□ 0 253. 9: 1 u. GeGelsenkirchener Zeitung. Bezugspreis durch Boten zugestellt oder durch die Post bezogen für die Woche vom 8. bis 14. Oktober 60000000 Mk.— Einzel=Nummer 10000000 Mk. Erscheint täglich, außer an Sonn= und Festtagen. Gratis=Beilagen: „Gelsenkirchener Sonntags=Zeitung“,„um Heröfeuer“ und„Sport=Extrablatt“ Telegramm=Adresse: Gelsenkirchener Zeitung.— Postscheck=Konto Essen Nr. 131 46. Geschäftsstelle: Gelsenkirchen, Ahstraße 37, geöffnet von morgens 8—1 Uhr, 2—6 Uhr abends. Fernsprech=Anschluß: Amt Gelsenkirchen Nr. 124 und 125. Verlag und Rotationsdruck von Chr. Münstermann in Gelsenkirchen. Anzeigenpreis für 1 mm Raumhöhe(27 mm breit) Grundpreise: Ortsanzeigen 50. kleine Anzeigen nicht geschäftlicher Art und Familienanzeigen 30, auswärtige Anzeigen 60, Reklamen(80 mm breit) 250. Schlüsselzahl 100000. Grundpreis mal Schlüsselzahl ergibt den Anzeigenpreis. Besondere Mittellung bei Aenderung der Anzeigenpreise erfolgt auch bei lausenden Abschlüssen nicht. Bei nicht sofortiger Zahlung der Anzeige wird für das jedesmalige Vorzeigen der quittierten Rechnung eine Gebühr von 5 Proz. des Rechnungsbetrages erhoben. Für Lufnahmen an bestimmten Tagen und Plätzen, sowie für Aufträge mittels Fernsprecher wird keine Gewähr und für Drucksehler keine Hastung übernommen. Etwaiger Radatt gilt als Kassarabatt und kann verweigert werden, wenn Zahlung nicht binnen acht Tagen nach Erhalt der Rechnung erfolgt. Im Falle von höherer Gewalt, S Aussperrung. Betriebestörung. Erscheinungsverbot hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung der Zeitung auf Rückzahlung des Bezugspreises. Streik, ober Nr. 228(Erstes Blatt) Mittwoch, den 19. Oktober 1923 59. Jahrgang. Um die Wiederaufnahme der Arbeit an der Ruhr. Reichsregierung und Wiederaufnahme der Arbeit. Anfrage in Paris und Brüssel. na Berlin, 9. Okt.(Telegr.) Die deutsche Regierung hat am Montag die Botschaft in Paris und die Gesandtschaft in Brüssel angewiesen, eine endgültige Antwort darüber zu erhalten, ob Frankreich und Belgien bereit seien, mit Deutschland über die Wiederaufnahme der Anbeit im Ruhrgebiet in Verhandlungen einzutreten. Dieser Schritt der von Seiten der deutschen Regierung in Paris und Brüssel erfolgt ist, bringt zum Ausdruck, daß die deutsche Regierung den Willen hat, im Einvernehmen mit den Besatzungsbehörden die Wiederaufnahme der Arbeit im Ruhrgebiet herbeizuführen und die dafür notwendigen Maßnahmen und Voraussetzungen zu schaffen. Wie die Berliner Blätter melden, wird die Regierung zu den ihr unterbreiteten Wünschen der Gruppen von Industriellen, die mit Degoutte in Besprechungen eingetreten sind, erst nach Eingang der Antworten aus Paris und ssel auf die ihr genannten Anfragen Stellung nehmen. Belgiens Stanspunkt. ss. Paris, 9. Okt.(Telegr.) Die Blätter teilen mit, daß heute nachmittag der deutsche Geschäftsträger in Brüssel vom belgischen Außenminister empfangen wurde, dem er mitteilte, Deutschland sei gewillt, am Wiederaufbau des Wirtschaftslebens im Ruhrgebiet aktiv mitzuarbeiten, und vor allem unverzüglich die alten Lieferungen wiederanizunehmen. Der deutsche Geschäftsträger schlug im Namen der deutschen Regierung eine Zusammenkunft belgischer, französischer und deutscher Delegierter zur Regelung der in Frage kommenden Einzelheiten vor. Der Brüsseler Korresvondent des„Temps“ berichtet, daß der belgische Außenminister Rödiger erklärt habe, er werde sich mit der französischen Regierung in Verbindung setzen in der Absicht, sich zu verständigen. Jaspar fügte hinzu, daß Deutschland, ohne die belgische Antwort abzuwarten, die Eisenbahner zur Wiederaufnahme der Arbeit auffordern müsse und den Industrie= ellen des Ruhrgebietes, die bereits in einem Sonderabkommen ihre Zustimmung zur Wiederaufnahme der beit und ihrer Lieferungen gegeben haben, Garantien geben müsse, die den Industriellen eine Entschädigung seitens der Reichsregierung sicherten. Weiter teilt der Brüsseler„Temps“=Korresvondent mit, daß eine hobe der belgischen Regierung nabestehende Persönlichkeit heute morgen zu den zwischen der französischbelgischen Ingenieur=Kommission im Ruhrsbiet und den Vertretern der Gesellschaft Phönir und Rheinstahl zustande gekommenen Abkommen erklärt habe, daß infolge dieses Abkommens nicht mehr als drei Tage notwendig sein werden, damit die übrigen Industriellen des Ruhrgebietes sich dazu entschließen, vermittels Sonderabkommen die Warenlieferungen wiederaufzunehmen, um produzieren und exportieren zu können. Das Abkommen der Gruppe Otto Wolff und Anderes. Mitteilungen und Urteile des„Cemps“. ss Paris, 9. Okt. 1923.(Telegr.) Der„Temvs“ beschäftigt sich in seinem heutigen Leitartikel mit dem Abkommen. das gestern mit der Gruppe Otto Wolff abgeschlossen worden ist. Das Blatt erklärt, es müsse zunächst einmal den Charakter dieses Abkommens näher darlegen und die Aufmerksamkeit auf gewisse seiner Folgen hinlenken. Es handelt sich um ein provisorisches Abkommen. das unter Vorbehalt der Einwände unterzeichnet worden ist, die von den Regierungen oder ihren Beauftragten in der Revarationskommission gemacht werden können. Heute, so teilt der„Temps“ mit, wird der Tert des Abkommens der Revarationskommislion bekannt gegeben werden. Im übrigen wird dann bemerkt, daß das Abkommen lediglich das Ziel der von der Revarationskommission selbst verlangten Leistungen wiederherstellt. Dieses Resultat würde niemals mit Hilfe rein mündlicher Aufforderungen erreicht worden sein. Das Blatt schreibt den Erfolg einzig und allein der Ruhrbesetzung zu. „Das Abkommen“. heißt es dann weiter,„gibt Frankreich nichts, was seinen Anteil überschreiten würde. Die deutschen Firmen, die unterzeichnet haben, produzieren nur einen Teil der Brennstoffe, von denen die Revarationskommission ihre Bezüge geliefert erhalten soll. Frankreich verlangt auch keine Priorität. Das Abkommen wahrt die Rechte Belgiens wie die Frankreichs. Italien hat selbst ein Sonderabkommen mit Deutschland über die Kohlenlieferungen auf Grund der Revarationen abgeschlossen. Enaland als großes Kohlenexvortland verlangt natürlich nicht, daß die Deutschen die Brennstoffe liefern.“ Auch für die Bevölkerung des besetzten Gebietes ist das Abkommen nach der Meinung des„Temps“ vorteilhaft:„Die Grupve Otto Wolff. klüger als die Gruppe Stinnes, gibt das Beispiel für die Wiederaufnahme der Produktion, wodurch die Bevölkerung schneller wieder zu Brot kommt, als durch die Papiergeldoresse in Berlin.“ Außerdem verspricht sich der„Temps“ von dem Abkommen auch Vorteile für das übrige Deutschland. Denn:„Nachdem die Grupve Otto Wolff verhandelt hat, ohne irgend welche Forderungen an Berlin zu richten,“ meint der „Temps“,„könne die Reichsregierung den Forderungen Stinnes un. besser Widerstand leisten.“ Otto Wolff könne sich bei seinen Kohlenlieferungen nach dem Ausland auch von den übertriebenen Preisen der Kohlensondikate freihalten.„Stinnes.“ heißt es in dem Artikel weiter,„und seinesgleichen, haben auf die Politik des Reiches einen bedeutenden Einfluß, dank der Zeitungen, die sie unterhalten und der Organisationen, die sie inspirieren. Ein Kommissar des Reiches, der den Auftrag hätte, die Wiederaufnahme der Arbeit im Ruhrgebiet zu organisieren, wäre sicherlich das Instrument dieser Industriellen geworden. Auf diese Weise wären Verhandlungen unmöglich gewesen.