8— —. . S 2 2 —— 2 9 □ Sr0TE *• S 0— 9.—."* à 7 5 S 2 5 S#. S. SSyGgs S. S.HSESMFERS S· AOODEATNT S. B.SEESN „B S TäSS FITSSS =. *** — •2 2 —— 9SS 3•* * 5.0 S— 83“: TOs. ——— ** 15 S SB gPRSGESST g S Bug: "# SSMESES PaSS SSSaE S3Ug SagafgsxSSP.#c an S SFSOSSSCGPTPAPSSBSOES u. WaNORTATSAENGSIG — Jodkalium gegen seuchenhaftes Verkalben. Es ist eine Erfahrungstatsache, daß gerade hochgezüchtete Tiere in mancher Hinsicht wenig widerstandsfähig sind und daher weit stärker von Krankheiten befallen werden, als Tiere geringeren Wertes. Ganz besonders zeigt sich dies im hochgezüchteten Rindviehbestande. Bei der schnellen Leistungssteigerung wird vielfach die hierzu erforderliche Futterzusammensetzung nicht ausreichend beachtet. Daher verliert das Tier trotz seines scheinbar robusten Körpers die Widerstandsfähigkeit gegen manche Krankheiten. Durch sehlerhafte Fütterung wird häufig der ganze Rindviehbestand von seuchenhaften Krankheiten befallen. Geradezu ein Verhängnis für den Viehbestand ist das seuchenhafte Verkalben. Welcher praktische Landwirt ist hierbei von schlimmen Erfahrungen verschont geblieben! Hausmittel und neueste Präparate werden angewandt, um der Seuche Herr zu werden, leider vielfach ohne Erfolg. Sind wir bei der Bekämpfung dieser Seuche nicht vielleicht auf falscher Fährte? In Nr. 52 Jahrg. 1930 der„Deutschen Landwirtschaftlichen Presse“ weist Dr. Weck, Mülhausen Elsaß darauf hin, daß neben der Impsung eine regelmäßige Beigabe von Jodkalium zum Futter sich bewährt hat. Er verweist auf amtliche Versuche in Schottland wonach Viehbestände durch Gaben von ein Zehntel Gramm Jodkalium pro Tag und Tier vollkommen geheilt wurden Als zweckmäßig wird angegeben, 20 Gramm Jodkalium in vier Liter Wasser zu lösen und jedem Tier täglich einen Etzlöffel dieser Mischung ins Futter zu geben. Bei dieser in der Landwirtschaft so gefürchteten Seuche handelt es sich wahrscheinlich um eine Krankheit, die unter anderm auch auf Jodmangel zurückzuführen ist; denn wo dieses Lebenselement dem Körper nicht ausreichend zugeführt wird, zeigen sich (ebenso wie bei Bitamin=, Eisen=, Clor= und Kalkmangel) Störungen in den Lebensvorgängen bei Mensch und Tier. Diese Störungen treten ganz besonders bei unseren Nutztieren auf, die in weitestem Maße auf die von den Menschen gereichte Nahrung angewiesen sind. Die starke Betonung der Frohwüchsigkeit, der Milch- und Fettleistung, sowie der Fleischbildung hat zur Folge gehabt, daß der Landwirt der Geschlechtstätigkeit der weiblichen Tiere und der damit verbundenen Drüsentätigkeit vielfach nicht die nötige Beachtung schenkte. Geht man den Erscheinungen auf den Grund, und glücklicherweise haben sich mit der Jodfrage seit Jahren namhafte Forscher des In- und Auslandes erfolgreich beschäftigt, so kommt man zu dem Ergebnis, daß Güstbleiben, Verkalben, Umrindern in sehr vielen Fällen auf den Mangel an Jod in dem dargereichten Futter zurückzuführen ist. Zwei Möglichkeiten stehen dem Landwirt zur Verfügung, um der Gefahr des seuchenhaften Verkalbens zu begegnen, nämlich die bereits erwähnte Tarreichung von jodreichen Mineralsalzen als Heilmittel, und zum andern die Gewinnung jodhaltiger Futtermittel. Da Vorbeugen besser ist als Heilen, sei auf den ausreichend hohen Jodgehalt im Futter noch besonders nachdrücklich hingewiesen. An und für sich sind unsere Binnenböden jodarm. Wir