Das„Rahdener Wochenblatt“ erscheint wöchentlich dreimal, am Dienstag, Donnerstag und Sonnabend. Bierteljährlicher Abonnementspreis; für Nahden durch unsere Boten frei ins Haus und bei unseren Agenturen, sowie bei sämtlichen Postämtern und Postagenturen 1.20 Mk., bei Zustellung durch den Briefträger 24 Pfg. mehr. Seitung des Kreises Lübbecke. Mit dem wöchentlichen Unterhaltungsblatt„Wort und Bild“ und der halbmonatlichen„Landw. Beilage.“ Sonderausgabe: Dielinger Zeitung. Telegramm=Adresse: Wochenblatt Rahden.— Fernsprecher Nr. 11. Druck und Verlag: E. Kosynowski Wwe., Rahden. Verantw. Redakteur: G. Kosynowski, Rahden. Inserttonstevagt so Kortut Spaltzeile oder deren Raum 10 Pfg. Bei Wiederholungen Radatt. Reklamen 20 Pfg. pro Zeile. Schluß der Inseratenannahme für die am folgenden Tage erscheinende Nummer Montag, Mittwoch und Freitag vormittaa 10 Uhr. Inserate erscheinen gleichzeitig in der„Dielinger Zeitung.“ Nr. 38. Sonnabend, den 30. März 1918. Erstes Blatt. Palmsonntag. Der erste Tag der Karwoche ist herangekommnen, der Palmsonntag ist da. Ihm haftet nichts von der Trauer an, die sich über die Woche breitet, an deren Anfang er steht. Palmsonntag ist ein Freudentag, gewissermaßen eine Vorosterfeier. Der Einzug Jesu in Jerusalem, zu dessen Erinnerung ihn die Kirche feiert, zeigt uns den Heiland auf der Höhe seines Geschicks auf Erden, umjubelt vom Volke, das ihm„Hosiannah“ ruft. Gemälde, Bilder aller Art haben der Ueberlieferung der Evangelisten folgend, diesen Einzug dargestellt, wie ihn das Volk mit Palmen, gleichsam als einen Friedensfürsten begrüßte. So wurde die Palme das Synihol des Sonntags, und weil es in nördlichen Andern Europas an den Palmen des Orients fehlt, so nahm man zu den schlichten, seidenartig glänzenden ersten Knospen des Weidenbaumes seine Zuflucht. Erste junge Sprossen, erste Knosoen. Der Name bedeutet basselbe, beides heißt„Palma“. Die jungen, von erstem neuen keimenden Leben der Natur Kunde gebenden Zweige werden in manchen Gegenden mit in die Kirche genommen, dort geweiht und sichern dann, nach Hause gebracht, und unter Dachsparren oder auf die Scheunentenne, oder aufs Feld gelegt, Haus und Hof und Feld vor Schaden aller Art, Blitzschlag, Hagel, Feuersnot. Aber auch, wer diesem Brauch nicht folgt und wer sein Haus beschützt hofft ohne diese sichtbaren Zeichen, schmückt sein Heim gern mit den schlichten Zweigen. In vielen, besonders ländlichen Gegenden ist der Palmsonntag der Tag der Konfirmation. Zugleich ist er die erste Feier des jungen Frühlings, der nun wieder einzieht in die Lande und die Herzen fröhlich und die Augen hell macht. Aber Palmsonntag ist, wie schon gesagt, der erste Tag der Karwoche, der bitteren Leidenszeit Christi, die erst im Osterfest ihren versöhnenden, glanzvollen Ausgang findet. In das„Hosiannah“ der jubelnden Menge tönt dem Wissenden schon das„Kreuziget, kreuziget ihn!“, das dem Herrn der Welt wenige Tage später darauf entgegenschallen soll. Eine ernste Mahnung auch an uns. Die Wandelbarkeit der Menschen und des Glückes ist dieselbe geblieben wie vor fast zweitausend Jahren, als das große Drama von Golgatha mit dem Vorspiel des Triumphzuges in die ragende Stadt Jerusalem anhub. Die Palme der Freude, die uns der Frühling bringt, die unsere Häuser festlich schmückt, kann sich auch für uns nur zu leicht verwandeln in die Dornenzweige der Trübsal, des Schmerzes, der Trauer. Auch im höchsten Glücke sollen wir eingedenk sein, daß alles Irdische vergänglich ist, Wir sollen uns nicht überheben, sondern demütig uns vor Augen halten, daß einst nach dem Tag der Palmen, der Tag von Golgatha gekommen ist. Ein Herz, das die Festesfrende des Palmsonntags in dieser Erkenntnis auf sich wirken läßt, ist geseit gegen Unglück und Kummer und um so besser fähig, des Lebens Lichttage in ihrem vollen Glanze erstrahlen zu lassen. Die deutsche„Luxusflotte“. Immer von neuem wiederholen englische Staatsmänner und englische Zeitungen die Lehre, daß England wegen seiner insularen Lage darauf angewiesen sei, sich die unbedingte Herrschaft zur See zu sichern. Mit ihr stehe und salle seine Bedeutung als Großmacht, sein Handel und seine Industrie, denn eine überlegene Flotte könne die britischen Inseln völlig von der Außenwelt absperren. Deutschland dagegen sei in der angenehmen Lage, für seine Flott# nicht solche Opfer bringen zu brauchen, wie die harte Notwendigkeit sie von England fordere. Deutschlands Küsten seien vor einem feindlichen Einfall gesichert durch die starken Küstenbefestigungen und das mächtige Landheer. Der Handel Deutschlands aber könne nicht von der See aus unterbunden werden, da er sich auch auf dem Landwege immerhin noch kräftig betätigen könnte und über Oesterreich=Ungarn und die Schweiz zur Ausfuhr über See gelangen würde. Wie steht es nun mit diesen Behauptungen? Wie an allem, so ist natürlich auch an ihnen ein kleinns, ganz kleines Körnchen Wahrheit. Englands injuiave Lage hat allerdings einen Nachteil, und zwar den, daß es keine neutralen Landgrenzen besitzt, über welche im Kriegsfalle der nötige Bedars eingeführt und Gegenwerte in Gestalt von Industrieprodukten ausgeführt werden können. Diesem Mangel steht aber der ungeheure Vorteil gegenüber, daß es als Inselreich vermöge seiner vielgestaltigen, ausgedehnten Küstenentwicklung eine Seegrenze besitzt, die von keiner Flotte der Welt, und wäre sie weit stärker als die englische, efsektiv blockiert werden kann. Nach diesem technischen Ausdruck verlangt das Völkerrecht eine so enge Einschließung der Küste durch seindliche Kriegsmittel, daß jeder Durchbruch eines Fahrzeuges mit schwerer Gefahr verbunden ist. Wie soll nun eine der nichtenglischen Klotten oder auch eine Vereinigung zweier solcher die englischen Küsten dauernd effektiv blockieren? Die Einund Ausfuhr ist also vollständig gar nicht zu unterbinden, und somit kaun dieser Grund für den Anspruch auf eine unbedingte Suprematie der englischen Flotte nicht als stichhaltig anerkannt werden. Wie anders liegen die Dinge bei Deutschland! Sein Handel geht im Frieden durch das enge Tor von DoverCalais; im Kriege käme vielleicht noch das nördlich in Frage, beider Schlüssel aber ruhen in englischen Händen, und bei dem westlichen Tor sitzt noch ein zweiter Wächter diesseits des Kanals. In beider Macht liegt es also, die deutsche Schiffahrt zum Stillstand zu bringen, wenn nicht der Respekt vor deutschen Machtmitteln, oder was dasselbe ist, die Besorgnis vor dem Endergebnis eines Krieges mit Deutschland sie daran hindert. Freilich handelt es sich hierbei nur in geringerem Maßstabe um die Zufuhr von Lebensmitteln, an denen wir dank unserer Landwirtschaft nur geringen Mangel leiden werden, aber der Stillstand der Schiffahrt wird Millionen von Industriearbeitern mit ihren Familien brotlos machen, weil nur der Seetrausport so billig Rohstoffe ein= und Fabrikate ausführen kann, daß unsere Erzeugnisse auf dem Weltmarkte Absatz finden können. Das Bedürfnis, den Seeweg offen zu halten, ist daher ein so großes, daß unsere nationale Eristenz gefährdet ist, wenn es nicht befriedigt wird. Wir würden durch seine Vernachlässigung ebenso sicher, wenn auch vielleicht nicht ebenso schuell auf die Knie gezwungen werden wie England, wenn es ganz von der Nahrungszufuhr abgeschnitten würde. Das letztere ist aber, wie oben dargetan, fast unmöglich. Nutzen wir also die Stunde! Jetzt, gerade jetzt müssen wir uns in die Riemen legen, was das Zeug hält! Unsere„Luxusflotte“ ist uns ein Lebensbedürfnis. Der Erste Lord der englischen Admiralität Mr. Winston Churchill unternahm dieser Tage eine längere Fahrt mit Schlachtschiff„Neptune“, während es in der Bai von Portland Schießversuche vornahm. Er brachte mehrere Stunden in den Kessel- und Maschinenräumen des Schisses zu. Angeblich soll Portland ein neues schwimmendes Dock und ein Petroleumreservoir für Heizungszwecke erhalten. Beim Jahresbankett der Institution of Naval Architectes nahm der Marquis of Bristol in seiem Trinkspruch auf die englische Flotte bezug und auf die letzte Rede Churchills, die die Nation mit einem Gefühl großer Erleichterung aufgenommen habe. Es sei absolut notwendig, die Flotte auf einer Höhe zu erhalten, die ihr die Erfüllung ihrer Pflicht ermögliche. Zugleich wünsche England, in Frieden mit der Welt und vor allem in Frieden mit der großen deutschen Nation zu leben. Großadmiral Gerard Noel sagte, er erblicke, was den Schiffsbau betreffe, eine gewisse Befriedtgung in der englischdeutschen Rivalität. Der Schiffsbau könne sich dazu beglückwünschen, daß diese Rivalität existiere. Der nationall berale Zwist. Die Vorgänge in der Sitzung des Zentralvorstandes der nationalliberalen Partei und die dort gefaßten Mehrheitsbeichlüsse bringen nur insofern eine gewisse Ueberraschung, als man wohl nicht geglaubt hatte, daß die Mehrheit, die sich, allgemein ausgedrückt, gegen eine Entwicklung der Partei nach links und gegen die besondere Organisation der Jungliberalen und ihren Einfluß auf die Partei erklärt hat, so groß sein würde, wie sie sich tatsächlich herausgestellt hat. Daß innerhalb der Partei diese Meinungsverschiedenheiten bestanden, war kein Geheimnis, denn die Kämpfe zwischen dem, was man einen linken und einen rechten Flügel nennt und was auch in persönlicher Zuspitzung: hier Bassermann=Stresemann=Fischer, da SchifferSchifferer=Bartling genannt wird, sind offenkundig, sie haben sich besonders seit der Finanzreform von 1909 in aller Oeffeirtlichkeit abgespielt, in der Presse und in den Versammlungen. Und wer die Haltung und die Reden der Führer der Reichtagsfraktion und der Führer im preußischen Abgeordnetenhause verfolgt und vergleicht, so erst jüngst wieder bei den Streikdebatten, der weiß, daß die beiden Fraktionen derselben Partei zwei deutlich unterschiedene politische Nuancen darstellen. Im allgemeinen, von einigen Ausnahmen abgesehen, haben auch im Zentralverbande die Herren aus dem Landtage gegen die aus dem Reichstage gestanden. Bereits spricht man von einem Verfall der Partei, von einer vollständigen Loslösung der Jungliberalen, und besonders häufig wird der Vorgang als eine Bassermannsche Niederlage zugespitzt. Eine Spaltung der Partei erwarten aber, soviel man hört, auch die Führer des sogenannten rechten Flügels nicht und wünschen sie auch nicht, und einer von ihnen, der viel genannt wird, verwahrt sich ausdrücklich dagegen, daß es auf eine Niederlage Bassermanns abgesehen gewesen sei. Gewünscht wird wohl von den meisten eine Einigung auf mittlerer Linie und eine Eingliederung der Jungliberalen in die Partei oder richtiger gesagt unter die Partei=Instanzen. So erhält die„Köln. Ztg.