“ Der„Temps“ spricht alsdann von den Beziehungen der Harvener Bergbaugesellschaft, die ebenfalls erklärt habe, daß sie bereit sei, die Lieferungen wieder aufzunehmen und die Verladung der vorhandenen Läger selbst vorzunehmen. Ferner berichtet das Blatt, daß etwa 20 bedeutende Imvort= und Exporthäuser, die seit dem 28. Januar alle ihre Beziehungen mit dem interalltierten Bureau in Bad Ems abgebrochen hatten, Ausfuhrgesuche an dieses gerichtet haben. Auch der Warenaustausch zwischen dem besetzten Gebiet und dem übrigen Deutschland beginne wieder. Dann teilt der„Temps“ mit, daß bei den interalliierten Bureaus in Köln und Mainz. die die Erlaubnisse für Ausnahmebewilligungen erteilen, eine Flut von Anträgen eingelaufen sei und„wir freuen uns, hinzufügen zu können, daß gewisse Reichsverwaltungen ebenfalls ihren guten Willen kund geben". So habe z. B. die Oberpostdirektion in Frankfurt a. M. angeordnet, daß alle Telegramme und Postsachen unverzüglich dem interalliierten Bureau in Bad Ems ausgeliefert werden. Im übrigen handele es sich darum, zu wissen, und das sei der wichtigste Teil der neuen Etappe, ob die Eisenbahner auch in genügender Zahl und unter annehmbaren Bedingungen sich stellen würden. Die Rückkehr der Eisenbahner zu verhindern oder ihnen unannehmbare Forderungen ins Ohr zu flüstern, werde Frankreich glauben machen, man versuche mit Absicht, die Wiederaufnahme der Arbeit zu sabotieren. Alsdann erwähnt der„Temps“ noch die Grubengesellschaften des Ruhrgebietes, die anscheinend die Arbeitszeit erhöhen wollten. ohne die Gehälter und Löhne zu erhöhen. Hiergegen werden die Arbeiter und Angestellten protestieren.(Ist schon geschehen.) Im übrigen wolle man sich in Paris über diesen Streit unter den Deutschen nicht äußern. Der „Temps“ macht jedoch zwei Bemerkungen: Es sei möglich, daß die Arbeitgeber Recht hätten, wenn sie die Arbeitszeit erhöhen wollten, aber sie hätten dies leichter haben können, wenn sie nicht während langer Monate den Widerstand gegen die Alliierten organisiert hätten. Wenn man selbst seine Autorität auf diesem Wege zerstöre, so dürfe man sich nicht wundern, wenn man keine mehr habe. Als zweiten Punkt bemerkt der„Temps“. daß eine Lohnfrage unlosbar sei, solange nicht eine gesunde Währung bestehe. Der wertbeständige Lohn aber sei völlige Illusion, solange die Preise derartig stürmischen Schwankungen unterworfen seien. Das Ausland werde im übrigen auch kein Anwachsen der deutschen Industrie begünstigen, solange die Entwertung der Mark der deutschen Industrie gestatte, alle Märkte zu überschwemmen. Die Währungsaufgabe der deutschen Regierung, so schließt der„Temps“, sei also mit Währungsreformen vorzubereiten, um sie der Reparationskommission zu unterbreiten. Das Projekt des ersten Kabinetts Stresemann könne man nicht aufrechterhalten. Das verbieten die Ausführungen des Herrn Schacht von der Darmstädter Bank in der„Vossischen Zeitung“ und in den Reden Stresemanns suche man vergeblich nach einem besseren Projekt. WTB Paris, 8. Okt.(Telegr.) Wie Havas aus Düsseldorf berichtet, haben die Vertreter der Handelskammer von Essen gestern Fühlung mit den französischen Behörden genommen im Hinblick auf die Wiederaufnahme der Arbeit und der wirtschaftlichen Tätigkeit. ( Dvisburg, 9. Okt. Der Bahnhof Ruhrort ist von der belgischen Besatzung geraumt worden. Hoffentlich läßt sich die Wiedereinbeziebung in den Eisenbahndienst bald bewerkstelligen. Paris, 8. Okt. Wie Havas aus Düsseldorf berichtet, haben die französischen Behörden dort gestern 290 Schupoleute ausgewiesen. Industrie und Reichsregierung Fragen und Forderungen. ( Berlin, 9. Oktober 1923. * Der„Voss. Ztg.“ zufolge soll eine Gruppe der Ruhrindust riellen jetzt der Reichsregierung zehn Forderungen und Fragen überreicht haben. Sie verlangt u. a. Ersatz der seit der Ruhrbesetzung weggenommenen Kohlen, Ersatz der seit der Ruhrbesetzung zwangsweise erhobenen Koblensteuer, Beseitigung der Kohlensteuer für das Ruhrgebiet, Garantie der Verfügung über alle künftig zu liefernde Revarationskohle, bevorzugte Belieferung des besetzten Gebiets mit Rohstoffen und Lebensmitteln, Aufhebung des Kohlenkommissariats und der staatlichen Verteilungsorgane für Kohlen im besetzten Gebiet, Ermächtigung der Kommission der Industriellen, die Verhandlungen mit der Besatzungsbehörde weiter zu führen. Ferner wird angeblich an die Regierung die Frage gerichtet, wie die Industriellen sich zu der Regiebahn stellen sollen und wie die Reichsregierung sich zu der Schaffung einer Eisenbahnbetriebsgesellschaft an der das Rheinland, Frankreich und die Industrie beteiligt sind, stellt Schließlich wird die Reichsregierung gefragt, ob sie bereit sei. die Industriellen bei der Durchführung ihrer Forderung nach Verlängerung der Arbeitszeit auf 8½ Stunden unter Tage und 10 Stunden über Tage und nach Aufbebung sämtlicher Demobilmachungsverordnungen zu unterstützen. Wie die„Voss. Ztg.“ erfahren haben will, wird die Reichsregierung sich in einer Kabinettssitzung mit den Forderungen der Ruhrindustriellen beschäftigen. * na Berlin, 9. Okt.(Telear.) Obne in eine materielle Würdigung der dur die Industrie der Reichsregierung vorgelegten Forderungen einzutreten, wird man sich aber ohne weiteres gestehen müssen, daß die Art und Weise, wie die Industri vorgegangen ist, die Situation kaum erleichtern kann. Es erhebt sich außerdem die Frage, ob Die Industrie ohne Wissen der Reichsregierung und ohne mit ihr Fühlung zu nehmen, überhaupt in derartige Verhandlungen eintreten darf, die dann zur bestimmten Formulierung der Reichsregierung gegenüber führen. Sollte die Industrie in der deutschen Demokratie bereits so mächtig sein, daß sie glaubt, jeder Fühlungnahme mit der Reichsregierung entraten zu können? Im ersten Augenblick, als diese Meldung von den Forderungen der Industrie in der Oeffentlichkeit auftauchte, mochte man an der Wahrheit dieser Behauptung Zweifel begen. Die Richtigkeit hat sich jedoch jetzt betätigt. In varlamentarischen Kreisen hat jedenfalls der immerhin ungewöhnliche Vorgang berechtigtes Aufsehen erregt. Wür dürfen heute ohne weiteres behaupten, daß die hier gekennzeichneten Dinge bei der Regierungskrise eine Rolle gespielt haben und durchaus nicht geeignet gewesen sind, die Behebung der Krise zu erleichtern; denn eine Reihe von Einzelheiten über die Verhandlungen und die beabsichtigten Forderungen waren in varlamentarischen Kreisen während der Krise schon durchgesickert und vor allem bat die Forderung des 8½ stündigen Arbeitstages unter Tage dazu geführt, daß die Sozialdemokratie an der grundsätzlichen Aufrechterhaltung des Achtstundentages hartnäckig festhält. Es ist selbstverständlich, daß die Reichsregierung zu den Forderungen der Industrie solange nicht Stellung nehmen kann, bis sie das Ergebnis dieses Schrittes kennt, den die Botschaft in Paris und die Gesandschaft in Brüssel zwecks Anbahnung von Verhandlungen zur Wiederaufnahme der Arbeit im Ruhrgebiet unternommen haben, wie Reichsminister Sollmann heute im Reichstag mitteilte. Wir verweisen auch auf dessen Regierungserklärung im Reichstag dazu. Das Ermächtigungsgesetz in erster und zweiter Tesung Deutscher Reichstag. angenommen. (Telegr.) Bei Um uß das Parnisse den Pareinver387. Sitzung. c Berlin. 9. Oktober 1923. Auf der Tagesordnung steht die erste Beratung des Ermächtigungsgesetzes n Verbindung mit dem Antrag Schiffer(Dem.), der Geetze verlangt zum Abbau der Beamtenschaft, zur Neorganiation der Justiz= und Reichsverwaltung. zur Vereinachung der Reichsministerialversassung und des Gechäftsganges des Reichstages. Abg. Helfferich(D. N.) beantragt Ueberweisung des Ermächtigungsgesetzes an einen Ausschuß. Ein so wichtiges Gesetz dürfe nicht übers Knie gebrochen werden.