Erscheint wöchentlich dreimel: Dienstag, Donnerstag und Sonnabend. Bezugeprete: Bierteljährlich 1 Mark mit Betenlohn, durch die Potz 1 Mark 25 Pf. Mit illustrierten Druck und Verlag von Judw. Röttmann, Güterslohz. Lonntagsblatt. Anzeigenpreis: die 1 spaltige Grundschriftzeile oder deren Raum 10 Pf., bei 4mal. Wiederholung 25% Ermäßlgung. Anpreisungen 25 Pf. Geschäftsstelle: Gütersloh, Kölerstraße 314/15. Für die Schriftleitung verantwortlich Nr. Möttmann, Cüterssoß. NX 12 Fernsprech=Anschluß Nr. 87. Sonntag, den 20. Jannar 1908. Postzeitungsliste Nr. 3276. 19. Jahrgung Erstes Blatt. Kaisers Geburtstag. Es ist eine alte Stiic, daß die Völker den Geburtsing ihrer Herrscher festlich begehen. Die Feier soll ein Ausdruck der Treue sein, die Volk und Herrscher verbindet. Schon über 30 Jahre deutschen Kaisertums hat das deutsche Volk durchlebt. Welches ist das Endergebnis dieser 30 Jahre? Sicherlich dies, daß Kaiserium und Volkstum unlösbar geworden sind, daß jeder Deutsche die Lösung dieser Verbindung für ein nationales Unglück halien würde, daß jeder Deutsche im Kaiserium die nolwendige Bürgschaft sieht für eine gesunde, vorwärts und aufwärts strebende nationale Entwicklung. Daß die deutschen Stämme vertrauensvoll der laiserlichen Führung folgen können, ist gewiß auch als das Verdienst des gegenwärtigen Trägers der Kaiserkrone anzuerkennen, des edlen Sprosses aus dem Hohenzollerngeschlecht, des Kaisers Wilhelm 11. Aus allen Gauen Deutschlands strömen ihm zu seinem Geburtstage die herzlichsten Glückwünsche zu, die alle in einem Ziele sich treffen: Golt erhalte und schütze den deutschen Kaiser! Kaiser Wilhelm ist eine der eigenarngsten Persönlichkeiten, die je einen Kaiserihron geziert haben. Zu seinen hervorstechendsten Elgenschaften gehört das scharf ausgeprägte Gefühl seiner Verantwortlichkeit. Er will nicht umsonst von Goltes Gnaden sein. Diesem ausgeprägten Verantwortlichkeitsgefühl entspricht sein unermüdlicher Eiser und Fleiß, alle Gebieie des ösfentlichen Lebens zu verstehen, die Bedürfnisse des Volkes kennen zu lernen, die verschiedenen Strömungen des Getsteslebens zu begreifen, nicht um irgend einer Richtung, irgend einer Partei mit seiner Gewalt dienstbar zu werden, sondern um selbständig urteilend ein sicherer Führer des deutschen Volkes zu sein. Jeder, der in die Nähe des Kaisers kommi, bewundert sein umfassendes Wissen und kann sich seines bestimmten Urteils selbst dort noch freuen, wo es offenbar wird, daß eine unbefangene und sachgemäße Anschauung zu erlangen für einen Fürsten ost viel schwerer ist als für andere Menschen. Mit dem Veramwortlichkeitsgefühl des Kaisers hängt auch zusammen seine Stellung zu Kirche und Religion. Verantwortlichkeitsgefühl ist nur da, wo starkes religtöses Empfinden vorhanden ist. Des Kaisers Reden und Aeußerungen atmen alle starkes, religiöses Empfinden. Wie er sich Gott verantwortlich weiß, so soll auch das deutsche Volk mit ihm in diese Verantwortlichkeit eintreten, weil es nur dann zu wahrhafter Größe kommen kann. Darum schätzt und fördert der Kaiser wahres Glaubensleben und christliche Liebesthätigkeit. Alle wahren Volksfreunde danken ihm das. Wo ist ein Volk, daß außer Deutschland solchen Führers sich rühmen dürste? Darum, deutsches Volk, freue dich deines Kaisers, juble ihm zu und ruse es lant: Heil dem Kaiser! Politische Deutsches Reich. Se. Majestät der Kaiser besichtigte am Freitag morgen in Potsdam die Rekruten einiger Kompaguien des 1. Garde=Regiments. Nachminags reiste Se. Majestät nach Hannover, traf daselbst um 5 Uhr ein und begab sich sofort nach Karstens Hotel. Hier verweilte Se. Majestät kurze Zeit, um an dem Festmahl der vormals Königlichen Hannoverschen Offiziere, welches aus Anlaß des Gedenktages der traditionellen Verleihung stattfand, teilzunehmen. Darauf fuhr der Kaiser nach dem königlichen Schloß. Abends erfolgie die Rückreise nach Berlin. Wie verlautet, gedenkt der Kaiser selbst die Initiative zu ergreisen, um die Arbeitslosigkeit und die damit verbundene Not nach Möglichkeit einzudämmen und zwar durch Anordnung von öffentlichen Arbeiten, die erst für später zur Ausführung in Aussicht genommen waren. Auch hat in Anbetracht der herrschenden Arbeitslosigkeit der Kaiser den Wunsch ausgesprochen, daß die aus Anlaß seines Geburtstages übliche Illumination der öffentlichen Gebäude möglichst eingeschränkt werde und daß die hierfür bestimmten Gelder vielmehr nach Möglichkeit zu wohlthätigen Zwecken verwendet werden. Dieser Wunsch des Kaisers soll den verschiedenen Stadtverwaltungen und Behörden mitgeteilt worden sein und in der That sollen zahlreiche Verwaltungen beschlossen haben, in diesem Jahre von einer Illumtnation am Geburtstage des Kaisers abzusehen und einen entsprechenden Betrag der Armenverwaltung usw. zu überweisen. Ueber das Ergebnis der Subskriptlon auf die neue Reichsanleihe und Preußische Staatsanleihe liegen der„Nordd. Allg. Zie“ folgende vorläufige Angaben vor: Auf die 115 Millionen Mark 3 v. H. Reichsanleihe sind rund 7 Milliarden Mark und auf die 185 Millionen Mark 3 v. H. Preußische Staatsanleihe rund 8 Milliarden Mark gezeichnet worden. Bei der Reichsanleihe bedeutei dieses Resultat eine fast 61fache Ueberzeichnung, und bei der Preußtschen Staatsanleihe eine mehr als 43fache Ueberzeichnung. Bei der letzten Reichsanleihe im vergangenen Jahre wurden auf 300 Millionen 3. v. H. Reichsanleihe 4624 Millionen Mark gezeichnet. Die Anleihe wurde damals nur rund 15½ Mal überzeichnet.„Das Ergebnis der Subskription", resumiert sich das offizlöse Blatt,„kann als ein hoch befriedigendes bezeichnet werden.“ Das kann es gewiß. Der Erfolg unserer Anleihen ist ein neuer Beweis für den hohen Kredit, den die deutsche Finanzwirtschaft im Auslande genießt. So sind beispielsweise allein an der Newyorker Börse 130 Millionen Dollars gezeichnet worden. Griechenland. Als der König in dem königlichen Garten zu Athen am Freitag morgen spazieren ging. stürzte ein Mann mit gezücktem Messer am den König los. Der Garteniuspektor parierte den dem König zugedachten Stoß und wurde verwundel. Der Attentäter wurde verhaftet; er scheint geisteskrank zu sein. Nordamerika. Die Regierung beabsichtigt, einen Spezialzug von 6 Wagen für den Prinzen Heinrich von Preußen zur Verfügung zu stellen. Die Ellfahri durch den Westen berührt als südlichsten Punkt Chattanvoga, wo der Prinz den zweiten Sonntag zubringen und den Nationalpark von Chickamanga besuchen wird. Als westlicher Punkt ist Si Louis in Aussicht genommen. Die deutsche Botschaft in Washington erhält während der Anwesenheit des Prinzen eine Mititärwache. Es ist dies eine ganz außergewöhnliche Ehrenbezeugung, welche sonst niemandem erwiesen wird. Aus Ort und Provinz. Aülgemeln intereisterende Nachrichten aus der Stadt und deren Umgebung werden gern entgegen genommen und entstehende Auslagen von und vergütel. □ Gütersloh, 25. Jan.