritte gemacht. Auch die letzte amtliche Mitteilung des Großen Hauptquartieres weiß nur von Erfolgen zu berichten. Wo überhaupt mit der Absicht auf die Herbeiführung einer Entscheidung gekämpft wurde, sind die Deutschen siegreich gewesen und haben den Gegner geworfen. Bei Nieuport, am Vser=Abschnitt, bei Dirmuiden, westlich Lille, also auf der ganzen Front von der Nordseeküste bis in die Gegend südlich Lille herab: überall ist der Feind geworsen und die deutschen Truppen haben Gelände gewonnen. Und das ist nicht der vorübergehende Erfolg eines einzelnen Tages gewesen, sondern wiederholt sich schon seit mehreren Tagen. Fortgesetzt dringen wir vor. Unaushaltsam ist unser Vordringen nach Westen, trotz englischer Schiffsgeschütze, trotz englischer, den ausländischen Staaten abgenommener Kanonenboote. trotz der aus allen Erdteilen herbeigeholten Kolonialtrupven. Wenn es in den verflossenen Tagen nicht möglich gewesen ist, den deutschen Vormarsch aufzuhalten, so erscheint dieses auch für die Zukunft kaum möglich. Es ist nicht einzusehen, woher ein plötzlicher Umschwung in die Lage herkommen sollte. Besonders wichtig dürfte das Vordringen der deutschen Truppen westlich Lille sein, weil hier die Deutschen schon viel weiter vorgekommen sind, als auf den übrigen Teilen der Schlachtfront. In der Folge muß dies zu einem Durch bruch der seindlichen Front und zur Umsassung der noch weiter rückwärts besindlichen seindlichen Abteilungen führen. Die taktische Lage gestaltet sich dadurch noch viel günstiger, daß die Deutschen alle Angriffe der Franzosen, wo sie auch stattgefunden haben, sei es auf dem westlichen Heeresflügel bei Lille, Arras, Albert, sei es in der Mitte bei Soissons und Reims, sei es im Osten aus Verdun oder Toul heraus, jedesmal zum Teil unter sehr schweren Verlusten für die Franzosen zurück gewiesen haben. So auch noch in allerletzter Zeit. Es ist bisher nicht ein einziger französischer Anariff erfolgreich gewesen. In strategischer Hinsicht hat die deutsche Führung Im Lause der letzten Woche außerordentlich viel erreicht. Im Westen stehen die deutschen Heere seit An fang des Krieges auf seindlichem Boden. Der rechte Heeresflügel ist nach der Eroberung von Antwerven in nnunterbrochenem siegreichem Vorgeben längs der Nord sceküste geblieben. Von Verdun sollen nach einem auf gefangenen amtlichen, allerdings noch nicht bestätigten Junkspruch schon einige Forts gefallen sein. Bis auf kleine Grenzüberschreitungen ist es den Gegnern nirgends gelungen, sich auf deutschem Boden festzu setzen. Und wenn der Kampf auch lange dauert, so hat die deutsche Heeresführung doch den großen, gar nicht doch genug einzuschätzenden Erfola erVom westlichen Kriegsschauplatz. Unsere photographische Aufnahme zeigt belgische Soldaten, auf einen vorüberfliegenden feindlichen Aeroplen feuernd; im Hintergrunde ein von deutschen Granaten zerschossenes Haus zielt, daß die Kämpfe sich in der Hauptsache auf feindlichem Boden abgesvielt haben. Und die Aussicht für die Zukunft? Erst kürzlich haben die ausländischen Blätter von den großen Verstärkungen zu berichten gewußt, die wieder auf dem westlichen Kriegsschauplatze angekommen sein sollen. Wer aber in Deutschland die Garnisonstädte und Truppenübungsplätze besucht, kann sehen, wie es dort von jungen, kräftigen Soldaten geradezu wimmelt. Ein Mangel an Truppen wird bei uns sobald nicht eintreten, und wenn man die Zahl der dem Gegner abgenommenen Gefangenen, die hohe Ziffer der feindlichen Verluste berücksichtigt, so muß man zu dem Schlusse kommen, daß die Verbündeten viel eher am Ende ihrer militärischen Kraft angekommen sein werden, wie wir. Nach jeder Richtung hin, taktisch sowohl wie strategisch, liegt die allgemeine Lage für uns sehr günstig. Wir können der Zukunft, wenn auch die Kämpfe nur langsam vorwärts geben, mit voller Zuversicht entgegensehen.“ Neue österreichische Erfolge gegen Serben und Montenegriner. WTI Wien, 24. Okt. Amtlich wird verlautbar vom 23. Oktober. Die starken serbischen und montenegrinischen Kräfte, welche seinerzeit über die von den Truppen entblößten südöstlichen Grenzteile des östlichen Boonien eingedrungen waren und die einheimische moslimische Bevölkerung auch mit einer zügel losen Horde von plündernden und mordenden Freischaren heimgesucht hatten, wurden am 22. Oktober nach dreitägigen erbitterten Kämpfen im Raume beiderseits der Straße Mokro— Regatica geschlagen und zum eiligen Rückzuge gezwungen. Detuilo des Treffeno, worin unsere Truppen unvergleichlich tapfer gekämpft und den Gegner aus mehreren hintereinander gelegenen befestigten Stellungen mit dem Vajonett wiederholt warsen. werden wegen der im Zuge befindlichen weiteren Aktionen