Erscheint wöchentlich dreimal, am Dienstag, Donnerstag u. Sonnabend und kostet durch unsere Boten und Agenturen, sowie durch sämtliche Postanstalten bezogen 1.50 Mark vierteljährlich; durch den Briefträger zugestellt 24 Pfg. für Bestellgeld mehr. Nr. 120. Amtliche Zeitung des Kreises Lübbecke Sonder=Ausgabe:„Dielinger Zeitune". und Berlag: E. Kooynowskt Wwe., Nahben. Verantw. Redatteur H. Koonnowsll, Rahben. Telegramm=Adresse: Wochenblatt Nahden“. Fernsprech=Auschlus Nr. 11. Sonnabend, den 5. Oktober 1918. Die 0=gespaltene gewöhnliche Anzeigen=Druckzeile od. deren Raum kostet 15 Pf. Reklamezeile 80 Pf. Bei Wiederhokung Rabatt. Anzeigenerscheinen gleichzeitig in der „Dielinger Zeitung“ und werden bis Montag, Mittwoch und Freitag vormittag 10 Uhr erbeten. 29. Jellzgang Die beste Politik. dem Ausfall der nennten Kriegsanleihe werden unsere Feinde wie an elnem Barometer ablesen, ob wir feststehen oder müde werden, ob wir Vertrauen zu unserer Führung haben oder an uns selber irre werden, ob wir auch nach einem vorübergehenden Rückschlag im. Felde die Einmütigkeit und Zähigkelt einer großen Natton zeigen oder ob wir mit einem Erlahmen im Schlußkampf alle Erfolge dieser Kriegsjahre in Frage stellen. Jedes Nachlassen in unserer finanztellen Opferfreudigkeit würde den Feinden eine Bresche in unserer moralischen Rüstung verraten, und das würde bei ihrem von neuem angeschwollenen Vernichtungswillen das gefährlichste Friedenshindernis sein, das sich denken ließe. Darum muß die neunte Kriegsanleihe zu einer erbarmungslosen Enttäuschung werden für die wohlbekannte feindliche Propaganda, die auf die deutsche Uneinigkeit oder zur ein Matterwerden einst überheblicher Stimmungen spekuliert. Einfache Pflichterfüllung ist also im Augenblick die beste Politik. Das ganze Volk muß es wissen, daß es keine wichtigere Unterstützung aller Friedensbestrebungen geben kann als eln Ergebnis der Kriegsanleihe, das den Feinden die absolute Unzerlösbarkeit unserer inneren Front zu Gemüte führt. Keine der bisherigen Kriegsanleihen hat ein solches moralisches Gewicht gehabt wie diese! Nur der höchste finanzielle Erfolg wird entscheidend dazu beitragen, das Tor zum Weltfrieden aufzustoßen. Professor Hermann Oucken, Der bulgarische Waffenstillstand Wad werden wir gegen die Abschneidung von dei Türkei tun? Der bulgarische Waffenstillstand ist in Kraft getreten, und jetzt fragt es sich, was kommen wird „Die bulgarische Armer konnte nicht mehr.“ Ein aus Sofig nach Berlin zurückgelehrter Parlamentarter erklärte, daß das bulgarische Friedensangebot zwar überraschte, aber nicht unerwartet kam. Man wußte längst von der Zersetzung der Armee, d. h. von der totalen Kriegsmüdigkeit, die bis zur Fahnenflucht ausartete, so daß ganze Truppentelle, wie in Rußland, einfach nach Haus fuhren. Die Engländer sollen eine große Anzahl Geschütze erbeutet haben, welche längst verlassen waren. So erklärt sich auch der rasche ausgedehnte Durchbruch, der nur durch die an einzelnen Stellen standhaltenden Truppen aufgehalten wurde. Eln bulgarischer Offlzier erklärte einem Deutschen: „Wir denken an keinen Treubruch, aber wir können nicht mehr. Die deutschen Truppen hätten eben dableiben sollen.“ Die Meinung der Intelligenz in Sofia ist, das alles wieder gut wird, wenn die Deutschen die militärische Lage wiederherstellen. Man hat die Hoffnung, die bulgartsche Armee mit Durchsetzung von deutschen Truppen wieder kampffähig zu machen. Der Gewährsmann der„Köln. Volksztg.“ melnt, der gefährlichste Punkt war immer der, daß die Amertrauer(die die diplomatischen Beziehungen nicht abgebrochen hatten) noch in Sofla saßen. Die Sobranje vor der Entscheidung. Am Montag hat Malinow im Namen des Königs Ferdinand die Sobranse mit einer Thronrede eröffnet. Der Schritt Malinoffs zur Herbeiführung des Wafsenstillstands wird mit folgenden Sätzen mitgeteilt: „Von der größten Loyalität gegen unsere Verbündeten erfüllt, hatten ich und meine Regierung nichts anderes im Ange, als unsere Pflicht gegen das Vaterland zu erfüllen, und ihm sowie unseren tapferenTruppen die Möglichkeit zu geben, zu einem ehrenvollen Frieden zu gelangen, entsprechend den schmerzlichen Opfern, die das Volk zur Errlngung seiner Ein= heit auf sich genommen hat. In diesem Sinne wurde getau, was möglich war. Schließlich hat meine Regierung nach reiflicher Erwägung der Lage beschlossen, unseren zahlreichen Gegnern den Vorschlag zu machen, in Verhandlungen wegen eines Waffenstillstandes und eventuell eines Friedens einzutreten.“ Dürftiger konnte die Begründung des Treubruches nicht ausfallen. Malinow versprach eine ausführliche Begründung am nächsten Freitag zu geben und auf seinen Vorschlag vertagte sich dann die Sobranje bis dahin. Die Oesterreicher kämpfen weiter. Ter amtliche Bericht der gegnerischen Heeresleitung aus dem Balkan meldet: Westlich des Ochrida=Sees leisten die Oesterreicher noch immer starken Widerstand. Bulgaren gegen Bulgaren. Das bulgarische Heer ist inzwischen in der Auflösung begriffen. Ein Wiener Telegramm berichtet vom 30. September, also vom Tage des Sobranjezusammentritts: Die gegen Sofia vordringenden Deserteure sind von Regierungstruppen bis Bladaja im Vltozdeflie zurückgedrängt worden. Für die Hauptstadt besteht keine Gefahr. Der amtliche bulgarische Heeresbericht vom gleichen Tage lautet:„Entsprechend dem Abschluß des Waffenstiltstandes, der von heute ab gilt, sind die milltärischen Operationen eingestellt worden.“ Die englische Auffassung. Der englische Staatsmann Bonar Law äußerte sich in einer längeren Rede, die der Kriegslage im allgemeinen galt, über die Wendung in Bulgarten wie folgt:„Serbiens Stunde hat geschlagen; es ist gerächt! Heute ist das Abkommen unterzeichnet worden, wonach die Feindseligkeiten zwischen Bulgarten und dem Verbande um 12 Uhr mittags beendet sind. Bei den in aller Elle geführten Unterhandlungen bestand zwischen der brittschen Regierung und ihren Verbündeten ein völliges Einvernehmen. Das Abkommen verschafft uns die Herrschaft über die Elsenbahnen, mithin die Gewalt über Bulgarten. Es bedeutet, daß die Verbindung zwischen Deutschland und dem Orient nach dieser Richtung abgeschnitten und daß die deutschen Träume von der deutsch Ferrschaft im Oslen verflogen sind.".. Volle Klarheit über die Lage besteht auch heute noch nicht. Deutsche und österreichisch=ungarische Truppen sind in Sofia und wohl auch an den wichtigsten Fronttellen. Eine Reihe bulgarischer Generale ist noch von der Möglichkeit überzeügt, das Heer zu neuen Kämpfen führen zu können. Wird die Sobranje das wollen? Und wenn nicht, wo ziehen wir dann die neue Kampflinie? Wenige Tage werden die Entscheldung öringen. Die Lage in Oesterreich. Ministerpräsident Hussarek hat dem österreichischen Abgeordnetenhaus die Gesamtlage in einer großzügigen Rede entwickelt. Bezeichnend für die Lage ist der schroffe Gegensatz, in den sich wieder die Tschechen zur Regierung stellen. Der Ministerpräsident führte aus: „Durch den von Bulgarten abgeschlossenen Waffenstillstand ist zwelsellos auch für die Monarchte im Südosten eine ernste Lage geschaffen worden. Diese Lage ist jedoch leineswegs kritisch. Die entsprechenden milttärischen Vorkehrungen sind im Vereine mit dem deutschen Reiche ungesäumt und umfassend getroffen worden. Sie sind in gutem Gange und ich vermag nach Mitteilungen berufener Stellen zu erlläeur, daß wir alles getau haben, um der Wetterentwicklung der Dinge auf dem Balkan mit Ruhe entgegenblicken zu dürfen.