Gütersloher Zeitung. Vierteljährlich 1 Mark mit Botenlohn, burch die Post bezogen 1 Mark 25 Pfe. Nebst Beilage„Illustriertes Sonntagsblatt“. Nr. 61 Erscheint drei mal wöchentlich und zwar am Vienstag, Dannerstag und Honnabend Abend. Geschäftsstelle in Biteroloh, Kökerstraße 314/15. Anzeigenppete: Druck und Verlag: Ludm. Hlättmann in Gütersloh. des bürgerlichen Gesetzbuches. Im Reichstage bildet die Frage der geschäftlichen Behandlung des neuen bürger ichen Gesetzbuches für das Deutsche Reich seit dem Einbringen der Vorlage am 11. Januar d. J. fortwährend den Gegenstand von Auseinandersetzungen und langen Erörterungen. Wenn es nach dem Wunsche der verbündeten Regierungen gegangen wäre, hätte der Reichstag das ganze große Gesetzeswerk nach einer mehr oder minder eingehenden Erörterung im Plenum nach den Beschlüssen angenommen, welche die mit der Ausarbeitung des Gesetzbuches betrante Kommission endgiltig gefaßt hatte. Aber die näheren Besprechungen unter den verschiedenen Fraktionen ergaben, daß man denn nicht allein den Juristen das Wort lassen, sondern auch eine Prüsung des Entwurss vom allgemeinen Standpunkte aus vornehmen sollte. Das war gut gemeint, aber die Arbeit, welche eine solche Prüfung verursachen würde, war augenscheinlich denn doch nicht ganz richtig abgeschätzt; man rechnete mit einigen Wochen, und nun sind schon mehr Monale heraus gekommen, als man früher Wochen in Betracht gezogen hatte. Selbst für Politiker, welche doch die Kommissionsverhandlungen des Reichstages einigermaßen verfolgt haben, ist es heute ganz unmöglich zu sagen, welche Detallbeschlüsse denn nun eigentlich gefaßt oder nicht gesaßt worden sind, ubgesehen von ein paar Hauptbestimmungen. Hervorragende Beschlüsse, welche den Anschauungen der früheren Juristenkommission total Unrecht gaben, sind jedenfalls noch nicht erzielt worden, und deshalb wird die Frage unwillkürlich doch laut, ob die monatlange Arbeit der Reichstagskommisston eigentlich gelohnt hat. Eigenes und gutes Recht des Reichstages ist es, kein Gesetz ohne Prüsung im Einzelnen anzunehmen, nur.. man es hier mit Rechtsfragen zu ihnn hat, welche bestimmt nur der beantworten kann, welcher alles Material„Für“ und„Wider“ zur Hand hat. Wieviele von den Reichstagsabgeordneten haben aber nun wirklich erschöpfende Studien für die mehr als dreitausend Paragraphen dieses Gesetzbuches machen können? Das werden die wenigsten Herren gewesen sein, und beim besten Willen kann ihnen allen auch nicht eine solche Riesenarbeit zugemutet werden, denn Wissen und Können haben eben auch bei Reichstagsabgeordneten ein Ende, es giebt Gesetze, und hier liegt ein solches vor, wo man sich auf Fachleute verlassen muß, und wo der Reichstag sich auch getrost darauf verlassen kann, ohne dem Nationalwohl einen schweren Schaden zuzufügen, weil er es ja in der Hand hat, eine schnelle Abänderung derjenigen neuen Gesetzbuch=Bestimmungen vorzunehmen, die sich in der Praxis nicht bewähren. Die Streitfrage dreht sich heute darum, ob der Reichstag noch in dieser Session, d. h. in diesem Sommer, Mittwoch, den 20. Mai 1896. gr. Adiman, iu Gaterstob“ 13. Jahrg. das neue Gesetzbuch im ganzen annehmen, oder aber, ob er sich früher oder später vertagen und die entscheidende Abstimmung dem Herbst überlassen soll. Die Dinge liegen nicht so verwickelt und schwierig, wie man sie im Reichstag ansiehl. Man vergegenwärtige sich einmal die Kommissionsbeschlüsse und stelle serner klar, ob dieselben die Zustimmung der verbündeten Regierungen finden werden. Was der Reichstag zu den festgestellten Bestimmungen sagt, wird in Fraktionssitzungen schnell zu ermitteln sein. Bestehen keine wesentliche Meinungsverschiedenheiten mehr zwischen Regierung und Volksvertretung, denn frisch an's Werk nach Pfingsten mit der Losung: Je früher daran, je früher davon! Bestehen aber thatsächliche und weltgehende Meinungsverschiedenheiten, dann wird es besser sein, die Abstimmung über die Vorlage, so wünschenswert dieselbe im Inter sse der Rechts= und Reichs=Einheit ist, bis zum Herbst zu verlagen. Ein National=Unglück ist das nicht, sie wird vorzuziehen sein, wenn dadurch späleren lauten Beschwerden der Bevölkerung vorgebeugt wird Sind bedeutende Minungs=Verschiedenheiten da, so ist von einem ermüdeten Reichstag eher ein ungünstiges, wie ein günstiges Votum für die Vorlage zu erwarten, bis zum Herbst kann sich aber manches noch ausgleichen, worüber heute Disserenzen obwalten. Das alte Recht war weder ein einheitliches, noch ein besseres Recht, aber es war ein alteingewohntes, von dem sich trotz seiner Mängel nicht aue Volkskreise gern trennen werden. Auch dieser Gesichtspunkt hat hier mitzusprechen. Stöcker über das Telegramm des Kaisers. In einer am Freitag Abend voriger Woche in der Tonhalle in Berlin veranstalteten Versammlung begann Stöcker seinen Vortrag mit den Worten: In den schweren Zeiten des schottischen Königreiches, aus welchem die engische Revolution hervorgegangen, geschah es, daß einem Edelmanne die rechte Hand abgehauen wurde, jener warf mit seiner Linken die Mütze in die Höhe und rief:„Es l be der König!“ Im Anschluß daran führte Stöcker aus, daß man neuerdings den Christlich=Sozialen sogar das Haupt abschlagen wolle. Dieselben würden aber keineswegs den Kopf verlieren, sonbern nach wie vor trotz alledem weiter für Königlum und Vaterland kämpfen. Auch werde man nun nicht etwa Sr. Majestät getreueste Opposition bilden, sondern er ruse: Se. Majestät der Kaiser er lebe hoch.