der nächsten Berichterstattung vorbehalten. Potiorek. Feldzeugmeister. Die Zahl der russischen Verwundeten ist ungeheuer. WT B Konstantinovel, 24. Okt. Wie„Taswir=i=Efkiar“ meldet, äußerte sich eine aus Rußland hier eingetroffene vertrauenswürdige Persönlichkeit, daß die Zahl der vom Kriegsschauplatze ins Innere gebrachten russischen Verwundeten ungeheuer sei. Alle Städte und Dörfer von der Grenze bis Moskau seien ein großes Spital. Infolge der Mangelhaftigkeit des Sanitätsdienstes seien die Todes= fälle unter den Verwundeten sehr zahlreich. Diese Verluste, die die Zahl der auf den Schlachtfeldern erlittenen Verluste erhöhten, verursachten allgemeine Trauer. Die Zahl der Deserteure steige täglich. Die Ergriffenen würden erschossen. Die Erhebung der Kriegszuschlagssteuer vergrößere das Elend. Die muselmanische Bevölkerung sei großen Drangsalierungen ausgesetzt. Englisches Hunnentum. WTB Brüssel, 24. Okt. Leutnant Pfeil vom dritten Reservesußartillerieregiment stellte am Tage des Einzuges der deutschen Truppen in Antwerven vom Turme der Kathedrale aus fest, daß gegen ½5 Uhr nachmittags vom Fort Tete de Flandre und aus den Schützengräben, die sich längs der Schelde südlich besanden, sowie von den auf der Schelde befindlichen Seeschiffen die westlichen Teile der Stadt, insbesondere die Grande Place und die Kathedrale, beschessen wurden. Pseil beobachtete wiederholt Schrapnellschüsse unmittelbar vor der Kathedrale und Granatschüsse in der Nähe des Rathauses und der Kathedrale. Derselbe Offizier stellte am gleichen Vormittag aus zurückgelassenen Ausrüstungsstücken und Waffen fest, daß in den von den englischen Truppen besetzten Schlössern Meimhof, Troyente und Pulhof große Verwüstungen angerichtet worden waren. Sehr wertvolle Möbelstücke waren vollständig zerschlagen, große Gemälde und Bilder sowie Leder und Samtmöbel waren zerschnitten, die Schränke durchwühlt und ihr Inhalt umbergeworfen. In einem Ledersofa steckte noch ein englisches Seitengewehr. England verletzt neuerdings Aegyptens Neutralität. W'TZ Konstantinovel, 23. Okt. Nach authentischen Nachrichten aus insormierten Kreisen Stambuls ließer die Engländer in den letzten Tagen zahlreiche englische Kleiner Kreuzer„Emden“. ano rangoische Truppen nach megypien rommen. An beiden Usern des Suezkanals sind allein 14000 Mann zusammengezogen worden. Von den indischen Truvoen, die unlängst nach Aegypten befördert wurden, wurde der größere Teil als wenig zuverlässig wieder zurückgezogen nur ungefähr 1000 Mann blieben dort. Die Zusammenziehung englischer Truppen in Aegypten wird als Ven letzung der Neutralität angesehen und hier lebhaft besprochen. Man verweist darauf, daß die Zustimmung der Pforte, die für den Abschluß jeder Anleibe einzuholen ist, bezüglich der Anleihe von fünf Millionen für landwirtschaftliche Zwecke in Aegypten nicht eingeholt wurde Diese Unterlassung wird gleichfalls als Verletzung dee ägyptischen Statuts kritisiert. Ein türkischer Aufrut an die mohammedanischen Truppen. X Wien, 24. Okt.(Privattelegr.) Türkische Blätter veröffentlichen einen Aufruf an die mohammedanischen Truppen Frankreichs, der in ganz Aegypten, in Fez, Algier und Tunis verbreitet wird. Es heißt darin: Alle Unglücksschläge, die über den Islam gekommen sind, haben England, Frankreich und Rußland verursacht. Die Zeit der Empörung ist gekommen. Die Mohammedaner, die an der Seite der Glaubensfeinde kämpfen, fordern Gottes Zorn heraus. Die Kämpfe um Tsingtau beginnen wieder. Haag, 24. Okt.(Privattelear.) Aus Peking wird nach London gemeldet, daß die japanischen Belagerungsgeschütze nunmehr bei Tsingtau aufgestellt seien und der allgemeine Angriff jederzeit beginnen könne. Die Arbeiten an den Pariser Befestigungswerken. L Kovenhagen, 24. Okt.(Privattelear.) Die Ar beiten an den Pariser Befestigungswerken werden nach einer Devesche von„Politiken“ mit verdovvelter Kraft„fortgesetzt. Gallieni befahl, alle Verwundeten aus den Pariser Hospitälern anderswohin zu transvortieren, um für die aus den letzten Kämpfen an der Front kommenden Platz zu machen. Die Schlacht an der Nordfront bestand bisher nur aus bedeutungslosen Scharmützeln. Die letzten Nachrichten von der übrigen Front geben an, daß die ganze Schlacht auf der großen Linie anhält. Die Pariser erwarten das Resultat mit derselben Ungeduld wie seinerzeit während der Marne=Schlacht. Aus der letzten Post aus Tsingtau. X Berlin, 24. Okt.