ippische ##gern unseren Agenturen, schaftostelle in Lemgo. Mi auch die Zeitung Sonn= und Fest1.95 Geldmark, alten, den Briefin der Ge——uien, Wo kann. Redaktion und Geschäftsstelle: Lemgo, Mittelstraße. Druck und Verlag von F. L. Wagener, Lemgo. Fernsprech-Anschluß 491 u. 492. Anzeigenpreis: für die 22=Mill Anzeigen und für mehr als 12 innerhald eines Jahres 4 Npf.— für die fettgedruckte Ueberschrift und 6 für die 90=Millimeterzeile 30 2 10 RM., viersettige 15 RM., sechsseitige 20 20 holungen und Abschlüssen Rabatt nach Taris. e 5 Ap'., für amtliche Anzeigen, Bädereigen eines Werbungtreidenden Leil„Kleine Anzeigen“ 20 Npf. jedes weitere Wort. Textanzeigen Anzeigen eines n im Teil sengebühr: 1000 Stück z I., achtseitige 25 RM. Bei 88. Jahrgang. Lemgo, Freitag, 23. Februar 1934. Nummer 46. Nach dem Besuch Edens Die mehrtägigen Besprechungen des englischen Sonderbeauftragten, Lordsiegelbewahrer Eden, mit der Reichsregierung sind Donnerstag mittag zum Abschluß gebracht worden. Reichskanzler Adolf Hitler hatte die Führung der Verhandlungen selbst übernommen. Die Mitteilungen, die über diese deutsch=englische Aussprache der Oeffentlichkeit gegeben worden sind, lassen den Schluß zu. daß das Ziel der Verhandlungen insofern erreicht wörden ist, als der Austausch der Ansichten zwischen Deutschland und England über die verschiedenen, für die Abrüstungsfrage vorliegenden Vorschläge die Lage völlig geklärt hat. Von Anfang an war es der Sinn dieser Aussprache, den beiderseitigen Standpunkt in der Abrüstungsfrage untereinander zu erörtern, um klarzustellen, wie weit man sich in den Grundauffassungen des Abrüstungsproblems einig ist. Dieser Meinungsaustausch liegt in der Richtung der von Adolf Hitler immer betonten unmittelbaren Verhandlungen der einzelnen Mächte. Es zeigt sich, daß auch in diesem Falle dieses Vorgehen richtig ist und zur Entspannung der in der Abrüstungsfrage herrschenden Atmosphäre beigetragen hat. so weit Deutschland und England darauf Einfluß haben können. Es war verständlich, daß zur Grundlage der Verhandlungen in Berlin der bekannte englische Plan gemacht wurde, den Deutschland in seinen grundsätzlichen Gesichtspunkten bereits anerkannt hatte. Deutschlands Forderungen in der Abrüstungsfrage sehen Gleichberechtigung und icherheit für alle vor. Diese Forderung wird von England nicht nur theoretisch sondern auch praktisch anerkannt. Da nun die allgemeine Abrüstung in dem von Deutschland für gatwendig und möglich gehaltenen Ausmaß in absehbarer Zeit nicht zu erreichen ist, hat Deutschland eine Angleichung der Rüstungen erstrebt, die es den hochgerüsteten Staaten möglich macht, Schritt für Schritt zu dem im Völkerbundsstatuts vorgesehenen Rüstungsstand zu gelangen. Deshalb sind zur Verwirklichung der deutschen Forderung auf Gleichberechtigung und Sicherheit folgende grundsätzliche Punkte chtigung und Sicherheit folgende grundsätzliche Punkte rwägung gestellt worden: 1. Deutschland verlangt nur Defensivwaffen, die auch den anderen Mächten auf Grund der Genfer Konvention zugebilligt worden sind. 2. Entsprechend dieser Festlegung sind Deutschland in bescheidenem Umfange Militärflugzeuge als Verteidigungswaffen zuzubilligen. 3. Die Kontrolle der SA. und SS. hinsichtlich ihres nichtmilitärischen Charakters wird zugestanden, sofern gleichen Kontrollen auch ähnliche wehrpolitische Organisationen der anderen Mächte unterworfen werden. 4. Deutschland ist mit einem kurzdienenden Heer in Stärke von 300000 Mann einverstanden. Inwieweit die Berliner Verhandlungen Edens eine restlose Klärung dieser vier Punkte gebracht haben, ist im einzelnen nicht bekanntgeworden. Nach der Stimmung in Berlin und dem Echo in der englischen Presse scheint es aber, als ob sich die beiderseitigen Auffassungen hier stark genähert haben. Bindende Abmachungen hat man offenbar mit Rücksicht auf die wichtigen Verhandlungen Edens mit Mussolini und seinen zweiten Verhandlungen in Paris nicht getroffen. Das erscheint erklärlich, wenn man berücksichtigt. ß Eden in Paris so gut wie restloser Ablehnung der englischen Vorschläge begegnet ist und Frankreich ein weiteres Eingehen auf wirkliche Abrüstungsverhandlungen von dem Wiedereintritt Deutschlands in den Völkerbund abhängig macht. Es überrascht nicht, zu vernehmen, daß der Reichskanzler Deutschlands Rückkehr nach Genf entschieden ablehnte, da er sich von einer Weiterverfolgung der Abrüstungsverhandlungen in Genf keinerlei Förderung des Abrüstungsproblems verspricht. Der englische Sonderbeauftragte verläßt Berlin mit der festen Ueberzeugung, daß der Weltfrieden durch Deutschland nicht als bedroht angesehen werden kann. Er hat sich davon überzeugt, daß die Führer des neuen Deutschland aufrichtig den Frieden wollen und sich mit allen Mitteln für die allgemeine Abrüstung einsetzten. Er hat sich ferner davon überzeugen können, daß das neue Deutschland seine ganze Kraft dafür einsetzt, die Wunden der Vergangenheit zu heilen und das deutsche Volk wieder zu Arbeit, Glück und Zufriedenheit zu führen, daß aber von den in der Auslandspresse immer wieder behaupteten kriegerischen Absichten des deutschen Volkes nirgends etwas zu verspüren ist. Dieser persönliche Eindruck des englischen Sonderbeauftragten dürfte für die Fortführung seiner Verhandlungen in Rom und Paris nicht ohne Bedeutung sein. Er hat vom Reichskanzler Adolf Hitler die leberzeugung gewonnen, daß er mit offenen Karten spielt, gs des Seine wiederhals Erläkrung, sein sehznichter sei das friedliche Nebeneinanderleben mit seinen rn, inneres Empfinden und ehrliches Wollen ist. Es vare ein Verhängnis für ganz Europa, wenn diese Ueberjeugung sich nicht bei dem allseitigen Streben nach Befriedung Europas ähnlich durchsetzte, wie es z. B. bei den deutsch=polnischen Verhandlungen der Fall gewesen ist. Nur böser Wille und dunkle Ziele vermögen das Ergebnis dieses begonnenen Werkes zu gefährden. Die Mark bleibt stabil. Dr. Schacht über Zins= und Währungspolitik Kein staatlicher Druck auf die Zinshöhe. Von einer Markabwertung kann keine Rede sein“ sprechen, daß mir die Ansichten gewisser Exportkreise wohl bekannt sind, man könne den deutschen Export ohne eine Abwertung der Mark nicht aufrechterhalten. Ich bin von der Notwendigkeit, den deutschen Export im Interesse der Arbeitsbeschaffung nicht nur aufrechtzuerhalten sondern zu steigern überzeugt. Dennoch kann ich mich nicht dazu verstehen, eine Abwertung der Mark vorzunehmen. Erstens beruht der deutsche Export zu einem sehr großen Teil auf der Veredelung ausländischer Rohstoffe, die durch eine Abwertung der deutschen Mark sofort verteuert würden. Zweitens würde das große Opfer einer Markabwertung sowieso nur wenig nützen, weil wir die Schrumpfung des gesamten Welthandels, die auf ganz anderen Gründen beruht, dadurch doch nicht beheben würden und unseren Anteil an diesem schon zusammengeschrumpften Welthandel nicht über das normale Maß steigern könnten. Drittens gibt es andere Mittel, um dem Valutadumping der anderen Länder nuch ohne Abwertung der Mark zu begegnen. Das von uns aufgebaute System der zusätzlichen Exporte unter Inzahungnahme von Sperrmark, billigen deutschen Auslandssonds und Scrips erstattet uns immerhin einen gewissen Teil dessen wieder, was die englische und amerikanische Valutaentwertung uns wegnimmt. Dieses System ist noch aufähig, und wir werden unser möglichstes Auf der Tagung des Großen Ausschusses des Zentralverbandes des Deutschen Bank= und Bankiergewerbes in Berlin ergriff auch Reichsbankpräsident Dr. Schacht das Wort zu längeren Ausführungen, in denen er u. a. erklärte: Es ist die große gemeinnützige Aufgabe der Banken, die Gelder der Sparer, die bei dem einzelnen ungenutzt liegen würden, durch die Zusammenfassung in der Bank der esamten Volkswirtschaft im Kreditwege zuzuführen. Ein Zlick in die Vermögenssteuer=Statistik zeigt, daß einzelne oße Reichtümer in Deutschland nur noch in ganz verwindendem Maße vorhanden sind und das deutsche Bankwesen wird heute getragen nicht von wenigen reichen Leuten, sondern von einer Unzahl von kleinen und kleinsten Sparern und Geschäftsleuten Selbstverständlich haben die Banken auch immer noch ansehnliches eigenes Kapital, aber hier handelt es sich noch weniger um privaten Reichtum einzelner. Es wird die Oeffentlichkeit interessieren, wenn ich hier einmal feststelle, daß von sämtlichen deutschen Aktienbanken mit einem Grundkapital von 10 Millionen aufwärts, über 70 v. H. des Kapitals sich mittelbar oder unmittelbar in den Händen des Reiches usw. befindet. Der Reichsbankpräsident beschäftigte sich dann mit der Zinsenfrage und stellte fest, daß es der Reichsbank gelungen sei, das Kursniveau sämtlicher festverzinslichen Werte an der Berliner Börse in den ersten zwölf Monaten der nationalsozialistischen Regierung um 13 v. H. zu heben. Wenn in den letzten Tagen das Interesse am Rentenmarkt nachgelassen habe, so sei der eine der beiden Gründe hierfür das dauernde Gerede von einer bevorstehenden, mit mehr oder minder großem Druck verbundenen Rentenkonvertierung auf einen niedrigeren Zinsfuß. Die Reichsregierung aber lege den größten Wert darauf. daß jede Zinskonversion von der freudigen und freiwilligen Mitarbeit der großen Sparermassen getragen wird und daß sie davon absieht, irgendeinen Druck in der Zinssenkungsfrage auszuüben. Das zweite Moment, das vielleicht die deutschen Sparer in den letzten Tagen, anläßlich der Abwertung der Tschechenkrone, beschäftigt hat, ist die Frage nach der Stabilität der Mark. Ich möchte hier ganz ruhig ausdurchaus ausbauf Einheitsblock Italien-österreich=Angart Festlegung einer gemeinsamen Außenpolitik Budapest, 23. Februar. Bei den Besprechungen zwischen Staatssekretär Suvich und den ungarischen Staatsmännern über die Frage der Präzisierung der außenpolitischen Linie der zur Zusammenarbeit bereiten drei Staaten Italien, Oesterreich und Angarn wurde die Schaffung eines Organisationsstatuts beschlossen zur Festlegung einer einheitlichen außenpolitischen Linie in der gleichen Weise, wie die Kleine Entente seinerzeit gegenseitig bindende Marschrouten in einem Organisationsstatut festgelegt hat. Da die Kleine Entente durch dieses Organisationsstatut die Bedeutung einer Großmacht erreicht habe, müsse dem mit gleichen Mitteln begegnet werden. Die Unterzeichnung des Organisationsstatuts wird in Rom erfolgen. Fortschritte erzielt. Ergebnis der deutsch=englischen Aussprache. Eden nach Rom abgereist.— Entscheidung in Paris. Nach dem Abschluß seiner Besprechungen in Berlin wurde der englische Lordsiegelbewahrer Earl Eden vom Reichspräsidenten von Hindenburg empfangen. In der Begleitung Edens befand sich der englische Botschafter. Ueber die Besprechungen Edens in Berlin wird folgende amtliche Mitteilung ausgegeben: „Die Aussprachen zwischen der Reichsregierung und dem Lordsiegelbewahrer, Herrn Eden, über die Abrüstungsfrage gelangten heute zum Abschluß. Herr Eden hatte während seines Aufenthaltes in Berlin zwei längere Besprechungen mit dem Reichskanzler sowie verschiedene Unterhaltungen mit dem Reichsaußenminister. Die Besprechungen wurden in einem freimütigen und freundschaftlichen Geiste geführt und zeigten, daß beide Regierungen den Wunsch haben, sobald als möglich zu einer allgemeinen Verständigung über die Abrüstungsfrage zu gelangen. Obwohl die Unterhaltungen eine endgültige Vereinbarung über den Inhalt einer Abrüstungskonvention nicht zum Gegenstand hatten, führte die gemeinsame eingehende Prüfung der Fragen dazu, daß jede der beiden Parteien den Standpunkt der anderen durchaus verstehe. Es wurde beiderseits der Eindruck gewonnen, daß trotz der Schwierigkeiten, die sich dem Abschluß einer Abrüstungskonvention noch entgegenstellen, Jortschritte gemacht worden sind. Eden zufrieden. Der englische Großsiegelbewahrer Eden empfing die Vertreter der deutschen Presse, vor denen er sich sehr befriedigt über seine Berliper Verhandlungen äußerte. Er erklärte, seine Mission auf dem Kontinent darin, festzustellen, inwieweit das englische Memorandun von den einzelnen Regierungen angenommen werden könne und inwieweit nicht. Eine Möglichkeit sei gewesen, daß man erklärt hätte, das Memorandum kommals Basis überhaupt nicht in Frage; von dieser Möglichnicht mehr die Rede. Allerdings beständen große Schwierigkeiten, auch für Deutschland, hinsichtlich gewisser Punkte, zum Beispiel der Luftfahrt. Die Verliner Verhandlungen hätten manche unrichtigen Auffassungen beseitigt und seien auch in anderer Hinsicht von wirklichem Wert gewesen. Eden erwartet hinsichtlich der französischen Stellungnahme erst von seinem Pariser Besuch ein endgul##ges Ergebnis. Er reist am heutigen Freitag nach Kom. Deutsche Memelparteien verboten Kowno, 22. Februay. Der Untersuchungsrichter hat mit Wirkung vom 22. Februar den beiden deutschen Parteien im Memelgebiet, der Sozialistischen Volksgemeinschaft und der zalistischen Arbeitsgemeinschaft, untersagt, und zwar mit der Be Parteien das Ziel verfolgten, auf dem Wege eines bewaffn keißen. g vom. emelgebi er Christlich=Sozaft, jede wettere Tätigkeit Begründung, daß die beiden u, das Memelgebiet Litauen kneten Aufstandes zu ent Länderreform in Oesterreich. Einheitliche“ Neuordnung der Verwaltungen. einer amtlichen Mitteilung hatte Bundeskanzlei in den letzten Tagen Verhandlungen über die digen Veränderungen in den Länderverwaltungen Die notwendige Reform wurde in diesen BeTagen einer einvernehmlichen Lösung zugeführt. Niederösterreich und Buegenland haben bereits die auf diesen Besprechungen beruhenden Veränderungen in der Landesregierung durchgeführt. Für Tirol, Oberösterreich, Salzburg und Steiermark steht die Reform vor der Durchführung. Die in Kärnten mit den verschiedenen Gruppen heten Verhandlungen haben zum Ergebnis gehabt, General Hülgerth