[Hoher Besuch.] Der Oberpräsident unserer Provinz. Se. Exzellenz von der Recke beehrte heute früh in Begleitung des Herrn Geheimrates Dr. Rothsuchs das hiesige Gymnasium mit seinem Besuche, ließ sich das Lehrerkollegium vorstellen, besichtigte außer dem Gebäude auch den Zeichensaal und die Vibliothek und wohnte von 11—1 Uhr dem Unterrichte in einer Prima, sowie in beiden Sekunden und Tertien bei. Heute nachmittag besuchte Se. Exzellenz das Königl. Lehrer=Seminar. : Gütersloh, 25. Jan.[Wissenschaftlicher Vortrag.] Herr Rudolf Woiff aus Gießen, ein aller Schüler unsers Gymnasiums, vielen als Schriftsteller schon bekannt(Rudelli„Auf brauner dürrer Heide",„Liebe ohne Lied",„Unsere kleinen Lämmer") wird nächsten Freitag, den 31. d. Mis., im Cyklus der wissenschaftlichen Vorträge, in der„Erholung", lesen:„Ueber das Geheimnis des Menschenlebens". Dann wird er einen eigenen Cyklus von fünf Vorlesungen, in der„Erholung", bieten, über welchen aus Elberfeld und Barmen, wo er kürzlich las, sehr günstige Beurteilung vorliegt. Diese Vorlesungen, wie seine Schriften zeigten seine Gabe in Natur= und Menschenleben Gottes Walten zu bezeugen. )) Gütersloh, 25. Jan.[Teutoburger= Wald=Eisenbahn.] Vor Kurzem zirkulierte ein Gerücht, die Genehmigung zur Weiterführung der Teutoburger=Wald=Eisenbahn von hier über Verl zum Anschluß an die Staatsbahnstrecke Brackwede—Paderborn, sei sagt worden. Wir können demgegenüber mittellen, daß diese Nachricht unzutressend ist. Wie verlautet, soll die staatliche Genehmigung nunmehr eingetroffen sein. Sollte letztere Meldung noch verfrüht sein, dann wird ohne Zweifel die Genehmigung in allernächster Zeit erfolgen. . Gütersloh, 25. Jan.[Sonderzug.] Auf seiner Durchreise nach Berlin passierte heute mittag 1.25 Uhr der Prinz von Wales mittels eines aus 3 Wagen bestehenden Sonderzuges, die hlesige Station. Gütersloh, 25. Jan.[Postverkehr.] Wir machen darauf aufmerksam, daß am Montag, den 27. Januar, dem Geburtssage Sr. Majestät des Kaisers, am Kaiserlichen Postamt die Schalterstunden und die Bestellung dieselbe Einschräntung wie an Sonn= und Feiertagen erfahren. Für die Aufgabe von Telegrammen findet die Einschränkung nicht stalt. Gütersloh, 25. Januar.[Der gestern Abend veranstaltete Carlschulz=Abend] im Saale des Herrn Pollkläsener war leider nur sehr schwach besucht. Der Künstler verstand es sowohl durch die Wahl der verschiedenartigsten Darbietungen sowie durch entsprechende Wiedergabe derselben sein Publikum auf das angenehmste und schönste zu unterhalten. Meisterlich verstehl er sich auf den Tonfall und bringt daher seine Deklamationen unter Zuhllfenahme der ihm eigenen guten Mimik zu vollendeter Wirkung, den Zuhörer unwillkürlich zum Lachen reizend. Die gesanglichen Darbietungen haben den Vorzug einer guten, deutlichen Aussprache und zufolge eines geschulten Organs angenehmen Wohlklang. Herr Carlschulz befriedigte vollauf seine Zuvörer und wurde dem Künstler reicher Belfall gespendet. §' Gütersloh, 23. Jan.[Schöffengericht.] Den Vorsitz führte Herr Amtsgerichtsrat Paleske. Als Schöffen waren zugegen die Herren Kolon Christoph Jacobjeuerborn von Kattenstroth und Bäcker Johann Venjacob von Friedrichsdorf. Verhandelt wurde in nachstehenden Sachen: 1) Der Kolon Wilhelm B. in Verl Nr. 25 ist angeschuldigt den Vlehhandel ohne im Besitze eines Gewerbescheines zu sein, betrieben zu haben. Nach Lage der Sache erfolgte Freisprechung.— 2) Der Polsterer Friedrich T. von Bielefeld hat im Herbst v. Is. im hiesigen Wartesaal das Buffetfräulein K. durch unanständige Bemerkungen beleidigt und wurde deswegen zu einer Geldstrafe von 30 Mk. evtl. 6 Tage Gefängnis verurteillt.— 3) Der hier in Haft befindliche Gärtner Wilhelm E. aus Oberbonrath im Siegkreis hat in Eckardtsheim und Verl gebeitelt. Das Urteil lautele mit Rücksicht auf die 21malige Vorbestrafung des E. auf eine Haststrafe von 4 Wochen und soll er nach Verbüßung der Strafe der Landespolizeibehörde überwiesen werden. 0 Gütersloh, 25. Jan.(Thermometer= und Barometerstand] von der vergangenen Woche: Gütersloh, 25. Jan.[Falsche Zwanzigmarkscheine sind gegenwärtig stark im Umlauf. Für die Entdeckung des Urhebers sind von der Reichsbankverwaltung 1000 Mark Belohnung ausgesetzt worden Bei der Annahme der betreffenden Scheine ist also größte' Vorsicht geboten. * Wiedenbrüg, 23. Januar.[Generalver= sammlung.] Gestern nachmittag fand im Hotel Müller die diesjährige Generalversammlung des Kreisjagdschutzvereins Wiedenbrück statt. Nachdem der Vorsitzende Se. Durchlaucht der Fürst zu Bentheim dem Herrn Landrat Dr. Engelhard und allen Anwesenden für ihr Erscheinen gedankt, eröffnete derselbe die Versammlung mit einigen geschäftlichen Mitteilungen. Darauf wurden, lt.„Gl.“ mehrere Fälle von Jagdkontraventionen bekannt gegeben. — Den Aussichtsbeamten, welche diese Fälle zur Anzeige gebracht, wurden angemessene Pramien bewilligt. Die Rechnungslage für 1900/01 ergab einen Bestand von 636,65 Mk. Die Ausgaben betragen 153,12 M. Kassenbestand 483,53 M. Als Ort für die nächste Generalversammlung wurde Gütersloh bestimmt.— Die Vertilgung von Raubzeug soll wieder aufgenommen und an Prämien gezahlt werden: für Hühnerhabichte, Sperber und Wiesel per Stück 1 Mark, für die Jungen 25 Pfg. für Krähen, Elstern per Stück 10 Pfg., für Junge 5 Pfg. Ein Antrag auf Aussetzung von Hasen zur Blutauffrischung wurde abgelehnt.— Der Verein zählt zur Zeit 90 Mitglieder, welche einen jährlichen Beitrag von 3 Mk. zahlen. Rheda, 20. Jan.[Blssiger Hund.] Gestern wurde der 12jährige Sohn des Zimmermannes D. von dessen Hund, den er anbinden wollte, an der Hand gebissen. Später traten bei dem Tiere Erscheinungen auf, die bedenklich erschienen und auf Tollwut schließen ließen. deshalb wurde dasselbe sowie ein anderer, der von diesem ebenfalls gestern gebissen war, getötel. Der Knabe befindet sich in ärztlicher Behandlung. Wie nun nach dem„W. Vbl.“ verlautet, soll kürzlich auch im benach darten Herzebrock ein Hund wegen ähnlicher Erscheinungen e schosen. ey.. 28. Jan.[Der Ueberfall bel Lütkenbeck.] Ein des Ueberfalles auf das mädchen bei Lütkenbeck verdächtiger Bursche wurde gestern abend in der Wirtschaft Wiedau(Loevelinkloe), ausgearisen und dem Amie St. Maurih zngesührt. Die von der Uebersallenen gegebene Personalbeschreibung paßt, auf den Verhafteten. Eine Confroutierung hat jedoch d##cpz. Laungt: 28. Jau.