(Privattelegr.) Die letzte, bis zum 6. September reichende Post aus Tientsin, Peking und Schanghai bringt wiederum einige interessante Nachrichten. So hat eine Anzahl höherer chinesischer Beamter aus der Kaiserzeit, die sich bei Ausbruch der chinesischen Revolution nach Tsingtau zurückgezogen hatten, seit der dortigen Mobilmachung aber wieder nach dem benachbarten chinesischen Tsinansu zurückgekehrt sind, den dortigen deutschen Konsuln Wohnungen und sonstige Hilfe für die Unterbringung der deutschen Familien aus Tsingtau angeboten, um sich für die in Tsingtau genossene Gastfreundschaft erkenntlich zu zeigen. In Tsingtau hat sich schon jetzt eine chinesische Rote=Kreuz=Gesellschaft unter der Führung des Dr. Lu Hai Huan gebildet. Der Mandschu=Prinz Tsai Tao hat die deutsche Staatsangehörigkeit erworben und ist fest entschlossen, weiter in Tsingtau zu bleiben, während sein älterer Bruder, Prinz Tsai Hsun nach Peking zurückkehrte. Der frühere Direktor der TientsinPukow=Bahn, Lisbun Te. der die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt, ist nach der„Peking=Gazette“ in Tsingtau geblieben. Dasselbe wird von Li Chung: Mai. dem in Wien erzogenen Lieblingssohn des verstorbenen großen Staatsmannes Lihungtschang, berichtet. Eine hartnäckige Lüge. IVTI Berlin, 24. Okt.(Amtlich.) Mit großer Hartnäckigkeit wiederholt die englische Presse die Behauptung, daß der Kaiser am 19. August in Aachen einen Armeebefehl erlassen habe, in dem von dem verächtlichen Heere des Generalfeldmarschalls French die Rede gewesen sei.— Diese Meldung beruht in ihrem vollen Umfange auf Erfindung. Der Kaiser war seit Beginn des Krieges weder in Aachen, noch hat er den behaupteten Armeebefehl erlassen. Ein italienischer Dampfer aufgebracht. Rom, 24. Okt.(Privattelegr.) Der italienische Dampfer„Enrico Millo“ aus Genua wurde auf der Hohe von Palascia durch einen französischen Kreuzer beschlagnahmt. Er wird nach Biserta gebracht. * Gewalttätigkeiten gegen Deutsche in Feindesland. (9 Berlin, 24. Okt. Die Geschäftsstelle des Reichskommissars zur Erörterung von Gewalt tätigkeiten gegen deutsche Zivilversonen in Feindesland befindet sich ab 26. Oktober in Berlin W 35, Potsdamer Straße 38. * Inspizierung der Gesangenen. ∆ Paris, 24. Okt.„Petit Parisien“ meldet: Der Pariser Devutierte Desvlas hat die Einsetzung einer internationalen Kommission zur Inspizierung der Gefangenen vorgeschlagen. Die Kommission, deren Vorsitz der amerikanische Botschafter führen soll, soll Delegierte in deutsche und französische Städte entsenden. in denen Kriegsgefangene untergebracht sind. * Auf eine Mine gestoßen. — Goeteborg, 24. Okt. Der schwedische Dampfer tire“, der mit einer Koksladung von London nach Goeteborg unterwegs war. ist außerhalb Lowestoft auf eine Mine gestoßen. Von der Besatzung werden neun Mann vermißt. G.d.J.S Boroewitsch v. Hojna Kommandant d.östem ungarTruppen b. Przemysl u. Leinderg Herner Anzeiger- Anzeiger für das Amt Sodingen- Gerther Anzeiger Montag, den 26. Ottober 1914. Rummer 2.18 Aus dem Stadtkreile Herne. Herne, den 26. Oktober 1914. Bekanntmachung. Es wird darauf hingewiesen, daß sich sämtliche beurlaubte Militärpersonen im Landkreise Bochum und der Stadt Herne bei den Ortsbehörden ordnungsmäßig unter Angabe ihrer genauen Wohnung anzumelden haben Auf die Bekanntmachung betreffend den verschärften Kriegszustand sowie auf die nachstehend abgedruckten§§ 64—70 bes Militärstrafgesetzbuches über unerlaubte Entfernung und Fahnenflucht wird ausdrücklich aufmerksam gemacht. § 64. Wer von seiner Truppe oder von seiner Dienst stellung sich eigenmächtig entferut oder vorsätzlich fernbleibt, oder wer den ihm erteilten Urlaub eigenmächtig überschreitet, wird wegen unerlaubter Entfernung mit Freiheitsstrafe bis zu 6 Monaten bestraft § 65. Der unerlaubten Entfernung wird es gleich geachtet, wenn eine Person des Soldatenstandes im Felde es unterläßt: 1. der Truppe, von welcher sie abgekommen sind, oder der nächsten Truppe sich wieder anzuschließen, oder 2. nach beendeter Kriegsgesangenschaft sich unver züglich bei einem Truppenteile zu melden. Dasselbe gilt, wenn eine Person der Marine, welche außer halb der heimischen Gewässer von einem Schiff abgekommen ist, es unterläßt, sich bei demselben oder einem andern deutschen Kriegsschiffe oder dem nächsten Konsulate unver züglich zu melden. § 66. Dauert durch Verschulden des Abwesenden die Abwesenheit länger als 7 Tage, im Felde länger als 3 Tage, so tritt Gefängnis oder Festungshaft bis zu zwei Jahren ein. § 67. Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren tritt ein, wenn die Abwesenheit im Felde länger als sieben Tage dauert. § 68. Gleiche Strafe(§ 67) trifft eine Person des Be urlaubtenstandes, welche nach bekannt gemachter Kriegsbereit. schaft oder nach angeordneter Mobilmachung ihrer Einbe rufung zum Dienste oder einer öffentlichen Aufforderung zur Stellung nicht binnen 3 Tagen nach Ablauf der be stimmten Frist Folge leistet. § 69. Wer sich einer unerlaubten Entfernung§§ 64 65 und 68 in der Absicht, sich einer gesetzlichen oder von ihm übernommenen Verpflichtung zum Dienste dauernd zu entziehen, schuldig macht, ist wegen Fahnenflucht(Desertion) zu bestrafen. § 70. Die Fahnenflucht wird mit Gefängnis von 6 ###konaten bis zu 2 Jahren, im ersten Rückfalle mit Gefängnis von einem Jahre bis zu fünf Jahren, im wiederholten Rückfalle mit Zuchthaus von 5 bis zu 10 Jahren bestraft. Der Versuch ist strafbar. Ferner wird nochmals bekannt gemacht, daß der Zapfen streich für den Bezirk des 7. Armeekorps für Mannschaften auf 9 Uhr abends und für Unteroffiziere ohne Portepee auf 10 Uhr abends festgesetzt ist. Zu dieser Zeit müssen die in Frage kommenden Militärpersonen in ihrem Quartier sein. Zuwiderhandlungen werden jetzt rücksichts. los bestraft. Bochum. 28. Oktober 1914. Bezirkskommando II. Alkohol im Felde. Bom stellvertr. Generalkommando VII. Armeekorps geht uns folgendes zu: Alkohol: welch üblen Klang hat das orientalische. Wort! Und doch muß man es immer und immer wieder hören Hie Freund, hie Feind! Mit der sogenannten Alkoholfrage en wir es hier übrigens nicht zu tun; die gibt es für DDas Militär einfach nicht, und Ratschläge werden höflichst verbeten. Hingewiesen ist neuerdings vielfach auf das Telegramm einer hohen Stelle; wie es wißdeutet und zu Unrecht, sogar geschäftlich, ausgebeutet worden, ist bekannt. Daß zur Nacht, wenn schwerer Nebel über den Biwaks und den Laufgräben wallt oder die Kälte durch die Kleider dringt, ein Schluck Kognak, ein heißer Grog besser ist als Wasser oder Limonade: zugegeben! Niemand mißgönnt ihn den Truppen, und Arrak, Rum oder dergl. Liebesgaben werden von den Kommandos sicherlich nicht zurückgewiesen Aber höher als der wohltätige Einfluß und das Behagen im Einzelfalle steht die Rücksicht auf die großen allgemeinen Interessen des Heeres und der Kriegsführung, des Beistes und der Disziplin unserer Truppen. Und da gibt es dem Alkohol gegenüber nur ein entschiedenes Nein! Daheim mögen die Meinungen weiterstreiten und die Alkoholinteressenten mit so viel Argumenten operieren als sie wollen: wer militärische Notwendigkeiten versteht, weiß, welche Stellung die Kommandos einzunehmen haben Und hier vor allem eins— sind offiziell die militärischen Stellen verantwortlich für die Haltung unserer Truppen, so tragen im Grunde doch alle Bevölkerungskreise an dieser Verantwortlichkeit mit. Das Heer ist ein Teil, und nicht der schlechteste, des Volkes; wir alle haben die Pflicht, es innerlich stark zu halten und die seelische Kraft zu stählen, auf der im letzten Grunde seine Unbezwinglichken beruht. Durch Alkohol aber geschieht das nicht! Wehe unserem Volke, wenn es anders dächte Alles das ist eigentlich selbstverständlich, aber es ist gut, wenn auch das Selbstverständliche zuweilen gesagt wird Unliebsame Beobachtungen bei Verwundeten in Lazaretten, denen Stadturlaub gewährt worden, haben übrigen? dazu geführt, daß ihnen allen bis auf weiteres ein solcher Urlaub nicht mehr erteilt wird: bei Alkoholfreunden, von denen sie ungehörigerweise traktiert sind, mögen sie sich bedanken „** Das Eiserne Kreuz. Dem Leutnant der Reserve Ludw. Halstria von hier, sowie dem Vizefeldwebel der Reserve und OffizierStellvertreter W. Lilienbeck, früher in der Verwaltung der Stadt Herne beschäftigt, wurden das Eiserne Kreuz verliehen. Auszeichnung. Herrn Jakob Diebold, Chauffeur bei Herrn Brauereidirektor Brinkhoff, ist vom Kaiserlichen Automobilklub Berlin für 10jährige treue Pflichterfüllung das silberne Armzeichen des Kaiserlichen Automobilklubs verliehen und gleichzeitig aus der Stiftung Sr. Mas. des Kaisers ein Bargeschenk bewilligt worden, das ihm in Gestalt eines Sparkassenbuches, lautend auf M. 300,— zur freien Verfügung am Samstag überreicht wurde. X Ein schönes Ergebnis hatte der am Freitag abend zum Besten des Vaterländischen Frauenvereins im Reichshallensaal veranstaltete VortragsAbend des Rechtsanwalts Dr. Nuß aus Dortmund über seine Kriegserlebnisse aufzuweisen. Die Gesamteinnahmen beliefen sich auf über 500 W, von denen 389.45 M als Reinertrag an die Kasse des Vaterländischen Frauenvereins abgeführt werden konnten. Bravo! Einführung eines neuen Personenfahrplaus. Wie wir erfahren, hat die Eisenbahnverwaltung Feststellungen über die Einführung eines anderen Personenzugfahrplans getroffen. Der jetzige Fahrplan soll vollständig aufgehoben werden, an seiner Stelle wird ein Te## der Züge nach dem früheren Friedensfahrplan eingelegt werden Eine Gegenüberstellung ergibt, daß ungefähr die Hälfte der früheren Züge vorgesehen ist, darunter die größere Zak der früheren Eil= und Schnellzüge. Der neue Friedensfahrplan