der ziemlich stia tliche Linie. An rdergrund. Die groß. MontanSchwäche. Die nens. Am Mark ch die Umschul. Altbesitzanleihe. zes Angebot in erändert. Berlin. ag stärker als an gte fast gar nicht wieder abgesetzt ie Hauptvereiniustimmung des irtschaft in Rpf Empfangsstation, siedsbetrag, einBanderolierung. ramm und darGramm mittel45—50 Gramm I 10.75, B 9.75, 9. Auslandeier: 10, B 9, C 8.25, 8.75. KühlhausD 7.75. iuar.(Amtlicher felde). Auftrieb: n, 40 Jungvieh. wurden gezahl ualität Preise je nach 050, 3. Klasse 350 f etwas freundMarktverlauf: se: hochtragend70—550, 3. 330 r: 1. 425—475, R: 1. 400—550 zu 2 Wochen trieb: 72 Stück. Läufer 15—35 toba 1 100 Kg per Jan.=Febr. Barusso 80 Kg 72/73 Kg. per Kg. per Jan. k.—.— Mais: r März—.— per Jan.=Febr. per 28 virbel entwickelt, nas nicht sehr der Stelle bewevvorriefen, erreiIn Begleitung ststreifen werden Schnee— aufJanuar: se, zeitweise aufer meist bewölkt eile des Bezirks ichen Teil etwas Straße. laucht. Meine des Prinzen senten weitervenn auch per erantwortung ielleicht später, ist.“ te plötzlich den #e#ele gewichen. tte die Heimat irst seiner GeDie alte Dame stet den Kopf. ... niemals! inauszog, um s unser Sohn e Papiere gehalten, ebenso ndwo liegt er a, da trifft ein r ein, der den der Brief verh die Geheimdem Prinzen sewalt hat, beam und Versie mit UeberSohn! Johann erschütterlichen euer, schwerer Schriftleitung und Geschäftsstelle: Lemgo, Mittelstraße Druck und Verlag von F. L. Wagener, Lemgo. Fernsprech-Anschluß 491 u. 402. Anzeigen und für mehr als 6 dungkreidenden innerdalb eine bie 90-Millimeterzeile 30 Mi 1# 5 Npl. ür leitige 10 RMN., vierseitige 15 Ran 91. Jahrgang. Lemgo, Sonnabend, 23. Januar 1937. Nummer 19. Dr. Schacht über die Geld= und Wirtschaftspolitik Deutschlands Anläßlich des 60. Geburtstages des mit der Führung der Geschäfte des Reichswirtschaftsministers beauftragten Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht veranstaltete die Reichswirtschaftskammer in den Festsälen von Kroll in Berlin eine Festsitzung, an der namhafte Vertreter des Staates, der Partei, der Wehrmacht, der Deutschen Arbeitsfront, des Reichsnährstandes und der gesamten deutschen gewerblichen Wirtschaft in großer Zahl teilnahmen. Der Leiter der Reichswirtschaftskammer, Albert Pietzsch, überbrachte Dr. Schacht die Glückwünsche der deutschen gewerblichen Wirtschaft und schloß mit dem Gelöbnis zur weiteren treuen Mitarbeit und Gefolgschaft an der Erfüllung des Dr. Schacht vom Führer übertragenen großen Werkes. Anschließend sprach Professor Dr. Zenneck von der Technischen Hochschule München über das Thema „Wirtschaft und Wissenschaft“. Dann ergriff das Geburtstagskind, Dr. Schacht, elbst das Wort, dankte in seiner bekannten humorvollen Weise für die Glückwünsche und Ehrungen, die ihm in lo reichem Maße zuteil geworden sind, und stellte fest, daß seine unlösliche Verbundenheit mit der deutschen Wirtschaft durch diese Festsitzung noch unterstrichen werde. Dr. Schacht betonte, unsere Wirtschaft stehe und falle mit dem Nachwuchs. Dr. Schacht gab sodann einen Rückblick über die vergangenen vier Jahre und einen Ausblick auf die nächsten Jahre. Er zeigte vier bestimmende Faktoren auf, deren erfolgreiche Anwendung er als den grundlegenden Gewinn der letzten vier Jahre bezeichnete. Daß all die großen Leistungen unter dem Begriff des Arbeitsbeschaffungsprogramms im Zuge der wiedererstandenen Wehrhoheit und im Zeichen der Zurückgewinnung der deutschen Handlungsfreiheit mit einer derartigen Schnelligkeit und einem derartigen Amfang vor sich gegangen sind und voll finanziert werden konnten, ohne daß Störungen auf dem Weltmarkt oder in der Währungslage eintraten, das erkenne das Ausland heute staunend an. Diese Finanzierung aus eigener Kraft war nur möglich, weil alles, was an den Gold= und Kapitalmarkt herangetragen wurde, einer Kontrolle und strengen Disziplin unterworfen wurde, und es trete nichts herau, was nicht dem Ziel der Arbeitsbeschaffung und der Wehrhaftmachung dient. Das sei eine der Grundlagen der deutschen Erfolge in den letzten vier Jahren. Als zweiter bestimmender Faktor der Wirtschaftsgestaltung sei der Fortschritt in der Entschuldungspolitik zu werten. Es sei gelungen, sich in den letzten Jahren mit dem Ausland in der Schuldenfrage stets zu verständigen. ge ldung letzten vier Jahre die runde Gumme von acht Milliarden Nm. buchen können. Es sei selbstverständlich, daß hinsichtlich der elf Milliarden Rm., die wir zur Zeit noch dem Ausland schulden, immer wieder verhandelt werden müsse, denn wir können uns wirtschaftlich nicht vom Ausland lösen. Als dritter Faktor sei die Umgestaltung der gesamten deutschen Handelspolitik zu nennen, wie sie im Neuen Plan ihren Ausdruck gefunden habe. Im Jahr 1933 und teilweise auch noch 1934 sei Deutschland trotz der großen Verschuldung an das Ausland in eine passive Handels bilanz hineingedrückt worden, die uns einen Devisenver lust brachte. Damals habe er— Dr. Schacht— nach Rücksprache mit dem Führer es unternommen, die gesamte Handelspolitik gewissermaßen auf einen einfachen Nenner zu bringen, indem nunmehr der Grundsatz verfolgt wurde, nie mehr zu kaufen als man bezahlen kann, und nur das zu kaufen, was man braucht und nicht das, was der andere gerade verkaufen will. Diese Umstellung habe einerseits gestattet, Deutschlands Rohstoffbezüge(Rohstoffe und Halbzeug) von etwa 26 Millionen Tonnen auf 12 Millionen Tonnen jährlich zu steigern und andererseits den Import von Fertigfabrikaten auf ein Minimum herabzusetzen. So wurde, aufbauend auf dem Neuen Plan, ein System entwickelt, das darauf hinausläuft, gegenüber dem Ausland auch da in Konkurrenz zu treten, wo das Ausland durch Währungsdumpings einen großen Vorsprung in den Preisen zu haben scheint. In diesem Zusammenhang verwies Dr. Schacht auch auf die günstige Gestaltung der deutschen Außenhandelsbilanz für das Jahr 1936. Als vierter Faktor der Wirtschaftspolitik der vergangeduktion hältnis zu hall diesen schwierig tig zu führen, nen Jahre stellte Dr. Schacht das Festhalten an der Parität unserer Währung heraus und machte in Verbindung hiermit einige grundsätzliche Bemerkungen zum Geldproblem überhaupt. Es komme eben darauf an, das Verhältnis von Pround Geldumlauf in einem abgewogenen Verhalten. Daß es Deutschland gelungen sei, in igen Problemen in der Vergangenheit rich„ sei der große Erfolg der von Adolf Hitler iaugurie ten und gestützten Wirtschaftspolitik. Es könne, so sagte Dr. Schacht, auf die Wirtschaftspolitik im allgemeinen eingehend, in keinem Staat eine Wirtschaft arbeiten und gedeihen, die nicht mit festen Rechts= und Ordnungsgrundsätzen ausgestattet ist. Die Wirtschaft vertrage keine willkürlichen Einariffe, die nicht mit der Gesetzgebung im Einklang gebracht werden können. Die von Deutschland verfolgte Währungsstabilität liege in der Notwendiakeit begründet. die Preise stabil zu balten. Es sei klar, daß jeder Preisauftried, der auf einem Spezialgebiet auftritt, auch auf die Nachbargebiete sich auswirke. Man könne nicht die einzelnen Produktionsgebiete für sich behandeln, da eine Wirtschaftspolitik nicht in Stückwerk gemacht werden könne, ohne daß Rückwirkungen auf die gesamte Wirtschaft zu beobachten sind. In diesem Zusammenhang wandte sich Dr. Schacht auch gegen das unwirtschaftliche Produzieren. Wer unwirtschaftlich arbeite, vermindere die Substanz des deutschen Volksvermögens. Abschließend brachte Dr. Schacht zum Ausdruck, es sei selbstverständlich, daß der Wirtschaftler und Unternehmer keinen anderen Gedanken haben dürse, als seinen Betrieb so zu führen, daß sich dies zum Nutzen des deutschen Volkes auswirkt. Man dürfe den Wirtschaftlern dann nicht gewinnsüchtigen Eigennutz vorwerfen. Dr. Schacht sprach den versammelten Wirtschaftlern den Dank für ihre bisher geleistete Arbeit im Dienst des Volkes und Staates aus und forderte von ihnen das Gelöbnis, diese Leistungen noch mehr zu steigern und alles einzuen, um das Werk unseres Führers und Reichskanzlers setzen, und Sicherheit des zu fördern, der allein die deutschen Lebens verbürgen kann. Der Leiter der Reichswirtschaftskammer, Albert Pietzsch, hat an den Führer und Reichskanzler ein entsprechendes Telegramm gerichtet. Hilfsaktion des WHW. am 30. Januar Für 17 Millionen Reichsmark Sonderzuwendungen außer der normalen Leistung Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels gibt bekannt: „Am 30. Januar feiert die ganze Nation das 4jährige Bestehen des nationalsozialistischen Reiches. Aus diesem Anlaß wird das deutsche Volk in großen Kundgebungen dem Führer seinen Dank abstatten und sich zu ihm in Treue bekennen. An diesem Tage wird vom Winterhilfswerk des deutschen Volkes wiederum eine besondere Hilfsaktion durchgeführt werden. Entsprechend der Zahl der betreuten Volksgenossen gelangen außer der normalen Leistung Zuwendungen im Werte von rund 17 Millionen Reichsmark zur Verteilung, und zwar 10,65 Millionen Wertgutscheine im Betrage von je 1 RM. und 4,3 Millionen Kohlengutscheine im Werte von je 1,50 RM. Die Durchführungsbestimmungen für die besondere Hilfsaktion am 30. Januar erläßt der Reichsbeauftragte für das Winterhilfswerk. Es lebe der Führer! Es lebe die nationalsozialistische Revolution. Berlin, den 23. Januar 1937. Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda (gez.) Dr. Goebbels. Ausführungsbestimmungen Anläßlich des Jahrestages der nationalsozialistischen Revolution werden Gutscheine für Lebensmittel, Bekleidung und Kohle durch das Winterhilfswerk des deutschen Volkes zur Verteilung gebracht. Die Gutscheine für Lebensmittel und Bekleidung berechtigen zur kostenlosen Entnahme von Lebensmitteln, Kleidung, Wäsche, Schuhwer. im Werte von 1 RM. je Schein. Andere Waren als Lebensmittel und Kleidung. Wäsche, Schuhwerk dürfen auf diese Gutscheine nicht verabfolgt werden. Die Gutscheine werden in der Zeit vom 30. Januar bis zum 15. Februar 1937 in allen einschlägigen Geschäften in Zahlung genommen. Die Gutscheine sind auf weißem Wasserzeichenpapier mit braunem und schwarzem Abdruck hergestellt. Die Abrechnung der Gutscheine geht folgendermaßen vor sich: Die einschlägigen Geschäfte versehen die in Zahlung genommenen Gutscheine auf der Rückseite mit ihrem Firmenstempel oder mit handschriftlicher Firmenangabe. Stempel oder Namen setzen 1. Geschäfte, die Lebensmittel verabfolgt haben, in das rechte obere schwarzbeschriftete Feld der Gutscheinrückseite. 2. Geschäfte, die Bekleidungsstücke verabfolgt haben, in das rechte untere braunbeschriftete Feld der Gutscheinrückseite. Gutscheine, die nach dem 15. Februar 1937 vorgelegt werden, oder Scheine, die den Dienststempel des WHW. nicht tragen, dürfen von den einschlägigen Geschäften nicht in Zahlung genommen werden. Die Kohlen=Gutscheine berechtigen zur Entnahme von 50 Kilogramm Braun= oder Steinkohlen je Schein. Auch bei diesen Gutscheinen ist an den Kohlenhändler bei Uebergabe eine Anerkennungsgebühr von 0,15 RM. je Schein zu entrichten. Jede mißbräuchliche Verwendung der Gutscheine wird strafrechtlich verfolgt. Göring auf der Rückreise Volkskundgebungen für Deutschland, Hitler und Göring Rom.(Eigene Funkmeldung der L. P.) Ministerpräsident Generaloberst Göring ist mit Gemahlin nach einer Autofahrt, auf der von Sorrent aus Amalfi und Pompeji besucht wurden, am Freitag abend wieder nach Neapel zurückgekehrt. Auf der Fahrt durch die Halbinsel von Sorrent wurde Generaloberst Göring überall von der Bevölkerung, von den faschistischen Organisationen und den Behörden als Vertreter des Führers und der nationalsozialistischen Bewegung aufs herzlichste begrüßt und bejubelt. Abends hatte der Ministerpräsident die Spitzen der Behörden und der Partei in Neapel zu einem Essen im kleinen Kreis geladen, wobei ihm von Provinzialsekretär der Faschistischen Partei ein Geschenk überreicht wurde. Die Fahrt zum Bahnhof Mergellina nahm wieverum die Form einer überwältigenden Volkskundgebung an. Die Straßen und Plätze in dem nächtlichen Neapel waren von unübersehbaren Menschenmengen besetzt, die im Schein von Tausenden und Abertausenden von Fackeln und im schimmernden Licht bengalischer Feuer dem Ministerpräsidenten zujubelten. Vor dem Bahnhof stauten sich über 20000 Menschen, die ihre Begeisterung in nicht endenwollenden Heilrufen zum Ausdruck brachten. Sichtlich ergriffen dankte der Ministerpräsident für das unerwartete nächtliche Schauspiel, mit dem die Volksseele Neapel nach den unvergeßlichen Kundgebungen des letzten Montags noch einmal dem nationalsozialistischen Deutschland, seinem Führer und dem Ministerpräsidenten ihre Huldigungen darbringen wollte. Am Sonderzug wurde der Ministerpräsident von einem Ordannanzoffizier erwartet, der ihm die Abschiedsgrüße des Kronprinzen übermittelte und zwei Statuetten überreichte, während zur gleichen Zeit in der ganzen Umgebung des Bahnhofs Hunderte von bengalischen Feuern aufleuchteten. Nachdem sie die deutschen Gäste von den Spitzen der Behörden und der Partei verabschiedet hatten, bestiegen sie den Zug zur Weiterreise nach Rom. tzung folgt.). Einsatz des Handwerks Arbeitslagung des Reichsstandes des Deutschen Handwerks Der Reichskommissar für den Mittelstand, Ministerial= direktor Wienbeck. würdigte die bisber geleistete Arbeit bo# wurde Unter Leitung des kommissa meisters Lohmann wurde in Be Reichsstandes des Deutschen Prhetang der Reichkanstalt Reichshandwerksin eine Arbeitstagung für Arbeitsvermittlung Dr. Syrup, rief das iten zur Sicherstellung der des Der 158 Handwerk auf, alle benötigten Fachkräfte auszuschöpfen. Auf hochwertigste Ausbildung komme es an, da Deutschlands Stärke mehr denn je in der Qualitätsarbeit liege. Das ländliche Handwerk müsse in seiner Leistung und seinem Bestand gestärkt werden; zugleich müßten der Landwirtschaft die geeigneten Arbeitskräfte und der brauchbare Nachwuchs erhalten werden. der Handwerksförderung. Das Handwerk müsse immer wieder von neuem durch seine Leistung nachweisen, daß es lebensnotwendig und nicht auszuschalten ist: im Wehraufbau, in allen vom Führer gestellten Wirtschaftsaufgaben, besonders in der Rohstoff=Umstellung und der Motoristerung, ferner in der beruflichen Aus= und Fortbildung unseres Volkes, ja auch auf wichtigen Gebieten der Ausfuhrsteigerung und nicht zuletzt auf kulturellem Gebiete. Die wachsende Hinlenkung des Volksgeschmacks und der Kaufkraft auf gediegene, schöne Handwerksarbeit sei offenkundig, wenn man zur Zeit die heutigen hochwertigen handwerklich gefertigten Ehrengaben an Gedenktagen hervorragender Männer vergleiche mit denen früherer Zeiten. Ehrung Dr. Schachts Geburtstagsempfang in der Reichsbaul. Aus Anlaß seines 60. Geburtstages empfing Reichsbankpräsident Dr. Schacht in den Räumen der Reichsbank die zahlreichen Gratulanten. Von 10 Uhr morin den Nachmittag hinein herrschte in den Emp unaufhörliches Kommen und Gehen. In senke, die Dr. turstaaten der gens bis fangsräumen ein einem Sonderraum waren zahlreiche Geschenke, Schacht von allen Seiten und aus allen Kultursta Erde übermittelt wurden, aufgebaut. Der Adjutant des Führers, Oberführer Wiedemann, überbrachte Dr. Schacht die persönlichen Glückwünsche