(Die Versammlung sällt in den Hochruf stürmisch ein.) Stöcker meinte dann, auf den Frhru. von Stumm anspielend, daß sich an den Purpurmantel des Königs neuerdings ein Geldprotzenlum hafte, welches eine große Gefahr für das Vaterland sei. Er wisse nicht, ob die Ratgeber der Krone jenen Uebermut der Mächtigen im Reich richtig würdigen. Das Telegramm des Kaisers, so meinte Stöcker, vermöge er weder zu verstehen noch zu begreisen. Es schickt sich nicht für Unterthanen, danach zu fragen, wer der Krone die Unterlagen hierzu geliefert habe und aus welcher Stimmung heraus diese Depesche entstanden. Aber man dürfe doch nicht erwarten, daß man eine seit 18 Jahren hochgehaltene Meinung plötzlich aufgeben würde. Es sei Pflicht des Unterthanen, an seiner Meinung festzuhalten. Das Telegramm besagt:„Stöcker habe geendet, wie ich es seit Jahren vorausgesehen.“ Er verstände das nicht, im Gegentell, er arbeite jetzt mit grischeren Krästen d.u je, und hätte auf seiner jüngsten Agitationstour sich bedenklich dem Saarrevier genähret. Schmerzlich wäre es ihm gewesen, daß er sich von den Konservativen habe trennen müssen. Redner verliest ein über eine Aeußerung des Prinzen Wilhelm bezüglich des Umsturzes. Er begleitet dieses Citat unter Bezug auf: das habe ich seit Jahren vorausgesehen, mit einem Ausspruch des Apostel Paulus:„Ich berufe mich auf den Kaiser!“ Er, Stöcker berufe sich auf den Prinzen. Politische Pastoren wären im Jayre 1848 ein gesuchtes, kostbares Ding gewesen und nicht minder in der Konfliktszeit. Christlich=sozial waren ursprünglich die Katholiken, z. B. Bischof Keiteler. Es istgschmerzlich, wenn gesagt wird: Christlich=soztal ist Unsinn. Hier ist ein Irrium, und er hoffe, daß sein geliebter Kaiser diese Worte dereinst zurücknehmen werde. Weiter wird gesagt: Pastoren sollten keine Politik treiben. Aber wie denke man sich denn die Bekämpfung der Gottlosigkeit? Die Berliner Bewegung, die er ins Leben gerufen habe, sei eine Seelsorge gewesen. Er freue sich, daß gerade unter den zungen Pastoren sich dieses seelsorgerische Moment geltend mache, das den Alten vielfach abgehe.— Die Pastoren müßten gerade viel Politik treiben, das fordere vor allem ihre Unterthanenpflicht, sie müßten für den König beten, an die Wahlurne treten. Die Sozialdemokratie wäre nur wie eine Hilfe der Pastoren zu bekämpfen, der Gutsherr könne das ganz und gar nicht. Der Ansicht des Kaisers in diesem Punkt könne er nicht zustimmen, so auch liet. Stocker beklagte insbesondere den Einfluß der Großindustrie, welche er als„den eigentlichen Vater des Umsturzes" bezeichnete. Der Umsturz sei der Gegendruck des großindustriellen Systems. Die Arbeiter seien ins Proletariat gesunken, der Mittelstand stehe aber im Begriffe, zu Grunde zu gehen. Auch sprach Stöcker von den Konfektionsjuden, die Millionäre nicht jedem ihrer Arbeiter täglich zum Ausgleich 10 Pfg. mehr geben wollten. Man wolle den reichen Leuten nicht den Geldschrank nehmen, sondern trachte nur auszugleichen. Ehristus habe gesagt, man solle Die Liebe einer Frau. Von Christlane Dalsgaard. Autorisierte Uebersetzung von G. Johanns. 0 Bold darauf verabschiedete sich der Besuch. Warming begleitete sie bis an die Hausthür und kehrie dann nach Veranda zurück. „Es freut mich, daß Du einen guten Nachmittag gehabt hast, mein liebes Herz,“ sagte er, indem er sich an ihre Seite setzte und aufs neue ihre Hand nahm. „Laß mich los, es ist so warm!“ sagte Fanny und zog die Hand zurück.„Nein, ich habe es nicht gut gehabt; aber Du kümmerst Dich ja nicht darum, wenn ich Schmerzen habe oder die Empfindung, als sollte ich ersticken.“ „Dir fehlt glücklicherweise nichts Ernstliches, liebe Fanny, und es ist nicht gut für Dich, wenn ich auf jede kleine Empfindung Rücksicht nehme.— Du solltest morgen zu einer kranken jungen Frau gehen, zu der Frau des Tischlers Petersen; es würde Dich nicht anstrengen, denn sie wohnt ganz in der Nähe. Sie hat heute den Kummer gehabt, ihr kleines Kind zu verlieren; sie ist sehr traurig und noch krank und leidend, die arme Frau!“ „Und einen solchen Besuch schlägst Du mir vor!“ rief Fauny entrüstet aus,„mir, die solche Furcht vor Krankheit, Tod und Schmerzen hat, und die so sehr der Ausheiterung bedarf!“ „Frau Petersen bedarf des Trostes,“ antwortete War„Ich bin überzeugt, daß Du ihr viel sein könntest, wenn Du wolltest. Du weißt, daß ich es so gern möchte, daß Du Dich ein wenig für meine Patienten interessiertest, for sie und mit ihnen fühltest, Dich um die ärmsten unter ihnen kümmertest, vor allen Dingen um diesenigen, welche der Hülse und des Mitgesühls einer Frau bebürfen.“ „Nein, davor möge mich Gott bewahren! Ich habe wahrlich genug an dem, was Du mir von ihrem Elend erzählst. Es ist doch auch schrecklich, daß Du nichts anderes weißt, mich aufzuheitern, als Krankengeschichten. Steis hast Du Gedanken für Deine Patienten, aber nicht für mich.“ Wieder rannen die Thräuen über Fanny's Wangen. „Aber, liebe Fauny!“ Er beugte sich über sie und wollte sie küssen, sie aber stieß ihn heftig von sich. „Laß es, Viggo! Du weißt, daß ich es nicht mag, daß Du mich küßt, seildem Du einen Vollbart trägst. Der Schnurrbart allein stand Dir auch viel besser.“ Dus Blut schoß Warming in die Wangen. Er erhob sich hastig und ging in sein Arbeitszimmer. „Fanny, wie konntest Du Deinen Mann so verwunden!