“ die folgende Zuschrift; „Der Antrag des Zentralvorstandes, betreffend die Jungliberalen, zielt in keiner Weise gegen die nationalliberale Jugend, er bezweckt nur eine Veränderung der Organisation, und zwar eine Beseitigung des gegenwärtigen Dualismus, der zu einer Organisation in zwei Spitzen geführt hat. Er will eine Wiederherstellung der frühern einheitlichen Organisation. Es soll dadurch die Schlagsertigkeit und Geschlossenheit der Partei gesichert werden, die nur durch einheitliche Leitung erzielt werden kann. Der Antrag richtet sich deshalb auch nicht gegen irgendwelche Persönlichketten. er ist rein sachlich gedacht. Er will allerdings den Mißstand beseitigen, daß unter dem Deckmantel der Jugendorganisation eine einseitige Organisation der linksliberalen Richtung innerhalb der Gesamtorganisation sich herausgebildet hatte. Wenn diese fehlsame Organisation nicht beseitigt wird, so würden die rechtsliberalen Elemente sich genötigt gesehen haben, sich gleichfälls selbständig zu organisieren, um das Gleichgewicht der beiden Flügel wiederherzustellen. Es ist zu hofsen, daß bei beiderseitigem guten Willen ein Ergebnis erreicht wird, durch das die Partei einheitlicher und geschlossener als bisher aus der Krisis hervorgeht.“. Ueber den weiteren Verlauf dieser Entwicklung wird man erst sicher urteilen können, wenn in sechs Wechen der Vertretertag gesprochen haben wird. 35. Die Tagespolitik Inland. Die Dauer der Lehrzeit im Handwerk. Neuerdings sind verschiedene Innungen dazu übergegangen, die Dauer der Lehrzeit, die durchweg auf drei Jahre bemessen ist, zu verlängern. Das Vorgehen wird damit begründet, daß der Lehrling durch den Besuch der Fortbildungsschule der Werkstatt entzogen werde, wodurch er viel Zeit für seine praktische Ausbildung verlöre, was nur durch eine Verlängerung der Lehrzeit wetlgemacht werden könne. Daraufhin hat jetzt der Minister den Innungen bedeutet, daß die Lehrzeit nur einheitlich für den ganzen Bezirk einer Handwerkskammer, nicht aber von Ort zu Ort verschieden geregelt werden könne. Die Begründung der Verlängerung durch den Besuch der Fortbildungsschule bezeichnet der Minister als völlig verfehlt, weil die Fortbildungsschule den Lehrling fördere und ihn in den Stand setze, das Ziel der Ausbildung früher, nicht aber später zu erreichen. Er sieht die Bestrebungen auf Verlängerung der Lehrzeit nicht sachlichen Gründen entspringend an. Er hat sicher nicht unrecht, wenn er auf die Nachteile hinweist, die eine Verlängerung der Lehrzeit haben kann, indem sie nämlich die Zuführung des Nachwuc ses zum Handwerk erschwert, weil nur wenige Eltern ihre Kinder eine 3½ bis 4 jährige Lehre durchmachen lassen können. — Als Kandidat für den durch den Tod Traegers erledigten Reichstagswahlkreis Varel=Jever sind von der fortschrittlichen Volkspartei der frühere Reichstagsabgeordnete Dr. Wiemer oder Naumann in Aussicht genommen. — Der auf dem Truppenübungsplatz in Posen verhaflete Schreiber Kaldunski aus Obornik ist wieder entlassen vorden, da er geistesschwach ist. Der Kaiser und seine ihn begleitenden Familienmitglieder sind in Korfu eingetroffen, nachdem sie in Brioni Gäste de, österreichischen Thronfolgers Erzherzogs Franz Ferdinaid und seiner Gemahlin, der Herzogin von Hohenberg, gelesen waren. In Brioni hatte der Kaiser Gelegenheit, die stattliche österreichische Flotte in Parade zu sehen. Der Erzherzog begrüßte den kaiserlichen Gast auf der Reede an Bord der„Hohenzollern“, am Lande wurden die Fürstlichkeiten durch die Herzogin von Hohenberg und ihre Kinder begrüßt. Nach der Begrüßung begleitete der Thronfolger den deutschen Kaiser ins Hotel Carmen, wo ein Frühstück zu Ehren der Gäste gegeben wurde. Dann machten Kaiser Wilhelm, Prinzessin Viktoria Luise und Prinz August Wilhelm mit Gemahlin in Begleitung des Thronfolgers eine Rundfahrt auf der Insel und besichtigten die Sehenswürdigkeiten Brionis. Der Kaiser besuchte die Befestigungen bei Penneda und bestieg den dortigen Leuchtturm, von dem man einen prachtvollen Rundblick genießt. Nach herzlichem Abschied von der Familie des österreichischen Thronfolgers schiffte sich der Kaiser mit seiner Begleitung wieder auf die„Hohenzollern“ ein, die unter dem Salut der österreichischen Flotte den Kurs nach Korfu nahm. Erkrankung des Papstes. Im Befinden des Papstes ist in den letzten Tagen eine kleine Verschlimmerung eingetreten. Professor Amici, der den Papst in Vertretung des Leibarztes Petacci besuchte, hat ihm absolute Ruhe verordnet, so daß alle Audienzen=#gesagt wurden. Besonders angegriffen sind die Atmungswege, doch wird versichert, daß keine ernstere Gefahr bestehe, wenn auch das hohe Alter des Kirchenfürsten einige Besorgnis einflößt. Seit dem heftigen Anfall im Sommer vorigen Jahres hat lich der Papst nie wieder richtig erholen können. Ausdehnung der deutschen Funkentelegraphie. Zwischen der deutschen Regierung und der Niederländisch=deutschen Telegraphen=Gesellschaft zu Köln schweben zurzeit Verhandlungen zwecks Anlegung von Funkentelegraphen= stationen in den deutschen Kolonien der Südsee. Es sollen vier Statioen errichtet und diese wiederum mit dem Ausgangspunkt des deutsch=niederländischen Kabels in Yap verbunden werden. Die deutsche Regierung beabsichtigt, der Deutsch=niederländischen Telegraphengesellschaft und der Gesellschaft für drahtlose Telegraphie in Berlin gemeinsam eine Betriebserlaubnis zur Gründung einer vesonderen Aktiengesellschaft zu erteilen. Das Kapital ist auf 2 100000 Mark festgesetzt worden. Frankreich. Royalisten gegen Bonapartisten. Zwischen Bonapartisten und Royalisten ist es in der letzten Zeit in Versammlungen und Straßenkundgebungen wiederholt zu heftigen Zusammenstößen gekommen. Zuletzt drangen an 300 mit Küppeln und Gummischäuchen bewaffnete„Camelots du Noi“ in eine bonapartistische Versammlung ein. Es entstand eine furchtbare Rauferei, bei der es auf beiden Seiten zahlreiche Verwundete gab. Auch mehrere Schutzleute, die zur Wiederherstellung der Ordnung herbeigceilt waren, erlitten Verletzungen. Sechs Camelots du Roi wurden verhaftet. Portugal. Indenkolonien in Portugiesisch=Angola. Die Times berichtet von Lissabon: Dem Kolonialamt liegt ein Plan für die Auswanderung von Juden aller Nationalitäten nach Angola in Portugiesisch=Ostafrika vor. Jedem Famrilienvater sollen 100 bis 250 Hektar Land zugeteilt werden, die sein Eigentum werden, wenn er es bebaut und gewisse Bedingungen erfüllt. Lokales und Provinzielles. Zur Konfirmation. Für viele Gemeinden ist der Palmsonntag von Alters her der Tag der Konfirmation. Moderne Verhältnisse haben zwar viel daran geändert. Die Verhältnisse der Großstadt zwingen dazu, die Konfirmation auf verschiedene Sonntage zu verteilen. Auch üben die wirtschaftlichen Bedürfnisse mehr als früher einen Druck dahin aus, daß man die Söhne und Töchter möglichst vor dem 1. April ihre Schulzeit mit der Konfirmation endigen läßt. Allein der Palmsontag bleib doch derjenige Tag, den unsere Vorstellung am liebsten mit der Konflrmation, auch mit der Erinnerung an die eigene Einsegnung verbindet. Die Site der Konfirmation ist noch nicht so gar alt. Vor etwas mehr als 200 Jahren n der Zeit des sogenannten Piettsmus hal sie sich eingebürgert, erwachsen aus dem Wunsche,„den Kopf in das Herz zu bringen,“ wie Spener, der Vater des Pietismus sagte, d. h aus der christlichen Erkenntnis christliche Gesinnung zu machen. Daß sie einem Bedürfuls entsprach, beweist meur als aues andere der Umstand, daß die Konfirmation in fast beispielloser Weise sich im Bewußtsein des deutschen evangelischen Volkes eingewurzelt hat. Vielen ist sie nicht viel mehr als eine feierliche Schulentlassung. Manchen vielleicht nur eine erste Gelegenheit, die kaum herangewachsenen Kinder wie Er wachsene herauszuputzen. Aber trotz Mißbrauch und Oberflächlichkeit—. man müßte blind sein, um den tiefen Segen zu veckennen, der auch in ihrer heutigen Form von der Konfirmation ausgeht. In den stillen Zeiten des Leids und der Sorgen, in den ersten Stunden des Kampfes und der Ver irrung, fangen die Sterne wieder an zu leuchten, die im täglichen Leben oft verblichen zu sein schienen: Ein alter Liedervers, ein halb vergessener Denkspruch! Bismarck hat einst als alter Mann ausgesprochen, wie oft sein Konfirmationsspruch ihm ein Halt und Trost gewesen ware. Wir wollen uns der ernsten Empfindungen nicht schämen, die uns anfassen, wenn wir die langen Reihen schwarz gekleideter Knaben und Mädchen zur Kirche ziehen sehen. Es wäre vielleicht besser, wir hätten öfter für solche Empfindungen Raum und Zeit. die das Leben an uns stell, werden iunet henden Gefahren nur mit größter Tüchtigkeit, mit kunstgeüibter Hand begegnen kann. Heute vermag nur noch der fleißige und wissen muß. Zu den Schulkenntnissen gehören auch, Fur,„intlebt— das if einse alle Erienutals. So sos nun der Geselle auf seiner Wanderschaft mit frischen Sinnen umherspähen, daß er reifer und tüchtiger werde, daß er dazu Land und Leute kennen lerne, Zu den Kenntnissen, gehört aber auch ein me Minden, 28. März.(Das Verbot des Hauslerhandels) mit Klauenvieh(Rinder, Schafen, wurde vom Regierungspräsidenten bis zum 1. Juli v. J2. me Hannover, 28. März.(Für 40 Pfg. g5. Magl Gieldstrafe) wegen Betruges. Der Tischler Karl Ron# aus Münder hat sich von der Gerschtskasse Hannover eines Taae“ 40 Pfa zuviel Zeugengebühren auszahlen lassen. Ihm wurde nachgewiesen, daß er bei der Erhebung setzer Gebühren wissentlich falsche Angaben gemacht hat. Schöffengericht verurtellte ihn heute zu der obengenannten Hannover, 28. März.(Ländliche schulen) gibt es in der Provinz Hannover nach den neuest amtlichen Aufnahmen 625. Mehr derartige Schulen hat in Preußen nur die Provinz Hessen=Nassau, nämlich 822. Die wenigsten ländlichen Fortbildungsschulen haben die Provinzen Wesipreußen und Sachsen, jede hat 147. Im Königreich Preußen sind jetzt 4588 solche Schulen vorhanden, sie sind gegen das Vorjahr um 535 vermehrt worden. mie Bremen, 28. März.(Hinter Schloß u. Rleg gebeacht) wurden von der Kriminalpollzei zwei schwere Jungen, die wie der Hannov. Anz. meldet, versuchten, hier zahlreiche Silbersachen zu verkaufen. Einer der beiden führte, wie die angestellten Ermittelungen ergaben, eine Handtasche mit Silbersachen bei sich, die er zum Kaufe anbot. Den Kriminalbeamten gelang es, sie beim Abschluß des Kaufes zu stellen. In der Tasche führten sie Silbersachen im Werte von ca. 600 Mk. mit sich. Die gestohlenen Silbersachen werden aus den kürzlich in Hannover verübten großen Silber diebstählen herrühren. Die beiden Verhafteten über ihre Person jegliche Auskunft. Die angestellten Nachforschungen ergaben, daß der eine ein Maurer aus dem Kreise Neuhaus an der Oste ist, der mit seinem Begleiter nur zum Zwecke des Verkaufs der gefundenen Sachen hierher geron Dortmund, 28. März.