des Führers sowie ein kostbares Spitzweggemälde. Unter den vielen bundert Gratulanten seien weiter genannt Generaloberst Freiherr von Fritsch, Generalleutnant Keitel. Dr. Ley mit einigen Arbeitern aus. lebenswichtigen Betrieben, Staatssekretär Meitzner, Generaldirektor Dr. Dorvmüller, der Reichsleiter der Deutschen Banken, Fiscer, zahlreiche deutsche Wirtschaftsführer, die Leiter der deutschen Großbanken und der verschiedenen Reichsgruppen. Für die vielen Glückwünsche bankte Dr. Schacht in einer Ansprache. Der Beauftragte für den Vierjahresplan, Ministerpräsident Generaloberst Göring, sandte aus Italien an den Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht zu dessen 60. Geburtstag ein in herzlichen Worten gehaltenes Glückwunscheelegramm. Die Verhandlungen in Genf Die Sitzung, die der Völkerbundrat am Freitag nachmittag abgehalten hat, behandelte nur Nebenfragen. Der Schwerpunkt liegt nach wie vor auf den Kulissenverhandtungen. Aber auch hier befinden sich die Dinge auf dem toten Punkt, namentlich in der Frage des französisch=türkischen Streitfalles wegen des Sandschaks von Alexandrette und Antiochia. Für Montag ist eine Sitzung des sogenannten Dreierausschusses vorgesehen, der aus dem englischen Berichterstatter sowie aus dem polnischen und dem schwedischen Vertreter besteht und im Sommer gebildet wurde, um gewissermaßen in Permanenz die Entwicklung der Lage in Danzig zu beobachten. Es scheint aber festzustehen, daß die Danziger Frage am Montag oder Dienstag im Völkerbund eingehend behandelt werden wird. Zupern wird Luststätzpunkt Für die Engländer im östlichen Mittelmeer. ie Insel Zypern wird, wie die Londoner„Morning berichtet, in kurzer Zeit ein strategischer Mittelpunk Die Bos“ der britischen In der , in kurzer •—* itkräfte im östlichen Mittelmeer werdes Hauptortes der Insel, Nikosia, würden unterirdische Flugzeughallen für wenigstens 50 Flugzeuge angelegt. Die Gesamtkosten dieser Anlage beliefen sich auf rund 250 000 Pfund. Die Garnison werde von einer Kompanie auf ein Bataillon erhöht werden. Die Besatzungstruppen wür. den dann mit Einschluß des Stabes der Luftstreitkräfte etwa 2000 Mann stark sein. Die Bedeutung Zyperns sei in strategischer Hinsicht durch die Vollendung der Oelleitung von den Oelfeldern des Jrak nach Haisa außer. ordentlich gewachsen. Chieago im Dunkeln Chicago.(Eigene Funkmeldung der L. P.). Bei den städtischen Elektrizitätswerken brach am Freitag abend ein Streik aus, durch den die 4=Millionen=Stadt in völlige DunJährlich 3 Millionen neue Fahrräder Der Verkehrsreferent beim Reichsführer SS. und Chef der deutschen Polizei, Regierungsrat Dr. Schoor, weist darauf hin, daß die Regelung und Ueberwachung des Straßenverkehrs zu einer Hauptaufgabe der Polizei geworden sei. Etwa 80 v. H. der polizeilichen Strafverfügungen ergingen in Angelegenheiten des Stcaßenverkehrs Angesichts der zahlreichen Verkehrsunfälle, bei denen zum Beispiel allein in der Zeit vom 1. Oktober 1935 bis 30. September 1936 über 8500 Personen einen plötzlichen Tod auf der Straße erlitten und über 171000 verletzt wurden. gehöre kein Gebiet der polizeilichen Tätigkeit unmittelbarer und notwendiger zu den eigentlichen Aufgaben der Polizei als die Sorge für die Ordnung, Sicherheit und Leichtigkeit des Straßenverkehrs. Nach angestellten Untersuchungen könne man damit rechnen, daß wir in etwa fünf Jahren das Zwei= bis Dreifache und in etwa acht Jahren das Drei= und Vierfache des jetzigen Kraftfahrzeugbestandes erreicht haben werden. Das Millionenheer der Radfahrer, zur Zeit auf etwa 15 Millionen geschätzt, werde in Deutschland jährlich durch den Verkauf von etwa 3 Millionen Fahrräder vergrößert. Dieses zusammen mit den ständig wechselnden Erscheinungen des überall verschiedenartig gelagerten Verkehrs zeig die Schwierigkeit der verkehrspolizeilichen Aufgaben. kelheit gehüllt wurde. Nur vereinzelte Lampen brennen in den Hauptverkehrsstraßen. Alle Polizeibeamten sind eingesetzt worden, um den Verkehr und die Ordnung aufrechtzuerhalten, um zu verhüten, daß die Unterwelt die Dunkelheit zur Begehung von Verbrechen ausnutzt. Die Wasserwerke, die Feuerwehr und die Krankenhäuser werden noch für 24 Stunden mit Elektrizität versorgt. Wenn die Stadt dann die Forderung der Streikenden auf Lohnerhöhung nicht bewilligt haben sollte, soll auch diesen lebenswichtigen Betrieben der Strom abgeschnitten werden. Kleine Nachrichten. Gefängnis wegen Hilfeverweigerung. Auf Grund des neuen Paragraphen des Strafgesetzbuches, nach dem mit Gefängnis oder Geldstrafe bestraft wird, wer bei Unfällen seine Hilfe versagt, wurde ein Einwohner aus Düren vom Dürener Gericht zu einer Gefängnisstrafe von zwei Wochen verurteilt. Der Angeklagte war kurz nach einem schweren Unglück an der Unglücksstelle vorbeigekommen. Hier war ein Kraftwagen mit fünf Insassen alif einen Baum aufgefahren. Die Fahrgäste waren aus dem Wagen herausgeschleudert worden und lagen blutüberströmt auf der Straße. Die Aufforderung eines Mannes, zwei der Schwerverletzten in seinem Wagen in das nächste Krankenhaus zu bringen, beachtete der Angeklagte nicht und fuhr weiter. Der Staatsanwalt hatte eine Gesängnisstrafe von 4 Monaten beantragt. Wahrer der Tradition der Schutztruppe. Am Freitag, dem 5. Februar 1937, 11.30 Uhr, findet in Wandsbek=Jenfeld bei Hamburg die Traditionsübergabe der ehemaligen Kaiserlichen Schutztruppe von Deutsch=Ostafrika durch General von Lettow=Vorbeck an das 2. Bataillon Infanterie=Regiment 69 statt. Alle ehemaligen Ostafrikaner mit ihren Angehörigen werden aufgefordert, an der Traditionsübergabe, die auf dem Kasernenhof des oben genannten Bataillons stattfindet, teilzunehmen. Das Befinden des Papstes. Im Befinden Papst Pius XI. hält die am Donnerstag eingetretene Verschlechterung weiter an. Hinrichtungen in Litauen nur noch durch Gas. Das litauische Kabinett, das während der Vertagung des Seims ermächtigt ist, Gesetze zu erlassen, hat die Strafprozeßordnung geändert. Die Todesstrafe wird in Zukunft nicht mehr wie bisher durch Erschießen, sondern durch Vergiftung mit Gas vollstreckt werden. Die Hinrichtung erfolgt in einer hermetisch abgedichteten Kammer im Zuchthaus. Das Gesetz tritt mit sofortiger Wirkung in Kraft und erstreckt sich auch auf die zur Zeit schon rechtskräftigen Todesurteile gegen zwei Raubmörder. Mitteilungen aus Nah und Fern — Kundgebung der Hitlerjugend im Rahmen der heimbeschaffungsaktion. Der Standort Lemgo der Hitlerjugend veranstaltete gestern abend im Saal des Hotels Hosch eine Kundgebung, die alle Volksgenossen aufklären sollte, warum es notwendig ist, daß unsere deutsche Jugend würdige Heime erhält. Leider war— abgesehen von H3. und BDM. — der Besuch nicht zufriedenstellend; man hätte erwarten dürfen, daß die Eltern der Jungkameraden und=Kameradinnen diesem Thema größeres Interesse entgegenbringen würden. Die Veranstaltung wurde durch einen Heimabend eingeleitet, den die Spielschar der HJ. durchführte, und der unter dem Zeichen des Gedächtnisses an Herbert Norkus stand. HJ.=Kampflieder umrahmten die Sonderdarbietung. In den zahlreichen Lichtbildern kam ganz eindeutig zum Ausdruck, in was für traurigen Räumen die HJ. mit allen ihren Abteilungen zum großen Teil Unterkunft gefunden hat. Alte Baracken und Fabriken, muffige Keller und schiefe Dachböden dienen oft als„Jugendheim“; demgegenüber wurden einige würdige Heime gezeigt, die in den letzten Jahren geschaffen werden konnten Kreisleiter Prüßner verstand es, mit packenden Worten auf die Dringlichkeit des Problems hinzuweisen und alle davon zu überzeugen, daß es die vornehmste Pflicht aller Stellen sein muß, unserer Jugend würdige Heime zu geben. Eindrucksvoll war sein Hinweis, daß im Kreis Lemgo für Irrenanstalten 250000 R ausgegeben werden, für unsere deutsche Jugend aber nur 5000 en. Nur in Werl=Aspe sei bis jetzt etwas Annehmbares geschaffen worden. Er schloß seine Ausführungen mit einem Appell an alle, an der Lösung dieser Frage aktiv mitzuarbeiten. Die Kundgebung fand mit dem Lied der HJ. ihren Abschluß.— Nach dieser eindrucksvollen Kundgebung darf man wohl der Erwartung Ausdruck geben, daß die Stadt Lemgo in Lippe mit gutem Beispiel vorangehen und etwas Schönes und Würdiges schaffen wird. — handwerkliche Feierstunde in neuer Form. Der Leiter des Deutschen Handwerks in der DAF., Paul Walter, hat die Gauhandwerkswalter zu einer dreitägigen Arbeitstagung vom 24. bis 26. Januar nach Berlin berufen, in der er die Richtlinien für die Arbeit des Jahres 1937 geben wird. Ein großer Teil der Tagung wird der Aussprache über aktuelle Probleme dienen, so z. B. über den Meisterwettkampf 1937, die soziale Frage im Handwerk usw. Am letzten Tage wird Reichsorganisationsleiter Dr. Ley das Wort ergreifen. Abschluß und Höhepunkt der Arbeitstagung ist eine handwerkliche Feierstunde, die zum ersten Male vor einem Kreis geladeher Gäste stattfindet, und zwar nach den neuen Richtlinien, die künftig im ganzen Reich für die Einschreibung der Lehrlinge, die Freisprechung zu Gesellen und die Anerkennung als Meister der Handwerks gelten. Der alte handwerkliche Brauch wird eine neue Form erhalten, die dem nationalsozialistischen Empfinden entspricht. Zu dieser Veranstaltung wird Dr. Ley die führenden Männer der Partei und des Staates laden. — Abhilfe dringend notwendig. Da, wo die Hölandstraße die Gehbahn der Bismarckstraße unterbricht, befindet sich schon seit Wochen ein großes Morastloch, so daß die Passanten gezwungen sind, sich auf die Fahrbahn zu begeben, was bei dem starken Verkehr auf dieser Straße nicht ungefährlich ist. Ebenso liegen zahlreiche der viereckigen Steine auf der Gehbahn vollkommen lose, so daß man. wenn man auf eine Ecke tritt, sich von oben bis unten vollspritzt. Baldige Abhilfe wäre dringend erwünscht! — Der Kartenvorverkauf hat begonnen. Zu dem Fest aller Feste, das am 6. Februar im Kurhaus zu Bad Salzuflen unter dem Namen„Eine Nacht im Blätterwald" steigt, hat der Kartenvorverkauf bereits eingesetzt. Auch in unserer Geschäftsstelle hat die Nachfrage bereits sehr rege eingesetzt. Wie wir gestern abend erfuhren, ist im ganzen Lande eine erfreuliche Nachfrage festzustellen, so daß man mit einem vollen Haus rechnen darf. Abgesehen von dem feststehenden Programm, über das wir schon berichteten, sind noch„fliegende Darbietungen“ vorgesehen, die zu den Ueberraschungen des Abends und der Nacht gehören. Ueberhaupt nach Mitternacht wird der Blätterwald bedenklich ins Schwanken kommen, denn die Attraktionen werden am laufenden Band serviert.— Und es ist doch wohl selbstverständlich, daß auch Sie an dem größten gesellschaftlichen Ereignis des Lipper Landes teilnehmen, nicht wahr? Wir halten Karten zu Ihrer Verfügung! — Führertum und Volksgemeinschaft. Am Mittwoch, dem 20. ds. Mts., fand in Lemgo im Saale des Kaffee Schmidt eine äußerst stark besuchte Monatspflichtversammlung des RSRB. Bezirk Lippe statt. Nach einleitenden Begrüßungsworten des Bezirksführers, Oberregierungsrat Dr. Oppermann, in welchen dieser neben anderen Gästen auch zum erstenmal die Vertreter der Wehrmacht des neugeschaffenen Standortes Lemgo begrüßen konnte, nahm der Rektor der Universität Münster, Professor Dr. Hugelmann, das Wort zu seinem Vortrag„Führertum und Volksgemeinschaft". Der Vortragende vermittelte den Zuhörern in außerordentlich klarer und geiftreicher Weise ein Bild von den Grundlagen und dem Aufbau des neuen deutschen Führerstaates im Vergleich zu den westlichen Demokratien. Das Wunder der deutschen Einheit und Volkwerdung beruhe nicht auf der Herrschaft eines einzelnen, sondern auf dem in der Idee des Nationalsozialismus wurzelnden gegenseitigen Vertrauen und der Kameradschaft zwischen Führer und Gefolgschaft. Der Führer übe sein Amt kraft der Legitimation aus, die ihm vom Volke durch die Wahl gegeben sei, daher könne Deutschland heute, wie es der Führer einmal selbst ausgedrückt habe, als eine wahre germanische Demokratie bezeichnet werden. — Orchester- und Chorkonzerk. Infolge dienstlicher Verhinderung der Kapelle des 2. Inf.=Reg. 18, Detmold, muß leider das für Freitag, den 29. ds. Mts. vorgesehene 1. Konzert auf Donnerstag, den 28. ds. Mts., vorverlegt werden. Die bereits für Freitag gelösten Karten behalten selbstverständlich für Donnerstag Gültigkeit. Das für Sonntag, den 31. ds. Mts. vorgesehene 2. Konzert wird durch die Verlegung nicht berührt. Der Vorverkauf für beide Konzerte hat heute bei den Buchhandlungen Weege, Mittelstraße, Bräuer, Am Markt, und dem Musikhaus Volland, Bismarckstraße, begonnen. Eintrittskarten zum Preise von 1,—, 1,50, 2.— und 2,50 RM. sind noch für alle Plätze zu haben. Da jedoch bereits durch die Mitglieder eine große Zahl von Karten verkauft sind, empfiehlt es sich dringend, die Eintrittskarten rechtzeitig zu erwerben. — Freiwillige Feuerwehr Lemgo. Montag abend 20 Uhr: Unterrichtsstunde. — Das Fest der silbernen Hochzeit feiert morgen das Ehepaar Landwirt Friedrich Steinmeier, Leeserweg. Herzlichen Glückwunsch! — Auf das morgige Konzert des GV.„Eintracht“ in den, Rödingschen Sälen sei hier nochmals hingewiesen. Zu dem Konzert ist ein auserwähltes Programm aufgestellt und die Eintrittspreise sind so niedrig gehalten, daß es jedem ermöglicht ist, die Veranstaltung zu besuchen. Das Konzert beginnt pünktlich um 4 Uhr. — Keine roten Scheiben in der Rückseite der Beleuchtungseinrichtungen der Fahrzeuge. Der Reichs= und Preußische Verkehrsminister weist auf folgendes hin: In letzter Zeit mehren sich die Beobachtungen, daß Laternen von Kraft= und anderen Fahrzeugen an der Rückseite rote Glasscheiben haben. Bei Dunkelheit bestht die Gefahr einer Verwechselung mit eingeschalteten Fahrtrichtungsanzeigern. Zur Vermeidung einer Irreführung muß die Einfügung solcher roten Scheiben in die Rückseite von Beleuchtungseinrichtungen bei Fahrzeugen aller Art unterbleiben. Die Brems= und Schlußlichter werden naturgemäß hiervon nicht etroffen. — Seinen 87. Geburtstag feiert heute der Landwirt riedrich Steinmeier, Leeserweg. Der Altersjubilar kann sesen Tag bei bester Gesundheit begehen, ja, er geht noch den Sonntag nach der Kirche, ganz gleich, ob es regnet der schneit. Wir verhinden mit unseren herzlichsten Glücksünschen die Hoffnung, daß ihm noch ein schöner Lebensbend beschieden sein mögLuise Pieper, unsere aufrichti — Ihren 3 heit Frau Mai chen dem Gebu und hoffen, daf sein möge. findet um 7,30 Mitglieder woll 8.30 Uhr eine Frauen vorgese — HansaDas Prädikat leicht geeignet, ren, aber alsbi politisch, sonde wir doch einmo mal in allen habe es ja imn sollte— da n entstanden sein Aber wir sind der Skandalch Kanzleivorstehe Frau hat in mit einem Kat und auch sie lief die Anzeig gert sich zum gten. Huch!, 1 lassen sich gar klärt sich auf man nur der studieren will. wenn Heinz? dann hätte er all die rheinis beim„Kammei so wahrhaftig, sich ehrlich mit eine„rückschal von der Gesta ständlich, für auch entschuldi später kommt. — Palast buntes Progr fläche abspielt einen Rückblie gangenen Jah des Stellvertr Haben wir hi nächste Film und Tänze in Hauptfilm„B dänischen Dar ahmlichen akr Zirkusgesellsch viel List und und erleben d lichsten Sache gungsmöglich zu fröhlichsten die Klärung bringt. Leop Detmold. öffentlichung ner=Festwoche sehr erfreulich anstaltung fe 100 Vorbestell der Festwoch In nächster che, Otto Da Sachs=Haus Schaffen Rick Jahre erstma Nord an vie Bayreuth in Lage. S ber wurden burten, und ßungen erfol den Durchsch Grippekrankt Schötma verhütete ges Ein Mädchen aber nicht,e Personenkraf Wagens brei zum Halten. leicht gestrei und lief und wie dringen! der wiederhe Straße hinm Bad Salz eins für Le statt. 