fügen ihm diesen Stoff jedoch in verschiedenen Mineraldüngern zu, die Jod enthalten. Mit dem Supperphosphat erhält der Boden etwas Jod. geringe Mengen auch in der Thomasschlacke und in den Kalisalzen. Jodreich ist dagegen der Chilesalpeter, der überall da als Stickstoffdünger am Platze ist, wo sich infolge des Jodmangels im Futter Störungen in den Fortpflanzungsorganen der Tiere zeigen. Die natürliche Versorgung der Futterpflanzen mit Jod und die dadurch bewirkte Verhütung von Krankheiten ist das Ziel, dem der Landwirt zustreben muß. G. A. Enneper, Engstfeld bei Anschlag. Gemeinnätziges. Für das Einwintern der Küchengemüse wird vielfach empfohlen, auch Schwa zwurzeln, Pastinack u. a. im Keller in Sand einzuschlagen. Unseres Erachtens ist das aber falsch. Diese Wurzelgemüse trocknen leicht ein und verlieren an Saft und Geschmack. Man läßt dieses Gemüse lieber im Beet, bedeckt dieses bei eintretendem Frost mit Stroh oder Torfmull, so daß der Frost nicht eindringen kann. Für den Gebrauch holt man dann je nach Bedarf. Der übrige Bestand bleibt gut abgedeckt liegen. So kann man den ganzen Winter hindurch frisches Gemüse ernten. Im Boden behält es seine Frische und seinen Wohlgeschmack.. th. * Brieftasten. M. N. O. Frage: Aus welchen Ländern stammt der Nerz? Wie lange betreibt man schon die Nerzzucht? Was bezahlt man für den Pelz dieser Tiere? Der Nerz oder Nörz ist in ganz Nordamerika, China, Jupan und Rußland heimisch. Man trifft ihn jedoch heute in freier Wildbahn nur vereinzelt an, da infolge steigender Nachfrage nach wertvollen Peizen die Pelze immer größeren Nachstellungen ausgesetzt sind. Vor dem Weltkriege hatte man schon oft in Amerika begonnen, den Nerz in Gefangenschaft zu züchten und seit stark einem halben Jahrzehnt hat auch in Deutschland die Pelztierzucht mit Erfolg eingesetzt. Der Pelz des Nerz ist dunkel bis schwarzbraun, von großer Haardichtigkeit und Dauer. Die schönsten Arten stommen aus Alaska und North=Quebeck und ihr Pelzwert schwankt zwischen 80 bis 180 Mark. In der Wildnis lebt er im Walde an fischreichen Bächen, Flüssen und Seen, da hier seine Nahrung sehr abwechselungsreich aus Fischen, Kleinwild, Vögeln, Mäusen, Fröschen, Eiern usw. besteht. Dementsprechend sucht man auch in der Gefangenschaft dem Nerz eine abwechselungsreiche Nahrung zu bieten. Er erhält mageres Fleisch, Rinderblut, frischen Fisch, gekochte Milch mit Reis, ab und zu auch Mäuse, Ratten, Spatzen, Eier, Wild- und Hühnereingeweide usw. H. J. Frage: Wie erklärt sich das Entstehen von Motten und Madenwürmern in einem Opossum=Pelz? Wie ist dem Haarausfall entgegenzuwirken? Antwort: Aus den Madenwürmern in einem Opossumpelz entwickeln sich die Motten. Die Ursache der Zerstörung kann nicht mit Sicherheit festgestellt werden. Es gibt Felle, die auch, nachdem sie chemisch bearbeitet worden sind, von den Motten aufgesucht werden. Auch die Hautausscheidungen mancher Menschen wirken auf Pelzc sehr schädlich und mottenanziehend ein. Gegenmittel sind Klopsen, Bürsten, Lüften und Ausfrierenlassen. Lassen Sie den Pelz möglichst bald umarbeiten und die angegriffenen Teile durch gute ersetzen. Der Haarausfall selbst kann nicht durch Gegenmittel beseitigt werden. Den Pelz bewahren sie am besten in einer dichten Schachtel, mit reinem, dichtem Leintuch umhüllt, auf. Bestreuen Sie ihn außerdem reichlich mit