Mikrofilmarchiv der deutschsprachigen Presse e. Krankenkassen. wie das B93. uskunft mit der Ehefrau eines htes Wochengeld Schwangerschaft ichtarbeit befreit rd. Nach dieser enkassen die gein des Versicher. abei nur um die gelt“ auf Grund rd. Wird nicht“ ber vom Arbeit. Vertragsbestim. ist diese Weiter. erhöhte Wochen. boten geriet, wie uz Kwantung in en Boote keuter. sein. 0 Uhr: Kirchencha 0 Uhr: Uhr Bibelstunde ssverein. illigst lan die erfolgreicht clame. serieren Sie citung hristl. Dam d, möchte sich Haushalt betätige je des Alleinseig ch mit ländlich n sehr vertraut. Nr 244 an die r Halverschen Zeit dienst einde Kierspe: asschule en. delsschule m.O-Il-Reise. cursus irienten delsschule mit O-Ill-Reite. schule üler(innen) che Besuch ndelsschule ndelsschule Mittl. Reile. n Schuljahres dungen jederon 9 ½—10½ Anfragen an or Dörner. Dienstag, dem hmittags 4 Uhr schaft Heedfeld " H ä l v e r s t r a ß e ei Geschw. Fasr irz 1934. Bürgermeister send Halver I. Ostertag böhe ihr der. in treten um Adolf=Hitlernn der Feiel igung der Berwartet. H.=J. Halver. Nummer 13 31. März 1934 Nleues Gaüse. neues flotten... Von Heinz Halter Osterglocken klingen über deutsches Land. Hell und strahlend liegt die Sonne über Bergen und Wäldern und braunen Ackerbreiten und blauschimmernden Seen und verzaubert den aufsteigenden Jubel all dieser Herrlichkeit zu dem, das unseres Lebens Höchstes ist: Deutschland! Niemals kann ein Winter ewig sein. Eis und Kälte sind vergänglich, Grauen und Finsternis müssen weichen, wenn erst die Sonne höher steigt und ihre Strahlen dieser Erde neue Kräfte senden. Ein schwerer Winter liegt hinter uns, lange Monate, in denen wohl mancher mutlos und verzagt zu werden drohte. Aber das gewaltige Geschehen, das jeden einzelnen in den Mittelpunkt der Ereignisse zu stellen schien, riß jeden mit sich fort, gab dem Mutlosen neuen Glauben, neue Zuversicht... * Wieder ist ein Ostern heraufgekommen. Wieder liegt dies sehnsuchtsvolle Drängen in der Luft, wieder schwebt eine Verheißung über uns. Gerade nach diesem Winter wird es uns klar, daß diese Verheißung irgendwie mit der deutschen Sendung zusammenhängen muß. Zu oft in den vergangenen Jahren ist das deutsche Gefühl auf die Probe gestellt worden. Oft schien es, als sollte die Passionszeit unseres Volkes ewig dauern, als sei ihm ein Leidensweg beschieden, der ohne Beispiel ist in der Geschichte der Menschheit. Niemals haben wir so gelitten um Deutschland wie in der Österzeit. Unbekümmert um politische Not, um Elend und Verzweiflung großer Massen, brachen in der Natur neue Kräfte sieghaft hervor, nichts vermochte den unabänderlichen Ablauf der Jahreszeiten aufzuhalten. Wieviel drückender aber mußte dagegen die Not unseres Volkes erscheinen, die unabwendbar schien und nie kleiner zu werden versprach! Ein deutscher Frühling, aus der Tat geboren, hat alles anders gemacht. Groß ist ein Volk, das seine Sehnsucht nach Freiheit, verbunden mit dem urewigen Glauben an die Kräfte in sich selbst, endlich Tat werden läßt. Größer aber noch sind die, die am Grabe aller Hoffnungen die Zuversicht nicht lassen, sondern mit unerschütterter Kraft ihrem Volk Führer sind in das bessere Leben eines neuen Reiches. Ueberall in deutschen Landen rüsten sich frohe Menschen, ein deutsches Ostern zu begehen, wie unser Volk es nie erlebt hat. Mit einer Geschlossenheit ohnegleichen, mit dem einmütigen Willen, in der Selbstaufopferung das Letzte zu geben um der Gemeinschaft willen, hat unser Volk die gigantische Schlacht dieses Winters durchgehalten. Ungeschwächt, neuen Glauben im Herzen, schickt es sich an, in gewaltiger Durchbruchsschlacht seiner Not ein Ende zu machen. * Deutsche Ostern hat neuen Sinn erhalten. An uns selber haben wir es erlebt und verspürt, daß kein Volk gegen sein Schicksal, gegen sein Blut leben kann. Nur wenn es selbst, aus eigenen Kräften, sein Schicksal vollendet, das ihm in den Sternen vorgeschrieben ist, wird es leben können. Deutschland aber wird leben! Jubelnd tragen die Osterglocken die Botschaft durch die Lande, daß ein Volk heimgefunden hat zu den urewigen Tiefen seines Glaubens. seines Hoffens, seiner Auferstehung! Die Auferstehung jauchzet. Flügel hüpfet. Alme Freude, was da lebt, Christus Jesus ist erstanden Aus dem Grabe, Christus lebt! Christus hat den Sod besieget. Der vorher ein Schrecken war, Flat die Lehre nun besiegelt. Nacht sie durch die Wunder wahr. Dankt und lobt und laßt erschallen Tuer lautes Saitenspiel! Felsen mögen widerhallen Tuer strömendes Gefühl Luer ganzes Menschenleben Sei ein einz'ger Lobgesang. Tuer Denken sei nur Freude Und ein immer reger Dank Sölerstelunen Von Hildegard Korff Christ ist erstanden, Aus der Verwesung Schoß; Reißet von Banden Freudig euch los! Tätig ihn preisenden, Liebe beweisenden, Brüderlich speisenden, Predigend reisenden, Wonne verheißenden Euch ist der Meister nah, Euch ist er