“ Auch an dieser Front stehen unsere Truppen Schulter an Schulter mit den Deutschen und bewähren auch dort wieder herrlich und in Treue das festgefügte Bündnis, das auch in Zukunft allen Proben des Schicksals unerschütterlich standhalten wird. Die künftige grundlegende Regelung der internationalen Beziehungen, die die gesamte Menschheit sich im Geiste einer friedlichen und gerechten Sicherung ausreichender Lebensmöglichkeiten für alle Völker denkt und herbeisehnt, kann doch wohl nicht vom Schwert des Brennus erwartet werden. Der Inhalt einer solchen Regelung muß aus der Verständigung hervorgehen. An diese gemelnsam anerkannten Grundgedanken anknüpfend, sollte die vom Minister des Aeußern vorgeschlagene Aussprache eine Ausgleichung, wie sie in der einen oder anderen Form der Verlauf des Krieges allerdings unter unsäglichen Leiden für die gesamte Menschheit schließlich einntal bringen muß, durch ein abgekürztes und dem ethtschen Bewußtsein unserer Zeit vielleicht angemesseneres Verfahren vorberetten. Die Stunde dafür wird kommen. Ich sehe der Stunde mit Ruhe und Festigkei entgegen. Eines der wichtigsten Probleme dieser Art liegt in der polntschen Frage vor. Wir achten die freie Jugend. Novelle von Paul Bliß. (Nachbruck verboten.) Nein, neln! Sein ganzes besseres Ich empörte sich zuf einmal dagegen. Alles, was vorhergegangen war, die Monale, in denen er Luzie kennengelernt hatte, die Hoffnungen auf die Zukunft, seine Stellung, seine Kunst. sein Glück— alles, alles versank in dieser Minute, und vor ihm stand nur immer der Gedankei du hast beine Jugend, deine Kraft verschachert für elenden Mammon, und mun bist du zeitlebens gefesselt an dies arme gebrechliche Wesen. Er rang nach Luft. Schweiß perlte auf seiner Stirn, Und an seinen Schläsen hämmerte das siedende Blut. Hinaus! Fort! So tobte es in seiner Brust. Noch ist es Zeit, flieh'! Er lehnte sich an den Rahmen der Tür und schlaß einen Augenblick die Augen. „Aber, Kurt“ rief Luzie herüber,„warum kommst bu denn nicht näher? Oder glaubst du zu stören? Keine Angst, komm' nur getrost herein!“ Jedes Wort fühlte er wie einen Stich. Aber er bezwang sich, er kam näher, ganz langsam, überreichte ihr die Veilchen, wofür sie ihm herzlich dankte, und starrte mit weit offenen Augen auf das Brautkleid.„Nun, bist du zufrieden?" lächelte sie. „Ja, ja, es gefällt mir sehr gut.“ Er strich sich über die Stirn und schloß die Angen. „Was hast du heute, Kurt?“ fragte sie besorgt.„Du siehst ganz blaß aus." „O, es ist nichts, ich bin nur wieder zu schnell gelaufen,“ beruhigte er sie. „Dann geh' ins Speisezimmer und ruh' dich ein wenig aus. Du bleibst doch hier zum Abendessen?“ „Nein, das kann ich nicht, du mußt mich schon entschuldigen, ich muß heute noch eine wichtige Arbeit erledigen.“ „Schade,“ rief sie,„ich hatte mich so auf heute abent gefreut!— Na, dann also morgen. Ach, das hätte ich ja beinahe vergessen! Morgen vormittag kommt Lotte, Wir holen sie doch beide ab, nicht wahr?“ „Gewiß!“ er wußte kaum, was er sagte; dann verabschiedete er sich, hastiger als sonst, und eille hinaus. Endlich war er daheim in seiner elnsamen Junggesellenbude, und nun sank er auf seln Sofa hin und preßte die Hände aus Gesicht. Er fühlte sich so elend wie nie zuvor.— Er wußte nicht, wie lange er in dumpfem Brüten so gelegen hatte, aber als er wieder klar denken konnte, war es Nacht um ihn, und er fühlte einen brennenden Kopfschmerz. Als er aus Feuster trat, bot sich ihm ein wunderbares Bild. Der ganze Park schien ihm magisch beleuchtet. Es war Vollmond, und das milde Licht lagerte über der schlummernden Erde. Er öffnete ein Feuster und sog die Nachtluft ein. Welche Wohllat! Er almete lief auf. Ach, das gab wieder Kraft und Hoffnung! Er ging hinaus. Langsam durchwanderte er den Park, wie träumend ging er weiter. Elne wunderbare Melodie erklang in seiner Seele, die Musik der Einsamkelt. Und er hörte die schmelzenden Töne der Nachtigallen und das leise Rannen des Nachtwindes, das aus den Kronen und Baumwipfeln zu ihm herunterklang, und all die geheimnisvollen Wunder so einer Frühlingsnacht mit ihrem Trelben und Werden und Gedeihen, all das fühlle, hörte und empfand er. Um diesen märchenhaften Traum nicht zu zerstören, setzte er lich auf eine Bank. Und unn huschten an seinem geistigen Ange Gestalten und Erlebnisse vorüber, die ihn lange, lange nicht beschäftigt hatten. In seine Jugend fühlte er sich zurückversetzt, all die Freuden und Leiden seiner Kanbenjahre zogen wieder an ihm vorbei; aber der Freuben waren, das Leid, die Not und Entbehrung waren ihm mer Begleiter gewesen; früh verwalst, war er bei frei####alen erzogen. Früh war er an Solbständigkeit gemen u. d sast immer auf sich selber angewiesen gewesen; v###e## hatte er eine Liebe zur Einsamkeit, und einmal, wie ein lächelnder Sonnenstrahl, hatte ihm die Freude zugenickt— eine Kinderliebe war's gewesen. Er lernte seine kleine Nachbarin, seine einzige treue Begleiterin, liebgewinnen. Ein(leines, wildes Mädel war's gewesen, immer lustia, immer tausen tolle Streiche im Kopf, aber immer herzig und gul zu ihm. Dies Mädchen liebte er mit all der Glut eines frühreisen Knaben, für sie hätte er sein Leben geopfert. Aber da kam eines Tages eine schleichende, böse Krankheit in die Stadt, und der Tod raffte den füßen Mondkopt weg. Und unn war er wieder allein und von allen verlassen. Einsamkeit war seine liebste Freundin und süßes Träumen seine höchste Lust. Und so war es geblieben bis auf den heutigen Tag. 4 Am nächsten Morgen kam Kurt zu Luzie, um sie abzuholen. Man kam gerade zur rechten Zeit auf dem Bahnhofe an, denn als der Wagen hielt, fuhr der Zug schon in die Bahnhofshalle ein. Als die beiden den Bahnsteig betraten, wurde an einem Wagenfenster zweiter Klasse ein blonder Kopf sichlbar, und im nächsten Augenblick schon lag Lolte am Hals der Schwester, diese immerzu umarmend und küssend. Und Kurt stand dabei und sah auf den blonden Wildsang, immerzu, unausgesetzt. Und wieder kam ihm die Erinnerung an selne tote Kinderliebe. Und unn trat Lotte zu ihrem zukünftigen Schwager heran und reichte ihm die Hand. Einen Augenblick trafen sich ihre Blicke, sich suchend von beiden Seiten, dann aber lächelte Kurt, und Lotte ließ errötend den Blick sinten. Atemlos stand Luzie dabei. Keinen Moment liet sie die beiben aus den Augen. Ihr Herz pochte ihr so stark, daß der Atem fast stockte. Aber sie bezwang sich und sagte nichts, nur einmal blißzte es vor ihren Angen auf, und da gähnte ein drohender Abgrund vor ihr, der all ihr bißchen Glück und Hoffnung hinabzog in die dunkle Tiefe, elnen Augenblick nur, dann war alles verschwunden. 