“ rief Helga schmerzlich aus. Die junge Frau zuckte die Achseln. „Ach, das hat nichts zu sagen. Er nimmt es sich nicht zu Herzen, und ich will auf jeden Fall nicht ein Sklave seiner Launen sein.“ „ Fanny hatte einer Tochter das Leben geschenkt. Die Krankenpflegerin kam mit der Kleinen, um sie der Mutter in die Arme zu legen. „Sehen Sie, welch ein reizendes kleines Mädchen Danken Sie jetzt Gott, daß alles so gut verlaufen ist und daß er Ihnen einen solchen Schatz gegeben hat.“ Aber Fauny streckte abwehrend die Hände aus. „Ja, gut, daß es überstanden ist, aber geben Sie mir nicht das Kind, ich mag so kleine Kinder nicht aurühren. Nein, wie häßlich sie ist, und wie sie schreit Sie hat Krämpfe, sie stirbt; ach, bringen Sie das Kind fort, bringen Sie es fort!“ „Dem Kinde fehlt ja nichts, liebe Frau Doktor. Wollen Sie es nicht küssen?“ „Nein, nicht jetzt.— Ach hören Sie, gute Schwester Martha, passen Sie gut auf, daß meine Figur keinen Schaden leidet, ich verliere sonst den Verstand.“ „Das glaube ich; Sie haben ihn schon verloren,“ murmelte die Krankenpflegerin.„Ich bin nun schon bei hundert solchen Gelegenheiten zugegen gewesen, aber niemals habe ich gesehen, daß ein Kind so von seiner Mutter empfangen wurde. Armes, kleines Wesen!" Mit einem Ausdruck unaussprechlicher Zärtlichkeit und Liebe rahm Doktor Warming das Kind auf seine Arme und drückte dat kleine Gesicht gegen seinen großen, dunklen Bart. Und es war, als ob das Kind verstand daß ihm hier wahre Liebe begegnete, denn es weinte nicht, sondern sah den Valer mit seinen großen, blauen Augen freundlich an. Helga lag auf den Knieen an der Wiege, in welcher die Kleine lag und schlief. Thräne und Thräne fiel nieder auf das Kopftissen, indem sie ein inniges Gebet hinaufsandte für das Kind und dessen Eltern, ein Gebet um Liebe, Verständnis und Glück. ie msties bus Ginkes#. Warming seine Frau zu bewegen, die Pflege des Kindes selber zu übernehmen, stieß aber auf den größten Wiederspruch. Finster und ernst verließ er das Schlafzimmer und ging in die Speisestube, woselbst Helga im Begriff war, den Kaffee zu bereiten. Sie entsetzt.„ über sein Aussehen. Wohl zeigte sein Gesicht seit längerer Zeit nicht mehr den lebensfrohen Ausdruck vom verflossenen Jahr, aber so bleich und ernst wie in diesem Augenblick hatte sie ihn doch noch niemals gesehen. „Fräulein Helga,“ sagte er, indem er sich mit zwang, ruhig zu blelben,„das Kind soll mit der Flasche groß gemacht werden. Wenn ich Ihnen Anweisung gebe, wollen Sie mir dann den Dienst erweisen, darüber zu wachen, daß alles richtig ausgeführt wird?“ „ gren. Geben Sie mir Ihre Anweisungen, und ich werde dieselben genau befolgen.“ „Ich danke Ihnen, Fräulein Helga, ich weiß es. Sie nicht Schätze sammeln; das könnten die Herren GroßSarschesig tsr. J. Obren schreiben. Das alte Srleggenand, das Rom sind an Großkapitalisten 14 Srunde o gangen. Eine Diskussion fand auf Stöckers Wunsch nicht statt. Die nach Schluß des Vortrages verEeierns, und angenommene Resolution richtet sich gegen den Großkapitalitsmus, welcher das Erwerbsleben dem herrschengyeut, emus unterwerfen und den Namen des obersten Trägers der Staatsautorität in seine Sonderbehlneinztehe. Jede staatserhaltende Regierung nuh ,„deshalb, die„Nacht des Großkapitallsmus, sofern sie Ansturs, beoäglige, einzuddmmen suchen. Der Rame des Freiherrn v. Stumm wurde bei auedem nicht genannt. Uebersicht. Deutsches Reich. Se. Majestät der Kaiser ist am Sonnabend früh in Primkenau in Prökelwitz einin die Horige Foes. ummitelbar darauf zur Büsche Kaiser wird nach seiner am Donnerstag erlgen en Rückkehr aus Pröckelwitz oer Berliner GewerbeAusstellung seinen Besuch machen. Mit dem Besuch soll aunenesegen ieide Blachung der Aushaelung u ian Jüre Moiedat die Sattarin in Ihre Majestät die Kaiserin von Rußland zum Seimene, daie Garh r goner=Regiments ernannt. Das Regiment heißt daher von jetzt ab: 2. Garde=DragonerRegiment Kaiserin Alexandra von Rußland. Turs, B1smarck fühlt sich wieder so wohl, daß sche Abordnung von 16 Herren empfangen konnte, die ihm ein kleines Standbild des verstorbenen Großherzogs von Mecklenburg überreichten. in teiner Nr. 116 Kase Slis- Sen e 115, oigenge Verzugung des Finanzministers: en der Steuerpflichtigen, namentlich der Unmtrhallselten gelia, gasder Deu medrlach über de Unzuträglichkeiten gerlagt worden, welche damit verbunden sind, wenn ihnen zum Zwecke der Beweisaufnahme im Sier Gschsstescher uu die Geschästsbücher auf längere Zeit entzogen werder Dies giebt mir Veranlassung, die Verfügungen vom 28. Sepeniber 1802 und 10. Juni 1898(Mitb. Heft 25 S., 52, best 29. S., 10) in Erinnerung zu bringen, wonach der Steuerpflichtige zwar nicht verlangen kann, daß die von ihm angebotene Vorlegung der Bücher in seiner eigenen Behausung stattfinde, andererseits aber ohne sein Einverständnis nicht gefordert werden darf, daß er seine des Gewayrsams einsendet. Unter allen Umständen ferner ist die Einsichtnahme und Prüfung #s. vorgelezen Bacher mit möglichster Beschleungung zu euesisl adsie e i der. isbelichen Verkgonbungen empgeb! es sich, in allen irgend geeigneten Fällen zu eine auf Grund der Bücher anzufertigende Aufstellung der nach der Sachlage in Betracht kommenden Einnahme= und Ausgabepesitionen nach Anleitung der Sptscheldung des königlichen Oberverwaltungsgerichts vom 22. Februar 1894(Enisch. Bd. II. S. 433 fl.) und Verfügung vom 24. August 1894(Mitth. Heft 30 S. 7) Hierdurch wird pielsach die Vorlegung der Bücher selbst überhaupt ent2 Li uegereieen Fällen, wo weder Zuhelt der Bacherung de de ferten Auszugs mit dem der Bucher noch an der Ordnungsmäßigkelt der Zweifel bestehen, sondern nur die Abzugsfähigkeit gewisser Ausgaben und Abschrei bungen oder die zulässige Höhe der letzieren zu prüsen ist. Zur Annahme des Zuckersteuergesetzes #####s R.