O Gelsenkirchener Zeitung. Bezugspreis durch Boten zugestellt oder durch die Post bezogen für die Woche vom 19. bis 25. November 350 Milliarden Mk.— Einzel=Nummer 70 Milliarden Mk. Erscheint täglich, außer an Sonn= und Festtagen. Gratis=Beilagen: „Heisenklrchener Sonntags=Zeitung, um Herdseuer“ und„Sporteihrtrablatt“ Telegramm=Adresse: Gelsenkirchener Zeitung.— Postscheck=Konto Essen Nr. 131 46. Geschäftsstelle: Gelsenkirchen, Ahstraße 87, geöffnet von morgens 8—1 Uhr, 2—6 Uhr abends. Fernsprech=Anschluß: Amt Gelsenkirchen Nr. 124 und 123. Verlag und Rotationsdruck von Chr. Münstermann in Gelsenkirchen. X8 Anzeigenpreis für 1 mm Raumhöhe(27 mm breit) vom 23. November ab: Grundpreise: Ortsanzeigen 30. kleine Anzeigen nicht geschäftlicher Art und auswärtige Anzeigen 60, Reklamen(80 mmn dreit) 250. Schlüsselzahl 1 Grundpreis mal Schlüfselzahl ergibt den Anzeigenpreis. Besondere Mitteilung bei Renderung der Anzeigenpreise erfolgt auch bei lausenden Roschlüssen nicht. Bei nicht sofortiger Zahlung der Anzeige wis tu: des jedeomalige Vorzeigen der gulttierten Rechnung eine von d Lis. des Rechnungsbettages erhoben. Ur Lufnahnen an bestimmten Tagen und Plezen, sowie für Auftrüge mittels Hernsprecher wird keine Gemi Drucksehler keine Haftung übernommen. Ciwadzer Radatt gilt als Kassaradatt und konn verweiger wenn Zahlung nicht dinnen acht Tagen nach Erhalt der Nechnung erfolgt. Im Falle 20 böderer Gewalt, Auespertung, Botriadostrung, Erschelaungapervot hak der Bezieher keinen Anspruch auf Lieserung der Zein wird beine Gewähr und werden. —. Streit. Zeitung oder Nr. 265(Erstes Blatt) Samstag, den 24. Novemben 1923 59. Jahrgang. Der Sturz der Regierung Stresemann. des Vertrauens durch den Reichstag mit 230 gegen 155 Stimmen.— Demission des Reichskabinetts. Wiederaufnahme der deutsch=franzssischen Wirtschaftsverhanölungen. Das Vertrauensvotum abgelehnt. 155 Stimmen für, 230 Stimmen gegen das Vertrauen. □ Beelin, 23. Nov.(Telegr.) Das Abstimmungsergebnis im Reichstage ist folgendes: Von 392 abgegebenen Stimmen waren 155 für ja und 230 für nein, 7 Abgeordnete hatten sich der Stimme enthalten. Das Vertrauensvotum ist allo abgelehnt. Die — gethtronensenteöe, Ird bemit erlebtet. Das Abstimmungsergebnis wurde vom ganzen Hause Rillschweigend entgegengenommen. Der Reichokauzler und die Reichsminister verließen sofort den Saal. Der Rücktritt des Kabinetts. * Berlin, 23. Nov.(Telegr.) Nach der Abstimmung im Reichstage hat der Reichskanzler Dr. Stresemann eine kurze Ministerbesprechung abgebalten. Darauf hatte er eine kurze Besprechung mit den führenden Vertretern der in= und ausländischen Presse, von denen er sich bei dieser Gelegenheit verabschiedete. Hierauf begab sich der Reichskanzler zum Reichsprasiventen, um diesen die Demission des Kabinetts einzureichen. Die Demission angenommen. rmu Berlin, 23. Nov.(Telegr.) Wie aus parlawentarischen Preisen verlantet, werde Reichgtagsnrühdent Loobe heute abend zum Reichspräsitdenten gerusen. Der Reichestälizent bet die. Demislien des Enöe der preußischen Koalition. Berlin, 23. Nov.(Telegr.) Die„Voss. Ztg.“ will wissen, doß nach dem Sturze des Reichskabinetts die Fraktion der Deutschen Volkspartei im preußischen Landtag den preußischen Ministerpräsidenten Braun von ihrem Ausscheiden aus der Regierungskoalition in machen werde. Preußen Mitteilung 9 Gestürzt. Bei keiner der früheren, wahrlich nicht wenigen Kabinettskrisen im deutschen Reiche war die Lage so verworren und die Natlosigkeit so groß, wie das diesmal der Fall war. Der Grund dafür ist darin zu suchen, daß bei den bisherigen Krisen sich immer wieder Parteikonstellationen ermöglichen lieben, die einer Regierung die Grundlage für das Arbeiten nach den Negeln des varlamentarischen Systems erleichterten. Diesmal aber war eine solche parteivolitische Kombination ausgeschlossen, und diese Entwicklung knüpfte die Entscheidung an einen dünnen Faden, der leicht zerreißen konnte. Er ist am Freitag zerrissen, das zweite Kabinett Stresemann, das seit dem 6. Oktober rezierte, ist an der Vertrauensversagung der ovpositionellen Parteien gescheitert und dadurch von ihnen gestürzt worden. Als anfangs des Monats die große Koalition, auf die sich das Kabinett stützte, durch das Ausscheiden der Soztaldemokratie in die Brüche ging, hatte man gehofft, daß letzttere zunächst wenigstens eine wohlwollende Neutralität beobachten würde, um die Stellung des Kabinetts, das wahrlich keinen keichten Standpunkt datte, einigermahen zu erleichtern. Diese Erwartung hat sich leider nicht erfüllt. Die Sozialdemokratie hat vielmehr der Regierung vorwiegend mit der Begründung, das sie den militärischen Ausnahmezustand nicht aufgehoben hat und unter seiner Herrschaft varteiisch den einzelnen Ländern gegenüber regiert, schärfste Opposttion angesagt. Sie verstärkte dadurch die gewissermaßen er oflicio oppositionellen Parteien der radikalen Rechte und Linke gleichermaßen und schuf eine Lage. die nur dann gerettet werden konnte, wenn sie non einem begründeten Mißtrauensvotum absah. Das ist nicht geschehen. Und so lagen außer ihrem Mißtrauensvotum noch die der Deutschnationalen und der Kommuninen vor. Indes auch diese Konstellation hätte nicht unvedingt zum Sturz des Kabinetts zu führen brauchen. Denn nach allen varlamentarischen Erfahrungen konnte es als ausgeschlossen gelten, daß die Deutschationalen für den begründeten Antrag der Sozialbemokratie und diese für den der ersteren stimmen würden. So wäre bei der Zusammensetzung des Reichstages schließlich kein Mißtrauensvotum angenommen worden, und die Regierung hätte sich mit dem negativen Vertrauen halten können, da ja ein ausdrückliches Vertrauensvotum nach der Verfassung für die Führung der Geschäfte nicht erforderlich ist, so wünschenswert es für die Position des Kubinetts auch sein mag. Dieser Ausweg aber genügte dem Kabinett Stresemann nicht. Es sagte sich wohl nicht mit Unrecht, daß, wenn unter diesen Umständen auch kein Mitztrauensvotum deklariert werde. so doch das Kabinett das Vertrauen der Mehrheit des Parlaments nicht haben würde, aus das sie sich doch stützen muß. Denn, wenn man die Stimmen der drei Parteien, die Mitztrauensvoten beantragt haben, oder sich, wie die Bayerische Volksvartei, ihnen anschlieben. lo hat man eine grobe Medrheit, die dem Kabinett kein Vertrauen mehr entgegenbringt. Das war die Situation. Aus ihr heraus bat denn der Reichskanzler in der Entscheidungesitzung des Reichstages am Freitag gleich zu Beginn der Sitzung die Forderung des Kabinetts gestellt, daß sie eine klare Entscheidung darüber verlange, ob es das Vertrauen besitzt oder nicht. Und so saben sich die Realitionsvarteien entgegen dem von ihnen bisher beabsichtigten Standpunkt genötigt, ihrerseits ein Vertrauensvotum zu beantragen, das bei der Abstimmung natürlich als der weitestgebende Antrag zuerst zur Entscheidung gebracht werden mußte. Wie sie fallen würde, war jedem schon zu Beginn der Sitzung klar. Bei der geringeren Stimmenzahl der beantragenden Parteien der größern der ovpositionellen Parteien gegenuber mußte sie zu einer Ableynung des Vertrauensvotums führen. Damit war das Schicksal der Regierung Stresemann, das seit dem 13. August(erstes Kabinett) bezw. seit dem 6. Oktober (zweites Kabinett) am Ruder war. besiegelt. Sie hat ihren Rücktritt nachgesucht und die Demission ist vom Reichspräsidenten mit der Maßgabe angenommen worden daß sie bis zur Bildung einer neuen Regierung die Geschäfte weiterführt. Wie uns ein Ferngespräch eines unserer varlamentazischen Mitarbeiter aus Berlin mitteilt, beschäftigt man sich iu varlamentarischen Kreisen naturgemäß mit der Lage, wie das neu entstandene Vakuum ausgefüllt werden kann. Daß dies überaus schwierig sein wird, geht aus dem ersten Absatz unseres Artikels hervor, in dem wir das Fehlen einer geeigneten Parteikonstellation dargelegt haben. Wie uns mitgeteilt wird, ventiliert man im Augenblick den Gedanken eines Beeamstenministeriums unter dem frülheren Staatssekretär und sväteren Reichsschatzminister Albert. Die Zentrumsfraktion stebt einem solchen Vorschlag ablehnend gegenüber, da ein farbloses Beamtenministertums nicht den Erfordernissen des Augenblicks entspreche. Logischerweise müßten diejenigen, die das Kabinett gestürzt haben, also vornehmlich die Sozialdemokraten, nunmehr die Verantwortung übernehmen. Man muß aber mit der Möglichkeit rechnen, daß die Dinge auch ganz anders kommen können. Vornehmlich dürften es wohl wieder die Mittelvarteien sein, die die Hauptverantwortung in der neuen Regierung zu tragen haben. Man spricht aber auch von der Mitbeteiligung der Deutschnationalen, das könnte zu einem Block der bürgerlichen Parteien führen, was EE emokraten. Hier ist also wenig Hoffnung. In Zentrumskreisen ist man der Auffassung. daß die bisherige Außenvolitik unbedingt weitergeführt werden muß. und daß diejenigen, die mit dem Zentrum gemeinsam volitisch die Verantwortung tragen wollen, unter allen Umständen auch auf die Anschauungen dieser Partei Rücksicht zu nehmen haben. Einigkeit besteht in der Zentrumsfraktion darüber, daß die Kabinettskrise wegen er katastrophalen Lage an Rhein und Ruhr so schnell wie möglich eine Lösung finden muß. Darin werden alle, die es gut mit Deutschland meinen, mit dem Zentrum übereinstimmen. währt. Wir mißbilli geschätzten Generals als vori haverische seben. noch viel s#.— Wenn die Reichsregiern und schneller gebande die in der baverischen t hätte, hätte sich vderseits hätten Inder# rbeit, die doch nur 51 Prozent beauftreten müssen. Die deutsche Wirtschaft ist nicht so krank wie sie aussiebt. Man muß recht schnell die Währungsfrage lösen. Der Achtstundentag mus grundsätzlich aufrechterhalten werden. Aber jetzt, da im Ruhrgebiet sehn Monate Arbeit verloren worden sind. müßte wenigstens auf die Dauer von zwei Jahren durch Verbandlung zwischen Arheitgebern und Arbeitnehmern eine. Neuxegelung herbeigeführt werden, um den Verlust der letzten zehn Monate herauszuholen. Die rheinische Industrie hat frotlich eine sehr bedenkliche Haltung eingenommen. em sie ohne Hinzuziebung der Arbeiter mit den nzosen verhandelte und jetzt die Teilnahme an den Fliner Lohnverbandlungen ablehnt. Die Beamtenabbauperordnung darf nicht zur Entfernung republikanischer Beamter mißbraucht werden. Redner wendet sich zum Schluß gegen die„deutschnationalen Diktaturpläne und empfieblt das Vertxauenspotum der drei Mittelvarteien.(Beifall bei den Dem.) Abg. Roenen(Komm.) heantragt. sofort einen kommunistischen Antrag auf die Tagesordnung zu setzen, der die Aufbebung des vom Militärbesehlshaber erlassenen Verbots der k. schen Partei verlangt. spruch.— Ein zweiter— Reichskanzler auffordert, lo## zu nehmen, findet nur die Unte und einiger Sozialdemokraten. m Präsidenten Loeb werden vom der Kommuni brere Zwischenrufer ufen.) ebe zur Ordnung geruf Abg. Leicht(B. V.) bendet sich scharf genen die lbgeordneten von Graefe. ührungen Lessienelle. Hete in vermeiden. Der MünDeutscher Reichstag. Nach wird fortgesetzt. Reichsregierung das Vertrauen. i elcee ceche üringen, ohne das dierfür sachliche Zust 393. Sitzung 6 Berlin. 23. Nov. 1293.(Telegr.) debatteloser Erledigung kleinerer Vorlagen die politische Aussprache tgesetzt. Neben dem deutschnationalen Mißtrauensantrag sind inzwischen von den Sozigldemokraten und den Kommunisten weitere eingegangen. Der kommunistische Antrag lautet:„Der tag entzieht der Reichsregierung das Vertrauer" Der sozialdemok Reichsregierung hat den gegen Sachsen und Thüri Gründe vorlagen. in schärfster Form angewendet. gegen die verfassungswidrigen Zustände in Bayern aber nichts Entscheidendes getan. Sie hat daher nicht das Vertrauen des Reichstags.“ In einem weiteren sozialdemokratischen Antrag wird die sofortige Aufhebung des militärischen Ausnahmezustandes verlangt. Reichskanzler Dr. Stresemann: Das motivierte sozialdemokratische Mittrauensvotum bietet varlamentarisch=taktisch die Möglichkeit, daß die verschiedenen Mitztrauensanträge mit wechselnden Mehr. heiten abgelehnt werden. Die Reichsregierung hat nicht die Absicht, ihre Seschäfte sortzuführen aus Grund irgendeiner durch eine solche parlamentarische Aritmetbik herbeigeführten Konstellation sortzuühren. Sie wunscht eine klare unzweiden. tige Entscheidung darüber, ob sie das Vertrauen des Parlaments besitzt oder nicht.(Lebb. Beifall.) Ich richte deshalb an die Fraktionen die Bitte. eine solche klare Entscheidung herbeizuführen.(Lebh. Beifall.) Abg. Dr. Scholz(D. Vo.): Ich habe folgenden Antrag einzubringen: Der Reichstag spricht der Reichoregierung das Vertrauen aus. Scholz(D. V.). Marr(Str.). Erkelenz(Dem.). Abg. Müller=Franken(Soz.) betont, die Sozialdemokratie habe mit ihrem motivierden Antrag keineswegs unklare Verhältnisse geschaffen. sondern sich nur nicht mit den gegnerischen Parteien auf eine Linie bringen lassen Reichskanzler Dr. Stresemann erklärt, seine Aeuherung habe sich nicht gegen die sozial: demokratischz Fraktion. sondern gegen salsche Deutungen in der Presse gewandt. In der fortgesetzten Aucsprache nimmt das Wort Abg. Erkelenz(Dem.): Er bedauert die Art. in der die Reichsrezierung die schwerwiegenden Entscheidungen in der Rheinlandfrage getrofsen bat. Die imvertinente Art, mit der Herr von raese gestern den Hochverrat predigte, wäre in einem anderen Parlament kaum möglich gewesen. Im Rheinland sei jetzt an die Stelle des deutschen passiven Widerstandes ein passiver Widerstand„Frankreichs getreten. Dem Gedanken der groben Koalition würden die Demokraten auch weiterhin ihre Kratz wiemen, denn nur so könne die Zerklüttung des deutschen Volkes vereichswehr habe„sich, als zuverepublikanischen Verfassung beFus s0 toineU mieden werden. lässige Schüveri n d e r r e v u b — reipe Reise nicht. s .) Der Münchener Put am deutschen Volke. tte.) Die vaterländischen B ganz verschiedene Ziele. war besonders das Ziel der. Sie wollten das gande Reich umgestalten und lament ganz aoschaffen.(Wider Abg. Henning.) Auch Bewegungen, die gut va sstne. W können verderblich wirten, wenn —* sind. der I Jugend in unserem disch sind. rrr.s eingeschlagenen Wege salsch paterländische Gedanke muß in Geist der Wehrhaftigkeit in un pflegt werden.(Abg. Ledebour ruft: ven die proletartschen Hundertschaften terkeit.) Der Autoritätsgedanke darf nic ab man blindlings den Führern bin die Reise geht. geoaügen. ein VerIntall in der in Bavern ernationale UmHitlerbewegung. st vnterichn. am— Der Woste der Und dann verboten. nicht dann werboten. Hei— so aufgefabt n folgt, ohne zu ning ruft: Sehr flegt werden. e proletarischen— t.) Der Autoritätsgedanke werden, daß man blindl wissen, wohin die Reise richtig!) Sie rufen: Sehr Richtung der vaterl Der Antisemitismus ist verort### freilch begreiflich, wenn den Arbeitern nach zahlung von Schiedern das wertbeständige Geld abgenommen wird. Bayern leidet heute unter einer Massenofe. Meine Freunde daben die Ausfübrungen des zskanzlers über das Verhältnis des Reicher vern mit grobem Interesse gehört. Aber sie haber nicht davon überzeugen können, daß die Taten Reichsregierung, die folgen werden, dem entsprechen werden, was unser Antrag über föderalistischen Ausbau der Verfassung will. Darum können wir nicht einem Vertrauensvotum zustimmen. Reichswehrminister Dr. Geßlor: Niemand kann der militärische Ausngbmezusta angenehmer sein als mir. So gelte erstens es Unglück, daß wir in einer Zeit. in der die deutt tion von auben bedrobt wird. uns gegen den 1 krieg wenden müssen. Zweitens gibt es gerade Reichswehr nichts Unangenehmeres und Schwierigeres. als in innere Konflikte hineinzugeraten. Von rechts und links kommen die Angriffe gleichzeitig. gegen die wir uns wehren müssen. Die Kommunisten haben den Vorzug. sich klar auszusprechen, was sie wollen, während die Herren von Graese und Hennins ihre Ziele hier nicht anführen. sondern nur in Versammlungen klar aussprechen, nämlich die gegerrürtigen Verdältnisse und die Versassung der deutschen Nepuhlik mit Waffengewalt umzuwersen. Die Nationalsozialisten und die Kommunisten, die in ibren Zielen so verschieden sind. sind einig in idren Mtteln. nämlich in der Anwenhung der Waffengewalt.(Zurufe der Kommunisten.) Ich kann nachweisen, daß der folldere sächsische Staatosekretä Brandler in der russischen „Prawda“ über die Bewaffnung der kommunistischen Hundertschaften berichtet hat. Wir kennen die Kamofläng von rechts und links und, wir haben uns enten Kamol mit den Wrhe- Zeptrtig ar## von ossen, die nehmen.(Beifall Herr von Kal Kreise auch in warteten, daß nu Diktatur smann weitester die nur darauf der nationalen werde. Die Coidie Gefahr war. euern zu ruppen in geraten. 5 in daß a. in Deutst sode von Küstri Als von Kahr zum wurde, wuchs die Gefahr. Kampf auf dem Kamofplatze zunehmen. Wir durften die die Gefahr beingen, zwischen zwei Wenn wir gegen die illegalen Kamoftrur kämpften, dann durften wir nicht die kommuntstischen Hundertschaften im Rücken haben. In dieser Zeit konnten wie gicht dulden, daß in Landesr#pterungen. Kommunisten saben, die selbst progr Faszistenbanden bereinrufen. Der Stan der Ernennung des Generals von Seeckt zum Inbaber der vollziehenden Gewalt war der, dak um die deutsche Republik gekämpft wird, deb wir nicht gesonnen sind. auch wenn Münner wie Ludendorfs an der Soitze ltebeg, dem Kampf um die deutsche Revublik auszuweichen. Wenn die Herren von Kahr und Lossow. so wie sie zwei 2 ber gesagt haben, daß nämlich der Marsch Tage vorich Beriin an der bayerisch=sächsischen Grenze jammervoll zusammenbrechen würde, den beteiligten Kreisen 14 Tage vorber gesagt hätten so wäre dem Reiche unendlich viel erwart worden. Wir sind entschlossen, jeglichen Versuch eines gewaltsamen Umsturzes der Verhältnisse in Deutschland. komme er, woher er wolle, mit allen Mitteln entgegenzutreten.(Beifall.) Der Minister gebt dann auf die einzelnen Beschwerdefälle aus Sachsen und Thüringen ein und sucht nachzuweisen, daß es sich meist um Uebertreibungen und Unrichtigkeiten bandele. Abg. Rosenfeldt(Soz.) über die— .—. ex vooteftert gegen daa Verdet der munistischen Partei. Abg. Fröblich(Komm.): Mit dem Verbot der kommunistischen Partei ist eine Ankündigung verwirklicht worden, die schon früher uns gemacht wurde. Wir pfeisen auf kommt von einer Macht bei den Komm.) Der dennoch lachen wir. Abg. Heunine(D. Völk.) erklärt dem Abg. Leicht gegenüber, ihm liege jede en die Katholiken sern. Der Kampf gegen Nom, mit zeligiösen Fragen zu tun. Der Wehrmi e die Tatsachen auf den Kopf. wenn er usammenarbeit der Völkischen und Deut Ehrbardt sei der schärfste Gegner der uns. Er habe dieser Bewegung den n Rücken gestoben, als er sich auf die Seite: lug. Redner protestiert dann eutschvölkischen Freibettspartei. der aupt, mit der Versassung unverei ie man eine Bewegung ui worden, die schon früher uns sen auf dieses Verhot, weil es „Die zerbricht.(Zustimmung Militärdiktator wütet jedt, 9e. niederhallen. Abstimmung über an der Ab ligen Eönne Um ½3 Uhr zimmt Präsident Lrebe die über den Vertrauensantrag der örei Mittelparteten vor. Sie ist auf Antrag der Sozialdemokraten nament. lich. Die Demokraten, das Zentrum und die Deutsche Volksvartei stimmen für den Antrag. Die Mitglieder des Bavr. Baueenbundes geben blaue Karten(Stimmenthaltung) ab. Die Barr. Volksvartei Kimmt mit den Opvositionovarteien gegen den Vertrauensantrag. Als Ergebuts der Abstimmung verkündet der Brüstdent: Es sind abgegeben worden 382 Karten. 7 Abarordnete haben sich der Abstimmung enthalten, mit ja haben gestimmt 155 Stimmen mit nein 236 Abgeorduete. Das Vertranensvotum ist damit avgelehut und die Mittrauensantrüge erledigt. Die Mitglieder des Nabinetts Streiemann verlalsen vierauf den Sitangsseal. Ausnabmezustandes wit den gerlichen Parteien Demokraten de Stimmen der 287 adgelehnt. Dafür stt den Demokraten der Abs. Bredauff. Bei de mung über einen kommunistischen Antrag verratsanklage gegen die Beteiligten am Pursch. insbesondere gegen von Kahr. Lossom Seiffert und Hitler, it das Ergebn haft, weil neben den meisten Demokraten und die—T#8sun Wükte oir iche Ahn a. 2 mung. für gestimmt baben. Im Haunellprung wird der ntrag mit 195 gegen 166 Stimmen abgelebnt. Abg. Betersen(Dem.) erklärt zu dieser## funs, auch diejenigen Demokraten, die gegen der ener se ur Fächschtelostgses eigen Hochnerräter schritten werde. Sie wollten, nur vermesden. de volitisches Parlament in die In Für den Antrag auf Aufbe — Kartei stimmen meisten einge meisten Saztaldemokraten. Präsident Loebe die Sitzung mit der Erklärung. er werde die nächste Sitzung anberaumen, wenn die aus den beutigen A#bstimmungen sich ergebenden Felgerungen gezogen sind. Potncare vor der Kammer. Vertrauensvotum mit 500 gegen 70 Stimmen. ss Paris, 23. sitzung wurde um einer der ersten auf erdneten sind zahl “ d a ß d i e I n t mit, daß bie, Interpellationen über die auswärtige Lage weiter besprochen werden. Voincare 1 Dollar— 4189 500000000 Mark. Amtliche Deoisenkurse. 23. November Amerika Holland Beigten Italien England Frankreich Schweiz D.=Oesterreich Seid 19 415 15 9ei Orie: Seld kra1 415 5 abnurbeitern verzei Der Ministerpräsideni führte dann weiter aus, wie peit die Frace der Wiederausnahme der Arbeit in ben in Betracht kommenden Gruben gediehen lei. Er nennt die Zahl der an Frankreich gelieferten setten Koblen und Holzmengen. Poincare führte dann aus, dad von den Einnahmen aus der Ruhrbesetzung zunächtt die Besatzungskosten absezegen würden, daß aber dann die Einnahmen aus den gemeinsamen Revarationen Frankreich ——.