4 Snama Auf der Heimfahrt saßen die Schwestern auf dem Rücksitz des Wagens und Kurt ihnen gegenüber. Lotte planderte unausgesetzt, wie froh sie sei, dieser entsetzlichen Pension sortzukommen. Sie hatte hunderterlei zu erzählen. (Fortsetzung folgt.) relbstbestimmung Polens unbedingt und verlangen nur, zaß sie von anderer Seite auch dann geachtet wird, denn sie in einem für uns günstigen Sinne ausfallen sollte. Auch die künftige Ausgestaltung des Verhältnisses Bosnies und der Herzegowina erheischt schon jetzt alle Sorgsalt und Aufmerksamkeit. Jedenfalls werde nur eine Lösung In Betracht kommen, die auf verfassungsmäßigem Wege erfolgt und der Selbstbestimmung entspricht. Nach Erörterung der geplanten finanztellen Maßnahmen appelierte der Ministerpräsident an das Haus, die vorliegenden Steuervorlagen raschest zu verabschieden. Der Ministerpräsident begründete die scharse Bekämpfung des Fleischhandels, der eine Gefahr für die staatliche Aufbringung bilde. Der ungünstige Ausfall der Ernte In Rumänien lässe Zuschübe aus diesem Gebiet in größßerem Umfange nicht erwarten. Aus der Ukraine dürfe vorläufig mit namhaften Zuschüssen nicht gerechnet werden. Der baldige Abschluß der Verhandlungen mit Ungarn, welches prinziptell sich bereit erklärte, uns zu unterstützen, werde es ermöglichen, einen endalltigen Versorgungsplan aufzustellen, und damit werde hoffentlich auch die volle Lebensmittelquole wieder zur Geltung kommen. Der Minister verspricht schließlich das Autonomieproblem der Völler, deren Erörterung und Lösung wir uns nicht länger entschlagen können, und erklärt: Manche Ansätze hierfür haben sich bereits vorbereitet. Das überaus fruchtbare Prinzip der nationalen Autonomie könne noch wetter ausgenutzt werden. Von einer systematischen Durchführung dürsen wir eine erhebliche Besserung erhofsen. Von den Fronten. Großes Hauptquartier, den 3. Oktober. Amtlich.(WTB) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppen Kronprinz Rupprecht und Bochn. In Flandern wurden seindliche Angriffe nördlich von Staden, nordwestlich und westlich von Roeselare abgewiesen. Wir machten hierbei etwa 200 Gefangené. Ebenso scheiterten am Abend Teilangriffe des Gegners beiderseits der Straße Ypern-Menen. Armentieres und Lens wurden in der Nacht vom 1./2. kampflos geräumt. Wir bezogen rückwärtige Stellungen östlich dieser beiden Städte. Der Feind ist im Laufe des Tages teilweise nach starker Artillerievorbereitung auf verlassene Stellungen über die Linie Fleurbaix—La Bassee—Hulluch gefolgt. Vor Cambrai ruhiger Tag. Teilangriffe des Gegners aus der Schelde=Niederung bei und südöstlich von Rumilly wurden abgewiesen. Stärkere Angriffe und Vorstöße gegen unsere neuen Linien nördlich und südlich von St. Quentin scheiterten. Heeresgruppe. Deutscher Kronprinz. Südwestlich von Anizy—Le Chatean und nördlich von Filain schlugen wir Teilangriffe des Gegners ab. Schleswigholsteinische Regimenter verteidigten ihre Stellungen auf dem Rücken des Chemin=des=Dames gegen starke feindliche Angriffe. Vorfeldkämpfe vor unseren neuen Linien nordwestlich von Reims. Der Feind stand hier am Abend in Linie Chaudarde—Cormicy und dicht vor dem Aisne=Kanal. In der Champagne setzte der Franzose mit starken Kräften seine Angriffe östlich der Suippes, gegen St. Marie a Py sowie zwischen Somme=Py und Monthols fort. Oertliche Einbruchsstellen südlich von Orfenil wurden in Gegenstößen verkleinert. Auf der übrigen Front sind die Angriffe vor unseren Linien gescheitert. Auch beiderseits der Aisne und in den Argonnen blieben Teilangriffe des Feindes ohne Erfolg. Der Erste Generalquartiermeister. Ludendorff. „AI Don Detschlands Schickfal *## Bist auch Du em Tell, was Du dem Tande rust, Du, enst es Dür zum Heill Darum zeschne die Neupte! Allgemeine Kriegsnachrichten. Unser System an der Westfront. Der Feind hat das große Ziel, durch einen Durchdruch unserer Front in der Champagne unsere Nachschubstränge aus der Heimat zu zerschneiden und gleichzeitig durch einen Durchbruch bei Cambrai die deutsche Front in Belgten und Nordfrankreich zusammenzuquetschen und abzufangen. Der Durchbruch kann nur gelingen, wenn er in tinem großen Zuge das Stellungssystem durchstößt. Tut er dies nicht, bleibt er, wie es geschehen, rotz örtlicher Erfolge in unserem Stellungssystem stecken, so siegt letzten Endes die Abwehr. Unser Verfahren gegenüber dem an Menschen und Material o überlegenen Feinde ist ganz richtig. Man darf sich infolgedessen auch nicht darüber Gedanken machen, wenn an ruhigeren Frontstücken aktisch ungünstige, vorspringende Stellungsteile aufgejeben werden und unsere Kampffront auf diese Weise verkürzt wird. Dies Verfahren gehört nun einmal zu unserer ganzen Abwehrtaktik hinzu und trägt wen darin seine Früchte, daß stets gerade, kurze Fronen dem Feinde gegenüberstehen, an denen er wenig seeignete Angriffspunkte findet. Das Bestreben unserer Führung. die Bogenbildung an Einbruchsstellen saldigst durch Geradespannung der zwischen solchen „ellr liegegiden Frontstücke auszugleichen, ist ilso durcheus berechtigt und kann um so ruhiger hinsenommen werden, als unser viele Kilometer tie ausgebautes Abwehrsystem im Westen uns dies getattet. Wir nenen noch welt in Feindesland, wenn wir „ in der Abwehr einigen Boden preisgegeben Räumung von St. Quentin. Der Reutersche Korrespondent bei der französischen Armee meldet nach einer Nachricht aus dem pagg, daß die Franzosen am 1. Oktober mittags in sr. Quentin eingerückt sind. Diese stimmungsmacheische Meldung, in der Hauptsache, wohl für das nentrale Ausland bestimmt, klingt so, als ob ein Sieger nach gewonnener Schlacht in Marschkolonne, womöglich in S#c zu. eige befrette Stadt einzöge. Tatsache von der feindlichen Artillerie verwüsteter, Trümmerhaufen ist, der aus unseren Stellungen östlich davon unter deutschem Feuer liegt. Bis zum 1. Oktober standen noch deutsche Erkundungsabteilungen in diesem Trümmerhaufen, die dem vorfühenden Feinde unter Feuergefecht auswichen. Wie sich n solchem Kampfe das„Einrücken“ der Franzosen in diese unter Feuer liegende Trümmerstätte gestältet hat, kann man sich wohl vorstellen. Der belgische König als Heerführer. Der belgische Bericht vom Montag teilte mit, daß das belgisch=französisch=englische Heer, das bei Dirmuiden und südlich davon die deutschen Stellungen augriff und das dabei einen Anfangserfolg erzielte, von Könia Albert von Belgien geführt wird. Der Bericht ist sehr hoffnungsvoll; indessen ergeben die deutschen Berichte aus den letzten Tagen, daß es dem Gegner nicht gelungen ist, bedeutsamere Fortschritte zu machen; er hat im Gegenteil sehr schwere Verluste erlitten. Die wirtschaftliche Eroberung Frankreichs vurch Amerika „Mercure“(Parts) schreibt im Septemberheft „Der amerikanische General Atherburg, der an der Direktion der von Amerika in Frankreich gebauten Kriegsbahnen beteiligt ist, macht über die wirtschaftliche Tätigkeit der Amerikaner in Frankreich die folgenden Angaben: Die Länge der von den Amerikanern in Frankreich im Jahre 1918 gebauten Bahnen beträgt 1400 Kilometer. 