(Zustimmung bei den Kommunisten. Heiterkeit.) Abg. Schiffer(Dem.) stimmt dem Ermächtigungsgesetz zu und ist gegen eine Ausschußberatung. Hier handelt es sich um eine dringende Angelegenbeit. die nicht verzögert werden dürfe. Auch die Demokraten hätten manche Bedenken gegen den zweiten Artikel. der die Geltung des Gesetzes von der Zusammensetzung des Kabinetts abhäntig machen will. Sie würden aber diese Bedenken nicht als Anlaß zur Verzögerung nützen. Bankerott des Vaterlandes zu vermeiden, mut lament mit einer Beschränkung seiner Befugn standen sein. Abg Fröhlich(Komm.) sieht in dem Ermächtigungsgesetz eine Aufbebung des Parlamentarismus. den Tod der Demokratie und den Beginn der Diktatur. Redner richtet heftige Angriffe gegen Stinnes. der mit Frankreich verbandelte. Abg. Müller=Franken(Soz.) teilt mit. daß die Sozialdemokratie bereit sei. das Gesetz anzunehmen, da jetzt der letzte Versuch gemacht werden müsse, die rasch zum Abgrund gleitenden kerhältnisse zu meistern. Er fragt, ob die Zeitungs. nachtichten über Verhandlungen deutscher Unternehmer mit den Franzosen richtig seien. Bei allen Wirtschaftsverhandlungen muß die Reichsregierung führend sein. Das Primat der Staatsregierung muß erhalten bleiben. Unter keinen Umständen dürfe zugelassen werden, das einzelne Interessenten unter fremdem Schutze ihre Vorteile suchten. Hier habe das Reichsjustizministerium zu prüsen, ob nicht Landesverrat vorliegt.(Beifall.) Es geht nicht an, daß jetzt die Industrie sich verschiebt und eigene egoistische Ziele verfolgt. Die Regierung muß hier auf dem Posten sein. Die Regelung der Revarationsfrage sei ausschließ. lich Sache der Regierung. Abg. Andre(3tr.) weist darauf hin, daß sich der deutschnationale Abg. Graef=Thüringen für die Diktatur ausgesprochen vabe. Abg. Huge(D. V.) stimmt dem Gesetz nicht vom Standpunkte der Partei. sondern von dem des Vaterlandes zu. Im Ermächtigungsgesetz liegt die Idee des Zusammenschlusses, um der Not des Vaterlandes zu begegnen. Es ist keine Diktatur im Sinne der russischen Idee. sondern eine Diktatur der Verständigung. Dem Einzelhandel kann man die Goldrechnung nicht verbieten, wenn sie überall eingeführt wird. Deshalb muß die Wuchexgesetzgebung aufgehoben werden Die Tabak. und zahlreiche andere Steuern müßten durch eine gestaffelte Warenumsatzsteuer ersetzt werden. Zur Gesundung der Kohlenwirtschaft kann, wie die ommunisten glauben, auf die Hebung der Kohlennicht verzichtet werden. Wir haben auf eine tet werden. Wir haben auf eine im Ermächtigungsgesetz verzichtet. das Parlament hier rasch handeln produktion— Klärung dieser Frage weil wir hoff wird. Abg. Wulle(Deutschvölkisch) betont, daß Stresemann sich erst am 10. August scharf gegen den Gedanken der Diktatur gewandt habe. Er habe also umgelernt. Reichominister des Innern Sollmann: Herr Abgeordneter Wulle, ich lehne es ab, mich mit Ihnen über deutsche Ehre zu unterhalten, seitdem ich weiß, daß Sie meinem Ministerium ohne vorherige Besprechung, ein Telegramm gesandt haben, in dem ganze Landesteile drohten, sich unter die Hoheit eines fremden Staates zu stellen.(Hört, hört! bei der Mehrheit. Lärm bei den Deutschvölkischen.) Der Antrag Schiffer sollte der Regierung überwiesen werden. Sie wird die in ihm enthaltenen Anregungen ernsthaft prüfen. Wir verkennen nicht die Bedenken, die in allen Parteien, gegen ein solches Ermächtigungsgesetz bestehen. Wir bitten aber um die Zustimmung ohne Aus schußheratung. weil in dieser kritischen Zeit vor allem rasch gehandelt werden muß. Von einem Bankerott Rede sein. Die R der Rückkehr von den Verhandlungen berichteten die Herren dem Reichskanzler unverzüglich über das Ergebnis. Die heute in der Presse veröffentlichten zehn Fragen sind am Sonntag in Verbindung mit zahlreichem anderen Material übergeben worden. Es konnte bis zur Stunde weder von den beteiligten Ressorts. noch weniger vom Gesamtkabinett durchgearbeitet oder gar zur Unterlage von Entscheidungen gemacht werden. Die Reichsregierung konnte bisher zu den aufgeworfenen schwerwiegenden Fragen aus dem Grunde auch keine Stellung nehmen. weil die divlomatischen Vertreter des Reiches in Paris und Brüssel Anweisung erhalten haben, eine Meinungsäußerung der dortigen Regierungen über die mit der Arbeitsaufnahme an Rhein und Nuhr zusammenhängenden Fragen herbeizuführen und da die Berichterstattung hierüber zunächst abgewartet werden muß.“ Ich bitte das Haus. sich zunächst mit dieser Erklärung zu begnügen. Es wird ja zweifellos über die wichtigen Vorgänge im Westen weiteres zu sagen sein.(Abg. Höllein(Komm.) ruft: Was geschieht gegen den Hochverrat?) Zu einer solchen Unterredung wird im Augenblick auch Ihr(zu den Kommunisten) Material nicht ausreichen. Der Minister richtet nochmals an das Haus die Bitte, ohne Verzögerung dem Ermächtigungsgesetz zuzustimmen, damit der Weg zur Rettung frei werde. (Beifall.) Die Abgeordneten Alvers(Welfe). Fehr(Baverischer Bauernbund) und Ledebour(U.) lebnen das Ermächtigungsgesetz ab. Der baverische Gesandte von Preger Regierung könne dem Gesetz nicht zustimmen. Sie trägt Bedenken, in die Hände der Reichsregierung in ihrer gegenwärtigen Zusammensetzung so weitgebende Vollmachten zu legen, wie sie in dem Entwurf enthalten sind.(Große Unrube links.) Damit schließt die erste Beratung. Der Antrag der Deutschnationalen auf Ausschußüberweisung wird abgelehnt. Zur zweiten Beratung it von den Kommunisten ein Antrag eingegangen, der verlangt. die Regierung möge das Verfahren wegen Komplotts gegen die innere und äußere Sicherheit des Reiches und megen Hochverrats gegen die rheinischen Schwerindustriellen einleiten die mit General Degoutte und dem Vorsitzenden der Interalliierten Kommission die bekannten Besprechungen geführt haben. Abs. Hoch(Soz.) verlangt Sicherheiten dafür, daß die Erwerbslosen eine Unterstützung erhalten, von der sie leben können. Abg. Helfferich(D. N.) gebt auf die Regierungserklärung zu den Verhandlungen ein und sagt dazu, sehr behaglich ist mir nicht dabei. wenn in solchen Zeiten und in einer schweren Lage des Reiches von einzelnen Personen Verbandlungen mit der Gegenseite geführt werden, über die nia vorher enge Besprechungen mit der Regierung gepflogen worden sind. Die Herren haben auf eigene Verantwortung gehandelt und wir können nur hoffen. daß dabei nicht vaterländische Interessen verletzt worden sind. Wenn aber tatsächlich, wie die Presse behauptet. Verträge abgeschlossen sein sollten. so weiß ich nicht. wohin wir steuern. wenn jeder Einzelne in der Lage sein soll. zu verhandeln und Verträge schließen. Ick bedauete, dab der Minister — abzunicht zu des Parlamentarismus kann keine— verschiedenen Parteien zusammengesetzte #ch. aus egierung unter steht der Kontrolle des Reichstages: sie kann jeden Augenblick von ihm mit Zweidrittelmehrheit beseitigt werden. Die Reichsregierung wird sich gegen jeden Versuch einer illegalen Diktatur zur Wehr setzen. „Im Namen der Reichoregierung habe ich folgende Erklärung abzugeben: „Die Herren Stinnes. Vögler und Klöckner haben im Auftrage eines bürgerlichen Vereins und in Wahrnehmung ihrer eigenen Interessen Verhandlungen mit General Degoutte ausgenommen. Ihre Absicht. vor der Abreise zu diesen Verhandlungen mit dem Reichskanzler eine Aussprache aufzunehmen. kam nicht zur Ausführung. weil der Reichskanzler wegen der Regierungskrise und der damit verbundenen Besprechungen die Herren nicht empfangen konnte, als sie in der Reichskanzlei erschienen. Nach schliebe ch dieser Vertragsangelegenheit sich äußern konnte. Zum Ermächtigungsgesetz ist zu sagen, daß auch wir der Meinung sind, daß das Reich eine bessere politische Richtung braucht, als sie die Weimarer Verfassung bietet. Ganz unmöglich ist aber der zweite Arbestimmte Reen will. Mit cht weitergehen. EPER Substanz. Wir ###n eine Steigerung der Produktion und außerste Sparsamkeit. Wenn nicht schnell eine wertbeständige Währung geschaffen wird. gehen wir zu Grunde. Ueber die Währungsfrage muß im Ausschuß eingehend gesprochen werden. Zur Durchführung der