O R GAN FUR DAS ARBEITENDEVOLK MITTEILUNGSBLATT DER FREIEN GEWERKSCHAFTEN UND DER ARBEITER-SPORTVEREINE Durch Boten halbmonatlich 1.20 RM., durch die Post monatlich 2.40 RM., Bestellgeld extra, im voraus zahlbar. Erscheint jeden Werktag vormittags. Preis der Einzelnummer 10 Rpf. Bankkonto: Städtische Sparkasse Gelsenkirchen. Postscheckkonto: 5405 Dortmund. Hauptgeschäftsstelle, Verlag und Schriftleitung: Gelsenkirchen, Ringstraße 33. Fernruf Sammelnummer 25841 Anzeigenvreis im Verbreitungsgebiet 8 Rpf., außerhalb 12 Rpf., für 1 um Raumhöhe bei 27 mm Breite. Reklamen 1 mm Raumhöhe bei 90 mm Breite 50 Rpf. Kleine Anzeigen 5 Rpf. Inseratenannahme dis 19 Uhr. Bei gerichtlichen Klagen, Zwangsvergleichen und Konkursen erlischt jeder Rabattanspruch. Erfüllungsort und Gerichtsstand ist Gelsenkirchen Nr. 220 Gelsenkirchen, Samstag, den 20. September 1930 SA WTNNSLAS Seillsen, ul. 12. Jahrgang Die unheimliche Sphinx Orakelsprüche des Reichskanzlers Besorgnis in England und Frankreich— Schwierigkeiten in Cenf wegen der Unschlüssigkeit der Reichsregierung London, 19. Septbr.(Eig. Drahtber.) Es ist nicht leicht, den Engländer außer Fassung zu bringen. Das Ergebnis der deutschen Wahlen wurde zwar nicht auf die leichte Schulter genommen und mit allem nötigen Ernst betrachtet, da man aber die Sozialdemokratie und das Zentrum fest und unerschüttert sah und die Diktatur=Anhänger in der Minderheit, so siegte in der Oeffentlichkeit die anfängliche Wertung des deutschen Wahlergebnisses mehr nach der moralischen und kulturellen Seite als nach der unmittelbar politischen. In den offiziellen englischen Kreisen und bei maßgebenden Politikern wurde das Wahlergebnis an sich viel ernster und sorgenvoller betrachtet und inzwischen ist diese Ansicht mehr und mehr auch in die Oeffentlichkeit und vor allem in die englischen Wirtschaftskreise gedrungen, wenn es * irgendeines Beweises dafür bedürfte, so sind es die Börsen ziffern vom Freitag. Trotz der Intervention der englischen Regierung ließ sich am Freitag nicht verhindern, daß auch der Wert der Reparationsanleihe gesunken ist. Diese in ihrem Ernst nicht zu überschätzende Tatsache ist in erster Linie auf die heute von der englischen Presse veröffentlichten Berichte aus Berlin über die Möglichkeit eines Hitlerputsches zurückzuführen. „Daily Telearaph“ erörtert sogar in einem ausführlichen Artikel die eventuelle Haltung der Reichswehr. Sie müsse als ein bis jetzt noch unbekannter Faktor in das politische Problem einbezogen werden. Da außerdem der Prozeß der wegen Hochverrats angeklagten Ulmer Reichswehroffiziere vor der Türe steht, so vermehrt dies die in der Presse herrschende Spannung und ein großes Abendblatt läßt sich die Hochverratssensation nicht entgehen und steigert durch eine entsprechende Ueberschrift über die ganze erste Seite die Beruhigung. Die Folgen eines bewaffneten Hitleraufstandes wären für Deutschland entsetzlich, sagt der„Daily Telegraph“. Die größte Gefahr sieht jedoch die einflußreiche konservative Zeitung in der europäischen Auswirkung eines solchen Aufstandes. Es wird daran erinnert, wie schon 1923 beim Münchener Putsch, eine tschechoslowakische Armee bereitgestanden habe, gegebenenfalls die bayerische Grenze zu überschreiten. Das Blatt erklärt ferner: Jetzt können Deutschlands Nachbarn nicht mit verschränkten Armen stehen bleiben, wenn die deutsche Demokratie von einer faschistischen Diktatur überrannt werden sollte. Man mag in Deutschland über solche Betrachtungen lächeln, da ja selbst Herr Hitler einigen heißspornigen Anhängern eine Verfassungsdusche gegeben hat. Di englische Presse warnt jedoch ihre Leser und sagt, auf diese Versicherungen sei nichts zu geben, denn die morgigen Taten des„mächtigeren Mussolinis“ würden sicher anders aussehen, als seine heutigen Reden. In dieser Weise beurteilt heute die englische Presse die Lage in Deutschland und es muß in aller Oeffentlichkeit darauf hingewiesen werden, daß die maßgebenden Kreise Englands nicht weniger beunruhigt sind.„Wo ist die deutsche Regierung, was geschieht von der deutschen Regierung“, ist die immer wieder ausgeworfene Die Regierung Brüning und die bürgerlichen Parteien wären ausgezogen, die Sozialdemokratie zu schlagen und sich eine Mehrheit gegen diese Partei zu verschaffen Der Versuch ist mißlungen. Warum zögert Brüning jetzt, die nötigen Schritte zur Klärung der politischen Lage zu tun? Wo ist die Autorität und die Aktivität, um dem deutschen Volke zu zeigen, daß es eine Regierung besitzt, die entschlossen ist, der wirtschaftlichen und politischen Not soweit entgegenzutreten, als es in den Zeiten dieser Weltwirtschaftskrise möglich ist? Das sind die Fragen, die heute in allen denkenden politischen Kreisen gestellt werden. Das Zögern und Abwarten der ohne Mehrheit dastehenden Regierung Brüning wird außerdem in England als rätselhaft empfunden und in den Reihen der Arbeiterpartei erscheint plötzlich der Reichskanzler als eine „Sphinx“, deren Orakelsprüche nicht zu ergründen sind. Nicht in der Rede Curtius' in Genf, sondern in den Taten in Berlin will England erkennen, wohin der Weg in Deutschland führen soll. Das Vertrauen in die wirtschaftliche und politische Zukunft Deutschlands hat einen schweren Stoß erlitten. Jeder tatenlose Tag kann das Uebel vergrößern. * Man stutzt in Frankreich Paris, 19. Sept.(Eig. Drahtbericht.) Die Diskussion über das„Chaos in Deutschland“ hat durch„Enthüllungen gewisser deutscher Blätter“ über die Putschpläne der Hitlergarde einen neuen Anstoß erhalten. Was die Pariser Presse dabei vor allem beunruhigt, ist das Schweigen, in das sich der Reichskanzler Brüning hüllt. So findet es der„Temps“ höchst befremdlich, daß man heute, fünf Tage nach der Wahl, noch nicht den geringsten Anhaltspunkt dafür habe, wie man morgen in Berlin regieren wolle. Brüning könne doch nicht hoffen, daß die Parteien rechts oder links von seiner stark zusammengeschmolzenen Minderheit nur den frommen Wunsch hätten, ihn am Leben zu erhalten, obwohl er noch nicht einmal Garantien hinsichtlich derjenigen Punkte seines Programms geben wolle, die im Wahlkampf am meisten angegriffen worden seien. Die recht dunklen Verhandlungen und Intrigen, die auf ein mehr oder minder offenes Zusammengehen zwischen Brüning, Hugenberg und Hitler hinarbeiteten, seien außerordentlich bedrohlich. Solange die faschistische Gefahr nicht endgültig gebannt sei, könne Deutschland nicht darauf rechnen, im Ausland das erschütterte Vertrauen in seinem Friedenswillen wieder herzustellen. In einem Geiste großer internationaler Solidarität habe man Deutschland alle Ermutigungen und Konzessionen gegeben, die möglich gewesen seien, jetzt aber dürfe Deutschland nicht von neuem die Hoffnungen auf seinen vernünftigen Sinn und seinen guten Willen enttäuschen. Hier liege die große Gefahr nicht nur für Deutschland, sondern für ganz Europa, denn es scheine den republitanischen Parteien nur sehr schwer gelingen zu wollen, sich einen Weg zwischen Diktatur und Chaos zu bahnen. Die Enthüllungen gewisser Blätter, von denen in der obigen Meldung gesprochen wird, beziehen sich, wie der sozialdemokratische Pressedienst betont, auf Meldungen einiger Berliner Zeitungen über Putschabsichten der Nationalsozialisten. Inwieweit diese Meldungen den Tatsachen entsprechen, wissen wir nicht, aber bekannt ist uns, daß die preußische Polizei auf der Hut ist und mit aller Energie eingreifen wird. sobald sich auch nur der geringste Verdacht über Putschpläne, von welcher Seite sie auch kommen möge, als berechtigt erweisen sollten. Fünstagewocke Steigender Lohn und Preisheratsetzung Kremsier, 19. Sepk.(Drahlmeldung.) Schuhfabrikant Thomas Bata gibt bekannt, daß er ab 13. 10. laufenden Jahres die Fünftagearbeitswoche einführen und hierbei, trotz der Verkürzung der Arbeitszeit die Tendenz einer fortschreitenden Lohnerhöhung und einer Herabsetzung der Preise seiner Erzeugnisse weiter verfolgen werde. Aus Andrees Tagebuch Die ersten Veröffentlichungen über die Eismeertragödie Stockholm. 19. Sept.(Drahtmeldung.) Die Regierung geben. Sie beschließen, mit Hilfe des Treibeises in südwestveröffentlicht heute abend einen von den Professoren J. G. licher Richtung zu gehen. Der Proviant von dem Ballon ist bald Andersson und Hans W. von Ahlmann ausgearbeiteten Auszug] erschöpft. Die Stimmung ist noch gut. Andrees Tagebuch zeigt von Andrees Tagebuch. Die ersten Seiten in dem Tagebuch sind] Seite nach Seite wissenschaftliche Beobachtungen. Er hat eine beschädigt, so daß die Schrift schwer zu entziffern war. Die Sammlung von über 20 Proben von Ton, Moos, Kics, Aufzeichnungen geben astronomische, geographische und metcoro- Blättern, Treibholz zusammengebracht. Tag um Tag kommt logische Daten und lassen andererseits Andrees Sorge um seine der Zug näher an Spitzbergens Ostküste, vom 12. bis 17. 9. jüngeren Kameraden, aber auch einen unbezwinglichen Lebens= treibt das Eis 100 Kilometer in südöstlicher Richtung, und da willen des Expeditionsleiters erkennen. Es wird festgestellt, die Kälte immer unerträglicher wird, beschließt man, auf einer daß Nässe. Eis und Reif den Ballon niederdrückten und am Eisscholle zu überwintern. Am 17. 9. wird Ridön, im Tagebuch 14. 7. auf 83 Grad nördlicher Breite, 30 Grad östlicher Länge„New Island“ getauft, gesichtet. Eisbären werden geschossen. zum Landen zwangen. Nach einer siebentägigen Schlittenfahrt Man hat Proviant bis April. Am 28. 9. zieht man in eine Eisbegann am 22.. die Eiswanderung. Am 30. 7. ist vermerkt, hütte ein, aber am nächsten Morgen, dem 2. 10., wird man durch daß die Expeditionsteilnehmer planen, über das Treibeis nach ein furchtbares Getöse geweckt. Die Ausrüstung und die Jagdbisher unbekannten Gegenden nördlich von Franz Josefs=Land beute der Expedition treibt auf Eisschollen umher. Mitten in zu wandern. Sehr langsam ging die Wanderung in östlicher der Katastrophe schließt das Tagebuch mit folgenden Worten: Richtung, höchstens ein paar Kilometer pro Tag und der Trieb]„Mit solchen Kameraden könnte man in allen Lagen durchdes Eises in westlicher Richtung wird so übermächtig, daß die halten.“— Möglicherweise wird ein ergänzendes Kommunique Expeditionsteilnehmer am 4. 8. auf ungefähr 82 Grad, 17 Min.] folgen, wenn die technischen Fachleute nach Steckholm zurücknördlicher Breite und 23 Grad 43 Min. östlicher Länge den Ge= gekehrt sind und das ganze Dokumentenmaterial zusammendanken an einen weiteren Mar#c in westlicher Richtung auf= gestellt ist. eege Schutz den Minderheiten Koch-Weler auf der Völkerbundsverlammlung Genf, 19. September.(Drahtmeldung.) Der politische Ausschuß der Völkerbundsversammlung begann heute mit der Beratung der Minderheitenfrage, die auf Antrag Deutschlands auf die Tagesordnung gesetzt wurde. Im Auftrage der Deutschen Regierung legte Reichsminister a. D. Koch=Weser den Standpunkt der deutschen Regierung dar. Die Minderheitenfrage müsse eine befriedigende Lösung finden, wenn eine Entspannung in Europa erreicht werden sollte. Im Jahresbericht des Generalsekretärs werde dem Problem zu wenig Beachtung geschenkt. Die Anwendung des Beschwerdeverfahrens, soweit es durch die Madrider Beschlüsse verbessert worden sei, müsse im Interesse des Schutzes der Minderheiten noch wesentlich vervollkommnet werden. Die Minderheitenfrage sei ein allgemeines europäisches Problem. Der Kern dieses Problems, so führte Koch=Weser aus, ist nichts mehr und nichts weniger, als den Minderheiten den Schutz ihrer Menschenrechte auf Wahrung ihres Volkstums, ihrer Muttersprache, ihrer Kultur und Religion im Rahmen des Staates, in dem sie leben, nicht nur rechtlich zu verbriefen, sondern auch praktisch zu verwirklichen. Die gegebenen Mitkämpfer zwischen zwei Kulturen und damit die Vorkämpfer des geeinten Europas sind die Minderheiten, die ihre Kultur frei entwickeln könnten. Die Befriedung und Annäherung Europas geht nicht nur über gefallene Zollgrenzen, sondern in erster Linie über befriedigte Minderheiten. Es wurde in eine Debatte eingetreten, in der sich der Vertreter Oesterreichs den Ausführungen Koch=Wesers anschloß. Die österreichische Regierung werde jede Maßnahme des Völkerbundes zur Garantierung der Rechte der Minderheiten begrüßen. Der Vertreter Albaniens trat für Schaffung einer ständigen Minderheitenkommission des Völkerbundes ein, wogegen der französische Außenminister Briand Bedenken erhob. Jeder Staat habe schon heute die Möglichkeit, Minderheitenfragen vor den Völkerbundsrat zu bringen. Die Angelegenheiten der Minderheiten seien durch die bestehenden Verträge genügend garantiert. Ueber die bestehende Verpflichtung hinaus, werde seine Regierung keine neuen Verpflichtungen eingehen. Die Debatte geht heute weiter. Sinnkose Rationalisierung Oberbürgermeister Adenauer bei der Fröffnung der Kölner Rerbstmesse Köln, 19. September.(Eig. Drahtbericht.) Hier ist am Freitag die Herbstmesse eröffnet worden. In seiner Eröffnungsrede führte Oberbürgermeister Dr. Adenauer zunächst aus, daß man auch in Zeiten starker Bedrücktheit nicht einfach den Kopf hängen lassen und auch in Zeiten schlechter Wirtschaftslage die Messeveranstaltungen beibehalten solle. Adenauer äußerte sich dann über die Rationalisierung und machte dazu folgende Ausführungen: Ersatz der menschlichen Arbeitskraft durch mechanische habe nur dann einen inneren Zweck, wenn damit gleichzeitig eine Verbesserung und Verbilligung der Erzeugung verbunden sei, sonst sei die Rationalisierung sinnlos. Tausend Leute kaltstellen und dafür eine Maschine lausen lassen, ohne daß das Erzeugnis einen Pfennig billiger werde, sei lächerlich, sei sogar nicht Rationalisierung, es sei ein Irrweg, weil letzten Endes die Volkswirtschaft dadurch leidet. Rationalisierung sei nur dann berechtigt, wenn das Produkt billiger werde, weil man hoffe, daß dadurch der Absatz steigt und Arbeitskräfte durch die Erhöhung der Produktion und Vermehrung des Absatzes wieder Beschäftigung finden. In diesem Sinne müsse man weiter rationalisieren. Die Messe ist dieses Mal schwächer beschickt als früher und zwar besonders die Textilmesse. Die gesamte hochwertige Konfektion für Damenkleidung fehlt vollständig.— Am Freitag war die Messe verhältnismäßig schwach besucht. Revision des Youngplans? Die Reichsregierung gegen Falschmeldungen über Vorbereitungen zur Revision des Youngplanes CNB. Berlin, 19. September.(Drahtmeldung.) Nach einer Meldung des„Petit Parisien“ aus Berlin sollen hier Gerüchte im Gange sein, wonach die Reichsregierung bereit ist, die Revision des Youngplanes zu betreiben und bei den ausländischen Stellen einzuleiten. Zur Begründung werden verschiedene Wahlreden der Minister angeführt und besonders eine Rede des Reichsinnenministers Dr. Wirth. Hierzu erfahren wir von unterrichteter Seite, kein Mitglied des Reichskabinetts habe jemals Aeußerungen getan, aus denen geschlossen werden könne, die Reichsregierung strebe eine Revision des Youngplans an. Alles, was über Revision usw. geschrieben werde, habe nur dann einen Zweck, wenn die Weltöffentlichkeit für diesen Gedanken reif sei. Da man aber hiervon noch weit entfernt sei, denke die Reichsregierung gar nicht daran, in diesem Augenblick die Revision des Youngplanes zu fordern. Der Landtag soll aulgelöst werden Sa milf's die Wirtschaltspartei den Nationalsosialisten zuließ Berlin, 19. Sept. Abgeordneter Ladendorff hat namens der Fraktion der Wirtschaftspartei im Preußischen Landtag einen Antrag eingebracht, wonach der Landtag mit sofortiger Wirkung aufgelöst werden soll. Der Antrag wird wie folgt begründet: „Nach dem Ergebnis der Reichstagswahlen steht fest, daß hinter der heute in Preußen herrschenden Regierungs koalition nicht mehr annähernd die Mehrheit des Volkes steht. Die Nationalsozialistische Partei, die im Preußischen Landtag noch nicht Fraktionsstärke besitzt, ist in Wirklichkeit heute die zweitgrößte Partei Preußens“. Man hat schon immer gewußt, daß der Hitlerismus ein Ismus für engstirnige Gehirne ist, es ist aber dennoch gut, daß die Wirtschaftspartei daran noch mal besonders erinnert. Die Konsumenten erkennen so wenigstens besser, wo die Bäcker und Fleischermeister der Wirtschaftspartei hingehören. Ein naseweiser Trager Richtige Untwort an inen Berlin, 19. September. Der nationalsozialistische Abgeordnete Kell=Peine hatte in einer kleinen Anfrage den Beschluß des preußischen Staatsministeriums kritisiert, durch den den Beamten, Angestellten und Arbeitern der Behörden und Staatsbetriebe die Zugehörigkeit zur Nationalsozialistischen Partei verboten wird. Auf die Frage, ob das Staatsministerium erwarte, daß der Fragesteller(der Justizoberrentmeister ist) in Konsequenz des Beschlusses das Mandat seiner Wähler und die Zugehörigkeit zur Nationalsozialistischen Partei aufgebe oder aus seinem Amte ausscheide, lautet die Antwort der Regierung: Das Staatsministerium erwartet, daß der Fragesteller die Teilnahme an der N. S. D. A. P. ausgibt oder aus dem Staatsdienst ausscheidet. Die letzte Frage, ob das Staatsministerium, da der Fragesteller beides nicht zu tun gedenke, gegen ihn das Disziplinarverfahren einleiten werde, wird dahin beantwortet, daß das Staatsministerium zu gegebener Zeit darüber entscheiden werde. Wie Verbrecher bekandelt Die Laae der verhasteten Ubgeordneten in Grest-Litousk Warschau, 19. Sept. Oberst Biernacki, dem die Festung Brest=Litowfk unterstellt ist, hat den Familienangehörigen der verhafteten Abgeordneten erklärt, daß er ohne Erlaubnis Pilsudskis weder Arzneien, noch Kissen, Zahnbürsten, Zigaretten oder ähnliche Gegenstände zur Weitergabe an die Verhafteten annehmen könne. Diese Erlaubnis ist bisher nicht erteilt worden. Da die Gefangenen in Brest=Litowsk auch weiterhin vollkommen isoliert sind und weder Familienangehörige, noch Verteidiger zugelassen werden, befürchtet man in politischen Kreisen, daß die Unterzeichnung der Wahlerklärungen durch die verhafteten Abgeordneten, die jeder Kandidat unterzeichnen muß, unmöglich gemacht wird. Verschiedene der verhafteten Abgeordneten haben allerdings vorsichtigerweise die Erklärung schon vorher unterzeichnet. Der Schauplatz der Riesenexplosionskatastrophe in Berlin=Rudow Das vollständig ausgebrannte Benzolwäschereigebäude, in dem 50.000 Liter Benzol in die Luft gingen. Lähmende Ungewißheit in Die Unschlüssigkeit der Reichsregierung erschuert die Stellung der Delegierten Genf, 19. September.