####. 144 gegen 124 Stimmen schreibt dis.„Post,waß es bei den abweichenden Interessen der der ostdeutschen Zucker= und Rüben=Produktion gegenseitige Konzessionen abgehen würde, swar von vornherein klar. Manche der an der Vorlage vorgenommenen Aenderungen sind wohl vom Standpunkt der Produktion überhaupt keine Verbesserung, andere, wie z. B. die Herabsetzung der Betriebssteuer umgekehrt solche auch sallen konn, den Veienen Frauen, ausf die man sich verHelga blickte ihn traurig an. Sie fühlte den Drang ihm ein tröstendes, teilnehmendes Wort zu sagen, aber sie sand in der augenblicklichen Gemütsbewegung nur das was sie nicht hätte sagen sollen. salbh Tenm be eu Poslile. Veleicgt miat ersülen, ### Slauhen Sie wirklich, das ich eine phpfische Unmöglichkeit von ihr verlangen würde?“ fragte er.„Nein. sie kann eer, rief er mit plöszlich hervordrechender Vitterkeit 97%%### ollem Maße, aber sie win nicht. so lelse dimmu, dos Hale a. Tauen u. 68., lücie er bemn 1a am ves,#un wtiga es kaum verstehen konnte;„e9 Matermisch dielte arenzenlate, Aud uu uasen, un der Die Wesrogen Pend Die Mehrzahl der Aenderungen aber verfolgt den Zweck die Vorlage thunlichst den Interessen der Zuckerproduktion S#####nendaues der Ösprovinzen anzupassen. Der Zweck dürfte auch in der Hauptsache erreicht sein. Das nas de Heirlschen Zuckerervort gewährt wird, blaibt freilich noch sehr viel weiter als die Regierungsvorlage hinter en spsck, gos, Frapreich an Prümien gewährt, und setzt eine große Ueberlegenheit über die französische JInduurie verags. guch vermindert die Herabsetzung der Prämien die Aussichten auf eine internationale Verständigung is vie Sltselige Abschafung der Prämien. Troden Pirga##e Erhöhung und die Sicherung der Prämien in Verbindung mit der Kontingentierung der Produktion diesem Seshauge u heie der dauernden Kalamiäkt des Ger. Hostan die Seberstern Zweige der heimischen Prodenen der mue ne schlotzit, auch für die Zeiten sichern, in pesf in Grat frif. Herabsetung d. Ganin.“ in lerter Stunde beschlossene Herabsetzung der Konsumsteuer von 21 auf 20 M. hat SV Gabe#. cd. d. mtsie eim Venzi von 6½ Mil. der Zuckersteuer bedeutet. Bei den steigenden An prlichen auf die Finanzen des Reichs ist jede Verminderung seiner eigenen Einnahmen vom Uebel. Der Schatese., Preai, Vososowen, dal nach den vrzähigen Gr. folg mit der Brandweinsteuer einen zweiten schönen Erfolg ue Setrsche gaune ich en weaus, erisehilches Berdens un die heimische Landwirtschaft erworben“ ee# den im Nachtragsetat geforderten 11 626/614 M. sollen bekanntlich 2712230 M. durch Matrikularbeiträge gedeckt werden. Es entfallen davon auf Preußen 1645078 6#ern 315„3, Sachen 195407, Württemberg Chnrig aössn 8 128.„pessen 5365., Medenburg. Schwerin 30831, Sachsen=Weimar 17505, Mecklenburg . eis 5242, Olbenburg 19 50., Braunschweig 22 413, Meiningen 12086, Altenburg 9298, Koburg=Gotha P#ggt. 15.141, Schwarzburg: Sondershausen Naus Bodezugz 6. Malbeck 250., Neuß k. B. 3484, Ssge, i.#8. 878 Schaumbura=Lippe 2129, Lppe 6958, Ssoscohinge 8 n6o.5 Honburg 85209 und „ Bulgarien. Die Fürstin Maria Luise, welche aus ch, der grechlscheorthodoren Salbung des kleinen Boris den Sint mie orem Jungsten Kinde wieder in Sofia eingetroffen und will jetzt wieder dauernd bei ihrem Manne verbleiben. Nach Kuoa werden erst im Herbst Teuppen=V.rstärkung, abgeschickt werden. Man bezeichnet hier als notwendig, alsdann eine große Anstrengung zu machen und 50, bis 60000 Mann nach Kuba zu entGage gege Pgtn sich sett auf alle Provinzen der weden beg Vierhalleang Spanten werde an die Mächie vnz. Mutermich diese grenzenlose Selbstsucht einsaugt.“ ab und verließ hastig das Zimmer. Es währte densüich, Gauze“ ei Buuug das Zimmer. Es währte ziemlich lange, bis Fanny völlig wiederSeer v.; vlne#n# ue zum großen Tell selber die anten beigos sorgsäliger Buge. deuug vorteisith Sobald Fanny sich erholt hatte, empfing sie Besuche Vein, wesscen..: Sgt, dalie dann gern das Glackmoni.. d gaen S code und nahm lächelnd die Glückwünsche und Komplimente entgegen. Wenn das Kind geputzt war und nicht weinte, zeigte sie sich gern mit dem selben, sobald sie aber wieder allein war, oder die Klein Sphne iu. peinen, bat ste, ihr die Last, weice sie ermäde, abzunehmen.(Fortsetzung folgt.) den Kammern. Reichstag. „ Sitzung vom 15. Mai. um Zusckerstenergesen .# u c h S c h l u ß d e r G e n e r a l d e b a t t e w i r d A r t i k e l 1, d i e Aushedung, 9 pisser Abschnite des bestehenden Zuckersteuerwie iag gugen 1a. mit 142 gegen 121 Stimmen angenommen. Tomit bi tbt die Betriebssteuer, deren Ablehnung von Posdoeh ae. eisen.Pga en Leu. Prsingden Gantuag worden ist, während sich der Staatssekretär Graf Posadowsky sowie das Centrum für dieselbe ausgesprochen der zweiten Lesung auftechlMart 50 Bicg, da. Jeggund der Ausahrprämten auf 2 Biark 50 Pfg. für 100 Klogramm Rohzucker beibt be1n wim, S 80 wi, die Fesisetzung des Kontingente auf 17. Doppelzentner ebensals belassen, nur wird I 7##, de, 4bg. Müller=Fulda(Etr.) dem Bundesrat die Befugnis erteilt, das Gesamtkontingent zur Eraa epgge Srrichtung neuer Fabriken, welche ausschleßlich Melasse entzuckern, bis um 2 Proz. des jeweiligen