Währungsreform ist die Diktatur der ungeeignet Weg. Der Reichstag ist in seinen vier Jahren se überfällig. Wenn die Abgeordneten auf mehrere Mo nate in die Heimat fahren. werden sie hoffentlich dann selbst ein Beispiel des Opserwillens geben und auf Diäten verzichten. Wir beantragen deshalb. während der Dauer dieses Gesetzes erhalten die Reichstagsmitg lieder eine Aufwandsentschädigung nur für die Tage. an dem der Reichotag versammelt ist. Wir beantragen weiter die Streichung des zweiten Artikels. der die Geltungsdauer mit der jetzigen Zusammensetzung Regierung in Zusammenhang bringt. Abg. Koch(Dem.) der bedauert, daß der Vertreter der bayerischen Regierung in dieser ernsten Lage des Reiches eine für die Autorität Reichoregierung so verletzende und darum auch abgeben konnte. er Lage des Reiches der Reicheregierung so verletzende aubenvolitisch schädigende Erklärung (Lebhafte Zustimmung links.) Abg. Merck(Baor. Vo.) lehnt das Gesetz ab. weil es die Rechte der Länder in unerträglicher Weise beschränke 1 Dollar=1197000000 Mark. Der amtliche Mittelkurs. Berlin bank. Der maßgebende 9. Oktober 1290 m freien Abendverkehr wurde der Doller mit 2300 ionen genannt. Abg. Maltzahn(Komm.) verwirft ebenfalls die Vorlage. Nach kurzer weiterer Debatte schließt die Aussprache. Unter Ablebnung aller Anträge wird§ 1 andenommen mit dem Zusat, daß die Leistungen aus der Erwerbolosen. versicherung aus dem Gesetz herausgelassen werden. Auch der Rest des Gesetzes wird genebmigt. Auf Einspruch der Kommunisten und Deutschnationalen wird die 3. Lesuno erst auf übermorgen festgesetzt Morgen nachmittag 2 Uhr: Kleine Vorlagen. Schluß na Berlin. voraussichtlich Der Arbeitsplan. Okt.(Telegr.) Der Reichstag wird S####och sich vertagen. nachdem das Ermächtigungsgesetz seine Erledigung gefunden bat. Das Arbeitszeitgesetz. das zur Zeit einer Abänderung unterzogen wird. ist dem Reichstag noch nicht zugegangen. Man rechnet aber damit, daß das in kürzester Zelt der Fall sein wird. Der Entwurf wird dann sofort dem sozialpolitischen Ausschuß des Reichstages zugehen, der ihn vorberät. Der Reichstag wird dann in der nachsten Woche auf höchstens zwei Tage zu sammentreten, um dieses Gesetz zu erledigen. Alsdann wird der Reichstag auf etwa 6—8 Wochen vertagt werden. Ein Weißbuch. nu Berlin. 9. Okt.(Telegr.) Dem Reichstag ist ein Weißbuch zugegangen, welches Aktenstücke zur Revarationsfrage vom 26 Dezember 1922 bis zum Juni 1923 umfaßt. Das Weißbuch enthält die Schritte der Nevarationskommission und deren Noten an die Reichsregierung sowie deren Ai Intworten. Um dte Arbeitszeit im Bergbau. Es bleibt vorläufig beim alten. . Berlin. 9. Okt.(Telege.) Wie den Zeitungen von zuständiger preußischer Seite mitgeteilt worden ist, sind die Staatogruben im Nuhrgebiet angewiesen worden, die alte Arbeitszeit beizubehalten. Hierzu meldet uns unser Essener d=Korrevondent noch felgendes: „Der Konflikt im Ruhrbergbau in der Frage der Arbeitszeit wird vorläufig vermieden. Wie wir erfahren, ist heute nachmittag beim Schichtwechsel auf den Zechen des Ruhrbezirks den Belegschaften eröffnet worden, daß die Wiedereinführung der früheren längeren Schichtzeit zunächst nicht stattfindet. Diese einstweilige Zurückziehung der gestern ergangenen Verfügung der Zechenbesitzer auf Einführung der verlängerten Arbeitszeit ist das Ergebnis neuer Verhandlungen, die in Berlin auf die Intervention des Reichsarbeitsministers zwischen diesem und den Vertretern der Gewerkschaften eingeleitet worden find. Die Vertreter des Bergbaues halten grundsätzlich an der während der letzten Regierungskrise auch in den Gewerkschaftskreisen anerkannten Verlängerung der Arbeitszeit im Bergbau fest. In den jetzt wieder aufgenommenen Verhandlungen soll nochmals versucht werden, in dieser Frage eine Uebereinstimmung mit den Gewerkschaften herbeizuführen.“ Der Auschlag der Seubenverwaltungen. Essen, 9., Okt.„Auf den Zechen des Ruhrbergbaues ntmachung völkerung zu verhindern. Die Regierung und die Gewerkschaften haben gegen die Durchführung dieses Beschlusses Stellung genommen und sind in Verhandlungen darüber eingetreten. Wir müssen fü Folgen, die aus dieser Verzögerung sich ergeben, die antwortung ablehnen und lassen vorläufig die berigen Arbeitszeiten bestehen. Die Belegschaften sämtlicher Zechen des Nuhrbergbaues waren der Parole der Bergarbeiterverbände gefolgt und hatten die bieherige Arbeitozeit überall eindie VerbisAus der Vorgeschichte des Versuchs der Bergwerkbesitzer. = Berlin, 9. Okt.(Telegr.) Die in der Morgenausgabe der„Deutschen Allgem. Zeitung" veröffentlichten Ausführungen von Stinnes finden in den Berliner Abendblättern allgemeine Beachtung. In Sachen der Darlegungen Stinnes zur Frage der Arbeitszeit im Bergbau erfährt das„Berliner Tageblatt". Stresemann erfuhr von dem am 30. September in Unna gesaßten Beschluß erst durch die Rede Stinnes in der Fraktionssitzung der Deutschen Volkspartei. Bei dem Beschluß der Deutschen Volksvartei, der die Wiedereinführung der Arbeitszeit vor dem Kriege ins Auge gefaßt habe, habe offenbar ein Mißverständnis mitgewirkt; denn sowohl Strejemann wie andere Mitglieder der Partei waren der Ansicht, daß es sich um eine einstündige Verlängerung der Arbeitszeit handele, während Stinnes. wie es sich erst später herausstellte, die Ein= und Ausfahrt in die von ihm vorgeschlagene Arbeitsdauer nicht einberechnen wollte, was dann auch im Zentrum schäriste Ablehnung sand. Stresemann teilte deshalb in der nächsten Fraktionssitzung der Deutschen Volksvartei mit, daß der Vorschlag von Stinnes auch innerhalb einer rein bürgerlichen Koalition voll kommen unanneymbar sei. Ein Antrag des Gewerkvereins. A. Essen, 9. Okt. Am 8. Oktober hat der Gewerkverein christlicher Bergarbeiter bei der Reichsregierung den Antrag gestellt, die Verhaftung der Zechenbesitzer des Ruhrgebietes anzuordnen, da sie nicht nur einen schweren Vorstoß gegen die Reichsverfalsung unternommen, sondern auch andere reichsgesetzliche Bestimmungen übertreten haben. Erklärung über ihre Hattung angesichts der neuen Lage im Ruhrgebiet abzugeben. Der gegenwärtige Augenblich sei für Zweideutigkeiten nicht geeignet. Die Zeit zum Handeln sei gekommen. Die Regierung müsse auch für Deutschland aus dem Recht zur Teilnahme an den Verhandlungen bestehen und sich gegen jede Annexion deutschen Gedietes erklären. Die brittsche Reichskonferenz. Die Haltung der Dominions. 6 London, 9. Okt.(Telegr.) Der divlomatische Berichterstatter des„Daily Telegravh“ schreibt, auf Ersuchen der brittschen Regierung sei über die Verhandlungen der Reichskonferenz kein Bericht ausgegeben worden. Es verlaute jedoch, daß die Premierminister der Dominions nur zugestimmt hätten, die Veröffentlichung ihrer Neden oder von Teilen daraus, die bestimmt seien, die Völker der Dominions über die euroväische Lage und Europa über die Ansichten der Dominions aufzuklären, um einige Tage zu verschieben, bis Lord Curzon auf ihre Kritik, ihre Anregungen und konstruktiven Vorschläge geantwortet haben würde. Die Vertreter der Dominions erklärten allgemein, daß sie bestrebt seien, nach besten Kräften mit der britischen Regierung zusammenzuwirken. Sie würden ihre Versuche, den Frieden und die ohlfahrt Eurovas wiederherzustellen, unterstützen, sie müßten jedoch ihre Parlamente und Völker binter sich haben und ibnen eine offene Darlegung der Lage geben können, sowie der Methoden und Mittel. mit denen das britische Reich mit ihr fertig werden wolle. Dem Berichterstatter zufolge wird angenommen, daß auf der gestrigen Konferenz die Ruhrfrage und die Regelung der Revarationen im Vordergrund der Erklärungen der Abgeordneten Bruce und Smuts gestanden hätten. Wenn eine offene Kritik laut geworden sei, so sei dies zugleich freundschaftlich und hilfreich gewesen und habe dazu gedient, Lord Curzon zu unterstützen. Wie der Berichterstatter weiter meldet, werde Lord Robert Cecil am Donnerstag vor der Reichskonferenz über die letzte Sitzung des Völkerbundes in Genf unter besonderer Bezugnahme auf die Korfu=Krise Bericht erstatten. Die Nuhr= und Revarationsfrage. ss. London, 9. Okt.