Kampfer. Dann müssen Sie schließlich noch alle drei Wochen lüften. W. Sch. Frage: Wann erhält man die besten Felle von Kaninchen? Antwort: Die besten Felle von Kaninchen erhält man, wenn man von Dezember bis Februar schlachtet. Unbedingt müssen die Tiere neun Monate alt sein, da vor dieser Zeit das Fell noch nicht ausgebildet ist. Zeigen sich dunkle, blauschwarze Stellen auf der Fleischseite des Felles, so ist das Fell noch nicht fertig und wird nach dem Gerben immer haaren. Es ist dringend nötig, die Felle sofort nach dem Abbalgen auf einen Spanner zu ziehen und darauf trocknen zu lassen, denn wenige Stunden nach dem Abbalgen ist sonst das Fell zusammengeschrumpft und für Pelzwerk wohl kaum noch brauchbar. Frau G. K. Frage. Wie reinige ich am besten weiß lackierte Möbel und Türen? Antwori: Um den Lack der weiß lackierten Türen und Möbel beim Reinigen nicht anzugreifen, verwende man warmen Quillayarinde=Abjud. Mit dieser Lösung werden die Möbel mittels Schwamm oder weichem Lappen flott abgerieben und warm nachgespült. Zu vermeiden ist das Kochen des Absuds. Die Türen kann man auch mit einem in warmem Wasser angefeuchteten Lappen, auf dem man etwas Schlemmkreide verreibt, und zwar so, daß es ähnlich wie Seife schäumt. Gute Resultate soll man auch mit einer milden, lauwarmen Seifenflockenlösung erzielen. Stark verschmutzte Stellen werden mit Vim behandelt. Hausfrau. Frage: Wie entferne ich Schimmelflecke auf Schuhwerk? Antwor!: Schimmelflecke entstehen auf Schuhen durch feuchtes Aufbewayren derselben. Die Haltbarkeit des Leders wird durch diese Schimmelflecke stark in Frage gestellt. Man reibt die vom Schimmel befallenen Schuhe gut mit Holzessig ein, läßt sie trocknen und settet hinterher mit gutem Lederfett oder Rizinusöl, durch welches das Leder wieder weich und schmiegsam wird, ein. 1931 Nr. 1„ Ratgeber für Haus= und Landwirtschaft, Obst= und Gartenbau Grünland=Bewässerung im Vorwinter. (Nachdruck verboten.) Die Bewässerung des Graslandes ist uralt. Namentlich in dne gebirgigen Landesteilen mit wertvollen Wiesen und wenigem, schlechtem Ackerland ist diese schon lange in Uebung. Die Bewässerung übte je nach der Jahreszeit eine verschiedene Wirkung aus. Aufgabe der Herbstbewässerung ist, zu düngen. Das Wasser unserer Bäche, namentlich dann, wenn sie auf ihrem Lauf Ackerland und Dörfer mit schlechter Stalldüngerpflege berührten, ist reich an Nährstoffen, dic es gebunden an Schlick und Schlamm mitführt. Soll diese düngende Wirkung des Wassers eintreten, so muß der mitgeführte Schlick und Schlamm durch ein geeignetes Bewässerungssystem zum Absetzen gebracht werden. Es hat indes keinen Zweck, Wiesen oder Weiden, die unter stauender Nässe leiden, bewässern zu wollen, hier muß zunächst eine Entwässerung erfolgen. Ein Zuleiter bringt das Bewässerungswasser auf das zu berieselnde Grundstück. Kleine, schmale Gräben(sog. Rieselrinnen) verteilen das herangebrachte Wasser. Diese Rieselrinnen müssen so angelegt werden, daß das Wasser in gleichmäßigem, dünnem Zufluß auf der ganzen Fläche verteilt wird. Sie dürfen also nur eine geringe Breite und Tiese haben und außerdem nur in geringem Gefälle liegen. Um das Wasser zum Austritt zu zwingen, verringert man die Breite dieser Rinnsale nach dem Ende zu immer mehr. Große Wassermengen in starkem Gefälle können keine düngende Wirkung ausüben, da diese