———* in seiner ntgegen. keine neue nahmen aus den gemeinsamen Reparationen Er zuflieben. Stresemann habe also die Wahrbeit gestrigen Rede entstellt, wenn er Frankreich das Ei gesetzte unterschiebt. Auf diese Weise ruft man kei Konstellation am Himmel de Die Rückkehr des Kr els dovvelt unzuträglich unter sie sich vollzogen hat. Die Pi ehe alle Alltierten an. Ei ersailler Vertrages über huldigten und an die Ve serichtshof. Es sei eine rieden Eurovas. Poinc Auf diele We tion am Himmel bervor ückkehr des Kronvrinzen bezeichnet er „ovelt unzuträglich unter den Umständen. unter denen sich vollzogen hat. Die Provokation. die in ihr liege. ehe alle Alltierten an. Er erinnerte an die Klauseln des ersailler Vertrages über die Auslieferung der Kriegsberhandlungen vor dem Leipziger unerträgliche Drobun Poincare fährt fort. die im Augenblick darauf beschränkt, der deutschen Regierung mitzuteilen, daß man von der deutschen Mitteilung Kenntnis genommen habe, wonach der Kronprinz im Dezember 1918 auf das Recht auf den Thron verzichtet habe. Hinsichtlich der Sicherbeit Frankreichs erinnert Poincare an die Vorschläge der Regierung an die Vereinigten Staaten im Verlaufe der Friedensverhandlungen Damals habe England von einer„Solidarität der Verteidigung“ gesprochen. Poincare bittet, sich an dieses Wort Verteidigung zu erinnern. Nach und ierten dann zu dem Uebereinkommen nahmen gekommen, die heute im stehen;„Aufhebung der allgemeinen Wehrpflicht in Deutschland. provisorische Kontrolle, propisprische Besetzung der Brückenköpfe und das Recht auf iese Besetzung, wenn die Reparationskommission feststellt. Deutschland seine Perpflichtungen nicht halte. Aber Kernpunkt in diesem ganzen Gebäu Joincare. war der do mit England und den stellt fest, daß Garantien in den##.use " de Enaland. als Frankreich es sem ganzen Gebäude. so erklärte ppelte Garantievertras Vereinigten Staaten. Poincaxe n in den Vereinigten Staaten nicht " Reankreich es habe neuen Briand ruft daswischen, daß es nicht Llovd George pesen sei. der einen neuen Garantievertrag vorgeschlagen de. Briand erhält das Wort. um seine Volii it von Cannes und seine Bemübungen u Te. C-. eieiz. Berikherieg.“eg. es. Ser. eines Garantievertrages mit England zu Voinegre, stellt fest. d## e mit Briand, im Prinzio einig ist, daß es wesentlich sel. eine Garantie durch eine Militärkonvention zu unterstützen. Unter großen Lärm der Rechten ergreift dann der Abg. Blum das Wort. dab ein Garantievertrag einen ent— anns eine militärische standekommen verteidigen. Voineave, eidenden ronne. ohne eine Friorität für diese Tagesordnung wurde mit 505 n 70 Stimmen angenommen und damit der Teil der Tagesordnung das Verhalten der franen Regierung bei den Verhandlungen der Botschafterenz wird autgebeißen mit 526 gegen 15 m. Der Teil der Tagesordnung. der der Redas Vertrauen ausspricht. wird mit 500 gegen „oincare das all ein äußerst starkes Vertrauensvotum erhalten. Die Wiederaufnahme der deutsch=franzssischen Wirtschaftsverhandlungen. Auf Pariser Anregung. kr Berlin, 23. Nov.(Telegr.) Die deutsch=französischen Wirtschaftsverhandlungen sind neuerdings wieder in Fluß gekommen, und zwar geschab das auf Anregung Frankreichs, das offenbar jetzt die unhaltbaren Verhältnisse in den besetzten Gebieten doch als eine Belastung der eigenen Stellung empfindet. Von Paris aus sind sogar telegrapbische Anfragen und Anweisungen an die frantösischen Vertreter im Nuhrgebiet gegangen. Von deutscher Seite sind inzwischen neue günstige Angebote gemacht worden, von denen Aussicht besteht, daß sie die schwebenden Frazen nun endlich zu einer Lösung bringen. Diese Lösung, die die Voraussetzung für die Wiederingangsetzung der Wirtschaft wäre. würde die für die Reichsfinanzen so ungemein wichtige. za geradezu entscheidende Frage der Erwerbslosenfürsorge zur Klärung bringen. Zum Abkommen geführt. Köln, 23. Nov.(Telegr.) Wie dis„Köln. Ste.“ zuverlässiger Seite erfährt, haben die am Donnerotag jedetauigenommenen Verhandlungen der deutschen Induellen mit der Micum nunmehr zum Abschluß eines Abmens geführt. G Essen, 23. Nov. Zu der Kölner Meldung vom Abschluß eines Abkommens der deutschen Industriellen mit der Micum erfährt die„Deutsche Berswerksseitung“: Nachdem die politischen Bragen, an denen bekanntlich die Verhandlungen zwischen dem Bergbaulichen Verein und der Micum gescheitert waren, eine tragbare Lösung gesunden hatten, wurde heute der Mautelvertrag unterzeichnet. Im Nahmen dieses Vertrages werden in den nächsten 14 Tagen dieeinzelnen Weskeihre Conderabkommen zu tressen haben. Unterzeichnet. do Paris, 23. Nou.(Telegr.) Heute abend um ½8 Uhr teilte der Quai d'Orsay mit, daß 19 Minuten nach 7 Uhr in Düsseldorf das Abtommen zwischen der Stinnesgvuvve und der interalliierten Kommission unterzeichnet worden sei. Die Regieverhanölung mit der Reichsbahn. Berlin, 23. Nov.(Telegr.) Die im Laufe der Woche in Mainz zwischen Vertretern der deutschen Reichsbabn und der französtsch=belgischen Regie geführten Verhandlungen sind auf einige Tage abgebrochen worden. Die Forderungen der Regie bedürfen einer eingebenden Nachprüfung durch die Berliner Stellen. Es ist damit zu rechnen, daß die Verhandlungen im Laufe der nächsten Woche fortgesetzt werden. sprechung dauerte bis um ½1 Uhr. Staatssekretär Eischer, der Führer der Delegation, überreichte der Reparationskommission einen eingebenden Bericht über die gugenblickliche Lage in Deutschland, den er in mündlichen Ausführungen noch erweiterte. Die Revarationskommission wird voraussichtlich diesen Bericht in der nächsten Sitzung prüfen. Fragen sind in der heutigen Vormittagssitzung von den Mitgliedern der Revarationskommission an die deutsche Delegation nicht gestellt worden. Ein genauer Bericht über den Inhalt der deutschen Darlegungen wird der Presse übermittelt werden. Der amtliche Bericht. ; beutige der Nevarationskommission ist heute mo 10 Uhr unter dem Vorsitz von Barthou zusam ten, um gemäß der Entscheidung vom 13. Nov en Vertreter anzuhören. Der Vorsitze 9 mrgen um mmengetreovember die Die Anhörung der deutschen Vertreter durch die Repko. ss Paris, 23. Nov.(Telegr.) Die deutschen Vertreter sind heute vormittag 10.15 Uhr von der Revarationskommission empfangen worden. Die Bedeutschen Vertreter anzuhören. Der Vorsitzende wier darauf Zin, daß die deutsche Regierung die Reparationskommission durch ihre Noten vom 24. Okt. und 2. Nov. mit verschiedenen Fragen befaßt dabe. Er forderte die deutschen Vertreter auf. die gewünschten Ausführungen zu den in den Noten aufgeworfenen Fragen zu machen. Im Namen der deutschen Delegation gab Staatssekretär Fischer zunächst einen Ueberblick über die Rotlage Deutschlands auf finanziellem und wirtschaftlichem Gebiet. ihre Ursachen und ihre Wirkung auf die deutsche Leistungsfähigkeit. Er hat den Standpunkt der deutschen Regierung, daß die Ruhrbesetzung rechtswidrig sei. erneut Vervorgehoben Er wies darauf bin, daß nur eine Wiederherstellung der Einheit der deutschen Wirtschaft die Finanzen in Ordnung bringen und die Leistungsfähigkeit Deutschlands wiedererwecken könne. Sodann gab der deutsche Delegierte einen Ueberblick über die ergriffenen und beäbsichtigten Matznahmen Deutschlands zur Sanicrung der Finanzen und der Währung. wie z. B. Umstellung der Staatseinnahmen auf Gold äußerste Einschränkung der Ausgaben unter Zurückstellung wohlerworbener Rechte und der Fürsorgemaßnahmen. sowie Einstellung der Notenweisig Er dat eingaebend auseilnanderoecsett. dnbd en notg sei. diese Reformen durcheuführen, und daß die de Regierung zu Eingriffen in die Lieferungpverträge gezwungen werde. Der deutsche Delegierte gab schließlich auch Kenntnis von dem Inhalt der gleichseitig überreichten Denkschrift zu den belgischen Studien. Er erklärte, daß diese Studien unter gewissen Voraussetzungen eine geeignete Grurdlage für die Verhandlungen zur Lösung des Revarationsproblems bilden können. Schließlich wies er in eindringlichen Worten Auflösung und Verbot der kommunistischen, nationalsozialistischen und volkischen Parteien. . V Berlin, 23. Nov. 1923.(Telegr.) Durch zwei von General von Seeckt unterzeichnete Verordnungen werden für das gauze Reichsgebiet ausgelöst und verboten: 1. Sämtliche Organisationen und Einrichtungen der Lemmunistischen Partei Deutschlands, der kommunistischen Jugend und der kommunistischen (3.) Iuternationale. 2. Sämtliche Organisationen und Einrichtungen der nationallozialikischen Arbeiterpartei und der dautsch=völkischen Greibeitovartet. Wortlaut der Verorönung. 1. Verordnung. 1. Auf Grund des§ 1 der Verordnung des Reichspräsidenten vom 26. 9. 1923 werden für das ganze Reichsgebiet aufgelöst und verboten sämtliche Organisationen und Einrichtungen der kommunistischen Partei Deutschlands, der kommuntstischen Jugend und der kommunistischen 8. Internationale. . Begründung: Die kommunistische Partei bat durch bewaffneten Aufstand in Damburg. durch Beerboten. Zuwiderhandlungen 26. 9. 1923 bestraft. Vereinigungen ist ve werden nach§ 4 der Verordnung vom gez. von Seeckt. 2. Verordnung. 1. Auf Grund des§ 1 der Verordnung des Reichspräsidenten vom 26. 9. 1923 werden für das ganze Reichsgebiet verboten und aufgelöst sämtliche Organisationen und Einrichtungen der nationalsozialistischen Arbeiterpartei und der deutsch=völkischen Freiheitsvartei. " Begündung: Die nationglsozialistische Arbeitervartet hat es unternommen. Soldaten der Wehrmacht zum Ungehorsam zu verleiten und die Regierung des Deutschen Reiches durch bewaffneten Aufstand zu stürzen. Die deutsch=völkische Freiheitspartei vertritt dieselden Ziele wie die nationalsozialistische Arheitervartei. Ihr Führer. von Graefe, hat an dem Umsturzversuch teilgenommen, ihn ötfentlich ausdrücklich gebilligt und dabei die Soldaten der Wehrmacht zum Ungeborsam aufgefordert. 2. Das gesamte Vermögen der im§ 1 aufgelösten und verbotenen Vereinigungen und Einrschtungen wird beschlagnahmt. Ebenso unterliegen alle Gegenstände. die zur Förderung der Ziele und Zwecke der aufgelösten und verbotenen Vereinigungen bestimmt sind, der Beschlagnahme, und zwar ohne Unterschied. ob sie der Vereinigung gehören oder nicht. 9. Wer sich an einer in§ 1 genannten aufgelösten und verbotenen Vereinigung als Mitglied beteiligt. oder ik ur 16 sie bestrebt ist. Soldaten der Wehrmacht zum Une##rlam degen, Wfg, ggggcte n. und die geborsam evölker nungen der leiten un bewaff 6 10 In nd dura ewaffneten und zum Widerstand gegen die Verordder der vollziebenden Gewalt zu vervolitischen Generalst Aufstand die verfasst schen Reich It zu reik und I. angehören, hat diese Bestrebungen und für sie durch Schriften geworben. 2. Das gesamte Vermögen der in§ 1 verbotenen aufgelösten Vereinigungen und Einrichtungen wird blagnahmt. Ebenso unterliegen alle Gegene. die zur Förderung der Ziele und Zwecke der verotenen und aufgelösten Vereinigungen bestimmt sind. der Lschlagnahme. und zwar ohne Unterschied. ob sie der Vereinigung gehören oder nicht , 3. W e r s i c h a n e i n e r i n§ 1 g e n a n n t e n v e r b o t e n e n V e r enigung als Mitglied beteiligt, oder ihr durch Zahlung von Geld. Verteilung oder Befördernug von Nachrichten. Ueberlassung von Räumen. Herstellung oder Verbreitung von Schrifterzeugnissen oder durch andere Mittel Vorschuh leistet, wird nach# 4 der Verordnung des Reichspräsidenten vom 26. 9. 1923 bestraft. 4. Das Tragen oder Zurschaustellen von Jahnen oder sonstigen Abseichen der verbotenen oder aufgelösten EEE E E E PE PGe## nach§ 4 der Verordnung des Reichspräsidenten vom 26. 9. 1923 bestraft. 4. Das Tragen oder Zurschaustellen von Fahnen oder sonstigen Abzeichen der aufgelösten oder verbotenen Vereinigungen ist everboten. Zuwiderhandlungen werden nach§ 4 der Verordnung vom 26. 9. 1923 bestraft. gez. von Seeckt. Haussuchung bei der deutschvölkischen Zentrale. na. Berlin, 23. Nov.(Telegr.) Auf Veranlassung der politischen Polizei hat in Berlin eine Haussuchung bei der Zentrale der deutschvölkischen Bewegung stattgefunden. In der Geschäftestelle wurden durch eine Anzahl von Kriminalbeamten die dort befindlichen Druckschriften beschlagnahmt. Man nimmt an, daß die Herren von Graefe, Hitler und Ludendorff vor dem Münchener Putsch mit einander in Verbindung gestanden haben.— Soweit bekannt ist, sind Verhaftungen der deutschvölkischen Führer noch nicht erfolgt. Nachdem übrigens die deutschvölkische Freiheitsvartei durch General von Seeckt verboten worden ist. sind, die zuständigen Polizeibehörden angewiesen worden, zu verhindern. daß etwa unter anderer Bezeichnung derartige oder ähnliche Zusammenkünfte stattfinden. auf die ungeheuren ernsten Folgen hin und aovellierte i das Verantwortungsgefübl der Revarationskommission. an Rückkehr der Keupp=Direktoren. G Essen, 23. Nav.(Telegr.) Nachdem Herr Kruor von Bohlen und valbach und die in Haft befind lichen Direktoren Hartwig, Orsterle und Bruhn, sowie das Betriebsratsmitglied Müller bereits Strafausschub erhalten hatten, konnten auch die in Abwesenheit verurteilten Direktoren Baur, Cuns und Schraenler nach Essen zurückkehren. Die Sorge für die bejetzten Gebiete! Aus dem Reichstage wird uns geschrieben: „Das Reichokabinett hat sich erneut mit den Fragen beschäftigt, die durch die trostlose Finanzlage des Reiches und der damit immer schwieriger gewordenen finanziellen Versorgung der besetzten Gebiete sich ergeben haben. Der sovingende Punkt bei all diesen Dingen ist die Erwerbslosenfürsorge. Hier ist man zu einer vollen Klärung in diesen Punkten noch nicht gekommen. Man muß immer wieder darauf hinweisen, daß es nicht an dem guten Willen irgend eines Ministers, irgend eines Kabinetts oder irgend einer Regierung hängen könnte, ob wir in diesen Dingen zu einer Beordnung kommen. Jede Regierung, wie immer sie sich gestalten möge, wird die durch die außenvolitische Lage geschaffenen Schwierigkeiten in den Kreis ihrer Berechnungen und Handlungen stellen müssen. Neuerdings scheint sich auf der Eegenseite ein Umschwung vorzubereiten. Jetzt ist es die französische Seite, die ein Uebereinkommen mit den Vertretern der deutschen Wirtschaft und Industrie wünscht. Gerade die Frage der Erwerbslosenfürsorge wird sich am allerbesten dahin erledigen, daß die Bemübungen der deutschen Industrie, mit Frankreich zu Verhandlungen und zu Vereindarungen zu kommen, einen guten Fortgang nehmen. Inzwischen sind von deutscher Seite neuerliche und günstige Angebote erfolgt, die Aussicht bieten, daß man zu einer Verständigung kommt. Grundsätzlich hat sich das Reichskabinett und zwar in Uebereinstimmung mit den Vertretern der Bevölkerung der besetzten Gebiete, wie auch der varlamentarischen Vertverer dieser Gebiete auf den Standpunkt gestellt, daß eine Differenzierung in der Erwerbslosenfürsorge hinsichtlich der besetzten und unbesetzten Gebiete nicht in Frage kommen kann. Die Dinge werden voraussichtlich dahin beordnet werden, daß ein bestimmter Betrag, der für die Erwerbslosenfürsorge bestimmt ist, in den jetzt in Vorbereitung sich befindenden Goldbetrag eingeführt wird. Dieser Betrag würde dann gleichmäßig dem besetzten, wie dem unbesetzten Gebiet zur Verfügung stehen. Und dazu würde eine besondere Nothilfe, die jetzt organisiert wird, binzutreten. Werden die oben erwähnten Verhandlungen zum Ziele kommen, dann würde dieser Fall kaum praktisch, da dann die in Wirklichkeit politische Arbeitslosigkeit obnehin ibr Ende finden würde. Das Kabtnett hat bezüglich der wetteren ZahIAngen für die besetzten Gebiete beschlossen, daß die Zahlungen an Beamte, Angestellte und Arbeiter des Reiches, wie bisher, weitergehen, und daß zum Ausgleich der Teuerung größere Vorschüsse vermittelt werden. Inzwischen ist die Rentenmark in den besetzten Gebieten ja zugelassen, es müssen naturgemäß noch bestimmte Sicherungen wegen ihrer Beschlagnahmefreiheit und deral. durchgeführt werden. Weiter hat das Kabinett die Fortsahlung Sozialversicherte, ter werden auch notwendig sind für Quartierlasten, für Abnutzung von Möbeln. Gebrauchsgegenständen ulw. fortgezahlt. Diese Beschlüsse, die beherrscht sind von der Sorge um die besetzten Gebiete, dürften dazu beitragen, die Verbältnisse wieder berunigenver zu gestalten“ den. Weiter hat das Kabinett die 3 aller sozialen Leistungen an Kriegsbeschädigte usw. beschlossen. Weite die Entschädigungen, die notwe Die Erwerbslosenfürsorge. „#us, parlamentarischen Kreisen wird uns geschrieben: Ut die ch unF een Woschbelal und die Währung nicht zur Ordnung und zur Rube kommen läßt. Die Reichsregierung hat nun eine Reibe von neuen Maßnahmen getroffen, die zum Teil auch schon in Gang gesetzt wurden. Es handelt sich dabei nicht um die Wahrnehmung des Fürsorgevroblems im alten Sinne. sondern das heutige Erwerbslosenproblem ist mit ein Problem der Währung und der Wirtschaft. Die bezüglichen Fragen sind auf das engste miteinander verknürft. Aläre die Wirtschaft in einem anderen Zustande. als in dem sie sich tatsächlich befindet, dann würden wir in diesen Dingen ganz anders und unabhängig dastehen. Die wichtigsten neueren Bestimmungen, die übrigens mit Zustimmung der Gewerkschaften getroffen worden sind. gehen dahin, daß die Notstandsarbeiten anders als normale Arbeiten entlohnt werden. Es werden also nicht mehr die normalen Arbeitstarife Anwendung finden. Man bat weiter auch Methoden gefunden, um nicht nur den Lobn. sondern Das Nachbarhaus. 303 Roman von A. K. Sreen. Rachbruß verbeten Dest entschlossen, mich von diesem schlauen Detektiv nicht nasführen zu lassen, wandte ich mich nach der andern Strabe. in die der zweite Wagen gefahren war. *„— herangekommen, sonen iD er. reichte ion noch rechtheitig vonun. n fegen 9 konnen, daß in dem Wagen, dessen Vorhänge halb berabgelassen waren, Franklin Van Burnam sab. Was sollte ich denken? Daß der Herr, der vermutlich in dem andern Waden sich befand. Howard Van Burnam war, und daß Herr Gryce jetzt wutzte, mit welchem der beiden Brüder Rutd Oliver durch dao schreckliche Gebeimnis verbunden war? Sünfundbseibigßes Resitel. Wie ich später erfuhr, war in dem zweiten Wagen wirklich Howard gewesen. Da das junge Mädchen bei seinem Anblick so völlig ibre Bederrschung verloren hatte. war Herr Gryce, als er zu dem Paar in den Wagen stieg. Überzeugt gewesen, er würde beide in großer Erregung finden, und beide würden sich so heftige Vorwürfe machen, dad sie nichts mehr leugnen könnten. Aber ganz wider sein Erwarten sand er Rutb Oliver ruhig und einsilbis in einer Eecke lebnend, während Herr Van Burnam auch nicht besonders erregt und nur leise gerötet war, welche Röte aber sofort nachließ, als er sich von Herrn Gryse beobachtet sab. Mit seiner kalten, ruhigen Stimme, in der nur etwas Unwillen zitterte, fragte Howard den Detektiv: „Was ist denn mit diesem verrückten Mädchen los das Sie mir da als Besleiterin aufgedrängt haben? wärt es nicht im Traum eingefallen. Ihnen zu folgen, hätte ich gewubt, was Gie mir für Ueberraschungen vordereiteten.“ „Die bören, was der Herr sagt!“ wandte sich der Detektio zu Rutb Oliver, die ihr Gesicht mit den Händen bedeckt hatte, jetzt aber die Hände fallen lies und mit so starrem Blick betrachtete, daß er orte gar nicht unberechtigt finden konnte. darauf las er in ihrem Gesicht noch den Ausbruck eines anderen Gefübls, der ihn dann völlig über seine Befürchtung berubigte. es könnte doch etwas bei ihr nicht richtig sein. Es war nämlich eine feste Entschlossenheit darin zu leson und eine grobe Trauer. Es den bedeat oa Herrn Gryce Howards Wor Aber gleich di schien dem Detektiv, als od sie jetzt nachdachte, ob sie lhm nicht doch lieber alles anvertrauen sollte.— Richt er allein war von diesem traurigen, aber entschlossenen Blick ergriffen. Denn Herr Van Burnam seote tetzt in weit freundlicherem Tone als früher:„Ich die Dame ist leidend. Ich bitte sie für meine unrlegten Worte um Entschuldigung. Ich wollte nicht eine Unglückliche beleidigen.“ Herr Gryce wurde aus diesen Worten gar nicht klug. Die Haltung des jungen Mannes war so ruhig und höflich! Richts deutete darauf hin, daß er eine innere Unruche unterdrückte oder sich zurückhielt, sein beimliches Entsevon laut zu äußern. Und Fräulein Olivers Blick war weder zornig noch verachtungsvoll, wie er es erwartet hatte. Der Detektiv wußte nicht, was er sagen sollte; so schwieg er und begnügte sich damit, das junge Mädchen unausgesetzt anzusehen. Ruth Oliver rückte noch mehr in idre Gche zurück und senkte die Augen. Da sagte Herr Eryce: „Fräulein Oliver. Sie können mir doch ruhig sagen, das Sie diesen Herrn kennen, wenn er Sie auch nicht erkennen will.“ Ste murmelte einige Worte, die er nicht verstand. Aber Howard wark ihm einen wütenden Blick zu und sagte schroff: „Wenn Sie glauben, daß dieses Mädchen mich kennt, oder vielmehr, daß ich sie kenne, so irren Sie sich gewaltis Gie ist mir ganz unbekannt; ich erkläre das hiermit ausdrücklich. Und ich hoffe, daß meine Freiheit und metn guter Auf nicht davon abbängen werden, was diese junge Dame zu sagen für gut finden wird!“ „Ihre Freilassung und Ihr Ruf werden nur von Ihrer Schuldlosigkeit abbängen,“ antwortete Herr Gryce kurz. Er fühlte wohl, daß er von diesem kaltblütigen Mann und dieser schweigsamen Frau nichts erfahren würde. Unterdessen war der Wagen rasch weiter gefahren, und man näherte sich bereits dem Poltseipräsidium. Herr Grocs fkrchtete das Rutd Olwer sehr erschrecken würde, wenn sie merkte, wohin sie gefahren waren. Deshalb versuchte er. sie durch einige wohlwellende Worte aus ihrer Teilnamslosigkeit zu reiben. Aber er hatte keinen Erfolg. Sie strengte sich zwar sichtlich an, seinen Worten zu folgen und ihren Sinn zu verstehen aber ihre Gedanken waren mit etwas ganz anderem beschäftigt „Sie ist ja in einem sehr traurigen Zustand." flüsterte Herr Van Burnam. „Ja, in einem sohr traurigen Zustand.