1. Blatt Nr. 280 33. Jahrgang.. Gelsenkirchener Samstag, den 12. Oktober 1935 Unabhängige Tageszeitung für Groß=Gelsenkirchen Erscheint täglich, auch Sonntags— Bezugepreis: haldmonatlich 1.50 RM. Selbstabholer vi. Rpig— Postbezug 2M1 Hauptgeschaltsstelle Wildenbruchstraße 27: in Buer: Hochstraße 19— Geöffnet bi monaklich 2.32 Rm mit Zustellgebühr— Illustrierte Beilage 15 Apt monatlich besonders— Anzeigenpreise: r bis 7 Uhr abends— Anzeigen=Annahme bis nachmitta mn einspaltig 6 Reichsprennig, Familien=Anzeigen und einspaltige Anzeigen nicht geschäftlicher Art 5 Reichs= Postscheck=Konta, Essen 13849— Ferusprech=Anschluß: Geschäft bfennig— Nachlässe und Geschäftsbedingungen nach besonderer Preisliste— Textmillimeterzeile 35 Reichspfennig. 316 41.— Geschäftsstelle Buer 306 45— Verlag: Cer! Welt am Mnanmmmmmmmmmmm Griechenlands Auf nach dem König Ein Staat, der die Republik leid ist, für Abesinien, Sperre für Italien Der erste Beschluß der Sanktionskonferenz— Auch finanzielle Sverrmaßnahmen gegen Italien vorgesehen ist Griechenland. Auf den immer stärker werdenden Druck der Militärs und einflußreicher ziviler Kreise hat nun das Parlament die Monarchie wieder eingeführt und zum königlichen Statthalter den bisherigen Kriegsminister und jetzigen Ministerpräsidenten Kondolis berufen. Die Entwicklung ging schnell. kommt jedoch nicht überraschend. Auf die monarchistischen Gefühle der griechischen Massen haben wir schon oft hingewiesen. Hinzu kommt, daß den Griechen die Lust an demokratischen Machenschaften seit dem Aufstand der Venizelisten gründlich vergangen ist. Ueber den seitherigen Ministerpräsidenten Tsaldaris, der die schnelle Schwenkung nicht mitmachen wollte, ist die Entwicklung hinweggegangen. Das Parlament hat provisorisch die monarchistische Verfassung von 1911 wieder in Kraft gesetzt. Die letzte Entscheidung soll das Volk in der auf den 3. November angesetzten Volksabstimmung treffen. Zugleich ist der in England lebende König Georg II. zur Rückkehr aufgefordert worden. Wie sich der König entscheiden wird, steht noch nicht fest, bekannt ist jedoch. daß er gegen einen Putsch ist, sich jedoch einem Volksentscheid wahrscheinlich fügen wird.— König Georg II. ist 1890 geboren und in Griechenland und Deutschland erzogen worden, denn seine Mutter Sophie war ja bekanntlich die Schwester von Wilhelm II. So deutschfreundlich wie sein Vater Konstantin war jedoch Georg nie. König Georg war schon einmal König in Griechenland. und zwar von 1922 bis 1924. Er mußte seinerzeit fluchtartig das Land verlassen, hat aber die Absetzung nie anerkannt. Verheiratet ist er seit 1921 mit der Prinzessin Elisabeth von Rumänien. Die Ehe soll jedoch im Juli 1935 geschieden worden sein, und zwar„wegen Verlassung des ehelichen Heimes durch den beklagten Prinzen". Der königliche Prinz war nämlich nach London gegangen, während seine Frau in Bukarest geblieben war. Noch ein hoffender König Otto von Habsburg schreibt ein Dankbrieschen Die Ehrenbürgerernennungen in Oesterreich erfolgen für Otto von Habsburg nach wie vor am laufenden Band. Und der ehrgeizige Bourbonensprößling. der mehr nach Brauch als nach Abstammung den Namen„Habsburger“ trägt, antwortete darauf prompt mit freundlichen Dankschreiben. Das neueste Dokument dieser Art ist an den Bürgermeister von Weidhofen gegangen. Zum ersten Male unterzeichnet Otto nicht mit der Formel„in der Verbannung“, sondern„in der Fremde“. Im übrigen spricht aus dem Schreiben ein ganz bestimmter Ton. der bei der gegenwärtigen Lage allerdings etwas komisch anmutet. Es heißt da: „Die Ehrenbürgerernennungen haben einstens Protest gegen die rechtsbeugenden Habsburger Gesetze bedeutet. Jetzt wollen sie meine tatsächliche Heimkehr und Machtergreifung herbeiführen. Es liegt mir daran. vor allem auszusprechen. daß nicht ich es bin. der zögert, aus der Aufhebung der Landesverweisung die natürlichen Folgen zu ziehen. Ich hatte gehofft. noch am Tage der Außerkraftsetzung der Verbannung den teuren Boden des Vaterlandes zu betreten. Eine sich besorgt zeigende Unaufrichtigkeit, die aber die Unabhängigkeit Oesterreichs verletzt. schiebt den von mir erwarteten Tag hinaus. Er wird kommen, wie auch meinem Regierungsantritt die Stunde schlagen wird. Gebe der allmächtige Gott, daß ich nicht Herr eines Trümmerfeldes werde. Die Unruhe und die Unsicherheit, die in unserem Erdteil herrschen, sollten die verantwortlichen Männer veranlassen, das Recht im Herzen Europas herzustellen.“ Der junge Herr Otto ist also sehr siegessicher. aber die Geschichte mit dem Trümmerhausen scheint ihm doch im Kopfe herumzugehen. Vorerst ist es allerdings so. daß Oesterreich, ob es will oder nicht, nach der italienischen Pfeise zu tanzen hat, seit es sich von dem deutschen Kurs entfernt hat. Und ob Mussolini sich zu einem Busenfreund Ottos entwickeln wird, ist sehr die Frage. General Kondylis. Griechenlands neuer Ministerpräsident, der gleichzeitig die Regentschaft bis zu der Rückkehr des Königs Geors übernommen hat. (Aufn.: Graphische Werkstätten. M) Japan und Abessinien. Japan beabsichtigt, von Januar 1936 ab eine Gesandtschaft in Addis Abeba einzurichten und hat die Vorarbeiten bereits ausgenommen. X Genf, 12. Ok.(Drahtb.) Die Sanktionskonferenz hat ohne wesentliche Aussprache den ihr unterbreiteten Entschließungsentwurf über das Waffenausfuhrverbot einstimmig unter Stimmenthaltung Ungarns angenommen. Der angenommene Vorschlag üler das Waffenausfuhrverbot hat folgenden Wortlaut: Um den Regierungen der Bölkerbundsmitglieder die Erfüllung der ihnen auf Grund von Artikel 16 der Satzung obliegenden Verpflichtungen zu erleich tern, ist es angezeigt, schon jetzt folgende Maßnahmen zu ergreifen: 1. Die Regierungen der Völkerbundsmitglieder, die gegenwärtig Maßnahmen zum Verbot oder zur Beschränkung der Ausfuhr, der Wiederausfuhr oder der Durchfuhr von Waffen. Munition und Kriegsmaterial nach Abessinien anwenden, werden diese Maßnahmen sofort aufheben. 2. Die Regierungen der Völkerbundsmitglieder werden sofort die Ausfuhr und Wiederausfuhr und die Durchfuhr nach Italien und seinen Besitzungen von Wafsen. Munition und Kriegsmaterial, die in der angeführten Liste aufgeführt sind, verbieten. 3. Die Regierungen der Völkerbundsmitglieder werden die notwendigen Bestimmungen treffen, um zu vermeiden, daß die in der beigefügten Liste aufgezählten Waffen, Munition und Kriegsmaterialien, die in ein anderes Land als Italien exportiert werden, unmittelbar oder mittelbar nach Italien oder in die italienischen Besitzungen wieder ausgeführt werden. X London, 11. Okt.(Drahtb.) Reuter behauptet in einer Meldung aus Addis Abeba, daß, wie aus abessinischer Quelle verlautet, die Truppen des Gouverneurs Ras Seyoum in der Nacht zum Freitag nach einem überraschenden Gegenangriff die Stadt Aduaumzingelten und die gesamte italienische Besatzung in Stärke von 2500 Mann niedergemetzelt haben. Tausende von Gewehren, zahlreiche Maschinengewehre und Geschütze und viele Millionen Stück Patronen sollen den Angreifern in die Hände gefallen sein. Auch auf abessinischer Seite seien, wie Reuter ferner meldet, schwere Verluste zu verzeichnen. Der Gegenangriff kam für die italienische Besatzung völlig überraschend. Unter dem Schutz der Dunkelheit rückten starke abessinische Streitkräfte auf dem rechten Flügel der italienischen Linien vor, worauf sich ein verzweifelter Nahkampf entwickelte. Gnade wurde auf keiner Seite verlangt noch gewährt. Die abessinier, die ihren Gegnern zahlenmäßig leicht überlegen waren, kämpften mit Bajonetten, Speeren und Dolchen. In dem Reuter=Bericht wird die Vermutung ausgesprochen, daß die Italiener ohne große Verzögerung zum Gegenangriff ausholen werden, obwohl nach den wilden Kämpfen, die die ganze Nacht über andauerten, wahrscheinlich auf beiden Seiten eine kurze Atempause benötigt werde. Wie weiter berichtet wird, setzte der erfolgreiche abessinische Angriff auf Adua am Donnerstag um 20 Uhr ein. Dementiert sich Reuter selbst? In einer späteren Reutermeldung heißt es. daß die Meldung über die neuerliche Niederlage der Italiener bei Adua mit einer gewissen Skepsis ausgenommen werden müsse, obwohl sie ein abesstnischer Minister in Addis Abeba bestätigt haben soll. * Dieser Reuterbericht zeigt wieder einmal. wie außerordentlich schwieria es ist. sich über die Kampfhandlungen ein auch nur einigermaßen zuverlässiges Bild zu machen. Irgendeine Bestätigung der Reutermeldung über die Wiedereinnahme von Adua durch die Abessinier liegt also nicht vor. X Berlin, 12. Okt.(Drabtb.) Das Reichsgesetzblatt veröffentlicht die erste Verordnung des Reichskriegsministers zur Aenderung der Verordnung über die Musierung und Ausbebung 1935. Nach dieser Verordnung gliedert sich die Ersatzreserve in die Ersatzreserve I. Marineersatzreserve I. Luftwassenersatzreserve 1 und in die Ersatzreserve II. Der Ersatzreserve I, Marine- und Luftwassenersatzreserve 1 werden diejenigen wehrtäbigen Dienstpflichtigen zugeteilt, die bei der Ausbebung überzäblig bleiben.. Die Angehörigen der Ersatzreserve I. Marine= und Luftwassenersatzreserve I können im ersten Jahr ihrer Zugebörigkeit zur Ersatzreserve I nachträglich zur Deckung von Ausfällen, ferner in den zwei nächsten Jahren bei Bedarf noch zum aktiven Wehrdienst berangezogen werden. Im übrigen werden sie innerhalb der ersten drei Jahre zur kurzfristigen Ausbildung (Ersatzreserve=Ausbildung) einberufen. Sowett die Angehörigen der Marineersatzreserve 1 4. Die unter 2 und 3 vorgesehenen Maßnahmen beziehen sich auch auf die in der Erfüllung begriffenen Verträge. 5. Jede Regierung wird aufgefordert, in kürzester Frist den Verbindungsausschuß durch Vermittlung des Generalsekretärs des Völkerbundes die Maßnahmen mitzuteilen, die sie entsprechend den obigen Bestimmungen getroffen haben. Die beigegebene Liste enthält bis ins einzelne die Waffen= und Munitionsarten, deren Ausfuhr nach Italien unter Verbot gestellt werden soll. Der Finanzausschuß der Konferenz wird am Samstagvormittag die Frage des Verbots von Anleihen jeder Art prüsen. Es ist dabei an Regierungskredite, an Anleihen auf dem Finanzmarkt. an Bankkredite sowie in gewissem Umfange auch an gewönliche Handelskredite gedacht. Wie von englischer Seite erklärt wird. ist die Konferenz darüber einig. daß außerste Beschleunigung in der Anwendung konkreter Maßnahmen geboten ist. Was das Waffenausfuhrverbot betrifft, so sind zunächst keine Kontroll= maßnahmen in Anssicht genommen. * Der Arbeitsausschuß der Sanktionskonserenz hat außer dem Entwurf über ein Waffenausfuhrverbot die Einsetzung eines Ausschusses aus militärischen Sachverständigen zur Nachprüfung und Ergänzung der bereits erwähnten Roosevelt=Liste sowie die Einsetzung eines wirtschaftlich=finanziellen Ausschusses beschlossen. Auf Antrag Englands werden bereits Samstagnachmittag die Wirtschafts= und (Funkspruch des Kriegsberichterstatters des DRB) Nach den Kämpfen bei Amba Augher sind von den italienischen Truppen 300 Abessinier gefangengenommen worden, die, von ihrer Truppe abgeschnitten, seit fünf Tagen ohne Nabrung waren. Sie waren so erschöpft, daß sie noch nicht hinter die Front gebracht werden konnten. 1000 italienische Ueberläufer werden von Flugzeugen aus beschossen X Addis Abeba, 11. Okt.(Drahtb.) In einem Telegramm von der Nordfront wird der abessinischen Regierung gemeldet, daß sich 1000 Soldaten der italienischen Eritrea=Armee den abessinischen Streitkräften näherten, um auf die abessinische Seite Überzutreten. Italienische Flieger, die die Absicht dieser meuternden Truppenteile erkannt hätten, hätten mit Maschinengewehren auf die Ueberläufer geschossen. Der Absturz eines italienischen Flugzeuges im Makale=Gebiet bei Gara=Alte wird jetzt in Addis Abeba bestätigt. Vier Insassen des Flugzeuges sind tot. Der Apparat ist zerstört. Schweres Eröbeben in Südrußland— Jahlreiche Tote Mehrere Gebirgsdö fer voukommen zerstört A3 Moskau, 12. Okt.(Eig. Drahtb.) An der sowjetrussisch=afghanischen Grenze hat sich ein surchtbares Erdbeben ereignet, das nach vorläufigen Mitteilungen etwa 50 Tote und über 300 Verletzte gefordert hat. Das Erdbeben hat sich bereits am 8. Oktober um 20 Uhr zugetragen. Das Zentrum des Bebens befand sich in dem unwirtlichen Gebirgsgebiet von Towil=Dorinst in Turkestan. Mehrere Gebirgsdörfer sollen bei dem Beben, das großen Schaden angerichtet hat, völlig zerstört worden sein. Die Drahtverbindungen sind noch unterbrochen. im zweiten Jahr nicht zur Erfüllung der aktiven Dienstpflicht oder zur Ersatzreserveausbildung in der Kriegsmarine einberusen werden, können sie bierzu im Deer berangezogen werden. Die im Heer Ausgebildeten steben der Kriegsmarine im Mobilmachungsfalle zur Verfügung. Dies allt stungemäß für die Angebörigen der Lustwassenersatzreserve 1 und ihre Einberufung zur Luftwasse. Soweit die Angebörigen der Ersatzreserve I, Marineersatzreserve I und Lustwafsenersatzreserve 1 des Jahrganges 1914 noch nicht 26 Wochen Arbeitsdienst geleistet haben, können sie bei Bedarf dierzu vom Reichsarbeitsführer im Einvernebmen mit dem Reichskriegsminister noch berangezogen werden. Der Ersaureserve II sind die beschränkt Dienstpflichtigen und alle übrigen Dienstpflichtigen mit Ausnahme der Wehrunwürdigen und nicht zum Wehrdienst Heranzuziehenden zuzuweisen. Die wehrsäbigen„Dienstpflichtigen, die über den zu stellenden Ersatz binaus überzädlia bleiben, werden der Ersatzreserve I. Marine- und Luftwafsen reserve 1 zugeteilt. Finanzfragen in Angriff genommen werden. Im Vordergrund steht der Vorschlag einer Einstellung bzw. Kontingentierung des Ein= und Ausfuhrhandels mit Italien. Die Sanktionskonferenz hat beschlossen, einen— beitsausschuß von 16 Mitgliedern einzusetzen, der sofort die Ausarbeitung genauer Vorschläge beginnen soll. Es ergab sich, daß England und Frankreich über die Notwendigkeit eines schnellen Vorgehens einig sind. Mitglieder des Ausschusses sind folgende Staaten: Frankreich, England, Sowjetunion, Polen, Spanien, Südafrika, Argentinien, Belgien, Kanada, Griechenland, Holland, Rumänien, Schweden, Türkei, Schweiz, Jugoslawien. Genfer Verfahrensschwierigkeiten X Genf, 12. Okt.(Drahtb.) Zu der Annahme des Waffenausfuhrverbotes durch die Sanktionskonferenz wird noch gemeldet: Die Verfahrensschwierigkeiten sind noch nicht gunz überwunden. Verschiedene Delegationen berufen s### auf die Vorschriften der Entschließung vom 4. Oktober 1921. wohingegen auf englischer Seite diese Entschließung nur als eine allgemeine Richtlinie ohne verpflichtende Wirkung in allen Einzelheiten betrachtet wird. Noch umstritten ist auch die Einsetzung eines besonderen Wirtschaftsausschusses zur Prüfung der Ein= und Ausfuhrsanktionen. Jedenfalls werden für die sachliche Behandlung dieser Frage beträchtliche Meinungsverschiedenbeiten erwartet. Andererseits rechnet man mit einem ziemlich glatten Verlauf der Finanzsanktionen. Hier muß nur noch die rechtliche Stellung der im Ausland ansässigen Italiener geklärt werden. Die erste„Sühnemaßnahme“ England verweigert Rundsunkübertragung einer Aloisi=Erklärung nach Amerika X London, 11. Okt(Drahtb.) Die„Times“ meldet aus Genf. England habe bereits die erste„Sühnemaßnahme“ gegen Italien angewandt, indem die britische Postdirektion sich geweigert habe, einen Rundsunkvortrag Baron Aloisis über die Behandlung des italienisch=abessinischen Streitfalls durch den Völkerbund nach Amerika zu übermitteln. Vormarsch auf die Eisenbahn wird wahrscheinlich beschleunigt werden A3 London, 12. Okt.(Eig. Drahtb.) Nach der Aufhebung des Waffenausfuhrverbots nach Abessinien ist es, wie Reuter meldet, sehr wahrscheinlich, daß die Italiener ihren Vormarsch im Süden und Norden auf die Eisenbahnlinie Dschibuti—Addis Abeba beschleunigen werden, um zu verhindern, daß sich die Abessinier von Osten her mit Waffen versorgen. Der Rauswurf des Grafen Vinci „Auf Befehl des Kaisers...“ X Addis Abeba, 11. Okt.(Drahtb.) Der abessinische Außenminister überreichte am Donnerstag dem italienischen Gesandten Graf Vinci eine Note, in der ihm das Agrément entzogen wird. Das Agrément läuft Samstag um 11 Uhr ab. In dieser Note wird ausgeführt, daß die abessinische Regierung in Anbetracht der Eröffnung der Feindseligkeiten, die den Tatbestand eines Angriffes darstellen, und des Einfalls italienischer Truppen seit dem Die älteste Krieger-Kameradschaftsfahne In der Edrenhalle des Kuffhäuser=Denkmals hat jetzt diese Fahne einen Platz gefunden, die eine der ältesten preußischen Regimentssahnen und gleichzeitig die Alteste Krieger Kameradschaftssahne des Kuffbäuserbundes ist. Sie diente schon im Siebenjäbrigen Kriege als Regimentsfahne und wurde 1786 der im gleichen Jahre gegründeten„Militärischen Schützenbruderschaft Wangerin(Pommern)= vom friderizianischen Füsilierregiment Brünning zu treuen Händen übergeben.(Aufn.: Atlantic. M) Nächtliches Gemetzel in Adua Die Abessinier machen die italienische Besatzung nieder— Schwerste Verluste 300 Abessinier gefangengenommen X Asmara, 12. Okt. Ersatzreserve I und ErsatzreserveH Erste Verordnung zur Aenderung der Verordnung über die Musterung und Aushebung 1935 anlgemeine Zeitung Samstag, den 12. Oktoder 1930 3. Oktober in abessinisches Gebiet die Mission des Gesandten beim Kaiser els beendet betrachtet. Die Note weist ferner in diesem Zusammenhang auf das Versprechen, die Funkanlage der Gesändtschaft nicht zu benutzen, was nicht eingehalten worden sei. Die Note des Außenministers schließt mit den Worten: „Auf Befehl des Kaisers bitte ich Euer Exzellenz, das Gebiet Abessiniens mit dem gesamten Ge sandtschaftspersonal so rasch wie möglich zu verlassen. Die notmendigen Schutzmaßnahmen bis zur Landesgrenze sind bei Benutzung der Eisenbahn sichergestellt.“ Der italienische Gesandte protestierte gegen die Behauptungen der Note. Er verweigert die Abreise, bis der Konsularagent von Magallo in Addis Abeba eingetroffen sei. Die Bitte des Gesandten, noch solange in Addis Abeba bleiben zu dürsen, wurde vom Kaiser jedoch abgelehnt. „Letzte Willkür“ „Popolo d'Italia“ zum Genfer Beschluß X Rom, 11. Okt.(Drahtb.) „Popolo d'Italia“ gibt seinem Artikel über Genf die Ueberschrift„Letzte Willkür“. Es sei empörend, daß der Artikel 16 gegen Italien in Betrieb gesetzt würde, den man beim Kriege in der Mandschurei, der 18 Monate Bauerte, und den über zweijährigen Feindseligkeiten zwischen Bolivien und Paraquay nicht angewendet habe. Italien lasse man für seine Loyalität gegenüber dem Völkerbund büßzen. Wenn jetzt in einem Augendlick, wo die Kriegsanstifter sich schon anschickten, triumphierend ihr geschickt gestelltes Netz zuklappen zu lassen, der Vertreter Italiens immer noch in Genf sei, so habe dies nur den einen Zweck gehabt: den Bölkerbund auf seiner Verantwortlichkeit festzunageln. In Wirklichkeit sei die Zusammenarbeit Italiens mit dem Völkerbund tatsächlich schon seit dem Augenblick abgebrochen, als der Rat unter Anwendung einer rechtswidrigen Geschäftsordnung, unter Verletzung per elementarsten Rechtsnormen und in Betätigung seiner vorgefaßten Absicht, Italien jede Gerechtigkeit zu verweigern. Rom als Angreifer bezeichnete und es der givilisierten Welt als geächtet hinstellen wollte. Seither sei die Seele und das Gewissen Italiens außerhalb Genfs. Man habe in Genf nicht die Versöhnung sondern die Unterdrückung gewollt. Sühnemaßnahmen seien ein Abenteuer, das zu einer harmlosen Komödie, aber auch zu einer Tragödie führen könnte. Der Kampf im Kochgebirge Die Lage an den abessinischen Frouten— Die heilige Stadt wird gehalten X Asmara, 11. Okt.(Drabtb.) (Funkspruch des Kriegsberichterstatters des DRB) Von der Nordwestecke Abessiniens werden starke abessinische Truppenbewegungen gemeldet, die sich hauptsächlich auf den Fluß Setit konzentrieren. Die italienischen Truppen verhalten sich dort zunächst sehr vorsichtig, da angesichts der nahen Sudan=Grenze die Gefahr politischer Verwicklungen nahe liegt. Im übrigen ist der italienische Vormarsch auf der gesamten Nordfront abgestoppt worden. Man will zunächst einmal die Nachschubfrage regeln und vor allem auf artilleristische Verstärkung warten. Auf abessinischer Seite wurden auf der Linie Megina—Rasdaschan—Amba—Alagi starke Truppenausammlungen beobachtet. Auf dieser Widerstandslinie wird es allem Anschein nuch zu sehr heftigen Kämpfen kommen, die durch die Eigenart dieses Hochgebirgsplateaus noch erschwert werden. Die beilige Stadt Aksum ist noch immer in den Händen der Abessinier. Sobald die Heeresgruppe Marawigna Nachschub erhalten hat. wird der Vormarsch gegen Aksum wieder ausgenommen werden. In der Umgebung der Stadt sind bisber keine Ansammlungen abessinischer Streirkräfte festgestellt worden. Die Meldung, daß drei italienische Flugzeuge an der Nordfront abgeschossen worden seien, wird von italienischer Seite als salsch bezeichnet. Man erklärt. daß drei Maschinen bei den Overationen nordöstlich von Anua stark beschädigt worden seien. Sie bätten aber ihre Ausgangsbasis noch erreichen können. Auch die Meldung, daß ein italienischer Oberst gefangen genommen worden sei, wird als unrichtig bezeichnet. Von der Somali=Front werden italienische Truppenbewegungen angekündet, die das Ziel haben, nach nordwestlicher Richtung die Fühlung mit der Heeresgruppe Santini aufzunehmen. In der Nähe des italienischen Hauptquartiers ist ein Lager für Gesangene errichtet worden. Vormarsch der italienischen Südarmee X London, 11. Okt.(Drahtb.) Wie Reuter aus Addis Abeba berichtet, hat die italienische Südarmee am Donnerstag den Vormarsch nach Norden durch das Gebiet von Ogaden, aber in einer gewissen Entfernung von der Grenz= von Britisch=Somaliland, begonnen. Seit mehieren Tagen hutten italienische Bombenflugzeuge das Gelände erkundet und Ansammlungen abessinischer Truppen mit Bomben belegt. Die italienischen Sturmtruppen werden von Tanks, Artillerie und Flugzeugen unterstützt. Die abessinischen Csegenmaßnahmen sind in vollstem Gange. Der linke Flügel der italienischen Streitkräfte unter General Santini drückt von Endagamus auf Makalle, wo Ras Selassie Gugsa mit abessinischen Truppen steht. Der rechte italienische Flügel unter General Maravigna hält die Höhen und Täler in der Umgebung Aduas besetzt. In allen Frontabschnitten finden Vorpostengefechte statt. An der durch den Setit Takkaze=Fluß gebildeten Eritreagrenze werden von den kriegerischen abessinischen Stämmen dauernd Ueberfälle auf die italienischen eing halten, was damit begründet wird, daß viele bei den letzten Kämpfen eingesetzte Abteilungen noch vermißt werden. Neuer italienischer Heeresbericht Die ersten Verlustziffern.— Abessinische Massenüberläufer? X Rom, 11. Okt.(Drabtb.) Nach zweitägiger Pause wurde am Freitagmittag durch das italienische Provagandaministerium wieder ein Heeresbericht ausgegeben, der erstmalia Verlustziffern angibt. In dem Bericht heißt es: „Während am 10. Oktober Verbindungen zwischen Heer und Etappe sowie alle Vorkebrungen für die Verpflegung. den Straßenbau und die Wasserversorgung weiter ausgebaut wurden, haben Teile des Eingeborenen=Armeekorps Infanterie= und Kavalleriestreifen über unsere bisherige Linie binaus vorgenommen und verschiedene abessinische Truppenteile zerstreut. Gegen Sonnenuntergans hat sich der Degiac Haile Selassie Gusla, der Führer des zweiten östlichen Tigre=Gebietes, unseren Vorposten genähert und sich mit seinen Bewaffneten, die einige Tausend betragen, unter den Befehl des Generals Santini gestellt. Kurz darauf ist auch der Degiae Kassa Araia mit seinen Bewaffneten auf unsere Seite übergegangen. Die Feststellungen, die man an der ganzen Front nach vier Tagen Vormarsch machen konnte, ergeben folgende Verlustziffern. 30 Tote, darunter fünf Italiener, 70 Verwundete, darunter 20 Italiener. Vermißt werden 33 Eingeborene. An Waffen wurden von den Italienern eine Kanone, ein Maschinengewehr, 134 Gewehre und 30 Munitionsbehälter erbeutet. An der Somalifront sind weiter zahlreiche Fälle von Fahnenflucht seitens abessinischer Truppen zu verzeichnen. Die ausländischen Pressenachrichten über fahnenflüchtige italienische Askaris sind dagegen falsch. In den nächsten Tagen wird das italienische Generalkommando auf das eroberte Gebiet verlegt werden. Die Gesundheit der Truppen ist sehrt gut, ihre Moral ausgezeichnet.“ Der deutsch-umerikanische Handel Ab 15. Oktober wird die Reistregünstigung mit den Vereinigten Staaten X Berlin, 12. Okt.(Drahtb.) Am 15. Oktober 1935 tritt der die Meistbegünstigung auf dem Warengebiet regelnde Actikel 7 des bisberigen deutsch=smerikanischen Handelevertraßes außer Kraft. Infolgedessen finden mit Wirkung vom gleichen Tage ab auf die deutsche Wareneinfuhr nach den Vereinigten Staaten ebenso wie auf die amerikanische Wareneinfuhr nach Deutschland nicht mehr die vertragsmäßigen, sondern die autonomen Zollsätze Anwendung. * Die Washinatoner Berichterstatter der amerikanischen Presse berichten über das bevorstehende Ende der Meistbegünstigung zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten in ruhiger. sachlicher Form und ohne jede Schärfe. Allgemein wird festgestellt, daß die in letzter Zeit stattgefundenen formlosen Besprechungen zur Klärung aller Einzelheiten geführt hätten und daß beiderseits Verständnis für die Lage bestehe. in der der andere Teil sich befindet. Angesichts des grundsätzlich festgelegten Programms, das die Vereinigten Staaten zur Zeit im Zuge der Neuregelung ihrer Handelsbeziehungen durchführen und das auf unbedingter, unbeschränkter Meistbegunstigung aufgebaut ist, konnte man im deutschen Fall. so wird bervorgehoben. keine Ausnahme machen. ohne daß das Programm, das bereits sechs Handelsverträge mit gegenseitigen Zollbegünstigungen gezeitigt hat, zusammengebrochen wäre. Ein Entgegenkommen gegenüber Deutschland bätte, so befürchtet man auf amerikanischer Seite, zur Folge gehabt, daß die anderen zwölf Staaten. die gegenwärtig mit den Vereinigten Staaten in Handelsvertragsverhandlungen stehen, alsbald eine ähnliche Sonderstellung verlangt haben würden. Oberst beck bei Reichsminister Neurath X Berlin, 12. Okt.(Drahtb.) Der volnische Außenminister Oberst Beck bat am Freitag auf seiner Rückreise von Genf nach Warschau einige Stunden in Berlin verweilt. Er hat diese Gelegenheit zu einem Gespräch mit dem Reichominister des Auswärtigen, Freiherrn v. Neurath, benutzt. Die Insammenarbeit zwischen Danzig und Polen X Danzig, 11. Okt.(Drahtb.) Nach mehrwöchigen Danzig=polnischen Verhandlungen sind am Freitag in Danzig zwei für die Wirtschaftsbeziehungen beider Staaten wichtige Protokolle unterzeichnet worden. Das erste Protokoll beseitigt endgültig die Meinungsverschiedenbeiten, die seinerzeit wegen der Auswirkunen der Danziaer Guldenbewirtschaftung zwischen Polen entstanden waren. Das zweite rlängert das vorjährige Hasenproanzig und Danzia.