(„Strelkkammer.“) Zur Aburteilung der Streikvergehen ist am hiesigen Landgericht eine besondere Strafkammer eingerichtet worden. Gestern standen von den Streikvergehen, die einige Hundert betragen, zehn an. Die meisten mußten vertagt werden, weil die gesetzlich vorgeschriebene Ladungsfrist nicht innegehalten war. Im übrigen verhängte die Kammer strenge Strafen. Ein Bergmann, der einen Stein nach einem Beamten geworfen hatte, erhielt drei Monate Gefängnis; ein anderer wegen Widerstandsleistung und Beleidigung vier Monate; ein dritter, der die Arbeitswilligen mit christlichen Schweinehunden tituliert hatte, erhielt sechs Wochen Gesängnis. platz mußte vorläufig außer Betrieb gesetzt werden, doch hofft man auf dem größten Teil des entfesselten Eiements bald wieder Herr zu werden. Weiterführung der Untergrundbahn durch diese Katastrophe auf Jahre verzögert. Tausende Hände regen sich, um die Fluten abzudämmen. Die Feuerwehr arbeitet mit mehr als einem halben Dugend, Hampispgißen, von denen jede in der Minute mehr als zweitausend Liter Wasser för dert. An der gefährdetsten Stelle der Strecke suchen Arbeiterkolonnen die Flut durch Zementsäcke abzudämmen. Charatter,„Von Ansang an. sost.sich der., lugge Mann in Fleiß, Gewissenhaftigleit und Treue, üben, denn digeise, ind gutg. En nsehlungen bei Jedermann. In der freien Zeit soll er seinen Körver stählen durch Turnen und Leibesübungen. Auch soll er mäßig sein, denn Mäßigkeit im Genuß bringt Segen und dem Körver Gedeihen. Wer so seinen Körper und Geist geüibt hat, der ist zu Schutz und Trutz gewappnet, der vermag sich durchs Leben zu schlagen, und für den hat auch das Handwerk noch goldenen Boden. Früh übt sich, wer ein Meister werden will. Rahden, 29. März.(Dle Dienstbotenprämie) in Gestalt eines Sparkassenbuches über 30 Mark, für zehnjährige treue Dienste wurde seitens des Kreisausschusses der Dienstmagd Christine Möller bei Kolon Ahrens Nr. 12 zu Kleinendorf bewilligt. Nahden, 29. März.(Ihre Silberhochzeit) begehen am morgigen Sonnabend die Eheleute Kolon Schlottmann zu Espelkamp., Sch. ist Präses des Landwehr= und Reservevereins Espelkamp, der es sich nicht nehmen lassen wird, das Jubelpaar an seinem Ehrentage zu beglückwünschen. Rahden, 28. März.(Das neue Gewicht.) Es sei darauf hingewiesen, daß vom 1. April ab nicht mehr 100 Gramm, 20 Gramm und 5 Gramm auf die Wagschale gelegt werden dürfen, sondern daß das ¼ Pfundgewicht von 125 Gramm aufgelegt werden muß. Die Geschäftsleute werden gut daran tun, das nicht zu übersehen. Lübbecke, 27. März.(Tödlicher Unglücksfall.) Der 10 Jahre alte Wilhelm Kluge stürzte am Sonnabend mittag auf der Scheunendlele seines Pflegevaters mit der Leiter um, fiel mit dem Kopf auf den steinigen Fußboden, erlitt eine schwere Gehirnerschütterung und starb nach kurzer Zeit.—(Vlehmarkt.) Der gestrige Blehmarkt zeigte wieder eine größere Zufuhr von Schweinen, wie auch eine Preissteigerung festzustellen war.(L. K) Fabbenstedt, 28. März.(Goldene Hochzeit.) Die Eheleute Sander auf Nr. 87 hierselbst können heute das Fest der goldenen Hochzelt feiern. Hunteburg, 28. März.(Tellung der Hakumog.) Die Hannoversche Kolonisations= und Moorverwertungs=Gesellschaft, G. m. b. H., zu Osnabrück hält am 30. d. Mts in Berlin im Sitzungssaale der Firma L. Löwe u. Co. eine Gesellschafterversammlung ab, die endgültig über eine Teilung des gesamten Unternehmens zu beschließen hat. Die eigentliche bisherige Gesellschaft, die sich mit den Angelegenheiten der Moorverwertung, Kolonisation und Gasbereitung befaßt, behält ihren Sitz in Osnabrück. An ihre Spitze tritt Direktor Stallbaum. Die neue Gesellschaft, die ein Aktienunternehmen werden soll und ihren Sitz In Schweege hat, erhält das Ressort Elektrizität. Die Leitung haben die Direktoren Kochendörffer und Schneider inne. me Diepholz, 28. März.(Der Relchstag) erklärte heute die Wahl des Abg. Colshorn(5. Hannover) für gültig Osnabrück, 28. März.(Vom D=Zug erfaßt) und getötet wurde auf dem Bahnhof Bruchmühlen der 54 Jahre alte Dienstknecht Heinr. Wilke. W. war damit beschäftigt, mit einer Karre Güter auf den Bahnsteig zu fahren. Wasserkatastrophe auf der Berliner Untergrundbahn. Das große Verkehrsunternehmen, das den Berlinern einen größstädtischen Schnellverkehr in der Stadt selbst gebracht hat, die Hoch und Untergrundbahn, ist von einem schmeren Schlage getrossen worden. Aus Berlin wird vom 27. März gemeldet: Die Untergrundbahn steht unter Wasser. Vom Spittelmarkt bis fast Leipziger Pla#t# stehen die Gleise unter Wasser und der Verkehr ist auf diesen Strecke eingestellt. Die Ursache dieses im Verkehrsleben Berlins beispiellosen Geschehnisses ist ein Dammbruch, der heute morgen zwischen 4 und 5 Uhr auf der bereits fertiggestellten, aber noch nicht dem Betriebe übergebenen Strecke der Untergrundbahn zwischen Spittelmarkt und Alexanderplatz erfolgt ist. Dort, wo die Untergrundbahn zwischen Insel= und Kleine Stralauer Straße unterhalb der Spree durchgeführt worden ist, wurde ein Damm von dem Wasser der Spree durchbrochen. Die Fluten drangen in den Tunnel ein und wälzten sich langsam aber unaushaltsam hinunter bis zum Bahnhof Spittelmarkt und von da immer weiter. Stellenweise steht das Wasser einen halben Meter hoch. Ein Glück ist, daß keine Menschenleben zu beklagen sind. Von einem Augenzeugen wird berichtet, wie die 80 im Bauschacht tätigen Arbeiter, ebenso die beiden in der Grube befindlichen Pferde dem sicheren Tode entronnen sind. Er schilderte einem Berliner Journalisten den Hexgang folgendermaßen: Wir waren in vier Kolonnen zu 20 Mann heute nacht um 12 Uhr angetreten u#id hatten die vorige Schicht abgelöst. In der Hauptsache hatten wir darauf zu achten, daß die Pumpen funktionierten, weiter die Maschine im Gange zu erhalten, und eine Anzahl wurde mit den Be tonnierarbeiten beschäftigt, während andere noch einzelne Stellen ausschachteten. Ich war mit fünf Kameraden unterhalb des Fangdammes mit Grabungen beschäftigt. Es war einige Minuten nach 4 Uhr, als wir plötzlich ein diges Rauschen des Wassers hörten. Wir blickten nach dem Fangdamm und sahen zu unserm namenlosen Entsetzen, daß dieser undicht geworden sein mußte, denn ein etwa 80 Zentimeter dicker, gelblicher, gischtiger Wasserstrahl schoß in die Baugrube hinein. Anfangs waren wir vor Schrecken erstarrt so daß wir keinen Laut hervorbringen konnten, denn wir befanden uns in einer zehn Meter tiefen Grube, und Gefahr, daß wir dem Tode des Ertrinkens überliefert seien, war groß. Dann aber kehrte uns die Geistesgegenwart wieder, und mit den Rufen „Rettet Euch, der Damm ist gebrochen“, alarmierten wir, bereits im Fliehen begriffen, unsere noch in ruhigem Arbeiten begriffenen Kameraden. Auf unser Geschrei stelllen diese ihre Arbeit sofort ein, und alles begann über die ausgelegten Gerüste und Leitern zu flüchten um Gefahr zu entrinnen. In demselben Augenblick aber auch hatte sich die Bruchstelle bereits auf viele Meter erweitert und mit riesiger Gewalt schossen ungeheure Wassermengen in die Grube hinein, so daß diese nach meiner Schätzung bereits zwei Minuten später bis zum Rande gefüllt war. Wie es uns allen möglich gewesen ist, uns zu retten, ist mir und meinen Kameraden noch immer ein Rätsel. Ich kann es mir nur so erklären, daß der furchtbare Schrecken uns übermichtige Kräfte verlieh. Während wir noch am Rande der Grube mit den hinzugeeilten Ingenieuren und Bauleitern standen, kamen schon vom jenseitigen Ufer andere Arbeiter gelausen, die uns mitteilten, daß das Wasser in den Untergrundbahnhof Spittelmarkt eindringe. Wir waren also wie durch ein Wunder dem sicheren Tode entronnen.“ Mehrere Millionen Schaden. Der angerichtete Schaden läßt sich bisher mit Sscher heit nicht feststellen, doch beträgt er ohne Zweifel mehrere Millionen. Die ganze Strecke Spittelmarkt— LeipziaerIm Spreetunnel. Die Vorarbeiten für den Spreetunnel zur der Unterarundbahn vom Spittelmarkt zum Alexande vlat begannen im Frühsahr 1910. Zu diesem Zwecke mußte die Trasse der Untergrundbahn von beiden Ufern bis unter die Flußsohle gesenkt werden. Die Ausführung des Tunnels erfolgte in offener Vauweise, wobei zu berücksich, tigen war, daß die Schiffahrt auf der Spree nicht gestört alns tes be e sies eschcle esce. nächst auf dem. Spregrand ,einen, trockenen Bauplatz u gewinnen. Deshalb wurde eine schwere Spundwand von Meter langen Bohlen vom Ufer her in den Flußhineingetrieben. Parallel zu dieser wurde in einem Abstand von etwa drei Meter eine zweite äußere wand eingeschlagen und der Zwischenraum mit einer Mischung von Lehm und Pferdedung ausgestampft. S entstand jener schwere, massive Fangdamm, der über die halbe Breite in das Flußbett hineinragte. Der Raum innerhalb des Fangdamms wurde alsdann mit Saugbrunnen besetzt und das in dem geschaffenen Becken enthaltene Spreewasser ausgepumpt. Nach Entfernung der Jahrhun derte schon dort lagernden Schlammschicht traf man auf schönen, weißen Sand und hatte nun einen freien, trockenen Bauplatz auf dem Boden des Spreebettes. Auf diesem Bauplatz wurden wiederum zwei Spundwände geschlagen, omte. Bevor man aber an das Auschachen, geben, be, dur die Giemüiche der Ganite miche eie dane 3r 3i5 Isthogse Erlage uu Absentung des Grenbenser hie. gewaltigere Anlage, nur Avsenrung Her am Flußufer eine gels bergestellt werden.„5 Futz.nundert Vferdekrästen erMaschinenstation mit rund lenou.hrsiche Druckluft zubaut, um den. Sauahrugugg die erforderliche za gutzgege Im vergangenen Sommer war bereits der, Dam ogg ersten Tumnnelhälfte bendetzund das Klosen Misdonn burden De Shrah dr geschele ber San. a der Sizstr id Releiehes Kieche der Midte des Stroneh ist seibongesehe g,., e 6o e dem Kovistüick der alten Legpedgrn piesersetesle hoat sich esce sches chese di cs gelostet, wuas auf das kosbielige und schwierige Bauver. fahren mit Schildvortrieb zurückzuführen ist. Aus aller Welt. Hochwasser im Nahe=Gebiet, Der Nahefluß sowie sämtliche in ihn Fündende Bäche sind in den letzten Tagen zende Land überschwemmt. Infolge des noch immer anhaltenden Regenwetters wird weiteres Steigen erwartet. Auch der Rhein ist stark gestiegen. Liebestragödie auf dem Starnberger See. ein 28= jähriger Kaufmann fuhr abends in einem Ruderboot von Staruberg in den See hinaus. Böses ahnend, folgte ihm seine 18 jährige Geliebte, mit der er kurz zuvor einen Streit geyabt hatte. Das Mädchen nahm ein Motorboot und fuhr ihrem Bräutsgar nach. Kurz bevor das Boot eingeholt wurde, jagte sich der junge Mann, im Boot stehend, eine Kugel in den Kopf und fiel###den See. Ein von dem Mädchen zur Hilfe angerusener, Fischer holte den Schwververletzten heraus und brachte ihn nach dem Starnberger Krankenhaus. Bodensee= und Rheinregulierung. Ueber die Regulierung des Bodensees ist der bayerischen Regierung ein Gutachten erstattet worden, das eine Tieserlegung des Rheinbettes und den Einbau eines beweglichen Wehres unterhalb Stein am Rhein vorsieht, Al=ugsteste, Hesenunch gse eerch ergeben die Senkung des Hochwasserstandes um 88 Zentimeter, die Verlängerung der Schiffbarkeit des Rheins von Basel bis Straßburg um zwei Monate, Erhöhung der Abflußzmengen zur Niederwasserzeit und eine bessere WirDie Jagd gch“. Aulsonsbi.