wird am 2. November eirgeführt. Wie die Ur=Zeitung hört, hat der Chef des Feldeisenbahnwesens seine Einwilligung gegeben. Dem neuen Fahrplan haben bisher die preußisch=hessische, die sächsisch und die baverische Eisenbahnverwaltung zugestimmt; die Zustimmun der Ubrigenl in zu erwarten WTB Für die Ausstellung von Ausweisen an Privat= personen zu deren Reisen an die Front oder nach den durch deutsche Truppen besetzten seindlichen Landesteilen sind nach der heutigen Nummer des Armeeverordnungsblattes folgende Grundsave zu beachten: 1. Die Ausstellung von Ausweisen an Privatversonen nach sorgfältiger Prüfung der zur Begründung des Antrages vorgebrachten Tatsachen steht außer dem Kriegsministerium lediglich dem Oberkommando in den Marten. dem stellvertretenden Generalkommando und dem stellvertretenden Großen Generalstab zu. Nachgeordnete Kommandobehörden haben den Gesuchsteller hierauf aufmerksam zu machen und sind berechtigt. die vorgelegten Ausweispaviere der Gesuchsteller auf ihre Gültigkeit zu prüfen. 2. Für die Ausstellung von Ausweisen müssen Militärvapiere. volizeiliche Ausweise und Bescheinigungen der Staats= oder städtischen Behörden vorgezeigt werden. 3. Das Kriegsministerium stellt die Ausweise nur auf, unmittelbares schriftliches Anfordern der Reichsämter oder der preußischen Staatsbebörden aus. 4. Richt stattbaft ist die Ausstellung von Ausweisen für Privatversonen, die sich mit Einzel=Liebesgaven zur Front begeben wollen oder mit Ausrüstungsstücken. Lebensmitteln. Zigarren usw. Handel treiben wollen. 5. Für die Zulassung von Photographen und Schlachtenmalern ist die Genebmigung des stellvertretenden Generalstabes einzuholen. der über die Ausstellung der Ausweise entscheidet. 6. Für Handelsfirmen, die gemäß 8 53b der Bekleidungsordnung 1 an einem Etappenhauptort, an dem Sitze des Gouvernements oder der Kommandantur in den von den deutschen Heeren besetzten Gebieten eine Zweiganstalt einrichten wollen. ist vor Ausstellung des Ausweises die Genehmigung des zuständigen Gouverneurs (Kommandanten) oder des Etappeninspekteurs einzuholen. 7. In Uebereinstimmung mit dem Generalquartier= meister ist die Ueberführung von Leichen mit der Eisenbadn aus dem Overations= und Etapvenheoter in Ueberführung der Leiche durch einen Kraftwagen erfolgen, so darf sie nur mit Zustimmung der zuständigen Etapveninspektion geschehen. Nach eingeholter Zultimmung der Etappeninspektion darf die Erteilung des Ausweises erfolgen. * Westf. Kriegounterstützungskasse aur Gegenseitigkeit für den Krieg 1914. Die Landesbank der Provinz Westsalen teilt mit, daß die in§ 3 der Bedingungen vorgese bene Vergünstigung, wonach bei Anmeldung einer Gesomtheit von Personen, also sämtlicher Angestellten und Arbeiter einer Fabrik, sämtlicher am Kriege teilnehmender Mit glieder von Vereinen deral., die Versicherung auch für bereits gefallene und verwundete Kriegsteilnehmer gilt, mit dem 3 1. Oktober ds. Is. fortfällt. Gesamtversiche rungen ohne die genannte Vergünstigung und Einzel meldungen werden bis auf weiteres noch angenommen Es scheint daher geeignet, daß Gemeinden, Vereine, Fabrikverwaltungen und dergl., die Gesamtmeldungen vornehmen wollen, es vor dem 31. Oktober tun. Bisher sind etwa 48000 Anteilscheine ausgegeben. Es wird noch bemerkt, daß von einer Verwundung genesende, erneut ins Feld ziehende Kriegsteilnehmer wie jeder andere versichert werden können. 2 Kein Steuernabzug von der Unterstützung hilfsbedürftiger Familien von Kriegsteilnehmern. Der Finanz= minister und der Minister des Innern haben einen gemeinsamen Runderlaß herausgegeben, worin die Regierungen mit aller Entschiedenbeit darauf hingewiesen werden, daß Steuern unter keinen Umstanden von Unterstützungen für die hilfsbedürftigen Familien von Kriegsteilnehmern abgezogen werden dürfen. Erstattung von Beiträgen für die Angestelltenversicherung an die Hinterbliebenen von Angestellten. Die Angestelltenversicherung sieht für den Eintritt ihrer Leistungen recht lange Wartezeiten vor. Männlichen Versicherten werden während der ersten zehn Jahre überhaupt keine Renten gewährt. Die Wartezeit für die Hinterblie benenrente beträgt 200 Beitragswochen, also fünf Jahre; vom Inkrafttreten des Gesetzes an gerechnet, kann also die Wartezeit erst nach dem 1. Januar 1918 erfüllt sein. Um nun diese Härte zu mildern, sieht das Gesetz während der Warte= oder Uebergangszeit die Beitrags=Rückerstattung vor. Stirbt nämlich während dieser Zeit ein Versicherter, so steht nach§ 398 des Versicherungsgesetzes für Angestellte der hinterlassenen Witwe oder dem Witwer, oder, falls solche nicht vorhanden sind, den hinterlassenen Kindern unter 18 Jahren ein Anspruch auf Erstattung