etc. * 9. ur Unabhängiges Organ die Bezirke Schalke, Heßler, Bismarck, Gelsenkirchen Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage. vierteljährlich 1,80 Mark einschließlich„illustriertem Sonntagsblatt“ frei ins Haus gebracht Geschäftsstelle: Gelsenkirchen=Schalke, Grillostraße 64. Fernsprech=Anschluß Nr. 732. Vermittlungs=Amt Gelsenkirchen. Anzeigenpreis für die 6gespaltene Petitzeile oder deren Raum 15 Pfg. Reklamen 30 Pfg. die Zeile. Anzeigen, welche bis 10 Uhr morgens eintreffen, finden am selbigen Tage Aufnahme, größere Anzeigen werden früher erbeten. Redaktion von Wilh. Preuße in Gelsenkirchen=Schalke. Druck und Verlag von M. Schaff, Buchdruckerei, Gelsenkirchen=Schalke, Grillostraße 64. Nr. 78. Samstag, den 3. April 1915. Religiöse Betrachtung. Östern Tert: Joh. 14, 19. Ich lebe, und ihr sollt auch leben. Der Mund der das gesprochen hat, konnte versichern: „Ich bin die Wahrheit", und im selben Atem:„Isch bin das Leben". Als er seinen Jüngern zurief:„Ich lev., und sollt auch leben“, sprach er nicht von der kurzen Spanne irdischen Lebens, die bald abschloß. Wenn er von ihnen für diese Welt Abschied nahm, dann mußte die Versicherung, lebe“, noch einen höheren Sinn haben, etwas Bleibendes, Ewiges bezeichnen. Wohl haben sie den Herrn damals nicht verstanden. Erst nach der Auferstehung wurde ihnen klar, was dies Wort alles in sich schließt:„Ich lebe“, Hinfort war nichts Sterbliches mehr an ihm, sund in verklärter Gestalt wandelte er noch 40 Tage lang unter den Seinen, ein gewaltiger Bürge seines Wortes:„Ich Die Auferstehung Christi ist von allen Wundern der Heilsgeschichte das größte und unglaublichste. Daran stoßen sich viele. Daher auch die Verzweiflung Zahlloser, wenn sie oder ihre Lieben im Tode erblassen. Aber unser Heiland hat ja nicht nur vertündet, daß er lebe, sondern auch hinzugefügt:„Jhr solli auch leben!“ Das Wort ist sicher viel deutig. Wahrscheinlich hat er u. a. damit gemeint, daß durch seine Auferstehung auch ihr Glaubensleben hell aufflammen und zu einer Leuchte für die Menschheit werden sollte, aber zweifelsohne hat er auch sagen wollen: So wenig ich, euer Haupt, eine Beute des Todes bleiben kann, werdet ihr, meine Glieder, es sein. Wie das geschehen wird, ist uns noch verborgen, aber damit nicht unsicher und unwahrscheinlich. Haben wir doch gewaltige Zeugnine für die Macht des Le bensfürsten. Da er noch in menschlicher Gestalt wandelte, hat er drei Tote aus dem Reich der Schatten zurückgerufen durch göttliche Kraft, er ist dann, um die Herrschaft des Lebens über den Tod für immer zu besiegeln, durch die Herrlichkeit des Vaters selber auferstanden. Freilich mußten jene noch einmal der Sünde Sold zahlen, Jesus aber ist durch Auferstehung und Himmelfahrt auch leiblich ins höhere Leben eingegangen und lebt und regiert in Ewiakeit. Willst du ihm dich und die Deinen nicht anvertrauen für Zeit und Ewigkeit". Nie haben wir den Trost der Auferstehung nötiger als jetzt, wo Hunderttausende in der Blüte ihres Lebens dem Tode zur Beute fallen. Wohl ster ben sie den ehrenvollen Tod fürs Vaterland; das kann uns erheben und stärken, daß wir den Schmerz tragen, gibt aber noch keine Hoff ung auf ein Fortleben und Wiedersehen. Konnen wir dann noch zögern, uns mit einzuschließen in das Wort:„Ich lebe, und ihr sollt auch leben“, oder wollten wir sie, unsere Gefallenen, ausschließen aus der Lebensgemeinschaft des Heilandes? Niemals! Ob auch ihr Leib verstümmelt, entstellt zerrissen in Gottes Erde gelegt wird oder in des Meeres Tiefe versinkt, auch für sie gibts eine Auferstehung zum Leben. Soll der Trost des Heilandswortes aber auch uns zuteil werden, so müssen wir unerschütterlichen Glauben haben an die Auferstehung des Herrn. Wir feiern diesmal nicht weiße, nicht grüne, sondern blutige Ostern. Blut fühnt. Im Blute Christi ist Ostern und Karfreitag unauflöslich mitemander verhunden Und rechte hoffnung kann nur haben, wer die rechte Karfreitagstrauer empfindet. Lotales und Provinzielles. Gelsenkirchen, den 3. April 1915. Eisernes Krenz. Der Gefreite Anton Reineke Sohn der Witwe Reineke aus der Weidenstraße, erhielt auf dem östlichen Kriegsschauplatz das Eiserne Kreuz. Befördert. Martin Haller, Sohn der Wikwe Jak. Hallec. Inhaber des Eisernen Kreuze, ist zum Feldwebel besördert worden. Das Generalkommando schreibt: In meheren Fällen ist versucht worden, Häute von 10 und mehr Kilogramm Grüngewicht unter Umgehung der in der Beschlagnahme=Verfügung vom 25. 11, 14. erlassenen Vorschriften als„Kalbfelle, in den Handel zu bringen und Gerbereien unmittelbar zuzuführen. Daher wird nochmals ausdrücklich darauf hingewiesen, daß alle Großvieh(Rindvieh) Häute— auch sogenannte „Kalbselle“— unter die Beschlagnahmeversügung fallen, sofern sie grün mindestens zehn, gesalzen(jedoch oberflächlich vom Salz befreit) mindestens neun, trocken mindesten vier Kilogramm wiegen. Gefallene Juristen. 1472 deutsche Juristen und aus der Justiz hervorgegangene Reichs= und Verwaltungsbeamte sind bis 26. Mäcz nach der 7. Verlustliste der Deutschen Juristen=Zeitung nach amtlichen Material schon im Kriege gefallen, u. a. 7 Rechtslehrer, 313 Regierungs= und Verwaltungsbeamte, Richter, Staatsanwälte, 274 Rechtsanwälte, 382 Assessoren, 496 Referendare usw. Diese Statistik, aufgestellt nach dem von den Reichsämtern und Landesjustizverwaltungen der Juristen=Zeitung überlassenen Material, zeigt wie der Krieg gerade unter den Juristeu reiche Ernte hält. Hilfe für kriegsgefaugene Deutsche. Mit Beginn des Monats April ist in Dortmund ein Ausschutz der„Hilfe für kriegsgefangene Deutsche“ zusammengetreten, der sich der Gesamtorganisation anschließt, die von den beiden Zentralen Hamburg und Frankfurt a. M. aus ganz Deutschland um saßt. Der Dortmunder Unterausschuß, dessen Ehrenoorsitz der Herr Regieruugspräsident v. Bake übernommen hat, umsaßt als Gebiet seiner Tätigkeit die Stadt Dortmund und den Regierungsbezirk Arnsberg. Der Ausschuß wird gebildet von Frau Oberbürgermeister Eichhoff, Stadtrat Dr. Cremer und dem Lehrer der Kunstgewerbeschule Hugo Busch. Die Geschäftsstelle ist in der Tuchhalle des alten Rathauses werktäglich geöffnet von 9—1 Uhr vormittags und 3—6 Uhr nachmittags Fernsprechanschluß 3163. Die„Hilfe für kriegsgesangene Deutsche“ bezweckt, die Sammlung von Liebesgaben und vornehmlich auch Geldspenden, die zur Linderung der Leiden unserer in Feindesland gefangen gehaltenen Brüder— Zivil= und Militärpersonen— auf möglichst raschem Wege ihnen zugeführt werden sollen. Daneben befaßt sich die Geschäfisstelle mit Nachsorschungen nach Vermißten und Kriegsgesangenen. Diese Nachsorschungen werden in Verbindung mit der Zentralstelle Hamburg angestellt auf Grund mehrerer Karthoteken, die zunächst in alphabethischer Reihenfolge die Namen der Angefragten enthalten, dann die Internierten nach den Gesangenenlägern geordnet zusammenstellen und schließlich auch eine Ausstellung nach den Regimentern geordnet vornehmen. Auf Grund dieser Karthot ken und unter gleichzeitiger Inanspruchnahme der amtlichen Vermittlungsstellen und der Büros in Genf, Bordeaux=Paris, London und Petersburg besteht die Aussicht, in vielen Fällen Gewißheit zu erlangen über das Schicksal der Vermißten und den Aufenthalt der Kriegsgesangenen. Da die Nachforschungen E.folg nur dann versprechen, wenn die Aufstellung der Karthoteken möglichst lückenlos ist, bittet die Geschäftsstelle der„Hilse für kriegsgefangene Deutsche“ dringend ihr von allen Vermißten ausführkiche Mitteilungen machen und auch alle die Kriegs= und Zivilgefangene anzumelden, deren Aufenthalt den Angehörigen bereits bekannt ist. Liebesgaben für deutsche Reichsangehörige des Zivilstandes, die aus Anlaß des Krieges im Feindesland gefangen gehalten werden, werden auf den Preußisch hessischen Staatseisenbahnen und den Reichseisenbahnen in Elsaß Lothringen frachtfrei befördert. Frachtacbühren für abgefertigte Sendungen werden auf Antrag erstattet. Essen, 1. April.