— W Protokoll verlängert das vorjährige Haft tokoll um ein weiteres Jahr. Der Inhalt der beiden Protokolle wird in einer gemeinsamen Danzig=polnischen Mitteilung bekanntgegeben, in der es zum Schluß beißt:„Durch die Unterzeichnung dieser Protokolle ist für die Folge der Rahmen gegeben für eine günstige wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen der Freien Stadt Danzia und Polen, eine Zusammenarbeit, die sich in der Richtung einer weiteren Normalisierung der Danziapolnischen Beziehungen auswirken wird.“ Unterhaus am 22. Oktober. Wie amtlich bestätigt wird, wird das englische Unterhaus am Dienstag, nterb dem 22. Oktober, wieder zusiimmentreten: das ist eine Woche früher als ursprünglich in Aussicht genommen war. Heimische Kraftstoffe in Front Erfolgreicher Abschluß der Versuchsfahrt über 16 000 Kilomeler X Berlin, 12. Okt.(Drabtb.) Die Versuchsfahrt mit heimischen Kraftstofsen, die über mehr als 16 000 Kilometer geführt hat, wurde am Freitagnachmittag mit einer kleinen Feier auf der Avus abgeschlossen. Die an der Fahrt beteiligten 46 Lastkraftwagen sind im besten Zustande wieder zurückgekehrt. An der Feier nahmen Vertreter des Heeres, des RSKK und der Industrie teil. Korpsführer Hühnlein gab einen Ueberblick über die Fahrt. Die 46 Lastkraft wagen sind seit dem 19. August unterwegs gewesen. Alle Fahrzeuge haben nach festgelegtem Programm die zum Teil sehr schwierige Strecke binter sich gebracht. Die Erfahrung, die gewonnen worden ist, ist durchaus positiv. Die zu lösende Aufgabe war nicht, einen Ersatz für die Leichtkraftstoffe zu finden. sondern deren Entlastung. Zum Schluß sagte der Korpsführer: Die Versuchsfahrt für heimische Treiostoffe 1935 ist ein Markstein in der Entwicklung der Kraftfahr zeuge mit heimischen Treibstoffen. Sie kann eine Grottat genannt werden. Der Beweis ist geDer Griechenhönig wieder Grieche Wieder griechische Staatsangehörigkeit für die königliche Familie X Athen. 11. Okt.(Drabtb.) Durch eine Verfügung der neuen Regierung wurde der königlichen Familie die griechische Staatsangehörigkeit, die ihr nach dem Umsturz aberkannt worden war, wieder zuerkannt. Der Ministerrat hielt am Freitag eine Sitzung ab. in der das Programm der neuen Regierung bis zur Rückkehr des Königs festgelegt wurde. Die Regierung schlägt Arbeiten für die nationale Verteidigung. Verstärkung der bewaffneten Macht und Senkung der Steuern für die arbeitende Bevölkerung vor. Die Regierung hat ferner einen Aufruf an die Bevölkerung der Insel Kreta. wo die Revublikaner bekanntlich den stärksten Rückhalt hatten, gerichtet, in dem das vaterländische Gefühl der Kreter angerufen und das Ergebnis der Sitzung der Nationalversammlung bekanntgegeben wird. unternommen. Trotz der durch diese Ereignisse bervorgerusenen unternommen. Nervosität in der Bevölkerung ist es bisher zu keinerVon italienischer Seite sind noch immer keine lei Störung des öffentlichen Lebens gekommen. Es genauen Angaben über die eigenen Verluste zu er= herrscht Ruhe und Ordnung, der Verkehr geht völlig ungestört weiter. In der Armee und in dem monarchistischen Teil der Bevölkerung ist große Begeisterung. Jubel in Achen X Athen, 11. Okt.(Drahtb.) Während der Sitzung der Nationalversammlung hatte sich vor der Kammer eine riesige Menschenmenge angesammelt, die mit großer Spannung auf die Beschlüsse der Versammlung wartete. Als diese bekanntgegeben wurden, erhob sich unbeschreiblicher Jubel. Besonders groß ist die Begeisterung beim Heer und den Royalisten. Alle Straßen der Hauptstadt sind voll Menschen, die die neuen Ereignisse besprechen und ihren Beifall kundtun. Ruhestörungen haben sich nicht ereignet. Hans Grimm, der Dichter von„Volk ohne Raum“, spricht in Amerika! In diesen Tagen ist Hans Grimm in Amerika eingetroffen, um zum„Deutschen Tag“ anläßlich der 250. Jahresfeier der ersten großen Deutschen=Einwanderung vor den Deutschamerikanern in Neuyork die Gedenkrede zu halten. Drei Eintopfesser Wirklichkeitsgeschichten- nicht erdichtet Von Karl Lütge. Schauplatz: Ein kleines Heilbad im Schwarzwald. den, in den Fischfreitag in Boston. Fremde Bräuche, mtlichen Holzbau=deutete er an, um seine Weltkenntnis zu unterstreichen, muß man achten. Dies oder das war eben so in dem betreffenden Land, da mußte man sich fügen. Und fügte sich. Aber Eintopssonntag—] Wie kommt man denn dazu? In Deutschland sich einfügen, in das, was Deutschland tut. Ausgeschlossen—— Das Kurhaus lehnt mit seiner heimatlichen Holzbau weise uster breitästigen Edelkastanien und träumt von beschaulicher Zeit; aber die Bilder, die auf der Terrasse hängen und deutsche Männer von Friedrich dem Großen bis Adolf Hitler zeigen, geben einem Blick ins Heute entschlossen Raum Behende, hübsche, niedliche Maidle in Tracht bedienen die Gäste. Die Glotter rauscht unsern. Forellen gedeihen darin. Die gute Küche des Kurhauses verdankt nicht ihnen allein den guten Ruf. Selbst eilige Autofahrer folgen dem zwingenden Hinweis der geschnitzten Wegschilber und kehren im Kurhaus zur Atzung ein, darunter Menschen aus vieler Herren Länder „Was Feines zu essen!“ sorderte an einem Eintopssonntag im zweiten Jahr ein Ausländer. Er batte breite Backentnochen und schwarzes, wirres Haar und fuhr recht böse aus, als er plötzlich vom Eintopfgericht hörte.„Eintopssonntag! Was geht das mich an!“ „Die drei Gerichte, die es heute gibt, sind sehr gut—— voriges Jahr hat der Herr——“ „Mir gleich, wer hier war und wer das Eintopfessen gelobt hat. Ich verzichte. Danke! Denk nicht daran!“ Im Hui fuhr der Wagen davon, ins Tal hinaus, zum Oberrheinland. Selbiger Mann aus Pardubitz oder Wischtuplitz fügte sich sonst, wie er selbst im Garten des Kurhauses, beim Umberschlendern zu einem Zufallsbekannten geäußert hatte, ohne Murren zn den stillen Sonntag in England, in das Alkoholverbot in Schwe Ein Däne erschien mit seinem raschen Wagen im oberen Tal, bei den bunten Trachten, den Edelkastanien, dem hell=lila Wein und den Forellen des Kurhauses. „Eintopssonntag! Das betrifft doch mich hoffentlich nicht! Mir können Sie doch geben, was Sie wollen— wie?“ „Nein, das ist nicht möglich,“ entgegnete die trachtenfroh gekleidete kleine Taaltochtei.„Aber das Eintopfessen ist sehr gut heute...“ Der Däne stieg über den Kies des Gartens und landete im Stübchen mit dem gronen Kachelosen. Dort saß mit schmunzelndem Gesicht sein Wagenlenker. „Was ist denn Ihnen Gutes begegnet!“ „Schmeckt prima,“ antwortete kauend der Chaufseur. „Go— Na, dann muß man eben auch in den sauren Apfel beißen. Also, Maidt., was gibt es denn! Linsen mit Speck! Gut— elnverstanden.“ Als der Däne weg fuhr, hatten sich die Mitzmutsfalten in seinem Gesicht zerstreut. Ein Feinschmecker war zufrieden und winkte, als der Wagen die steile Straße hinabrollte, grüßend mit der Hand zu dem Maidle, den Kastanien und dem alten Bau. Zwei ältere Engländer kamen zum hell=lila Wein, dem berühmten, nicht ungefährlichen Glottertäler. Sie wünschten gut zu essen, wie alle die vielen Autler, die ins Tal hinauf zu den Edelkastanien fahren. „Eintopf— od—,“ machten sie gedehnt.„Müssen uir das essen?“ Es blieb ihnen nichts anderes übrig. Sie bekamen das Gericht, das sie sich unter den drei ausgesucht hatten, und verzehrten es schweigend, ohne Stellungnahme. Die Engländer tranken Glottertäler dazu und fuhren dann wieder fort, ohne eine Bemerkung. Aber am solgenden Sonntag erschienen sie wieder in ihrem Wagen mit dem Nummernschild„GB“. Sie gingen mit raschem Schritt über den Kies des Kurhausgartens und fragten in der Tür:„Gibt es heute wieder Eintopfessen—?“ „Nein, heute gibt es drei verschiedene Menus und nach der Karte.“ Die Gngländer wählten das große Essen und verzehrten es mit sichtlichem Bebagen. Als sie das Eis aufgeschleckt und die Teller zurückgeschoben hatten, sagte der Aeltere von ihnen:„Es war recht gut am letzten Mal. Aber wir mußten doch sehen, wie es schmeckt, wenn es kein Eintopfessen hier gibt.“ Darauf fuhren die gründlichen Engländer davon. Sie sahen sich nicht um. Die Probe war für sie befriedigend abgeschlossen. Man konnte während und außerhalb des Eintopfsonntags in Deutschland gut eisen.— Des.—— liefert, daß Lastkraftwagen mit heimischen Treibstoffen wirtschaftlich und betriebsicher zu betreiben sind. Anschließend sprach Reichsverkehrsminister Freiherr v. Eltz=Rübenach. Der Erfolg sei so groß, daß ein gewisser Leistungsabfall im normalen Betrieb getrost hingenommen werden könne. Das Ergebnis der praktischen Untersuchung sei geeignet, den letzten Saulus zum Paulus zu machen. Schon allein die Tatsache, daß alle 46 am Start beteiligten Fahrzeuge sozusagen gesund und munter hier wieder zu sehen seien, sei außerordentlich vielsagend. Die Bedeutung der Fahrt lasse sich dahin zusammenfassen, daß die deutsche Motorisierung, wenn es wirtschaftlich oder sonst wie irgendeinmal schlimm kommen sollte, letzten Endes frei sei von der gefährlichen nationalen Unselbständigkeit in der Treibstoffversorgung. Wenn wir auch annehmen mußten, so führte der Minister weiter aus, daß die Holz= und Holzkohle=Generatoren, die schon früher zu großer Betriebsreife entwickelt waren, den Anforderungen der Fahrt gewachsen sein würden, so war dies nicht mit gleicher Sicherheit für die noch wenig erprobten Generatoren für Schwelkoks, Anthrazit und sogar Braunkohle=Briketts anzunehmen. Das vorzügliche Abschneiden der mit diesen Treibstoffen fahrenden Wagen möchte ich mit als das wertvollste Ergebnis der Fahrt verbuchen. Es ergibt sich hieraus eine gewaltige Verbreiterung unserer Brennstoffdecke. Wenn diese Entwicklung so weiter geht, braucht man die Hoffnung nicht aufzugeben, daß der zur Zeit nur garnisondienstfähige Generatorwagen in absehbarer Zeit k. v. geschrieben werden kann und daß das Interesse der Wehrmacht, welches heute noch ein mittelbares ist, zu einem unmittelbaren ausreift. Gesetz zur Aenderung der Militärstrafgerichtsordnung X Berlin, 12. Okt.(Drahtb.) Das Reichsgesetzblatt veröffentlicht ein Gesetz zur Aenderung der Militärstrafgerichtsordnung und des Einführungsgesetzes dazu. Zum aktiven Wehrdienst einberufene Wehrpflichtige des Beurlaubtenstandes und die ihnen gesetzlich gleichstehenden Personen sind nach diesem Gesetz der Militärgerichtsbarkeit wegen aller strafbaren Handlungen unterstellt, außer denen, die sie vor dem Tage begangen haben, zu dem sie einberufen sind. Während der Dauer einer Dienstleistung der zum aktiven Wehrdienst einberufenen Wehrpflichtigen des Beurlaubtenstandes und der ihnen gesetzlich gleichstehenden Personen dürfen die allgemeinen Behörden ohne Zustimmung der Militärbehörden keine Untersuchungshaft gegen sie verfügen und Hauptverhandlung nur abhalten, wenn ste von der Verpflichtung entbunden sind. in ihr zu erscheinen. Als Beisitzer zu den Kriegs= und Oberkriegsgerichten darf nur berufen werden, wer mindestens das 21. Lebensjahr vollendet und mindestens ein Jahr der Wehrmacht angehört hat. Das neue Gesetz bestimmt weiter, daß. auch wenn ein Urteil nur von dem Angeklagten oder zu seinen Gunsten vom Gerichtsherrn angesochten worden ist. es zum Nachteil des Angeklagten geändert werden kann. Hat ein Soldat vor oder nach seinem Diensteintritt oder ein Wehrmachtbeamter vor oder nach seiner Anstellung eine Freiheitsstrafe verwirkt, so wird sie von den Militärbehörden vollzogen. Ist die Ehrenstrafe der Dienstentlassung verwirkt oder wird das Wehrpflichtverhältnis durch die Ehrenstrafe des Verlustes der Wehrwürdigkeit oder durch Verurteilung zu Zuchthaus oder aus einem anderen Grunde aufgelöst, so geht die Vollstreckung auf die allgemeinen Behörden über. Ueber die Militärgerichtsbarkeit der Wehrmachtteile besagt das Gesetz: Zur Ausübung der Militärgerichtsbarkeit bestehen im Heer, in der Kriegsmarine und in der Luftwafse eigene Militärgerichte erster und zweiter Instanz. Der Reichskriegsminister kann die ihm nach der Militärstrafgerichtsordnung und dem Einführungsgesetz hierzu zustehenden Befugnisse auch dem Oberbeseblshaber der Wehrmachtteile für ihren Bereich übertragen. Hauptschriftleiter: Dr. Wilhelmn Brepohl. Stellv. Hauptschrittleiter: I.eo Hamp: Verant= wortllol. für Polltik and Hander: Leo Hamp: für Kommunalpolltik und Feuilicton: Dr Wilbeim Brepohl: für Musik. Verbreitungsgeblet und Provins: Dr. Wilbelm Niemöller: für Lokales und Sport: Ewald Krün mei: für den Anzeigenteil: WIIheIm Ehlerdina: eämtlich in Gelsenkirchen.— Berliner Schriftleitung: Armin Kiehl, Berlin SW 11.— Druck und Verlag der„Gelsenkirehener Allgemeinen Zeitung" Carl Bertenburg. DA. IX. 35: über 11400. Zur Zeit ist Preisl. Nr. 4 gültig. Gelsenkirchener Allgemeine Seitung 2. Blast Nr. 280 33. Jahrgang Samstag, den 12. Oktober 1935 Aus Groß-Gelsenkirchen 12. Oktober 1935 Deutschland um einen Topt! Alles unter einem Hut, Und der Hut steht uns sehr gut! Wir fühlen uns wieder ganz enorm Und kommen immer mehr in Form, Wir ziehen alle an einem Strick, Ein Ziel gibt's nur für unsern Blick! Wir schreiten vorwärts im gleichen Schritt Und reißen den letzten Zagen mit, Ein Wollen, ein Streben hält uns frisch, Wir sitzen zusammen an einem Tisch. Ganz Deutschland sitzt morgen Kopf an Kopf In Einheit zusammen um einen Topf! Tia: kein Mensch wird erwarten, daß ich ein Mittagessen— bestehend aus Fleischbrühe mit Markklößchen, Rinderbrust mit Meerrettich, gemischtem Salat und Bratkartofseln, Nachtisch: Käseschnittchen mit Mokka— schlecht mache! Man soll das Schöne anerkennen, wo man es findet, und wenn sich's in einer vergnüglichen Abwechslung bietet— ich denke da z. B. an eine in Sahne hergerichtete Rehkeule oder an einen duftenden Gänsebraten— so soll diese Anerkennung dem Schönen um so freudiger gezollt werden... Diese Tatsache schließt aber andererseits nicht aus, sein Wohlwollen von Zeit zu Zeit einem solennen „Durcheinander“ zuzuwenden, zumal man sich erinnert, daß Hammelfleisch mit grünen Bohnen seine Vorzüge hat, daß man hin und wieder danach schreit und— wenn man in Bezug auf das Hungergefühl so sagen darf— lechzt... Gewiß werden sich in dem Augenblick, in dem ich Hammelfleisch mit grünen Bohnen ein Loblied singe, Tausende und Tausende der Gerichte entsinnen, die sich ebenso bescheiden in einem Topf herrichten lassen, und die nicht an erster Stelle Erwähnung fanden... Bitte: dem Hammelfleisch mit grünen Bohnen hat bereits ein Dichter ein Benkmal gesetzt. Rideamus meint im Textbuch zu Kollos„Drei alte Schachteln": Hammelfleisch mit grienen Bohnen — Liebste, biste jut! Wie soll der Soldat sich schlagen, Der nicht essen tut?... Damit wäre zur Genüge die Berechtigung dokumentiert, dieses Gericht als erstes zu nennen... * Man soll nicht vergessen: ich spreche über das Eintopfgericht als Mann, und als Mann habe ich es mir abgewöhnt, mich vorzeitig nach dem zu erkundigen, was der Mittagstisch mir beschert. Ich bin kein Topfgucker, und diese gute Eigenschaft gleicht meines Erachtens die eine oder andere schlechte, die ja immerhin vorhanden sein mag, wieder aus... Ich weiß also nicht, was mir der Eintopssonntag morgen bringt und lasse mich glattweg überraschen! Ich wage auch nicht den Wunsch auszusprechen, daß ich mich morgen gerne zu einem„Suppentopf“ hingezogen fühlen würde, ob ein Quodlibet aus Brühe Rindfleisch, Blumenkohl, Erbsen, Möhren, Spargel und Nudeln... Wir gesagt: ich lasse mich überraschen, und wenn die Ueberraschung eine angenehme ist, sollte es mich um so mehr freuen... Womit immer noch nichts gegen Hammelbohnenfleisch vorgebracht sein soll... Wie stellen Sie sich zum Beispiel zu Mettwurst in Grünkohl?— Gewiß, es kommt auf das Verhältnis an, in dem Wurst und Kohl zueinander stehen. Ich fasse die Frage prinzipiell auf und setze dabei voraus, daß sich die beiden Bestandteile in einem anerkennenswerten Verhältnis zu einem Eintopfgericht vereinigen.... Eine Dame, die mir gegenüber sitzt und deren Küchenkenntnisse ich nicht nachprüfen kann, behauptet, daß Makkaroni mit Speck geradezu der Inbegriff eines Eintopfgerichtes sei.— Man sollte diese Behauptung nachprüfen! Wer weiß, welch eine neue Erfindung dahintersteckt? Man braucht sich keinen Vorwurf zu machen, daß Makkaroni ein italienisches Gericht ist, da ja die Neutralität durch die Inanspruchnahme echten westfälischen Specks gewährleistet werden könnte.... Erbsensuppe mit Spea:— Ich will''s dahingestellt sein lassen, wieviel Zungen in diesem Augenblick leckernd an den Lippen vorbeifahren. Gerade in unserer Heimat kennt man diese Zusammenstellung= und man läßt ihr auch, unabhängig von den Erfordernissen des Eintopssonntags, oftmals alle Ehren angedeihen.... Nur um daran zu erinnern: Pichelsteiner Fleisc.... Sie kennen das nicht?— Ich weiß auch nicht, wie es sich zusammensetzt, aber ein Herr, dessen Intelligenz ich in Anspruch nahm, gab mir die ehrenwörtliche Versicherung, daß diese Sache„so!“ in Ordnung ist. Um den Menschen entgegenzukommen, die ihre Vorliebe zum Ausland, soweit die gute Küche in Frage kommt, nicht unterdrücken können, werse ich, um anregend zu wirken, das Wort„Trish Stew“ in die Debatte. Liebe Hausfrauen, sehr werte Küchen=Chefs aller Hotelbetriebe! Ich bitte um Entschuldigung, wenn Sie hier und dort einen Fehler entdecken sollten Ich gehe mit dieser Bitte viel weiter als ich es nötig habe, denn ich bezog meine Kenntnisse, die ich offenborte, restlos von Hausfrauen und solchen, die es werden wollen und von Küchen=Chefs. Im übrigen steht der Vorzug des einen oder anderen Eintopfgerichtes überhaupt nicht zur Debatte, sondern es dreht sich darum, jeden Leutschen Volksgenossen— vom Krösus bis zum armen Teufel— an seine Pflicht zu erinnern! Jeder wahrhafte Deutsche tut es morgen seinem Führer nach: Eintopf essen! Ganz gleich, was es gibt: In der Gemeinschaft eines gegen Not und Elend kämpfenden Volkes zu essen, kann den Appetit nur steigern... Ganz Deutschland sitzt morgen Kopf an Korf, In Einheit zusammen um einen Topf! ek Ein Großbrand wurde gelöscht Am Donnerstag fand an der Almaschule in Ueckendorf eine Löschübung des Löschzuges 8 Im Verein mit den Löschzügen 10 und 14 statt. Es wurde ein interessanter Einblick in die Arbeit der freiwilligen Feuerwehr gegeben. Rechts: Ein Schwerverletzter rettet sich aus dem brennenden Treppenhaus. Unten: Anmarsch zur Löschübung Aufnahmen: Brosch, Müller Hotorraddiebstahl— ein Schabernach Das Gericht nahm die Sache ernster, als die Diebe es wahrhaben wollten Gefängnisstrafen Der 25 Jahre alte Gustav W. kann es nur einem glücklichen Zufall verdanken, daß er sich trotz seiner vier einschlägigen Vorstrafen nicht schon wegen Rückfalldiebstahls zu verantworten hatte. Er steht nämlich schon jenseits der Möglichkeit, die den Gerichten noch die Zubilligung von mildernden Umständen gestattet. W. wollte sich am 31. Juli ein Paar Schuhe in der Stadt kaufen. Er nahm seinen Freund M. mit und unterwegs nötigte er einen weiteren Bekannten K., mit ihm ein Glas Bier zu trinken. Es blieb natürlich nicht bei einem Glase und am Ende stellte W. fest, daß er in einem Lokal gar für über zwei Mark Brötchen ausgegeben und verzehrt hatte. Der genossene Alkohol tat das Seine und auf dem Heimweg fing W. bitterlich zu weinen an. Er sagte, er müßte zumindest die 2 Mark wiederhaben. Die beiden Freunde trösteten ihn, so gut sie es vermochten, aber das Geld konnten sie ihm nicht wiedergeben. So kam W. auf den Vorschlag, daß man durch die Wirtschaften gehen sollte, wo er als Zauberkünstler auftreten wollte. M. übernahm die Anfragen bei den Wirten und sollte auch die Gelder einkassieren. Wie es das Unglück wollte, lehnten alle Wirte ab. Niedergeschlagen machte man sich auf den Heimweg. Vor einem Hause sah W. ein funkelnagelneues Motorrad stehen. Zunächst sagte er zu seinen Begleitern, daß er dem Besitzer einen Streich spielen wolle. K. lehnte sofort ab und ging weg. Er blieb aber an der nächsten Straßenecke stehen, da er gleich den Verdacht hegte, daß W. die Maschine stehlen würde. Tatsächlich sah er denn auch, wie die beiden die Maschine wegschoben und verschwanden. K. sah später den Eigentümer nach seiner Maschine suchen und sagte diesem auch, wer die Täter waren. Der Bestohlene sauste auf einem anderen Motorrad durch die Straßen der Stadt und entdeckte die Maschine endlich in der Richardstraße in Bulmke. Man hatte tatsächlich versucht, die Maschine in Gang zu bringen. Bei der Polizei versuchten W. und M. zuerst zu leugnen. Sie wollten ein Alibi in Wanne=Eickel nachweisen. Dieser Versuch war aber zwecklos und endlich gestanden beide ein, das Rad nur aus Scherz„beiseite geschoben" zu haben. M. erklärte schließlich auch noch, daß W. ihm wiederholt unterwegs gesagt habe, er würde die Maschine verkaufen. So waren W. und M. des Diebstahls überführt. W. bekam fünf Monate und M. zwei Wochen Gefängnis. In den Gaubeirat des WhW berufen Das Gauamt für Technik teilt mit: Der Gauamtsleiter des Amtes für Technik für den Gau WestfalenNord Pa Hulek=Gelsenkirchen wurde durch den Gaubeauftragten für das Winterhilfswerk für den Gau Westfalen=Nord in den G. Lbeirat des Winterhilfswerkes des Deutschen Volkes 1935/36 berufen. Was nicht alles gestohlen wird! In der Nacht zum 30. September, zwischen 24 und 1 Uhr, wurde vom Bahnsteig des Bahnhofs Schalke von einer Wasserleitung der Messinghahn herausgeschraubt und mit dem Trinkbecher, der sich an dem Kran befand, entwendet. Personen, die Angaben machen können, werden gebeten, sich bei der Kriminalpolizei in Gelsenkirchen, Ahstraße 24, Zimmer 70 bis 72, zu melden. Tos durch Mißhandlungen? Dieser Tage wurde der 73 Jahre alte Invalide Johann F. in seinem Bett tot aufgesunden. Als die Angehörigen den Toten beerdigen wollten, beschlagnahmte die Kriminalpolizei die Leiche, da inzwischen bekanntgeworden war, daß F. von seinen Angehörigen seit längerer Zeit in der brutalsten Weise mißhandelt worden war. Der alte Mann war wegen eines Magenleidens sehr gebrechlich, sand aber trotzdem bei den Mitgliedern der Familie kein Mitleid. Bei den Mißhandlungen taten sich besonders die Frau und der Stiefsohn hervor. Es steht noch nicht fest, ob der Tod des Mannes auf die Mißhandlungen zurückzuführen ist. Die Obduktion der Leiche ergab jedoch Spuren der Mißhandlungen, u. a. auch Rippenbrüche. Die Polizei nahm die 68jährige Frau F. und deren 34jähriger Sohn Wilhelm fest und führte sie dem Amtsgericht zu, das Haftbefehl gegen sie erließ. Platzkonzerte als für das Winterhilfswerk des deutschen Volkes 1935/36 Zur Eröffnung des dritten Winterhilfswerkes 1935 1936 und anläßlich des 1. Eintovssonntages finden im Bereiche der Ortsgruppe Schalke=Heßler folgende Platzkonzerte statt: 11.30 bis 13 Uhr Schalker Markt: Feuerwehrkapelle der Zeche Consolidation. 11.30 bis 13 Uhr Schillerplatz, Feldmark: Werkskapelle der Firma Küpversbusch& Söhne AG. 11.30 bis 13 Uhr Marktvlatz Heßler: Werkskapelle der Zeche Wilhelmine Viktoria. 11.30 bis 12.15 Uhr Möntingplatz. 12.15 bis 13 Uhr Königgrätzer= u. Antoniusstraßen=Ecke: Werkskapelle der Firma Grillo Funke. Der gestürzte Sendeturm Besuch in Laugenberg— Ein Hausen Kleinholz blieb übrig Die Bahn des Wirbelwindes „Denn die Elemente hassen das Gebild der Menschenhand...“ Da schweigt er nun, der Riesen=Lautsprecher von Rheinland und Westfalen, der Großsender Köln. Stolz und schlank wuchs er auf einer der Höhen bei Langenberg in den Himmel und strahlte seine Sendungen hinein in die Landschaft des deutschen Westens; in die Groß= und Kleinstädte. in die Dörfer und Einzelhöse. Noch in den Mittagsstunden des Mittwoch wurde von hier aus die Stimme des Führers in das Volk getragen, erging jener große Appell zur Volksgemeinschaft der Tat. der uns allen zum Herzen drang. Und 24 Stunden später, am Donnerstag. verstummten plötzlich die Radioapparate.— der Turm war umgestürzt! „Heuk' ist doch nicht der 1. April“ Kaum zu glauben war es, und die Wahrheit nahmen viele sogar als Ulk hin. Sie hängten sich ans Telephon und erkundigten sich nach der Sendestörung, und als man ihnen von dem eingestürzten Turm erzählen mußte, da lachten sie einen aus. Es ginz ihnen, wie dem Langenberger Volksgenossen. den ich soeben am Sender gesprochen habe: Er saß zu jener Stunde gemütlich in seiner Stube und schmauchte die Mittagszigarre, als seine Frau ganz einfach feststellte:„Du, der Sender ist weg! Worauf der Mann erwiderte:„Lieschen, heut' ist nicht der erste Avril. So einen Bären lasse ich mir nicht aufbinden.