(Telegr.) Die Londoner Blätter berichten, daß die englische Reichskonferenz die allgemeine Debatte über die auswärtige Politik geschlossen habe und sich in den kommenden Sitzungen der Ruhr= und Revarationsfrage insbesondere zuwenden werde. Bereits gestern sollen die französischdeutschen Differenzen angeschnitten worden sein. Man glaubt, daß ferner im Verlaufe dieser Woche noch die Frage der Entwicklung des Handels im englischen Weltreich, der Einwanderung in die englischen Dominions usw. behandelt werde. Die nächste offizielle Sitzung der Konferenz ist für Donnerstag anberaumt.— Es verlautet, daß in der Zwischenzeit Lord Curzon mit seinen Beratern die gestern gehaltenen Reden erörtern werde und es sei wahrscheinlich, daß Curzon am Donnerstag weitere Erklärungen abgeben werde. * Torö Grey über Europas Tage. X London, 9. Okt.(Telegr.) Die„emes veröffentlichen ein Schreiben Lord Greos. in dem es heißt: Die jüngsten Ereignisse hätten mit furchtbarer Deutlichkeit gezeigt, daß Eurova sicher, wenn auch langsam dem Abarund zugleite. Die in England vorherrschende Ansicht über die französische Ruhrpolitik sei, daß die Aussicht auf Erlangung von Revarationen für die einzelnen Alliierten immer mehr schwinde, wenn nicht gänzlich zerstört werden würde und daß diese Politik, in Deutschland Folgen zeitigen würde, welche die Wiederberstellung Europas behindern, wenn nicht gänzlich verhindern würde. Frankreich sei genau entgegengesetzter Ansicht. Solange dem so sei. könne ein Zusammenwirken durch eine derartige Meinungsverschiedenheit nicht begründet werden. Die zukünftigen Freiheiten in Eurova seien abhängig von der Regelung der Streitigkeiten unter den Nationen durch Gerechtigkeit und Gesetz sowie von der Erhaltung der Heiligkeit der Verträge. Sie sei die Politik, durch die der Völkerbund als ein Werkzeug geschaffen worden sei. Wenn diese Politik nicht die Oberhand gewänne, dann werde ein erneuter Wettbewerb in den Rüstungen eintreten und die Nationen würden sich durch kostspielige Vorbereitungen für neue Kriege vollständig zu Grunde richten, und in nicht zu langer Zeit werde keine Nation. selbst Frankreich nicht, einer Katastrophe entgehen. * Henderson fordert aktive Politik. ∆. London, 9. Okt. Arbeiterführer Henderson forderte gestern abend in einer Rede in Nelson(Lancashire) die Regierung auf, unverzüglich eine nicht mißzuverstehende Die Tinkskoalktion in Mitteldeutschland. Viele einsichtige Leute haben das Gefährliche in dem bavertschen Vorgehen nicht nur in der einseitigen Orientierung der bayerischen Gewalthaber und in der anscheinenden Reichsfeindschaft ihrer Maßnahmen erblickt, sondern sie haben die baverische Eigenbrötelei auch deshalb verurteilt, weil sie als Beispiel für andere Länder wirken könne. Man hat vielfach mit Recht die Frage gestellt, ob man sich jetzt darüber wundern dürfe. wenn Sachsen und Thüringen eine ähnlich einseitige Diktatur aufmachen würden. Nach den letzten Nachrichten aus Sachsen und Thüringen zu schließen, scheint das, was befürchtet worden ist. Wirtlichkeit werden zu sollen. Die Zentrale der kömmunistischen Partei empfiehlt den Landesfraktionen in Sachsen und Thüringen jetzt in die thüringische und sächsische Regierung einzutreten, um, wie sie sich ausdrückt.„gemeinsam mit den thüringischen und sächsischen Sozialdemokraten die Arbeiterschaft zur Abwehr der faszistischen Gefahr zusammenzuschweißen.“ Diese Stellungnahme der Zentrale ist um so bemerkenswerter. als gerade sie vor kurzem den Abg. Könen nach Weimar gesandt hatte um die thüringische Fraktion zu veranlassen, die Regierung zu stürzen. In Sachsen haben die zuständigen Instanzen der Sozialdemokraten bereits eine Entschließung angenommen, wonach sie mit dem Eintritt der Kommunisten einverstanden sind und die gemeinsame Regierung auf der Basis der Reichs= und Landesverfassung führen wollen. Außerdem ist dort auch bereits ein ins Einzelne gehendes politisches, wirtschaftliches und sozialpolitisches Programm ausgearbeitet, das als ersten Punkt die Befestigung der Nepublik verkündet und die Reform der Wirtschaft auf sozialistischer Grundlage erstrebt. Zur Abwehr der Feinde der Revublik sollen die proletarischen Hundertschaften ausgebaut und ihre Verwendung für den Schutz der Revublik vorbereitet werden. Eine Verordnung gegen die Stillegung von Betrieben liegt bereits vor: Wohnungsnot. Arbeitalosigkeit und Wucher sollen mit den äußersten Mitteln bekämpft werden. Selbstverständlich fehlen auch die alten Forderungen nach Erfassung der Sachwerte und gesetzlicher Festlegung des Achtstundentags nicht. Interessant ist auch der Plan einer parlamentarischen Arbeitsgemeinschaft zwischen Sozialdemokraten und Kommunisten, die alle Vorlagen und Anträge der Regierung und beider Parteien vor ihrer Erledigung im Plenum durchzuberaten hat. Ueber dieses Programm wird gegenwärtig mit den Kommunisten verhandelt. Es ist möglich, daß sich dabei noch einige Aenderungen ergeben. im großen und ganzen dürfte aber das Programm as Gesicht der neuen Regierung bereits erkennen lassen. Wir werden dann also in Bayern eine reaktionäre Regierung haben und in Sachsen und Thüringen eine äußerst revolutivnine. Welche Gefahr dieser Antagonismus für die Einheit des Reiches bedeutet, brauchen wir nur anzudeuten. Wenn sich die Zentralgewalt im Reiche nicht stark genug erweist. extreme Entwicklungen in den Ländern hintanzuhalten. so wird das Deutsche Reich in lauter kleine Flecken von verschiedener Couleur auseinanderfallen und ein Wiederaufbau der alten Größe für immer unmöglich sein. Deutsches Reich. Wechsel im Staatssekretariat der Reichokanzlei. = In parlamentarischen Kreisen wird bestätigt, daß der Staatssekretär der Reichskanzlei von Rheinbaben sein Rücktrittsgesuch einreichte. Als Nachfolger wird der volksparteiliche Abgeordnete Dr. Most, Oberbürgermeister von Duisburg, bezeichnet. Der Generaldirektor des Stinneskonzerns. na. Wie die Berliner Abendblätter melden hat der Generaldirektor des Stinnes=Unternehmens Minoux seine sämtlichen Aemter niedergelegt. Ueber den Grund herrscht Unklarheit. Während man auf der einen Seite behauptet, die Ursache des Ausscheidens des Herrn Minour ginge auf Meinungsverschiedenheiten mit Stinnes zurück, behaupten andere Kreise. daß er im Einvernehmen mit Stinnes gehandelt habe, um sich künftig ausschließlich der Politik zu widmen. (Vielleicht würden sich die Alliierten über die Gol.?: reierve einigen, die Rußland nach Brest=Litowok für Deutschland übermittelte und die Deutschland dann den alltierten und assoziierten Mächten zurückerstatten kann.) Polens Innenpolitik. E Warschau, 9. Okt.(Telegr.) Der Minister des Innern machte, wie die polnische Telegraphen=Agentur meldet, in einer Besprechung mit Pressevertretern Mitteilung über die Verwaltung und die innere Lage Polens. Er führte aus, das Pressegesetz und ein Gesetz über das Versammlungs= und Vereinswesen würden dem Parlament in der nächsten Tagung vorgelegt werden. Durch die Reform der Verwaltung würden große Ersparnisse erzielt werden. Ein Gesetz über die Autonomie der Kommunen und größeren Verwaltungsbezirke, das zu einer Dezentralisation der Verwaltung führen werde, sei in Vorbereitung. Die Sicherheit besonders in der Wotwodschaften an der Ostgrenze bessere sich. Die Kommunisten änderten, da sie nicht viel Anhänger fänden, ihre Taktik. Sie versuchten, sich die allgemeine Teuerung nutzbar zu machen und träten für eine geschlossene Arbeiterfront ein. Die große Masse der polnischen Arbeiter wisse aber, daß die produktive Arbeit das alleinige Heilmittel in den gegenwärtigen wirtschaftlichen Schwierigkeiten bilde und daß fast alle Konflikte zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber in gütlicher Weise beigelegt werden könnten. Tibetauer=Einfall in China. ) Schanghai, 9. Okt. Nach Berichten aus der Pro vinz Szetschuan haben tibetanische Streitkräfte die Grenze überschritten und sind in chinesisches Gebiet eingerückt. Lenins Gesundheit bessert sich. 6) Mookan. 