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Geburtstag feiert heute bei guter Gesundheit Frau Marie Schlemeier, Heiligengeiststr. Wir sprechen dem Geburtstagskind unsere herzl. Glückwünsche aus und hoffen, daß ihr noch ein schöner Feierabend beschieden sein möge. — Kaninchenzuchtverein. Heute(Sonnabend) abend findet um 7,30 Uhr die Monatsversammlung statt. Die Nitglieder wollen ferner davon Kenntnis nehmen, daß um 8.30 Uhr eine Zusammenkunft der Mitglieder mit ihren Frauen vorgesehen ist. — Hansa=Lichtspiele.„Wenn wir alle Engel wären". Das Prädikat„staatspolitisch besonders wertvoll“ ist vielleicht geeignet, den kritischen Betrachter etwas zu verwirren, aber alsbald erkennt man, daß man die Sache nicht politisch, sondern als Spiegel betrachten muß. Horchen wir doch einmal nur in uns hinein, lauschen wir doch einmal in allen Gassen, wispert es nicht in allen Ecken: ich habe es ja immer gesagt— es ist nicht zu glauben— man sollte— da müßte usw. Könnte der Film nicht überall entstanden sein? Jal, wenn wir alle Engel wären... Aber wir sind es nicht, her mit dem Stadtklatsch, her mit der Skandalchronik. Und her mit dem Film. Der Herr Kanzleivorsteher ist in Köln danebengerutscht, und seine Frau hat in Koblenz den letzten Zug verpaßt. Er kommt mit einem Kater, was sage ich, mit einem Panter, zurück, und auch sie landet mit Gewissensbissen. Auf dem Amt lief die Anzeige ein, bald erhebt sich das Geraune, es stei gert sich zum Volksgemurmel, der Stadtklatsch feiert Orgten. Huchl, wie interessant. Und dann dieser Aerger, sie lassen sich garnicht einmal scheiden, die Diebstahlsgeschichte klärt sich auf und versöhnt... das kommt davon, wenn man nur der Wissenschaft halber das Kölner Nachtleben studieren will. Die Zuschauer amüsierten sich köstlich, und wenn Heinz Rühmann persönlich zugegen gewesen wäre, dann hätte er einen großen Triumph erlebt. Und mit ihm all die rheinischen Jungs. vom Portier angefangen und beim„Kammersänger“ aufgehört. Der Film ist so lebensecht, so wahrhaftig, aber auch so lustig und frohgelaunt, daß man sich ehrlich mitfreuen kann.— Im Beiprogramm außer eine„rückschauenden“ Wochenschau ein instruktiver Film von der Gestaltung der Deutschen Zeitung. Für alle verständlich, für alle wissenswert. Und nun werden Sie ja auch entschuldigen, wenn die„L. P.“ einmal 5 Minuten später kommt. Walther Liedtke. — Palast-Theater.„Blinde Passagiere“. Ein sehr buntes Programm ist es, das sich diesmal auf der Bild fläche abspielt. Sehr beachtlich ist die Wochenschau, die einen Rückblick auf die bedeutendsten Ereignisse des ver gangenen Jahres enthält und u. a. die Neujahrsansprache des Stellvertreters des Führers gewissermaßen illustriert. Haben wir hierin also illustrierte Reden, so bringt der nächste Film„Mit Musik um die Welt“ illustrierte Lieder und Tänze in Form einer Schnellreise um die Welt. Der Hauptfilm„Blinde Passagiere" aber zeigt die beliebten dänischen Darsteller Pat und Patachon in ihrer unnachahmlichen akrobatischen Komik. Sie haben sich, um ihrer Zirkusgesellschaft nach Südamerika folgen zu können, mit viel List und Geschick auf einen Ozeandampfer eingeschlichen und erleben dort vor und nach der Entdeckung die unglaublichsten Sachen, die ihrer Darstellungskunst reichste Betätigungsmöglichkeiten, den Zuschauern aber ebensoviel Anlaß zu fröhlichstem Lachen geben, bis die Ankunft in Amerika die Klärung aller Verwicklungen und ein glückliches Ende bringt. Leopold Hoffmann. Detmold. Zur Richard-Wagner=Woche. Nach der Veröffentlichung der Programm für die nächste Richard=Wagner=Festwoche in Detmold ist in weiten Kreisen wieder ein sehr erfreuliches Interesse für diese große kulturelle Veranstaltung festzustellen. Allein in dieser Woche sind etwa 100 Vorbestellungen für sämtliche Veranstaltungen im Büro der Festwoche in der alten Schule am Markt eingegangen. In nächster Zeit wird der künstlerische Leiter der Festwoche, Otto Daube, u. a. auch in Gelsenkirchen im HansSachs=Haus sprechen und dort 1800 Arbeiter mit dem Schaffen Richard Wagners vertraut machen, da in diesem Jahre erstmalig 3000 Arbeiter aus dem Gau WestfalenNord an vier Tagen die Werke des großen Meisters von Bayreuth in Detmold hören werden. Lage. Standesamtliche Nachrichten. Im Monat Dezember wurden beim hiesigen Standesamt verzeichnet: 17 Geburten, und zwar 10 Knaben und 7 Mädchen; Eheschließungen erfolgten 9; die Zahl der Sterbefälle stand über den Durchschnitt und wurde mit 14 Personen verbucht. Die Grippekrankheit zeigt hier deutlich ihre Spuren. Schötmar. Die Geistesgegenwart eines Autofahrers verhütete gestern auf der Adolf=Hitler=Straße ein Unglück. Ein Mädchen wollte die Straße überqueren, überzeugte sich aber nicht, ob die Straße frei war. Es kam, als sich ein Personenkraftwagen näherte, in Gefahr. Der Fahrer des Wagens bremste scharf und brachte sein Fahrzeug sofort zum Halten. Das Mädchen wurde von der Stoßstangleicht gestreift und fiel zu Boden, stand schnell wieder auf und lief unverletzt davon. Dieser Fall zeigt wieder einmal, wie dringend erforderlich es ist, daß die Eltern ihre Kinder wiederholt auf die Gefahren beim Ueberqueren der Straße hinweisen. Bad Salzuflen. Die Jahreshauptversammlung des Ber eins für Leibesübungen e. B. fand im Skala=Restaurant statt. Nach Erstattung des Jahres= und Kassenberichtes wurde dem Vereinsführer und seinen Mitarbeitern Ent lastung erteilt und die Neuwahl des Vereinsführers vor genommen. Herr Lehrer Heimbecher wurde einstimmig zum Vereinsführer wiedergewählt. Seine Mitarbeiter be stimmt er wie folgt: Stellnertretender Vereinsführer: Wal ter Rolf; Kassenwart: Walter Krüger; Schriftwarte: E. Klappier und H. Vandieken: Dietwort und Protokollführer: A. Meier: Jugendwart: H. Böhmer; stellvertr. Jugendwart: A. Loges: Fußballwark: W. Vadorek; stellv. Fußballwart: W. Menke; Mannschaftsbetreuer: Schuckmann: Jugendmitarbeiter: Schmitsing, Blum, Pulver; Handball= und Leichtathletikwart: Pulver: Schwimmwart: Böhmer. Für den Aeltestenrat wurden folgende Mitglieder bestimmt: Heimbecher, Rolf, Schemmann, Bollhöfer und Töpfer; Kassenprüfer bleiben die Mitglieder Vollhöfer und Lehmann. Die Arbeit des Obersportwartes übernimmt vorläufig der Vereinsführer. Im übrigen verlief der Abend in großer Einmütigkeit. Die Versammlung fand ihren Abschluß mit einer Dietstunde, der alle Teilnehmer größtes Interesse entgegenbrachten. Blomberg. Ein Anglück verhütet. Im benachbarten Istrup entdeckte man beim Aussortieren des gesammelten Altmaterials eine„scharfe“ Granate russischer; Herkunft. Der Fund wurde sofort der Polizei gemeldet, die ein Kommando Feuerwerker der Wehrmacht alarmierte, die die Granate unschädlich machte. Wie leicht hätte durch die Granate ein Unglück entstehen können, wenn man sie unsachgemäß behandelt uno zur Explosion gebracht hätte. Das eine ist sicher:„Granaten gehören nicht in den Privathaushalt. Heiden. Eine Seltenheit. Ein hiesiger Volksgenosse, der ein 350pfündiges Schwein schlachten ließ, mußte nach Aufbruch desselben feststellen, daß nur eine Niere in doppelter Größe vorhanden war. Kirchheide. Die Generalversamalung des Turnvereins findet am Sonnabend abend um 8 Uhr im Kirchheider Kruge statt. Es werden sämtliche aktive und passive Mitglieder erwartet. Kirchheide. Seinen Sd. Geburtskag feiert am heuti gen Sonnabend Herr Heinrich Kropp. Den zahlreichen Glückwünschen schließen auch wir uns herzlich an. Talle. Ihr 70. Lebensjahr vollendet heute Frau Luise Austermann, Talle Nr. 11. Gestern konnte Frl. Alwine Redeker, Talle Nr. 43, ihren 76. Geburtstag feiern. Beiden Altersjubilarinnen gelten unsere herzlichsten Glück wünsche! Hohenhausen. Brigadeführer Jaßbach spricht. Am Dienstag, dem 26. Januar, um 20 Uhr, findet im Saale des Gastwirts Böke in Hohenhausen eine Großkundgebung statt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht die Rede des SA.=Brigadeführers Faßbach, der über aktuelle Tages fragen sprechen wird. Alle Volksgenossen und Volksgenossinnen werden gebeten, an dieser Veranstaltung teil zunehmen. Lüdenhausen. Bei dem Winterhilfsfest am 24. Januar soll, wie bereits alle wissen, die bekannte und beliebte große Verlosung stattfinden. Die überaus reichen Spenden wurden von der Bürgerschaft bestritten. Den ersten Preis möchte wohl jeder gerne haben, es ist eine Freifahrt an den schönen deutschen Rhein. Die Helferinnen der NS.= Frauenschaft sind bereits seit Wochen mit der Durchführung und Spendensammlung unermüdlich beschäftigt. Bielefeld. Stadttheater. Sonntag, 24. Januar, 11,30 bis 13 Uhr: 2. Morgenfeier. Grenzland= und Auslands deutsche Dichtung. 15—17,30 Uhr: Hofjagd in Steineich. Lustspiel. 19,30 bis 22,45 Uhr: Die Vielgeliebte. Ope rette. Montag, 25. Jan., 15,30—18 Uhr: Aschenputtel. Märchen. 20—23,15 Uhr: Die Vielgeliebte. Operette. Dienstag, 26. Jan., 20—22,30 Uhr: Dr. med. Hiob Prätorius. Facharzt für Chirurgie und Frauenleiden. Mitt woch, 27. Jan., 15,30—18 Uhr: Aschenputtel. Märchen. 20—23,15 Uhr: Die Vielgeliebte. Operette. Donnerstag, 28. Jan., 20—23 Uhr: Der Wildschütz. Komische Oper. Freitag, 29. Jan., 20—22,30 Uhr: Madame Butterfly. Oper. Sonnabend, 30. Jan., 15,30 bis 18 Uhr: Aschen puttel. Märchen. 20—22,45 Uhr: Der fliegende Holländer. Oper. Sonntag, 31. Jan., 15—17,45 Uhr: Der Zarewitsch. Operette. 19,30 bis 22,30 Uhr: Der goldene Pier rot. Operette. Bielefeld. Geschäftszeit im Einzelhandel. Von der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel, Ortsgruppe Bielefeld, wird uns geschrieben: Die neue Tarifordnung des Treuhän ders der Arbeit für alle im Einzelhandel des Wirtschafts gebiets Westfalen beschäftigten Gefolgschaftsmitglieder macht es erforderlich, daß alle Geschäfte, in denen bezahlte Mitarbeiter tätig sind, erst um 8,30 Uhr geöffnet werden Ab Montag, den 25. Januar(Beginn des Winterschlußverkaufs) werden also diese Geschäfte im Stadt= und Landkreis Bielefeld erst um 8.30 Uhr geöffnet. Ladenschluß ist nach wie vor 19 Uhr. Minden. Günstige Geschätfsgang der Ziegeleien. Die im Kreise Minden gelegenen Ziegelwerke konnten ihren Be trieb bis jetzt noch durchgehend aufrechterhalten und bei sogar noch einigen Ziegeleien wurden Arbeiter eingestellt. Ueberall sind nur wenige Fertigwaren auf Lager, ein gu tes Zeichen, daß trotz der Jahreszeit das Bauwesen noch lege im Gange ist. Aus der Bewegung. RSDAT Ortsgruppe Hohenhausen. Am Dienstag, dem 26. Januar, 20 Uhr, Kundgebung bei Pg. Böke in Hohenhausen. Es spricht SA.=Brigadeführer Pg. Faßbach über aktuelle Tagesfragen. Alle Parteigenossen, SA., SA.=Reserve, Frauenschaft, Reiter=SA., Bund Deutscher Mädel, Hitler=Jugend und sonstige Organisationen nehmen teil. Pünktlichs Erscheinen wird rwartet. Hitler=Jugend. Spielschar Leigo tritt am Sonntag, dem 24. Januar, mittags 12 Uhr, in tadelloser Uniform am Spielscharheim, Leopoldstraße, an. BOM.-Gruppe 8-55. Die Scharführerinnen, die zur Arbeitstagung nach Detmold fahren, sind am Sonntag, 7,20 Uhr am Bahnhof. Geuleiter Dr. Meyer zur Heimbeschaffungsaktion der hitler=Jugend. Die Zukunft Deutschlands liegt in seiner Jugend. Damit übernehmen Partei und Staat die Verpflichtung, die ser Jugend die Möglichkeit zu einer erfolgreichen Arbeit zu geben. Der Mittelpunkt, besonders der Winterarbeit, jeder Hitler=Jugend=Einheit ist das Heim Es muß die Aufgabe jedes verantwortungsbewußten Deutschen sein, daran mitzuhelfen, daß unsere Jungen und Mädel im kommenden Winter nicht dadurch, daß sie keine oder schlechte und ungeeignete Heime haben, von ihrer mit soviel Verantwortungsbewußtsein betriebenen Arbeit zurückgehalten werden. Wir müssen unserer Staatsjugend helle und lichte Räume schaffen, in denen die Möglichkeit für Heimspiele, heitere und ernste Arbeit gegeben ist. Das Ziel sein, daß jeder Gefolgschaft, jedem Fähnlein, jeder Mädelund Jungmädelgruppe das eigene Heim zur Verfügung steht. Ich rufe deshalb hierdurch noch einmal alle Partei=, Staats= und Kommunalstellen auf: Schafft Heime, die un serer Hitler=Jugend würdig sind! gez. Alfred Meyer, Gauleiter. Aus der Landesregierung Schulfeier am 30. Januar 1937. Der Reichs= und preußische Minister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung hat folgenden Aufruf erlassen: Am 30. Januar ds. Is., dem Tag der Machtübernahme, wird der Herr Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, Dr. Goebbels, im Rahmen einer Schulfeier in Berlin zwischen 9 und 9,30 Uhr vormittags zu der gesamten deutschen Schuljugend sprechen. Die Rede wird 20 Minuten dauern und wird durch Rundfunk übertragen. Ich ersuche zu veranlassen, daß die Rede als Gemeinschaftsempfang in die Schulfeiern eingebaut wird. Im übrigen verweisen ich auf meinen Runderlaß vom 21. Januar 1936 — E 2a 80 E 2 usw. * Vorstehender Erlaß wird hiermit zur Beachtung be kanntgegeben. Der 30. Januar ist schulfrei, doch sind an diesem Tage in allen Schulen würdige Feiern zu veranstalten, bei denen die Schüler(innen) durch ein Mitglieddes Lehrkörpers auf die überragende Bedeutung des 30. Januars 1933, als des Gründungstages des Dritten Reiches, hingewiesen werden Dabei werden vor allem nachdrücklichst die großen innen und außenpolitischen Erfolge zu betonen sein, die seit dem 30. Januar 1933 zu verzeichnen sind. Auch des 18. Januars, als des Tages der Gründung des Zweiten Rei ches, soll gedacht werden, ohne daß dabei das Schwergewicht der Betrachtung vom 30. Januar 1933 verschoben wird. Die Schulleiter haben auf eine möglichst würdige Ausgestaltung der Feier Bedacht zu nehmen. Den Jungvolk=, Hitlerjugend= und BDM.=Angehörigen der Schulen ist Ge legenheit zu geben, bei der Umrahmung und Programmgestaltung der Feier mitzuwirken. Die Verantwortung für die Feier tragen die Schulleiter. An den Berufsschulen sind die Schüler(innen), die an der Feier am 30. Januar nicht teilnehmen können, an den dem 30. Januar vorausgehenden Unterrichtstagen über die Bedeutung des 30. Januars eingehend aufzuklären. Morgenfeier der Hitler=Jugend am 24. Januar Wie die Presse= und Propagandaabteilung des Gebiens Westfalen mitteilt, bringt der Reichssender Berlin anläßlich des Todestages von Herbert Norkus eine öffentliche Morgenfeier am 24. Januar um 10 Uhr vormittags. In Verlauf dieser Feier, die unter dem Motto„Glaubt es, das Leben stärker ist als Tod“ steht, spricht Obergebietsführer Arthur Axmann Wetterbericht. Voraussage für Sonntag, 24. Januar: Wechselnd wolkig mit vorwiegend hoher Bewölkung, höchstens geringe Niederschläge. Temperaturen westlich der Weser meist über 0 Grad, östlich der Weser höchstens leichter Nachtfrost. Tagestemperaturen um 5 Grad. Winde um südliche Richtung schwankend. Familien=Nachrichten. Gestorben: Frau Lina Lamberg geb. Iggensen, Wüsten, 78 Jahre alt. Witwe Caroline Puchert geb. Schweizer, Detmold, 75 Jahre alt. Tochter Luischen Reuter, Bad Salzuflen. Hauplschriftletter: Emi Wagener, Stellvertreter: Waliher Liedite. Verantwortlich für Reichs= u. Landespoltlik, Unterhallungsteil, Maierndienst u. den allgemeinen Teil: Corl Wagener. Veranlwortlich für Lokales u. Sport: Wallder Liedide. Verantwortsicher Anzeigenletter: Ludwig Kling, sämtlich in Lemgo. D.