Wassermengen ja keine Möglichkeit haben, die mitgeführten Schlamm= und Schlickteile abzusetzen. Nur bei gleichmäßiger Wasserzuführung in nicht zu großer Menge und bei geringem Gefälle tritt der erwartet Schlammabsatz ein. Weiterhin ist es falsch, wochenlang dieselbe Fläche unter Wasser zu halten. Das Bewässerungswasser schafft im Boden seine Oeffnungen, durch die die Luft eindringen muß. Hierdurch tritt auch gleichzeitig eine günstige Beeinflussung des Wiesenbodens in biologischer Hinsicht ein. Zersetzungsvorgänge werden gefördert, die Bodenbakterien erhalten einen günstigeren Nährboden, eine gewisse Bodengare wird durch die Bewässerung herbeigeführt. Es ist eine von Praxis und Wissenschaft längst erwiesene Tatsache, daß gerade auf dem Grasland die aufgebrachten Kunstdüngermengen besser zur Geltung kommen, wenn genügend humose Substanz zugeführt wird. Schließlich ist die Bewässerung auch die billigste Düngung. Kulturbaumeister I. Börger. * Nehr Weizenbau. (Mit 3 Abbildungen.)(Nachdruck verboten.) Deutschland erzeugt zu viel Roggen und Hafer und zu wenig Weizen und Gerste. Letztere Getreidearten müssen daher für gutes Geld eingeführt werden. Nun könnte(nach Angabe führender Fachleute) die Weizenfläche ohne großes Risiko bedeutend vergrößert werden, besonders beim bäuerlichen Besitz, der fast jedes Jahr Mist auf dasselbe Ackerstück bringt. Die dadurch bedingte bessere Kultur und Frischhaltung des Bodens sind wichtiger für erfolgreichen Weizenbau als etwaiger Lehmgehalt. Allerdings darf es an Kalk nicht fehlen, dessen Mangel die Gerste noch mehr übel nimmt. Die begrannten Sorten kommen als Bartweizen im binnenländischen, die unbegrannten Kolbenweizen mehr im Seeklima vor (siehe Bild). Für beste Böden und milde Lagen sind die anspruchsvollen Dickkopfzüchtungen geeignet, während für weniger günstige Verhältnisse die lockerährigen Landweizen zu nennen sind. Mittlere Ansprüche stellen Pflugs Baltikum und Criewener 104, etwas mehr schon Wenzels Standard. Diese 3 Sorten haben sich im mittleren Ostdeutschland(nach Eichinger) aufs beste bewährt. Es gibt allerdings auch Gegenden, wo die Sommerform mehr und mehr in Aufnahme kommt. Als führende Sorten nennt vorgenannter Fachmann: Heines und Lohmanns Kolben(für mittlere K Böden) und Strubes roter Schlanstedter sowie Peragis=Sommer= weizen(für beste Verhältnisse). Da Weizen immer teurer sein wird als Roggen, so braucht man bedeutend weniger zu ernten, um den gleichen Reinertrag zu haben. Meist übertrifft er aber den Roggen auch in der Menge, — wenn der Anbau gelungen ist. Insp. L. Der Obstgarten im Januar. (Nachdruck verboten.) Im Obstgarten gibt es je nach Größe des Baumbestandes sicher noch mancherlei zu tun. Ob wohl die Obstbäume schon alle dem orduenden Winterschnitt unterzogen worden sind?— Bei strenger Kälte verbietet sich die Arbeit von allein, abek es gibt auch im Januar Tage, wo man mit Messer und Schere arbeiten kann. Aeltere Bäume, die Hoch= und Halbstämme, werden ein Auslichten ihrer zu dicht gewordenen Krone nötig haben. Dabei sind kranke Aeste und Zweige sorgsam zu entfernen, ferner hängengebliebene Früchle, sog. Fruchtmumien, Raupennester, Schild- und Blattläuse und was sonst an Ungeziefer zu entdecken ist. Größere Wundstellen beim Absägen von Aesten müssen mit Baumwachs oder Baumsalbe verstrichen werden. Bei milderem Wetter müssen auch