1500 Lokomotiven sind für diesen Dienst in Auftrag gegeben, 253 sind bereits tatsächlich In Frankreich. 20000 Wagen werden zurzeit in Amerika für die französischen Linien hergestellt, 91721 Tonnen Stahl sind bereits beziehungsweise werden von Amerika nach Frankreich gesandt. Die Amerikaner begnügen sich nicht, Eisenbahnen zu bauen, Häfen zu verbessern, Wasserleitungen zu konstruieren, zerstörte Städte wieder aufzubauen, und in zahlreichen Gegenden bleibende Zeutren gewerblicher Tätigkeit zu schaffen, sie organisieren und entwickeln überall in Frankreich, wo sie es für nötig halten, metallurgische KriegsIndustrien. Kriegsministerlum teilt soeben mit, daß#### Pläus=kür, riesige Geschütfabrsten, von der Größe a nruppischen Werke fertiggestellt sind. Es sind s Millignen Frauren, für diese Fabriken bereitgestelal alte diese Unternehmungen sind erst der Anfäng das guusssautischen wirtschaftlichen Durchdringung Frau# Unglück der Türken östlich des Jordau. „Die Engländer berichten: Eine starke türkische He abteilung mit Teilen der türktschen Garnisonen#### Hedschasbahn zwischen Amman und Maan hat i# #el., Blza, 17½ Weslen, füdlich von Amman, ergeben. 2 erze dieser Abteilung wurde von ihrem eigen s31 g.ei“d's t. 1##00 Mann, angegebenz es# zu. Teil des zweiten Armeekorps der vierten türkischa Die Engländer besetzen Damaskus. Reuter meldet von der Palästinafront: Bei#### Kngene Gehaoche, uasne wurgen siebentausend G. * " Die Kriegsjahre sind der spanischen Volkswin# schaft günstig gewesen. Die Kontokorrent=Umsätze## Banken stiegen glatt auf das Doppelte. “ Unsere Bombengeschwader belegten in der Nat vom 28. zum 29. September trotz Sturmes von Meter in der Sekunde und starker Bewölkung das fein## liche Hinterland mit 75 975 Kllogramm Bomben. “ In Matland fehlt es an Totengräbern. Do beträgt die Zahl der täglichen Todesfälle etwa Die Krankenzisfer ist auf etwa 70000 gestiegen. Ereignisse zur See. Die U. Boot=Beute. 32000 Bruttoregistertonnen versenkt. Berlin, 3. Okt.(Amtlich.) Im Sperrgebiet un England versenkten unsere U=Boote 32.000 Brutto eegistertonnen, darunter einen amerikanischen Dam ser von etwa 7000 Tonnen. Außerdem wurde d### amerikanische Transportdampfer„Monnt Vernon“, da rühere Schnelldampfer des Norddeutschen Lloyd„Kron prinzessin Cäellie“, torpediert. Der Erfolg konnte jedo# nicht beobachtet werden. Nach feindlichen Nachrichter ist der Dampfer beschädigt in einen Hafen einge bracht. Der Chef des Admiralstabes der Marine. Die neue Mehrheitsregierung. Die Gutscheidung über die neue Mehrheitsregie rung ist gefallen. Prinz Max von Baden hat das Reichskanzleramt übernommen, und der Aeltesten# rat des Reichstages hat beschlossen, seine Erklärnn gen über die zukünftige Politik am Sonnabend, den 5. Oktober entgegenzunehmen, worauf dann eine Ver tagung bis zum nächsten Montag eintritt. Der engere Ausschuß. Die Ausbildung des neuen Kabinetts ist so gedacht, daß der neue Kanzler unmittelbar von Vertretern aus den drei Mehrheitsparteien umgeben wird. Zu diesem Zwecke werden neben dem Vizekanzleramt zwei neue Staatssekretäre ohne Portefeuille(d. h. ohne besonderes Amt) bei der Reiche# kanzlei eingerichtet. Zentrum, Sozialdemokraten und Fortschrittler stellen für diese drei Aemter je einen ihrer namhaftesten Führer, wobei es naheliegt, daß Herr v. Payer den Posten als Vizekanzler behält, wie er ihn bisher innegehabt hat. Das Zentrum entsendet den Aba. Trimborn, die Sozialdemokratie den Abg. Scheidemann. Neben diesem engeren Ausschuß wirken die übrtgen Reichsämter mit Staatssekretären an der Spitze. Es erstehen dabel neben den bisherigen Reichsämtern noch zwei neue, zunächst ein Reichspresseamt, das dem Abg. Erzberger übertragen wird, und dann das Reichswirtschaftsamt, an dessen Spitze der Zentrumsabgeordnete Mayer=Kaufbeuren tritt. Die Sozialdemokraten entsenden noch Staatssekretäre in das Reichsarbeitsamt und in das Reichsamt des Innern. Genannt werden die Abg. Bauer und Ebert. Zwei Staatssekretarsate sollen durch Berufsbeamte besetzt werden, nämlich das Auswärtige Amt und das Reichsschatzamt. Der Gedanke der parlamentarischen Unterstaatssekretäre ist fallen gelassen. Verkäufen und Versteitzerungen aus # Beständen der Heeres= und Marineverwaltung, die für Kriegszwecke nicht mehr gebraucht werden, kann die Jahlung an Geldes Statt durch Hingabe von Kriegsanleihe geleistet werden. Diese Vorschrift erstreckt sich auf alles, was zur Abgabe an die Bevölkerung frei wird, also insbesondere auf Pferde, Jahrzuge und Geschirre; Feldbahngerät, Notorlokomotiven und Kraftfahrzeuge nebst Zubehör; Luttermittel und sonstige Vorräte; landwirtschaftliche Maschinen uyd Geräte sowie Werkzeutz; Fabrikeinrichtungen mit den zugehörigen Maschinen und Geräten; Eisen, Stahl und andere Retalle; Holz und sonstiges Baumaterial: Webstoffe und Kohstöffe aller Art. Räufer, welche die Bezahlung in Kriegsanleihe leisten, werden bei sonst gleichen Geboten bevorzutzt. Die Briegsanleihe wird zum vollen Rennbetrage angerechnet und bis zur Höhe des Kauf= oder Zuschlagpreises in Zahlung genommen.