da! (I. W. v. Goethe., Ist es Zufall, daß die Auferstehung Christi mit der Auferstehung in der Natur zusammenfällt? Wer ist älter, Gott oder die Natur? Wir glauben, daß Gott die Natur erschaffen hat und daß tiefe Zusammenhänge zwischen dem Schöpfer und seiner Schöpfung bestehen. Die Natur zeigt weithin sichtbar allen Gläubigen und Ungläubigen die Wiedergeburt nach dem Tode, das Wiedererstehen nach einem langen Schlafe. Nach der Ruhe von drei Tagen im finsteren Grabe ist Christus glorreich erstanden, gereinigt von Sünde und Schuld hat er auch unsere Sünden gesühnt und uns gereinigt. Was in dem Schoße der Erde, unter der Decke von dürrem und verfaultem Laub geruht hat, steigt jetzt jung und frisch empor ans Licht, um im ewigen Wechsel der Tage, im Kreislauf der Welt, wieder zu vermodern und neu zu erstehen. Wie lange noch wird das gehen, wie oft noch muß Christus für uns sterben, täglich von neuem, und täglich von neuem für uns auferstehen, bis wir endlich frei von Sünden selbst auferstehen werden und gottähnlich geworden sind? Das wird am Jüngsten Tage geschehen, an dem großen Auferstehungstage der ganzen Welt. Man kann das ganze menschliche Leben als eine Vorbereitungszeit für die einstmalige Auferstehung bezeichnen, für das wahre Leben, das erst nach dem Tode beginnt, wie unsere christliche Religion uns lehrt. Daß ein Leben nach dem Tode, eine Auferstehung unserer Seele, aber nicht nur ein christlicher Glaube ist, lehren uns auch die anderen Religionen. Durch ein Leben in Armut und Keuschheit bahnt sich der Anhänger des Buddhismus den Weg zur Vollendung. Höchstes Ziel dieses Glaubens ist die Erkenntnis der Nichtigkeit des irdischen Seins, um dadurch den Eingang der Seele in das Nirvana, in den ewigen Frieden zu erlangen. Der Koran der Mohammedaner lehrt das ewige Gericht am Ende aller Zeiten, wo die Guten als Selige in den Garten Gottes, die Bösen als Seßhafte in die Hölle gelangen. Dieser Glaube an eine Auferstehung, der ganze Völker und ganze Jahrhunderte beherrscht hat und heute noch beherrscht, den Könige und Bettler gemein haben, der Gerechte und Ungerechte mit Freude und Schrecken erfüllt, der Weise und Einfältige zu seinen Füßen gefunden hat, ist der Menschheit mit in die Wiege gegeben worden, als ein Bestandteil ihrer Seelen und als Zeichen ihrer Erschaffung durch eine Gottheit, die sie am jüngsten Tage wiederauferstehen lassen wird zur ewigen Seligkeit der deutschsprachigen Presse e.V Aur der Reunsalur des Lebens Roman von KLARA SCHMEHLIK (20. Fortsetzung.) „Nein.“ Georg reichte ihm den Brief. „Fällt Ihnen das Verschweigen des Reisezieles nicht auf, Herr Kuhnert? Der Brief wurde noch in Berlin aufgegeben.“ „Ja— aber— wie soll ich das deuten?" Wieder unsicheres Schweigen. Kuhnert sah fast angstvoll den Bauführer an. Er ahnte längst, seine Angestellten wußten von dem Verkehr zwischen seiner Frau und Katte. Georg duldete ihn still. Er kannte seine temperamentvolle Frau, und er wußte, daß ein scharfer Protest seinerseits den Verkehr zwischen ihr und Katte nicht augfehoben hätte. Er hatte dieser Freundschaft niemals Bedeutung beigelegt und hatte sie nur für eine vorübergehende Schwärmerei für die schöne Frau gehalten. Scheu rang sich die Frage von seinen Lippen:„Herr Meder, ahnen Sie das Reiseziel des Herrn Katte?" Meder sah ihn fest an.„Sie forderten von mir Offenheit, Herr Kuhnert.— Ihre Gattin— ist— auch noch verreist!“ Der Bauführer war auf eine empörte Zurückweisung seines Chefs gefaßt. Kuhnert erbleichte. Er starrte vor sich hin. Sollte das, was Meder ihm gegenüber andeutete— sollte das wahr sein?! Er kannte seinen Bauführer als einen gewissenhaften, ernsten Menschen, und hatte ihn in letzter Zeit— in der Zeit der Not— sehr schätzen gelernt. Langsam richtete er den Blick auf Meder.„Wissen Sie etwas?" „Nein.“ „Sagen Sie mir alles. Schonen Sie mich nicht, Herr Meder.“ „Ich weiß nichts, Herr Kuhnert.“ Der Bauführer blickte mit tiefem Mitgefühl auf seinen in sich zusammengesunkenen Chef.„Ich lasse Sie jetzt allein, Herr Kuhnert.“ Noch ehe dieser antworten konnte, war Meder gegangen. ** Zwei Tage später erhielt Georg von seiner Frau eine Karte aus Tirol. Sie schrieb, sie möchte noch bleiben, sie hätte sich noch nicht sehr erholt. Georg stutzte. Von seinem Prokuristen hatte er noch keine Nachricht. Er litt namenlos unter der Ungewißheit und verfiel immer wieder in Grübeleien. Würde ihm das Schwerste noch bevorstehen? Was sollte er tun? Wie konnte er durch diese Wirren zur Klarheit hindurchdringen? Georg schwieg seinen Kindern gegenüber. Er brachte es nicht fertig, den furchtbaren Verdacht auszusprechen. Inge hatte ihn immer wieder gefragt, was ihm fehle. Ihre stille Fürsorge tat dem Vater wohl. Der Verdacht, Herr Katte sei Lydia nachgereist, drückte Georg fast zu Boden. Aber nein, es konnte ja auch alles anders sein, unglückliche Zufälle verwirrten vielleicht seine Gedanken. Und doch—.