“ wiederholte Herr Gryce.„Doch der Mann der sie betrogen hat, wird sich bald in einem viel traurigeren Zustand befinden.“ Diese Worte fügte er nach einer Pause erst hinzu, nachdem er gesehen hatte, wie Ruth Olivers Züge und Haltung immer entschlossener wurden. Als der Wagen hielt, schrak sie aus ihren Gedanken auf. Ste hob den Blick wieder. „Ich möchte einen Polizeibeamten sprechen,“ sagte sie unvermittelt. Herr Gryce hatte sofort seine sichere Haltung wiedergewonnen; erreichte ihr die Hand, um ihr beim Aussteigen behilflich zu sein, und sagte:„Ich will Sie zu einem Kriminalinspektor führen.“ Das junge Mädchen zögerte nicht länger. Ohne noch einen Blick auf Howard Van Buram zu werfen, stleg sie aus und folgte entschlossen dem voranschreitenden Detektiv. Kaum hatte sie die Schwelle des Gerichtsgebäuder Überschritten, als sie innehielt und ihre Haltung sich wieder ganz veränderte. „Nein,“ sagte sie.„Ich möchte erst nachdenken. Geben Sie mir Zeit zum Nachdenken. Ich darf kein Wort sagen. ebe ich nicht überlegt habe.“ „Die Wahrbeit bedarf keiner Ueberlegung. Wenn Sie den Mann anklagen wollen— ihr Blick sagte, dab sie ihn anklagen wollte—„dann ist es an der Zeit!“ Ste sah ihn-durchdringend an.„Sie sind kein Arzt, erklärte sie.„Sie sind Polizeibeamter?“ „Ich bin Detektiv.“ „Oh!“ Sie schrak zusammen und zögerte, ebe sie weiter sprack:„Das war also eine Falle. Kein Wunder, daß man mich gefangen bat. Aber ich bin keine Verbrecherin. Und wenn Sie hier etwas zu befehlen haben, so bitte ich Sie, mir erst eine kurze Unterredung mit einem Ihrer Vorgesetzten zu gewähren, ehe man mich einsverrt.“ „Ich werde Sie vor den Kriminalinspektor führen.“ lagte Herr Gryce.„Aber wollen Sie allein hingeben? Wollen Sie nicht, daß Herr Van Burnam Sie begleitet?“ „Herr Van Burnom?“ „Ja, wollen Sie denn nicht ihn anklagen?“ „Ich will niemand anklagen.“ „Aber was wollen Sie denn?“ Führen Sie mich zu dem Herrn, der das Recht hat, mich hier zurückzuhalten oder mich gehen zu lassen. Ihm will ich es sagen“ „Ganz wie es Ihnen beliebt,“ antwortete Herr Gryce. Und er führte sie vor den Kriminalinspettor. Ruth Oliver war jetzt ganz anders als vorher, da sie so in sich zusammengesunken im Wagen gesessen hatte. Die Weichheit und Schüchternheit ihres Wesens war verschwunden; nur finstere Entschlossenheit und eine versteckte Drobung konnte man in ihrem Gesicht lesen. Ihr Benehmen war ruhig und sicher, und nur wenn man in ihre Augen blickte, verstand man, wie ihre Nerven aufs äußerste angespannt waren, und welche Mübe sie hatte, ihr Vorhaben jetzt auseuführen. Ehe der Kriminalinspektor ein Wort an sie richten konnte, sagte sie: „Man hat mich zu Ihnen geführt, mein Herr, weil man glaubt, ich stehe in enger Verbindung mit einem entsetzlichen Verbrechen, bei dem ich auch wirklich anwesend war. An dem Verbrechen aber bin ich völlig unschuldig. Wie das Verbrechen geschehen konnte, kann Ihnen außer mir und dem Schuldigen niemand sagen. Den Schuldigen haben Sie nicht gefunden: ein völlig Unbeteitigter wurde verhaftet. Ohne meine Hilfe werden Ste den Schuldigen auch nie finden können; seinen Namen aber kann ich Ihnen jetzt noch nicht nennen. Lassen Sie mich jedoch zwei Wochen in völliger Freiheit, lassen Sie mich unbehindert tun, was ich will. und ich verspreche Ihnen, daß ich nach Ablauf dieser Zeit sagen werde, wer der Mörder der Frau Van Burnam ist.“ Der Kriminalinspektor machte Herrn Gryce ein Zeichen, das bedeuten sollte: Sie ist verrückt Der Detektiv schüttelte den Kovf; er war durchaus anderer Meinung. „Ich weiß genau,“ setzte Ruth Oliver unbeirrt und ohne jegliche Schüchternheit fort.„dab ein solches Ansinnen Ihnen unberechtigt und anmaßend erscheinen wird; aber bedenken Sie wohl: wenn ich Ihnen den Schuldigen nicht nenne. werden Sie seinen Namen nie ersabren. Und ich werde nie sprechen, wenn Ste mir nicht die Möglichkeit geben, meine Erklärung in der mir passenden Weise und zu der von mir festgesetzten Zeit abzugeben. Für all die Pein, die ich erlitten habe, will ich wenigstens eine Genugtuung haben!“ „Wie wollen Sie durch einen Aufschud für erlittene Unbill Genuatuung erlangen?“ fragte der Inspektor. „Wäre es nicht eine größere Genuatuung für Sie, den Schuldigen jetzt schon anzuklagen und ihn nicht noch längere Zeit in Sicherheit zu wiegen?“ Sie aber wiederholte nur:„Lassen Sie mir zwei Wochen Zeit. Zwei Wochen völliger Freiheit.“ Und alle Buiten, alle Vorstellungen fruchteten nichts. Sie bewahrte ihr bartnäckiges Schweigen und bebielt Ihre ruhige, sichere Haltung. Der Inspektor zog den Detektir beiseite.„Sie glauben, daß sie nicht geisteskrank ist?“ „Sie ist durchaus vernünftig.“ (Fortsetzung folgt.) 9 nuch den Unternebmerge standsarbetten munen die stützung a Weise wiro lässiare Arbeiten ter wird den Komn an küczen.. Möglichkelt gegeden. für die Unt uch Arbeit zu vorlan eit uu vorlanzen. urd zu erreichen gesucht, das biober ve Arbeiten oder Überhaupt nicht in A nommene Arbeiten gefördert werden. Wei Reich mt Preußen eine Vereinbarung getrof die Oedlandkultur in großem Maßsta nariff geiter bat das fen. wonach „„„„ n r o n e m M a t s t a b b e t r i e b e n werden soll. Gewitzigt durch die bisberigen Erfahrungen wird man aber diese Oedlandsarbeiten nicht an einzelnen Stellen, sondern an einer ganzen Reibe verschiedener Stellen in Angriff nehmen. Die einzelnen Ressorts werden zur Unterstützung durch Leute. Werkzeuge usw. herangezogen. Das Erwerbslosenproblem ist aber nur ein Teil aus dem großen Aärtschaftsvroblem und hier wiederum ist Haupt= und Angelvunkt die Frage der Ingangsetzung der Wirtschaft. Ebe diese Grundfrage nicht gerezelt ist, kann alles und jedes nur FlickDie Dina Besteuerung der Inflationsgewinne. In der„Leipz. Neuest. Nache.“ findet diejenigen zu besteuern, die bei der rase tung der vergangenen Monate durch hingewiesen wor dem Zusammenbruche Dollat etwa 70000 Mark. kaufte und diese mit August bei sache, daß die Faterr meor haben Wite. VUrtruup. wendungen für die Erwerbslosenfürforge zu Inzwischen müssen alle Kräfte daran gesetzt werk zu schnellem und entschlossenem Handeln in Wirtschaftsfragen.“ werden. um -n in allen —.astsfragen zu kommen. Aber man hat den Eindruck, daß bei den vielen varlamentarischen und politischen Hemmungen und bei dem großen Avvarat. den ein Dutzend Ministerien beansprucht. aa bureaukratische Hindernisse ausget den. und es fehlt an der Entschlußkpaft. bier a Sehr empfindlich ist es, daß die Frage der seit zu keiner Klärung kommt, daß die politik uns nach innen und außen den Abs daß in den Währungsfragen überall sich Hemmungen einschalten, daß man von einer ernstlichen Betreibu# des Projektes der Galdnotenbank. die das Ziel unserer Währungsvolitik sein muk. nichts u und dergleichen mehr. Wenn die gegenwärtige rung eine Verankerung erfährt. dann kann das nur—. schehen unter der Voraussetzung, daß mit Flickwerk aufgeräumt werden muß. und daß wir au gtoß ügigen Taten und zu schnellem enem Handeln überviele weraumen. rheits. Preis verbaut. 4f schnel bergeben. entParlamentarisches. Anträge im Reichotag. n Berlin, 23 Verordnung über 1923 fordert ein lichen Parteien. Die deutschnationale Reichstags von Lletrischer Kreff, Has und Leitungwasser Oktober gefordert wird. Der Antrag wird damit daß diese Verordnung nicht nur für das gesamte Wirtschaftsleben. sondern auch für den deutschen Privathaushalt vernichtend wirke. sowie auch die rechtliche Verfolgung und die Rechtsorechung ungünstig beeinflusse. Reichstag eichstagsft hat einen bei Lieserung r vom 24. begründet. Aus dem Rechtsausschuß des Reichstages. brensbeträge Beträge. sten Grundbetrages fer für die Lebenshaltungskosten ###den. Nach einer längeren Aussor ayerischen Ausnahmezustand wurde—. trag Dr. Bell(Ztr.) angenommen, wonach für den Fall. daß die B nicht als die Deutsches Reich. Der Industrie= und Handelstag zur na. Der Hauptausschuß des Industrie= und Handelstages hielt in Berlin eine zahlreich besuchte Versammlung ab. Die Sitzung beschäftigte sich vor allem mit der Währungsfrage. Die Rentenmark müsse als wertvolle Errungenschaft mit allen Mitteln erhalten werden. Die möglichst baldige Schaffung einer Goldwadrung wurde gefordert, woil die Rentenmark im wesentlichen ein inländisches Zahlungsmittel sei. Auf der gleichen Versammlung legte der Reichswährungskommissar Dr. Schacht seinen Plan für eine durchereisende Währungsreform vor. Er bezeichnete als erste Notwendigkeit die Stützung der Rentenmark und ihre Erhaltung als wertbeständiges Zahlungsmittel. Zu diesem Zweck soll sie dem Devisenmarkt möglichst ferngehalten werden. Dr. Schacht bezeichnete die Goldwährung als dringende Notwendigkeit, weil man angesichts der immer mehr schwindenden Produktion für die Bezahlung der Rohstoffe im internationalen Verkehr sie benötige. Wenn die deutsche Wirtschaftt imstande sei, für eine Goldnotenbank, die in erster Linie an die Reichsbank anzulehnen sei, einen Fonds aufzubringen, so müsse die Devisengesetzgebung außer Kraft gesetzt werden und der freie Verkehr wieder eingeführt werden. Auf den Vorschlag von Dr. Schacht wurde durch den Industrie= und Handelstag ein Ausschuß zur Förderung der Währungsfrage eingesetzt. Die Reichsbahn in Geldschwierigkeiten. na. Aste wir aus parlamentarischen Kreisen erfahren, ist die Reschveisenbatn in Geldschwierigkeiten geraten. Die nächsten Lohn= und Gehaltszahlungen sind allerdings noch sichergestellt, doch ist es der Reichsbahn richt möglich, die Lieferungen von Material usw. zu begleichen. kai dleses, Jahres, vor tützungsaktion, notierte de nlösung vor der. Woirrammno. are nur noch ¼/.., kostete, denn der Dollar notierte um diese Zeit 11000000 Mk. Diese Geldentwertungserscheinung blieb bestehen bis in die letzten Tage und ist weidlich ausgenutzt worden. Wegbereiter waren fübrende Kreise des Wirtschaftglebens. Hier ist es möglich, eine gerechte, nur den Verdiener treffende und äußerst ergiebige Steuer anzutragen, die außerdem noch, den großen Vorzug besitzt, leicht. schnell. also ohne groben Kostenaufwand erhoben werden zu können. Alle diese Wechsel sind auf dem schnellsten Wege. meist noch am Ausstellungstage, in die Hände der Reichsbank gelangt, die sie auch pflichtschuldigst übernahm und damit diesen Kreisen fürstliche Geschenke machte — auf Kosten des gesamten Volkes, denn eben so schnell. wie sich jeder von dem Wechsel trennte, bis er an seinen Bestimmungsort, der Reichsbank, anlangte. trennte sich der Empfänger des Erlöses, meist der Aussteller von der der Entwertung ausgesetzten Papiermark und— kaufte Devisen. Fast den ganzen Gewinn hatte der Bezogene. der bei Fälligkeit die Einlösung aus der Westentasche vornehmen konnte. So ist es nur ein Akt ausgleichender Gerechtigkeit, wenn er heute einen Teil seiner Riesengewinne wieder heraibt. Damit aber nicht wieder dasselbe traurige Ergebnis ie bei der Ersassung der Kriegsgewinne gezeitigt wird. eine kleine Umrechnung notwendig. Alle Zechsel sind durch die Neichsbank gegangen und dort geucht worden. Von jedem Wechsel wird der Goldmarketrag errechnet, und zwar an Basis Dollarstand des Ausstellungstages. An allen Wechseln ist verdient worden, sehr viel verdient worden, meist 99 Prozent! Rechnen wir nur, um alle Einwände abzuschneiden, mit 80 Prozent und nehmen wir eine redliche Teilung vor. Der Verdiener war der Bezogene. Sein Konto wird mit 40 Proz. des errechneten Goldmark=Wechselbetrages belastet. Die Listen gehen an die einzelnen Finanzämter, die für den Wohnsitz der Bezogenen zuständig sind, zur Einziehung der Beträge.„Der Ertrag der Steuer muß. namentlich auch im Hinblick auf die geringen Erhehungskosten, ganz gewaltig sein. Uebrigens kann er in kurzer Zeit durch einige Beamte geschätzt werden. Es ist ja hierzu nur notwendig, die Tageseingänge an diskontierten Wechseln vom Beginn der beftiosten Entwertungsverioden, sa vielleicht dem 1. Mai an. in Goldmark umzurechnen und von der Summe bis in die letzte Zeit hinein 40 Prozent zu nehmen. Das Ergebnis wird unserem Staatshaushalte und damit auch unserer neuen Währung sehr zu statten kommen. * Der Vorschlag erscheint uns sehr brauchbar. Ob aber die zuständigen Stellen etwas damit anfangen können bzw. wollen, ist eine andere Frage. Leid ins Land gebracht. Auch die Münner der Reglerung können mit dem besten Willen nicht Steine in Brot verwandeln. Jedem völkischen Job zum Vorbild konnte der biblische Job beteuern, er habe. so lange er noch etwas hatte, sein Brot mit dem Waisenkind geteilt und mit der Wolle seiner Schafe die Fvierenden bekleidet. Der Heilige Vater Pius XI. hat auf Allerseelen dieses Jahres in einem Briefe geschrieben: Unsere Allexseelenbitte.„Herr. gib ihnen die ewige Ruhe“, gelte den Toten aller Völker und damit spanne sich ein Regendogen der Klebe Uher alle Völker. Wir müssen alle zusammenhelfen, um über die Not dieses Winters Herr zu werden. Auch den Klöstern müssen wir helsen, damtt sie die vielen Armen von der Klosterpforte nicht wegschicken müssen. Wir ragen nicht nach Partel. jedes Menschenleben Loch einmal Scheänte und Risten nach Leiedüchern und Bilderbüchern und Spielsachen für die armen Kinder. An dem Tage. an dem die Engel Gloria singen, sollen Kinder nicht weinen und hungern. Der Herr gab uns viel Fegefeuer, er gebe uns auch viel Leidenskraft und Läulerung! Alles diese drei: Gla aber ist die 2 ist uns ge Se nstraft enommen, es bleiben uns nung und Liebe— das Provinzielles. * Ihbenbüren, 23. Nov. glucksfall exeignete Zeche in der Nähe des—. Bergarbeiter wurden Motors getöter: ein dritter erlitt erbebliche Verletzungen. Auch auf dem Oeonhausenschacht und auf der Jeche Buchholz erlitten zwei Arbeiter zu gleicher Zeit arge Verletzungen. * R h e i n b e r n. 2 3. N o v.“ B l ä t t e r m e l d u n g e n z u f o l g e wurden dieser Tage auf einem Schacht der Solvanwerke bei Rheinberg der erste WWagen Salz gefördert. Schächte soll jetzt Schacht sich in den nächsten Jahren bei Nillingen bedeutende sein. so daß Bortb und entwickeln wird. tzt gesichert Wallach. strie ente * Medebach, 23. Nov. Die leidige Un scharfe Gegenstände und dergleichen auf dem R befördern, führte hier einen bedauerlichen Unfall b Sezialen. Die Unterstützungssätze für Erwerbslose. * Aus Berlin wird gemeldet: Die wochentäglichen Unterstützungssätze für Erwerbslose betragen vom 19. bis 24. November in der Ortsklasse A für Männer über 21 Jahre 780, unter 21 Jahren 470, für Frauen über 21 Jahre 620, unter 21 Jaber 360, als Familienzuschläge für Ehegatten 200, für jedes Kind und jeden sonstigen unterstützungsberechtigten Angebörigen 150 Milliarden. In der Ortoklasse B sind für die gleichen Gruppen die Zahlen 730, 440, 580, 340. 190 und 140, in der Ortsklasse C 680, 410, 540, 320. 180 und 130, in den Ortoklassen D und E 630. 380. 500, 300, 170 und 120 Milliarden. Die Familienzuschläge dürfen insgesamt den einfachen Hauptunterstützungosatz und die Summe der selbständigen Unterstützung in einem gemeinschaftlichen Haushalt die dovvelte Unterstützung des böchstunterstützten Familienmitgliedes nicht übersteigen. niugen bedeutende Indu Der Grunderwerb ist getätigt. 14te. lad zu #. iyren. Jügrxe hier einen bedauerlichen Unfall berbei. Ein junger Mann von hier fuhr mit dem Rade zum nahen Acker und stürzte unterwegs so unglücklich in einen mitgeführten Misthaken, daß ihm der eine ei in den Oberschenkel eindrang. Der wurde von Passanten zum nahen Arzt dos Eisen entfernt wurde. Nur der### ru—#. Hilfe ist es zu danken, daß keine ernsteren Folge den jungen Mann aus dem Unfall entstanden sind. * Arnsberg, 23. Nov. Das Wasserwerk für das nördliche westsälische Kohlenrevier in Gelseykirchen beabsichtigt in Echthausen ein neues Wasserwerr zu errichten. durch das der Ruhr jährlich bis zu 10 Millionen Kubikmeter entnommen werden sollen. ine Zinken Sebauernswerte den Arzt getragen, wo lhm ir der schleunigen ärztlichen keine ernsteren Volgen für Duis##.#etauor. Die Kriminalpoltzei nahm und eine Frauensperson fest, bei denen man 300 Stück der gestohlenen Münzen fand. Die Einbrecher gebören sämtlich den sevgratistischen Banden an. ) Duisburg. 23. Nov. Wegen Zwischenfälle burg in der Nacht vom 19. zum 20. November kommandierende General Beaurain den Straßenverkehr für die Dauer von 15 Tagen in der Zeit von 10 Uhr abends bis 5 Uhr morgens im gesamten Gebiete der Stadt Duisburg verboten. * Köln, 22. Nov. Ein Boot eines Ruderklubs mit fünf Schüler als Insassen renterte bier in der Höhe der Südbrücke. Während es vier der Schüler gelang. sich zu retten, ertrank der fünfte im Rhein ver den Augen seiner Kameraden. Unruhen und Plünderungen. r0 Berlin, 23. Nov.(Telegr.): An verschiedenen en der Stadt karg er. Teits vorritog Piedc. Im ganzen wurden drei SchlächDer deutsche Job. Von Michael Kardinal Jaulhaber. Am Allerseelentag, hielt Kardinal Michael von gaulbaber im Münchener Dom folgende ergreisende Predigt: gesellt, danr müssen leid uns enden K —##r ist es u. ht voll Sehnsucht nach dem eid voll Sehnsucht nach Erlösung. Türe mit tausend S. sorgen um Wbenn Gleich und Gleich sich gern wir im Leid der Gegenwart mit der gut befreunden. Wie ein Fegefe gekommen, wie eine Nack wie ein Abgrund von Leid#.—— Der Winter steht vor der Türe mit tau Brot und Kartoffeln und Kohlen, mit der Sorge um Ausbildung und Zukunft der Kinder, mit der Frage:„Wie wird es mir in kranken und alten Tagen gehen“, mit der Sorge um die Zukunft unseres Volkes. Hört ihr nicht das leise Wimmern in den Krivpenanstalten ohne genügende Milch und Wärme, das dalblaute Klagen der Dulder aus dem Mittelstande. das überlaute Poltern derer, die mit neuen Trümmern aufbauen wollen? Euer Erzbischof führt euch nicht in den Kreis der triumobierenden Kirche, wo kein Leid. keine Klage, kein Hunger. kein Haß mehr ist. er führt euch in die Schule der leidenden Kirche, um dort zu lernen, gottergeben und leelenstark zu leiden und das Fegeseuer der deutschen Gegenwart zum Heile zu nützen. Drei Ampeln zünden wir in dieser Abendstunde des Allerseelensonntags an, eine dem Glauben, eine dem Hoffen. eine der Bruderliede. Im Leiden muß man glauben— je mehr Glaube desto Stellen der Plünderungen. tereien sowie viele ganzen.... Bäckereien beimgesucht. von ihnen konnte festgenommen werden, ein anderer Bei be efunden. beiden wurden vor Die Separatistenbewegung. Die Agitation an der Nuhr. 23. Nov. 1 Die Separa Ruhrgebiet in eine noch nicht aufgegeben 15 reau das ezieben. Dore meist unter Ausschlub des De eise dafür vor, daß auch perden soll gedie! gewaltsame den Fall des als Biakt, der liegen Beweise dafür vor, daß auch dier eine Agttation angestreht wer Gelingens sind schon die Ser wichtigsten Aemter der Esse nehmen sollen. schlagnahme der—#n als„Neue, Rheinische Zeitung erscheinen soll. Im allgeme der Separatisten auf die Füdrer ist ein gewisser Enden Erwerbslosen eine Rolle allgemeinen stehen aber au sparatistischen Vgitatign völ ber Da die Sevaratisten Hg—. Essen, mit einem heitigen Widerstand aller Volk rechnen müssen, erstreben sie eine enge Verbindungn unternehmen. Sevaratistische Besetungen in Ludwigsbafen. ben. Warumn1 ein M wie eer .oieser die Zertrümmerung arum müssen aud sse ie das Brot der Verbannung elsen. Ich denke an die Kinder, die nach und vorh so schwet varunter leiden. Das wuch Jod. dem die kirchliche Liturgte von Allexseelen die Lesungen und iele Gebete entnimmt, gibt die Antwort:„Der Herr hatte s gegeben, der Herr hat es genommen. Wie der Derr nen erstreckt sich die Agitation rwerdslosen, und als #t aufgetaucht, der früber bei zu sielen versuchte. Im ch. die Erwerbolosen der über Da vis Separginten Iul. Ausrgebset. Beigndere in Essen, mit einem heitigen Widerstand aller Volkskreit rechnen mussen, erstreben ste eing enge B hese er Seit bsei 811 is Tefepphonamt den Betrieb eingestellt vat. Infolg eser Unterbrechung des Fernverkehrs und weil auch di heinbrickenigre heute nachmittag nicht wieder, peöttne orden sind. sonnten, weitere Nachrichten über die Lag Ludwigsbafen noch niat eingeholt werden. # in der Jobsiade der deutschen Gegenwat sich ein Ratschl## Gottes. Was Menschen in der Ausführung. isajanisch gesprochen, als Stecken in der Hand Gottes, dabei fohlen. sind Menschenfehler. Wir dürfen im persönlichen Leid nicht kleingläubig oder ungläubig werden, nicht Gott ins Gesicht hinein den Abschied geben. Viele haben gerade im Leid zu Gott wieder heimgefunden Das ist der Sieg. der die Welt und ihre Leiden überwindet. unser Glaube. Im Leiden muß man hoffen— je mehr Gottvertrauen. sto mehr Leidenskraft. Hoffnuns auf bessere ukunft ist notwendig wie das tägliche Brot. In ffnungslosen Zeiten klammert sich das Volk an jeden trohhalm der Hoffnung und glaubt das falsche Märchen. s X. sei mit im Vatikan erschienen und habe ne Wendung zum Bessern in zwei Jahren verheiden. Die en auch nicht, wie lange sie zu leiden Leidensnacht leuchtet der Stern er Holfnung: Es kommt eine Stunde der Gelösung. lie neue Präsatson der Totenmesse ist, die klassische Aug: geprodlem nicht lösen, wohl aber Ttänen süen, werden in Freuden ohhalm st Vinl ie Wendung zum armen Seelen wissen ben. aber in ihrer #r Hoffnung: E. Die neue Präsatson der 2 prache der christlichen Hoffnung. lasche läßt sich das Leidensprodle nit dem Grundsatz:„Die T wurde tödlich verletzt waffen und Munition vorg c; Barmen, 23. Nov.