=Pahieg, Die, Nac; terschungen der Sicherheitsbehörden nach den Automobilbanditen blieben bisher vollständig vergeblich. Man will die Verbrecher an den verschiedensten Orten alle darauf bezüglichen Angaben erwiesen sich als unrichtig. In Dünkirchen wurden vier Leute angehalten, die eine ge wisse Aehnlichkeit mit den Automobilisten hatten. Es stelle sich jedoch heraus, daß es vier bekannte Flieger waren, die in Dünkirchen eine Fliegerschule errichten wollen. Doe—s, Ker Genshentese und eier sernseieg, oslhe, esescheschelce se sche ece e mobilisten seien. Die Reisenden wiesen abet nach, daß sie friedliche Kaufleute seien. 15 Millionen Gold unter Wasser. An der Küste von Eastbourne haben Taucher mit der Bergung der Goldladung der gesunkenen„Oceana“, die einen Wert von 15 Milklonen Mark hatte, begonnen. D., Tauper, drangen in die Kabine des Kapitäns ein und fanden dort den Schlüssel zu dem Stahlschrank, in dem das Gold lag., Visbaben sie eine mit Goldmünzen gefüllte Kiste und zwei Silber=Barren gehol ist durch Trümmer schweren, doch hofft den ganzen Schatz Ein schweres T England gemeldet. beiterwohnhaus, wo verbrannte. Ein v die Straße fallen! aufgehoben wurde. Personen verletzt w Massensturz bei bei solchen Veranste Sechstagerennen kei Mittwoch war ein Fahrer verwickelt brink betroffen, de das Rennen aufgebe aus. Später mußt beinbruches die We Religiöser Wa Sektiererei in wahn wiederum ein Vorf Auf den 21. März schon wieder der W einem ausgeteilten untrügliche Beweis den. Eine dort n dieser Sekte angehö noch vorerst eine vornehmen,„um ge In das zubereitete mäßiges Quantum Ausstieg aus dem Ablösung der Ober Opfer sofort in die sehr stark gezweifel Grubenkatastr. explosion sperrte (West=Virginien) Kohlenstücken und leute wurden gereBei unserer Absagen wir allen F kaunten hiermit ein herzliches Lok.=Führer G. 1 Am Mittwoch, nachmittags 2 1 Schröder Nr. 183 bestehend aus: Wohnhaus, 8 Morgen sen beim meistbietend verkau Der Zuschlag erteilt werden. Käufer wollen einfinden. Preuß. Oldendor Dienstag, di vorm. läßt der Dienstknee 1 Koffer,1 Kessel, 8 mehrere B Bett. Fer haltenen A Tragkraft, Zweischürt öffentlich meistbie verkaufen. KäufLanghorst 10 Tonnenheide, d Am Montag, kaufe ich beim a in Nahden 86 34 Eß= und Kart (Paulsens Juli, Heidelberger, am H. Möller gent. Uebernehme sä maschinell einger vorkommenden Schlosse und Ret Ferner empfehl Fensterund Gr in Stab= und Anfertigungsrecht Umgegend der gese Nietverbindung, als das gewöhn Billiger als gut gefertigte Gitter st Heinr. Ork Silber=Barren gehoben. Der Zugang zu dem Fassenschrank ist durch Trümmer gesperrt, die die Bergungsarbeiten erschweren, doch hofft man, wenn das Wetter schön bleibt, den ganzen Schatz in Sicherheit zu bringen. Ein schweres Brandunglück wird aus Dartmouth in England gemeldet. Eine Feuersbrunst zerstörte ein Arbeiterwohnhaus, wobei eine Frau mit ihren drei Kindern verbrannte. Ein viertes Kind hatte sie vom Fenster auf die Straße fallen lassen, wo es mit schweren Verletzungen aufgehoben wurde. Bei den Löscharbeiten sind mehrere Personen verletzt worden. Massensturz beim Berliner Sechstagerennen. Wie steis bei solchen Veranstaltungen, so vergeht auch beim Berliner Sechstagerennen kein Tag ohne Unfall. In der Nacht zum Mittwoch war ein Massensturz zu verzeichnen, in den vier Fahrer verwickelt wurden. Am schlimmsten wurde Stellbrink betroffen, der infolge einer schweren Armverletzung das Rennen aufgeben mußte; auch sein Partner Rudel schied aus. Später mußte noch Rosellen infolge eines Schlüsselbeinbruches die Weiterfahrt einstellen. Religiöser Wahn. Welch unheilvolle Blüten religiöse Sektiererei in wahnwitziger Schwärmerei treiben kann, zeigt wiederum ein Vorfall in Godesberg, der jetzt bekannt wird. Auf den 21. März war von der Sekte der Strengreligiösen schon wieder der Weltuntergang definitiv prophezeit und in einem ausgeteilten Schauertraktat hierfür der selsenfeste und untrügliche Beweis auf biblischer Grundlage erbracht worden. Eine dort wohnende Dame besten Standes, welche dieser Sekte angehört, wollte anläßlich solcher Verkündigung noch vorerst eine radikale Leibesreinigung durch ein Bad vornehmen,„um ganz rein vor dem Heilande zu erscheinen“. In das zubereitete Wannenbad schüttete sie sich noch ein übermäßiges Quantum Salzsäure zwecks besserer Wirkung. Beim Ausstieg aus dem Bade zeigte sich am ganzen Körper die Ablösung der Oberhaut. Man brachte das arme betrogene Opfer sofort in die Klinik; am Aufkommen wird noch jetzt sehr stark gezweifelt. Grubenkatastrophe in Virginien. Eine furchtbare Gasexplosion sperrte in dem großen Kohlenbergwerk Welch (West=Virginien) die unteren Stollen durch tausende von Kohlenstücken und Trümmern vollständig ab. Nur 10 Veraleute wurden gerettet, 84 Bergleute gelten als tot. Ein Hauptmann von einem Musketier erschossen. Osterode wurde am Donnerstag Hauptmann Reetsch. der Kompagniechef der 11. Kompagnie des Insanterieregiments v. Grolmann(1. Posensches) Nr. 15, aus dem Kasernenhof von dem der gleichen Kompagnie angehörenden Musketier Ehnersleben, der im ersten Dienstjahre stand, erschossen. Der Täter erschoß sich darauf selbst. Die Ueberschwemmung in der Berliner Untergrundbahn hält noch immer an. Das Wasser hat nicht abgenommen, sondern steigt langsam weiter. Die auf der Strecke errichtesen Zementdämme sind undicht geworden. Eine große Kalamität entstand dadurch, daß eine im Untergrundbahnhof am Spittelmarkt aufgestellte Kroiselpumpe in der steigenden Flut versagte und schließlich ersoff. Die leitenden Ingenieure sind voll banger Zweifel, ob es gelingen wird, das Wasser abzudämmen. Es wurde eine Untersuchung durch Taucher vorgenommen, deren Ausfall abgewartet werden muß. Jedenfalls werden sich die Arbeiten schwierig gestalten. Ein Untertan von nenn Königen. Der älteste Mann Norwegens, ein Fischer. Abel Eliassen, vollendese vor einigen Tagen das 110. Lebensjahr. Er lebt hoch oben an der Westküste auf den Lofoten. Trotz seines hohen Alters ist Eliassen, ein Riese von Gestalt, noch so kräftig, daß er in der Woche zwei= bis dreimal den eine Meile langen Weg von seiner Wohnung zum Krankenhause, wo seine Frau gegenwärtig liegt, zu Fuß zurücklegen kann. Seine jetzige Frau hat er 189., also als Nennundneunzigjähriger geheiratet. Der alte Riese, der 1706, also zu einem Zeitpunkte geboren wurde, wo Norwegen noch zu Dänemark gehörte, hat unter neun Königen gelebt. — Aus der Peter=Paul=Festung in Petersburg sind fünf Kanonen nebst zahlreichem kupfernen Geschützzubehör verschwunden. — In einer Kohlengrube bei Newvort wurden durch schlagende Wetter zunnzig Arbeiter verletzt. Zehn von ihnen sind Arnie und Beine gebrochen und einzelne Gliedmaßen abgerissen. — In Rio de Janeiro erplodierte eine neugelieferte europäische Kanone bei den ersten Schießversuchen. Zwölf Artilleristen wurden getötet, eine große Anzahl schwer verletzt. urm in Gefahr! Das alte Wahrzeichen von S 58 Der Fuchskurm in Gefahr! Das um—.. Jena, der Rest vergangener Ritterherrlichkeit, der„Fuchsturm“ auf dem Hausberge bei Jena, ist in Gefahr, das gleiche Geschick zu erleiden wie der venezianische Campanile. Mehrere gewaltige Risse, die bis zu 11 Meter lang und 10 Zentimeter broit sind und deren Tiefe bereits 50 Zentimeter beträgt,— die Manerstärke beträgt 2,20 Meter — sind durch das hohe Alter des Turmes und durch den Blitz, der 1905 in das Gemäuer hineingefahren ist, erwachsen. Dazu kommt nach dem ausführlichen Gutachten, das der Hofmaurermeister Rausche in Jena veröffentlicht hat, daß der Untergrund infolge seiner kalkigen Weichheit von Jahr zu Jahr mehr abbröckelt. Da die Wiederherstellung sehr kostspielig ist, hat man sich an den Staat gewandt; die Gemeinde Ziegenhain, der der Turm gehört, kann die Kosten nicht aufbringen. Voraussichtlich wird man noch Gutachten von Botho Ebhardt u. a. einholen, um den alten Bergriesen späteren Generationen doch zu erhalten. Schwäbisches Eisenbahn=Idyll. Als dieser Tage in Türkheim im bayerischen Schwaben der Frühzug nach Wörishofen abdampfen wollte, kam noch im letzten Augenblick atemlos ein Fahrgast gelaufen. Er war nur mit Hosen, Hemd und Strümpfen bekleidet. Die Schuhe trug er in den Händen und die übrige Gewandung auf dem Arm. In Hast bestieg er den Zug, um dann froh des erreichten Anschlusses und unbekümmert um das Gelächter der Mitreisenden, seine etwas dürftige Toilette in Gemütsruhe zu vollenden.„Als bin e mitkomme“, meinte er und den besonders Lachlustigen entbot er den schwäbischen Gruß, mit dem man nach gerichtlicher Feststellung eine Unterhaltung beginnen, beleben und beendigen kann. Unfreiwilliger Humor. Im„Günz= und Mindelboten“ ist folgende inhaltschwere Bekanntmachung enthalten:„Am Sonntag nachmittag 2 Uhr findet im Gasthaus zur „Kanne“, Wanderversammlung des Landwirtschaftlichen Bezirksvereins Lauingen mit Vorträgen des Distriktstierarztes Dr. S. über Unfruchtbarkeit des Rindes und des Assistenten R. statt.“ Herr R. darf sich mit Recht darüber beschweren, wenn man ihn mit dem Rindvieh sozusagen in einen Topf wirft. Und daß der Landwirtschaftliche Bezirksverein auch noch gerade solches Interesse an ihm nimmt. Bei unserer Abreise nach Bünde sagen wir allen Freunden und Bekaunten hiermit ein herzliches Lebewohl. Lok.