—— wenn—-—? Ein Entschluß riß Georg plötzlich aus seinen Grübeleien empor. Hinfahren! Lydia zurückholen! Oder—— Wieder zuckte Georg zusammen. Sollte er es tun? Wenn ihm die Reise eine fürchterliche Wahrheit enthüllen würde? Aber der Entschluß, abzureisen, durchdrang sein verwirrtes Denken mit drängender Macht. Stahlhart hob dieser Entschluß den Verzweifelnden aus seinen Grübeleien empor. Georg fühlte das Blut kühl durch seine Adern rinnen. Sein Wollen wurde klar, zielbewußt. Mit eisiger Ruhe ging Georg seinem Schicksal entgegen. Er teilte seinen Kindern mit, daß er die Mutter abholen wolle. Dann reiste er ab. Die lange Eisenbahnfahrt lag hinter ihm. Georg Kuhnert betrat das Hotel, in dem seine Frau wohnte. Er sah nicht, was um ihn herum vorging. Sein Blick irrte leer durch die Menschenmenge. Wenn ihm jetzt Lydia begegnete?! Er mußte warten, bis der Portier Zeit für ihn hatte. Herr Kuhnert richtete mit möglichster Fassung seine Frage an den Portier. „Herr und Frau Katte sind abgereist. Sie haben eine Rundreise durch die Schweiz angetreten“, gab der Portier zur Antwort. Der Boden schwankte Georg unter den Füßen. Tonlos bestellte er sich ein Zimmer. Dann brach er erschöpft zusammen. * Das Schicksal ging mit harten Tritten durch das Haus Kuhnert. Die furchtbaren Ereignisse folgten unbarmherzig aufeinander. Georg zwang sich nach seiner Rückkehr aus Tirol. die Geschäftsbücher, die Verträge und alles, was der Prokurist Katte bearbeitet hatte, nachzuprüfen. Es stellte sich heraus, daß Katte eine Art doppelte Buchführung geführt hatte. Die eine für Herrn Kuhnert zum Schein, die andere für sich. Er hatte große Unterschlagungen gemacht. Georg hatte sich in seiner großen Vertrauensseligkeit um die kaufmännische Leitung des Geschäftes immer weniger gekümmert. Der technische Teil, die Bearbeitung der Baupläne, hatte ihn, den Architekten, von jeher mehr interessiert. Das Geld für die Feuerversicherung hatte Katte ebenfalls unterschlagen. Tieferschüttert, gesundheitlich gänzlich zermürbt, sah Georg die Ereignisse über sich hereinbrechen. Seine jüngste Tochter und Bauführer Meder waren die einzigsten Menschen, die ihn in rührender Weise unterstützten. Ruth lebte nach wie vor sorglos in den Tag hinein, nachdem sie die Handelsschule besucht hatte. * Der Polier saß Kuhnert gegenüber. Es war wohl wahrend seiner zwanzigjährigen Tätigkeit in der Firma Kuhnert kaum vorgekommen, daß der Polier Kunze in das Sprechzimmer seines Meisters gerufen worden war. Böllig stutzig machte es ihn, daß er Kuhnert gegenüber Platz nehmen durfte. „Der Brandstifter Moritz hat sich also bei Ihnen gemeldet? Sie sagten, Neue trieb ihn, sich dem Gericht zu stellen?" begann Kuhnert das Gespräch. „Ja, Herr Kuhnert, der Moritz hatte die Folgen seiner Tat nicht geahnt. Er weinte bitterlich. Ich habe ihn ordnungsgemäß der Polizei übergeben.“ Kuhnert schwieg. Der Polier sah ihn scharf von der Seite an. Er war erschrocken, als er den Meister wiedersah. Alle Energie war in den letzten vierzehn Tagen seit Kattes Verschwinden von Georg gewichen. Müdigkeit vergrub sich in dem verfalteten Gesicht. Georg hatte vor sich hingestarrt. Ein Ruck ging durch seinen Körper. Er schien sich zu besinnen, daß er nicht allein war.„Warum hat Moritz das getan? Ich will es wissen, warum?“ „Rache, Herr Kuhnert! Sie waren zu scharf gegen ihn. Ich glaube, es ist jetzt an der Zeit, daß ich's Ihnen Frühling in Jugoslawien mal ganz offen sage. Ihr kurzer, stolzer Ton hat unter den Leuten oft böses Blut geschaffen.“ Der Meister senkte unwillkürlich den Blick. Auf dem fast viereckigen Gesicht des Poliers lag ein tiefer Ernst. „Meister“, fuhr er fort,„wir durften Ihnen ja niemals widersprechen. Aber glauben Sie mir, auch unter uns findet sich manch gescheiter Kopf mit vernünftigen Ansichten. Es war nicht recht von Ihnen, unsere Meinung stets zu unterdrücken.“ Frei und gerade sah Karl Kunze dem Meister ins Gesicht. Der alte Hochmut stieg in Kuhnert auf, aber er nahm sich zusammen.„Ich zweifle nicht an der Richtigkeit Ihrer Worte, Herr Kunze, aber schließlich bin ich euer Meister. Ihr müßt euch dem Herrn fügen, bei dem ihr euer Brot eßt.“ In dem Gesicht des Poliers wetterleuchtete es.„Alle Hochachtung vor Ihnen, Herr Kuhnert! Aber vergessen Sie nicht, daß wir Arbeiter Ihre Pläne ausführen! Wir können ohne Ihre Anweisungen nicht bauen! Sie können Ihre Pläne ohne unsere Arbeitskraft nicht verwirklichen. Menschen sind voneinander abhängig, Herr Kuhnert.“ Der Meister stutzte. Dieser einfache Mann sagte ihm Dinge, über die er eigentlich noch nie so scharf nachgedacht hatte. Er hatte noch nie das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer so klar betrachtet. Er hatte sich als Herr gefühlt, das hatte ihm genügt! Er hatte die Arbeiter als von ihm abhängig betrachtet, aber niemals daran gedacht, daß auch er als Meister bis zu einem gewissen Grade von seinen Leuten abhängig war. „Sie haben recht, Herr Kunze, vielleicht habe ich eure Abhängigkeit von mir zu stark betont. Moritz wird daher auch gegen mich verbittert gewesen sein. Ich will versuchen, bei Gericht mildernde Umstände für ihn zu erwirken.