(Eig. Drahtbericht.) Während der Kommissionsarbeiten ist das Schwergewicht der politischen Verhandlungen in die zahlreichen persönlichen Besprechungen zwischen den führenden Delegationsmitgliedern verlegt worden. Ueberall, wo der deutsche Außenminister beteiligt war, machte sich die Sorge über die Gestaltung der deutschen Zukunft geltend. Es erschwert die Stellung der deutschen Delegation außerordentlich, daß die Reichsregierung noch keinen Schritt getan hat, um die Garantie für eine Weiterführung der bisherigen Außenpolitik zu schaffen und eine fruchtbare Arbeit im Innern anzubahnen. Die Verhandlungen über eine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich nehmen einen erfolgversprechenden Verlauf. Die Verhandlungen der Abrüstungskommission endeten am Freitag nach langer Aussprache über die Notwendigkeit einstimmiger Ratsbeschlüsse für die Versendung und Kontrolle von finanzieller Hilfe im Kriegsfalle und bei drohender Kriegsgefahr mit der Verabschiedung des Konventionsentwurfs. Der lächelnde Josef Fragen an Wirth, die unbeantwortet blieben Paris, 19. Sept.(Eig. Drahtbericht.) Reichsinnenminister Dr. Wirth versichert in seinem Interview mit dem Berichterstatter einer Pariser Finanzzeitung, daß an eine Zusammenarbeit zwischen Zentrum und Nationalsozialisten nicht gedacht werden könne. Die Reichsregierung, fuhr Wirth fort, werde in der nächsten Woche die nötigen Entscheidungen über die finanziellen und wirtschaftlichen Probleme treffen. Von diesen Entscheidungen werde die Richtung der künftigen Politik im neuen Reichstag abhängen. Auf die Frage des Berichterstatters, ob Brüning entschlossen sei, mit der Sozialdemokratischen Partei in Verhandlungen einzutreten, antwortete Wirth, wie der Berichterstatter bemerkt, mit einem Lächeln und einer ausweichenden Handbewegung. Sie sammeln weiter Berlin, 19. Septbr. In den Reihen der gemäßigten bürger lichen Rechten sind Bestrebungen zur Schaffung einer Arbeits gemeinschaft im Gange. Man hofft zunächst eine Fraktion von In der Rechtskommission ist für Sonnabend eine wichtige Entscheidung zu erwarten. Am Freitag konnte von den führenden Juristen Deutschlands, Frankreichs und Englands eine Formulierung gefunden werden, die dem Haager Gerichtshof die nötige Stabilität gibt. Die Vollversammlung wird danach den Sinn der Wahlen zum internationalen Gerichtshof so feststellen, daß nach dem alten Statut und der vom Rat beschlossenen Zwischenlösung 15 Hauptrichter und vier Ersatzleute gewählt werden, daß aber nach der Ratifikation des Revisionsstatuts die Wahl so gelten soll, als sei sie nach dem neuen Statut vollzogen worden. Die weittragende politische Bedeutung dieser Entscheidung liegt darin, daß der Haager Gerichtshof in der Folge von keiner Seite in seiner unbedingten Autorität angezweifelt werden kann. Der sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Dr. Breitscheid ist aus der zweiten Kommission(Wirtschaftskommission) ausgeschieden und in die Abrüstungskommission delegiert worden. Dieser Wechsel dürfte darauf zurückzuführen sein, daß Breitscheid sich außerstande sieht, die Wirtschaftspolitik der Regierung Brüning=Schiele zu vertreten. 40 Abgeordneten zustande zu bringen, der in erster Linie die von den Deutschnationalen abgesonderten Splittergruppen angehören sollen. Darüber hinaus gehen die Bemühungen, auch die Wirtschaftspartei und die Deutsche Volkspartei in die Arbeitsgemeinschaft einzubeziehen. Gelingt der Plan, dann würde die neue Arbeitsgemeinschaft rund 90 Abgeordnete umsassen und damit zur drittstärksten Fraktion des Reichstages werden. Ein Dementi Reine Uerhandlung der preupischen mit Sinckair Berlin, 19. Sept.(Drahtmeldung.) Zu der Meldung eines Berliner Blattes, daß zwischen der preußischen Regierung und dem amerikanischen Oelindustriellen Harry F. Sinclair Verhandlungen über ein Abkommen zur Hergabe von Land zur Lelausbeutung schwebten, teilt der Amtliche Preußische Pressedienst mit, daß diese Nachricht jeder Begründung entbehrt. Nr. 220. 12. Jahrg. Zweites Blatt. STADTGELSENKIRCHEN □ X Liebe Redakrion! Es ging ein Frosch spazieren An einem heißen Sommer=Sommertag, Er wollt sich lassen rasieren Und hat' doch gar kein Bart. Dieset schöne Lied kann nu unser lieber Reichskanzler Brüning singen, nachdem er den alten Reichstag nach Hause geschickt hat, weil er da angeblich nich mit arbeiten konnte un nu einen neuen gekriegt hat. Jetzt hat er, wat er brauchte. Jetzt kann er aber arbeiten. O Schreck, laß nach! Dat alte Sprichwort is wieder wahr geworden: Wat man hat, soll man festhalten, man weiß nich, wat man wiederkriegt. Brüning hat auch nich gewußt, wat er wiederkriegte, jetzt hat er den Salat. Er is nich nur nach Punkte geschlagen, sondern durch „technischen k. o.“ besiegt worden, wie dat in die Boxersprache heißt. Seine Partei hat sogar noch wat gewonnen, aber seine Reaierung is doch vies blamiert. Jetzt geht et ihm, wie dem Frosch, der sich rasieren lassen wollte. Regieren Sie mal ohne Vertrauen un ohne Mehrheit. Dat könnte bloß noch mit die Diktatur gehen. Aber zu einem richtigen Diktator, da fehlt dem Meister Brüning denn doch wohl so ziemlich alles. Wat er bis jetzt gemacht hat, dat haben viele ja auch schon Diktatur genannt, aber dat is mehr sone schleichende Diktatur, dat is mehr sone bürokratische Federfuchser=Diktatur. Die letzten Tage vor die Wahl hatte dat Zentrum dat Bild von dem noch vor ein paar Monate rasend unbekannten Herrn Brüning an die Plakatsäulen geklebt. Ich hab mich den kahlkopfigen Brillenmann mal richtig bekuckt, nä, lieb Vaterland maast ruhig sein, so sieht kein Diktator aus. Komisch is et überhaupt, dat am Sonntag die meisten deutschen Wähler die Diktatur gewählt haben und davon wieder die meisten die Rechtsdiktatur, wo doch augenblicklich überall in die Welt schlechte Zeiten für die Diktatoren sind. In Südamerika haben drei Staaten ihre Diktatoren abgesägt, in Spanien un Litauen is die Diktatur schon etwas länger abgeschafft, in Ungarn un Polen hat et schwere Straßenkämpfe gegeben und sogar beim Abgott aller Diktatoren, bei Herrn Mussolini haben die Flinten geknallt. Die Arbeiter in einige große Städte haben sich gegen den Faschismus erhoben. Da wird et für uns in Deutschland höchste Zeit, dat wir auch eine Diktatur kriegen, denn nachher, wenn die Diktaturen alle abgeschafft sind, dann stehen wir da un haben nich mal eine gehabt. Darum haben die politischen Säuglinge Sonntag Hitler gewählt. Da hätte kein Deibel dran gedacht, dat die Nazis soviel Stimmen kriegten, daran haben se selber nich geglaubt. Mancher, der vor ein halbet Jahr in die Partei eingetreten is un sich dann mit die nötige große Schnauze in irgendein Kaff an die Spitze gearbeitet hat, der is auf die Liste gesetzt worden, bloß weil die Liste eben voll werden mußte. Sonntagmorgen dachten viele noch nicht dran, gewählt zu werden, abends waren se Reichstagsabgeordnete. Jungens, die 1918 noch in die Schule gingen, die kommen jetzt in den Reichstag. Beinahe wär ja auch unser lieber Seekadett Treviranus nich wiedergewählt worden, er wäre bald wieder in die Bedeutungslosigkeit verschwunden, wo er draus hervorgegangen is. Erst durch die Verbindung von drei Listen mit Hannoveraner und Landvolk is er noch soeben wieder reingekommen. Schade. Ich hätte ihm diese Blamage so sehr aus tiefstem Herzen gegönnt, denn Treviranus is doch eigentlich der Mann, der uns diese ganze Suppe eingebrockt hat. Er hat sich doch durch seine Bekanntschaft mit dem jungen Hindenburg an den Papa rangemacht. Er hat doch mit seinem Schmuß vom Frontsoldatenkabinett, die Regierung Brüning hinter die Kulissen zusammengestellt un die Minen Gelsenkirchen, Samstag den 20. September 1930. Aus der Sitzung des Hauptausschusses Törichte KPD.-Anträge abgelehnt In der Sitzung des Hauptausschusses, der am Donnerstagelsenkirchener Rathaus tagte, lagen mehrere nachmittag im Ge „„„„„„„„„ Dringlichkeitsanträge der KPD., teils politischer, teils sozialpolitischer Art, vor. U. a. wurde gefordert, daß mit Rücksicht auf den Ausgang der Reichstagswahl die Stadtverordnetenversamlung in Gelsenkirchen ihre Auflösung beschließen solle. Die Anträge wurden abgelehnt. Der Ausschuß erklärte sich mit der Versetzung des Stadtingenieurs Krüger und des Stadtinspektors Börde in den Ruhestand einverstanden und stimmte sodann den Vorschlägen für die Ergänzungswahlen zu einer Reihe von Ausschüssen zu. Es handelt sich dabei um die Ausschüsse, denen bisher der Stadtverordnete Herwig angehörte, der bekanntlich sein Mandat niedergelegt hat, ferner um einige Ausschüsse, in denen der Stadtverordnete Halbsell seine Mitgliedschaft niedergelegt hat. Für den Verwaltungsausschuß der Vestischen Verwaltungsschule wurden die vorgeschlagenen Mitglieder gleichfalls gewählt. Der Ausschuß stimmte sodann der Einrichtung von drei Lehrer= und drei Lehrerinnenstellen für die Mittelschulen im Stadtteil Gelsenkirchen zu. Eine Mehrbelastung der Stadt tritt durch diese Maßnahme nicht ein, weil die Mittel bereits im Rechnungsjahr 1929 vorgesehen waren und auch als Stellenbeiträge an die Landesmittelschulkasse gezahlt worden sind. Im Haushaltsplan 1930 sind die Mittel ebenfalls bereitgestellt. Mit der Rückgängigmachung der Einstufung von Oberschullehrern erklärte sich der Ausschuß einverstanden. Der Abnahme der Jahresrechnung für die Sparkasse der Stadt Buer und der Gemeinde Westerholt für das Rechnungsjahr 1929 gab der Ausschuß seine Zustimmung. Der Reingewinn beträgt 91 367,15 RM. Dieser Reingewinn ist nach Erteilung der Genehmigung der Aufsichtsbehörde anteilig nach der Einwohnerzahl von Buer und Westerholt an die Stadthauptkasse Gelsenkirchen mit 84 477,68 RM und an die Gemeindekasse Westerholt mit 6892,47 RM für gemeinnützige Zwecke abgeliefert worden. Die Entlastung an den Vorstand und den Direktor wurde vom Hauptausschuß erteilt. Einer Anregung des Rechnungsausschusses folgend, legte die Verwaltung dem Hauptausschuß eine Geschäftsordnung für den Rechnungsausschuß vor. Die neue Geschäftsordnung stützt sich auf§ 37 der Städteordnung und sieht vor, daß der Rechnungsausschuß aus zehn Mitgliedern bestehen soll, die dem Stadtverordnetenkollegium angehören. Nach kurzer Debatte stimmte der Hauptausschuß der Geschäftsanweisung zu. Die Neuwahl des Rechnungsausschusses wird demnächst durch die Stadtverordnetenversammlung zu erfolgen haben. Durch die Aenderung des Stadtnamens ist auch eine Aenderung der Bezeichnung für die Städtische Sparkasse notwendig geworden. Der Sparkassenvorstand hat bereits in einer Sitzung die Namensänderung beschlossen, und zwar soll§ 1 der Sparkassensatzung nunmehr folgende Fassung erhalten: „Die für die Stadt Gelsenkirchen durch Vereinigung der zwei bisherigen Sparkassen, nämlich der„Sparkasse der Stadt Gelsenkirchen“ und der„Sparkasse der Gemeinde Horst zu HorstEmscher“ errichtete Sparkasse mit dem Sitz in Gelsenkirchen führt den Namen„Stadt=Sparkasse Gelsenkirchen" und bedient sich eines Siegels mit dieser Bezeichnung.“ Der Hauptausschuß gab der Satzungsänderung seine Zustimmung. Die frühere Stadt Buer und die Gemeinde Horst sind mit dem 1. April 1930 aus dem gemeinsamen Untersuchungsamt Recklinghausen ausgeschieden und zum Untersuchungsamt Gelsenkirchen übergetreten. Nach dem Abrechnungsergebnis des Untersuchungsamtes Recklinghausen für das Rechnungsjahr 1929 ist als Anteil von Buer und Horst der Betrag von zusammen 12691,35 RM zu zahlen. Der Hauptausschuß bewilligte die Zahlung und erklärte sich mit der Entnahme aus der Schuldentilgungsrücklage einverstanden. Für die Beschaffung eines Mannschaftswagens für den Löschzug 3 der Freiwilligen Feuerwehr in Buer soll ein Darlehn von 10000 RM bei der Westfälischen Provinzial=Feuersozietät zum Zinssatz von 4 Prozent jährlich, rückzahlbar am 1. Oktober 1935, ausgenommen werden. Dem aus der Mitte des Hauptausschusses geäußerten Wunsche, den Wagen in Gelsenkirchen herstellen zu lassen, wird die Verwaltung nachkommen. Die Markthändler=Vereinigung Gelsenkirchen hat der Verwaltung Anträge auf Verlegung des Fleischmarktes vom Elisabethplatz zur Wiese und auf Ermäßigung der Marktstandgebühren für die Wochenmärkte unterbreitet. Nach kurzer Erörterung beschloß der Hauptausschuß, die Angelegenheit auf ein Jahr zurückzustellen. Eine Verwaltungsvorlage über die Erhebung von Gemeindezuschlägen zur staatlichen Grundvermögenssteuer bei Wohnungsneubauten wurde vertagt. Der Oberbürgermeister erklärte, daß die Verwaltung diese Vorlage demnächst im Zusammenhang mit dem notwendig gewordenen neuen Finanz= programm für die Stadt wieder einbringen werde. Der Beschaffung von Räumen für die staatliche Polizei und die Sparkasse im Hause Bismarckstraße 187 in Buer=Erle stimmte der Hauptausschuß zu. In Abänderung des Beschlusses der Stadtverordnetenversammlung vom 24. Juli 1930 betreffend die Uebernahme der Anteile der Westdeutschen Fluggesellschaft mbH. von der Stadt Essen auf die Stadt Gelsenkirchen und dem Abschluß eines neuen Pachtvertrages mit der Vereinigten Stahlwerke=AG. erklärte sich der Hauptausschuß mit folgendem Beschluß einverstanden: „Von der unter Punkt 4 des Beschlusses der Stadtverordnetenversammlung vom 24. Juli 1930 vorgesehenen hypothekarischen Sicherstellung des dem Westdeutschen Traber= Zucht= und=Rennverein seinerzeit gegebenen Darlehns von noch 90000 RM auf dem Grundbesitz des Rennvereins in Dortmund wird unter der Voraussetzung abgesehen, daß der Rennverein die sämtlichen ihm gehörigen Gebäulichkeiten auf dem Flugplatze der Stadt zur Sicherstellung für dieses Darlehn sowie für die eventuelle Inanspruchnehme aus der Bürgschaft gegenüber den Vereinigten Stahlwerken(Ziffer 1 des Beschlusses der Stadtverordnetenversammlung vom 24. Juli 1930) übereignet. Wenn der beabsichtigte Verkauf des Dortmunder Grundbesitzes des Rennvereins nicht erfolgt, muß der Rennverein das Grundstück mit einer Hypothek von 30 000 RM für die Stadt Gelsenkirchen im Range nach der 1. Hypothek belasten, und zwar ebenfalls zur Sicherung des dem Rennverein gegebenen Darlehns somie für die eventuelle Inanspruchnahme aus der Büraschaft.“ Der Hauptausschuß verhandelte dann eine ganze Reihe von Grundstücksangelegenheiten und faßte in diesem Zusammenhang den Beschluß, Grundstücksfragen. Personalfragen und Anleihe=Angelegenheiten in geheimer Stadtverordnetensitzung zu verhandeln. Bereits in einer früheren Stadtverordnetenversammlung ist dieser Handhabung grundsätzlich zugestimmt worden. Außerhalb der Tagesordnung wurde von mehreren Ausschußzmitgliedern die Frage der Schulmilchbelieferung in Horst und Beckhausen zur Sprache gebracht. Die Verwaltung erklärte, daß sie den beiden rivalisierenden Milchhändlern aufgegeben habe, sich innerhalb 10 Tagen zu einigen, andernfalls sie von der weiteren Belieferung ausgeschlossen würden. Diese Haltung der Verwaltung würde auch dem früheren Beschluß des Hauptausschusses entsprechen, wonach durch die Belieferung auf den Schulhöfen keine Unzuträglichkeiten entstehen dürfen. Die in den Elternbeiratsversammlungen erhobenen Votwürfe gegen einen der beteiligten Milchhändler, wonach dieser anstatt EinViertel=Liter=Flaschen Flaschen mit einem Fünftel Liter Inhalt benutzt haben soll, sind, wie von dem zuständigen Dezernenten mitgeteilt wurde, bisher nicht erwiesen worden. Die nächste Stadtverordnetenversammlung findet, wie nunmehr endgültig feststeht, am kommenden Mittwoch. dem 24. dieses Monats, um 17 Uhr, im Stadtverordneten=Sitzungssaal des Rathauses Buer statt. gegen dat Kabinett Hermann Müller gelegt. Et wär zu schön gewesen, wenn er wieder verschwunden wär. Ich bin mal gespannt, wann er eigentlich aus dem Kabinett verschwindet. Et is doch schon ein Hohn auf ihr eigenet Gerede von Sparsamkeit, wenn sich die Regierung Brüning einen Minister leistet, der nir zu verwalten hat, aber jetzt nach die Wahlen is der Minister ohne Amt, Herr Treviranus, auch noch Minister ohne Partei geworden. Ganze fünf Männekes schicken die Konservativen in den Reichstag. Nich mal Fraktionsstärke haben se un trotzdem stellen sie einen Minister. Sowat is bloß in Deutschland möglich. Et is auch bloß in Deutschland möglich, dat eine Regierung, die eine solke Niederlage durch die Wahlen gekriegt hat, auch bloß noch einen Tag länger im Amt bleibt. Die Regierung Brüning hat zurückzutreten un dem neuen Reichstag stellt sich eine neue Regierung vor. Hannes Kümmelkamp sagte, er wär in Hervest=Dorsten bei einen Spökenkieker gewesen, und der hätte für ihm gesagt, et gibt Bürgerkrieg. Mit diesem Gemengsel im neuen Reichstag wär nix zu machen, Brüning tät ihn wieder nach Hause schicken un dann käm der Generalstreik. Die Reichswehr tät die Regierungsgebäude zum Schutze für die Pegierung besetzen, dann, wenn se dat alles hübsch gemacht hätte, dann würden die Minister un die leitenden Beamten für verhaftet erklärt un die Nazis übernehmen die Regierung. Dann kommt die faschistische Diktatur.„Hannes“ sagte ich,„meistens glaub ich nich an dat, wat die Spökenkiekers sagen, aber diesmal kann ich dich dat nich sofort abstreiten, denn augenblicklich is in Deutschland kein Ding unmöglich. Die Nazis, die Deutschnationalen un die anderen schwarzweißroten Parteien die bilden zusammen mit die Reichswehr eine schwere Gefahr für die Republik un die Arbeiterschaft, dat wollen wir nich verkennen". Liebe Redakzion! Et sieht verdammt nich rosig aus in Deutschland. Die Arbeiterschaft muß höllisch auf dem Posten sein. Wir müssen weiterwerben, damit unsere Battaillone großer werden. Aber wir müssen auch alarmbereit sein. Vielleicht braucht man uns schneller, als mancher glaubt. Darum müssen wir gerustet sein. Damit bleibe ich mit viele Grüße Euer Nepomuk Gelsenkieker. Bewährte Felfer im Faushalt MAGGIS Erzeugnisse MAGGIS Würze- MAGGIS Suppen= MAGGIS FleischbrüheSie vereinigen Qualität und Preiswürdigkeit Vereinigte Stahlwerke verurteil!! Die Entlassung bedeutete unbillige Härte.