=Führer G. Mönter und Frau. M ENRRHIRRRRARRRR FFEFF Am Mittwoch, den 3. April er. nachmittags 2 Uhr läßt Neubauer Schröder Nr. 183 Oppenwehe seine bestehend aus: Wohnhaus, Scheune und 8 Morgen Land u. Wiesen beim Hause liegend, meistbietend verkaufen. Der Zuschlag kann evt. sofort erteilt werden. Käuser wollen sich bei Schröder einfinden. Oldendorf, 25. März 1912. Kleffmann. Lilly Alpers, Rahden ertellt gründlichen Unterricht in Schneidern, Weißnähen und Handarbeit. Dienstag, den 9. April, vorm. 9 Uhr läßt der Dienstknecht August Kröger 1 Koffer, 1 großen kupfern. Kessel, 8 Rollen Leinen, mehrere Bettbezüge, und 1 Bett. Ferner einen gut erhaltenen Ackerwagen 50 Ztr. Tragkraft, 1 Pflug u. einen Zweischürigen öffentlich meistbletend gegen Kredit verkaufen. Käufer wollen sich bei Lanahorst 102 Wehe einfinden. Tonnenheide, den 26. März 1912. H. Wöstehoff. Am Montag, den 1. April verkaufe ich beim Gastwirt Wiegmann in Nahden 86 Zentner gute Eß= und Kartoffeln (Paulsens Juli, Mäuse, Industrie, Heidelberger, am Berge gewachsen). H. Möller gent. Dusse, Espelkamp. Uebernehme sämtliche in den hier maschinell eingerichteten Betrieben vorkommenden Schlosserarbeiten und Reparaturen Ferner empfehle Fenster-, Frontund Grabgitter in Stab= und Drahtausführung. Anfertigungsrecht für Nahden und Umgegend der gesetzt. gesch Weygands Nietverbindung, 30—50% billiger als das gewöhnliche Rletverfahren. Billiger als gute Holzgitter. Angefertigte Gitter stehen zur gefl. Ansicht Heinr. Orkgies, Rahden Schlossermeister. Saathafer Seradella L. pinen sowie sämtliche Feld= u. Gemüse Sämereien empfiehlt in bekannter Ia. Qualität zu billigsten Preisen Rahden. Chr. Lübking Veru-Guano(Füllhornmarke) Spezial-Kartoffeldünger Nähkursus! Erteile vom 1. April ab Unterricht im Hand= u. Maschinennähen Mädchen, welche an dem Kursus teilnehmen wollen, mögen sich baldigst melden. Näheres in der Exp. d. Bl. Schönheit verleiht ein rosiges, jugendfrisches Anklißz, weiße sammetweiche Hauk und ein reiner, zarter, schöner Teink. Alles dies erzeugt die allein echte Steckenpferd=Lilienmilch=Seise à St. 50 Pfg., ferner macht der Dada=Cream rote und rissige Haut in einer Nacht weiß u. sammetweich. Tuve 50 Pf. bei Anna Vogel, Rahden schwetelf. Ammoniak Chili-Salpeter billigst bei Rahden. Chr. Lübking. Beabsichtlge, meinen Schweinestall aus Eichenkachwerk, 10 Meter lang. 6„ breit, auf Abbruch und einen sehr starken * Göpel billig zu verkaufen. Wilh. Röhling, Schweinehändler, Oppenwehe. Harzer Bauholz . Konfirmations Kanl □p Marfam 2X X e empfiehlt E. Kosynowski Ww., Rahden i. Buchdruckerei und Papierhandlung. W. V0 fseingem. Naturkalkmergel in Stücken und gemahlen. Von Versuchostationen und Winterschulen hervorragend beurtellt und empfohlen.—— Zu haben durch Wilh. Wlecke, Rahden. Wo nicht vertreten, direkt zu bezlehen durch die Magdeburger HandelsGesellschaft, Magdeburg. nach Liste, sowie Habe noch einen Posten eichen Blochbretter Saat-Speck- u In allen Stärken empflehlt Brech-Bohnen Franz Brink, 1/00 1180 mir apzuachen. Osnabrück=Eversburg, Heinr. Niepert, hübbecke, Holzhandlung und Dampfsägewerke.] Gas=Str. Nr. 7, Buch#nschonichwn#r. 10. Spezial=Kartoffeldünger— (Marke Grüner Stern) Pern=Guano, verschiedene Sorten Knochenmehle, Chili=Salpeter, Ammoniak, Karnallit, ferner: ostfriesischen Saathafer Badberger Saathafer (Nachzucht), prima böhm. Kleesamen, Seradella, Lupinen und sonstige Sämereien empfiehlt billigst L. Klockenbring Nahden. Suche auf sofort oder später einen tüchtigen Schuhmacher Gesellen und einen Lehrling. b. beselmeyer, Rahden. Suche auf sofort oder später einen Bäckerlehrling. Herm. Buschmann, Bäckermeister Tonnenheide. Erstlings=Schuhe und Stiefel in verschiedenen Sorten, Formen und Neuhelten am Lager bei Nahden. H. Spengemann. Von meinen mit 1. und Ehrenpreisen prämtierten rebhuhnfarbigen Italienern habe Bruteier # 0 0 Suche bald eine gute milchgebende Ziege. Lehrer Klöpper, Tielge, bei Pr. Ströhen. Auf dem Gute Hollwinkel bei Alswede sind noch 200 Zentner Runkeln von Mittwoch an abzugeben. Fr. Barlach. abzugeben. Briefträger Chr. Gebhardt, Nr. 264 Nahde. Strickmaschinen mit Mark 30—50 Anzahlung. Illustr. Katalog grätis. P. Kirsch, Brannschweig. Schuldscheine wieder vorrätig bei E. Kosynowski Wwe. Die Firma M. Löwenstein, Lübbecke läßt der heutigen Nummer d. Bl. einen Prospekt über ihre Frühjahrs= und Sommer=Neuheiten beifügen, den wir der gef. Beachtung unserer Leser empfehlen. Der heutigen Nummer unseres Blattes llegt ein Prospekt betreffs Pern=Guano(Füllhornmarke) bei, worauf die Herren Landwirte hiermit noch besonders hingewiesen werden. W „ Statt jeder besonderen Anzeige!# Die Verlobung unserer Tochter Emma mit dem Schlachtermeister Herru Philipp Mäller in Rahden zeigen wir hiermit s ergebenst an. B. Bookhoop u. Frau. Emma Bookhoop Philipp Müller Verlobte Ober-Brake i. Hann., im März 1912. Ober=Broke i. 5. Rabden im März 1912. 87 Dem geehrten Publikum von Diepenau und Umgegend die ergebene Mitteilung, daß ich am 1. April d. Is. das von Herrn H. Aping bisher betriebene # Manufaktur-, Kolonial-, Eisen- und Kurzwarengeschäft Cel käuflich übernehme. FEFFFFFIIFFIFIFFFN käuflich übernehme. Es wird stets mein Bestreben sein, meine Kunden zuvorkommend und reell zu bedienen und ihre Wünsche durch große und moderne Auswahl zufrieden zu stellen. Um geneigten zahlreichen Zuspruch bittend, zeichnet Hochachtungsvoll! Empfehle Ia. Lengericher Düngemergel Heinrich Stüring. □1 in Säcken von 150 Pfund, feingemahlen, daher leicht mit der Streumaschine zu verteilen, garantiert 85—90 Prozent kohlensauren Kalt enthaltend, laut vorliegenden Zeugnissen von Landwirten sehr empfohlen. Ferner empfehle: Spezial=Kartoffeldünger, Pern-Guano (Füllhornmarke), Knochenmehle, schwefels. Ammoniak, Chili=Salpeter, Karnallit stets am Lager. Wlecke. Poru-Guano Füllhornmarke“ ist der beste Dünger für Kartoffeln sowie für Hackfrüchte. Rahden. Heinr. ZNENZN ZNES Günstige Kaufgelegenheit! Wegen Abbruch meines Wohnhauses empfehle ich meiner werten Kundschaft mein großes Lager in ∆ u. Mützen. Zirka 300 Stück Herren= und Knabenhüte, in den neuesten Facons und modernsten Farben; eine ganz bedeutende Auswahl in allen Sorten Mützen. 500 Stück breitdeckelige englische Facon=Mützen in den modernsten und hervorragendsten Stoffen der Neuzelt, und werden diese zu aufs äußerste herabgesetzten Preisen abgegeben. Sämtliche Waren sind von prima Qualität und liegen jedermann ohne Kaufzwang zu freien Besichtigung aus. □ □ □ Wehdem. Herm. Scheer. LAATAKLLASTLAKESLAL □ Darmstadter Flüssigkeitsmotor billigste Betriebskraft für Landwirtschaft jeden Handwerker, Betriebskraft kostet p Pferdekraft und Stunde 4—5 Pfg. Darmstadter B Sauggas-Anlagen billigste Betriebskraft für Industrie bei ständigem Betrieb, Beiriebskraft kostet pro Pferdekraft und Stunde 1½—2 Pfg. In Betrieb befindliche Anlagen können in nächster Umgegend besichtigt werden. — Erste Auszeichnungen und Referenzen.— Heinr. Ortgies, Reockatarwerkhals Rahden. #2. ADLER FAHRRADER Weltbekannte erstklassige Marke Solideste Konstruktion. Nur bostes Material Präzisionsarbeit bis In alle Einzelheiten, daher spielend leichter Lauf. ADLERWERKE vorm. HIEINRICH KLEYER A. G. — Frankfurt am Main Vertr. Heinr, Rose, Espelkamp. Freiwillige Feuerwehr Rahden. Sonnabend ½9 Uhr abends Versammlung. Der Hauptmann. Gesellenverein Rahden. Sonnabend, den 30. März abends 9 Uhr Versammlung. Der Vorstand. Missions-Kränzchen am Montag, den 1. April 1912 bei Frau Pastor Rohlsing. Radtahrer-Verein Germania, Espelkamp. Am Sonntag, den 31. März nachm. 5 Uhr Versammlung im Vereinslokal. Tages=Ordnung: Festsetzung über das diesjährige Stiftungsfest. Beratung über Mützengelder. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Geselligkeits-Verein „Edelweiß“ Sielhorst. Sonntag, den 31. März, abends 7½ Uhr im Vereinslokal bei Wirt Ang. Mönkediek=Sielhorst Versammlung. Tagesordnung: 1. Aufnahme neuer Mitglieder. 2. Hebung der rückständigen Belträge. 8. Besprechung über das Sommervergnügen. 4. Verschiedenes. Der Vorstand. ACTSTASTS Bringe hierdurch mein Lager in Peru-Guano(Füllhornmarke) Spezial-Kartoffeldünger, Knochenmehle, schwefels. Ammoniak, Chill-Salpeter, sow. Karnallit u. Thomas. mehl, zitr.-ösl. Ware In empfehlende Erinnerung. Wilh. Wlecke, Nahden. 246 Holzhandlung, Emil Lange, Rahden am Bahnhof empfiehlt: Tischlerbretter in allen Dimensionen, gehobelte und rauhe Fuhbodendielen mit und ohne Nute und Feder, Stabdielen, Dachlatten, Schaaldielen, Türbekleidungen, Fußleisten, Pirch pine, Bauhölzer etc. M K Hörstemeyer& Koch Wagenfabrik, Pr. Oldendo. L Zum Frühjahrsbedarf! 10 Bis 12 neue Luxuswagen y für hiesige Verhältnisse passend, zurzeit auf Lager. Ebenfalls sind einige sehr gut erhaltene gebrauchte Wagen am Lager und geben dieselben, so lange der Vorrat reicht, zu mäßigen Preisen ab. Besondere Anfertigung schnellstens, doch wird um rechtzeitige Bestellung gebeten. Alle im Wagenbau vorkommenden Stellmacher=, Schmiede=, Sattlerund Lackierer=Arbeiten werden in eigener Fabrik ausgeführt.= Reparaturen prompt und billig. Saathafer für leichten und schweren Boden, Lupinen, Seradella, sowie alle Garten= und FeldSämereien zum billigsten Prelse empfiehlt H. W. Böhning Oppendorf. 6 Ronfirmations-Karten, Ronfirmations-Bilder, Christliche und klassische Vergißmeinnicht, Erbauungs- und Gedenkbücher empfiehlt C.Kaiser, Rahden Herde in verschiedener Ausführung, roh und emailliert, in allen Preislagen empfiehlt Julius Koch Nachtig. (Chr. Böversen) Nahden. „Angsquelle Betten, Bettfedern, Das„Rahdener Wochenb wöchentlich#reimal, Dounerstag und Sonnab jährlicher Abonneme für Rahden durch unser ins Haus und bei unser sowie bei sämtlichen Po Postagenturen 1,20 Mk., durch den Briefträger 2 Nr. 38. Zweit Haben Si Von allen das Abonneme 2. Vierteljahr bestellen Sie damit eine Un stellung tunl Postanstalten Expedition werden noch Sei 38) Roman von Je Gänssfed. u. all. and. Sort. Bettfed. usw. nur bewährt. Quallt, in best. Reinigung — Preisw., neue Beltfed. p. Pfd. für 0.80 1 M., 1.0. Pritas Halbdaunen 1.60, 1.80 Polarfedern: halbwelß 2, 1.50; welß 2 84 Gliberweiße Dettfedern s. 8.50, 4, b. Polur Halbdaunen 2.50. Polardaunen 3, 4, 5 M Größte Auswahl in fertigen Inleits, Beitstoffen u. fertigen Hett. Nichtgefallendes auf unsero Korten zurückgenommen.— Verkauf nur gegen„Marzahlung, Pschnahme nd Vorauszahl.! Sonnt, geschloss Pecher& Co. in Herford U4 Kurfürstenstraße 24 Proh. u. Preislist. such von Bettstode Art. Hetten kostenfrei Angaho d. Preist g. für Federnprob. erzügschel Voll. d. P.. iegenmer d. aut in genisen tont „Herr Medizinalra fragend an.„Frau Gri ertrag' es n Wahrheit— wie stehte Der Medizinalrat allen verzweifelten Fälle anerkannt, wie seiner Er stößt ein paar knurr eine schlanke Taille me Kindes, sollte von Go Heiraten verboten we verdammte Schui Elend.“ Er sieht Sidor ins Gesicht.„Sie vertr steht schlimm. Wir we halten können.“ Sidonie taumelt zu schon——?“ Der Medizinalrat z lieb, daß ich Sie finde. fürchte, es wird heißen: das muß dem Mann m Gräfin—“ „Ich?“. Alles an Wieder ein Achselzi ich Sie nicht, Frau GrUnd wieder wird H. und die beiden Arzte, dab halten hat, komn Sidonie bis zu der Ti standen hat, weiter trag Und sie hört die gerichtet werden muß. Er schreit auf wi nichts Menschliches.