[Bierpreiserhöhung in Rheiuland und Westfalen.] Im Städtischen Saalban fand eine stark besuchte Versammlung des Verbandes rheinisch westfälischer Vrauereien statt. Die bereits angekündigte Erhöhung der Bierpreise wurde entgültig beschlossen. Am selben Tage verhandelte eine Abordnung der Zonen Rheinland und Westfalen=Lippe des Deutschen Gastwirte=Verbandes mit einer vom Brauereiverband eingesetzten Abordnung. Die Wirte erreich ten nur die Zusage, vaß der Preisaufschlag nicht vor dem Osterfeste eintreten werde. Voraussichtlich wird er erst Mitte„April zu zahlen sein. Des weiteren hat die Brauerei= Kommission der Witte=Abordnung zugesichert, den Wir. len bei der übwälzung behilflich zu sein und in den Brauereie Verschänken mit dem guten Beispiel voranzugehen. Auch eine Einschränkung des Flaschenbierhandels wurde zugesagt. Nach den Feiertagen werden die örtlichen Wirtevereinigungen zusammentreten, um sich über die einheitlichen Gestaltung der örtlichen Bierpreise im Ausschank zu verständigen. Bekanntmachung. Auf Anordnung der Königl. Eisenbahndirektion Essen werden vom I. Apri dieses Jahres ab vorläufig für die Dauer des Kriegs die Rollgebühren der bahnamti chen Rollfuhrunternehmer für sämtliche Bezirke der Stadt Geisenkirchen um 5 Pf. für je 50 kg erhöht. Königliche Güt rabfertigung, Gelsenkirchen Hbf Rechnungs-Formula-e fertigt an Euchbruckere: N. Stbaft. Grillostrasse 62. 42. Katholische Gottesdienstordnung. St. Josefs-Pfarrkirche in Gelsenkirchen-Schalke. Ostersonntag. ½6 Khr: Auferstehungsfeier. 6 Uhr: hl. Messe. 7 Uhr hl. Messe und Österkommunion des Männerund Segen. 2½ Uhr: Vesper mit Segen., 7 Uhr: Andacht zum auferstandenen Heilande.— Von ½4 bis 7 Uhr ist Beichtgelegenheit. Ostermontag. 6, 7 Uhr: hl. Messen. ½8 Uhr: Abholen der Erstkommunikanten von dem Schulhof der Josefschule. 8 Uhr: bl. Messe mit Feier der Erstkommunion der Kinder der Johannes- und Schillerschule und Predigt. 10¼ Uhr: hi. Messe mit Fredigt. 11¼ bl. Messe mit Predigt. 2¼ Uhr: Abholen der Erstkommumikanten- 2½ Uhr: Feierliche Dankandacht mit Tedeum und Segen. 6 Uhr: Andacht zum Herzen Jesu und Aufnahme in die Skapulier-Bruderschaft. St. Marienkirche in Gelsenkirchen-Hessler. 9 Uhr: Auferstchungsteier, ann teilung der hl. Kommunion. 7 Uhr: Frühmesse mit gemeinschaftl. hl. Kommunion der Marian. Jungfrauenkongregation und der Schuldflichtigen Mädchen. ½10 Uhr: Hochamt mit Predigt und Segen: ½/23 Vesper: nach derselben Gelegenheit zum Beichten bis 7 Uhr.— Ostermontag. 7 Unr: Frühmesse mit gemeinschaftl. un. Osterkommunion des Knappen-Vereins, 1/210 Hochamt mi Fredigt. ½½3 Uhr: Vesper. Nach(rottes unerforschlichem Ratschlusse verschied heute nachmittag 7 Uhr im Alter von 42 Jahren nach langem schweren, mit grosser Geduld ertragenem Leiden wohlvorbereitet durch den andächtigen Empfang der hl. Sterbesakramente, mein innigstgeliebter Mann, unser Herzensguter treusorgender Vater, lieber Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel, der wohlachtbare Herr Gastwirt Reinrich Hanpe Um stille Teilnahme bitten Elise Happe geb. Esser nebst Kinder. Gelsenkirchen, den 2. April 1915. Die Beerdigung findet Dienstag morgens 8 Uhr vom Sterbehause Oststraße 56 aus statt; gleich nachher die feierlichen Exequien in der katholischen Pfarrkirche zu Schalfe. Bekanntmachung. Am ersten Östertage darf kein Gewerbebetrieb stattfinden und dürfen Gehilfen, Lehrlinge und Arbeiter nicht beschäftigt werden. Erlaubt ist für diesen Tag: a) der Handel mit Back=, Konditor=, Wurst=, Fleischwaren und mit Vorkostartikeln von 5—9 Uhr und von 11½ bis 12 Uhr vormittags; b) der Handel mit Kolonialwaren, Tabak, Zigarren, mit Bier und Wein von 6½ bis 8½ Uhr vormittags; c) der Handel mit Blumen von 7½ bis 9½ Uhr vormittags; d) die Beschäftigung von Arbeitern im Barbier= und Friseurgewerbe bis 2 Uhr nachmittags. Für den zweiten Ostertag gelten die regelmäßigen Geschäftsstunden der Sonntage. Jedoch ist die Beschäftigung von Arbeitern im Babier= und Friseurgewerbe während des ganzen Tages verbeten. Arbeiterinnen(Friseusen) dürsen zur Bedienung der regelmäßigen Kundschaft außerhalb der Friseurstuben von 8 bis 11 Uhr vormittag beschäftigt werden. Gelsenkirchen, den 29. März 1915. Städtische Polizei=Verwaltung. Der Oberbürgermeister: I. V.: gez. Autoni. Neue amerikanische D'e amerikanischen Friedensfreunde an der Arbeit. TU. Genf, 3. April. Im Pariser Auswärtigen Amt hält man die Bemühungen amerikanischer Pazifisten zur Anbahnung eines Waffenstillstandes für verfrüht, jedoch nehmen hervorragende französische Parlamentarier jene Bestrebungen durchaus ernst als Zeichen einer in absehbarer Zeit bevorstehenden Werbetätigkeit der Ver. Staaten für den Frieden, deren Diplomaten über die militärischen und finanziellen Verhältnisse der Kriegführenden sehr genaue und umfassende Wochenberichte kabeln. (Das Friedensbedürfnis bei unseren Feinden, namentlich in Frankreich, scheint nach immer wieder neu auftauchenden weruchten immer fühlbarer zu werden. Deutschland wird selbstverständlich erst dann einen Frieden schließen, wenn es, nachdem die Feinde ihm diesen Krieg aufgedrängt haben, sein Ziel erreicht hat: den endgültigen Sieg und damit die Gewißheit, daß ein neuer Ueberfall des friedlich gesinnten deutschen Volkes nicht mehr möglich ist. Die Red.) Vom Wel=Kriegschaupse dpk. Von unserem militärischen Mitarbeiter wird uns geschrieben: Auf allen Kriegs.schauplätzen, ausgenommen die Karpathen, herrschte im Gegensatz zu den vorangegangenen Wochen verhältnismäßige Ruhe. Im Westen flackerte hier und da ein Angriff auf, der aber im Rahmen des Ganzen ohne wesentliche Bedeutung blieb. In den Vogesen gelang den Franzosen nach heftigen Kämpfen ein kleiner Fortschritt. Sie konnten die Kuppe des Hartmannsweilerkopfes besetzen, der bereits einmal in ihren Händen war. dann von unseren Truppen erobert wurde, und nun schließlich wieder in den Besitz der Franzosen überging. Wenn dieser Vorteil auch nicht gerade ganz ohne Bedeutung ist, so hat er aber doch nicht die Bedeutung, die die Franzosen daraus zu machen wünschen. Im Anschluß an diese Kämpfe haben dort besonders lebhafte Artilleriekämpfe stattgefunden, ohne daß bisher ein weiterer Angriff von irgeno einer Seite unternommen wurde. Auch in den Argonnen kam es mehrere Mal zu lebhafteren Kämpfen, bei denen Angriffe der Franzosen in der Hauptsache abgewehrt und zurückgeschlagen wurden. Im besonderen suchten sich die Franzosen von dem Druck auf die Festung Verdun zu befreien, indem sie bei Comores und im Woevretal. bei Marche Ville auso auf den Magshöhen mehrere vergebliche Angriffe unternahmen. Sonst herrschte