— Als Priegsanleihe in diesem Sinne gelten sämtliche 5°igen Schuldverschreibungen des Reichs ohne Unterschied sowie die seit der 6. Anleihe ausgegebenen 4½%igen auslosbaren Schatz= anweisungen. Also: Nur die Briegsanleihe, nicht der Besitz baren Geldes, bietet Sicherheit dafür, daß der Landwirt und der Gewerbetreibende das, was er braucht, aus dem freiwerdenden Priegsgerät erwerben kann. ilt soeben mit, daß### ken, von der Größe st sund. Es sind i## Fabriken bereitgestelt## io erst der Anfäng### Durchdringung Franis lich des Jordau. Eine starke türkische H## irkischen Garnisonen### nan und Maan hat m Amman, ergeben. de von ihrem eigen un angegeben; es## s der vierten türkische n Damaskus. alästinafront: Bei der den slebentausend Ge er spanischen Volkswig# kontokorrent=Umsätze Doppelte. er belegten in der Nas trotz Sturmes von er Bewölkung das sein# kllogramm Bomben. u Totengräbern. Dor Todesfälle etwa 13 70000 gestiegen. ür See. Reute. nnen versenkt. ) I m S p e r r g e b i e t Boote 32000 Brutie amerikanischen Dam Außerdem wurde d### „Monnt Bernon“, da# ddeutschen Lloyd„Kron der Erfolg konnte jedog feindlichen Nachrichter n einen Hasen einge alstabes der Marine. itsregierung. e neue Mehrheitsregie lax von Baden hat len, und der Aeltesten ossen, seine Erklärnn k am Sonnabend, den worauf dann eine Vertag eintritt. Sschuß. u Kabinetts ist so geunmittelbar von Verehrheitsparteien ecke werden neben dem tssekretäre ohne PorteAmt) bei der ReicheSozialdemokraten und drei Aemter je einen bei es naheliegt, daß als Vizekanzler behält. it hat. Das Zentrum 1, die Sozialdemokratie sschuß wirken die übrietären an der Spitze. bisherigen ReichsämIn Reichspresseamt, das sagen wird, und dann dessen Spitze der Zenufbeuren tritt. Die Staatssekretäre in das Reichsamt des Innern. er und Ebert. en durch Berufsbeamte Auswärtige Amt und nke der parlamentarilen gelassen. ung in ei sonst Priegs. ge angeuf oder — Als sämtliche chs ohne Anleihe Schay; sicht der t dafür, reibende erdenden angebeten haben. Es verlaute besetzung Sozialdemokraten, Zen partei je einen Minister steller Von grundfätzlicher Bedeutung ist, daß die neu# Regierung kollegialisch gedacht ist, d. h. das sie korvorativ zur Beschlußfassung zusammentritt. Damit würde die Ueberordnung des Reichskanzlers über die Staatssekretäre eine sachliche Einschränkung erfahren. Die Geteiligung der Nationaltiberalen. Die Frage, ob die im Amte befindlichen nationalliberalen Parlamentarier ausschelden oder nicht hängt davon ab, wie sie sich zu dem ihnen vorgelegten neuen Regierungsprogramm stellen werden. In Bétracht kommt dabei vor allem der Vizepräsiden des preußischen Staatsministeriums Dr. Friedberg und der Staatssekretär im Reichsjustizamt Dr. Krause. Die Parlamentarisierung in Preußen. Schon gestern wurde mitgeteilt, daß auch sämtliche preußische Staateminister ihr Amk dem König angebeten haven. Es verlautet, daß bei der Neu— Zentrum und FortschrittsAllen werden. Das neue Reichspresseamt soll einmal ein Propagandaministertum werden, dessen Fehlen im Hinblick auf die Propaganda der Ententemächte sich bei uns je länger je mehr fühlbar gemacht hat. Es soll aber zweitens auch die setzt bei den einzelnen Reichsämtern bestehenden Presseavtellungen verschwinden machen und eine straffe Zentralisierung des Pressewesens der Reglerung herbeiführen. Aus der bisherigen Uneinheitlichkeit, so wird erklärt, haben sich schwere Mißstände ergeben. So sei es vorgekommen, daß von einzelnen Aemtern ganz verschiedsnartige, in ihrem Inhalt völlig entgegengesetzte Verlautbarungen erfolgten, und von einzelnen Presseabteilungen, namentlich denen des Kriegsmintsteriums und des Reichsmarineamtes, sei sogar Politik auf eigene Faust gemacht worden. Solchen Dingen werde das neue Reichspresseamt jetzt mit Erfolg begegnen können. Das neue Amt wird in erster Linie als Kriegenotwendigkeit angesehen. Das schließt aber nicht aus, daß es in die Friedenszelt übernommen und dann den gemachten Erfahrungen entsprechend ausgebaut wird. Staatssekretär des Reichspresseamts soll der Abgeordnete Erzberger werden. Die Sozialdemokratie und Fortschrittler sollen Unterstaatssekretäre entsenden. Ueber die Persönlichkeiten der beiden Unterstaatssekretäre ist Endgültiges noch nicht bestimmt; wie es heißt, kommt bei den Fortschrittlern der Abgeordnete Haas in Betracht. Auch anerkannte Berufsjournalisten sollen berufen werden, wenn auch nicht als Unterstaatesekretäre, so doch in gehobene Stellungen. Mit Zensurfragen soll das Reichspresseamt nichts zu tun haben. Politische Rundschau. .— Berlin, 2. Oktober 1918. :: Die Wandlung des Herrenhauses in der Wahlrechtsfrage, die durch den Ausschußbeschluß für das gleiche, allgemeine und direkte Wahlrecht mit einer Zusatzstimme für ein Alter von 40 Jahren eingeleitet wurde, hat seitens der linksgerichteten Presse eine recht verschiedene Beurtellung gefunden. Die freisinnige„Voss. Ztg.“ melnt, daß alle berechtigten Erwartungen erfüllt sind, das„Berliner Tageblatt“ dagegen lehnt das Entgegenkommen als unzureichend ab und der„Vorwärts“ will gar nichts von der Einschränkung durch die Altersstimme wissen. Er schreibt:„Ist die Altersstimme wirklich so harmlos, dänn zelgt es von einer Engstirnigkeit sondergleichen, für nichts und wider nichts den Gedanken des gleichen Wahlrechts preiszugeben und aus einem ehrlichen Ja eine unangenehme Zweideutigkelt zu machen.“ : Ein Reichspresseamt. Bei der Neubildung der Regierung hat der schon früher aufgetauchte Plan dev Bildung eines Reichspresseamtes eine festere Gestalt angenommen. Es hat sich gerade während des Krieges gezeigt, daß die Angelegenheiten der Presse von den Behörden nicht immer mit einer ihrer Bedeutung entsprechenden Sachkenntnts behandelt worden sind, so daß sich für die hier in Betracht kommenden grundsätzlichen und praktischen Fragen(Presse=Gesetzgebung, Zensur, Propaganda usw.) die Schaffung eines besonderen Ressorks empfiehlt. Voraussetzung ist dabei, daß die neue Regierungsstelle ein Amt für und nicht gegen die Pressé wird, deren Wesen und Wirk. samkelt auf der Freiheit beruht, und schon darum ist zu fordern, duß bei der Einrichtung und Besetzung dieses Amtes Vertrauensmänner der Presseorganisation herangezogen werden. De:„Terror“ soll aufhören. slenrevbintion ist offenbar auf der gungen Linie erstickt, denn die Bolschewikt bauen ihre Ge„„# e Einie ermiat, henn die Volscheions banenah waltmaßregeln ab. Unter der Führung des däut schen Gesändten Seavonios hatten sämtliche Vertreter der Neutralen beim Volkskommissar des Auswärtigen einen Proiest gegen die fortdauernde Anwendung des Terrors erhoben. In seiner Antwort erklärte der Volkskommissar des Aeußern, Tschitscherin, daß die Sowjet=Regierung alle Vorkehrungen getroffen habe, um der Schreckensherrschaft ein Ende zu machen. Diese Maßnahmen zur Milderung des Verfahrens wären im Einverständnis mit der gesamten Zentralexekuttve der Sowjets und auf ausdrücklichen Wunsch Lenins erfolgt. — In der Schweiz wurden die Gehälter der Bundesräte(Parlamentarter) von 18 guf 25 000 Fr. erhöht Prinz August Wilhelm reiste von Posen Ablegung=#atsexamens nach Berlin zur Ablegung des Staatsexamens. — Der Landtag des Fürstentums SchwarzburgSondershausen wird Ende Oktober zu einer Tagung in Sondershausen zusammentreten. — Der sächstsche Minister des Innern und der uswärtigen Angelegenheiten Bitzthum von Ecklaedt hat sich zu den entscheidenden Verhandlunen über die zukünftige Reichsregierung nach Verlin egeben. „ Auszeichnung Herilings. Der Kaiser hat dem Reichskanzler Dr. Grasen v. Hertling den Orden vom Schwarzen Adler verliehen. Erntedankfest. Durch