“ Er ging aber doch ans Fenster und sah in den Sturm hinaus, wobei sein Blick„ganz zufällig“ auch zur Höhe schweifte. und mit Staunen stellte der Mann fest:„Tatsächlich. Muttern, der ganze Turm ist weg!" Das war ein schwerer Stich für den braven Langenberger. der auf die Stabilität dieses Wunderwerkes der neuzeitlichen Technik geschworen hätte. Dann siegte natürlich die Neugier. und rauf ging es. den Berg in Sturm und Regen. dem verschwundenen Sender zu. Tausende hatten nur dieses eine Ziel. Wo der Sturm hauste... Diese Wallfahrt setzte auch am Freitag schon wieder zeitig ein. Zu Fun und mit Fahrrädern ging es Leitspruch der Arbeit Recht ist, was dem Volke nützt, Unrecht, was ihm schadet. Dr. Frank. Was vom Sender nor“ sicht. Im Vordergrund das Abstimmungshäuschen und der Rest eines Turmfußes auf dem Betonsockel. Im Hintergrund der Holzhaufen des Sendeturmes. Aufn.: Brosch dutzendweise der Anhöhe zu, und mit uns trafen auch schon mehrere Autos ein. Wenn man sich von Ueberruhr und Kupferdreh auf der kurvenreichen Straße Langenberg nähert, erfreute man sich stets am Anblick des Senders. Heute sieht man droben auf der Höhe etwas Unsymmetrisches in die Helle ragen, als ob man dort mit dem Abteufen eines Schachtes begänne. Nun, wir sollten es bo!) näher sehen... Schon sind wir in Langenberg und dürfen auf der Straße nicht weiter. Der gemütlich=rundliche Polizist ist sehr ungemütlich; er seh bewußt, was es bedeute, daß Langenberg ue plötzlich in den Mittelpunkt des Interesses ernut werden. Es hilft alles nichts: wir müssen. auf den Parkplatz und raus aus der Autokutsche. Bann gehi Fut bergan, und das ist in der Tat gut so. Vom Sender ist nichts zu sehen. Aufwärt set es durch die herbstlichen Felder, hinein in de# enen Buchenwald, unc bald sehen wir, wie da und dort Aest Sgesolittert worden sind. Eine Kurve, wir sind oben. I stabile BismarckTurm steht noch, unweit dane###en ist eine machtige Eiche in der Mitte ab esplittert und wiederum etliche Meter weiter ist eine kleinere Eiche abgedreht und ausgefranst, wie ein Strohhalm. Links taucht dann das Senvevaus auf. Hier ist alles heil und liegt friedlich im Morgennebel. Doch links, was ist das? Da steht ein Försterhaus, dessen Giebel der Wind stark mitgespielt hat. Die ganze Giebelwand ist mit Brettern neu verkleidet, der Dachvorsprung ist abgedeckt. muß Zug um Zug der Säge der Arbeiter weichen, und schnell ist das Haus um etwa einen Meter kürzer... Auch eine Sturmfolge! Blickt man weiter aus dieser unheilvollen Bahn. dann sieht man zwischen einigen Bäumen hindurch ein schwarzbraunes Durcheinander: den zusammengeknickten Sender Nicht für möglich sollte man es halten, was hier das Sturmeswüten angerichtet hat. Da ragen zwei krumme Riesensinger sinnlos in die Luft. Es sind Stumpen, wie von einem gekaperten Sealer. Tritt man näber, dann sieht man, daß es die Reste von den beiden binteren Stützen des Funkturmes sind. Verlassen hängen noch etliche Holzsplitter seitwärte im Leeren. Und die anderen beiden Stützen? Ach Gott. sast hat man sie übersehen. Ich stehe ja unmittelbar davor. Man sieht noch den Betonsockel, doch vom Trägerholz sind nur noch einige ärmliche und erbärmliche Strünke vorhanden. Den Turm brauchen wir nun nicht mehr lange zu suchen. Er liegt— kaum etwas in sich zusammengebrochen— der Länge nach in einem Rübenseld. Hätte ihn der Wino nach der anderen Seite gedrebi, dann wäre das Försterbaus heute ein Schutthausen und das Sendehaus hätte sicherlich auch einen gehörigen Denkzettel abbekommen... Die Reichspost hatte also noch Glückim Unglück. Nun ist der ebedem so zweckvoll gebaute Turm ein wirres Durcheinander von schwarzbraun ge ##gemeine Zeitung Samstag, den 12. Oktober 1935 Schütze Dich vor Luftangriffen! Zur großen Verdunhelungsübung tränktem Pechkieferholz, das in Deutschland den Namen„Pitchvine“ trägt. Lleinholz ist es, das in Hausen herumliegt, bald etwas loser, bald in starken Bündeln: denn viele Fugen haben Orkan und Sturz getrotzt. Viel ist da nicht zu sehen; man stolvert über das Holz dahin und besieht sich die Bescherung mal von dieser und mal von der anderen Seite. Aber es ist stets das gleiche: der Turm ist vollkommen zerstört und wird schweigen. trotz der nervösen Drängelei der Rundfunkhörer. Wir müssen uns schon damit begnügen, daß die Sendeleitung einen Ersatz sobald als möglich in Aussicht gestellt hat. Inzwischen sind die Herren von der Reichspost und vom Sender an Ort und Stelle, um die notwendigen Erhebungen zu treffen. Einen Schuldigen zu suchen, erübrigt sich wahrscheinlich hier, denn es ist offensichtlich, daß in diesem Falle der Sturm etwas zu mächtig zugefaßt hat. So bleibt uns nur das Bedauern über dieses unvorhergesehene böse Walten der Naturgewalten und der Wunsch, daß die Sendeleitung Köln uns in nicht allzu langer Zeit von einem neuen Turm aus befunken kann, mag er nun wieder aus Holz oder aus Stahl errichtet werden.(El—Ha) Pfundsammlung bevorstehend! Auch im 3. Winterhilfswerk des deutschen Volkes werden wieder die auen Volksgenossen wohlbekannten Pfund= und Kleidersammlungen durchneführt. Um jedem die Möglichkeit zu geben, sich nach besten Kräften und Vermögen an diesen wichtigen Sammlungen für die notleidende Bevölkerung zu beteiligen, werden von den Ortsgruppen des Winterhilfswerkes für Pfunssammlungen acht Tage vor jeder Sammluns W5W=Pfundtüten ausgegeben. Diese werden in den nächsten Tagen in sämtliche Haushalte und Kleinhandelsbeschäfte gebracht und bei der ersten Pfundsammlung am 18. und 19. Oktober wieder abgeholt. Die Sammlungen der letzten Winterhilfswerke haben in immer steigerndem Maße ein glänzendes Zeugnis von der Ovferbereitschaft unserer Industriebevölkerung gegeben. Wir wissen, daß wir keine Fehlbitte tun, wenn wir auch im 3. Winterhilfswerk erneut an das soziale und stets opferbereite Her: unserer Volksgenossen appellieren. Die große Not in vielen Arbeitersamilien ist noch nicht behoben und es bedarf der äußersten Pflichterfüllung und Kraftanspannung, auch diesen Familien über die schwere Winterzeit binwegzuhelsen. Schwerer Iusammenstoß zwischen Motorradfahrer und Radfahrerin An der Ecke Wildenbruch= und Hüttenstraße stießen am Donnerstag ein Motorradfahrer und eine Radfahrerin zusammen. Als letztere in die Wildenbruchstraße einbog, wurde sie von dem Motorrad erfaßt und zur Seite geschleudert. Die Radfahrerin erlitt eine schwere Gehirnerschütterung sowie Hautabschürfungen an den Beinen und wurde ins Krankenhaus transportiert. Lebensgefahr besteht nicht. Die polizeiliche Klärung der Schuldfrage ist im Gange. 77jähriger Mann verwißt Der 77jährige Bildhauer Georg Groll, Grenzstraße 50, wird seit dem 5. Oktober vermißt. Der Mann leidet an Altersschwäche und hat in letzter Zeit schon einige Male seine Wohnung verlassen. Der Vermißte trug einen grauen Hut, einen Rock, Pfeffer und Sal:„raue Hose, graue Strümpse und Schnallenschuhe. Es ist nicht ausgeschlossen, daß sich G. auch diesmal wieder nach Essen gewandt hat. Mitteilungen über den Aufenthalt des Vermißten nehmen sämtliche Kriminaldienststellen, insbesondere die Kriminalpolizei Gelsenkirchen und die Provinzialnachrichtensammelstelle für Vermißte beim Polizeipräsidium Recklinghausen entgegen. 53 im Kampf gegen hunger und Kälte Die westfälische HI setzt sich für das Gelingen des ersten Eintopf=Sonntags ein. Auf Besehl der Gebietsführung Westfalen der Hitler=Jugend werden in allen ( sandorten Einheiten der HJ für die Werbung zum morgigen Eintopssonntag eingesetzt. In Zusammenarbeit mit den Kreisamtsleitungen der NSB werden die Jungen und Mädel mit Sprechchören und sonstigen Veranstaltungen in der Oeffentlichkeit für das Gelingen des Eintopssonntages werben. Besonders am Sonntagvormittag wird die Werbung für das Eintopf= essen im Zeichen der HI stehen. Der Polizeipräsident gibt bekannt: Wie notwendig der Schutz der Zivilbevölkerung gegen feindliche Flugzeugangriffe ist, zeigen uns die kriegerischen Verwicklungen in Abessinien. Allein an einem Tage sind nach Meldung der Tageszeitungen durch seindliche Bombenangriffe etwa 1700 Personen gerotet bzw. schwer verletzt worden. Dabei handelte es sich um einen Angriff. der von verhältnismäßig schwachen Kräften durchgeführt wurde. Volksgenosse, erkennst Du nun die Gefahr. in der Deutschland und in der Du bei einem Luftangriff schwebst? Darum zeige Diszivlin bei der Befolgung der gegebenen Anweisungen für die Verdunkelungsübung am 23. Oktober 1935. Denke daran, daß mit Beginn der Dunkelbeit bis 21 Uhr die„eingeschränkte Beleuchtung". von 21—23 Uhr„Verdunkelung". von 23—24 Uhr die„eingeschränkte Beleuchtung" und von 24 Uhr an wieder der Normalzustand besteht. Es haben sich bei den bisher durchgeführten Verdunkelungsübungen folgende Maßnahmen allgemein bewährt und sind darum bei der Verdunkelungsübung am 23. Oktober 1935 ebenfalls anzuwenden. Grundsatz ist: nicht Licht löschen, sondern abblenden, keine Bebelfsmaßnahmen schaffen. sondern Dauermaßnahmen, die auch im Ernstfalle tauglich sind. Zutreffende Mahnahmen In Wohnungen und sonstigen Näumen: Für die Verdunkelung haben sich Vorhänge aus lichtundurchlässigen Stoffen und Schnapproller bei gut abschließender Anbringung bewährt. Ebenso sind Rolläden und Fensterläden geeignet, wenn sie nachgedichtet werden. Klapp=Jalousien sind für die Verdunkelung ungeeignet. Die Verwendung von Fenstervorsätzen aus Holzrahmen, die mit schwarzem Papier bespannt werden, ist nicht zu empfehlen, da diese Vorsätzer sehr unhandlich sind und leicht beschädigt werden. Praktisch dagegen ist das Anbringen kleinerer Papptaseln in Größe der einzelnen Fensterscheiben, die durch Holzleisten oder durch sonstige Vorrichtungen in den Fensterrahmen befestigt werden. Bei Doppelfenstern ist das Bespannen der inneren Fensterflügel mit dunklem Papier oder Karton die einfachste Art der Abblendung. Es ist aber darauf zu achten, daß kein Licht durch die Fenster nach außen dringt. Bei dieser Art der Verdunkelung besteht der Vorteil, daß bei ausgeschalteter Innenbeleuchtung die Fenster geöffnet werden können, ohne die Verdunkelungsvorrichtung zu entfernen. In Treppenhäusern. Fluren und Aborten: Ueberall dort, wo nur eine schwache Helligkeit genügt, ist die Anbringung von Verdunkelungsvorrichtungen an den Fenstern nicht erforderlich, wenn die Abblendung durch Glühbirnen aus blauem Glas oder durch Abblendekörver aus Zellon. Blech usw. in der Weise durchgeführt wird, daß kein Lichtschein nach außen dringt. In Betrieben, Werkstätten usw.: Die Arbeitsplätze sind einzeln durch nach oben und an den Seiten in Glockenform abgeschirmte Platzbeleuchtungen zu erhellen. Hierdurch wird die Fortführung der Arbeit ermöglicht, ohne daß die Beleuchtung von außen zu lehen ist. Die übrige Decken= und Wandbeleuchtung ist auszuschalten. Wenn nötig. sind Fenster und Oberlichter mit einem Blauanstrich oder dichten Stoffvorhängen restlos zu verdunkeln. Es genügen in der Regel Fenstervorhänge, die dunkelblau gefärbt werden und an den Stößen durch Anbringung von Schnallen oder Druckknövsen fest verbunden werden. Selbstverständlich müssen die Vorhänge so lang sein. daß sie über die Fensterbrüstung nach unten hinaus ragen. Bei Glasdächern, Oberlichtern usw.: Die Abdunkelung geschieht am besten mit blaugefärbten Stoffvorhängen, mit Wellvappe und Packpavier in dopvelter Lage. Stoffe. Papier oder Pappe werden auf Leisten genagelt, so daß ein Versetzen schnell vonstatten geht. In Theatern, Kinos und Gaststätten: Grundsätzlich trifft für Theater, Kinos. Gaststätten das unter Wohnungen und sonstigen Räumen und Treppenhäusern usw. Gesagte zu. Darüber hinaus sind an den Aus= und Eingängen noch besondere Lichtschleusen anzulegen, um zu verhindern, daß durch ein= und ausgehende Personen ein Lichtschein nach außen dringt. Hierbei ist darauf zu achten, daß die Außentür oder Vorrichtung nicht gleichzeitig mit der Tür zwischen Lichtschleuse und Innenraum geöffnet wird. Werden in den Räumen blaue Birnen zur Abdunkelung verwandt, erübrigt sich die Anlage einer Lichtschleuse. Kraftfahrzeugverkehr: Zum Abblenden der Schein werfer der Kraftfahrzeuge bei der Verdunkelung eignen sich am besten Scheiben aus Blech. Holz oder Pappe. die lediglich einen waagerechten 5—8 Zentimeter lau gen und 1.5 Zentimeter breiten Schlitz unterbalb des Brennvunktes der Lichtquelle aufweisen dürfen. Die Befestigung dieser Scheiben am Scheinwerfer geschiebt am besten mit Leukoplast oder Isolier= band. Es ist aber darauf zu achten, daß die Scheibe genau paßt, damit keine unverdeckte Stelle entstebt, durch die Licht nach außen dringen kann. Das Schlußlich darf nur einen 1 Quadratzentimeter großen Schlitz ausweisen. Die Winker sind festzubinden. ebenfalls das Bremslicht. Radfahrer: Fahren ohne Licht wird bestraft. Bei elektrischer Beleuchtung. wird die Lampe am besten mit einem dunklen Stöffüberzug ohne jede Oeffnung überzogen. Bei Carbidlampen eignet sich am besten eine zurechtgeschnittene Konservenbüchse, die am Boden mit einem kleinen schmalen Einschnitt versehen, ganz über die Lampe gestülpt und dann an dieser befestigt wird. Auf diese Art werden an der Lampe die oberen Luftöffnungen abgeblendet, ohne der Flamme den nötigen Sauerstoff zu nehmen. Fuhrwerke: Fuhrwerke haben ihre Beleuchtung in gleicher Weise einzuschränken. Tankstellen: Tankstellen haben während der eingeschränkten Beleuchtung nur eine Lampe brennen zu lassen, die nach oben und den Seiten gut abgeschirmt ist. Für die Verdunkelung muß diese Lampe mit einer blauen Birne ausgewechselt oder mit einem blauen Ueberzug versehen werden. Auskunft über Verdunkelungsmaßnahmen erteilen die Beratungsstellen sowie Block= und Hauswarte des Reichsluftschutzbundes. Beratungsstelle für die Verdunkelungsübung Die Reviergruppe 20 der Ortsgruppe Gelsenkirchen des Reichsluftschutzbundes hat für die Verdunkelungsübung folgende Beratungsstellen eingerichtet: Wirtschaft Kampmann, Grillostraße 1: Wirtschaft Wellhausen, Bismarckstraße 146: Wirtschaft Piever, Viktoria= und Liboriusstraßen=Ecke: Wirtschaft Evang. Vereinshaus. Grillostraße 110. Kuft Eure Kinder nicht vom Lande zurück Es muß in letzter Zeit häufig beobachtet werden. daß Eltern ihre Söhne und Töchter, die als landwirtschaftliche Arbeitskräfte durch das Arbeitsamt in ländliche Bezirke vermittelt wurden, hierber in die Großstadt zurückrufen. Meist halten die Gründe. die dafür angegeben werden, einer eingebenden Prüfung nicht stand. Die Tragweite dieser Handlungsweise ist den Eltern meist nicht bekannt. Durch das Abziehen der Arbeitskräfte aus der Landwirtschaft ist der Erfolg der Erzeugungsschlacht in ganz wesentlichem Maße in Frage gestellt. Die großstädtische Bevölkerung, die einen Mißerfolg der Erzeugungsschlacht am eigenen Leibe verspüren würde, schädigt sich selbst dadurch, daß sie der Landwirtschaft, die einen ungeheuren Bedarf an Arbeitskräften hat. die überschüssigen Arbeitskräfte nicht zur Verfügung stellt. An die Eltern und Angehörigen der landwirtschaftlichen Arbeitskräfte geht daher die Aufforderung. alle Schritte zu unterlassen, die dazu führen können, die Arbeitskräfte aus der Landwirtschaft in die Großstadt zurückzuziehen. Kleinfeuer. Am Donnerstagnachmittag entstand in einem Hause an der Steinmetzstraßze ein Kleinfeuer, dem 500 Obstkörbe und 150 leere Kisten zum Opfer fielen. Der schnell herbeigeeilten Feuerwehr gelang es nach kurzer Zeit, den Brand zu löschen. Personen wurden nicht verletzt. Das Feuer ist wahrscheinlich auf einen schadhaften Kamin zurückzuführen. Wer hat Anspruch auf Aushändigung der MonatsTürplatekte? Beamte. Angestellte und Arbeiter der öffentlichen Verwaltung haben ein Anrecht auf die Monatstürplakette des Winterhilfswerkes nach folgenden Richtlinien: Ansoruch auf Aushändigung der Monatstürvlakette haben: a) Lohn= und Gehaltsempfänger, die während der sechsmonatigen Dauer des WöW 1935/36(1. Oktober 1935 bis 31. März 1936) ein Opfer von 10 Prozent ihrer Lohnsteuer an das W5W leisten. b) Lohn= und Gehaltsempfänger, die wegen ihres geringen Einkommens zur Einkommensteuer nicht herangezogen werden, geben ein Opfer von monatlich 0.25 RM. c) Festbesoldete. die neben der Lohnsteuer noch zur Einkommensteuer veranlagt werden, wenn sie neben ihrer monatlichen Spende in Höhe von 3 Prozent ihres für das Jahr 1934 veranlagten Einkommensteuerbetrages an das W5W entrichten, soweit die Steuerschuld nicht durch Lohnabzug getilgt ist. (Diese 3 Prozent werden also lediglich von der Einkommensteuer restschuld errechnet. die durch Vorauszahlungen und die Abschlußzahlung getilgt worden ist. Wir geben diese Richtlinien nochmals bekannt, da auf Grund der Neuordnung zum Erwerb der Monatstürvlakette von Lohn= und Gehaltsempfängern für die Monate Oktober 1935 bis März 1936 nicht 15 Prozent wie früher angegeben. sondern 10 Prozent der Lohnsteuer an das Winterbilfswerk zu leisten sind. Prozeß Erna König Gegen die„Heilpraktikantin“ Erna König ist nunmehr erneut Prozeßtermin auf den 17. Oktober vor der Essener Großen Strafkammer angesetzt worden. Es sind nicht weniger als 78 Zeugen und 90 sachverständige Zeugen, Aerzte usw. aus allen Teilen Deutschlands geladen. Dem Gericht stehen fünf Sachverständige zur Seite. Wohl hundert dickbändige Akten liegen nun schon seit fast zwei Jahren beim Essener Landgericht, die von den unzähligen Betrügereien und von einer fahrlässigen Tötung sprechen. Immer wieder mußte die Verhandlung wegen Verhandlungsunfähigkeit der 54jährigen Angeklagten verschoben werden, die vor Jahresfrist im Magdeburger Untersuchungsgesängnis untergebracht war und heute in Berlin wohnt. Kein des frohen Samstagnachmittag Wenn auch durch den Umsturz des Langenberger Senders im Reichssender Köln eine mehrtägige Sendepause eingetreten ist, so wird der„Frohe Samstagnachmittag" dadurch doch nicht betroffen. Dieser findet am Samstag, dem 12. Oktober, in alter Frische statt und wird auf die anderen deutschen Sender übertragen. Betr. Flieger= und Funkerkurse. Die jungon Leute. die sich seiner Zeit für die Flieger= und Funkerkurse gemeldet haben, können nunmehr die erforderlichen Papiere in der Geschäftsstelle der Fliegerortsgrunve Gelsenkirchen abbolen. Die Aushändigung der Paviere kann jedoch nur an solche Männer erfolgen, die im Besitze des Sportabzeichens sind. Jnfektionskrankheiten. Im Monat September belief sich die Zahl der polizeilich gemeldeten Insektionskrankheiten innerhalb des Gesamtstadtgebietes Gelsenkirchen auf 230. Hiervon entsielen 104 auf Divbtberie. 84 auf Scharlach, 23 auf Lungen= oder Kehlkopftuberkulose. 11 auf Kindbettsieber, 6 auf Nuhr. 1 auf spinale Kinderlähmung. 1 auf Unterleibstophus.— Durch die städtische Gesundbeitsvolizei wurden im Monat September 226 lausende Desinsektionen und Hauskontrollen sowie 241 Schlußdesinsektionen aus Anlaß von ansteckenden Krankheiten durchgeführt. Müde und abgespanni? aufKaffee Hagumstellen! „And er singt die neue Weise" Roman von Horst Wolfram Geißler (Nachdruck verboten) um 10 Sturm und Regen erklomm das Heer mit der ganzen Artillerie den Bergwall, ungestört von den Türken. Am Abend des 11. September waren alle Höhen besetzt. Während der Nacht hörte der Regen auf. und die Schleier boben sich von einem gewaltigen Bild aus Dunkelheit und Flammen. Da lag am Fuß des Kahlenbergs die Ebene, übersät mit türkischen Wachtseuern und gespenstisch beleuchteten Zeltreihen. Ein vielfacher Kranz von Batterien umschnürte die Stadt und spie unaufbörlich schweflige Flammen gegen sie— man sab die Bomben wie schwelende Bälle fliegen und in die Festung einkrachen Wien, arm und gepfercht, seit Monaten täglich verannt, von springenden Minen umgeben, brennend an mancher Stelle, war ohne Dächer. Starbembera hatte alle Schindeln abreißen lassen, damit die Bomben nichts anzuzünden fänden: die Balken der Dachstühle waren zu Palisaden verwendet worden. Allein im Stephansturm saßen fünfzia Kanonenschüsse. Das tiese Brann des Nachtspukbildes verblaßte, im Often schlich fahle Dämmerung beraus, dann rötete sich der Horizont, die Sonne kam. Das Heerlager der Türken ward erst jetzt in seiner ganzen Riesiakeit entbüllt. Fast unabsebbar dehnten sich die Zeltstraßen: in der Mitte ragte das Zelt des Großwesirs, gewaltig wie eine Stadt für sich, mit vier Seitenbauten, die einen Hof umgaben, in dem wiederum kleine Zelte standen: dazwischen waren Svringbrunnen, Blumenbeete, Bäder. Großes Getümmel erwachte in den Gassen rundu: Kara Mustafa erkannte seinen surchtbaren Fehler, raffte Regimenter zusammen und warf sie gegen den Kablenverg. während seine Janitscharen aleichzeitig den letzten Angriff aegen Wien begannen. der Entscheidung oder Versweiftung bringen mußte. Da krachten fünf Kanonenschüsse von der Höbe des Berges, das Zeichen ium Beginn des Vormarsches. Blinkend in der Frühsonne stiegen die Kolonnen ins Tal binab. mübsam durch Klüfte und Waldungen dringend, dann über die Hänge der Weingärten slutend. gedeckt von Artilleriefener. Nach vier Stunden war der Rand der Ebene im Kampf erreicht, die Flügel kamen schnell voran. aber die Mitte blieb zäh und langsam, bisweilen stockte sie gänzlich. Zwar seuerte Starhemberg von den Wällen der Stadt mit seinem grötzten Geschütz bis sast zu den Verbündeten herüber: indessen wehrten sich die Türken verbissen und wichen nur Elle um Elle. Endlich gegen vierzehn Uhr waren auch die Polen durch den Bergwald bis an den Rand der Ebene gelanat. Vom Könia selber angeführt, brausten siebentausend Reiter in blitzenden Harnischen auf den linken Flügel des Feindes— für das ganze Christenheer das Zeichen zum allgemeinen Angriff. Da brach der Türke zusammn: in wilder Flucht wälzten sich seine Massen, das Feuer seiner letzten Batterien verstummte. Als die Sonne unterging, borte Wien zum erstenmal seit Monaten keinen Geschützdonner mehr. Eugen ritt neben dem Mackgrasen von Baden über das Schlachtfeld bis an die Mauern der befreiten, glockensubelnden Stadt. Das türkische Lager brachte die ungeheuerste Beute:„fünfundzwanzig= tausend Zelte, dreißigtausend Stück Vieh, hunderttausend Malter Korn... Im Osten vergrollte die Schlacht: der kleine Totenköpfige blickte ihr nach. Hier sollte er nun sein eigentliches Leben anfangen, und es begann damit, daß er die Rettung=Europas erlebt hatte... Als die Truppen in die fast zerschossene, von monatealtem Schmutz starrende, verbungerte Stadt einrückten, begannen die Sterne über der still gewordenen Ebene zu blinken. Und da kamen vom Westen her, von Purkersdorf. zwei Reiter recht gemächlich die zerwühlte Straße heran. „Sollt mans glauben?" sprach Niklas Purr. „Sollt mans glauben, daß sie auch ohne uns mit den Türken sertig geworden sind?“ zürnte der Herr von Rabenstein.„du bist Kerl! Schm.— „Purr“, zurnie ein elender Kerl! Schweig! Du wußtest, wie nabe wir der Stadt waren! Deshalb also bast du gesorat, daß ich mich gestern abend toll und voll soff und heute bis in den bellichten Mittag schlief! Sollte man wirklich dich traurigen Helden nicht nachträglich umbringen? Du allein warst es, der mich verhinderte, die Christenheit zu befreien. Schäme dich in den Hals binein, Purr. und laß dich verachten!" „Eure Verachtung schmerzt mich nicht", antwortete Niklas,„denn sie ist ungerecht. Erstens nämlich seht Ihr, daß die Christenbeit auch odne uns befreit worden ist, und zweitens hab ich Euch vielleicht das Leben gerettet: aber Undank ist der Welt Lohn Was liegt da im Straßengraben? Ein gewesener Türke. so wahr ich Purr heiße! Weshalb wünscht Ihr Euch an seine Stelle? Was würde es Euch nützen. ein gewesener Baron zu sein?“ „Ich bin es gewöhnt, dem Tod ins Auge zu blicken!“ sprach Christoph Dietrich, nicht ohne Großartigkeit.„Glaube mir Ubrigens, Purr: Es ist gar nicht so schlimm! Du aber dast keinen Sinn dafür. was es heißt, ein Held zu sein.“ Jener sagte:„Ein wirklicher Held weiß niemals. daß er einer ist— er erfährt es immer erst von den Zuschauern. Daraus ergibt sich, daß die Zuschauer acrade so notwendig sind wie die Helden, denn ohne die einen gäb es die anderen nicht. Das Leben ist ein Theater, Herr. und nicht jede Rolle paßt für jeden. Daß einer kein Held ist, schändet ihn nicht, aber wenn er es sein will, ohne zu können— das macht ihn lächerlich. Nein: Ich bleibe bei dem, was mir von der Vorsehung zugeteilt ist!" Mit so erbaulichen Gesprächen ritten sie über das Schlachtfeld; die Sterne blickten herab. IV. Im zerschossenen Wien war Taumel und Gewimmel. Mehr als siebzigtausend Soldaten drängten in diesen Septembertagen in die Stadt: jeder rasselte daber, als sei gerade er es, dem die Befreiung zu verdanken wäre. Gesandte. Agenten. Geschäftemacher drängten sich dazu. Freilich brach der größte Teil des Heeres bald zur Verfolgung der Türken auf und marschierte gegen die ungarische Grenze, aber es blieb noch genug Durcheinander. Christoph Dietrich staunte über die Kaiserstadt— wiewohl sie schäbig genug aussah— und ließ sich treiben. Er genoß es, daß er Geld hatte— besonders. weil er wußte, daß er eines Tages keines mehr haben würde. Ein Kavalier. Am dritten Morgen kam Niklas mit der Neuigkeit: „Ich hab ihn!“ „Wen?“ Deu Rittmeister! Den Herrn von Laudon!“ „Laß das!“ sprach Christosd Dietrich, der schon viel Vornehmheit gelernt hatte.„Ich vin nicht der Mann, Belohnung für jede Gefälligkeit zu kassieren!" „Ich aber“, sagte der Rittmeister von Laudon und trat in die offene Tür.„bin der Mann, Ihnen für das Glück meines Lebens zu danken! Edler Freund: Lassen Sie sich umarmen! Was ich vermag. steht Ihnen zu Diensten. Was darf ich——“ „Setzen Ste sich aufs Pferd. mein Herr“, antwor tete Christovo Dietrich.„und reiten Sie eilends nach Götterweig. Ich vermute, daß man Sie dort sehnlich erwartet!" Der Rittmeister schüttelte den Kopf.„Sie werden mir glauben, daß dies mein erster Gedanke war, als Ihr Diener mir heute früb so wunderbare Nachrichten brachte. Aber ich harf nicht. Ich muß mich damit begnügen, meiner Bzaut zu schreiben und sie zu bitten, hierberzureisen, obgleich ich es gar nicht gern sehe. Der Dienst, mein Härr!“ „Unmöglich! Nach solchen Ereignissen—?“ Laudon setzte sich: Purr brachte Wein. Der Rittmeister erzählte, daß seirr Regiment sich nicht in Wien befunden habe, als im Juli die Türken mit ungeahnter Schnelligkeit die Stadt einschlossen. Nur sei er hiergewesen, um mit dem Hofsuden und Oberkriegssaktor Samuel Oppenbeimer über Furaaierungsdinge zu unterhandeln: das Raatment bingegen hatte setzt an der Besreiung Wiens zigenommen. gebört zu den frischesten, hat wenia gelitten und sell deshalb in nächster Zeit gegen Gran'n Marsch gesetzt werden, das man den Türken noch vor dem ersten Schnee entreitzen will!“ „Ein abscheuliches Mißgestbick für Sie. Herr von Landon!“ „Und ein Febler dazu! Sie können sich denken, daß ich während der Belagerung keine Verse gemacht habe? Wir sind tagelang nicht von den Schanzen gekommen; ich war zweimal verschüttet und habe sieben Kugeln. Aber es ist Mangel an Offizieren, und ich habe mir das Offiziersvatent teuer genug gekauft...“ Er stieß den Becher, aus dem er trinken gewollt, plötzlich auf den Tisch und sprang auf.„Ein Gedanke. mein Freund!" Christoph Dietrich sah verwundert auf diese Erregung.„Ich verstehe Sie nicht...“ „Treten Sie an meine Stelle!" „Ich?“ „Sie sind ohne Zweifel Soldat?“ „Ich bin es gewesen. Aber——“ „Erwünschter Zujall! Vollenden Sie mein Glück, das Sie so entschlossen und ausgebaut haben! Erlauben Sie mir, Ihnen meine Rittmeisterstelle im Dragonerregiment des Obristen Grafen von Kufstein anzubieten! „Ein toller Einfall! Die schwierige Lage. in der Sie augenblicklich sind, verwirrt Sie. „Keinesweas! Ich habe auf den Basteien von Wien mehr als meine Pflicht getan und bin gegen den Vorwurf der Feigheit geschützt. Ich lasse mich beurlauben, nehme meinen Abschied, beirate und ziehe mich auf unsere Güter in der Steiermark zurück; was weiter geschieht, wird sich dann zeigen. Sie sind der Erbe meiner militärischen Karriere— und nach dem, was Sie getan haben, zweifle ich nicht, daß Sie dieses Erbe würdia verwalten werden, vielleicht sogar besser. als ich es getau hätte!“ „Aber——“ „Sagen Sie ja!“ „Ich begreife Ihren augenblicklichen Wunsch, fernab von allem Kriege zu leben; indessen würden Sie es bereuen——“ „In siesem Falle bin ich reich genug, nr ein anderes Patent zu lausen. Schlagen Sie ein!" „Herr!“ sagte Niklas Purr, beladen mit der Blässe des Kummers. „Ich nehme Ihren Vorschlag an!“ sprach Christopb Dietricb Heller von Rabenstein und schllttelte Landon die Hand Der Rittmeister umarmte ihn.„Dann lassen Sie uns eilen!“ „Wobln?“ „Zu meinem— zu Ihrem— Oberst. Herr Rittmeister von Rabenstein!" „Den Mantel. Purr! Den Hut!“ „Aber. Herr—!