Gesamtkoningenis zu erhöhen. ee sewetutgen ### Dei die Uebertragung des Kontingents auf andere Fabriken betreffende§ 81 sowie der Rest der Vorlage wilcher die Zoll=Uebergangs= und Schlußbestimmungen faßt, werden nach den Beschlassen der zweiten Lesung angenommen bis auf solgende Ausnahmen:§ 84, welcher den Porschristen. G5, die Veriebsteuer und die Ausfuhr. krd im geuse Jahr Geltung gab, wird abgelehnt Ahgg, Rever=Dor,( elchan.).. Aichter Jste,) 15 2 gau. 20. Mert für 100 Klonann mi 154 gogel Trotzdem bei der dritten Lesung Abänderungen vorgenommen wurden, geht das Haus, da sich von keine Seile dagegen Widerspruch erhebt, sofort zur Gesamtabstimmung über, wobel das Gesetz im Ganzen mit 144 gegen 124 Stimmen angenommen wird. Abgeordnetenhaus. „. Sitzung vom 15. Mai. Das Abgeordnetenhaus nahm in dritter Lesung den Geisemgurk, beir., die Gewährung von Umzugskosten an ensgnrechentg suu d swenen Lesung umosgesbenie We SammIun erssen segungen Insiliut, wird in zweiter Lesung angenommen. Petitionen von Eisenbahnbeamten um Gehaltsaufbesserung wird der Staatsregierung teils zur ###ung, telle als Material überwiesen. In der De(freit.) die LongercherPgan aer(“ Ver.) und Kreandt e a hsb e.n...... 4, wel eine Erhöhung der Steuern ausgeschlossen sei, nur auf dem Wege der Konversion die Mittel zur Erhöhung der Beamtengehälter aufgebracht werden könnten. Koloniales. Ueb. den Aufstand in Deutsch=Südwestafrika hat Major Leutwein erichte eingeschickt, die erkennen lassen, Hemerit Sagt wog 816 ##### aufgabe der Regierung wird es jedenfalls sein, bier zu gescheben ve. as nun vier zu geschehen hat. Bel allen Kolonialkriegen, gleichplei, auf welchen Schauplätzen und von welchen Nationen sie geführt wurden, hat es sich immer aufs Bitterste geunternohn, und die Tasten a. u unureichenden Miteln unternahm, und die Kosten, die daraus entstanden, haben regelmapig bei weitem dielenigen übertroffen, die entstanden, wären„wenn man gleich von Ansang an mit ausreichendeg Mitteln eingegriffen hätte. Die Lage für die deutsche B. ug wird in diesem Falle dadurch erheblich eischner, daß, wir mit Südwestafrika keine telegraphische Verbindugg oesitzen, wie schon auss schlagendste daraus hervorgeht, daß das jetzt veröffentlichte Telegramm des Masors Leutwein vom 1. April datiert ist. Darüber, was inwie dennen höchse Dir#s.###schhe, neuere Depeschen englischen Ursprungs, ., die, Dinge sehr in Schwarz malen. Ob es unter biesen umsanden angezeigt ist, ruhig abztwarten, oder ob um erhebische werg um erhebliche Verstärkungen nach Südwestasrika zu schicken ge in eine Frage, für deren Entscheidung die Verantobliegt und die gewiß auch schon in hrem Kreise erwogen wirv. Dem Wunsche, vielleicht unm ötige Ausgaben zu vermeilden, steßt die Besorgnis entgegen, daß man durch Hinhalten der Unterstützung eine eriorbect Odenu gebanbelt a dere Alusaaben erfordec. Wenn gehandelt wird, muß jedenfalls schnell gehandell, werden, deng nichts kann in diesem Falle gefähr. Ceseubes.e ais UnentBlateg ier ugraut Pantere. Lur ostsiös anterichteten Blattes läßt darauf schließen, daß thatsächlich von Seiten Schude geiähet wied, Aovesaselauschen Diugen im Aus Ort und Provinz. ..*s“„Gütersloh, 19. Mai.[Marktbericht. Auf, dem heuuigen Blehmarkt waren aufgetrieben 182 Stück Rindvieh darunter 7 fette Ochsen, 16 fette Kühe und 109 2, Plchlühe,„Feie Ocsen kosteien das 100 Pfund Schlachtgewicht 54—57 M., fette Kühe 100 Plund Schlachtgenicht 50—54 M., tragende und Michlühe das Stück 180—300 M. je nach der Qualität Aufgefahren waren 114 Wagen mit Ferkeln; das Paar 6—8 Wochen alt kostete 16—22 M. 8—12 Machen echs 25 Sis. 28 Pe.; roberen Schweinen wurden sezahlt 7. Stück, welche das Stück mit 48—70 M. bea##t wurden. Die Zahl der aufgetriebenen Schafe betrug 50 W. denathil. das Alue Tichesiunt Ddmmer wurde mit Se G## schlt, das Paar Jährlinge mit 42—48 M., das Paar 2jährige Hammel kostete 54 M. Außerdem Kondes, noch ene„Anzahl tunger Gänse zum Verkauf. Der Handel war im allgemeinen lebhaft. + Gütersloy, 19. Mai.[Jubiläum.] Auf Wr.S 8a--seregg Patgkekt bei der Firna .„#### h l e r, k o n n t e a m v e r g a n g e n e n S o n n ans 15. Mal 185“ gi Sundersiter zurüchblicken, der am 15. Mai 1871 bei genannter Firma eingetreten ist Aus diesem Anlaß ließen es sich seine Chefs nicht nehmen, dem Jubilar für seine langjährigen, treuen Dienste ihre Anerkennung zu bekunden, indem sie ihm im Kreise ihrer ach sengeead gußerdem auch noch sonstige Angestellte der Firma teilnahmen.— Dem Jubilar wünschen wir, daß es ihm noch lange Jahre veruge eaes ein möge, in gleicher Rüstigkeit seinem Berufe nachl piot, 19. Nal.(Reichsbankneben4.5, Pesceise a.sen echshode. RichsianM#####rvton, 15. Mal.(Galtigleit der Rückfahrkarten während der Pfinasttaae.] Im Preußischen Sigatsbahnverkehr wird die Geltungs# er der Rückfahrkarten, welche am Freitag, den 22. Vrc###nd den folgenden Tagen gelöst werden, bis Donnerstag, den 28. Mai d. J., verlängert. eh guß spätestens an diesem Tage bie einschließlich 12 Uhr mitternacht angetreten werden, Fahrtunterbrechung ist dann unzulässig. Die gleiche Vergünsttist aug, roen den Verwaltungen der folgenden Bahnen für den wechselseitigen Verkehr mit den Preußischen Staatsbahnen zugestanden werden: Sächsische Staatsbahnen Oldenburgische Staatsbahnen, Niederländische Staatsbahnen, Holländische Bahn, Nordbrabant=Deutsche Bahn Zorimund=Fronan= Srscheder Bahn, Dahmezlüickioer Babn, Braunschweigische Bahn, Große Belgische Zentralbahn. Halberstadt=Blankenburger Bahn, Neuhaldensleber Bahn Sisphal=Tangnmunger Betz, Vergredze henzereder Bohn, Hohn oge hereiche Ween, Dapn, Badsche Staats= bahn, Württembergische Staatsbahn, Bahnen in Elsaße etgeg, Honger Bad, Main=Reckar Bohn, Mecklenburgische Friedrich=Franz=Bahn, Mecklenburgische Friedrich WitbelnzBahn, Lübeck=Büchener=Bahn, Altdamm=Kolberger Bahn, Prignitz Bahn, Wittenberge—Perleberger Bahn, Neudrandenburg—Friedländer Bahn, Warschau—Wiener Bahn, Marienburg—Mlawiger Bahn, Königsberg— Bahn, Ostpreußische Südbahn und Stargard— Kustriner Bayn. .