=A. 12. 26. 967 Druck und Verlag: I. L. Wagener, Lemgo. Zur Zeit in Anzeigenpreislisse Nummer 4 gültie. Geschäftliches. (Ohne Verantwortung der Schriftleitung.) Unserer heutigen Ausgabe liegt ein Prospekt der Firma Theodor Kesting, Kaufhaus, Detmold, bei. Ferner ein Kinder=Prospekt für„Blendax=Zahnpasta“ die die Firma Dr. Hittel Gmbh., Mainz, herstellt Beide Prospekte empfehlen wir der Beachtung unserer Leser! Montag Beginn vorm. 8 Uhr ist Gewaltige Preisherabsetzungen in fast allen Abtellungen unseres Hauses. Beachten Sie bitte unsere Schaufenster Palast-Theater Dat und Datachon in ihrer Glanzleistung als „Blinde Passagiere“ oder„Hochskapler wider Willen“. Heute nachmittag 5 Uhr große Extravorstellung Schüler unter 14 Jahren kleine Preise. Denn einmal nur im Jahr ist Karneval Gasthaus zur Post Paul Pehle Sehenswerte Dekoration Im Farbenrausch G. V. Eintracht Lemgo Konzert anläßlich des 81. Stltungstestes am Sonntag, 24.]an., nachm. 4 Uhr in Rödings Festsälen. Ab 7 Uhr: Tanzkränzchen. Zum Besuch ladet freundlichst ein G. V. Eintracht. Die haltbare Dauerwelle im Salon Frische (St. Johannistor) Ein echtes rheinisches Lustspiel Heinz Rühmann, Leni Marenbach in Wenn wir alle Engel wären Ein ausgelassener Film voll rheinische Fröhlichkeit und derben Humors. Ein Film zum hemmungslosen Lachen. Der Film erhielt die allerhöchste Auszeichnung: Staatspolitisch künstlerisch besonders werkvoll und das sagt genug! Theater in Lemgo (Schützenhaus) Donnerstag, den 28. Januar Beginn 20,15 Uhr Gastspiel des Lipp. Landestheaters mit Goethes: Iphigenie Ververt. dureh die 93.-Tulturgemeinde Heute nachm. 5 Uhr: vorstellung Tüchtige Gestelltischler und Stellmacher stellt noch ein Lippische Polstergestellfabrik Adolf Wrenger sorgenmädchen oder Frau für sojort oder später gesucht. Zu erfragen in der Geschäftsstelle der Lipp. Post. Lehrling für Zimmerei und Tischlerei stellt zum 1. April ein Heinrich Heuer, Mittelstraße 14. 2-Zimmerund Keller zum 1. 2., an mögl. alleinsteh. 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Hermann Dreyer Grstes Medewarenhaus am Platse? 23. Januar 1937. Lippische Post Rummer 19. Wirtschaftliche Wochenschau Im Gegensatz zum deutschen Außenhandel 1936, der mit einem Ueberschuß von 550 Millionen Mark abschloß, weist die englische Handelsbilanz für das Jahr 1936 einen erheblichen Fehlbetrag auf. Der Fehlbetrag betrug 350 Millionen Pfund Sterling und liegt damit um fast 25 Prozent über dem Vorjahresdefizit. Dieses Ergebnis mag auf den ersten Blick vielleicht etwas alarmierend wirken. Geht man den Dingen nach, die zu dieser Entwicklung geführt haben, so zeigt sich, daß die Unterblianz bestimmt wurde, einmal durch das Ansteigen wichtiger einzuführender Rohstoffe, und ein damit verbundes Anschwellen des Einfuhrwertes; zum anderen durch den stärkeren Rohstoffbedarf, den die englische Aufrunung mit sich bringt. In Wirklichkeit ist es jedenfalls so, daß Englands Wirtschaft dank der blühenden Binnenkonjunktur, dank der starken Erhöhung seiner unsichtbaren Ausfuhren(Fremdenverkehr, Schiffahrt, Frachten uws.) und der möglichen Gold= und Kapitalausfuhr sich eine derartige Entwicklung im Außenhandel durchaus leisten kann, da ja vie Fehlbeträge durch die Einnahmen aus den genannten Wirtschaftsgebieten mehr als ausgeglichen werden können. Die starke Aufrüftung brachte es mit sich, daß eine ganze Reihe Wirtschaftszweige sich gezwungen sahen, ihre Lieferungen für das Ausland zugunsten der Inlandslieferungen zu beschränken. Das gilt in erster Linie für die Maschinenausfuhr, die sich im ganzen nur um 4,7 Prozent erhöhte, und noch mehr für die Eisen= und Stahlausfuhr, die gegenüber den Vorjahren sogar um 43 Prozent zurückgegangen ist. Auch die Chemikalienausfuhr und das Schmerzenskind des englischen Außenhandels, der Kohlenexport, haben weiter an Boden verloren. Die Elektroausfuhr stieg um 5,1 Prozent, die Ausfuhr von Wollwaren um 6,1 Prozent, die Ausfuhr von Baumwollwaren um 2,2 Prozent. Die Steigerung der Textilwarenausfuhr erklärt sich großenteils daraus, daß diese Waren ohnehin in kaufkräftigere Länder geben. Auch in der Einfuhr zeigt sich, jedenfalls soweit Eisenerze in Frage kommen, der Einfluß der Rüstungen. Die Eisenerzeinfuhr stieg nämlich mengenmäßig um 41 Prozent, wertmäßig sogar um 86 Prozent. men. Da die Angezogen haben auch die mengenmäßigen Einfuhren an Baumwolle, Hanf, Häuten, Richteisenmetallen und Getreide. Die Fertigwareneinfuhr ist ebenfalls stark gestiegen. Zusammenfassend kann man sagen: Auch der diesjährige Außenhandelsverlauf bestätigt wiederum die alte Theorie, daß England in den Zeiten günstiger Inlandskonjunktur in wachsendem Maße ein guter Kunde des Auslandes wird. Unter diesen Verhältnissen haben gerade die übrigen Fertigwarenländer der Welt mancherlei Aussicht auf einen gebesserten Umsatz. Ebenso wie die englische Außenhandelsbilanz schloß auch die frauzösische im vergangenen Jahr mit einem beträchtlichen Fehlbetrag ab, nämlich mit rund 10 Milliarden Franc. Gegenüber dem Vorjahr hat sich der Fehlbetrag mithin verdoppelt. Die Schwierigkeiten in der französischen Außenhandelsentwicklung erklären sich daraus, daß Frankreich in erster Linie auf die Ausfuhr hochwertiger Güter(Seide, zarte Frühgemüse usw.) angewiesen ist, die nur für kaufkräftige Abnehmer in Frage komZahl der kaufkräftigen Staaten sich aber # n d i e R ü c k l ä u f i g k e i t d e r f r a n wundernehmen.— Im die schwedische Handelsanz für das Jahr 1936 eine wertmäßige Verbesserung um 65 Millionen Kronen auf. Schweden hat 1936 für rund 1505 Millionen Kronen ausgeführt gegen 1297 Millionen 1935 und für 1619 Millionen gegen 1475 Millionen eingeführt. Der Einfuhrüberschuß ist also von 179 auf 114 Millionen Kronen zurückgegangen. Eine grundlegende Besserung des gestörten Warenhandels von Land zu Land ist so lange nicht möglich, wie die Länder handelspolitisch durch Kontingents=, Devisenund Clearingvorschriften gehemmt werden. Von den verschiedenen Seiten werden im Augenblick handelspolitische Vorstöße unternommen, so beispielsweise seitens der sogenannten Oslo=Staaten und neuerdings von seiten Englands und der Vereinigten Staaten. Die Reise des englischen Handelsministers Runciman nach Washington, seine dortigen Verhandlungen mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten..= treffen in Washington und die Ernennung des sehr kundigen französischen Wirtschaftspolitikers Bonnett zum französischen Botschafter in Washington geben dem Gerücht Nahng, daß die genannten Staaten einen neuen„handelslittsch=liberalen Staatenblock" bilden wollen, wie er in r Wäbri rt vol ibrungspoittif bereits versucht wurde. Die französtscherseits der Tschechoslowakei bereitwillig eingeräumte Anleibe kann nicht darüber hinwegtäuschen, daß Frankreich selbst Geldsorgen hat. Die enorme Verschuldung des Staatshaushaltes ist bekannt und ebenso die geringe Begeisterung der Bevölkerung bei Anleihezeichnungen zugunsten des französischen Staa les. So will denn das Gerücht nicht zur Ruhe kommen, daß Frankreich auch jetzt wieder, genau so wie im Vorjahre um diese Zeit, sich um einen englischen Kredit bemühe. Allerdings ganz so weit ist die Angelegenheit noch nicht gediehen. Noch hat Frankreich in England nicht offiziell um einen Kredit nachgesucht, Man rechnet auch nicht damit, daß vor Ablauf der Zeichnungsfrist für die französische Anleihe am 31. Januar irgend etwas Definitives erfolgen werde. Sollte sich, wie vielfach namentlich im Auslande angenommen wird, diese Anleihe als ein Fehlschlag herausstellen. s. dun“. bereit sein, den im Ausland zu beschreiten. Daß es auf diesen Weg! steuert, ist seit langem bekannt. Die unerwartete pünktliche Rückzahlung des im Februar vorigen Jahres aufgenommenen englischen Kredites im Dezember ließ gleich die Vermutung aufkommen, daß Frankreich sich auf diese Weise neue Kreditquellen in England für 1937 sichern wolle. Im übrigen würden auch die englischen Finanz= kreise das gute Geschäft des Vorjahres in Form eines Neunmonatekredites gerne noch einmal wiederholen. Man spricht von einem 500=Millionen=Pfund=Sterling=Kredit. Die Ehrengerichtsbarkeit für die gewerbliche Wirtschaft Die von dem Reichswirtschaftsminister Dr. Schacht gebilligte Ehrengerichtsordnung für die gewerbliche Wirtschaft entspricht dem seit der nationalsozialistischen Machtergreifung allseits gehegten Wunsche, zu einer lauteren Wirtschaftsgesinnung des Einzelnen zu gelangen, der in der Wirtschaft irgendwie tätig ist oder in ihr an verantwortlicher Stelle steht. Die Schaffung eindeutiger Ehrenbegriffe ist nicht zuletzt ein wesentlicher Bestandteil des deutschen Wirtschaftslebens überhaupt. Die neue Ehrengerichtsordnung geht davon aus, daß jeder Unternehmer und gesetzlicher Vertreter von irgendwelchen Unternehmungen die Pflicht und Schuldigkeit hat, Anstand und Sitte zu wahren, und sich persönlich so zu führen hat, daß das Ansehen des von ihm vertretenen Unternehmens darunter nicht leidet. Dem Ehrengerichtsverfahren können sich auch sonstige, in verantwortlicher Stellung, in gewerblichen Unternehmungen tätige Personen sowie Geschäftsführer von Kammern, Gruppen und Verbänden, die nicht Beamte sind, unterwerfen. Und damit ist ein oft gehegter Wunsch der Geschäftsführer, den Strafandrohungen und dem Schutze einer Ehrengerichtsbarkeit unterworfen zu sein, verwirklicht worden. Selbstverständlich wird durch die Tätigkeit dieser neuen Ehrengerichte nicht eine Konkurrenz zu den ordentlichen Gerichten oder den Parteigerichten hergestellt. Es kommen lediglich die bei den Industrie= und Handelskammern auf freiwilliger Grundlage ins Leben gerufenen Ehrengerichte in Fortfall. Man kann sagen, daß diese Schaffung der Ehrengerichtsordnung nicht zuletzt auch zu einer völligen Befriedung des Wirtschaftslebens beitragen wird. Der bei der Reichswirtschaftskammer errichtete Gerichtshof untersteht dem Vorsitz des Rechtsanwalts Graf von der Goltz. Seine Spezialkenntnisse gerade auf dem Gebiete der gewerblichen Wirtschaft bürgen dafür, daß diese Ordnung auch wirklich als und für die Ordnung gehandhabt wird. Es ist nun nicht so, daß die Zugehörigen der gewerblichen Wirtschaft nun etwa erzittern müßten, weil sie meinten, daß der geringste Anlaß genüge, ihnen die Fähigkeit, Aemter in der Organisation der gewerblichen Wirtschaft zu bekleiden, abzuerkennen. Nein, es liegt hier in der Staffelung der vorgesehenen Strafen zunächst noch ein großes erzieherisches Moment, sind doch viererlei Ehrenstrafen vorgesehen: die Warnung, der Verweis, die Geldbuße und im letzten Falle erst die Aberkennung der Aemter. Auch bei den Geldbußen, die als sogenannte Tagesbuße festgesetzt werden wird die geldliche Höhe nach der persönlichen und wirtschaftlichen Stabilität des Täters zu bemessen sein. Im übrigen gilt auch für dieses neugeschaffene Ehrengeriasgesetz, was auch im nationalsozialistischen Staate für andere Ordnungen und Gesetze gilt: es soll in erster Linie vorbeugen und erst in zweiter Linie dahingehend wirken. unaufhaltsame Mißstände mit Gewalt bekämpfen zu müssen. Der japanische Reichstag noch nicht aufgelöst Verhandlungen über ein Kompromiß Die von der Agentur Domei und durch Extrablätter der Zeitungen verbreitete Meldung von der Auflösung des japanischen Reichstages hat sich als verfrüht herausgestellt. Wie die Agentur Domei jetzt mitteill, hat sich der Kabinettsrat vertagt, ohne einen Beschluß gesaßt zu haben. Zwar ist die Mehrheit des Kabinetts und besonders der Kriegsminister der Meinung, daß die einzige Lösung des schweren Konfliktes zwischen Parteien und Mililär in der Auflösung des Reichstages besteht. Dennoch will das Kabinett den Parteien in letzter Stunde eine Gelegenheit geben, ihren schroffen, oppositionellen Standpunkt aufzugeben und sich zur loyalen Mitarbeit mit der Regierung zu entschließen. Wie die Agentur Domei meldet, suchte Marineminister Nagano die Leiter der beiden Oppositionsparteien auf, um Verhandlungen über ein Kompromiß zu führen Er habe die Zusicherung erhalten, daß eine grundsätzliche Gegnerschaft gegen die Regierung nicht bestehe. Nach einer weiteren erfolgreichen Unterredung zwischen Nagano und den Parteigenossen werde sich Nagano nunmehr zum Kriegsminister Torauchi begeben, um den Verzicht auf die Forderung der Auflösung des Reichstags zu erreichen. Rücktrittsgesuch des japanischen Kabinetts. Tokio.(Sonderdepesche der L. P.— Oftasiendienst). Die Forderung des Kriegsministers nach Auflösung der Reichstags wurde vom Kabinett abgelehnt. Daraufhin wurde der Rücktritt des Gesamtkabinekts beschlossen. Ministerpräsident Hirota hat sich zum kaiserlichen Palast begeben, um vom Kaiser die Genehmigung zum Rücktrikt des Gesamtkabinekts zu erbitten. Eine vielsagende Mahnung des früheren französischen Kriegsministers Der frühere Kriegsminister und jetzige Direktor der Pariser Nachmittagszeitung„Intransigeant“, Fabry, beschäfligt sich in einem Leilartikel„Die Kommunisten und das Heer“ mit der kommunistischen Wühlarbeit im französischen Heer Die kommunistische Partei, so schreibt Fabry, sei der Hauptpfeiler der französischen Volksfrontregierung. Als Mitglieder der Regierung unterstützten die Kommunisten also die Landesverteidigungsvorlage und schrien„Es lebe das Heer“. Auf der anderen Seite unterstehe die kommunistische Partei Frankreichs, die die Statuten der kommunistischen Internationale unterschrieben hat, aber der Dritten Internationale. Unter diesen Statuten befinde sich auch ein gewisser Absatz drei, der erkläre, daß außer der Partei eine geheime kommunistische Organisation im Lande zu schaffen sei mit der Aufgabe, im geeigneten Augenblick dem„Proletariat“ den entscheidenden Sieg zu verschaffen. Diese Geheimorganisation habe die Pflicht, alles zu tun, daß ein Sowjetregime in Frankreich errichtet werde. Ferner sei zur Aufgabe gemacht, Sowjetrußland gegen jeden Angreifer zu verteidigen. Für solche„Verteidigung“ brauche man ein französisches Heer. Die kommunistische Partei rufe also„Es lebe die Armee“ und täusche Vaterlandsliebe vor. Ihre Geheimorganisation aber benutze die Gelegenheit, um das Heer zu„sowjetisieren". Die Zwangsmilitarisierung in Sowjetrußland. Aus Anlaß des zehnjährigen Bestehens des sowjetissischen Massenverbandes„Ossoaviachim“ werden einige mtliche Ziffern mitgeteilt, die über die gewaltige Zwangsmilitarisierung der Zivilbevölkerung in der Sowjetuni vte Aufschlüsse geb interessante Aufschlüsse geben. Der„Ossoaviachim“ zählt zur Zeit 6,3 Millionen„freiwillige“ Mitglieder; hinzu kommen aber noch 5 Millionen Mitglieder der Luftschutz= und Gasabwehrverbände. Die Gesamtzahl der Jugendlichen und Zivilpersonen, die sich in diesem Wehrverband der militärischen Ausbildung un terziehen mußten, erreicht