9. Okt.(Telear.) Der Sekretär des Zentrakkomitees der kommunistischen Partei Molotoff teilte in einer Versammlung mit, dak in den letzten zwei Monaten eine entschiedene Besserung im Gesundheitszustand Lenins eingetreten sei. Lenin macht längere Spaziergänge und unternimmt Autofahrten. Die Sorechfähigkeit und frühere Energie kehren allmählich wieder. Lenin zeige regen Anteil an der Gestaltung des politischen Lebens Tanêtag. 272. Sitzung. Berlin. 9. Okt. 1923.(Telegr.) Präsident Leinert gedenkt bei Eröffnung der heuten Landtagssitzung zunächst des werstorbenen Abg. Holz(Soz.), zu dessen Ehren sich das Haus von seinen Sitzen, erbebt. einer *% der Tagesordnung steht die Entgegennahme Erklärung der Regierung. Ausland. Frankreich und Rußland. 4 Paris, 9. Okt.(Telegr.) Senator de Monzie, der eine Reise nach Moskau unternommen hatte, schlägt heute im„Journal“ vor, Frankreich möge eine progressive Anerkennung Sowzetrußlands ins Auge fassen und eine Handelsmission nach Moskau schicken, die in der polnischen Gesandschaft ihre * Mission solle ein Ge soll. Diese Mission proSchckte. duktives Abkommen abschließen, das nach einigen Probe monaten einen endgültigen Charakter annehmen könne. In der Zwischenzeit könne man über den Betrag der russischen Schuld verhandeln und zur Finanzierung ihres Zinsendienstes die notwendigen Fonds sicherstellen. erklärt Abg. inisterium müsse Schulz=Neusofort bei der AusnahmeverZur Geschäftsordnu kölln(Komm.). das Ministerium—. Reichsregierung. Schritte tun, damit die ordnungen aufsehoben würden. Präsident Leinert erklärt diesen Antrag für unzulässig. Ministervräsident Braun nimmt hierauf das Wort. von stürmischen Zwischenrufen und großem Lärm der Kommunisten unterbrochen. so daß sich der Ministerwräsident nur schwer verständlich machen kann. Er dankt der Bevölkerung des besetzten Gebietes und spricht dann der Reichsregierung den Dank dafür aus, daß sie die Lage erkannt und den Mut besessen habe, den unhaltbaren Zuständen ein Ende zu machen.(Diese Ausführungen werden von erneuten stürmischen Zurufen der äubersten Linken unterbrochen Der Abg. Schulz=Neukölln wird wegen des Zurufes „Heuchelei“ zur Ordnung gerufen.) Der Ministerpräsident kündigt angesichts der drohenden Arbeitslosigkeit, die durch die Ruhraktion entstanden sei. Matznahmen der Staatsregierung an unter Bereitstellung von Staatsmitteln. Im Zusammenhang damit steben die Bemühungen. Arbeitsgelegenheit zu schaffen. Zu diesem Zwecke seien Bestrebungen eingeleitet. um Notstandsarbeiten zu ermöglichen. Aber so wie im Reiche. werde man auch in Preuben auf die Bereitstellung neuer Mittel bedacht sein müssen. Die Steuern müssen mit Anspannung aller Kräfte eingezogen und neue Steuerauellen gesucht werden. Aber lange der Versailler ellen gesucht werden. Aber so Vertrag auf uns lastet. werden alle Währung zu verbessern. keinen Der Ministerpräsident protestiert sodann gegen die gestrigen Ausführungen des Grafen Westarv im Reichstage, daß die Bevölkerung infolge des Währungsverfalles bei vollen Scheunen dem Verbungern ausgesetzt sein würde.(Als Redner ausführt. eine solche Drohung sei noch schlimmer als das Massensterben in Rußland. bricht ein neuer Sturm auf den Bänken der Kommunisten aus.) Der Ministervräsident kündigt sodann rucksichtslose Durchführung, der Wucherveroronungen an. um den Preistreibereien ein Ende zu bereiten. Der Hang nach dem Gelde. das ist es. was uns in Verarmung und Not geführt hat. Dagegen kann nur ein Zusammenschluß aller Volkskreise helfen.(Zuruf: Stinnes!) Kohle und Eisen gaben den Anlaß zu Preistreibereien auf anderen Gebieten. Darum muß die Preisgestaltung dieser Produkte überwacht werden. Niemals hat Reichtum und bitterste Armut so nahe beieinander gewohnt, wie jetzt. Das Nachbarhaus. (16 Roman von A. K. Green Nachdruck verboten. „Wir wollen nach Grammerco Park,“ sagte die Dame. „Fahren Sie rasch.“ Ich nickte bloß, denn wozu sprechen, wenn man es sich ersparen kann? Sie stiegen also ein.“ „Können Sie uns sagen, wie der Herr und die Dame aussaben?“ „Ich schaue mir meine Fahrgäste nie weiter an. Außerdem war es doch ganz finster. Der Mann sah eber behäbig aus, die Frau war sehr lebhaft und lachte, als sie den Wagen schlod.“ „Erinnern Sie sich nicht, wie die Frau gekleidet war?“ „Nein; ich erinnere ich nur, daß etwas um ihre Schultern flatterte. Der Hut war wohl von dunkler Farbe; mehr habe ich nicht gesehen.“ „Und das Gesicht des Mannes?“ „Das habe ich nicht geseben; er hatte es abgewandt. Er wollte wohl nicht, daß man ihn sah. Sie bekümmerte sich um alles.“ „Da haben Sie also ihr Gesicht gesehen?“ „Ja, eine Sekunde lang. Aber wiedererkennen würde ich sie nicht. Sie war jung und hübsch, die Hand, die mir das Geld gab, war klein. Mehr weiß ich nicht zu sagen, und wenn Sie mir goldene Berge versprechen.“ „Wußzten Sie, daß das Haus, vor dem Sie hielten, der Familie Van Burnam gehört, und daß es nicht bewohnt mas?“ „Vielleicht habe ich es gesehen; aber ich erinnere mich nicht daran.“ „Können Sie also nichts weiter über Ihre Fahrgäste auslagen!“ „Nein,— oder eigentlich doch; am nächsten Morgen, als ich den Wagen ausstaubte, fand ich unter den Polstern einen zusammengelegten blauen Schleier. Er war aber mitten durchgeschnitten, so daß man ihn nicht mehr brauchen kann.“ Das war wieder sonderbar. Verschiedene Leute um mich herum äußerten ihre Ansichten. Ich sagte leise vor mich hin:„Ganz die Manier von James Pove!“ Immerbin, mich überraschte diese Uebereinstimmung, welche die h identisch erscheinen! beiden Paare eigentlich identisch erscheinen ließ. Der Coroner hatte noch einen Zeugen, der uns einen weiteren Schritt vorwärts führen sollte. Es war ein Polivist, dessen Runde die Strahen vom Madison Square bis zur 3. und 27. Straße umsaßzte. Dienstag nacht durchschritt er, einige Minuten nach Mitternacht, diese Straken. Zwischen det Lexington Avenue und der 3. Straße begegneten ihm ein Herr und eine Dame, die eiligst nach der Avenue zu gingen. Beide trugen ziemlich umfangreiche Pakete. Das Paar fiel dem Polizisten durch seine Lebhaftigkeit auf; er hätte sich trotzdem nichts weiter über sie gedacht, wenn die beiden nicht kurz darauf mit leeren Händen zurückgekommen wären. Jetzt schienen sie noch heiterer zu ein. Die Frau trug einen halblangen Kragen und der Mann einen dunklen Rock. Näher konnte er die beiden nicht beschreiben, weil sie sehr rasch vorbeigingen. Ihn interessierte nur, wo sie zu so später Stunde binnen so kurzer Zeit die grohen Patete gelassen hatten. Er hatte noch gesehen, daß sie nach der Richtung des Madison Square gingen; kurz darauf hörte er einen Wagen losfahren. Der Coroner fragte ihn:„Hatte die Frau noch ein Paket, als Sie sie zum zweiten Male sahen?" „Ich habe keines gesehen.“ „Konnte sie es nicht unter ihrem Kragen verborgen tragen?“ „Nur wenn es ein sehr kleines Paket war.“ Wenn es o groß war wie ein Damenbut?“ „Wenn er kleiner war, als die modischen, ta.