— Wiedereinstellung oder 1200 RM Entschädigung. Vor dem Arbeitsgericht steht ein Arbeiter, der jetzt 50 Jahre alt ist und 19 Jahre im Betrieb seine Knochen gelassen hat. Er hat geschuftet und sich für seine Kinder aufgerieben, von denen zwei noch in der Schule sind. Nun paßt er den Herren wohl nicht mehr. Da rangiert man ihn aus, wie ein altes Möbel. Es sind jüngere Kräfte da, sie erreichen eine höhere Leistung. Wir haben gesehen, wie faul gerade dieser Grund war. Wir haben gehört, daß ein Hilfsarbeiter in wenigen Monaten die Ausaaben zu voller Zufriedenheit der Werksleitung gelöst hat. Ein gelernter Schlosser ist— wie Herr Paul Schneider, Meister auf den Stahlwerken, betonte— auf keinen Fall in der Lage, die gleichen Arbeiten nach fünf Wochen zu verrichten. Die Werksvertreter mußten sich die er fteuliche Blamage gefallen lassen, daß der rausgeschmissene Schlosser ihnen erklärte:„Gestatten Sie, daß ich jetzt aber lache!“ Dieselben Herren, die den vom Arbeiterrat vertretenen Kläger Str. arbeitslos gemacht haben, sind der Meinung, die der Ingenieur Nobis ausspricht: „Den Str. kenne ich zu wenig! Ich weiß nicht, ob er Schlosser ist!“ Ueber diese Dinge hätten sich die Verantwortlichen schon vor der Ergreifung ihrer Maßnahmen unterrichten müssen. Str. sagt bei seiner Vernehmung offen den Direktoren und In genieuren ins Gesicht:„Das ist doch wohl nicht an dem, daß Sie mit meinen Leistungen nicht zufrieden waren.“ Parauf schweigen die Herren in bezeichnender Verlegenheit eine Weile, bis sich der Meister Schneider aufrafft, das Prestige, das auf dem Spiele steht, wenigstens zu retten, denn er spricht: „Leistungen waren das überhaupt nicht! Aber man kann von euch nichts anderes verlangen!" Diese Worte wagt der di rektionsergebene Schneider einem Manne, der 19 Jahre lang tanglich war, über den nie Klage geführt worden ist, entacgen zuschleudern. Aber kann man von diesen Leuten etwas anderes erwarten? Der Arbeiterat hat Vorschläge gemacht, um den sozial aufs schwerste getroffenen Schlosser Str. vor dem Ruin zu bewahren Es waren auf dem Werk in der gleichen Abteilung drei Leute beschäftigt, die lange nicht die Zeit wie Str. in Arbeit standen. Der eine war zwei Jahre, der andere ein Jahr beschaftiat Außerdem waren die Vorgeschlagenen noch jung und datten nicht für eine große Familie zu sorgen. Trotzdem bedaupteten die Fabrikvertreter, ihre Maßnahmen###n nur und allein nach sachlichen Gründen, die auf dernanelten Leistung beruben. Andere Motive(Nichtzugeböriakeit zum Lebrlingssportverein, zu der seltsamen Oroanisanion„Deutscher Arbeiter“, in dem wurzellose Reaktionäre sich zusammenfinden usw.) seien bei ihnen niemals auch nur in Erwäguna gezogen worden. Nun, das Gericht batte den Eindruck den man ein deutig auf Grund der in der Verbandlun schehnisse bekommen mußte, es verurteilte die Verein werke. und es entschied, daß. der#liger drei Tage nach Zustellung des Urteils nicht wiedereingestellt worden die Beklagte 1200 RM an den Kläger zu zahlen habe. Als Grund aab es die viel kürzere Tatigkeit der zur Entlassung vorgeschlagenen Arbeiter an und betonte, daß die sozialen Lasten des Str. gebührend zu berucksichtigen seien..Es verurteilte die Stablwerke auf Grund des§ 84 des Betriebsrätegesetzes, das in diesem Falle in der Entlassung eines Arbeiters eine unbillige Harte sieht. dentitizierte Leiche Die am Mittwochvormittag am Rbein=Herne=Kanal Orangehafen) gelandete Leiche ist von der Kriminalpolizei identifiziert worden. Es handelt sich um den 22jährigen Josef Bodlek aus Wattenscheid, Osterfelder Straße 4. Es liegt Selbst mord vor. Bodlek hat schon seit langer Zeit immer Selbstmord gedanken geäußert. In einem Anfalle von Lebensüberdruß hat er seinem Leben ein Ende gemacht. Die Leiche wurde von den örigen anerkannt. Straßensperrung Die Berlinstraße in Gelsenkirchen=Buer=Scholven wird wegen auszuführender Kanalisationsarbeiten von der Feld hauser Straße bis zum Borkenbuschweg auf die Dauer von sechs Wochen für den öffentlichen Fahrverkehr gesperrt. Die Umleitung des Verkehrs erfolgt durch den Borkenbuschweg und die Feldhauser Straße. Reichswerbetag für Jugendherbergen und Jugendwandern Der Reichsverband für Deutsche Jugendberbergen(DSH.) plant erstmalig seit dem Bestehen des Jugendherbergswerkes für Sonntag, den 21. September, in Gemeinschaft mit seinen über das ganze Reich verteilten Gauen und Ortsgruppen einen Reichswerbetag für Jugendherbergen und Jugendwandern. Die Veranstaltung soll den Zweck haben die Oeffentlichkeit auf das Jugendberbergswerk aufmerksam zu machen und ihre Hilfe und Förderung zu erbitten. Das Herbergswerk dient der gesamten wandernden Jugend und steht wie kaum eine andere Einrichtung über allen Lagern und Richtungen und findet deshalb von allen Seiten wärmste Förderung und Unterstützung. Das Ziel des Reichswerbetages soll eine Verdoppelung der Mitgliederzahl und eine Gewinnung vieler neuer Freunde und Förderer sein. Gerade in der heutigen Zeit, wo die öffentlichen Mittel für den Ausbau des Jugendverbergsnetzes nicht mehr so zahlreich fließen wie früber, wird es notwendig, auf dem Wege der Selbsthilfe die für die Ausgestaltung der Jugendherbergen zu traulichen Heimstaiten erforderlichen Gelder zusammen zubringen. Die hiesige Ortsgruppe wurde vor 10 Jahren mit 65 Mitgliedern gegründet und zählt gegenwärtig 653 Mitglieder. 685 Jugendliche unter 20 Jahren und 60 angeschlossene Vereine. Bereits im Juli 1921 schuf die Ortsgruppe eine eigene Herberge in der Paulusschule im Dorfe Hervest, die in diesem Frübjahr vollständig neu instand gesetzt 1. Kinderfreundetreffen des Unterbezirks Recklinghausen Gelsenkirchen am 27. und 28. September 1930 in Gelsenkirchen anspornen, den eingeschlagenen Weg immer weiter zu verfolgen. Dem Reichsverband der Deutschen Jugendherbergen aber, der der Jugend in ihrem Kampf für ein reines, besseres und gesünderes Deutschland beistehen will, sage ich meine herzlichsten Wunsche und hosse, daß er die großen Ziele, die er erSeit einem Jahrzehnt hat sich die Schule mit der Einrichtung regelmäßiger monatlicher Wandertage der Pflege des Jugendwanderns angenommen. Vor allem bei der Durchführung mehrtägiger Wanderungen hat sie eine wertvolle Jugendherberge in den Baumbergen, Eigenheim des Gaues Münsterland.— 145 Betten. Samstaa. den 27. September. 20 Uhr, von dem Plau an der Ausstellungshalle aus Fackelzug Sonntaa. den 28. September, morgens 10.30 Uhr, im Hans Sachs Haus Morgenfeier Gern und dankbar erkenne ich die Verdienste des Reichsverbandes für Deutsche Jugendherbergen um das Wandern an den preußischen Schulen an. Ich wünsche den Führern des Reichsjugendherbergswerks und allen mit ihnen Schaffenden ein volles Gelingen des Reichswerbetages und ein weiteres erfolgreiches Wirken für Jugend und Volk. Adolf Grimme, preußischer Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung. Nachmittags 3 Uhr sammeln sich Kinderfreunde und Jugend auf der Wiese, um die Aclteren von der Ausstellungshalle zur gemeinsamen Demonstration und unter reger Beteiligung der Jugend eingeweiht wurde. Mit ibren farbenfroden Räumen und 34 sauberen Betten macht sie einen anbeimelnden Eindruck und kann allen Gruppen, die gern unter sich sein wollen. nur empfohlen werden. 6 Wenn nun die hiesige Ortsgruppe in Anbetracht der wirtschaftlichen Nöte, unter denen weite Volksschichten unserer Industriestadt leiden, zur Zeit von größeren Veranstaltungen absieht, so erwartet sie trotzdem von ihren Mitgliedern, daß ne selbst auch in Zukunft dem Verbande die bisher bewiesene Treue bewahren und durch persönliche Werbung unter Freunden und Bekannten die Zahl der Mitglieder ganz erheblich steigern helfen.— Möge der Reichswerbetag dazu beitragen, daß Staat und Gemeinden auch fernerhin das Jugendherbergswerk in großzügiger Weise unterstützen und daß der Herbergsgedanke alle Volksschichten durchdringe zum Wohle unserer wanderfrohen Jugend! Geldspenden nimmt die Geschäftsstelle der Ortsgruppe, Gelsenkirchen, Schalker Straße 16, Lutherschule(Scheckkonto 761 der Sparkasse' Gelsenkirchen), dankbar entgegen. H. Kusch. * Das lugendherbergswerk im Urteil führender Männer Das Jugendwandern hat einen Strom von Kraft in unser Volk getragen und sich damit den Anspruch auf den Dank aller derer gesichert, die im Kampfe für Deutschlands Gesundung stehen. Selten hat ein Volk so die wundervolle Leidenschaft zur Natur und inneren Einkehr bei der Jugend entwickelt, wie es jetzt das deutsche tut. Wir Aelteren, die wir im harten politischen Kampse das schwere Schicksal Deutschlands zu meistern suchen, wollen die Jugendbewegung immer wieder Je mehr moderne Technik den Menschen in den Lauf der Maschine einspannt, desto größer wird die Notwendigkeit, dem arbeitenden Menschen Zeiträume des Ausspannens zu gewähren. Für die Jüngeren ist zweifellos das Wandern die beste Form der Ausspannung. Das Jugendherbergswerk ist daher eine unbedingt notwendige Einrichtung zur Erhaltung der Volksgesundheit. Bedenkt man weiter, daß die durch die Jugendherbergen ermöglichten längeren Wanderungen von Massen junger Menschen wertvolle erzieherische Wirkungen ausüben, zur besinnlichen Verwendung der Freizeit anregen und überhaupt ein stärkeres Bedürfnis nach Freizeit erwecken, so erkennt man die große Bedeutung des Jugendherbergswerks für den kulturellen Aufstieg unseres Volkes. Aus all diesen Gründen halten die Gewerkschaften die weitere Förderung des Herbergswerks durch alle Kreise des Volkes für unbedingt notwendig. K. Gratzmann, Vorsitzender des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes. Jugendherberge Tecklenburg, Eigenheim des Gaues Münsterland.— 8 Schlafräume mit 70 Betten. warten Sie noch ann paar Tage: dann können Sie LINGEL-Schuhekaufen! Baldige Eröftnung Gelsenkirchen, Bahnhofstr. 60 . ImmWinn Die Sinloniekonzerte des kommenden Konzertwinters sehen in erster Linie Erstaufführungen bedeutender klassischer und romantischer Orchesterwerke vor. Eine der 12 köstlichen Londoner Sinfonien andns, die geniale„Zweite“ in D=Dur, Beethovens frische C=Dur=Sinsonie und Johann Sebastian Bachs herrliche. ihrer Air wegen besonders beruhmt gewordene D=DurSuite Nr. 3 bilden ein volkstümliches und künstlerisch bedeutsames Programm, wie es vollkommener kaum gedacht werden kann. Auch der zweite Abend hält sich abseits aller Problematik. Webers unvergängliche Oberon=Ouvertüre und Bruckners klangprächtige A=Dur=Sinfonie versprechen dem Hörer Stunden ungetrübten Genusses. Solisten für diese Konzerte sind keine Geringeren als Feuermann und Professor Wührer verpflichtet. Feuermann, der hier bisher nur aus Kammermusikabenden bekannt ist, wird das A=Dur=Cellokonzert von Ph. E. Bach spielen, während Professor Wührer technisch wie musikalisch einer unserer ersten Pianisten, gerade als Interpret des Klavierkonzerts von Tschaikowsky, besonders interessieren und begeistern wird. Wer sich zu diesem und den übrigen Konzerten gute Plätze zu billigsten Preisen(15, 10, 6 und 3 RM für sechs Konzerte, in vier Raten zahlbar) sichern will, wer mithelfen will, daß diese Veranstaltungen auch im nächsten Jahre erhalten bleiben, sorge in diesen Tagen für ein Abonnement. Die Einzeichnungslisten liegen bis zum 23. September im Städtischen Bildungsamt, Hans=Sachs=Haus, Zimmer 228, und im Rathaus Buer, Zimmer 17, auf. A VERANSTALTUNGEN UND W VEREINE Rund um den Waustberg Die 2. Westdeutsche Segelflugwoche in den Borkenbergen. Die Vorbereitungen für das größte diesjährige Flugereignis Westdeutschlands, die 2. Westdeutsche Segelfliegerwoche in den Borkenbergen, die, am Sonntag, dem 21. September, beginnend, bis zum 28. September dauern wird, gehen ihrer Vollendung entgegen. In dem Gelände am Waustberge, der beyerrschenden Höhe, welche auch die besten Abflugmöglichkeiten für die Segelflieger ausweist, stehen jetzt 7 massive Baracken zur Unterbringung der Teilnehmer zur Verfügung. Ein großes Wirtschaftszelt wird für die Bedürfnisse der Tausende von Besuchern Sorge tragen, die man anläßlich der Flugveranstaltung erwartet. Eine besondere elektrische Lichtanlage für das ganze Gelände ist geschaffen worden. Ebenso wird ein eigenes Postamt eingerichtet werden. Neben der Möglichkeit, das Fluggelände von Haltern her mit Wagen zu erreichen und der guten Straßenverbindung vom Bahnhofe Dülmen aus, wo ebenfalls nach Bedarf Fahrgelegenheit mit privaten Autobussen vorhanden ist, kommt in allererster Linie die Eisenbahnhaltestelle Seppenrade an der Bahnlinie Dortmund—Lünen—Coesfeld—Gronau als Ausgangspunkt zum Anmarsche ins Fluggelände in Frage. Die Gemeinde Seppenrade hat sich besonders auf den Empfang von auswärtigen Gästen eingestellt und verbindet damit eine sehr geschickte Verkehrswerbung. Abends soll in dem an sich boch gelegenen Orte, von dem aus man einen umfangreichen Rundblick über einen großen Teil des Industriegebietes sowie des Münsterlandes hat, die auf beherrschender Höhe gelegene gotische Kirche mit ihrem 75 Meter hohen Turme angestrahlt werden, so daß der Turm wie ein mächtiges Ausrufungszeichen weithin leuchtend auf Meilen zu sehen ist. Der heimische Kunstmaler Josef Funnhof, ein Seppenrader Bauernsproß, der das Bauernhaus seiner Ahnen zu Atelier= und Malerbehausungswecken eingerichtet hat, veranstaltet gleichzeitig im Siepeschen Saale eine hochinteressante Kunstausstellung, die nur Werke mit heimatlichen Motiven umsaßt und ein ausdrucksvolles Gesamtbild von Landschaft und Natur der Borkenberge und ihrer Umgebung gibt. Besondere Anziehungskraft auf die Besucher der Segelflugveranstaltung dürfte auch der Halterner Stausee mit seinen zahlreichen Gaststätten ausüben, der vom Fluggelände aus verhältnismäßig leicht zu erreichen ist. Die kammermusikalischen Morgenfeiern werden, wenn man von dem Abend für Kammermusik auf historischen Instrumenten absieht, im kommenden Konzertwinter die Pflege des wertvollen Gebietes kammermusikalischen Schaffens allein übernehmen. Man ist deshalb mit Rücksicht hierauf bei der Auswahl der Vortragsfolgen dieses Mal davon abgewichen, nur noch nicht gebörte Werke zu bringen, sondern hat für drei Konzerte insbesonders wertvolle Auswahl aus dem Schatze deutscher Kammermusik getroffen, während das Morgenkonzert; im Februar, der Karnevalsnäbe Rechnung tragend, neben entsprechenden Darbietungen eines guten Chores, den Mitgliedern des Westdeutschen Trios Gelegenheit zu vornehmlich solistischer Betätigung geben soll. Die Konzerte werden uns also, bei der anerkannten Qualität des Westdeutschen Trios für das diesjährige Ausbleiben auswärtiger Kammermusik=Vereinigungen sicher entschädigen. Die Konzerte zu gelegeneren Zeiten als an Sonntag=Vormittagen abzuhalten, ist leider nicht möglich. Abgesehen davon, daß eine, wenn auch kleine Kammermusikgemeinde, sich an diese Vormittage fest gewöhnt hat und sie ungern missen möchte, ist aus wirtschaftlichen Gründen eine Verlegung nicht ratsam. Durch die Abstriche am Konzertetat war die Fortführung der Morgenseiern nur durch beiderseitiges Entgegenkommen und bei äußerster Einschränkung aller Nebenausgaben möglich. Da nun die Einrichtung von Morgenkonzerten naturgemäß die geringsten Spesen beansprucht und Verpflichtungen von weiteren Mitwirkenden für diese günstige Zeit zu entgegenkommenden Honoraren getätigt werden können, wird man die Beibehaltung der Morgenkonzerte verstehen. Es wäre zu wünschen, daß unser heimisches Konzertpublikum in Würdigung der geschilderten Umstände der hochwertigen, seit Jahren systematisch ausgebauten Kammermusik pflege diesen Morgenfeiern ein ganz besonderes Interesse entgegenbringt, zumal die Preise der Vormictekarte so gehalten sind(15, 10. 6 und 3 RM für 6 Konzerte, zahlbar in vier Raten), daß sich ein jeder den Besuch dieser Konzerte er lauben kann. Oesterreichisch=Deutscher Volksbund, Gelsenkirchen. Der Oesterreichisch=Deutsche Volksbund, Ortsgruppe Gelsenkirchen, veranstaltet heute abend in den Räumen der Wirtschaft Heinrichs, Bochumer Straße, ein gemütliches Zusammensein, das besonders interessant werden dürfte durch das Erscheinen der zahlreichen auswärtigen Gäste. Im übrigen ver weisen wir auf die Anzeige in der heutigen Nummer. — Gummi-Mantel unentbehrlich in der Uebergangszeit. 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Aus reinwollener Ware, blau oder beige, erstklassig verarbeitet, gut im Sitz, kaufen Sie ihn bei uns für Die Frauengruppe„Einigkeit", ehemalige Frauengruppe der kameradschaftlichen Vereinigung ehemaliger Kriegsgefangener, veranstaltet am Mittwoch, dem 24. dieses Monats, im Lokal der Witwe Kamps, Schalker Straße, ein Kaffeetrinken. Einführungen sind gestattet. Fur Musik und Unterhaltung ist bestens gesorgt. Der Vorstand. Fratellini=Gastspiel bis Sonntag verlängert. Die in Gelsenkirchen mit ihren Begleitern mit so großem Erfolge ausgenommenen drei Fratellinis geben nun unwiderruflich am Sonntag um 20.15 Uhr ihre Abschiedsvorstellung Vorher, am Sonntag, um 16 Uhr, steigt eine Familienvorstellung zu kleinen Preisen.(Siehe Anzeige.) Verantwortlich für den gesamten redaktionellen Inhalt: Alfred Zingler; für den Anzeigenteil: Karl Chemnitz, beide in Gelsenkirchen.— Druck und Verlag:„Volkswille", Ludwig Leypoldt. GmbH., Gelsenkirchen=Buer.— Manuskripte werden nur zurückgesandt, wenn dies ausdrücklich verlangt und zu diesem Zwecke Rückporto beigefügt wird Rundfunk-Programm Sonntag. 21. September. 7.00: Hamburg: Die Glocken vom Großen Michel. Hafenkonzert 8.00: Morgenkonzert. 8.30: Esperanto für„Anfänger, 9.00: Geläut der Trinitatiskirche Köln. 9.05: Evangel. Morgenfeier. Pfarrer Ernst Nack. 11.00: Fritz Worm: Wert und Ehre deutscher Sprache. 11.30: Berlin: Feier des 40jähr. Bestehens der Volksbühne. 12.45: Funkliteratur. 3.00: Mittagskonzert. 14.30: Hermann Forschevieve: Brauchen wir Jugendherbergen? 