also 11,5 Millionen. Im einzelnen wird besonders die Tätigkeit des „Ossoaviachim“ in der Ausbildung von Fliegern hervorgehoben. Zur Zeit bestehen in der Sowjetunion 170 so genannte„Aeroklubs“, in denen viele Tausende von Pilo ten militärisch gedrillt werden. Daneben gibt es 2000 Zirkel für Segelflieger und 200 Segelfliegerstationen. Besondere Ausbreitung hat in Sowietrußzland da? Fallschirmspringen erreicht. Die Fallschirmspringer des „Ossoaviachim“, deren genaue Zahl nicht genannt wird, haben im Jahre 1936 nicht weniger als 30 000 Absprünge ausgeführt. Der„Ossoaviachim“ werde, so heißt es weiter. an dem Ziel festhalten,„Sowjetrußland 150000 Flieger zu geben“. Weiter wird die Zahl der ausgebildeten Scharfschützen des„Ossoaviachim“ mit 1,8 Millionen angegeben. Davon sind viele auch in der Bedienung des Maschinengewehrs unterrichtet worden. Allein in Moskau zählt man 4000 durch den Verband ausgebildete Maschinengewehrschützen. Schließlich sei noch erwähnt, daß, entsprechend den aggresiven Plänen Sowjetrußlands vor allem in der Ostsee, er„Ossoaviachim“ auch die Marineausbildung seiner Mitlieder mit oft drastischen Zwangsmaßnahmen betreibt. Es sind bereits 80 Marineschulen errichtet worden, denen eine„beträchtliche Flotte“ von Uebungsfahrzeugen zur Versügung sieht. Morgen erwarten wir die Meisterprüfung! Lemgo erwartet Salzuslen— Leese gastiert in In der 1. Fußball=Kreisblasse steigen morgen zwar 6 Treffen, aber im Mittelpunkt des Interesses steht der Kampf des Tabellenführers gegen die jugendstarhe und korschuß-freudige Elf des BV. Lemgo. Der Blick aller Fußballanhänger richtet sich nach der alten Hansestadt und alles harrt gespannt der Dinge... Das Programm: VV. Lemgo— BfL. Salzuften SuS. Brake— B8V. Leese Sx Vg. Bavenhausen— Eintracht Jerren BV. Heidenoldendorf— Forkuna Schlangen Rev. Blonberg— AeH. Woddenbausen. Wir möchten die Vorschau zu dem Kampf Lemgo=Salzuflen zuerst mit einem Rat an unsere Fußballfreunde beginnen: Sichert auch frühzeitig genug einen Platz, denn in Salzuflen ist kein Omnidus, ist keine Taxe mehr zu haben, weil alle Welt zu diesem Großkampf will. Leider muß der BV. Lemgo zu diesem wichtigen Kampf auf seinen linken Verteidiger verzichten und die Umstellung der Elf will uns garnicht recht behagen. Aber die Fußball=Verantwokrlichen werden schon wissen, was sie zu kun haben, und wir wollen nicht die Vorschau durch kritische Worte würzen. Es ist u. E. ein Experiment, wenn es gut einschlägt, dann sind wir die letzten, die nicht auch Beifall klatschen werden. Daß dieser Kampf der schwerste, aber auch der sehenswerteste und schönste sein wird, ist wohl selbstverständlich. Die Lemgoer Elf dak Revanche zu nehmen, sie hat aber auch unter Beweis zu stellen, daß sie nicht nur die torhungrigste, sondern auch die derzeit beste Elf der lippischen Kreisklasse ist Kurzum: Morgen erwar4 B#Stibborat(-—1C.4P Tiercsehsstirh= sels. De# 3 In Brake werden sich die Braker und Leeser einen heißen Kampf um die Punkte liefern, denn die Platzelf will endlich einmal wieder aufwärts marschleren, während die Leeser zu reiten versuchen, was zu rekten ist. Wer nun erfolgreich sein wird, das wollen wir offen lassen, denn beide Einheiten haben sich immer spannende und abwechslungsreiche Spiele gelieferk. Die Bavenhauser sind etwas zurückgefallen und werden am Sonntag Gelegenheit haben, etwas aufzuholen. Wir würden uns sehr freuen, wenn den guten Leistungen der Platzelf auch ein schöner Sieg folgen würde. Die Heidenoldendorfer haben gegen Schlangen berechtigte Siegeshoffnungen, Schwieriger wird es schon für Helpup sein, den BfB. Detmold zu bestegen, während man dem RSB. Waddenhausen nur Vorsicht anraten kann, wenn er keinen Punkt in Blomberg verlieren will. 2. Kreisklasse. In der Gruppe Nord sind folgende Spiele vorgesehen: Schwarz=Weiß Hohenhausen— BfB. Makorf Union Entrup— FC. Möllenbeck Tus Lüdenhausen— SuS. Sommersell BfK. Werl— Germania Schötmar Eine Besprechung erfolgt im„Nordlippischen Sportecho“. 3. Kreisklasse. Leider ist es uns immer noch nicht möglich, die Tabellen der Gruppen 2 und 3 zu veröffenklichen; da auch die Ergebnisse nur mangelhaft vorlagen, müssen wir unsere Vorschau auf das Programm=Verzeichnts beschränken: Gruppe 2: Blau=Weiß Hasenbrede— BfL. Lieme Tus Rachlenhausen— Grün=Weiß Wendlinghausen VfV. Leopoldshöhe— SC. Hörste TV. Asemissen— ABC. Ahmsen B6 V. Venkorf— TV. Kirchheide Germania Westorf Tus Winkerberg TV. Schwelentrup— Tus Sonneborn XV. Talle— Teutonia Silixen Bezirksklasse 4. Tenkonia Lippstadt— BfB. Bielefeld Arminia Bielefeld— Vorussia Lippstadt Union Herford— Westfalig Brackwede SV. Schildesche— BfI. Paderborn. Es gehr ums Ganze! Wer wird Meister im lippischen Kandball? bast sich mit dem Jahretwechsel eine Abglichteit ergeben, die für uns Lemgoer so chancenreich ist, daß man gerade für die letzten Spiele einen Massenbesuch erwarten darf. 4 Spiele sind angeseht, aber nur zwei Ergednisse interessieren die Meisterschaftsanwärter, während 2 Spiele für den Abstieg Bedeutung haben. Das Programm: VV. Leugo— XB. Lemge. VV. Heidenoldendorf— TV. Eichholz Schwarz-Weiß Grastrup— 1860 Detmold Grün=Weiß Paderborn— SuS. Lage. Das Lokaltreffen in Lemgo, das am Sonntag morgen um 11 Uhr steigt, wird einen Massenbesuch bringen, denn einmal„zieden“ Lokalkämpfe immer, zum anderen, hat der TB. noch eine Chance, in den Kampf um die Meisterschaft einzugreifen. Das Hinspiel konnte die Elf des BV. Lemgo bekanntlich gewinnen mit 6:5, wie ditter kann sich diese Niederlage noch eines Tages auswirken. Aber wir wollen nicht Vergangenem nachtrauern und auch nicht einen Silberstreifen am Horizont malen, sondern uns mit dem morgigen Kampf befassen. Eins exwarten wir ganz bestimmt, daß sich in Anbetracht des Massenbesuches eines schönen Spiels befleißigen, und ritterliche Gegner sein werden. Wenn der Sturm der Turner wieder, wie im letzten Spiel, auf volle Touren kommt, dann wird die Hintermannschaft des BV. schwere Arbeit zu leisten haben. Aber auch die Fünferreihe des Vd. ist nicht zu unterschätzen, wenn sie sich auch mehr auf Einzelaktionen beschränkt. Es wird darauf ankommen, wer den „längeren. Akem“ hat und wer sich mit den Platzverhältnissen am schnellsten und sichersten abfindet. Tippen ist nichts! Die Eichholzer werden in Heidenoldendorf auf eine geschwächte Elf stoßen und vorsichtig genug sein, um ihren Sieg nicht zu gefährden. In Grastrup erwarten wir die Platzelf in Fronk, während SuS. Lage in Paderborn zu einem knappen Sieg kommen sollte. 1. Kreisklasse. Die 1. Kreisklasse startet zur Rückserie mit folgendem Spielprogramm: Gruppe A: TV. Müssen— TV. Pioitsheide XV. Großenmarpe— Tg. Lage TV. Hanstenbeck— TV. Heidenoldendorf TV. Blomberg— TV. Schlangen Gruppe B: TG. Schötmar— TV. Hillenkrup XV. Bega— TV. Holzhausen XV. Kaldorf— TV, Chrser TV. Knetterheide— TV. Bexlerhagen. Die Hillenkruper werden in Schötmar alles daran setzen, um ihren guten Tabellenplatz zu sichern. Ein Sieg würde einen in Secie Schaton.— der Lesishtmaster Shesin u u. 10l. borf als Sieger zu erwarten, während die Gäste aus Holzhausen hon alles aufbieten müssen, um in Bega erfolgreich zu sein.— n dem 4. Treffen erwarten wir die Platzelf in Front. 2. Kreisklasse. Gruppe C: TG. Lage 2.— TV. Benkrup. BfL. Lieme— TV. Brake In Lieme wird, ein fesselnder Kampf um die Punkte entbrennen, es ist aber woyl zu erwarten, daß der BfL. seinen Platzvorteil ausnußzen wird. SC. Lemgo=West Heute abend 8½ Uhr findek im Vereinslokal H. Lemke un sere Generalversammlung statt. Pünktliches und vollzähliges Erscheinen aller Mitglieder ist dringend erforderlich. Blau=Weiß Hasenbrede Der Punktekampf gegen BfL. Lieme findet um 1 Uhr auf dem Städtischen Sportplatz(Jahnplatz) statt. Der Kampf wurde deshalb so früh gelegk, um allen Gelegenheit zu geben, sich den Großkampf Lemgo— Salzuflen anzusehen. Da die Hasenbreder die Tabelle anführen und Lieme ein beachtlicher Gegner ist, darf man auch für dieses Spiel mit einer großen Zuschauerzahl rechnen. Nordlippisches Sportecho Paih Büblete in Bociture. er Pause starket Nordlippe am kommenden Sonntag zur Meisterschaft 1937. Das läßt das Herz eines jeden Fußballanhängers höher schlagen und alle, die seit dieser langen Zeit so gar nicht wußten, womit sie ihren Sonntagnachmittag ausfüllen sollten, haben nunmehr ihre geregelte„Diensteintellung“. Um ihnen auch gleich das sonntägliche Programm bekanntzugeben und um ihnen somit Gelegenheit zu geben,„ihr“ Spiel vorzumerken, wollen wir zu den einzelnen Begegnungen einmal kurz Stellung nehmen. In Lüdenhausen erwarten die dortigen Turnsportler den augenblicklichen Tabellenletzten aus Sommersell. Ileht man das Abschneiden beider Mannschaften in der Herbstmeisterschaft in Betracht, sind zweifellos die Lüdenhauser die favorisierteste Elf dieser Begegnung und werden, da man zudem noch berechtigte Aussichten auf Erringung der Gruppenmisterchaft hat, kaum schon zu Beginn des zweiten Durchgangs für Ueberraschungen sorgen. Andererseits geben einem aber auch die Gäste zum Kopfzerbrechen Anlaß. Denken wir daran, was sie in vergangenen Jahren zu leisten imstande waren und bisher infolge beruflicher Verhinderung einiger Spieler schwere Aufstellungssorgen hatten, die scheinbar im Augenblick behoben sein sollten, dann kann man sich in Lüdenhausen schon darauf einstellen, daß ein Sieg über ihre Gäste keinem Spaziergang gleichkommt. Der Platzvorteil müßte jedoch den Lüdenhausern zu einem kleinen Plus verhelfen und somit den Sieg sicherstellen. Im Ilsestadion steht den Junioren eine ehrenvolle Aufgabe biwvor. Im Hinspiel gaben ihnen die morgigen Gäste aus Möllenbeck mit 5:2 das Nachsehen, morgen winkt ihnen die Gelegenheit, das Ergebnis zu korrigieren. Wie weit ihnen das gelingt, hängt in erster Linie von ihrer Mannschaft ab, mit deren Aufstellung unser Freund„Muck!“ in letzter Zeit leider viel Sorgen hatte. Daß sie aber trotz vieler Niederlagen nicht den Mut verlor, läßt uns für morgen den Wunsch äußern, daß ihnen auch einmal ein Sieg beschert sein möge, da es um sie sonst bedenklich aussehen würde. Und doppelt schwer würde er wiegen, wenn er gegen die spielstarken Möllenbecker errungen würde, die es uns nicht verübeln dürfen, wenn wir den Entrupern dieselben Chancen wie ihnen einräumen. Eine große Sache wird es diesmal in Hohenhausen in der Kampfbahn„Lippe=Nord“ geben, so meinen jedenfalls zahlreiche „Leute vom Fach“, die ja schon aöhr für Jahr auf die Begegnungen Hohenhausen— Matorf geschworen haben, denn Kampfpiele zeigten bisher beide Mannschaften, die uns stets große Freud bereitet haben. Es fragt sich nur, wieweit beide Vereine ihre Mannschaftsaufstellungen gelöst haben und damit wird auch gleich die Frage nach dem voraussichtlichen Sieger aufgeworfen, die wir zu beantworken am besten den beiden Dartnern selbst überlassen und wer dabei sein will, der stelle sich pünktlich ein. Der Tabellenführer Germania Schötmar macht derweil einen Spaziergang zum benachbarten BfK. Werl und... ja und möchte, ist doch wohl gelinder ausgedrückt, auf diese Art und Weise gern beide Punkte mit nach Hause bringen. Gemach, so gemütlich werden es ihnen die Werler nun doch nicht machen und es ist nur zu gut, daß die Schötmaraner ihre Nachbarn kennen und sie nicht unterschätzen. Eine unverhoffte Niederlage kosteke ihnen wertvollen Boden, der nicht so leicht wieder eingebracht werden könnte. Die einzigen die„beurlaubt“ sind, sind die Lemgoer Vorstädter, die diese Gelegenheit sicher sehr gut ausnützen werden, ihre zukünftigen Gegner zu studieren. Wie welt die Dritte auf dem Wege zur Meisterschaft ist, entzieht sich bis jetzt noch unserer Kenntnis. Wir hoffen es aber ois zum nächsten Mal zu erfahren. Eda... Der Tamagnini Eurovameister er Berliner Sportpalast hatte wieder einen ganz großen Tag. Eine Europameisterschaft stand auf dem Programm, und außerdem hatte sich in einem Kampf, der als„Vorentscheidung für die Weltmeisterschaft“ angekündigt war, Adolf Heuser mit dem belgischen Meister Charles Sus auseinanderzusetzen. Diese beiden hauptkämpfe hatten genügend Zugkraft, um Tausende von Boxsportfreunden anzuziehen, die mit Spannung den großen Kämpfen entgegensahen. Eine kleine Gensation war es auch, daß zum erstenmal in Deutschland bei einem Boxkampf, der Europameisterschaft, weiße Boxhandschuhe verwendet wurden, die angeblich die Treffer besser erkennen lassen sollen. Eingeleitet wurde der Abend mit zwei Neulingskämpfen, in denen einmal im Mittelgewicht der Breslauer Wielsch über Schlegel=Berlin klar nach Punkten siegte. Im zweiten Kampf siegte der Zwickauer Halbschwergewichtler Lambertz in der sreiten Runde durch k. o. über den schwächeren Berliner Dann traten die beiden Anwärter auf die Europameisterschaft im Leichtgewicht, der Italiener Vittorio Tamagnini und der junge deutsche Meister Rudolf Kretzschmar, in den Ring zu dem über 15 Runden angesetzten Treffen um den höchsten Titel Europas in ihrer Gewichtsklasse. Der Kampf brachte dem Titelverteidiger Tamagnini einen ganz klaren Punktsieg durch seine größere. Routine und seine Die Botschaft von Klaus Lhoms Von Erich Treber. In der Kneipe des alten Kapitäns Bruhns war kein Gast, selbst der Stammtisch, an dem sonst immer die pensionierten Seebären saßen und reichlich Seemannsgarn gesponnen wurde, stand verlassen. Hinter der Theke saß der alte Bruhns, der Jahrzehnte über die Meere fuhr und nun seinen Lebensabend in dieser Hafenkneipe verbrachte, die ihm aber lieb geworden war, denn sie brachte ihm Verbindung mit der Welt da draußen. An den Wänden hingen Erinnerungen aus anderen Ländern, von der Decke baumelten Modelle von Hansekoggen und alten Fregatten, der Stolz des Alten, denn er hatte sie selbst an langen Winterabenden zusammengebastelt, getreu den Vorbildern, die einst die Wogen der Ozeane durchschnitten. Die Tür zur Hafengasse wurde aufgestoßen, Herbstwind drückte in die rauchige Stube. Ein Fahrensmann trat ein. Graues Gesicht, struppiger Bart, die Augen unruhig flackernd; es war wohl einer der Männer, die die Asienroute fuhren, und die das Leben dort unten zerfraß. Der alte Kapitän kannte alle diese Gesichter; er konnte jedem sagen, woher er kam. Der Fremde setzte sich an einen Tisch in der Sche und bestellte mit heiserer Stimme einen Grog. Käpten Bruhns brachte das Getränk. : Der andere sah ihn an:„Haben Sie einen Augenblick Zeit, Wirt?“ „Zeit habe ich, aber mich nennt man nicht Wirt; ich bin für alle Fahrensmänner der Käpten Bruhns!“ „Entschuldigt, Käpten, ich war noch nie hier!“ Bruhns hatte Platz genommen und soh den anderen erwartungsvoll an. „Habt Ihr einen Klaus Thoms gekannt?“ „Klaus Thoms?“. Der Alte dachte nach.„Einen Klaus oms! Ja, es ist lange her, vielleicht fünfzehn Jahre. doms war der Bräutigam der Fieke Hansen. Vor fünfmu Jahren fuhr er nach Asien; seit der Zeit ist er verWer Eieh Heute bat lerge lange wi bn gewartet: Der andere unterbrach den Kapitän:„Ich traf vor sechs Jahren Klaus Thoms in Schanghai; er erzählte mir von Fieke Hansen und auch, daß er nie wieder heimkehren würde.“ „Aber warum denn nicht? Warum schrieb er denn auch nie?