(Durch dle Exploston Fer Lampel in der Brennerei auf dem Gute Vogenstein im hiesigen Kirchspiel entzündete sich ein Bottich mit Sprit. Die brennende Masse ergoß sich im blick durch die Brennerei. Ein Arbeiter, dessen Kleider bereits brannten, wurde schleunigst in einen auf dem Hose befindlichen Teich gebracht und hierdurch, gerettel; leider hal derselbe schwere Brandwunden am Kopfe er: Schmalm. 23. Jan.[Bohrversuche.] Eine Aktiengesellschaft für Zintfabrikation ließ auf einem Wiesengelände an der Alleestraße Bohrversuche anstellen, die ein sehr günstiges Resuliat hatten. Zwei Meter unter der Erde sand man ein großes Galmeilager. Die Fundstelle wird zu einer regelrechten Zeche ausgebaut. Die E tümer, ließen sich zu einem Verlauf des Terrains nicht bewegen. Die Aktiengesellschaft hat dasselbe vorläufig eusch Alse, arc. Aatie, au. ie dsn. Gie. Kaum war aber der Stier aus dem Stall geschafft und einige hundert Schritt miütgeführt worden, wurde er plötz* aus irgend einer Ursache wild, nahm seinen Führer aus die Hörner und schleuderte ihn sehr unsauft in den Graben. Das gleiche Schlckfal telle ein auf der Straße nach Weitmar beschäftigter Wegewärter. Hunderte von Schulkindern und die vielen anderen Passanien mußten in die Felder flehen, um dem rasenden Siier zu entgehen. In Weitmar fanden sich schließlich einige beherzte Männer, die seine Verfolgung aufnahmen. Die wilde Laad, die ganz Weitmar in Angst und Schrecke nersetzte, dauerte über drei Stunden und ware selbst dann noch nicht zu Ende gewesen, wenn nicht der Stier u einen drei bis vier Zuß tiefen Tagesbruch gestürz wäre. So gelang es seinen Verfolgern, ihn zu fesseln Leche Pluto gerielen 2 Bergleute unter herabstürzende Steinmasn. Sie wurden schwer verlep ins haus gebracht. Die Firma F. Ottomeyer verpflichtet sich, Oedländereten im Kreise Wiedenbrück welche ihr diesem Kreise bis zum 1. Aprll eines jeden Jahres angegeben werden, in demselben Jahre umzubrechen, sofern sie der gestellten Aufgabe in der Zeit vom Frühjahr bis zur Ernte mit zwei Dampfpflugapparaten gerecht werden 3 Angewende, Spitzen, kleine Ecken und allein liegende Flächen unter 3 Morgen Größe brauchen nicht gepflügt zu werden. Dasselbe gilt von solchen Grundstücken und einzelnen Stellen in Heldekomplexen die wegen zu oder sumpfiger Bodenbeschaffenheit dem Apparat Gefahr bringen könnten. Auch müssen die Grundstücke genügend entwässert sein. Der Preis für das Umbrechen beträgt für Flächen 10 Morgen 21 Mark 15„ 20 20„ 19 50" 18 100„ 17 pro Morgen. über 100 16 dem s schensce, ans sote ie a. ae. Se cschesheslegesch beche ben Schäfer Brüßler im Dorse Deus ersach bei einem Streie Aaesd Sanier ale Seaice de clice aige. e esetde, ur Meslusugehn ungeschagngen. 9n, 36000 Mk. wurden in der Sparkassen=Filiale zu Schal36000 M. ünern„ re 1896 zurückreichen.— m. grart. Ein schreckliches Unglück ereignete sich auf Ablösungskommando aus China in Starte## e escen esche c de sch, ebenso wie die Matrosen, größtentels der Deserion hudig genacht. Urbarmachung von Oedländereien. Zwischen dem Kreise Wiedenbrück und der„Firung F. Ottomeyer zu Steinheim ist der nachstehende Vertrag abgeschlossen worden: Der Kreis Wiedenbrück verpflichtet sich, der Firma * Ottamener sämtliche Oedlandumbrechungen, bei denen auszuführen. Der Preis versteht sich netto für die Firma F. Ottomeyer für jeden gepflügten preußischen Morgen. Wasser und Kohlen sind steis in genügenden Mengen und immer rechtzeitig gratis vom Grundbesitzer au Maschlnen zu liefern, auch sind die Maschinisten zu köstigen. Für den Weitertransport nach beendeter Arbeit sind die Kohlenbehälter zu füllen. Die zu pflügenden Flächen müssen uf geeigneten Wegen zu erreichen sein, und dürfen kleinere einzelne Flächen nicht über 1 Kilomeler von harten Wegen en fernt liegen. Unter harten Wegen sind nicht nur chausstrie zu verstehen. Für schadhaft werdende Brücken und Durchlässe, sofern sie Eigentum des Grundeigentümers sind, übernimmt die Firma F. Ottomeyer keine Garautie. Die Grundstücke müssen für's Pflügen gut reitet werden; Stämme, Gräben und andere Hinderniss müssen beseitigt sein. § 10. Die Arbeit wird von der Firma F. Ottomeyer mit dem neuesten Fowler'schen Heldepflug und den neuesten Compound=Maschinen sauber und akkurat in bekannter Weise bis zu einer Tiest von 70 Zim. ausgeführt. Auf Wunsch wird der Untergrund noch auf weitere 15 Zim. gelockert, aber es ist nur so lief zu pflügen wie es die Maschinen und Ackergeräte zulassen. Sofern Grundstücke mehrerer Besitzer so gelegen sind, das erstere als ein zusammenhändendes Ganze ohne ein neues Aufstellen der Maschinen gepflügt werden können, wird die Gesamtgröße der einzelnen Parzellen der Be rechnung zu Grunde gelegt.“ In welcher Reihenfolge gepflügt werden soll und wo mit dem Pflügen auf den einzelnen Parzellen be gonnen werden soll, bestimmt die Firma F. Ottomeyer Die Bezahlung für die umgepflügten Flächen erfolgt an die Firma F. Ottomeyer durch den Kreis Wiedenbrück. Ueber alle Streitigkeiten aus dem vorstehenden Vertrage entscheidet mit Ausschluß des Rechtsweges Schledsgericht, zu welchem jeder der Kontrahenten einen Schiedsrichter wähl. Die beiden Schiedsrichter wählen zusammen einen Obmann. Können sich dieselben nicht über eine geeignete Persönlichkeit einigen, so wird der der Obmann vom Regierungs=Präsidenten in Minden 9uf Grund dieses Vertrages werden die Grundbesitzer des hiesigen Kreises, welche im Jahre 1902 Oedändereien mit dem Dampspflug kultivieren wollen. hier mit aufgefordert, die Größe der umzubrechenden Flächen rechtzeitig und zwar thunlichst bis zum d. Is. entweder bei dem hiesigen Kreisausschuß oder bei den Herren Bürgermeistern und Amtmännern anzumelden. 