“ Die Augen des Mannes ihm gegenüber leuchteten auf. Kunze ahnte es, der Meister würde sich den Arbeitern gegenüber in Zukunft anders einstellen. Er faßte noch einmal Mut zu einer Verteidigung seiner Genossen.„Vergessen Sie es nie, Herr Kuhnert, auch der geringste Mann ist ein Mensch! Alles Gute kann sich in ihm entfalten, wenn seine Menschenrechte gewahrt werden. Aber der Mensch wird zur Bestie, wenn er sich ewig treten lassen soll.“ Kuhnert fühlte keine Demütigung bei den Worten dieses schlichten Mannes. Er hatte viel gelernt in dieser einen Stunde! Herzlich reichte er seinem Polier die Hand. „Ich danke Ihnen für Ihr offenes Wort, Herr Kunze. Wir wollen weiter treu zusammenarbeiten. Es soll sich vieles ändern.“ * Eine unerwartete Nachricht erschütterte die Firma Kuhnert in allen Fugen. Sie traf Georg wie ein Blitzschlag (Urheberschutz durch Deutscher Presse-Verlag. Berlin SW 6s, Heinz Katte hatte seinem Leben ein Ende gemacht! Nur mit Widerstreben hatte Georg dem Drängen seines Bauführers Meder nachgegeben und die Kriminalpolizei beauftragt, nach Heinz Katte zu forschen. Ahnte Georg doch längst, daß die Kriminalpolizei gleichzeitig den Aufenthaltsort seiner Frau entdecken würde. Es war für ihn entsetzlich, auf diese Art zu erfahren, wo seine Frau war. Aber die unermüdlichen Nachforschungen des Bauführers und des Buchhalters hatten allmählich größere Unterschlagungen, Fälschungen und ungenaue Buchführung von Katte festgestellt. Kuhnert, unter den Aufregungen gänzlich zusammengebrochen, überließ alles Meder. Die Kriminalpolizei hatte inzwischen den Aufenthaltsort des Prokuristen ermittelt. Heinz Katte mußte das erfahren haben und hatte sich durch eine Kugel der richterlichen Gewalt entzogen. Der Gedanke,„wo ist meine Frau?“ zermürbte Georg vollständig.——— Ein weicher Sommernachmittag legte lichtdurchtränkte Schatten auf Georgs Hände; sie öffneten zitternd einen Brief. Der erste Brief Lydias seit dem Selbstmord von Heinz Katte! Abgestempelt in Berlin! War Lydia in Berlin?! Der Mann am Schreibtisch sah noch mit leeren Blicken in den Brief hinein. Er fand noch nicht den Mut zum Lesen. Die letzten Ereignisse predigten ihm die furchtbare Währheit: Lydia liebte ihn nicht mehr! Endlich zwang er sich, den sehr kurzen Brief zu lesen. „Lieber Georg! Du wirst es längst empfinden, daß wir uns innerlich getrennt haben. So bitte ich Dich, auch in die äußerliche Trennung einzuwilligen. Ich bin unschuldig an dem Tode von Heinz Katte. Der arme Kerl hatte nicht mehr den Mut, weiterzuleben. Ich werde nun mit Boris nach Amerika gehen. Dort werden wir unserer Kunst leben. Der gute Boris wird mir den Weg ebnen. Mit Gruß Lydia.“ Mit einem Aufstöhnen sank Georg auf seinen Stuhl nieder. Kalter Schweiß perlte auf seiner Stirn. Dieses Weib wagte also, ihm das anzutun! Er hatte es nicht bemerkt, daß seine jüngste Tochter hinter seinen Stuhl getreten war. Angst und Sorge trieb sie jetzt oft zum Vater. Sie schlang die Arme um ihn. „Vater, was quält dich wieder?“ Der Vater berichtete Inge mit heiserer Stimme von dem Brief. „Vater, ich habe es nie geglaubt, daß diese Frau dich liebt. Sie wollte nur das Leben mit dir genießen, solange du ihr alles bieten konntest." Liebevoll versuchte Inge, den Vater zu beruhigen. Er wehrte ab.„Laß mich jetzt allein.“ „Nein, Vater, ich bleibe bei dir. Ich teile deinen Kummer.“ „Ich wünsche, daß du mich jetzt allein läßt. Ich muß erst mit mir selbst fertig werden", stieß er rauh hervor. Er reichte nach kurzem Nachsinnen seiner Tochter ein Aktenstück.„Ich fühle mich zu elend, um morgen ins Geschäft zu gehen. Herr Meder braucht aber unbedingt diese Zeichnungen und Beschreibungen gleich morgen früh. Sei so gut, Inge, und fahre mit den Schriften zu Herrn Meder und überbringe sie ihm. Du kannst ihm auch von dem Brief erzählen.“ Ein Schreck durchfuhr Inge. Was hatte der Vater vor, daß er sie fortschickte? Inge besorgte jetzt oft Wege für ihn. Aber heute noch? Sie wußte, der Weg zu Herrn Meder war weit, unter zwei Stunden konnte sie nicht zurück sein.„Laß mich heute bei dir bleiben, Vater. Es ist schon spät. Ich bringe die Schriften Herrn Meder morgen ganz früh in das Geschäft.“ „Nein, Kind, es eilt. Vielleicht wird Herr Meder noch heute abend daran arbeiten. Es ist eine dringende Arbeit, die ich heute noch erledigen wollte. Aber ich kann nicht. Geh jetzt“, drängte er. „Vater! Ruth kommt auch erst spät zurück. Du bist dann ganz allein und fühlst dich nicht wohl. Laß mich hier", flehte Inge. Der Vater fuhr sie streng an.„Geh jetzt. Willst auch du mich quälen? Ich fühle mich ganz wohl.