“ Ritlas Purr füblte sich unterbrochen: Ein Fußtritt beförderte ihn in den Winkel neben der Tür Es war geglückt. In diesen Tagen des Taumels und des Turcheinanders, der mit fremdem Pecsonal besetzten Kanzleten, des unaufhörlichen Kommens und Gebens, in der Eile des bevorstehenden Abmarschs, endlich vorgestellt und empfohlen durch Laudon selbst—: Christoph Dietrich hatte seine Bestallung als Rittmeister! (Fortsetzung folgt.) Gesamtaufkommen... 367,43 Millionen Km Anzahl der Betreuten 13,86 Millionen Unkosten des W5I nur 0,93%. 1935 Gelsenkirchener Allgemeine Seitung Samstag, den 12. Oktober 1935 3. Blatt Nr. 280 33. Jahrgang Die Eröffnung des Winterhilfswerkes 1935/36 sei zum Fnlaß genommen, um dem deutschen Dolke Rechenschaft über die Leistungen im verflossenen Winter 1934/35 zu geben. Wo ist das volk, das sich rühmen kann, ähnliche Leistungen vollbracht zu haben! Mit Recht hebt daher die Reichsführung des Winterhilfswerkes des deutschen Dolkes 1934/35 in ihrem Rechenschaftsbericht hervor, daß der Gedanke der Dolksgemeinschaft „Einer für alle, Alle für Einen“ im Winterhilfswerk seinen höchsten sittlichen Ausdriick findet. Der Bericht ist damit zugleich Jeugnis der inneren Kraft und des Lebenswillens unseres Dolkes. Die scheinbar toten Siffern aber strahlen glutvolle Kraft aus und stellen die Opferfreudigkeit des deutschen Dolkes unter Beweis. flicht minder groß ist der Geist, der alle diejenigen beseelt hat, die sich in den Dienst der großen Sache gestellt haben. An Helfern waren in den Wintermonaten durchschnittlich tätig gegen Entschädigung 5 198 Dolksgenossen, ferner waren ständlig ehrenamtlich 308 262, gelegentlich 509258 Dolksgenossen tätig; schließlich haben Is=Formationen, Verbände und Organisationen 515617 Helfer eingesetzt. Insgesamt haben durchschnittlich über 1338335 freiwillige Helfer in den Wintermonaten dem Winterhilfswerk ihre Krast zur Verfügung gestellt. Jecker Kommentar ist hier überflüssig; die Siffern sprechen vielmehr für sich. flicht weniger aufschlußreich sind die Sahlen der nachstehenden Übersicht über die Aufteilung der zur Verteilung gelangten Sachspenden, die ein ledendiges Bild vom Wirken des Winterhilfswerkes vermitteln. Rusteilung der insgesamt verteilten Sachspenden: fm Spendenverteilung: Nahrungs= und Genußmittel 131 871 019,45 Brennmaterialien 79 553 482,90 Bekleidung 74 579 669,43 Gutscheine und Leistungen. 58 476 131,77 Haushaltungsgegenstände 6 712 896,56 Sonstige Sachspenden 5 892 904,45 Insgesamt 357 086 104,56 um 357 086 104,56 Unkosten 3 407 325,89 Barbestände 1934/55.... 15 067 739,41 ab Bestände 1933/34 8135 684,97 360 493 430.45 6 932 054, 44 Gesamtaufkommen 1934/35 367 425 484,89 Wer wurde betreut! Dom Winterhilfswerk ist ein außerordentlich großer Kreis von Dolksgenossen erfaßt worden. Auch hier reden die Siffern wieder eine bereckte Sprache. Was im einzelnen den Kreis der Betreuten anbelangt, so ergibt sich für die Arbeitslosen= und Krisenunterstützungsempfänger ein Gesamtdurchschnitt von 1320270, für die Wohlfahrtsunterstützungsempfänger eine Gesamtdurchschnittsziffer von 633 830. Die entsprechende Siffer für Rentenempfänger beträgt 871 909, für Kurzarbeiter 70 746, sonstige Betreute 1 436 548. Die Rubrik Familienangehörige der Betreuten weist die Siffer von 9533 268 auf. Insgesamt sind durchschnittlich 13866 571 volksgenossen in den Wintermonaten betreut worden. Das deutsche Dolk geht nunmehr in einen neuen Winter hinein. An alle wird daher wiederum der dringende Appell gerichtet, in den Kräften nicht nachzulassen, sondern vielmehr den gleichen Opfermut wie im vergangenen jahr zu beweisen. Das staatliche Winterhilfswerk ist eingerichtet worden, damit alle diejenigen Dolksgenossen betreut werden, die schuldlos in Bedrängnis geraten sind und die zum Teil nicht die Kraft aufbringen, um sich selbst zu helfen. Reichsminister Dr. Goebbels sagte in diesen Tagen sehr richtig, daß wir heute noch garnicht ermessen können, was das WHw für das deutsche volk bedeutet. Nachdrücklich sei aber ferner hervorgehoben, daß das Winterhilfswerk nicht als eine Geste, sondern vielmehr als ein fühlbares Opfer empfunden werden muß. Gewiß, es mögen wiederum aioziale Besserwisser auftreten, die sich über das viele Sammeln beklagen. Ihnen schleuckern wir die Worte von Dr. Goebbels entgegen: „Am Sammeln ist noch niemand gestorben, aber vielen ist dadurch das Leben erhalten worden.“ Jeder Dolksgenosse nehme diese Worte in sich auf und beweise durch den Sozialismus der Tat die Sugehörigkeit zur großen deutschen Dolksgemeinschaft! Sonntag, den 13. Oktober-— Eintopftag! Allgemeine Zeitung Samstag, den 12. Oktober 1935 Aus unserem Verbreitungsgebiet Stadt Wattenscheid Luftschutzübung am 22. Oktober Der Polizeipräsident teilt mit: Am 22. Oktober findet im Bereich der Stadt Wattenscheid mit Ausnahme des Stadtteils Höntron, eine Uebung des zivilen Luftschutzes statt. Die Uebung beginnt etwa um 9 Uhr. In die Uebung wird die gesamte Bevölkerung einbezogen. Es wird erwartet, daß sich sämtliche Volksgenossen so verhalten, wie es der Ernstfall erfordert. Das bedingt, daß bei„Fliegeralarm“ jeglicher Fahrzeug= und Fußgängerverkehr sofort eingestellt wird, ferner, daß jeder unverzüglich den nächstgelegenen Sammelschutzraum aufsucht. Die Anordnungen der Luftschutzhauswarte sind zu befolgen. Fahrzeuge fahren sofort rechts heran und halten. Motore sind abzustellen. Pferde anzubinden. Fahrzeugführer begeben sich ebenfalls sofort in die Schutzräume. Während in dem Stadtteil, der begrenzt wird im Norden durch die Elisabeth=, im Westen durch die Quer=, im Süden durch die Bochumer= und im Osten durch die Bismarckstraße, die Uebung etwa bis 12 Uhr dauern wird, wird die Einschränkung des Verkehrs im übrigen Stadtteil nach etwa einer halben Stunde wieder aufgehoben werden. Die Aufhebung der einschränkenden Maßnahmen wird bekangtgegeben. Wegen der Verlegung des Wochenmarktes ergeht noch nähere Anweisung. Den Anweisungen der während der Uebung eingesetzten Ueberwachungsorgane ist unbedingt Folge zu leisten. Rat und Auskunft erteilen die Dienststellen der Polizei und des Reichsluftschutzbundes. Die Erneuerunssanträge auf Befreiung von Rundfunkgebühren sind bis zum 19. Oktober auf dem Wohlfahrtsamt zu stellen. Die bisher ausgestellte Vorschlagsbescheinigung ist vorzulegen. Später eingereichte Anträge können nicht berücksichtigt werden. Am Donnerstag fand die Amtseinführung des leitenden Amtsarztes des staatlichen Gesundheitsamtes. Medizinalrat Dr. Prigge, durch den Vertreter des Regierungspräsidenten, Regierungsdirektor Gildemeister, statt, der in einer Ansprache aus die Bedeutung der nach nationalsozialistischen Grundsätzen eingerichteten Gesundheitämter für die Volksgesundheit hinwies und die Aufgaben der neuen Aemter auf dem Gebiet der Erbbiologie und der Rassenpflege umriß. Buchwoche in Wattenscheid. In einer Besprechung der interessierten Kreise wurde ein Arbeitsausschuß bestimmt. Die Buchwoche wird am 26. Oktober mit der Eröffnung der Buchausstellung ihren Anfang nehmen. Am 27. Oktober findet eine Morgenfeier statt, welche vom Freudenberg=Quartett in ihrem musikalischen Teil bestritten wird; der Wattenscheider Dichter Klucke liest aus eigenen Werken. Die Friedhöfe müssen instand gesetzt werden. Nach den Friedhofsordnungen für die konfessionellen FriedEvangelische Gottesdienste (Aus dem„Sonntagsfreund“) Sonntag, den 13. Oktober 1935 Groß=Gelsenkirchen Alt-Gelsenkirchen Gelsenkirchen. Altstadtkirche. 8 Uhr P. Hinnah. 9,30 Uhr P. Heynen. 11 Uhr Kindergottesdienst, P. Heynen. 15 Uhr Taufen und Trauungen. P. Heynen.— Reustadr= kirche. 9,30 Uhr Vikar Kressel. 11 Uhr Kindergottesdienst Vikar Kressel. 12 Uhr Kirchentaufen, P. Bönnebruch.— Evang. Krankenhaus. 9.30 Uhr P. Hinnah(anschl. Taufen in der Kapelle).— Amtswoche in der Altstadt P. Wöhrmann, Ringstraße 72; in der Reustadt Vikar Kressel, Josefstraße 20a.— Alle Amtshandlungen sind vorher zeitig in den Pfarrhäusern anzumelden. Heßler. 9,30 Uhr Hauptgottesdienst, P. Mittorp. 11 Uhr Kindergottesdienst, P. Edelhoff. 12 Uhr Taufen und Trauungen, P. Edelhoff.— Amtswoche vom 14. bis 19. Oktober P. Mittorp, Grimmstraße 17. Schalke. Friedenskirche. 8 Uhr Frühgottesdienst, P. Heberer. 10 Uhr Hauptgottesdienst, P. Kluge. 11,15 Uhr Kindergottesdienst. 12 Uhr Kirchentausen.— Kreuzkirche. 8 Uhr Frühgottesdienst, P. Kluge(Jahrcofest der Stadtmission). 10 Uhr Hauptgottesdienst, P. Heberer. 11,15 Uhr Kindergottes. dienst. 12 Uhr Kirchentaufen. Biomarck. Christuskirche. 8 Uhr Frühgottesdienst und 9.45 Uhr Hauptgottesdienst, P. Schmidt. 11,15 Uhr Kindergottcodienst, P. Saß. 12 Uhr Taufen, P. Schmidt.— Gemeindehaus West. 11 Uhr Kindergattesdienst und 12 Uhr Laufen, P. Nörenberg.— Die Amtswochce hat P. Schmidt. Bulmke. 8 Uhr Frühgotteodienst, P. Luncke. 9.30 Uhr Daupt. gottesdienst, P. Emde. 10,40 Uhr Taufen. 11 Uhr Kindergottesdienst.— Alle Amtshandlungen sind bei den Bezirks. pfarrern anzumelden.— Von Freitag, dem 11. Oktober 1935 an findet jeden Freitag, abends 8 Uhr, Bibelstunde im Gemeindehaus Franz=Seldte=Straße 111 statt, die im Wechsel von den Geistlichen der Gemeinde gehalten wird. Hüllen. 8 Uhr P. Blindow. 9,30 Uhr P. F. Plate. 10,45 Uhr Kindergottesdienst. 18,30 Taufen. Mittwoch 20 Uhr Bibelstunde, P. Dr. H. Plate. Ueckendors. 3 Uhr Frühgottesdienst. 9.45 Uhr Hauptgottesdienst, P. Blindow(Chor Jubilate). 10 Uhr Krankenhausgotteodienst, P. Sauer. 11,15 Uhr Kinderogttesdienst. 15 Uhr Taufen, P. Blanke.— Mittwoch 20 Uhr Bibelstunde in der Kirche, P. Blanke. 19 Uhr Abendandacht.— Die Amtehandlungen sind bei den Bezirkspfarrern anzumelden. Rotthausen. 3 Uhr Frühgotteodienst, P. Liz. Räsemann. 9.45 Uhr Hauptgotteodienst, P. Liz. Rüsemann. 11,15 Uhr Kindergottesdienst. 12,15 Uhr masurischer Gottesdienst, P. Rüter. 15 Uhr Kirchentausen, P. Biz. Rüsemann. Mittwoch 20 Uhr Gemeindebibelstunde in der Kirche. Text: Johannes 8, 31 bis 67,„Cwige Freiheit“. Stadtleil Buer Mitte. 8 Uhr Frühgottesdienst, P. Gutjahr. 8,30 Uhr Gotteodienst im Krankenhaus Bergmannsheil, p. Quest. 9 Uhr masurischer Gottesdienst im Konfirmandensaal, Gemeindehelfer Anssar. 9.30 Uhr Hauptgottesdienst unter Mitwirkung des Männerchoree Bucr=Mitte, P. Quest. 11 Uhr Kindergotteodienst. Gemeindsblbelstunde Mittwoch 20 Uhr im Konfirmandensaal. Wochengotteodienst Donnerotag 19,30 Uhr, P. Ebing. Eele. 8 Uhr Frühgotresdienst. 9,30 Uhr Hauptgotteodienst, Superintendent Lehbrink. 11 Uhr Kindergottesdienst. 12 Uhr masurischer Gotteodienst, Gemeindehelfer Pruß. 14 Uhr Tausen. Beckhausen. 9.30 Uhr Gottesdienst, P. Gutjahr. 10,45 Uhr Kindergotteodienst. 11,45 Uhr Tausen und Trauungen. Scholven. 9,30 Uhr Gotteodienst, P. Eding. 10.20 Uhr Kindergotteodienst. 11,30 Uhr Laufen. 12 Uhr Trauungen. Hassel. 9,30 Uhr Gottesdienst, P. Mörchen. 10,20 Uhr Jugendgottesdienst. 11,45 Uhr Taufen. 13 Uhr masur. Andacht. Resse. 9.30 Uhr Gotteodienst unter Mitwirkung des Chores der Frauenhilfe 2, P. Meyer, Bethel(Einführung unserer Gehöse müssen die Gräber während des Monats Oktober instand gesetzt werden. Gräber, die an den Totengedenkfesten nicht instand gesetzt sind. werden eingeebnet. Stadbech Schaufenstereibruch. In der Nacht zum 10. Oktober wurde in einem Geschäft aus der Hochstraße eine Schausensterscheibe zertrümmert und aus dem Schausenster ein Herrenmantel und eine Jacke entwendet. Die Diebe sind mit einem in der Nähe des Rathauses stehenden Auto davongefahren. Itackt Wanne-Sickol Kolonialfrauenbund. Donnerstagabend fand im Westf. Hof ein starkbesuchter Abend statt. Frl. Dr. Hausmann behandelte in einem interessanten Vortrag „Italien und die Kolonialfrage— Deutschland und die Kolonialfrage". Frau Lachmund=Wehnelt verlas eine Reihe von Briefen, die aus dem Patenbezirk Uotio in Südwestafrika stammen. Das weitere Programm wurde aus eigenen Reihen bestritten; es gab Musikund Gedichtvorträge und Lieder zur Laute. Jungarbeiteraktion der 55. Der Standort GroßBochum der HI. der auch die Städte WanneEickel und Wattenscheid umfaßt, führt in der kommenden Woche eine Jungarbeiter=Aktion durch, bei der die schaffende Jugend aufgerüttelt werden soll für die Aufgaben und Ziele. die der Führer gestellt hat. Den Auftakt bildet heute eine Kundgebung. die von meindeschwester). 11 Uhr Kindergottesdienst. 12 Uhr Taufen und Trauungen. 15 Uhr Gemeindefeier in der Kirche. Stadtteil Horst Horst. 8 Uhr Frühgotter##tenst. 9,30 Uhr Hauptgottesdienst, P. Hartmann. 10.45 Uhr Kindergottesdienst. 11,45 Uhr Taufen. 12 Uhr Trauungen. 14,30 Uhr masurische Andacht.— Freitag 20,15 Uhr Vorbereitung des Kindergottesdienstes.— Amtswoche: P. Wolfslast. Wattenscheid Wattenscheid. Friedenskirche. 3 Uhr Frühgottesdienst, P. Heuser. 10 Uhr Hauptgottesdienst, P. Müller. 14 Uhr Kindergottesdienst, P. Müller. 15 Uhr Kaufen, P. Heuser.— Alte Kirche. 9 Uhr masur. Gottesdienst, Gemeindehelfer Podzelny.— Evang. Krankenhaus. 10 Uhr Hauptgottesdienst, P. Bonne.— Kapelle zu Höntrop. 9,30 Uhr Hauptgottesdienst, P. Heuser. 10,45 Uhr Kindergottesdienst. — Gemeindehaus zu Leithe. 10 Uhr Hauptgottesdienst. P. Sichtermann. 11,15 Uhr Kindergottesdienst..— Amtswoche P. Heuser. Günnigfeld. 8 Uhr Gottesdienst, P. Lagemann(W.=Leithe). 9,30 Uhr P. Koch. 10,45 Uhr Kindergoltesdienst. Wanne-Eicke! Wanne. Christuskirche. 8,30 Uhr Frühgottesdienst, P. Engel, Kirchdienst Gruppe 3. 10 Uhr Hauptgottesdienst, P. Raunin, Kirchdienst Gruppe 2; anschließend Taufe.— Organistendienst: Rektor Höhrmann.— Lutherkirche. 10 Uhr Hauptgottesdienst, P. Engel, Kirchdienst Gruppe 1; anschließend Coufe. 14 Uhr masur. Gottesdienst, P. Liz. Raunin. Donnerstag, den 17. Oktober, 15,30 Uhr Taufe.— Organistendienst: Lehrer Dietz.— Amtowoche P. Liz. Raunin. Eickel, Johanniskirche. 9 Uhr Frühgottesdienst, P. Maennel. 10 Uhr Hauptgottesdienst, P. Kurras. 11,30 Uhr Kindergottesdienst, P. Kurras. 12,30 Uhr Taufgottesdienst, P. Maennel. Röhlinghausen. 8 Uhr Frühgottesdienst, Sup. Krahn. 9,30 Uhr Hauptgottesdienst, P. Tigges. Kindergottesdienst fällt in der Woche der Herbstserten aus. 12 Uhr Taufen.— Freitag 19,30 Uhr Gemeindebibelstunde. Essen-Land Raternberg. Sonntag 8 Uhr fällt aus. 10 Uhr Festgottesdienst aus Anlaß des 60jähr. Bestehens der evang. Kirchengem. Katernberg, P. Hänzsch. 11,15 Kindergottesdienst. 12,15 Kirchentaufen. 12,30 Uhr Kirchentrauungen.— Dienstag 19,30 Uhr Bekenntniestunde.— Donnerstag 18 Uhr Bibelstunde, TheodorKörner=Schule. Schonnebeck. 9.45 Uhr Gottesdienst, P. Dörnmann. 11,15 Uhr Kindregotteodienst. 12 Uhr Kirchentaufen.— Freitag 19 Uhr Bibelstunde. Kray. Samstag 20 Uhr Gottesdienst der Bekenntnisgemeinde. — Sonntag 8,30 Uhr P. Stokmann. 10 Uhr P. Fuchs. 11,15 Uhr Kindergottesdienst. 12 Uhr Taufen in der Kirche. Umgegend Gladbeck=Mitte. Christuskirche: 8,30 Uhr Frühgottesdienst, P. Platentus. 10 Uhr Hauptgottesdienst mit Taufgottesdienst, P. Platenius. 11,15 Uhr Kindergotteodlenst, P. Platenius. 14.25 Uhr masurische Andacht im Saal der Christuokirche, Gemeindehelfer Tyssar.— Dienotag 19,45 Uhr liturgischer Abend. gottesdienst mit Beichte und Feier des heil. Abendmahls, Bikar Lachner.— Gladbed. Braus maulmarirche: 10 Uhr Hauptgottesdienst mit Taufguttesdienst, Evangelist Müller. 11,30 Uhr Kindergottesdienst, Evangelist Müller.— Gladbedk=Zweckel. Rotkirche: 9,30 Uhr Hauptgottesdienst mit Taufgottesdienst, Bikar Lachner. 11 Uhr Kindergottesdienst, Bikar Lachner.— Dienstag 30 Uhr Abendgottesdienst, P. Meier.— Sladbeß=Rentfort. Martin=Luther=Rirche: 9 Uhr Hauptgottesdienst mit Taufgottesdienst, Bikar Herbst. 10,15 Uhr Kindergottesdienst, Vikar Herbst.— Dienstag 20 Uhr Abendgotteodienst, Bikar Lachner. Westerholt. 9,30 Uhr Gettcodienst, P. Barlen. 10,45 Uhr Kindergottesdienst. 12 Uhr Taufen. der HI in Verbindung mit der Jungarbeiterschaft des Bochumer Vereins durchgeführt wird. Gebietsführer Langanke wird die Aktion einleiten. Zu den Avvellen der HI bei den Jungarbeitern werden auch Schüler höherer Schulen abgestellt, um die Gemeinsamkeit aller Stände und Schichten unseres Volkes zu dokumentieren. Rakeinboin Auf den Schießständen Ritter von Evs sand ein Wandervreisschießen der Arbeitsgemeinschaft der Kavallerie=Kameradschaften statt. Es beteiligten sich zehn Gruppen mit je einem Führer. Sieger wurde die Katernberger Kavallerie=Kameradschaft„Fürst Blücher“ mit 294 Ringen. Das für den 28. Oktober vorgesehene Herbstkonzert des MGV„Sängerbund“ maßte verschoben werden: an seine Stelle tritt am 20. Oktober ein„Bunter Abend“ mit Tanz. Reichsbund der Kinderreichen. Die Kundgebung mit den Vorträgen über die Bausiedelungsfragen und den Familienlastenausgleich ist auf Montag 19 Uhr verlegt worden. Die evang. Kirchengemeinde kann in diesem Jahre auf ein 60jähriges Bestehen zurückblicken. Durch die gewaltige Entwicklung der Gemeinde erforderte die seelsorgerische Betreuung ein eigenes Pastorat. das 1875 errichtet wurde. Am Sonntag wird dieser Anlaß durch eine Festpredigt von Pfarrer Hänzsch seine Wurdigung finden. Am Nachmittag findet die Ordination der Hilfsprediger Paßlack und Kasvers statt. Evangelische Freikirchen Die Baptistengemeinde. Zionskirche, Schalke: Sonntag 9,30 Uhr Gottesdienst, Pred. Hohne. 10,45 Uhr Kindergottesdienst. 16 Uhr Gottesdienst, P. Dr. thcol. H. Mundhenk, Bochum. Donnerstag 20 Uhr Gebetsstunde. Freitag Religionsunterricht. — Saal Erle, Mittelstraße: Sanntag 9.30 Uhr Feier des hl. Abendmahls, Gemeindeältester Moslehner. 11 Uhr Kindergottesdienst. Nachm. siehe Zionskirche. Donnerstag 17,30 Uhr Bibel= und Gebetsstunde.— Saal Katernberg, Mittelstraße: Sonntag 9,30 Uhr Gottesdienst. 11 Uhr Kindergottes. dienst. Nachm. siehe Zionskirche. Mittwoch 19,30 Uhr Bibelund Gebetsstunde.— Kapelle Rotthausen: Sonntag 9.30 Uhr Gottesdienst. 11 Uhr Kindergottesdienst. 16 Uhr Gottesdienst. Mittwoch 18 Uhr Bibel= und Gebetsstunde. Evang. Gemeinschaft Friedenskirche, Franz=Bielefeld=Sir. 27. Sonntag 8 Uhr Uebung des Männerchors. 9,30 und 17 Uhr Predigt, O. Octmann. Sonntagsschule. 18,30 Jugendversammlung.— Mittwoch 20 Uhr Bibel. und Gebetstunde.— Donnerstag 15 Uhr Frauenkreis. 20,15 Uhr Uebung des Gemischten Chors. Evang. Gemeinschaft, Bismarck, Marschallstraße 31. Sonntag 8 Uhr Uebung des Männerchors. 9,30 Uhr Predigt, I. Mohr. 11 Uhr Kindergottesdienst. 15 Uhr Jugendstunde. 16 Uhr Ernte dankfeier in der Gemeinde. 18 Uhr Uebung des Gem. Chors. Donnerstag 19,30 Uhr Gemeinde=Bibel= und Gebetsstunde. Freie evang. Gemeinde, Gelsenkirchen, Bulmkerstraße 34. Sonntag 9,30 Uhr Bibelbesprechung. 11 Uhr Sonntagsschule. 17 Uhr Evangelisationsversammlung. Mittwoch 16 Uhr Frauenstunde. 20 Uhr Bibel= und Gebetstunde. Donnerstag 20 Uhr Gesangstunde.— Buer=Erle, Kirchstraße 13a: Sonntag 10 Uhr Bibelstunde. 11 Uhr Sonntagsschule. 15 Uhr Evangelisations. versammlung. Donnerstag 20 Uhr Gebetsstunde. Methodistengemeinde, Evangelische Freikirche, Gelsenkirchen, Augustastraße 59. Sonntag 9,30 Uhr Predigtgottesdienst. 11 Uhr Sonntagsschule. 19,30 Uhr Predigt. Dienstag 20 Uhr Jugendstunde. Donnerstag 19,30 Uhr Bibelstunde.— Marl=Brassert, Agnesstraße 12. Sonntag 13.80 Uhr Sonntagsschule. 15,15 Uhr Predigtgottesdienst. 18 Uhr Jugendstunde. Donnerstag 19 Uhr Bibelstunde. Soustige Goltesdienste Die Heilsarmee, Norps I, Hohenzollernstraße 83. Sonntag 9,30 Uhr besondere Heiligungsversammlung. 13,30 Uhr Sonntagsschule.— Mittwoch 17 Uhr Heimbundstunde für Frauen und Mädchen.— Freitag 19,30 Uhr Gebetsversammlung. Die Heilsarmee, Korps II, Gelsenkirchen=Bismarck, Andreasstraße 8. Sonntag 9,30 Uhr Heiligungsversemmlung. 19,30 Uhr Gröffnungsfeier des Jugend=Erntedankfestes. Donnerstag 16 Uhr Heimbund für Frauen und junge Mädchen. Freitag 19 Uhr Heiligungsversammlung.— Kindergottesdienst: Sonn. tag 14 Uhr Sonntagsschule sowie Freitag 16 Uhr Kinderversammlung. Christlich=Wissenschaftliche Vereinigung, Gelsenkirchen, Bohwinkelstraße 19. Sonntag 10 Uhr Gottesdienst. Mittwoch 20 Uhr Zeugnisversammlung. Neuapostolische Gemeinde, Bezirk Gelsenkirchen Gelsenkirchen, Kroupeinzenstraße 13. Sonntag 9 und 16 Uhr. Mittwoch 20 Uhr.— Gelsenktechen=Rotthausen. Lothringerstr. 40. Soantag 9 und 18 Uhr. Donnerstag 19 Uhr.— GelsenkirchenBiomarc=West, Bülomannstraße 14a. Sonntag 9 und 10 Uhr. Mittwoch 2 Uhr.— Gelsenkirchen=Bismarck=Oft, Waterloostraße 28. Sonntag v.30 und 13 Uhr. weittwoch 20 Uhr.— GelsenkirchenHerzogstraße 69. Sonntag 9 und 16 Uhr. Donnerstag 20 Uhr.— Geisentirchen=Ueckenderf, Uecenvorferstr. 181. Sonntag 9 und 18 Uhr. Dounerstag 20 Uhr.— Wattenscheid. Bochumerstraße 43a. Sonntag 9 und 16 Uhr. Mittwoch 20 Uhr.— Wattenscheid=Hönteop, Hellweg 74. Sonntau 9 und 16 Uhr. Donnerstag 18 Uhr.— Wattenscheid=Günnigfeld. Parellelstraße 23. Sonntag 9 und 16 Uhr. Donnerstag 20 Uhr.— Schonnebeck. Altenhofstraße. Sonntag 9 und 16 Uhr Mittwoch 19 Uhr— Raternberg=Nord Rbln-Mindenerstraße 58. Sonntag v und 16 Uhr. Donnerstag 19 Uhr— Wanne=Eickel, Schlachthofstraße 27. Sonntag 9 und 16 Uhr. Mittwoch 20 Uhr.— Wanns=Eickel. Horst=Wesselfteaße 16 Sonntag 9 und 16 Uhr. Donnerotag 20 Uhr.— Wanne= Lickel Unser Fritz, Unser=Fritzstraße 35. Gonntag 9 und 16 Uhr. Mittwoch 20 Uhr.— Dorsten. Recklinghäuserstraße 38. Sonntag 19 Uhr Donnerstag 20 Uhr.— Hervest=Dorsten. Augustastraße 8. Sonntag 9 und 16 Uhr Mittwoch 20 Uhr.— Holsterhausen bei HervestDorsten, Heinrichstraße 5. Sonntag 9 und 16 Uhr. Donnerstag Witterungsbericht Vereinzelte Schauer, Temperaturen anfteigend Bericht der Reichswetterdienststelle Essen=Mülheim vom 11. Oktober Da die Zufuhr kalter Luftmassen anhielt, kam es im Laufe des Tages noch zu kräftiger Bewölkung und zu einzelnen Schauern. Gleichzeitig konnte der hohe Druck sich noch weiter befestigen, so daß eine allgemeine Beruhigung durchgriff. Bei dem kräftigen Südwest= bis Weststrom in der Höhe werden aber wieder uneinheitliche Luftmassen Westeuropa überfluten. Trotz des Absinkens in der Höhe wird sich die wechselnde Bewölkung mit noch vereinzelten Schauern halten. Voraussage für Samstag: In den Morgenstunden leichter Nebel, später aufklaren, noch vereinzelte Schauer. Tagestemperaturen wieder auf 15 Grad ansteigend, mäßige Südwest- bis Westwinde. Für Sonntag und Weiterentwicklung: Westliche Winde bei wechselnder Bewölkung und noch einzelne Schauer. Nachts noch äußerst kühl. Temperaturen über Tage wieder ansteigend. Beweisaufnahme ergab, daß die drei angeklagten Kolvingsbrüder am 23. Juni als Bannerträger in der Pfarrprozession die verbotene Kleidung trugen und daß der angeklagte Kavlan die drei jungen Leute dazu eingeladen und bestimmt hatte. Der Staatsanwalt war der Ansicht, daß die Beschuldigten wußten, daß die Kolvingskluft. selbst wenn sie sie als Bannerträger trugen. verboten war. Entsprechend dem Antrag des Staatsanwalts verurteilte das Gericht die drei Bannerträger zu je 150 RM und den Kaplan, der es unterließ. auf das bestehende Verbot aufmerksam zu machen, zu 200 RM Geldstrafe, ersatzweise für je 10 RM einen Tag Haft. Zwillinge an verschiedenen Orten geboren Neuwied, 11. Okt. Daß Zwillinge an verschiedenen Orten geboren werden, ist ein Ereignis, das wohl selten vorkommt. In Bönefeld, Kreis Neuwied, war es, wo eine Frau einem freudigen Ereignis entgegensah. Das erste Kind erblickte in der Heimat der Frau das Licht der Welt. Die Mutter wurde dann sofort im Auto zum Krankenhaus nach Neuwied gebracht, wo sich bald der zweite Erdenbürger einstellte. So sind also zwei gleichaltrige Geschwister in getrennt liegenden Octen geboren worden, was zur Folge hat, daß das erste Kind dem zuständigen Amt in Rengsdorf. das zweite in Neuwied standesamtlich eingetragen wird. Erwerbt die Türplakelte des Winterhilfswerks für den Monat Oktober 20 Uhr.— Gladbeck, Bismarckstraße 33. Sonntag 9 und 16 Uhr. Mittwoch 20 Uhr.— wtadbeck=Zweckel, Berlinerstraße 218. Sonntag 9 und 16 Uhr Mittwoch 19 Uhr.— Gladbeck=Brauck, Landstr. 150. Sonntag 9 und 16 Uhr. Donnerstag 19. Uhr. Katholische Gottesdienste Sonntag, den 13. Oktober 1935 Galsenkirchen. Propst=zirche: 6 Uhr Messe, 7 Uhr Messe m. Pr. u. gemeinsch.#####m. der Jungm. u. der KnabenOberkl., 8 Uhr Messe m. Pr., 9 Uhr Messe m. Pr., 11,30 Uhr Messe m. Pr., 14,30 Uhr Christenl. u. And. m. Segen. 16 Uhr And. mit Segen. 16 Uhr Andacht f. d. 3. Orden, 18 Uhr Rosenkranzandacht mit Segen, 14 Uhr Andacht für die Jungm. in der Waisenhauskapelle.— St.=Georg=Kirche: 6,15 Uhr Aust. d. Komm., 6,30 Uhr Messe, 7,30 Uhr Messe m. Pr., 8,30 Uhr Messe m. Pr., 9.30 Uhr Messe m. Pr., 10,30 Uhr Hochamt m. Pr., 14,30 Uhr Christenl. u. And., 1 Rosenkranzand. m. Segen.— Oblatenkloster.aVilf=Kavelle: 7 Uhr Messe, 8,30 Uhr Messe m. Pr., 17 Uhr Rosenkranzandacht.— Liebfrauen=Kirche, Neustadt: 6 Uhr Aust. d. Komm., 6,15 Uhr Messe u. Aust. o. Komm., 7,30 Uhr d. Komm., 8 Uhr Messe m. Pr. u. gemeinsch. Komm. d. Jungm., 10 Uhr Hochamt m. Pr., 18 Uhr Rosenkronzand. m. Segen. Ueckendors. St.=Joseph=Kirche: 6 Uhr Messe, 6,50 Uhr Aust. d. Komm., 7 Uhr Frühmesse m. Pr. u. Generalkomm. des Jungmännervereins u. d. Gesellenvereins, 8,30 Uhr Messe m. Pr. u. Generalkomm. der Kinder der Alten Schule, 10 Uhr Hochamt m. Pr., 11 Uhr Taufen 11,30 Uhr Spätmesse m. Pr., 14,30 Uhr Andacht, 18 Uhr Rosenkranzandacht. Für die Schulkinder: 8.30 Uhr Alte Schule; 10 Uhr Almaschule u. Hilfsschule; 14,30 Uhr Andacht für alle kommunionpfl. Kinder.— Heilig=KreuzKirche: 6.45 Uhr Aust. d. Komm., 7 Uhr Messe m. Gesang u. gemeinsch. Komm. d. Jungm., 8 Uhr Messe m. Ges. u. Pr., 9 Uhr Kindermesse m Pr. u. gemeinsch. Komm. der Mädchen der Rheinelbeschule, 10,15 Uhr Hochamt m. Pr., 13,30 Uhr Taufen, 14,30 Uhr Christenlehre und Andacht. Schalke. St.=Joievy= Kirche: 5,10 Uhr Aust. d. Komm., 5.15 Uhr Messe, 6 Uhr Messe, 7 Uhr Messe m. Pr., gemeinsch. Komm. der Frauen u. Jungfr., 8,15 Uhr Messe m. Pr., General= komm. der Jungfrauen u. Frauen, 9,15 Uhr Messe mit Ansprache s. d. Kinder und Kommunionfeier d. Kinder, 10,10 Uhr Asperges, 10,15 Uhr Hochamt m. Pr., 14,30 Uhr Christenl., 15,30 Uhr feierl. Schluß der religiösen Woche für Frauen u. Jungfr. mit Festpr., Tedeum, Prozession u. Segen.— St.=AntoniuoKirche, Schalke=West: 6 Uhr Messe, 7 Uhr Messe m. Pr., 8.330 Uhr Messe m. Pr. u. Generalkomm. der gesamten männl. Jugend u d. Schulmädchen, 10 Uhr Hochamt m. Pr., 14,30 Uhr Christenl. u. Rosenkranz, 15,30 Uhr Dankandacht f. d. männl. Pfarrjugend, 18 Uhr Rosenkranzandacht. Bismarck. St.=Anna=Kirche, Biomarck=West: 7 Uhr Messe mit Predigt und gemeinsch. Komm. der Mitglieder des Jungmänner= u. Gesellenvereine, 7,40 Uhr Messe mit voln. Ges. u. gemeinsch. Komm., 8,30 Uhr Messe m. Pr. u. gemeinsch. Komm. der Schul'naben, 14,30 Uhr Rosenkranzand.— Dreifaltigkeite= Kirche, Bismarck=Ost: 7,30 Uhr Messe m. Pr., gemeinschaftl. Komm. der Jungm., 10 Uhr Hochamt m. Pr., 15 Uhr Rosenkranzand. mit Segen.— St.=Franziskus=Kirche, Bismarck: 6,30 Uhr Messe, 7,45 Uhr Messe m. Pr., 9 Uhr Messe m. Pr., 10,15 Uhr Hochamt m. Pr., 15 Uhr Rosenkranzand. m. Seg. Bulmte. HI.