000 Wiedenbrück, den 20. Januar 1902. Der Vorsitzende des Kreis-Ausschusses. Engelhard, Königlicher Landrat. Vermischtes. [Wieder ein D= Zug in Gefahr., Aus wor die erse Maschine usalge Braches des Kurbehzanpseans osgenssene Kurtehshgelage, haiste sch lich lun den dies ein und zertrümmerte den Ueberbau, sowie Feusterscheiben der Lokomotive. Durch die zweite Lokomotive wurde die defelt gewordene Maschine sowie der Zug langsam ugg Station Genihin befördert, von wo aus er mit 20 Minuten Verspätung die Weiterfahrt nach Bext. treten konnte. Es ist derselbe Zug, der bei Altenbeken die sich großer Beliebtheit erfreuenden Marienburger Lose à 3 Mark wieder rasch ausverkauft sein würden, ließ sich vorausseben; kommen doch dabei durch die günstige Verteilung der Hauptgewinne, Treffer von 60 000 M., 50000 M., 40 000 M. 30000 M., 20 000 M. und weitere 8835 Geldgewinne von 10 000 M. bis herab zu 10 M. zur Auslosung. So lange der geringe Vorrat noch reicht, sind die Marienburger Lose àp 3 Mark bei dem GeneralDebit Lud. Müller& Co. in Berlin, Breitestraße 5, und bei den bekannten hiesigen Verkaufsstellen zu haben. Man beeile sich, denn die Ziehung findet bereits den 6 7. und 8. Februar im Rathause zu Danzig öffentlich statt. —[Die neue Reichs= und preußische Staatsanleihe.] Bei der Zeichnung für die neue Reichs= und die preußische Staatsanleihe am Mitwoch fand eine außerordentlich starke Ueberzeichnung stalt, namentlich auch seitens Nordamerikas Die Zeichnungen sollen sich auf mehrere Milliarden belaufen, während die Höhe der Anleihen sich auf nur in(Eint onderbare Erbschaftsgesghchte beschäftigt die Juristen in Minsk in Rußland. Dor hatte ein reicher Bürger, der sein Ende herannahen fühlle, ein Testament verfaßt. Seiner Frau, die sich gesegnelem Zustande befand, verschrieb er, falls sie einer Tochter das Leben gäbe, die Hälste seines Vermögene, die andere Hälfte sollte der Tochter zufallen. Wenn aber ein Sohn das Licht der Welt erblicke, dann sollte die Mutter nur ein Driuel des Vermögens erben, zwei Drittel aber der Sohn. Nach dem Tode des Testators wurden— Zwillinge geboren, und zwar ein Knabe un ein Mädchen. Wie soll nun der letzte Wille des Ver benen erny g Geschente an Beamtes bal der preußische Minister einen Erlaß an die ihm unterstellten Behörden gerichtet. In dem Erlaß wird darauf hinge wiesen, daß Private häufig den Wunsch hegen, an Beamte, namentlich Politzelbeamte für besonoers erfolgrei Dienste Belohnungen in Gestalt von Geldgeschenken zu verabfolgen. Von derartigen Absichten muß jedoch steis das Ministerlum in Kenninis gesetzt werden, welches Fall zu Fall die Entscheldung darüber zu treffen ha., ob das Geschenk der Person, der es zugedacht ist, übe geben wird oder ob es einem besonderen schuegende Gerabselgung von Geshenlen an Veamte i bestseter Henbeicg Kribingent ueber deur gefangenen tapferen Burenführer veröffentlicht die„Deutsche Wochenzig. a. d. Niederlanden“ folgende interessat Miuelugen: Als im Deenber 1./0, Auchergeherg sächigen Burensähter enusanden.—.4h selbzt er immer wieder dem Tanz. Mit jugendlichem U der hlscher lodier, alst eigen, Soasergst, eshen, zum Assistent=Oberkommandanten der Truppen in Palsden un euiecte, Seiz Aeserich ige e.i esle. ral darf sich nie der Gesahr engru, Ziesf sechr streige Maneszucht. Kein Versoßz gegen die rücken der Engländer ein, so war er der stramme, und dingten Gehorsam fordernde Führer. Gegen bewaffnele aeb acd alh eicen Vegzischen. Bstere, aishe man ihn, mit Unrecht, für jeden von den Buren Hosenen Kassern verauworn pesel Se. fünfziger Jahre erhob sich auf der industriellen Elbinsel Steinwärder in Hamburg ein mächliger Schornstein, einer aun Bose dln Anhänger der Sozialdemokratte nachts den Schornstein erstiegen und, an Bizablelter eine mächige rore Falh. über 20.000 Mk. gekostel hätte, entschloß man sich, ihr mit Hülfe des 9. Pionier=Bataillons zu sprengen. Am Freite, wurde ein 20 Meier hohes Gerüst errichtel uud dieser Höhe 15 Löcher in den Schornstein gebohrt, die man mit zusammen 15 Kilo Piktin füllte. Mittags, wenige Minuten vor 2 Uhr, ertönte vom elektrischen Zündungsapparat her das Hornistensignal„Langsam vorwärts". Punkt- Uhr erklang„Das Ganze halt“, worauf ein Offizler die Taste des Apparats niederdrückte. Aus den Bohrlöchern schoß ein gewaltiger Feuerstrahl, dem dichter Dampf folgte. Ein dumpfes Krachen, ertönte, und langsam sank der Schornstein zusammen, wie ungefähr ein Fernrohr zusammengeschoben wird. Donnerndes Hurra der Zuschauer belohnte die Arbeit der Pioniere. —[Von den Nachkommen Luthers] leben nach Schätzung eines eifrigen Forschers der Geschichte Luthers(Wenck in Mansseld) jetzt etwa 210. Der Reformator hatte aus seiner am 13. Juni 1525 mit Katharina v. Bora geschlossenen Ehe drei Söhne und drei Töchter. Zwei von ihnen starben früh. Luthers ältester Sohn Hans stard als weimarischer Kanzleiral 1575 in Königsberg. Von den jetzt lebenden direkten Nachkommen führt keiner den Namen Luthers, dessen letzte Träger schon vor 100 Jahren starben. Die Nachkommen Luthers verteilen sich u. a. auf die Famillen v. Kühnheim, v. Saucken v. Teitan, Kemphen, Nobbe, Riepold. —[Eln angeblicher Schatz im Nil.] 20 tausend Pfund gleich 400000 Mark in guten, blanken englischen Soverelgus in den Ril geworfen zu haben, wird dem Lord Klichener nachgesagt. Als nach dem Fall von Chartum 1885 der Sudan von England geräumt wurde, war man genötigt, große Vorräte zu vernichten, da man genügende Transportmittel für ihre Mitnahme nicht zur Verfügung hatte. Unter jenen Vorräten befanden sich auch eine Million Gewehrpatronen und diese sollte Klichener in den Rll werfen lassen. Die Prozedur wurde bei Shemdy vollzogen und es begab sich bei der Revision, daß zwei Kisten mit versenkt wurden, die anstatt jener Geschosse je 100000 Pfund in Govereigns erhielten. Auszug aus dem Zivilstands=Register. a) Stadt Gütereloh. Nachrichten vom 19. bis 25. Januar 1902. Geburten: Söhne: Kaufmann Gustav Oldermann.— Lokomotivheizer Joseph Geilfuß.— Schuhmacher Hermann Brinkmann.— Eine uneheliche Geburt. Töchter: Schmiedemeister Georg Fischer.— Klempnermeister August Haneforth.— Stations=Assistent Hugo Klimpert.— Eine nneheliche Geburt. Aufgebote: Handlanger Friedrich Verleger und Ida Müller beide hier. Ebeschließungen: Webermeister Wilhelm Wörmann in Nordhorn und Adolfine Döring. Sterbefälle: Kötter Melchior Kresenbaum, 51 Jahre 10 Monate alt.— Johanne Marie Friederike Jacke, 2 Monate alt.— Joseph Bernhard Bossen, 2 Jahre 7 Monate alt.— Maria Christina Korte, 2 Jahre 2 Monate alt.— Emma Johanna Westerhellweg, 1 Monat alt.— Eine Totgeburk. 5) Nachrichten vom 19. bis 25. Januar 1902. Geburten: Sohn: Lokomotivheizer Heinrich Sundermann in Nordhorn. Töchter: Bahnarbeiter Carl Sporkert in Nordhorn.— Brauerei=Direktor Wilhelm Rossendeck in Pavenstädt.— Bremser Gottlieb Fritzenkötter in Pavenstädt.— Fadrikardeiter Carl Hark in Sundern.— Schriftsetzer Wilhelm Hermjakob in Nordhorn. Aufgebote: Böttcher Carl Oberdiek und Anna Fissenewert, beide in Blankenhagen. Eheschließungen: Landarbeiter Heinrich Silgmann gent. Stift und Sofie Strothenke, belde in Pavenstädt.— Mälzereiarbeiter Wilhelm Strothotte in Pavenstädt und Johanne Voß in Nordhorn. Sterbefälle: Johanne Ruhenstroth in Nordhorn, 9 Monate alt.