die Stämme und stärkeren Aeste von alter, borkiger Rinde gesäubert werden. Die Abfälle sind zu verbrennen. Mit den Winterbespritzungen mit wasserlöslichem Obstbaum=Karbolineum ist fortzufahren. Das kann natürlich nur bei mildem Wetter geschehen, bei dem auch das Graben der Baumscheiben oder des freien Landes, das Düngen mit Jauche, Mist oder künstlichen Düngemitteln zu erfolgen hat. Nur der schnell lösliche Chilesalpeter fällt aus, weil der wertvolle Stickstoff nutzlos im Boden versickern würde. Mit dem Schneiden der Edelreiser von den besten tragbaren Bäumen kann begonnen werden. Das Steinobst, Kirschen und Pflaumen, macht den Anfang. Die zum Umpfropfen bestimmten Bäume sind durch sachgemäßes Abwerfen der Krone vorzubereiten. Da das nicht eine ganz leichte Arbeit ist, wird man gut tun, sie einem erfahrenen Fachmann zu übertragen. Da in strengen, schneereichen Wintern erhöhte Gefahr für die Obstbäume durch Wildfraß besteht, ist die Umzäunung auf Dichtigkeit öfters zu prüfen, um die Stammbäume sind engmaschige Drahthosen zu legen, und das Zwergobst ist durch chemische Vorbeugungsmittel zu schützen. Man benutze aber nur bewährte Abwehrmittel, denn nur zu leicht kann Schaden entstehen. Des Auslichtens bedarf auch das Beerenobst, wenn von gesunden Pflanzen große, schmackhafte Früchte in reicher Menge ge erntet werden sollen. Bei den Himbeeren und Brombeeren sind die Tragruten zu beseitigen, was allerdings schon im Herbst hätte geschehen können. Gartendirektor D., K. — 8 GSHSSECH —•216 „„" Gg öSFSSSlSSER GS 5 G SHSS.SOSSSSGESSSSBGE —— S•. ##TS = 00 2—.— 9 SU — 90 60 B a benn „A BECOS. S SSSHSSEES FHNRSSNENT Die Obstbaumdüngung. Von H. Schmidt, staatl. dipl. Gartenbauinspektor, Dessau. (Mit 2 Abbildungen.):(Nachdruck verboten.) Die praktische Durchführung der Düngung unserer Obstbäume setzt eine gewisse Beobachtung im Laufe des Vegetationsjahres voraus. Hiernach hat sich eine einseitige oder eine Volldüngung zu richten. Im allgemeinen sind stickstoffhaltige Düngemittel wachstumsfördernd, phosphor= und kalihaltige Düngungen begünstigen den Fruchtansatz und die Holzentwicklung. Voraussetzung ist die Kenntnis des Wachstums der Obstsorten, um beurteilen zu können, ob ein normal entwickelter Jahrestrieb vorliegt WUAZFLHALSUN9 STAMN BEWIRKTURZELSCHADEN und ob das Fruchtholz sich in normalem Entwicklungszustande befindet. Eine richtige Düngung muß dann zu der Zeit erfolgen, wenn der Baum die Nährstoffe zu seinem Aufbau braucht. Die Stickstoffdungung findet daher bei jungen Bäumen in der Hauptsache mehr im Herbst statt, die Düngung zum Fruchtansatz wird im April=Mai gegeben, weil im Juni Fruchtknospenentwicklung einsetzt. Für jeden gesunden Obstbaum, der Erträge liefern soll, ist die Ofsenhaliung der Baumscheibe durch Bodenlockerung eine Notwendigkeit, denn nur der gut gelockerte Boden läßt das Vordringen der Tageswässer und damit der gelösten Nährstoffe nach den Wurzeln zu. Gewisse Krankheitserscheinungen geben uns Fingerzeige über das Fehlen eines wichtiges Dungstoffes bei der Obstbaumernährung. Da wäre in erster Linie der Kalk zu nennen. Das Auftreten von Gummifluß bei Steinobst ist meist auf Kalkmangel zurückzuführen, ebenso die Krebskrankheit bei den Apfelbäumen. Ist außerdem schlechter Holzzuwachs vorhanden, dann fehlt Kali. Es ist nicht zu verwerfen, wenn wir mit dem Eintritt des Winters