* Aselborft, 18. Mai.[Apotheke.] Dem Apotheker Untiedt in Verl ist durch Erlaß des Herrn Obereräsidenten zu Münster die Erlaubnis zum Betriebe einer Zweigapotheke hierselbst erteilt worden. Zielefeld, 18. Mai.[Wäsche=Industrie.] Ran schreibt von hier: Unsere vor einiger Zeit veröffentlichte Miütellung, dan infolge der jetzt glücklicherweise beendeten Streiks die Wasch= und Plättarbeit für ein Dutzend Hemden sich um etwa eine Mark teurer als im Vorjahre neut, ist vom„Vorwärts“ in Nr. 108 als falsch hingestellt worden. Demgegenüber haben wir zu erwidern, daß in den meisten Lohnwäschereien der Wasch= und Plättlohn für guv. Tutzend Hemden bis vor einem Jahre per Dzd. M. 3,30 war, bei einigen Wäschereien mit maschinellem Betriebe wurden gezahlt M. 3,60. Dabei war es einerlei, ob das Hemd einen glatten, gefaltenen oder gestickten Einsatz hatte. Heute wird bei allen Waschanstalten für Hemben bei glattem Einsatz M. 4,20, für Hemden mit gestickterz, ebe Falten=Einsatz M. 450, also im Durchchnitte M. 4,35 gezahlt. Mit Recht durste also behauptet werden, daß die Wasch= und Plättlöhne, die den Wasch ansialten gezahlt werden oder den Fabrikanten erwachsen heute um eine Mark per Dutzend höher stehen als vor einem Jahre. In Bezug auf die den Wäscherinnen und Plätterinnen gezahlten Löhne ist niemals etwas behauptet worden. 17. Mai.[Von Caprlvl.] Zwar nicht 101, aber doch 24 Kiditzeier sandte ein„Getreuer“ aus dem benachbarten Barlo(Ackerer Hüning) kürzlich dem Exreichskanzler Grasen Caprivi als Geburtstagsgeschenk Genannter Hüning trat seiner Zeit gleichzeitig mit Caprivi ii die erste Kompagnie des Regiments Franz ein und wurde später Bursche des inzwischen zum Leutnant avansierten Caprivi. Leutnant und Bursche müssen sehr gut mit einander ausgekommen sein, denn mit unbegrenzter Hochachtung und Verehrung spricht der einsache Ackersmann noch immer von„seinem“ Leutnant und läßt keinen Geburtstag vorübergehen, ohne demselben in irgend einer Form von seinem treuen Gedenken einen Beweis zu geben. Daß aber auch der Mann„ohne Ar und Halm“ sich noch immer seines treuen Burschen gerne erinnert, das bewies die freundliche Aufnahme, welche dem genannten Hüning wurde, als er vor Jahren Caprivi in Berlin emen Besuch abstattele. Das beweist aber auch jetzt wieber ein Schreiben, welches Hüning als Dankesausdruck für das Geburtstagsangebinde vor Kurzem von Sr. Exzellenz erpielt. Der Brief hat folgenden Wortlaut: . Skoren, Kreis Crossen, 4. Mai 1896. Mit bestem Danke habe ich Ihre Kibitzeier genossen und mich Ihres sreundlichen Gedenkens gesreut. Die alte Korporalschaft der 1. Kompagnie, Regiment Franz, steht bei mir noch immer in sehr gutem Andenken: sie war auch immer Musterkorporalschaft.— Die Tasse, die Sie mir damals zu Weihnachten geschenkt haben, besitze ich noch und halte sie in hohen Ehren. Sie ist ein paar Mal zerbrochen, ich habe sie aber immer wieder kitten lassen und bewahre sie jetzt unter einer GlasLesce; it den besten Wünichen für zor Wohlergehen Ihr alter Korporalschaftsführer #unme, 16. mlal.(Verbrannt.) Auf gräßs# vor einigen Tagen das Zjährige Kind des Gastwirts Tödtmann zu Tode gekommen. Mehrere Kinder hatten im Felde ein Feuer angefacht. Das Kind wurde von den Flammen ergriffen und erlitt so erhebliche Brandwunden, daß es kurze Zeit darauf stard. * B a r t m u n d, 1 7. M a i.[ R i n g b a h n.] M i t dem Beginn der Geleise für die geplante Ringbahn um seitens der Straßenbahngesellschaft ist Ende voriger Woche begonnen worden und zwar zunächst vom Burgthor nach dem Westenthor. Hoffentlich erfolgt, wenn auch nicht gleichzeitig, doch in absehbarer Zeit die vollständige Einrichtung der Rundbahn, wie solche fast alle größeren Städte bereits auszuweisen haben. [Leichenfund.] Gestern wurde hier die Leiche eines jungen Mannes aus der Ruhr gelandet. Es war der seit Sonntag vermißte 18jährige Arbeiter K. aus Fischlaken, ein bescheidener ruhiger Mann. Wie derselbe in die Ruhr gekommen, ist bis jetzt noch unaufgeklärt. Uhr und 18 M. Geld in dem Portemonnate waren noch vorhanden, die Uhrkette war abgerissen. Seegen, 16. Mali.(Unglück.] In einer bei ##t„Ri eroxesselnudorf gelegenen Thongrube wurden Arbeiter durch das Herabstürzen einer Thonwand ge#et. Die Bedauernswerten waren erstickt, eue die auf ihnen lastende Erdmasse entfernt werden konnte. Aus dem * Wattenlcheid. 17. Mai.[Eine lobenswerte Einrichtung] hat die Geistlichkeit beider Konfessionen getroffen, indem beschlossen wurde, daß am Samstag keine Trauungen mehr vorgenommen werden. Der Hauptbeweggrund hierzu ist die Absicht, einer Entheiligung 5 2e Sopntegs, vorzubeugen, da die Hochzeitsgelage sich vielfach bis zum Sonntag Morgen ausdehnten und bei den Folgen der Trinkerei an einen Kirchenbesuch nicht zu denten war. Siteangmnen, 18. Mos.