(Teleg 10 Uhr sammelte sich eine große dem Rathaus und in den 11 Uhr säuberte die Pol angrenzenden Straß nach Heckinghausen, drang dier. Hmmttu tag ein und raubte den gesamten Laden völlig leer. i der Wertherstraße fiel die Menge über ein Fuhrm# ck der Weinhandlung Bauk ber und bemächtigte sich de Inhalts des Wagens. In beiden Fällen kam die Lolizei zu spät. um die Plünderungen zu verbindern. Oberkassel ittags die Alderei # w u r d e n v o l l s t ä n d i g a u s g e b e u t e t. Acht Personen wurden festcenommen. A Koln. 29. Nov.(Telear.) Im Laufe der gen Tages wurden an verschiedenen Stellen. so i Nivves und am Eigelstein nicht gestattete Versa; gen von Erwerbslosen durch die Polizei Nachmittag wurden an einigen Stellen, feld Lager von Lehenemitteln von gen bedrobt. In der Wdderdorferstr Lager von Lebenomitteln gestürmt und Mebl veraubt. Es gelang der Polizei, zunächst 17 Personen und später weitere 8 Personen wegen Teilnahme an dieser Blünderung festzunehmen. Auf dem Verlengraben wurden bei einigen Metzgern die Scheiben eingeschlagen und ein Schubgeschäft geplündert. Als am Eifelolat ein Polizeikommissar und zwei Beamte den Demonstranten entgegentraten, wurden sie ron der Menze niedergeworfen und entwaffnet. Alo weitere Polizel eingrift. flüchtete die Menge. Im ganzen wurden 46 Perlonen wegen Teilnahme an den Blünderungen verbaftet Was ist eine Billion? baben Unser brauchen zu gleichen Zwecken killiarden Papiergeld. Diese ia. aber nur wenige Menschen * Auf den Gassen und Plätzen der Städte und verborgensten Dorswinkeln schwirren heute in Deut die Begriffe der Billionen um unsere Obren. Schulkind sind se schon geläufig. Wenn uns die in der Kindheit Tagen zum Kaufmann schickte. um Sa. oder Zucker zu holen, dann hatten wir ein vaar Pfennige in der Hand: unlere Kinder brauchen zu gleichen Zme# ein gandes Bündel von M Pessoen 2d bsa. Die 89°4 von der Ungebeuerlichkett re Geldfabriken machen das Geld onen in einigen Tagen. und der Deutschen Reiches rechnet mit Trilli Wie groß sind ei einer Millign oder sel unserer Vorstellung noch Raum. Eine Milliarde Mark in deutschen Markstücken von ehedem. dicht nebenetnander gelegt, würde ein sildernes Band von Länge ergeben, und eine Lokomotive m digkeit von 60 Kilometer in der Stunde hra 8 Stunde fabren. W. lionen und Trillionen tbematiker und n der hnet mit Triklionen. och Raum. Eine Milliarde Mark in von ehedem. dicht nebenet ede ein silbernes Band von 25 000 Kil, geben, und eine Lokomotive mit einer Ge on 60 Kilometer in der Stunde bre en und 40 Minuten. um diese Be Wer aber kann sich mit den Beg id Trillionen verständigen, mit der da ünsere Zusiu maten von bekommen. " Wie arof.—. Regentxopsen von vie ergibt sich die erklecklie lionen Liter. Mit#5 15 Millimeter weites Kilometern an Begriffe , Mit venen rechneten? nehmen. der von 143 000 am Aequator len Wen meter Dicke samme enge von rund rmasse könnte Billion Haarbreiten läbt sich den Erdäquator legen. beraus. Eine solche zweieinhalbmal um Nehmen wir als Pergleich. 2 Sekunden 5 Schl ne etwa nicht die Uhr zur V man eine Uhr und Ge. ununterbro noch lange e müßte nor illion Schla killiarden nd eine 10 000 Jahre zählen, um ein nen. Wenn wir nun wissen. Sonne 3326 Billionen Rubikm machtlgs vor diesem Ungebeue ermöglicht uns einen Begriff lionen, daß ein Mensch Tag und zäblen müßte, wenn er in 34 Millionen Rauminhalt der Sonne ausgezählt haben will. Inmitten dieser ungebeuren Zablengrößen, bedeutet der Mensch als Massenerscheinung so gut wie nichts. Wenn man alle Menschen in einer Anzahl von etwa 1600 Millionen auf einmal in den Bodensee versenken würde. so würde der Wasserspiegel nur um wenig mehr als eine Hand Breite. um 15 Zentimeter in die Höhe steigen. Der Verstand und die Seele des Menschen allein sind es. die ihn weit über die Natur und ihre Gröben erheben und ihn befähigen, die Wunder der Zahl zu erkennen und zu berechnen. keine und getan släge hinter sich ion. Wenn ein kann. so muß eine Billion a en. dikmeter. uer. und ie Lalis lhe.e und erst 1000 Mlln Mensch in jeder er Tag und Nacht len zu könInhalt der lteben wir r. 2826 Bile. jede Sekun ionen Jal den will. und Nacht jede Sekunde„drei“ Jahren den Vermischtes. 1 Eluesse Bazirksumt Fluessen berausgerissen wurde. 30 den eingedrückt. Perso Die Beweggründe der Eine Belohnung von des Täters ausgeset (Telegr.) Heute Nacht u dor„ee Maueahis ein gr0 auer wuren. kensterscheiben und Türen wi ind nicht zu Schaden gekomm sind noch gänzlich unaufgeklärt. oldmark sind auf die Ergreitung ters ausgesetzt. 1 Paris. 23. Nov.(Telege.) Der Unterrichtsminister gestern in der Kammer einen Gosetzentwurf eingeicht. nach dem der Frau Professor Curie zum 25. stag der Entdeckung des Radlums als Belohnung reichs ein Betrag von 40 000 Franken gewährt Gründuns eines Gürker Dombauvereins. 1( In Gurk in Kärnten sand vor kurzem die 6 des Gurker Dombauvereins statt, der es sich zur Au gestellt hat. den Gurker Dom im Sinne moderner malpflege zu erforschen und keine Erhaltung stellen. Der Dom zu Gurk ist bekanntlich dar heiligtum Kärntens. Die romantische Pfeilerb mes. um Kärntens. Die romantische Pfeilerbasilika des #####. die nach außen durch ihre Marmorvracht von ungemeiner Wirkung ist, genießt durch die Wandsemälde des Inneren einen Westruf. Ebenso bekannt sind die 10Gäulige Kropta des Domes und die Werke aus der Barockzeit, vor allem die Bleigrunve der Kreuzesabnahme und die Kanzel von G. A. Donner. llioden Von der Von P. Wild. In der Vorkriegszeit, als wir glaubten, auf der Höbe einer abgeklärten Kultur zu stehen, da verebbte unser Leben in einem gewissen Gleichmad, sechs Tage war es Werkeltag, am siebenten aber schönften wir aus der Rube des Genießens neue Kraft für neue frobgewillte Leistunden. Kries und Revolution kamen und unter den Milli nen Toten haben wir einen Großen verlor# Sonntae. Der zarte Hauch des Besonderen, den wir empfanden, wir das Rüstzeug unserer Tätigkeit, sei es Feder, bandgrettlicheres Werkzeug auf Stunden fortlegten, uns das frobe Vorgefühl kommender schbner die wir uns ehrlich erworben hatten. Die Selbstverständlichkeit der Zeiten machte uns hochmütis, wir glaubten, die Zukunft in unserer Hand zu baben und fühlten uns als ibs Herrscher, einstmals. Im Gleichnis vom Turmbau zu Babel, da eine Menschheit glaubte, bis an die Pforten der Ewigkeit zu steigen, da kam ein Strafbericht über das Volk und vernichtete es. Und war es ein Anderes bei uns? Wir dünkten unHerren zu sein der Tiefe der Erde, des Wassers und der Lüfte und merkten gar nicht, das unser nicht mebr ward als dem Wurm in der Erde, den Tieren auf der Ece, den Fischen im Masser oder gar dem Vogel in der Luft, wir schillerten im Glanze unserer Kultur und flogen bis an die Pforte des strablenden Himmelsdomer. Da kam der Krieg und mit ihm fiel alle falsche Kultur, die Scheinpracht von uns ab, denn vor den Toren der Ewiskeit da gab es nur noch ein Ich und ein Du und in weiter Ferne blieb alles andere, das Größte aber, das Vielen die Kraft gegeben hat zum Durchhalten und Ertragen über Menschenkraft, das war das zeine sittliche Gefübl der Pflicht! Dann kum die Revolution und wieder eing ein Irren und Wirren durch die Lande, wie eine Springflut jagten tausend neue Gedanken durch die vermürbten Hirne und werteten alles Gewesene um. Alas uns hoch und beilig gewesen, es wurde in Acht mid Bann getan, statt des sittlichen reinen solbstverständlichen Pflichtbewubtseine eines gläubigen Ibealtomus kam der Gsoismus und tötete seinen Bruder und daute sein Reich auf dem Boden des kraffesten Materialismus. Wohl verkündeten uns tönende# Worte Freitett und Gleichheit, aber in Wahrhett nahm Bicke samigel ArTore 61 uns der Materialiomus alles, was wir besahen, äußerlich und machte auch vor unserm Innern nicht Halt, sondern die Verkünder der Freiheit wollten uns unser Letztes nehmen, unsern Gleuben, und somit das Bewußtsein unserer Pflicht gegen die Allgemeinheit. Alles Lebendivs ist nichtio, heute stehen wir einander gegenüder Mensch gegen Menich mit leeren Händen und wollen doch leben. Wo sind die Verführer, die mit ihren Vporten und Versprechungen aus der Umwälzung Glück versprachen, wo sind die Prediger der Elei und Freibeft, die unsere Vernunst in das Joch Utovien gewannt haben? Die Worte, die uns 2 werden solkten zu einer lichten Zukunft, sie sind verballt. wie nie gewesen, und ihre Anhänger stehen am Rande des Abgrundes. Wir waren blind und sind sebend geworden: nicht in wildem Austoben im Zerbrechen aller Fesseln liegt Zudanft und Freihett, nicht durch ein Schematisieren und Gleichmachen streben wir aufwärts. gleichsein beidt nicht frei sein, das ist eine Verwechselung, de tief in dem Herzen wurzelt. die Errenntnie hat uns die vergangene Zeit gegeben. Wir wollen leben, weil en notwendig ist, daß wir schaffen, solange wir bier sind, dam aber gebört ein gewolltes Gleichmaß seldstwilliger Gflichterfüllung, das alte Ideal, das leben arbeiten beißt, daß wir nur dunch die Tätigkeit unserer Hände, unseretz Geisten unsere Lehensberechtigung erwerden, müssen wir neu erwecken, und er ns eine Pflicht sein, die Arbeit froden Gerzens um elbst willen zu verrichten, nicht um durch sie zu gewissen Genuß zu kommen. Wir müssen kämpfen um unsere verlorenen Güter, müssen sie wieder erwerden. Schulter an Schulter wollen wir darum kämpfen von dem Müillen zum Schaffen durcholüibt, durchdrungen von der Ueberzeugung, daß wie uns nur dann unsern Plat an der Sonne wieder verdienen. die sittliche Wlicht aus per hinaufträgt ei wieder trot allem Wenn Höbe eines reinen Idealis wir aber aufwärts stroben und schaffen fen wir auc die Allgemeinbeit Allemeinbeit, so dürsen mir aucb die Drose anstellen welche Pflichten bei die Allgemeinbeit gegen uns, vo stebt in erster Linie die Pflicht, daß die Hemmnisse. sektigt werden, daß uns die Schaffensfreudigkeit zurück. gegeben wird und unser Ehrzeiz wieder Mann die freie Bahn nach oben weist. gemeinheit muß ibde Pflichten wieder die Wade wieder ins Gleichsewicht Pflicht. * der Stadtverwaltung. Grezabluns Maatznes Beigt: vierte 1—800) in der allerstrade 16. in der Schafren 10. ### Novender 1923. Bekanntmaßane Iie Ziele Lachnirith —. araune 135 Millanden Wir rufen hiermit die von uns ausgegebenen Belanntmeßuns. G Fricshofe nmer 15 a ben Priachüte erbele. Gellenkirchen. don 23. Nou. 1923. zur Einlösung auf. Die Einlösung erfolgt gegen Auslieferung der Notgeldscheine nach Prüfung und Richtigbefund außer durch unsere Grubenkassen in Gelsenkirchen-Bismarck durch folgende Banken: Darmstädter und Hationalbank, Geisenkirchen Direction der Bisconto-Gesellschan, Geisenkirchen. Wir empfehlen größere Mengen Scheine sortenweise gebündelt aufzuliefern. 86850 Steinkoblen-Berguerk Gral Bismarck. Kristall-Palast Ihehensneubnensnensnsushanshensnanerenshensuehanshennatant Totensonntug, den 25. November 1923: Großer Schauspiel-Abend Zur Aufführung gelangt: Die toten Augen Schauspiel in S Akten von Priedr. Schare. Einlaß 6 ½ Uhr.——- Anfang 7½ Uhr. Vorverkauf 10-12 Uhr an der Theaterkasse. Städtische Bilderschau Spielzelten: Samstag bis Mittwoch. Samstag: 7½ Uhr. Totensonntag: 6 Uhr, 8 Uhr. Montag bis Mittwoch: 4 5 Uhr, 7½/ Uhr. In der Strafsache eeile beschen Gelsenkirchen. 17. 14 D. 1122/23. Das Wir haben mehrere 1923. 19941 Wirtsehalliebe Vereiagung selbständiger Kaufleute. Oewerbetreibender u. Handwerker E. V. Oelsenkirchen. Die Geschäftsstelle befindet sich vom 26. d. Mts. Der. Vohwinkelstraße 25, und werden dort alle Beschwerden entzegen genommen, sowie Rechtsauskülalte erteilt. Ebenso sind dort alle Neu-Anmeldungen als Mitglied anzubringen. Die Sprechstunden finden morgens vor 10—12 fl. nachmittags von 3—5 Uhr statt. 26820 Der Verstand. A. Dornhege. Vorsitzender. Tausche! Schinken. Speck od. Mehl gegen guterh. Damenfahrrad. Schriftl. Anerb. u. Nr. 26847 a. d. Gesch. landwirtschaftliche Besitzungen von 6, 19. 40. 43 und 45 Morgen bei Gütersich Bleiefeld und Paderborn, von 270 und 762 Morgen bel in gelegen, zu verkaufen. Außer aben wir Brotpreise ob 24. November 1923. Markenbrot: Wenis gebr. 26842 Anrichte große Zlakwanne und 1 Brotschneidemaschine zu verk. Kampstr. 20. 2. Et. S PlanoundFlügelStorsberg-Chor, Gelsenkirchen Abtellung smusica sacrag. Senntag, 2b. Ucvember 1923, unchm. 5 Uhr in der evangel. Kuche der Neustadt, Josefstraße: Tolensonnlags-Konzert. An der Orzel: Hans Wiltberger. Gladbeck. Aus dem Programm: Jesu, meine Preude(Motette)„ Joh. Seb. Bach Requiem für gemischten Chor und Orgel *„ nans Wi 7 Anfertigung innerhalb 24 Stunden Uraufführung)..... Hans Witberger. I### Llatrittekarten im Planohaus Rating& Nevries Bahnhotstraße 71, sowie bei den Mitgliedern. Preise freiblelbend. Die zu dem Konzert am 9. Novbr. gelösten Karten haben für diese Veranstaltung keine Gültigkeit. Das ausgetallene Konzert findet an einem späteren Termine start. 26704 Die Tragödie eines vergewaltig- f# ten Volkes. Nach Karl Schön-4 gerrs gleichnawigem Bühnen-Ay schauspiel für den Pilm in 4 5 Akten bearbeitet.! 21 Beiprogramm 1. Der Spielmann unserer lieben Frau. 2. Ein Chaplinfllm. 89317 Musik-Begleitung. S LILEMEEEE Theatergemeinschaft Bühnenvolksband Geschäitsstelle Thereslenstraße 7. Gesellenhaus. MIRNIT SEADN MTNBRITMENSMERMTRRRAL4 nttn Sonntag, den 25. Nov. 1923, abends 7½ Uhr: Oruppe Grün. Jedermann Ein mittelalterliches Sptel vom Sterben eines reichen Mannes von Hugo von Hoffmannstbal. ein einige Wohn- und In und bei OelsenVerkauf überommen. Hagemann& Sohn. Gasenerstrade#4. Nr. 1105 Wohnungstausch! 1 98. Schöun 4 Zimmerwohnung. I. Et. Duisbg. Ile Marienter. gegen gleichartige in Oelarn Umsarekostes werden evtl. — Augebete unter V. R. 2304 Ann.-Exs. B. Dietmann, Plerastr. 9. 2000 Milliarden. Grau oder 1000 Milliarden. 7 Bld. Kasselerbrot 2100 Milliarden. 3½ Bid. Kasselerbrot 1050 Milliarden. Garschriter“. 250 Milliarden. Geeibretpreise: 1 Bid. Stuten 500 Milliarden. 3 Bd. 79% Beot 1259 Milliarden. 1 Bid. Zwieback 1500 Milliarden. Obise Markenbrotvreise haben der Preisprüfungsstelle zur Nachbrüfung UIAMRRHM THMAAE durch ersten Konzert stimmer Rating & Nevries. Telephon 975. 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Ganz naturgemäß hat diese Verordnung in den kaufmännischen, gewerblichen Kreisen, in den breiten Schichten des Volkes, ni.„letzter Linie bei den Stadtverwaltungen große Bestürzung hervorgerufen; denn sie schien auf den ersten Blick geeignet zu sein, unserem noch kaum in Gang befindlichen Wirtschaftsleben den letzten Stoß zu versetzen, da weite Kreise des Glaubens waren, daß das Notgeld kein vollgültiges Zahlungsmittel mehr sei. Als seinerzeit die Reichsbank nicht in der Lage war, den Geldumlauf zu decken, sind die Stadtverwaltungen gedrängt worden. Notgeld auszugeben, um das Wirtschaftsleben aufrecht zu erhalten; die großen Werke waren ebenfalls gezwungen, zur Entlöhnung der Arbeiter Notgeld in Zahlung zu geben. Jetzt mit einem Male soll durch die Verordnung der Reichsbank das gesamte Notgeld aus dem Verkehr gezogen werden. " Die Folge dieser Verordnung war zunächst, daß am letzten Donnerstag sämtliche Banken ihre Kassen geschlossen hatten. Die Sorge, die sich der Geschäftswelt ob dieser Maßnahme bemächtigt hatte, kann man umso besser verstehen und würdigen, wenn man bedenkt, daß ungefähr 95 Prozent des hier in Umlauf befindli„„„ daß 90 Erweror„—.— nach Bekanntwerden der Verordnung hat die Stadtverwaltung alle Mittel versucht, um eine Aufhebung der Verordnung oder doch mindestens eine Milderung herbeizuführen. In wiederholten längeren Ferngesprächen hat der Finanzdezernent unserer Stadt, Beigeordneter Dr. Gaertner, den Dezernenten für Notgeld beim Finanzministerium auf die Schwierigkeiten, die durch diese Verordnung hinsichtlich der Ruhe und Ordnung in unserer Stadt und bezüglich der Stockungen in unserem Wirtschaftsleben entstehen können, hingewiesen und ihn gebeten, mit Rücksicht auf die schwierigen Verhältnisse im Ruhrgebiet seinen ganzen Einfluß geltend zu machen, um die Verordnung außer Kraft zu setzen. Die Bemühungen des Beigeordneten Dr. Gaertner haben den gewünschten Erfolg nicht gehabt. Auch eine Konferenz der Städtevereinigung, die am Donnerstag in Köln stattfand, an der Oberbürgermeister v. Wedelstaedt teilgenommen, hat einen scharfen Protest gegen diese Maßnahme der Reichsbank nach Berlin gesandt und einen Vertreter dorthin beordert, um an maßgebender Stelle Einspruch zu erheben. Die Gründe, welche das Finanzministerium für den plötzlichen Erlaß der Verordnung angibt, sind u. a. darin zu suchen, daß die Reichsbank in drei Wochen den Konkurs anmelden mußte, wenn das Rotgeld weiter in Umlauf bliebe; ferner daß Notgeld in Reichsgeld umgetauscht worden ist, mit welchem Devisen gekauft wurden, die größtenteils zum Schaden des Reiches verwandt worden sind. Die Plötzlichkeit der Verordnung wird damit begründet, daß durch sie mit einem Male die Notenvresse zum Stillstand gebracht werden sollte. Die Verordnung hat inzwischen insofern eine kleine Aenderung erfahren, daß die Reichsbank bereit ist, bis kommenden Mittwoch zur Deckung von Wechseln im Betrage bis 100 Billionen Notgeldanzunehmen. Diese Aenderung hat allerdings für die breite Oeffentlichkeit absolut keine Bedeutung. Auf Einladung der Stadtverwaltung sand nun gestern Vormittag im Stadtverordnetensitzungssaale eine Versammlung statt, zu der Vertreter der Banken, der Kaufmannschaft, der Großindustrie, der Arbeiter und der Presse geladen waren, um die durch die Verordnung geene Lage zu besprechen. In längeren Ausführungen beschäftigten sich Oberbürgermeister von Wedelstaedt und Beigeordneter Dr. Gaertner mit den aus der Verordnung für die Stadt sich ergebenden Konsequenzen und gaben Mittel und Wege an, auf welche Weise für eine sogenannte Uebergangszeit sich ein Verkehr zwischen Stadtverwaltung und Banken einerseits und Banken und Geschäftsmelt anderseits aufrecht erhalten ließe. Die dreistündigen Beratungen endigten mit der Festsetzung von Richtlinien 1. für die Einziehung des Notgeldes des Stadt= und Landkreises Gelsenkirchen und der im Geschäftsverkehr mit der Stadtverwaltung Gelsenkirchen stehenden Gemeinden bis zum 1. Dezember, 2. mit dem hier im Umlauf befindlichen Notgeld aus den übrigen Gemeinden bis zum 1. Dezember; 3. mit der Festsetzung einer Umlauffrist des Notgeldes des Stadt= und Landkreises Gelsenkirchen neben dem Reichsgeld. Ferner wurde verlangt, daß die industriellen Werke Einlösungsstellen für das von ihnen berausgegebene Notgeld bezeichnen sollen. Auf diese Weise will die Stadtverwaltung innerhalb einer bestimmten Frist das gesamte Notgeld aus den Verkehr ziehen. In den Nachmittagsstunden hatte Beig. Dr. Gaertner mit Vertretern der Banken noch eine Besprechung, in der die banktechnische Seite der Fraue besprochen und erledigt worden ist. Zusammenfassend dürfen wir folgendes feststellen: Das Notgeld des Stadt= und Landkreises Gelsenkirchen und das der einheimischen Industrie, die Einlösungsstellen in Gelsenkirchen benannt hat, ist nach wie vor vollgültiges Zahlungsmittel, für das die Ausgabestellen Deckung geschaffen haben. Es bestebt keine Veraulalsung, diesem Gelde Mißtrauen entgegen zu bringen. Die Bevölkerung wird daher vor Nervosität gewgrnt. Die Banken werden dieses Geld zunächst annehmen. Es darf aber erwartet werden, daß nur die Beträge bei den Banken aufgeliefert werden, die normaler Weise im täglichen Verkehr zur Ablieferung gelangen. Die Auflieferung hat sortiert und gebündelt nach Ausgabestellen und Neunwerten georonet zu erfolgen. Auch die Geschäftswelt nimmt das Notgeld bie zur Regelung in Zahlung. * Das Notgeld des Steinkohlenbergwerks„Graf Bismarck“ ist zur Einlösung aufgerufen. Außer den Grubenkassen sind die Banken mit der Einlösung beauftragt.