„# jeden Preis retten Sie mein alles!“ Taumelnd tastet st durch die Zimmerreihe, Sorgfalt ausgeschmückt schen Wohnungtraktes und geleitet sie zu ihr Sidonte auf ihren Arm Sie schickt Annette Zeitmaß hat seine Gelti sich zu Ewigkeiten. U und weinend zugleich: gelungen ist, das Auße die Mutter sei gerettet. wären beide. Sidonie ist nicht fä widern. Ihre Zähne schütteln sie. Annettee zu Bett. Dort liegt E und starrt in die Finste Nur— nur nicht benken! Als ob sich de sund ging doch fortwähr blieb und ließ sich n hörte, sah, urteilte und quälte! Und soviel sie entrinnen. Das war st Die qualvolle Nach erscheint Annette mit ei „Es steht nicht gut, ist so schwach, man g Sie hat noch nicht ei können. Das ist auch Friedrich— das zerr Arrsinniger rast er, ur CS XN EX EN 90 ENS SEAS We er gen L 9. P er Boden, sella, Feldehlt ning le hrung, lliert, Das„Rahdener Wochenblatt“ erscheint wöchentlich#reimal, am Dienstag, Donnerstag und Sonnabend. Vierteljährlicher Abonnementspreis: für Rahden durch unsere Boten frei ins Haus und bei unseren Agenturen, sowie bei sämtlichen Postämtern und Postagenturen 1,20 Mk., bei Zustellung durch den Briefträger 24 Pfg. mehr. Amtliche Seitung des Krises Lübbecke. Mit dem wöchentlichen Unterhaltungsblatt Wort und Bild“ und der halbmonatlichen„Landw. Beilage.“ Sonderusgebe: Dielinger Zeitung. Telegramm=Adresse: Wochenblatt Rahden.— kernsprecher Nr. 11. Druck und Verlag: E. Kooynowski Wwe., Rahden. VerantwRedakteur: G. Kosynowskt, Rahden. Insertionsgeouhr pro KorpusSpaltzeile oder deren Raum 10 Pfg. Bei Wiederholungen Rabatt. Reklamen 20 Pfg. pro Zeile. Schluß der Juseratenannahme für die am folgenden Tage erscheinende Nummer Montag, Mittwoch und Freitag vormittag 10 Uhr. Inserate erscheinen linger Zeitn gleichzeitig in der„Dielinger Zeitung.“ Nr. 38. Sonnabend, den 30. Närz 1912. 33. Jahrg. Zweites Blatt. Haben Sie vergessen das Abonnement auf dieses Blatt pro 2. Vierteljahr 1912 zu erneuern, so bestellen Sie es nunmehr sofort, damit eine Unterbrechung in der Zustellung tunlichst vermieden wird. Von allen Postanstalten und Briefträgern, sowie von der Expedition werden noch Bestellungen entgegen genommen Sein Kind rord 14 Roman von Jenny Zink=Maishof. 38)(Nachdruck verboten.) (Schluß.) „Herr Medizinalrat—“. Der Angerufene sieht sie fragend an.„Frau Gräfin?“ „Ich ertrag' es nicht mehr. Sagen Sie mir die Wahrheit— wie steht es?“ Der Medizinalrat Emmerich ist die letzte Instanz in allen verzweifelten Fällen. Seine Geschicklichkeit ist ebenso , a n e r k a n n t, w i e s e i n e r ü c k s i c h t s l o s e G r o b h e i t g e f ü r c h t e t i s t. Er stößt ein paar knurrende Laute aus.„Weibern, denen eine schlanke Taille mehr gilt als die Gesundheit ihres Kindes, sollte von Gottes und von Rechts wegen das iraten verboten werden!“ brummt er ingrimmig. „Das verdammte Schnüren— und dann hat man das Elend.“ Er sieht Sidonie mit einem ernstprüfenden Blick ins Gesicht.„Sie vertragen die Wahrheit, Gräfin— es steht schlimm. Wir werden kaum beiden das Leben erhalten können.“ Sidonte taumelt zurück.„Weiß— weiß mein Neffe schon——?“ Der Medizinalrat zuckt mit den Achseln.„Es ist mir lieb, daß ich Sie finde. Frauen machen das besser. Ich fürchte, es wird heißen:„Eines oder das andere“— und das muß dem Mann mitgeteilt werden. Wenn Sie, Frau Gräfin—“ „Ich?“. Alles an ihr ist flammende Abwehr. Wieder ein Achselzucken.„Je nun, zwingen— kann ich Sie nicht, Frau Gräfin.“ Und wieder wird Hermines Zimmer geöffnet. Friedrich und die beiden Arzte, die Emmerich zu seinem Beistand dab halten hat, kommen heraus. Totenbleich weicht Sidonie bis zu der Tür zurück, vor der sie so lange gestanden hat, weiter tragen sie ihre Füße nicht. Und sie hört die grausame Frage, die an Friedrich gerichtet werden muß. Er schreit auf wie ein Tier, in seiner Stimme ist nichts Menschliches.„Mein Weib— nur mein Weib, um jeden Preis retten Sie mir mein Weib, meine Freude, mein alles!“ Taumelnd tastet sich Sidonie an den Möbeln fort durch die Zimmerreihe, die sie für Hermine mit so viel Sorgfalt ausgeschmückt hat. Im Korridor des Röming= schen Wohnungtraktes wartet Annette auf ihre Herrin und geleitet sie zu ihren Gemächern. Schwer stützt sich Sidonte auf ihren Arm. Sie schickt Annette wieder hinüber und wartet. Das Zeltmaß hat seine Geltung verloren, die Minuten dehnen sich zu Ewigkeiten. Und dann kommt Annette lachend und weinend zugleich und verkündet, daß es den Arzten gelungen ist, das Außerste zu verhüten. Das Kind lebe, die Mutter sei gerettet. Ein Mädchen. Matt und schwach wären beide. Sidonie ist nicht fähig, auch nur eine Silbe zu erwidern. Ihre Zähne schlagen aneinander. Frostschauer schütteln sie. Annette entkleidet sie rasch und bringt sie zu Bett. Dort liegt Sidonte die ganze Nacht schlaflos und starrt in die Finsternis. Nur— nur nicht denken, um Gottes willen nicht benken! Als ob sich das kommandieren ließe! Das kam sund ging doch fortwährend. Das stieg vor ihr auf und blieb und ließ sich nicht versagen. Sie erinnerte sich, hörte, sah, urteilte und— verurteilte. Und das quälte— quälte! Und soviel sie sich sträubte, sie konnte dem nicht entrinnen. Das war stärker als ihr Wille. Die qualvolle Nacht!— Als sie am Morgen klingelt, erscheint Annette mit einem ganz verweinten Gesicht. „Es steht nicht gut, Frau Gräfin, Frau von Römingen ist so schwach, man glaubt nicht, daß sie es übersteht. Sie hat noch nicht einmal ihr kleines Mädchen küssen Lönnen. Das ist auch nur wie ein Hauch. Und Herr Friedrich— das zerreißt einem das Herz! Wie ein Arrsinniger rast er, und das Kind haben sie kum nicht vor die Augen bringen dürten. So ein rmes Geschopf!“, Nun fing's von neuem an! Sidonie verläßt ihr Limmer nicht. Sie konnte nicht wieder hinsbn Wozu auch? zu trösten war Friedrich nie sie hätte ihn ach nicht trösten Von Viertelstunde zu Viertelstundemmuß ihr Annett Bericht bringen. Trostloser und immr trostloser wird das, was sie zu melden hat. Mit inem Gefühl des „rauens, beinahe vor Furcht, erwartet Sidonie jede neue Botschaft. Schlechter und immer schleckter, und dann dann ist es geschehen. Tot! Ausgelöscht! Hermine lebt icht mehr. Annette ist ganz fassungslos.„Die Arzte weichen Herrn Friedrich nicht von der Site“, erzählt sie schluchzend.„Er ist von seiner Frau ischt wegzubringen. Er hält sie umklammert und weint un schreit— durch alle Zimmer hört man ihn. Er hat si zu sehr geliebt.“ „Schweig! Geh!“ herrscht ihr Sidone mit Anstrengung Ihre Pulse fliegen, ihre Nerven ubrieren, alles an ihr ist in Aufruhr. Sie sucht nicht mär zu verschleiern, abzudämpfen, wie in der letzten Zeit. Sie möchte ihren Blick schärfen wie ein Messer, damit hm nichts entgeht von dem, was sie bewegt. Sie muß klar werden über sich. Was ist das gestern, heute nacht gewesen, das ihr ins Herz schnitt wie scharse Riemen in das Fleisch zusammengeschnürter Glieder? Mitleid? Sie zittert vor Empörung. Mitläd mit dem, der kein Wort des Erbarmens für sie gehalt hat, als er sie in Verzweiflung wußte? Mit dem Feigen, Erbärmlichen, der sie auf die hinterlistigste Weise verraten und ihr nicht einmal den Trost gelassen hatte, daß er ihrer Liebe werk gewesen sei? Mitleid mit ihm? Sie zwingt sich zur Ruhe. Nur sich nicht belügen, nur Klarheit. Wenn nicht Mitleid— was sonst ist es gewesen? Gut, sei es, sie gesteht es sich zu. Mitleid. Das hat sich auch in ihr gerührt bei dem Tad niedergeschossenen Raubwildes, dem sie in Seeborn eifrig nachspürte. So ein Mitleid war's. Sie hatte nur die gepeinigte Kreatur, das leidende Geschöpf vor sich gesehen, er war ihr zu etwas Unpersönlichem geworden durch seinen Schmerz. Und weiter—? Das war kein Abschluß der Rechnung, die zwischen ihnen offen stand. Er liegt allerdings setzt zerschmettert am Boden und windet sich in Todesqualen. Ist das genugs Stellt es sie zufrieden? Stillt es ihr Rachegelüst?— Nein. Wenn es damit genug sein müßte, wäre sie zwiefach betrogen. Durch Friedrich in ihrer Liebe durch Hermines Tod in ihrem Haß. Haß? Ist denn das noch Haß, was sie gegen Friedrich empfindet? Ist der nicht zerbröckelt, seit sie den Kern seines Wesens erkannt hat? Ist er da nicht zu klein geworden für ihren Haß? Wenn er das aber geworden ist, warum lehnt sich dann alles in ihr dagegen auf, daß er der ihm zugedachten Strafe entgehen soll? Warum? Weil sie nicht leben kann, wenn ihr nicht Genugtuung wird für das, was er ihr angetan hat. Sie glaubt nicht mehr an Liebe, aber sie glaubt noch an das Walten der Gerechtigkeit, ihrem mißhandelten Stolz ist der Gedanke unerträglich, daß ihm nicht werden soll, was er verdient. Er leidet, ja. Aber nicht so, wie sie's gewollt, nicht so, wie sie gelitten hat. Nicht durch den Verrat, nicht durch die Niedertracht eines Menschen, den er liebte. Soll sie es dulden, daß ihm das ersport bleibt? Soll sie es ruhig hinnehmen, daß er in heiligem Schmerz um Hermine trauert, daß sich seine Verzweiflung in verklärtes Leid wandelt? Soll er an sie zurückdenken dürfen mit liebender Sehnsucht— die Überzeugung, daß sie ihn geliebt habe, soll sie in ihm fortbestehen und ihm Trost gewähren in seinem Schmerz? Nein. Das wäre keine Vergeltung! Wenigstens sein Glaube an Hermines Liebe und Reinheit soll zerstört werden, er soll sie in ihrer wahren Gestalt sehen, soll wissen, für wen er seine Schwüre gebrochen hat. Er wird sich gegen diese Erkenntnis zur Wehre seven, allein einen Stachel wird es doch in ihm hinterlassen, wenn sie am Lager der Toten ihre verurteilende Stimme erhebt: Die Lüge findet an Leichenbahren keine Worte der Anklage— er wird schon müssen, wenn auch nicht gleich. Zweifel werden sich in ihm regen und die Wunde vergiften, die sie ihm geschlagen hat. Und die Stunde wird kommen, in der er erkennt, daß er einem Göten und nicht einem Gott einen Tempel erbaut hat. Dann wird auch er arm sein, arm, wie er sie gemacht hat.— So soll es sein! In fieberhafter Erregung reißt Sidonie die Briefe Hermines an ihren Jugendgeliebten aus ihrem Versteck. Zu ihm, und den nächsten Weg— durch den geheimen Gang, den sie einst die Liebe durchwandeln ließ. Nun steht sie vor der Tür zu den Gemächern, in denen die Tote ihr müßiges Leben vertändelt hat. Ein Druck— offen! Weiter! Vergeltung üben an dem, der ihr dereinst hier Liebe und Treue geschworen hat. Da trifft ein Laut ihr Ohr, der ihre Füße festschraubt am Boden. Regungslos, erstarrt steht sie und lauscht. Und wieder hört sie es— ein wimmernder Ton, schwach, kläglich, wie der Seufzer, unter dem der Schmerz geboren wird. Keine Menschenstimme— der winselnde Hilferuf eines Wesens, dem bewußtes Denken verschlossen und das dennoch, dennoch der Klage fähig ist. Sie steht an der Wiege seines Kindes.