[Verurtellt.) Die heutige Strafkammer verhandelte gegen nicht weniger wie 43 Wehrpflchtige aus Essen und Umgegend, welche sich dem ärdienste durch die Flucht zur Zeit emzogen hatten. Das Gericht verhängte gegen jeden derselben eine Geldstrafe von 165 M. ### Erter, 17. mal.(Unglücksfall.] Mehrere Soldaten, welche aus den Mattheiser Schießständen be##en, brachten auf einem 4rädrigen Wagen die Zielscheiben 2c. nach der Kaserne zurück. Während zwei Soldaten die Deichsel führten, setzten sich einige auf den Wagen. Da der Weg sehr steil abfällt, hatten die Leute Mühe, den Wagen im Laufe zu hemmen. Plötzlich ging die Deichsel aus dem Wagen. Während die übrigen Soldaten nach der Seite absprangen, sprang ein Soldat der 13. Komp. des 69. Inf.=Reg. nach vorn ab. Er fiel dabei gegen einen Baum und wurde von dem nachfolgenden Wagen so gequetscht, daß der Tod alsbald eintrat. Frankfurt a. Main, 16. Mai.[In dem Prozessel gegen die Eisenbahnschaffner wegen des Fahrkartenunterschleifs wurde heute vormittag 8 Uhr das Urteil verkündet. Dasselbe lautet gegen die Schaffner Christian Müller und Adam Schmidt auf je 1 Jahr 2 Monale Gefängnis, gegen Phillpp Heimlich auf 10 Monate, gegen Johann Burkhard auf 6 Monato und gegen den Perronwärter Heinrich Preß auf 2 Monate 3 Tage Von der Berliner Gewerbeausstellung.“) Von Georg Paulsen. Wir setzen unseren Rundgang im großen Hauptgebäude der Ausstellung sort, wenn es auch den Damen schwer, sehr schwer werden mag, sich von der Mode=Ausstellung zu trennen, in welcher Luxus und Geschmack mit einander wetteisern. Der dritte im Bunde sind freilich die e nicht einmal in den Hunderten bleiben. Wie Preis nur 8000 Mark st. an das bekannte Scherzwort drsche 445 hm einst ein kostbarer Toilettenchmuck für seine Gemahltn angeboten wurde, und das da Laut en#ber Her, schon, seyr schön, aber ich kann's nicht bezahlen. Gehen Sie nur zu den Geheimen Kommerzienräten, da finden Sie Absatz.“ „Roch schwerer vielleicht, als von diesen Modenneuheiten, trennt sich die Hausfrau und Mutter wohl von den umsangreichen Kinder= und Leinen=Ausstattungen, inkl. Betten und was dazu gehört. Das sind„industrielle Erer3und as goh Frauenherz mit magischer Gewoalt fesseln, und es wird des Guten fast zu viel geboten. Und dabei die reizenden Kindergruppen im vollen, malerischen Kostüme, voran besonders eine Strandgruppe aus einem Seebad. Wem da nicht das Herz aufgeht, der ist zum Griesgram für seine ganze Lebenszeil verurteilt. „Ad raun msseg, wir wirklich weiter. Aus der Mitte des Gebäudes ellen wir durch die tausend und abertausend Schauartikel rückwärts bis zur großen Kuppel9.: Hod=Iuduiceise. Ge de criad sh, sich nicht alles unter diesem Namen„HolzIadusiche: Mehr, beit meur, als der Besucher beim ersten Beschauen denkt. .. Die ganze Gruppe zersält, was wir um eine schnellere Uebersicht zu ermöglichen, hervorheben müssen, in sieben Unterabtellungen. Da sind: 1) Möbel, Spiegel, Billards . i., 22, Baultischlerei, Leissen, Rahmen rc.; 3) BüdhauerArbeiten und Mödelbeschläge; 4) Tapezier= und Dekorateur=Arbeiten; 5) Drechsler=Arbeiten; 6) KorbmacherArbeiten; 7) Bötcher=Arbeiten. Brautpaare können da Studien machen, wie sie ihr Heim am besten sich einrichten wollen. Es hat wohl kaum auf einer deutschen Ausstellung eine solche stattliche Reihe von„sllvoll“, eingerichteten Musterzimmern gegeben, wie Berliner Ausstellung. Manches ist freilich noch nicht sertig. Und Großvater und Großmutter, die noch mit einer schlichten Einrichtung vorlieb nehmen mußten wer verstieg sich denn damals über birkene Möbel hinaus können die Augen aufmachen und den Geldbeutel dazu. .. Vun, soll frellich nais gegen die Möbeltischlerei anPe#dle gesagt werden, was für den bürgerlichen Haushalt an guten und gediegenen Einrichtungen paßt, das wird man ganz sicher überall zum selben Preise bekommen, wie in der Reichshauptstadt, immerhin wird das Tischlergewerbe hieraus manche neue Auregung schöpsen. der Geschmack, welchen heute die Möbeltischlerei auf dieser Ausstellung wenigstens, vielfach zur Schau trägt, allen behagen wird, das ist freilich eine Frage, die am besten jeder Ausstellungsbesucher selbst beantwortet. Ich renne die Zeit genau noch, in welcher im Bütrgerhause die Mahagoni=Ausstattung als etwas Hochseines galt, von welcher mit wahrer Andacht gesprochen wurde. Paun(. 05, M., m Nußbaum=Sachen über, und wer sich chließlich etwas Besonderes leisten wollte, der kam zu Ebenholz und Ebenholzimitationen. 4%% Möbel aus schwarzem Holz werden nicht jedermann's Plaisier gewesen seln, und darum meine ich, der hervorstechende Zus, zierliche weiße oder Schnörkel-Möbel u berühmten Stilen und noch berühmteren Mustern einzuführen, wird auch nicht maßgebend werden. Schließlich will man in seinem eigenen Heim doch wohnen und nicht Aufseher einer eigenen Möbel=Ausstellung sein. Diese Verpflichtung übernimmt kein Ehemann vo dem Standesbeamten. Die Möbelindustrie in Berlin leistet überhaupt ein zu vie. in Luxussachen. Gewiß hat man seine Freude an zierlichen Schränkchen, Etageren, Tischen, aber *) Nachdruck verboten. diese Dinge sollen doch alle einen gewissen praktischen Wert haben. Wer eine solche kunstvolle Möbeleinrichtung komplett kaufen will, der muß nicht niedrig in der Steuerstufe stehen, und wer in eln bürgerlich eingerichtetes Zimmer ein einziges solches Prunkstück stellen will, der wird einen Effekt erzielen, der nicht harmoniert. Und darum löst auch die Berliner Ausstellung eine sehr interessante Frage nicht, nämlich eine gut bürgerliche