jungen angewachsenen Bäumen eine leichte Stallmistdüngung auf die Baumscheibe geben. Dadurch wird verhütet, daß der Frost allzu stark in den Boden eindringt und die Wurzeltätigkeit bleibt rege. Ein übertriebenes Jauchen, was vielfach bei Obstbäumen auf dem Lande in der Nähe von Dunggruben geschieht, ist zu verwerfen, weil hierdurch Krebsbildung eintritt. Nach jeder Richtung einwandfreie Angaben für die Obstbaumdüngung gibt es nicht, aber über ganz gewisse Dungweisen haben wir volle Klarheit. So ist(siehe Abbildung) es durchaus falsch, Mist im hohen Haufen an Wurzelhals und Obststamm zu werfen, am allerwenigsten dann, wenn der Obstbaum frisch gepflanzt ist. Will man das Wurzelsystem gern schützen, dann ist eine gute über Hand hohe Laubdecke gegen Frost am Platze. Junge Obstbäume in den ersten Jahren zu jauchen, ist verwerflich. Dagegen empfiehlt es sich, bei älteren Bäumen im Winter einen Düngungsgraben (siehe Abbildung), der Kronentraufe entsprechend, herzustellen, denn nur Dunggaben, welche in der Nähe des Grabens untergebracht werden, kommen dem Wurzelsystem restlos zugute. Für ältere Bäume ist nach starken Ertragsjahren die Düngung um 30 Prozent zu steigern. * Der Gemüsegarten im Januar. (Nachdruck verboten.) Soweit die Bodenbearbeitung, das Düngen, das Umsetzen des Komposthaufens, das Säubern der Beete u. a. m. noch im Rückstand sind, sind diese Arbeiten bei entsprechendem Wetter zu Ende zu führen. Alle zum Vorschein kommenden Wurzeln ausdauernder Unkräuter, wie Schachtelhalm, Knöterich, Winden, Disteln und Quecken werden gesammelt und am besten verbrannt.— Auf den Wintersalat und den Spinat bringt man zuerst eine Lage von Reisig oder anderen groben Reisern und deckt dann darauf Streu oder Stroh. Durch einige übergelegte Latten und Bohnenstangen verhütet man ein Entführen dieser Decke durch den Wind. Es gibt eine Reihe von Gemüsearten, die nur sicher und gut keimen, wenn sie infolge früher Aussaat die volle Winterfeuchtigkeit genießen. So z. B. Zwiebeln, Breitlauch(Porree), Erbsen und Möhren. Man sät sie deshalb, sobald der Boden offen und oberflächlich abgetrocknet ist. Es ist dafür zu sorgen, daß das Saatgut im Boden tüchtig angedrückt wird. Bewährte Sorten von Frühkarotten sind Halblange von Nantes, Pariser Markt, Frankfurter Treib; als Wintermöhre ist die Sudenburger und Kirsches Lobbericher zu nennen. Von den Erbsen verdienen die Sorten, die Reiser erhalten müssen und mindestens 80 Zentimeter Höhe erreichen, den Vorzug. Als eine der besten Zwiebeln kann die Gelbe Zittauer empfohlen werden. Nützlich ist es, unter die Zwiebel= und Möhrensaat, sowie unter den Porreesamen ein wenig Stechsalat oder Spinat zu tun. Diese Samen gehen schnell auf, während erstere lange liegen, so daß sie gefährdet sind, von Unkraut unterdrückt zu werden. Der mit eingesäte Stechsalat oder Spinat läßt die Reihen leicht erkennen, so daß rechtzeitig gegen das Unkraut gehackt werden kann. Auch Spinat kann bei offenen Boden für die Frühlingsernte noch gesät werden. Gartenbauinspektor K.,D. * Kartoffelbau und Schweinemast. (Nachdruck verboten.) Mit 40 Millionen Tonnen war die Kartoffelernte des Jahres 1929 als„gut“ anzusprechen, aber der Ertrag aus dem letzten Sommer war noch besser: mit 44,3 Millionen Tonnen hält er die Spitze aller Nachkriegsernten. Die Bezirke Leipzig, Magdeburg und Hildesheim haben