“ Damit endete sein Verbör. Es folgte wieder eine kurze Pause. Der Coroner, ein ziemlich beleibter Mann, litt sehr unter der herrschenden Hitze. Mit abgespannter Miene lehnte er nun in seinem Sessel, während die Geschworenen wie immer unruhig auf ihren Stühlen herumrutschten,— wie ungeduldige Schulkinder— und die Beendigung der Sitzung, die sie allein von allen Anwesen. den nicht interessierte, kaum erwarten konnten. Schließlich wurde der Türsteber in das anstoßende Zimmer gesandt und kam gleich darauf mit einem Herrn zurück. Die Haltung des Publikums veränderte sich, als man Franklin Van Burnam erkannte. Der Coroner setzte sich steif aufrecht und legte das Blatt Papier fort, mit dem er sich Küblung zugesächelt hatte. Sogar die Geschworenen wurden aufmerksam. Alles schwieg erwartungsvoll. Franklin Van Burnam ist mittelgroß— seine Gestalt ähnelt sehr der seines Bruders Howard. Haar und Augen sind dunkel, der Schnurbart aber braun, und die Hautfarbe von zartestem Weiß. Seine Haltung ist meist reserviert, und der Ausdruck seines Gesichts ist ernst; nur beim Sprechon oder Lachen hellt es sich auf und bekommt etwas ungemein Liebenswürdiges Doch heute lächelte er nicht. Dennoch war der Eindruck, den er auf die meisten der Anwesenden machte, günstig; das konnte man aus der Achtung ersehen, mit der seine Worte ausgenommen wurden. Er hatte eine Menge Fragen zu beantworten, die entweder die Angelegenheit selbst betrafen, oder auch solche, die mit ihr in keiner sichtbaren Verbindung standen. Er antwortete zurückhaltend, aber höflich, mit der korrekten Gewandtheit eines Weltmannes; seine Art übte auf das Publikum, das durch die Erzählungen der Kutscher und des Polizisten sehr erregt war, einen beruhigenden Einfluß. Bald aber wurde das anders, als nämlich der Coroner den Zeugen fragte, ob zwei Schlüssel zur Haupttür des Van Burnamschen Hauses vorhanden waren. In ganz verändertem Tonfall antwortete Herr Franklin: „Nein. Der Schlüssel, den unser Hausverwalter hat, öffnet bloß die Nebentür.“ Der Coroner lächelte befriedigt.„Kein Duplikat, sprach er. So wird es Ihnen ein leichtes sein, uns zu sagen, wo der eine Schlüssel während der Abwesenheit Ihres Vaters aufbewahrt wird.“ „Der Schlüssel war gewöhnlich bei mir.“ „Gewöhnlich!“. Der Ton, in dem der Coroner das Wort wiederholte, war ironisch; er verstand es gut, die Verlegenheit des jungen Mannes auszunutzen.„Und wo war denn der Schlüssel am 17. September? Bei Ihnen?“ „Nein.— Der junge Mann versuchte ruhig und sicher drein zu sehen, aber man merkte, wie schwer es ihm wurde. Am Morgen dieses Tages hatte ich den Schlüssel meinem Bruder eingehändigt.“ Endlich etwas Ernsthaftes! Ich begann zu glauben, daß der Coroner genau wußte, wo hinaus er wollte. Und die Anwesenden datten dasselbe Gefühl. Von verschiedenen Seiten erhob sich ein Murmeln, und der Coroner mußte energisch auftreten, um einen Tumult zu verhindern. Franklin Van Burnam stand mittlerweile hochaufgerichtet und mit entschlossenr Miene da. Nur in seinen Augen konnte man seben, wie unangenehm berührt er war. Er wandte keinen Blick nach dem Zimmer. in dem seine Familie versammelt war. Aber seine Gedanken waren sicher bei seinen Angehörigen. Des Coroners Gesicht blieb unbewegt.„Darf ich wissen, wo Sie Ihrem Bruder den Schlüssel übergaben, fragte er. „Ich gab ihm den Schlüssel Dienstag früh in meinem Bureau. Mein Bruder sagte, er wollte noch vor Ankunft unseres Vaters in das Haus geben.“ „Sagte er Ihnen nicht, was er dort wollte?“ „Nein.“ „Ging er des öfteren während der Abwesenheit Ihres Vaters allein in das Haus?“ „Rein? „Hatte er vielleicht Kleider dort? Oder irgendwelche Sachen, die ihm persönlich oder seiner Frau gehörten?" „Nein.“ „Und doch wollte er hingehen?“ „So sagte er.“ „Und sie gaben ihm den Schlüssel, ohne ihn weiter zu fragen?“ „Natürlich.“ „War das nicht gegen Ihre Prinzivien— ich will sagen, gegen Ihre Gewohnheit?“ „Eigentlich jal Aber Prinzivien, wie Sie sagen— und Sie verstehen darunter wohl Geschäftsprinzivien— haben nichts mit meinen persönlichen Beziehungen zu meinem Bruder zu tun. Er bat mich um eine Klinigkeit, und ich bewilligte sie ihm ohne weiteres. Die Sache hätte viel wichtiger sein müssen, um mich zu bewegen, Aufklärung zu verlangen.“ „Sie stehen sich aber doch nicht gut mit Ihrem Bruder seit einiar Zeit— man sagt wenigstens so!“ „Wir hatten keinerlei Streit miteinannder.“ „Hat er Ihnen den Schlüssel zurückgebracht?“ „Nein!“ „Seither haben Sie also den Schlüssel nicht gesehen?“ „Nein!“ „Würden Sie ihn herausfinden, wenn man Ihnen einige Schlüssel zeigte.“ „Ich müßte erst probieren, ob er unser Haupttor aufschließt.“ „Wenn Sie den Schlüssel bloß sähen, könnten Sie ihn also nicht erkennen?“ „Ich glaube nicht.“ „Herr Van Burnam, es ist mir sehr veinlich, mich in Familienangelegenheiten zu mischen. Aber wie kam es, daß, obgleich Sie keinen Streit mit Ihrem Bruder hatten. Sie sich in letzter Zeit so selten sahen?“ „Mein Bruder wohnt in Connecticut und ich in Long Branch. Das genügt zur Erklärung wobl?“ „Nein, das genügt durchaus nicht! Sie haben doch in Neuvork ein gemeinsames Bureau?“ „Gewit, das Bureau unserer Firma.“ „Und da begegneten Sie einander doch zuweilen, wenn Sie auch weit voneinannder entfernt wobnten?“ „Ja, denn unsere Geschäfte erfordern manchmal unsere Anwesenheit in Neuvork, und da begegnen wir uns natürlich.“ „Unterhalten Sie sich da miteinander?“ „Unterhalten?“ „Ich meine von anderen als geschäftlichen Dingen Sind Ihre Beziehungen freundschaftlich? Genau so wie vor drei Jahren?“ „Wir sind beide älter und wohl auch zurückhaltender geworden.“ * Nr. 228 (Zweites Blatt) Gelsenkirchener Zeitung. Mittwoch, den 10. Oktober 1923. Bezirksverband der katholischen Arbeiter= und Knappenvereine des Dekanats Gelsenkirchen. Not nach Kräften mitzuwirken. Vom Bezirksvor werden demnächst Richtlinien fur diese Arbeit gestellt werden. Es wurde ein Antrag angenon ** Gelsenkirchen. 9. Oktober 1923. itten werden, daß durch in Mitleidenschaft gezogen wird. vor ösen Standesvereine. Um so beeten n wird. vor Es kann nich wirtschaftlichen allem die religiösen Standesvereine. freudiger ist es zu begrüben. wenn in ihnen trotzdem der alte Eiser nicht erlahmt und sie bestrebt sind. trotz der Schwierigkeiten den alten guten Geist zu pflegen und die Vereinstätigkeit den Erfordernissen der Zeit nach besten Kräften anzuvassen. Das gilt in besonderem Maße vom Bezirksverband der katholischen Arbeiterund Knappenverein=, dessen Vertreter am Sonn tag in ernster Beratung nach vorbergegangenem feierlichen Gottesdienst wichtige Aufgaben ihrer Vereine „die nächste Zukunft grundgelegt haben. Schon die die goldene Linie erkennen. die dabei sie knünfte an das Avostelwort Känner allezeit beten und r und egg die praktise ür die Betätigung der für die nächste Zul Festvredigt ließ einzubalten „Ich will. zum Himmel erl rungen daraus Arbeiter. Die Konsequenzen aus dem Grundton der Festvredi er Tenzen aus dem. wurden in der anschließenden Vertreterversammlung. die aus allen Vereinen beschickt war. alsogleich in dem Beschluß gezogen, im nächsten Winter in sämtlichen Vereinen einzeln oder durch Zusammenschluß mehrerer Vereine sogenannte religiöse Sonntage abzubalten, die in Vortrag. Gebet und Betrachtung. in Geistes= und Seelensammlung der Erneuerung des religiösen Innenlebens dienen sollen. Wie das im einzelnen zu geschehen hat. wird der Bezirksvorstand in Verbindung mit den geistlichen Präsides in der nächsten Zeit auf Grund der vielvertenkreisen beschli ozuhalten. stes= und sen Inn zu geschel g mit di fachen Anregungen aus den Delegiertenkreisen beschließen. — Als ein hervorragendes Mittel der kulturellen. religiösen und wirtschaftlich=sozialen andesschulung wurde das Stechen Arbeiterzeitung“ auf das beschlossen, sie