14.50: Redeschriftlehrgang in deutscher Einheitskurzschrift. 15.10: Prof. Dr. Beckmann: Die Landwirtschaft der baltischen Randstaaten. 4—4 15.45: Lebende Dichter: Felir Braun: Wunderstunden. 16.10: Dr. Martin Rockenbach: Gerrit Engelke's Kriegsbriefe an 16.30: Besverkonzert.— Intermezzo: Aus Horst=Emscher: Kartellrennen der Zweijährigen. 18.00: Walter Berten: Die Musik der neuen Klassizität. 18.30: Eine Stunde Kurzweil. 19.10: Dr. Hartmann: Deutsche Arbeiter reisen ins Ausland. 19.35: Pros. Dr. Müller= Eine Wanderung von Kreuznach biEmmerich durch die rheinischen Sprachräume. 20.00: Sportvorbericht. 20.10: Abendkonzert. Anschl.: Nachtmusik und Tanz. Deutsche Welle. Sonntag, 21. September. 7.00: Hamburg: Die Glocken vom Großen Michel. Hafenkonzert 8.00: Mitteilungen und praktische Winke. 8.15: Wochenrückblick auf die Marktlage. 8.20: A. Bergmann: Neuzeitliche Hühnerhaltung. 8.50: Stundenglockenspiel der Potsdamer, Garnisonkirche. 9.05: Evangelisches Vereinshaus zu Stettin: Morgenfeier. Anschl.: Glockengeläut des Berliner Doms. 11.00: Elternstunde. Dr. Hildegard Schwab=Felisch und Martin Schumacher: Unsere Kinder können sich nicht mehr freuen. 11.30: Aus der Volksbühne: Kundgebung zum 40jährigen Jubiläun der Volksbühne. 12.50: Königsberg: Mittagskonzert. 14.30: Jugendstunde. Dichter=Märchen. 15.00: Alice Jacob=Loewenson: Klaviervorträge. 15.30: Funkgrotesken von Hans Philipp Weitz. 16.00: Unterhaltungsmusik. Einlagen: Vom neuen SCC=Platz: Internationales Sportfest.— Von der Olympia=Radrennbahn. 18.30: Pros. Dr. H. Sohnrey: Gemeindeabende im Gemeindehaus. 19.00: Ludwig Klinenberger: Josef Kainz zum 20. Todestag. 19.30: Curt Reinhard Dietz liest aus eigenen Werken. 20.00: Wagner=Abend. Funkorchester. Solist: Kammersänger Kirch hoff. Aus„Die Meistersinger von Nürnberg“: Vorspiel: Arte „Am stillen Herd“: Vorspiel zum dritten Akt; Preislied.— Siegfried=Idyll und Schmiedelieder aus„Siegfried“.— Einzug der Götter aus„Rheingold".— Siegfrieds Rheinfahrt, aus „Götterdämmerung“.—„Winterstürme“, aus„Die Walküre“.— Vorspiel und Gralserzählung aus„Lohengrin".— Ouvertüre und Rom=Erzählung aus„Tannhäuser“. Danach: Tanzmusik. Fred Bird=Tanz=Orchester. Arbeiter=Rundfunkhörer! Lest Eure Zeitschrift: „Der neue Rundfunk". KINDERFREUNDE Kindertreunde, Gelsenkirchen-Buer Morgen(Sonntag), vormittags 10.30 Uhr, treffen wir uns alle, Falken und Helfer, im Metallarbeiterheim zur gemeinsamen Probe. Pünktlich zur Stelle sein! Denkt an Quartiere JUGENDVERANSTALTUNGEN Sozialistische Arbeiterjugend. Gelsenkirchen. Jüngerengruppe. Wer Angst vor Regenwetter hat, der bleibt am Sonntag zu Hause. Diejenigen aber, die Mut besitzen, gehen auf Fahrt. Wir treffen uns um 6.45 Uhr am Hauptbahnhof. Die Fahrt geht in die Ruhrberge. Fahrtkosten 30 bis 40 Pfennig. Sonntag abend Zusammenkunft im Jugendheim. Donnerstag, den 25. dieses Monats: Zausestunde. Bringt Vorschläge für unser Winterprogramm mit! Aelterengruppe. Wir treffen uns am Dienstag pünktlich um 20 Uhr im August=Bebel=Haus(Margaretenhof). Wir setzen die Arbeits gemeinschaft über das Thema„Von der Utopie zur Wissenschaft“ fort. Für alle! Wer mit zum„Westdeutschen Jugendtag“(4. und 5. Oktober in Essen) will, der trägt sich in die Teilnehmerliste ein. Die Liste liegt bei der Genossin Klemmt(Jugendheim) aus. Prdten und vergleichen Sie unsere Preise Allgemeine Mitgliederversammlung der SPb. am Sonntag, dem 21. dieses Monats. Stadtteil Gelsenkirchen nachmittags 5 Uhr in der Stadthalle, Essener Straße: Stadtteil Buer morgens 10 Uhr im Goldberghaus, gelber Saal. Tagesordnung: Referat und Aussprache über die politische Situation. Für den Stadtteil Horst findet die allgemeine Mitglieder versammlung am Sonntag, dem 28. dieses Monats, statt. Herrenstolf, sein gemustert. Kragen mit Pelz imilation Samstag, den 20. dieses Monats, um 19 Uhr, in der Hafenschenke, Gelsenkirchen: Erweiterte Vorstandssitzung. Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung ist es unbedingt notwendig, daß der gesamte Vorstand und sämtliche Ortsgruppenführer oder deren Vertretung anwesend sind. Der Vorstand. J. A.: Brüntink. Ottomane. mit Pelzkragen, ganz auf Futter Aus der Arbeitersängerbewegung Volkscher Buer, E. V. " Der Volkschor Buer beginnt am Sonntag, dem 21. dieses Monats, vormittags 9.30 Uhr, nach der kurzen Pause, welche bedingt war durch die Wahlarbeit, mit den Chorproben des Männerchors. Es wird erwartet, daß sich sämtliche aktiven Sängerinnen und Sänger von jetzt aber wieder mit größter Pünktlichkeit an den Chorproben beteiligen, da sofort mit dem Winterprogramm begonnen wird. Jedes Mitglied muß bestrebt sein, die Kulturbewegung der Arbeitersänger vorwärtszubringen. Darum heißt es für jeden in Partei und Gewerk schaft, für unseren Volkschor zu werben. An die früheren aktiven Mitglieder richte ich besonders die Bitte, kommt und helft uns wieder mit, durch das Lied die Kampfesfreudigkeit der Arbeiterklasse zu heben und zu fördern. Es wird jetzt schon darauf hingewiesen, daß am Sonntag, dem 28. dieses Monats, die Vierteljahrsversammlung abgehalten wird. Der Vorstand. Velours, Kragen und Manscheiten mit Pelz garnierung, ganz auf Futter Drapé Tuch, der moderne Winterstolf für den eleganten Mantel, mit reicher Polzgarnierung. ganz auf Futter Gewerkschaftliches Achtung. Bezirksversammlungen des Deutschen Metallarbeiterverbandes! Altstadt: Samstag, den 20. dieses Monats, abends 7 Uhr, im Metallarbeiterheim, Augustastraße 18. Hüllen: Samstag, den 20. dieses Monats, abends 6.30 Uhr, im Lokal Nachbarschulte, Wanner Straße. Wanne=Eickel: Samstag, den 20. dieses Monats, abends 7 Uhr, im Lokal Eckey, Ebertstraße. Bericht des Kollegen Schrader vom Verbandstag. Wattenscheid: Samstag, den 20. dieses Monats, abends 7 Uhr, im Lokal Braukämper, Vödestraße. Referent: Kollege Lange. Wir erwarten für sämtliche Versammlungen recht zahlreichen Besuch. Die Verbandsleitung. für Damen, Stricktweed, mit welßer Pikee blende, Rock mit Fallen Ottes Kleid Bosenseppetel weiße Pikeegarnitur. Glockenrock mit abgearbeiteten Blendee REICHSBANNER SCHWARZ-ROT-GOLD Flamengo. Boleroform. Georgette-Passé, Rock in neuem schlanken Glockenschnitt Kameradschaft Erle. Sonntag, den 21. dieses Monats, vormittags 9 Uhr, im Lokal Grünewald: Versammlung. Tagesordnung wird dort bekanntgegeben. Pflicht eines jeden Kameraden ist es, pünktlich zu erscheinen, da wichtige Angelegenheiten zu besprechen sind. Ortsgruppe Gelsenkirchen. Uebungskommando. Sonntag vormittags 9 Uhr bei Kuhlmann: Antreten in Uniform. Tätigen sie schon Jetzt Ihren Einkauf, da unsere Geschäfte am bienstag, den 23. und Mittwoch, den 24. Sept. geschlossen sind Velours, mit reich. Pelzgarnierung ganz auf Futter Reichsbanner Schutzsport Schutzsport, Gelsenkirchen. Die erste Mannschaft trägt das rückständige Meisterschaftsspiel gegen Buer aus. Wir treffen uns am Sonntag um 8 Uhr vormittags bei Weskamp. Das Spiel der zweiten Mannschaft fällt aus. Schutzsport, Buer. Die 1. Mannschaft trägt gegen Gelsenkirchen ihr Meisterschaftsspiel aus. Trefspunkt um Uhr morgens am Volkshaus. Wir fahren per Rad. Wer keins hat, fährt zur gleichen Zeit mit der Straßenbahn. Das Spiel der 2. Mannschaft fällt aus. Pässe nicht vergessen! Vereinsstraße 57-59-61 Von Ostende nach Dover Zwischen Dover und Calais Fahrt durch den Kanal Der Schatz: Geklaut? Geräubert? Gestohlen? Der Welfenherzog In Berlin wird in den nächsten Wochen der vollständige Weisenschatz zum letzten Male öffentlich ausgestellt werden. Vier der wertvollsten Stücke davon sind bereits nach Cleveland(AsA.) verkauft worden und werden unmittelbar nach Beendigung der Ausstellung nach Amerika geschickt werden. Es war einmal ein Welfenschatz. Eigentlich war er nicht, sondern er wurde. Zusammengeklaut? Geräubert? Gestohlen? Durchaus nicht. Er wurde„erworben". Freilich ist„erworben“ ein weiter Begriff, der etwischen Nachprüfungen selten standhält. Das besagt indessen durchaus nichts gegen den Erwerber. Mehr oder weniger ist alles gestohlen, was sich so„erworven“ nenn“. Ueberdies hatte man als deutscher Reichsfürst die verdammte Pflicht und Schuldigkeit, eine Schatzkammer zu unterhalten. Ein Souverän ohne Schatzkammer— unmöglich! Ein Hohngelachter wäre aus Versailles gekommen! Also sammelte man— Burgen und Klöster leer... Jahrhunderte lang. Eines Tages aber— ja, ja, was man als Reichsfürst so alles durchmachen muß— gehen die Welsen flöten. Revolution... Republik...— so eine Schweinerei! Schleunigst alles zusammengepackt, und ab nach Oesterreich damit! Oder ging's erst nach London? Jedenfalls: die Schätze wurden erst einmal im Ausland in Sicherheit gebracht. Doch man muß in solchen Dingen ganz korrekt bleiben. Nicht gehässig werden! Stelle dir vor, werter Volksgenosse: Du bist Herzog Heinrich des Löwen Sproß und wirst eines Tages unter den Tränenergüssen von etwa einem Fünfundzwanzigstel deiner Untertanen davongejagt! Denke dich da hinein! Stelle dir das vor! Zum Glück und zum Dank für dein unentwegtes Gottvertrauen findest du im Gmundener Schlosse doch noch ein Strohlager für deine gehetzten Glieder. Da sitzt du nun, schaust dir den politischen Jahrmarkt von ferne und durchaus nicht allzu mißvergnüg: an, intrigierst ein wenig und schickst huldvolle Telegramme an deine getreuen Welsenkinder im Vaterlande. Aber mit der Zeit wird dir das alles etwas langweilig, mein Lieber, und du kommst zu der Entdeckung, daß Hoffen und Harren schon manchen zum Narren gemacht hat. Daher gehst du einmal in deinem Schlosse umher, machst sozusagen Inventur, und es kommt dir der erleuchtete Gedanke, daß sich der gerettete Welfenschatz jetzt allmählich ganz gut verkloppen ließe... Denn, nicht wahr, wer weiß: eines Tages kommen vielleicht die Austrobolschewisten, holen sich den ganzen Rummel, ohne zu berappen, und geben dir noch’ne Tracht Prügel obendrein! Denn selbstverständlich werden diese Proleten frech behaupten, daß„sowieso alles gestohlen“ ist! Das alles überlegst du als guter Hausvater und Familienchef. Also: weg damit! Bares Geld ist bares Geld; man kann's besonders im Exil gut gebrauchen, weil da, leider, die Zivilliste seligen Angedenkens weggefallen ist... Aber selbstverständlich bekommt das treue Volk das Vorkaufsrecht! Gern bewillige ich ihm diese gute Gelegenheit, Steuergelder wahrhaft nutzbringend anzulegen. Wie? Was? Sozialdemokraten haben die Mehrheit in hannover? Lehnen ab? Arbeitslosigkeit... Wohnungsnot...? Das ist doch stark! Da will man ihnen nun mal was zukommen lassen! Wollen einfach nicht! Sagen Sie, Herr Hofrat, wie ist es denn mit Berlin? Eigentlich ja Wahnsinn, dieser Preußenregierung ein so vorteilhaftes... Was? Wollen auch nicht? Eventuell das eine oder andere Stück? Kein Geld? Na, so was! Sie meinen, eine Lotterie? Ach, lieber Hofrat, geben Sie sich nicht zu viel damit ab! Ist ja doch alles sozialistisch verseucht, keine Treue mehr, kein monarchisches Gefühl, kein Welfenstolz...— verkaufen Sie den ganzen Kitt kurz entschlossen nach Amerika! Tja, werter Volks= und Zeitgenosse, auch der Sproß Heinrichs des Löwen ist halt nur ein sehr gewöhnlicher Zeitgenosse. Vielleicht schwillt ihm ja ein wenig der Kamm, wenn er sieht, wie seine Getreuen im Welfenlande die Hände ringen über den„unersetzlichen Verlust", der durch die„parteipolitische Verbohrtheit der hannoverschen Rathausmehrheit“ dem ganzen, ohnehin so schwer geprüften Weit hinaus in die See ragen die Hotelpaläste am Strandboulevard von Ostende. als der schnelle Postdampfer der belgischen Staatsbahnen die schützenden Molendämme des Hafens verläßt, um die zahlreichen Reisenden, die allen Teilen Britanniens zustreben, nach Dover zu befördern. Dreieinhalb bis vier Stunden, je nach den Wetterverhältnissen, nimmt diese Fahrt in Anspruch. Bald verdämmert die belgische Bäderküste mit ihrem bunten Leben am Horizont, und die im Sonnenglanz lichtgrünen Wogen des in die Nordsee übergehenden Englischen Kanals umspielen das Schiff. Nicht immer trägt die weite, wogende See hier dieses lichtgrüne Gewand, Sobald dunkles Gewölk sich vor die Sonne schiebt, verfinstert sich auch die weite Wasseroberfläche; höher und ungestümer bäumen sich die Wellen auf, und abertausende weiße Schaumkronen deuten an, daß Sturm die Urgewalten der Tiefe wachgerußen hat. Die belgischen Postdampfer sind gewiß nicht klein. Dennoch beginnen sie in dem ungestümen Tanz der Wellen zu schaukeln, als ob ein Riesenkind ein Spielzeug in ungefügen Händen hätte. Dann werden die langen Wogen vom Atlantischen Ozean durch die Schmalstelle des Englischen Kanals zwischen Dover und Calais hindurchgetrieben und werfen sich den Postdampfer, der sie zu durchschneiden gezwungen ist, gegenseitig wie einen machtlosen Spielball zu. Das ist die von vielen Passagieren gefürchtete„ziemlich rauhe See im Kanal“, bei der noch nicht einmal Sturm zu herrschen braucht. Bei richtigem Sturm ist diese Ueberfahrt nicht ungefährlich. Und doch sind ungezählte Tausende aus Gründen ihres Berufs oder ihrer Familie Tag für Tag in Wind und Wetter gezwungen, die Ueberfahrt vom Festland nach England oder umgekehrt zu machen. Der Englische Kanal ist eine der am meisten befahrenen Wasserstraßen der Welt. Wenn die liebliche belgische Küste längst den Blicken entschwunden und die englische Südküste noch lange nicht zu sehen ist, kann es wohl vorkommen, daß man mehr als eine Stunde fährt, ohne auch nur die Umrisse eines Schiffes auftauchen zu sehen. Hin und wieder freilich sieht man dann in der grauen Ferne erst die Rauchpalmen und dann die Schornsteine eines oder des anderen großen Frachtdampfers. Aber nur selten kommt ein anderes Schiff in so greifbare Nähe, daß man Namen und Nationalität deutlich erkennen kann. Doch beseelt die Begegnung zweier Schiffe auch heute noch wie in fernen Tagen einer allein auf Segel angewiesenen Vorzeit alles, was sich bei ungestümer See irgend aufrecht zuerhalten vermag, mit Leben, und wenn gar erst das erste deutschen Vaterlande droht. Vielleicht aber— und das ist das Wahrscheinlichere— hält er sie im verschwiegensten Herzensgrunde für komödiantische Trottel... Beides sei ihm gegönnt...! Nicht gegönnt aber sei ihm, daß er sich um die Konsequenz seines Handelns(oder Handels) herumdrückt, bzw. die Augen davor zukneift. Darum, im Vertrauen, Königliche Hoheit: Dies Zeitungsgeschrei vom„unersetzlichen Verlust" und von der„Schande für Hannover und Deutschland“ ist ja ganz nett und gut und schön und erhebend, besonders für einen Landesvater i. R., aber es ist leider nur Kulisse. Hinter der Kulisse, hinter dem Gesammer der Wenigen steht das Volk in seiner großen Masse. Dies Volk hat andere Sorgen als deine Reliquienschreine und Altarkreuze, edler Herzog. Es schreibt keine Entrüstungsariikel; es denkt. Und zwar folgendes, in allem Ernst: Wenn der Welfenherzog oder irgendein anderer abgedankter Monarch sich noch Hoffnungen auf ein Thrönchen in Deutschland macht, so ist das(bis auf weiteres) seine Privatangelegenheit. Wir bedauern ihn. Wenn er aber auf der einen Seite den treusorgenden, leider momentan verhinderten Landesvater markiert und auf der anderen Seite gleichzeitig den in der Tat geschichtlich und künstlerisch hochwertigen Kulturschatz eines deutschen Stammes, seines Stammes, kreuzfidel den Yankees anbietet, sobald das „treue Volk“ nicht(oder nicht genug) dafür blechen will, so hört das auf, nur Privatsache zu sein! „Adel verpflichtet“, hat einmal ein französischer Edelbruder mit englische Feuerschiff in seiner festen Verankerung auf den Wellen tänzelt und die einsame Mannschaft den Vorbeifahrenden einen Gruß zuwinkt, dann ist der Blick jener Richtung zugewandt, wo zuerst wieder Land auftauchen muß. Merkwürdig ist die Landsehnsucht fast aller Seereisenden, die man selbst hier auf Fahrt so deutlich beobachten kann. Dabei ist eine solche Reise schließlich heutzutage ein Nichts gegen eine Ueberfahrt vor 100 Jahren, wo man lediglich auf Segler angewiesen war, an denen gemessen der belgische Postdampfer wie ein ungeheurer Ozeanriese erscheinen würde. Was heute in drei bis vier Stunden vollbracht wird, mag damals acht bis zehn Stunden und noch länger gedauert haben. Endlich wird die Landsehnsucht der Reisenden belohme. Ein weißgrauer Saum hebt sich, anfangs noch undeutlich, am Horizont ab. Das sind die Kreidefelsen von Dover. So weiß, wie sie steil in die bald dunkle, bald lichtgrüne See hinein abfallen, während ihre wuchtigen Häupter sommerlich grüne Wälder tragen, mögen sie schon seit ungezählten Jahrtausenden den Seefahrer begrüßen, der nach Stunden und Tagen des Sturmes Rast an Englands Küsten suchte. In ihrer schimmernden Weiße mögen sie wohl auch drohend den Heeren Cäsars vor 2000 Jahren und denen des Normannenherzogs Wilhelm der Eroberer vor 900 Jahren entgegengewinkt haben, als diese sich anschickten, den Frieden der hinter dem Kreidewall gelegenen Städte und Dörfer zu brechen. Wiederum aber sind es vielleicht gewaltige Schicksalsstunden der europäischen Vorgeschichte gewesen, als Springfluten, die keine menschliche Vorstellung auszudenken vermag, hier ihre weißen Schaumzähne in blühendes Land hineingruben, das ehedem die englische Halbinsel mit dem Festland verband, und England seine heutige Inselgestalt gaben. Wie ein vorgeschobener Posten in der See erhebt sich das riesige Shakespeare=Cliff, das eigentliche Kap von Dover, das bei hohem Seegang wohl den Schiffen gefährlich werden kann, die hier an den Strand geworfen werden. In seinem Schutze liegt das freundliche Städtchen Dover, dessen Molendämme dem ans Ziel gelangten Postdampfer Schutz gegen die Wellen bieten, so daß er sacht wie auf einem friedlichen Binnensee in unmittelbarer Nähe der großen Bahnhofshalle anlegen kann, wo nach kurzer Paß= und Zollrevision der bereits wartende„Continental Expreß“ den größten Teil der Reisenden allen großen Zentren des Inselreichs zuführt. Otto Burgemeister, Amsterdam, Fingerspitzengefühl gesagt. Hätten Sie dies ebenfalls, Herr Herzog von Cumberland, so würden Sie Ihren Schatz, Ihre Tradition, wenn Sie sie schon selber nicht mehr hüten wollten, sang= und klanglos Ihrem Volke geschenkt, d. h. zurückgegeben haben. Noch sind weder Sie noch Ihre Familie, wie Millionen Deutscher, bei Roggenbrot und Harzer Käse angelangt! Sie würden Ihre Schlösser deshalb noch lange nicht zu verkaufen brauchen! Doch es steht Ihnen frei: Jeder gibt sich Blößen, so gut er kann. Wenn aber Ihr Hofgeschichtsschreiber einmal darüber nachsinnen sollte, wie es kam, daß die Welfenträume langsam aber sicher endgültig ausgeträumt sind, dann sei ihm geraten, ein besonderes Kapitel zu schreiben mit der Ueberschrift: Es war einmal ein Welfenschatz... Hanns Roessink. Ein Katalog von 165 Bänden Die Bibliothek des Britischen Museums in London ist bisher die einzige große europäische Nationalbibliothek, über deren Bestände ein gedruckter vollständiger Katalog vorhanden ist. Dieser in den Jahren 1881 bis 1905 erschienene Katalog, der 87 Foliobände umfaßt, ist heute naturgemäß völlig veraltet. Demnächst soll nun — nachdem trotz des hohen Preises 120 Subskriptionen in Europa und 200 in Amerika erfolgt sind— eine vollständige Neuausgabe dieses Bibliothekskataloges in Angriff genommen werden. Der neue Katalog dürfte im Laufe von 15 bis 20 Jahren in einem Gesamtumfange von 165 Bänden zu je 500 Seiten erscheinen. Nachdruck verdoten.