— Schriftsetzer Heinrich Beckord in Nordhorn, 19 Jahre, 8 Monate alt. Briefkasten. H. hier. Die Verkaufsstellen sind jetzt Sonnabends auch um 9 Uhr abends zu schließen. Bis 10 Uhr abends dürfen sie geöffnet sein: An je einem Werktag vor Karfreitag, Ostern und Himmelfahrt, am Sylvestertage, an weiteren 12 Wochentagen vor Weihnachten(außer den Sonnabenden) sowie an allen übrigen Sonnabenden der Monate April, Mai, Oktober, November und Dezember. Nach Lüttringhausen. Beschwerden über unregelmäßige Zustellung der Zeitung bitten wir an das dortige Postamt zu richten. das für pünktliche Zustellung der Zeitung sorgen muß, die Zeitung wird hier regelmäßig aufgeliefert. THEE-MESSMER DE.S FRUHSTUCK FEINSTER KREISE. PROBEPACK. 60 bis 125 Wilh. Heckmann, Drogerie. Kirchliche Nachrichten. Evangelischer Gettesdienst. Sonntag, den 26. Jannar. (Septuggestmä.) Neue Kirche: Morgens 10 Uhr: Pastor Kruse. Alte Kirche: Morgens 10 Uhr: Pastor Meinshausen. Nachmittags 5 Uhr: Pastor Siebold. Freitag, den 31. Januar. Alte Kirche: Morgens 10 Uhr: Pastor Kruse. Sonnabend. den 1. Februar. Alte Kirche: Morgens 10 Uhr: Beichte. Pastor Kruse. Katholischer Gottesdieust. Sonntag, den 26. Januar. Sepinagestma. Festderh. Familie Jesus, Maria u. Joseph. Morgens 6 Uhr: Frühmesse mit Homilie. „ 7½ Uhr: Hl. Messe mit Predigt. Morgens 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags 3 Uhr: Andacht zur hl. Familie. Weihe an d. h. Familie und Aufnahme neuer Mitglieder in den Verein der h. Familie Montag, den 27. Jannar. Morgens 8 Uhr: Hochamt, Te Deum Orativ pro imperatore und allgemeines Kirchengebet aus Anlaß des Geburtstages unseres Landesvaters, des Kaisers und Königs Withelm. Zwangs= Versteigerung. Dienstag, den 28. Jan. er., vormittags 10 Uhr, werde ich an meiner Pfandkammer Johannisstraße 647 hierselbst * Paletots gegen sofortige Barzahlung an den Letzt= und Meistbielenden öffentlich versteigern. Gütersloh, 25. Jan. 1902. Der Gerichtsvollzieher: Künstliche Zähne in Gold, Kautschuck auch ohne Gaumplatte. Plombieren in Gold, Silber, Emaille etc. schmerzloses Zahnziehen. 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Missionar Stremme in Karnarvon wurde von den eigenen Gemeindegliedern als Verräter und Freund der Buren bei den englischen Behörden angeklagt und befindet sich nach den neuesten Nachrichten in Gefangenschaft. Der Superintendent unserer Kapischen Mission, Missionar Eich in Worcester, unternahm die welte und nicht ungefährliche Reise nach Karnarvon, um dem bedrängten Missionar Stremme beizustehen. Er fand bei den engtischen Behörden viel freundliches Entgegenkommen, doch gelang es ihm nur vorübergehend, für Missionar Stremme die Freiheil zu erwirken. Die ungünstigen Zeugenaussagen der eigenen Gemeindeglieder liefern einen sehr traurigen Beleg für die niedrige und gemeine Gesinnung einzelner dieser Schwarzen gegen ihren Missionar und Wohlthäter. Die Gemeinde Karnarvon leidet naturgemäß sehr unter solchen trostlosen Zuständen. Missionar Stremme ist infolge der vielen Aufregungen erkcankt und befindet sich in ärztlicher Behandlung. Auch Missionar King in Savon wurde von einzelnen Schwarzen als Feind der Landesregierung verklagt, doch fanden diese bei den englischen Behörden keinen Glauben. Seine Gemeinde war auch längere Zeit von den Buren bedroht, hat aber bisher keinen größeren Schaden erlitten. Immerhin zelgen sich hier ebenfalls die traurigen Folgen des Krieges in der sich mehrenden Verwilderung und Unbotmäßigkelt mancher Gemeindeglieder. Leider ist auch die Gesundheit des noch verhältnismäßig jungen Missionars infolge von Ueberanstrengung so erschüttert, daß er daran denki, im Früheine Erholungsreise nach Deutschland anzutreten, vorausgesetzt, daß die Verhältnisse des Landes und seiner Gemeinde es gestalten. Die nördlichen Stationen im sogenannten Klein=Namalande sind bisher vom Kriege unberührt geblieben. Dort konnie die Missionsarbeit noch ungestört und im Segen vollbracht werden. Leider ist der alte Evangelist Frederik Hein in Richtersfeld gestorben. Sein Sohn setzt die Arbeit zunächst fort, ob er derselben aber auf die Dauer gewachsen ist, will noch fraglich erscheinen. Im südlichen Telle von Deutsch=Südwestafrika dem sogenannten Großnamaland, fand im November an Stelle der Konserenz, die infolge der Dürre und sonstiger ungünstiger Verhältnisse ausfallen mußte, eine brüderliche Besprechung der meisten Missionare zu Gibeon statt. Bei dieser Gelegenheit wurden mancherlei wichtige Fragen beraten. So regte Missionar Stmon die Frage an, ob es richtig sei, eingeborene Schulgehülfen wie bisher auf einem Seminar gemeinsam zu erziehen, oder ob die Landesverhältnisse und der Charakter der Namas es nicht ersprießlicher erscheinen lassen, daß die einzelnen Missionare auf ihren Stationen selbst den Schulunterricht leiten und sich dabei geeignete Schulgehülfen heraubilden. Seine sehr bemerkenswerten Vorschläge fanden aber zunächst nicht die Zustimmung der Konferenz. Die ganzen Verhandlungen zeiglen, eine wie schwierige und entsagungsreiche Missionsarbeit gerade unsere Namabrüder zu verrichten haben, aber auch mit welcher Tceue und Opferwilligteit sie alle ihre schwierige Ausgabe zu lösen suchen. Dringend bittel die Konferenz, noch 1—2 tüchtige gläubige Maurer auszusenden, da die Missionare durch die äußeren Arbeiten zu sehr in ihrem eigentlichen Beruf gehindert werden. Am traurigsten ist die Lage des Missionar Moeller in Warmbad, da sich infolge der Trockenheit und anderer mißlicher Verhälinisse die ganze Gemeinde zerstrem hal. Auch im nördlichen Telle von Deutsch=Südwestafrika, dem Hereroland, herrscht große Trockenheit und infolgedessen mancherlei Not. Dennoch macht die Missionsararbeit an manchen Plätzen sehr erfreuliche Fertschritte, besonders in Windhuk, dem Hauptplatze des Landes. Missionar Wandres hofft mit Hilfe des ausgesandten Maurers, Bruder Diehl, den Kirchturm recht bald vollführen zu können. Zunächst hat derselbe die baufällige Kirche des Bruder Judi in Hoachanas gründlich erneuert. Beim Abbruch des verwitterten Daches befand er sich in großer Lebensgefahr, doch hat der Herr ihn gnädig vor ernsterem Schaden bewahrt. Bei einzelnen Stämmen der Herero macht sich die Nachfrage nach Verkündigern des Evangeliums in solchem Maße geltend, daß unsere Missionare wegen Mangels an geeigneten Persönlichkeiten nicht im Stande sind, alle Bitten um Evangelisten zu erfüllen. Im Ovamboland hat Missionar Toenjes den Bau der dritten Station Namakunde nahezu vollendet. Er hofft auf eine gesegnete Missionsarbeit dort. Mit Verlangen sehen die Missionare im Ovamboland der Ankunft der jungen Brüder Gimbel und Schaer und der Rückkehr des Missionar Wulshorst entgegen. Sie haben dort im Lande einen harten Kampf zu bestehen, viele Nöte durchzumachen und große Schwierigkeiten zu überwinden, aber sie sind getrost und zuversichtlich in der Gewißhell, daß der Sieg des Herrn ist, dem sie dienen, und daß auch von den Ovambos das Wort des Herrn Jesu gilt:„Sie werden meine Stimme hören.