“ Alles Flehen nützte nichts. Schweren Herzens machte sich die Tochter auf den Weg. Georg stand wie erstarrt am Schreibtisch. Er war nicht fähig, einen Gedanken zu fassen. Die Stille um ihn her erdrückte ihn schier. Der Abend drängte das Tageslicht immer mehr zurück. Unten auf der Straße war es ruhig geworden. Durch das offene Fenster ertönte das Abendlied einer Drossel vom Dach her. Der erschöpfte Mann fuhr plötzlich aus seiner Erstarrung auf.„Wahnsinn!“ sagte er vor sich hin. Das war ja alles Wahnsinn, ein Trugbild seiner überreizten Nerven, was er glaubte, erleben zu müssen. Lydia wollte ihn verlassen? Er lachte gellend auf. Unsinn! Sie liebte ihn ja! Sie würde zu ihm zurückkehren. Sie mußte! Er schlug mit der Faust auf den Brief, er knisterte. Georg sah hin. Die Schrift tanzte vor seinen Augen. Wollte er die Frau zuruczwingen, die sich längst einem anderen Manne ergeben hatte?! Jetzt erst fiel es ihm ein, nachzusehen, ob auf dem Brief ein Absender stand. Ja, die Adresse von Herrn Boris! Georg taumelte. Himmel, dieses Weib scheute sich nicht, diese Adresse als Absender anzugeben! Also so weit war es schon gekommen! Dann übermannte den halb Wahnsinnigen ein Gefühl grenzenloser Vereinsamung. Was für einen Zweck hatte sein Leben noch? Die Kinder würden ihre eigenen Wege gehen. Ruth hatte sich schon längst von ihm gewandt. Sie war jetzt als Sekretärin bei einem Filmregisseur tätig. (Fortsetzung folgt.) der deutschsprachigen Presse e. Die Frühjahrskur Eine heitere Ostergeschichte Von Till Ponto „Finden Sie nicht auch, Liebste", fragte die Frau Oberrechnungsrat Brösicke liebenswürdig bei einem Täßchen Kaffee,„finden Sie nicht auch, daß Ihre Hilde in letzter Zeit so bläßlich aussieht?“ „So?“ meinte Frau Geheimrat Kühne kurz, obwohl es ihrem besorgten Mutterblick nicht entgangen war, aber was ging das die Brösicken an?„Versuchen Sie'k doch mal mit einer Frühjahrskur", fuhr jene inzwischen behaglich fort und schrieb alsogleich aus purer Gefälligkeit das Rezept auf.„Es stammt noch von der Kinderfrau meiner seligen Großmutter und wirkt Wunder, Sie werden's erleben. Also diese zwölferlei Kräuter, dazu die gestoßene Eierschale und Regenwasser aus einem hohlen Baumstumpf, in einer Vollmondnacht schweigend geschöpft. Und nicht vergessen— einen rostigen Nagel unters Kopfkissen legen!“ Frau Geheimrat bedankte sich überschwenglich, fest entschlossen, ihre Einzige keinesfalls durch das unfehlbare Rezept der Brösicken vergiften zu lassen——— Aber die Frühjahrskur hatte ihr doch Eindruck gemacht. Sie suchte heimlich den bewährten Hausarzt auf und holte sich Rat. „Tja, meine Liebe“. lachte der alte Herr, „junge Mädchen in diesem Alter— das ist nun mal so eine Sache! Bißchen mehr Bewegung in frischer Luft, jeden Nachmittag einen tüchtigen Spaziergang.— Ihre Gicht erlaubt Ihnen das nicht? Aber, liebe Frau Geheimrat, wer spricht denn von Ihnen? Die Hilde ist doch inzwischen alt genug— achtzehn, nicht wahr? Ja, wie die Zeit vergeht! Nein, im Ernst, Sie sollten sie nicht so an die Kette legen, die Hilde, ein so bildhübsches Mädel——“ „Na eben“, seufzte die Frau Geheimrat, und man wußte nicht, ob es Einsicht oder Besorgnis war... „Jawohl, Mama“, sagte die wohlerzogene Hilde, als ihr der ärztliche Ratschlag mitgeteilt wurde. Sie war deswegen nicht um die kleinste Nuance weniger blaß und die ganze Frühlingskur schien ihr nicht den geringsten Eindruck zu machen. Aber das änderte sich bald. Pünktlich jeden Mittag verabschiedete sich Hilde, entzückend anzusehen in ihrem neuen Frühjahrskostüm, und die Augen der ängstlichen Mutter folgten dem Kind bis zur nächsten Straßenecke. Pünktlich nach einer Stunde bog sie wieder um die gleiche Ecke— aber welche Veränderung! Erst war es nur ein leises Lächeln, das auf ihrem Gesichtchen lag, dann tauchte ein schwaches Rot auf den Wangen auf. Wenn sie ins Zimmer trat, summte sie vor sich hin, und manchmal lachte sie ohne jeden ersichtlichen Grund. Und einmal erschien sie, das lichte Haar in der Sonne leuchtend, den Hut durchaus nicht gesittet schief auf dem Köpfchen—— „Heut' hab ich ihn getroffen!" lachte sie, als sie ins Zimmer trat. „Wen denn, um Himmels willen?" fuhr die Frau Geheimrat auf. „Den Frühling persönlich", strahlte die Hilde, und Frau Geheimrat sank beruhigt in ihren Sessel zurück. Das Kind war eben so poetisch veranlagt—— „Heut' hat er mit mir gesprochen“, lachte die Hilde ein paar Tage später, und diesmal schwenkte sie den Hut schon in der Hand. „Wer denn, um alles in der Welt?“ entEin Solu keliet keim Schicksal zwischen zwei Osterfesten Von Karlheinz von Latour omm doch herein, Hinrich“, sagt die K alte Bäuerin und nimmt dem Sohn “ den kleinen Koffer ab. Ihr Mund zuckt, als sie zu ihm aufblickt.