=Familie=Kirche: 6 Uhr Messe m. Ansprache u. Generalkomm. d. Jungfr. u. Frauen, 7 Uhr Frühm. m. Pr. u. Generalkomm. der Männerwelt, 8,15 Uhr Kindermesse m. Pr. u. Generalkomm. der kommunionpfl. Schulkl., 9,30 Uhr Asperges u. Hochalt m. Pr., 11,30 Uhr Messe m Pr., 14,30 Uhr Christenl. u. Sakramentsand., 18 Uhr Schluß der euchar. Woche. Hüllen. Herz=Jesu=Kirche: 6,50 Uhr Aust. d. Komm., 7,30 Uhr Messe m. Pr. u. gemeinsch. Komm. der 3. Kommunionabteilung. 8.45 Uhr Messe m. voln. Ges., 10 Uhr Hochamt mit Predigt, 18 Uhr Andacht mit Gegen Heßler. St.=Elisabeth=Kirche: 6,30 Uhr Messe, 8 Uhr Messe m. Pr. u. gem. Komm. der Jungm. u. d. Knaben d. Oberkl., 10.30 Uhr Hochamt m. Pr., 17 Uhr Rosenkranzandacht. Rotthausen. Mariä=Himmelfahrt=Kirche: 6 Uhr Messe m. voln. Ges., 6.45 Uhr Bet=Singmesse, 7.45 Uhr Kinder messe mit kurz. Pr., 8.45 Uhr deutsche Singmesse m Pr., 10 Uhr Hochamt mit Ges. u. kurz. Pr. 11,15 Uhr letzte Messe m. Pr., 13,45 Uhr Pr. u. Andacht f. d. männl. Jug, 14,30 Uhr Christenl. m. gest. Armenseelen=And. u. Seg., 17 Uhr Rosenkranzand. m. S. Ruhrschnellverbehr hat sich bewährt Durchführung bis Düsseldorf und Köln gewünscht Herabsetzung der Entfernungsgrenze bei Urlaubskarten für das Kuhrgebiet ist nolwendig Essen, 11. Okt. In einer Sitzung des Unterausschusses für Eisen bahnfragen beim Verkehrsverein Essen wurde mit Befriedigung festgestellt, daß der Ruhrschnellverkehr sich besonders bei den Berufsreisenden großer Beliebtheit erfreut. Dringend gewünscht würde die Durchführung des Ruhrschnellverkehrs bis Düsseldorf und Köln. Auf der Bergisch=Märkischen wie auf der Köln Mindener Strecke beständen zur Zeit nur wenige durchgehende Personenzugverbindungen, die den engen wirtschaftlichen Beziebungen zwischen den drei großen Wirtschaftszentren Essen, Düsseldorf und Köln nicht gerecht werden. Die Notwendigkeit besserer Verbindungen ergeve sich besonders für den frühen Nach mittagsverkehr nach Köln auf beiden Strecken. Bei der Besprechung von Tariffragen ergab sich nach den Beobachtungen des diesjährigen Fernverkehrs, daß die Mindestentfernungsgrenze für die Ausgabe von Urlaubskarten, die zur Zeit 200 Klm. beträgt, für das Ruhrgebiet offenbar zu boch gegriffen ist. Die Haupterholungsgebiete für das Ruhrgebiet sind der Rhein, das Sauerland, der Teutoburger Wald, die Eifel, alles Gebiete, die in einem Umkreis von unter 200 Klm. liegen. Für die erholungsbedürftigen Volksgenossen aus dem Ruhrgebiet ist es um so härter, daß sie für Reisen nach diesen Gebieten eine Ermäßigung nicht beanspruchen können, als dieselben Gegenden wohl von Wochenendurlaubern mit sogar 33½ Prozent Ermäßigung aufgesucht werden können. Bei der Reichsbahn soll beantragt werden, daß sie schon bei Entfernungen von 150 Klm. die Urlaubskarte auflegt. Bei dem größten Teil der Bevölkerung des Ruhrgebiets würden die Ersparnisse dadurch beson ders bei Reisen von Familien mit Kindern bedeutend ins Gewicht fallen: andererseits aber würde in Anbe tracht des zu erwartenden Mehrverkehrs keine besondere finanzielle Belastung für die Reichsbahn entstehen. Drei Kolpingsbrüder ein ein Kaplan vor Gericht Essen, 11. Okt. Vor der Essener Großen Strafkammer standen am Freitag drei Kolvingsbrüder und ein Kaplan von der St. Johannis=Kirchengemeinde in Altenessen unter der Beschuldigung. gegen die Notverordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat verstoßen zu haben, wonach Mitgliedern konfessioneller Jugendund Standesvereine das Tragen einheitlicher Abzeichen und Kleidungsstücke in geschlossenen Gruppen. auch bei altbergebrachten Prozessionen verboten is.. Die Willst Du am Eintopfsonntag zurückstehen, # Beweise Deine Gesinnung durch die Tat, durch Dein Opfer! Samstag, den 12. Oktober 1335 Allgemeine Zeitung Niedersachsen-Westfalen Westfalen?— Das ist Gelsenkirchen-Schalte Stark zum Bundespokalwektbewerb: Die westdeutschen Gaue vor schweren Aufgaben Niederrhein in Frankfurt, Westfalen in Haunover, Mittelrhein in Köln Soll das so weiter gehen? Die wegen des Erntedankfestes um eine Woche verlegte Vorrunde zum diesjährigen Bundespokalwettbewerb geht morgen in Szene. Es finden allerdings nur sieben von den angesetzten acht Begegnungen statt. da das Trefsen zwischen Nordmark und Ostpreußen in Schwerin auf den 20. Oktober verlegt wurde. Die Ostvreußen wollen nämlich dem Königsberger Länderspiel gegen Lettland beiwohnen. Es ist nicht daran zu zweifeln, daß der Gau Nordmark den Schweriner Kampf gewinnt, so daß man ihn schon heute als Teilnehmer an der Zwischenrunde ansehen kann. In diesem Zusammenhang sei gleich darauf hingewiesen, daß die Zwischenrunde am 3. November steigt, die Vorschlußrunde am 2. Januar durchgeführt wird und der Termin für das Endsviel auf den 1. März 1936 angesetzt wurde. Von den sieben Treffen des Sonntags interessieren uns vor allem die Paarungen mit den drei westdeutschen Gau=Mannschaften aus Westfalen, sowie vom Nieder= und Mittelrhein. In der Zusammenstellung der Vorrunde haben diese Gaue nicht gerade günstig abgeschnitten. Die Westfalen müssen nach Hannover. um gegen Niedersachsen anzutreten, der Niederrhein muß nach Frankfurt und erhält den Südwest=Gau zum Gegner und der Mittelrhein trifft mit dem spielstarken Württemberg=Gau zusammen, hat aber wenigstens„Platzvorteile“. da das Treffen in Köln steigt. Es wird also garnicht leicht sein, alle drei Gaue in die Zwischenrunde zu bringen, wenn auch kaum damit zu rechnen ist, daß uns schon die Vorrunde auf der ganzen Linie zum Ausscheiden zwingt. Die übrigen vier Spiele versprechen ebenfalls recht interessant zu werden. In Berlin trefsen die Finalisten des Vorjahres. Brandenburg und Gau Mitte, zusammen. Der mitteldeutsche Titelverteidiger, der im vergangenen Wettbewerb durch seinen sensationellen Endsieg die größte Ueberraschung brachte, muß weiterhin als ernsthafter Gegner angesehen werden. Auch in Breslau wird es zwischen den kampftüchtigen Schlesiern und dem spielstarken Gau Bayern zu einem spannenden Kampf kommen. Recht ausgeglichen erscheint auch die Begegnung in Mannheim zwischen Baden und Nordhessen zu sein, dagegen dürfte in Stettin der Gau Pommern gegen die Sachsen kaum erfolgreich bleiben. Es ist somit sehr schwer, die voraussichtlichen Sieger der Vorrunde zu nennen, nur Nordmark und Sachsen gelten als„totsicher". doch haben auch sie auf der Hut zu sein. Weiterhin müßten sich Westfalen, Baden und Bayern zur Geltung bringen. während in den restlichen Svielen der Ausgang völlig offen erscheint. Im einzelnen sieht die Vorrunde wie folgt aus: Haunover: Niedersachsen— Westfalen Frankfurt/M.: Südwest— Niederrhein Mittelrhein—Württemberg in Köln Als einziger der drei westdeutschen Gaue bat der Mittelrhein den Vorteil. in seiner Metrovole Köln svielen zu können. ein Plus, das von ausschlaggebender Bedeutung sein kann. Auch im Kölner Stadion wird es einen harten Kampf geben, den die Württemberger nach ihrem guten Abschneiden im Vorjahr als Favoriten aufnehmen, der jedoch ebenso gut von den Gastgebern gewonnen werden kann. Es hat sich nämlich gezeigt, daß die Mittelrhein=Elf wieder recht stark geworden ist und da sie auf Grund intensiver Vorbereitungen aufgestellt wurde, sind die Aussichten sogar recht gut. Neben bereits bewährten Spielern sowie den Hauptkräften Mombre. Hönig. Euler, Franz Elbern und Dahmen. auf die der Mittelrhein nicht verzichten kann, stehen junge Leute, die in ihrer Vereinsmannschaft so gute Leistungen vollbrachten, daß sie zu größeren Aufgaben berufen erschienen. Die Mannschaften stehen wie folgt: Mittelrhein: Mombre(SV Mülbeim): Hönig (Allianz). Klaas(Brachbach): Moog(Köln 99). Euler (Sülz 07), Klein(Beuel): F. Elbern(Beuel). Damen (CiR Köln), Gauchel(Neuendorf). Weyer(CfR Köln), Ender(Köln 99). Württemberg: Keck(Ulm 94): Vosseler(KickerStuttgart). Seybold(BfB Stuttgart): Wurzer. Strobl (beide Ulm 94), Herrmann(SV Feuerbach): Zehler (Sportfr. Eßlingen). Koch(BfB Stuttgart). Seitz (Kornwestheim). Hildenbrand(Ulm 94). Schrode (Sportfr. Eßlingen). Vor diesem Treffen spielt eine zweite MittelrheinAuswahl gegen den Gaumeister VfR Köln, dessen Sturm von Ferdl Swatosch geführt wird. Und sonst und so? Schlesien hat in Breslau sein stärkstes. Aufgebot zur Stelle. um den spielstarken Bayern eine Enttäuschung zu bereiten. Die Süddeutschen sollten sich aber zur Geltung bringen, da sie das reifere Können und die größere Routine besitzen. Dafür garantieren allein so gute Leute wie Jakob. Haringer. Goldbrunner. Lehner und Simmetsreiter. Brandenburg und Mitte werden sich in der Reichshauptstadt ein erbittertes Gefecht liefern. standen doch beide Mannschaften im Vorjahr in der Entscheidung. die an gleicher Stelle zugunsten des Mitte=Gaues ausging. Die Mitteldeutschen haben mit wenigen Ausnahmen die gleiche Elf zur Stelle, die auch diesmal ein ernstes Wort mitsprechen will. Da aber auch Brandenburg in stärkster Aufstellung antritt und namentlich im Angriff ein Uebergewicht hat, sollte es einen knappen Sieg für Berlin geben. In Stettin erwarten die Pommern den Gau Sachsen, der sich hier klar durchsetzen sollte. Die in stärkster Besetzung antretenden Gäste werden nicht zu schlagen sein, dafür wird allein der Sturm mit Schlösser. Helmchen. Schön, Munkelt. Kund sorgen. Mannheim ist Austragungsstätte des Spiels Baden gegen Nordhessen. Auch hier treten beide Gaue mit bester Mannschaft an, lediglich Langenbein wird bei Baden vermißt, da er in Königsberg gegen Lettland stürmt. Wenn man auch allgemein die Badenser als Sieger erwartet, so wird es doch nicht so leicht fallen. die Fulda/Hanau/Kasseler Kombination zu schlagen. Noch immer kein Vollprogramm: Vier Meisterschaftstreffen in der westfälischen Sonderklasse Was gibt's am Forsthaus? Köln: Breslau: Berlin: Stettin: Mannheim Mittelrhein— Württemberg Schlesien— Bayern Brandenburg— Mitte Pommern— Sachsen Baden— Nordhessen Schalte 04 vertrikt Westfalen Die Mannschaft des zweisachen deutschen Meisters wird erneut vor eine schwere Aufgabe gestellt. Nach dem 1:0=Erfolg in Nürnberg über die starke Nürnberg Fürther Komination und dem 4:2=Sieg in Gelsenkirchen im Freundschaftskampf über Niederrheins „Nationalelf“, soll der FC Schalke 04 auch morgen die Interessen seines Gaues wahrnehmen und in Hannover gegen Niedersachsen spielen. Die derzeit ganz vorzügliche Form der Schalker läßt erwarten, daß auch diese Probe erfolgreich bestanden wird. Der Gau Niedersachsen hat für dieses Spiel nicht nur die stärkste Besetzung aufgeboten, er hat auch den Vorteil, auf bekanntem Gelände in Hannover svielen zu können. Die Mannschaft ist auf allen Posten mit den besten zur Verfügung stehenden Spielern besetzt, darunter zahlreiche Internationale, die noch letzthin in Länderkämpfen erfolgreich mitwirkten. So sieht man in der Verteidigung Hundt. in der Läuferreihe Sukov. Deike und Schulz und im Sturm Malecki, Lachner und Fricke sowie auf der linken Seite Meng 2 und Meng 3. die bekannten Stürmer des Gaumeisters Hannover 96. Man ersieht daraus, vor welch schwere Aufgabe die„Knappen“ gestellt werden. aber die große Form und die technische Ueberlegenheit müßten auch hier zum Siege führen. Niedersachsen Pritzer(Hannover 96): Hundt. Scharmann(beide Werder Bremen): Sukop(Eintr. Braunschweig). Deike (Hannover 96). Schulz(Arminia Hannover); Malecki (Hannover 96). Lachner(Eintr. Braunschweig). Fricke (Arminia Hannover). Meng 2. Meng 3(beide Hannover 96). Schalke 04 Mellage: Bornemann, Schweißfurth: Tibulski. Nattkämper, Gellesch; Kalwitzki, Zevan, Pörtgen, Kuzorra. Urban. Niederrhein=Elf in Frankfurt In Frankfurt(Main wird es ein großes Spiel geben, denn sowohl der Gau Südwest als auch der Niederrhein=Gau haben ihre Mannschaft sehr sorgfältig aufgestellt, wobei der Niederrhein das Handicap hatte. auf einige bewährte Kräfte verzichten zu müssen, da diese Spieler verletzt sind. Dennoch ist eine recht starke Elf aufgestellt worden, die mit guten Aussichten in die„Höhle des Löwen“ fährt. Der Südwest=Gau errang vor zwei Jahren den Endsieg im Kampfspiel=Pokal. wobei er in Nürnberg das Vorschlußrundenspiel gegen den Niederrhein in der Verlängerung gewann. Im vorjährigen Bundespokalwettbewerb scheiterte er als Favorit bereits in der Vorrunde an dem späteren Endsieger Gau Mitte. Auch der Niederrhein kam bekanntlich im Vorjahr nicht über die Vorrunde hinaus, denn in Elderfeld bebielt Württemberg überraschend mit 3:2 die Oberhand. Da auf beiden Seiten zahlreiche Internationale stehen, wird es in Frankfurt nicht nur zu einem großen Kampf kommen. sondern man sollte auch gute Leistungen zu sehen bekommen. Wer das bessere Ende für sieh haben wird. ist nicht vorauszusagen. Der Niederrhein hat etwas gutzumachen, vielleicht gelingt in Frankfurt das Vorhaben. Erle 08— Westsalia Herne Ohne Schalke 04. den Deutschen Meister. der zur gleichen Stunde als Gauelf gegen die Niedersachsen im Kampf der Vorrunde um den Bundespokal in Hannover steht, setzt morgen die Gauliga Westsalen den Punktekampf fort. Man gewöhnt sich nun schon so langsam an das Fehlen der meisterlichen Knappen im Punktekampf und setzt voraus, daß sie mit ihrer überlegenen Spielführung demnächst schnell den ersten Rang in der Wertungsskala erkämpft haben werden... Ohne Minuspunkt ist heute keiner ihrer Mitbewerber mehr und morgen werden sicherlich die führenden Mannschaften noch einige dazu bekommen. Wenn nichts dazwischen kommt, dann wird man sich am Sonntagabend am Forsthaus in Erle über den ersten Sieg in der Gauliga freuen. Recht wacker hat der Neuling seine ersten zwei Spiele durchgeführt und die Ergebnisse lassen darauf schließen, daß er auch in der neuen Umgebung seinen Mann stehen wird. Herne wird seinen tüchtigen Verteidiger Krüger, den ein böses Mißgeschick aus seinem geliebten Svort riß. sicherlich an allen Ecken und Kanten vermissen und wir glauben nicht, daß die Gäste an einer Niederlage in Erle vorbeikommen werden. Sus hüsten 09— Germania Bochum Sicherlich einer der interessantesten Kämpfe des Sonntags. Ueberzeugend hat sich bislang die Germania durch den Punktekampf geschlagen und behauptet nun schon geraume Zeit den ersten Tabellenvlatz. In Hüsten wird es nun aber wirklich schwer halten, die drohende erste Niederlage abzuwenden. Bislang war es noch immer so. daß die Südwestfalen auf eigener Scholle siegten und die Germanen dann zuhause sich revanchierten. Und nach altem Brauch wäre so nun wieder ein Hüstener Sieg fällig. Union Recklinghausen- Spbgg herten Bei der Union wollte es bisher garnicht recht klavven. Ein Punkt aus vier Spielen ist eine recht bescheidene Vorbilanz. Und am Sonntag im Sviel gegen Herten wird wohl kaum auch etwas zu holen sein. Zuvor war es zwar so. daß Herten gegen eine starke Union nicht ankam und nach dem 1:2 zu Hause auch in Recklinghausen nicht über ein 3:3 hinauskam. Aber das war einmal. Immerhin ist damit zu rechnen, daß sich die Union eines Tages wieder auf den alten Geist besinnt, der sie groß machte. Noch ist es Zeit. Preußen Münster— Zus Bochum Auch die Preußen in Münster hoffen noch immer auf den ersten Sieg in der Saison. Dem bescheidenen Unentschieden in Recklinghausen folgten zwei Niederlagen auf eigenem Grund und Boden und zudem lehrte das 5:0, das der Meister am letzten Sonntag in Münster herausschoß, daß ein schneller und energischer Sturm auch mit der als ehr tüchtig bekannten Preußen=Deckung fertig wird. Hier hat nun die Fünferlinie des TuS Gelegenheit, zu zeigen, was in ihr steckt. Es wird aber immer sehr schwer sein, in Münster an die zwei Punkte zu kommen. Die deutsche Elf gegen Bulgarlen Mit Jepan und Pörigen Am 20. Oktober in Leipzig Für den Fußball=Länderkampf am 20. Oktober in Leipzig wurde die deutsche Mannschaft wie folgt aufgestellt: Buchloh (BfB Speldorf) Münzenberg Haringer (Alem. Aachen)(Wacker München) Gramlich Goldbrunner Warnken (Eintr. Frankfurt)(Bayern München)(Bremen) Lehner Siffling Pörigen Zepan Siemetsreiter (Augsburg)(Waldhof)(beide Schalke 04)(Bayern München) Treffen Gelegenheit, den schlechten Eindruck, den die Elf bisher in den Meisterschaftsspielen gemacht hat, durch eine gute Partie gegen den Favoriten zu verwischen. Es wird schwer fallen, aber auf dem Eickelplatz wurde schon so manches Unmögliche möglich gemacht. 5Bg Röhlinghausen— Westfalig Buer Der Klassenneuling erhält nun zum drittenmal Gelegenheit, seine Klassenzugehörigkeit unter Beweis zu stellen, nachdem die beiden ersten Partien eine knappe Niederlage, aber auch einen knappen Sieg über eine nicht zu den schlechtesten der Gruppe zählende Mannschaft ergaben. Gegen Röhlinghausen wird ein Sieg schwer fallen, obwohl diese Elf bisher nicht gerade übermäßig erfolgreich sein konnte. Hossen wir, daß es den Westfalen wiederum glückt, beide Punkte für sich zu beanspruchen. 3f5 Boktrop— Schwarz=Gelb Gladbeck Wenn wir hier annehmen, daß Bottrop das bessere Ende erwischen wird, dann auf Grund der Tatsache, daß die Platzherren die bessere Hintermannschaft stellen, die in dem Schlutzmann einen überragenden Könner besitzt. Schwarz=Gelb wird sich damit abfinden müssen, daß diese beiden Punkte in Bottrop bleiben. Zwölf Punkte zu vergeben Die Gelsenkirchener Bezirksklasse diesmal voll beschäftigt Vorstöße zur Spitze... Wohl zum erstenmal tritt in dieser Spielzeit die Gelsenkirchener Bezirksklasse geschlossen auf den Plan, so daß wir morgen abend mit einer umgreifenden Umwälzung des Tabellenbildes rechnen können. Favorit ist nach wie vor der SC Hassel, der sich selbst von kampfstarken Mannschaften nicht zurückschrecken läßt und nach drei einwandfrei gewonnenen Spielen sicher die Tabellenführung an sich gerissen hat vor der Castroper Mannschaft, die in diesem Jahr wieder in unserer Gruppe zu finden ist und sich in den vier bisher absolvierten Spielen gut eingeführt hat. Aber auch BV 12 hat in den bisherigen Spielen dewiesen, daß die Mannschaft sich etwas vorgenommen hat. Die übrigen Mannschaften haben nun nach teilweise erfolgversprechendem Start eine, wenn nicht sogar zwei Niederlagen aufzuweisen, zu denen sich dann durchweg noch Minuspunkte auf den Remis. partien gesellen. 5B Rotthausen- BB 12 Beide Mannschaften brachten am letzten Sonntag das gleiche Ergebnis heraus, nur mit dem Unterschied, daß BV 12 1:0 gewann, Rotthausen mit dem gleichen Ergebnis verlor. Es steht also auch in diesem Treffen allerhand auf dem Spiel und wir müssen den Platzherren nur anraten, die Partie gegen den bisher so erfolgreichen Klassenneuling durchaus ernst zu nehmen. Was die Gäste auszeichnet ist die klare Linie in der Abwehr, während Rotthausen in der Mittelreibe seine besten Kräfte besitz:. Wer sich nun in diesem Spiel durchsetzen wird, bleibt abzuwarten. Will Rotthausen gewinnen, dann muß der Angriff Tore treten. Ob dies ihm aber gelingt, ist eine zweite Frage Warten wir ab, was bei dem Schlußpfiff aus der ganzen Angelegenheit herausgekommen ist. Vielleicht eine Punkteteilung? eigenem Gelände eintreten. Castrop will erst geschlagen sein, wenn die Punkte in Gelsenkirchen bleiben sollen. Lusbg horst— 5B Union Beide Mannschaften haben bisber nicht das gehalten, was man von ihnen erwartet hatte. Horst vielleicht noch weniger als Union. Horst hat sich mit Spielerabgängen abfinden müssen, während Union sich noch nicht so recht gefunden hat. Aber sollen die Miesmacher auch in diesem Falle wieder einmal Recht behalten? Union wird allen zum Trotz in Horst siegen müssen und sich darüber wegsetzen, daß Horst auf eigenem Gelände eine schwer zu nehmende Mannschaft stellt. Auf ans Werk, wir wollen Punkte sehen! 15 Eickel— 5C hassel Der Besuch des Tabellenführers in Eickel wird seine Zugkraft nicht verfehlen, erhält Eickel doch in diesem Herbstwalslauf 1935 Der schönste Frauenwektbewerb ohne Frauen! Morgen um 10 Uhr steigt in der Löchterbeide in Buer der diesjährige Herbstwaldlauf. Leider ist den Vereinen der Wert der Waldläuse, ganz gleich ob im Herbst oder Fühling, zu wenig bekannt. Sonst dürfte es nicht vorkommen, daß die Meldungen zu diesen Veranstaltungen so spärlich einlausen. Morgen wird in diesem Lauf in fünf Klassen gestartet: Die Läufer der Klasse 1 müssen 10000 Meter durchlaufen. Es ist für alle Teilnehmer eine starke Leistungsprobe, zumal der Lauf durch Feldwege und am Rand der Felder binführt. Im vorigen Jahr war Schenk(96) Sieger. Diesmal wird Bör von Westfalia 84 nachdrücklichst eingreisen. Wir tipven ihn als Sieger, falls nicht ein Unbekannter für eine Ueberraschung sorgt. Der Sieger der 2. Klasse(5000 Meter) ist schwer vorher zu sagen. Dieser Lauf ist völlig offen. Das gleiche gilt von den Jugendklassen, die 3000 und 2000 Meter zu überwinden haben. Der Start aller Klassen ist um 10 Uhr an der Kampfbahn Löchterheide. Meldungen werden am Start noch angenommen. Kickers Stuttgart Vereinsmeister Das Fachamt für Leichtatbletik bat entschieden, daß nur die bis zum 6. Oktober ausgetragenen Kämpfe um die Deutsche Vereinsmeisterschaft Gültigkeit haben, so daß die noch vor wenigen Tagen erzielte Spitzenleistung von München 1860 keine Anerkennung mehr finden kann. In der Sonderklasse haben damit die Kickers Stuttgart die Meisterschaft mit 10 325,63 Punkten vor ASV Köln mit 10221,95 Punkten und Berliner SC mit 9 762,57 Punkten errungen. In der A=Klasse fiel der Titel an Jahn Regensburg mit 7683,38 Punkten, in der B=Klasse an den SC Pforzbeim mit 5316,95 Punkten und in der C=Klasse an den BfB Diez Lahn mit 4 368,60 Punkten. Gladbeck 13 schwimmt Lagenstaffelrekord Im Rahmen eines Lehrganges, den die Sportlehrer Tegethoff. Rimmel, Keser vom Fachamt für Schwimmen im Düsseldorfer Stadtbad Kettwigerstraße durchführten, unternahmen die Schwimmer Simon. Heina, Schuhknecht des SV Gladbeck 13 einen Angriff auf den Lagenstafselrekord(100=Meter=Rücken. 200=Meter=Brust. 100=Meter=Kraul). Die bisherige Bestleistung von Sparta Köln wurde von den Gladbeckern mit 5:02.8 glatt unterboten. Die Zeit von Sparta Köln stand auf 5:04.4. Erwin Simon(1:11.8) und Arthur Heina (2:44.5) schwammen trotz des Beginns der Hallenschwimmzeit so außerordentlich gute Zeichen heraus. daß Schuhknecht selbst mit der schwachen Zeit von 1:06.5 Minuten noch in neuer Stafselrekordzeit anschlagen konnte. Horgen ein neuer Gegner: Lettland! SC 07— Castrop 02 Die Gäste haben in den bisherigen Meisterschaftsspielen nicht enttäuscht, und auch 07 hat bis auf die letzte Niederlage gegen BV 12 gute Spiele geliefert, die für die kommende Zeit nur das Beste hoffen lassen. Gegen Castrop wird man sich allerdings noch einmal recht kräftig anstrengen müssen, denn diese Elf kann kämpfen bis zur letzten Sekunde, und was das wesentliche bei der Angelegenbeit ist, sie versteht auch Tore zu treten. Die Gelben werden sich also vorsehen müssen, sollte nicht eine böse Ueberraschung auf Länderspiel in Königsberg Der Kreis der Länderspielgegner der deutschen Fußball=Nationalmannschaft hat sich in diesem Jahre beträchtlich erweitert. So wurden in der vergangenen Svielzeit zum ersten Male Länderkämpfe gegen Irland und Spanien ausgetragen und in der neuen Saison waren schon Rumänien und Estland neue Länderspielgegner, denen sich nunmehr Lettland anschließt. Es ist die 23. Nation, mit der Deutschland in sußballsportliche Beziebungen tritt. Das Treisen steigt am Sonntag. 13. Oktober. in Königsberg im Horst=Wessel=Stadion. Die Letten traten im Jahre 1922 dem Internationalen Fußball=Verband bei und haben seitdem einen recht lebhaften Spielverkehr gehabt, der sich allerdings sast ausschließlich auf die Ostseestaaten Estland. Finnland. Litauen. Polen und Schweden beschränkte. In diesen Svielen hat Lettland teilweise sehr ehrenvolle Ergebnisse erzielt: noch unlängst wurde gegen eine zweite volnische Nationalelf 3:3 unentschieden gespielt. nachdem die Letten kurz vorher im baltischen Fußballturnier hinter Litauen den zweiten Platz belegt hatten. Lettland stellt zum ersten Kampf mit Deutschland seine zur Zeit stärkste Mannschaft, aus der Torwart Lazdins. die Verteidigung Lauks=Simanis und der Innensturm Peterson=Schkinz=Scheibel besonders zu erwähnen sind. Namentlich das schußkräftige Innentrio verdient Beachtung, das auch den Polen so schwer zu schaffen machte. Der Deutsche Fußball=Bund stützt sich in diesem Treisen wieder aus eine Mannschaft. in der neben einigen bereite international erprobten Spielern auch neue Leute stehen, die erstmals den Nationaldreß tragen. Das gilt von dem rechten Läufer Ruchay von Prussia Samland Königsberg. dem Mittelstürmer Panse von Eimsbüttel und dem Halblinken Bökle vom Endsviel=Finalisten BB Suttgart. Ursprünglich war mit Ritschek(Polizei Danzia) ein weiterer Neuling vorgesehen. der jedoch aus diszivlinarischen Gründen nicht mitwirken kann und durch Tiefel(Eintracht Frankfurt) ersetzt wird. Torwart Jürissen. Mittelläuser Matthies und Rechtsaußen Langenbein haben dagegen schon einmal international gespielt, während die übrigen Spieler schon mehrfach in der Nationalmannschaft standen. Trotz etwas bunter Zusammenstellung einer Mannschaft. deren Spieler sich erst kennen lernen müssen, gebt der DFB in diesem Sviel kein Risiko ein. Lettland wird nicht unterschätzt aber die deutsche Abwehr ist so stark, daß es koum Gegentore geben sollte. Und wenn sich der Sturm schnell gefunden hat, dann werden so schubgewaltige Stürmer, wie Langenbein. Lenz. Panse. Bökle und Heidemann auch für die nötigen Erfolge sorgen, die zu einem klaren Siege führen werden. allgemeine Zeitung Samstag, den 12. Oktober 1935 Vollprogramm der Kreisklassen Westfälische Gerätemeisterschaften in Münster Tabellenausgleich? 1. Kreisklasse Gruppe Gelsenkirchen Delog— Dahlbusch Gelsenkirchen— BfB Schalke 96— Gelsenkirchen 06 Rasensport 08— CfR Tus 1910— Hüllen 07 Die ehemals so zugkräftige Rotthauser Auseinandersetzung hat nunmehr viel von ihrem Reiz verloren, nachdem Dahlbusch in den bisherigen Meisterschaftsspielen so wenig erfolgreich abgeschnitten hat. Trotzdem wird gerade die Lokalrivalität einen harten Kampf bringen, den wohl die Platzherren gewinnen sollten, aber erst wenn der Widerstand von Dahlbusch vollends bezwungen ist. Gelsenguß wird sich gegen die Feldmarker Gäste anstrengen müssen, denn diese haben in den bisherigen Spielen nicht schlecht abgeschnitten, wenn auch zu wünschen wäre, daß die Elf etwas mehr Schwung in die Vorderreihen bekommt. Ob Gelsenguß gewinnt, ist fraglich, sollte aber dennoch zu erwarten sein, wenin die Elf voll auf dem Posten ist. Schalke 96 hat wieder eine harte Kraftprobe zu bestehen, nachdem die Mannschaft sich nunmehr den vierten Tabellenplatz erkämpft hat. Diesmal wird es sehr schwer sein zu gewinnen, denn die Gäste stellen eine Elf. die Tore zu treten weiß, dafür aber auch schwache Hinterreihen hat. Es könnte also dazu kommen, daß die Platzherren evtl. beide Punkte für sich mit Beschlag belegen, wenn nicht die Gäste einen dicken Strich durch die Rechnung machen. Ob Rasensport gegen die Klubleute bestehen kann, wagen wir zu bezweifeln. Wenn auch der Kampfgeist der Mannschaft anerkennenswert ist, so dürfte doch in diesem Spiel die bessere Mannschaftsleistung den Ausschlag geben. Wir erwarten einen knappen Sieg der Gäste. Auch Tus kann gegen Hüllen nur zu einem Sieg kommen, wenn die Mannschaft von vornherein auf Sieg spielt und sich im gegnerischen Strafraum durchzusetzen weiß. Hüllen jedoch wird sich ebenfalls anstrengen müssen, denn die Mannschaft hat die Punkte bitter nötig. Gruppe Buer=Bottrop Buer 07— SV Zweckel Beckhausen 05— Bottrop 11 Sportfreunde Gladbeck— Hansa Scholven Rhenania Bottrop— Preußen Sutum In der Buerschen Gruppe hält Buer 07 nach fünf Siegen unangesochten die Spitze und ist neben dem SV Zweckel, dem morgigen Gegner, die einzige Mannschaft ohne Niederlage, während Zweckel schon zweimal die Punkte teilen mußte. Unter diesen Umständen kommt dem morgigen Treffen besondere Bedeutung zu.