(47. Fortsetzung.) Jesus Maria! Unwillkürlich fuhr Maria zusammen, aber dann sah sie: es war ja der Mond. Lange Finger streckte er über den verlassenen Berg und warf seltsame Schatten. Was keine Frau, kein Mädchen in Porten gewagt hätte, das wagte Maria jetzt. Mit fest aufeinandergepreßten Lippen, wie in einer Art von wildem Trotz, ging sie ein Stück in den Berg hinein. Was konnte ihr, ihr begegnen, das sie schrecken konnte?! Nichts, gar nichts. Ein Gespenst aus der Hölle nicht einmal. Sie tappte zwischen den Stöcken. Da stolperte sie, und von ihr weg sprang etwas— ein Tier. Ein Hund? Eine Katze? Ein Fuchs? Sie sah es nicht genau, geschmeidig schlüpfte es von ihr davon in den Schatten. Und was war das? Der Mond fingerte jetzt deutlich herab, er wies förmlich darauf: auseinandergekratzter Schotter, ein von Krallen und Pfoten zerwühlter Boden. Hier war etwas vergraben gewesen. Sie bückte sich, von einer plötzlichen Neugier gezwungen. Ein Bündel, ein Päckchen in Zeitungspapier, auseinandergerissen. Und in dem Zeitungspapier—?! Maria stieß einen gellenden Schrei aus: da lag ja ein Kind, ein nacktes Kind! Der Mond zeigte es grausam: ganz nackt, ganz starr! Von einer unsichtbaren Gewalt niedergezwungen, stürzte Maria auf die Knie, sie wollte wieder schreien, ihrem Entsetzen Luft machen: „Hilf, zu Hilf!“— aber sie brachte nur ein heiseres, halb ersticktes Aechzen heraus— lag da ihr Kind, ihr eigenes Kind?! Wie eine Irrsinnige schlug sie um sich, sie bäumte sich, sank zurück und bäumte sich wieder auf. Ein Kind— umgebracht— hier vergraben— ihr Kind?! O Jesus, nein, Gott sei gedankt, es war nicht ihr Kind! Wie ein toter Vogel lag das arme Kind da. Wie einer von den nackten Spatzen, die im Frühjahr auf dem Hof herumliegen, von den Alten aus dem Nest geworfen, das Köpfchen auf die Seite gedreht, die Eingeweide herausgequollen. Schauer auf Schauer packte Maria und rüttelte sie— o, wie sie sich fürchtete! Sie wollte fortlaufen und lief doch nicht fort. Sie kniete noch immer, sie war gebannt an die Stelle. Um sich herum fühlte sie etwas schleichen. Horch, klägliches Miauen, ganz leise! Katze? Marder? O, so weinten ja auch die ganz kleinen Kinder! „Ksch, gehst du fort!“ Maria, sich ermannend, packte einen Stein und schleuderte ihn ins Dunkel. Da entsprang etwas fauchend. Ach, das Kind, das unschuldige arme Kind! Tränen fielen jetzt in heißen Tropfen auf den längst erstarrten kleinen Leib. Tränen, in tiefster Erschütterung geweint, Tränen voller Mitleid, Tränen voller Reue. Achtzehntes Kapitel. Am Tage nach dieser Nacht begegnete Maria Bremm der Schommer. Mit krummem Rücken, wie eine Katze, die einen Buckel macht, stand die in der niedrigen Tür des Häuschens im Gäßchen, darin sie mit ihrem Sohn eine Kammer bewohnte. Es war die schlechteste Behausung im Dorf, mehr einem Stall als einer Stube gleich, und zu verwundern war es, daß die gebeugten Mauern des Häuschens, die schier einen Kniefall machten, überhaupt noch zusammenhielten. Hinter dem Weib gähnte die dunkle Höhle; kein Fenster. Maria wich unwillkürlich aus, da ging sie lieber mitten auf dem spitzigen Pflaster, als dicht dort vorbei, von der dunkeln Höhle her stank es. Sie konnte die Schommer auch gar nicht leiden. Als die jetzt mit lärmender Freundlichkeit ihr guten Tag wünschte, nickte sie nur ganz kurz; heut war ihr das Weib noch viel mehr zuwider. Und warum? Maria wußte es nicht, aber wie Ekel kam es sie an, fast wie Grauen: warum lachte sie denn so roh, so herzlos? Die mußte doch auch von dem armen Kind in Weinberg gehört haben. „Schlecht Wetter heut— geht Ihr doch wieder spazieren?" Die Schommer lachte.„Ihr wart gestern abend im Zuckerberg— se haben et erzählt— en schöne Bescherung da, wat?“ Maria tat, als ob sie nichts hörte, sie machte, daß sie vorbeikam. Die Schommer schnitt hinter der ihr zu rasch Entkommenen ein Grimasse; fast sah's wieder wie Lachen aus, aber es war nicht nur Lachen. Ingrimmig murmelte sie:„Du dumm Dingen!“ Aber dann lachte sie wirklich, und es war ein höhnisches Lachen:„Wart, du kommst auch noch dran!“. Und sie spuckte wie eine Katze, die, in die Enge getrieben, vor Wut, aber noch mehr aus Angst, faucht.— Maria Bremm war in der Beichte gewesen, sie kam gerade daher. Ganz Porten hatte sich aufgeregt über den kleinen Leichnam im Weinberg: ja, ja, die Zeiten, die schlechten Zeiten, so etwas war vordem nie hier passiert! Kein Wunder, daß Maria Bremm fieberte in der Nacht nach dem Entsetzen. An Leib und Seete bös zugerichtet, war sie nach Haus gekommen; die ganze Nacht hatte die Mutter bei ihr am Bett sitzen müssen und ihr die Hand halten, sowie sie losließ, wimmerte die Tochter laut auf. Selbst im Traum hatte Maria noch gewimmert und oft auch geweint; aber sie hatte am andern Morgen darauf bestanden, zur Beichte zu gehen, und die Mutter hatte sie nicht zurückgehalten: mochte sie gehen, wenn es auch in Strömen vom Himmel goß. und sie, noch geschwächt, nur langsam schleichen konnte. Es war doch das beste, wenn sie ging, ein bedrücktes Gemüt, das sucht Gott. Und daß ihre Tochter bedrückt war, ach, das wußte die Bremm ja. Maria war ruhiger aus der Beichte gekommen. Endlich, endlich hatte sie sich entlastet, Worte für das gefunden, was sie verstörte und, in Scham verzweifelt zu Boden warf. Worte für all ihre Schuld. Worte für ihr erstes Vergehen, Worte für ihr zweites, ach, noch so viel größeres Vergehen. Für ihre große Sünde— Gott sei gedankt, daß es eine Gedankensünde geblieben war! Und Worte für ihre große, sie jetzt ganz erfüllende Reue. Gott hatte zu ihr gesprochen, das gab ihr wieder Mut. Maria fand auch so viel Fassung, umwohlgeordnet und mit Anschaulichkeit zu berichten, wann und wo sie den kleinen Leichnam entdeckt hatte, als sie verhört wurde. Wer das Kind im Weinberg verscharrt hatte und ob das bei der Geburt gelebt hatte oder tot geboren war, das brachte aber keine Untersuchung zutage. Es ließ sich zu schwer noch feststellen, der Leichnam mußte schon länger gelegen haben, Verwesung hatte bereits an ihm genagt und gieriges Nachtgetier. In Porten beruhigte man sich nach und nach wieder; es schien eben doch wirklich so, wie die Schommer es immer gesagt hatte, und es war nicht nur dummes Weibergeträtsch: der Berg des alten Bremm war ein verfluchter Berg. Auch die Gespräche, ob eine sich des Kindes entledigt hatte, die der Hunger dazu getrieben, oder eine, die verlassen worden war, verstummten. Ach ja, sicherlich war es der Hunger, Hunger treibt ja zum Außersten. Und der Gedanke an Hunger blieb. Der war jetzt täglicher Gedanke; und auch nächtlicher. Ein Gedanke, der sich erst wie ein Zwerg herangeschlichen hatte und dann ein Riese geworden mar. Es gab keinen Vater in Porten, keine Mutter, die nicht mit diesem Riesen zu kämpfen gehabt hätte. Die Kinder weinten viel, inem Haus hörte man sie schreien, der Riese hatte ihnen mit seine##sen Hand ins Gesicht geschlagen, daß ihre Wangen bleich ge###eiden waren und dünn.(Fortsetzung folgt.) Hochschulstudium und Arbeitsmarkt Fleiner Rüchgang der Studierenden— Der Frauenandrang ilt Itärker geworden Nach dem Krieg setzte ein starker Andrang zum akademischen Studium ein. Die Zahl der Studierenden nahm von Jahr zu Jahr zu. Selbstverständlich mußte diese Bewegung auf die entsprechenden Arbeitsmärkte zurückwirken und die Klagen verschiedener Berufe über die Bildung eines akademischen Proletariats sind wohl in der Hauptsache auf den starken Andrang zum akademischen Studium zurückzuführen. Dabei soll selbstverständlich nicht verkannt werden, daß sich infolge des Krieges und der ganzen Umschichtung der Wirtschaft die Möglichkeiten, in einem sogenannten akademischen Beruf unterzukommen, verringert haben. Im Wintersemester 1929/30 hat der Andrang zu den wissenschaftlichen Hochschulen im deutschen Reich zum ersten Mal etwas nachgelassen. Die Gesamtzahl der an den deutschen Hochschulen immatrikulierten Studierenden, die Vorlesungen belegt hatten, betrug im Wintersemester 1929/30= 122391 gegenüber 123 700 im Sommersemester 1929. Erfahrungsgemäß erfolgt nun die Aufnahme der Studien in den Wintersemestern regelmäßig in weit geringerem Umsang als in den Sommersemestern. Aber auch wenn man das in Rechnung stellt, war die Gesamtzabl der Studierenden im Wintersemester 1929/30 zum ersten Mal geringer(und zwar um 1,1 Prozent) als in dem vorangegangenen Sommersemester 1929, während sonst vom Sommersemester zum Wintersemester immer noch eine, wenn auch mäßige Zunahme festzustellen war. Der Andrang zum akademischen Studium kommt am besten in der Zahl der Studierenden im ersten Semester zum Ausdruck. Die Zahl beträgt für das Wintersemester 1929.30= 7016(erfaßt sind in dieser Zeit nur Reichsdeutsche) gegenüber 8119 im Wintersemester 1928/29. Der Anteil der Studierenden im ersten Semester an der Gesamtzahl der Studierenden hat sich demnach von 7,6 Prozent im Wintersemester 1928/29 auf 6,1 Prozent im Wintersemester 1929/30 verringert. Somit hat der Neuzuzug im Wintersemester 1929/30 u.n rund 1100= 13,6 Prozent gegenüber dem Wintersemester 1##/29 nachgelassen. Die Zahl der Studierenden im ersten Semester ist für das Wintersemester 1929/30 die niedrigste, die seit einer Reihe von Wintersemestern beobachtet wurde. Man kann hier nach Gründen suchen und wird ohne Zweifel den verringerten Andrang zum akademischen Studium auf die Auswirkungen der Wirtschaftskrise zurückführen müssen. Weiter dürfte die verringerte Möglichkeit, in entsprechenden Berufen unterzukommen, mitsprechen, ferner auch die Warnung der verschiedenen Berufe vor dem akademischen Studium. Im großen und ganzen ist der Andrang zu den wissenschaftlichen Hochschulen immer noch sehr groß. Die ersten vollständigen Angaben über den Hochschulbesuch für die Nachkriegszeit liegen für das Wintersemester 1925/26 vor. Vergleicht man die Zahl der Studierenden im Wintersemester 1929/30 mit den Zahlen von 1925/26, so läßt sich eine Steigerung der Studierenden für das Wintersemester 1929/30 um 37,3 Prozent feststellen. Von einer Venderung in der Tendenz kann keine Rede sein. Dem entspricht ja auch, daß die Zahl der Studierenden sich von 113042 im Wintersemester 1928 29 auf 122391 im Wintersemester 1928/29 auf 122391 im Wintersemester 1929/30 steigerte. Von den Studierenden an den deutschen Hochschulen waren im letzten Wintersemester allerdings 6939= 5,7 Prozent der Schrottpreis und Eilenpreis— Wer hat verlagt? Aus einer Mitteilung des Reichsverbandes freier Schrotthandler Deutschlands ergibt sich, daß sich in der Zeit von August 1929 bis August 1930 die Preise für Kernschrott von 47 auf 33(um 29 Prozent), für Brockeneisen von 43 auf 29(32 Prozent), für Rohschrott von 39 auf 25(35 Prozent), für Drehspäne von 41 auf 21(48 Prozent), für lose Blechabfälle von 40 auf 25(37 Prozent), für gebündelte Blechabfälle von 42 auf 26(38 Prozent) und für hydraulisch gepreßte Blechabfälle von 45 auf 30 Mark(38 Prozent) gesenkt haben. Im Durchschnitt wird ein Preisrückgana von 36 Prozent konstatiert. Der Reichsverband freier Schrotthändler Deutschlands bemerkt dazu, daß durch die Handhabung des Schrottausfuhrverbots die deutschen Werke eine glatte Monopolstellung erlangt hätten. Angesichts dieser Tatsache hätte das Reichswirtschaftsministerium dafür sorgen müssen, daß die großen Vorteile, die den deutschen schrottverbrauchenden Werken, die gleichzeitig Eisenerzeuger sind, durch die Prissenkung zugute kommen, wieder durch Senkung der Neueisenpreise der Volkswirtschaft zugeflossen wären. Hier hat das Reichswirtschaftsministerium völlig versagt. In der Vorkriegszeit betrug das Verhältnis vom Schrottpreis zum Neueisenpreis(Stabeisenpreis) 45 bis 50 Prozent. Es ist nicht einzusehen, warum die Eisenwerke bei einer durchschnittlichen Schrottpreisermäßigung von 36 Prozent und bei einem höheren Einsatz dieses Materials als in der Vorkriegszeit auch heute nicht zu Vorkriegspreisen liefern. Das Wirtschaftsministerium muß unverzüglich an die Regelung dieser Frage gehen. Dieidenden Zuckersabrik Brühl A.=G., Brühl: Dividendenermäßigung auf 8½ Prozent(11). A. Riebecksche Montanwerke A.=G., Halle a. d. Saale: 7,2 Prozent Dividende(7 Prozent.) Bellerungsreichen Metallwarenindustrie teilweise etwas besser beschäftigt. Der Reichsbund der deutschen Metallwarenindustrie berichtet: Der im Julibericht festgestellte weitere Rückgang in der Metallwarenindustrie hat im August in mehreren wichtigen Branchen einen Stillstand erfahren. Eine leichte Besserung des Auftrags= und Beschäftigungsstandes haben angesichts der bevorstehenden Weihnachtssaison aufzuweisen: die Gruppe Tafelund Hotelgeräte, Bestecke, Beleuchtungskörper, Bronce= und Marmorwaren. Tuben und verzinkte Eisenblechwaren. Gesamtzahl Auslander. Der Anteil ist um 0.6 Prozent höher als im Wintersemester 1929/30. Von den ausländischen Studierenden, unter denen sich 13,3 Prozent Studentinnen befinden, sind fast 50 Prozent Ausländer mit deutscher Muttersprache. Die Ausländer bevorzugen als Studium Medizin, Zahnheilkunde, Rechts= und Staatswissenschaften und Chemie. In den Fächern Bergbau, kaufmännisches Studium, Chemie, Zahnheilkunde, Elektrotechnik, Philosophie und Pädagogik machen die Ausländer 10 Prozent der Studierenden aus. Von den Studierenden ganz allgemein wählten 21 555 Rechts= und Staatswissenschaften, 15644 allgemeine Medizin, 4609 Zahnheilkunde, 1167 Tierheilkunde, 3567 Volkswirtschaftslehre, 2712 Betriebswirtschaftslehre, 2483 kaufmänisches Studium, 3990 Pädagogik für Volksschullehrerstudium, 5837 neue Sprachen, 5052 Germanistik, 2444 Geschichte, 5656 Mathematik, 2754 Biologie und Naturwissenschaft, 2283 Physik, 2061 Landwirtschaft und Brauerei, 3317 Bauingenieurwesen, 2475 Architektur, 6373 Maschineningenieurwesen, 3661 Elektrotechnik, 759 Bergbau usw. und 4469 Chemie. Soweit die reichsdeutschen Studierenden im Wintersemester 1929/30 gegenüber dem Wintersemester 1928/29 in Frage kommen, zeigen sich Zugänge bei der Pädagogik für Volks= und Berufsschullehrerstudium, für das Bauingenieurwesen, für Architektur und Chemie. Die meisten anderen Fächer zeigen mehr oder weniger starke Abgänge. Diese Abgänge kennzeichnen deutlich den Umschwung, der sich in der verminderten Aufnahme der Studien immerhin anzubahnen scheint. Die Entwicklung erhält ihre Bedeutung dadurch, daß immer mehr Frauen das akademische Studium ergreifen. Während sich für das Wintersemester 1929/30 gegenüber dem Wintersemester 1925/26 die Gesamtzahl der Studierenden um 37,3 Proz. erhöhte, nahm die Zahl der weiblichen Studierenden um 118,5 Prozent zu. Die Zahl der Studentinnen betrug im Wintersemester 1928/29= 13359 und im Sommersemester 1929 16 286, im Wintersemester 1929/30 aber 16348. Damit macht der Anteil der Studentinnen an der Gesamtzahl der Studierenden 13,4 Prozent aus. Die Zunahme vom Wintersemester 1928/29 zum Wintersemester 1929/30 betrug 22,4 Prozent. Die Tendenz eines stärkeren Andranges der Frau zu den Hochschulen liegt also klar zutage. Von besonderem Interesse ist die Herkunft der Studierenden. Die Statistik ergibt, daß von den Vätern der Studierenden 46,7 Prozent Beamte(einschließlich Reichswehr), 36,2 Prozent Handel= und Gewerbetreibende(einschließlich Privatangestellte), 7,8 Prozent Angehörige freier Beruse, 5,8 Prozent Landwirte und 2.6 Prozent Arbeiter waren. Von den Vätern besaßen nur 21,5 Prozent Hochschulbildung. Ohne Reifezeugnis studierten im Wintersemester 1929= 4 Prozent der Studierenden. Ein Zeugnis über die verkürzte, die Ersatzreifeprüfung und die Ergänzungsprüfung besaßen 2,3 Prozent. Ueber das Werkstudententum werden folgende Mitteilungen gemacht: Im Sommersemester 1929 übten 6,4 Prozent der Studierenden eine Beschäftigung gegen Entgelt aus, in den darauffolgenden Ferien 12,6 Prozent. Sie kamen in der Hauptsache im Lehrberuf, im Handel und in der Industrie unter. Nach Meldungen aus Moskau soll der Rat der Volkskommissare den ehemaligen Vorsitzenden der Sowjetrussischen Gewerkschaften, Tomski, der zuletzt dem Volkswirtschaftsrat angehörte, seiner Aemter enthoben haben. Konzentrationsbewegung In der Schuhindustrie hat sich eine Arbeitsgemeinschaft größeren Stils angebahnt und zwar handelt es sich um eine Verständigung zwischen der Haueisen& Co. A.=G. in Stuttgart (Mercedes) und der J. Sigle& Co. Schuhfabriken A.=G.