(Vergl. die Anzeige im Anzeigenteil). Tokales. Gellenkirchen, den 23. November 1923. Weihnachten der Armen. * Der Katholische Frauenbund wendet sich mit folgender herzlicher Bitte an die Frauen und Mütter: „Auch im kommenden harten Winter wird ein Weihnachtsfest sein, auf das sich tausende Gelsenkirchener Kinder freuen! Schon Wochen vorher sieht man die Kleinen ihre Stumpfnäschen gegen die Fensterscheiben der Spielwarenläden drücken, mit verlangenden Augen sehnsüchtig die Herrlichkeiten anzuschauen, die das Christkind ihnen bringen soll! Sollen die Kleinen nicht vergenens hoffen und wünschen, so müssen wir helfen! Denn in diesem Jahre wird es schwerer werden denn je, um die Enttäuschung vieler armen Kinder am heiligen Abend zu verhindern! Darum, Frauen und Mütter, helft uns! Wir errichten eine Iimmelawerithttet und bitten um Ueberlassung von Spielsachen, sonstiger Kindersachen und Geldsvenden. In manchen Kinderzimmern finden sich viele entbehrliche Schätze. Wenn auch die Pupven keine Kövfe oder Arme haben, die Pferde keine Beine, die Wagen keine Räder: in der Himmelswerkstätte wird das kovflose Lieschen und das armlose Elschen zu reizenden Pupvenkindern gemacht, und selig werden sie am heiligen Abend von glücklichen Kinderärmchen ans Herz gedrückt! Und der hinkende oder zweioder dreibeinige Gaul wird zum stolzen Roß und ein kleiner Mann mit leuchtenden Augen reitet Weihnachten strablend darauf! Darum helfet uns. die Kleinen glücklich zu machen, bringt was ihr habt! Allesist brauchbar! Fleißige, geschickte Hände schnitzen, leimen, malen, waschen und nähen in der„Himmelswerkstätte". Mitte Dezember wird eine Ausstellung der Svielwaren sein, die zu ganz billigen Preisen abgegeben werden. Jeder, Mann und Frau, der in glücklichen Kindertagen die Seligkeit des Weihnachtsfestes gekannt, muß geben und helfen. Dies ist unsere herzlichste Bitte. Durch unser Sekretariat(Neustraße 1), durch unsere Vertrauensmitglieder und durch den Fernsorecher 3567 nehmen wir Mitteilungen gerne entgegen. Auf Wunsch werden die Sachen durch Mitglieder von„Neu=Deutsch= land" abdeholt. Die Rentenmark im besetzten Gebiet. ** Wie uns ein Berliner Mitarbeiter meldet, ist die Rentenmarr nun auch für die besetzten Gebiete zugelassen. Von Seiten der Reichsregierung werden aber bestimmte Sicherungen verlangt werden, dagegen daß diese Rentenmark nicht ebenso, wie das bei der Paviermark der Fall war, der Beschlagnahme unterworfen wird. Damit ist aber die Fräge der Zahlungsmittel für die besetzten Gebiete noch nicht vollständig gelöst. Das Projekt der Schaffung wertbeständigen Notgeldes wird weiter verfolgt und zur Durchführung gebracht. Dieses Notgeld wird zu 60 Prozent vom Reich und zu 40 Prozent von den Städten gedeckt. Die rheinische Währungsbank wird kaum vor zwei Monaten in Funktion treten können, und dieses Wäbrungsgeld wäre nach seiner ganzen Verfassung und Gestaltung kaum Umlaufsmittel für die Bevölkerung, als vielmehr für die Industrie. Die Gelsenkirchener Kunstwoche, deren Programm wir am Donnerstag wiedergegeben haben, beginnt erst am übernächsten Sonntag. )( Steuerabzug vom Lohn und Gehalt. Laut„Reichsanzeiger" beträgt die Verbältniszahl, mit der die in der zweiten Septemberhälfte in Geltung gewesenen Ermätzigungssätze beim Steuerabzug vom Arbeitslohn zu vervielfachen sind, für die Zett vom 25. November bis 1. Dezember 1923 einschließlich von jeder bis 1. Desember 1923 erfolgenden Zahlung von dem bis zum 1. Dezember 1923 fällig gewordenen Arbeitslohn 700 000. 28. Städtisches Somphonie=Konzert in der Stadtballe. Es wird darauf bingewiesen, daß für das am Montag. abends 7¼ Uhr. stattfindende 2. städtische Symphonie——— 7½ Uhr, stattfindende 2. Wrnuen. konzert die Vormieter ihre Eintrittskarten bis heute mittag 1 Uhr im städtischen Konzertbureau. Rathaus. Zimmer 45a). eingelöst haben müssen. Die gelbe Vormietekarte ist mitzubringen. Sofern die Vormieter ihre Eintrittskarten für die belegten Plätze vor dem Konzert nicht einlösen. sind die Karten binnen 3 Tagen nach dem Konzert in entsprechend aufgewertetem Gelde zu bezahlen. falls sie von der Konzertabteilung nicht anderweitig verkauft werden konnten. Am Montag ist der Kartenverkauf für die Nichtvormieter ebenfalls im städtischen Konzertbureau und an der Abendkasse. * Verstärkung des Straßenbahnbetriebes wieder gestattet. Das städtische Besatzungsamt teilt mit:„Der kommandierende General der französischen Rheinarmee hat mit Spezialverfügung Nr. 82 die Verordnung Nr. 52, durch welche verboten wurde, den Straßenbahnbettieb über den normalen Betrieb des Jahres 1922 hinaus zu verstärken, aufgehoben.“ Die Feuerwache ist gestern abend durch falschen Alarm zum Ausrücken gezwungen worden. Als die Abteilung am Bahnhofsvorvlatz angekommen war. stellte sich heraus, daß ein Frevler die Scheibe des Feuermelders eingeschlagen hatte. Leider gelang es nicht. den Täter festzunehmen. = Diebstähle. Einem Milchhändler in der Unkelstraße wurden 7 Billionen Mark aus der Tageskasse gestohlen.— In der Nacht zum 21. ds. Mts. wurden in der Herzogstraße ein Hühnerstall erbrochen und 6 Hühner an Ort und Stelle abgeschlachtet und gestohlen. = Schwindler bei der„Schwarzen Börse". Bei dem täglich großer werdenden Unwesen der sogenannten „Schwarzen Börsen“ ist es nur natürlich, daß dort auch Schwindler und Betrüger ihr Gewerbe ausüben. Es ist wiederholt vorgekommen, daß kleine Geschäftsleute und sonstige Personen um ihr Geld gebracht worden sind. So wur un wurden einem Kleinkaufmann ein 20 Frankenschein Er und einem schwindelt. händler 100 Franken abgefalle konnten dem Betrogenen die 20 Franken durch die Kriminalvolizei wieder ausgehändigt werden. Die Geschädigten vergessen bei ihren Anzeigen, daß sie sich selbst wegen verhotenen Devisenhandels strafbar machen. •! Ein= und Ausfuhr. Die von der Handelskammer Bochum eingerichtete Vorvrüfungsstelle für Zu= und Ablauf= Ein= und Ausfuhrbewilligungsanträge hat ihre Tätigkeit seit einer Reihe von Tagen voll aufenommen. Die Anträge können vormittags während r Dienststunden in der Geschäftsstelle der Handelsmmer. Scharnhorststraße 12, abgegeben werden. Die sammer besorgt die Vorvrüfung der Anträge, ihre Ueberbringung nach Essen und die Rückholung der bewilligten Anträge. Für die Firmen empfiehlt sich die Inanspruchnahme der Vorprüfungsstelle der Handelskammer, da sie eine mindestens zweimalige Fahrt nach Essen sowie langes Warten beim Ein= und Ausfuhramt infolge des großen Andranges ersparen. Aus dem Vereinsleben. ## Katholisches Kreuzbündnis Schalke. Sonntag nachmittag 4 Uhr wird der Diözesandirektor Pfarrvikar stermann im Weißen Saale der„Eintracht“ einen = Verein latholisch=kaufmännischer Gehilsinnen und Beamtinnen. Morgen nachmittag 4 Uhr Zusammenkunft der Jugendlichen. Vortrag und Soiele. 5 Uhr Versammlung für beide Abteilungen. Montag abend 7.30 Uhr religiös=wilsenschaftlicher Vortrag in der Kavelle des Krankenhauses. A St. Cäcilien=Pfarrürchenchor Ueckendorf. Der Chor feiert mi gen sein Patronatsfest mit einem Konzert, zu dem u. a. Fräulein Hörsting ihre Mitwirkung zugesagt rogramm setzt sich aus wertvollen Nummern hak. Das Programm zusamm 1. Anfang 7 Uhr. a5 St. Georo=Kuappenverei Uhr xeligiös=wissenschaftlicher des Marienbospitales. Für die von Hugo beginnt um *r Theatergemeinschaft„Bühnenvolksbund“. Gruppe„Grün“ wird morgen„Jedermann“ v. Hoffmannstbal gegeben. Die Varstellung be 7¾ Uhr.(S. d. Anzeige). 6 Bund der Kriegsbeschädigten. Die für morgen gevlante Gedenkfeier auf dem Ehrenfriedhof zu Heßler muß wegen Verbots leider ausfallen.— Die Mitglieder versammeln sich um 3 Uhr bei Dirkes. * Storoberg=Chor. Wir machen an dieser Stelle noch einmal auf das am Toten Neustadtkirche sacra“ unseres Wirtschaftliche Vereinigung selbständiger Kaufleute. Gewerbetreibender und Handwerker. Am 20. d. Mts. fand im„Deutschen Haus“ eine Mitgliederverzirka rg=Chor. Wir machen an dieser Stelle noch das am Totensonntag in der evangelischen stattfindende Konzert der Abteilung„musiea s Chores aufmerksam.(Siebe Anzeige). sammlung der vor 3 Monaten von ständigen Kaufleuten. Gewerbetreibenden a 1000 selbund Handrdung einer—— hilfe, erledigt war, referierte de Vorsitzende über Ziele und Bestrebungen der Vereinigung und führte dabei u. a. aus: Ein großer Teil des vor dem Kriegt in auckömmlichen Verhältnissen lebenden. zum Teil logar sehr woblhabenden Mittelstandes, ist heute verarmt und in äußerste Notlage versetzt. er siebt der Zukunft trost= und hoffnungslos entgegen. Durch den Krieg und durch den darauffolgenden Wirtschaftskampf befindet sich der Mittelstand dem Ruin und der Verelendung preisgegeben. Der Mittelstand verlangt vom Staat Hilie. aber nicht Hilfe durch eine unzureichende Geldunterstützung. sondern Hilfe durch eine Gesetzgebung. die ihm die Möglichkeit bietet, sich aus eigener Kraft wieder emporzuarbeiten. Er will nicht, wie es durch das Reichsgesetz vom 4. Februar 1923 geschiebt. Almosen empfänger der Kommunen bezw. des Reiches werden. Die Gesetzgebung der letzten Jahre habe diesem berechtigten Verlangen gegenüber nicht nur verlagt. sondern sogar manches getan. um die Verarmung des Mittel standes berbeizuführen. Der Mittelstand. der nich organisiert war und sich auch nicht organisieren lassen wollte, ist bei den Wirtschaftskämpfen, da er von mächtigen Organisationen gemeinschaftlich bekämpft wurde. vollständis unter die Räder geraten. Rettung aus dieser Not kann nur eine vorausschauende Gesetzgebung, die jede Maßnahme in ihrer Rückwirkung auf den Mittelstand prüft. herbeiführen. Man dart es nicht länger in stiller Resignation bei dem Gedanken bewenden lassen:„Es gibt keinen Mittelstand mehr“. oder „Der Mittelstand ist tot". usw., sondern:„Der Mittelstand muß sich endlich aufraffen. der Mittelstand uno muß sich organisieren!" Der Mittelstand muß Schulter an Schulter in der„Wirtschaftlichen Vereinigung" zusammengeschlossen den Kampf zur Erbaltung seiner Existenz aufnehmen. Weiter führte der Redner an. daß bisher seitens der hiesigen Stadtverwaltung den Eingaben der ihrer Existenz beraubten Kaufleute und Handwerker. die sich der Vereinigung angeschlossen baben. nicht die genügende Beachtung geschenkt würde und daß die Beantwortung und Erledigung dieser Eingaben trotz der Bemühungen des Vorstandes noch nicht erfolat sei. Die Perwaltung müsse den Bürgern die Schwierigkeit des Deseinskampfes erleichtern.— Nachdem 48 neue Mitglieder der Vereinigung beigetreten, kündigte der Vorsitzende an. daß die Mitgliederversammlungen von nun an in den beiden bürgerlichen Zeitungen veröffentlicht werden und daß sich die Geschäftsstelle der„Wirtschaftlichen Vereiniguns“ ab 26. d. Mts. Vobwinkelstr. 25 befindet. Alle Anwesenden erboten sich. durch rege Agitation für die Mittelstandsbewegung einzutreten. Man war allgemein der Ansicht, daß der Mittelstand sich organtlieren müsse und alle seine Angehörigen sich der Vereinigung anschließen sollten. Nur gee ihre Rechte erkämpfen. nur geschlossen — Deutschl t am Wiederaufbau tschlands erfüllen. och wurden von alk. Hauptstraße. in entwendet. dem Kraftwagen Aus der Umgegens. * Wattenscheid. 23. Nov. Dem 1. wurden 15 Hühner ge vorher getötet worden lagen noch im Stall. * Westenfeld. 23. Nov. Am Mittwoch einem vor der Wirtschaft Gottschalk. stehenden Auto zwei Gummireise Die Reisen waren als Ersatzreisen an befestigt. * Wanne=Eickel. 23. Nov. Das Schulgeld für das Realgomnasium und Lozeum wird vorläufig auf monatlich 4 Goldwark für einheimische Schüler festgesetzt. Für die Schüler(innen) aus den Gemeinden Eickel und Hordel kann das Schulgeld bei der Gemeindekasse Eickel eingezahlt werden. Die nächste Einzahlung ist somit mit 2 Goldmark. für Auswärtige 2.50 Goldmark nach dem Stande vom 20. d. Mts. bis zum 23. d. Mts. zu leisten. * Buer. 23. Nov. Einem Kaufmann der## wurden aus seinem Ladenlokal mittels 6 Tabakwaren im Werte von 75 Billionen— einem Anwohner der Essenerstraße aus dem verschlossenen Hühnerstall neun Hühner, im Werte von 27 Billionen Mark. einem Kaufmann der Essenerstraße aus seinem verschlossenen Kontor aus einer Geldkassette 23 Billionen Mark Bargeld. von der Baustelle der Schachtanlage Scholnen ein Kreissägeblatt im Werte von 150 Billionen Mark gestohlen. * Horst. 23. Nov. In Wolbeck beging seinen 80. Geburtstag in bemerkenswerter geistiger und körp Frische der Sanitätsrat das zarte„Blumengeflüster" anführen Ille Schütz und Ediib Banne: Hilde Aus beim sischer faulenbandle Aufmachung lang den Feuer. u Tenor. Die recht flott gespielte maus“ leitete den zweiten Teil ein Ingenbaas und Leo Silvert aus, den heraus und lieben uns in Duetten. die mit Tänzen per bunden und zum Teil Overetten entnommen sind, darüber im Zweifel. ob wir idrem Gesang oder den rhothmischen Bewegungen größeren Beifall zollen sollten. Nach ihnen traten ihre Vorgänger und Vorgängerinnen nacheinander zum zweiten Male vor die Ramve. und jeder Darbietung folgte wieder der lebbafteste Beifall. nachung waren gleich ortainell.. den Straußschen Donaumellenwalzer mit wiener r. und ihr Gatt.e brillierte mit r. Die recht flott gespielte Ou abre zischem rächtigen Flederdann tanzten Hilde vert aus den. Kulissen rie mit seinem Ouverture zur„Fled, Turnen= Sport= Spiel. Trabrennen zu Gelsenkirchen. Großer Herbstvreis. K 9sct. bedt beste Ierlander. Klasfe s. ein Stichfahren 2 * Unterschrifte nuten am meisten auf Kampf um den bochGleichwertigkeit s steht t 22 Unterschriften. Pferde önia Midas. Auroca II. #oello IV fallen von den Genan und werden sich einen erbitterten Kampf um,27.7.—.— dotierten Preis liefern. Bei der Gleichwertigkeit der Konkurrenten ist der Ausgang des Rennens durchaus offen und mit drei Stechen für die endgültige Entscheidung Neben diesem Rennen verdient besondere Beachtung r Nordkanal=Preis. der der internationalen lasse der Traber vorbebalten ist. Für dieses über 2400 keter führende Rennen geben Long A., der sich bedeutend verbessert hat. Flieger I. Frauenthaler. Languste und Bobbo l mit guten Aussichten an den start. Falls Könia Midas hier starten sollte, ist er leichfalls zu beachten. Den Herrenfahrern ist der silbach=Preis vorbebalten. Da an den letzten Renntagen die Herrenfahrer jede Gelegenheit wahrnehmen werden. selbst zu steuern, ist damit zu rechnen, daß sämtlich genannten Pferde am Start erscheinen werden. Liliomfi und Nauchwolke gehen vorneweg und haben allererste Chancen. Immerfort. Harald und Languste nennen wir von den hinteren Pferden. besonders Immerfort, wenn sich sein jung Harald und teren Pferden. bejunger Besitzer mit Der Extt=Breis it für die Zwejjährigen reserviert. I. Nigella und Cäcilie Watts kommen für sonders Immerjort, wenn sich dem schnellen Hengst gut abfinder. Oaa l. Rigella und Ekelite Watts konm den Sieg an erster Stelle in Frage. Im Niers=Preis halten wir an Ere Agitation und Hansi„Medium. Lieschen. die schon gute Momente gezeigt hat. bat Erlaubnis und Falls der We sinnt ist. werden voll und gans auf. a 1. Lone hat große anstaltung günstig geTrabersports wieder mmen, zumal die Eingehalten sind. Da ein wegen der vorder Deutsche Jugenökraft. Der morgige Sonntag bringt regen Svortbetrieb bei caeseiaes. In der Gaullasse treifen ich im ReiterT. u. B. Ueckendor!— Neustadt wird sich gegen die robn anstrengen müssen, um ehrenvoll“ ab derner Elf sc. per jeiden. ehrenvoll“ abzuschneiden. se zu treffen, bält schwer, de beide nlich gleich stark anzusprechen sind. Hier eine Voraussage Mannschaften als ziemli Die jungen Bismarcker Spieler werden den wohl die Punkte überlassen müsse eranern ssen. emerkenswerter geistiger und körverlicher der Gründer des Lackmannschen Sanatoriums. Dr. Wilh. Laamann. Geboren zu Horst. ###. Wilh. Lackmann. er aufgewachsen in Wolbeck, ließ fgewachsen in Wolbea. ließ er sich nach mehr. Praxis in Bochum in Wolbeck nieder, wo er das Sanatorlum einrichtete, das sich im Laufe der einer von nah und fern gern entwickelte. In Bochum sowohl Dr. Lackmann Zentrumso. wurde er versönlich bekannt und befreundet mit dessen Teilnahme am Bochumer Katbolikenigs er durch Gnnaz“ Aur Liient. froh. wo ei b im Lause der Jahre zu besuchten Erbolungsstätte als in Wolbeck stellte sich Bochum sowohl als in Wolbeck stellte sich in die vordersten Reiden der ewegung. Und in dieser Eigenschaft lich bekannt und befreundet mit Windtdorst. Versprag Katholiken denn auch prompt lieferten. * Gladbeck. wird nach hier schen Verwaltung #eck. 23. Nov. Oberbürgermeister Dr. Jon## hier zurückkehren und die Leitung der städtischen Verwaltung in den nächsten Tagen wieder übernehmen. nachdem die Besatzungsbehörde die Rückkebr des Herrn Oberbürgermeisters in sein Amt erfreulicherweise gestattet bat. Ildenburg und rheite“ auch im us seiner umfangstohlenen lgende Gegenstände ümer lande. in der Teile von Ol borner Lande.„gearbeitet" hatte. Aus sei reichen Beute ist zwar schon manches den wieder zugestellt worden. aber für folgende haben sich noch keine Eigentümer gefunden: 2 silberne Tafelleuchter Renaissance. Säule mit viereckigem Fuß. oben 8es'g und ausgebogen. 2 antike Bronzeleuchter 1 silbernes Meßkännchen(Barock). 1 vergoldeter Kelchlöffel, 1 antikes Reliquienkreu von zwei silbernen Kettchen. 1 silberner Meßt 1 silbernes Lamm Gottes mit der Fahne, 1 1 kessel. Bronze mit eisernem Bügel und drei A teres ist von der Kriminalvolizei in Mün fabren. Theater=Musik=Vorträge Bunter Abend im Zentral=Cheater. Gelsenkirchen. 23. Nov. Ein allerliebstes Quedlibet. +P G bei dem und Esse fröhlichen Montag abend 7.30 sortrag in der Kavelle jeder auf seine Rechnung k# ssener Künstler und Künstleri lechem Wetteise zu sagen. wem ihrer Art vortrefflich... Conferencier machte, ließ in launigen Gedichten und Gedichtchen seinen gan en Humör vom Stavel; er brachte u. g. die schöne Gesckichte von der aus Fink und Spatz detehenden Kirschenvrüfungskommission und erzielte Mit einem„Donnerwetter“ einen rauschenden Beifall. Mit ebenso anmutigen wie derenten Tänzen, von denen wir Rotthausen— Arminia Recklinghausen. Rotthausen muß Sonntas. um die Spitze der Tabelle zu halten, alles aus sich berausgeben. Heßler— Arminia Eickel. Der Ausgang des Spiels ist vollkommen ungewiß. D. J. K. Bulmke 1.— D. I. K. Wanne=West. —(Gauklasse) 4: 3(3: 1). Am, Bußtgge, traten sich beid.„Ateeiner Gae aftswielen und kann in— uf Minuten später kann der Mittelläuser durch einen langen Schuß bereits das zweite Tor für seine Farben srzielen„Jetzt tritt die Anrube und die Härte besonder: 5=M das der Pause geht Wanne mächtig aus sl in kurzen Abständen die beiden Tore auf zwei langen Schüssen erzielen. Aber immer noch bleibt das Spiel bart. Ein Bulmker Svpieler verläßt ohne Grund den Platz. Aber auch mit zehn Mann spielend, kann die Bulmker Mannschaft das Sviel offenhalten. Nurz vor Schluß kann Bulmke durch seinen Mittelläufer zum siegbringe: kommen, das auf das Konto des Wanner Torwarts kommt.— Vox diesem Spiel trafen sich die beiden Jugendonnte gbringende - Wanner Tory i.— Vor diesem Sviel trafen sich die beiden Iu mannschaften beider Vereine. Die Bulmker Jugend ki das Spiel mit 2:0 für sich entscheiden. Heßler— Hüllen 4: 6. Spielvereinigung Bismarck 1— Rönigssteele 1. Die Vereine treffen sich Sonntag nachmittag 2½ Uhr auf dem Spoxtvlatze an der Wilbelmstraße am Waldschlößchen zum Freundschaftssviele. Da Königssteele Führer der A=Klasse ist. und Bismarc umgestellt hat. verspricht der Kampf interessanter zu werd S. V. Hüllen 97 1— T. V. Eickel 1. Am kommenden Sonntag stehen sich auf dem Sportplatz an der Hüller Mühle obige Gegner im seigten auch berfüllt war, zähl gans bervorracende Tattturgen. Als bester Einzelwettfurner ging der auch bei den Gelsenkirchener Turneen bestens bekannte Turner Alexander Sachie von der Hamburger Turnerschalt von 1816 Zumbumger krsare“; dervor dur. u tebet u Punkten Lurger Turnerschaft po: Die Hamburger Mannschaft kon den Sieg mit 2450 Dunkten a Stelle stand Leipzig mit 2357 nicht recht aufkommen konnte Handel und Gewerbe. Wirtschaftszahlen von heute. Dollar(amtlich) 4 189 500 000 000 M. 1 Soldmark(1 Dollar durch 4.2) 997 500 000 000 M. Silberankausspreis ab 19. Nou.: 236 006 000 609% Reichsbankdiokont 30% arte im Nadverkebe ab 29. Non. 4 800 603 633 M. irte im Fernverkehr ab 29. Nov. 10 600 003 033 2. im Nadverkeor ab 29. Non.. 19 Brief im Fernverkeor ab 29. Nou. 20 Personenverkobrinden ab 17. Nov. 699 503 62 000 M. #terverkebrinder ab 17. Non. 399 909 093 800 M. Lebenohaltungsinder ab 18. Nos. 631 909 409 699% Ortsgesprach......... 7 599 399 0o9 P. Kleinhaudelsmultivlikator*)... 1 906 603 606 033 M. erumrechnungssatz.... 1 899 003 600 603 M. zitätevreis für Licht und Kraft(1 Kilowatt= stunde) und Gasvreis(1 Kubikmeter): Rechnung auf Goldmarkbasis nach— langsam anfaugenden vermehrten„Figoringgug der Res*) Die Festsetzung erfolgt und iR gülüg von Mittag gn Die Kartellverordnung in Kraft. * Berlin, 30. Nov. Um 20. November 1923 ist die Veroronung gegen Mibbrauch wirtschaftlicher Machtstellung vom 2. November 1923 in Kraft getreten. Seitdem mit gesetzlichen Maßnahmen gegen die Auswüchse des Kartellwesens gerechnet werden konnte, hat bereits eine Reibe von Verbänden ihre Zahlungsbedingungen den Bedürfnissen der Verbraucher anzudassen gesucht. Bei einigen Verdänden bedurfte es jedoch behördlicher Anregung, um sie zu einer Erleichterung ihrer Bedingungen zu veranlassen. Diesem Eingreisen der Bebörden wurde im Hinblick auf die nunmehr zur Verfügung kehenden gesetzlichen Machtmittel schneller und sachsich wettergedend als dieher entsprochen. So dat bereits die Kartellverordnung vor ihrem Inkrafttreten in günstigem Sinne auf die Verbands=Bedingungen und damit auf den allgemeinen Warenumlau! und die Peeisgestaltung gewirkt. Die Fälle, in denen bisber nu: ungenügende Erleichterungen vorgenommen und unbillige Bedingungen aufrechterhalten worden sind, werden in Küwe das Kartellgericht beschäftigen. Das Kartellgericht in inzwischen beim Reichswirtschaftsgericht eingesetzt. Den Vorsitz führt der GeLeime Oberregterungsrat Dr. Georg Lukas, Präsident der eichswirtschaftsgerichte, dessen Stellvertreter der Gebeime Justizrat Dr. Schwering und der Landgerichtsdirektor a. D. Hermann Nietze sind. tenmark in den Geldverkehr angeseben. Bei uneinheitlicher Kurshildung ergaben sich gegenüber don Schlußkursen am Montag im allgemeinen nur geringe und größtentel.„ nur einige Billionen bet Etwas größer etragende waren diese bei inge Kursver einigen Schifferungen. Etwas ar zialpapieren am Montan=, Elektrizitäts= und Schiffenmarkte, wo sie bei Essener Steinkohlen. Bar. enex ung, Sthineswerken 20.