— Beckhausen konnte den vorsonntäglichen Start nicht mit einem Erfolg abschließen. Dafür sollte es aber morgen klappen.— Sportfreunde Gladbeck kann sich durch einen Sieg über Scholven in die Spitzengruppe hineinschieben evtl. den zweiten Tabellenplatz erwischen.— Ob die Sutumer Preußen ihr Bottroper Gastspiel mit einem Erfolg, und wenns nur eine Punkteteilung ist, abschließen können, bleibt abzuwarten. Jedenfalls wär es ihnen nach den letzten Spielen zu wünschen. 2. Kreisklasse Gruppe Gelsenkirchen Post— Fortuna Borussia— Reichsbahn Bismarck Eintracht Günnigfeld— SBG 33 BfI Gutehoffnungshütte— Schwarz=Weiß Der Tabellenführer trifft in den Fortunen auf einen Gegner, der sich sehen lassen kann, der am letzten Sonntag noch die Schalker Jungliga aus dem Feld schlug. Wer hier gewinnen wird, ist fraglich. Vielleicht entscheidet der bessere Angriff. Borussia kann die Bismarcker schlagen, doch bedarf es dazu einer ausgeglichenen Mannschaftsleistung, die bislang sich nicht sonderlich bemerkbar machte. Es wird auch hier zu einem spannenden Kampf kommen. Wenn die Eintrachtler sich anstrengen, ist ein Erfolg über die Gäste aus dem Eichenbusch zu erwarten. Immerhin dürfte der Erfolg sehr schwer fallen, denn die Gäste verstehen zu kämpfen. Ob BfI die Schwarz=Weißen schlagen kann, bleibt abzuwarten. Es wird immerhin zu einem ausgeglichenen Kampf kommen, den die Mannschaft gewinnt, die das bessete Stehvermögen aufweisen kann. Gruppe Buer=Vottrop Schwarz=Blau Gladbeck— Nordstern Horst Bottrop 21— Bülse Post Gladbeck— Erle 19 WTSV Westerholt— Tus Hugo 3. Kreisklasse Gruppe Gelsenkirchen BV 12 1b— Tus Schalker Verein BG Küppersbusch— Schalke 04 1b Erle 08 1b— SC Hassel 1b Germania Schalke— Union 1b SC 07 1b— Westfalia Grillo Funke Schalke 04— Arminia Bielefeld Vorentscheidungen in der handball-Gauliga— Positionskämpfe in der Bezirksklasse— Vollprogramm der Kreisklassen In der Glückauf-Kampfbahn steigt morgen wieder einmal ein Handb=lltreffen besonderer Bedeutung. Die Schalker Handballer, die sich nach drei Spielen, zumal nach dem großen Sieg am letzten Sonntag über die Paderborner Preußen, in den Vordergrund des Interesses geschoben haben, erwarten die Bielefelder Arminen. Die Gäste stellen eine Elf, die sich gegenüber der Elf des Vorjahres wesentlich verbessert hat und in diesem Jahr bei der Besetzung der Tabellenmittelplätze ein gewichtiges Wort mitreden wird. Wenn wir morgen allerdings einen Sieg der Schalker, die auf eigenem Platz immer schwer zu schlagen sind, erwarten, dann auf Grund der nunmehr geschlossenen Mannschaftsleistung, die in den letzten Spielen nach Ueberwindung aller Schwierigkeiten erreicht wurde. Die Mannschaft ist heute besser eingespielt denn je und vereinzelt anstehende Schwächen werden geschickt durch die überragende Stellung einzelner Spieler verdeckt. Nachdem die Mannschaft nun noch in der Hintermannschaft Verstärkung erhalten hat und auch im Angriff durch neue Spieler sich noch mehr vervollständigen kann, ist damit zu rechnen, daß diese Schalker Mannschaft mit zu den drei Mannschaften gehört, die in diesem Jahr die Westfalenmeisterschaft unter sich ausmachen werden. Das morgen um 11 Uhr steigende Treffen wird schon in etwa den Beweis erbringen können, ob diese Erwartungen zu Recht bestehen. Die beiden anderen Kandidaten auf die Westfalenmeisterschaft treffen sich morgen in Hagen. DSC Hagen gegen Hindenburg Minden. das ist die Hauptparole der morgigen Spielreihe. Der vorjährige Meister greift erstmalig in die Meisterschaftsspiele ein, während der DSC nach drei gewonnenen Spielen mit den Schalkern zusammen die Tabellenspitze gegen den Ansturm der übrigen Mannschaften halten will. Das Hagener Spiel wird uns schon Aufschluß darüber geben können, ob Hindenburg Minden auch in diesem Jahr die überragende Rolle weiterspielen will.— Das dritte Spiel zwischen Eintracht Dortmund und den Paderborner Preußen ist hart umstritten. Die Platzherren können gewinnen, wenn Paderborn nicht die komplette Mannschaft zur Stelle hat. Bezirksklasse TGm Heßler— Schalle 77 Schalle 96— TV Gladbeck SV Union— Tus 1910 Die Gelsenkirchener Mannschaften spielen diesmal alle auf eigenen Plätzen. Heßler hat die Schaller Turner zu Gast, die bislang nur einmal erfolgreich sein konnten und nunmehr versuchen werden, den einmal erreichten Rückstand wieder wettzumachen. Es wird schwer fallen, aber unmöglich ist es nicht. In der Schalker Mannschaft steckt mehr, als auf den ersten Blick zu ersehen ist. Aber Heßler hat nach der überraschenden ersten Niederlage sich ebenfalls wieder gefunden, so daß mit einem spannenden Kampf zu rechnen ist. Anwurf 15,30 Uhr. Schalke 96 erwartet die Gladbecker Turner, die in diesem Jahr wohl keine große Rolle spielen werden. Daß die Schalker nun darauf aus sind, in diesem Spiel einen durchschlagenden Erfolg einzuheimsen, kann ihnen niemand verdenken. Nicht immer kommt diese Gelegenheit, wenn nicht die Gladbecker vorziehen, wie am letzten Sonntag ihren Gegner draufzusetzen. Union hat uns in diesem Jahr, ehrlich gesagt, bitter enttäuscht. Nach den beiden Niederlagen der letzten Sonntage müßte schon ein Wunder geschehen, wenn die Mannschaft wieder nach vorn kommen sollte. Vielleicht zeigt uns die Mannschaft gegen Tus, daß diese Schwächeperiode nun endgültig überwunden ist und daß die Mannschaft den festen Willen hat, trotzdem wieder mit vorn zu sein. Kreisklasse TV Ueckendorf— Gelsenguß Delog— TC 74 Tus Schalker Verein— Dahlbusch Rheinelbe— Gelsenkirchen 06 Immmmmmmmmmimmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmm Was ist für den 23. Ottober 1935 zu tun? Der 23. Oktober wird ein Prüfstein für die Bevölkerung eines großen Teiles von Rheinland und Westfalen sein. An diesem Tage wird sich entscheiden. ob die Bevölkerung ohne Ausnahme schon derart diszipliniert ist, daß sie die Verdunklungsmaßnahmen, die vom Reichsminister der Luftfahrt angeordnet wurden. durch ernstfallmäßiges Verhalten so unterstützt, daß ein voller Erfolg für die Verdunkelung verbürgt wird. Volksgenossen, wartet nicht bis zum allerletzten Tage mit der Beschaffung des nötigen Materials! Schon heute muß jeder Hausbewohner für seine Wohnräume und der Luftschutzhauswart für das gesamte Haus prüsen, welche Maßnahmen zu treffen und welches Material zu beschaffen sind. Für die Abblendung der Fenster eignen sich lichtundurchlässige Decken und Stoffe. Pappe oder auch dunkles Papier. am besten in blauer Ferbe. Es empsiehlt sich. die Abblendungsvorrichtungen so herzurichten. daß sie schnell und leicht angebracht werden können. und zwar nicht nur für den 23. Oktober, sondern auch für spätere Uebungen und einen etwaigen Ernstfall. Weiter müssen die Abblendungsvorrichtungen so dicht schließen daß kein Licht durch etwaige Ritzen nach außen dringen kann. Auch in den Treppenhäusern ist für eine genügende Abblendung zu sorgen. Genau wie in Wohnräumen sind auch hier die Fenster und die Haustüren abzublenden. Abblenden heißt jedoch nicht, einfach jegliche Beleuchtung vermeiden. Es darf nicht vorkommen, daß Hausbewohner sich aus Bequemlichkeit der sinngemäßen Teilnahme an der Verdunkelung dadurch entziehen, daß sie während der Dauer der Uebung die gesamte Beleuchtung des Hauses ausschalten. Bei der Kontrolle wird durch Stichproben hierauf ganz besonders geachtet werden. Im Sinne der Uebung sollen die Lichter nicht gelöscht. sondern abgeblendet werden. weil im Ernstfall ja jeder Betrieb und normales Wirtschaftsleben aufrecht erhalten werden müssen. Das Treppenhaus muß also derart abgeblendet sein, daß ohne Gefahr die Treppenhausbeleuchtung eingeschaltet werden kann. Ein Hausbesitzer oder Mieter, der dieg nicht beachtet, macht sich auch dann für etwaige Unfälle schadenersatzpflichtig, wenn er seine Haftung durch einen Anschlag ausgeschlossen hat. Voll genosse. bist Du über Verdunkelungsmaßnahnen noch im Zweisel. berate Dich rechtzeitig mit dem Führer Deiner Hausgemeinschaf, dem Luftschutzhauswart, oder hole Dir Auskunft bei den Beratungsstellen des Reichsluftschutzbundes. Die vier Bezirksriegen kämpfen in der Münsterlandhalle Die Vertretung des Bezirks Münster Drei Gelsenkirchener mit dabei Der Gau Westsalen hat in diesem Jahr eine neuartige Form seiner Gaumeisterschaften im Geräteturnen gefunden, die einen spannenden und anregenden Verlauf der Meisterschaftskämpfe verbürgt. Morgen werden in der Münsterlandhalle die besten Geräteturner des Gaues sich in den vier Zwölser=Riegen der Bezirke Industriegebiet. Arnsberg. Minden und Münster gegenüberstehen. Die zwölf Besten in der Einzelwertung dieses Kampfes, der je eine Kürübung am Reck, Barren und Querpferd. einen Sprung über das langgestellte Pferd und eine Kürfreiübung vorsieht, bestreiten anschließend die Einzelmeisterschaften am Reck, Barren und Pferd. Ferner werden die zehn Besten die Westsalenriege für den Kunstturnkampf Rheinland gegen Westsalen am 17. November in der Düsseldorfer Maschinenhalle stellen, und schließlich wird ebensalls von dem Ausfall des sonntäglichen Turnens die Teilnahme an den Deutschen Gerätemeisterschaften abhängen, die am 1. Dezember in Frankfurt(Main) zur Durchführung kommen. Bei der sorgfältigen Vorbereitungsarbeit der westfälischen Turner, die vorher Ausscheidungskämpfe in den Kreisen und Bezirken bestritten, darf man in Münster mit glänzenden Leistungen rechnen. Neben der bewährten„alten Garde“ der Trostheim. Klinger, Kargols und Platzecks. um nur einige Namen herauszugreifen, sind zahlreiche jüngere Kräfte herangereift. die in der Münsterlandhalle ihre Fortschritte beweisen wollen. Bei der Anziehungskraft des Geräteturnens gerade im Land der Roten Erde, darf man am Sonntag mit einer ausverkauften Münsterlandhalle rechnen. so daß die Veranstaltung einen imvosanten Rahmen finden wird. Der Beginn ist nachträglich auf 15 Uhr festgesetzt worden. Im Kampf der Bezirksmannschaften darf man den Vertretungen der Bezirke Industriegebiet und Arnsberg die besten Aussichten einräumen. In beiden Riegen stehen zahlreiche Turner, die schon oft die Farben des Gaues vertreten haben. In der Mannschaft des Industriebezirks findet man Trostheim. Klinger, Ernst Kargol. die beiden Platzecks und daneben den jetzigen Dortmunder Eintrachtler Hollefelder, früher Nürnberg und Frankfurt, während die„Arnsberger“ mit Grüdelbach, dem Zehnkampfmeister von Minden, die samosen Eichener Turner Gebr. Stracke und Lorsbach. Reinhardt(Hamm) und andere hervorragende Kräfte zur Stelle haben. Die größere Ausgeglichenheit der Arnsberger Riege läßt sogar deren Erfolg wahrscheinlich werden. Die beiden anderen Vertretungen von Münster und Minden vereinigen zwar weniger große Namen. aber trotzdem wird auch hier der Kampf um den dritten und vierten Platz recht spannend werden. Für die Einzelmeisterschaften sind Voraussagen kaum zu geben, da hier die Entscheidungen nur ganz knapp ausfallen dürften. Die Bezirke schicken folgende Mannschaften nach Münster: Industriebezirk: Hollefelder, Klinger(beide Eintracht Dortmund). Trostheim. Martini(beide Dortmunder TG), Heinrich und Fritz Platzeck, Schulte (alle drei Friesen Bochum). Ernst Kargol(Tus Constantin Bochum), Hüttemann(Hagen=Eilve), Friedrichs und Vövel(beide Herne) und Wentzlitz(Vörde). Bezirk Arnsberg: Grüdelbach(Klafeld). Krüger(Werl), A. Stracke und Lorsbach(beide TV Eichen), Gerard(TG Iserlohn), Bender(Weidenau). Klingenberg, Fritz Stracke und Reinhardt(alle drei Hamm 59). Münnich. Sessinghaus(beide LüdenscheidGrünewald) und Manns(Jahn Lüdenscheid). Bezirk Münster: Bories(Herten), Eickerling(TC Bismarck). Ortker(Sendehorst), Wurm. Glombik und Eimermacher(alle Münster 1862). Schmidt(TC Bismarck). Nieting(Friesen Münster). Kozwara. Lörzer, Lemanski(alle TV Datteln) und Dembinski(Gelsenkirchen). Bezirk Minden: Deschner. Schrewe(beide TB Gütersloh), Geist, Rose(beide TG Herford). Klose (Germania Paderborn), Eske(TV Gadderbaum). Wegener(TV Gohfeld), Küting(Paderborn). Steiling (TG Rheda). Plöger(Bad Livospringe). König(TV Jahn Minden) und Schlink(TV Güterslob). Klubkampf Reichsbahn Bismarck gegen Schalker Sp 1877 Schwungkraft oder Tradition? Morgen treffen sich auf dem Platz von Reichsbahn in Bismarck die Sportler vom Reichsbahn=Turn= und Sportverein Bismarck und Schalker TV 77. Die Kämpfe beginnen um 9.30 Uhr und werden vom Kreissportwart Rautenberg geleitet. Damit wird den Liebhabern für leichtathletische Wettkämpfe kurz vor Beginn des Winterschlafes noch ein Leckerbissen dargereicht, der es in sich hat. Die Kämven um Buthe=Piever genießen in Gelsenkirchen und darüber hinaus einen vorzüglichen leichtathletischen Ruf und es sind erst einige Sonntage verstrichen, an denen Vereine aus Buer und Gelsenkirchen, wie Resse 08. Turnerklub Bismarck, TV Rheinelbe und Gelsenkirchener Turnerklub 1874, auf der Strecke blieben. Bekannt ist demgegenüber, daß der Schalker Turnverein auf allen Festen seinen Mann gestanden hat, über vorzügliches Durchschnittsmaterial verfügt, aus dem aber noch so recht ein Name von Klang nicht herauszutreten vermag. Und doch wissen die Gelsenkirchener von der Westfalenmeisterin im 100Meter=Lauf und Hochsorung. Friedel Bittner und auch der jugendliche Arthur Freyth hat als Harkortsieger seiner Altersklasse schon Vorzugsstellung. Der Kampf wird daher sehr umstritten sein, die Frage nach dem Sieger ist offen. Bedauerlicherweise muß Reichsbahn Bismarck auf seinen hervorragenden Mittelstreckler Mertens verzichten, der vorübergehend in Schweden sich aufhält. Aber es tauchen andere Namen wie Eickerling. Loch, Förster auf und auch die Sportlerinnen Lotte Bachmann, Py und Hilde Ceutzinski wissen zu siegen. Gekämpft wird in drei Abteilungen. Turner= und Turnerinnenklasse, sowie Klasse der Jugendturner. Die einzelnen Kampfarten werden von drei Mann aus jedem Verein beschickt, wovon die je zwei Besten gewertet werden. Gewertet wird nach dem Punktsystem 5. 3. 2, 1. Das größte Interesse beansprucht die TurnerStammklasse. die Kämpfe austragen im 100=. 400=, 3000=Meter=Lauf, Hoch=, Weitsprung, Kugelstoßen. Speer=, Diskuswurf. Schleuderball, in der 100Meter= und Dreimal=1000=Meter=Staffel. Die Sportlerinnen laufen ebenfalls eine Viermal=100=Meter=Staffel und kämpfen um den Sieg im 100=Meter=Lauf. Weit=, Hochsorung. Kugelstoßen und Schlagballweitwurf. Die Jugendturner werden den Sieger feststellen im 200=Meter=Lauf. Weitsorung. Kugelstoßen, Keulenwurf, Schleuderball, in der Viermal=100=Meterund Dreimal=1000=Meter=Staffel. Wird es den Reichsbahnern gelingen, ihrer Siegesserie einen weiteren Sieg anzuhängen oder steht ihren erstmals ein, wenn nicht besserer, so doch gleichwertiger Gegner gegenüber? Wie schon gesagt, der Ausgang dieser interessanten Paarung ist offen und dürfte von der Tagesform der Beteiligten abhängen. Von den Hockey-Feldern Herren: Rot-Weiß Oberhausen— XC Gelsenk. 74 Auch an diesem Sonntag müssen die Turner wieder reisen. Die Oberhausener stellen eine sehr spielstarke Mannschaft, so daß die Göste alle Register ihres Könnens ziehen müssen, wen sie zum Erfolg kommen wollen. Es ist mit einem hatten und schweren Kampf zu rechnen, der erst mit dem Schlußpfiff entschieden sein wird. Da wir beide Mannschaften für gleichwertig halten. möchten wir eine Voraussage zugunsten der einen oder anderen Partei nicht treffen. Damen: Rot-Weiß Oberhausen— XC Gelsenk. 74 Die Turnerinnen befinden sich augenblicklich in guter Form. Wenn auch die Oberhausenerinnen recht spielstark sind. so glauben wir doch nicht, daß sie ihren Gästen eine Niederlage beibringen können Wir halten vielmehr einen neuen Sieg der Turnerinnen für wahr####eialicher. Jugend: Ekuf Essen— TE Gelsenkirchen 1874 Die Jungen fahren nach Hügel und tragen dort das erste Spiel in dieser Saison aus. An den Trainingstagen haben sie zwar gute Leistungen gezeigt: dies wird aber noch nicht ausreichen, um der svielerfahreneren Jugend des Etuf eine Niederlage beizubringen. Ein knapper Sieg der Essener oder gar ein Unentschieden ist schon ein Achtungserfolg für die Gelsenkirchener. Sus Schalte 96— BfR Kupferdreh Morgen werden die„alten Schalker“ auf dem Halfmannshof den Kampf gegen den alten Rivalen von Eisenhammer austragen. Nach den bisherigen Leistungen haben die Einheimischen gegenüber den Gästen insofern ein kleines Plus, als die Schalker Hintermannschaft stocksicherer ist. Trotzdem lassen wir den Kampf vollkommen offen, da die 96er immer noch durch die Krankheit des vorzüglichen Mittelstürmers in ihrer Schußfreudigkeit noch beeinträchtigt sind. den 12. Oktober 1935 augemeine Zeitung Spiel mit dem Tode... Wenn auch schon wiederholt an dieser Stelle mit aller Deutlichkeit darauf bingewiesen wurde, welche Gefahren das verbotene Anhängen an Fahrzeuge nach sich ziecht, kann man immer und immer wieder die Feststallung machen, daß es noch einen großem Teil Unbekehrbare gibt, die sich diesen Gefahren, die nicht selten schon mit dem Tode bezahlt wurden, immer wieder aussetzen. So konnte Freitag beobachtet werden, wie zwei noch schulpflichtige Burschen auf der Zeinrichstraße sich auf die Verbindungsstange eines Lastzuges gesetzt bzw. gestellt hatten um mirzufahren. In Höhe der Kreuzung Heinrich= und Wildenbruchstraße versuchten beide von dem fabrenden Lastzug abzuspringen. Bei diesem Versuch kam einer der Burschen zu Fall und im nächsten Augenblick ging der Anhänger über ihn hinweg. Glücklicherweise fiel der Knabe zwischen die Räder des Fahrzeuges ohne ernstlichen Schaden zu nehmen. Der andere noch schulpflichtige Junge hatte bereits seinen Platz verlassen und machte sich schnellstens aus dem Staube. Auch der Knabe. an dem soeben der Tod vorbeigegangen war. zog es vor, wenn auch hinkend. dem Beispiel seines Spielkameraden zu folgen. Ein gehöriger Denkzettel und eine empfindliche Strafe wäre hier durchaus angebracht gewesen. Frostwarnungsdienst Auch im kommenden Winter unterhält die Reichswetterdienststelle Essen=Mülheim einen besonderen Frostwarnungsdienst gegen geringe Pauschalgebühren. Es ist jedem Unternehmer aller Wirtschaftszweige, besonders der Land= und Forstwirtschaft, Gärtnerei, Baufirmen des Hoch= und Tiefbaues, Versandgeschäfte, Transportfirmen, Brauereien, Kohlen= und Kartoffelhandel, dringend zu empfehlen, sich mit dieser Dienststelle in Verbindung zu setzen, um sich vor größeren Schäden, die durch Frost, Tauwetter, starke Schneefälle usw. verursacht werden, zu schützen.— Die Gebühren richten sich nach dem Umfang der Anforderungen. Arbeitsbücher beantragen! Es wird nochmals darauf hingewiesen, daß ab 1. Oktober 1935 die Beschäftigten in folgenden Betriebsgruppen durch die Unternehmer den Antrag auf Ausstellung eines Arbeitsbuches zu stellen haben: 1. Landwirtschaft, Gärtnerei, Tierzucht, Forstwirtschaft, Fischerei; 2. Bergbau, Salinenwesen, Torfgräberei; 3. Textilindustrie; 4. Vervielfältigungsgewerbe; 5. Musikinstrumenten= und Spielwarenindustrie; 6. Bekleidungsgewerbe; 7. Wasser=, Gas= und Elektrizitätsgewinnung und =versorgung: 8. Reinigungsgewerbe; 9. Gaststättengewerbe; 10. Häusliche Dienste. Arbeitnehmer in häuslichen Diensten und im Gaststättengewerbe haben ihren Antrag persönlich beim Arbeitsamt Gelsenkirchen. Hindenburgstraße 39/41, Zimmer 37, nur vormittags von 9 bis 12 Uhr, bzw. in Buer und Horst bei den dortigen Nebenstellen des Arbeitsamtes abzugeben und gleichzeitig Zeugnisse und sonstige Arbeitsbescheinigungen vorzulegen. Antragsformulare sind dort abzuholen. Schriftliche Anforderungen von Formularen können nicht berücksichtigt werden. Kundgebung der Gefolgschaft der Stadtverwaltung Am kommenden Montag 16.30 Uhr findet in den städtischen Ausstellungshallen eine große Kundgebung der gesamten Gefolgschaft der Stadtverwaltung statt. Es spricht der Leiter der Landesführerschule der RSDAP Königswinter. Pa F. Friedrich. Die Veranstaltung soll die Zusammengehörigkeit der Gefolgschaftsmitglieder bezeigen und fördern und gleichzeitig den Auftakt bilden zu den Schulungsveranstaltungen der angeschlossenen Organisationen der RSDAP im kommenden Winterhalbjahr. Im Anschluß an die Kundgebung nimmt die Gefolgschaft an dem Volksfest„Bühne und Volk" teil. Die städtischen Büros bleiben wegen der Teilnahme der gesamten Gefolgschaft der Stadtverwaltung an den Veranstaltungen in der Ausstellungshalle am Montag. dem 14. Oktober, während des ganzen Nachmittags geschlossen. Dafür sind die Büros aber an dem sonst freien Mittwochnachmittag, also am 16. Oktober, geöffnet. Die GAz gratuliert! Seinen 70. Geburtstag feiert heute in körperlicher und geistiger Frische der Reichsbahnsekretär i. R. Wilhelm Vogelsang, Wildenbruchstr. 9, im Kreise seiner Familie. Es gratulieren zu diesem Fest Tochter und Schwiegersohn, Sohn und Schwiegertochter nebst sechs Enkelkindern. * Frau Dröge, Gelsenkirchen, Adolf=Hitler=Str. 17, feiert heute ihren 88. Geburtstag. Vorträge im DDAC Im Hotel„Monovol“ sand am Donnerstagabend eine Zusammenkunft der Ortsgruppe Gelsenkirchen des DDAC statt, die leider nicht den erwarteten großen Zuspruch sand und so den gewollten Zweck der Werbung noch außerhalb des DDAC stehender Kraftfahrer kaum erfüllte. Das bedauerte auch der Ortsaruppenführer Türschen in seiner Begrüßungsansprache lebhaft. sprach jedoch gleichzeitig die Hoffnung aus, daß sich der Gedanke einer einigen großen Volksgemeinschaft auch auf dem Gebiete des Kraftfahrwesens durchsetzen werde. Er richtete den Avvell an die Ortsgrupvenkameraden, sich tatkräftig für die Ziele des DDAC und damit der Regierung zum Wohle des ganzen Volkes einzusetzen. Nach Verlesung der Niederschrift der letzten Versammlung nahm Sportleiter Geldbach das Wort. Er sprach über die im Oktober geplanten Kraftfahrsportveranstaltungen und übermittelte die Einladung der Kreisleitung zur Teilnahme am Fest„Bühne und Volk“ an die DDAC=Ortsgruppe. Die Nachtorientierungsfahrt mußte auf den 19. Oktober festgelegt werden. Man erwartet eine vollzählige Beteiligung an dieser Fahrt. die zwar allerlei Schikane ausweise, aber als eines der schönsten motorsportlichen Erlebnisse anzusprechen sei. Das RSKK und die 53 haben ihre Mitwirkung zugesagt. Wegen der bevorstehenden Gautagung müsse die diesjährige Jahresabfahrt auf den 10. November verschoben werden. Ortsgruppenführer Türschen legte dann als Termin der Jahreshauptversammlung der Ortsgruppe den 7. November fest. Der Rest des Abends war mit einigen Referaten ausgefüllt. Das erste des Fahrschullehrers Bramhoff behandelte technische Fragen, insbesondere solche der Betriebssicherheit. Er unterstrich die unbedingte Verantwortlichkeit des Fahrers und die Verpflichtung vor jeder Ausfahrt den Wagen einer gründlichen Untersuchung auf seine Zuverlässigkeit zu unterwersen. Vor allem sei für das Funktionieren der Bremsen und für die gewohnheitsmäßige Benutzung der Handbremse Sorge zu tragen. Sodann beschäftigte er sich mit einigen Neuerungen der Beschilderung. An die lebhafte Aussprache, die dieses Referat auslöste, schloß sich eine Plauderei des Sportleiters und bekannten Amateurrennfahrers Geldbach über Sporterkebnisse an. die lebhaftes Interesse sand und mit der Forderung schloß, die Schulung wieder in die Ortsgruppen hineinzulegen. Rechtsanwalt Kochs behandelte in seinem Referat die das Vorfahrtrecht behandelnden Vorschriften der Reichsstraßenverkehrsordnung, die eine weitgebende Förderung des Verkehrs zum Ziel habe. Die Auflockerung des Verkehrs verlange größtes Verantwortungsbewußtsein und schließe alle Verkehrsteilnehmer zu einer Gemeinschaft zusammen. Interessante Beispiele unterstrichen die Eindringlichkeit des Vortrages. Im Schlußwort dankte Ortsgruppenführer Türschen den Referenten des Abends und richtete die Forderung an die Zuhörer, ihre Pflichten als Verkehrsteilnehmer sehr ernst zu nehmen. unbedingt die Vorschriften einzuhalten und ihrer Organisation, dem DDAC, stets Ehre zu machen.(Hu) Itadtteil Buer Sprechstunden des„Arbeitsdank“ Die Mitgliedschaft Buer des„Arbeitsdank“ hält jeden Donnerstag von 17 bis 18 Uhr im Büro der RS=Kulturgemeinde Buer, de la Chevalleriestraße 23, Sprechstunden ab. Der Stützpunkt Erle hält jeden Samstag von 16 bis 18 Uhr in Erle, Bismarckstraße 187, im Büro der NSDAP Sprechstunden ab. Der Stützpunkt Resse hält jeden Dienstag von 16 bis 18 Uhr in Resse, Zum Markt, im Büro der NSDAP Sprechstunden ab. Mit 60 Prozenk Ermäßigung zum Saarland Am 31. Oktober fährt wieder einmal ein Reichsbahnverwaltungssonderzug zum Saargebiet, und zwar bei genügender Beteiligung mit einer Fahrpreisermäßigung von 60 Prozent, also zum Fahrpreis der Feriensonderzüge. Anmeldungen zu diesem neuen Sonderzug können spätestens bis zum 15. Oktober beim Buerschen Verkehrsverein, LudwigKnickmann=Straße 4, erfolgen, der außerdem bereitwilligst Auskunft über Abfahrtzeiten usw. erteilt. Bei der Anmeldung ist der verbilligte Fahrpreis für die Hinfahrt zu zahlen, während die Rückfahrkarte im Saargebiet gelöst wird. Rückfahrtgelegenheit vom Saarland nach hier ist am 11. Nov. vorgesehen.