die trübe Gegenwart wird unser froher Dank, der am Erntefest zum Himmel emporsteigen soll, wahrscheinlich gehemmt. Angst und Sorge liegen uns auf der Seele, sodaß die Danklieder nicht so recht hervorkommen wollen. Doch das wäre Unrecht. Gott hat uns durchgeholfen, und wir sollen mit Danksagung empfangen unser täglich Brot und trotz allem Gott loben, daß er uns wieder allen das gegeben hat, was wir brauchen, und daß wir wieder getrost dem Winter entgegengehen können. Allein es ist gut, wenn wir uns geade am diesjährigen Erntedankfest auch einmal vor die Seele stellen, daß die Ernte nicht nur vom Segen Gottes, sondern auc vom Tun der Menschen abhängig ist. Was der Mensch säet, das wird er ernten. In der Ernte wandern die Gedanken zurück auf die Zeit der Saat. Wer den Acker ordentlich bearbeitet, wer das Unkraut gejätet, gedüngt und guten Samen ausgestreut hat, der wird auch gut ernten. Sicherlich, Gott muß Sonnenschein und Negen geben, sonst ist das menschliche Arbeiten umsonst. Aber wo nicht der Pflug den Acker bestellt, kann auch des Schnitters Sichel nicht erklingen. Und wie in der Natur, so auch im Menschenleben. Wer in seiner Jugend alle Mahnungen in den Wind schlägt, seine Seele nicht beraten und erziehen läßt, der kann in seinen alten Tagen keine charaktervolle, christliche Persönlichkeit sein. Wer nicht eine tüchtige Lehrzeit durchmacht, der wird kein trefflicher Meister. Dasselbe Gesetz, daß wir draußen in der Natur und auch im einzelnen Menschen sehen, gilt auch für die Völker. Die Kinder müssen oft die Sünden der Väter büßen. Und unser gegenwärtiges Verhalten in der schweren Gegenwart wirkt sich erst in den kommenden Geschlechtern aus. Es ist auch jetzt Saatzeit. Wir sind verantwortlich für das Wohlergehen unserer Kinder und Kindeskinder in späterer Zukunft. Wir dürfen uns nicht durch die Unannehmlichteiten der Gegenwart und durch Entbehrungen mancherlei Art verärgern und verbittern lassen. Es ist jetzt die Zeit göttlicher Heimsuchung. Der Acker unseres Volkes wird gar tief gepflügt, und vielleicht ist Golt auch jetzt dabei, Unkraut auszusäten. Es gill Treue zu halten und stille zu sein. Gebe Gott, daß einst die kommenden Geschlechter auch im Hinblick aus den Weltkrieg der Gegenwart frohes Erntedank fest seiern können. Wir alle mussen dazu mithelfen, daß es geschehen kann. Lokales und Provinzielles. Nahden, 4. Oktober.(Abzeichen für Verwundete.) In nächster Zeit beginnt das Bezirkskommando mit der Verteilung des Verwundetenabzeichens. Bei der großen Zahl der Auszeichnungen kann die Aushän digung des Abzeichens erst nach und nach erfolgen. Sie geschieht nach Amtsbezirken durch hie Orts= oder Amts=Behörden. Ist ein Verwundeter im Besitz des Ausweises, darf er sich das Abzeichen selbst auf eigene Kosten auschaffen und tragen. Besondere Erinnerungs schreiben sind zwecklos. Nahden, 4. Oktober.(Mehr als 7400 neue Postscheckunden) sind im August dem Postscheckverkehr des Reichs=Postgebiets beigetreten. Jedes neu eröffnete Postscheckonto legt Zeugnis an von den Vorzügen dieser Einrichtung. Die Zahl der Postscheckkunden hat Ende August 230000 überschritten. Auf den Konten sind im August 11,871 Milliarden Mark umgesetzt worden, davon 8,745 Milliarden oder 73,6 v. H. barlos. Das durchschnittliche Guthaben der Postscheckkunden im August stellte sich auf 788 Millionen Mark. Vordrucke zu Anträgen auf Eröffnung eines Postscheckkontos sind bei jeder Postanstalt erhältlich. Barlheide, 4. Oktober. Fahrer Wilhelm Döding beim Reserve=Feld=Artillerie=Regiment Nr. 12, Sohn des Landwirts Döding Nr. 43 hierselbst, erhielt das Eiserne Kreuz 2. Kl. Halle i. W., 1. Okt.(Festnahme eines Pferdediebes.) Der Polizei ist es gelungen, in der Person eines von seiner Tranre entwichenen Kanoniers den Dieb festzunehmen, der kürzlich in Steinhagen ein Pferd im Werte von 7000 Mart stahl. Der Dieb stammt aus Brackwede, er war an mehreren in unserer Gegend verübten Diebstählen beteiligt und soll sich auch in Hesseln an einem Kinde vergangen haben. In seinem Besitz fand man 1125 Mart. Münster, 1. Okt.(Einbruchsdiebstahl.) Am Sonntag nachmittag wurde bei dem Bäcker meister V. in Abwesenheit der Bewohner eingebrochen, wobei der unbekannte Täter, der mittels Nachschlüssel in die Wohnung eingebrochen war, und alles durchwühlt hat, etwa 12000 Mark Geld, und für 8—10000 Mark Gold= und Schmucksachen sowie einen Posten Brot marken erbeutet. Donuvrugk, 3. Olt. Schwere Banden- und Einbruchsdiebstähle hatten sich seit längerer Zeit eine größere Anzahl Eienbahnangestellter auf den Rangierbahnhöfen Bremen und Kirchweyhe zuschulden kommen lassen, ohne daß es gelang, der Täter habhaft zu werden. Beamten der hiesigen Nachund Abschubülberwachungsstelle ist es jetzt gelungen, das Diebesnest auszunehmen und die Täter verhaften zu lassen, Die Diebe, ungefähr 30 Personen, sind sämtlich Eisenbahnarbelter. Im ganzen wurde gestohlenes Gut im Werte von 20000 M beschlagnahmt. Bochum, 3. Okt. Der Brotmarkenschwindel hierselbst hal immer weitere Kreise gezogen. Der Landkreis soll, wie man annimmt, dadurch um0000 Zentner Mehl geschädigt sein. Schon selt Jahren ist der Schwindel betrieben worden. Beteiligt sind daran eine RetheAngestellte einer hiesigen Drutterei, sowie Geschäftsleute und andere Personen, die in Vohum, Dortmund, Essen, Elberseld usw. Handel mit den Brotmarken trieben. Einer der Druckeresangestellten hatte ich schon 28000 Mark zur Sparkasse gebracht. Der Verdienst der Schwindler wird auf mehr als eine Million Mark bezifsert. Fortgesetzt erfolgen weitere Verhaftungen, bis jetzt bereits 60. Auch Geheimschlächtereien ist man im Nachbarkreise Hattiugen auf die Spur gekonmen; auch hier sind meh rere Verhaftungen erfolgt. Letzte Nachrichten. (Telefonische Meldungen des Wolff'schen Büros. Amtlich. Großes Hauptquartier, 4. Oktober. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. In Flandern griff der Feind mit starken Kräften zwischen Hooglede und Noeselare an. Beiderseits der Straße Staden Roeselare drang er in unsere Linie ein. Bayerische und rheinische Truppen warfen ihn im schneidigen Gegenstoß wieder zurück und machten hierbei etwa 100 Gefengene. Vor Cambrai nichts Neues. Teilkämpfe südlich von Aubencheul und bei Froville, in denen 70 Gefangene eingebracht wurden. Heeresgrupfe Generaloberst von Boehn. Auf breiter Front zwischen Le Catelet und nördlich von St. Quentin setzte der Engländer erneut zu einheitlichem Durchbruchsversuch an. Beim ersten Ansturm gelang es dem Gegner Le Catelet zu nehmen, bis Beaurevoir und Montbrehain vorzustoßen und in Sequehart einzudringen. Beiderseits von Le Catelet warfen wir den Feind wieder in und über seine Ausgangsstellung hinaus zurück. Teile der Res.=Inf.