(Salamander) in Kornwestheim=Stuttgart. Mercedes, die eine erstklassige Qualitätsware liefert, weist seit längerem eine unbefriedigende finanzielle Entwicklung auf. Wahrscheinlich wird in der geplanten Zusammenarbeit eine Verständigung über die Herstellung bestimmter Typen verwirklicht. Betrieb und Vertrieb sollen gesondert durchgeführt werden. Die Vereinbarung scheint durchaus gesund zu sein und entspricht nur der Tendenz einer vernünftigen Rationalisierung. Berliner Metallarbeiter Die Verhandlungen in der Berliner Metallindustrie über einen neuen Lohntarisvertrag— der alte Vertrag läuft am 1. Oktober ab— werden am Freitag ausgenommen. Das neue Metallarbeiterhaus Bauwerke sind Symbole. Eine Kirche, ein Schloß bezeichnt die politische und kulturelle Macht der Geistlichkeit, des Fürsten. Die Zeiten, in denen man Schlösser baute, sind dahin. Im ganzen 19. Jahrhundert ist auf diesem Gebiete nichts Originelles, Ueberzeugendes mehr hervorgebracht worden. Die Mächte, die hinter ihrer Zeit zurückgeblieben waren, mußten sich mit schwächlichen Kopien begnugen. Seitdem es eine Großindustrie gibt— also seit der Mitte des 19. Jahrhunderts— ist auch die Villa des reichen Bürgers kein künstlerisch bedeutsamer Vorwurf mehr. Architektur ist keine Ware, die man für Geld kauft: sie ist ein organisches Gewächs auf dem Boden der Gesellschaft, der Gesamtkultur. Heute ist vielfach nicht mehr das Individuum Bauherr, sondern das Kollektiv. Der Zusammenschluß der Einzelkrafte zur Werkanlage, zum Trust, aber auch zum Arbeitnehmerverbande drückt unserer Zeit seinen Stempel auf. Dieses neue „Zeichen der Zeit“ verlangt nach einem sichtbaren Ausdruck. So entstehen riesige Bauten, die sich von ihren Vorgängern deutlich unterscheiden. Der gefällige Zierat, der den individuellen Geschmack des Bauberrn kennzeichnete, hat nun keinen Sinn mehr. Die glatte Fläche, die große, durchgehende Linie beherrschen das Bauwerk innen wie außen. Man nennt das die„Neue Sachlichkeit". Richtiger würde man es als„Stil der Masse“,„Architektur des Kollektivs“ bezeichnen Unsere größte Gewerkschaft, der„Deutsche Metallarbeiterverband“, hatte, als sie ihren Sitz von Stuttgart nach Berlin verlegte, ein neues Haus zu bauen. Das war einer der beträchtlichsten Aufträge, die heute zu vergeben sind. Die Büroräume für den Vorstand und die gesamte vielgliedrige Verwaltung, die ein Heer von Angestellten erfordert, nebst der eigenen Druckerei für die Verbandsorgane und für die zahllosen Drucksachen, einer umfangreichen gewerblichen Anlage also, waren in diesem neuen Heim unterzubringen. Der Umzug von Stuttgart nach Berlin war deshalb besonders bedeutungsvoll, weil er so etwas wie eine historische Korrektur bezeichnete. Der wilhelminische Polizeistaat hatte seinerzeit die Verbandszentrale aus ihrem natürlichen Sitz, aus der Reichshauptstadt, in den Südwesten des Reiches verdrängt, wo eine etwas demokratischere Luft wehte. Nachdem die polizeilichen Hindernisse beseitigt sind und gerade dieses ehemals so reaktionäre Preußen der Hort der Republik geworden ist, kehrt diese Verbandszentrale dorthin zurück, wohin sie von Anfang an gehörte. Fur die Wahl des Bauplatzes war die Nähe des„Vorwärts“ Grundstücks ausschlaggebend. Die freundnachbarlichen Beziehungen zum Zentralorgan der Sozialdemokratie kommen darin zum Ausdruck. Zugleich hat diese Baustelle an der Ecke der Alten Jakob= und Gitschinerstraße eine städtebauliche Bedeutung. Das alte Berlin krankt am Mangel an Ausfallsstraßen. Der alte königlich preußische Obrigkeitsstaat hatte sich um die elementarsten Verkehrsbedürfnisse der Reichshauptstadt nicht gekümmert. Den ganzen Verkehr von dem längst überlasteten Belle=Alliance=Platz nach der östlichen City hat seit über zweihundert Jahren die Lindenstraße zu bewältigen. Da der Belle=Alliance=Platz außerdem noch die Friedrichstraße und die Wilhelmstraße aufzufangen hat, ist er fast immer verstopft. Der Magistrat möchte schon lange gern diesem Uebelstand abhelfen, aber die Mittel zum Durchbruch einer Entlastungsstraße von der Lindenstraße nach der Gitschinerstraße sind vorderhand nicht zu beschaffen. Da macht nun das Metallarbeiterhaus einen beherzten Vorstoß in die Zukunft, indem es den Kopf seiner breiten Durchbruchsstraße nach der Zossener Brücke zu bildet. Die Weiterführung dieses Durchbruchs bis zur Lindenstraße wird das städtebauliche Werk krönen und ein ganz neues Viertel erschließen, auf dem vorderhand nur alte Schuppen stehen Der Metallarbeiterverband hat von der alten Gewohnheit des Preisausschreiben= mit seinen zeitraubenden und kostspieligen Begleitumständen Abstand genommen und von vier anerkannten Architekten Pläne eingefordert. Erich Mendelsohn, dem Berlin bereits eine Reihe hervorragender architektonischer Leistungen verdankt, wurde mit dem Bau beauftragt. Hier hat er aus dem Vollen schöpfen, etwas ganz Neues schaffen deersen. Die beiden Straßenfluchten erforderten einen spitzwinktigen Grundriß. Dort, wo die beiden vierstöckigen, schlicht abgepun en Fassaden, die hinter breiten Fensterwänden lauter Buros enthalten, zusammenstoßen, ist die Fassade überhöht. Wie zwischen die Arme einer Zange ist zwischen die Seitenflügel ein Kopsstück eingefügt, dessen Fenster durch Metallbeschläge, und oessen Wände durch warmgelben Travertinbelag ausgezeichnet sind. Das sind die Vorstandsräume, beherrscht von einem durch einen Erker erweiterten großen Sitzungssaal. Eine gute Architektur soll aber nicht nur mit einer wirkungsvollen Fassade auswarten, sondern auch von der Rückseite her gleich sorgfältig durchgebildet sein. Das ist diesem MendelsohnBau durchaus nachzurühmen. Seine Hoffronten sind glatt und schlicht, aber ebenso hell und freundlich und zweckmäßig wie die Straßenfronten. Durch die Höhenabstufungen der Gebäudeteile ist das Kasernenmäßige, Monotone vermieden, obwohl die luvische Form und die horizontale Abdeckung stilunkundige Nörgier z# einem Vergleich mit einer„Zigarrenkiste“ angeregt hat Das Kopfstück des Baues tritt hier als halbrundes, von oben bis unten verglastes Treppenhaus in Erscheinung. Ein kleiner Schmuckhof wird abgegrenzt durch das eingeschossige, nach hinten mit einem zweiten Geschoß überhöhte Druckereigebände, das in einer Kurve die beiden Außenflügel zusammenschließt und einen geräumigen Werkhof hinter sich läßt. Die Innenausstattung entspricht in ihrer schlichten Zweckmäßigkeit, die nur Farbe und Materialwirkung zuläßt, durchaus dem Aeußern. Dem Deutschen Metallarbeiterverband ist mit seinem neuen Heim ein Werk gelungen, das in seiner monumentalen Schönheit und Zweckmäßigkeit allgemein als vorbildlich anerkannt Hermann Hieber. Der Aktieninder lteigt Der vom Statistischen Reichsamt errechnete Aktieninder(1924 bis 1926— 100) stellt sich für die Woche vom 8. bis 13. September 1930 auf 105,0 gegenüber 104,5 in der Vorwoche und zwar in der Gruppe Bergbau und Schwerindustrie auf 101.7(101.2), Gruppe Verarbeitende Industrie auf 93,4(93,0) und Gruppe Handel und Verkehr auf 127,8(127.2) Jubiläumstagung der SASI. Die Sozialistische Arbeitersportinternationale hält anläßlich ihres zehnjährigen Bestehens am 20. und 21. September in der Gründungsstadt Luzern eine Tagung des Internationalen Büros ab. Der Grundstein zur SASJ. wurde zwar schon 1913 in Gent(Beligen) gelegt, aber der Weltkrieg machte alle Aufbauarbeiten zunichte. 1920 kamen die Förderer der Internationale in Luzern zusammen, um ein gefestigtes Fundament zu schaffen. Die am 20. und 21. September in Luzern stattfindende Tagung wird ein weiterer Baustein sein. Neben den Berichten der Untersekretäre und Ausschußvorsitzenden steht in Luzern die Behandlung der Vorarbeiten für das 2. Arbeiter=Olympia 1931 in Wien im Vordergrund. Tennisabteilung des Arbeiter=Turn= und=Sportvereins„Eintracht“, Reckl. Süd. Sonntag, den 21. dieses Monats, vormittags 10 Uhr, findet im Lokale Kohnken, Feldstraße, die offizielle Gründungsversammlung der Tennisabteilung der„Eintracht“ statt. Auf der Tagesordnung steht u. a. ein Vortrag über„Tennis als Volkssport“. Gewerkschaftler, Parteigenossinnen und=genossen, unterstützt das Tennis, als jüngste Sparte im Arbeiter=Turn= und=Sportbund, nach euren Kräften. Erwerbt die Mitgliedschaft in der Tennisabteilung als aktives oder förderndes, passives Mitglied! Arbeiter=Rad= und=Kraftfahrer=Bund„Solidarität“, Ortsgruppe Gladbeck. Hiermit erfüllen wir die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem plötzlichen Ableben unseres Bundesgenossen Hermann Feige in Kenntnis zu setzen. Ein Herzschlag hat seinem Leben plötzlich ein Ende gesetzt. Trotz seines schon ziemlich hohen Alters stand sein Sehnen und Trachten immer bei der Arbeitersportbewegung. Zur Beerdigung unseres verstorbenen Genossen versammeln sich die Mitglieder am Samstag, dem 20. September, um 15.45 Uhr, im Kasino„Schultenhof“ in Zivilkleidung und mit Bundesabzeichen. Das Erscheinen aller ist Ehrenpflicht. Die Gruppenleitung. Arbeiter=Rad= und=Kraftfahrer=Bund„Solidarität“, Ortsgruppe Gladbeck. Am Sonntag, dem 21. dieses Monats, wird die beschlossene Obsttour nach Borken gefahren und gilt dieselbe als Tagestour. Als Sammelstelle ist die Schultenbrücke bestimmt und die Abfahrt auf 6 Uhr morgens festgelegt. Zahlreiche und pünktliche Beteiligung erwartet Der Fahrwart. 13. Fußballbezirk. Sonntag, den 21. dieses Monats, vormittags 9 Uhr: Beschwerdesitzung. Folgende Genossen haben zu erscheinen: Buschor, Schmidt, Rauschner, Schwantkowski, Samentinger und Chudziak. Folgende Beschwerden werden verhandelt: Holsterhausen— Bottrop. Scholven— Vorwärts, dazu die Genossen Nagorski und Chaikowski. Freiheit— Vorwärts, dazu Genosse Klask. Heßler— Vorwärts, dazu die Genossen Weichert, Schliwa und ein Vertreter von Vorwärts, der den Notausweis des Genossen Jendrian Hans mitbringen muß. Grün=Weiß Eickel— Herten, dazu Genosse Badian. Grün=Weiß Eickel— Röhlinghausen. Marl— Suderwich, dazu je ein Vertreter. Die Karte, die zu spät angekommen ist, muß mitgebracht werden, auf welcher die geänderten Anstoßzeiten stehen. Grün=Weiß Eickel— Fr. T. u. Sp. Wanne, dazu Genosse Klafk. Es wird nun von den Genossen, die erscheinen müssen, erwartet, daß sie sich um 9 Uhr im Volkshause einfinden. NB. Ferner hat noch je ein Vereinsvertreter von Schol ven und Wattenscheid um 9.45 Uhr zu erscheinen. Der Genosse von Wattenscheid hat die angeblich zu spät erhaltene Karte mitzubringen. Der Bezirksausschuß. 13. Fußballbezirk. Achtung, Vereinsleiter! Sonntag, den 21. dieses Monats, vormittags 10 Uhr, findet im Volkshause in Buer eine Vereinsvertretersitzung statt. Tagesordnung: 1. Lage im Bezirk(Tabellenstand), 2. Entscheidungsspiele(Plätze), 3. Verschiedenes. Vereine. die besonderen Wert darauf legen, Ausscheidungsspiele auf ihrem Platz zu bekommen, werden gebeten, folgendes beim Genossen Rauschner in der Sitzung abzugeben: Wann der Platz zur Verfügung steht und zu welcher Zeit. In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung wird erwartet, daß jeder Verein vertreten ist. Der Bezirksausschuß. Touristenverein„Die Naturfreunde", Ortsgruppe Recklinghausen. Am Samstag, dem 20., und Sonntag, dem 21. September, findet in der Jugendherberge am Stausee bei Haltern ein Bezirkswochenendkursus statt. Beginn Samstag abend 8 Uhr. Das Programm ist sehr reichhaltig und lehrreich. Wir bitten, daß sich jeder, wenn eben möglich, daran beteiligt. Schlafgelegenheit ist in der Jugendherberge genügend vorbanden. Turn= oder Badeanzug mitnehmen. Abfahrt ab Hauptbahnhof 18.21 Uhr, wer später kommt, 19.09 Uhr. Die Versammlung sallt desbalb aus. Nächste Versammlung am 4. Oktober. Punktespiele und Gesellschaftsspiele Spannende Spiele dürften sich morgen auf den einzelnen Plätzen abwickeln. Wer wird Gruppenmeister? Wer wird Bezirksmeister? Dieses alles sind heute Fragen, die die Gemüter der Arbeitersußballer in Aufregung versetzen. Aus der Gladbecker Gruppe. Hier steht der Tabellenstand, was die Spitzenführung anbetrifft, noch unverändert. Gladbeck=Zweckel wie auch Holsterhausen dürften führen. Gladbeck Zweckel— Sportfreunde Bottrop. Auf dem Platze an der Dorstener Straße wird sich dieses spannende Meisterschaftsspiel abwickeln. Bottrop hat sich in der letzten Zeit gemacht: wollen die Zweckeler einen Sieg erringen, dann heißt es, alle Kräfte anspannen.— Anstoß 16 Uhr. Sportfreunde Buer=Hassel— Sportfreunde Holsterhausen. Der Platzverein ist immer noch ausschlaggebend.— Anstoß 16 Uhr. Hervest=Dorsten— Rasensport Dorsten. Die Spielweise der beiden Lokalkonkurrenten ist zu verschieden, um ein richtiges Urteil vorauszufällen. Der Gastverein hat Siegesaussichten.— Anstoß 15 Uhr. Aus der Bestischen Gruppe. Hier dürfte die Spitze Schwarz=Weiß Rapen haben. Es folgt Datteln, aber Essel kann den Dattelnern gefährlich werden. Marl— Haltern. In spieltechnischer Hinsicht hat der Platzverein vieles voraus.— Anstoß 16 Uhr. Recklinghausen=Guderwich— Titania Essel. Suderwich hat sich kolossal gemacht und ist im Vorteil des eigenen Platzes. Essel muß schon auf der Hut sein, um sich von der Spitze nicht verdrängen zu lassen. Aus der Wanner Gruppe. Hier finden keine Meisterschaftsspiele statt. Termine sind noch nicht festgesetzt. Aus der Gelsenkirchener Gruppe. Buer=Resse ist führend, wer die zweite Stelle einnimmt, ob Wattenscheid oder Gelsenkirchen=Heßler, ist ungewiß. Aus der Mittelgruppe. Bertlich führt ungeschlagen. Es folgen Horst=Emscher, Recklinghausen, Heßler=Katernberg. Ein Spiel findet morgen statt, und zwar: Heßler=Katernberg— Freie Turnerschaft Recklinghausen. Den Genossen von Katernberg wäre zu empfehlen, ein gleichmäßiges Spiel vorzuführen, dann fallen auch einmal Siege.— Anstoß 16 Uhr. Gesellschaftsspiele Freier Rasensport. Buer-Resse 28 Der Freie Rasensport, Buer=Resse, veranstaltet morgen eine großzügige Werbeveranstaltung auf dem Platze Resser Mark. Die Parole für alle Parteigenossen und Gewerkschaftler für morgen nachmittag heißt: Auf nach der Kampfbahn Resser Mark! Programm: Platz Resser Mark, Feld 1: Schüler Resse— Schüler Bertlich. Die Kleinsten unserer Kleinen werden die Werbeveranstaltung laufen lassen.— Anstoß 12.30 Uhr. Herten 1— Spielvereinigung Bertlich 1. Der Spitzenführer der Mittelgruppe Bertlich sollte auch hier wiederum ausschlaggebend sein.— Anstoß 13.30 Uhr. Platz Resser Mark, Feld 2: Buer=Resse 2— Freiheit Gelsenkirchen 2. Tritt Freiheit komplett an, gibt es einen Sieg.— Anstoß 13.30 Uhr. Buer=Resse 1— Freiheit Gelsenkirchen 1. Buer=Resse wird, trotzdem dieselben geschwächt antreten, wiederum Proben seines Könnens ablegen und einen Sieg an ihre Farben heften.— Anstoß 15 Uhr. Herten 2— Bertlich 2. Hier werden wohl die Hertener einen Sieg davontragen.— Anstoß 16.30 Uhr. Zum Schluß der gesamten Veranstaltung werden sich die alten Herren von Bertlich mit den alten Herren von Freiheit Gelsenkirchen in ihrer Spielstärke messen. Nach den Spielen findet in sämtlichen Räumen des Vereinswirts Chemnitz ein großer Kommers statt, wozu wir alle herzlichst einladen. Der Festausschuß. Weitere Spiele im Bezirk Vorwärts Gelsenkirchen— Eintracht Gelsenkirchen. Lokalkampf! Der Neuling Eintracht will seine Kräfte gegen Vorwärts Gelsenkirchen ausproben.— Anstoß 16 Uhr, Platz in der Feldmark. Rasensport Wattenscheid— Herne 07. Einen Gegner aus dem Bochumer Bezirk haben die Rasensportler verpflichtet. Herne 07 ist dort geachtet und gefürchtet. Rasensport wird schon alles aus sich herausgeben müssen, um sich zu behaupten.— Anstoß 17 Uhr. Meisterschaftsspiele der Reserve mannschaften Bottrop— Gladbeck=Zweckel. Buer=Hassel— Holsterhausen. Hervest=Dorsten— Rasensport Dorsten. Marl— Haltern. Suderwich— Essel. Alle Spiele mit Ausnahme Hervest=Dorsten—. Rasensport Dorsten, welche um 12 Uhr Anstoß haben, werden um 14.15 Uh angestoßen. Gesellschaftsspiele. Vorwärts Gelsenkirchen— Eintracht Gelsenkirchen. Rasensport Wattenscheid— Herne 07. Schülermannschaften. Rasensport Wattenscheid— Sportfreunde 29 Bochum. Anstoß 10 Uhr vormittags. Vor dem Wurfkreis Die ersten Meisterschaftsspiele. U. a. halte ich es nun für angebracht, laut Rundschreiben unseres Bundesspielleiters Genossen Schulze unsere Schiedsrichter besonders darauf hinzuweisen, daß, da wir so stark zugenommen haben, der Schulungskursus innerhalb der einzelnen Vereine noch nicht so weit vorgeschritten ist, die einzelnen Spieler, die sich nicht im Rahmen unserer Bewegung einstellen, ganz energisch durchgreifen. Platzverbot sollte wohl noch immer das beste sein. Den Volkssport wollen wir zur Stählung des Körpers und die Unfallgefahren bannen, soweit es eben möglich ist. Hoffentlich tragen diese Worte dazu bei, daß wir die erste Halbserie abschließen können mit dem Rufe: Wir haben es geschafft! Kurz noch einige Bekanntmachungen. Vergeßt die telesonische Durchgabe der Resultate nicht: 241 35 Amt Gelsenkirchen. Spätestens bis 18 Uhr muß ich die Resultate haben, die Vorschau bis Mittwoch abend. Des weiteren vergeßt nicht, das Kuvert mit der Aufschrift des Bezirksspielleiters, ebenso das Spielformular dem Schiedsrichter zu geben. Folgende Spiele finden statt: Gruppe 1. Eintracht Recklinghausen— Eickel. Hier dürfte der Gast die ersten Punkte holen.— Anwurf 17.45 Uhr, Platz Im Reitwinkel. Schwimmer Recklinghausen— Bottrop=Boy. Bottrop=Boy, unser Bezirksmeister, dürfte hier wohl einen schweren Stand haben.— Anwurf 10.30 Uhr vormittags, Platz Walkmühlenweg. Wanne— Erkenschwick. Der Kampf wird schwer werden.— Anwurf 16 Uhr, Platz Stöckstraße. Gruppe 2a. Eintracht Recklinghausen Reserve— Wattenscheid. Eintracht hat sich gemacht und sollte wohl die ersten Punkte holen.— Anwurf 13.45 Uhr, Platz Im Reitwinkel. Gelsenkirchen Neustadt— Schwimmer Recklinghausen Reserve. Wenn Neustadt auf dem Damm ist, kann es Punkte geben Anwurf 16.30 Uhr, Platz Halfmannshof. Wanne West— Erkenschwick Reserve. Ob sich der Neuling gegen die Reserve der Erkenschwicker durchsetzen wird, bleibt abzuwarten. Schwimmer Bottrop— Bottrop=Boy Reserve. Auch unsere Schwimmer wollen mit ihrem Handballbetrieb wieder anfangen. Ob es ihnen gelingen wird, den Boyern standzuhalten, ist unbestimmt.— Anwurf, wo bleibt der? Buer 25— Gladbeck=Brauck. Den gezeigten Leistungen nach dürfte Buer 25 ausschlaggebend werden.— Anwurf 13 Uhr, Platz an der Verbandsstraße. Marl— Gladbeck=Zweckel. Die wuchtige Spielweise der Gladbecker dürfte ihnen wohl zu einem Siege verhelfen.