— Sein Kind! Sein Kind— verlassen und allein. Die, deren Obhut es anvertraut ist, hat wohl Neugier oder Teilnahme an das Sterbebett seiner toten Mutter geführt. Seiner toten Mutter— Und es ist sein Kind— das Kind des Mannes, den ste so namenlos geliebt hat.— Wie im Wahnsinn reißt sie es in die Höhe, das warme, weiche, hilflose, zuckende Etwas— Es schlägt die Augen auf— das einzig fertie Menschliche in dem winzigen, dunkelroten Gesicht. Und der Bli# bieler Augen, die noch nicht sehen können, driugt in iknachtvergulltes Gemat. Und wie ein Wunder geschle## ihr— Etwas Helles, Leuchtendes, Warmes zuckt ihr durch die Seele, und wie auf schweren, schwarzen Flügeln#ut weicht das Dunkle, Kalte, Starre, das sich dort eingen### hat. Und tief, tief in ihr, wo nie Leben war, nur brennendes, ungestilltes Sehnen, rauscht es empor wie ein heißer Liebesstrom. Sie preßt das Kind an sich und sinkt auf die Knie und lautes, krampfhaftes Schluchzen erschüttert ihre Gestalt. O, der unsäglichen Erlösung— sie kann wieder weinen! Sie hat sich zurückgefunden zu dem Urquel alles Guten. „Herr, Herr, siehe meine Reue! Sei gnädig und verzeihe mir meine Schuld!“ Im Kamin flackert es hell und lustig auf— die Briefe Hermines, die Sidonie in die Glut geschleuder hat.— Die Vergangenheit ist tot!——— „Bin ich erschrocken“, erzählt die Amme am Abend Annetten.„nur eben in der Küche war ich, und wie ich zurückkomme, steht die Gräfin im Kinderzimmer und hat das Kleine auf dem Arm. Jetzt gibt's was denkt ich— aber nicht die Idee. Mir kam's Weinen— mit so einem Gesicht sah sie zu, wie das Kindchen trank. Hätt's nun und nimmer geglaubt, daß die stolze Dame so mild und gütig ausschauen könnte" Annette hat wirklich Tränen in den Augen.„Es weiß es eben niemand, wie gut meine Gräfin ist. Sie hat's ja immer in sich verschließen müssen, hat nie wen gehabt, den sie so recht von Herzen lieb haben konnte. Nun hat sie das Kind, das mutterlose, arme Ding, von dem der Vater nichts wissen will— ich meine, das ist für meine teure, einsame Herrin ein großes Glück, das ihr unser Herrgott geschickt hat.“ * * Friedrich von Römingen hat zwar überraschend schnell seine maßlose Verzweiflung über den Tod seiner Frau— zu der sich auch noch fast gleichzeitig die Trauer über den Verlust seiner Mutter gesellte— überwunden, aber doch nicht wieder geheiratet. Den Schauplatz seines kurzen ehelichen Glücks hat er allerdings sofort verlassen, er ist auf seinen Wunsch einer auswärtigen Gesandtschaft zugeteilt worden. In der neuen Umgebung hat sich seine Trostlosigkeit bald in männliche Fassung verwandelt. Er ist nach und nach ein großer Lebenskünstler geworden, der dem Dasein mit viel Geschick seine heiteren Seiten abzugewinnen und alles Trübe zu vermeiden versteht. Die wenigen Personen, die den Grafen Seeborn in seiner Blütezeit gekonnt haben, stellen die Behauptung auf, daß Römingen aufs frappanteste an seinen verstorbenen Oheim erinnere.„Der ganze Graf Seeborn— auch was gewisse Erfolge anbelangt!“ meckern mit faunischem Schmunzeln die welken Lippen, die noch von jener längst verrauschten Zeit sprechen können, und der getröstete Witwer lächelt geschmeichelt zu dieser Behauptung. Er lächelt so gern. Nur wenn seine Tante, die„ewig junge und schöne“ Gräfin Seeborn erwähnt wird, legt sich ein Ausdruck der Sammlung, fast der Weiche, über das blasierte Diplomatengesicht mit dem verbindlichen Schablonenlächeln. Seine kalte Stimme findet Töne warm aus dem Herzen quellender Verehrung, wenn er von der bewunderungswürdigen Frau spricht, die ihr ganzes Leben der Erziehung seiner Tochter gewidmet hat. Nie habe seine kleine Hermine empfunden, daß sie eine mutterlose Waise sei, mit so zärtlicher Liebe hänge die Gräfin an seinem Kinde. Seine Dankbarkett gegen die herrliche Frau kenne keine Grenzen, beteuert er steis. „Eigentlich ist es schade, daß die schöne und gute Grätin sich nicht wieder verheiratet hat", wird fast stets bei Römingens warmem Lob von dem oder jenem bemerkt. und seit ein paar Jahren huscht dann stets eine leise Rhte der Verlegenheit über Friedrichs Gesicht. Er wird an eine trübe Stunde erinnert, in der er fiegesgewiß eine berzliche Bitte an Sidonie gerichtet hat— die zurückgewiesen worden ist.„Es gibt keinen Mann, der ihrer würdig ist“, bricht er jedesmal kurz das Gespräch über Sidonie Seeborn ab. Und das ist keine Phrase, das ist seine Überzeugung.60 M21 Es gibt Stunden, in denen er es sich nicht verhehlen kann, wie leer und bohl und nichtig sein Leben geworden ist, seit sich durch seine Schuld zwischen ihm und Sidonie eine unüberbrückhare Kluft geöffnet hat. Und je älter er wird, je häufiger werden diese Stunden. In ihnen gesteht er es sich zu daß das Glück##as wahre Glück, damals doch von ihm fortgegangen ist, sich am Tage seiner Ernennung zum Statthalter das große Bild hinter Sidonies Gestalt wieder in die Wand einfügte. Es ist damals fortgegangen! „ Gräfin Sidonie Seeborn kehrt mit Hermine von Römingen von einem Spaziergang nach Hause zurück. Ihr Kopf kommt auf dem ganzen Weg nicht zur Ruhe, so zahlreich sind die Grüße, die sie zu erwidern hat. Selbst Leute, die sie gar nicht kennen, ziehen den Hut ab vor der ehrfurchtgebietenden Frauenerscheinung mit dem weißen Haar über dem merkwürdig jugendlichen, edelschönen Gesicht, das von unendlicher Herzensgüte und Milde durchleuchtet wird. Die Augen des jungen Mädchens an ihrer Seite aber strahlen freudig auf bei den bewundernden Blicken, die sich der Gräfin zuwenden. „Kleide dich um, Kind, und komm dann zu mir herüber“, hat Sidonie zu Hermine gesagt, als sie im Palais Seeborn angekommen waren. Und da Hermine nicht erscheint, geht sie in das Zimmer des jungen Mädchens. Das sitzt träumerisch auf einem niederen Puft mitten im Zimmer, die halbe#nsgezogene Jacke von der einen Schultereist, gans verloren im Anschauen von Stdonies lebensgroßem Bild, das mit dem ihrer toten Mutter den Schmuck ihres Zimmers bildet. „Ja, aber Hermine!“ staunt Sidonie,„was tust du denn da?“, Hermine springt auf und umschlingt Sidonie gärtlich.„Sag nur, Mütterchen— dein Bild da! Es ist so ähnlich und ist es doch wieder gar nicht. Können denn das die Maler nicht?“ „Was denn mein Herzenskind?“ „Das wiedergeben, was alle mit Bewunderung für dich erfüllt, das Liebe, Gütige, das dir aus den Augen leuchtet und das ich ehnso dort auf deinem Bild wie auch auf dem von Mama schmerzlich vermisse.“ Sidonie blickt träumerisch vor sich hin.„O ja, Hermine, die Maler können das. Aber die Liebe muß da sein“, sagt sie einfach. Hermines Lippen pressen sich stürmisch auf die Sidonies.„Bei wein ist sie denn, wenn nicht bei dir, Mutter!“ iter In Sidonies Augen treten Tränen.„Gottlob, jal Unbeschreibliche Frende subelt aus den kurzen Worten. „Ja, in mir ist Liebe. Damals aber, als das Bild dort gemalt wurde, da wußte ich nichts oon ihr, da war ich einsam und allein und in die Irre gegangen. Aber dann hat mir das Schicksal dich geschenkt, und mein Leven ist reich und schön und glücklich geworden.“ Hermine schmiegt sich in inniger Hingebung an Sidonie.„O, du mein herzliebes Mütterchen! Aber—“ sie zögert und blickt fragend zu Hermine von Römingens Bild empor,„Mama?———“ Ein leises Rot huscht über Sidonies Gesicht. „Die war noch so jung und ihr Kindchen noch nicht da, und sie war so gern froh und lachte so gerne, und das hat der Maler wiedergegeben“, sagt sie liebevoll entschuldigend. Hermine nickt ernsthaft mit dem Kopf.„Das versteh' ich, das ist so wie bei Papa— und Mamas Bild möchte ich darum auch nicht anders. Aber du— meine Mutter—“ große Zärtlichkeit bebt in ihrer Stimme,„dich will ich habert, wie du jetzt bist—“ „Wie ich durch die Liebe geworden bin—! Dein Wunsch soll erfüllt werden. Und wenn ich dich einmal verlassen muß, dann mag das Bild dir imm r per neuem wiederholen, was ich dir in die junge Seele geprägt habe daß die Liebe das höchste ist und daß du sie nie, nie in dir erlöschen lassen darfst." Das kann sie nicht! Denn ich habe Liebe von dir erfahren— die herzlichste Mutterliebe. Und wer Liebe erfährt, in dem muß sie auch für andere lebendig bleiben. Mutter— mein Herz ist voll Dank gegen das Schicksal, daß es mir dich gegeben hat. Du hast mein Leben reich gemacht für alle Zeit.“ Sidonle beugt sich zu Hermine herab und küßt sie auf die Stirne.„Dann ist das meine, dann ist das Leid, das ich erduldet habe, nicht nutzlos gewesen! Und das walte Gott, daß es dein Haupt nie streifen möge, mein geliehtes Kind!“ darunter ein Photogph Charles Bousbacher, verhaftet, der sich wegen auffägen Benehmens verdächtig gemacht hatte. Man fand ineinen Taschen einen Brief seiner Geliebten, aus dem hvorgeht, daß er mit dem Chauffeur Bonnot bekannt war. In dem Brief befindet sich folgende Stelle:„Als ich vonem Ueberfalle in der Rue Ordener las, mußte ich an dieldenken, da du mir gesagt hast, daß du auch so einen Strch ausführen wolltest. Auch wußte ich, daß du Bonnot hinst, der im Verdachte steht, dort mitgewirkt zu haben. Ein Freund deshauptbanditen Garnier wurde auf dem Bahnhof von Poroise verhaftet. Es ist ein 18 jähriger Erdarbeiter, der qne Billet auf der Bahn fuhr und drei Beamten Widersird leistete, als sie ihn wegen Passierens ohne Freikarteestnehmen wollten. Der Verhaftete weiß in Pontoise gutBescheid, und man glaubt, daß er den Automobilpiratendie nötigen Auskünfte für den Einbruch bei dem Notar Pontoise gegeben hatte. Der zecklose Fernsprecher. Die Hauptschuld aran, daß die Mörder nicht gefaßt wurden, trägt der magelhafte Fernsprechdienst. Das Auto, in dem die sechs Mäner entflohen waren, hatte bei Asnières eine Panne, wehalb die Banditen den nächsten nach Paris abgehenden Zu benutzten. Der Bahnhofsvorsteher von Asnières, der Vesacht geschöpft hatte, versuchte sofort die Bahnhofsdirektionvon St. Lazare in Paris zu benachrichtigen. Er mußte der 35 Minuten auf die Verbindung warten, und als er si endlich erhielt, waren die Verbrecher die nur zehn Kinuten zu fahren hatten, natürlich längst über alle Berd. Einienes Verbrechen? Ein weiteres Autmobildrama ereignete sich Montag abend im Pariser Vrorte Puteaux. Dort sahen zwei radelnde Polizisten ein mit drei Personen besetztes Automobil in sausender Fort. Einer der Insassen lehnte um aus dem Fond und schie unaufhörlich um Hilfe. Die Beamten machten sich au ihren Rädern sofort an die Verfolgung. Der Kraftwaen fuhr jedoch zu schnell. Bald ließ , e r d i e V e r f o l g e r w e i t h i t e r s i c h z u r ü c k. D i e s e s a h e n n o c h v o n ferne, daß ein Gegensind aus dem Wageninnern herausgeworfen wurde. Bein Näherkommen stellte sich heraus, daß es eine