—45 Billionen betragen. se Geschäftsstille erstreckte sich aug auf den Rentenmärkt. nter waren Valutarenten ebenfalls nur geringlgis verändert. wogegen besonders alte Preußische Konund Reichsanleihe sich im Kurse zum Teil erheblich Die Fleischversorgung und der Devisenmangel. II Eisen, 23. Nov. Der Bezirksperbe and und Westfalen im deutschen Fleisch er sich über die beiden Westprovinzen und über das iegerland erstreckt, hielt vorgestern im städtischen Saalau seinen Obermeistertag ab. der sehr rege besucht war. ie Tagung. an der auch der Vertreter der Stadiverwal tung teilnahm, beschäftigte sich in der Hauptsache mit der mißlichen Lage im Fleischergewerbe. Der Vorsitzende Multbaup=Essen führte aus, daß das Fleischergewerbe bei ndRbeinchexverband. übe handelt wurden. Durch die ganze Aussprache zog sich als roter Baden die Forderung hindurch: Wie erhalten wit Devisen? Zum Schluß wurde eine Entschliekung gefabt, die an die Aegierung gerichtet soll und in welcher der Reschokanzler auf in„größerem Umfange Devisen na# fälischen Industriegebiet zu überwe werden skanzler aufgefordert wird. ch dem rheinisch isen. isch=west evisenmarkt wurden bei ver= einem weiteren Rückgang des Viehauftr e Devisenvreise bei gröbern Zutei= in der Lage sein werde, die Bevölkerung aß das Fleischergen Vevökterung d. 1icht wie gestern kestaestellt. westfällschen Jndustriegebjets, mit Frischtleisch, ur bei De. dag. Die seit dem Jadm 1916 be Die seit dem Jahre 1916 be= versorgen. Auf den 36 bedeutenden Viehmärkten ist s eine demnachst September v. J. bis zum Dezember ende nung Seibeun Zement fuhrverbot für Hemen. arbeitung der Einfuhrangelepenbeiten durch den Reichskommissar für ligung. Die Guldenscheine bie zu 5 Gulden. rish. bei auch swaren zu seutenden Viebmärkten ist seit ezember d. J. der Viehaustrieb ngen. Im Juni d. J. waren setrieben. Diese Zahl ist im ung 1916 und 21 Gulden Johruagegangen. Das bebeutet einen innerhalb dieser 4 Monate, Bei in ein ähnlicher Rückgang festzu„ stellen. Vor dem Kriege wurden 90 Prozent des Eleischbedarfs durch das Inland gedeckt. Heute ist das rheinischEinfuhr= westfälische Industriegebiet in hobem Maße auf das ausland und deshalb auf die Devisenbezablung angewiesen. Im hiesigen Industriegebiet zeigen die Banken, die als Kreditgeber wegen ihrer hohen Zinsen beim Einwechseln des Notgeldes unbeliebt sind. überhaupt kein Entgegenkommen und kein Verständnis. Die Händler, die obnehin das Notgeld scheuen, meiden geflissentlich, das hiesige Industriegediet schon wegen der Unruben und Plünderungen. Der Hauptgrund der verminderten Viehzufuhr aber ist Eelike Guldenscheine zu 244 vom 1 gaben behalten auch weil. zum Aufruf. Ungültig sind dagegen 1 und 24 Gulden vom Jahrgang 1914. haben keinen Wert meor. Der Hauptgrund der verminderten Viehzufuhr aber ist zu luchen in der Geldentwertung. in dem Mangel an wertvon beständigen Zahlungsmitteln. in der schwindenden Kaufein= kraft der Arbeiterschaft und in ähnlichen Zeiterscheinungen. om 1. Februar 1920 und Der Redner äußerte dann den Wunsch, daß die WucherJuli 1918 und spätere Aus= gerichte Nachsicht üben und sich üherzeugen lassen, daß roin ihre Gültigkeit bis das Fleischergewerbe. um wieder einkaufen zu können. die Scheine zu nicht anders kalkulieren kann. An den Vortrag schloß sich Solche Scheine eine mehrstündige lebhafte Ausspache, in der die drennenden Fragen der Fleischversorgung ausgiedig beBerliner Börse Mitgetellt von der Darmstädter und National-Bank Kommandit-Oesellschaft auf Aktien Filiale Geisenkirchen. Die Notierungen erfolgen in Milllarden Pfözenten. Berlinee Broduktenbericht A Berlin, 23. Nov.(Telear.) Am Getreidemarkt lag war etwas mehr Angebot wie in letzter Zeit vor, doch läßt sich dieses wegen der unveränderten Schwierigkeiten. wertbeständiges Geld zu erhalten, nur schwer unterbringen. Auch sonst macht sich eine gewisse das Geschäft erschwerende Knaovbelt an Paviergeld bemerkbar. Das Gehot auf die vorliegenden Offerten stellte sich daber zugeist etwas niedriger als gestern. Das Geschäft nos unter esen Verhältnissen nicht an. so daß auch von den einzelnen rtikeln kaum etwas zu berichten ist. Berliner Börsenbericht. Unter dem Druck der eisenden Geldverhältnisse daltung und Unlust It gröbern Umsang nicht angenommen. Die täglich zu beobachtenden wechselnden Verhältnisse des Geldmarktes wo 3. B. heute vormittag Prozent und während der Börse 15—20 Prozent für ündbares Geld gefordert und gezahlt wurden. größtenteils als eine Folge des die Paviermark Deutsche Anleihe 92. 11. 1 12 11. P eb. Reichsanleibe 20000 20000 Brauerel-Aktien Engelherdt-Braues. 1 Schulth=Patch Dertmunder Altien Dermunder Unlerd 11 Glsckauf Oeisenkel I Schiffahrtsaktien Deutsch. Austral. O. Hamb. Amerik. Pak. Hansa Dampt. KTE Nords Lipye Bankaktien Barmet Berliner Hand.-Ges. Comm.- u. Privath. Darmstädter Bank Deutsche Bank. Disk. Com.-Anteil Dresdner Bank Sssener Cred.-Anst. Industrieaktien 83. 11. Adlerwecke Allg. Eleictr. Oes Annener Qußstahl Augeb.-Nürnd. M. Bad. Anilin Balcke Maschinen Daroper Walzw. Bemberg i. P. Jergmann Elekctr. Berl. Karslr. Ind. Bingwerke Bismarckhötte Bochumer Qudstahl Böhler Gebrüder Böeperde Walrw. Buderus Eisen Busch Lodensch. Busch Wagzon. Chem. Ories.„ Elekt. Chem. industr. Oele. Consolldat. Schalbe Dalmier Metoren Dtech-Lux.-Bergw. Deutsche Erdöt. Deutsche Kabel Deutsche Kall Maschls Deutsche 770001 70000 Dynamit Nobel Eisenw. Kraft Alberteider Farben Eleictr. Licht-Kraft Eschweiler Bergw. Essener Steinkohl. Fahlberg, List Co. Petten- Juilleaume Oelsenk. Bergwertt Oelsenk. Qubstahl Oesf.eleistr. Untern. Oiedbacher Textll Qlas-Man. Schalke Goldschmidt Th. Getheer Wagron. Haberrn.& Guckes Hann. Masch. Egest Harkert Brückenb Harpener Bergwerk asper Eie. u. Stahl Heckmann Masch. Schater Farden ösch Eie. u. Stah Hohenlohe Werke Hubertus Braunichl. umbold Maschin ise Bergbau Kali Aechersieden Köln-Neuse. Bergw. Köln-Rettweil Kreit b.“:.:: Koppersdurch Kytfhäuser NU Lahmeyer Laurahütte Lindenberg Stahl Lindström Carl Linke Jetm. Werte Löwe Lud.& Co Lorenz C. Lothr. Hutte Magdeburg. Berz## 11. 13000 112000 Hutte 5000 19. 11. 1375C Mannesm. Mansteid 905 34000 2800 18004 92 TR. 11. Köhre 3198 Aeyer Dr. Paui Motorenfabr. Deutz Mülh. Bergwerkver. Vorddeutsch. Wolle Oberschies. E.-Bed. Oberschl. E.-I. Care Oberschles. Keksw. Orenstein 4mp; Koppel Phönix Bergbau öge Iiermann leishels Papier Rhein. Braunkohle Rhein. Metall Verz. Rhein. Nass. Bergw. khein. Stahlwertte Rh. Wertf. Spreuzst. Rombacher Hutte Kütgerswerke Sacheenwert Sarott! Schneider Haxo Schönderff Oebr. Schucken& Co. Siegen-Sel. Oußet Siemens& Halcke Stolberger Zink Tietz Lbenhard Ver. Dtech Nickelg. Ver. Sanzet. Elbert. Vegel Telegr. Draht Vogländ. Maschin. Wasserw. Oeleenk. Wegein& Hübner Westeregein Westt. Draht Hamm Westf. E. Langendr. Wieking Porti. Cem Zelistoft Waidhol Zimmermann-W. 13 9% 88 2710 8508 „Goldmarkpreise“ im Warenhandel. “ Seitdem die Mark ihre Junktion als Pertmesser nicht mehr erfüllen kann, ist die kaufmännische Kalkulation mehr und mehr pazu Übergegangen, die Preise aus einer Grundzahl und einem durch den Stand der Valuta gutomatisch bestimmten Multiplikator zu errechnen. Die rundoreile werden dabei höber gegriffen als in der Vorkriegszeit. was einerseits auf die notwendige Folge der allgemeinen Steigerung der Weltoreise. andererseits aber auf die Einkalkulierung einer Risikovrämie für deim Verkauf in Papsexmart trotz der„Golbpreise“ erwartende Verluste zurückzufüdren ist. Dena bekanntch sehlt noch immer eine rasch verfügbare wertbeständige nlagemöglichkeit für Paptermarkbefräge. Eine weitere thöhung der Grund= oder Goldpreise ist ferner in der tzten Zeit häutig durch das anläßlich der Wiedereinihrung der Berliner Deviseneinbeitsnotiz exlassene Verot. der Preisbildung andere als die künstlich niedrig ge haltenen Zwanaskurse zugrunde zu legen. eingetreten. Denn diese Bestimmung führte dazu, daß man, um wenigstens, einigermahen dem Devisenstand auf dem Weltmark entsorechende Vapsermarkvreise zu erhalten, die Grundvreise oft um das Mehrsache erhöhte. Es ergiht sich also, daß jetzt, da die wertbeständigen Lablungsmittel in den Verkehr zu flieben beginnen, zwar Überall„Goldrreise" bestehen, daß diese aber. weil unter der Voraussetzung einer Bezahlung in Papiermark berechnet, keine Gültigkel: für Zahlungen in wertbeständigem Gelde beanspruchen können. Denn wäre das der Fall. so würde die Rentenmark entweder, da der Konsument mit ihr tatsächlich„teurer" als mit Papiermark kaufen würde. gehamstert werden und also wieder aus dem Verkebr verschwinden oder aber die das Weltmarktsniveau bedeutend übersteigenden Preise würden bezahlt und damit der Grund zu neuer Inflation gelegt. Diese Entwicklung muß vermieden werden. Es ist daber zu fordern, daß. bis die Papiermark in ein festes Verhältnis zur Rentenmark gesetzt wird, schon jetzt bei Zadlung in wertbeständigem Geld nur jene Preise verrechnet werden, die sich aus der niedrigst mög lichen Kalkulation der Gestebungskosten unter Ausschaltung dann nicht mehr berechtigter Faktoxen, wie der oben erwähnten Mark=Risikovrämie ergeben. Technisch kann das entweder durch ein Nebeneinander reiner Goldpreise und Paviermarkpreise oder dadurch geschehen, baß bei Zahlung in wertbeständigem Geld auf die Papiermarkpreise entsprechende Rabatte gewährt werden. In Berlin sind beispielsweise solche Rabatte schon in Höhe bis zu 50 Prozent eingeführt. Es liegt im Interesse der Gesamtheit wie jedes einzelnen, alles zu tun. um dem mit groben Opfern unternommenen Versuch, unser Geldwesen zu ordnen, zum Erfolg zu verhelfen. Niederrhein. Wetterdienst Aachen=Essen. 1 Der Luftdruck ist seit gestern noch weiter im langsamen Steigen begriffen. Wir haben daher am Sonntag bei wechselnder Bewöllung trockenes Wetter mit leichtem wechselnder Bewölkung tem Nachtfrost zu erwarten. Veranstaltungen und Vergnügungen. Schaubueg:„Zwei Waisen im Sturm der Zeit". Avollo=Theater:„Tragödie der Liede“. Industrie=Kino:„Auf Probe gestellt". Residenz=Theater:„Das große Licht“. Zentral=Theater: Samstag:„Bahnmeisters Tod“.,— Sonntag:„Johinenie auf Taurio". Kristall=Valast: Schausviel=Abend:„Die toten Augen“. Statt besonderer Anzeige. Oett, dem Allmächtigen, hat es in seinem unerforschlichen Ratschiusse getallen, heute morgen 6 Uhr, meine innigstgeliebte Oattin, unsere liebe, gute Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante, die wohlachtbare Ehetrau Heiene Zwingmann geb. Lange zu eich in die Ewigkeit zu nehmen. Sie stard nach längerer, schwerei Krankheit im Alter von 36 Jahren, wohlveibereitet durch einen echt ehristlichen Lebenswandel und gestärkt durch den Empfang der heiligen Sterbesakramente. Um stille Tellnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen Jch. Zwingmann u. Bohn Geerg. Geisenkirchen, Böseckendert, den 23. November 1923. Die Beerdisung findet Montag morgen 8 Uhr vom Sterbehause. Königstr. 35. ans statt. Das Seelenamt ist gleich derauf in der Propstel-Pfarrkirche Greie Feldmann Bernhard Ilomölle Verlobte. 29811 Geisenkirchen, Jechstraße 35, den 25. November 1923. Mütter-Verein Geisenk.(Propstel). Unser 1b. Mitglied Pran Bel. Zviagmang wurde durch einen sansten Tod v. ihrem langen Leiden erlöst. Wir bitten um ein Gebet I. ihre Seelenruhe. 26845 Zur Beerdig. am Montag morgen# Uhr v. Sterbehause Königstraße 35 aus werden unsere Mitglied. hiermit freundlich eingsladen. Der Vorstand. Statt Karten. Die Geburt einer Gochter zeigen an Dr. Escher und Frau Marthu, geb. Schürmenn. Rotthausen, 22. JJov. 1923 Kaisereir.! 89844 Wirtschaft, Dampfbückerei mit Doppeloten, mit Maschisen- u. Ladeneinrichtung, komplett. 10 Wohn- und Geschältshäuser zu verkaufen. 26675 WIIme: Seilborststraße 30. Bekanntmachung Rotgeldannahme. Die Finanzkalle kann in Zukunft r noch Notgeld des Stadt= und ndkreises Gelsenkirchen. der Städte uer. Herne und r Gemeinde Rottkirchener Bergwerks. tiengesellschaft. Rbeinischen Stablwerke. Aktien=Gesellschaft Pbönix. der Gewerkschaften Graf Bismarck und Orange. Vexowerksgesellschaften Hi. bernig und Dablbusch im Nennwert von fünf Milliarden und aufwärts in Zahlung nehmen.I 26805 Gelsenkirchen, den 22. Nov. 1926. Einanzamt. Wir übernehmen zu oder Zeit der An- und Verkauf von Wohn- und Geschäftshäusern und sonstig. Grundstücken. zu günstig. Bedingungen. 26840 Gustav Hagemann &am Soha. Geisenk., Esseherstr. 74. Fernsprecher 1105. Wie suchen für Oberingenleur 1 geHäuser. Geschafte, Fäumiges oder 2 gut vilez, lesdv. oster möbl. Zimmer Zwei große durch. gehende Zimmer au der Hauptstraße gelegen. geg. Lebensmittel zu vermnieten. Schriftl. Anerb. u. Nr. 26829 an die Geschäftsstelle. g Wscicu Oilgonpisung paa-gont dep ai# pr ne uss S rtcteenw. gongi sep ui SSeiS Fuisn esohgumese Sahsmag von opuen iur aausesnnn Abgeschlossene 3 Zimmerwohnung mit Mansarde Im 2-Familienhaus. Näbe Stadtgarten, zu vermieten. Schriftl. Anerb. u. Nr. 26893 an die Oe. schältsstelle. Grundstücke user. Oesel len. landw. kaufen und verkaufen Sie nur durch die 26813 Deutsche ImmobillenHandels- u. FinanzAkt-Ges. Gelsenkirchen. Bismarckstraße 35. I. Telephof 3835. gesucht. Schriftl. Anerb. a. Nr. 26757 an die Oe. schäftsstelle. 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Sofort ein tüchtig., Madchen gesucht. 26810 Frau I. Kampmenn, Leithe bei Wattenscheld. Krarorstr. 4 Kathol. Gottesstenstorènung für Sonntag, den 25. November 1923. (Abkürzungen: K.— Kommunion. M.— Messe. M. u. Pr. Desse mit Predigt. H. u. Pr. e Hochamt und Predigt And.= Andacht. V.— Velver, Chr. Thristen„ lehre. S. Segen.) aktrchen=Altstadt— Peopstel=Pfarrkleche. 8 Uhr: M. 7 Uhr: K. d. Jungfrauenkongr. 8.15 Uhr: Gomnastalm. 6.30 Uhr: M. m. Pe. 2.30 Uho: Horz=Maris=Bruder„Shuria gur:(Waxnerstraße 40). 1 Uhr: m. Gr. 5 Uhr: And. m. Pe.— Freitag, gnoreat, 7 Uhr abende And. m. E. m mdr. J. u. Kr. K.). Miada i. 1.16 m. Vo. 2.30 Uhr: And m. S. 3.15 Uhe: Aad. — Vnrein christl. Frauer u. Müttet. franen=Pfarrkieme. 8 Uhr: K. 6.15 K. 7/29 Uhr: R. 8 Uhr: N. m. Pe. u. R. d. St. Marianver. z. d. Abeit. Foauen. 19 Uhr: H. m. Pr. 2.90 Uhr: Andocht u. Gagen Seisenklochen=Bulute— Bl. Jomilien=Praertsoche. 6 Uhr: M. 7 Uhr: Feüde. u. Nr. u. K. des pela. Rosentrangger. 8.13 Ude: Anderm. u. Dr. 9.15 Uhr: H. m. Gr. 16.30 Uhr: M. m. poln. Pr. 2.30 Uhr: Ermensorlenend. 8 Uhe: Vr. u. And u. 6. Seisentirchen=Schalte— Gt. Josepd=Pferrtioche. 3.10 Uhr: R. 5.15 Ube: M. 6 Uhr: M. 7 und 3.15 u. 9,15 Uhr: N. u. Pr. 10.10 Uhr: 9. 2.30 Uhr Chr. 1.30 Uhr: And. m. Vortr. s. d. Mütterver. ud:: Durtuss.— F on feühr=N. K. a. B#uerost. u. d. Hen=Schains Loy— St. Aalogiag= Essortiache. 7 Uhe: Rloche. 1 Uhr: K inen: u. Seütterser. ## 1e: p. u. dt cend d. Wintermonate SERE in der zweiten M. d. u. A 9 Uhr: füle lesenkranzand. für d. Ahgestorb. 4.30 Uhr: And. m. 83. Mütterver. Sonntag slub nur zwei M.: 8 u. 10 Uhr. Seisenklechen=Biomarck=Wiß— Gt. Nana=Pfarrtleche. 7.20 Uhr: P.en. Gerl. 19. Uhr; 6. u. solort gesacht. Frau Davis. Rest.„Zer Marktbörse“. Eete Wllhelminen u. Essenerstr. Frauersachen Für Auswanderer! 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Jeseph=Plaretlecht. 6 Uhr: M. 6 Uhr:: . 1 0 U h r: H. m. P r. 2. 3 0 U h r: A n d. 4 U h r: u n d. Wanne=West— St. Michacls=Psaertleche. 6 Uhr: M. 6 R. u. Michacls=Psaertleche. 6 Uhr: M. 8 Uhe: ur uech.. Pein. Ges. 10.390 Uhr: 5. m. Pr. Frühm. m. K. 9.15 uge:— 2.20 Uhr: And. 4 Uhr: And. Eichel— Marien=Plaretloche. 3 Uhr: M.—— e Sa m. Fr. 4,15 Uhr: M f. d. Schull. 10 Uhr: 9. m. Pr. 2.20 Uhr: And. I. b. Schul 8 Uhr: N. u. Be. 9 Uhe u. S. 2.30 Uhr: And. 4.80 Bser— St.“ 10 15 1l: : Kin kliche. 7 Uhe: N. 10 Uhr: 6. m. Pr. 9. Versammlungskalender der katholischen Vereine. Josep#= Arbeiterung mit Vortrag im Gelittwoech abend 8.20 Uhr Ber astabe. Ir Kium. a ur. S. 1. Mmt g anie Wr. Frühm X 5 Nr. b. u. dr. 15 Kr. Kr. F. 2. K. 9 Fraun u. Mütter. 10 Udr: 6. m. Dr I. gseil. Aoumunlastag L., Fraaen. 8. d. Mia).. u. N. Si. 4. Ba., Jge. Urz., Jel. u. P. Lhl.132 Ur. 9. u. Pr. 2.20 Uhr: Rad. 3.29 Uh:: Und 10.99 upe 22. 8. Unz N. u. K. 6.465 S. 3 Mi##. 8.0 Uhr: Gr. für die Polen. 4 gr: Uad. f. d. Paumn u. K“, 6 u. N. 2.9 Uhr: Jnd. u. 6. Fr. 10 Ue d. u. Pr. 1.30 Uhr. 33. N 1.30 Uh: N. N. m. peis. ## b. u. 5., falf ick: Plabrmn. 11 Uhe: K. #t eee. 1n i ig mie 2 G.d“:#l. L.“.,P as, Fr. 1.2 Wr: Sina u. Buer=Erle. 6 u. 7 Uhr: M. 8 Uhr: M. m. Volkoges. u. Br. 9 Uhr: Soun Sceind 1 a: agz. 1 Uhr: 9. u. vr. a.M hr. P“.“ tuv Nr. T.n. Fe. 12. N. bK a.“4 N. K.. Propstei=Pseergemeinde Sellenklochen. S t. vereiu: Sonntog nachm. 4 Uhr Versamm eblenhaus.— Geamtenverein: Mittn ammlung und Vortseg. St. Ssoeg=Pferrgemeinde. Bere und Mütter: Sonntag nach der A. im unberen Seale des Stiftes.— Senntag nachmittog 5 Uhr Versomm! Bexelu Grinliche: A#ndacht Versamm!u — JunaiI## Montag • Uen ung mit Vostrag Tedel Uhr: N. m. Pr. 6.30 Uhr: H. u. Vr. 3 Uhr: Und Buer=Resse. 6.90 Uhr: Früha. 8 Uhr: N. m. Pr. 9 Uhr: M. d. füng. Schustinder. 10 Uhr: H. m. Pr. 2.30 Uhr: And. Buer=Haffel. 6.20 Uhr: M. 7.20 Uhr: M. 6.20 Uhr: 7. S . Pr. 8.15 Uhr: M. 19.3290 Uh: letie N. u.„Fr. f. 9. Bel. 1. voln. KirchenUhr: M. 8 Uhr: M. m. 9.30 Uhr: H. m. Pe. 2.30 Uhr Burr=Scholven, 7 Uhr: M. mn gesang. 5.50 Uh:: H. 10,30 Uhr: Vertlich. 7,20 Uhr: M. m. Volkeges. u. Ge. 2.20 Uhr: And Westerholt. 9 Uhr: 2.30 Uhr: And. Sladbek=Braua— Datientiiche. 7 Udr: M. 8.30 Uhr: M. m. De 1hr: Stugn. u. Pe. 2.29 Uh: Bad.: W. V. Ve. * D uh.#. 44cht. h 8.##.##.# M 9 Uhr—— pr. 10,15 Uhr: H. 11,13 Uhr: 5. m. Nr. 5.50 Uhe: abend 8 Uhr ist s s l s: Sunlag nachn. 4.5 Uh. Nauatonrsamntung sa der aitrn baes e. I Ixr Tenz.- Pl.“. Derische Seet. Gl. Neaugieles-Pfarrgemeiabe Bismerd-Dß. St. Breuzl###sAchakhg 3 9 M.gnlstichesteabend 149t. 16 Uhr in Schwegemndause Unrsammsung p; Borha. Marib-Limmelfohrt Pierrgemeinde Hoßier. Beamtenveren: Senten 7 Uhr ebende dei Fischer Dienatsversammlung mit Vortrag. And. 5 Udr: And. 12 Uhr“ 0.32 Uör: H. u. Nr. 11 Uh: M m. Vi. 2.35 ubt: 13 And. Karndp— Pfaregemeinde. 6.30 Uhr: M. 8 Uhr: M. a Scholm. m. Pr. 19 Uhr: Deutsche Zingm. 3 Uhr: And Raternberg. 6 u. 7 Uhr: M. 8 Uhr M. m. Br. 9 u. 10 Uhr 11.15 Uhr: H. u. N. 2 Uhr: And. 5 Uhr: And. Vorstendesitzung G4. Auteaise Pfrermsmetede Schalte-West. Gesellenvere Sonntag abend 3 Uhr Versammtung mil Vortrag 84. Joseph=Pfarrgrmeinde Ueßt#otori. BakamentendereIn Denotug nochmittag 2.30 Uhr Ardeitostunde Im—= S1. CLeillen:Bfatt-Rlrcender: „Die Zigeuner“. Rhapsodie in 7 Gesan Sildern.— Iüagtinges#### Mogner-Abend. : Gantes uacne i (Marienstraße). * WnTTüUTTETN, Im Entonirshaufe.— ——nntag abend 7 Uhr 97 a3. VesPindung mit ledenden eennteg Gerdindung mit Montag abend 5. EäS * 2.* Lan *—„ 53 „" 9 5# ————— •*— * 5—— • 2s Tai: S: 853: E 1 95 3 a IIIeg 2g 2 33 nschauungen und Glauben ist in dauerndem Wechsel so lange die Welt besteht, jede Gegenwart will der Lebrmeister sein einer neuen Zukunft, doch auch seine Spuren werden verwehen wie nie dagewesen. In den letzten Jahrzehnten bat ein Kumpf begonnen, der von viel weittragenderer Bedeutung ist als wir gemeinhin annedmen, der Kampf um die Seele des Kindes. Das, was in jeder deutschen Seele eingeboren ist, die Sehnsucht nach dem Wunderbaren, sie findet idre Erfüllung em Märchen und durch Jahrtausende hindurch hat iwmer die gleiche vbantastische Sinnigkeit Zauberbilder in testlicher Bildlichkeit vor unseren Seelen erstehen lassen." Da kam ein Rousseau, der sich in heitigem Kampfe gegen die Belastung der jugendlichen Phantasse durch das Erzählen und Ververrlichen alles Unwirklichen aufdäumt, andere folgen ihm und besonders in den letzten Dezennnien setzte fast eine Märchenverfolgung ein:— sie waren es, die die kindliche Phantasie zur Lügendaftigkeit und Unwahrheit erzogen, aber das Märchen lebte weiter, es kann nicht sterben, da in der Kindesseele als Teil ihres Wesens die Sehnsucht nach dem Geheimnisvollen geboren ist und daß sie sich, falls ihr nicht genügend Nahrung gebeten wird, diese selbst suchen wird, allen Seelenbildnern zum Trotz Wohl weiß das Kind zwischen Wahrheit und Dichtuns im allgemeinen zu unterscheiden, aber es empfindet die Köstlichkeit aller unverstandenen Herrlichkeit und wenn es in seinem Märchengarten wandert und 1# gach Wöllkhr die schänsten Biumen daraus pflückt. ist in ihm wodl eine Verbindung von Wirklichkeit und Unwirklichkeit, die es aber in unbewußtem Imamang mit der Natur teils wirklich auffaßt. Es Dom Märchen. Von v. d. Nahmer. abnt, daß die Natur ihre Sprache hat, wir Men aber viel zu klein sind, ihre Sprache zu verstehen. Märchen erhöben die Liebe zur Natur, bringen sie doch alles in innigste Verbindung mit ihrem Leben, gleichzeitig lehren sie die Achtung vor allem Lebendigem, indem sie spielend darauf aufmerksam machen, daß jedes Lebewesen ein Eigenleben führt so gut wie wir und nur unser Unverständnis zu groß ist, um ein Wirklichkeitsverstehen zu gestatten. Und kann man die Kost nicht, wie es bisher auch gescheben, für die kleine Herzen besonders zubereiten; der trübe Zeitgeist eines überwältigenden Mammonismus bedarf wahrlich eines Gegenspiels, da dürfen wir der Kindesseele wohl die Belastung mit der Märchenpracht zumuten, die uns so viel Schönes schenkt, daran wir lebenslang zehren. Es kann sich wohl kaum ein Erwachsener dem Zauber entziehen, den er rückschauend fühlt bei dem Gedanken an die überwältigende tiese Empfindung des Miterlebens beim Anhören der Märchen, an das Wecken so vieler toter Gefühle, an das Erstehen und Sammeln schöner Gedanken und die Schauer heiliger Ehrfurcht bei der Schilderung der Kräfte des Uebersinnlichen, die uns unfaßbar waren und doch handelnd persönlich näber traten. In Millionen deutschen Herzen lebt heute unverwüstlich das schöne Schneewittchen, wie viele Tränen sino geflossen für das arme Aschenputtel und frohen Jubel erlebten wir bei der siunigen Geschichte des Liebesleuzes eines Dornröschens. Das ist„unser" Schneewittchen,„unser" Aschenputtel, die Röstlichkeit und Selbstverständlichkett unseres Besitzes liegt unverwüstlich in unserer deutschen Träumerseele. Wir Großen, glauben wir wirklich, daß dies köstliche Nankenwerk einer schimmernden Pbantasie schädigend sein kann, wollen wir dem Leben das geheimnisvoll stille Leuchten innerer Pracht rauben? Und was soll es dagegen geben? Wirklichkeitskost! Wobin soll das führen, nüchtern und klar sollen die neuen Menschen werden, Verstandsmenschlein, denen das Köstlichste genommen wird. Rein, wir wollen den alten Zauber wieder in der Seele unserer Jugend neu erleben, wir wollen das heiß vulsierende Gefühl und Empfinden nicht aus unserem Leben streichen, wir wollen die Jeen und Zauberer, die guten und bösen weiter leben lassen, sie, die uns mit ihrem Zauber alles Lebendige erst wirklich belebt haben, die uns erschauern lleßen in Ehrfurcht vor der Macht etwas Unfaßbarem, dem Ueberweltlichen. Wir alle haben Stunden, in denen unser Innenleben den Verlauf eines vielleicht ganz unbedeutenden Ereignisses zu etwas besonderem stempelt, zu einer„Höheren Fügung“, womit wir das uns Anfaßbare so gerne bezeichnen, das ist das letzte, das wir aus der Kindesseele übemommen haben und das wir mit allen Reformversuchen nicht abschütteln werden; und es wäre trostlos, sollte der Tag kommen. da es möglich wäre. Wir wollen alle wuchernden Schößlinge einer ungezügelten Phantasie beschneiden, aber wir lassen uns nicht unser Heiligtum, unser altdeutsches Märchen nehmen oder verbannen. So lange das Schöpferische unserer Phantasie lebendig ist, wollen wir den Born fließen lassen und ihn Pflegen, und ihr Sang und Klang soll uns ein unvergänglicher Brunnen sein von Schönheit für ewige Zeiten. *— Spiel= Scherz= Humor= Satyre Schachautgabe. Schwar **** 1 2 NE S * D•*. 