auf der Westfront an mehreren Stellen lebhaftes Artilleriefeuer, das als Vorbereitung zu weiteren Unternehmungen angesehen werden kann, jedoch noch nicht erkennen läßt, wo diese zu erwarten sind. In der letzten Zeit sind nun auch die Verluste bekannt geworden, die die Enaländer bei ihren neuerlichen Angriffen im Norden Frankreichs, insbesondere bei Neuve Chapelle und St. Eloi erlitten haben. Im Anfang behaupteten die englischen Heerführer zwar, daß die erreichten Erfolge die Verluste reichlich aufwögen, aber, nachdem nun auch in weiteren Kreisen Englands bekannt geworden ist, daß die Vorteile gleich Rull waren, die Verluste an englischen Offizieren in dem Gefecht bei Neuve Chapelle und St. Eloi allein aber 796 betragen, hat sich eine sehr bedenkliche Mißstimmung bemerkbar gemacht, so daß die maßgebenden Persönlichkeiten in England zu der alten Vertuschungsmethode zurückkehren und nur Auszüge aus den Verlustlisten bekanntgeben. Im ganzen sollen im Durchschnitt 1000 englische Offiziere gefallen sein, so daß natürlich ein Mangel an guten Offizieren nicht ausbleiben kann. Wenn auch die Engländer junge Studenten und andere, sonst vielleicht ganz tüchtige Leute nach kurzer Zeit zu Offizieren ernennen, so wird ihnen dadurch doch nur wenig geholfen, da die Wenigsten von ihnen den Anforderungen, die an sie im heftig tobenden Feuergesecht gestellt werden, entsprechen. Im Osten haben die Russen wieder neue Angriffe unternommen, die bisher eine größere Entscheidung nicht herbeiführten. Auch ist auf dem östlichen Kriegsschauplatz für die nächsten Tage wohl kaum auf größere Ereignisse zu rechnen, da dort jetzt kaum vorwärts zu kommen ist und alle Bewegungen tatsächlich im Schlamm ersticken. Immerhin haben die Russen durch verschiedene Vorstöße die Festung Ossowiec von der Belagerung oder besser gesagt— eine eigentliche Belagerung findet hier ja ebensowenig statt wie vor Verdun— Beschießung zu befreien versucht. Denn alle Vorstöße und Vormärsche, die von Grodno aus auf Augustowo oder von Kowno und Olita aus über Sejni, Krasnopol auf Suwalki und nördlich auf Pilwiszki unternommen wurden, dientendienten diesem einen Ziel, ohne jedoch auch nur annähernd den Zweck zu erfüllen. Die Beschießung und die Einnahme Ossowiec's macht besondere Schwierigkeiten die zunächst im Gelände begründet sind, deshalb noch keinen Erfolg zeigen, dann aber auch, weil die Russen, die schon so Meister im Einaraben und Schanzen sind es verstanden haben, sich die Lehren des jetzigen Krieges zu nutze zu machen, und schleunigst zahlreiche außerordentliche Erdbefestigungen angelegt haben, die natürlich das weitere Vordringen sehr beträchtlich aufhalten. Auf der weiteren Front im nördlichen Polen spielten sich sowohl auf dem rechten Weichselufer als auch im Weichseldreieck wiederholt Kämpfe ab, in denen die russischen Angriffe imemr scheiterten. Besonders heftig wird in den Karpathen gekämpft, mo die Russen mit aller Gewalt durchzubrechen suchten, um dadurch entscheidende Vorteile zu erreichen. In der Gegend des Dukla= und UszokaPasses, die ja die einzigen besonders für Artillerie benutzbaren Uebergänge sind, wird besonders heftig gekämpft, doch nicht, wie man wohl eigentlich annehmen sollte, auf oder unmittelbar an den Straßen, sondern mehr auf den Höhen, die die Straßen überragen und dadurch ja allerdings die Straßen beherrschen. Trotzdem die Russen mit übermächtigen Kräften anrennen und nun auch die Belagerungsarmee von Przemysl, also rund 100000 Mann, mehr eingesetzt haben, ist es den Oesterreichern doch gelungen, die Stellung zu halten und sogar eine größere Anzahl von Gefangenen einzubringen. Die Zahl der russischen Verluste in diesen sehr erbitterten Kämpfen soll sogar bereits die Zahl der masurischen Winterschlacht— nach Angabe einiger österreichischer Berichterstatter— übertreffen. Ueber den Ausgang der Schlacht ist noch nichts mitzuteilen, doch lauten die Berichte, auch die rufsischen, im allgemeinen recht günstig für uns Ganz bedeutend ist auch der Verlust der Russen an Gefangenen und an Kriegsmaterial. In den Märzkämpen verloren sie allein insgesamt 95925 Mann, die den Weg in den deutschen und österreichischen Gefangenenlagern antreten mußten, das sind fast 4 volle Armeekorps. in wohl nicht zu gering geschätzt, wenn man annimmt, rufstsche Heer auein durch die Deutschen ohne Verbündeten— seit Beginn des Krieges an Toten kommt noch die riesige Zahl der Vorwundeten. Der unerschöpflich erscheinende Menschenozeau Rußlands muß durch solche Verluste— wie sie wohl noch niemals ein kriegführendes Volk erlitt— in absehbarer Zeit versiegen. Während wir zum Staunen der Welt immer neue Reserven auf den Kampfplatz werfen, schreit Kitchener nach Munition und Soldaten und Rußland weiß nicht, woher es Geschütze und Munition hernehmen soll. Daß es rund 130 Maschinengewehre im März verlor und 9 Geschütze, ist für die russische Heeresleitung wohl ebenso schmerzlich als der Verlust in Menschenmaterial, das in Hekatomben geopfert wurde. In den Kämpfen um die Dardanellen herrschte in der vergangenen Woche Ruhe. Neue Angriffe wurden nicht versucht, angeblich soll sogar die Aktion gegen die Dardanallan pnsfonnahau fal. b. fain noniigond starkea Landbeer inr Verfilanne wakt(iasa Ollaldung vordiont kaum Glauben zür Verfügung steht. Diese Mewung Orlvienl kunn und ist wohl als ein Bluff anzusehen, durch den die Türken in Sicherheit gewiegt werden sollen. Uebrigens verbessert sich die Lage der Türken mit jedem Tage, da sie sowohl mehr Truppen heranführen, die Befestigungswerke verbessern, ausbessern und erneuern, als auch die für sie so wichtige Munition in ihren neu eingerichteten Fabriken herstellen können. Besonders zu erwähnen ist noch, daß auf allen Kriegsschauplätzen in Deutschland, begünstigt durch das Frühlingswetter, lebhafte Fliegertätigkeit herrschte, selbst in SüdwestAfrika wurden Bomben auf ein englisches Lager geworfen. Auszahlungen bei den franz. Sparkassen die Einzahlungen in der Zeit vom 21. bis 31. 3. um 5 220 690 Franes und in der Zeit vom 1. 1. bis 31. 3. um 41 012 454 Frcs. überstiegen. Ein Neutraler über die Kämpfe in den franz. Vogesen. TU. Zürich, 3. April. Der Kriegsberichterstatter der „Neuen Züricher Zeitung" beschreibt die Fahrt durch das Breuschtal am Dononpaß in den französischen Vogesen. Gegensatz zu den vor einiger Zeit im französischen Tagesbericht gemeldeten Fortschritten bei La Lusse ist es Tatsache, daß die Deutschen auf der ganzen 150 Klm. langen Defensivlinie vom rechten Moselufer bei Arry über die französischen Vom westlichen Kriegsschauplatz. Mitteilung der obersten Erfolgreiche Kämpfe im Priesterwalde. WTB. Großes Hauptquartier, 2. April.(Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Zwischen Maas und Mosel fanden heftige Artilleriekämpfe statt. Die Infanteriekämpfe am und im Priesterwalde wurden fortgesetzt und dauerten die Nacht hindurch an. Westlich des Priesterwaldes brach der französische Angriff in unserem Feuer zusammen. Im Gegenangriff brachten wir dem Coinde schwere Verluste bei und warfen ihn in seine alten Stellungen zurs“. Walde sind die Franzosen noch in zwei Blockhäusern unserer vordersten Stellung. Oestlicher Kriegsschauplatz. Die Lage auf der Ostfront ist unverändert. Oberste Heeresleitung. Erfolgreiches Bombardement im Vsergelände. bb. Berlin, 3. April. Meldungen des„Lokalanzeiger aus belgischer Quelle besagen, daß das deutsche Bombardement in der Gegend von Nieuport die Aserschleusen so schwer beschädigt hat, daß sich das Ueberschwemmungsgebiet weiter ausgedehnt habe und die Operationen dort für die Alliierten mit größeren Schwierigkeiten verknüpft wären. Schwere engl. Verluste. WTB. London, 3. April. Der„Daily Telegraph“ veröffentlicht die britischen Verluste vom 24. Februar bis 26. März. Danach haben die Briten auf allen Kriegsschauplätzen 390 Offiziere und 4496 Mann an Toten verloren. Die Gesamtverluste für diese Zeit betragen an Offizieren 1081 und an Mannschaften 18 794. Die Gesamtverluste der Marine während der letzten Monate belaufen sich, so weit sie veröffentlicht sind, in den Kämpfen im östlichen Mittelmeer auf 220 Mann, wozu noch 182 Mann vom Hilfskreuzer„Bayano“ und 6 Mann vom Minenfischer„Tern“ kommen. Die Gesamtverluste an Offizieren auf dem westlichen Kriegsschauplatze betragen seit dem 10. März 900 Mann. Engl. Soldaten, die nicht zur Front wollen. TU. London, 3. April. Der Manchester Guardian berichtet über einen bisher geheimgehaltenen absonderlichen Vorgang. Danach hat sich das 3. Landesverteidigungsbataillon in Manchester aufgelöst. Die Leute sollten die Verpflichtung eingehen, für die Kämpfe an der Front verwandt zu werden. Auch ein Zeichen des französischen Niederganges. eil. Nach dem Temps haben in diesem Kampfgebiet ausgeschlossen sind. Der Anteil der dortigen Truppen an der gemeinsamen großen Aufgabe des Westheeres ist nicht minder verdienstvoll und dankbar, indem sie in unverdrossener Arbeit und unerschütterlicher Ausdauer die ihnen zugewiesenen Stellungen immer stärker befestigen und verteidigen. Die von den Deutschen besetzten französischen Dörfer haben wenig oder gar nicht gelitten. Die zurückgebliebenen einheimischen Ortsbewohner stehen mit den deutschen Soldaten auf gutem Fuße und in freundschaftlichem Verkehr. Auch ein engl.„Siee“. WTB. London, 3. April.(Reuter meldet aus Kapstadt vom 30. März: Eine amtliche Veröffentlichung bringt Einzelheite über die Eroberung des deutschen Lagers Platbeen. Eine Abteilung der 4. berittenen Brigade unter Oberst Deventer eroberte das Lager. Die Verluste des Feindes betragen 4 Tote, 6 Verwundete und 13 Gefangene. Die Briten hatten 1 Toten und 2 Verwundete. Vom östlichen Kriegsschauplatz. Unsere Flieger im Osten. bb. Stockholm, 3. April. Offiziell wird aus Petersburg gemeldet: In den letzten Tagen zeigten sich die feindlichen Flieger sehr wirksam. Im Ostrolenkaabschnitt warfen 15 feindliche Flugzeuge am 29. März ungefahr 100 Bolnben gegen ein isoliertes Haus, in dem sie das russische Hauptquartier vermuteten. Eine Bombe traf das Gebäude, dessen Bewohner unverletzt blieben. Kriegsgefangene in russischen Industriebetrieben. WB. Petersburg, 3. April. Der Ministerrat hat einen vom Kriegsminister vorgelegten Gesetzentwurf genehmigt, der die Beschäftigung von Kriegsgefangenen in Industriebetrieben betrifft, die für die Regierung oder die Oeffentlichkeit von Wichtigkeit sind. Bedingung ist, daß die Zahl der Kriegsgefangenen nicht 15 Prozent der gesamten Arbeiterschaft des in Frage kommenden Unternehmens übersteigt. Mit einem Dvittel des Lohnes der Gefangenen wird ein besonderes Kapital gebildet werden, das nach dem Kriege zur Begleichung der Kriegsgefangenenrechnung auf der Grundlage der Gegenseitigkeit dienen soll. Die angebl. russischen Verrätereien. bb. Stockholm, 3. April. Zu der berichteten russischen Verräteraffäre, in die höhere russische Gendarmeriebeamte verwickelt sein sollen, meint Nya Dagligt Allehanda, es gar nicht ausgeschlossen, daß die ganze Sache in der Absicht erfunden wurde, um Verhastungen von vermutlich deutsch freundlichen Personen aus der Umgebung des Zaren in großem Maßstabe zu ermöglichen und solche Personen zu entfernen, die man sonst zu arretieren keine Macht hätte. Soiche verwickelten Intriguen seien in Rußlands Geschichte nicht selten. Der österreichische Die Karpathenschlacht. WTB. Wien, 2. April. Amtlich wird verlautbart: In den Ost=Beskiden versuchte der Gegner im Laborczatale während der Nacht mehrere Angriffe, die abgewiesen wurden. Die gewaltigen Schäden der englischen Handelsslotte. 153 699270 Mark Schaden der engl. Handelsflotte. W 3. London, 3. April. In einem Briefe aus Liverpool von Bruce Ismay, der in mehreren Blättern veröffentlicht worden ist, wird der Schaden, der der britischen Handelsflotte von den Deutschen seit August 1914 zugefügt worden ist, bis Anfang März auf 2914571 Pfund Sterling für die Schiffe und 4474817 Pfund Sterling für die Ladungen bezis Von einem U-Boot beschossen. WÖB. London, 2. April. Der Dampfer„City of Cambridge“ aus Glasgow, der in Liverpool eingetroffen ist, begegnete an der Westküste Englands einem deutschen Unterseeboote. Dem Kapitän gelang es dur chgeschicktes Manöverieren, das Unterseeboot vor seinem Bug zu halten. Dadurch wurde es verhindert, daß es ein Torpedo abschoß. Der Dampfer wurde jedoch eine halbe Stunde lang mit Granaten beschossen, Boote und Kajüte zerstört, kein Offizier wurde getroffen. Das Unterseeboot war schließlich genötigt, den Angriff aufzugeben, da es den Wind und die See gegen sich hatte. Steigende Wirkung des U-Boot=Krieges. WB. London, 3. April. Der Marine=Versicherungskorrespondent des Daily Telegraph schreibt: Angesichts der Tatsache, daß seit Montag der Verlust von 6 Dampfern gemeldet worden ist, ist es nicht verwunderlich, daß die Versicherer das Geschäft eingestellt und die Prämien erhöht haben. Diejenigen, die noch versichern, verlangen Prämien, die 30 bis 40 Prozent höher sind, als die in der letzten Woche verlangten. Von einem U-Boot versenkt. WSB. Loudon, 3. April. Der Dampfer Emma aus Le Havre ist gestern auf der Höhe von Beachy Head ohne vorherige Warnung von einem Unterseeboot torpediert worden. Das Schiff sank sofort. Von der Besatzung von 19 Mann sollen 17 ertrunken sein. WT London, 3. April.(Reuter.) 3 britische Fischdamnker wurden heute früh durch ein deutsches Unterseeboot auf de: Höhe von Shields schaften wurden gerettet. WIB. London, 3. April.(Reuter.) Der englische Dampser„Seven Seh=“ wurde auf der Höhe von Beach Head ohne vorher Warnung durch ein deutsches Unterseeboot zum Sinken gebracht. Das Schiff sank innerhalb drei Minuten. Von# achtzehn Mann starken Besatzung sind 11 ertrunken. WTB. Berlin, 8. April. Aus Rotterdam berichtet die„Deutsche Tageozeitun=“, daß Zeppeline, Flugzeuge und * Krieges an Toten 1 TauZboote eifrig in und über dem Nordseekanal kreuzen. ##.###ndtöte: Doon Nach dem„Flearo“ solan derselden Dwoßs artolge zwei neue zum Sinken gebracht. Die Manndeutsche Unterseeboote dabei, die englischen Gewässer unsicher zu machen, und die viel größer wären, als die bisher gesehenen. Infolge des vermehrten Auftretens deutscher Unterseeboote sollen von 45 französischen Schiffahrtsgesellschaften die einen direkten Handel mit Großbritannien unterhalten, 17 Linien ihren Betrieb seit Anfang März bs zu 40 Prozent eingeschränkt haben. TU. Rotterdam, 3. April. Der englische Dampfer „Beelswing“(2202 To.), der am 2. März vom Tyne nach Dieppe abgefahren ist, wird als sehr überfällig angesehen. Wahrscheinlich ist er torpediert worden oder auf eine Mine gestoßen. 