— Anwurf 13 Uhr. Die ersten Meisterschaftsspiele der Spielerinnen. Folgende Spiele finden statt: Eintracht Recklinghausen— Eickel. Hier dürfte es ein achtungsvolles Treffen geben.— Anwurf 16.15 Uhr, Platz im Reitwinkel. Wanne=Erkenschwick. Auf dem Platze an der Stöckstraße treffen sich obengenannte Mannschaften. Der Kampf wird schwer sein.— Anwurf 15 Uhr. Wanne West— Grün=Weiß Eickel. Hier dürfte ein Sieg der Wester zu verzeichnen sein.— Anwurfzeiten nicht vergessen, Genossin Groß! Datteln— Freie Turnerschaft Recklinghausen. Ein Spiel zweier gleichwertiger Gegner. Ein Unentschieden wird herauskommen.— Anwurfzeit nicht angegeben. 2. Gruppe. Vorwärts Marl— Gladbeck=Zweckel. Beide Mannschaften sind von einem besonderen Ehrgeiz erfüllt, beide wollen die Punkte haben.— Anwurf 17.30 Uhr. Bertlich— Bottrop=Boy. Die Spielstärke der Bertlicher ist uns unbekannt. Ein Urteil ist deshalb nicht möglich. Rasensport Wattenscheid— Rasensport Dorsten. Obengenannte Mannschaften tragen das Spiel aus laut Terminkalender, und nicht Rasensport Wattenscheid spielt gegen Gelsenkirchen=Heßler.— Also, Heßler, ist eine Spielerinnenmannschaft da, dann dem Bezirk gemeldet! Bezirksnachrichten und sonstige Mitteilungen 13. Fußballbezirk Achtung, Vereinsvertreter! Sonntag, den 21. dieses Monats, vormittags 10 Uhr, findet n Buer, Volkshaus, Gladbecker Straße, eine Vereinsvertreteritzung statt. Jeder Verein hat dazu unbedingt seinen Vertreter u entsenden. Tagesordnung wird dort bekanntgegeben. Es vird erwartet, daß jeder Verein dort ist. Der Bezirksausschuß trifft sich eine Stunde vorber. Des weiteren geben wir noch bekannt, daß die Spiele, die im 14. dieses Monats nicht ausgetragen werden konnten, nach der Serie ihre Erledigung finden. Der Bezirksausschuß. Buscor. 13. Turnspartenbezirk Am Sonntag, dem 21. dieses Monats, ab 9 Uhr, findet in Wanne=Eickel, Reinersturnhalle, Stöckstraße, eine Uebungsstunde für Männer, Jugend und Frauen statt. Wegen Einführung der Serienwettkämpfe ist das Erscheinen sämtlicher Vereine erforderlich. Die Bezirksriege hat vollzählig zu erscheinen. Nach der Turnstunde Sitzung. Tagesordnung: 1. Uebungsmaterial für die Lehrstunde, 2. Serienwettkämpfe, 3. Vorturnerprüfungsbestimmen, 4. Herbstwaldlauf am 5. Oktober, 5. Wahl eines Frauenturnwarts. Ph. Ritter, Bezirks=Männerturnwart. Freie Turn= und Sportgemeinde Wanne(Abteilung Handball) Sonntag, den 21. dieses Monats, findet um 19 Uhr unsere Monatsversammlung im Vereinslokal Labod statt. Erscheinen ist Pflicht! Vorwärts, Marl. Sonntag, den 21. dieses Monats, vormittags 9 Uhr, finde: im Vereinslokal unsere Monatsversammlung statt.— Eine Stunde vorher Vorstandssitzung. Der Vorstand. Fußball Köln 93— ATV. Röhlinghausen. Röhlinghausen absolviert anläßlich des Stiftungsfestes der Kölner dort ein Spiel. Will Röhlinghausen einen Sieg holen, dann muß alles bei der Sache bleiben. Wir wollen hoffen, daß dieselben dem 13. Bezirk alle Ehre machen. Die Abfahrtzeiten sind wie folgt: Die Genossen, die schon Samstag fahren, haben sich spätestens um 17.30 Uhr im Vereinslokal einzufinden, Abfahrt 18 Uhr. Die Genossen, die Sonntag fahren, tressen sich Sonntag morgen um 6 Uhr am Vereinslokal. Spielangebote. Freie Turnerschaft Recklinghausen(Abteilung Fußball). Wir suchen für unsere erste und zweite Mannschaft für den 28. September ein Spiel auf eigenem Platz. Eilangebote gehen an den Genossen Heinz Gromann, Recklinghausen, Westerholter Weg 169, oder telesonisch Mittwoch abend unter 401 Amt Recklinghausen, zwischen 8 und 9 Uhr abends. Der Prozeß Kürten Keine Wiederaufrollung des Falles Stausberg.— Prozeßbeginn voraussichtlich Februar 1931.— Ueber 400 Blätter stellen Zulassungsanträge.— Schwierigkeiten bezüglich des Verhandlungs lokals. Die Voruntersuchung des Falles Peter Kürten durch die Justizbehörde ist soweit gediehen, daß sich mit einiger Wahrscheinlichkeit erkennen läßt, daß der Prozeßbeginn in die Februar beginnende Schwurgerichtsperiode fallen wird. Wie unser Mitarbeiter aus Kreisen der Düsseldorfer Justiz zuverlässig in Erfahrung bringen konnte, sind die polizeilichen Ermittlungen in der Mordsache Peter Kürten inzwischen völlig abgeschlossen und eingestellt worden. Sämtliche Akten sind dem Untersuchungsrichter übergeben. Die Untersuchung wird derart eingehend und umfangreich durchgeführt, daß der Prozeß selbst keinerlei Ueberraschungen mehr bringen dürfte. Man erwägt überhaupt, die Prozeßabwicklung dadurch zu vereinfachen, daß man in der Hauptverhandlung nur den Untersuchungsrichter und die an den Ermittlungen beteiligten Kriminalbeamten als Zeugen lädt, während von einer Ladung der Unzahl mit dem Leben davongekommenen Frauen und Mädchen, die von Kürten überfallen wurden, wahrscheinlich abgesehen werden soll, um die Verhandlung nicht ins Uferlose wachsen zu lassen. Kürten selbst sieht der Entwicklung der Dinge mit Ruhe und Gelassenheit entgegen. Sein Gesundheitszustand ist zufriedenstellend zu bezeichnen. Es ist anzunehmen, daß man Kürten auf etwa 6 Wochen der Anstalt Bedburg=Hau überweist, selbstverständlich unter Beobachtung allerschärfster Vorsichtsmaßregeln. Der Schwurgerichtssaal im Justizgebäude dürfte unter keinen Umständen ausreichen, da bisher rund 400 Blätter aus dem Inund Auslande wegen der Zulassung zum Prozeß Kürten bei den zuständigen Stellen vorstellig geworden sind. Als Prozeßlokal werden genannt das Ständehaus und der große Rathaussaal. Ein lustiger Zwischenfall auf der Jubiläumsfahrt der ersten Lokomotive in England Auf der aus Anlaß des 100jährigen Bestehens der Eisenbahn stattfindenden Fahrt der Festteilnehmer mit der ersten Lokomotive„Rocket“, legte sich ein großer Dickhäuter in der Nähe Liverpools auf die Schienen und nötigte, unter allgemeinem Hallo der Festteilnehmer, den Festzug zum Halten. Ausgehobene Spielklubs In Berlin W wurden zwei geheime Spielklubs ausgehoben, in denen Ecarté und Chouette zu hohen Einsätzen gespielt wurden. In den Klubs, in denen 30 und 40 Personen angetroffen wurden, die zum Teil unter dem Verdacht des Falsch spiels stehen, wurde eine regelrechte Kreditwirtschaft betrieben. Klubmitglieder, die ihr Bargeld verspielt hatten, konnten sich durch Beleihung von Wert= und Schmucksachen Kapital zum Weiterspielen beschaffen. Moissi als Schriftsteller Der bekannte Schauspieler Alexander Moissi will sich in Zukunft nur noch der Schriftstellerei widmen. In der Bühnenbearbeitung des Dostojewskischen„Idiot“, der in Berlin demnächst zur Aufführung gelangt, will Moissi noch die Titelrolle spielen, dann aber von der Bühne abtreten. Schulflugzeug=Doppeldecker im Flughafen Berlin abgestürzt Berlin, 19. September.(Drahtmeldung.) Heute nachmittag stürzte im Flughafen Berlin kurz nach dem Start der Schulflugzeug=Doppeldecker D. 1760, Typ Udet Flamingo, von der Deutschen Verkehrsschule aus etwa 100 Meter Höhe aus noch ungeklärter Ursache ab. Das Flugzeug ging zu Bruch. Der Flugführer Gerhard Curz, der das Flugzeug führte, das sich auf einem Uebungsflug Braunschweig=Berlin=Braunschweig befand, wurde mit einer schweren Kopfverletzung in das St. Joseph=Krankenhaus gebracht. Sein Begleiter kand. ing. Roedel von der technischen Hochschule München, der vor ihm saß, war sofort tot. Dreißigtausend Mark Lohngelder geraubt Patschkau, 19. Septbr.(Drahtmeldung.) Ein Beamter der Arbeitsstelle von Dammau, Ottmachau, wurde heute früh mit einem Begleiter auf dem Wege vom Büro zur Zahlstelle Sarlowitz von zwei jungen Burschen überfallen. Die Banditen raubten Lohngelder in Höhe von 30000 Mark und knebelten die beiden Ueberfallenen. Dann sollen sie angeblich mit Fahrrädern geflüchtet sein. Den Ueberfallenen gelang es, sich zu befreien und die Polizei zu benachrichtigen. Die beiden Täter sind etwa 24 bis 26 Jahre alt. Einer soll sich mit einem Kraftwagen nach Breslau unterwegs befinden. Die gefilmte Flugzeugkatastrophe Böblingen, 19. Septbr.(Drahtmeldung.) Bei dem Versuch des Fliegers Schindler, von einem Flugzeug in ein anderes umzusteigen, der einen so tragischen Ausgang nahm, war auch ein Flugzeug mit einem Filmoperateur an Bord aufgestiegen, der das Kunststück Schindlers kinematographisch aufnehmen sollte. Hierbei sind auch die Unglücksvorgänge, die dem Versuch Schindlers folgten, mit auf den Film gekommen. Ueber die Verwendung dieses Films, der vielleicht wichtige Aufschlüsse geben kann, ist noch nichts bekannt, da die Flugpolizei diese Aufnahmen einstweilen beschlagnahmt hat. Ein neues deutsches Mannschaftsspiel,„Das deutsche Torball spiel“, wurde in Berlin durch die Polizeischule der Oeffentlichkeit vorgeführt.— Ein interessanter Moment aus dem Spiel: die gegnerische Partei versucht den Schlagmann am Tor abzuschlagen. Das Programm der feierlichen Einholung der sterblichen Ueberreste der Andree=Expedition. Stockholm, 19. Septbr.(Drahtmeldung.) Das von der Regierung ernannte Komitee zur Vorbereitung der Feierlichkeiten bei der Ankunft der„Svensksund" teilte heute abend mit, daß die Ankunft des Schiffes frühestens am Sonntag, den 28. Sept., erfolgen könne. Bei der Einfahrt werden zwei Torpedobootszerstörer und ein Flugzeuggeschwader das Ehrengeleit geben. An der Landungsstelle werden sich außer den Angehörigen der Mitglieder der Andree=Expedition auch Vertreter der Behörden und verschiedener Korporationen einfinden. Die Särge werden bis auf weiteres in der Stor=Kirche beigesetzt werden. Am Abend desselben Tages werden mehrere Gedenkfeierlichkeiten stattfinden. Die indische Griechin aus Kattowitz Beuthen, 18. Septbr.(Drahtmeldung.) Zu der von Berliner Blättern gebrachten Nachricht, daß ein prominenter deutscher Politiker die indische Seherin Terfren Laila nach Berlin berufen habe, um sie vor einem Kreis von Politikern über Deutschlands Zukunft auszufragen, weiß die Ostdeutsche Morgenpost zu berichten, daß ihr diese„Prophetin“ nur zu gut bekannt sei. Die Terfren Laila gab vor einigen Jahren in Beuthen ein Gastspiel. Einem Redaktionsmitglied der Ostdeutschen Morgenpost gelang es damals, festzustellen, daß der Impresario jener Dame nicht aus Indien, sondern aus der Nähe von Czernowitz stammte. Mit Hilfe eines Inders wurde dann auch der Frau Terfren Laila nachgewiesen, daß sie kein Wort indisch versteht und in der Geographie ihres angeblichen Heimatlandes vollkommen unbewandert ist. Sie machte darauf den Versuch, Griechenland als ihre Heimat zu benennen, aber aus dies mißlang und die Frau mußte sich schließlich dazu bequemen, einzugestehen, daß ihre Wiege weder in Indien noch in Griechenland, sondern in der Nähe von Kattowitz gestanden hat. Trotzdem scheint es der geschäftstüchtigen Oberschlesierin gelungen zu sein, in Berliner Kreisen Geld zu machen, nachdem sie damals auf Anraten der Ostdeutschen Morgenpost Beuthen sehr rasch verlassen hatte. Die Heimkehr der Ozeanflieger Cuxhaven, 19. Septbr.(Drahtmeldung.) Der Ozeanflieger Wolfgang v. Gronau und die übrigen Mitglieder der Besatzung des Dornierwalflugbootes 1422, Pilot Zimmer, Monteur Hack, Funker Albrecht, sind heute mittag mit dem Hapagdampfer„Hamburg“ hier eingetroffen. X verkoven A-EELET 6)(Fortsetzung) „Ach richtig, zu dieser Stunde ist natürlich kein Staatsanwalt mehr zu erreichen,“ sagte ich.„Meine Gehirnsubstanz scheint vollig aufgebraucht.“ „Du bist übermüdet, Heinrich, und sollst in kurzer Zeit deine wohlverdiente Ruhe finden.“ „Lassen wir die Leiche hier liegen?“ E: nickte. „Selbstverständlich. Wir steigen jetzt wieder aus diesem Gewolbe herauf. Mir scheint es außerdem empfindlich kalt bier unten. Für die Erhaltung gewisser Merkmale an jenem Körper Ist diese Temperatur übrigens zweifellos günstig.“ Wir tasteten uns den Weg zurück, den wir gekommen waren und klommen wieder an den Seilen zur Oberwelt empor. „So,“ sagte Till, mir den Rucksack aufhebend.„Um den weiteren Verlauf so einfach wie möglich zu gestalten, schlage ich vor, daß du jetzt direkt nach Hause gehst, jedoch unterwegs auf der Revierwache am Alexanderplatz, an der du ja vorüber mußt, unsere Erlebnisse meldest. Ich bleibe hier, bis mich die Polizei ablöst. Nun leh wohl und schlafe dich rechtschaffen aus!“ Wir reichten uns die Hand. Ich schritt in die Nacht hinaus, entledigte mich auf der Potizeiwache des mir gewordenen Auftrages und sank eine halbe Stunde später todmüde in die Kissen.— 3. Kapitel. Am andern Morgen, als ich mich eben zum Kafsee niedergelassen hatte, rief mich die Inspektion des städtischen Krankenhauses, Station N. an. Der Beamte bat mich im Auftrage des Chefarztes Doktor Ellinger, im Verlause des Vormittags im Krankenhause vorzusprechen. Ich sagte zu und informierte unmittelbar darauf Till von meinem Vorhaben. „Ich glaubte dich noch in den Federn, Heinrich,“ sagte Till durch den Fernsprecher.„Es ist gut, daß du mich anrufst, denn ich bin aufgefordert worden, mein Zeugnis über die Auffinlung des Toten vor dem Staatsanwalt zu bekunden. Aber der Tote kann warten, gehen wir zunächst zu dem Lebenden. Ich bin in einer halben Stunde bei dir, um dich nach dem Krankenhause zu begleiten.“ Ich machte mich zum Ausgehen fertig. Till pflegte seine Zusagen mit größter Pünktlichkeit einzulösen und liebte es in Zeiten beruflicher Beschäftigung nicht, wenn ihn jemand warten ließ. Indessen: Diesmal wartete ich vergebens. Es wurde halb nenn Uhr, und er kam nicht. Ich geduldete mich bis neun Uhr. Als er dann immer noch nicht eintraf, klingelte ich ihn an, konnte aber durch Frau Willing nichts anderes erfahren, als daß der Freund Punkt acht Uhr sein Haus verlassen habe, umn zu mir zu kommen. Eine Anfrage bei der Staatsanwaltschaft wurde dahin beantwortet, daß Herr Mark dort noch nicht vorgesprochen habe, aber bestimmt erwartet werde. Ich dachte mir nichts anderes dabei, als daß der Freund vielleicht inzwischen von einer wichtigen, unausschiebbaren persönlichen Angelegenheit in Anspruch genommen worden sei, und da ich die Zusage meines Besuches im Krankenhause nicht rückgängig machen wollte, beschloß ich, Dr. Ellinger ohne Till auszusuchen. Er empsing mich in seinem Sprechzimmer im Arbeitsmantel, nach Karbol und Sublimat duftend.„Es ist sehr liebenswürdig von Ihnen, Herr Kollege Lettmann, daß Sie gekommen sind,“ begrüßte er mich.„Sie wissen vermutlich, daß es sich um den von Ihnen eingelieferten Patienten handelt?“ „Um Herrn Philipp Graeve? Ich wußte es noch nicht, konnte es mir aber denken.“ „Ich muß, um in die Krankengeschichte des Patienten eingeweiht zu sein, etwas Näheres über die Entstehungsursache wissen und wandte mich deshalb durch den Fernsprecher an die Angehörigen in der Lindenallee.“ „Und welche Auskunft wurde Ihnen von dieser Seite?“ fragte ich. „Eigentlich gar keine. Der Mann ist Junggeselle. Er lebte zwar im Hause seines Bruders, des Kommerzienrats Benjamin Graeve, aber zwischen den beiden schien kein Einvernehmen bestanden zu haben.“ „So, so!“ entgegnete ich.„Leider bin ich auch nicht in der Lage, Ihnen irgendwelche Angaben über den gewünschten Punkt zu machen. Ich sah Ihren Patienten in der verflossenen Nacht zum ersten Male. Uebrigens, wer unterrichtete Sie am Telephon von dem gegenseitigen Verhältnis der beiden Brüder?“ „Frau Kommerzienrat Graeve selbst,“ entgegnete Doltor Ellinger.„Von ihr erfuhr ich auch erst, was ich eine Stunde später in der Morgenzeitung las, daß Benjamin Graeve tot in der Magdalenenstraße gefunden wurde.“ „Sie wissen, daß auch Philipp Graeve aus demselben Kerker geborgen wurde?“ „Ja, durch Sie und Herrn Mark,“ bestätigte er.„Ein Beauftragter des Staatsanwaltes berichtete mir darüber.“ „Des Staatsanwaltes?“ fragte ich erstaunt.„Aus welchem Grunde setzte der sich mit Ihnen in Verbindung?“ „Er ließ die Gegenstände abholen, die der Verunglückte bei sich in der Tasche trug!“ „Heute morgen schon?“ „Ja, gegen halb acht Uhr etwa wurde das Verlangen gestellt. Wir mußten den Mann aber einige Zeit warten lassen, da ich darauf bestand, daß die Gegonstände erst gründlich desinfiziert wurden.“ „Sie haben Philipp Graeve schon in Behandlung genommen?“ fragte ich. „Sofort, doch glaube ich kaum, daß es gelingen wird, ihn am Leben zu erhalten, denn es ist ein ganz schwerer Fall von Typhus.“ „Den er sich vermutlich durch seinen Aufenthalt in den Avschleusungswässern zugezogen hat.“ „Ja, offenbar.“ „Aus der Art der blutigen Ausscheidungen und dem Umsang der Milzanschwellung läßt sich ja ziemlich genau seststellen, wie weit die Infizierung zurückliegt.“ Dr. Ellinger nickte. „Darf ich fragen, warum Sie das interessiert, Herr Kollege?“ fragte er. (Fortsetzung folgt.) Kaltwaschen ist bequem, billig und sicher Erhalten Sie sich Ihre schönen Sachen und bleiben Sie bei der bewährten kalten Persilmethode. Sie erfordert keine umständlichen Vorbereitungen. Etwas kaltes Wasser und 1 Eßlöffel Persil auf je 2 Liter Wasser— so bequem geht es! Durch leichtes Drücken und Bewegen werden Kunstseide, Wolle. Seide und alle zarten, bunten Sachen wieder farbenfrisch Alles Zarte und Buntfarbige nur kalt behandelt mit. Kennen Sie schon das jüngste Erzeugnis der Persilwerke:(0 Henkel's Aufwasch=, Spül= und Reinigungsmittel? Umbau Schalke Nord fertiggestell! Die Hauptarbeiten an der Unterführung am Bahnhof Schalke Nord sind nunmehr beendet. Die landespolizeiliche Abnahme ist erfolgt. Die Fertigstellung kleinerer baulicher Arbeiten wird noch einige Tage in Anspruch nehmen. Die Eröffnung des durchgehenden Straßenbahnverkehrs von Gelsenkirchen nach Buer und umgekehrt über Schalle Nord er folgt am kommenden Donnerstag, dem 25. September. STADTTEIL BUER Tödlicher Unfall im Bergbau Buer, den 19. September 1930. Der Bergmann Ridder aus der Katzbachstraße erlitt im Grubenbetriebe der Zeche Ewald 3=4 bei der Arbeit infolge niedergehenden Gesteins einen doppelten Schädelbruch. Krankenhaus übergeführt, ist der Verunglückte, der Frau und vier Kinder hinterläßt, am Mittwochabend seinen schweren Ver letzungen erlegen. Wem gehört das Herrenfahrrad? Kürzlich wurde an der Kreuzung Gecksheide-Brößweg in Buer ein Herrenfahrrad, Marke Siebeckrad, Nr. 107 949, das allem Anschein nach aus einem Diebstahl herrührt, gefunden. Eigentumsansprüche wollen bei der Kriminalpolizei in Buer geltend gemacht werden. Kartoffeldiebstahl. Einem Anwohner vom Wandelsweg wurde auf seinem Ackerlande eine Fläche mit Kartoffeln durch Unbefugte abgeerntet. Schätzungsweise werden die Diebe etwa 2½ Zentner Kartoffeln erbeutet haben.