1** Weib. eiß zieht und setzt mit dem zweiten Zuge matt. * Bilderrätsel. Magisches Quabrat. Die in dem Quadrat sind so umzustellen, Reihen ergeben: 1. Insekten, 2. 3. Altersstuse, 4. Laudbaum, 5. Vexierbild. ##o ist der Vogelfänger?“ der Rätsel in der nächsten Nummer. Auflösungen aus voriger Nummer. Sie Fluß in Frankreich. Die beiden Diasonalen deutschen und aann einen einen französischen Fluß. Auflösung des Prodlems„Der Chirurg“. Entsorechend dem Zettel an der Wand liest man immer einen Buchstaben von unten und zwei von oben, was zusammen ergibt:„Gegen den Tod ist kein Kuut gewachters. Auflösung des Poremidenrätsels. A ULN NI ZAM ENTENTE GANGHOFER * Auflösung des Rettenrätsels. Baufach, Fachwerk, Werkzeug, Zeushaus, Hausdach, Dachstein, Steinnuß, Rußbaum, Baumstamm, Stammbura, Burgtor. Torbau. Herbst. —„Denke nur an, mein neues Auto kostet schon so viel, und dabei ist es noch nicht einmal bereift!“ —„Warte noch bis zum November, dann stell' es mal nachts auf den Hof, da wird es gratis bereift werden! Zeitgemäß. Emil Tucke, der sich seinen neuen Anzug gleich flicken läßt, um noch den billigen Schneidertarif auszunntzen. Anton Schlüsselzahl, der sich schnell noch billig seine guten Zähne zieben läßt. Benjamin Speisefett, der des morgens um 3 Uhr zu Mittag ißt, weil er dann noch den Vortagspreis berechnen kann. Wildelm Quakernack, der sich seine neuen Schuhe gleich fünfmal besohlen läßt. Zahlungsmittel. Albert Kümmel wollte von Ziebewarg ein Sosa kaufen, ein schlichtes, aber etwas beschädigtes Sofa. „Seben Sie mir zwei Dollars!“ sagte Ziebeward. Kümmel bob ermahnend einen Zeigefinger.„Hören Sie mal: das verstößt gegen die Devisenordnung.“ eu alid— dann bin ich mit zehn Schweizer Franken auch zufrieden.“ Kümmel hob empört eine ganze Hand.„Aber das ist ja dieselbe Geschichte!“ „Zum Donnerwetter!“ brummte Ziebewarz.„dann geben Sie mir sechs Wochen lang wöchentlich zwei Pfund Butter!" Praktisch. „Nanu, Sie nehmen gleich zwei Rucksäcke mit ins Gebirne?“ „Jawodl, einen für die Wäsche und dergleichen, den andern fürs Papierdeld.“ M „Wie geht es Ihnen?“—„Sitanz mätig.“ „Wie ist Ihnen denn Heringsdorf bekommen?"— „Meine Efsekten haben sich gut erbolt.“ Herr Müller niest.„Sott erhalte Ihre Substang!“ gitt Schalee. „Wie ist Fräulein Elviras Charakter?“—„Wertbeständig.“ „Sie lieben Herrn Hoffmann? Ist er denn ein Mann von besonderen Werten?“—„D ja, Montanwerdenk Am Strand.„Warum geben Sie nicht schwimmen, Fräuleia Lotte?“—„Ich las heute in der Zeitung die Ueberschrift: Starke Strömung nach links.“ „Befürchtet man denn wieder Unruben?"— „Wiese?“—„Ich las doch vorbin: Die Börse stark Mever, so bleiben Sie doch! Warum wollen Sie denn das Solo des Bassisten nicht anbören?“— „Lassen Sie mich geben, ich bin kein Freund der „Iie Herr Soha iK Student?. Was Rodiert er denn?“—„Die Kurse.“ „Wie kommt es, datz Sie so dünn geworden sind? Haben Sie ein Leiden?“—„Ich leide an schmund! # 5 23 Gelsenkirchener onntags Gratis=Beilage zur Gelsenkirchener Zeitung Nr. 45. Sonntag, den 25. November 1923. Zur Chronik von Grieshuus. Von Theodor Storm in Paar von Zwillingsbrüdern ist es gewesen, im Anfang fast sich gleich an Antlitz und schlanker Woblgestalt: ein schmales Haupt mit bart an der vorspringenden Nase stebenden Augen und schwarzbraunem Haustbaar ist allen dieses Geschlechter eigen gewesen; bei dem ältesten der Brüder aber, dem Junker Hinrich, hat an den Schläfen sich das Haar gleich einem dunklen Gefieder aufgesträubt, so daß man ihn mit seinen grauen, oft jäbe Funken werfenden Augen einem Adler soll verglichen haben. Bei dem Junker Detlev dagegen ist das anfangs wellige Haar allmählich clichter oeworden, bis es in Strähnen auf das Wams el, und wenn, was drum nicht seltener geschehen. Zorn oder Erimm ihn überkommen, so sind seine Augen wie stumpf geworden, und hat niemand seben können, was dahinter vorgegangen. Es ist nicht kund geworden, daß er den Hörigen oder dem Gefinde etwas Uebles angetan, aber dennoch sind sie gern ihm aus dem Weg gegangen, als ob solches gleichwohl von ihm zu fürchten sei. Zwischen den Brüdern soll kaum je ein Zank, noch weniger aber eine Kameradschaft gewesen sein, ersteres wohl nur, weil jeder seinen eigenen Weg gegangen; denn während der jüngere Liebling des Juformators gewesen und auch noch nach den Lebrstunden in ihrer Kammer über den Büchern gesessen ist, bat der Aeltere alsbald den Bauern und Knechten draußen bei der Arbeit zugesehen, auch wohl selber Sichel oder Pflug mit angefaßt; am liebsten ist er aus dem Torweg und dann geradezu den Fußweg durch die Heidemulde hinabgerannt und hat drüben oberhalb des Aufstiegs, wo mit mächtigen Kronen die Wälder auf den Höhenseiten zueinander traten, bei dem alten Nevierjäger angeklovft, der dort mit einem Knechte in einem turmartigen Aufbau bauste. Unterweilen, wenn er trotz dessen Warnung an Spätberbstnachmittagen, die Mütze in der Hand, mit heißen Wangen durch das Hoftor stürzte, hat wohl der Alte ihn gescholten:„Was ist? Du bast den Wolf geseben!" und„Komm mir so allein nicht wieder, Junker Hinrich!“ Dann bat der Bube nur gelacht:„Brumme nicht, Owe Heikens! Komm und laß uns nun die Grube richten!“ Und dann ist der Alte doch nur zu gern mit ihm gegangen. Der Vater mochte, soweit er darum wußte, dies alles gescheben lassen; denn obwohl ihm das Gut zu reier Erbverfügung stand, so war doch nach Hausund Landesbrauch der Erstgedorene allzeit als künftiger Gutsberr angeseben worden, auch mag der Knabe selber solchen Sinns gewesen sein; die Bauern aber und die Hoferleute sind, je mehr die Brüder ausgewachsen, des nur immer froher worden. Zwar ist der Innker Hinrich, wie auch sonst die meisten seines Stammes, joch zur Tat gewesen; der Bibelspruch, das„Selig sind die Sauftmätigen“, den bei der Einsegnung der beiden Brüder der Seistliche ihm uuf den Wen gab, bat degegen nicht verschlagen wollen. Denn nicht lange danach war es, an einem Novembernachmittage; die Dämmerung fiel schon berab, und noch immer suchte er nach seinem weihen Leibhund, den er seit Mittag schon vermißte. Srollend war er aus dem Torweg und bis zum Abstieg vorgeschritten:„Tiras! Tiras!“ schrie er: dann ließ er durch die Finzer einen gellen Pfiff erschallen; und alsbald, da er sich lauschend vorgebeugt, kam es wie Klagelaute drunten aus der Heide. Da lief er in das hobe Kraut hinab, dem Schalle folgend, der wieder und immer näber ihm entgegendrang, und schon erkannte er einen von den Kuechten, der trug das grobe Tier auf seinen Armen.„Was soll das?“ rief er.„latz den Hund zu Boden!“ Das Tier aber streckte winselnd den Koof noch seinem Herrn.„Er gebt nicht,“ saote der Kucht; bat er im Fuchseisen festgesessen.“ Der Junker stieß einen Fluch aus und wuchtete in der Faust den dicken Knotenstock, womit er es vordin dem Hunde zugedacht hatte:„Wo ist Hans=Christooh?“ frug er.„Er sollt es fortnehmen; schon vor Mittag datt ich's ihm geheißen"“ „Der Junge ist was vergeßlich, Herr; ich denke, er ist wohl schon zu Hof gegangen" Als der Junker nach der wunden Pfote faßte, schrie das Tier erbärmlich.„Vorwärts,“ rief er dem Knechte zu;„wir wollen auch zu Hof!“ Der Junge Hans Christoph aber stand noch droben vor dem Torbaus und ein süßes zehnjähriges Dirnkein neben ihm.„Was willst du denn so spät noch?“ frug er:„es wird ja balkendunkel, eh du wieder beim im Dorf bist; und hörst Du? Es kommt Unwetter aus Nordwest!" „Ja,“ sagte sie und nickte mit ihrem blonden Kövfchen.„ich fürcht mich auch; aber ich trag dier Schriften die so spät erst fertig wurden; mein Vater hat sie für enren alten Herrn geschrieben, und du könntest sie ihm wohl bringen; ich scheu mich so vor ihm.“ Aber Hans Chrislood antwortete nicht; mit ent setzten Augen starrte er auf den kleinen Zug, der eben jetzt den Heidestieg beraufkam; denn in erschreckender Deutlichkeit daumelte das vergessene Eisen an der Hand des voraufgebenden Knechtes: darüber erblickte er den weißen Hund, der gleich einem wunden Wild auf dessen Armen lag. Und schon waren sie oben, und der Junker stand mit grimmem, schier verzerrtem Antlitz vor dem Jungen. „Herr! Ach. Herr!“ Im Schrecken suchte der des Junkers Arm zu fassen: aber schon hatte der schwere Stock des Jungen Koof getroffen, daß er lautlos auf den Boden fiel. Ein Schrei des blonden Dirnleins hat die Stille unterbrochen:„Pfui, pfui, der böse Junker!“ Einen Augenblick noch hat sie groß und angstvoll zu ihm aufgeschaut; dann unter stürzenden Tränen die Schriften, die sie noch in Händen hatte, von sich werfend. ist sie den Seitenstieg binabgerannt, der um die Gebäude nach dem Dorfe führte.— Der Junker Hinrich, der wie leblos dagestanden, ist vlorlich aufgefahren:„Bärbe! Bärbe!“ denn er pflegte mit dem Kinde sonst manch gütig Wort zu reden; dann aber, da sie ihn nicht hörte, hat er sich über den wimmernden Jungen auf den Boden bingeworsen, Haar und Wangen ihm gestreichelt und ihm letzlich mit dem Knechte nach seiner Kammer und auf sein eigen Bett getragen Die dicke Ausgeberin, die mit der Magd schon vor der Küchentür gestanden, ist emsig hinterber getrabt: „Nun. Junker, da habt Ihr Sauberes anberichtet; da draußen nichts als Nacht und Unwetter, und der Chirurgus meilenweit da drüben in der Stadt!“ Der Junker hat kein Wort darauf erwidert, aber er ist fort= und nach dem Hof hinabgerannt; und kaum eine Stunde später hat er auf seines Vaters großem Rapven vor dem Stadttor angehalten. Als aber nach vielem Rusen ihm geöffnet worden, war auf den dunklen Gassen groß Gewimmel und Sejauchze; war doch am Nachmittage von- gesamten Zimmerleuten aus Stadt und Amt der neue Galgen vor dem Ostertore in Präsenz des wortdabenden Bürgermeisters aufderichtet und ihnen dann Freibier in groben Tonnen vom Magistrat verabreicht worden; da haben die anderen Gewerke auch nicht trochen sitzen wollen, und sind auf den Abend viel lustiger Leute in der Stadt geweten An dem Häuschen, das sich auch im Dunkeln durch die im Winde klavpernden Becken kenntlich machte, hatte der Junker seinen Napven angebunden.„Holla, Frau Meisterin, ist denn Ihr Mann noch auf den Beinen!“ Die alte Frau, die mit einem qualmenden Lämpchen im Hausflur vor ihm stand. gab keine Antwort; mit verstürztem Antlitz wandte sie sich um und lief in eine Kammer.„He Nikolaus, Nikolaus!" hörte er sie rufen, „der Junker von Grieshuus steht draußen!" Aber der Junker stand schon in der Kammer und vor der Bettstatt, wo der Amtschiruraus schnarchend und voll süßen Bieres auf den Kissen lag. Da baben er und die Frau Weisterin den trunkenen Mann mit gütlichen Worten sanft gerüttelt, bis die müde Seele wie aus eines Brunnens Tiefe an die Oberwelt gelangte; als aber die mageren Beine nicht aus der Bettstatt vorwärts wollten, bat der Junker zur Ermunterung mit seiner Peitsche bin und der geklatscht. und als die Frau darüber schier verschrocken worden, dem Manne selbst in Wams und Hosen delsen müssen.„So, Meister Nilolaus, Er braucht heut keine Svoren; und sell der Ritt ihm gut vergolten werden!" Dann dat er ihm den Mautel umgeworsen und den Hut aufs Häupt gestülot:„Nun das Verdandzeug und das lvostalivflaster!" Und eb er sich's versehen, hat der Amtschiruraus nter dem Junker boch zu Roß gesessen, die Anie aufrczogen, die Hände um des Reiters Leib geklammert. „Ade. Frau Meisterin“". And unter des Junkers sporen ist der dochbeinge Nauve durch die dunklen Hassen hingeflogen, dann durch das Tor und über die Felder in die Nacht hinaus. Als Re, schon nabe an Hrieshaus, bei der Kirche im Dorf derüberbransten hat der Küster, der eben von einer Hochzeit kam, ein „Alle guten Geister!“ ausgestohen und gemeinet, daß ein Herenvaar an ihm vorbeifliege; dean der Mantel des Amtschirurgus hat wie ein Weibereot im Wind gestanden. Und endlich klapverten des Napven Hufen in der Torfahrt von Grieshuus. „Da bring ich ihn. Gret=Lise!" rief der Junker fröhlich, als er den bageren Chiruraus vorab in die Kammer schob. „Still, still, Junker Hinrich!“ und die wackere Alte. welche eben des Jungen Koof mit Wasser küblte, winkte dem Eintretenden abwebrend mit der Hand: „vier liegt ein Kranker, den Ihr selbst gemacht habt.“ Da wari der Junker sich vor dem Jungen an die Bettstatt:„Hans Christoob, verklag mich nicht da oben! Wir wollen's noch bei Lebzeit wettzumachen suchen!" Der Bursche aber richtete sich stöbnend auf dem Ellenbogen in die Höbe, so daß die Fübe mit den groben Nagelschuben, die man nicht abgenommen datte, aus den Dechen fuhren.„Junkderr,“ sagte er bittend.„dann lasset unsern Tiras auch von dem Baldierer doktern!“ „Den Ticas?“— Dem Junker wollte die Stimme nicht recht aus der Keble, und eine Weile bat er idm nur eifrig zugenickt.„Ja, ja, Haus Christoob, auch den Tiras!“ Und danach bat der Amtschiruraus, dem der Nachtwind allen Dunst vom Hirn geseget, sein barmberzig Werk verrichtet, an dem Jungen eist, dann an dem Hunde: und an beiden ist die Kunst des Mannes nicht wuichenden gewerden Zwar bat der Herrensohn noch manche Nacht im Wechsel mit der unermüdlichen Srei=Lise Krankenwacht gehalten; als aber eines Morgens der weiße Hund mit Sprüngen in die Kammer tobte und dann der Junkeur rief:„Ttras, ballo, so gib Haus Christian doch die Pfote!“ da dat der Junde vor Freuden dell aufgelacht und ist nach ein paar Tazen selbst vom Lager aufvestanden. Nur nach dem blonden Dirnlein dat der Junker Hinrich noch manchmal vergebens ausgeschaut, auch zuweilen sich verdrossen abgewandt, wenn statt ibrer ein verbutzelt Männlein mit Schirftwerk in der Hand den Anbern zu Sriesduus binaufsestiegen in —— Von dem jüngeren Zwillingsbruder, welcher derzeit in der Klosterschule zu Vordesdolm gesessen, ist seihelei bewalttot menals kinderweden, eis wan iter ihm davon berichtet, bat er zu beidem, was vor und nach gescheben, den Kovf geschüttelt und nur gesagt:„Er weiß nicht, was uns ziemet.“ Zu dem Bruder selber hat er nie ein Wort davon geredet. O Auf der Universität zu Leipzig, die er bald danach beschritten, bat er seine Juridika und Humaniora mit Fleiß traktiert, auch sich in allen Dingen wohl verhalten, insonders bei der welschen Kleiderhoffart, die dort arg im Schwange ging, ein jedes Uebermaß vermieden. Gleichwohl, da er eines Sonntagnachmittages während der Vakanzzeit mit dem Bruder durch das Dorf hinabschritt, reckten alle Bauern nebst Kindern und Gefinde den Hals aus Tür und Fenstern, um dem gelehrten Herrn in seiner Alamodekleidung, mit dem weißgepuderten Kovfe, Kniebäudern und Manschetten, nachzuschauen. Als später Junker Hinrich den Weg allein zurückschritt, im grauen Wams, die Ledermütze, mit der Falkenfeder auf dem dunklen, kurzgestutzten Haar, da waren es nur die jungen Dirnen, welche möglichst weit die Augen auftaten; nur waren sie in die Tiefe des dunklen Flurs zurückgetreten oder barden sich hinter der offenen Haustür und sahen beimlich durch den Svalt, so lange es irgend reichen mochte. Es wäre nicht not gewesen, der Junker Hinrich datte kein Auge für die Dirnen; so wenig, daß die tungen Knechte, die sich des doch hätten getrösten mögen, von ihm zu sagen pflegten, der Junker sei wohl schon ein Kerl; nur in dem Einen nicht! Um ein paar Jahre säter bat gleichwohl auch ihm seine Stunde schlagen müssen; eine schicksalsschwere, mit der die letzte seines Hauses angebrochen ist. —— Jene arge Zeit war damals über unser Land gekommen, deren Greuel unter dem Namen des„Schwedenkrieges" noch lange beim Bierkrug wie am Spinnrad im Gedächtnis blieben. Zwar unser Herzog führte keinen Krieg, er redete zum Frieden; aber von den Streitenden war der junge schwedische Kriegsfürst seiner Tochter Mann, der mißtrauische Dänenkönig war der Mitregent der Lande und schonte weder diese, noch den Herzog, seinen Schwestersohn. Nicht dessen drückende Brandschatzung war indes das Schlimmste; aber ihm zu Hilfe überschwemmte fremdes Volk das Land: Kaiserliche und Brandenburger, am gefürchtetsten die Polen, unter denen Türken und Tartaren mitzogen; sie plünderten und vergewaltigten und erschlugen, so sie es vermochten, was sich widersetzte. Unter den trotz solchen Schreckens Couragierten zählte ein altes verbissenes Männlein, das Zeit seines Lebens mehr die Feder als die Waffen geführt batte. In seinen besten Jahren ein berzoglicher Kornschreiber, hatte er noch vor Schluß des Mannesalters eine städtische Waise zur Ebe einzufangen verstanden und seit diesem einträglichen Geschäfte seinen beschwerlichen Dienst quittiert. Er hatte drunten in der Stadt sich in dem Erbhaus seines Weibes eingerichtet nach eigenem Behagen dem Schreibwerk obliegend, das ihm von Kirchen= und Gasthausvorstehern oder anderen mit der Feder ungewandten Bürgern genugsam angetragen wurde. Aber die Frau verstarb im ersten Kindbett und ließ ihm statt ihrer eine Tochter, deren svätere Schönheit man weder der Mutter, noch dem überlebenden Vater nachzurechnen wußte. Diesem selber aber, so gern er sonst abends in der Schenke seine Weisheit ausgeboten hatte, war seitdem die Stadt verleidet worden; sei es ob so plötzlicher Verwaisung seines Hauses, sei es wegen Haders mit der Sipve seines Weibes, die das Neugeborene nicht in seinen Händen lassen wollte. (Fortsetzung folgt.) Der Ritter und der Kaufmann. Von Rudolf Presber. eine apostolische Majestät, des heiligen römischen Reiches Kaiser hatte ein Manifest erlassen, dab jeder Ritter des Todes sterben solle, der ehrsame Kaufleute auf der Landstraße oder in Schenken überfalle und an Leib und Leben schädive, um sich ihrer Waren und ihres Geldes zu bemächtigen. Da klagte, zu Nürnberg angekommen, der Kaufberr Nikodemus Pickelheimer gegen den hochgevorenen Ritter Bolko von Kotzingen, daß er ihn, den Nikodemus Pickelbeimer, auf der Landstraße, so von Würzburg nach Nürnberg führt, binter der Burg Kotzingen, so des Kotzingers Herrensitz sei, überfallen und zur Uebergabe von hundert Golddukaten gezwungen habe. Ritte Bolko von Kotzinden erschien, von Bütteln begleitet, vor dem Tribunal und wußte keine Schuld zu bekennen. Richt gsei es, daß er mit dreißig Knappen spazieren geritten sei; da hab' es der Himmel gefügt, daß er dem Rikodemus Pickelheimer und seinem hochbevackten Wagen begegnet sei. Nun sei denn der folgende steundliche Dialog geführt worden: „Grüß dich Gott, ehrsamer Nikodemus Pickelheimer!“ „Vielen gehorsamen Dank. Herr Ritter!" „Ein schöner Tag heute, findest du nicht?“ „Ein herrlicher Tag, Herr Ritter. um auf der Landstraße zu reisen, die durch das Manisest unser allergnädigsten Majestät gesichert ist.“ „Schon, schon, ehrsamer Rikodemus Pickelheimer. Der Tag ist schön und die Landstraße ist sicher. Schade. just da, wo deine Wagen jetzt daber fahren, wollt' ich eben mit meinen Knechten eine ritterliche Uebung im Schwertschlagen und Lanzenstechen abhalten.“ s ist wahr, die meisten Menschen bei uns zu Lande haben ihre Sorgen. Es gibt aber auch Leute, die keine Sorgen zu haben brauchten, wenn sie sich nicht welche machen würden. Diese „künstlichen Sorgen“ sitzen meist fester als die natürlichen. Die„alte Wolfert", wie sie im ganzen Städtle genannt wurde, war auch mit so einem heimlich genährten Kummer behaftet. Es nagte an ihr der Gedanle, wie sie wohl auf anstäntige Weise unter die Erde kommen konnte. Sie war eine fleißige Friedhofsbesucherin und schleppte ihre alten Knochen sast zu jeder„Leich“. Und wenn sie dann vernahm, was die Totenfrau und die Leichenträger nach dem neuesten Tarif zu bekommen haben, und welche unerbörte Summe der bescheidene Holzsarg gekostet habe, dann schlug sie die Hände über dem dürren Kovf zusammen und jammerte still in sich hinein.„Wie kumm i nur ehrbar unter die Erd'? Wie soll i dees zohle?