zum Landeshauptmann von enten in Aussicht genommen ik. Damit sei, so heißt es in der amtlichen Erklärung, für sämtliche Bundesländer einvernehmlich die notwendige Reform der Länderverwaltungen gesichert. Dollsußz in der Klemme Die Bundesratsfraktion der Christlichsozialen Partei trat „„„—„obe 1996. der Verfassungsminister Dr. Ender angehört, beauftragt wurde, mit dem Bundeskanzler Dollfuß über den weiteren Regierungskurs in Verhandlungen zu treten. Aus maßgebenden christlichsozialen Kreisen erfährt man zu den schwebenden Verbandlungen über die Beseitigung der politischen Parteien und die Neuordnung des Staates, daß die Christlichsoziale Partei eine Auflösung nur unter der Bedingung annehmen könnte, daß gleichzeitig die automatische Auflösung der Heimwehren erfolge. Die Neuordnung in den Bundesländern könne nur auf dem verfassungsmäßigen Wege durch Mehrheitsbeschluß der Landtage erfolgen. Todesurteil gegen drei Aufständische Das Linzer Sondergericht hat drei Schutzbündler, die während des Aufstandes am 12. d. M. einen Oberleutnant des Bundesheeres und zwei Alpenjäger ermordeten, zum Tode durch den Strang verurteilt. Das Arteil ist auf Brandstiftung und offene Gewaltätigkeit mit dem Tode können. was Urteil ist bereits an einem der Schutzhündler vollzogen worden, die beiden anderen sind zu lebenslänglichem Kerker verurteilt. Nach Wöllersdorf gebracht Der auf Schloß Ulrichkirchen in Niederösterreich ansässige Graf Max Hardegg wurde ohne Angabe des Grundes verhaftet und ins Konzentrationslager Wöllersdorf gebracht. Graf Hardegg war als Nationalsozialist schon im vergangenen Jahre mehrfachen Verfolgungen ausgesetzt, u. a. war er auch wegen verbotener politischer Betätigung zu einer mehrwöchigen Arreststrafe verurteilt worden. Die Rechnung der Heimwehren Kampf um die einflußreichen Posten. Wien, 23. Februar. Verhandlungen zwischen den maßgebenden Regierungskreisen und der Heimwehrführung über den weiteren Redenen grundlegenden Fragen eine Uebereinstimmung nicht erzielt werden. Von seiten der Heimwehr ist weiter verlangt worden, daß eine größere Zahl der beschlagnahmten Bewerkschaftshäuser der— werde. der Heimwehr zur Verfügung gestellt Zwischen den Christlich-Sozialen und der Heimwehr ist dagegen Einverständnis darüber erzielt worden, daß die Christlichsoziale Partei sich nicht mehr den Wünschen der Heimwehr nach einer Neuordnung der Länderregierungen widersetzt. Ueber die Neubestellung der Landeshauptleute ersetzt werden. Dadurch würde den heimwehren die Möglichkeit eboten werden, einen maßgebenden Einfluß auf die Langen des verwaltung in den Bundesländern auszuüben. Reichssteuereinnahmen im Januar 1934. Im Januar hat sich das Aufkommen an Steuern, Zöllen und Abgaben nach einer Mitteilung des Reichsfinanzministeriums weiter gut entwickelt. Die Einnahmen betrugen in Millionen Reichsmark: Besitz= und Verkehrssteuern Januar 1933: 323,8, Januar 1934“ 329,3, Zölle und Verbrauchssteuern 1933: 237,8, 1934: 287,3, Insgesamt also 1933: 561,6, 1934: 616,6. Vom 1. 4. 1933—31. 1. 1934 und vom 1. 4. 1932—31. 1. 1933: Besitz= und Verkehrssteuern 3372,0(3,335,1), Zölle und Verbrauchssteuern 2392,4(2259,7). Insgesamt also 5 764,4(5 594,8). Von denjenigen Steuern, in denen sich die laufende Gruppenführer Seidel-Dittmarsch f. Der Stabschef Ernst Röhm hat dem verstorbenen SA.= Gruppenführer Seidel=Dittmarsch einen Nachruf gewidmet, in dem es heißt: „Er lebte ein Leben der Vaterlandsliebe und Pflichterfüllung. Im Dienste des Vaterlandes und der. Bewegung opferte er sich auf. Als Chef des Führerstabes beim Reichsführer der SS. hat er in rastloser Arbeit, die weit über seine physischen Kräfte ging, hervorragenden Anteil an dem organischen Aufban der Schutzstaffel genommen. Der Name Seidel-Dittmarsch ist aus dem Werden und Wachsen der SS. nicht wegzudenken. Voll Trauer senken sich die Nennzeichen des Braunen Heeres an seiner Bahre. Er war einer unserer Besten.“ in dieser Richtung tun, zumal die Auslandsgläudiger die berechtigte Notwendigkeit dieses Systems neuerdings bezriffen haben. Ich möchte deshalb abschließend mit allem Nachdruck feststellen, daß der Wille der Reichsregierung, dem Arbeiter und Sparer seine Kaufkraft zu erhalten, nicht im geringsten erschüttert ist, und daß von einer Abwertung der Mark nicht die Rede sein kann. Trotz aller Literalen und Projektemacher dürfen Sie sich darauf verlassen, daß diese Regierung auf dem Gebiete des Geldwesens keine Experimente machen wird. Gerade diese Regierung, die durch ihr eigenes Zugreifen auf dem Arbeitsmarkt der Wirtschaft neues Leben gibt, bedarf des Sparwillens des deutschen Volkes im höchsten Maße. Mit der Notenpresse kann jeder bürgerliche oder marxistische Stümper regieren, die nationalsozialistische Regierung kann und will es nicht. Sie will regieren mit dem Verirersen des Volken. Wirtschaftsentwicklung spiegelt, hat sich im Januar insbesondere die Lohnsteuer gut entwickelt. Das Aufkommen an Umsatzsteuer bewegt sich ständig nach oben. Die Entwicklung des Aufkommens an Körperschaftssteuer übertrifft nach wie vor die Erwartung. Als sehr günstig ist auch das Aufkommen an Kraftfahrzeugsteuer zu bezeichnen. Von Monat zu Monat günstiger gestaltet sich das Aufkommen an Wechselsteuer. Auch in der Entwicklung der Beförderungssteuer für Güterbeförderung zeigt sich die Belebung der Wirtschaft. Das Aufkommen an Zöllen ist im Januar 1934 um 23,1 Millionen RM. höher gewesen als im Januar 1933. Der Kampf um die Weltanschauung. Alfred Rosenberg, der Beauftragte des Führers zur Ueberwachung der Schulung und Erziehung der gesamten nationalsozialistischen Bewegung sprach gestern abend im überfüllten Saale der ehemaligen Krolloper über das Thema:„Der Kampf um die Weltanschauung“. Ausgehend von dem durch die verschiedenen Mächte der ereignisreichen deutschen Vergangenheit herbeigeführten wirtschaftlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Zusammen bruch im Jahre 1918, umriß er die weltanschaulichen Ursachen des geistigen Chaos der letzten Jahrhunderte deutscher Geschichte. Nach grundlegenden Auseinandersetzungen mit der marxistischen Irrlehre entwickelte er in tiefschürfenden Ausführungen den Befreiungskampf des Nationalsozialismus, der zwar machtpolitisch im letzten Jahre abgeschlossen, aber weltauschaulich und ethisch in der gegenwärtigen Zeit ausgetragen wird. Rahmen und Gehalt der Veranstaltung wurde allein schon dadurch gekennzeichnet, daß— an Stelle des im letzten Augenblick verhinderten Führers— der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, die Reichsminister Darre und Dr. Frick, die Staatssekretäre Feder und Hierl. der Reichspressechef der RSDAP., SS.=Gruppenführer Dr. Dietrich, der Führer der Deutschen Arbeitsfront und Stabsleiter der PO., Dr. Ley, Reichsleiter Vormann sowie zahlreiche Gauleiter erschienen waren, unter denen man die Oberpräsidenten Koch, Kube und Brückner, die Reichsstatthalter Sprenger, Sauckel und Murr, den preußischen Kultusminister Rust, den bayrischen Innenminister Wagner und andere bemerkte. Ferner waren erschienen der Reichsführer der SS., Himmler, SA.=Gruppenführer Prinz August Wilhelm von Preußen und zahlreiche andere höhere SA.=Führer. Der Vortrag Alfred Rosenbergs, oft temperamentvoll und durchschlagend, wurde immer wieder von langanhanltenden Beifallstürmen unterbrochen. Simon gegen eine Politik der Interventionen. London, 22. Febr. Der englische Außenminister Sir John Simon erklärte im: Laufe einer Rede in Glasgow, in vielen großen Staaten bemühe man sich zur Zeit, die nationale Autorität zusammenzufassen, um einheitlicher und wirksamer für die großen staatlichen Bedürfnisse arbeiten zu können. Dies sei die Erklärung dafür, daß so gewaltige Gestalten wie Mussolini in Italien und Hitler in Deutschland erstanden seien. Auf die Wichtigkeit der außenpolitischen Beziehungen für England hinweisend, sagte Simon, er meine keineswegs, daß England eine Politik der Interventionen im Auslande verfolgen sollte. Es sei sehr klug, die wglischen Angelegenheiten so zu regeln, daß Enaland nicht in ausländlsche Schwierigkeiten verwickelt werde. Die internationale Zusammenarbeit habe aber eine starke Rückwirkung auf England und auf den englischen Handel. : D a s R ä t s e l v o n D i s o n. Poris.(Eigener Junkspruch der L. P.) Die Frei tagmorgen-Blätter befassen sich wieder in spaltenlangen Ar tikeln mit der rätselhaften Ermordung des Gerichtsrat: Prince. Man begrüßt es, daß die Regierung für die Auf klärung eine Belohnung von 100 000 Francs ausgesetzt hat. Innenminister Saarraut erklärte Pressevertretern, er persönlich glaube an das Bestehen einer regelrechten Maffia (Geheimbund). Daher werde er alles tun, um das Geheimnis zu lüften. Die Untersuchung werde mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln durchgeführt. Am Donnerstag sind jedoch keine Fortschritte gemacht worden. Man weiß bisher lediglich, daß der Telefonanruf, der Prince nach Dijon lockte, nicht aus Dison gekommen ist, sondern aus Paris. Die Polizei sucht jetzt insbesondere nach dem Unbekannten, der Prince vor kurzem auf der Straße ansprach und zum Frühstück einlud. Ferner ist Prince beim Verlassen des Bahnhofs in Dijon, als er eine Kraftdroschke nehmen wollte. von einem Mann angesprochen worden, der ihn dann wieder in den Bahnhof zurückbegleitete. Hierüber liegt die Aussage des Kraftdroschkenführers vor. Auch dies steht jetzt im Mittelpunkt der Untersuchung. 100 000 Franken Belohnung für Ergreifung der Mörder von Prince Paris. 23. Februar. Auf Grund der Besprechung, die Ministerpräsident Doumergue mit Justizminister Chéron und Innenminister Sarraut über den Fall Peinee hatte, wurde beschlossen, mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln nach den Mördern und ihren etwaigen Auftraggebern zu fahnden. Es wurde eine Belohnung von 100 000 Francs ausgesetzt. Politische Mordserie in Nicaragua Managna, 23. Februar. Nach einer Regierungsverlautbarung ist General Sandino, der Führer des Aufstandes von 1932, 1933, getötet worden. Auch der Bruder Sandinos sowie zwei seiner Freunde sind von Nationalgardisten vor den Toren Managuas getötet worden. Weiter sollen die Generäle Umanzer und Estrada, die seinerzeit auf Seiten Sandinos kämpften, auf gewaltsame Weise ihr Leben eingebüßt haben. Ueber ganz Nicaragua ist die Zensur verhängt worden. Kleine Nachrichten. Besuch des Chefs der Heeresleitung in Münster. Der Chef der Heeresleitung, General der Artillerie Freiherr von Fritsch, weilte in Münster. Auf dem Kasernenhof der Infanterie=Kaserne hatten die Truppen der 6. Division des Standortes Münster Aufstellung genommen. Nach kurr Begrüßung durch den Kommandeur des Wehrkreises 6, eneralleutnant Fleck, fand eine Besichtigung der Truppen statt, an die der Chef der Heeresleitung eine kurze Ansprache richtete. Der Chef der Heeresleitung stattete auch dem Rathaus und den staatlichen Behörden einen Besuch ab. Hilfspolizei empfängt die„Hunger-Märschler“. Die oberste Polizeibehörde von London, Scotland Yard, hat Pläne für die Ankunft der„Hunger=Märschler“ ausgearbeitet, die am Wochenende in London eintreffen werden. Besondere Vorsorge ist für die Hyde=Park=Massenkundgebung getroffen worden. Von 20000 als Hilfspolizisten eingeschriebenen Zivilisten werden 10 000 einberufen werden. Die Besitzer von Läden in der Nähe des Hyde=Parkes treffen Vorsichtsmaßnahmen, um bei etwaigen Ruhestörungen ihr Eigentum vor Schaden zu schützen. Haushaltsberatungen abgeschlossen. Paris.(Eigener Funkspruch der L. P.) Die Kammei hat in einer Nachtsitzung die Haushaltsveratungen beende und die Finanzgesetze mit 469 gegen 123 Stimmen verabschiedet. Vierteljahresbericht der Reichspost Die Deutsche Reichspost veröffentlicht den Bericht über das dritte Viertel(Oktober bis Dezember 1933) ihres Rechnungsjahres. Der allgemeinen Belebung entsprechend ist gegenüber dem zweiten Vierteljahr eine Zunahme des Verkehrs zu verzeichnen, die auch nach Ausschaltung der Saisonbewegung bestehen bleibt. Der Paretverkehr, der Postscheckverkehr und der Fernsprechverkehr weisen gegen die gleiche Zeit des Vorjahres eine Zunahme auf, die bei den gewöhnlichen Paketen rund 4,3 Mill. Stück beträgt. Auf allen Gebieten des Post= und Fernmeldewesens konnten im In= und Auslandverkehr wieder zahlreiche Verkehrs= und Betriebsverbesserungen durchgeführt werden. Die Zahl der Postscheckkonten stieg im Berichtsvierteljahr um 880 auf 1829274. Ausgeführt wurden 186 Mill. Buchungen über 27 Mil'iarden RM. Im Schnellnachrichtenverkehr wurde im Berichtsviertel: jahr 5.6 Mill. Telegramme befördert und 557 Mill. Gespräche vermittelt. Die Zahl der Sprechstellen belief sich Ende Dezember auf 2,94 Mill. gegenüber 3,0 Mill. Ende Dezember 1932. Die Verkehrsleistung im Funkauslandverkehr betrug 524000 Telegramme und im Seefunkverkehr 25092 Telegramme und 347 vermittelte Funkgespräche. Am Seefunkverkehr waren Ende September auf deutschen Handelsschiffen im Betrieb 920 Seefunkstellen, 508 Bordfunkpeiler, 103 Sprechsender und 366 Hochseefunkempfangsanlagen Die Zahl der Rundfunkteilnehmer hat sich im Berichtsvierteljahr um 527 964 auf 5 052 607 erhöht, während im gleichen Zeitraum des Vorjahres der Zugang nur 230 375 betrug. Im Vierteljahr Juli bis September 1933 sind 245 Personen wegen der Errichtung oder des Betriebes nichtgenehmigter Funkanlagen rechtskräftig verurteilt worden. Die Gesamteinnahmen betrugen im Berichtsvierteljahr rund 452, die Gesamtausgaben 446 Millionen RM II Mitteilungen s Nah und Fern. — Einheitliche Neuregelung der staatlichen Feiertage. Das Gesetz über den Neuaufbau des Reiches macht u. a. auch die bisherige Verschiedenheit der Termine bestimmter Feiertage in den einzelnen Reichsgebieten notwendig, zumal sich diese Verschiedenheit häufig störend auch für das Wirtschaftsleben erwiesen hat. Der Reichswirtschaftsminister wird daher, wie das BDX.