„Setz dich und iß“, sagt der grauhaarige Bauer von der Ofenbank her— Heinrich Krüger sagt nichts. Schweigend und verlegen haben sich der Alte und der Junge die Hand gegeben. Schweigend sitzt er und löffelt seine Suppe. Das also ist seine Heimkehr— das sind die Eltern— die alte Stube mit den klobigen, gescheuerten Möbeln— der grüne Ofen und die Blumen am Fenster— der aus der Kindheit vertraute Geruch nach feuchtem Scheuersand und selbstgebackenem Brot— und das also ist die Heimkehr... Niemand spricht von dem, was zwischen der Kindheit und dieser Heimkehr liegt. Heinrich weiß, daß des Vaters Haare grau wurden seit dem Tag, da er den Hof verließ, auf dem die Krügers nun schon seit so Hände. So ganz und—. gar vom Schicksal zerschmettert. Denn zu I Ansang ist ja alles gut gegangen. Er schrieb, der fremde Herr hat ihm wirklich eine tadellose Stellung verschafft. Hilfskassierer bei der Hauptstelle der Bank und die Möglichkeit zu raschem Fortkommen. Aber schon nach ein paar Monaten klangen die Briefe anders. Der große Gönner ist ausgeschieden aus der Leitung der Firma— es geht alles nicht mehr so gut. Von Vorwärtskommen keine Rede und der Hauptkassierer hat etwas gegen ihn—— Ostermorgen Von Tbeodor Storm Es war daheim auf unserm Meererdeich; Ich ließ den Blick am Horizonte gleiten, Zu mir herüber scholl verheißungsreich Mit vollem Klang das Osterglockenläuten. Wie brennend Silber funkelte das Meer, Die Inseln schwammen auf dem hohen Spiegel, Die Möwen schossen blendend hin und her, Eintauchend in die Flut die weißen Flügel. Entfesselt ist die urgewalt'ge Kraft, Die Erde quillt, die jungen Säfte tropfen, Und alles treibt, und alles webt und schafft, Des Lebens vollste Pulse hör' ich klopfen, Der Flut entsteigt der frische Meeresduft: Vom Himmel strömt die gold'ne Sonnenfülle: Der Frühlingswind geht klingend durch die Luit Und sprengt im Flug des Schlummers letzte Hülle. Im tiefen Kooge bis zum Deichesrand O wehe fort, bis jede Knospe bricht, War sammetgrün die Wiese aufgegangen: Daß endlich uns ein ganzer Sommer werde: Der Frühling zog prophetisch über Land. Entfalte dich, du gottgebor'nes Licht, Die Lerchen jauchzten und die Knospen sprangen. Und wanke nicht, du feste Heimaterde!— vielen Jahrhunderten gearbeitet haben, geboren wurden und starben. Die Sommergäste aus der Stadt hatten dem hübschen, aufgeweckten jungen Mann den Kopf verdreht. Heinrich hier und Heinrich da— immerzu haben sie den Jungen gebraucht. Und schließlich hieß es, der eine der Herren, ein Bankdirektor oder so etwas, wird dem Jungen eine Stellung in der Stadt verschaffen. Ein richtiges, hohes Gehalt— eine saubere Arbeit— schöne Anzüge, Bildung, Kunst—„was Besseres"... „Vater, du mußt mich gehen lassen— vielleicht ist es mein Glück!“. Der Alte sieht noch die flehenden, hoffnungsfrohen Augen des Jungen vor sich. Er hat lange überlegt und dann gesagt:„Ich kann dich nicht halten, aber...“ Aber da war der Junge schon fort. Und jetzt ist er wieder da, ein blasser, gebeugter Mann, so armes Haar, so arme Dann eine kurze behördliche Nachricht. Heinrich Krüger steht in dem Verdacht, an einer Riesenunterschlagung beteiligt zu sein. Verhaftung, Untersuchung, Urteil— Gefängnis! Ein Zettel von Heinrich an die Eltern:„Ich bin unschuldig!“ Fünf Monate— dann eine neue Entscheidung: Strafe abgekürzt! Und von Heinrich ein Brief: „Ich komme nach Hause, wenn es Euch recht ist... Nein, keiner der drei Menschen findet Worte, denn es verhält sich ja wohl so, daß sich uns der Mund verschließt vor den Dingen, die uns am tiefsten berühren. Abends kommt die Mutter in seine Kammer. Es ist die alte Jungenskammer mit den schrägen Wänden und den knarrenden Dielen.„Nun schlaf' dich man aus, Hinrich“, sagt sie und fährt mit der Hand wieder und wieder über die blütenweiße Bettdecke. „Und morgen gehst du mit uns in die Kirche, ja? Ostersonntag——“ Heinrich wundert sich.„Gerade gehst du", sagt die Mutter,„wo du doch unschuldig bist.“ Und wieder zuckt Und wieder zuckt ihr Mund. Kalt ist der Morgen, der Wind pfeift über die kahlen Felder, als die drei Menschen den Kirchweg antreten. Wo sie vorübergehen, wird höflicher Gruß getauscht. Es ist, als wolle niemand etwas von der Geschichte des Heimkehrers wissen. Der schaut starr vor sich hin. Er fühlt, wie nicht nur in seinem Herzen, sondern auch in den Eltern die Scham und die Bitterkeit brennt. Was kann Ostern für sie bedeuten? Es wird dann doch einmal Frühling und Sommer. Hinrich kann sich nicht eingewöhnen. Er sitzt viel in seiner Kammer, untätig. Er geht in Haus und Hof herum, faßt dieses und jenes an, aber es ist nichts Rechtes damit. Er muß sich allein zurechtfinden mit der Frage nach der furchtbaren Ungerechtigkeit, die ihm sein Leben und seine Ehre zerbrochen hat. Der alte Bauer hat seinen Sohn noch nicht wiedergefunden— und Herbst und Winter vergehen. Aber als der nächste Frühling ins Lan) zieht, geschieht etwas. Es geschieht, de Heinrich sich wieder aufrichten kann, d. z seine Wangen Farbe und seine Augen Glai; bekommen. Daß er seinen Vater geradeswegs anschaut und daß in beiden so etw's wie ein erstes, befreiendes Lachen