“ „Käpten Bruhns, es war eine traurige Geschichte, die er mir erzählte. Vor fünfzehn Jahren kam Klaus schwerkrank in Kanton an; man schaffte ihn in ein Hospital, er litt unter furchtbaren Schmerzen; man gab ihm Morphium, um die Leiden erträglicher zu machen. Wochenlang lag er auf Leben und Tod. Dann vergingen noch Monate— schließlich entließ man ihn. Aber was war aus dem starken, kräftigen Klaus geworden! Ein gebrochener Mann. der nur eine Sehnsucht kannte: das Morphium! Morphium bekam er nicht, so griff er zum Opium; er verfiel dem Gift, vergaß Heimat und Braut. In lichten Stunden dachte er wohl an Deutschland und Fieke Hansen. aber dann schämte er sich vor sich selbst. Darum Der Fremde machte eine Pause. „Als ich ihn traf, saß er, verbittert über sein verpfuschtes Leben. in einer Spelunke in Schanghai. Ich erzählte ihm, daß ich sicherlich einmal nach seiner Heimatstadt kommen würde. Da bat er mich, nach Fieke Hansen zu forschen und ihr zu sagen, warum er nicht wiederkam.“ Käpten Bruhns schüttelte den Kopf:„Laßt Fieke Hausen den Glauben, daß Klaus Thoms nicht mehr lebt. Sie hatte viele Jahre auf ihn gewartet, dann gab sie es auf. Sie ist die Frau Hein Boyens geworden, eines tüchtigen Seemanns; er fährt nur an der Heimatküste: Fieke wolkte keinen, der nach Uebersee fuhr.“ Der Fremde soh vor sich hin.„Ist sie glücklich geworden?“ „Sie hat einen braven Mann und zwei Kinder; sie wird Klaus Thoms vergessen haben. Glaubt Ihr, daß es richtig wäre, nur um den Gruß eines Verlorenen zu bestellen, einen Frieden zu zerstören?“ In diesem Augenblick ging die Tür wieder auf. Ein altriger Mann stand im Rahmen. Augen leuchteren under einem Blondschop#t. Käpten Bruhns bat Boyens, am Tisch mit Platz zu nehmen:„Ein Fahrensmann von der Asienroute. Der Blonde drückt dem Fremden die Hand:„Es muß schön sein, die Welt zu sehen!“ Der andere schüttelte den Kopt:„Schön ist es nur in der Heimat!“ Der alte Bruhns misahbe sich eis:„Ndas machen Fiele und die Kleinen?“ Hein Boyens lächelte froh:„Alles wohlauf, ich hal dir ein Bild mitgebracht, Papa Bruhns.“ Mit diesen Worten reichte er eine Photographie über den Tisch. Der Mann vom Asienfahrer sah ein frisches, lachendes Frauengesicht und zwei strahlende blonde Knaben. „Es muß ein Glück bedeuten, solche Kinder zu haben!“ Er hatte es leise vor sich hingesprochen. Käpten Bruhns holt noch drei Grogs, dann erzählte der Fremde von seinem Leben auf Fahrt im Fernen Osten. Der Name Klaus Thoms wurde nicht mehr erwähnt. „Ich fahre morgen wieder nach Ehe. Wer weiß, ob ich noch einmal hierher komme!“ Mau blieb noch eine Stunde zusammen; dann verabschiedete sich der fremde Seemann. Er drückte Hein Boyens fest die Hand:„Viel Glück auch weiterhin!“ Käpten Bruhus sah noch lange zuer Tür, durch die der andere ging. „Wer war der Fremde, Papa Bruhns““ wollte Hein Boyens wissen. „Ein Mann, der eine Botschaft brachtet“ Mehr vorriet er nicht. Am nächsten Tag— Käpten Bruhns stand wieder hinter der Theke und spülte die Gläser— brachte ein Schiffsjunge einen Brief. Der Unrschlag enthiett nur einen kleinen Zettel. Bruhns entsaktete ihn:„Käpten Bruhns! Ich weiß nun, daß Fieke Haufen glücktich ik. Ein Mann, der für die Welt tot ist, soll tot bleiben. Klaus Thoms.“ Der Alte steckte den Zettel in die Tasche, dann lächette er still vor sich hin.„Ich wußte es. Klaus Thoms, daß du selbs mit der Botschaft in die Heimat kamß!“ c M ########renu“r Panr. 23. Januar 1937. Lippische Post Rummer 19. Winterschau des Bauerniums Was bringt die Grüne Woche Berlin 1937? Mit fieberhaftem Eifer rüstet die Reichshauptstadt zur Zeit zur„Grünen Woche Berlin 1937“, die vom 29. Januar bis 7. Februar abgehalten wird. Diese Winterschau des deutschen Bauern bildet den Auftakt zu den großen Ausstellungsereignissen dieses Jahres, die die Reichshauptstadt in ihren Mauern beherbergen wird. Wieder wie im Vorjahr ist diese traditionelle Schau auf Bauer und Städter, auf Erzeuger und Verbraucher gleichmäßig ausgerichtet. Mit anderen Worten, sie wendet sich an jeden, zumindest soweit Verbraucherfragen erörtert werden. Und da jeder Verbraucher ist, so gibt es praktisch niemanden, dem diese große Veranstaltung nichts zu sagen hätte. Was bringt die Grüne Woche 1937? In Zahlen und reichstem Anschauungsmaterial entwickelt sie ein plastisches Bild bäuerlichen Schaffens und städtischer Mitarbeitsmöglichkeiten. Sie wird von dem sprechen, was das deutsche Bauerntum für Volk und Staat, als Kraftquell und Blutspender der Nation, bedeutet; sie will uns allen, die wir auf die Erzeugnisse der heimischen Landwirtschaft angewiesen sind, vor Augen führen, wie weit die großen Ziele der Erzeugungsschlacht, die in der Nahrungsfreiheit gipfelt, schon erreicht sind; will uns zeigen, was noch zu tun bleibt. Schließlich legt sie an Hand von anschaulichem Material dar, was jeder einzelne Deutsche tun kann und tun mus, um an der Verwirklichung der Nahrungsfreiheit unseres Volkes mitzuarbeiten. Von den großen Aktionen„Erhaltungsschlacht",„Kampf dem Verderb“, von dem Küchenzettel, der nach volkswirtschaftlichen Grundsätzen zusamengestellt ist und den Erzeugnissen unseres Bodens und unseres Klimas Rechnung trägt, wird viel und eindringlich die Rede sein. Das Programm ist so vielgestaltig, daß niemand die Ausstellung verlassen wird, ohne für sein tägliches Arbeitsleben neue Anregungen gewonnen zu haben und neue Erkenntnisse über die Größe der Aufgabe, an der wir alle mitarbeiten müssen. Ein musterhafter Küchenbetrieb In vier großen Abteilungen behandelt der Reichsnährstand— auch diese Ausstellung steht wieder unter der Schirmherrschaft des Reichsbauernführers— die Fragen der gesunden Grundbesitzverteilung und Volksentwicklung, die wichtigsten Probleme der Erzeugungsschlacht und Marktordnung im Dienst des Vierjahresplanes und, was vor allem die Hausfrauen angeht, alle nur erdenklichen Möglichkeiten, die es im täglichen Leben überall gibt, um der Vernichtung und dem Verderb Einhalt zu gebieten. Ein bis ins kleinste durchdachter Küchenbetrieb wird Anleitung für tausend wichtige Einzelheiten geben. Ueberhaupt werden die Frauen gut daran tun, einen großen Rotizblock mitzubringen, um all die Kochrezepte und praktischen Winke zu notieren, die künftig aus volkswirtschaftlichen Rücksichten heraus in Küche und Haus weit mehr Beachtung finden müssen als bisher. Für das große Gebiet„Kampf dem Verderb“ ist eine besondere Ausstellung vorgesehen. Der 16=Stundentag der Landfrau Die Grüne Woche wendet sich aber nicht nur an die Verbraucherin und unter den Verbraucherinnen namentlich wieder an die Städterin, sondern auch an die Bauernfrau selbst. Sie denkt für sie, sorgt sich um sie. Es ist eine ebenso bekannte wie traurige Tatsache, daß die Landflucht zu einem Teil dadurch gefördert wurde, daß die Last der Arbeit für den einzelnen, namentlich aber für die Bauernfrau, zu groß und schwer geworden war. Statistische Untersuchungen ergaben, daß in nur 2 Prozent aller ländlichen Haushaltungen die Bauernfrau täglich zwölf Stunden arbeitet; in 40 Prozent der Landhaushaltungen arbeitet sie 13 bis 14 Stunden, in 48 Prozent 15 bis 16 Stunden und in 10 Prozent sogar über 17 Stunden am Tag. Daß dies ein Uebermaß an Leistung ist, bedarf wohl keiner besonderen Erwähnung. Die Frage kann nur die sein, auf welche Weise kann der unermüdlichen Helferin des Mannes in Haus und Hof etwas von ihrer Aufgabenfülle abgenommen werden, damit sie künftig Zeit finden kann, sich mehr ihrer Familie und ihren Kindern zu widmen. Hier kann, und auch das wird uns die Grüne Woche 1937 in vielfacher Weise zeigen, die Technik ungeheuer viel helfen. Angefangen von dem Heißwasserspeicher oder dem Futterdämpfer bis zu den modernen Einmachgeräten oder der Waschmaschine steht der Bäuerin eine große Zahl technischer Hilfskräfte zur Verfügung, die ihr in Zukunft in verstärktem Maße zugeleitet werden müssen. Kleingärtner und Vierjahresplan Auch die Kleingärtner und Kleinsiedler, die Träger des Blut= und Bodengedankens in den Städten, spielen im Rahmen der Nationalwirtschaft eine wesentliche Rolle. Der deutsche Lebensmittelmarkt erfährt — eine besonders wichtige Tatsache im Rahmen des Vierjahresplanes— bei richtiger Anlage und Nutzung der Kleingärten durch eine weitgehende Erzeugung für den eigenen Bedarf eine nicht unerhebliche Entlastung. Und so wird auch im Rahmen der Grünen Woche durch eine Sonderschau das Augenmerk auf die ernährungspolitische Bedeutung der Kleingärten in den Städten hingewiesen Die Kleingärten sind nicht nur die Ausgangspunkte beträchtlicher Mengen an Obst, Gemüse und Kartoffeln, ihnen kommt auch in der Kleintierhaltung größte Bedeutung zu. durch künstlichen Regen zwei neue Provinzen Die Notwendigkeit, dem deutschen Boden alle mög lichen Erzeugnisse abzuringen und jedes Fleckchen Erde zu nutzen, hat auch das Augenmerk der Fachwelt wieder auf die künstliche Beregnung hingelenkt. Heute werden etwa 25 000 Hektar deutschen Bodens, das ist ungefähr die Fläche von Lippe, künstlich beregnet. Auf diesen Flächen wurde die Ernte eben dank der maschinellen Regenanlagen von 20 auf 50 v. H. gesteigert. Diese Erfahrung legt den Gedanken nabe, weit größeren Gebieten deutscher Erde den Segen des künstlichen Regens zuteil werden zu lassen. Man hat errechnet, daß mit Hilfe dieses„irdischen Nasses“ zwei weitere Provinzen für Deutschlands Ernährung erobert werden könnten. Zwei Provinzen, deren Ausdehnung die landwirtschaftliche Nutzfläche von Hannover und Weftfalen haben würde. Mit Rücksicht auf die Bedeutung dieser Frage wird dem künstlichen Regen, der Beschaffenheit von Regenanlagen usw. auf der großen Winterschau des Bauern viel Beachtung geschenkt.— Erstmalig und neu ist auch die Schau„Wild und Welt“, die Jagdtrophäen aus allen Erdteilen zeigt, und als Werbung für die internationale Jagdausstellung im November 1937 in Wirtschaftliche Freiheit— das Ziel Wieder, wie jedes Jahr im Januar. wird in die Stadt ziehen, und wieder wird der Städter beeindruckt sein von der Größe der Aufgaben, die der Bauer zu erfüllen hat. Wieder wird er begreifen, daß das Handin=Hand=Arbeiten jedes einzelnen mit dem Landmann ein Muß, eine große Pflicht ist; denn der Bauernhof ist keine Fabrik, deren Produktion beliebig schnell erweitert werden kann. Naturkräfte spielen im Kampf um Ernte und Ertrag eine ebenso große Rolle wie die lange Zeitdauer, zwischen Säen und Ernten liegt, und der Bauer kann nicht heute die Erzeugnisse und morgen jene dem Boden abgewinnen. Wo es um ein Wirtschaften auf lange Sicht geht, müssen erst recht alle, Erzeuger und Verbraucher, zusammenstehen und kämpfen, denn das Ziel, wirtschaftliche Freiheit, geht uns alle an. Weltbild— M. Ab 23. Januar Verkehrserziehungsdienst des RSKn. Ein RSSK.=Mann des Verkehrserziehungsdienstes mit Anhaltestab und Ringkragen, dem Erkennungszeichen seiner Tätigkeit. Der dem Verkehrspolizisten beigegebene RSKK.=Mann hat die Pflicht, Fahrzeuge, die gegen die Verkehrsregeln verstoßen, anzuhalten und Fahrer und Fußgänger auf ihr verkehrswidriges Verhalten hinzuweisen. Rügen von Eis blockiert Hamburger Tjalk im Treibeis gestrandet. Saknik. 22. Januar. Die Eisverhältnisse um Rügen haben sich weilerhin bedeutend verschlechtert, die Insel ist in der letzten Nacht vollkommen vom Treibeis blockiert worden. Auch die kleinen Inseln Greiswalder Die und Ruden im Greifswalder Bodden sind durch das Eis vom Verkehr abgeschnitten. Von Stralfund kamen die Regierungsdampfer„Arcona“ und„Kieseritzky" nach Saßnitz, wo sie während des Winkers bleiben werden, um bei Eisgefahr hilfe zu leisten.„Arcona“ lief am Freitag nach Greifswalder Die. um den Einwohnern Proviant zu bringen und die Post zu besorgen. Die Lotseninsel Ruden wird von Kröslin aus betreut. In dem Treibeis vor Saßnitz strandete in der Nacht zum Freitag die Hamburger Tjalk„Alida“, Kapitän Ring, die von Süddänemark mit einer Ladung Steine nach Stettin unterwegs war. Das Schiff befand sich zwei Tage in der See, als es in das Treibeis geriet und kaum noch vorwärts kam. Der Kapitän wollte deshalb den Saßnitzer Hafen ansteuern. Das Schiff wurde jedoch kurz vor der Einfahrt vom Treibeis drei Seemeilen zurückgedrängt und saß schließlich hilflos fest. Regierungsdampfer„Kieseritzky“ schleppte das ganz vereiste Schiff Freitag mittag in den Hafen in Saßnitz ein. Dreister Raubüberfall in Hamburg Zwei Täter festgenommen. Am Freitag morgen gegen sieben Uhr wurde eine 73= jährige Frau, die in der Lincoln=Straße ein Brotgeschäft betreibt, in ihrem Lagen von drei jungen Burschen im Alter von 18 bis 21 Jahren überfallen. Einer dieser Burschen hatte ein Paket Persil verlangt, das die alte Frau mit Hilfe einer Trittleiter von einem Bord holen mußte. In diesem Augenblick betraten die beiden anderen den Laden, rissen die Frau zu Boden und würgten sie am Halse, während der zuerst erschienene aus der Ladenkasse etwa 30 raubte. Durch die Hilferufe der alten Frau waren vorübergehende Personen aufmerksam geworden. Die Täter ließen uon ihtem Opfer ab und versuchten zu entkommen. Einer von ihnen konnte im Laden, der andere im gleichen Hause von Beamten der Schutzpolizei festgenommen werden, während der dritte durch die Flucht entkommen ist. Die alte Frau hat seine Verletzungen erlitten und kam mit dem Schrecken davon. Frauenmord in Hamburg Die 24jährige Ehefrau Minna Kaiser ist in ihrer Wohnung in Hamburg am Rumpfsweg mit durchschnittener Kehle ermordet aufgefunden worden. Als ihr Mann gegen 14 Mann der Besatzung der„Welle" geborgen Kiel, 22. Januar. Von der Besatzung des westlich von Fehmarn untergegangenen Versuchsbootes„Welle“ der Kriegsmarine sind bisher 14 Mann als Leichen geborgen worden. 10000 RM der SA für die Angehörigen der Gebliebenen Der Stabschef hat im Namen der SA der Reichskriegsmarine einen Betrag von 10000 Mark überwiesen. Diese Summe ist für die Hinterbliebenen der in mannhaftem und kameradschaftlichem Einsatz bei den Rettungsversuchen um die„Duhnen“ ums Leben gekommenen Marineangehörigen bestimmt. Zum Untergang=s Versuchsschiffes„Welle".