=Büro meldet, in Kürze die einheitliche Neuregelung der staatlichen Feiertage für das ganze Reichsgebiet bekannt geben und den Schutz dieser Feiertage mit Sonntagsruhe usw. sicherstellen. Während bisher z. B. der Buß= und Bettag in den verschiedenen Ländern zu verschiedenen Terminen begangen wurde, wird es in Zukunft im ganzen Reichsgebiet einen einheitlichen Bußund Bettag geben. Weiter dürfte der alljährliche Heldengedenktag auf den fünften Sonntag vor Ostern festgesetzt werden. Es wird den Kirchen unbenommen bleiben, im Rahmen ihrer eigenen Zuständigkeiten kirchliche Feiertage über den Rahmen der staatlich anerkannten Feiertage hinaus zu begehen, nur wird dann der staatliche Schutz im allgemeinen nicht in Betracht kommen. — Die Heldengedenkseier am Totensonntag findet in Lemgo in einem schlichten Rahmen statt. Die militärischen Vereine und Formationen nehmen an den Gottesdiensten in der Marien= und Nikolaikirche teil und marschieren dann geschlossen zum Ehrenmal, wo eine Kranzniederlegung stattfindet. Eine kurze Gedenkrede steht im Mittelpunkt des Festaktes. Anschließend findet eine Kranzniederlegung auf dem Heldenfriedhof auf dem Städtischen Friedhof statt. — Eine Ortsgruppe der Reichsjugendfachschaft im Holzarbeiter=Verband gegründet. Gestern abend wurde im Gasthof Brokmeier die Ortsgruppe der Reichsjugendfachschaft im Holzarbeiter=Verband gegründet. Etwa 35 Jugendgenossen waren erschienen. Nachdem Pg. Wolf, der Ortsgruppenleiter des HolzarbeiterVerbandes, die Tagung eröffnet hatte, gab Kreisjugendleiter Brinkmann=Detmold die neuen Richtlinien bekannt. Die zahlreiche Beteiligung ist als voller Erfolg für die Ortsgruppe des Holzarbeiter=Verbandes zu werten. — Der Vorverkauf für das große Winterhilfswerk-Konzert beginnt morgen im Zigarrengeschäft Siebert. Das Konzert, das am 4. März stattfindet, wird von der gesamten Reichswehrkapelle Detmold des Ausbildungs=Bataillons I. R. 18 unter Leitung des Obermusikmeisters Mietusch ausgeführt. Im 1. Teil des Programms kommt das Gemüt, im 2. Teil der Marschrhythmus zu seinem Recht. Höhepunkt und Ausklang zugleich ist der große Zapfenstreich. — Sein 25jähriges Ardeitsjubiläum bei der Firma Louis Halle, Echternstraße, feierte gestern der Schmied A. Krannich. Herzlichen Glückwunsch! — Vor der Meister-Prüfungskommission der Handwerkskammer bestanden die Meisterprüfung die Herren Wilhelm Bredemeier, Fritz Kluger und Heinrich Kliewe. — Gefallenengedenkfeier in der Kirche St. Marien. Der kommende Sonntag ist dem Gedächtnis unserer Gefallenen geweiht. In der stillen ernsten Passionszeit ruht uns dieser Sonntag mit seinem Namen„Reminscere“. d. h.„Gedenke“ unsere teuren Toten, die Blut und Leben für uns im Kriege opferten, in Erinnerung. In tiefer schuldiger Dankbarkeit wollen wir ihrer sonderlich an diesem Tage gedenken. Zu diesem Zweck findet außer den sonstigen Gottesdiensten am Abend dieses Tages in der Kirche St. Marien eine besondere Gedenkstunde statt. Diese Kirche ist mit ihrer Heldenorgel ganz besonders für eine solche Feier geeignet. Es ist zu erwarten, daß diese Feierstunde, die einem lebhaft empfundenen Bedürfnis entspricht, zahlreich besucht werden wird, umsomehr, als sonstige Veranstaltungen an diesem stillen Tage nicht stattfinden. Die Feier beginnt pünktlich um 8 Uhr abends. Als Eintrittsgeld wird zur Deckung der Unkosten der geringe Betrag von 30 Pfg. erhoben. — Arbeit durch die Reichswinterhilfe-Lotterie! Es wird wohl kaum einen Deutschen geben, der an dem grauen Glücksmann der Reichswinterhilfe=Lotterie, der auf den Straßen und Plätzen, bei Kälte, Schnee und Regen seinen Platz behauptet, gleichgültig vorübergeht. Man kauft eben die Losbriefe gern und wird sie immer wieder gern kaufen. Und das nicht allein der Gewinne wegen— zwar sind 5000 Mark bar heute keine Kleinigkeit, dazu der Prämien= schein mit nochmaliger Aussicht auf 5000 RM. und nicht zuletzt die Beigabe drei schöner Postkarten aus 2000 Jahren deutscher Kultur— nein—... Wir sehen den Glücksmann. Er war früher arbeitslos, nun hat er durch diese Straßenlotterie sein Brot und wir werden des Ausspruches unseres Führers eingedenk:„In Deutschland soll in diesem Winter keiner hungern und frieren.“ Der Glücksmann allein ist schon ein Beweis, daß die Reichswinterhilfe=Lotterie ihre Aufgaben erkannt und auch erfüllt hat. 4500 Straßenverkäufer stellte sie sofort ein und gab ihnen damit rascheste Hilfe. Dazu kommen fast 1000 Angestellte in den Lotteriegeschäftsstellen. Ueber 100 Leute sind nur mit der Kontrolle der täglich ausvezahlten Gewinnlose fortlaufend beschäftigt. Den Riesenumfang dieser gewaltig arbeitenden und darum auch schnell helfenden Winterhilfelotterie beweist die Tatsache, daß die ausgegebenen Lose rund 60 Eisenbahnwag. gons füllen würden. Mit der Herstellung dieser Menge Lose und der beigelegten Karten wurden 3000 Arbeiter beschäftigt und eine große Anzehl von Volksgenossen finden ihre Beschäftigung schon bei der Herstellung der zum Versand notwendigen Kartons und Kisten. An all diese muß man denken, wenn man vor dem grauen Glücksmann zögernd stehen sollte. Und noch nicht einmal in Betracht gezogen ist die Herstellung der Mützen, Mäntel und Verkaufskasten für die Straßenverkäufer, die vielen Firmen für diesen Winter Beschäftigung brachte. Die Reichswinterhilfelotterie hatte schon den Kampf gegen Hunger und Kälte aufgenommen, noch ehe der direkte Zweck der Lotterie in Kraft treten konnte. Sie hilft doppelt, da sie gleich hilft; denn viele Millionen sind bis heute schon dem Winterhilfswerk des Deutschen Volkes zur Unterstützung unserer ärmsten Volksgenossen zugeflossen. Niemand soll daher zögern und soll unverzüglich das seine zu diesem einzigartigen, gigantischen Hilfswerk geben. Detmold. Große Strafkammer. Ein unverbesserlicher Betrüger ist anscheinend der Viehhändler Ernst Silberbach aus Detmold, mit dessen betrügerischen Viehkäufen sich wiederholt die Gerichte beschäftigen mußten und der auch schon ein erhebliches Sündenregister ausweist. Bauern, kleine Handwerker usw. sind die Betrogenen. So hatte Silberbach um die Pfingstzeit des vergangenen Jahres in Trophagen bei einem Landwirt einen Bullen gekauft. Um mit dem ihm unbekannten Landwirt ins Geschäft zu kommen, bot er einen sehr hohen Preis für den Bullen, uno zwar 30 RM. pro Zentner. Das Geschäft wurde abgeschlossen und kurze Zeit später erschien S. wieder auf dem Hofe und kaufte ein Stangenschwein für 39 RM. Da der Käufer aber kein Geld hatte, zerschlug sich das Geschäft mit dem Bullen und das Stangenschwein wurde von dem Verkäufer nach Heiden gebracht, wo Silberberg wartete, das Schwein übernahm und noch am gleichen Tage für 26 RM. weiterverkaufte. Dem Landwirt schickte er dann nach langer Zeit 5 RM. für das Schwein. Wegen dieses Betruges erhielt der betrügerische Händler nun vom Schöffengericht in Lemgo eine Gefängnisstrafe von neun Monaten, die mit der in Detmold verhäno ten Gefängnisstrafe von einem Jahr in eine Gesamtgefängnisstrafe von einem Jahr und sechs Monaten umgebildet wurde. Wegen Vergehens gegen das Wandergewerbegesetz erhielt S. eine Geldstrafe von 50 RM. Trotzdem er nun noch gelinde abgekommen war, legte Silberberg Berufüng ein. Leider hatte die Staatsanwaltschaft keine Berufung eingelegt, so daß die große Strafkammer die Berufung auf Kosten des Angeklagten verwarf und es bei der erkannten Strafe ließ. Der Vorsitzende machte den Verurteilten aber darauf aufmerksam, daß er in erneutem Betrugsfall damit zu rechnen habe, daß gegen ihn die Sicherheitsverwahrung erkannt werden wird.— 100 RM. Geldstrafe wegen versuchter Erpressung. Der Bauunternehmer K. aus Horn hatte vor mehreren Jahren ein kleines Häuschen in Horn gemietet und als Mietpreis monatlich 45 RM. ausgemacht. Als die Zeiten schlechter wurden, wurde die Miete ermäßigt. K. blieb aber mit der Miete im Rückstand. Es wurde ein Vergleich geschlossen, der aber wiederum von K. nicht inne gehalten wurde, da er sich auf den Standpunkt stellte, daß für angewandte Reparaturen ihm ein Betrag gutgeschrieben werden müsse. Jedenfalls kam es zu Unstimmigkeiten mit dem Vermieter und K. zog aus. Soweit wäre ja nun die Sache in Ordnung gewesen, wenn sich der Vermieter nicht hätte dazu hinreißen lassen, an den Vermieter einen groben Brief zu schreiben, in dem er Mietwucher zum Vorwurf macht und eine Frist zur Vereinigung der Angelegenheit setzt, sonst würde Anzeige beim Staatsanwalt erfolgen. Die Folge dieses Schreibens war natürlich ein Verfahren wegen versuchter Erpressung und das Amtsgericht in Horn erkannte deswegen gegen K. auf eine Geldstrafe von 400 RM. Gegen dieses Urteil legte der Angeklagte Berufung ein, jedoch verwarf die große Strafkammer die Berufung des Angeklagten. Detmold. Die Reifeprüfungen der Oberrealschule. Unter dem Vorsitz des Herrn Oberschulrat Dr. Rauschenberger aus Münster und in Anwesenheit des Herrn Landesschulrat Wollenhaupt begann gestern die Reifeprüfung der Oberrealschulklasse Ol r A. Es bestanden folgende Prüflinge: Gust. Blanke, Bad Salzuflen(mit Auszeichnung); Friedr. Brächtker, Kleinenmarpe; Fritz Junker, Detmold; Walter Junker, Schötmar; Paul=Gerhard Petri, Detmold; Wilhelm Rehse, Grastrup(mit gut): Hans Reier, Detmold; Fritz Richter, Bad Salzuflen; Rolf Steneberg, Barntrup; Karl Martin Wolf, Detmold(mit Auszeichnung). Der Rest der Klasse wird heute geprüft werden, die Ol r B am Montag und Dienstag nächster Woche. Detmold. Landestheater. Sonntag, den 25. Februar, 19.45 Uhr, Erstaufführung anläßlich des Volkstrauertages: „Langemarck!" Der Opfergang der deutschen Jugend. Schauspiel in 6 Bildern von Edgar Kahn und Max Monato. Der„Völkische Beobachter“ schrieb über die Erstaufführung am Preußischen Theater der Jugend in Berlin: Der hinreißende Schwung, der Aufführung und Darstellung beseelt, findet bei den Zuschauern begeisterten Widerhall. Ein wirkungsvolles Stück mit starker Kraft des Ausdrucks, aber nicht ohne menschliche Feinheiten. Ein stürmischer Erfolg. Ein Schauspiel, das die Aelteren, die damals die Zeit erlebten, und die Jungen von heute tief erschütterte. Der ganze innere Schwung, die ganze hohe Begeisterung jener Tage wird wieder lebendig. Das Theater ist kein„Theater“ mehr. Hinreißendes und mitreißendes Geschehen lebt in jedem Bilde dieses vorzüglich starken Werkes. Eines der schönsten, glutvollsten, lebendigsten Kriegsstücke. Es war— alles in allem genommen— ein Theaterabend, der das gab, was das deutsche Theater geben soll und geben wird: Wert und Begeisterung. Lage. Fabrikant Heinrich Siekmann f. Zwei Tage nach seiner goldenen Hochzeit starb gestern morgen Herr Hoflieferant Heinrich Siekmann im 84. Lebensjahre. Heinrich Siekmann wurde am 7. September 1850 in Lage geboren Im Jahre 1880 machte er sich auf dem ehemaligen Posthof an der Hellmeyerstraße in Lage selbständig. Zäher Fleiß, hervorragende Fachkenntnisse und rastloses Vorwärtsstreben förderten das junge Unternehmen, aus dem nach und nach der im In= und Ausland weit bekannte Betrieb der Firma Heinrich Siekmann emporwuchs. Schötmar. BDA.=Werbeabend. Der volksdeutsche Werbeabend des BDA., der gestern abend im schöngeschmückten Saale des Hotel Korf stattfand, war sehr gut besucht. Eröffnet wurde die Veranstaltung vom Männerchor mit dem wuchtig klingenden Wahlspruch„Ich bin geboren deutsch zu Volksdeutsche Aufgabe Von Maria Rahle. In dem Auswandererbuche„Jürnjakob ein paar Worte, die einfach und klar das Swehn“ sand ich auslanddeutsche Schicksal und unsere heutige volksdeutsche Aufgabe umsassen: „Wir sind viele Millionen von einzelnen Tropfen, aber wir könnten ein großer, breiter Strom sein.“ diese Worte nicht schen uas ans " Daß diese Worte nicht schon vor hundert Jahren ausgesprochen wurden, als die Verstreuung dieser einzelnen Tropfen aus dem deutschen Volksium stetig zunahm und bis zum Ende des Jahrhunderts wuchs,— daß sie damals nicht schon in vielen deutschen Geistern wie in Friedrich List Erkenninis wurden, hat bestimmend am auslanddeutschen Schicksal mitgewirkt. Aber wenn diese Worte heute mit starkem Nachhall In uns klingen, ja es uns fast als eine Selbstverständlichkeit erscheint, daß viele verstreute Tropfen in dem Strom der Volkheit münden und sich finden müssen, so wird uns dadurch bewußt, wie groß inzwischen in uns allen die volksdeutsche Sehnsucht geworden ist. Volksdeutsche Sehnsucht!