aufsteigt. Eine neue, starke Führung hat im Vaterland aufgeräumt. Brausend und hart wie ein Frühlingswind ist sie aufgestanden, um das Gute, das Echte, das Wahre in den Herzen wieder zu erwecken. Und um das Recht wieder aufzurichten. Alle spüren es, alle atmen auf, alle sind von neuem Leben und neuer Hoffnung erfüllt. Bis in den kleinen Bauernhof dringt der starke Atemzug des Neuen— Die Korruptions= und Unterschlagungsgeschichte, um derentwillen Heinrich Krüger verurteilt wurde, wird wieder aufgerollt. Mit Schande, mit doppelter Schande bedeckt stehen jene da, die als wirklich Schuldige die Unschuldigen opferten und selbst ihren Vorteil daraus zogen. Schwarz auf weiß kann es jeder lesen— unter manchen anderen ist auch Heinrich Krüger als unschuldig erkannt worden! Als die drei Menschen an diesem Östermorgen den Kirchgang antreten, bleibt es nicht beim höflichen Gruß. Von allen Seiten strecken sich ihnen Hände entgegen. Heinrich geht hochaufgerichtet und fühlt sich jung und stark. War je ein Osterfest so schön, so strahlend, so verheißungsvoll? Und nach den Feiertagen geht Heinrich wie selbstverständlich mit seinem Vater aufs Feld. Und beide wissen, der Glaube an das neue Leben wird sie nicht täuschen! rüstete sich die Frau Geheimrat. „Na, der Frühling persönlich!" erklärte die Hilde vergnügt. Und die Frau Geheimrat schwieg, aber ein gewisses Mißtrauen aß ihr im Herzen. Sollte man die Spaziergänge untersagen? Aber wenn der alte Sanitätsrat doch die Kurverschrieben hatte? Und dann kam die Hilde einmal nach Hause— und es war am Ostersonnabend, wo die Frau Geheimrat sowiese nervös war, wegen des Hausputzes und des Kuchenbackens— und sie sagte gar nichts, aber ihr rotwangiges Gesichtchen leuchtete.„Heut' hat er mich geküßt", flüsterte sie ziemlich geistesabwesend.„So?“ fragte die Frau Geheimrat hoch und spitz vor Aufregung. „wohl der Frühling persönlich, ja? Komm einmal her, Hilde, bitte!!“ Aber weiter kam sie nicht, denn das Mädchen brachte eine Besuchskarte herein— ausgerechnet am Ostersonnabend Besuch! „Frühling! Gestatten, gnädige Frau, Dr. Hans Frühling! Ich bin Assistent von Herrn Sanitätsrat Gröber und wollte mir erlauben... Im Laufe des sehr anregenden Gespräches stellte es sich dann heraus, daß der junge Arzt nicht ausschließlich gekommen war, um sich nach dem Befinden der Damen zu erkundigen, sondern daß er mit Erlaubnis der Frau Geheimrat Fräulein Hilde ein kleines Geschenk zu überreichen gedachte in Gestalt eines Ostereis aus Samt mit zwei goldenen Ringen darin.— In der nächsten Nummer beginnt unsere neue Serie: and Roden Vom Freiheitskampf des deutschen Bauern Von Heinz Halter Unsere Artikelfolge läßt den Leser das grandiese und tragische Schauspiel des tausendjährigen Kampfes des deutschen Bauern um seine Freiheit miterleben, dem erst der Sieg des Nationalsozialismus ein Ende setzte— denn dieser Sieg war auch zugleich der Sieg des deutschen Bauern WITRTO der deutschsprachigen Presse e.V. Das Huhn verklagt den Hasen Ein Huhn hat sich bitter beim andern beklagt: „Wir legen die Eier, und niemand sagt Das ganze Jahr drob einen Ton. Doch dann kommt Ostern, und sieh da, schon Schnappt uns der naseweise Hase Die Eier weg direkt vor der Nase. Er malt sie schnell ein bißchen an, Hängt, dämliche Schleifen und Glocken dran Und legt sie irgendwo malerisch hin— Kein anständ'ges Huhn sieht drin einen Sinn. Doch Menschenkinder, die kleinen vor allen, Sind über die Eier hergefallen Und suchen mächtig und schreien entzückt: „Der Osterhase hat uns beglückt!“ Ich bin empört, ich muß ernstlich rügen: Wir haben die Arbeit, er hat das Vergnügen! Drum stell' ich den Antrag, wir sprechen nun Statt vom Osterhasen, vom„Österhuhn“!"... 00000000 Der falsche Osterhase „Hallo, Onkel!“ riefen die kleinen Kaninchenkinder, die wie runde Wollbällchen vor dem Bau in der warmen Sonne herumkugelten.„Hallo, Onkelevor man zum Genußdieser Öster* freuden kommt, wird es einiges Kopfzerbrechen geben. Aber die Mühe wird belohnt, wenn all diese knifflig kombinierten Rätsel richtig gelöst sind. Also— frisch an die Arbeit! Im Rad ergeben die sechs Speichen Worte folgender Bedeutung; der letzte Buchstabe ix) ist gleichbleibend: 1. männlicher Vorname, 2. Stacheltier, 3. Versammlungsraum, 4. Fluß und Gebirge in Rußland, 5. männlicher Vorname, 6. Gesellschaftsstand. Der äußere Rand von 1 in Pfeilrichtung gelesen, ergibt ein gewaitiges Ereignis der letzten Zeit.(Zwei Worte.) In der Schubkarre ist an Stelle der Zahlen je ein Buchstabe zu setzen. Es entstehen dann Worte nachstehender Bedeutung: Senkrecht: 7. Operettenkomponist, 8. Singvogel, 9. deutscher Sender, Fest der Jugend Osterspaziergang We: bekäme da nicht Lust, gleich mitzumachen beim fröhlichen Östereiersuchen? Allerdings muß erst einmal festgestellt werden, 1. wieviel Personen auf dem Bild zu sehen sind, und 2., welche Leute davon mit Ostereiersuchen beschäftigt sind, und wieviel andere Sorgen haben. ng Sn 1 Mu n Wue d 131 310 in W i M e Sui 130 u ing ud Muh gun Spc i ee M ein Mu 1 u ui W f Win M M su W unt gush Lahnin u uhet M eu lun *** ∆ 295 a rere #. chen!