der Hälfte der für den Verstorbenen eingezahlten Beträge zu. Der Anspruch verfällt, wenner nicht innerhalb eines Jahres geltend gemacht wird. Voraussetzung ist, daß der Versicherte bis zum Eintritt des Todes die Anwartschaft durch Zahlung der vorgeschriebenen Beiträge aufrechterhalten hat. Da die Beiträge zur Angestellten=Versicherung ziemlich hoch sind, kommen für die Rückerstattung ganz ansehnliche Beträge in Frage. Die Hinterbliebenen der im Felde gefallenen Angestellten haben auch Anspruch auf Erstattung der Hälfte der Beträge. In diesen Fällen verzichtet der Rentenausschuß auf die Einreichung einer standesamtlichen Sterbeurkunde und begnügt sich mit einer Bescheinigung des Nachweisebureaus des für den Gefallenen in Frage kommenden Kriegsministeriums Feldpostbrief eines Herners, geschrieben einige Tage vor seinem Tode Meine Lieben Daheim Warum immer noch keine Antwort? Es geht mir immer noch gut, dasselbe hoffe ich auch von Euch. Mit den Franzosen sind wir bald fertig. Auch habe ich das Eiserne Kreuz erhalten. Es wird in mir immer einen würdigen Träger finden. Solange der liebe Gott mich und alle gesund läßt, wollen wir es ihm danken. Ohne Gott sind wir ja nichts und vermögen wir nichts. Er allein giebt uns die Kraft und den Mut, unsere Sache zum siegreichen Ende zu führen.— Nun einiges über unser letztes Gesecht. Am 22. September rückten wir um 2 Uhr nachts aus, um die vor uns in Schützengräben liegenden Franzosen zu werfen. Um 7 Uhr wurden wir Maschinen jewehrschützen eingesetzt. Wir hatten hierbei eine ganze Reihe Toter und zahlreiche Verletzte, auch an mir ist der Sensemann nahe vorbeigegangen. Ich bin auf alles gewappnet. Sobald es heißt: Maschinengewehr vor, sage ch ganz. leise zu mir selbst:„Gott sei mir Sünder gnädig und wenn ich falle, sei mir ein gnädiger Richter.“ Dann habe ich im schlimmsten Kugelregen keine Angst. Am 23. morgens hieß es wieder: Maschinengewehr vor Da kamen wir gerade zur rechten Zeit an, ½ Stunde später und unsere Artillerie(wir hatten 12 Geschütze bei uns) hätte keine Bedienung mehr gehabt. Sobald aber unsere Maschinengewehre ihr tak, tak, tak, tak hören ließen, rissen die unsere Artillerie bedräugenden Rothosen aus So haben wir mit 2 Kompagnien Infanterie von je etwa 130 Mann 651 Franzosen gefangen genommen. Wer sich icht gesangen nehmen ließ, dem saßen einige blaue Bohnen zwischen den Rippen. Ein riesiges Massengrab nahm nach dem Gesecht die Toten auf. Unsere Verluste bei diesem Waffengang betrugen diesmal nur 8 Tote und 63 Verwundete. Da haben wir den Franzmännern einmal gezeigt, was es heißt, uns junge Reserve von 1912—14 die Reservefahrt zu verderden. Mit herzlichen Grüßen und einem hoffnungsfrohen Auf Wiedersehen Euer Willi(Struckmann). Leider sollte seine Hoffnung auf fröhliche Heimkehr sich nicht verwirklichen. Wie uns mitgeteilt wird, hat einige Tage nachher eine französische Kugel dem Leben dieses ebenso tapseren wie frommen Soldaten ein jähes Ziel R i. P. Aus Sodingen und Umgebung. Sodingen, den 24. Oktober 1914. Der Dank unserer Krieger. Der Vorsitzende des Zweigvereins vom Roten Kreuz, Herr Landrat von Rynsch in Dortmund, gibt uns Abschrift nachstehenden Dankschreibens zur Veröffentlichung: rwez. den 27. 9. 1914. * Im Namen der 2. Kompagnie spreche ich dem hochverehrten Zweigverein den herzlichsten Dank ans für die schöne und reichliche Sendung Liedesgaben, die wir heute zugestellt erhielten. Ueber der ganzen, 12 Kilometer langen Linie, welche die Kompagnie zu decken hat, kräuselt sich heute der bläuliche Duft heimatlicher Zigarren, Zigarretten und heimatlichen Tabaks und jeder Kamerad gedenkt bei jedem Zuge der Lieben daheim und der gütigen Spender Beim Landsturm=Insanterie=Bataillon II Dortmund ist vorläufig noch alles wie seither. Wir brennen darauf, uns mit dem Feinde zu messen, doch bislang ist uns die Gelegenheit dazu versagt geblieben. Von Antwerpen her brüllen heute unsere schweren Geschütze ohne auch nur minutenlange Unterbrechung. Wir hören hier jeden Schuß, ohne vorläufig mittun zu können. Es ist ja Artilleriearbeit, die da verrichtet wird Und nun nochmals herzinnigsten Dank für die schönen Spenden. Die 2. Kompagnie wird ihren Dank immer dadurch betätigen, daß sie sich in treuester Pflichterfüllung auf jedem Posten bewähren wird, auf den man sie stellt. Mit der vorzüglichsten Hochachtung ergebenst von Westernhagen, Hauptmann Die Entscheidung im Westen. Grügge Im Biwak. (Von einem Herner Feldartilleristen.) Ihr werdet Euch wundern, von mir einen mit Tinte und Feder geschriebenen Brief zu erhalten. Wenn Ihr wüßtet, daß wir schon 9 Tage im Biwak liegen, könntet Ihr Euch denken, welches große Werk ich mit diesem Brief fertig