— sie will ein Volk von Deutschen aneinanderbinden zu fester Gemeinschaft. Ueber die Staats= und Reichsgrenzen hinweg schaut unser Verbundenheitsgefühl aus nach den Volksgenossen auf der Erde, nach den 40 Millionen Deutschblütigen, die außerhalb unserer Reichsgrenzen leben. Volksdeutsch— nicht staatsdeutsch! Denn die meisten dieser Außendeutschen sind Bürger anderer Staaten, sind in 91 Deutschiumsgebiete über die Erde hin versprengt. Was ist es, das uns mit ihnen verbindet, was ist es, was volksdeutsche Sehnsucht an Gemeinsamkeit bei ihnen sucht? Vor dem Kriege hat die Mehrheit der Reichsdeutschen es nicht gewußt— hat es nicht gewußt, weil wir damals Staat und Volk gleichsetzten. Aber durch den Weltkrieg und durch die zeistigen und seellschen Erschütterungen, die ihm folgten, sind zleichsam begrabene Tiesen in der deutschen Volksseele aufjewühlt; aus unserem mechanischen Organisationsglauben, ius der materialistischen Anschauung der Welt und der Dinge ind wir erwacht zu neuem Glauben an unsichtbare, geheimtisvoll wirkende Kräfte, aus Blut und Geist und Seele gevoren. sind wir erwacht zum Glauben an die Mächte der nnersten Wesenheit unseres Volksiums. Und dieses wesentich Deutsche verbindet uns mit unseren Volksgenossen jeneits der Grenzen... Das Erwachen der Völker zum Nationalbewußtsein, das die anderen bis zu sanatischem Rausch erfüllte, seit die Nationalstaatsidee die europäischen Menschen ergriff, hat auch die schlasende Seele der deutschen Volkheit berührt. Eine neue Liebe zur eigenen Art ist erglüht, ist leidenschaftlich bewußt vor allem vort entbrannt, wo diese deutsche Eigenart im remdvolkischen Lebensraum bedroht wird. Gerade durch den kampf, der sie vernichten will, gerade durch den Zwang, der diese Eigenart in Fesseln schlagen möchte, ist neuer Wille aufzebrochen. Ein Volk, das sich hier nicht aufbäumt, ist aber such wert, unterzugehen. Nein, sie wollen nicht untersinken, wie jene Deutschen in südamerikanischen Indianerdörfern, die blond und blauäugig noch ihre Ahnennamen tragen, aber fremde Sprache reden und oft nicht einmal mehr wissen, daß ihre Urgroßväter aus Deutschland kamen. Sie wollen nicht untersinken wie das deutsche Einwanderertum in Nordamexika, das des großen Volkes Wirtschaft mit aufbaute, seine Freiheitskriege in den vordersten Reihen mitkämpfte und dann die Enkel im Weltriege gegen das Land und das Volk der Herkunst sandte. Sie wollen treue Bürger ihres Staates sein, aber sie vollen mit ihren Kindern in der Muttersprache beien, sie vollen in ihren Häusern die Atmosphäre der ererbten Kultur am sich spüren, sie wollen nach don(GafGesens leben! die Aimosphale der rteroien Kulur wollen nach den Gesetzen ihres eigenen Gauparteitag In den Tagen vom 23. bis 25. Februar steht die Provinzialhauptstadt Münster wieder einmal im Zeichen größerer Ereignisse, die mit dem Fest der alten Garde am Freitag ihren Anfang nehmen werden. Allenthalben sind schon jetzt in der Stadt Vorbereitungen zum festlichen Empfang der braunen Kämpfer im Gange. Am Freitag nachmittag werden die alten Kämpfer zunächst zum Schloß marschieren, wo durch die Gauleitung und die Spitzen der Behörden ein feierlicher Empfang stattfinden wird. Hier wird der Oberpräsident von Lüninck die Begrüßungsansprache halten. Ein Fackelzug zum Rathaus schließt sich dann an. Für den Abend ist ein Kameradschaftsabend im alten Rathaussaal vorgesehen, bei dem auch die feierliche Ueberreichung von Ehrenurkunden an die alten Kämpfer durch den Reichsstatthalter erfolgen wird. Am Samstagnachmittag findet in der Halle Münsterland der Gaukongreß und die Gründungsfeier der Partei statt, während den Höhepunkt des Parteitages am Sonntagvormittag auf dem Hindenburgplatz die Vereidigung von rund 40000 politischen Soldaten der deutschen Revolution bilden wird. Die Aufstellung auf dem Hindenburgplatz für die Vereidigung anläßlich des Parteitages am Sonntag findet in acht Säulen nach Anordnung der Gauinspektionsgebiele statt. Die Fahnen der einzelnen Kreise finden ebenfalls inspektionsweise neben der Tribüne Aufstellung. Kreisleiter, Adjutant. Kreisamtsleiter, Abteilungsleiter und Ortsgruppenleiter in 6er=Reihen vor den übrigen Amtswaltern der Ortsgruppen des Kreises. Dann schließen sich die ZellenBlockwarte und die übrigen Amtswalter, der Größe nach angetreten, an. Ebenfalls in vollständiger Uniform, d. h. mit Rock, dann die Amtswalter, die im Braunhemd antreten, und zuletzt die Amtswalter in Zivil. Nach Schluß der Vereidigung findet eine Reichssendung zur Ehrung der Toten des Weltkrieges statt. Während dieser Gedenkfeier findet der Vorbeimarsch auf dem Prinzipalmarkt vor dem Gauleiter statt. An diesem Vorbeimarsch nimmt außer der PO. auch die SA, SS, Reichswehr und Schutzpolizei teil. Aufmarsch der H3. Die HJ., die mit den Zugen der Kreisleitungen kommt marschiert als geschlossene Formation— sie wird aus dem Verbande der Kreisleitung herausgenommen— zur Promenade in Richtung Ludgeriplatz. Lotsen der H3. stehen zur Verfügung. Genack. Gepäckstücke, wie Aktentaschen, Pakete usw. dürfen beim Vorbeimarsch nicht mitgeführt werden. Zugelassen sind Brotbeutel und Feldflaschen. Zuwiderhandelnde werden aus der Marschkolonne herausgenommen. fühlen“. Dann sprach der Führer der hiesigen VDA.=Ortsgruppe, Lehrer Meier, herzliche Begrüßungsworte. Gauführer Studiendirektor Dr. Hobinder aus Lemgo knüpfte art den Spruch Vogislaw von Selchows, den der Männercho# soeben gesungen hatte. Vor Jahren, als er mit diesem Dichter seine Gedanken ausgetauscht habe, da habe immer der Gedanke im Vordergrunde gestanden: Wie findet unser Volk den Weg wieder zum nationalen Deutschland? Sie seien sich darüber klar gewesen, daß eine ungeheure Arbeit zu bewältigen sei, und daß diese Arbeit nur bewältigt werden könnte, wenn sie vom ganzen Volke getragen würde. Studiendir Dr. Hobinder ging dann in großen Zügen auf die Not der Auslandsdeutschen ein. Wir alle, die sich zum deutschen Volke bekennen, hätte die Verpflichtung, auch für unsere Volksgenossen in den Grenzlanden und im Auslande einzutreten. Uns müßte en einigendes Band umschließen. Der BDA. habe eine große Aufgabe zu erfüllen; denn es sei ein Kampf zu führen um die Seele des Kindes in den Grenzlanden, um die deutsche Kultur! Unsere Volksgenossen in den Grenzlanden befänden sich in einer seelischen und materiellen Not, die hier keiner kenne. Deshalb müßten sich alle Deutsche zusammenfinden zu einem einigen deutschen Volk!— Nach einem weiteren Liedvortrag des Männerchors ergriff der Redner des Abends, der auslandsdeutsche Volksgenosse Hlawna, das Wort zu seinem Vortrage. Bed Salzuften. Vor dem Schöffengericht. Gelder einkassiert und nicht abgeführt hat der Tischler B. aus Schötmar Es handelt sich im ganzen um rund 1000 RM. B. wurde zu einer Geldstrafe von 300 RM. verurteilt.— Ein rasender Kraftfahrer aus Herford wurde mit 75 RM. Geldstrafe belegt. Leese. Der Kriegerverein beschloß in seiner letzten Versammlung, sich an der Gedenkfeier am Volkstrauertag geschlossen zu beteiligen. Die anderen Vereine des Dorfes werden ebenfalls daran teilnehmen. Herr Pastor Hänisch wird die Gedenkrede halten, die um 2 Uhr beginnt. Die Gedenkfeier wird durch einige Liedervorträge des M G. V. verschönt werden. Leese. Der Vallspiel=Verein Leese hat beschlossen, an der Gedenkfeier geschlossen teilzunehmen und das Spiel gegen Detmold&a Stunde später zu legen. Die Reserve spielt dann bereits mittags. Hohenhausen. Turnverein. Im„Deutschen Hause" hielt der hiesige Turnverein„Einigkeit" seine Generalversammlung ab. Zu dieser waren die Mitglieder fast vollzählig erschienen. Der Vereinsführer, Herr Langemann, eröffnete die Versammlung um 8,45 Uhr. Nach Besprechung der Tagesordnung wurde das diesjährige Stiftungsfest auf Sonnabend, den 3. März festgelegt. Die 50=Jahrfeier wird unter Mitwirkung der Nachbarvereine Mitte Juni stattfinden. Am Landesturnfest in Minden wird der Verein mit 100 Turnern und Turnerinnen teilnehmen. Bielefeld. Stadttheater Bielefeld. Sonntag, 25. Febr.: Fidelio. Anf. 19,30—22 Uhr.— Montag, 26. Febr.: Der Zigeunerbaron. Anf. 20—23 Uhr.— Dienstag, 27. Febr.: Konsunktur. Anf. 20—22 Uhr.— Mittwoch, 28. Febr.: Bunter Nachmittag. Anf. 16—18 Uhr. Der Freischütz. Anf. 0—23 Uhr.— Donnerstag, 1. März: Schneider Wöbbel. Anf. 22—22,30 Uhr.— Freitag, 2. März: Hamlet Anf. 20—23 Uhr.— Sonnabend, 3. März: Schwarzwaldmädel. Anf. 16—18,30 Uhr. Der Zigeunerbaron. Anf. 20 bis 23 Uhr. Sonntag, 4. März: Schwarzwaldmädel. Anf. 19,30—22 Uhr.— der Bewegung. Anordnungen der Kreise Detmold und Lemgo. Die Ortsgruppen= und Stützpunktleiter werden nochmals auf die Rundschreiben der Gauleitung betr. Amtswalter= Vereidigung hingewiesen. Im Laufe des heutigen Tages geben die Ortsgruppenleiter den Teilnehmern nach Münster die dort getroffenen Anordnungen bekannt, damit der Aufmarsch sich reibungslos abwickelt, Für die Fahrt am Sonntag bestimmen die Ortsgruppenleiter einen Transportobmann. Diese haben sich sofort beim Transportleiter der Kreise zu melden, die durch weiße Armbinden kenntlich sind. Transportleiter für den Kreis Lemgo ist Pg. Kohlmann=Lemgo, für den Kreis Detmold wird er noch bekannt gegeben. Um unnötige Transportschwierigkeiten zu vermeiden, wird für die Ortsgruppen Bad Salzuflen, Schötmar, Wüsten, Lage und Kachtenhausen folgendes angeordnet: Die Ortsgruppen Bad Salzuflen, Schötmar und Wüsten benutzen den Sonderzug des Kreises Detmold über Herford. Die Ortsgruppen Lage und Kachtenhausen benutzen den Sonderzug des Kreises Lemgo über Oerlinghausen=Bielefeld. Auch die Ortsgruppen Schieder und Schwalenberg sind verpflichtet, den Sonderzug ab Horn=Bad Meinberg zu benutzen. Die gleiche Anordnung gilt für die Züge am Sonnavend. Die Fahnen der PO. sind bereits am Sonnabend mitzubringen, die der Nebenorganisationen am Sonntag. Es wird nochmals darauf hingewiesen, daß Mäntel bei allen Aufzügen nicht getragen werden dürfen. Ebenso keine Gepäckstücke. Heil Hitler! Herrich. Prüßner, Kreisleiter. N. S. K. O. V. Sonntag morgen 9 Uhr treten die Mitglieder zur Teilnahme an der Toten=Gedenkfeier bei Gastwirt Röding an. NS.-Frauenschaft. Zur Vereidigung nach Münster fahren die Kreis= und Frauenschaftsleiterinnen am Sonnabend mittag mit dem Sonderzug ca. 1,30 Uhr. Die Amtswalterinnen bis zur Blockwartin fahren Sonntag früh ca. 6 Uhr mit Sonderzug. Vereidigungsschein muß vorher ausgefüllt werden. Karten gegen Ausweis am Schalter oder beim Ortsgruppenleiter. H. Kracht, Kreisleiterin. Schwelentrup. Heute 14,30 Uhr: Zusammenkunft in der Nebenschule. Beitrag und Handarbeit nicht vergessen! B. d. M. Untergau Lippe braucht eine Schreibmaschine. Wer stiftet sie oder läßt sie uns für geringes Entgelt? Marg. Strate, Lage, Lange Straße 114. Hitlerjugend Lemgo, Gefolgschaft 3 II 55. Sonntag morgen 9.15 Uhr: Antreten am Heim. gez. J. B. Heitner, Gefolgschaftsführer m. d. J. b. Ortsbäuerinnenstand Entrup. Am Montag, dem 26. 2., nachmittags 3 Uhr, findet in Saale des Herrn Röding, Gasthaus zur Krone, eine Versammlung des Ortsbäuerinnenstandes statt. Die Mitglieder werden gebeten, möglichst vollzählig zu erscheinen. Es sprechen Frau Duckstein, Mönchshof, und Pg. Herr Beufer. Detmold, über das Thema:„Mutter und Kind". Zwischendurch Kaffeepause. Kuchen wird gespendet. Mit deutschem Gruß L. Saak, O. B.=Führerin, Entrup. Palast-Theater Freitag—— Montag. Brigitte Helm in dem großen„Asa“=Kriminal= und Abenteurerfilm Die schönen Tage in Aranjuez Brigitte Helm— in ihrer neuen, großen, interessanten Rolle. pecheet. ömer güt. kautt marr bei Wiese Ein Tos der WinterhilfoTottorie gibt dir und anderen Freude Hausfrauenverein Lemgo Heute, Freitag, d. 23. Febr., abends 8¼ Uhr im Kaffee Schmidt, Lichtbildervortrag des Herrn Dr. Fiebig über Unkostenbeitrag: Mitgl. 10 Pf., Richtmitgl. 20 Pf. Haus mit Stallung und Land in der Nähe von Lemgo zu verkaufen. Auskunft erteilt Heinrich Knoop, Brake, Lemgoerstraße 236. Nur Sonnabends u. Sonntags zu sprechen. Suche zu Draxiszwecken 2 gut möblierte Zimmer Angebote mit Dreis unter L. 120 an die Geschäftsstelle do. Blattes. 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Februar 1934 In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 4 Geminne zu 5000 M. 179930 298983 10 Gewinne zu 3000 M. 53692 189790 213253 260455 386013 4 Gewinne zu 2000 cR. 12 Gewinne zu 1000 CR. 96492 128534 154808 70 Gewinne zu 600 GR. 27273 40390 55045 65017 66917 87544 94627 101227 135020 137713 147066 182841 212887 215544 222315 228277 256083 261062 262823 263589 286419 291365 299036 316727 330473 336446 340882 344019 362442 368814 390237 383474 386232 396106 51032 378137 31063 36763 27273 40399 386 11265 22928 49630 68275 80976 106490 119634 134062 147663 166662 167486 180648 194048 205488 219981 229926 236399 240458 256907 278865 283631 300837 308681 317092 323274 330346 343967 355031 366223 374638 Bewinne zu 300 cM. •— 13343 1 3260 4150 4969 7676 13163 13343 15372 17594 18312 20268 33166 34307 37781 42340 42813 43340 46801 49961 60268 60864 64555 65380 68893 72032 76675 76879 79133 80679 81066 81419 88845 96410 101593 105380 109024 114438 115035 115687 118872 123549 126215 129133 130449 133056 138269 138781 139782 144461 144988 160345 150551 152360 163233 163705 167025 158192 159886 169890 162257 169479 173516 175847 176011 178434 181192 182060 182172 188622 192260 194649 201146 202437 203467 206476 205587 210861 212044 214333 218966 222971 224149 226056 227961 228934 231982 233150 233373 234664 234688 235811 238993 238231 239982 240416 246713 248225 249694 251903 266240 261240 267286 273596 276716 278284 279443 281641 282281 282423 282706 267385 296702 297608 303091 306153 306926 309458 312207 313017 318513 319210 320364 323400 324060 324421 333429 337637 338417 346394 349353 350431 369153 359920 360174 367637 368605 371369 372843 374169 376072 379264 385340 396330 388489 393896 306209 396986 2 298227 S 306669 316607 320824 326995 327760 341963 343424 3982 364917 363992 13. Ziehungstag 22. Fedruor 1934 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M 3 10 78281 166629 276158 96490 333922 22001 130793 18— 124863 16 247216 58 2800 125424 230800 302667 377426 322 11802 26731 34821 46741 69409 86600 109676 115280 126096 148618 160250 176979 183817 204267 213621 N 20000 8 m 10000 □ zu 5000 M. — m 3 0 0 0 M. 377172 zu 2000 C. 270167 312729 Diane iu 1000 a. 262533 263129 Dinue zu 500 S. 56111 80616 143760 162089 242613 264559 312560 317040 387479 m 300 2. 2211— 14367 14624 17109 19016 19206 26733 26925 27114 29633 31676 36247 36793 37441 39763 44843 46897 48270 60885 60960 50602 74131 74796 81063 83825 86596 95966 97676 99923 101838 103158 109714 109989 110290 114114 N 66611 350006 129487 149439 312416 342026 14306 15151 106700 106032 177013 201912 —— 277072 222412 279468 346301 16459 122866 229012 356463 306273 9126 23821 31934 45299 2889R7 280287 306150 321323 338150 34889 36568 383146 396878 116044 117262 127196 191138 162063 163214 164410 168786 177345 179720 185699 18875 208644 211292 224109 224781 234969 238556 269147 260882 270535 272099 296779 291610 309054 309584 321679 338871 36694 372890 383318 36 375492 383970 12 13 18 167046 181342 188997 211683 226802 239686 264296 274231 301023 814407 331373 340194 360021 378668 122619 144995 1567 1672 182646 191894 213012 227670 240778 265233 277936 303476 3421 33 379130 87337 106612 116117 124997 148329 169711 169414 183264 196344 213136 234262 242249 267667 279991 30.3836 316867 337937 343934 364743 382742 29 Tegesprämien. Auf jede gezogene Rummer sind zwei Prämien zu se 1000 RM gesollen, und zwar se eine auf die Lose gleicher Rummer in den beiden Adteilungen I und II: 71665 9491S 111014 Im Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne zu je 1000000, 2 zu se 900000, 2 zu je 75000, 6 zu je 80000, 6 zu je 20000, 16 zu se 10000, 112 zu se 5000, 203 zu je 3000. 