2 Schiffe untergegangen. WÖB. London, 3. April. Die Morningpost meldet: Der französische Schoner Madeleine, nach Swansea unterwegs kenterte bei der Einfahrt in den Hafen von Leixoes durch eine Sturmböe. Vier Mann der Besatzung sind gerettet worden, zwei sind ertrunken.— Der Dampfer South Pacific, von Glasgow nach Newyork unterwegs, ist Dienstag nacht bei der Insel Arrau mit einem unbekannten Schiff zusammengestoßen. Die Besatzung wurde gerettet. WTB. Amsterdam, 3. April. Wie die Blätter melden, kam der norwegische Dampfer„Unita“ gestern früh mit 11 Mann einer gestern in der Nordsee torpedierten norwegischen Bark in Hoot van Holland an. Schärfere Mittel. WÖB. Berlin, 3. April. Die verhetzende Behauptung der englischen und neutralen Presse, daß anläßlich der Versenkung der Fallaba die Besatzung des deutschen U-Bootes den Todeskampf der Fahrgäste belacht und trotz gegebener Möglichkeit keine Hilfe geleistet habe, beruht auf schamloser Lüge. Englands Vorgehen, durch Handelsschiffe U-Boote angreifen zu lassen und Prämien für erfolgreichen Angriff auszusetzen, zwingt die Unterseeboote zu schnellem Handeln. Vernichtung von Menschenleben ist jetzt schwere Pflicht der U. Bootsbesatzungen, die, wie England selbst bisher anerkannt hat, bisher mit größter Menschlichkeit und Milde vorgegangen sind. Die veränderte Stellungnahme Englands entspricht dem Schreck darüber, daß der Untergang der Fallado das Aufhören der Sicherheit des Passagierverkehrs bewetst und der U-Bootkrieg dadurch einschneidender in das Wirtschafteleden eingreift. Amc#a erkennt die papierene Blockade nicht an. TU. Sera meldet aus Newyork den Abgang einer neuen zur Ungarns 14* 2 2 Zwischen dem Lupkower Sattel und dem Uzsoker Passe dauern die Kämpfe um die zahlreichen Höhenstellungen fort. An der Front in Süd=Ost=Galizien keine besonderen Ereignisse. Inowlodz, an der Plliea, in Russisch=Polen, griffen stärter: russische Kräfte in den Morgenstunden die Stellungen unserer Truppen an. Bis an die Hinderungszone herangekommen, wurden sie unter empfindlichen Verlusten zurückgeschlagen. Auf dem südlichen Kriegsschauplatze keine Veränderung. Die am 31. kärz nachmittags erfolgte Beschießung der offenen Stadt Orsova wurde durch ein Bombardement Belgrads beantwortet.„„ TU. Berlin, 3. April. Der Kriegsberichterstatter der „Berliner Morgenpost“, Lennhoff, meldet aus dem k. u. k. Kriegspressequartier: Nach wie vor hält der gewaltige Kampf im Zentrum und an der Karpathenfront an, während in der Gegend westlich des Uszoker und westlich des Lupkower Passes relativ Ruhe herrscht. Offenbar streben die Russen mit Einsetzung stets neuer Verstärkungen den Besitz des Hauptkammes an, der ihnen durch die am 25. Januar begonnene Offenzive unserer Truppen entrissen wurde. Bevor sie aber dieses erreichen, müssen sie sich der Stellungen bemächtigen, die wir auf den nördlichen Abfall des Gebirges bereits auf galizischem Boden in hartnäckigem Kampfe gewonnen haben. Um diese Stellungen geht nun das heiße Ringen, dessen Dauer sich bei den in Frage stehenden Schwierigkeiten des Geländes auch nicht annähernd abschätzen läßt. TU. Pest, 3. April. Aus dem Kriegspressequartier wird gemeldet: Die großen Kämpfe konzentrieren sich auf die Karpathenfront und auf das Zentrum. Die Front erstreckt sich aus der Gegend westlich des Lupkower Passes bis zum Uzsoter Paß und erstreckt sich auf diesen Paß selbst. Es gelang uns bisher, stets die schweren Angriffe des Feindes zurückzuweisen. Die Kämpfe im Zentrum sind noch nicht entschieden. Es ist schwer, den Ausgang vorauszusagen. In der Umgegend von Dukla hat der Artilleriekampf etwas nachgelassen. Die Haltung unserer Truppen ist über jedes Lob erhaben, und diesem Heldentum ist es auch zu verdanken, daß die Russen, obwohl sie sortwährend Verstärkungen erhalten, un sere Front nicht durchbrechen können. Alle Anzeichen deuten darauf hin, daß der Entscheidungskampf uns den Sieg brinWTB.Wien, 3. April. Nach übereinstimmenden Meldungen der Kriegsberichterstatter der Blätter dauern die Kämpfe zwischen Lupkow und Uszot mit unverminderter Seftigkeit fort. Obmohl die Russen immer wieder große Verstärkungen heranziehen, vermochten sie bisher keinen Ersoig azu erzielen. Nach Aussagen von Gefangenen machten sich pflegungsschwierigkeiten geltend, so daß Truppenteile Tage nichts zu essen bekommen haben. 1 Christiania, 3. April. Nach einer Meldung aus Petersburg haben feindliche Truppen aus Czernowitz erfolgreiche Vorstöße über die Grenze gemacht und Chotin beinahe erreicht. Unsere Truppen ziehen sich vorläufig zurnck, wollen sich aber bald wieder auf den Feind werfen. Der Angriff auf die Karpathen ist in erfolgreicher Entwickelung. Deutsche Flieger entfalten auf der ganzen Karpathenfront rege Wirksamkeit. Bei Ostrolenka machen wir eine teilweise zurückgehende Bewegung. Eine neue Offensive wird aber bald beginnen. I nder Gegend von Czernowitz sind jetz frische Truppen angelangt. Die österreichischen Truppen in Russisch=Bessarabien. bb. Wien, 3. April. Dem rumänischen Blatte Dimineatza wird aus Molnica in Bessarabien gemeldet: Der Geschützdonner und das Knattern der Maschinengewehre ist bis hierher zu hören. Aus vollkommen verläßlicher Quelle wird berichtet, daß die russischen Truppen den Befehl haben, sich auf das Gebiet Bessarabiens zurückzuziehen. Ein Teil ihrer Verluste wird angeblich durch Kräfte, die bei Przemysl frei geworden sind, ersetzt werden. An der Grenze erzählte ein russischer Unteroffizier, daß in den am 2. März stattgehabten Kämpfen ein ganzes russisches Bataillon vernichtet wurde und mehr als 1000 Mann in Gefangenschaft gerieten. WTB.Wien, 3. April.(Amtlich.) An der Ostfront in den Ostbeskiben herrscht im allgemeinen Ruhe, da alle russi schen Angeiffe in den letzten Tagen blutig abgewiesen wurden. In den sich östlich anschließenden Abschnitten der Karpathenfront, wo starke russische Kräfte angreifen, wird gekämpft. An der Reichsgrenze zwischen dem Pruth und dem Dnjester schlugen unsere Truppen einen überlegenen der Russen in zehn bis fünfzehn Reihen hintereinander ab. Der Feind griff tagsüber an mehreren Stellen der Schlachtfront an. Bis zum Abend währte der Kampf. Unter schweren Verlusten wurde der Gegner überall zum Rückzug gezwungen und wich namentlich vor dem südlichen Abschnitt fluchtartig zurück. In Polen und Westgalizien keine Veränderung. Ein Nachtangriff der Russen an der unteren Nida scheiterte in wirkungsvollstem Feuer der eigenen Stellungen. Oesterreichische Flieger über Cetinje. WTB. Paris, 3. April. Das Generalkonsulat Montenegros teilt mit: Oesterreichische Flugzeuge überfliegen fortgesetzt Cetinje und werfen Bomben ab. Gestern um Mitter nacht warf ein feindlicher Flieger sieben mitten in der Stadt in der Nähe des kronprinzlichen P. niederfielen, vier Personen, darunter eine schwer, verletzten und mehrere Häuser beschädigten. Die ehrenvollen Bedingungen der Uebergabe von Przemygl. bb werlin, 3. April. Die französische Presse veroffentlicht die Bedingungen, die der tapferen Besatzung der Festung von Przemysl von den Russen zugestanden wurde: Abzug mit militärischen Ehren, gute Bohandlung, keine Verschickung nach Sibirien, keine Verschickung nach Konzentrationslagern, die Gefangenen werden auf Parole in den Orten, dee