“ Denn eben hoppelte eilig und sehr beschäftigt ein prächtiger brauner Hase vorüber. „Schscht— Kinder“, rief die Kaninchenmama besorgt und erwischte ihren vorwitzigsten Sohn Peter beim weißen Schwänzchen.„Seid doch nicht so aufdringlich! Ihr seht doch, der Onkel hat zu tun.“—„Was hat er denn zu tun, Mama?“ fragten die Kleinen.„Der Onkel ist doch Österhase—“ erklärte die Mama und erzählte ihren Kindern das Weitere. Peter Kanin, der älteste und schlaueste der Kaninchenkinder, fand in dieser Nacht vor Ostern keine Ruhe. Der Onkel lief durch die Gärten. versteckte Eier, hörte den Kinderjubel und ließ sich feiern— warum nicht er auch, er, Peter Kanin? Und schon hatte sich der kleine schwarzweiße Kaninchenjunge aus dem warmen Bau geschlichen und hoppelte durch den taufrischen Morgen dem nächsten Ort zu. Wo aber nun die Östereier herbekommen? Peter hat einen schlauen Einfall. Er sucht sich einen Garten aus, wo Onkel Österhase schon brav gearbeitet hat und setzt sich so von ungefähr 4 zu einem schönen, vollen Nest dazu.——— Als die Kinder an diesem schönen, strahlenden Ostermorgen jubelnd in den Garten stürzen, sehen sie von fern neben einem prächtigen Nest voller Eier ein entzückendes schwarz=weißes Kaninchen sitzen. Mit wildem Geschrei läuft die ganze Gesellschaft auf den vermeintlichen Österhasen zu. „Fangt den Has', fangt den Has“, schreien die Kinder, schwenken die Mützen und stoßen und drängen sich. Was ist denn das? denkt der kleine Peter Kanin. Ist das der Jubel? Nennt man das Feiern? Und plötzlich fühlt er mit bangem Herzklopfen, wie etwas Dunkles ihm über den Kopf fliegt.„Ich habe ihn unter der Mütze“, schreit ein Kind. Da rafft Peter Kanin seinen ganzen Mut zusammen, macht einen Riesensatz und fliegt mit langen Sprüngen aus dem Garten hinaus— heim zur Mama. Zu dem Schreck und der Angst bekam er noch ein paar tüchtige Ohrfeigen von der Mama, damit er sich's merken könne, daß einer zum Österhasen gevoren sein muß.—— Rätselhafte Osterfreuden Ostereier— mal ganz anders! Mit ein paar Wollresten, etwas Plastelin, allerlei Buntpapierschnitzeln, einem Tuschkasten und recht viel Phantasie können wir aus hartgekochten Hühnereiern die lustigsten Osteteier hervorzaubern. Wir modellieren einen „Hals“, bekleiden ihn mit Kragen und Schlips aus Papier, drücken das Ei hinein und bemalen es mit einem komischen Gesicht. Dazu gehört dann noch eine Kappe aus Papier, ein roter, schwarzer oder brauner Wuschelkopf aus aufgeklebten Wollfäden oder eine Mütze aus Plastelin. Auch Ohren und Nase müssen angeklebt werden und mit Farben dürfen wir nicht sparen! Aus Eierschalen, sofern das Ei sehr vorsichtig ausgeblasen wurde, läßt sich eine reizende Blumenvase machen. Wir brechen das spitze Ende der hohlen Eierschale hübsch gleichmäßig und zackig aus, setzen die Schale, die wir auch nett bemalen können, auf einen Plastelinfuß oder auch nur drei Plastelinkugeln und füllen sie mit kleinen Blumen. gu induu Bunch ung ung W e ii u : SogUL 590 Uolp:ods Bunigiln „Hoppla— Haltet ihn!— Unser Osterei läuft weg!“ 10. weiblicher Vorname, 11. Auszeichnungen, 12. Wundrückstand, 13. Pelztier, 14. Milchdrüse, 15. Abschlußprüfung, 16. weiblicher Vorname.— Die waagerechte Zeile(7.) ergibt einen deutschen Rundfunksender. Sind die Worte richtig gefunden und in das mit gleichen Zahlen (17.) versehene Feld des Eies eingesetzt, so ergeben sie, von 1 bis 26 gelesen, einen der Jahreszeit entsprechenden Spruch. Die Felder in den Pfoten des Hasen ergeben ehemals deutsche Gebiete, und zwar: 18. Stadt im Osten, 19. Gebiet im Osten, 20. Hauptstadt von 22. senkrecht, 21. Gebiet im Westen. Im Hasen selbst: Senkrecht: 22. ehemalige deutsche Provinz im Osten, 23. einen Wunsch an unsere Leser.— Waagerecht: 22. bekannter Wallfahrtsort in Schlesien, 24. Heiligtum von Naturvölkern, 25. Rauchfang. 26. Vogelbau. 9 31#9. mt.27. Bic 3 na u Su a u ucr: Wg uus Mnng m ushenid 1 c:15 uinids 2 Susbung — ii fi f M M i fhr hang g lun Mhnn ume 1 mg Allerlei Scherzfrage: Was für ein Stern Bricht Eier gern? Was für Sekten sind es— ohne Scherz— Die auf Bäumen wohnen allerwärts? Ich weiß ein Wort, ihr streicht nur c und k, So ist das ganze Wort schon nicht mehr da. Ssut— Miln— Mine 000000000000 Eignungsprüfung „ach. bei uns hat das Ostereier= suchen gar nicht den richtigen Reiz!“ sagt die kleine Frau Knülle.„Unsere beiden Jungens sind zu gerissen. Wir können die Eier noch so gut verstecken — sie finden alles, eins, zwei, drei, hast du nicht gesehen!“ „Großartig!“ nickt beifällig Onkel Pau!„Da wißt ihr wenigstens gleich, was ihr die Jungens werden laßt. Den einen Zollbeamten und den anderen Steuerbeamten“ Auflösungen aus voriger Nummer in der nächsten Ausgabe