“ J. Spiecker. Aus den Kammern. Reichstag. Sitzung vom 23. Die Beratung des Elats des Reichsamts des Innern wird fortgesetzt. Abg. Bassermann(ntl.) bedauerte, daß die Reform des Krankenversicherungsgesetzes sich so verzögere. Dringlich sei ferner die Regelung der Arbeitszeit von Handelsangestellten in KKontoren und anderer soztalpolitischer Gegenstände. Redner bemerkte dann die laxe Handhabung des Gesetzes über den unlauteren Wettbewerb und forderte Beseitigung der auf dem Gebiete des Vereins= und Versammlungsrechts für die Frauen bestehenden Beschränkungen. Abg. Fischer(Soz.) rügt gleichfalls den geringen Eifer der Reichsregierung bei der Sozialreform. Staatssekretär Graf Posadowsky stellte verschiedene Behauptungen des Vorredners richtig. Was die Ausverkäufe mit Nachschüben beträfe, so sollen hiergegen die Staatsanwälte strenger vorgehen. Ueber die Arbeitsverhältnisse in der Binnenschiffahrt und in kaufmännischen Kontoren seien Erhebungen angeordnet. Abg. Rösicke kritsierte ebenfalls das langsame Tempo unserer Sozialreform. Sitzung vom 24. Januar. Bei schwachem Besuch setzt der Reichstag heute die zweite Lesung des Etats des Innern beim Titel Staatssekretär fort. Abg. Schwarze(Zir.) betonte, die Sozialpolttik des Zentrums erstreckt sich nicht nur auf die Fürsorge für den Arbeiter, sondern auch für den Mittelstand, und forderte Unterstellung des Baugewerbes unter die Gewerbeinspektoren. Bayer. Bundesbevollmächtigter v. Herrmann erklärte, daß Bayern in dieser Beziehung bereits mit vorgeschritten sei und daß die Einführung des Befähigungsnachweises im Baugewerbe bevorstehe. Abg. Dr. Oertel(kons.) fordert in Bezug auf die Einführung des Befähigungsnachweises mehr Dampf. tral für Erweiterung der Erwerbs= und Bildungsmöglichlichkeit für Frauen ein, warnte aber davor, in dieser Beziehung zu weit zu gehen. Der Väter Schuld. Original=Roman von Fr. Collet. 23 Als nach einigen Tagen der Arzt wieder nachsah und auf die gleiche Frage wieder die gleiche Antwort gab, da fand er an Karl Widerspruch: „Sie mögen recht haben mit Ihrem Bedenken, Herr Doktor, entgegneie er,„müssen jedoch auch zugeben, daß ich nun schon eine lange Zeit hindurch die Gastfreundschaft dieses Hauses genieße, und wohl mit Recht mein Verwellen im jetzigen Zustande als einen Mißbrauch der Gastfreundschaft empfinde. Zudem geht der Urlaub des jungen Grafen zu Ende, er verläßt dieses Haus und mit ihm schwindet das, was mir noch ein Antecht auf längeres Verweilen hälle geben können.“ Diese Gründe mußte der Arzt gelten lassen; aber ehe eine Woche vergangen war, durfte nach seiner Meinung eine Uebersiedelung nicht stattfinden. Der Oberkontrolleur sah damit seine Absicht erfüllt, weshalb er sich zufrieden gab. Nach einigen Tagen reisten die gräflichen Geschwister ab, nicht ohne vorher von Karl die herzlichsten Dankes= und Segensworte vernommen zu haben. Sowohl der Graf als seine Schwester wiesen diesen Dank jedoch zurück, indem sie Fräulein Wiemann als diejenige bezeichneten, die ihn allein verdient habe. „Aber nächstes Jahr, Kamerad!“ meinte der junge Graf,„sollen Sie sich revauchteren; ich lade Sie zu den Jagden und dann dürfen Sie mir Ehre machen!“ „Will schon mein bestes ihun, Herr Leutani!" versicherte Karl. Als die Herrschaften abgereist waren, begann Wagner seine Pflegerin auf sein baldiges Scheiden vorzubereiten. Gelassen nahm diese seine Mittellung hin.„Es würde mir wenig nützen, Sie zum Blelben auszufordern,“ sagle sie,„ein Mann muß immer Gründe für sein Handeln haben, die Ihrigen glaube ich zu kennen und achte sie.“ „Und was denken Ste von meinem Plan, Elise und Bernard zu bitten, mich mit ihrem Wagen hier abzuholen?“ fragte Karl, das Mädchen forschend aublickend. Jähes Rol auf ihren Wangen verriel deutlich, was sie empfand, aber auch ihr Mund verhehlie ihre Gefühle nicht: glückfrohen Klanges kam es über ihre Lippen: „Ja, das ihun Sie, Herr Wagner, aber recht früh müssen sie kommen, daß wir einen ganzen Tag für uns haben und recht feserlich Ihr Genesungsfest begehen können!“ „Ich will an Bernard schreiben, in Ihrem Sinne," gab Karl zur Antwort und ging auch gleich an dieses ihm angenehme Geschäft. Bei den Geschwistern Kemann rief Karls Brief einige Unruhe hervor. Belde wären zwar gerne der Einladung gefolgt, wußten jedoch nicht, wie sie es bewerkstelligen sollten, beide zugleich einen ganzen Tag außer dem Hause zu sein. Am meisten fürchteten sie eine abschlägige Antwort settens des Vaters, der wohl nur ungern Haus und Geschäft ganz den fremden Leuten überließ. Elise jedoch fand den Vater weil geneigter, auf ihren Wunsch einzugehen, als sie erwartet hatte; sei es, daß sie ihn in guter Laune traf, oder daß der letzte Anfall ihn gelehrt hatte, etwas freundlicher zu seinen Kindern zu sein, kurz, es war nur ein schwacher Widerstand, den er ihrem Wunsche, an einem Tage nächster Woche eine Freundin in der Nähe von Füchtorf zu besuchen und sich von Beruard begleiten zu lassen, entgegensetzte. Es wurde der Mittwoch, als ein geschäftlich sehr ruhiger Tag gewählt, und Karl davon benachrichtigt. Hüben wie drüben vergingen die wenigen Tage in froher Ecwartung, besonders für Elise und Karl; bei Bernard mischte sich in das Frohgefühl des Wiedersehens mit dem Wesen, das jetzt sein ganzes Denken ausfüllle, jenes beängstigende Gefühl, das den Menschen in der Erwartung eines großen Glückes zu befallen pflegt, die Furcht vor dem Ausbleiben des Erwarteten im letzten Augenblicke.