“ Daß es auch eine„Armenleich“ gab. das wußte sie wohl. Aber von einem Armenbegräbnis wellte sie nichts wissen. Ihr Hermann war ein Kaufmann gewesen, der sich weit über den Heimatort hinaus eines guten Ansehens erfreute. Welcher Schimpf würde ihrem Gatten noch nach seinem Tode angetan, sollte seine Babett mit dem Armenwagen den letzten Weg angtreten. Rein, das sollte, das durfte nicht sein. So sparte sie und hielt die schmutzigen Papierlappen zusammen, um sich ein„ehrliches" Begräbnis zu erkampfen. Daß diese elenden Fetzen von Tag zu Tag, ja fast von Stunde zu Stunde an Wert einbüßten, das war in die atte Wolfert nicht hineinzubringen. Sie„arte“ eben nach der alten Schule. Sie konnte auch sparen, denn sie hatte ihr warmes Stübchen sowie ihr Essen und Trinken bei ihrer verbeirateten Tochter. Was sie an Kleidung und Schubzeng brauchte, das spendeten die Verwandten zum Christ= und Wiegenfest. Die alte Dame batte einen zwar bescheidenen, aber doch freundlichen Lebensabend. Sie hätte ganz sorglos leben können, wenn— ja, wenn sie eben nicht so viel über ihre„Leich“ gegrübelt hätte. Sie sei bettlägerig, wurde müir gemeldet, und so beschloß ich, einmal nach ihr zu sehen. Das arme „So habt die Gnade, Herr Ritter, zu warten, bie ich und meine Ware und meine Fuhrknechte vorüber sod!“ „Wird nicht geben, ehrsamer Nikodemus Pickelbeimer; unsere Burgfrau kocht Klöße. Die trägt sie für Ritter und Knapven und Gesind punkt Mittag auf. Da müssen wir dabeim sein.“ „Ja, aber ihr könnt doch nicht mit Schwertern hauen und mit Lanzen stechen, wadrend ich und meine Knechte...“ „Es würde schon etiches zu tun für den Wundarzt geben dabei, weil ihr nicht in Eisen geht. Ich denke, kaum einer von Euren Leuten würde ohne Wunde davon kommen.“ „Heiliger Sebastian— Ihr werdet doch nicht, Herr Ritter... Des Kaisers Majestät...“ „Sei gepriesen. Aber wenn wir hier— was auch des Kaisers Majestät nicht verwehrt— uns im ritterlichen Sviel übten, im Schwertschlagen und Lanzenstechen, und eure Kövfe und Arme wären in der Nähe, so möchte wohl bald dem ein Stirnlappen berunterhängen und jenem eine Nasenspitze in Verlust geraten. Wieviel seid ihr, mein ehrsamer Nikodemus Pickelheimer, mit Ew. Liebden selbst?“ „Wir sind„fünfundswanzig, halten zu Enaden, Herr Ritter.“ „Seht Ihr, so könnte die Rechnung so stehn. Bei unserm ritterlichen Sviel auf der Landstraße,— das der Kaiser zern sieht, denn er ist selber der erste Ritter des Reiches— könnte jeder der fünfundswanzig so zu Schaden kommen, daß ein Wundarzt wohl einen guten Dutaten nähme, ihn wieder zurecht zu flicken.“ „Barmberziger—“ * Die Bronze=Pendule. Von Artur Iger. alte Weiblein lag ganz vergrämt in den karrierten Bettkissen. „Wie gehts denn, meine liebe Frau Wolfert?“ „Schlimm, arg schlimm allweil.“ stöhnte sie. Sara koscht etzet fuffzeen Milliard billigscht. Der Totengräber, die Träger, der Leichebitter, sie hob’n all aufgschloge. I hob zwar g'sport“— sie zeigte auf ein Häuflein Geldscheine, das im Handarbeitskästchen auber ausgeschichtet lag—„aber i maan holt,'s wird allweil net lange. I kaus net zohle, i kau's net zehle: Ermattet sank die Greisin in die Kissen zurück. „Sie brauchens ja auch gar nicht zu zahlen, meine liebe Frau Wolfert. Dafür werden schon andere sorgen; dafur mussen andere sorgen.“ „Armenleich, dees will i net.“ „Auch das brauchen Sie nicht zu befürchten. Die Papierscheine freilich können da in der Tat nicht belfen. Sie reichen vielleicht nicht einmal zu einem Nasel für Ihren Sarz. Aber glauben Sie nicht etwa, daß Sie arm sind, liebe Frau Wolfert. Sie sind nicht arm.“ Ich ließ meinen Blick im Raume umberschweisen. „Sie haben sogar an Sachwerten so viel im Besitz, daß Sie mancher mit Geldscheinen Beladene beneiden wriche? „Wenn i's Geld net hob’ für mei Leich, missens doch meine Kinder zohle. I will ihna aber doch net zur Lascht falle.“ „Zur Last? Haben Sie nicht Ihre Tochter von klein an ausgezogen? Haben Sie nicht jahrzehntelang all ihre Lasten, ihre Kümmernisse und Bedrängwisse als gute Mutter mit ihr geteilt? Und da soll es für die Tochter eine Last sein, die Mutter anständig unter die Erde zu beingen? Glücklich muß sie sich schätzen, die Ovfer, die Sie für die Kinder gebracht haben, wentostens etwas entgelten zu können. Und dabei tauscht sie mehr ein, als sie gibt. Was glauben Sie, was in diesem Stahlstich, in den Tellern, Tassen und all dem vielen Kleinkram, der sich bei Ihnen so im Laufe der Jabrzehnte angesammelt hat, für Werte stecken? Kostet doch schon von diesem einfachen Bilder„Ich setz' den Fall. Das machte denn zusammen einhundert Golddukaten, die der Wundarzt von Euch bekäme. Womit noch nicht gerechnet ist, was Ihr an Medizin ausgebt und für geschmierte Pflaster und was Ihr an Arbeitszeit verliert.“ „Allgütiger! Herr Ritter—“ „Wie wär's nun, Ihr laßt den Wundarzt Wundarzt sein und spart Euch die Pflaster— und ich und meine Leute, so ärgerlich sich das trifft— setzen heute unsere kriegerische Uebung auf der Landstraße aus. Wofür Ihr uns dann einfach das übergebt, was Ihr am Wundarzt gespart habt.“ „Ihr meint—“ sagte der ehrsame Nikodemus Pickelheimer. „Ich meine—“ entgegnete ich und legte dabei meiner Gewohnheit gemäß die Rechte auf den Schwertknauf. „Ich versteh schon—“ sagte der ehrsame Nikodemus Pickelheimer. So kam der ehrliche Handel zustande. Einer der ehrlichsten, die je unter der glorreichen Regierung unseres ruhmreichen Herrn Kaisers geschlossen worden sind.— Darauf befragte das Gericht den ehrsamen Kaufmann Nikodemus Pickelheimer. Und der mußte zugeben, daß es so gewesen, wie der Ritter berichtet.— Da sprach das Gericht zu Nürnberg den Ritter Bolld von Kotzingen des Frevels ledig und entließ ihn so zeitig nach seiner Burg Kotzingen, daß der Ritter die Klöße noch warm antraf, welche die Burafrau stets pünktlich um Mittag für Ritter und Knappen und Gesind auftrug. rahmen das Glas allein mehrere Milliarden. Und was meinen Sie wohl, was heute eine Bettstatt, was gute Betten und gut erhaltene Möbel wie die Ihrigen wert sind? Und nun erst diese berrliche Pendule, die da auf dem Eckhrett steht. Glauben Sie, daß der Wert der Bronze=Pendule in die Billionen gebt?“ „Was? Bill—.—— Bill—— ione?" Die Alte richtete sich auf, sie rang nach Luft. Dann ergriff sie meine Hand. „Isch wohr? Billione? Billione?“ „Das ist wohl wahr, liebe Frau. Für dies prächtige Werk könnten Sie ein Begräbnis erster Klasse eintauschen. Und wenn der Sara, der Totengräber und was so alles dazu gehört noch teurer wird, dann steigt Ihre Pendule noch viel mehr im Wert. So lanpe die Ihnen Ihr Stündlein tickt, braucht Ihnen der Gottesacker keine Sorge zu machen.“ Die Augen der bageren Greisin bekamen einen fast überirdischen Glanz. Sie vermochte kein Wort zu sprechen, aber der auf mich gerichtete dankbare Blick sagte mir:„Nun weiß ich, daß ich anständig unter die Erde komme. Ich brauch' mich vor Hermann nicht zu genieren.“ Die Sorge des alten Fraule hatte ich in der Tat für immer gebannt. Das Leben vermochte ich ihr freilich nicht zu erhalten. Drei Wochen nach meiner Viite, zwei Wochen vor ihrem dreiundachzigsten Wiegenfeste, hauchte sie ihren Geist aus. Die Erben gaben ihr eine anständige Bestattung. Da sie sich nicht darüber einigen konnten, wer die Pendule bekommen sollte, wurde sie nach der Oberamtsstadt geschafft und dort versteigert. Ein auswärtiger Kunsthändler erwarb sie für das Zwanzigfache dessen, was die„Leich“ gekostet hatte. And dabei hatte die alte Wolfert, wie die Leute im Ort zu sagen pflegten, eine„schöne Leich“ gehabt. Armes altes Weib. Wie leicht hätte die einzige Sorge beines Lebensabends verscheucht werden können, wenn dich temand beizeiten über den Wert deiner Bronze=Pendule aufgeklärt hätte. aut und vernehmlich klingt die Sprache der Jahreszeiten. Während sie in bunten und doch ewig gleichem Wechsel einander folgen, begleiten sie das Leben des Menschen als seine treulich beratenden und mahnenden Geiptelen. Ernst klingen die Worte, die der Winter spricht. Wenn er mit drobenden, wilden Stürmen seinen Einzug ins Land feiert, erzählt er da nicht von rauber, unbarmherziger Gewalt? Ist er dann nicht das Sinnbild unsichtbarer Gewalt, die erbarmungslos zerbrechen und mit Füßen treten, was anderen Leben und Hoffnung ist? Schwer und drückend setzt sich im Menschen ein bangendes Gefühl fest. Unsichtbare Feinde scheinen aufzuerstehen und ihre tückischen Waffen gegen ihn zu erheben. Es wird früh dunkel; unbeimlicher, düsterer als sonst bricht die Nacht berein. Geschichten von Gespenstern und bösen Geistern gehen von Mund zu Winters Mahnruf. Von Ernst Ludin. Mund. Das Grauen kommt herauf, streckt seine Fanganne aus. Aber wenn dann die winterlichen Nächte still und schweigend ins Land ziehen, wenn die Stürme ausgetobt haben und einer feierlichen Rube gewichen sind, dann fällt auch die Last der Bedrückung vom Menschenberzen. Leise und besinnlich ist die Sprache des Winters geworden. Nicht mehr quälen und veinigen will er den Meuschen—— was gut ist und wertvoll in ihm, will er wecken und Verinnerlichung wachrufen in seinem Gemüt. Zur Ruhe mahnt er, zur Rube des Herzens.„Verscheuche die Sorgen und düsteren Gedanken, die Dir Deinen Tag vergällen. Laß Stille in Dir werden, Rube und Frieden, wie drauben in der weiten, schweigenden Natur.“ Und der Mensch hört auf das mabnende Wort des väterlichen Freundes. Nubiger, stiller wird sein Tag, rubiger der Tag seines Lebens. Denn auch er ist ein Kind der Natur, in seinem Wesen, in seiner Art sest verbunden mit der Allmutter alles Lebens. Grübelnd und sinnend überdenkt er das vielfältige Sein der winterstillen Welt um ihn. Aber nichts daftet dieser Besinnlichkeit an, das quälend oder zersetzend wirkt. das unsichtbare Brücken Ein stilles Eins=sein ist es. derstellt zwischen Ich und All. Wenn dann draußen die Erde ihr Schneekleid anziebt, wenn in lustigen Wirbeltanz die Schneeflocken berniederfallen, dann löst ein leiser Frobsinn die beschauliche Rude ab. Ein Ton bärbeißiger Freude in in die Stimme des Alten. des Winters gekommen. Noch mahnt er, aber sein Madnruf dört sich gar lustig en, und wiederum ezweist er seine Macht über das menschliche Herz:„Laß Frobsinn in Deine Tage ein, öffne Türen und Tore der Freude“. Eine eindringliche Sprache ist es, die das muntere Treiben der Schneeflocken spricht. Und lustig und frob zieht der Meusch hinaus, in die weite, weiße Natur, Stärkung für Gemüt und Seele mit beimzubringen. Oberammergau und der Dollar. Joseph M. Jurinek, München, verössentkicht im „Hann. Kurier“ eine Unterzedung mit dem Oberammesganer Christusdarsteller Anion Lang, die die bevorstehende Ueberfahrt einiger Passionsdorsteller nach Amerika zum Thema hat und mit den falschen Gerüchten aufräumen will, die sich an diese Ueberfahrt geknüpft haben. berammergau ist plötzlich wieder in aller XL8 Munde.„Oberammergau vom Dollar besiegt!"...„Die Passionssvieler im Judassold!“...„Das entwurzelte Passionsspieldorf!"... Solche und ähnliche Ueberschriften liest man in ersten deutschen und ausländischen Blattern; man hat nicht nur den Münchener Kardinal Dr. v. Faulhaber, sondern sogar schon den Papst selbst mobil zu machen versucht, damit Rom selbst eingreise und den Oberammergauern die Fahrt nach Dollarien verbiete. Wohl ist bereits von der Gemeinde Oberammergau eine Erklärung zu den Alarmmeldungen über die Pläne und Amerikaabsichten der Dörfler gegeben worden, aber sie war zu lendenlahm, als daß sie die gewollte Beruhigung und Rechtfertigung gezeigt hättes. Die Angelegenheit lohnte schon eine Herbstfahrt nach Oberammergau, die bei den heutigen Eisenbahnpersonentarifen fast der Summe gleich kommt, die Oberammergau im Vorjahre während der ganzen Svielzeit eingenommen hat. Still und einsam ist's jetzt im weltabgeschiedenen Dörflein. Kein Fremder wandelt die verlassenen Dorfstraßen entlang. Die Not ist auch hier wohl in jedes Häuslein eingekehrt. Könnte es gar so Wunder nehmen, wenn ein Treubruch am Passionsgelübde wirklich erfolgen würde?... Mit diesen fragenden Gedanken im Sinn betrat ich das mir seit 25 Jahren wohlbekannte Haus des Christusdarstellers Anton Lang. Die Haare wallen ihm wie im Passionsspieljahre über die Schultern, der Vollbart rahmt das treuväterliche Gesicht ein. Anton Lang ist Töpfermeister von Beruf und hat mit seinen drei Gesellen Müb und Plag genug, sich und seine große Familie recht und schlecht durcheubringen. „Grüß Gott!" ruft mir Meister Anton Lang zu und führt mich in das gute Stübchen. in dem wir während der verflossenen 24 Jahre schon so manches Skündchen verplaudert haben.„Gut, daß Sie kommen, denn Oberammergau ist jetzt wieder in aller Munde. aber leider nicht in gutem, sondern im schlechtesten Sinne. Man wirft uns vor, daß wir unsere heilige Passion in Amerika spielen wollen, daß wir uns für schnödes Geld gemeinsam mit einer oberbayerischen Schuhvlattle:= truppe einer Sensationsturnee durch Amerika vertrag. lich verschrieben haben. Ich als Christusdarsteller werde mit am meisten hergenommen und mir wird, wenn ich aus Amerika zurückkehre, das Hinausgeveitschtwerden aus Bayern angekündigt.— Sie sollen alles erfahren. Was ich Ihnen jetzt sagen werde, ist lauterste Wahrheit, jedes meiner Worte dürfen Sie veröffentlichen, ich stehe dafür ein und mit meinen Worten zugleich für alle Oberammergauer. Ich beginne gleich mit der Erklärung: An den veröffentlichten Meldungen und Aufsätzen, daß Oberammergau sich und die Passion an Amerika verkauft habe, ist kein wahres Wort. Die Urheber der skandalösen Zeitungsberichte sind zum Teil in Bayern, zum Teil in Amerika zu suchen, das sind jene, die uns im Vorjahre den ganzen Sommer und auch noch nach der Passion den Winter über bestürmt haben, das Passionsspiel filmen zu lassen. Märchenhafte Summen wurden uns geboten, jeder Obesammer= gauer hätte in Milliarden, nach dem heutigen Dollarkurs in Billionen und Trillionen schwimmen können, wenn wir ja gesagt hätten. Aber wer immer mit der Absicht zu uns kam, uns unsere Passion in irgendeiner lebendigen Form abzukaufen, der mußte blamiert wieder abziehen. Nun muß es durchgesickert sein, daß ein Duvend Oberammergauer, darunter auch ich, Ende November wahrscheinlich auf drei Monate nach Amerika reisen werden, und flues hat man daraus Stunk und Stank, Lug und Trug gegen Oberammer= gau gemacht. Ich sagen Ihnen für heute und für allezeit: So lange ein Oberammergauer lebt und im Passionsspiel mitwirkt, kann und darf es für ihn keine Profanierung der Passion außerbalb der Oberammer= gauer Passionsspiele im unserem Darse geben. Täte dies wirklich einer, er würde sofort aus der Gemeinde für immer ausgeschlossen. Wir zwölf, die wir nach Amerika reisen wollen, wohlgemerkt: wollen, denn die endgültige Abmachung erfolgt erst in dieser Woche fahren nicht als Oberammergauer Passionsspieler, son dern in unserer Berufseigenschaft, die einen als Holzschnitzer, die anderen als Arbeiter, die dritten als Verkäufer. Ich fahre nicht als Christusdarsteller sondern als Töpfermeister mit, um drüben bei der in Neuvork geplanten Ausstellung meine Arbeit auszu stellen, und da ich der englischen Sprache möchtig bin, für meine Dorfmitbewohner Dolmetsch zu sein. Das ist die Wahrheit. Und was hat man aus dieser an und für sich harmlosen Reise alles gemacht? Warum fahren wir überhaupt hinüber? Halten Sie selbst Umschau im Dorfe und Sie werden seben, daß es uns wirklich nicht zum Besten gebt.: Wir sind hier mitten im Gebirge und müssen fast die gleichen Preise zahlen wie Sie in München. Ich beschäftige drei Gesellen: es fällt mir nicht leicht, jeden Samstag die Milliardenlöhne berbeizuschaffen. Die Welt draußen wird denken. wir Oberammergauer sind gut dran und leben herrkich und in Freuden. Wissen Sie, was aus den ganzen Einnahmen der Passionsspiele für uns geblieben ist? Die Hauptdarsteller, darunter auch ich, haben 31 000 Mark für 100 Proben und Mitwirkung während des ganzen Sommers erhalten, die Darstellerinnen von 25 000 Mark abwärts. Das Geld ist erst im November verteilt worden, weil die Abrechnungen erst durchgeprüft werden mußten. Waren 31000 Mark im November des Vorjahres Reichtümer? Als die schwere Zeit auch unser Oberammergau im letzten Winter heimzusuchen begann, da wurde uns aus Amerika das Angebot gemacht, die Oberammergauer Schnitzer= und Kunstgewerbetreibenden sollten eine gemeinsame Ausstellung Weihnachten 1923 in Neuvork veranstalten. Das Angebot lautete: Deckung der Hinreise und 12 Dollar Tagegelder, womit wir aber Wohnung und Verpflegung mit zu bestreiten haben. Wir haben in der Gemeinde uns zusammengesetzt und beraten. Das Ergebnis war: Wir nehmen an, aber stellen unsererseits die Bedingung, daß wir zu keinerled öffentlichem Auftreten. Zurschaustellen oder gar zu Vorträgen oder Theaterspielen verwendet werden dürfen. Wir bringen nur unlere Arbeiten und unsere Berufstätiskeit nach Amevika mit, alles, was auch nur im Entferntesten mit unserer Passion zu tun hat oder zusammenhängt, hat mit dieser Amertkafah.t absolut nichts zu tun. Wir wollen doch auch leben. Wenn wir in Oberammergau zugrunde geben, wenn das ganze Dorf zu Bettlern verarmt, dann ist es aus und vorbei mit unserer Passion. Nicht um die Passion zu profanieren, sondern um sie uns heilig und ungetrübt und unverkäuflich zu erhalten, wie es unsere Väter gelobt haben, darum wollen wir mit unserer Hände Arbeit uns neue Absatzgebiete für unsere Schnitzereten, Töpferoien und dergleichen mehr verschaffen. Um dem kunstgewerblichen Oberammergau und damit unserem Dorfe und der ganven Gemeinde aufzuhelfen, darum haben wir dem Plane, eine Oberammer= zauer Ausstellung in Neuyork zu veranstalten, zugestimmt. Ist das Unternehmen von Erfolg begleitet, sind noch weitere Ausstellungen in Chikaso, onon und noch einer Reihe anderer Städte in Aussicht genommen, so daß in diesem Falle die ganze Amerikareise etwa drei Monate in Anspruch nehmen würde. Die letzten Verbandlungen dreben sich noch um die Reisekosten für die Rückfahrt. Das ist die Wahrheit. Nicht um Verrat an Oberammergau und seiner Passion bandelt es sich, sondern um die Zukunft des Oberammergauer Kunstgewerdes und damit zugleich auch um das Wohl und Wehe unserer heiligen Passion.“ *** Ueber die geplante Ausstellung und die durch sie gebegten Hoffnungen berichtet ein Artikel in den „Münchener Neuesten Nachrichten“: Ein im Zentrum Neuyorks gelegener Bau, der ständig zu Schaustellungen dient, der Grand Central Palace, wird auch die Oberammergauer und ihre Arbeiten beherbergen. In dem äußeren landschaftlichen Nadmen soll auch eine Dorfstraße mit Häusern gezeigt werden, in denen dann einige Schnivzer bei der Arbeit zu sehen sind. Man hofft, daß täglich 30 000 bis 40000 Besucher, unter ihnen natürlich auch viele Käufer, kommen werden: Die Ausstellung, die in Neuvork am 15. November eröffnet werden und dort über die Weibnachtszeit bleiben soll. ist als Reiseunternehmen geplant. Es sollen noch weitere Städte aufgesucht werden, und zwar zunächst Baltimore, Cleveland, Chicago und Boston. Ob dies und eine Ausdehnung darüber binaus möglich ist, müssen erst die praktischen Verhältnisse lehren, denn es ist vor allem auch mit großen Kosten zu rechnen. Mancherlei Befürchtungen knüpsen sich, und vor allem in Oberamersau selbst, an diese Amerikafahrt, der die Gemeinde nicht ablehnend gegenüdersteht, dat doch Bütgermeister Nutz schon früher erklärt, daß man der Schnitzerei=Industrie nicht wehren kann und darf. sich neue Absatzgebiete zu sichern. Besorgte Gemüter seden nun die Möglichkeit, ja die Wahrscheinlichkeit voraus, es könnten die Oberammergauer, wenn sie einmal auf dem ihnen fremden Boden der Neuer Welt sind, in die Dienste einer dem Passionsspiel nichzuträglichen und der Ueberlieferung zuwiderlaufender amerikawischen Geschäftsmache gestellt werden. Bedenren werden insbesondere auch gegen die eilnahme des Christus=Laug geltend gemacht, der lediglich als Repräsentant Oberammergaus die Fahrt mitmachen will. Anton Lang. der kürzlich erst vom Papsi mit dem Gregorius=Orden ausgezeichnet worden ist, hat zugestanden, sich sogar die Haare kürzen zu lassen, um dem Verdacht einer Herabwürdigung seiner Person als Christus=Darsteller zu begegnen. Er wie die übrigen Mitreisenden sind fest entschlossen, nichts zu unternehmen, was das Spiel selbst in eine Verbindung mit der Ausstellung bringen könnte. Daß, wie von verschiedenen Seiten bedauptet wurde, irgendwelche Geheimverträge mit den Passionsdarstellern bestehen, widerspricht vollständig den Tatsachen. Die maßgebenden Persönlichkeiten sind sich wohl bewußt, was auf dem Sviele steht und sie gaben mir auch die persönliche Versicherung, alles vermeiden zu wollen: was ihrer eigenen Würde und der des Ortes zuwiderlaufen würde. Sie würden sich ja auch selbst unmöglich machen und sich und ihre Nachkommen von der Teilnahme am Spiel, die jedem Oberammerzuger als höchste Ehre cilt, ausschlieben. Und nicht zuletzt müßte man mit dem Empfinden der Amerikaner rechnen, von denen die vietistischen in ihrer Auffassang strenger sind als wir. Münchens Erzbischof Kardinal Jaulhaber, der Zeuge des letzten Passionssviels gewesen ist, gab den Oberammergauern seine besten Wünsche mit auf den Weg und sprach dabei die Hoffnung aus, daß sie, die bisher in hoher Auffassung ihrer relisiösen Heimatmission jede geschäftliche Ausbeutung ihres Wektrufs abgelehnt baben, eine Profanierung des Spiels in keiner Weise beabsichtigen und nur die wirtschaftliche Zukunft des Ortes und damit auch die Fortdauer der Passionsspiele sichern wollen.