bringe. Da ich aber heute einigen Bürodienst zu verrichten habe, benute ich die Zeit um einiges von unserm Biwakleben zu erzählen. Wir haben uns eine schöne Som mervilla gebaut. Bestandteile ein alter Kahn und 4 Zeltbahnen, sowie als Kriegsmatraße möglichst viel Stroh. Ihr könnt Euch denken, daß troß dieser festen Mauern in unserer Villa des Nachts eine derartige Wärme ist, daß uns bald Ohren und Füße erfrieren. Heute früh war'es draußen sogar eine derartige„Sommer“temperatur, daß wir auf einm Stalleimer richtiges Eis vorsanden. Dagegen ist es während des Tages so„kalt“, daß wir beim Tränken und Füttern unserer Pferde die Röcke ausziehen. Diese wunderbare Riviera=Temperatur hat auf meinen Gesundheits zustand derart vorteilhaft eingewirkt, daß ich im linken Arm regelrechten Rheumatismus verspüre. Hoffentlich wird sich dies aber nach dem Eintreffen warmer Uuterkleider wieder legen. Wenn Ihr meine Karte erhalten habt, werdet ja wissen, was ich brauche. Lieber will ich die Gegenstände aber noch einmal aufführen: 1.) 2 Paar Pulswärmer, möglichst so angefertigt, daß ein Loch für den Daumen darin angebracht ist.(Handschuhe ohne Finger nur mit Daumenloch 2.) 1 Paar warme Fingerhandschuhe 3.) 1 wollene Leibbinde 4.) 1 wollene Unterjacke mu lange n Aermeln (Sweater) 5.) 1 warme Unterhose 6.) 1 genricktes Halstuch ca 1,20 lang und 15 cm breit.(dasselbe wird als Krawatte unter dem Rock getragen Ich bitte Euch, die Sachen alle feldgrau(Schmutzfarbe) zu wählen. Faus Jer die Sachen nicht in einem Pakei senden könnt, sendet mir bitte zuerst Nr. 1 ein Paar und Nr. 4 und 6. Im Voraus schon meinen herzlichsten Dank Aegt weiter vom 9. Oktober. Wir waren es nach der vergangenen Nacht im Biwuack derart leid, daß wir uns entschlossen, für unsere Pferdchen und uns eine andere bessere Behausung zu suchen. Es ist uns dies auch insosern gelungen, daß wir ein alleinstehendes Haus für unsere Zwecke einfach umgebaut haben. Aus einem Keller wurde der Pferdestall gemacht, indem wir Treppen stufen einfach zerhauen haben, dann wurde der Eingang soweit ausgeschachtet, daß wir unsere„Kaninchen" herein führen konnten. Danach kommen wir an die Reihe. In einer Scheune aufräumen, Stroh streuen, Decken darauf legen und„pennen“, war das Werk von einigen Sekunden, denn für uns haben wir nicht so viel Zeit wie für die „Hottepferdchen". Jezt gegt es aber mit unserer Unterkunft; ein Dach überm Schädel und vier Wände um sich herum genügen ja auch für einen Feldsoldaten. Unsere Verpflegung ist halt so wie mans nimmt. Morgens wird soviel Kaffee gekocht, daß wir für den ganzen Tag haben, denn das Wasser ist nicht zu genießen, in allen Bächen liegen Pferde und sonstige Kadaver. Dazu wird Kaiserkuchen(Brot) gegessen, schmeckt genau so gut wie Gewürz. kuchen Mittags vielleicht ein Stück Fleisch und Kartoffeln, dies muß unser Hofkoch zubereiten. Er tut dies mit viel Geschick. Abends gibt es dann ein extra seines Souper (Kaffee und Kaiserkuchen). Ihr seht also, wir leben sein und sind noch nicht verhungert. Im Gegenteil wir sind gesund und munter und freuen uns unsers Lebens so gut es eben geht Des Abends haben wir meistens einen besonderen Genuß. Diesen berettet uns die Ins.=Kapelle des Inf.=Regt durch blasen einiger Märsche und Zapfen streich Sehr schön anzuhören, wenn alles still ist. Meistens stören aber unsere Mörser und Haubitzen mit ihrem Bum dum diesen Genuß, na, dieses ist aber auch Musik, wenn auch für die Franzmänner keine anzenehme. Hoffentlich tut jeder abgegebene Schuß seine Wirkung. Mit der Verpflegung unserer„Zossen“ sieht es allerdings jetzt schon icht mehr besonders aus Heu müssen wir 7—8 Kilometer weit holen und Hafer muß eben durch stramme Haltung ersetzt werden. Vergangene Nacht haben uus die Tierchen schon geürgert. Kaum hatten wir uns verkapselt, da wurde schon alarmiert. Die Luders hatten sich losgerissen und kloppten im Stall Parademarsch. Erst gab es eine kalte Abreibung und dann wurden sie wieder in Paradeaufstellung gebracht. Die Keile haben geholfen, bis heute morgen war Ruhe im Stalle Frankreichs. Liebesgaben habe ich aus Herne auch schon bekommen und zwar Zigaretten vom K. K. B., von Montz, Köhler usw. Ich habe mich, wie Ihr Euch denken könnt, königl darüber gefreut. Außerdem hat mir in Avremont unser Kronprinz als er Zigarten verteillte, auch eine überreicht. Ich sage Euch, dies war ein herrlicher Moment! Der Kronprinz konnte mit seinem Auto nicht mehr durch und ein Hurra erdröhnte nach dem andern mit einer Begeisterung, die nicht zu beschreiben ist. Auch diese angenehme Unterbrechung des Kriegslebens wird keiner der anwesenden Ueberlebenden vergessen Unser Kron prinz bewegt sich mit einer Ungezwungenheit