„Ob sie Dich auch wohl mag?" lautele der Ausdruck für jenes beängstigende Gefühl; hätte er in Josefines Herz blicken können, seine Zweifel würden verstummt sein, denn dort war schon lange der Entschluß gereift, nur mit Vernard den Lebensweg gemeinsam zu machen, als dem Manne, den ihr die Vorsehung auf seltsame Weise in den Weg geführt. Auch die Tage der Erwartung vergingen; gegen zehn Uhr an einem hellen, sonnenbeschienenen Wintertage rollte in den Hof des Schlosses Hargmi Kemanns Wagen mit den Braunen bespannt und heraus stiegen Elise und Vernard. Da öffnete sich auch schon die Thüre des Hauses, Josefine erschten, die Gäste herzlich bewillkommend. Im Flur stand Karl, den Unten Arm noch in der Binde, die Rechte der Gellebten entgegengestreckt, die im nächsten Augenblicke an seinem Haise hing und ihn umer Thräuen küßte, während die freie Hand des Geliebten, liebtosend und wie seguend auf ihrem Scheitel ruhle. Josefine hatte Bernard in jenes Zimmer geführt, in welchem die erste Begegnung der beiden stattgefunden. Aber wie ganz anders sah jetzt dieser Raum aus. Das ganze Grün des Gewächshauses schlen hier zusammengetragen zu sein, um dem Zimmer einen besonders festlichen Anstrich zu geben und an dem gedeckten Frühstückstisch sah man einen bekränzten Sessel den Ehrenplatz einnehmen. „Hal er das schon gesehen?" fragte Bernard, den Sinn der festlichen Dekoration erkennend, seine Begleiterin. „Nein,— aber da ist er schon," flüsterie diese. Karl, Elise am Arm, trat ein, blieb aber in der Thüre stehen, voll Verwunderung die reiche Deloration, Preuß. Handelsminister Möller bat den Reichstag, ihn nach seinen Thaten zu beurteilen und wies e deugan ei. Gano) ie Graiesk as eihe Feuerbestattung ein, die vom Abg. Dasbach als gegen das christliche Gefühl verstoßend bekämpft wurde. Inzwischen hielt noch der Abg. Wurm eine Lobrede auf die Sozialdemokrate, der die Arbeiterschaft angeblich die soztalpolitische Gesetzgebung verdanke. Abgeordnetenhaus. Sitzung vom 25. Januar. Es wurde die zweite Elatsberalung bei dem Doder großen Not der Landwirtschaft zu sprechen. Im Sschs e e eseie se e der intolge des Arbsesernangels wirtlich in bedrängen Verhältnissen sich befinde. Er, der Minister, se Meinung, daß solche wichtige Frage, wie die landwirtschaftliche nur gelöst werden könne durch eine allseitige Verständigung, nicht aber durch Haß, Mißgunst und Neid von der einen Seite. Sitzung vom 24. Januar. Bei autem Besuch setzte das Haus die landwirtschafliche Generaldebante beim Elat der DomänenverAligeordueter Gathzem(ei. B36) Meias, ch. se. die gestrigen Ausführungen des Landwirtschaftsministers und belagte sich darüber, daß er den Freinungen unterstellt habe, sie wären Feinde der Landwirtschaft. Aba. Freiherr v. Wangenheim(Bund der Landwirte) legie an der Hand der Statistik den fortgesetzten Rückaang der Landwirtschaft dar, zeigt an einzelnen Fällen, wie wenig Interesse und Verständnis die Herren der Linken für Fragen der Landwirtschaft haben und trat für einen größeren Zollschutz ein. Es handele sich Kampf zwischen zwei Weltanschauungen, die Liue wolle die Massen proletariseren und beshafg, der Landwirtschaft das Fundament emiziehen, die Rechle wolle Grundbesitz und Handwerk stützen. Von der Entscheldung über den neuen Zollarif hänge die wirtschaftLimnburg Sttrum(on.) hiell dem Fresin vor, daß er der Sozialdemokratie Vorschub leiste und daß er in Sachen Zolltarif die innere und außere Polliit Deutschlands schädige. Aus Ort und Provinz. * Gütersloh, 25. Januar.[Die Obstbaum zahlungi er Provinz Westfalen] weist eine Gesamtzahl von 5 982 014 Obstbäumen nach. Davon es eht er ale de Hosanguch in. Hoesausck lteade Peoizten Saund, Pastagrt, Seiscle., Sesches, Sat se Hessen=Nassau und der Rheinprovinz um ein ganz Be 2: Gütersloh, 25. Jau.(Candespollzeliche Anordnungen über Diehleuchen.) Dlt Rücksicht au d. Reit bestehende Gefahr der Verbreitung der bei der Schweinen auftretenden Seuchen(Rotlauffeuche, Schweineseuche und Schweinepest) hat der Regierungspräsident zu Minden die üblichen landespolizeilichen Anordnungen zur Bekämpfung dieser Seuchen angegrhuet. Der Wortlaut der Verordnung ist in einer Extrabeilage des Amtsblattes der Kgl. Regierung zu Minden bekannt gegeben. Ebendaselbst finden sich des weiteren vom Regierungs=Präsidenten erlassene landespolizeiliche Anordnungen über: Maßnahmen beim Ausbruch der Geflügelcholerg, über ein Verbot größerer Geslügelausstellungen, über amtstierärztliche Beaufsichtigung öffentlicher Geflügelausstellungen, über künstliche Uebertragung des Ansteckungsstoffes der Maul= und Klauenseuche und über die Untersuchung des aus Itallen eingeführten Geflügels. ** Gütersloh, 25. Jan.[Inbezug auf die Rücksendung leerer Kisten, Fässer usw.] ist es zwar ziemlich allgemein bekannt, daß die Bahn nur die Hälfte des Frachisatzes in Aurechnung beingt, wenn der Frachtbrief den Vermerk„Passierte gefüllt die Bahn oder„Leeres Retourgut“ trägt. Weniger bekannt dürfte es aber sein, daß diese Frachtermäßigung erst dann eintritt, wenn das betreffende Gut über 20 Kilogramm wiegt. Es ist deshalb oft nicht angebracht, Packungen, welche weniger als 20 Kilogramm wiegen, nach entlegenen Orten zurückgehen zu lassen, well in solchen Fällen, die Fracht ost mehr kostet, als die Packungen an#u#g, 22. Jan.[Bahnunglück.] Gleich nach dem Beginn seines Tagewerks wurde heute morgen der Hilfsrangiermeister Mickmack so überfahren, daß der rechte Unterarm und der vordere Teil des rechten Fußes alatt abgeirennt wurde. Der Verunglückte, ein seit Jahren am Bahnhof beschäftigter Familienvater wurde per Tragkorb zum städtischen Krankenhause gebracht Münster, 22. Jan.[Eisenbahnunfall.] Der Schnellzug 91 Köln—Bremen hat hier eine Verspätung infolge einer auf Station Westbevern eingetretenen Geleissperrung erlitten. Die Geleissperrung war durch Entgleisung dreier Güterwagen des Güterzuges Nr. 9527 infolge Bandagenbruchs entstanden. Münster. 23. Jan.[Für das mal] des Gesandten Freiherrn Klemens von Ketteler hat werzog Ernst Günther von Schleswig=Holstein, der dem Verewigten befreundet war, das Proteklorat, nommen. Der Minister des Auswärtigen und der Kultusminister haben dem geschäftsführenden daß der Kaiser dem Plane sympathisch gegeuüherstehe und selbst als Standort des Denkmals den königliche Schloßgarten zu Münster bestimmtt habe. Zugleich habe er die Aubringung seines Bildes„Völker Europas, wahret Eure heiligsten Güter“ als Relief an dem Ehren: Brackel u. 22. Januar.(Bau von Arbeiter=Wohnbäusern.] Der Eisenbahnfiskus be absichtigt hier zwei Zwölf=Familienhäuser zu errichten. Dortmund, 22. Jan.[Kaum glaublich dürfte es sein, daß es noch Leute giebt, denen das Papiergeld völlig unbekannt zst. Und doch kommen solche Fälle noch vor. Ein hiesiger Briefträger hatte auf seinem Bestellgange in einer Wohnung den Betrag von 200 Mark in Zwanzig=-Martscheinen, verloren. Kurze Zeit nachher erklärte die daselbst wohnende Frau, kein Geld gefunden zu haben, wohl hätten die Kinder mit Bilder“ gesplelt und solche ganz zerrissen, die Fepen haben sie nachher in den Ofen geworfen. Mit größter Vorsicht wurde nun der Kohlenkasten durchsucht u richtig fand man dort noch einen zerkuitierten ganze Schein, sowie einige Ueberbleibsel. Es wurden van noch alle Ecken des Zimmers nachgesehen und man fan noch einen etwas beschädigen Schel, I1,gisge sien is hatte die Frau ihrem Mann mit dem Mittagessen 15 Bfa. Biergeld nach seiner Arbeit gesandt. Als der Mann des Abends von seiner Arbeit zurückkommt, bewahrheitete sich dieses; nur war der Mann nicht mehr im Besitze der wertvollen Umhüllung, sondern hatte diese bereits an seinen Arbeitskollegen verschenn. wurde dann sofort herbeigerufen und richtig, das„Bild fand sich noch vor. Ganz zerknittert zog er die 20 Mark aus seiner Westentasche. Also dieser Freund war gerade so mnachtsam gewesen, wie die andere Familie. Von den 200 Mk. sind nun 60 Mk. gerettet, den fehlenden Betrag wird der Beamte wohl ersetzen müssen.