308 zu je 2000, 530 zu se 1009, 1658 zu se 500, 28. Februar 1934. Lippische Post Nummer 46. König Alberts letzte Fahrt. Der Trauerzug vom Brüsseler Schloß nach der Residenz in Laeken— Fürsten, Staatschefs und Diplomaten im Trauergefolge— Gewaltige Beteiligung der Bevölkerung 40 000 Kriegsteilnehmer defilieren vor dem Sarg. Der Sarg mit dem Leichnam des tödlich verunglückten Königs von Belgien auf der Lafette wird zur letzten Ruhe geleitet. Die Trauerfeierlichkeiten für den dritten König der Belgler fanden am Donnerstag ihren Höhepunkt und Abschluß In einem imposanten Trauerzug wurde König Albert I. som Schloß in Brüssel nach der Residenz in Laeken übergeführt und dort in der Gruft der belgischen Könige beigesetzt. Die Beteiligung war gewaltig. Zahlreiche Fürstlichkeiten, mehrere Staatschefs. Abgesandte vieler Staatsoberhäupter, die Diplomaten und Militärattachés fast aller Länder nahmen teil. Die Bevölkerung umdrängte in dichten Massen die Straßen, durch die der Zug seinen Weg nahm. Fenster und Balkons waren seit den frühesten Morgenstunden dicht besetzt. Bis zum Beginn des Trauerzuges, der sich kurz vor Mittag in Bewegung setzte, zogen seit den frühen Morgenstunden etwa 40000 ehemalige Kriegsteilnehmer mit ihren Fahnen vor dem auf der offenen Freirreppe des Schlosses aufgebahrten einfachen Sarg vorüber. der, nur mit einer großen Fahne bedeckt, mitten in einem Meer von Blumen und Kränzen aufgestellt war. An dem Sarg hielten Generale die Ehrenwache. Inzwischen versammelten sich auf der Freitreppe des Schlosses der Hof und die amtlichen Persönlichkeiten. Dann trat die hohe Geistlichkeit, an ihrer Spitze der Kardinal=Erzbischof von Mecheln, aus dem Schloß. Auf das Zeichen zum Aufbruch klang von der nahegelegenen Kirche das Totengeläut. Es verkündete weit und breit, daß der König seine letzte Fahrt angetreten hatte. Militär eröffnete den Zug, an dessen Spitze sich, hoch zu Roß, der Oberstkommandierende der belgischen Armee, Generalleutnant van Emelen, mit seinem Stabe setzte. Unmittelbar dahinter kamen kleinere Abteilungen der im Weltkrieg verbündeten Heere: Es folgren Abordnungen sämtlicher Dienstgrade des belgischen Heeres. der Generalstab und die Fahnen sämtlicher Regimenter. Es kam nunmehr die feldmarschmäßig bespannte Geschützlafette mit dem königlichen Sarg, ganz einfach und schlicht, ohne jede Dekoration, auch die Pferde mit gewöhnlichem Geschirr. Voran ging betend der Kardinal=Erzbischof von Mecheln im Purpurornat, umgeben von zahlreichen höheren und niederen Geistlichen. Rechts und links neben dem Sarg schritten der Ministerpräsident, die beiden Präsidenten der Kammer und des Senats, der Justizminister, der Innenminister sowie zwei Generäle. Hinter dem Sarge folgte, von einem Kammerdiener geführt, das Lieblingspferd des Königs seinem Herrn auf dem letzten Gang. In tiefer Trauer schritt, gesenkten Hauptes, der Thronfolger, Prinz Leopold von Brabant. in Geieralleutnantsuniform daher, begleitet von seinem Bruder, lem Prinzen von Flandern. Nunmehr schloß sich das offizielle Trauergefolge an, sehr viele, namentlich die fremden Printen und Fürstlichkeiten, in Uniform. Als Vertreter des Reichspräsidenten und der Reichsregierung bemerkte man den Botschafter von Keller. Es folgten die Mitglieder des Diplomatischen Korps, darunter der deutsche Militärattaché in London, Oberst Freiherr Geyr von Schweppenburg. in Reichswehruniform. Der Trauerzug führte zunächst zur Kathedrale Sainte Maus und Stocky erneut verurteilt Köln. 23. Februar. Vor dem Schöffengericht wurde gegen die früheren Geschäftsführer der Goerreshaus Generalkonsul Maus und Konsul Stocky, wegen Richtabführung von Versicherungsbeiträgen verhandelt. Maus und Stocko wurden aus der haft vorgeführt. Vom 1. Januar bis April 1933 wurden 24000 RM an Beiträgen zu den Arankenkassen, zur Arbeitslosenversicherung. Arbeitslosenhilfe und Javalidenversicherung bei der Goerreshaus A.=G. von den Angestellten und Arbeitern einbehalten, aber an die Kassen nicht abgeführt, außerdem vom 1. Mai 1932 bis Apeil 1933 9000 RM Angestelltenversicherungsvelträge. Das Urtell lautete gegen Maus auf sieben und gegen Stocky auf fünf Monate Gefängnis. Gudule. Hier las der Kardinal ein feierliches Seelenamt und erteilte die Absolution. Nach dem Requiem erfolgte die Ueberführung nach Laeken. Der Hof und die Trauergäste folgten in ihren Wagen dem Sarg. In Laeken erfolgte der Vorbeimarsch der Truppen, die vom Schloß in Brüssel bis nach Laeken Spalier gebildet hatten, sowie der Abordnungen der fremden Truppenteile. Alsdann wurde der Sarg von dem Kardinal in die Krypta geleitet und nach kurzem Gebet dort neben den Gräbern Leopold I. und Lepold II. beigesetzt. Eine Salve von 21 Kanonenschüssen schloß die Feier. Die Krönungsseier in Brüssel Feierliche Vereidigung des neuen belgischen Königs. Die Vereidigung des neuen belgischen Königs wird am heutigen Freitag in überaus feierlicher Form vor den vereinigten beiden Kammern stattfinden. Ein Mißverhältnis wird beseitigt. Nicht mehr pompöse Verwaltungspaläste und dästere Arbeitsräume. Das im Rahmen der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude" bestehende Amt„Schönheit der Arbeit“ kündigt, wie das BDZ.=Büro meldet, an, daß schon für die nächste Zeit die ersten praktischen Resultate auf seinem Gebiete zu erwarten sein werden. Wenn das Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit ausspreche, daß der Führer des Betriebes „für das Wohl der Gefolgschaft zu sorgen“ habe, so sei klar, daß die Sorge um das Wohl sich nicht darauf beschränken könne, daß dem Arbeiter am Monats= oder Wochenende pünktlich seine Lohntüte ausgehändigt wird. Dr. Ley habe dem Amt„Schönheit der Arbeit“ als eine der wesentlichsten Aufgaben aufgetragen, dafür zu sorgen, daß die Arbeitsplätze und Aufenthaltsräume in den Betrieben ein menschenwürdiges Aussehen erhalten. Daß das bis heute keineswegs überall der Fall sei, braucht, so erklärt der Leiter des Amtes. A. K. von Hübbenet, nicht sonderlich betont zu werden. Der Gegensatz zwischen den pompösen Verwaltungspalästen und den düsteren Arbeitsräumen sei mitunter grotesk. Immer wieder müsse man auch feststellen, daß die Maschinen aus Profitgründen in mächtigen, peinlich sauber gekachelten Sälen aufgestellt sind, dagegen z. B. die Umkleideund Waschräume für die Belegschaft sich in engen, lichtlosen und muffigen Kellergewölben befänden, die sonst„zu nichts Vernünftigem" zu gebrauchen feien. Eine solche Einstellung sei für einen Nationalsozialisten undiskutabel. Wir werden, so sagt der Leiter des Amtes, die Betriebsführer nicht zwingen— aber wir erwarten von ihnen, daß sie freiwillig die notwendigen Aenderungen durchführen. Betriebsführer, die die Pflichten gegenüber ihrer Belegschaft gröblich vernachlässigen und verletzen, würden nicht lange der Ehre teilhaftig bleiben können, im dritten Reich Betriebsführer zu sein. In erster Linie würden die Luft= und Lichtverhältnisse der Arbeitsplätze und Aufenthaltsräume zu prüfen sein und man werde mitunter schon mit den einfachsten Mitteln allerhand erreichen können. Das Wort„unmöglich, fehle dabei im Lexikon. Sportflugzeug verunglückt ee Wer un uer Veruechten le am Mittwoch das Sportflugzeug D. 2833 in der von Mülheim(Ruhr). hierbei wurde der Flugzeugfuhrer Bräunig verletzt. Der zweite Insasse des Flugzenges, Herter, kam ums Leben. Der Unfall ist vermutlich auf einen Bedienungsfehler zurückzuführen. Mein Bruder Horst. Von Ingeborg Wessel. Am 23. Februar jahrt sich zum vierten Male der Tag, an dessen Sonntagmorgen mein Bruder Horst Wessel die Augen schloß. Jugendlich deutsches Leben war in der selbstverständlichen Erfüllung seiner Pflicht für die nationalsozialistische Bewegung in den Tod gegangen. Für diese Bewegung hatte Horst im Grunde alles hingeworfen. Student war er, gehörte dem Korps Normannia an. Aber Schläger und Mütze, Kneipe und Komment vermochten ihn nicht über die Not seines Volkes hinwegzutäuschen. Schon als Gymnasiast hatte er allen möglichen vaterländischen Verbänden angehört, nun als Student suchte er neue Wege für seines Volkes Freiheit. Mit Leib und Seele gab sich Horst Wessel der Freiheitsbewegung Adolf Hitlers hin. Er kämpfte den mörderischen Straßenkampf zwischen SA. und Rotfront— erst als unbekannter SA.=Mann, dann als der gefürchtete Sturmführer 5— er schenkte den SA.=Stürmen aus diesem Kampfe heraus immer neue Kampflieder, er sprach in hundert Versammlungen von Hitler und vom kommenden Reich. Bis ihm die Erkenntnis ward, daß er, der Korpsstudent, der Zweibändermann, der Pfarrerssohn, selbst als Arbeiter wirken müsse, um Arbeiter führen zu können. Horst wurde erst Droschkenchauffeur und dann Erdarbeiter, um den Proletarier zu verstehen. Er glaubte an die Erkenntnis, daß anders die Grenze nicht zu überspringen wäre. Er ging aus dem behüteten Pfarrhause in der Jüdenstraße und nahm Wohnung in einem Arbeiterviertel. Horst wußte wohl, daß der Haß der kommunistischen Partei gegen ihn ins grenzenlose gestiegen war. Er wußte, daß die Kommune der Ueberzeugung war, daß nur er schuld wäre, daß ihre roten Hochburgen ins Wanken gerieten, und daß die besten Aktivisten Rotfronts nach und nach in die SA.=Front einschwenkten. Aber unbeirrt ging Horst einen Weg. Wer SA.=Mann sei, müsse wissen, daß er in teter Opferbereitschaft zu stehen habe. Je höher das Gewollte, desto höher das, was man dafür wagen muß. Für die Idee der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft wagte Horst das Letzte— den Einsatz seines Lebens. Horst schien eine stille heimliche Freundschaft mit dem Tod von vornherein geschlossen zu haben. Er war Sturmführer, Redner und Dichter, war Student und Arbeiter, als er am 14. Januar 1930 in seiner Wohnung im Nordosten Berlins von kommunistischen Henkersknechten niedergeschossen wurde. Am 23. Februar starb er, und Korpsstudenten in Wichs hielten zusammen mit Arbeitern im Braunhemd die Totenwache am Sarge ihres Das letzte Bild von Horst Wessel. ermordeten Kameraden. Was vorher unmöglich ging durch den Tod Horst Wessels in Erfüllung. Das Wort, das mein Bruder Horst immer wieder in den Versammlungen gepredigt hatte:„Deutsche Arbeiter der Faust und der Stirn, vereinigt euch!“ Sein Begräbnis wurde zur ersten volksgemeinschaftlichen Tat. Arbeiter standen an seinem Grabe und Korpestudenten. SA. und Stahlhelm. Sein furchtbarer Opfertod war der erste gellende Weck. ruf, den ganz Deutschland hörte. Ich habe den Nachlaß meines Bruders als heiligste: Vermächtnis gesammelt. Seine Tagebücher, seine Aufzeich nungen, seine Reden und Liederentwürfe, Sturm=Gaubejehle und andere Schriften. Als Schwester Horst Wessel: fühlte ich mich der Bewegung gegenüber verpflichtet, diese: politische Vermächtnis meines Bruders in Buchform der Oeffentlichkeit zu übergeben. Die Buchform stammt von mir, nicht aber der Inhalt. Auf fast allen Seiten komm meraden meines Bruders mir darüber berichteten, die noch Seite an Seite mit ihm gekämpft hatten. Ich hoffe mi dieser Veröffentlichung dem Andenken Horst Wessels einen Dienst erwiesen zu haben. Die Deutschen Rad eie 100-Millionia-BoureSinn und Bedeutung der Vereidigung der politischen Leiter der ASDAP. Der Presse gru Leiter des Gaupresseamts Groß=Berlin der Igenicke, machte vor Vertretern der Berliner undsätzliche Ausführungen über Sinn u tung der Vereidigung der politischen Leiter der und BedeuRSDAP Partei die innere Befreiung Deutschlands durchgeführt dabde. Organisatorisch sei ein vorläufiger Abschluß in der bisherigen Entwicklung eingetreten. Die Eingliederung der insbesondere im Jahre 1933 neu entstandenen Nebengliede: rungen und Verbände in das große Gefüge der Partei sei nunmehr erfolgt. Während dieser Prozeß in der gesamten SA. bereits vor einiger Zeit seinen Abschluß gefunden habe. sei er jetzt auch für die Politische Organisation und ihre Neben= oder Untergliederungen abgeschlossen worden. Planvoll sei der Ausbau der bisher eroberten Stellungen vorgenommen worden. Von diesen Stellungen aus werde die Partei den Weitermarsch antreten zur Verwirklichung der nächsten Aufgaben im Sinne des Parteiprogramms. festliche Begehung eines Gedenkloges. einen Akt weltgeschichtlichen Ausmaßes. Bedeute diese Vereidigung der politischen Leiter der Partei auf Adolf Hitler und die Gehorsamsverpflichtung auf die von ihm bestimmten Führer letzten Endes doch, daß nunwehr die gewaltigen lebenden Tragpfeiler aufgerichtet werden im Bau des Dritten Reiches, dieses Reiches, das nach dem Willen des Führers für kommende Jahrhunderte, und so Gott wolle, für kommende Jahrtausende dem deutschen Volke den sicheren Schutz seiner Arbeit und die Entfaltung deer Fhrferische krüte mi alen Gebieten gerührtetNeben der SA. und SS. stelle die Politische Organisation mit ihren Nebengliederungen die zweite gewaltige Säule im Neubau des Dritten Reiches dar. Beide hätten den Bestand des Staates zu garantieren. Und aus den politischen Leitern werde die Führerhierarchie aufgebaut werden, wie sie Adolf Hitler vor kurzem proklamiert habe. Ueber die Zahl der zu vereidigenden politischen Leiter gob Pg. Jgenicke bekannt, daß allein in Berlin etwa 60bis 65 000 politische Leiter vereidigt würden. Hierzu gehörten, neben den Amtswaltern der Unkergliederungen der Vo., wie NSBO., RS.