Chloroforrmaske war. Die Sicherheitspolizei wurde sofort benachrichigt und stellte umfassende Nachforschungen an. Ueber das Mssaker in Chantilly im Bureau der Sociés Genérale liegen jetzt eingehende Nachrichten vor. Wähend einer der Räuber mit einem Karabiner den Eingam bewachte, drangen vier andere in den Schaltersaal, in din zu der verhältnismäßig frühen Vormittagsstunde sich kine Kunden befanden. Sie gingen sofort an die drei Schalter, an denen der Kassierer Trinquier und die Beamten Legeidre und Guilbert saßen. Als die drei Beamten aufblickter, stand vor jedem Schalter ein Räuber. Diese zogen sofort ihre Revolver hervor und begannen zu schießen. Eine Kugel traf Trinquier am Halse; er hatte noch dic Kraft, sich aufzrichten, und wollte zur rückwärtigen Tür hinauslaufen, doch schon krachten mehrere Schüsse hintereinander und eine Kugel durchbohrte ihm die Stirn, so , d a ß e r t o t z u s a m m e n b t a c h. D e r j u n g e L e g e n d r e w a r m i t durchbohrter Lunge vom Sessel gefallen und starb nach wentgen Minuten. Der Beamte Guilbert erhielt einen Schuß in die Schulter und fiel ohnmächtig zu Boden. In diesem Moment fiel ein Körper auf ihn; es war die Leiche des ermordeten Kassierers. Mit katzenartiger Behendigkeit schwangen sich die vier Banditen über das Schaltergitter, bemächtigten sich allen Goldes und der Banknoten, die auf dem Tische vor dem Kassierer aufgestapelt lagen, überstiegen mit diesem wandten sich dem Ausgange zu. In diesem Augenblick ging die rückwärtige Tür auf, und ein Beamter namens Courbe, durch die Schüsse herbeigelockt, eilte herbei. Eine Salve von Revolverkugeln krachte bei seinem Eintritt; rasch schlug er die Tür wieder hinter sich zu und lief schresend in den Hof hinaus. Inzwischen hatte man in der Nachbarschaft und auf der Straße, die Schüsse gehört. Arbeiter einer benachbarten Werkstatt und auch der Direktor der Filiale, Masson, eilten herbei. Der Aufpasser vor dem Ausgang gab jedoch unter den Rufen: „Hinweg, oder Ihr seid alle des Todes!“ fortwährend aus seinem Karabiner Schüsse ab und deckte so den Rückgang einer vier aus der Filiale heraustretenden Genossen. Er schoß ununterbrochen so lange, bis die ganze Bande endlich wieder im Auto saß und davonfuhr. Zwei Lastwagen= kutscher, zwei Maurer, die eine Leiter trugen, und andere Leute, durch das Geschrei aufmerksam gemacht, verfungen das Auto zum Halten zu bringen. Die Banditen bahnten sich jedoch immer wieder durch Schüsse aus den Wagenfenstern den Weg. Bald hatten die Räuber einen so großen Vorsprung, daß sie nich men eingeholt werden konnten. Hoffentlich findet Veronika Hillingmaier einen anwalt von den gewünschten Eigenschaften. Neue Titel. Bombastisch klingende Titel gibt es in Hülle und Fülle in Oesterreich, oft belächelt deutschen. Was soll man aber dazu sagen, wenn sich das preußische Kriegsmisterium die folgenden Neugeburten leistet:„Ober=Militär=Intendantur=Bausekretär" und „Ober=Militär=Bauregistrator". Das genügt. Zwiefache Folter. Die Prager„Bohemie“ erzählt folgendes drollig=betrübliche Begebnis: Ein ehrsamer Handschuhmacher in Karolinental(einer Vorstadt von Prag) wurde arg von Zahnschmerzen geplagt. Nach langem Schwanken entschloß er sich, seine schadhaften Zähne plombieren zu lassen und zu diesem Zweck zu einem Zahnarzt zu gehen, der in einem seinem Laden gegenüber gelegenen Hause praktizierte. Kaum hatte der Arzt die Maschine an einem der Backenzähne des Patienten angesetzt und ihm den wohlgemeinten Rat erteilt, sich ganz ruhig zu verhalten, als dieser zu seinem Schmerze, der sogar den Schmerz des quirlenden Bohrers übertönte, durchs Fenster einen Unbekannten seine vor dem Laden ausgehängte Warenauslage mit der größten Unverschämtheit herabnehmen und davontragen sah. Der Meister saß wie auf gluhenden Kohlen. Endlich verließ das Marterinstrument das Gehege seiner Zähne.„Es hat doch nicht geschmerzt?“ meinte der Arzt.„Gewiß nicht, aber...“ Schon war der Patient außerhalb des Ordinationszimmers, lief dem Diebe schnurstracks nach, doch vergebens: dieser war schon längst außer Gesichtsweise... Schmerzhaft, nicht wahr? Gus Die Pariser Automobilräuber. Paris, 20. März. In der französischen Hauptstadt spricht man von nichts weiter a.s den ruchlosen Taten der Autoräuber. 100 000 Fraues für Ermittlung der Täter. Die Société Gentrale hat einen Preis von 100000 Fr. für die Ergreifung der Mörder ausgeschrieben. Nach den von den Zeugen abgegebenen Personenbeschreibungen und nach den von Bertillon an den Fenstern des Autos aufgenommenen Fingerabdrücken hat die Polizei die Gewißheit, daß sich unter den sechs Banditen auch die schon lange gesuchten Anarchisten Garnier, Carony und der Chaufseur Vonnot befanden, der in Paris den Spitznamen„der fliegende Chansseur“ führt. Dieser Vonnot saß am Steuerrad, und seiner außerordentlichen Geschicklichkeit gelang er, die Verbrecher der Verfolgung durch Polizei und Gendarmen zu entziehen. Unterwegs hatten sich die Mörder bei der Flucht verschiedener Obsekte, darunter einer gelben Handtasche und verschiedener Kleidungsstücke entledigt. Die Polizei hat im Laufe des gestrigen Nachmittags nicht weniger als 7000 Depeschen mit der Personenbeschreibung der Mörder und der Schilderung der beiden Mordtaten nach ganz Frankreich und dem Auslande versandt. Zwei Verhaftungen. Im Laufe des Abends wurden verschiedene Individuen. Vermischtes. Ein Kuß als Radrennprämie. Bei dem Berliner wird und das u, a. auch der dentsche Kronprisng besuchte, unterbricht man das Einerse) der D,zieser gen ernctzs uage für den Fritten Siger, ein Kuß ausgeset, der auch einige recht böse Stürze zu verzeichnen gewesen. Der Scheidungsring. Das Allerneuste, worauf man Ve eiegure, Pase l. eau, S ses-ie, Gaes aeice letzte Mode für Weltnamen kreiert hat! Der Ring wird abar nicht ettog für die Gelegenheit der„Scheidungstagsatzung“ gemacht, sondern er ist der alle ehrwürdige Ehering, der nun aber nicht mehr auf dem vierten Finger getragen, sondern zum kleinen Finger degradiert wird. Nun weiß ich nicht, wie es zu verstehen ist, wenn die Blatter melden, daß nur jene Frauen den Ring tragen dürfen, die der Ehe mit Erfolg emtronnen, das heißt, den Mann los geworden sind und dabei eine gute Alimentation erzwungen haben. Aber ob so oder sot es hat sich die Sitte eingebürgert, daß die Frau gleich nach dem Scheidungsuneil in das Juweliergeschäft geht, wo sie den Riyg zurückläßt, natürlich, damit man ihn verkleinere; denn sonst wäre es ja unerfindlich, wie man ihn auf dem kleinen Finger tragen könnte, ohne daß er herunterrutscht,„ Ein Rechtsanwalt gesucht, Eine mißtrautsche Klientin veröftentlics nach augenscheinlich recht unliebsamen Er fahrungen in den„Bamberger Neuesten Nachrichten“ folgende Anzeige:„Ich suche einen Rechtsanwalt, der mich nicht für einen Narren hält, der meinen schleppt, der nicht ruhig zusieht, wie sein um mich um das zu bringen, was muir, gehört Gesetz, der seine Stelle nicht dazu bemiitzt, um mir die pagy Federn herauszurupfen, welche mir sein Kollege nicht rupfen konnte, einen mit vornehmer Gesinnung und ehrlichem Ebarakter. Veronika Hillimamnater. Hallstadt, „ Aas sheheshels cscee csece eschschschsse — Wie aus Lüttich gemeldet wird, sind die Maas und Schelde mit ihren Nebenflüssen aus den Ufern getreten und haben das Land weithin überschwemmt. — In Plovdiv(Bulgarien) ermordete ein Gymnchsiast seinen Professor, weil dieser sich weigerte, ihm die munslichen Fragen für die Prüfung vorher mitzuteilen. — In Newnork wurde ein Logierhaus durch Feuer zerstärt wohei zwei Personen verbrannten und fünf schwer ner Irrtum. Dieser Tage lief bei der Behörde un Frankfurter Hauptbahnhof ein Telegramm ein, daß sich in einem Zuge, der von der belgischen Grenze komme, ein Herr befinde, der mit einem Mädchchen reise und des„Mädchenhandels dringend verdächtig" sei. Das Mädchen sei aus Luxemburg verschleppt worden. beamte begaben sich an den Zug, und Herr und ein Mädchen aus, die nach der Beschreibung die Gesuchten sein mußten. Und sie waren es auch. Aber der Herr war keineswegs ein Mädchenhändler, sondern, wie sich bei seiner Legitimation auf dem Polizeibureau ergab, ein ——. Kriminalkommissar aus einem Orte in der nächsten Nähe Frankfurts, der in dienstlichem Auftrag das Mädchen an der Grenze abgeholt hatte. Lissabon, die Stadt des Typhus. Die in längerer Zeit herrschenden Fieber, die man vor Jahren mn Ovorto, wohl aus volitiscten Gründen, mit, degi, Namen „Pes:" bezeichnete, sind den Zeitungen nach im Abnehmen begriffen. Nach den Aufstellungen des obersten Gesundheitsrats erkrankten in Lissabon innerhalb der Woche 11. bis 17. d. M. 497 Personen an typhösem Fieber. Ueber tödlich verlaufene Fälle läßt sich die Statistik selten oder gar nicht aus, hoffentlich kommen sie nur in ebenso geringer Anzahl vor wie seinerzeit bei der„Pest". Als Ursache wird angegeben, daß der Kanal, mittels dessen eine Gesellschaft Lissabon aus den Quellen des Alviella=Flussen mit Wasser versorgt, ausgebessert werden mußte, und daß man deshalb andere Flußläufe hat zu Hilfe nehmen müssen, von denen sich herausstellte, daß sie verseucht waren. Das Miethaus der Millionäre. Ein Miethaus, das in seiner Art wohl einen Rekord darstellt, ist in New Bork an der 5. Avenue, in der Nähe von Carnegies Haus, errichtet worden: ein wirkliches Miethaus der Millionäre, denn wer in giesem Bau eine Wohnung nimmt, darf mit Glücksgütern nicht zu karg bedacht sein. Der Mietertrag des Gebändes ist auf nicht weniger als 1 200000 Mark veranschlagt. Dabei enthält es nur Privatwohnungen; insgesamt können 18 Parteien ausgenommen werden. Jedes Zimmer in diesem Hause kostet durchschnittlich 4080 Maxk Das Miethaus der Millionäre das dem gegenüberliegt, ist erst in diesen Tagen vollendet worden, aber die meisten Wohnungen. sinzd, scher vexmietet.„In der Liste der Mieter findet man den Exvizepräsidenten der Vereinigten Staaten, Levi P. Morton, den bekannten Senator Root und Senator Guggenheim. Die höchste Miete zahlk Senator Root: seine Privatwohnung 100000 Mark im Jahre. Das Haus ist in Ein= und ZweiElagenwohnungen eingeteilt. In den Zwei=Etagenwohnungen sind die Stockwerke durch Treppen mitetnander verbunden. In der Anlage zeigt das Gebäude alle Eigentümlichkeiten eines lururiösen modernen Privathauses, und mit Marmor und Holzschnitzereten in den Zimmern ist nicht gespart. Jede Wohnung hat besondere Waschräume mit elektrischen Trockenapparaten, Eis wird im Hause elbst hergestellt, und die Mietzettel verkünden, daß in dem Mietpreis das Reinigen der Fenster und die Vakuumreinigung der Zimmer mit inbegriffen keien. Uluesczinbiez ätus Billig. 111 O### monts!