Wohnungs=Einrichtung m. bürgersig#l, ohne allen unpraktischen Krimskrams Gteite berushesen . Einen solchen, für das Bürgerhaus passenden Stil haben wir in der Möbeltischlerei noch nicht so, wie wir hu haben sollten, sofort gehl's vom Einsachsten über das schablonenhaft=Fabrikmäßige zum Luxus. (Schluß folgt.) Der Vernsteinprozeß zu Stolp in Vommern. Es vergeht fast keine Woche, in der nicht durch irgend einen Sensationsprozeß die Gemüter in Aufregung gesetzt werden. In vergangener Woche war es der sog. Bernsteinprozeß vor dem Landgericht zu Stolp in Pommern, der die Aufmerksamkeit in besonderem Maße auf 12. J i den Veryandlungen zutage getretenen sehelltände, lassen wiederum so recht erkennen, wie die rücksichtslose Gewinnsucht manche Menschen schließlich dagu grgste jede, umautere Gelegenheit auszunüitzen. Der Thalbestand ist kurz folgender: Der Bernsteinwaren=Fabrikant Westphal zu Stolp hat nachdem er seit einer Reihe von Jahren darüber, daß ihm Stantien u. Becker den Verkauf des zu seinem Geschäftsbetrieb ersorderlichen Rohbernsteins verweigerte vergeblich Beschwerde geführt hatte, in einer von ihm versaßzten und an Mitglieder des Hauses der Abgeordneten verteilsen Denkschrift behauptet, daß die Domänenverwaltung bei der Verpachtung des Bernsteinregals am ostStrande die Firma Stantien u. Becker in ungebührlicher Weise begünstigt und ihr ein förmliches Monovol eingeraumt habe, durch das die inländische BersteinIndustrie ruiniert werde. Er hat serner behauptet, daß Beamte der Domänenverwaltung von der Firma Stantien u. Becker bestochen worden seien. Es wurde hierauf gegen Wesiphal wegen salscher Anschuldigung und Beleihigung von Beamten der Domänenverwaltung bei dem Landgericht zu Stolp das Strafverfahren eingeleitet, in welchem er aber freigesprochen worden ist, indem das Gericht angenommen hat, daß er bei Abfassung und Verbreitung seiner Denkschrift in Wahrnehmung berechtigter Interessen gehandet habe. Der Gerichtshof nahm an, daß Vanschse u und Verbreitung der Denkschrift in Wayrneymung berechtigter Interessen gehandelt habe. Der Gerichtshof hat die Ueberzeugung gewonnen, daß die Firma Stantien und Becker das Bernsteinmonopol in rücksichtsloser Weise ausgebeutet und dadurch die deutsche Bernsteinwaren=Industrie geschädigt habe. Der Gerichtshof hat für erwiesen erachtet, daß Geheimrat Becker in der That hohe Beamte getäuscht ha., ferner daß er sich geäußert hat, er habe hohe VerbinLungenzgund bogg, Zeamte bestochen, er könne überhaupt alles mit seinen Millionen erreichen usw. Der Gerichtshof hat außerdem die Ueberzeugung gewonnen, daß Geheimrat Becker bei Erlangung des Geheimen Kommer= els unehrenhafter Mittel sich bedient hat.— Das Publikum nahm die Urteilsverkündigung mit ftüragse gamg auseg, Legen das freisprechende Urtel haben sowohl der Staatsanwalt wie der Nebenkläger Geh. Kommerzienrat Becker die Revision beim Reichsgericht angemeldet. -[Ueber die Katastrophe,I welcher der älteste Sohn des Staatssekretärs v. Boetticher zum Opfer gefallen ist, berichtet das„S. T.“ aus Rheinsberg: ReseSe Seperr eu i größerer Gesellschaft von Damen und Herren auf dem dreiviertel Meilen, von Rheinsberg entfernten Gut Feldgrieben beim Gutsbesitzer Krüger. Dies Gut liegt am Kreppiner See aucdrachtuich de onene ausdrücklich die Benutzung des Bootes, da der See zu stürmisch sei. Gleichwohl gingen v. Boelticher und SteuerVle, ksloastez. Beim Segein kippie der Kahn um und beide Insassen ertranken. Sie konnten sich auch durch Schwimmen nicht retten, da die Gondel umgekehrt lag und, K., an jeder Bewegung hinderte. Als niemand zudie Nachforschungen, doch ohne Erfolg. Nur die Ruder wurden gesunden. Minister von Boetlicher langte gestern mit seinem Schwiegersohne in Rheinsberg an. Letzterer reiste wieder ab, v. Boetlicher blieb. Rheinsberger Fischer haben wiederholt alles abgesucht; fur Mitzerfolg ist erklärlich, weil das umgeschlagene Boot voraussichtlich mit dem Mast im Grunde steckt. Ein Predigtamtskandidat wurde von den Vermitzten zur Mitsahrt aufgesordert, lehnte jedoch die Einladung ab.— Eine andere Mittellung besagt: Der Kreppiner See liegt an der Rheinsberger Feldmark, dem Wege nach Fürstenberg; seine Ausdehnung ist gering und beträgt nur zirka drei Quadratkilometer. Er ist sehr tief, fischreich und stürmisch. Die Gondel des Gutsbesitzers Krüger war ein Segelbot mit Bleibelastung, der allein das Unglück zuzuschreiben ist. Minister v. Boetlicher wohnt mit seine Gemahlin im Hotel„Ratskeller“, wo er bleiben wird bis die Leichen gesunden sind. —[Unier Touristen.] A.:„Kennen Sie den sanmnte ich chon. 2i. 3ch sole den Aig nicht kennen! Den kannte ich schon, als er noch ein ganz kleiner Hügel war.“ Wegen vorgerückter Saison verkaufe von heute ab Kragen, Capes, Jacken und Mäntel zu bedeutend herabgesetzten Preisen. J. H. Manecke Feinste Ringäpfel, Schnittapfel, californische, türk. böhm. Pflaumen, Maizeua, Moudamin, PudiugsPulver in allen Sorten, Pu dingstärke, Agar. Gelatine, Kuchenöl, Banillie, Sucade, Orangeat, Erdbeer=Himbeer= u. Johannisbeersaft empfiehlt W. Küster. Neuen Kronen-Hummer Frey Bentos-Zunge in nur seinster Qualität empfiechlt W. Küster. Zu den Festtagen empfehle: Poularden, Junge Gänse, Enten, Rehrücken, Rehkeulen, Renntierkeulen und erbitte Bestellungen bald. Paul Eichhorn. Donnerstag und Freitag Frischen Schtellisch billigst bei M. Pollkläsener Große Auswahl in äaite. 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