(Weltbild(M) Das Versuchsschiff„Welle“, das bei Fehmarn zu Bergungsarbeiten eingesetzt war, ist in schwerem Sturm westlich der Insel gesunken. Für die Hinterbliebenen der Besatzung hat die vom Führer ins Leben gerufene Stiftung„Opfer der Arbeit auf See“ einen Betrag von 10000 RM. zur Verfügung gestellt. Bisher über 180 000 Obdachlose im Ueberschwemmungsgebiet in ASA. Größte Flutkatastrophe seit 29 Jahren Die verheerenden Ueberschwemmungen in den 10 Staaten des Mittelwestens haben die Ausmaße der größten Flutkalastrophe seit 20 Jahren angenommen. Der Ohlo erreichte bei Chincinnall am Freitag einen Hochwasserstand von 21 Metern. Die Jahl der Obdachlosen beträgt bisher etwa 180 000, davon allein 40 000 im Cincinnati-Gebiet. Den Sachschaden schätzt man auf mehrere Millionen Dollar. Zahlreiche größere Stadte im Staate Ohio, wie Portsmouth, Marietta, Pomroy, sind teilweise bis zu 2½ in vom Wasser überflutet. In der 330000 Einwohner zählenden Stadt Louisville sowie in anderen Städten Kentuckys, darunter in der Hauptstadt Frankfurt, mußten bisher etwa 3000 Familien ihre Wohnhäuser räumen. Viele Ortschaften in Kentucky sind durch die Fluten von der Außenwelt vollkommen abgeschnitten. Der gesamte Eisenbahn= und Autobusverkehr ist lahmgelegt. Nach den bisherigen Feststellungen sind wenigstens 15 Todesopfer zu beklagen. Die Mutter als Hausarzt Wie heilt man Fußbeschwerden? Wenn sich die geringste Reigung zur Frostbeulenbil: dung zeigt, muß man sein Augenmerk ganz besonders auf das Schuhwerk legen und das Tragen enger Schuhe und dünner Sohlen vermeiden. Im Winter trage man stets Wollstrümpfe. Frostbeulen an den Füßen sind eine böse Quälerei. Man kann sie lindern und ganz zu. Heilung bringen, wenn man ein tägliches Wechselbad nimmt und dabei die Füße eine halbe Minute in heißes, dann eine halbe Minute in kaltes, abgestandenes Wasser setzt. Diese Bäder müssen eine halbe Stunde dauern und täglich genommen werden, wenn sie Erfolg versprechen sollen. Danach reibt man die angefallenen Stellen mit einer guten Frostsalbe ein, die man selbst herstellen kann: 80 Gramm Terpentinöl, 15 Gramm venezianisches Terpentin, 6 Gramm Jod, 6 Gramm Kampfer werden im Wasserbad erwärmt und aufgelöst. Mit dieser gut verrührten Lösung EPSSTRUMN Abend von seiner Arbeitsstelle heimkehrte, fand er die Ermordete in ihrem Blute liegend vor. Er erstattete sofort Anzeige. Kaiser gab an, daß er um 7,15 Uhr die Wohnung verlassen habe, um seine Arbeitsstelle in der Ellerntorbrücke aufzusuchen. Vorher habe er noch mit seiner Frau den Morgenkaffee eingenommen und sie gesund verlassen. Die Frau wurde in der Wohnung auf einem Liegesofa mit einem tiefen Halsschnitt aufgefunden. Die linke Brustseite wies mehrere Messerstiche auf. Am Halse wurden Würgemale festgestellt. Es wurden keine Merkmale an der Leiche festgestellt, die auf einen Kampf des Täters mit seinem Opfer schließen lassen. Die Ermordete hat mutmaßlich, nachdem ihr Ehemann die Wohnung verlassen hatte, Herrenbesuch gehabt, dem sie Kaffee und Kuchen vorsetzte. Neues in Kürze. Dreiner Raububerfall. Am Freitagmorgen gegen sieben Uhr wurde eine 73jährige Frau, die in der Lincolnstraße in Hamburg ein Brotgeschäft betreibt, in ihrem Laden von drei jungen Burschen im Alter von 18—21 Jahren überfallen. Einer dieser Burschen hatte ein Paket Persil verlangt, das die alte Frau mit Hilfe einer Trittleiter von einem Bord holen mußte. In diesem Augenblick betraten die beiden anderen den Laden. rissen die Frau zu Boden und würgten sie am Halse, während der zuerst Erschienene aus der Ladenkasse etwa 30 Mart raubte. Durch die Hilferufe der alten Frau waren vorübergehende Personen aufmerksam geworden. Die Täter ließen von ihrem Opfer ab und versuchten zu entkommen. Einer von ihnen konnte im Laden, der andere im gleichen Hause von Beamten der Schutzpolizei festgenommen werden, während der dritte durch die Flucht entkommen ist. Die alte Frau kam mit dem Schrecken davon. Die Eisenbahnschranke durchfahren. An dem beschränkten Uebergang der Halle=Hettstedter Eisenbahn bei Passendorf ereignete sich ein folgenschwerer Verkehrsunfall. Ein mit zwei Personen besetzter Kraftwagen durchfuhr infolge Versagens der Bremsen die geschlossene Bahnschranke, wurde von der Lokomotive eines Personenzuges erfaßt und etwa 50 Meter weit mitgeschleift. Dabei wurde der Sohn des Kraftwagenbesitzers so schwer verletzt, daß er nach kurzer Zeit verstarb. Der Kraftwagenführer und ein Schrankenwärter wurden erheblich verletzt. Verschiedenes. Die Skatspieler Skatspielen ist eine Leidenschaft. Es gibt Leute, die sich derart in ein Spiel verbeißen, daß sie ihre ganze Umgebung vergessen, daß sie absolut nicht merken, was um ste herum vorgeht. Sie konzentrieren ihre Aufmerksamkeit derart auf die Karten, daß sie meistens erst beim Nachhausegehen merken, daß ihnen vielleicht schon vor Stunden ihr Ueberzieher gestohlen worden ist. Den Gipfel aber ner wahren Svielversessenheit haben wohl drei Männer erreicht, die man in ihrer Wohnung bewußtlos mit den Karten in der Hand auffand. Ein intensiver Gasgeruch hatte die Nachbarn aufmerksam gemacht. Die sofort alarmierte Feuerwehr stellte fest, daß sich im Zimmer der Spieler ein Gasschlauch gelöst hatte und daß sie durch das ausströmende Gas eine schwere Vergiftung erlitten hatten. So vertieft waren diese drei Männer in ihr Spiel gewesen, daß sie von dem Gasgeruch nicht das geringste gemerkt hatten. Sie hatten vermutlich derart hoch„gereizt“. aß ihre Geruchsnerven für jeden anderen„Reiz“ unempfindlich geworden waren. Die Wiederbelebungsversuche waren bei allen dreien von Erfolg begleitet— als aber der erste die Augen aufschlug, da rief er:„Null onvert!“ Zwei Jahre Studium für einen Tanz. Die Londonerin Claire Holt hat sich die Sammlung und Aufzeichnung aller existierenden Volkstänze zur Aufgabe gemacht. Zwei Reisen um die Welt liefern ihr das Material für eine„Enzyklopädie des Tanzes“. Im Rahmen eines Vortrages über Tanzkunst zeigte die Forscherin kürzlich aus einem javanischen Hoftanz Figuren, zu deren Erlernung sie zwei volle Jahre benötigte. Dieser Tanz, dessen Vorführung eine volle Stunde beanspruchte und der eine außerordentliche Beherrschung des Körpers zur Voraussetzung hat, kann wohl als der schwierigste der Welt bezeichnet werden. Bei seiner Ausführung darf eine Bodenfläche von einem Quadratfuß nicht überschritten werden, obwohl er insgesamt 123 Figuren zählt, von denen jede eine andere Fußstellung, Armhaltung und Mimik aufweist, bei deren Darstellung die gesamte Körvermuskulatur in ständiger Bewegung bleibt. Ein menschlicher Saismograph. Wenn man den Aussagen der Frau Burton aus Deva Glauben schenken darf, verspürt ihr Körper jedes Erdbeben, daß in einer Gegend der Welt auftritt. Zu gleicher Zeit als die von den Zeitungen gemeldeten Erdbeben auftraten, habe sie ein kaltes Erschauern im Rückgrat empfunden, das von einem Krankheitsgefühl begleitet war und dem heftige Kopfschmerzen folgten. Im allgemeinen stellen diese Erscheinungen so nachdrücklich bei ihr ein, daß sie gezwungen ist, sich zu Bett zu begeben. Auch am nächsten Tage noch verspürt sie ein dumpfes Gefühl im Kopfe. An einen der letzten Donnerstage noch ahbe sie wiederum die gleiche Erscheinungen wahrgenommen. Einige Tage später las sie, daß zur selben Zeit, da dersonderbare Zustand sich bei ihr einstellte, der Londoner Saismograph ein Erdbeben verzeichnet habe. Seit über 20 Jahren habe sie diese Empfindsamkeit der Nerven an sich wahrgenommen. Alle möglichen Mittel seien von ihr versucht worden, um diese Unannehmlichkeiten zu beseitigen, jedoch seien nennenswerte Erfolge ausgeblieben. Während des Quetta=Erd bebens in Indien habe sie sich derart krank gefüllt, daß sie mehrere Tage bettlägerig war. Desgleichen hätten ihr die heftigen Erdstöße, die vor einigen Jahren in Nordengland anktraten, sehr stark zugesetzt. Eine unangenehme Last ist der Fußschweiß. Tägliche lauwarme Bäder mit Zusatz eines stärkenden Mittels wie Borax oder Formalin wirken abhärtend und machen zugleich die Haut geschmeidig. Strümpfe und Schuhe müssen natürlich täglich gewechselt werden, wenn die Kur einen Dauererfolg haben soll. In die Strumpfe kann man ein Schweißpuder streuen, das leicht selbst herzustellen ist: Man mischt 100 Gramm Talkum, 20 Gramm Alaun und braucht es als Streupulver. Ein sehr gutes Mitte! ist auch eine Lösung von 20 Gramm Salizylsäure in 380 Gramm Alkohol, dem man dann 100 Gramm destilliertes Wasser zugibt. Diese Lösung wird dem Fußbadewasser zugesetzt, man kann aber auch Strümpfe damit präparieren, indem man sie in die Lösung taucht und dann trocknen läßt. Wunde Füße sind eine Qual, an der im Winter viele Menschen leiden. Für die Hausfrau und die, die viel gehen müssen, ist diese Quälerei besonders schlimm, denn sie behindert in der Arbeit. Geschwollene und schmerzende Füße können ein Zeichen von ernsthaften Erkrankungen, z. B. des Herzens oder der Nieren. oder auf schlechte Blutzirkulation zurückzuführen sein. Deshalb darf man es nicht versäumen, seinen Arzt zu befragen. Nebenher oder auch dann, wenn sich keine innere Ursache dieses Leidens zeigt, kann man durch gute Fußpflege dem Leiden Einhalt tun. Hühneraugen oder Hautverdickungen, sogenannte Lederhaut unter der Ferse oder dem Fuß darf man keine Zeit lassen, sich zu bilden, sondern man muß vor dem täglichen Rukbad die befallenen Stellen mit Das verlorene Buch Mit Büchern ist es eine eigenartige Sache. Oft w: mit den Menschen. Es gibt Bücher, welche die ganze Welt kennt, Bücher, die es in Millionen Exemplaren gibt. Auck seltene Bücher und seltsame Bücher albt as. Das seltsamste Buch, das es auf der Welt gibt, kenn jeder. Aber niemand kennt seinen Titel, weiß, wer es geschrieben bat. Kein Mensch hat es je in der Hand gehabt Aber es existiert! Alle Menschen reden davon... „Das ist eine Frau für dich, wie sie im Buche steht!“ „Das ist ein Geschäft für dich, wie es im Buche steht!“ „Das ist ein Film, wie er im Buche steht!“ „Das ist ein Haus, wie es im Buche steht!“ „Das ist ein Charakter, wie er im Buche steht!“ „Das ist eine Idee, wie sie im Buche steht!“ „Das ist ein Glück, wie es im Buche steht!" „Das ist ein Pech, wie es im Buche stebt!“ Wer kennt dieses Buch nicht? Täglich zitieren wir es, als hätten wir es eingehend gelesen. In allen unseren Lebenslagen begleitet es uns, dieses Buch des Lebens. Wer mag es geschrieben haben? Wo mag es erschienen sein? Wo mag es aufzufinden sein? In welcher Bibliothek steht es? Fragen,„wie sie im Bliche stehen“, auf die leider keine Antwort kommt. Tatsache,„wie sie im Buche steht", ist: es ist das Buch der Bücher, das verlorene Buch der Welt. DURCN VERLAG OSNAR MPSTER, SRRNADZ (19. Fortsetzung.) Wachtmeister Schuster hat abtreten müssen. Aus der Garnison ist ein älterer, bebrillter Herr, der immer ein sauersüßes Lächeln, eine halb=wohlwollende Miene zeigt, gekommen. Wachtmeister Puschke. Er hat die Schreibstube übernommen als Etatsmäßiger, und der wackere und so überaus beliebte Schuster mußte wieder mit den Heidehackern in den Wald ausrücken. Man kann nicht sagen, daß er es ungern tat. Im Gegenteil, er fühlte sich ganz wohl dabei. In frischer, freier Luft schmeckten ihm die geliebten Zigaretten besser und bekamen ihm auch besser. Und außerdem war er im Kreise der alten Kameraden. * Fritz Müller besucht eines Tages Marot. er in di= Frisch und hinein und l e „Das b0 wirst nicht munter schneit er in die Krankenstube schüttelt dem Gesunden herzlich die Hand. „Na, teurer Mitarbeiter, was machen wir denn?“ anke, es geht besser!“ sagt Marot erfreut.„Morgen aufstehen.“ paßt gut! Brauchst keine Bedenken zu haben, t überanstrengt werden, aber es ist besser, wenn du nun bald auf dem Posten bist, wir haben nämlich einen neuen Wachtmeister.“ Marot sieht ihn fragend an, er merkt, daß die Worte eine besondere Bedeutung haben. „Was ist denn mit dem neuen Wachtmeister?“ „Om... er meinte, wenn du krank bist, dann wär's am besten, du kämst in die Garnison zurück. Aber das möchtest du doch nicht?“ „Nein. nein!“ „Na, das dachte ich mir auch!“ „Wie ist denn der neue Wachtmeister?“ erkundigt sich Marot. „Oh... der ist sehr freundlich, sehr nett! Ein älterer Herr schon. Irgendein Obersekretär aus einer Beamtenbranche, ich weiß nicht, welche. Aber mir gefällt der Mann nicht besonders!“ „Mir auch nicht!“ wirft Tannert ein, der bisher einsilbig dagesessen hat. „Ich kann mir nicht helfen, ich habe kein Vertrauen ihm, ich halte ihn für falsch. Vielleicht ist es schlecht, nn ich das behaupte, bloß aufs Gefühl hin.“ „Hast schon das richtige Gefühl, Fritz!“ meint Tannert. „Der Schuster war mir lieber. Ehrlicher Junge und tadelloser Kamerad! Wir müssen uns eben mit dem Neuen abfinden.“ „Morgen rücke ich an, Werner,“ entschließt sich Marot. „Natürlich, Friede! Müller wird dich schon schonen sagt Werner. „Selbstverständlich, Tannert!" verspricht Fritz mit Wärme. 9. zu: wenn i Marot ist aufgestanden und am Nachmittag, als die warme Herbstsonne alles vergoldet, vors Haus getreten. Tannert ist nicht daheim. Schon bald eine Woche wohnen die beiden Kameraden auf dem Hofe, und alles geht ruhig seinen Gang. Den Bauern bekommen sie kaum zu Gesicht, sie leben ganz für sich. Reni kommt ab und zu zu ihnen und bringt eine Tasse Milch. Dann plaudern sie miteinander. Marot hat das einfache, schlichte Mädchen schätzen gelernt. Rent wird von Tinas augenfälligerer Schönheit zwar etwas zurückgedrängt, aber ihr ebenmäßiges Antlitz besitzt die stille Reinheit eines Marienbildes. Zart und weich sind die Züge, und in den Augen liegt so viel Kindlichkeit und Güte, daß sie oft die Soldaten verwirren. Doch Reni kann auch lachen! Und wie sie lacht! Silberhell perlt es über ihre Lippen, und dann dünkt es den Männern, als wenn dem Lachen ein schwingender Glockenton folge. Ab und zu begegnet ihnen auch Tina. Ihr Gruß ist immer noch gemessen, fast abweisend, aber es klingt etwas wie Respekt durch Marot steht auf dem Hofe und sinnt. Da vernimmt er plötzlich Stimmen, erst halblaut, dann erregter, heftiger. Reni und der Bauer! Plötzlich dringt ein heller Schrei an Marots Ohr. Der Soldat läuft kurz entschlossen ins Haus und reißt die Stubentür auf. Alles Blut steigt ihm zu Kopf, denn er sieht, wie der Bauer im Begriffe steht, Reni zu schlagen. Beim Anblick des Soldaten sinkt der Arm des Bauern herab. Er fürchtet, daß hinter dem schlanken Marot der Riese Tannert erscheinen könne. Den Augenblick benutzt das Mädchen und flüchtet hilfesuchend an Marots Seite. „Fürchten Sie sich nicht! Der Bauer wird nicht noch einmal die Hand gegen Sie erheben. Ich würde ihn niederschießen wie den tollen Hund, den er auf uns hetzte! Kommen Sie, Reni!“ Das Mädel zittert bei den drohenden Worten. Sie verläßt gemeinsam mit Marot das Haus und geht mit ihm ein Stück die Dorfstraße entlang. „Hat er Sic schon oft geschlagen?“ fragt nach einer Weile Marot finster. „Nein! Es ist das erstemal, daß er es tun wollte. Er geriet in Wut über meine Weigerung.“ „Was sollten Sie denn tun, Reni?“ „Heiraten!“ Sie wird rot bei den Worten. Dann lacht sie verächtlich.„I# sou nach Berlin heiraten, den Bruder eines Rechtsanwalts, aber ich mag ihn nicht leiden. Mit dem Rechtsanwalt selbst will der Bauer Tina verheiraten.“ „Und liebt sie ihn?“ „Ach, Tina... die möchte nur eine gute Partie machen. Sie ist sehr ehrgeizig und will hoch hinaus. Manchmal scheint es, als ob sie kein Herz hätte. Sie ist nicht schlecht zu mir, aber wir sind uns fremd geblieben.“ „Es ist schade um das schöne Mädchen!“ „Ja!“ bekräftigt Rent.„Sie ist schön, viel, viel schöner als ich. Aber ich neid's ihr nicht.“ Marot blickt sie lächelnd an. (Fortsetzung folgt.) Ein Enkel des großen Korsen sürbt „Auf seiner Felseninse!