haben mit ihren Hektarerträgen von 195 bis über 200 Doppelzentnern den Vogel abgeschossen. Dagegen blieben Württemberg, das südliche Baden und der Nordosten von Ostpreußen unter 130 Doppelzentner. Die Staiistik lehrt, daß Bayern, Brandenburg und Schlesien die größten Kartoffelflächen bebauen. Gleichwie die Industrie ihren Rohproduktionsstätten immer näher rückt, so sollte man meinen, daß auch die Schweinemast in obigen Gebieten besonders zu Hause wäre. Doch weit gefehlt! Provinzen wie Oldenburg=Hannover, Schleswig=Hokstein und Vorpommern sind die größten Schweine=Ueberschußgebiete. Sie hasieren auf kanadischer Gerste und argentinischem Mais, die in der Riesenmenge von über zwei Millionen Tonnen eingeführt werden. Unnötigerweise! Denn unser Export nach dem Norden und Süden von Amerika ist nur gering. Darum erhebt sich die Forderung, der Nordwesten möge seine Schweinemast mchr auf Kartoffeln einstellen(denn der Osten steht und fällt mit dem Kartoffelbau) oder das Mästen den Kartoffelgebieten Bayern, Brandenburg und Schlesien mehr als bisher überlassen. Ausrottung von Disteln. (Mit 3 Abbildungen)(Nachdruck verboten) Zur Bekämpfung von Disteln werden einerseits chemische Präparate(Unkrautbekämpfungsmittel und andererseits mechanische Vorrichtungen(Distelstecher usw.) empfohlen. Die praktische Erfahrung, die man mit allen diesen Mitteln macht, ist gerade keine günstige. Die Distel stellt ein äußerst schwer ausrottbares Unkraut dar, einmal, weil die Samen sich sehr leicht verbreiten und vom Wind aus allen möglichen Himmelsrichtungen und Gegenden angetrieben werden, dann aber auch deshalb, weil die Distelwurzel größte Regenerationskraft besitzt und auch bei schweren Verletzungen wieder austreibt. Wer mit Tisteln zu tun hat, soll sich entschließen, einmal mehr Zeit als sonst diesem Schädling zu widmen und gegen jede einzelne Pflanze vorzugehen. Freilich nimmt diese„individuelle"“ Bekämpfungsweise viel Arbeitszeit in Anspruch, aber die Mühe lohnt sich, wenn man sein Grundstück ernstlich distelfrei machen will. Das spezielle Verfahren, welches angewendet wird, ist ein kombiniertes: Die Distel wird kurz über dem Boden abgehauen, die Wurzel so tief als möglich ausgestochen und der im Boden bleibende Wurzelrest vergiftet. Man benutzt hierzu ein möglichst kräftiges, spitzes und langes Messer, das schräg von oben so in das Erdreich eingeführt wird, daß die Wurzel so tief als möglich von der Messerspitze getroffen wird. Nun führt man das Messer im Kreise herum. Dabei wir nicht nur die Wurzel abgeschnitten, sondern auch ein Erdtrichter freigemacht, der seine Spitze unten an der angeschnittenen Wurzel hat. Der Erdtrichter wird ausgehoben, und der Wurzelteil in seinem Innern entfernt. Am Grunde des Erdirichters muß dann die Schnittfläche des noch in der Erde gebliebenen Wurzelrestes sichtbar sein. Auf das bloßliegende Wurzelfleisch wird ein Eßlöffel voll Kalkstickstoff gebracht und das Trichterloch wieder mit Erde zugefüllt. Der Kalkstickstoff bringt den Wurzelrest langsam zum Absterben. Die beim Stechen ausgehobenen Wurzeln werden gesammelt und verbrannt. Man ist natürlich immer der Gefahr ausgesetzt, daß von außen her Distelsamen angeweht und die Arbeit des Vorjahres damit in gewissen Grenzen zunichte gemacht wird. Deshalb ist es notwendig, auch die Umgebung des gefährdeten Grundstücks, z. B. Wegränder