=hago, RS.-Frauenschaft, NSKOB., RS.-Beamte usw., auch die Führer der hillerjugend und des Freiwilligen Arbeitsdienstes sowie die Führerinnen des Bundes deutscher Mädel. Furchtbares Eisersuchtsdrama Verlin, 23. Februar. In Neukölln 8 Tagen aus dem Zuchthaus entlassene Gustav ——„—„„ der erst vor Schultze auf offener Straße den 22jährigen Herdert pal, in dem er seinen Nebenbuhler erblickte, nieder. Dann türzte er in ein Lokal, in dem sich seine Freundin, eine geschiedene Frau Elsa Winkler, befand und gab auf diese und sich mehrere Schüsse ab. Auf dem Transport ins Krankenhaus starb die Frau. Marineflugzeug an einem Felsen zerschellt Tokio, 23. Februar. Wie aus Söul(Korea) gemeldet wird, kam es bei dem Fluge eines aus 17 Ilugzeugen besteteden sopenischen Machelngeeng=eichraters des von ura(Kinschu) nach heise(Rorea) unterwegs war, zu einem schweren Unglücksfall. Ein Flugzeug raste infolge des Nevels gegen einen Felsen und zerschellte. Von der aus 6 Marineoffizieren bestehenden Besatzung wurden fünf getötet und einer schwer verletzt. Neues in Kürze. Schulkinder bestehlen Geschäfte. Schulkinder im Alter von 7 bis 12 Jahren konnten jetzt auf Grund eingehender Ermittlungen in Köln überführt werden, seit längerer Zeit systematisch Gelddiebstähle in Geschäften und Gastwirtschaften ausgeführt zu haben. Dabei sind die jugendlichen Täter in unglaublich gerissener Weise vorgegangen. Zwei bis drei Kinder gingen meist in den Laden oder in die Gastwirtschaft hinein und fragten nach Bildchen und Kistchen. Waren die Kinder abgefertigt, wußten sie es stets so einzurichten, daß ein anderer draußen stehender Junge sich schnell in das Geschäft einschlich und dort versteckte. Im geeigneten Augenblick wurde dann die Kasse ausgeraubt. Den Kindern sind dabei Beträge von 3 bis 150 RM in die Hände gefallen. D-Zug fährt gegen eine Lokomokive. In Dortmund fuhr Der D=Zug 199 kurs—.** nachts der D=Zug 199 kurz vor dem Bahnsteig 3 in stark gebremstem Tempo gegen eine Lokomotive. Bei dem Anprall wurden hauptsächlich schon in den Seitengängen stehende Reisende, die in Dortmund den Zug verlassen, wollten, in Mitleidenschaft gezogen. Es meldeten sich 14 Reisende mit leichteren Verletzungen, die aber sämtlich den Heimweg antreten, bzw. die Reise fortsetzen konnten. Eine Entgleisung erfolgte nicht. Die Untersuchung über die Schuldfrage wurde sofort eingeleitet. Flugeisenbahnverkehr auch in England. Die englische Gesellschaft Imperial Airways hat sich mit den vier englischen Eisenbahngesellschaften über die Gründung einer neuen Firma mit einem Nominalkapital von 50000 Pfund geeinigt, „Onkelchen, du wirst auch noch Pilot“, meinte Käte voll Anerkennung.„Doch jetzt wird's Zeit, daß ich zu meiner Kiste komme.“ Während sie mit dem Monteur zu ihrem Flugzeug schritt, klärte Ehrhardt den Generaldirektor noch schnell darüber auf, daß mit„Kiste" stets das Flugzeug gemeint war. In den nächsten Minuten herrschte ein lebhaftes Treiben auf dem Platze. Nach und nach wurden die 26 noch im Wettbewerb liegenden Maschinen abgelassen, und dazwischen versuchten Photographen und Filmoperateure immer wieder die verschiedensten Aufnahmen. Einige Herren der englischen und französischen Botschaft standen bei ihren an dem Flugwettbewerb teilnehmenden Landsleuten, zur Feier des Tages mit Zylindern geschmückt. Von ihnen hörte man, daß die beiden am Vortage auf der Strecke Brüssel—Berlin am Teutoburger Wald verunglückten englischen Flieger wohl Arm= und Beinbrüche davonzetragen hatten, daß sie aber mit dem Leben davonkommen würden. Für die heutige Etappe nach Wien hoffte man auf günstigeres Wetter. Zunächst sah es allerdings noch nicht danach aus. Die zahlreichen Flaggen am Rande des Flugjeldes flatterten so kräftig, daß von einem Nachlassen des starken Windes noc nichts zu merken war. Die von der Wetterwarte ständig durchgegebenen Berichte meldeten auch nichts über eine bessere Wetterlage Nur aus Wien selbst wurde vorzügliche Witterung und Sonnenschein gemeldet. „Dann man tau“, sagte Ehrhardt, winkte zu Käte holten, die auch startfertig im Lederanzug bestieg sein Flugzeug. beren Zweck die Schaffung neuer1. ugpienste in Groß, ritannien und die Bildung neuer Verbindungslinien mit dem Flugnetz der Imperial Airways ist. Die Bekanntgabe der neuen Verkehrsdienste wird erst nach der Durchprüfung der vorbereitenden Maßnahmen erfolgen. Schwierige Bergung der Eisbrecher=Besatzung. Zwei russische Wasserflugzeuge versuchten, der Besatzung des untergegangenen Eisbrechers„Tscheljuskin“ Hilfe zu bringen. Die Landungsversuche auf dem Eis mußten aber wegen ungünstiger Wetterverhältnisse aufgegeben werden. Durch d e##ien einem Flugzeug und der Besatzung dem sich das Lager befindet, gespalten hat. Die Besatzung muß sich daher nach einem anderen Aufenthaltsort umsehen. Die Flugzeuge wollen neue Versuche unternehmen, um zunächst die kranken Mitglieder der Besatzung zu bergen. Verschiedenes. Kleine Krebse rotten Haifische aus. Der Schrecken der„Räuber des Meeres. Die gefürchteten Tiger des Meeres, Haie und ihnen verwandte Raubfische, haben nach den Feststellungen von australischen Gelehrten einen ebenso erbitterten wie gefährlichen Todfeind gefunden. Es sind dies winzige, scherenlose Krebse, die sich in riesigen Mengen an den Körper des gefürchteten Räubers klammern und ihn buchstäblich lebend auffressen. Trotz ihrer kleinen Ausmaße— sie weisen eine Durchschnittslänge von kaum einem Zentimeter auf— verrichten diese Krebsparasiten rasche Arbeit. Sie sollen übrigens auch in europäischen Gewässern vorkommen. Nach den Feststellungen des Professors Roughley sind bisher schon etwa zehn Prozent der Haifische in den australischen Gewässern ihrem unscheinbaren Feind zum Opfer gefallen. Der australische Gelehrte ist der Meinung, daß man alle Maßnahmen ergreifen müsse, um die Vermehrung der nützlichen Krebstierchen zu fördern. Sie würden die Küste und die Badeorte von Neu=Südwales von ihrer fürchterlichsten Plage befreien. Irankreich 1934— eine Prophezeiung. Die„Defense Republique"(La Rochelle) veröffentlicht die folgenden Prophezeiungen, die das Blatt am 30. November 1933 von einer Hellseherin erhalten haben will: „Das Jahr 1934 wird für die ganze Welt reich an markanten Ereignissen sein. Paris wird von ernsten und bluKäte nahm vom Onkel Abschied, während ihr Monteur schon mit dem Bordbuch zum Startleiter ging, um die genaue Abflugzeit eintragen zu lassen. „Also Onkelchen, hab' vielen Dank, daß du dich meiner so lieb angenommen hast“, sagte sie,„ich habe mich gefreut, daß du gerade in diesen Tagen in Berlin geschäftlich zu tun hattest. Von Wien, Venedig und Genf bekommst du Kartengrüße von mir.“ „Wenn du nur erst glücklich am Ziel wärst“, sagte Wilmsen und konnte seine Besorgnis doch nicht so recht verbergen. Da kam der Monteur mit dem Bordbuch zurück. „Wir müssen starten!“ rief er schon von weitem. Noch einmal drückte Wilmsen Kätes Hand:„Soll ich daheim denn keine Grüße bestellen?“ fragte er. „Natürlich", antwortete Käte,„das hätte ich ja beinahe vergessen. Grüße Vater und Marga und Irene und sag bitte, ihr Jung wär' in acht Tagen wieder daheim.“ Noch ein Händedruck, und schon saß sie auf ihrem Führersitz, schnallte sich fest und gab Hartmann das Zeichen, daß er den Propeller anwerfen sollte. Fünf Minuten später kreiste sie hoch über dem Platz und verschwand dann in südöstlicher Richtung. „Wer bei dem Wetter die Chose glücklich zu Ende fliegt, kann was“, sagte jemand hinter Generaldirektor Wilmsen, der dem davoneilenden Flugzeug nachschaute, bis es am Horizont verschwand. Da drehte sich Wilmsen um und verließ, nicht ganz ohne Sorgen, den Platz. Etwa eine Stunde später näherte sich Kätes Flugzeug der tschechischen Grenze. Bisher hatte sie Rückenwind gehabt und war mit unheimlicher Geschwindigkeit geflogen. Als sie kurz vor dem Gebirge größere Höhe zu erreichen suchte, hatte sich der Wind gedreht. Mit Vollgas arbeitete sich das Flugzeug voran, ab und zu von stürmischen Aufwinden recht kräftig empot geworfen. Plötzlich setzte der Motor aus. Käte versuchte alles nur mögliche, aber vergebens, die Latte stand, d. h. der Propeller zog nicht mehr. Nun hieß es aufpassen und nicht den Kopf verlieren.„„„ Wo man in diesem bergigen Su##ude netlanden konnte, Jeder deitte Deutiche Sehat außerhals dee Reichsgreuzen! Auf dem ganzen Erddan kämpft die große deutiche Vollsgemeinschaft Treuhänder der 30 Millionen Auslanbbeutschen ist der BDR! Seettag,. bon 23. Bebruae, is sein Opfertag für Tu' Deine Bfllcht! Die Kolonnen der Jugend, die uns am 26. Januar überall, wo wir gingen, standen und unser Tagewerk verrichteten, die blaue Kornblume des BDA. als Werberin für das Winterhilfswerk entgegenhielten, beginnen sich zum zweiten Sturmangriff auf das deutsche Volk zu formieren. Am 23 Februar(in Mecklenburg am 24. Februar) ist der zweite Opfertag des Volksbundes für das Deutschtum im Ausland zugunsten des Winterhilfswerkes des deutschen Volkes. An diesem Tage werden keine Kornblumen verkauft, sondern geschmackvolle kleine Blechschildchen, auf denen der blaue Wimpel des BDA. fröhlich in die Lüfte flattert. Der Ruf„Volksgenosse hilf!" bedeutet im Zeichen des blauen BDA=Wimpels: Deutscher, wenn Du Deine Spende im Kampf gegen die Not gibst und das kleine Abzeichen ansteckst, dann denke daran, daß der heilige Begriff der Volksgemeinschaft, der durch das Winterhilfswerk innerhalb des Reiches so vollkommen verlebendigt wurde, Dich auch an die Brüder außerhalb der Reichsgrenzen erinnert. Nur dann, wenn Du beim Kauf des Abzeichens an die große deutsche Volksgemeinschaft der hundert Millionen Dich erinnerst, wirst Du den Sinn des blauen Wimpels richtig verstehen. tigen Kundgebungen, Unruhen und Ministerstürzen bedroht werden. Eine Persönlichkeit wird zur Macht kommen, die alle Dinge umwerten und reformieren wird. Finanzschwierigkeiten werden nicht ausbleiben, aber von kurzer Dauer sein. Es wird zwischen zwei Nationen Bündnisverhandlungen geben, die die ganze Welt in Erstaunen versetzen werden. In ganz Europa wird es Katastrophen zu Land und zur See geben, die von Unruhen gefolgt sein werden. Aber im großen und ganzen scheint die Morgensonne einer glücklicheren Zukunft Frankreich zu lächeln.“ Bis Mitte Februar hat die angebliche Hellseherin offensichtlich Recht gehabt. Auf die erstaunlichen Bündnisverhandlungen warten wir noch, aber wir haben ja noch gute zehn Monate Zeit. war Käte rätselhaft. Sie hatte alle Mühe, die jetzt wie ein Spielball vom Winde hin= und hergeworfene Maschine immer abzufangen. Mit rasender Geschwindigkeit näherte man sich der Erde. Ein schmales Tal konnte vielleicht ruhigeren Wind bringen und wurde angesteuert. Von einer Wiese war ringsum nichts zu sehen. Jetzt war keine Zeit mehr zu verlieren. Dort die Tannenschonung mußte genommen werden. Im letzten Augenblick löste Käte den Gurt, mit dem sie auf ihrem Sitz festgeschnallt war, dann schlug die Maschine auch schon auf dem Boden auf und bohrte sich krachend ein. Die große Uhr in der Hotelhalle schlug 10 Uhr abends, als Alfred von seinem Zimmer herunterkam und zur Hotelbar ging. Nachdem Marianne mit ihrem Bruder und Dr. von Kamp das Hotel verlassen hatte, um nach Venedig zur Oper zu fahren, war er zunächst auf sein Zimmer gegangen. Hier war trotz der jalousieverschlossenen Fenster eine solch drükkende Luft, daß er nach einer Stunde wieder aufstand und hinunterging. Schlafen konnte er trotz der vorangegangenen anstrengenden Reise nicht. Bevor er jedoch zur Bar ging, um unter Menschen zu sein, begegnete ihm in der Halle der Hoteldirektor. Unwillkürlich blieb Alfred bei ihm stehen. „Verzeihen Sie“, sagte er in gutem Französisch,„Siwaren so gütig, meinen Bekannten Theaterkarten für die Galaoper zu besorgen. Wäre es unter keinen Umständer möglich gewesen, daß ich heute noch einen Platz bekommer hätte?“ „Leider war es vollständig ausgeschlossen", erwidert der Direktor, der in Alfred den Deutschen erkannte, in per ständlichem Deutsch.„Die einzige Karte, die ich Ihnen hättbesorgen können, gehörte ja zu den teuersten Logen. Sovie wollte der Herr ja nicht anlegen?“ Alfred war wie vor den Kopf geschlagen „Habe ich recht verstanden, Sie hatten noch einen sagen Sie?"