ihnen zu mAufenthalt angewiesen werden, frei gelassen, Erlaubnis, die Schwerverwundeten und die Leichen der Gefallenen fortzutuagen, freier Abzug der noch etwa 17000 Personen betragenden Zivilbevolterung. Der drohende Krieg im fernen Osten. Unheilvolle Wendung der chinesisch=japan. Verhandlungen. TU. Kopenhagen, 3. April. Daily Telegraph meldet aus Peking: Von der 16. Konferenz ab hätten die chinesischjapanischen Verhandlungen eine unheilvolle Wendung genommen. Ein japanischer Vorstoß auf der Linie Puku=Tiensin und von der Mukden=Peking=Bahn aus werde in den nächsten Tagen erwartet. Die chinesischen Truppen seien in gutem Zustande und schlagfertig. Im ganzen seien über 250 000 Mann chinesischer Truppen für die Linie Peking=Mukden verwendungebereit. Japans Truppen in China. WTB. Basel, 3. Aril. Nach einer Privatmeldung aus Petersburg in die 17. japanische Division zur Mandschurei geschickt worden. Die früheren Garnisonen verbleiben vorläufig noch dort bis zur Erledigung des chinesisch=japanischen Konfliktes. Für die ständige Verteidigung Tsingtaus wird eine Garnison aus der 10. und 14. Brigade, sowie einem gemischten Regiment formiert. Die bereits dort weilenden bleiben bis zum Friedensschluß Bismarckfeier in Berlin— Goldene Kaiserworte TU werlin. 2. April. Auf dem prächtigen Königsfand gestern mittag am Denkmal des großen Kanzlers ##### Zur Bismarckfeier in Berlin. .Reichskanzler v. Bethmann-Hollweg, 2.fürst Otto v.Bismarch Reichstagspräs. Un Kaempf: 1876 die erbliche Mitgliedschaft des Preußischen Herrenhauses verbunden ist, vererbt sich in gerader Linie auf den ältesten Sohn. Gegenwärtig trägt ihn der älteste Sohn des 1904 storbenen Fürsten Herbert von Bismarck, Otto Christian Archibald von Bismarck, der am 25. September 1897 in Schönhausen geboren. Er besitzt noch zwei jüngere Brüder und zwei ältere Schwestern, die älteste, Gräfin Hannah, hat vor kurzem vermählt.) 422# Telegrammwechsel zwischen Kaiser und Reichskanzler. WTB. Berlin, 3. April.(Amtlich.) Der Reichskanzler von Bethmann Hollweg hat über den Verlauf der Bismarckgedenkfeier Seiner Majestät dem Kaiser und König telegraphisch gestern wie folgt berichtet: Eurer Majestät melde ich ehrfurchtsvoll, daß die Bismarckgedenkfeier heute bei strahlendem Sonnenschein erhebend verlaufen ist. Der Entel Eurer Majestät wurde, als er den Kranz am Denkmal niederlegte, vom Publikum begrußt. Nach einem kurzen, von mir gesprochenen Gedenkwort brachte der Reichstagspräsident ein Hoch auf Eure Majestät aus, in das die den weiten Platz füllende Volksmenge begeistert einstimmte. Die Feier schloß mit dem gemeinsamen Gesang des Liedes„Deutschland, Deutschland über alles“. Sie entsprach in ihre. Form dem Ernst der Zeit und brachte zum Ausdruck, daß das deutsche Volk fest entschlossen ist, das Erbe seines Heldentaisers und seines eisernen Kanzlers bis zum letzten Atemzuge zu wahren.“ Darauf ist von Seiner Majestät folgende Antwort eingegangen: Großes Hauptquartier, 1. Koril. Ihre Meldung von dem erhebenden Verlauf der heutigen Bismarckfeier hat mich hoch erfreut. Gern hätte ich an der Huldigung für den großen Kanzler an seinem 100. Gehurts: tage persönlich teilgenommen und an den Standbildes inmitten der Vertreter des Deutschen Reiches und Volkes ein Zeichen dankbarer Verehrung für den Mann niedergelegt, der uns als eine Verkörperung deutscher Kraft und deutschen Willens in dieser ernsten Zeit besonders teuer ist. aber noch gilt es für mich wie für da. waffentragende deutsche Volk, im Felde auszuharren im heißen Kampfe um des Reiches Macht— nach außen— zu schützen und zu stärken. Daß uns dies gelingen wird, dafür bürgt nächst Gottes Gnade der uns alle beseelende einmütige Wille zum Siege und das durch die Tat erprobte Gelöbnis:„jedes Opfer für das Vaterland". Der Geist der Eintracht aber, der unser Volk daheim und auf den Kriegsschauplätzen über alles nende sieghaft erhoben hat, er wird— das hoffe ich zuver sichtlich— den Waffenlärm überdauern und nach glücklich erPraß füne Heseer...g„„„„„„ die offizielle Gedenkfeier anläßlich des 100. Geburtstages Bismarcks statt. Reicher gärtnerischer Schmuck zierte die Westfront des Reichstagsgebäudes, die nähere Umgebung und das Denkmal. Die in den deutschen Farben gehaltenen Tribünen, die den engeren Platz umsäumten, waren dicht besetzt. Tausende und Abertausende standen aber in der weiteren Umgebung, um gleichfalls Zeuge des würdigen Gedächinisalies zu sein. Während sich schon von 11 Uhr ab die Festteilnehmer eingefunden hatten, versammelten sich im Innern des Reichstages die Spitzen der Behörden. Um Punkt 12 Uhr begaben sich die dort Versammelten, an ihrer Spitze der Reichskanzler und der Reichstagspräsident Dr. Kaempf, die große Freitreppe des Reichstagsgebäudes hinab zum Denkmal, während der Berliner Sängerbund mehrere vaterländische Lieder anstimmte. Am Denkmal hatten inzwischen auch eine Ehrenkompagnie, sowie Abordnungen der Studentenschaft und zahlreiche Korporationen mit ihren Bannern Aufstellung genommen, was dem ganzen Bilde etwas Stimmungsvolles gab. Bald darauf fuhr auch in Begleitung des Oberbefehlshabers in den Marken, von Kessel, Prinz Wilhelm vor, der älteste Sohn des Kronprinzen, der damit seine erste offizielle Mission erfüllte. Auch Fürst Otto v. Bismarck, der jugendliche Enkel des Altreichskanzlers, nahm an der Feier teil. Reichskanzler von Bethmann=Hollweg und Präsident Kaempf begrüßten den jugendlichen Prinzen, worauf der eigentliche Festakt seinen Anfang nahm. von Bethmann Hollweg trat vor und hielt folgende Ansprache:„Was Bismarck geschaffen, kein Deutscher läßt es sich rauben. Feinde umstehen das Reich; wir werden sie schlagen. Er hat uns gelehrt: Furcht nur vor Gott! Stark gegen den Feind! Glauben an unser Volk! So werden für Kaiser und Reich wir kämpfen, siegen und leben.“ Im Auftrage des Bundesrats legte der Kanzler einen prächtigen Kranz am Denkmal nieder. Der Kranz, der für den Kaiser niedergelegt wurde, trug auf weißer Schleife die Worte:„Dem eisernen Kanzler in eiserner — Der Reichstagspräsident brachte unter Präsentieren der Gewehre der Ehrenkompagnie ein Hoch auf den Keiser aus und legte den Kranz des Reichstages nieder, worauf die Versammelten unter Begleitung der Militärmusik„Heil dir im Siegerkranz“ sangen. Es folgten nun ergreifend klingende Gesänge von 2000 Schulkindern, währenddessen zahlreiche Abordnungen am Denkmal Kränze niederlegten. Der allgemeine Gesang des Liedes„Deutschland, Deutschland über alles" und Lieder eines Knabenchores beendeten die eindrucksvolle Feier. WÖB. Berlin, 2. April. Die Kaiserin empfing gestern nachmittag den Fürsten Bismarck in Audienz.