— Vorstehende warheitsgeireue Geschichte hat sich um die Mitte Januar 1902 zugetragen in einer Straße des nordöst lichen Stadteils Dortmunds. * Gelsenkirchen, 22. Januar.[Eisenbahn= unglück.] Auf dem hiesigen Bahnhof entgleisten heute früh eine Lokomotive und mehrere Wagen eines Kohlenzuges. Hlerbel wurde ein Bahnbeamter gelötet und ein anderer leicht verletzt. den festlich geschmückten Tisch betrachtend.„Sieh, Elise, wandte er sich dann an seine Braut,„das sind so d Kunststückchen, auf die sich Fräulein Wiemann mit hunget soscher Ueberraschungen hat sie mir während dieser Zeit das Leben angenechm zu machen sucht!— Ich danke Ihnen Fräulein Wiemann,“ sagte er dann, näher treiend und ihr seine Rechte bielend,„möge Gon Ihnen alles lohnen!“ I. Aufachen Scherzl“ „So viel Worte für einen so einlachen Scherz: wehrte Josefine ab, dann nahm man Platz, und stieß Gesundhel an und war hald iu em unge, zwungenes Geplander vertiest, das wie es gab, die verschiedensten Gegenstände deng# Gegen Mitlag machte Karl den Vorschlag, man solle sich beim alten Herrn Grafen melden lassen. Er selbst roßdem es ihm, wie er dem Fräulein gestand, uicht au: genehm sei, Dankesbezeugungen anhören zu mussen ju ewas, was sich von selbst verstand. g gegenäher Diesen Grundsatz sprach er auch Karl gegenude aus, als dieser mit den Geschwistern eintial. der mit Wein und Zigarren aufwarten ließ, befand sich „Lassen Sie es sich heute wohl sein bei mir“ sagie der alte Herr beim Abschied,„kommen Sie Herr Ober kontrolleur, gut heim und besuchen lleur, gu heim und besuchen Sie uns bald wieder, Sie der Dienst in unsere Nähe führt Karl versprach dieses; mit herzlichem Händedruck verabschiedete der Graf seinen Besuch. „Prächtiger Mensch, dieser Herr Wagner,“ sag hauten,„schade, dab er b., Her, schon an die Kele Josefinens Antwort war kaum zu verstehen; mehr unwillig über den gutgemeinten Scherz, als erfreut verUnen angekommen war sie seor ersaum, Vernard alein im Zimmer zu sinden; dieser, ihren irageugen Blick verstehend, erklärte:„Karl lud uns ein, se besoergen; leine haben.“ Und mehr zu sich selbst redend, sügte er hinzu: schchchch as saes ie eaie eschclcehleeh e ssve(Forletzung solgt.) —[Professor Dr. Hellmann] hat in der Meteorologischen Gesellschaft über den Charakter des Nachwinters schlimme Aussichten eröffnet. Nach Pros. Hellmanns auf Erfahrung gestützte Annahme darf man mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit nach einem milden Vorwinter einen Nachwinter noch um die Osterperiode (Ende März oder Anfang April) erwarten. Es w# mit vier Herren, der am Sonnabend vormittag in Berlin aufgestiegen war, ging nachmittags um ½2 in Prag Seo vev. eu 2 Millionen Maris an Reichsmitteln für Wohnungszwecke sind 500000 Mark dem Arbeiterbauverein zu Ellerbeck bei Kiel bewilligt worden. In dem abgeschlossenen Vertrage hat das Reich sich ausbedungen, daß von den seilens des Vereins errichteten Häusern jederzeit mindestens soviel Häuser den Angehörigen der kaiserlichen Werft überwiesen werden, daß der Wert dieser Häuser einschl. des Baugrundes dem Betrage des vom Reich gewährten Darlehns enspreche. Ferner ist das Geld nur zu Wohnungen der bei dem Bauverein gebräuchlichen kleinsten Art zu — Aus Buchenbeuren,(Kreis Zell in Phein land) erhielt dieser Tage, ein Einwohner in Celle eine Postkarte folgenden Inhalts:„Wo und wann sind Sie geboren? Waren Sie abkommandiert? Wo waren Sie im Manöver? Wenn ich aus Ihren Antworten sehe, daß Sie der richtige sind, bekommen Sie etwas zugeschickt, daß Sie im Manöver verloren haben.“ Der Adressat antwortete sofort, daß er vor 10 Jahren als Soldat dort im Quartier gelegen und dortselbst sein verloren habe. Nach wenigen Tagen erhielt er das Ver lorene zugesandt; bei dem Gelde befanden sich noch die ranbskarte und eunige 8as /z,=2eche has Wea. bes lernte der Absender mit, daß kürzlich das Bett, das der hlesige Einwohner in seinem Quartier benutzte, von seinem Platz gerückt wurde, wobei das Portemonnale wieder zum Vorscheln kam. —[Der Expreßzug— mit einem Passagler.] Der Expreßzug Neapel—Berlin, der zum ersten Male am Vormittage des 18. d. Mis. von Neapel abgelassen wurde und am 19. d. M. in Berlin eintraf, halte nur einen Fahrgast aufzuweisen, welcher die Reise von München nach Berlin zurücklegte. Bel der Ankunf in München halte der Expreßzug überhaupt keinen bgoo. el, 20. Jan. Ein schrecklicher Vorsall hat sich jüngst im hiesigen Zoologischen Garten ereiene. Die„Basl. Nachr.“ berichten: Der Wärter Emil Schöpf lin war mit Reinigen des Geheges, worin die Wildschweine untergebracht sind, beschäftigt. Der Raum is durch starke Eisenzäune in verschiedene Abteilungen getrennt. Es ist nicht ermittelt, wie es kam, daß plötzlich der große Eber in die gleiche Abteilung eindringen konnte, wo Schöpflin arbeitete. Das Tier stürzte sich auf den Wärter, warf ihn zu Boden und riß ihm mit den Hauern die Eingewelde aus dem Leibe. Kinder be obachtelen den Vorgang, Herbeiellende Männer konnten das mütende Tier in ein sicheres Gelaß zurücktreiben. Schöpflin verschied auf dem Transport nach dem Bürger[Welche Maximalentfernungen ann ein Mensch heutigen Tages, je nach dem Beförderungs. mittel, das er onwendet, in einer Stunde zurücklegen? Lodmelbe der stangischen Nardsahn..97 an. Moioeyele auf d. Landsr(Fahrer: Vécomnase) 78 Motocyele auf der Rennbahn(Fahrer: Rigal) 74,563„ Radfahrer auf der Rennbahn(Robl) 65,720„ Radfahrer auf der Landstraße(Bangs) 50„ Radfahrer ohne Schrittmacher(Hamilion) 40,170„ Pferd(Mac Gyovan Captain) 33,400„ Schluschuhläufer auf dem Eise(Edingion) 80/896 Rollschuhläufer(Snowdon) 45/900„ Automobil=Canot(„Mercedes“) 78822 Schnelläufer(Waitins) 18919Fußgänger(Meagher) 0— Schwimmer(Jarvis) Märkte. Bielefeld, Biehmarkt. Lemgo, Biehmarkt. Dienstag, 28. Januar. Mittwoch, 29. Januar. Donnerstag, 30. Januar, Hamm, Biedmart. Freiag, 81. Januar. Herford, Diehmarkt. Oerlinghausen,