=Regimenter 90 und 27 unter Major Goder, Rittmeister Freiherr von Wangenheim und Oberleutnant Sleuner sowie Vatterien des 2. Garde=Feldartillerie=Regiments und des Feldartillerie=Regiments 208 zeichneten sich hierbei besonders aus. Beaurevoir wurde wieder genommen. Umfassend angesetzte Angriffe sächsischer, rheinischer und lothringischer Bataillone brachten uns wieder in den Besitz vo.. Montbrehain. Sequehart blieb nach wechselvollem Kampf in der Hand des Feindes. Am Abend folgten starkem Feuer südlich von St. Quentin feindliche Angriffe, die vor unseren Linien scheiterten. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Auf dem Rücken und an den Hängen des Chemin des Dames dauerten die heftigen Vorpostenkämpfe auch gestern an. Ein Angriff der Italiener wurde abgewiesen. An der neuen Aisne= und Kanal=Front nordwestlich von Reims stehen wir überall in Gefechtsberührung mit dem Feinde. In der Champagne griff der Franzose mit teilweise frisch eingesetzten französischen und amerikanischen Divisionen auf breiter Front zwischen der Suippe und der Aiene an. Seit Beginn der Schlacht östlich der Suippes und bei St. Marie a Py im Kampf stehende westfälische und JägerRegimenter schlugen auch gestern wieder alle Angriffe des Feindes blutig zurück und machten mehr als 200 Gefangene. Nördlich von Somme Py gelang es dem Gegner auf dem Höhenzuge zwischen St. Etienne und Somme Py dem Heißenberg und Medeahöhe Fuß zu fassen. Im Gegenstoß warfen wir den Feind über die Höhen zurück. Kleine Franzosennester sind zurückgeblieben. Auf der Front zwischen Orfeuil und der Aisne sind die Angriffe des Feindes vor unseren Linien gescheitert. Südlich von Liry und südwestlich von Monthols kam es hierbei zu besonders heftigen Kämpfen. Regimenter der Sarde und aus Pommern, Rheinländer und Bayern warsen den Feind wieder völlig zurück. Im Verein mit bayrischen Pionieren wurde dem in Chalerange eingedrungenen Gegner der Ort wieder entrissen. Auch am Abend scheiterten wiederholte Angriffe. Heftige Teilangriffe des Feindes zwischen der Aisne und den Argonnen wurden abgewiesen. Wir schossen gestern 25 feindliche Flugzeuge und 7 Fesselballone ab. Leutnant Jakob errang seinen 35., Viezefeldwebel Dörr seinen 30. Luftsieg Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff. Thronwechsel in Bulgarien. Sofia, 4. Oktober. König Ferdinand hat gestern zu Gunsten des Kronprinzen Boris abgedankt. Kronprinz Boris hat die Regierung übemommen. In Rahden zu haben bei: Paul Krause, Installationsgeschäft, W. zur Heide, Installationsgeschäft. neue Reichskanzler. Der neue##misanzter, der im 51. Lebensjahre steht, ein Nen des Großherzogs von Baden und der chste Anwärter auf den badischen Thron. Als P### ent der ersten babischen Kammer ist er wiederde# surch bemerkenswerne Reden in der Kriegszeit ##rgetreten. Weit nnnt ist er ferner geworden seine Tätialet in der Fürsorge für die Gefangenen. Seinem ästigen Eingreisen und Vorgehen, das er durch wiederholte Reisen nach Stockholm und der Schweiz betätigte, ist es im wesentlichen zu danken gewesen, daß das Los der deutschen Gefangenen in Rußland gebessert und die Unterbringung von deutchen Internierten in der Schweiz durchgeführt wurde Priniz Max von baden Das Schi ksal flüchtiger Gefangener. Rekrutenfang der Entente. Mit welchen Mitteln bei der Entente der Menschenraub zur Auffüllung der Heere cken betrieben wird, bezeugt das Schicksal des Warschauers Wladislaw Kalka vom 1. Polnischen Jägerregiment, der für die polnische Legion gep####t worden war und nach mancher'i Irrfahrten zein Peinigern wieder entliehen konnte. Kalka hatte ursprünglich acht Monate in Köln gearbeitet, war auch mit seinem Los soweit zufrieden, bis sich ein feindlicher Werbeugent an ihn heranmachte, der ihn zu ülberreden verstand, nach Holland zu entfliehen, woselbst er freier leben und bei weniger Arbeit mehr verdienen könne. Den Ueberredungskünsten des Agenten erlag er schließlich nach anfänglichem Widerstreben und kam so auf Schmuggelwegen nach solland. In Holland geriet er unt die Finger anderer Agenten, die seine mittler eingetretene Notlage ausnützten ihn nach o lockten.. Von England kam er dann hal ungen nach Frankreich, woselbst er sich sofortgen Werbeagenten gegenüber für die polnise Legion verpflichten sollte. Er sträubte sich hierge in mit Entschiedenhelt. Eines Tages wurden ihm von den Agenten, die ihn mit zum Baden genommen hatten, während des Bades die Zie######toer fortgenommen; er mußte wohl oder übel Uniformkleider anziehen. Nunmehr wurde er kurzerhand als Soldat behandelt, zunächst drei Wochen hinter Schloß und Riegel gesetzt und so mürbe gemacht, daß er sich entschloß, sich für die polnischen Truppen elnschreiben zu lassen. Aus aller Welt. * Schwe####senbahnunglück Schweden. In Schweden ereig sich eln schweres Eisenbahnunglück ind zwar an er Stelle, an der die Bahn ziemlich ieu war. Sowvohl der Bahndamm, der einer stellen Bergwand folgt, wie auch die Landstrage sind wie vegrasiert. Der Zug liegt dicht an den Ufern. Der Lampfkessel und die Gasbehälter explodierten, wodurch der Zug in Brand gerlet. Eine Dampfspritze traf, von Norrkoeping ein, konnte aber nichts ausrichten. Ein zu dem Zuge gehörender sagen steht ebenfalls in Flammen. Bedauerlicherneist es nicht möglich, den Reisenden in den brennenden Wagen zu helfen. Noch ist keine Angaoe über die Zahl der Opfer möglich. Weitere Meldungen besagen: Der ganze Zug lie vom Gleise und geriet in Brand. Genaue Zahlen über Tote und Verwundele Vegen noch nicht vor. Bisher wurde#estgestellt, wenigstens sieben Personen gete word Ern Brandunglück ereignete sich in Ille bt bei Jernburg. Im Grundstück des Hofmeiste österland hatten d.. Kinder des im Felde beft hen Arbeiters Nau ann, ein Knabe von sieben u. ein Mädchen von uf Jahren, in Abwesenheit ihee als Eisenbahnschaftnerin tätigen Mutter mit schhölzern geeelt und dadurch den Brand hervorgerufen. Der Stall brannte nieder, und die beiden Kinder konnten nur als vollständig verkohlte Leichen geborgen werden. Seinen Kameraden ermordet. Ermordet wurd inf dem Mittergute Großehrenberg(Dstprignitz) ein #ussischer Kriegsgefangener von einem Mitgefangenen Lie Leiche wurde nach vollbrachter Tat von dem Nörder verscharrt. Es handelt sich um einen Raubnord. Der Erschlagene besitzt in Rußland eine gute Pirtschaft und erhielt öster größere Geldsendungen. Sein bester Freund hat die Tat ausgeführt und dann das Geld geraubt. Der Raubmörder ist verhaftet, # hat die Tat eingestanden. * Zum Tade verurteilte das außerordnetliche Ktriegsgericht in Posen die Frau Stnochrowicz, die die 52 jährige Hausgenossin Frau Kuelk ermordet und beraubt hatte. #e auf den Schienen. Auf einem Hamburger Vangierhahnhof ereignete sich ein tödlicher Unfall. Der 77 Jahre alte Steinmann aus Wolfenbüttel, der in einem Eisenbahnwagen ein Pferd begleitete, kroch unter einem Wagen des fertiggestellten Güterzuges hindurch. Er flel, als sich der Güterzug in Bewegung setzte, wurde über den Leib gefahren und auf der Stelle getötet. ** Ein großer Wohnungseinbruch, bei dem den Tätern eine Beute im Werte von 100000, vielleicht auch 150000 Mark in die Hände sielen, wurde in dem. Hause Kaiserin=Augusta=Straße 75=76 in Berlin bei dem Baron v. Oheim verübt. Die Wohnungsinhaber sind verreist; sie hatten eine Wärterin beauftragt, von Zeit zu Zeit in der Behausung nach dem Rechten zu ehen.. Bis jetzt war auch alles in Ordgung. Als jedoch die Frau kürzlich wieder hinkam hatten Einbrecher„gründlich aufgeränmt“. 