(Der dem Altreichskanzler am 21. März 1871 vom Kaiser Wilhelm 1. verliehene preußische Fürstentitel, mit dem seit dem 1. Juli Japan und das englische Bündnis! WTB. Haag, 3. April. Das„Vaderland“ gibt japanische Pressestimmen wieder. Tokutomi, der Chefredakteur des Blattes„Kokuminschimbun“, Mitglied des Oberhauses, kritisiert in seinem Blatte das englische Bündnis scharf. Er will dessen Zukunft nicht gerade als pessimistisch ansehen, meint aber, daß es nicht mehr als leitendes Prinzip Japans auswärtiger Politik gelten könne, sondern hierfür zu einseitig sei. Da in England so wenig Begeisterung für das Bündnis sei, wäre es für Japan gefährlich, zu sehr darauf zu vertrauen. Im gegenwärtigen Kriege sei Japan, betont Tokutomi, ein sehr wertvoller Bundesgenosse für die Entente. England strebe jetzt danach, das Bündnis wieder wärmer zu gestalten, aber worauf es ankomme, sei, ob das Bündnis auch nach dem Kriege in der jetzigen Form bestehe. Ferner wirft Tokutomi die Frage auf, welche Haltung England in einem Streite Japans mit Nord=Amerika einnehmen werde. Schon bei der letzten Erneuerung des Bündnisses schien es, daß England geneigt sei, Japan den Amerikanern zu opfern. Jedenfalls werde das Bündnis in einem solchen Streitfalle für Japan wenig Wert haben. In den chinesischen Angelegenheiten sei England vielfach Konkurrent, wenn nicht Gegner Japans. Der Konkurrent verwandle sich leicht in einen Feind. Engländer Chinas zeigten schon früher und auch jetzt ihre Abneigung gegen Japan und die Japaner. Daher sei ein engl.= japanisches Zusammenwirken bei der Lösung der chinesischen Frage praktisch unmöglich. Schließlich müsse Japan sich fragen, welche Haltung England nach dem Friedensschlusse in der Welt einnehmen werde. Tokutomi will nicht gerade sagen, daß England unzuverlässig sei, aber er weist auf den britischen Egoismus hin, der sich schon früher zeigte, ehe England sich in den Krieg einmischte. Man müsse sich daher die Frage vorlegen, wie England, ausschließlich an die eigenen Interessen denkend, Japans Interessen schützen werde. Das eine Mal fehle es England an der Macht, Japan beizustehen, ein anderes Mal fehle ihm der Wille und wieder ein anderes Mal beides. Innern— segensreich befruchten und fördern. Dann wiro uns als Siegespreis ein nationales Leben erblühen, in dem sich deutsches Volkstum frei und stark entfalten kann, wird der stolze Bau gekrönt, zu dem Bismarck einst den Grund gelegt. Wilhelm 1. Recklinghausen, 8. April. Das Schöf urteilte die Frau eines einberufenen Land Schweine mit Roggenschrot gefüttert hatte, zu Minner. 3. April. Der Landtagsob## Siue ui! M.Gladbach, 3. Aprilk. Der Mehlhändler Goer aus Nieder=Krichten hat der Bundesratsbestimmung zuwider im März 23 Zentner Mehl zu viel verkauft. Die mer verurteilte ihn zu 1000 MA Geldstrafe.— In der## gebrannten Papierfabrik von Hahn fand verkohlte Leiche des 62jährigen Arbeiters Schnock. Schnock der noch nach Ausbruch des Brandes gesehen, wurde, schein in die Fabrik zurückgekehrt zu sein, um seine Kleider zu, holeg Mörs, 3. April. Vor dem Schöffengericht Landmin unter der Anklage, mahlfähigen Roggen genmehl, das zur Brotbereitung geeignet war, verfüttert zi haben. Die Beschuldigten wurden zu Geldstrafen von 104 bis 1050 Mk. verurteilt. Das australische Oberhaus verweigert weitere Rüstungskredite Tll. Genf. 3. April. New=York Melbourne: Infolge Widerspruches des hauses zog die Regierung die eingebrachte Vorlage eines abermaligen Rüstungskredits von 210 Millionen Schilling zuru Aufstand in Nordindien. WÖB. Simla, 3. April. Ein amtliches vom 30. März besagt: Ein auf zehntausend Mann Heerhaufe von Eingeborenen, wesentlich aus Leuten des Stammes Zadran bestehend, sammelte sich kürzlich in der Absicht, Tochi bei Miransha anzugreifen. Zwei Kavallerie und eine Gebirgsbatterie, sowie zwei nen=Regimenter mit Miliz aus Nord=Baltistan griffen der Feind am 26. März morgens an. Der Feind verlor weise 200 Tote und 300 Verwundete. Der Feind wurde über die administrative Grenze des indischen Reiches zurückgetrie ben. Ein Aufklärungszug, der am 27. März unternommer wurde, ergab keine Spur von Marodeuren. Tü. nonnantinop:!, 3. April. Kaiser Franz Jose verlich Enver Pascha sowie dem Admiral von Usedom=Paschden Militärverdienstorden 1. Klasse, ferner dem Kommandan ten der Dardanellen. Admiral von Merten=Pascho den ##rverdienstorden 3 Klasse aus.. rtbioune###— Gott dem Allmächtigen hat es in seinem unerforschlichen Ratschlusse gefallen, gestern nacht 12½ Uhr unsern guten Vater, Schwiegervater und Onkel, den Herrn Julius Bühling Die Verlobung ihrer Tochter Else 8 mit Herrn Max Herkendell, Leutnant der ∆ Reserve im Infanterie-Regiment Grat 8 Tauentzien von Wittenberg,(z. BrandenR burgischen) Nr. 20, beehren sich anzuzeigen Bad Lauterberg i. Harz, Ostern 1015. Heinrich Rat mann und Frau Johanne geb. Wiemann. Else Rathmann Max Herkendell Verlobte. Bad Lauterberg i. Harz Berlin N. W. 6 zur Zeit Wittenber g(Bez. Halle) Hotel Goldn er Adler Ostern 1915. 6 * : Ssc pg. Ein ordentlicher Knabe mit * Statt jeder besonderen Anzeige. guten Schulkenninissen als nach längerem schweren, mit grosser Geduld ertragenem Leiden im Alter von 72 Jahren, zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Um stille Teilnahme bitten für die trauernden Hinterbliebenen: Architekt Ludwig Schaefer und Frau v. d. Reckestr. 20. Gelsenkirchen, Strassburg i. E., Saarbrücken, Essen und Magdeburg, den 2. April 1915. Die Beerdigung findet am Ostermontag nachmittag 3 Uhr vom evgl. e in Gels senkirchen statt(Eingang Munkelstr.) Die Verlobung meiner Schwester Ellen mit Herrn Georg von Oerdingen. Leutnant d. R. im KürassierRegiment von Driesen(Westfälisches) Nr. 4 abkomm. zum Füsilier-Regt. Nr. 73 beehre ich mich anzuzeigen. Karl Kalthoff. Bonn. Ostern 1015. Evangelische Gottesdienst-Uronung. Sonntag, den 4. Apri 1915.(Ostern.) Schalke. FRIFDENSKIRCHE: 8 Uhr P. Barler. P. Daber. 2 Uhr Kinderfestgottesdienet P.Daber.— KREUZ rrnenn. 0 45 IIhr P. Barlen. ler Kirdertestgottesdlenst in Kreuskirche fällt aus.— 2. Ostertag. Friedensbircle: 9 Uhr P. Daber. 9.45 Uhr. P. Barlen.— Krenzkirche: 9.45 Uhr P. Daber He#sler. 7 Uhr liturg Gettesdienst. P Mittorp 9.30 Uhr P. Emde.— Ostermontag. 9,30 Uhr Missionat Mris. 10.45 Uhr Taufen.— Mittwoch 8 Uhr Kriegsandacht. Alle Amtshandlungen sind bei Pastor Mittory anzumelden. Birmarck. 8 Uhr P. Müller. 9.45 Uhr P. Schumacher. 10 Uhr ma. Gettesdienst in der Bleckkirche, P. Müller.— 2. Oster 2 Uhr P Di. Schmidt. 9.45 Uhr P. Peter. 10.45 Uhr Kirchentaufen Paster Peter. 11 Uhr Kindergottesdienst. P. Peter. Amtswoche P. Schumacher. Waterloostrasse 42, FernSprecher 19 9..... Bismarckhain. Sonntag, den 4. und Montag, den 5. April: Konzert. — Dortmunder Kronenbier, 8 fl. Kaffee und diverse Torten. Franz Honse. Studttheuter Essen Wochen spielplan. Meine Verlobung mit Fräulein Ellen Kalthoff, Tochter des verstorbenen Fabrikanten Herrn Fritz Kalthoff und seiner ebenfalls verstorbenen Frau Gemahlin Emma, geb. Fischel, beehre ich mich anzuzeigen. Georg von Oerdingen, z. Zt. im Felde. Gelsenkirchen. Lehrling gesucht. Buchdruckerei der Schalker Zeitung. Schön möbl. Zimmer im bes. Hause zu vermieten. Zu erfr. Grillostr. 44. Sonntag, den 4. April. nachmittags 3½ Uhr: Großstadiluft, Für die Ivielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden meiner lieben Gattin und unserer## Schwountn " 80•. Arten T0n. a#Mtione * thal und Kadelburg.— Abends 7½ Uhr: Die Fledermans Overette in 8 Akten von Strauß Montag, den 5. April, nachmiltags 3½ Uhr: Alt-Heide bera Schauspiel in 5 Aufzügen von Meyer=Förster.