(Fortsetzung folgt.) Es si Luftschif dem ein man den so bekon ersten M des gem nium im In d könnte m 10000 M Halle für senversat jetzt auch „Graf 3 mehr ist Wind ur sein wird Im Mai nippes# zweite 2 räume in drei Stoc es garn den 16 H die Luft In de zimmer, werden? Raum m keiten ab Aus diest Die er Organs 1 jetzt vor. illustriert ner und besübung sportblatt und Frai ben, betor und den Verl Meiersfell Remmtgh Vern brok geb. Landkreis Geste Beerdigun Elise Reit erdigung Den 28) gestern fügung Lire m von de den P gemein er sein konnte zu gem den Mi und sti Kamp überleg beruhig Dr schaft zi Mi sprechen Freund er in d dann e interna den ge pesthert kleinen, L. Z. 129 im Rohbau vollendet. Es sind gerade erst drei Monate her, da mutete das neue Luftschiff in Friedrichshafen wie ein Zigarrenstummel an, dem ein Drittel seiner ursprünglichen Länge fehlt. Jetzt hat man den Rest des„Bauchgerüstes“ auch noch angebaut, und so bekommt man jetzt, da der Rohbau vollendet ist, zum ersten Male einen anschaulichen Begriff von der Riesengröße des gewaltigen Vogels, der in blau gestrichenem Duraluminium imponierend anzusehen ist. In die ganze Länge der Hülle, die 248 Meter beträgt, könnte man eine ansehnliche Massenversammlung von einigen 10000 Menschen hineinstellen. Man erkennt hieraus, daß die Halle für das luftige Ungetüm größer sein muß als alle Massenversammlungshallen, die wir heute besitzen. Wir sehen jetzt auch, daß der„LZ. 129“ gegenüber seinem Bruder, dem „Graf Zeppelin“, seine Form ein wenig geändert hat. Noch mehr ist die Stromlinienform herausgearbeitet, die am besten Wind und Wetter auf dem stürmischen Atlantik gewachsen sein wird. Die Fertigstellung ist phantastisch schnell gegangen. Im Mai vorigen Jahres war erst das erste Drittel des Gerippes vorhanden, dann kam ein halbes Jahr später das zweite Drittel dazu. Nun sind auch schon die Fahrgasträume im Rohbau vorhanden und man darf schon durch die drei Stockwerke des„Fliegenden Hotels“ klettern. Man will es gar nicht glauben, daß eines Tages der dicke Bauch mit den 16 Helium gefüllten Gaszellen das große Gebäude durch die Luft tragen wird. In dem unteren kleinen Deck kommen wir in das Rauchzimmer, das im sogenannten B=Deck liegt. Die Raucher aber werden dort wie Gemeingefährliche behandelt. In diesem Raum müssen sie vollkommen von den anderen Räumlichkeiten abgeschlossen sein, um jede Brandgefahr auszuschließen. Aus diesem Grunde werden Schleusen eingebaut, durch die jeder Rauchbegierige sich einschleusen muß. Wir kommen dann durch die Mannschaftsräume, durch eine Küche von sehr erheblicher Ausdehnung und dann in die Empfangshalle. Im Mittelschiffteil befindet sich die große Kraftzentrale, die ebenfalls gegen die übrigen Räume gut gesichert ist. Von dort aus liefern zwei Generatoren Licht für das ganze Schiffe, Wärme für die Küche und die Zentralheizung und Kraft für verschiedene Instrumente. Auch eine Rohrleitung für künstliche Lüftung geht durch das ganze Schiff. Besonderes Interesse erregt ein Baderaum im Deck der Schlafkabinen, der allen Passagieren zur Verfügung steht. Man wird nun diesmal das verbrauchte Wasser nicht einfach abführen wie bisher, sondern einem Behälter zuleiten, um es als Ballast zu verwenden. Auf diese Weise kann man mit dem Gewicht sehr sparsam umgehen. Von erstaunlicher Größe ist der Frachtraum, der mit Leichtigkeit Großgüter aufnehmen kann. Eine Neuerung ist ein elektrischer Fahrstuhl, der darin besteht, daß sich eine Rampe des Frachtraums bis zu ebener Erde senken kann, um Frachtstücke aufzunehmen oder auszuladen. Zum ersten Mal will man ferner das Luftschiff mit Rädern ausrüsten, womit die Landung zu erleichtern ist. So soll die Führergondel und eine Flosse des Seitenruders je ein Landrad erhalten, das nach allen Seiten hin bewegbar ist. Es rücken jetzt die Innenarchitekten an, um die innere Ausstattung des fiegenden Hotels auszustatten. Sie erfolgt nach den künstlerischen Plänen von Professor Breuhaus. Sie müssen jetzt schnelle Arbeit leisten, denn im Sommer soll das neue deutsche Schiff der Lüfte, das wir alle so ungeduldig und mit so großer Spannung erwarten, fertig sein und dann sofort seine ersten Probefahrten unternehmen. Büchertisch. Handel und Industrie. Das Reichssportblatt ist da! Die erste Nummer des Reichssportblattes, des amohen Organs und Nachrichtenblattes des Reichssportführers, liegt jetzt vor. Es erscheint allwöchentlich in Form einer reich illustrierten Zeitschrift, voll von Beiträgen, die jeden Turner und Sportler, darüber hinaus jeden Freund der Leibesübungen angehen und interessieren werden. Das Reichssportblatt soll die Verbundenheit aller deutschen Männer und Frauen, Jungen und Mädel, die Leibesübungen treiben, betonen und festigen. Es soll Führer und Berater sein und den Gedanken des deutschen Olympia 1936 pflegen. Familien=Nachrichten. Verlobte: Clara Hagemeister mit Wilhelm Kruse, Meiersfeld u. Detmold.— Nanny Bicker mit Heinz Nierhof, Remmighausen u. Heesten. Vermählte: Heinrich Uhlenbrock und Anna Uhlenbrok geb. Schneider, Hilkenbreden, Post Gruppenhagen, Landkreis Hameln. Gestorben: Heinrich Siekmann, 83 Jahre alt, Lage. Beerdigung am Sonntag nachmittag 4,30 Uhr.— Frau Elise Reitner geb. Prüßner, 78 Jahre, Bad Salzuflen. Beerdigung am Sonntag nachmittag 2 Uhr. Denk Deutsch— Kauf Deutsch. Berliner Effektenbörse. Infolge allgemeiner Zurückhaltung war das Geschäft am Aktienmarkt der Berliner Effektenbörse vom Donnerstag ruhig. Die Tendenz war nicht einheitlich, aber zumeist schwächer, ohne daß jedoch bis auf einige Ausnahmen stärkere Verluste eintraten. Auch bei diesen Aktien wurden die Rückgänge im weiteren Verlauf zum Teil wieder aufgeholt. Siemens und I. G. Farben erwiesen sich als widerstandsfähig. Reichsbankanteile waren gleichfalls gut behauptet. Der Rentenmarkt zeigte eine verhältnismäßig zuversichtliche Grundstimmung. Reger war das Geschäft in Kommunalobligationen und Pfandbriefen, die sich nach anfänglicher Abschwächung kräftig erholen konnten. Auch Stadtanleihen zogen teilweise an. Interesse bestand außerdem für Reichsbahnvorzugsaktien und die Umtauschstücke der Dollarbonds, die etwa 1 Prozent gewannen. Am Geldmarkt notierte Tagesgeld wieder um 4,37 bis 4.25. dwohl die Zeichnungsfrist für die neuen 4Xprozentigen Preußien Schatzanweisungen erst mit dem Donnerstag endete, steht on fest, daß die Emission vollen Erfolg gehabt hat. Die aufgelegten 130 Mill. RM sind wahrscheinlich sogar überzeichnet. Dieses überaus günstige Ergebnie ist ein großer Schritt vorwärte auf dem Wege zur organischen Zinssenkung. Im internationalen Devisenverkehr kam es zu einer Abschwächung des Dollars, gegen London auf 5.0950, gegen Zürich auf 3.1150. Das Pfund erholte sich leicht. Die Reichsbank stellte einen Pfundkurs von 12.84(12,81) fest. Der Dollar wurde auf 2,525 (2.53) herabgesetzt. engr. Pfuno Bevisenrurse. Bollar 2.522(Geld) 2,528(Brief), engl. P.— 12,825 12,855, holl. Gulden 168.55 168.89, Belga(Belgien) 58.41 58,53, ital. Lira 21,90 21,94, dän. Krone 57,29 57.41, norw. Krone 64,44 64,56, franz. Franken 16.49 16.53, tschech. Krone 10,38 10.40, schweiz. Franken 80.88 81,04, span. Peseta 33,95 34.01, schwed. Krone 66,13 66.27, österr Schilling 47.20 47.30, voln. oty(nichtamtlich) 47.20 47.40. Amtlicher Großmarkt für Getreide und Inttermittel zu Berlin. Die Umsätze in Brotgetreide am Berliner Getreidegroßmarkt vom Donnerstag ließen weiter noch zu wünschen übrig. Mehl hatte nach wie vor nur laufendes Konsumgeschäft. Die Notierungen für Ausfuhrscheine waren nur unwesentlich verändert. Am Futtergetreidemarkt lag Hafer etwas stetiger. Südrussen, Apr ril—: Hafer: Plata Unclipped, ; H a f e r: P l a t a U n c l i p p e d, F e b r.= März 2.35, Plata Clipped, Febr.=März 2.50: Weizenrleie: Pollards 2.70, Febr. 2,75, Bran 2.95, Febr. 2.80: Leinsaat: La Plata, Febr.=März 6,90, April 6,95, Bombay, März=April 11=7=6. Bremen, 22. Fedruar. Preise per 50 Kg. pari waggonfrei Bremen=Unterweser. Weizen: Manitoba 1 4.10, Manitoba 2 Hard 4.95: Gerste: Donau= 8.80, Russen8.90, Deutsche 8.80; Hafer: Mecklenburger 53/34 Kg. 7.95, 51/55 Kg. 8.00: Mais: La Plata, ab Bremen 9.25, ab Brake 9.25. Tendenz: stetig. Viehmärkte Hamburg, 22. Februar. Auftrieb: 422 Ochsen, 301 Färsen, 153 Bullen, 391 Kühe, 53 Fresser,891 Stallmastschafe, 60 Weidemastschafe. Preise: Ochsen: 1. 30—33, 2. 27—29, 3. 23—26, 4. 15—21; Färsen: 1. 31—33, 2. 28—30, 3. 24—27, f. 15—22; Bullen: 1. 27—29, 2. 24—26, 3. 20—23, 4. 14—19: Kübe: 1. 24—26, 2. 22 bis 24, 3. 16—21, s. 10—15: Schafe:(Stallmast) 1. 40—42, 2. 37—39, 3. 30—31, k. 30—31, 5. 20—27, 6. 8—10. Marktverlauf: Großvieh ruhig: Schafe mittel. Oldenburg, 22. Februar. Auftrieb: 507 Ferkel, 30 Läuferschweine. Preise: Ferkel: bis 6 Wochen 8—11, 6—8 Wochen 11—14, 8—10 Wochen 14—18; Läufer= schweine: 3—4 Monate 20—26, 4—6 Monate 26—33 Mark. Marktverlauf: leicht belebt. etterbericht. Keine Aenderung in der Witterungslage. Wettervoraussage für Sonnabend, 24. Februar: Mild, unbeständig, meist stark wolkig bis trübe, böige, im Küstengebiet starke bis stürmische W=Winde, wenig Wärmeänderung, zeitweise Regenfälle. Das westeuropäische Hoch hat sein Kerngebiet nach dem Ostatlantik verlagert und erstreckt sich etwas abgeschwächt über Frankreich bis nach SW=Deutschland hin. Die Druckverteilung ist etwas gleichmäßiger geworden. Der hohe N und NW wird andauernd von Tiefdruckgebieten überlagert. Cin Sturmtief zieht zur Zeit über Mittelschweden nach NRußland hin. Ausläufer dieses Tiefs reichen bis nach dem Ostseeküstengebiet. Für die nächsten beiden Tage ist mit keiner wesentlichen Aenderung der herrschenden Witterung zu rechnen. „Allerdings, eine Amerikanerin hier im Hotel, die seit gestern abend erkrankt ist, hat ihren Logenplatz zur Verfügung gestellt. Aber Signore von Kamp sagte mir, 250 Lire wollten Sie für das Billett nicht anlegen. Sir Schory von der englischen Admiralität hat dann in letzter Stunde den Platz übernommen.“ Dr. von Kamp hatte also geschwindelt, hatte ihn auf die gemeinste Art um diesen Abend betrogen. Mit Absicht hatte er sein Zusammensein mit Marianne hintertrieben, und das konnte nur einen Grund haben, nämlich Marianne für sich zu gewinnen. Alfred faßte sich, murmelte etwas von einem vorliegenden Mißverständnis, damit der Hoteldirektor nichts merkte, und stürmte hinaus in den Garten. Wenn ihm Dr. von Kamp jetzt begegnet wäre, er hätte ihn ohrfeigen können. Wohl eine Stunde lief Alfred durch den Hotelpark und überlegte, was er tun sollte. Endlich hatte er sich soweit beruhigt, daß er fähig war, klar zu überlegen. Dr. von Kamp würde er noch heute abend zur Rechenschaft ziehen. Mit Marianne wollte er am nächsten Vormittag sprechen. Sie würde über die unehrliche Handlung des Freundes ihres Bruders sicherlich ebenfalls sehr empört sein. Langsam schritt er zur Hotelhalle zurück. Hastig trank er in der Bar einige eisgekühlte Vermouth=Soda, hielt sich dann einige Zeit im spiegelglitzernden Saal auf, wo ein internationales, mondänes Publikum lachte, flirtete und nach den gedämpften Klängen einer Jazz=Kapelle tanzte, und postierte sich draußen auf der großen Terrasse an einem kleinen, im Hintergrunde stehenden Tischchen. Kurz vor 12 Uhr fuhr unten an der Terrasse ein Auto vor. Alfred beobachtete, selbst unbemerkt, wie Marianne mit ihrem Bruder und dessen Freund die Treppen emporstiegen. Durch die hohen Fenster des Vestibüls sah er, daß sich die beiden Herren von Marianne verabschiedeten und zur Hotelbar gingen, während Marianne mit dem Fahrstuhl zu ihrem Zimmer fuhr. Alfred wartete noch einen Augenblick, dann ging auch er zur Bar. Heinz von Weltersburg und Dr. von Kamp sahen erstaunt auf, als sie ihn so plötzlich kommen sahen. Noch überraschter waren sie jedoch, als Alfred sehr förmlich zu Dr. von Kamp sagte, er möchte ihn gerne einen Augenblick draußen allein sprechen. Daß die Geschichte mit dem Theaterbillett so schnell herauskam, zweifellos handelte es sich doch darum, war Dr von Kamp mehr als peinlich. Da er sich jedoch in Gegenwart seines Freundes sicherer fühlte, versuchte er schnell, die Angelegenheit ins Harmlose zu ziehen. „Warum so ungemütlich, Herr Wenger?“ meinte er, etwas unsicher lächelnd.„Vor Herrn von Weltersburg habe ich keinerlei Geheimnisse. Also schießen Sie hier schon los, was Sie auf dem Herzen haben.“ Alfred übersah den ihm angebotenen Stuhl mit Absicht, stellte sich jedoch dicht vor Dr. von Kamp und sagte: „Sie scheinen eine Unterredung unter vier Augen zu fürchten, Herr Doktor! Der Hoteldirektor hat mir erklärt, daß heute abend, als Sie mit ihm wegen einer Theaterkarte für mich verhandelten, übrigens ohne von mir darum gebeten worden zu sein, er Ihnen ein Billett angeboten habe, Sie hätten dies mit der Begründung abgelehnt, daß ich den hohen Preis dafür nicht anlegen wollte. Zu mir sagten Sie in Gegenwart des Herrn von Weltersburg, daß unter keinen Umständen mehr vom Hoteldirektor ein Billett zu beschaffen sei.“ Dr. von Kamn, der sich von seiner Überraschung schnell erholt und eine Ausrede gefunden hatte, lachte gezwungen auf. „Also das ist es, was Sie so in Harnisch bringt? Ja, seben Sie, mein lieber Herr Wenger, ich habe doch nur Ihr Bestes im Auge gehabt. Der Direktor hatte tatsächlich nock einen der teuersten Logenplätze zur Verfügung, verlangte jedoch 250 Lire dafür. Da dachte ich mir gleich, daß, umgerechnet, etwa 50 Reichsmark doch ein bißchen happig für so'n Theaterbillett wären. In Gegenwart von Marianne habe ich in Ihrem Interesse absichtlich von diesem teuren Platz geschwiegen, denn“— hier wandte er sich an Heinz von Weltersburg,„wie du ja weißt, Heinz, weiß deine Schwester wirklich noch nicht den Wert des Geldes zu schätzen, und sie hätte es sicherlich übel genommen, wenn man nicht einfach 50 Mark opfert, um dafür zwei Stunden mit ihr zusammen im Theater zu sein. Dankbar sollten Sie mir sein, Herr Wenger, daß ich Ihnen eine Szene vor Marianne und dazu 50 Mark erspart habe. Hoffentlich zeigen Sie sich jetzt erkenntlich und spendieren dafür ein paar an ständige Coktails.“ „Herr Doktor“, erwiderte Alfred gelassen,„was Sie! sagen, glauben Sie selbst nicht. Die wahren Absichten, d Sie mit Ihrer Handlungsweise hatten, sind mir klat Glauben Sie nicht, mich hinters Licht führen zu können. In Zukunft suchen Sie sich jedoch ehrliche Waffen aus. Ich glaube nämlich nicht, daß Sie durch solcherlei Machenschaften bei Marianne gewinnen werden.“ Wütend sprang Dr. von Kamp jetzt auf. Jetzt, da er seine Absichten erkannt sah, vergaß er alle Vorsicht. „Was wollen Sie“, sagte er,„was geht Sie das an, ob ich Mariannes Auge gewinne oder nicht. Achten Sie lieber auf sich! Glauben Sie, Ihre Handlungsweise wäre korrekt, einem solch jungen Mädel schon den Kopf zu verdrehen und einfach ins Ausland nachzureisen? Ob man Ihren Verkehr mit der knapp Siebzehnjährigen im Hause Weltersburg überhaupt dulden will, danach fragen Sie nicht!“ „Schweigen Sie!“ fuhr Alfred ihn an.„Was zwischen Marianne und mir ist, darüber bin ich Ihnen keinerlei Rechenschaft schuldig. Ich glaube, daß Herr von Weltersburg selbst Mann genug ist, für seine Schwester einzutreten. Mit Ihnen möchte ich nichts mehr zu tun haben.