5tde Firma verhafter warden. Sein Sohn ist ** Aupferablieferung am fächsischen Hose. Wie von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, sind von den Schlössern und Privatbesitzungen des Königs von Sachsen bereits 22 000 Kilogramm Kupfer, Messing, Brone und Zinn zur Abtieferung gelangt. Unter dieten Metall befindet sich nicht nur Kupfer von den Gebanden(Dacheindeckungen, Blitzableitungen usw.), sondern auch ein großer Teil an Küchengeräten und sonstigen Einrichtungsgegenständen aus den königlichen Schlissern. Außerdem schweben noch Verhandlungen mit der Heeresverwaltung über weitere Abnahme und Ablieferung von rund 10000 Kilogramm Kupfer vom Dresdener Residenzschlosse. ** Der Spitzbube mit Chloroform. In einem Zimmer der Beirgerschule in Bojanowo waren 10 Soldaten einquartlert. Dieselben wurden kürzlich nachts, als alle schliefen, allem Anschein nach mit Chloroform betänbt und dann sämtlicher Privatsachen, wie Uhren, Uhrketten. Portemönnales usw., die Brustbeutei wurden abgeschnitten, beraubt. Der Dieb wurde in der Person eines jungen Soldaten gefaßt. Kurzer Prozeß. In Posen macht man neuerdings mit nächtlichen unerbetenen Besuchern kurzen Prozeß. Nachdem man vor einigen Tagen einen Pferdedieb derartig verprügelt hatte, daß an seinen Aufkommen gezweifelt wird, wurde in einer der lenten Nächte ein fahnenflüchtiger, bekannter Einbrecher namens Griska beim Einbruch in die Talgschmeize erschossen. Bekanntmachung Der Gastwirt Westenfeld zu Oberbauerschaft hat sein Amt als Trichinenschauer niedergelegt. An seine Stelle tritt bis zur Rückkehr des Fleischbeschauers Heinrich Hoffmann aus dem Felde der Fleischbeqauer Maurer Karl Kuhlmeier zu Hüllhorst. Lübbecke, den 27. September 1918 Der Landratsamtsverwalter. von Vorries. Bekanntmachung Auf die in der Sonderbeilage zu Stück 37 des Amtsblattes der Königlichen Regierung zu Minden erschienenen Sonder=Baupolizeiverordnung für Klein häuser wird besonders hingewiesen. Lübbecke, den 27. September 1918. Landratsamtsverwalter: v. Borries. Nährmittel=Verteilung! Auf Nebenabschnitt 5 der Nährmittelkarte 8(Ver sorgungsberechtigte) werden im Kreise Lübbecke vom 10. d. M. ab 375 Gramm Kaffee=Ersatzmittel ausgegeben. Die in Frage kommenden Verkaufsstellen werden von dem zuständigen Amte(in Lübbecke vom Bürger meisteramt) bekannt gegeben. Die Ware muß bis zum 20. d. M. von den Karteninhabern abgeholt sein; mit diesem Tage verliert der in Kraft gesetzte Abschnitt seine Gültigkeit. Lübbecke, den 1. Oklober 1918. Der Vorsitzende des Kreisausschusses. von Vorries. Eberkörung. Für die diesjährige Hauptkörung der Deckeber im Körbezirk 1 sind folgende Termine festgesetzt worden: 1. Mittwoch, den 23. Ottober d. J., vormittags 9 Uhr in Oberbauerschaft vor der Gastwirtschaft von Westenfeld. 2. Mittwoch, den 23. Ottober d. J., vormittags 11 Uhr in Hüllhorst vor der Gastwirtschaft von Kahre. 3. Mittwoch, den 23. Oktober d. J., mittags 12 Uhr in Schnathorst vor der Gastwirtschaft von Gröne. I. Donnerslag, den 24. Ottober v. J., vormittags 9 Uhr in Isenstedt auf dem Hofe des Auttionators Poll. 5. Donnerstag, den 24 Ottober d. J., vormittags 11 Uhr in Nettelstedt vor der Gastwirtschaft von Lohmann. 6. Donnerstag, den 24. Oktober d. J., mittags 12 Uhr in Gehlenbeck vor der Gastwirtschaft von Müller. 7. Donnerstag, den 24. Ottober d. J., nachmittags 1 Uhr in Lübbecke auf dem Posthofe. 8. Freitag, den 25. Ottober d. J., vormittags 9 Uhr in Blasheim vor der Gastwirtschaft von Knickmeyer. 9. Freitag, den 25. Ottober d. J., vormittags 10 Uhr in Holzhausen vor der Gastwirtschaft von Nolte. 10. Freitag, den 25. Oktober d. J., mittags 12 Uhr in Pr. Oldendorf in der Gastwirtschaft von Nordstek. Lübbecke, den 2. Oktober 1918. Landratsamts=Verwalter. von Borries. Heute morgen 11 Uhr entschlief nach kurzem schweren Leiden unsere innigstgeliebte Mutter, Großmutter, Schwestel, Schwägerin und Tante Frau Fanny Vogel gev. Einsberg im 72. Lebensjahre. Mit der Bitte um stille Teilnahme die trauernden Hinterbliebenen: Rudolt Vogel, Nahden Louis Vogel, Hermann Vogel im Felde Julius Vogel Johanna de Lange geb. Vogel Nahden, Osnabrück, 3. Oktober 1918. Die Beerdigung findet statt Dienstag, 8. Oktober, nachmittags 3 Uhr, vom Hause Rudolf Vogel, Kleinendorf. IX. Kriegsanleihe. Wir sind Zeichnungsstelle! Zeichnungen werden während der Geschäftsstunden bei uns und unseren Neben=Empfangstellen in Nahden, Dielingen, Haldem, Levern und Wehdem entgegengenommen. Wir bitten unsere Einleger, die zur Zeichnung bestimmten Beträge auch bei uns zu zeichnen. Gleichzeitig empfehlen wir uns zur Aufbewahrung und Verwaltung von Wertpapieren (Kriegsanleihen), von Sparbüchern der eigenen Kasse, in offenen Depots. Schrankfächer, diebes= und feuersicher zur Aufbewahrung von Wertgegenständen aller Art unter eigenem Verschluß des Mieters können noch abgegeben werden. Anträge auf Eröffnung von Scheckkonten, zur Förderung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs nehmen wir täglich entgegen. Kreis-Sparkasse Lüb General=Versammlung des Pierdeversicherungs-Vereins a. G. Hau#en am Sonntag, den 6. Oktober d. J., nachmittags 5 Uhr in der Gastwirtschaft von Th. Koch, Nahden. Tages=Ordnung: Abänderung des§ 19 der Satzungen. Es wird um Erscheinen der Mitglieder gebeten. Der Vorstand. Landwirtschaftliche Winterschule zu Minden i. W. Beginn des Unterrichtes am Donnerslag, den 31. Oktober, vormittags 10 Uhr. Das Schullokal ist nach der„Harmonle“, Lindenstraße 25, verlegt. Anmeldungen bei dem Direktor Dahling, Hermannstr. 34. ickert=Platten in verschiedenen Größen empfiehlt: Ernst Zierenberg, Rahden. am Montag, den 7. Ottober bei Frau Kosynowski. Zahle für Schlacht Pferde die höchsten Preise. Bei Notschlachtungen schnellste Erledigung. E. M. Büscher, Iienbura a. Weser ##.„Magentrante„I. sowie off. Beine“ off. Beine finden gute Hilfe M. Jordan, Osnahrück, Johannisstraße 45. Gesiicht ifkäuf für Kaninchen und Geflügel gegen hohe Provision. Fruchthandel-Gelellichatt Aht.: Wild und Gellügel, Bremen. Geld für Personen jeden Otld Standessof. zu haben R. Calderarow, Hamburg 5.