— Abends 7½ Uhr: Tannhäuser und der Zängerkrie= auf Wartburg von Richard Wagner. Dienstag, den 6. April, abends 7½ Uhr: Mignon, Oper in 3 Akt. von Thomas. Mittwoch, den 7. April, abends 7½ Uhr: Großstadiluft. Lustspiel in 4 Akten von Blumenthal und Kadelburg. Donnerstag, den 8. Upril, abends 71, Uhr: König für einen Tag Romantisch komische Oper in 3 Akten von Adolf Adam. Freitag, den 9. April, abends 7½ Uhr: Die Fledermaus, Operette in 3 Akten von Strauß, Samstag, den 10. April, abends 7½ Uhr: Colbera. Historisches Schauspiel in 5 Aufzügen von Paul Heyse. guten unvergeßslichen Mutter, sowie für die überaus zahlreiche Beteiligung an der Beerdigung und für die „„„„„„„„ bincdusroh allen ins urr—.— un Werien Ptaltggrigen Nrech un ur besondere den Mitgliedern des Mütter-Vereins unsern un 1 s S.. innigsten Gelsenkirchen, den I April 1915. Familie Heinrich Nolte. gebrauchen Siehlgegen Bahnhofshotel Gelsenkirchen. ##c. Heiserkeit Fura. Katarrh, schmer## zenden Hals, husten, sowie als Vorbeugung gegen Grtallnngen, daher hochwillkommen jedem Krieger! 10A1111 vos. begl. Zeugnisse v. Aerzten Privaten verbürgen den Knabeninstitut Spielwigse bei Lüdenscheid.— Gegründet 1850. Walderziehungsheim. Sehnelle u. sich Vorbereitung für die ob. Kl. höherer Schulen; gewissenhafte Beaufsichtigung, beste körperl. Pflege. Ohne Einschränkung in der Kriegszeit Pensionspreis mässig. Prospekt frei. 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Zur Zeit der Flut steigt das Wasser in diesen Kanälen hoch empor; im Winter überschwemmt es sogar die ganze Landschaft und monatelang ragen nur die hochliegenden Gehöfte aus dem grauen Wattenmeer hervor. Nur ein kundiger Schisser findet sich in diesem Netze von Kanälen zurecht. Berendt Prigge kannte hier jeden noch so kleinen Wasserlauf und aufatmend sagte er: Jetzt sind wir geborgen! Hierher können sie uns selbst mit einem Boote nicht folgen. Jetzt legt Euch aber ordentlich in die Riemen, daß wir vor Tagesanbruch die See erreichen. Schweigend soßen die Männer da und bewegten im gleichmäßigen Takt die Riemen, während der Wind in dem breiten Segel rauschte und das Wasser gurgelnd an dem Kiel des Schweigend saß auch Gesine da, die ernsten Augen sinnend auf den schmalen, lichtgrauen Streifen gerichtet, der im Osten sich am dunklen Horizont hinzog und langsam emvorzusteigen schien an dem düsteren Nachthimmel. Heller und heller ward es. Die Stimmen der Vögel erwachten. Die Rohrdommel ließ thren klagenden Ruf in dem dichten Schilf ertönen; die Kiebitze stießen ihren schrillen Ruf aus und die Möven schwangen sich aufkreischend in die Luft und schossen dem nahen Meere zu. Und als die Sonne strahlend über den Hörizont auftauchte, da breitete sich vor den Augen der Geretteten das Meer aus, wogend und wallend, schwimmend im dunklen Grün, endlos und unabsehbar 6. Kapitel. * Lautlos, wie zwei gespenstische Schatten der Nacht, sishen Karl Abrendt und Kapitän von Helmholtzdurch die Heide. Karl wählte einen schialen Fußpfad, welcher in das sogenannte Teitfelsmoor führte, ein trügerisch mit grunem Rasen überdecktes Sumpfland, in dem nur hier und da herporragende, schwarzgrüne Kiefern und Ginsterbüsche die Stellen verrieten, wo man festen Fuß fassen konnte. Wer in dieses Moor geriet, und nicht ganz genau den schmalen, festen Fußsteig kannte, war rettungslos verloren; nach wenigen Schritten schon versank er in die schlammige Tiefe, die ihr Opfer mit zähen Armen festhielt und in ein feuchtes, ekles Grab herabzog. Hier hatte vor vielen Jahrhunderten ein Heer steier Bauern die Schar der gewappneten Ritter, die die Bauern zu unfreien Knechten machen wollten, geschlagen, in den Sumpf getrieben und ihm ein unrühmliches Ende bereitet. „Wenn wir das Teufelsmoor erreichen, sind wir gerettet, flüsterte Karl dem Kapitän zu,„denn in das Teufelsmoor kann kein Reiter eindringen, selbst für Fußgänger ist es gefährlich. „Vorwärts! Ich habe keine Furcht— und entkommen müssen wir den Dragonern— ich trage wichtige Briefe fur den Herzog bei mir.“ Und weiter hasteten sie durch die finstere Heide, die jetzt allerdings durch den Mond schwach erhellt wurde, der von Zeit zu Zeit die dunklen Wolken durchbrach. Nach einer Weile standen sie still, um Atem zu schöpfen. Plötzlich horchte der Kapitän in die Nacht hinaus. Ein dumpfes, stampfendes Geräusch war vernehmbar. „Das sind galoppierende Pferde," flüsterte der Offizier. „Jetzt höre ich auch schon das Klirren der gegen die Steigbügel schlagenden Säbel, wir werden verfolgt, es sind die Dragoner!" L 6 Wenn wir das Teufelsmoor erreichen, hat's reine Ge fahr,“ meinte lachend Karl.„Dort sind wir so sicher, wie in einer Festung.“ „Rasch, vorwärts denn!" Und weiter ging die Flucht! Aber der Schall der galopvierenden Pferde ward immer deutlicher vernehmbar; die Reiter kamen näher und näher; man unterschied bereits oas Aufblitzen ihrer Säbel und blanken Helme, wenn ein Mondenstrahl sie traf, und jetzt tauchten die Gestalten der Dragoner kaum hundert Schritt entfernt von den beiden Flüchtlingen aus den Schatten der Nacht auf. Der Mond schien hell auf die Ebene hernieder, deutlich konnte man die Umrisse jedes Gegenstandes erkennen, namentlich wenn sich dieser vor dem Monde befand, so daß sich sein Schattenriß scharf gegen den lichten Hintergrund abhob. In diesem Falle befanden sich der Kapitähi und Karl. Ein lautes triumphierendes Hurra der Dragoner bewies, daß diese die Flüchtlinge bemerkt hatten. „Nieder in das Heidekraut!" flüsterte Karl dem Kapitän zu, ihn mit kräftiger Hand zur Erde reißend und sich selbst niederwerfend, so daß sie im nächsten Augenblick der Sicht der Verfolger entzogen waren. „Wir haben kaum noch fünfzig Schritt bis zum Teufelsmoor," fuhr Karl fort.„Dort das Erlengebüsch bezeichnet den Aufang. Wir müssen versuchen, auf den Händen und Knien rutschend das Gebüsch zu erreichen. Hierher, Herr Kapitän, nicht mehr den Weg verfolgen.“ In das dichte Heidekraut und den hohen Ginster hinein krochen die beiden.. Die Dornen und spitzen Steine zerrissen ihnen die Hände. Gesicht sund Knie, aber sie schienen ihren Verfolgern vorerst entkommen zu sein, denn sie hörten, wie diese sich trennten, um nach verschiedenen Richtungen die Heide zu durchstreifen. Dabei mußten die Reiter vorsichtig sein, denn Weg und Steg gab es in der Heide nicht und leicht konnte ein Fehltritt des Pferdes dieses und den Reiter zum Sturz bringen. Vertiefungen, sumpfige und untergrabeue Stellen, in denen selbst der Fuß eines Menschen versank und die einem Pferde gefährlich werden konnten, gab es genug in der Heide. So schöpfte denn Karl neue Hoffnung, daß sie den Rand des Teufelsmoors eher als die Reiter erreichen würden. Da erhob sich auch schon das Erlengebüsch dicht vor ihnen. Mit einem„Gott sei Dank! Wir sind gerettei!“ sprang Karl empor, um sich in das Gebüsch zu werfen, als er erschreckt zurücktaumelte, denn neben dem Gebüsch hielt ein Dragoner, welcher ihm die Pistole entgegenstreckte und rief; „Halt— oder ich gebe Feuer!“ Karl wollte sich wieder in das Heldekrant werfen, als er plötzlich den Kapitän neben sich stehen sah, der ihn mit festem Griff zurückhielt. Mit der rechten Hand zog der Kapitän blitzschnell eine Pistole aus der Brusttasche seines schwarzen Rockes und ehe der Franzose oder Karl zur Besinnung kommen konnten, krachte sein Schuß. Der Franzose stieß einen Fluch aus— sein Pferd bäumte sich hoch empor, vergebens suchte es der Reiter niederzuzwingen, er vermochte sich kanmt in dem Sattel zu halten, abermals stieg das Pferd empor, um sich dann nach rückwärts zu überschlagen und den Reiter unter sich begrabend. 210,20