= Fünf Jahre Hausfrauenverein Buer Ein halbes Jahrzehnt erfolgreichen Wirkens Frohgestimmte Jubiläumsversammlung Fünf Jahre sind seit der Gründung des Hausfrauenvereins Buer, der Ortsgruppe Buer der Reichsgemeinschaft deutscher Hausfrauenvereine, vergangen. Es versteht sich, daß die Vereinsführung diese Tatsache gern zum Anlaß einer besonders festlichen Mitgliederversammlung nahm, die am Donnerstag im Stadtcafé stattfand, dessen Räumlichkeiten aus diesem Anlaß einen besonders reichhaltigen, schönen Schmuck angelegt hatten. Die Vereinsvorsitzende Frau Koch eröffnete den Nachmittag mit einer herzlichen Begrüßungsansprache. Aus Anlaß des fünfjährigen Bestehens des Vereins nahm die Vorsitzende Gelegenheit, all ihren Mitarbeiterinnen und auch allen Mitgliedern für die geleistete Arbeit und für das freudige Zusammenstehen besonders herzlich zu danken. In weitausholender Uebersicht gab darauf die Geschäftsführerin des Jubelvereins, Frau Hemmert=Halswick, einen eingehenden Bericht über die gesamte Tätigkeit des Buerschen Hausfrauenvereins in der Zeit seines fünfjährigen Bestehens. Sie zeigte in ihrem anschaulichen Referat, welche nicht nur inneren, sondern auch äußeren Schwierigkeiten und Mißverständnisse der Buersche Hausfrauenverein namentlich in seinen Anfängen habe überwinden müssen. In weiteren Ausführungen zeigte die Geschäftsführerin, wie nun im nationalsozialistischen Deutschland vieles von dem heranzureifen begonnen hat, wofür sich in der Zeit vorher die Hausfrauenorganisation vergeblich einsetzte. Zwei Lautensänger warteten zur Verschönerung der Feier mit deutschen Volksliedern auf. Im Rahmen eines gemütlichen Beisammenseins fand eine großzügige Verlosung statt, in der jedes Mitglied gewann. Unterdessen wurde auch die übliche praktische Arbeit nicht vergessen, vielmehr schloß sich der eigentlichen Festversammlung eine Vortragsveranstaltung an, in der die Mitglieder allerlei wissenswerte Neuigkeiten aus der modernen Gasküche erfuhren. Außerdem zirkulierten Eintragungslisten zur Gelsenkirchener Frauenschaftskundgebung am 20. Oktober, in der Frau Scholz=Klink sprechen wird.= Polizeihundeprüfung. Unter Beteiligung auch der Kreisfachgruppen Gelsenkirchen, Horst und Bottrop veranstaltete die Kreisfachgruppe Buer des Vereins für deutsche Schäferhunde eine Polizeihundeprüfung unter der richterlichen Leitung von Herrn SchultesDortmund, dem acht Tiere zur Prüfung vorgeführt wurden. Drei Tiere erhielten das Prädikat„Vorzüglich“, während die übrigen fünf Tiere mit„Sehr gut“ ausgezeichnet wurden.= Erfolgreiche Ziegenzucht. Die Ortsfachgruppe Buer im Reichsverband deutscher Ziegenzüchter hielt in der Wirtschaft Mois eine Mitgliederversammlung ab. Vereinsvorsitzender Berger berichtete über die in Dortmund veranstaltete Westfalenschau, zu der die Ortsfachgruppe Buer sieben Tiere entsandt habe, die fast sämtlich prämiiert worden seien. Außer einem 1. Preis, einem 2. Preis und vier 3. Preisen an Buersche Züchter habe die Ortsfachgruppe Buer den Staatspreis der Lippischen Landesregierung erringen können. Dem Buerschen Züchter Schnell sei durch den Ehrenpreis der Westfälischen Landesfachgruppe ein ganz besonderer Lohn zuteil geworden. Mit Stolz blicke die Buersche Züchterschaft auf die Erfolge ihrer Leistungen.= * Stadtteil Korst Der Bund heimattreuer Oberschlesier hielt unter der Leitung seines Ortswalters Weiner den Monatsappell ab. Unter„Geschäftliches“ wurde mitgeteilt, daß der Bund am 27. Oktober im Saale Krogull einen „Ostvreußischen Heimatabend" abhält. Es wurde betont. daß der Heimatabend nur für Mitglieder und deren Angehörigen bestimmt ist.(3) heute Illustrierte Seitung Modeluxus vor 4000 Jahren Amerikanische Archäologen haben in der chinesischen Provinz Schanst Ausgrabungen abgeschlossen, über deren Ergebnisse das Smithsonian=Institut in Washington jetzt berichtet. Danach ist in einer weit ausgedehnten Siedlung von mebreren bundert Quadratmeilen Länge und Breite der Beweis dafür gefunden worden, daß schon vor dem chinesischen Bronzezeitalter, also vermutlich etwa 2000 v. Chr., die dortige Bevölkerung nicht nur Haustiere. wie Hunde und Schweine gehalten und sich durch weittragende Flöten über erhebliche Entfernungen miteinander verständigt hat, sondern daß dort auch schon ein gewisser modischer Luxus geberrscht haben muß. Denn es sind dort Ueberreste von Pelzgewändern und Stücke von Zinnober gefunden worden, die offenbar anstelle von Schminke diente. Ob sich die Chinesinnen vor vier Jahrtausenden das Gesicht, die Hände oder andere Körverstellen damit bemalt haben, wußten uns die findigen amerikanischen Gelebrten freilich nicht zu berichten. Redaktions= Sprechsunden von 12 bis 13 Uhr und von 17 bis 18 Uhr werktäglich(mit Ausnahme des Samstags) Unsere heutige Ausgabe umfaßt 12 Seiten Ankündungen Mitteilungen unter dieser auf je fünf Zeilen zu Rubrik sind beschränken Aus dem Schützenwesen Abt. Jungschützen. Sonntag findet das Pflichtschießen im Bismarckhain statt. Kompanie Feldmark. Sonntag beteiligt sich die Kompanie in voller Stärke von 13 Uhr ab am Pokalund Preisschießen im Bismarckhain. Anzug: Uniform oder Schützenhut. Abteilung Neustadt. Samstag ab 15.30 Uhr Pflichtschießen und Pokalübungsschießen. Sonntag ab 13 Uhr Pokalschießen auf den Ständen im Bismarckhain. Anzug: Uniform. Die Frauen treffen sich nachmittags auf der Terrasse. Schützenkompante Adler. Sonntag ab 13 Uhr Pokal= und Preisschießen im Bismarckhain; möglichst Schützenanzug. Schützenkompante Schalke. Sonntag Bundespokalschießen. Antreten um 9,30 Uhr Schalker Markt bzw. 10 Uhr Bismarckhain. Bürgerschützen= Verein Bismarck=West. Montag 20 Uhr Monatsversammlung bei Henze, Luisenstr. 48. Schützenkompanie Behr Bulmke. Samstag 20 Uhr Monatsversammlung im Vereinslokal Wiele. Sonntag 10 Uhr Pokal= und Preisschießen im Bismarckhain. Kameradschaften ehem. Soldaten Kameradschaft ehem. 57er Gelsenkirchen. Morgen Sonntag, 17 Uhr, Monatsappell im Kameradschaftslokal Minhorst, Kirchstraße 41. Alle ehem. 57er(auch Nichtmitglieder) sind eingeladen. Regimentsverein ehem. 171er Gelsenkirchen. Abfahrt der Teilnehmer zum Regimentstag nach Köln mit Autobus heute 15 Uhr ab Hiberniastraße. Regimentsverein 255. Sonntag 16 Uhr im Vereinsheim Wannerstr. 156 erste Zusammenkunft nach der Wiedersehensfeier. Da hieran auch Kameraden anderer Ortsgruppen teilnehmen, erscheint die Ortsgruppe Gelsenkirchen[Wanne=Eickel restlos mit Damen. Garde=Kameradschaft Rotthausen. Sonntag 17 Uhr Monatsappell bei Backwinkel. Kameradschaft ehem. 67er. Sonntag 17 Uhr Pflichtversammlung im Vereinslokal. 16 Uhr Führerstabsitzung. Kameradschaft„Westwacht" ehem. IR 130. Sonntag um 16,30 Uhr Monatsversammlung. Antreten mit Mütze. Kameradschaft ehem. 159er und 219er. Sonntag 10 Uhr Pflichtschießen und Versammlung im Bismarckhain. Um 19,30 Uhr im Kameradschaftsheim Familienseier. Artilleriekameradschaft Selsenkirchen. Sonntag. 11 Uhr. Monatsversammlung im Vereinslokal H. Nettebeck. Türnen, Spiel und Sport Deutscher Fußballbund, Kreis Gelsenkirchen. Heute um 20 Uhr im Gertrudenhof Belehrungsabend der Schiedsrichter der Gruppe Gelsenkirchen. Schalker TV 1877. Sonntag Klubkampf gegen Reichsbahn Bismarck. Alle Wettkämpfer und Wettkämpferinnen sowie Schlachtenbummler treffen sich Sonntag 8 Uhr am Jahnhaus. Die Namen der Wettkämpfer sind im Kasten ausgehängt. CIR Notthausen. Sonntag, 10 Uhr, Monatsversammlung bei Kisker. Um 20 Uhr Kameradschaftsabend mit Damen. Theater, Musik, Vorträße MGV Sängerbund Melodia 1861. Sonntag 10,30 Uhr Vorstandssitzung bei Rüdel. Sonstiges Großvaterverein Einigkeit Schalle Bismarck. Heute 18 Uhr Mitgliederversammlung, Sonntag 18 Uhr 5. Stiftungsfest im Lokale„Nationaleck“. Großvaterverein Neustadt. Sonntag. 17 Uhr. Versammlung im Vereinsheim Emil Theile. Josefstr. 15. Bund heimattreuer Schlesier, Oberschlester Gelsenkirchen. Sonntag 17 Uhr Monatsversammlung bei Schwietering. Anschließend Ueberreichung der Abstimmungserinnerungszeichen und Beisammensein. Romantische Eröffnung Schubert, Schumann und Brahms im ersten städtischen Sinfoniekonzert Man ging mit einiger Erwartung in dieses erste Konzert im Hans=Sachs=Haus und— war freudig überrascht über den guten Besuch. Die Zahl der Vormieter hat sich gegen das vorige Jahr verdoppelt, es sind jetzt genau 599; der 600. wird sich unter unseren Mitbürgern ja wohl auch noch finden. Auch der Durchschnitt des Gesamtbesuchs ist um nicht ganz 200 gegenüber dem vorigen Winter überschritten worden. Erfreulich stark war auch die Jugend vertreten, an der Spitze die jungen Damen vom städtischen Lyzeum, das allein 87 Karten abgenommen hatte. Nun können wir also über den Fortgang des Konzertwinters beruhigt sein. Dr. Folkerts stellte an die Spitze dieses der Romantik gewidmeten Abends Schuberts 5. Sin sonie in B-Dur, ein im Ausmaß verhältnismäßig anspruchsloses Werk, begnügt sich doch Schubert hier nicht nur mit zwei Hörnern, er verzichtet auch auf Trompete und Paute. Das Wert trägt noch starke Züge Haydnscher Klassizität, doch spricht in der für Schubert typischen Tonartenverschiebung auch der Romantiker. Dr. Folkerts war mit Erfolg bemüht, den überwiegend lorischen Gehalt dieses Wertes hervorzukehren, wie er sich in der zierlichen Liebenswürdigkeit der meisten Themen ausspricht. Den zweiten Satz nahm Dr. Folkerts recht beschwingt und traf damit glücklich die bewegte Anmut dieses Andante, das an instrumentaler Farbengebung und weicher Harmonik eine der prächtigsten Eingebungen Schuberts ist. In dem mitreißenden Fluß des Schlußsatzes hob er die mannigsachen Stimmungskreise gut heraus, so daß der heitere, unbeschwerte Charakter dieser Musik deutlich wurde. Ganz anders das zweite sinsonische Werk des Abends, die„romantische“ Vierte von Johannes Brahms. Sie ist sinnend, manchmal grüblerisch, schwerblütig, im Gesamtausdruck durchaus auf ernste Gedanken gerichtet. Das Dur=Moll=Helldunkel, wie es sich sehr schön im Andante findet, aber auch die kunstreiche Wiederbelebung alter Formen im letzten Satz hat ihr den Beinamen der„Romantischen“ eingetragen. Der elegische Grundton ist schon aus dem ersten Satz deutlich zu spüren: über ihm liegt, bei gelegentlicher Steigerung zu höchstem Schmerz, eine fahle Herbststimmung, während im zweiten Satz ein wie müde träumendes Motiv mit dem schon erwähnten Dur Moll Wechsel vorherrscht. Auch das Allegro giocoso des dritten Satzes mit seiner etwas gerduschvoll polternden und leicht derben Art bringt keine Befreiung. Berühmt ist der Schlußsatz mit seinen dreißig Veränderungen des zuerst von den Bläsern vorgetragenen Chaconne-Themas, eines der größten Meisterwerke der Variationskunst. Dr. Follerts unterstrich die rhythmische Geladenheit namentlich des dritten und vierten Satzes, während im Andante mehr der wehmütig=schwärmerische Klang dieses berrlichen Satzes beiont wurde. In der Chaconne hätte man gerne die Ausdruckskontrafte der einzelnen Veränderungen stärker herausgehoben gesehen, das mildert zugleich die Formenstrenge dieses Satzes, und die Coda hätte dann noch imposanter gewirkt. Beide Sinsonien sind hier eine Reihe von Jahren nicht erklungen; man erneuerte daher gerne ihre Bekanntschaft. Das Orchester war in den Streichern verstärkt— eine Uebung, die man tunlichst beibehalten sollte—, auch eine Baßklarinette war hinzugekommen; am ersten Cellopult bemerkte man einen neuen Solocellisten. Das Orchester entwickelte namentlich in der Schubert=Sinfonie schönen Klang von satter Wärme: bei Brahms hätte man sich manchmal noch etwas mehr Politur gewünscht, oder liegt es an der noch nicht ganz erreichten Wiedergewöhnung an den geschlossenen Raum, nachdem das Orchester den Sommer über in Salzuflen durchweg im Freien musiziert hat? Mit dem bekannten Klavierkonzert von Rob. Schumann in A=Moll stellte sich dann Professor Frederic Lamond vor. Er begann den ersten Satz im Tempo ziemlich zurückhaltend, indem er das Andante espressivo der Durchführung fast von Anfang an vorausnahm, doch hob sich dadurch der poetischschwärmerische Charakter des Satzes stark heraus, den Lamond mit innerlicher Leidensa erfüllte. Wie das ganze Werk bewußt auf virtuose Zugeständnisse verzichtet, so auch die schöne, formstreng gearbeitete Kadenz vor der Coda des ersten Teils. Das Intermezzo mit seiner innigen Zwiesprache zwischen Klavier und Orchester hätte noch mehr gefesselt, wenn das Orchester nicht stellenweise recht matt gewesen wäre. Nach der klanglichen Seite stand auch der dritte Satz nicht auf gleicher Höhe wie in der Innerlichkeit der Empfindung, ein Eindruck, der sich namentlich dem aufdrängte, der etwa vor einer Woche das gleiche Werk von Walter Gieseking in Essen spielen börte. Gewiß spürte dieser in erster Linie dem klanglichen Phänomen nach, aber er setzte doch auch der starken Einheitlichkeit im Thematischen, die dieses Konzert auszeichnet, eine gleiche Geschlossenheit in der äußerst schwungvollen Wiedergade entgegen: diese vermißte man bei dem betonten Rubato=Spiel Lamonds namentlich im ersten Satz. Dafür wird bei ihm das Streben deutlich, die romantischen Züge des Werkes von innen heraus darzustellen. Go offenbart sich dier die Spanne zweier Generationen, die das gleiche Werk von zwei verschiedenen Seiten her auffassen und zwei jede in ihrer Art berechtigte Darstellungen schaffen läßt. Orchester und Dirigent batten bei den starken Temporückungen keinen leichten Stand bei der Begleitung, wobei auf die Synkopenstelle im Schlußsatz besonders hingewiesen sei. Der berühmte Gast, der eben erst eine Amerikareise hinter sich hat, in London konzertierte und dann nach einem Klavierabend in Gladbeck hierherkam, wurde begeistert geseiert; er dankte für die wiederholten Hervorrufe durch den virtuos gespielten„Gnomenreigen“ von Liszt. dn Kompositionspreis der Stadt Düsseldorf Die Stadt Düsseldorf hat einen alljährlich zu verteilenden Preis für arteigene deutsche Kompositionen von 5000 RM ausgeschrieben. Das auszuwählende Werk muß aus der Tiefe der deutschen Seele kommen. Die Erfüllung dieser Forderung wird dadurch klar hervortreten können, daß der Preis im ersten Jahr der Ausschreibung einem abendfüllenden Chorwerk(für Soli, Chor und Orchester) zugedacht ist, das durch die tertliche Bindung das angestrebte künstlerisch=weltanschauliche Ziel fest umreißen kann. Der Kompositionspreis ist für alle deutschen arischen Komponisten offen. Werke, die schon preisgekrönt worden sind, dürfen nicht eingereicht werden. Die Entscheidung wird von einer von der Stadt Düsseldorf eingesetzten Jurv vorgenommen. Die erste Aufführung der preisgekrönten Werke erfolgt in einer städtischen Konzertveranstaltung. Der letzte Einsendungstermin ist der 1. April 1936. Die Einsendungen sind ohne Namensangabe vorzunehmen, in einem beigeschlossenen, mit dem Kennwort versehenen Umschlag muß der Name des Autors angegeben sein. Die Einsendungen sind an das Amt für kulturelle Angelegenheiten, Düsseldorf, Rathaus, zu richten. Augemeine Zeilung Samstag, den 12. Stroder 1900 Aus Gelsenkirchener Lichtspielhäusern „Ich liebe alle Frauen“ Ein Jan Kiepura=Film im Avollo=Theater In beste Laune und begeisterte Stimmung wird man versetzt durch den Film„oo liebe alle Frauen.“ Es ist nicht der erste Film mit Jan Kiepura, aber einer, der sicherlich der Usa wieder Welterfolge bringt. Der Kammersänger Jan Morena (wie sich Kievura in diesem Film nennt) lernt den „Fluch der Berühmtheit“ gründlich kennen. Nirgendwo wird er in Ruhe gelassen, und wo er sich nicht zweiteilen will. bringt sein erfindungsreicher Sekretär gar einen Doppelgänger auf die Beine. Daraus macht nun das Drehbuch mit gewaltigem dekorativem und komödienhaften Aufwand einen„Dreh“. eine Handlung. die mit ihren unablässigen humorvollen Einfällen ganz in den Rahmen der Overette paßt: der Overntenor und der Gurken verkaufende Amateursänger sehen sich— mit etwas Haarfarbe nachgeholfen — zum Verwechseln ähnlich und vertreten sich gegenseitig in der Kunst und schließlich auch in der Liebe. Es kommt natürlich zu heillosen Verwechselungen. bis das glückhafte Ende das Durcheinander entwirrt und auch die richtigen Partner vereinigt. Ein Spiel der leichten, leichtfertigen, beiteren Phantasie. nicht auf die geistige Goldwaage zu legen. Durch die muntere Laune und das svielfreudige Inszenierungstemperament von Carl Lamac wird es so lebendig und musikalisch dahingetragen, daß man keine Zeit zum Nachdenken findet. Ein höllisches, sprühendes Tempo hat Lamac vorgelegt, wie man es sonst nur von amerikanischen Filmen her gewohnt ist. Heitere Einfälle lockern die Handlung von Anfang bis Ende auf. Glänzende Inszenierung auch der Massenszenen. Jan Kiepura, zum ersten Male in einer Doppelroll in bester Laune, findet Sprache ab. Der leise Akzent dovpelrolle, zeigt sich -toue. 3 sich auch gut mit der deutschen Akzent hebt sein Spiel in die Sphäre einer heiteren Theatralik. in der eben alles. auch die Unwahrscheinlichkeiten, passabel werden. Die Verehrer seiner Stimme kommen auf ihre Kosten. Kiepura singt, sehr viel sogar, ohne daß sein Singen aber aus dem Rahmen fällt. Zu den Schlagern kommen Partien aus Opern. die in der tontechnischen Steuerung von Dr. Leistner prachtvoll herauskommen. Kievuras Partnerinnen sind Lien Devers und Inge List. Diese voll reizender Backsischschwärmerei, die man ihr, was so selten bei jungen Darstellerinnen ist. wirklich glaubt, und jene anmutig und mädchenhaft. Sehr humorvoll das Komikerduett Theo Lingen. Rudolf Platte, die sich gegenseitig originell ergänzen. Ihre groteske Laune belebt an allen Ecken und Enden. ohne knallig aus dem Rahmen zu fallen. Ausgezeichnete Leistungen! Dem Publikum sei bei diesem Riesenerfolg geraten, nach Möglichkeit schon die Nachmittagsvorstellungen zu besuchen, sonst ist es fraglich. ob für den Abend die neuen bequemen und geschmackvollen Stühle trotz der Vermehrung ausreichen.— Der zweite Film läßt den sieghaften Humor weiterhin gelten:„Zimmer zu vermieten." Jawohl. und der Herr Mieter hat es trotzdem mehr auf das Herz der Tochter abgesehen. Nennen wir in der Hauptrolle zunächst den allen Rundfunkhörern bekannten Jupp Hussels: daneben die energisch=„liebe“ Margarete Kupfer. Ernst Behmer und Erika Streithorst.— In der neuesten Tonwochenschau sehen und hören wir zunächst die feierliche Beisetzung Hindenburgs in der neuer Gruft des Tannenberg= Denkmals. dann wieder zahlreiche Bilder rund um den neuen Krieg und auch schon ausgezeichnete Momente vom Erntedanktag auf dem Bückeberg. „Der Gefangene des Königs“. Ein Film vom Erfinder des Porzellaus in der Schauburg Führte der Film„Eva“ uns vor einiger Zeit in den Betrieb einer Porzellanfabrik. so stellt uns der neue Großfilm„Der Gefangene des Königs“ den Erfinder des Porzellans: Johann Friedrich Böttger selbst vor. Wir sehen ihn als Avotheker= lebrling beschäftigt, sehen seinen Meister bei der Kunst des Goldmachens beschäftigt, bei der ihm nur noch eine Kleinigkeit fehlt: das Arcanum“, jener geheimnisvolle Stoff. der eben anderes Metall in Gold verwandelt. Die Zeit, in der die Goldmachersucht grassierte, in der aber auch Betrüger massenweise sich Vorteile verschafften, wird in tyvischen Zügen dargestellt. Schließlich gerät auch Böttger in den Ruf. Gold machen zu können. und von diesem Augenblick an nimmt das Verhängnis seinen Lauf. Die ewig in Geldnot steckenden Fürsten suchen sich seiner Person zu bemächtigen. davor schützt auch selbst die Flucht über die Grenze nicht, denn auch dortbin nach Dresden ist die Kunde bereits gedrungen. August der Starke glaubte, nachdem schon einige andere den Too durch den Strang erlitten hatten. in Böttger den rechten Mann gefunden zu haben. Er hielt ihn 14 Jahre lang gefangen und er war schon auf dem Wege zum Galgen. als ihm in letzter Stunde die Nacherfindung des chinesischen weißen Porzellans glückte, die ihm das Leben rettete. Diese Historie ist für den Film geschickt zurecht gemacht, denn ohne Liebesgeschichte geht es nun einmal nicht. Immerbin bleibt dieses Zwischenspiel mehr evisodenhaft. so daß Böttger im Mittelpunkt des Interesses bleibt. Paul Kemp gibt ihm den Charakter eines in seiner Unschuld rührenden Toren, der nicht weiß, wie ihm geschieht, als er auf einmal im hellen Licht der allgemeinen Aufmerksamkeit steht. Dazu passen die linkischen Manieren, die manchmal helles Lachen aufkommen lassen, paßt sein ganzes Benehmen, das bis ins Letzte durchdacht ist. Sein großer Gegensvieler August der Starke findet in Michael Bohnen einen Künstler, der schon durch seine imposante Größe eindrucksvoll ist. aber auch sonst diesen Herrscher glaubhaft darstellt. Auch die übrigen Rollen sind gut besetzt, so daß dieser Film. zumal wenn man die prachtvollen Aufnahmen vom prunkliebenden Hof des Königs in Dresden dazunimmt, äußerst eindrucksvoll abrollt.— Im Beiprogramm sieht man einen schönen Kulturfilm von der Reise des Kreuzers„Emden“ zu den Inseln der Südsee. ein nettes Lustspiel vom Theater— hoffentlich machen es die Theaterbesucher in Gelsenkirchen nicht auch so!— und die neue Wochenschau mit interessanten Aufnahmen aus aller Welt. Kno Magda Schneider im Industrie=Kino Ein kleines Mädel ist der gute Geist in einer Porzellanfabrik, der es nicht gerade gut geht. Hans Moser ist der Geschäftsführer dieser Fabrik. er führt sie nach Methoden von Anno Tobak und das Zurückgehen führt er, um sich selbst zu entschuldigen, auf die Krisenzeit zurück... Da kann man nix machen! Adele Sandrock ist Besitzcrin der Porzellanfabrik. Sie versucht alles Mögliche, ihren Neffen für das Geschäft zu begeistern, aber der— Hans Söhnker stellt ihn dar— interessiert sich in erster Linie für seinen Rennfahrerberuf und weiterhin auch für hübsche Mädel. Schließlich landet er aber doch in der Fabrik. tritt als einfacher Arbeiter ein, verschafft sich Respekt und in dem Augenblick. der ihn mit dem guten Geist des Unternehmens— Magda Schneider stellt ihn dar— zusammenführt, stürzt er sich erst recht Hals über Kopf in die Arbeit. Die Besetzung ist ganz vorzüglich zusammengestellt, vor allen Dingen weiß Magda Schneider etwas aus ihrer Rolle zu machen, und auch ihr Partner Hans Söhnker ist in Spiel und Gesang auf der Höhe. Den Humor vertreten Hans Moser. Heinz Rühmann und Adele Sandrock, und von ihnen schießt Hans Moser den Vogel ab. Die Musik. von Franz Lehar, ist schmissig und temperamentvoll und stellt eine lustige Verbindung zwischen den Szenen her.— In das Leben einer Kleinstadt führt uns der Film:„Die törichte Jungfrau". in dem Karin Hardt vie Titelrolle spielt. Die zurückhaltende Art dieser Schauspielerin hat uns schon so oft entzückt, und hier trifft sie auch den Ton. der in das Milien der Kleinlichkeit hineinpaßt. Rolf Wanka weiß sich ihr anzupassen. Erika von Thellmann wird ihrer Aufgabe in jeder Beziehung gerecht. Erwähnen wollen wir noch Lotte Werkmeister, die sich in ihrem Element fühlt.— Neben einem Kulturfilm zeigt das Industrie=Kino die Wochenschau. die mit ausgezeichneten Bildern vom Geschehen in der Welt aufwartet. „Vorstadtvariefe“. Luise Allrich in den Corso=Lichtsvielen. Schalker Markt Wir kennen die kleine reizende Luise Ullrich nun auch schon zur Genüge aus den vielen großen und kleinen Szenen auf der Leinwand, daß wir behaupten können, diese kleine Nachwuchsspielerin hat sich einen festen Platz in der ersten Reihe der deutschen Filmschauspielerinnen erobert. In dem Film„Vorstadtvariete“ legt sie nicht nur eine blendende Leistung hin, sondern gestaltet diesen Film' im Verein mit Oskar Sima. Matthias Wiemann zu einem vollen Erfolg. Es ist eine reizende und zugleich packende Handlung, die sich hier vor unseren Augen abrollt, die ihren dramatischen Höhepunkt in einer ergreisenden Schlußszene findet.— Der zweite Film des Programmes„Wenn ein Mädel Hochzeit macht“ bringt uns wieder einige besondere Typen unserer ilmkomiker. Einmal ist es Fritz Servos, der in seiner Wurschtigke Ausgelassenheit und Wurschtigkeit alles reizt und dann ist es die bekannte Lucie hier den rechten Te Ir zum Lachen es die bekannte Lucie Englisch, die #. een rechten Ton in die Geschichte zu bringen weiß. m Beiprogramm seben wir dann noch einen Kulturfilm„Fahrendes Volk“ sowie die mit vielen Bildern aus allen Ländern der Erde auswartende Wochenschau. „Das Mädchen Johanna“ Angela Salloker in den Uhn=Lichtsvielen Einen der prächtigsten und tiefschürsendsten Filme des Jahres:„Das Mädchen Johanna“ haben die Uhn=Lichtsviele auf ihr Programm gesetzt. Von jeher hat die Geschichte der Jungfrau von Orleans die Dichter und Theaterleute auf den Plan gerufen. im letzten Jahr hat sich auch der Film an dieses Thema gewagt. und zwar unter Einsatz aller ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten. Die Szenerie nimmt hier und dort gewaltige Ausmaße an, die Fassung bleibt weiter straff. das Leben des Mädchens Johanna ist scharf und hart umrissen. Die Spielleitung batte eine glückliche Hand. als sie Angela Solloker mit der Titelrolle bedachte. Ohne etwas von der geschichtlich gewordenen Figur der Jungfrau von Orlean abzunehmen, versteht sie es doch, ihrer Darstellung in der Art der Auffassung einen ganz besonderen Reiz zu verleihen. Neben ihr wirkt die Massigkeit Heinrich Georges prächtig. dann aber auch Gustav Gründgens mit seinem charakteristischen Spiel.— Als zweiten Film zeigen die Uhn=Lichtspiele die Overette:„Wer wagt. gewinnt.“ Hier hat Heinz Rühmann Gelegenheit. sich wieder einmal von der besten Seite zu zeigen. Die Musik ist flott und schmissig und da auch die Handlung mit dem nötigen Tempo sich abwickelt. sind die ersten Voraussetzungen für eine gute Overette gegeben. Da auch das Ensemble ausgezeichnet zusammengestellt ist, kann der Erfolg nicht ausbleiben. Als Partnerin Heinz Rühmann. wurde Lizzi Holzschuh verpflichtet, die sich der Art Rühmanns verständnisvoll anpaßt. Weiter sind noch beschäftigt Annemarie Sörensen. Walther Steinbeck. Oskar Sabo. Wilhelm Bendow. Carsta Löck und Kurt Velvermann.— Im Beiprogramm zeigen die Uhn=Lichtspiele den Film „Fahrt nach Norwegen“. ein Lustspielchen und die Wochenschau. „Der Himmel auf Erdor“. Ein Lustspiel=Schlager im Tivoli Im Tivoli stehen in dieser Woche Lachen und Humor auf dem Programm. Der erstklassige deutsche Lustspielschlager„Der Himmel auf Erden kommt dort zur Aufführung. Dieser„Himmel auf Erden ist eine Angelegenheit, bei der es vom ersten bis zum letzten Bilde zu lachen gibt. Ein tolles Durcheinander entsteht um einen Walzer, den ein Komponist— oder ist er Landwirt?— seinem Theaterdirektor liefern soll. Ein Junggeselle hat plötzlich zwei Frauen— und der verheiratete Komponist oder Landwirt gar keine... Eine böse Tante spielt eine große Rolle; sie faucht und wütet, wird aber gezähmt... Ein Walzer entsteht. der der Sieger auf der ganzen Linie bleibt. Und ein Lied werden die Zuschauer nicht vergessen:„Warst du schon mal in Liebenau?“ Ueberhaupt dieses Liebenau soll man sich ganz besonders anschauen:— es hat Schuld an all diesen dummen Verwechselungen, die Schluß aber doch noch zu einem guten Ende führen. Und die Besetzung: ganz groß! Fünf Kanonen des Humors zusammen: Heinz Rühmann trumpft auf: Hermann Thimig schwindelt schrecklich: Theo Lingen krakelt und wütet: Adele Sandrock donnert los:— aber Hans Moser kann's noch lauter...