“ Fortiehmma loiot.) ** *—— Turnen, Spiel und Sport. Der Großzkampf Leese— Detmold. Lemgo weilt in Heidenoldendorf. Am kommenden Sonntag sind in der 1. Kreisklasse einige Großkämpfe zu erwarten, die sehr entscheidend für die Tabellengestaltung sein werden. Da ist zunächst der Kampf BSV. Leese— BfB. Detmold. Die Leeser haben sich, wie wir es auch nicht anders erwartet haben, auf den 3. Tabellenplatz heraufgearbeitet und stehen marschbereit, um noch weiter vorzurücken. Wenn der B/V. Detmold am Sonntag auf eigenem Platze bezwungen werden kann, würde der Marsch bedeutend leichter werden. Falls die Gäste nicht komplett antreten sollten, würde der Sieg natürlich leichter gemacht werden. Die Leeser dürfen aber nicht vergessen, daß die Detmolder eine technisch gut durchgebildete Mannschaft sind, die es vor allen Dingen verstehen, plötzlich durchzubrechen und das Tor zu bedrohen. Aber nach dem grandiosen Kampf in Salzuflen haben wir das größte Vertrauen zu Leese und glauben an ihren Sieg, wenn er auch knapp ausfallen sollte. Es wird jedenfalls heiß hergehen, und viele Zuschauer werden Zeuge dieses Treffens sein. BV. Heidenoldendorf— BB. Lemgo. Die Lemgoer müssen zu ihrem Namensvetter, der den Lemgoern schreckliche Revanche geschworen hat. Wir haben die Lemgoer in der neuen Aufstellung noch nicht spielen sehen, aber wir verweisen die Spieler auf ihren Tabellenstand. Es könnte leicht weiter nach unten gehen. Deshalb muß alles eingesetzt werden für den Sieg und eine hohe Torzahl, denn auch die kann bei der Schlußabrechnung entscheidend sein. Wenn die Läuferreihe auf dem Posten ist, wird das Spiel wesentlich beeinflußt werden und der Druck nach vorn ist umso stärker. Eins ist gewiß: ein Sieg könnte erst nach 90 Minuten Kampf errungen werden, und das muß sich jeder Spieler merken. Jortuna Schlangen— Sp.B. hörstmar. Die Hörstmaraner gehen— wie alle Mannschaften— ungern nach Schlangen, da dort schlecht Kirschenessen ist. Aber da die Hörstmaraner schon das Unmöglichste möglich gemacht haben, sind wir auf alles vorbereitet, selbst auf einen Sieg der Hörstmaraner. RSV. Heiden— BfC. Salzuflen. Die Badestädter werden nicht mit viel Freuden nach Heiden fahren, denn die Heidenser sind auf eigenem Platze zu besiegen. Wenn die Gäste wirklich siegen sollten, wahrscheinlich nur knapp, da das Schlußdreieck der gut in Fahrt ist. Oerlinghausen— Helpup. Ein spannender Kampf wird sich in Oerlinghausen entwickeln, wo eine gute Hintermannschaft einen Husarensturm in Schach halten muß. Trotzdem glauben wir an einen Sieg der Gäste. 2. Kreisklasse. Wer wird Tabellenzweiter? Das Programm in der 2. Kreisklasse ist wieder sehr umsangreich. Auf den 2. Tabellenplatz erheben Lieme, Sommersell und Hohenhausen Anspruch. Aber auch Entrup steht nicht Gewehr bei Fuß, sondern wird schon am Sonntag vielleicht die Entscheidung herbeizwingen, mit in die Entscheidung einzugreifen. Das Programm: SuS. Brake— RSV. Bösingfeld, Tus. Lädenhausn— BfB. Matorf. RSB. Lieme— SuS. Sommersell, Germania Westorf— Tus Voßheide, Schwarz=Weiß=Hohenhausen— Union Entrup. Brake wird es einen einwandfreien Sieg des Tavellenführers geben, denn die Elf hat den festen Willen, zur Macht zu steigen, wenn auch andere der Ansicht sind, daß nur mit Hilfe anderer der Aufstieg möglich ist. Falls das Schlußdreieck am kommenden Sonntag komplett antreten kann, ist das eigene Tor gesichert. Und für die Torbesuche auf der anderen Seite wird die Braker Stürmerreihe schon sorgen. Wir erwarten einen ganz klaren Sieg. Die Matorfer haben am Sonntag gegen die geschwächte Elf des Germania Westorf einen glatten Sieg erringen können. Man darf nun nicht annehmen, daß am kommenden Sonntag wieder ein leichter Sieg bevorsteht. Die Platzelf ist einmal von einem anderen Format, zum anderen ist der Platz schon manchem zum Verhängnis geworden. Es wird nicht leicht sein, in Lüdenhausen zu siegen, denn an ein zweites Niederbrechen des Widerstandes in der 2. Halbzeit glauden wir nicht, umsomehr, als wir für diese Tatsache in Sommersell keine ausreichende Erklärung bekommen haben. Ein ganz delikates Treffen erwartet die Liemer Sportanhänger. Sommersell ist ein gefürchteter Gegner und die Liemer haben allerlei wieder gutzumachen. Ob die Wiedergutmachung aber gerade gegen Sommersell gelingen wird, halten wir für ausgeschlossen. Das Höchste der Gefühle ist für uns die Hoffnung auf ein Unentschieden. Und das müßte anst erkämpft werden. Aber noch schöner wäre es ja, wenn zum Trotz gegen die Voraussage in der„L. P.“ ein og errungen werden könnte. Nicht wahr? Die Boßheider, die am vergangenen Sonntag das Meifertig brachten, Lieme zu besiegen, weilen überm in Westorf. Im Heidestadion weht ein etwas anderer — als im Boßheider Stadion, deshalb sollte die Elf nicht ###chr auf den Tabellenstand des Gegners, sondern mehr auf du eigenen achten und sich vorwärts arbeiten. ** n ein köne Wenn auch die Schwarz=Weißen vielleicht ohne den Sturmdirigenten antreten müssen, das reduziert die Gefahr für Entrup nur um ein Geringes. Der Hohenhausener Sportplatz, wird am Sonntag wieder einen spannenden Fußballkampf erleben, und wir wollen nur der Hoffnung Ausdruck geben, daß es ein ruhiges Spiel wird und daß der Bessere gewinnen möge. 3. Kreisklasse. Die Tabellenführung hat augenblicklich Teutonia Barntrup, die Hasenbreder müssen sich also anstrengen, Anschluß zu behalten, wenn man die Stufenleiter emporklettern will. Das Programm: SC. Lemgo=West— Mosebeck, Humfeld— Teutonia Barntrup, SC. Cappel— Grün=Weiß-Wendlinghausen. Von der Elf des SC. Lemgo=West hört man augenblicklich gar nichts mehr. Wie kommt das? Die Spielkultur kann doch nicht so zurückgegangen sein, daß alle unsere Freunde plötzlich so schweigsam geworden sind, umso mehr, als man jetzt auf eigenem Platze spielen kann. Wir haben die Hoffnung, daß uns am Sonntag abend ein Sieg aus Lemgo=West gemeldet wird. Die Teutonen werden in Humfeld, falls überhaupt gespielt wird, zu einem einwandfreiem Sieg kommen, da der Spielbetrieb, wie wir hören, noch immer nicht wieder aufgeblüht ist. Die Grün=Weißen weilen in Mosebeck und holen sich dort hoffentlich 2 Punkte, denn für den Tabellenstand wäre es eine ganz schöne Bereicherung. Auch die Grün=Weißen sind so schweigsam geworden, und von unserm Freund F. N. hört man nichts mehr. 3. Kreisklasse, Gruppe Nord. Die ersten beiden Tabellenführer der 3. Kreisklasse müssen für diesmal auf fremden Plätzen ihr Talent zeigen und müssen beweisen, ob sie auch noch fernerhin brüderlich nebenher spazieren wollen. Leicht kann einer der beiden Anführer einen Nasenstüber bekommen, denn beide haben Mannschaften vor sich, die längst nicht die schlechtesten sind. Besonders gilt das für die Bavenhauser. Winterberg— Bavenhausen haben sich im ersten Spiel in Bavenhausen unentschieden getrennt. Auch die Bentorfer hatten es am letzten Sonntag schwer, gegen diese Kampfmannschaft zu gewinnen. Die Bavenhauser gehen einen schweren Gang und müssen sich höllisch anstrengen, wenn sie die Punkte mitnehmen wollen. Oder gibt es abermals eine Punkteteilung? BSV. Benkorf— Silixen. Auf dem Platz der Rothosen ist sehr schwer zu gewinnen — aber leicht zu stolpern. Bei einer großen Leistung sollten die Bentorfer aber doch zu den Pluspunkten kommen. Aber Vorsicht ist am Platze!! Die Tabelle BSV. Bentorf Bavenhausen Lüerdissen Winterberg Almena Silixen 7 7 6 6 6 6 4 4 4 1 0 3 3 0 3 0 1 0 0 2 2 5 5 11:3 11:3 8•4 5.7 2:10 1:11 Am Sonntag fällt die Entscheidung. Wird S. u. S. Lage Handballmeister von Lippe? In der Bezirksklasse sind wir so weit, daß man sagen kann, gewinnt S. u. S. Lage gegen Eichholz, dann steht S. u. S. Lage als lippischer Handballmeister fest. Das Programm: Bahnfrei Detmold— TV. Lemgo. S. u. S. Lage— T. V. Eichholz. TV. Spork— TB. Lügde. 1860 Detmold— Tg. Lage. Pivitsheide— BfB. Detmold. Nach der imponierenden Leistung der Lemgoer gegen V. f. B. Detmold weilen die Hansestädter am kommenden Sonntag in Detmold, um gegen Bahnfrei anzutreten. Wir haben die Platzelf neulich gegen den B. V. spielen gesehen und festgestellt, daß die Elf wirklich nicht so schlecht ist, wie der zweistellige Sieg der 1860er gegen Bahnfrei besagt. Die Lemgoer sollen nun nicht denken, daß es ein Leichtes wäre, zu gewinnen, auch hier wird Ehrgeiz und Kampfgeist das Spiel entscheiden. Der Großkampf Lage— Eichholz wird sicherlich viele Freunde des Handballsports anlocken, umsomehr, als in diesem Spiel auch die Entscheidung fällt. Wir glauben, daß die Lagenser auch diese letzte Klippe umschiffen werden und am Sonntag abend als 99prozentiger Handballmeister dastehen. Wir gönnen es ihnen, denn die Lagenser haben sich in der ganzen Spielsaison als die beständigste Mannschaft gezeigt.„ Will Spork sich revanchieren gegen Lügde? Wir hoffen es, denn die Sporker haben es bitter nötig, Pluspunkte zu sammeln. Auf eigenem Platz sollte das leichter möglich sein als auf fremden Gelände. Wir würden uns sehr freuen, wenn wir Sonntag abend 6 Uhr die Meldung hören könnten: Sieg für Spork. Einen Kampf im Mittelfelde gibt es zwischen 1860 und Tg. Lage, für den Abstieg ist das Treffen Pivitsheide— BfB. Detmold entscheidend. Im ersten Treffen tippen wir auf ein Unentschieden, im 2. auf einen klaren Sieg der Detmolder Reichswehr. Die Spiele der Gauklasse gehen dem Ende zu! Gruppe Nord: Hindenburg Minden— To. Künsebeck; BfL. Münster— Pr.=Paderborn; Arm. Bielefeld— Polizei Münster: Recklinghausen— Jahn Minden. Hindenburg Minden steht als Gruppenmeister fest und ist durch keine Mannschaft der Nordgruppe einzuholen. Auch das Spiel gegen Künsebeck wird einen weiteren sicheren Punktegewinn für die Mindener bringen.— Die Polizeimannschaft aus Münster hat sich gut herausgemacht. Ihr ist auch nach hartem Kampfe ein Sieg gegen die Bielefelder Arminen zuzutrauen.— Dagegen fiel VfL. Münster, die Militärmannschaft, immer mehr ab und wird auch gegen die Zunftgenossen aus Paderborn nicht bestehen können.— Die beiden Tabellenletzten werden hart um den Sieg streiten. Für Recklinghausen ist der Abstieg unvermeidlich, doch kann sich Jahn Minden eotl. noch in Sicherheit bringen, vorausgesetzt, daß es zum Siege langt. Gruppe Süd: Turnklub Wanne— DSC. Hagen; Weidenau=Welper: Schalke 04— Tus Eilpe; VfL. Hagen— Polizei Dortmund. Der Turnklub Wanne hat noch Abstiegssorgen, die er im Spiel gegen den DSC. aber nicht beseitigen kann. Der DSC. ist Gruppenmeister und hat die Punkte aus diesem Spiel nicht mehr nötig, aber eine Erhöhung der Torerfolge ist auch nicht zu verachten.— Weidenau wird absteigen müssen, da die Leute aus dem Siegerland kein einziges Spiel gewinnen konnten und nur einen Gewinnpunkt aufweisen. Ob es auf eigenem Gelände diesmal zu einem Siege reicht? Ausgeschlossen ist das nicht. Trotz der zweisellos besseren Technik werden die Schalker gegen Tus Eilpe nicht so leicht zu einem Siege kommen. Die Eilper haben sich jetzt wieder gefunden und werden sich tapfer schlagen.— VfL. Hagen muß zu diesem Spiel mit einigen Ersatzleuten antreten, was sehr leicht für den Ausgang des Spiels entscheidend sein kann. Und doch kann es anders kommen. VfL. hat geeigneten Nachwuchs, der auf heimischem Gelände sich gut den Stammspielern anpassen wird. Um die Ganmeisterschaft!— 11. 3. in Hagen: DSC. Hagen— Hindenburg Minden! 25. 3. in Minden: Hindenburg Minden— DSC. Hagen! Entscheidung er 1. Kreiskl asg. in der Am Sonntag fällt auch in der hiesigen Gruppe der 1. Kreisklasse die Entscheidung. Folgende Treffen sind vorgesehen: Kalldorf— Brake, Grastrup— Lemgo 2. Die Braker kommen in diesem Jahr nian in Schwumng, so daß wir ihnen auch in Kalldorf wenig Aussichten einräumen können. Die Elf muß alles daran setzen, wenigstens ehrenvoll in Kalldorf abzuschneiden. Wenn die 2. Mannschaft von Lemgo komplett in Grastrup antreten könnte, würde es vielleicht eine Wiederholung des glatten Sieges der Lemgoer geven. Aber unt einer halben Mannschaft wird man in Grastrup nicht gewinnen können. Wenn die Grastruper Sieger bleiben, sind sie Tabellenführer. An den Gang der Lemgoer klammern sich alse die Hoffnungen der Hillentruper, die bei einem Sieg der Hansestädter noch einmal zum Entscheidungsspiel antreten müßten. Ein Sieg der Lemgoer Turner wurde aber eine große Ueberraschung bedeuten. 2. Kreisklasse. Großenmarpe— B. V. Lemgo 2. Heiden— Bega. 3. Kreisklasse. Bega 2— RSV. Bösingfeld. Alverdissen— Schwelentrup. T. V. Bösingfeld— T. V. Humfeld. Bentrup=Loßbruch— Hillentrup 2. S. u. S. Brake— Sport 2. B. V. Lemgo 3— Wüsten 2. R. S. V. Lieme 1— T. V. Lieme 2. Sportneues in Kürze. holmenkolleurennen, das vom 5. bis 5. Mörz in der Nähe von Oslo stattfindet, wurden insgesamt 14 deutsche Läufer gemeldet, und zwar Leupold, Däuber, Schreiner für den 18=Km. Lanalauf. W. Bogner, F. Reiser, A. Stoll, W. Motz, Gustl ler, M. Wörndle und Eisgruber für die Kombination und Ostler, Bader, Dietl und der Jungmann Hechenberger für den SonderSprungsanf. Der Verliner Sportpalost hatte mit seiner letzten anstaltung in diesem Winter einen vollen Erfolg. Das Auftreten der vielfachen Weltmeisterin Sonja Henie datte dem Sportpolost ein volles Haus eingebracht. Die Norwegerin erntete wieder narken Beifall und mußte auch wieder Zugaden bewilligen. Juo Eishockeyspiel flegte die„englische“ Kanadiermannschaft der Gros venor House über den Berliner Schlittschuhclub mit 5:2(2:1. 1: 1. 2: 0). Verüius Amsteutboxer fiegen in Saarbrücken. Der Kampf der Berliner Amateurdox=Mannschaft gegen eine Saarauswahlstasse gestaltete sich in Neunkirchen zu einem großen Erfolg. Vor üder 3000 Zuschauern konnten die Berliner mit 11:5 überlegen begreich bleiben. Allerdings gingen davon zweimal die Punkte kompflos an die Reichshauptstädter, da die Saarvertreter Kannengieher und Vetro im Feder= bzw. Leichtgewicht traten. mit Uebergewicht an Airder: TSallper 12 und den allgemetnen