“ Hundertsechzehn Jahre sind ins Meer der Ewigkeit geflossen, seit der korsische Imperator auf der fernen Felseninsel im Ozean einsam sein gewaltiges Leben endete, hundertfünf, seit der arme junge„Aiglon“, der nicht einmal mehr den Namen seines großen Vaters führen durfte, im Prunk des Schlosses von Schönbrunn den letzten Atemzug eines zwecklosen Daseins tat. Eine Zeit, die uns Heutigen, die wir selbst einen Weltensturm durchlebt haben, wie er seit den Tagen des Schlachtenkaisers Europa nicht mehr erschüttert hat, so fern zu liegen scheint, wie eine verklungene Sage. Und doch hat jetzt erst in einem entlegenen französischen Provinzdörfchen ein Mann die Augen geschlossen, der sich rühmen durfte, ein Enkel des ersten Napoleon zu sein. Achtzehnhundertfünf. Napoleon auf der Höhe seiner Nacht. Bei einem flüchtigen Besuche, den der Kaiser auf der Durchreise vom Lager von Boulogne nach Deutschland, wo ihm bald die Sonne von Austerlitz aufgehen soll, seiner Hauptstadt abstattet, trifft er im Salon seiner Schwester Caroline Murat deren Vorleserin Eléonore Denuelle de la Pleigne, ein, wie die Memoirenschreiber berichten,„großes, brünettes Mädchen mit schönen schwarzen Augen und langen Wimpern“. Es heißt, daß Caroline dem für weibliche Schönheit sehr empfänglichen kaiserlichen Bruder das hübsche Mädel nicht absichtslos vorgestellt hat, sondern damit eine kleine Intrige gegen die ihr verhaßte Kaiserin Josephine einsädeln wollte. Dieser Plan war zweifellos geglückt, denn der Kaiser verliebte sich sofort in die junge Frau, die, geschiedene Gattin eines Dragonerrittmeisters, eine nicht ganz durchsichtige Vergangenheit hatte. Er blieb ihr sogar, was bei ihm nicht eben häufig war, ziemlich lange treu, und jedesmal, wenn sein Weg ihn vom Feldlager nach Paris führte, traf er mit der bezaubernden Eléonore zusammen. Und so vermeldete schließlich das— gerade durch den Code Rapoléon neu eingeführte— Standesamtsregister, daß am 15. Dezember 1806 in der Rue de la Victoire 29 im Beisein des Geburtshelfers René Marcher ein Knabe zur Welt gekommen sei, Sohn der Demoiselle Denuelle de la Pleigne und eines„abwesenden Vaters“. Dieser Vater war freilich sehr weit abwesend, denn erst am 31. Dezember erreichte ihn im russischen Quartier von Pultusk der Kurier mit der freudigen Nachricht, die ihm Marschall Lefébre persönlich überbrachte. Der Kaiser war überglücklich. Er rief aus:„Endlich habe ich einen Sohn!“ Der Kaiser bekümmerte sich persönlich darum, daß er die gleiche Amme erhielt wie Prinz Achille Murat, setzte ihm eine jährliche Rente von zwölftausend Francs aus und ernannte den Baron de Nauvières zu dessen Vormund. Sogar im Unglück gedachte der Kaiser noch seines Sohnes. dem er vorber den Titel eines Grafen Léon verSandvavier abreiben. Wenn die Füße gründlich gebadet und abgetrocknet sind, reibt man die Stellen mit Bimsstein ab, natürlich niemals so hart, daß die Haut beschädigt wird. Diese tägliche Behandlung macht es unmöglich, daß sich Lederhaut bilden kann. Zuletzt knetet man die Füße mit Talkum ein, das die Haut zart macht und Wundwerden verhindert. Gegen das unerträgliche Breunen der Füße fügt man dem Badewasser eine Handvoll Küchensalz oder 3 bis 4 Eßlöffel Weinessig bei. Ein ausgezeichnetes Badesalz kann man sich selbst herstellen aus 2 Eßlöffel Küchensalz, Teelöffel Natron, 1 Teelöffel Borax auf ein Bad. Nach einem viertelstündigen Fußbad in dieser Auflösung sind die Füße kühl, weich und gänzlich erholt. Für die Geplagten, die am Abend ohne anderen nachweisbaren Grund als Ueberanstrengung müde und wunde Füße, geschwollene und schmerzende Fesseln haben, sind kalte Umschläge sehr zu empfehlen. Zwei Handtücher werden in kaltes Wasser getaucht, ausgedreht und um Füße und Fesseln gelegt, darüber ein Gummituch gewickelt. Am Fußende des Bettes wird für die Füße ein Kissen angebracht, damit diese höher als der Körper liegen können. Am Morgen wird man über das Wunder staunen und duchstäblich auf einem Paar neuer Füße davontanzen. liehen hatte. Der Geschlagene von Waterloo unterließ mitten im Donner seines weltgeschichtlichen Zusammenbruches nicht, dem Knaben eine Dotation von hunderttausend Francs zu sichern, und selbst in seinem Testament der großen brünetten Frau“, an dessen Namen er sich merkwürdigerweise nicht mehr zu erinnern schien. Der Mann, in dem das Blut des großen Korsen floß und der beinabe der Erbe der Kaiserkrone geworden wäre, hat kein glückliches Leben gehabt. Er wurde wegen Schulden eingekerkert und mußte dann wegen zahlloser Duelle nach England fliehen. Als der kleinere Neffe des Schlachtenkaisers den französischen Thron bestieg, gewährte er dem Grafen eine bescheidene Pension. Doch dieser starb 1881 in Pontoise in so tiefem Elend, daß seine Nachbarn den Sarg bezahlen mußten und er im Massengrab der Armen verscharrt wurde, wie es in Frankreich immer noch üblich ist. Er hatte zahlreiche Nachkommen, die aber meist früh verstarben. Nur Graf Gaston Léon, der am 1. Juni 1857 in Paris geboren wurde, lebte noch bis in unsere Tage. In seinem langen Erdendasein ist vom Glanze seiner Abkunft nichts mehr zu spüren gewesen. Er war ein bescheidener Bürger, der viele Jahre hindurch Reisender für den bekannten großen Lexikonverlag Larousse war. Von seinem Grafentitel hat er dabei keinen Gebrauch gemacht. Und wohl keiner der zahllosen Kunden. an deren Tür er klopfte, hat geahnt, daß vor ihm ein Enkel des großen Napoleon stand. Nur seine Mitbürger in dem weltfernen Dörschen Montaut in der romantischen Provinz Landes wußten es und haben ihn um seiner stillen Zurückhaltung und unermüdlichen Arbeit für seine zahlreiche Familie willen um so mehr geachtet. Und darum hat der Bürgermeister des Ortes dem Toten in einem feierlichen Begräbnis mit den bescheidenen Mitteln, die das arme Heidedorf bot, die Ehrung zuteil werden lassen, die einem Manne gebührt, in dem das Blut des größten französischen Herrschers floß Die Einwohner von Montaut erzählen, daß der Graf manchmal in seinen Mußestunden auf einen Hügel in der Nähe des Dorfes zu steigen liebte. Und dann habe er immer eine Aeußerung getan, die den Dörflern niemals verständlich wurde:„Hier ist meine Felseninsel, aber die Landes sind nicht so grün und so tief wie der Ozean! Kirchliche Nachrichten. Gemeinde St. Nikolai: Sonntag, 24. Januar, 10 Uhr: Hauptgottesdienst. 11,30 Uhr: Kindergottesdienst. Gemeinde St. Marien: Sonntag, 24. Januar, 10 Uhr: Hauptgottesdienst. 11,15 Uhr: Kindergottesdienst.— Im Hauptgottesdienst findet eine Vorprüfung der Konfirmanden statt. Gemeinde St. Johann. Sonntag, 24. Januar, 10 Uhr: Hauptgottesdienst. Anschließend Kindergottesdienst. Gemeinde St. Pauli: Sonntag, 24. Januar, 10 Uhr: Gottesdienst. 11,15 Uhr: Kindergottesdienst. 16 Uhr: Bibelstunde in Lüerdissen bei Böke. Katholische Pfarrkirche Rampendahl: Sonntag, 24. Januar, 7,30 Uhr: Frühmesse. 10 Uhr: Hochamt. 3 Uhr: Andacht. Werktags, 7,45 Uhr: Heilige Messe. Kirchliche Veranstaltungen: Gemeinde St. Nikolai: Mittwochabend, 8,30 Uhr: Bet= und Bibelstunde. Donnerstagabend, 8 Uhr: Missionsnähen. Donnerstagabend, 8,30 Uhr: Gemeindeposaunenchor. Freitagabend, 8,30 Uhr: Gemeindekirchenchor. Die Kirche ist täglich geheizt und geöffnet.(Eingang durch das Südportal). Semetade Pk. Marien: Montag, 8.30 Uhr: Kirchenchor. Dienstag, 8.30 Uhr: Lichtbilderabend auf dem Bibelsaal. Mittwoch, 3 Uhr: Frauenhilfe mit anschl. Bibelstunde. Donnerstag, 5 Uhr: Bibelstunde im Stift. Freitag, 8 Uhr: Vorbereitung zum Kindergottesdienst. 8,30 Uhr: Bibelstunde auf dem Bibelsaal. Gemeinde St. Johann. Montag, 20,30 Uhr: Kirchenchor. Dienstag, 20,30 Uhr: Mädchenwerk. Mittwoch, 20,30 Uhr: Bibelstunde im Gemeindehaus. Gemeinde St. Pauli: Montag, 20,30 Uhr: Kirchenchor. Dienstag, 20 Uhr: Gemeindejugend 1. 20,30 Uhr: Jungmädchenkreis. Mittwoch, 20,30 Uhr: Bibelstunde(Gemeindehaus) St. Pauli). Donnerstag, 20.30 Uhr: C. S. J. M. Freitag, 20 Uhr: Missionsnähen. 20,30 Uhr: Vorbereitung. Jungmädchenwerk Lemgo. Sonntag, 24. Januar: Kreisschulungstagung in Lage, Bandelstraße 10, die um 2 Uhr beginnt. Redner: Herr v. Reeden. Donnerstag, 20,30 Uhr: Bibelstunde für die Jungmannen im Luth. Vereinshaus. Jugendbund für entschiedenes Christentum: Sonntag, 8,15 Uhr: Freundeskreis, Gemeindehaus St. Pauli. Montag, 8 Uhr: Gemeinschaftsstunde, luther. Vereinshaus. Dienstag, 8.15 Uhr: Jugendbundstunde, luth. Vereinshaus. Donnerstag, 8,30 Uhr: Singen, Bibelsaal., St. Marien. Handel und Industrie. Berliner Effektenbörse. Die Börse lag wieder wie in den Vortagen verhältnismäßig still. Kaufneigung bestand nur für Industrieobligationen und andere festverzinsliche Werte. Am Montanmarkt lagen Klöckner und Vereinigte Stahl niedriger, Harpener dagegen etwas fester. Niedriger notierten von anderen Werten Reichsbankanteile, Bemberg, Bremer Wolle und Junghans. Der Markt der sestverzinslichen Werte war wiederum gut behauptet. Der Geldmarkt war wieder recht flüssig. Amtlicher Großmarkt für Getreide= und Futtermittel zu Werlin. Weizen und Roggen war wiederum etwas weniger angeboten. Die starke Nachfrage für Weizen blieb bestehen. Judustriehafer sand Käuser, von Braugersten wurden die malzsähigen Sorten gekauft. Schlachtviehmarkt. Berlin, 22. Januar. Auftrieb: 1459 Rinder, darunter 129 Ochsen, 186 Bullen, 1144 Kübe und Färsen, 1836 Kälber, 3628 Schafe, 9109 Schweine, 69 Ziegen. Preise für 50 Kg. Lebendgewicht in RM: Ochsen: 1. 44, 2. 40, 3. 35: Bullen: 1. 42, 2. 38, 3. 33; Kühe: 1. 42, 2. 38, 3. 32. 4. 22—24; Färsen: 1. 43. 2. 39, 3. 34; Kälber: 1. 78, 2. 63, 3. 53, 4 38, 5. 33—38; Lämmer und Hammel: 1. 53, 2. 46 bis 52, 3. 38—45, 4. 27—37; Schase: 1. 36—39, 2. 31—35, 3. 20 bis 30: Schweine: 1. 50, 2. 50, 3. 50, 4. 49, 5. 46, Sauen: 1. 50, k. 48. Marktverlauf: Rinder zugeteilt, Ausstichtiere über Notiz, kälber verteilt. Schafe ziemlich glatt. Schweine verteilt. Frankfort=Momn, 2. Januar. Auftrieb: 100 minder, 858 Kälber, 163 Schafe, 578 Schweine. Preise: Ochsen: a 42—45, b 41; Bullen: a 43; Kühe: a 41—43, b 35—39, c 28—33, d 17—25; Färsen: a 43—44, b 10, c 35; Kälber: a 58—65. b 45—55, c 40, d 32—40; Schafe: a—. b 26—48, C 21—45, d S2—40.e 35—40; Schweine: a 52,5, b 52,.5, c 51,5, d 48,5, Sauen 52,5. Hambzrg, 21. Januar. Weizen: Manitoba 1 100 Kg. per Jan.=Febr. 5.58, Manitoba 2 100 Kg. per Jan=Febr. 5.55, Rosafé 80 Kg. per Jan.=Febr. 182/6, Barusso 80 Ng. per Jan=Febr. 182/6.— Kg. per Jan.=Febr. 177/0.— Gerste: Plata 64/65 Kg. per Jan.=Febr. 143/0, do. 67/68 Kg. per Jan.=Febr.—. — Mais: Plata per Jan. 112/6, per Febr.—, per März — Hafer: Plata Unclipped sag. 46/47 Kg. per Jas.= Febr. 114/0, do. Plata Clipped 51/52 Kg. per Jan.=Febr. 116/0.— Weizenkleie: Pollards per Febr.=März 135/0. Bran per Fehr.=März 125/0(per 1000 Kg.).— Leinsaat: Plata per Febr. 232/0, per März 231/0.(Preise per 1000 In Schillingen: alles cif Hamburg unverzollt. URDEBER-ESCNTSSCNUTZ DUREN VERLAG OSRAR MPLST6 (20. Fortsetzung.) „Schoner als Sie? Nein, Reni! Das nicht. Tinas Schönheit ist lauter, auffallender, aber... Ihre stille Schönheit, die ist etwas ganz anderes!“ Renis Blauaugen blicken verlegen. „Ach, Herr Marot, Sie wollen mir nur eine Schmeichelei sagen.“ „Die Wahrheit! Sie werden aber doch nicht gleich stolz werden?“ Ein Schelmenzug huscht über das feine Gesicht des Mädchens. „Oh... und wie stolz! Jetzt kann ich gar nicht mehr ruhig schlafen!“ „Leben Ihre Eltern nicht mehr, Reni?“ erkundigt sich Marot. „Meine Mutter ist tot. Mein Vater, ein Deutschamerikaner, ging wieder nach den Staaten und ließ mich bei meiner Tante zurück. Ich war damals ganz klein und kann mich auf ihn gar nicht mehr besinnen. Außer dem Bauern Nordhäuser habe ich keine Verwandten mehr. Eigentlich bin ich mit dem Nordhäuser auch nicht richtig verwandt, denn er ist Tinas Stiefvater. Tinas Mutter, die vor einem Jahre gestorben ist, war die Schwester meiner Mutter. Ihr Mann ist gleich zu Kriegsbeginn im Osten gesallen. Sein Kamerad Nordhäuser brachte uns die Nachricht von seinem Tod, und ihn hat Tante dann geheiratet. Ich glaube, gern hat sie es nicht getan, aber er hat sie förmlich dazu gezwungen. Später sollte er wieder ins Feld gehen, ist aber auf Reklamation frei geworden, denn er ist jetzt siebenundvierzig Jahre alt.“ „So heißt Tina...?“ „Tina Melcher. Der Hof bieß immer der„MelcherHof“. Erst seit der Nordhäuser Herr auf ihm geworden ist, nennt man ihn anders. Viele sagen aber immer noch der„Melcher=Hof“.“ Marot faßt plötzlich Renis Hände. „Wie klug war es doch von Werner, nicht nachzugeben! Sonst hätte ich Sie nie kennengelernt.“ Das Mädchen wird rot unter seinem Blick. *** Am anderen Morgen findet sich Marot wieder in der Schreibstube ein. Der neue Wachtmeister Puschke unterhält sich eine Weile mit ihm und stellt neugierige Fragen. Dann sucht Marot Fritz Müller auf, um ihm zu helfen oder wenigstens so zu tun. Wachtmeister Puschke fährt heute zum Heidekrautkommando drüben in Marienroda, zusammen mit Leutnant Kirsten. Da fliegt in der Schreibstube die Arbeit in die Ecken. Zigarren und Zigaretten und Pfeifen treten in edlen Wettstreit miteinander und vernebeln den Raum. Ihm folgt der Soldat Pfeisen=Paul. Wie er mit seinem richtigen Namen heißt, weiß keiner auf dem Kommando, denn er bekommt nie Post und wird von allen nicht anders als Pfeifen=Paul genannt. Pfeifen=Paul ist ein Original. Erstens zeichnet er sich durch einen phänomenalen Appetit aus. Er verzehrt ein Vierpfundbrot auf einen Sitz, und man behauptet sogar, wenn man ihm noch ein zweites reichen würde, möchte er es auch noch alle machen. Pfeifen=Paul ist ohne seine Pfeise nicht zu denken. Eine ziemlich schwere Gattung dieses Rauchinstrumentes hängt immer zwischen seinen Zähnen und hat die Unterlippe schon so stark heruntergezogen, daß er darin den Lippennegern etwas ähnelt. Pfeifen=Paul raucht immer und alles. Wenn er Glück hat, Tabak, er raucht aber auch Heublumen, Heidekraut, oder wenn's nichts anderes gibt, Stroh. Ja, er hat auch schon getrockneten Kaffeesatz, Gesundheitstee und ähnliche brennbare Dinge in seiner Pfeife gehabt. Einmal bekam ein Kamerad Tabak zusammen mit Marmelade in einem Paket geschickt. Die Marmelade batte mit dem Tabak Brüderschaft geschlossen. Deshalb schenkte der Empfänger die„Misch dem Pfeifen=Paul. Der überlegte, ob er das Zeug fressen oder rauchen sollte. Er hat's dann in der Sonne getrocknet und schließlich doch geraucht. „Was willst du denn, Pfeifen=Paul?“ fragte Hübner Otto, der 1. Schreiber. „Ein' Vorschuß auf die Auslösung! Ich hab' nischte mehr zu frasse.“ „Aber du hast doch gestern erst Brot gekriegt!“ „Das ist alle!“ „Ja, ich hab' nichts, Pau!! Geh' mal zu Müllern. Vielleicht pumpt er dir aus der Sportelkasse einstweilen ne Mark.“— Wachtmeister Schuster zieht großmütig eine Mark heraus und gibt sie dem Pfeifen=Paul. „Die will ich aber wiederhaben!“ sagt er ermahnend. „Jawohl! Schön' Dank, Herr Wachtmeister!“ „Du, Paul, eigentlich... ein Mann wie du, Junggeselle, nicht einmal dreißig Jahre und ein stattlicher Bursche—“ Alles in der Schreibstube verbeißt das Lachen, PfeifenPaul macht ein dummes, verlegenes Gesicht. der müßte doch Brot in Hülle und Fülle haben, besonders, da noch neben deinem Quartier ein Bäckermeister liegt.“ „Der gibt nischt!“ sagt Paul. „Er nicht, aber der Mann hat eine hübsche Nichte. Die hat sich letzthin sehr lebhaft nach dir erkundigt. Ran an ihr, Pfeifen=Paul! Donnerwetter, ein Kerl wie du, frisch, munter, quicklebendig und unbescholten! Pfeifen=Paul weiß nicht, daß er veralbert wird, denn Schuster setzt sein treuherzigstes Gesicht auf. Als Paul wieder draußen ist, bricht ein helles Gelächter los. Der beißt an!“ verheißt der Wachtmeister. Paul!“ EIHTAN TARK- HAS Me- Ste AN EE Lee EEE EETE Seee H. 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