und Leutseligkeit zwischen seinen Truppen, von der man im Ausland keine Ahnung haben kann. Wenn die Feinde Deutschlands dies innige Berhältnis zwischen Thron und Volk kennen würden, so würden dieselben den Krieg vielleicht mit andern Augen ansehen, denn ein Volk, welches so hinter seinem Herrscherhaus steht, kann auch einen Krieg mit der ganzen Welt nicht verlieren. Den schönsteu neuen Beweis deutscher Tapferkeit und Kriegskunst haben wir ja wieder in dem Fall von Antwerpen! Hurra! Hoffentlich sind viele Engländer unter den Gefangenen. Dem Lügenpack sollte mai das Gesicht auf den Rücken drehen. Die Erbitterung gegen dieses Gesindel ist bei den Truppen allgemein so groß, daß im Gesecht man am liebsten kaum mehr Pardon geben möchte; für den Verrat deutscher Treue und Freundschaft gebührte es eigentlich diesen Halunken nicht anders Diesen Großmäulern muß die große Klappe endlich einma gestopft werden. Für heute muß ich schließen, denn ich muß für meinen „Leichnam“ sorgen. Wenn ich nicht so oft schreibe wie Ihr wünschtet, so nehmt ruhig an, daß ich nicht kann, hofft vielmehr mit mir, daß es mir weiter gut gehen werde wie bisher, und daß ich mit Gottes Hülfe wiederkomme Ihr aber schreibt mir doch mehr aus der Kalkstraße Außer einem Gruß von H. und einer Karte der Sängervereinigung habe ich noch nichts gehört. Pakeichen stete hochwillkommen Der Briefschreiber schließt mit vielen Grüßen an seine Angehörigen und alle Herner Bekannten. Literarisches. Hochland. Inhalt des Oktoberhefts: Vom gerechten Kriege und seinen Wirkungen. Zeitgemäße Gedanken von Unif.Pros Dr. J. Mautbach.— An den Pforten des Weltkrieges. Von Univ.=Prof. Dr. Spahn.— Haus Eldersing. Roman von Ilse v. Stach.— Das französische Gewissen. Von Firmin Coar.— Naenie auf den Tod Franz Ferdinands. Von Joh. von Guenther.— Belfort. Von Generalmasor Friedrich Otto.— Germanentum, Slaventum und die Balkanereignisse. Von einem österreichischen Zuschauer.— Kleine Bausteine: Panik im Kriege. Von Privatdozent Dr. M. Ettlinger. Rußland und der Panslavismus. Von Privatdozent Dr. Aldr. Wirth. Briese eines Feldgeistlichen vom Kriegsschauplatz. Von Militäroberpfarter Dr. Poertner. Kriegspflichten der Frau. Von Elisabeth Gnauck=Kühne.— Heerschau. Gedicht von Friedrich Lienhard.— Hochland=Echo: Seisachtheia.— Rundschau: Unsere Aufgaben. Papst Pius X. f. Kriegsbetrachtung für August 1914. Aussichten und Ueberraschungen. Die finanzielle Mobilmachung. Wagner als Prophet des russischen Krieges.— Unsere Kunstbeilagen. Verantwortlich: Für den redakttonellen Teil: H für den Anzeigenteil: Jos. Rottsches Rotationsdruck und Verlag: Ingmanns und Koerder# Herne Dir. J. N. Eckes Berlin-Steglitz, Fichtestr. 24, höh Vorb.-Anstatt mit Pension für Abitur, Prima, Einj. und alle Klassen(Gymn. und Realgymn.) auch Damen. Vorz. Erfolge u. Empfehl., Fernspr. 1562. Für Militär! Unterzeuge, Socken, Leibbinden, Handschuhe, Kaiewärmer. Polswärmer. Hugo Stakemann, Herne, Bahnhofstrasse 10. 5144 Caha gugnd Aaa- HUn dau u Mn m m e on u ug, a, ig ng. es Sämtliche Herbst-Neuheiten In Damen-, Mädchen- und Kinder in gediegener, schöner Ausführung, sind eingetroffen. Als besonders preiswert empfehlen wir: Damen-Mäntel und-Paletots % lang und lang, in Samt. Astrachan und Krimmer, sowie in farbigen, sollde gemusterten Stoffen, in allen Grössen u. Preislagen Farbige Paletots und Jacken für junge Mädchen, in flotten modernen Formen, mit tiefliegendem Gürtel, offen und geschlossen zu tragen, besonders preiswert acken-Kleider In einfarbig, wie schwarz, marineblau, grün, sowie in modern karrierten Stoffen. 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Es wird erneut darauf hingewiesen, daß es völlig zwecklos ist, wenn Kriegsfreiwillige, Freiwillige und ausgehobene Rekruten sich mit Einstellungsgesuchen an das stellvertretende Generalkommando wenden. Der artige Gesuche sind grundsätzlich nur bei den zu ständigen Bezirkskommandos mündlich oder schriftlich anzubringen. Die Einstellungstermine der Rekruten sind von dem eintretenden Bedarf abhängig und können daher nicht angegeben werden. Die Rekruten werden außerdem darauf hinge wiesen, daß sie in erster Linie den Bezirkskommandos unterstellt sind und Gesuche usw. nur an diese zu richten haben. Zuwiderhandlungen werden evtl. be straft. Dortmund, den 24. Oktober 1914. Königliches Bezirkskommando ll. Schöne Damenhüte Schöne Mädchenhüte Schöne Kinderhüte Größte Auswahl. Billigste Preise. Geschwister Cosmann Fernruf 735 Herne Bahnhofstr. 69 2. Kranke Frauen wollen sich in allen Fällen vertrauensvoll an mich wenden Spezialität: Magenleiden, Frauen= und Kinder krankheiten. Frau C. 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