oder Nachbargrundstücke, auf das Vorhandensein von Disteln zu prüfen. Hier wird man sich natürlich nicht die Mühe des Ausstechens und Vergiftens machen, sondern seine Tätigkeit darauf beschränken, diese Disteln nicht zur Blüte gelangen zu lassen. Man haut das Unkraut vor oder während der Knospenbildung ab oder köpft die Stauden. Soweit sich Disteln auf Nachbargrundstücken befinden, muß der Nachbar angehalten werden, das Köpfen zu besorgen. ** Der Altdeutsche Kröpfer. Zunächst machen die Altdeutschen Kröpfer durch ihre äußerst niedtige Beinstellung einen ganz anderen Eindruck, als die metsten sonstigen Kröpferarten, die doch gewöhnlich etwas Gerecktes und Gestrecktes an sich haben. Der Altdeutsche Kröpfer aber— das zeigt ja auch die beigegebene Abbildung des blauen Kröpfers mit den schwarzen Binden— erscheint zunächst ziemlich plump, obwohl er doch in seinen Bewegungen hurtig und flink ist, gar nichts Gemessenes und Gravitätisches an sich hat. Ob Deutschland wirklich seine Heimat ist? Lassen wir das dahingestellt; jedenfalls ist er jetzt über ganz Deutschland ziemlich gleichmäßig verbreitet, zur Hauptsache aber hat er viele Liebhaber in Schlesien, Thüringen und Westfalen. Der Altoeutsche Kröpfer gehört zu den Großkröpfern; er muß mindestens 45 Zentimeter lang sein. Wir treffen aber gar nicht selten Tiere an, die 50 Zentimeter in der Länge messen. Viel Wert wird darauf gelegt, daß der Hals recht lang ist, weil sich nur so der bis an die Brust herunterreichende Kropf entwickeln kann. Auch der Schwanz ist recht breit und lang. Dasselbe gilt von den Flügeln, die ihn mit ihren Enden oft sogar noch überragen. Daß der Altdeutsche Kröpfer ein stämmiger Bursche ist, beweisen nicht zuletzt auch der große, abgeplattete Kopf und der lange, starke Schnabel. Erwähnt sei noch, daß die Beine nicht mit Federn besetzt sein dürfen. Außer dem hier gezeigten Farbenschlage der Altdeutschen Kröpfer— blau mit schwarzen Binden— gibt es auch noch solche mit weißen Binden, ferner blaue ohne Binden. Im übrigen kommt diese Kröpferrasse in allen Farbenschlägen vor, in denen wir sonst die Tauben antreffen. Ganz prächtige Exemplare sind besonders unter den getigerten und gescheckten zu finden. Wer mit gutem Erfolg Altdeutsche Kröpfer halten und züchten will, der muß darauf bedacht sein, daß der Schlag nicht hoch liegt, weil den Tieren bei regnerischem Wetter und während des Federwechsels das Hochfliegen oft sauer, manchmal sogar unmöglich wird. Andererseits sind aber unter ihnen auch nicht wenige, die gern feldern, wenn sich ihnen dazu Gelegenheit bietet. Je mehr Freiheit übrigens diese Altdeutschen haben, um so eifriger werden sie sich dem Brutgeschäft hingeben und ihre Jungen füttern. Wenn ich nun zum Schlusse dem Altdeutschen Kröpfer weiterhin ein Loblied singe, so tue ich das nicht etwa bloß im liebevollen Gedenken an den Altdeutschen Kröpfer, den ich als Junge besaß, sondern auch aus den Erfahrungen heraus, die ich im Laufe der Jahre bei befreundeten Züchtern dieser Rasse gemacht habe. Darnach sind die Altdeutschen Kröpfer hurtig und beweglich, hart und widerstandsfähig, verhältnismäßig anspruchslos und verträglich, das will viel heißen, durchaus nicht zänkischer als andere Tauben. Und das ist gut so; den die meisten Züchter werden an schlafmützigen Tauben keinen Gefallen haben. Paul Hohmann=Zerbst. *