— Jeden, der weiß, wie viel Mühe und Arbeit die Bestellung eines kleinen Stückes Land macht, wird größte Empörung ankommen, wenn er diese Zeilen liest. Die allgemeine wirtschaftliche Lage ist zwar ungeheuer schlecht. Aber es ist eine bodenlose Lumperei, wenn ein armer Teufel einen anderen armen Teufel auf diese schmutzige Art und Weise um das wenige bringt, was noch sein eigen ist. Der„Handkarren=Alex“ an der Arbeit.„Handkarren=Alex“ übt immer noch im Vest und in den angrenzenden Gebieten seine Tätigkeit aus. Die Spezialität dieses Betrügers ist es, unter irgendeinem Vorwand sich in den Besitz von Handkarren zu setzen und dann diese zu einem billigen Preise zu verkaufen. Er hat eine ganz besondere Vorliebe für Handkarren und er sinnt alle nur denkbaren Tricks, um in den Besitz von solchen Fahrzeugen zu gelangen. Besonders prellt er gern Schreinermeister und„leiht“ sich bei diesen Handkarren, um dann auf Nimmerwiedersehen zu verschwinden. Neuerdings hat er Buer„bearbeitet“, und in zahlreichen Fällen ist man auf seine Tricks hereingefallen. So hat er gute Handkarren im Werte von 120 RM„geliehen“ und sie dann zum Preise von 20 RM weiterverkauft. Die Kriminalpolizei fahndet eifrig nach dem Betrüger, und es besteht die begründete Hoffnung, daß„Hand karren=Alex“ bald hinter Schloß und Riegel gebracht werden kann. STADTTEIL HORST Nachtbesuch'n der Schrebergarten-Kolonie Die Verkaufsstelle in den Horster Schrebergärten wurde in der Nacht zum Donnerstag von Einbrechern, die eine Fensterscheibe entkittet und sich so Eingang verschafft hatten, heimgesucht. Es fielen ihnen Schokolade und Rauchwaren im Gesamtwerte von 30 RM in die Hände. Die Jungfrau mit dem Schnaps In einer Wirtschaft im südöstlichen Teile von Brauck, hart an der Horster Grenze. war seit einiger Zeit ein junges Mädchen in Stellung, das nunmehr seinen Dienst quittierte. Bei dieser Gelegenheit kam man dahinter, daß die Maid eine rätselhafte Vorliebe für gebrannte Wässer gehabt und ein mehr als übliches Quantum davon langsam hatte verschwinden lassen, jedenfalls zu Nutz und Frommen von Personen, von denen bestimmt keine Gegenleistung an die Wirtschaftskasse erfolgt ist. Die Kriminal= polizei wird sich des Näheren mit dieser jungen Dame zu befassen haben. Vom Rade gestohlen Ein Handwerksmeister aus Horst, der in Brauck beschäftigt war, hatte den Verlust einer Werkzeugtasche mit Werkzeugen festzustellen. Die mit Riemen an seinem Fahrrade befestigte Tasche wurde von einem Diebe abgeschnitten, worauf dieser mit seiner Beute verschwand. 25 Jahre Overbeck& Weller 25 Jahre Preiswürdigkeit 25 Jahre Qualität Dieser Ruf unseres Hauses ist für Sie Garantie Nutzen Sie diesen Vorteil und lassen Sie sich durch Zahlen beweisen, daß wir auch die neue Herbst- und Winter-Saison im Zeichen höchster Leistungsfählgkeit eröffnen. Prüfen Sie die neuen Preise für bewährte Qualitäten. Sie werden überzeugt sein, daß diese Preise alles überbieten, was Sie je erwarten konnten. Preis-Abbau ohne Minderung der Qualitäten: Das ist es, was wir wollen! Das ist es, was wir müssen Sie jetzt veranlassen, Strümpfe zu kaufen. 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Sowjet-Geschichten Frau von Certzen muß aussagen ans ni erii Ar MiluiEir Trhafs heeitat haß Ain Das Resultat. Als eines Tages ein Skeptiker die These vertrat, daß die russische Revolution letzten Endes doch keine wesentlichen Veränderungen herbeigeführt habe, widersprach Karl Radek, indem er erzählte: „In einer Moskauer Straßenbahn sitzt ein Fahrgast, der die Ortangaben des Schaffners ständig mit leisem Murmeln begleitet. Wenn der Schaffner ausruft:„Lenin=Platz“, murmelt der Fahrgast:„Früher: Zaren=Platz". Ruft der Schaffner: „Straße der Revolution", murmelt der Fahrgast:„Früher: Nikolausstraße". Schließlich verliert ein Arbeiter die Geduld und brüllt ihn an:„Halt schon endlich dein Maul, Genosse Israelit!“ Worauf der Fahrgast:„Früher: Saujud". Theater=Kommando. Der Kommissar für Volksaufklärung in Moskau verlangte, daß jeder Soldat der Roten Armee zweimal im Monat zu Bildungszwecken das Theater besuchen müsse. In Nowo=Nikolajewsk, einer riesigen Garnison Ostsibiriens, saßt das Theater aber nur vierhundert Mann. Was war zu tun? In Ausführung des Besehls aus Moskau ordnete das Kommando folgendes an: Jedes Regiment besucht an zwei Tagen im Monat das kleine Theater. Das erste Bataillon kommt zum ersten Akt, das zweite zum zweiten usw. So wurde die Volksaufklärung in dieser Garnison wirkungsvoll durchgeführt. * Wie man in Rußland zu einem Zimmer kommt. Die Wohnungsnot ist überall groß, am größten aber wohl in Moskau. Der Besitz eines einzigen Zimmers wird als ein besonderes Glück betrachtet. Man hat aber ein Anrecht auf ein eigenes Zimmer nur, wenz. man verheiratet ist. Und so heiratet man, um in den Besitz eines Zimmers zu kommen, munter darauf los. Mit dem Heiraten in Rußland ist es ja so eine besondere Sache. Man kann„richtig heiraten“, indem man sich in das standesamtliche Register eintragen läßt, aber unbedingt ersorderlich ist das nicht. Das freie Zusammenleben ist nach den Sowjetgesetzen auch eine Ehe und wird genau so respektiert wie die registrierte. Wenn nun ein Mann ein Zimmer haben mochte, so nimmt er sich die erste beste Frau mit und gibt an, daß er mit ihr zusammenlebe, also ein Anrecht auf ein eigenes Zimmer habe. Und wenn eine Frau Sehnsucht nach einem eigenen Heim hat, dann nimmt sie sich pro forma einen Mann, lebt mit ihm ein paar Wochen zusammen, bis dann der Mann verschwindet und das Zimmer seiner„Frau“ überläßt. Sie kann dann auf diese Weise das Zimmer nach einiger Zeit wieder einem Mann übergeben, der dann wieder vor den Behörden „ihr Mann“ ist. * Schnuller in Rußlank In Sowjetrußland hat man einen Feldzug gegen das augenblicklich noch verbreitete Spielzeug eröffnet, das höchstens dazu tauge, gute Mütter und Väter im Sinne der Bourgeois heranzuziehen. Das Sowjetspielzeug müsse mit den Problemen des revolutionären Kampfes in Verbindung gebracht werden. Als Puppen solle man Karikaturen von Zaren, Kapitalisten, Priesiern und Faschisten schenken. Auf jeden Fall soll das Kinderspielzeug politisch werden. Wenn, wie es den Anschein hat, die Politik die Kinderstube erobert, wird die Spielzeugindustrie gut tun, sich rasch auf den neuen Bedarf umzustellen. Für Hakenkreuzkinder empfehlen wir unsere Weckrufe „Deutschland erwache!“ Ganz einfache, reizende und aufreizende Instrumente; können von jedem Kindermund mühelos geblasen werden, besondere Vorkenntnisse nicht nötig. Ludenoorff als Nußknacker sehr beliebt; im Dutzend billiger. Rassenmischquartett a la Hitler; Handgranaten mit starker Knallwirkung, beinahe geruchlos für unsere Achtjährigen. Für die kommnnistische Kinderstube liefern wir billigst sozialdemokratische Polizeipräsidenten, garantiert zerreißbar. Gutgehender Artikel, auch bürgerblockseitig verwendbar.—— So, liebe Kinder, nun könnt ihr schon artig spielen. Acht neue Todesurteile in Sowjetrußland Moskau, 18. September.(Drahtmeldung.) Nach einer Meldung der Telegr.=Agentur der Sowjetunion hat die politische Verwaltung auf Grund der Angelegenheit der Silbermünzen= und Goldspekulation acht Hehler, die zugleich auch der konterrevolutionären Agitation überführt wurden, zum Tode verurteilt. Weitere 438 Angeklagte wurden zur Internierung in Konzentrationslager verurteilt. Klutdürstige Mar Max Kölz auch von der Rauener Tolizei Plauen(Vogtland), 19. Septbr.(Drahtmeldung.) Außer dem von der Berliner Staatsanwaltschaft erlassenen Haftbefehl gegen Max Hölz sind auch von der Polizeidirektion Plauen zwei Anzeigen gegen den Gesuchten erstattet worden und zwar, weil er in seiner Rede in der Festhalle auf dem Plauener Schützenplatz durch Verächtlichmachung des verstorbenen Reichspräsidenten Ebert gegen das Republikschutzgesetz verstoßen und Beleidigungen gegen die zur Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung in und vor der Festhalle anwesenden Polizeibeamten ausgesprochen hat. Der Vorsitzende im Kombenkeger-Trozeß droht mit Zeugnis. zwangsmaßinahmen gegen die Zeugin Altona, 19. Septbr.(Drahtmeldung.) In der Nachmittagssitzung im Bombenlegerprozeß erfolgte die seit langem mit Spannung erwartete Vernehmung der Zeugin Frau von Oertzen. Die Zeugin bestritt, von Volck etwas über die geplanten Attentate erfahren zu haben. Demgegenüber hält der Angeklagte seine Behauptungen aufrecht, daß sie schon im Dezember 1928 von dem Beidenflether Attentat gewußt habe. Als Rechtsanwalt von der Goltz hier die Frage vorlegte, ob sie Polizeiagentin sei, bestritt sie entschieden, von der Polizei in irgend einer Form besoldet zu werden und verbat sich derartige Unterstellungen. Die Zeugin lehnte die Beantwortung der Frage, ob sie mit Kriminalkommissar Mühlfriedel verabredet habe, Volck nach Deutschland zu locken, ab, wurde vom Vorsitzenden aber dahin belehrt, daß sie antworten müsse, da er sonst zu Zeugniszwangsmaßnahmen gezwungen sei. Nachdem auf Anregung des Staatsanwaltes der Zeugin eine Ueberlegungspause gewährt worden war, sagte sie aus, sie habe mit Kommissar Mühlfriedel verabredet, als dessen angebliche Verlobte Volck über die Grenze zu locken. Es seien ihr dafür nur die Auslagen erstattet worden, eine Belohnung habe sie nicht erhalten. Rechtsanwalt Graf von der Goltz ging sodann in seinen Fragen auf die Provisionsstreitigkeiten zwischen Frau von Oertzen und Volck ein. Die Zeugin erklärte, sie habe an Volck nicht zahlen wollen, um nicht auf Umwegen die Bombenattentate zu finanzieren. Graf von der Goltz wies darauf hin, daß die Zeugin bereits am 8. Juli 1929, als die Provisionssumme gezahlt worden sei, von der Teilnahme Volcks an den Bombenattentaten unterrichtet gewesen sein müsse. Der Behauptung der Zeugin, sie habe den Kriminalkommissaren gegenüber Volck nur als verdächtig bezeichnet, hielt Graf von der Goltz das Protokoll entgegen, aus dem sich ergab, daß Frau von Oertzen auch Amandus Vick als Urheber der Attentate bezeichnet hatte. Weiter hielt er ihr die Aussage ihres Anwaltes Dr. Conrad vor, wonach sie gesagt haben soll, Volck stände ganz in ihrer Macht und täte, was sie wolle. Der Zeuge Dr. Conrad, der frühere Anwalt der Zeugin, ersuchte sie wiederholt, ihn von seiner Schweigepflicht zu entbinden. Frau von Oertzen lehnte dies aber ab. Auf den Einwand des Verteidigers Graf von der Goltz hin, daß die Anweisungen an Dr. Conrad seinerzeit in aller Oeffentlichkeit gemacht worden seien, sagte Dr. Conrad aus, Frau von Oertzen habe wörtlich gesagt:„Man weiß, was Volck treibt. Ich habe ihm immer gesagt, er soll die Finger davon lassen. Aber ich werde ihn schon unschädlich machen.“ Frau von Oertzen bestritt, derartige Aeußerungen getan zu haben. Dr. Conrad sagte weiter aus, er habe aus Aeußerungen der Frau von Oertzen den ganz bestimmten Eindruck gehabt, daß sie von den Taten Volcks gewußt habe. Graf von der Goltz stellte daraufhin fest, daß Frau von Oertzen bereits im Sommer von den Attentaten Kenntnis besaß und daß die Ermittlungen auf Grund ihrer Anzeigen im September begannen. Verleumder am Tranger Nazi-Magner findet milde Richter Essen, 19. September.(Eig. Drahtbericht.) Das erweiterte Schöfsengericht in Essen verurteilte am Freitag den nationalsozialistischen Reichstagsabgeordneten Wagner=Bochum in seiner Eigenschaft als verantwortlichen Redakteur der Zeitschrift:„Die neue Front“ wegen mehrerer Pressevergehen zu insgesamt 200 Mk. Geldstrafe oder 20 Tagen Haft. In einem Artikel des genannten Hetzblattes vom 6. Dezember 1929 war die Behauptung ausgestellt worden: Der sozialdemokratische Rechtsanwalt und frühere Gesandte in Brüssel Landsberg habe dort einen so unsittlichen Lebenswandel geführt, daß die belgische Regierung seine Abberufung betrieben habe. Weiter habe die Hausdame Landsbergs Selbstmord verübt, um seinen Nachstellungen zu entgehen. Landsberg hatte dem Blättchen seinerzeit eine Berichtigung zugehen lassen, die aber nicht veröffentlicht wurde. Wagner erklärte vor Gericht, den betreffenden Artikel weder geschrieben noch gelesen zu haben, er stamme von seinem Parteifreund Voß aus Bochum, der als Zeuge geladen, aber wegen Krankheit nicht erschienen war. Landsberg bekundete unter Eid, daß die gegen ihn erhobenen Beschuldigungen auf Unwahrheit beruhen. Die zweite Verhandlung gegen Wagner gründete sich auf einen Artikel in der„Neuen Front“, in dem dem Oberbürgermeister von Bochum, Dr. Ruer, vorgeworfen worden war, er habe einem Juden beim Bau eines Hochhauses 100000 Mk. Entschädigung zugeschanzt und die 90000 Mark rückständige Hauszinssteuer erlassen. Dr. Ruer stellte fest, daß der in Frage kommende Kaufmann für die Abtretung eines Gebietes in einem Enteignungsverfahren auf dem Vergleichswege 10000 Mark erhalten habe. Hauszinssteuer habe der Betreffende nie bezahlt, also könne auch von einem Erlaß der rückständigen Hauszinssteuer keine Rede sein. Trotzdem der Vorsitzende einen Vergleich versuchte, und Dr. Ruer erklärte, kein Interesse an der Bestrafung Wagners zu haben, lehnte der Nazimann jeden Vergleich ab. Er wurde zu 100 Mark Geldstrafe, ersatzweise 10 Tagen Gefängnis verurteilt. * 200 Mark und 100 Mark Geldstrafen. Dafür kann man schon mal einige däftige Verleumdungen an den Mann bringen. Solche Urteile spornen die Nationalsozialisten ja geradezu an, die Oeffentlichkeit weiter zu vergiften mit ihren Verleumdungen. Der Bergbau entläßt weiter Bochum, 19. Septbr.(Eig. Drahtber.) Die Vereinigten Stahlwerke, Bergbauabteilung Gelsenkirchen, legen die Kokerei und Teerdestillation der Zeche Graf Moltke still, so daß 111 Arbeiter entlassen werden. Die Klöckner=Werke, Abt. Bergbau, stellen die Betriebe der Kokerei und Nebengewinnungsanlage der Zeche Viktoria I und Werne ein. Dadurch werden 110 Arbeiter und Angestellte erwerbslos. Die Zeche Viktoria Mathias entläßt auf Viktoria Mathias und Friedrich=Ernestina je 100 Mann. Weiter wird die Kokerei der Zeche Viktoria Mathias stillgelegt, so daß 94 Arbeiter und 8 Angestellte zur Entlassung kommen. Austausch von KatilikationsUckunden Wien, 19. Septbr.(Drahtmeldung.) Zwischen dem Bundeskanzler Dr. Schober und dem deutschen Gesandten Grafen Lerchenfeld fand heute der Austausch der Ratisikationsurkunden zu dem am 5. 2. 1930 in Berlin unterzeichneten Uebereinkommen zwischen der Republik Oesterreich und dem Deutschen Reiche über Fragen des gegenseitigen gewerblichen Schutzes und des gegenseitigen Schutzes des Urheberrechts statt. Der angeführte Vertrag ist mit dem heutigen Tage in Kraft getreten. Katisikation über Grensbahnköse Berlin, 19. Sept.(Drahtmeldung.) Auf Grund des Gesetzes vom 6. Juli 1927 über das Abkommen zwischen dem Deutschen Reich und Frankreich über die Einrichtung der Grenzbahnhöfe vom 13. April 1925 wird bekanntgemacht, daß der Vertrag ratifiziert worden ist. Der Austausch der Ratisikationsurkunden hat am 2. September 1930 in Paris stattgefunden. Das Abkommen wird gemäß Artikel 43 vom 3. Oktober 1930 in Kraft treten. Auch schlesischer Seim vor der Auflösung Kattowitz, 19. Sept. Nach Meldungen der Regierungspresse ist damit zu rechnen, daß der schlesische Seim auf Grund der Ausführungen der Oppositionsredner in der Mittwochsitzung des Seim das Schicksal des Warschauer Seim teilen und aufgelöst werden wird. Neue französische Manöuer Paris, 19. Sept. Heute beginnen in der Gegend von DijonSens Manöver, an denen 22= bis 25000 Mann teilnehmen werden; sie dauern bis zum 22. September. Die Manöver= leitung hat der Kommandeur des 8. Armeekorps, General de Valgrenant. Eine der Hauptaufgaben dieser Manöver ist die Erprobung neuen motorisierten Materials, das nicht rechtzeitig für die Lothringer Manöver hatte geliefert werden können und außerdem die Entfaltung einer Infanteriedivision auf einer großen Front. Der neue Bischof von Augsburg. Zum Nachfolger des verstorbenen Augsburger Bischofs Dr. Marimilian Lingg wurde Dr. phil. et theol. Kumpfmüller aus Regensburg ernannt. Der Reichspräsident ist gestern abend mit dem 9,42 Uhr am Anhalter Bahnhof fahrplanmäßig eintreffenden Zuge aus dem Manövergelände wieder nach Berlin zurückgekehrt. Schille in Rot Sturm an der bretonischen Küste Paris, 19. Sept. An der bretonischen Küste herrscht Sturm. Mehrere Schiffe sind in Gefahr und haben Notsignale gegeben. So hat der griechische Dampfer„Stradondis“ durch einen Funkspruch mitgeteilt, daß der Dampfer„Dohodaka" um Hilfe bittet. Die Marseiller Funkstation hat ein Notsignal des englischen Dampfers„Remplemead“ aufgesangen. Millionenunterschlagung Uerhaftung in der Reidelberger Wohnungsbauasfäre Heidelberg, 19. Sept. Im Zusammenhang der Wohnungsbau G. m. b. H. wurde heute der stellvertretende Geschästsführer der Gesellschaft, Ludwig Müller, in Untersuchungshaft genommen. Die Verluste der Gesellschaft sollen tatsächlich in die Millionen gehen. Der Direktor Paul Müller, der sich seit etwa zwei Wochen im Auslande aufhält, hat sich, wie man vermutet, größere Beträge durch Verschiebung ins Ausland gesichert Damen-I-Spangenschuh echt Boxkalf mit billiger schwarz Lack und braun amerikanischem Absatz Damen-I-Spangenschuh leinfarbig. Kalbleder mit Garnitur, amerikan. Absatz schwarz Damen Wildieder- U Lack-Pumps ganz neues, Opartes Neche.□ Modell Damen-I-Spangenschuh neue dunkle Farbe, mit echter Schlangenver zierung. mit lranz. und amerik, Absalz schwarz Welt. Dam.-Lackleder-Pumps Gaanpes nleue form mit G. P-Sbangen franz. u. Cuba-Absatz Halbsc ickleder Boxkolf, echt Bor Formen nd schwort. neue braun Rahmenat Aus Ottomane mit grobem Pelzkragen und Manschetten ganz □5 geküttert 30.“ Aus Maroc, hochmoderne Form u. neue Garnierung M Frauenkorm aus gem. Uelout, Kragen aus Australisch Opossum Aus Ottomane, groß Pelz-Schalskragen u. Manschetten mit K. 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