— Im zweiten Teil ein amerikanischer Großfilm„Wo ist das Kind der Madeleine F?“ in deutscher Sprache. Ein ausgezeichneter Kriminalfilm. in dessen Mittelpunkt eine große deutsche Künstlerin— Dorothea Wieck— steht, deren Kind man geraubt hat. Der Zuschauer erlebt mit Spannung diesen Kindesraub. verfolgt auf der Leinwand den Versuch, das Kind wieder ausfindig zu machen, bekommt einen Einblick in die „Arbeit“ der Kinderräuber und atmet zum Schluß mit der glücklichen Mutter auf. der man ihr Kind wieder in die Arme legen kann. Das Sviel der Wieck ist groß: allerdings hat sie uns in all ihren deutschen Filmen besser gefallen...— Das Beiprogramm bringt die neue Wochenschau, und der Kulturfilm erzählt über Grönland, seine Weiten und seine Menschen. „Gauner auf Urlapb“ Ein Lachschlager=Programm in der Lichtburg Rotthausen Wieder einmal wird frobes Lachen die weiten Räume der Rotthauser Lichtburg durchbrausen, wenn das dieswöchentliche Programm über die Leinwand geht.„Gauner auf Urlauh“ heißt der Hauptfilm, der uns einmal wieder echt amerikanische Ausgelassenheit und Frohsinn beschert. Robert Montgomery ist der Hauptheld der Handlung. Er svielt einen Gangster, wie man sich ihn aus den Berichten aus Uebersee vorstellen kann. Dabei ist er liebenswürdig und freundlich und denkt nicht daran, irgendeinem etwas Böses zu tun. Daß dabei auch ein kleines Mädel mitspielt, die reizende Maureen O'Sullivan, erhöht den Reiz des Filmes um ein Bedeutendes.— Im zweiten Teil des Programmes sehen wir dann eine Reibe von deutschen Filmkomikern in dem Film: „Der Herr ohne Wohnung.“ Wer Leo Slezak kennt. und weiß wie er im Verein mit Adele Sandrock. Hermann Thimig und Paul Hörbiger eine an und für sich einfache Handlung zu einem vollen Erfolg auszugestalten weiß, der weiß auch, daß dieser Film nicht daneben liegen kann.— Im bunten Beiprogramm sehen wir neben der mit vielen neuen Bildern aufwartenden Wochenschau einen netten Kulturfilm. „Tanzmusik“ Eine musikalische Komödie im Capitol=Theuter Musik. Musik, das ist das beherrschende der Alltagszerstreuung, des Ausspannens in allen Lebenslagen. Aber die Art der Musik macht es, nicht die Quantität. wie amerikanische Verhältnisse es uns immer wieder offerieren. So geht es auch dem weltberühmten JazzDirigenten und Pianisten Mario d'Almeida, der nach einem Tournee in den Staaten sich einmal ganz von diesem Musikrummel befreien will und in Europa, in seiner Heimatstadt Wien, sich ganz den großen Tonkünstlern hingeben will. Das ist die Grundidee zu dem Film„Tunzmusik“. Aber wie so oft, spielt auch hier die Frau eine einschneidende Rolle. Liane Haid. die lebenslustige und jazzmusikbegeisterte Amerikanerin ist nach einer wechselvollen Ueberfahrt bald die strahlende Frau des großen Künstlers. von dem die Welt noch nicht weiß, daß er sein künstlerisches Können auf eine andere Bahn bringen will. In Wien angekommen, ist die Frau überaus enttäuscht, ihr fehlt die Jazzmusik, der eigentliche Glorienschein ihres Gaiten. Durch mancherlei Verwicklungen hindurch entwickelt sich eine nette leicht beschwingte Handlung, die dann einen guten Abschluß findet. Der Künstler findet die Frau, die ihn versteht, und warum nicht gleich so? Was die Träger der Handlung betrifft, so sind diese der Handlung entsprechend recht nett zusammengestellt. Hermann Thimig immer liebenswürdig, ganz der große Künstler. Leo Slezak, donnernd. tosend in aller seiner Herzlichkeit. Gut die von ihm bestrichene gesangliche Partie im Weinkeller. Groß ist Liane Haid. eine charmante Frau, die in allen Situationen die richtige Haltung einzunehmen versteht. Neben ihr die junge Gusti vuver. eine reizende Neuentdeckung, herb. doch voll eines Begeisterungsvermögens. das beweist, wie sehr sie ihre Rolle mitlebt. Eine mäßige Rolle, sogar eine mäßige Leistung legt Georg Alexander hin. er ist nicht das, was wir einen smarten Amerikaner nennen, zu weich, zu unentschlossen. Eine kleine, aber durchaus voll ausgespielte Rolle hat man Rudolf Carl zugedacht. Was den Film interessant und in einer Art wertvoll macht, ist die gute Herausstellung einiger Gesellschaftstypen, sowie die prächtige musikalische Untermalung.— Im Beiprogramm sehen wir zunächst den Expeditionsfilm zweier deutscher Studenten durch die mexikanischen Küstengewässer, ein lustiges Kinderdurcheinander„Lausbuben“, sowie die mit vielen Bildern aus allen Ländern der Erde aufwartende Wochenschau. Eine wesentliche Verbesserung hat die Tonlage gefunden, so daß in jeder Hinsicht eine einwandfreie Vermittlung des Tones gewährleistet ist. Zeigt Eure Gesinnung. erwerbt die Türplakette des Winterhilfswerks für den Monat Oktober! Wir sind für den Herbst gerüstet! Mit größter Sorgfalt haben wir die Einkäufe für den kommenden Winter getätigt. Die meisten Winterwaren sind bereits eingetroffen und stellen nun ein sehr gutes Sortiment dar, sodaß jeder Volksgenosse das findet, was er für den Winter an Fertigkleidung, Stoffen und Wäsche braucht— Aus der Fülle der Auswahl einige Beispiele: Ulster-Paletots mit.Jtark, Steffen, in denbet und 26,.85 Illeies-Baleiei, cus reinwollenen Stoffen, ganz#### PA Oister-Faleldis geföttert, vorzögliche Paßform Uister-Falslote gute Furterstoffe, fedelloser sir 46.50 Herren-UiStet gewebtem Foner..... 52.50 sus Tirtey und Kommgern, arber. 26.50 Herren-Anzuge erdentlich preiswert Herren-Anzüge Stzene, süßle. rn“ Cheriet. ev 38.50 11.50 2.95 sitzena, billig Loden-Jopgen#“ enwellenem loden, mit wormem in allen Stoffarton, mit guten Herren-nosen Funterstoffen ab Damen-Mäntele#en: Ner. ge-Ster, grr.errrer 19.50 Damen-Mantes elegenter Schnin..... 25rr. 24.50 Damen-Mäntel mit relztregen.. nder sterrr. 34.50 Frauen-Mäntel aufe: Stege....####r 44.50 Damen-Kleider schr gute Paßterm.—.. 9.85 Damen-Kleider Formen und resr: Stefe., rer: 14.85 Hamen.Hleides aus Wolle und Kunstseide, nur ganz HA#A EA Damen-Kleider moderne Farben und Formen... 42.50 Mantelllausen Ferben........... 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Für die Zeit, in der der Langenberger Sender nicht arbeiten kann, empfiehlt es sich für alle Rundsunkhörer, den Deutschlandsender einzuschalten(191 kbz 1571 Meter 60 kw /70 Prozent). der im ganzen westd. Gebiet gut zu bören ist. 6,00 Aus Hamburg: Hasenkonzert 8.00 Stunde des Bauern 9.00 Deutsche Feierstunde 3.45 Deutsches Volk— Deutsche Lustfahrt! 10.00 Deutsche Morgenseier der 53 10.30 Fantasien auf der Wurlitzer Orgel. H. Schimmelpfennig spielt 11.00 Gedichte von Max Neuschle 11.15 See=Wetterbericht für Netzanechluß 26. für Batterleanschluß 68.Requeme Tellzahlusa Radio-Siem Bahnhofstr. nur 78 11,30 Aus München: Wiener Komödienlieder 12.00 Heimat, wie bist du so schön! Konzert mit dem Blasorchester Arthur Jander.— Dazwischen 12.55: eitzeichen und 13.60: Glückwünsche 14.00 Kinderfunkspiel:„Die Windsbraut“. Hörspiel von Otto Wollmann 14.30 Unterhaltungsmusik aus England. Ausführende: Das Orchester d. British Broadcasting Corporation Larsson: Konzert für Saxophon— Fantasie über britische See=Lieder 15.15 Ratschläge zur Sippenforschung 15.30 Stunde des Landes 16.00 Musik am Nachmittag. Wilfried Krüger svielt Strauß: Rosen aus dem Süden, Walzer Verdi: n heiliger Stunde, Arie aus„Die Macht des Schicksals" Cassado: Serenade/ I. Alex: Japanisches Intermezzo Strauß: Intermezzo aus„Tausendundeine Nacht“. Doelle: Tausendmal war ich im Traum bei dir. Lied aus„Amphitryon“./ Komzak: Volksliedchen/ Komzak: Märchen 7 Alex: Putzi( Grothe: Schön wie der junge Frühling, Lied aus„Die blonde Carmen“. Rich. Strauß: Rosenkavaliersuite Petkere: Schließe deine Augen Alex: Fivs und Paps Raymond: Potvourri über Melodien aus„Laus ins Dadie Mes- Ingenieur, Essen. LichtRadlO Plerz schlagstr. 16, Tel. 319 96 Alles was der Bastler braucht. Anode 2.95 Glück“/ P. Lincke: Isola Bella. Serenade( H. Rust: Heut geh ich aus/ Komzak: Badner Madeln. Walzer Koß: Winterlied Lesso=Valerio: Liebeszweisel Grothe: Mein Herz will ich dir schenken. Lied aus„Die blonde Carmen“.] Grothe: Musikanten sind da, spanischer Marsch 17.45 Herbst und Weinlese im Etschland 18.15 Deutscher Fußballvokal: Berichte von der Vorrunde in Breslau, Berlin, Hannover, Frankfurt, Köln, Stettin und Mannheim 19.00 Musikal. Kurzweil 19.15 Deutschland=Sporteche 19.30 Alfred Hoehn spielt Beethoven: Sonate C=Dur(Waldstein)/ Chovin: Ballade As=Dur 20.00 Aus Breslau: Musik am Sonntas=Abend 21.00 Aus München: Meister=Konzert. E. N. Recznicek dirigiert eigene Werke 22.00 Nachrichten Anschließend: Deutschlandecho 22.30 Eine kleine Nachtmusik 22.45 See=Wetterbericht 23.00—24.90 Aus München: Unterhaltungsmusik und Tanz wöchentl. an 2453 Kocrier& Co. Wohlige Wärme Wintertagen Durch den guten Ofen ein gemütliches Heim Ofenfachgeschäft WIIh. Kochs Gelsenkirchen, Adolf-Hitler-Straße, seit 1797 Wanzanter sant Uogeziel, spez. 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Der veranwwortliche Leiter des keichsberufswettkampfes, Obergebietsführer Axmann, verwies auf die Grundsätze der zusätzlichen Berufsschulung, wie sie heute von der Arbeitsfront und der zitterjugend gemeinsam durchgeführt wird, auf die Bestrebungen, auch für die gewerblichen Berufe jene deale Arbeitskameradschaft zu erzielen, die bereits in der deutschen Uebungswirtschaft ihren Ausdruck geunden hat. Der Reichsberufswettkampf werde auch m kommenden Jahr vom sportlichen Gedanken geragen werden. Besonders wertvoll sei die Beteiltjung der Studierenden an den deutschen Hoch= und Fachschulen, die zum Ausdruck bringe, daß sich alle gräfte der Stirn und der Faust heute in bewußter lbwendung von einem unzeitgemäßen Brauchtum zemeinsam die neue Tradition der Leistung chaffen. Der Reichsberufswettkampf habe seine iefsten Wurzeln im Grundsatz der Freiwilligkeit, der inantastbar sei. Das Schwergewicht liege in der fraktischen beruflichen Arbeit, während die weltinschauliche und körperliche Prüfung nur zur Ernittelung der endgültigen Sieger dienen könne. In zukunft wird die Arbeit im Reichsberufswettkampf, das heißt, Vorbereitung, Durchführung und Ausvertung, jeweils ein ganzes Jahr in Anspruch iehmen. Der Wettkampf selbst wird 1936 brtlich zurchgeführt vom 3. bis 15. Februar, in den hauen am 14. und 15. März. Der Endkampf indet wiederum an einer gefährdeten Stelle des Reiches als Friedensdemonstration der deutschen Jugend vom 24. bis 30. April statt. Arbeitskumeradschaft Mittelsmannen im Bergbau Zur 50=Jahrfeier des Vereins technischer Geubenbeamten Oberhausen Mittelsmänner zwischen Führung und Gefolgschaft Im Bergbau sind die technischen Grubenbeamten. Sie stehen in unmittelbarem täglichen Verkehr mit den Belegschaften und können mit ihren Kameraden zwanglos über alle Probleme der Arbeit sprechen und auch echte Kameradschaft pflegen. Diese vorbildliche Gemeinschaftsarbeit gehörte von jeher bei den Vereinen der technischen Grubenbeamten zum Programm. Es sind Vereine mit bohem ideellen Gehalt. und deshalb Vereine, bei denen sich eine„Gleichschaltung" erübrigte. Es ist deshalb wohl des Erwägens wert, wenn jetzt der Verein technischer Grubenbeamten in Oberhausen auf ein fünszigjähriges Bestehen zurückblicken kann. Anläßlich dieses Jubiläums erscheint eine reich mit Abbildungen geschmückte Festschrift, die Dr. Spethmann=Essen verfaßt hat und die die Entwicklung des Vereins in dem Rahmen der Zeitereignisse und namentlich der wirtschaftlichen Gestaltung darstellt. Der Oberhausener Verein entstand 1885. als angesichts allgemeiner Nöte ein Zusammenschluß der technischen Grubenbamten im Zuge der Zeit lag. In Jahrzehnten des Friedens nahm der Verein, der auf der Gutehoffnungsbütte basierte, einen glänzenden Aufstieg und kam unter der zielsicheren Leitung von Bergassessor Dr. Funcke auch in vorzüglicher Haltung über gelegentlich auftauchende Nachkriegsschwierigkeiten hinweg. Der Verein hat von seinen Gründungstagen an den Marxismus und den sozialdemokratischen Klassenkampf aufs schärfste abgelehnt. Auch in den Zeiten der Nachkriegswirren war diese Einstellung stets leitender Gesichtspunkt. In all den Jahrzebnten ist der Aufgabenkreis im großen derselbe geblieben. natürlich unter jeweiliger Anpassung an die Umstände der Zeit. Berufliche Erfahrungen wurden ausgetauscht. der kameradschaftliche Geist wurde gepflegt. fachliche Kenntnisse durch Vorträge und Besichtigungen weiter entwickelt und die allgemeine Bildung auf verschiedensten Gebieten bereichert. Auch in sozialer Hinsicht wurde gesorgt. nicht etwa, wie man vermuten könnte. in Form von Gehaltserhöhungen oder dergleichen, sondern in der Fürsorge für Weib und Kind nach dem Tode. Es ist eins der schönsten Zeichen, daß alle diese Bestrebungen fünf Jahrzehnte bindurch niemals gegen die Zechenverwaltungen geführt sind, sondern, auch wenn mitunter die Verhandlungen schwierig waren. Hand in Hand mit ihnen. Von Herzen kann man deshalb dem Verein wünschen, der zu den größten seinesgleichen innerhalb des Reviers zählt, daß er ein weiteres halbes Jahrbundert seine bewährte und segensreiche Tätigkeit fortsetzen möge. Hamsterpsychose in Holland Seit einigen Tagen kann man in einer Reihe holländischer Städte beobachten, daß die Bevölkerung in großem Umfange Vorräte an Lebens= und Genußmitteln kauft. Diese Vorratskäuse haben verschiedentlich bereits fühlbare Preissteigerungen zur Folge gehabt. Jehn Loke am Bahnübergang Bei Raon in der Provinz Buenos Aires wurde ein Ueberland=Autobus von einem Eisenbahnzug erfaßt und 500 Meter weit mitgeschleift. Alle zehn Insassen des Kraftwagens wurden getötet. Lotsendienst in Ymuiden eingestellt. Infolge eines heftigen Südweststurmes mußte am Donnerstag im Amsterdamer Nordseehafen Umuiden der Lotsendienst eingestellt werden. Mit dieser Maßnahme ist gleichzeitig der gesamte Schiffsverkehr von AmsterNor* dam zur Nordsee stillgelegt. " Vrrau verursacht Bünlungluck bei Braunschweig Der Orkan, der am Donnerstag Braunschweig und seine Umgebung heimsuchte, hat auf einem Neubau in Rautheim in der Nähe von Braunschweig ein schweres Unglück verursacht. Von einem hundert Meter langen Gebäude deckte der Sturm eine Hälfte des Daches vollkommen ab und warf sie gegen ein benachbartes Gebäude. Dabei wurden mehrere Personen schwer verletzt. Nach dem raschen Eingreisen der Feuerwehr Braunschweigs und zahlreicher Arbeitskameraden der Verletzten gelang es, die Unglücklichen schnell unter den Trümmern hervorzuholen und so schwerere Folgen zu vermeiden. Sechs Arbeiter mußten sofort dem Krankenhaus zugeführt werden. Der angerichtete Sachschaden ist erheblich. Rheinland-Westtalen Familientragödie in Detmold Selbstmordversuch des Mannes nach Erschießzung der Frau Detmold, 11. Okt. Als die Putzfrau der Familie Schmidtmann morgens die Wohnung betreten wollte, fand sie auf dem Flur einen Zettel mit der Bemerkung, daß beide Eheleute tot seien und daß bei der Polizei Anzeige erstattet werden möchte. Beim Nachsehen sand man die 44jährige Erau mit vier Schußverletzungen tot im Bett liegend, während der Mann mir einer schweren Schutzwunde an der rechten Schläfe im Sessel lag und lebensgefährlich verletzt dem Krankenhaus zugeführt wurde. Nach dem Ergebnis der Ermittlungen hat Schmidtmann seine Frau im Bett erschossen und dann die Wafse gegen sich selbst gerichtet. Das einzige Kind der Eheleute, ein neunjähriges Mädchen, befand sich zu der Zeit, als die Tat verübt wurde, in der Schule. In einem hinterlassenen Brief ist kein Grund zur Tat angegeben; auch die behördlichen Ermittelungen haben die Ursache der Tragödie noch nicht ergründen können. Die Maus in der Tuba Herschbach(Westerwald), 11. Okt. Ein Vorgang, der viel belacht wurde, ereignete sich in Herschbach am Sonntag anläßlich des Erntedankfestes. Als sich der Fesizug in Bewegung setzen wollte, brachte der Bassist zu seiner nicht geringen Verwunderung keinen Ton aus seiner Tuba. Hin und her wurde an dem Instrument gebastelt, bis man schließlich den„Zug“ herausnahm, um nachzusehen, wo nun eigentlich die Störung lag. Zur Verwunderung aller guckte aus dem Zug vorwitzig das Schwänzchen einer Maus heraus, die auf irgend eine Weise in den Blechtrichter gelangt sein muß und dann wohl durch die vielen Windungen der Tuba kroch, bis sie schließlich im Zug hängen blieb. Eilig wurde das Hindernis entfernt, das Instrument gereinigt— und dann blies der Bassist munter für den Festzug. Volkswirtschaftlicher Teil Rheinisch-Westf. Provinzbörse O Düsseldorf, 11. Okt.(Drahtb.) An der Rheinisch-Westfälischen Börse herrschte Geschäftsstille. Allgemein legte man sich größte Zurückhaltung auf. An den Aktienmärkten war infolgedessen die Kursgestaltung nach unten gerichtet. Auf dem Schwankungsmarkt gaben Farben nach der gestrigen Befestigung ∆ Prozent nach. Montanaktien überwiegend abgeschwächt. Rheinstahl und Harpener waren bei Eröffnung je # Prozent schwächer im Markt. Stahltrust verloren ### Prozent. Mannesmann konnte sich nur knapp behaupten, Rhein. Braunkohlen, Dtsch. Erdöl kamen X Prosent niedriger zur Notiz. Fester lagen hingegen Klöckner. Gute Meinung bestand für Maschinenaktien. Am Elektromarkt waren RWE wieder # Prozent anziehend. Schuckert und Felten erfuhren Abschläge von 1¼ Prozent. Von Kaliaktien handelte man Salzdetfurth 1% Prozent. Rentenmarkt teilweise nachgebend. Altbesitz büßten ¾ Prozent ein. Kuxenmärkte gut behauptet. Nennenswerte Kursänderungen traten am Steinkohlenkuxenmarkt nicht ein. Für Graf Schwerin wurden letzte Preise bezahlt. Braunkohlenkuxe blieben nur genannt. Am Kalikuxenmarkt bestand einiges Geschäft für Elsässer Werte, die 50 RM höher aus dem Markt genommen wurden. Stahltrust zogen 7 Prozent an. Recht gute Umsätze entwickelten sich in Mannesmann, die ¼ Prozent gewannen. Harpener gleichfalls leicht erhöht. Kassawerte ruhig. Versicherungen geschäftslos. Im Freiverkehr kamen einige Umsätze in Kohlenaktien zustande. Bergbau Lothringen verkehrten zunächst unverändert, später etwas fester. Kaliaktien gedrückt. Die Börse schloß still. Berliner Börsenstimmungsbile # Berlin, 1I. Okt.(Drahtb.) Publikan fast völlig mit Aufträgen der berufsmäßige Börsenhandel, der anscheinend von gestern noch etwas Material übrig behalten hat, zu Glattstellungen schritt, geben die ersten Kurse überwiegend um Prozentbruchteile nach. Zu größeren Abschwüchungen ist es jedoch an keinem Aktienmarkt gekommen. Nach den ersten Notierungen traten kaum weitere Rückgänge ein, vereinzelt machte sich wieder etwas Rückkaufneigung bemerkbar. Von Montanen waren anfangs nur Rheinstahl und Harpener mit je—# Prozent stärker rückgängig. Klöckner wurden X Proz. Da das Fen. fehlte und der ber Struktur der Ruhrgebiets-Industrie Ermittelungen des Konjunkturforschungsinstituts bei der letzten Betriebszählung Die Abteilung„Westen“ des Instituts für Konjunkturforschung veröffentlicht soeben ein Sonderleft ihrer Konjunkturberichte, in dem die Ergebnisse der letzten Betriebszühlung für RheinlandWestfalen einer Untersuchung unterzogen werden. Nach wie vor ist Rheinland-Westfalen auch ein wichtiger Schwerpunkt der deutschen gewerblichen Wirtschaft. Der Anteil dieser Betriebe beläuft sich auf rund ein Sechstel, bei den beschäftigten Personen um rund ein Fünftel und bei der installierten Kraftmaschinenleistung auf mehr als ein Drittel der entsprechenden Reichszahlen. 1.9 Millionen Menschen, also zwei Drittel aller im rheinisch-westfälischen Gewerbe beschäftigten Personen, sind in Industrie und Handwerk tätig. Rund 1.3 Millionen Menschen arbeiten in Großbetrieben, d. h. Betrieben mit mehr als 50 Personen. Von den 9.6 Mill. P'S maschineller Leistungskraft in Rheinland-Westfalen waren 9.4 Millionen PS in den Industriebetrieben installlert. Die rheinisch-westfälsche Industrie ist vor allem auf die Herstellung von Produktionsmitteln eingestellt. In der Struktur der rheinisch-westfälischen Wirtschaft haben sich seit 1925, dem Zeitpunkt der vorletzten Betriebszählung, starke Veränderungen vollsogen. Zum großen Teil sind eie durch die Wirtschaftskrise, andererseits aber auch durch strukturbeeinflussende Faktoren bestimmt worden. Von den 1925 im Gesamtgewerbe beschäftigt gewesenen 3.8 Millionen Menschen waren bis 1933 rund 950 000 außer Arbeit gekommen. An diesem Rückgang waren insbesondere Bergbau und Großeisenindustrie beteiligt. Die rheinisch-westfällsche Industrie hatte ihren Belegschaftsstand um ein Drittel vermindert. In den letzten zweieinhalb Jahren ist der Rückgang jedoch weltgenend aufgenolt worden. Die maschinelle Leistungsmöglichkeit der Industrie ist um 1.5 Millionen PS oder um ein Fünftel des Standes vor 1925 angewachsen. Gegenüber dem Reichsdurchschnitt, wo eine Steigerung von einem Viertel festzustellen ist, zeigt sich in Rheinland-Westfalen eine Verlangsamung des Anstiegs, bedingt durch den weit vorgeschrittenen Motorislerungsgrad der beiden Provinzen. Die Produktionsgüterindustrien beschäfigten 1933 nur noch 56.5 v. H. der in Industrie und Handwerk tätigen Menschen gegenüber 69.8 v. H. 1925. Der Anteil an der Zahl der Betriebe hat sich dagegen leicht erhöht im Zusammenhang mit einem stärkeren Heryortreten selbständiger handwerklicher Betätigung in der Krisenzeit. höher bezahlt. Braunkohlenaktien kamen nur vereinzelt sur Notiz, Rheinbraun 1 Prosent schwächer. Ilse Genußscheine ¼ Prozent höher. Einiger Bedarf lag in Kaliwerten vor, so daß Salzdetfurth um 1½ Prozent heraufgesetzt wurden. Am ehemischen Markt eröffneten Farben mit unverändert 152, Goldschmidt gaben um 1¾ Prozent nach. Bezeichnend für die geringe Umsatztätigkeit ist es, daß am Elektromarkt Siemens zum ersten Kurs überhaupt nicht notiert werden konnten. Schuckert verloren 1¼ Prosent. Wasserwerke Geisenkirchen büßten gegen letzte Notiz am 8. Oktober 1% Prozent ein. Von Kabelwerten waren Deutsche Kabel um 1¼ gedrückt. Am Automarkt gaben Daimler um ∆/ Prozent nach. An den übrigen Märkten sind nur noch Holzmann und Bemberg mit je— 1% Prozent, Feldmühle mit— 1¼ Prozent als etärker abgeschwächt zu erwähnen. Metallgesellschaft konnten dagegen 1 Prozent höher notieren. Am Rentenmarkt blieb es zunächst sehr still, doch ist ein freundlicher Grundton nicht su verkennen. Reichsaltbesitz gaben nach der vorangegangenen Steigerung um/ Proz. auf 111½ nach. Industrieobligationen lagen uneinheitlich. Von Auslandsrenten begegneten Mexikaner geringem Interesse. Die Sätze für Blankotaxesgeld wurden bei 8 bis 3¼ Prozent belassen, doch war auch heute wieder zum Teil darunter anzukommen. Chemiker Dr. Hans Tropsch f o. Mülhelm(Ruhr), 11. Okt.(Drahtb.) Im 46. Lebensjahre starb in Mülheim der Chemiker Dr. Hans Tropsch, der von 1921 bis 1928 als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Abteilungsleiter am Kaiser-Wilhelm-Institut für Kohleforschung in Mülheim tätig war. Dr. Tropsch ist in der wissenschaftlichen Welt durch seine gemeinsam mit Geheimrat Prof. Fischer entdecktee Benzin-Synthese bekannt geworden, durch die flüssige MotorenTreibstoffe aus Kohle auf dem Umwege über Gas gewonnen werden. Auf der ersten großen technischen Versuchsanlage in Oberhausen wird das neue Verfahren seit zwei Jahren ausgewertet. Tropsch ging 1928 als Direktor des Technischen Kohleforschungs-Instituts nach Prag und wirkte seit 1930 in leitender Stellung in einem roßen Betriebe Chikagos, von wo aus er zur Erholung nach Deutschland kam. Steuergutscheine notierten am 11. Oktober an der Berliner Börse: Greppe Greppe! Grappe 1I 34.30„ 98-30 I. 4. 24 I. 4. 25 107.30 103.78 107.75 Grappe U 1. 4. 96 109.20 éto. l. 4. 37.. 108.12 Ste. I. 4 Me. 101.75 Gruppe I nicht amtlich notiert; von der Reichsbank auf Grund der Kurse der Gruppe II als Durchschnittskurs berechnet: fällig zu je K am 1. April 1934. 1935. 1986, 1937 und 1938 bzw, zu je# am 1. April 1935. 1936. 1937 und 1938. Allgemeine Zeitung Samstag, den 12. Oktober 1930 aus e ee. Heute abend verschied nach kurzer schwerer Krankheit im 64. Lebensjahre meine geliebte Frau, unsere treusorgende gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Marie Efselmann geb. Plettenberg Um stille Teilnahme bitten: August Eiselmann Hermann Eiselmann u. Frau Luise, geb. Strieder Rudolf Strieder u. Frau Elly, geb. Efselmann Heinrich Eiselmann u. Frau Erna, geb. Siepmann Hans Lichtenhagen u. Frau Line, geb. Efselmann 4 Enkelkinder und Anverwandte. Gelsenkirchen. Erkenschwick, den 10. Oktober 1935 Ueckendorfer Straße 22. Die Beerdigung findet Montag, den 14. Oktober 1935, nachmittags 2.45 Uhr, von der Kapelle des Knappschaftskrankenhauses Gelsenkirchen-Ueckendorf aus, statt. Trauerfeier halbe Stunde vorher. Von Beileidsbesuchen bitten wir Abstand zu nehmen. Teibäckende G Bochumerstr. 64 u. Schalkerstr. 160 Zahlungserleichterung. Fleute früh hat der himmlische Vater unseren lieben, guten Vater, Schwiegervater, unseren herzensguten Großvater, Bruder, Schwager, Onkel und Cousin nach kurzer Krankheit, im Alfer von 71 Jahren, heimgeholt. Die trauernden Hinterbliebenen. Gelsenkirchen, Buer, Düsseldorf, Jüterbog, Flensburg, Oberhausen, Duisburg. Krefeld, Vollmarstein, Hüls und Heringedorf, den 10. Oktober 1935. Die Beerdigung findet am Montag, dem 14. Oktober 1935, nachmittags 2.30 Uhr, vom Trauerhause Ueckendorferstraße 152 aus, statt. Trauerandacht eine halbe Stunde vorher im Hause. Redegewandte Vertreter (innen) zum Besuch von Biehhaltern gesucht. Prov. wird sofort ausgezahlt Off. Düsseldorf, Postschließfach 575 I. Opel Großer Posten neue u. fast neue Häntel eingetroffen. Monatagarderoben C. Kröber 33 Bahnbofstr. 92 Etg.-Gesch. 00 u. 1 verstd. Psaffbeide fast neu, billig zu verkauf. Ernst Kämper Vereinsstraße maschinell in gut. Zust., fahrbereit, billig zu verkauf. Bochumerstraße 13 Zum 1. Nov. od. 15. 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Bekanntmachungen entnommen. über den Begeiff geringfügiger über. und außerplanmäßiger Ausgaben. Auf Grund der§§ 3 und 55 Abs. 1, Ziffer 12, der Deutschen Gemeindeordrrung vom 30. Januar 1935 (RGBI. I, S. 49) wird nach Anhörung der Ratsherren folgende Satzung erlassen: § 1. Für die Leistung über= und außerplanmäßiger Ausgaben sowie für Anordnungen, durch die finanzielle Verbindlichkeiten entstehen kön. nen, ist eine Anhörung der Ratsherren nicht notwendig, wenn die Ausgaben und Verbindlichkeiten 5000.— RM im Einzelfall nicht überschreiten, sofern nicht nach pflicht. mäßiger Prüfung wegen der Bedeutung der Angelegenheit die Anhörung der Ratsherren geboten ist. § 2. Diese Satzung tritt am Tage nach der Bekanntmachung in Kraft. Gelsenkirchen, 10. Oktober 1935. Der Oberbürgermeister: Böhmer. Abgeschlossene 4 Zimmer= Reubau=Wohnung m. Baderaum zum Näh. Bismarckstr. 49, 2.: Etg., oder Büro, Sophienstr.9 /5 Essex guterhalten billig zu verkauf. Bochumerstraße 27 Kleiner guterP. 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