bis zum 1. Janu lichen dem Verbande angeschlosse einzuführen. Um Wohlfahrt als solcher willen. sondern mit dem Hintergedanken. die Betreuten so an ihre Organisationen zu fesseln. Daber müssen sich auch die katbolischen Arbeiter auf diesen Gebieten reger beteiligen. Wir besitzen dazu im Karitasverband. der Karttassekretariate und Karitasausschüsse gebildet hat, einen guten Boden. Man sollte sie zu Bezirksverbänden zusammenschließen, um ihre Tätigkeit intensiver und systematischer zu gestalten. Welche Mitarbeit können wir nun in der öffentlichen Woblfahrtspflege als Arbeiterverein leisten? Da ist zunächst die restliche Wohlfabrtsklege. Es kann uns nicht gleichgültig sein. welche Personen sie ausüben, zu welcher Weltanschauung sie sich bekennen. In die Wohlfahrtsämter müssen Leute binein. die Verständnis für diese Fragen haben, die theoretisch sich dafür schulen, die in der Lage sind. praktisch mitzuarbeiten. Die katholischen Arbeiter müssen dabin streben. in genügender Zahl in diesen Organisationen vertreten zu sein. Bis heute läßt das mancherorts noch sehr zu wünschen übrig. Zumeist liegt die Leitung von Wohlfahrtsorganisationen. deren Zahl groß geworden ist. wie lange finden. Da muß Wandel geschaffen werden. indem Vereine der Kinderreichen. der Blinden. der Kriegshinterbliebenen ufw., in Händen gewisser volitischer Richtungen. bei denen wir nur wenia Entgegenkommen für unsere Bewir uns der Dinge mehr annehmen. Daber auch mehr Woblsal ei der mehr das Herz mitsprechen muß. als Buchstabe der Verfügungen. Die Arbeit bei den fabrtsämtern muß nach der technischen und nach genden Seite hin geschieden werden. Die erstere über lasse man den Beamten. die letztere den fürsorgenden deutschen Arbe und beschlossen sämtlichen dem pflichtend wärmste empfohlen nuar 1924 wieder in ssenen Vereinen vernzuruhren. Um sie lebensfähig zu Mitgliedern gleichzeitig eine GelegenSpaxanlage zu verschaffen, wurde ###r Zeichnung, der Pavter##rzeitung“ zu beteiligen. Jed Mitglied der angeschlossenen Vereinan den Verein zu zahlen. der dem sollen den Mitgliedern noch mrrne geboten werden, für die die Höhe der Zeichnungssumme nach oben nicht begrenzt ist. An Zinsen wird der Reichsbankdiskont vergütet. der z. St. 90 Prozent steht: also eine gute Kapitalanlage. Die Beschlüsse wurden mit allen gegen drei Stimmen gefaßt Warme Worte fand man für die Sterbekasse deren segensreiche Wirkung schon viel Gutes gestiftet hat. Es wurde aber mit Entschiedenheit darat zu geeleg, dab stein keiner Weise die Ver. sondern nur ein darstelle. Daher liege es im und ihrer Familien auch die Versicherung kasse beizubehalten oder zu nehmen. soweit—. nicht gescheben ist.— In Verbindung viermit wur ozialen lasse man den Beamten. die letztere den jursorgenden ser„West. Organisationen und ihren Vertretern. so den Vinzenzverenwfohlen einen, deiz Karitasausschuß. Rotwendis gse g ih, das muer etisch schulen. inernere se. ersetzen solle und wolle. die frühere Vereinssterbekasse Intereise der Mitglieder Zersicherung in der Leoauf 2½ beit das noch tit wurde auf er im Augenfestgeserzt ist muß: andernAuch die hingewiesen, der in— auf 2½ Millionen Mark je Mitgried festgesetzt sese der bis aum 15. Okober entrichtet lein wird ein Entwertungszuschlag erhoben. rstützung der Polizei und die Wertschätzung der ihr angehörigen Verbandsmitglieder wurde entschieden als vaterländische Pflicht empfohlen.— Zur inneren Lage Deutschlands wurde einstimmig folgende Entschließung angenommen: „Die katbolische Arbeiterschaft der Bezirksverbandes Gelsenkirchen=Rotthausen ist tief entlüster über das Verhalten einiger Parteien im Reichstag, welche keine Rück. sicht nehmen auf die furchtbare Not, unseres Volkes und traurige innen= und außenpolitische Lage erschweren t. vaß wir wirtschaftlich nur ich Verbesserung der teriner Irbeit die gesamte Prorner die Produktion mehr aus die Bedürfnisse unseres Volkes und nicht mehr wie bisher auf die Befriedigung der Profitgier privat kapitalistischer Auswüchse eingestellt werden muß. Da bedingt jedoch keineswegs die willkürliche Durchbrech undentages weil wir wissen, das bei i en als sorge kann hier rechung wieweit der sch dorfen kenPcd stundentag einer Nevision unterworfen werden kann. fürfte auf Verhandlungswegen mit den gewerkschaftlichen Organisationen festgestellt werden. Mit aller Entschiedenseit wendet sich die im hiesigen Bezirksverband vereinigte katholische Arbeiterschaft gegen den Versuch durch Verlängerung der Arbeitszeit auf 10 bezw. 12. Stunden einen Ausgleich zu schaffen gegenüber den zuletzt beschlossenen Steuern. die den Besitz treffen sollen. obwohl der Kampf ch eer eun Aer betien genüber steht fest, und ist schon von früheren ern bestätigt, daß die bisherigen Steuerträger ichlich die Lohn= und Gehaltsempfänger waren. Wir werden allezeit treu zum Reiche steben und keiner r stark genug sein. unsere Gesinnung und unsere Liebe zum gemeinsamen Vaterlande zu beeinträchtigen. Nur in einem etnigen und freien Deutschland werden wir wieder bessere Zeiten erhoffen können. Daher werden wir die Regierung in jeder Weise unterstützen, welche dieses Ziel Den Höherunkt erreichten die Verbandlungen am nachmittag bei der Er“ lischen Arbeiterb E EEELEG E denn hier herrscht viel stille bei. der öffentlichen Armenpfl Armenpflegern aus der Arbeiter estrehen sucht: Den Höherunkt erreichten die Verbandlungen am nachErörterung der Stellungnahme der kathorbewegung zu Karitas und Wohlfahrtspflege. Sachkennt en Vortra etwa to In einem längeren. von großer tiefung in die Materie getragenen auswärtiger Arbeitersekretär dazu Karitas und Wohlfahrtspflege# lischen Arbeitervereinen geläufige Entwicklung der Verhäl siverer Mitarbei Die m fabrt verer Mitarbeit auf e Gründe lienen zunächst dar einden süh in der Nachkr hrtspflege zugewandt haben. I###——— hrtoministertum und in allen Provinzen und sohlfahrtsdezernate, in vielen Gemeinden Wo nter. Da ist es nötig. weil allen diesen Stellen nntnis und Verrag führte ein olgendes aus: ms in den katboriffe. Die neuere uns aber zu intenGebieten bei " meor der aben ein Kreisen blfahrtsStellen reichliche werden, daß auch wir mitteln beschranken. so log sch, Einstellun= auf die Not der Bedürftigen ver*nahme an ihren Nöten zum weise könne man viel ß man sich annehmen: Drum auch Mitarbeit durch Stellung von Armenpflegern aus der Arbeiterschaft. Da es an Arbeiterheimen nach dem Muster der Gesellenheime fehlt, solle man wenigstens für die Unterbringung katholischer junger Arbeiter in katholischen Familien sorgen. Ein Mittel dazu sei die Aufstellung eines Logisnachweises. Auf diese Weise würden. soweit die Katboliken in Frage kommen. auch dem ledigen Kostgängerwesen viele Gefahren benommen. Lohnend sei die Mitarbeit auf dem Gebiete der Wohnungsfürsorge. Wichtiger aber als dieses Laiendiakonat sei das Laienavostolat in der Fürsorge für die Seele. Redner gab einige statistische Zahlen aus einigen Industriestädten hinsichtlich des Verlustes des Katholizismus bei Eheschließungen, gemischten Ehen. Verzicht auf Taufe der Kinder. kirchliche Trauung und kirchliches Begräbnis. die ein erschreckendes Bild des religiösen und moralischen Verfalls entwarfen. Hier könne die Kirche allein nicht ehr helfen, dazu seien ihre Seelsorgskräfte zu gering. die ien müssen mitarbeiten, denen sich auf all diesen ten der Seelenrettung ein reiches Feld der Tä falte. Drum Mitarbeit in den Vinzenzkonfer Laienavostolat in den Familien. für unsere Jugen heute im Svort aufgeht, gleich als ob es keine Seele und keinen Geist gebe. Mehr Verständnis für den Schutz der jugendlichen Arbeiter auf der Arbeitsstätte, wo sie an die katbolische Bewegung herangezogen werden kann. Schutz ätigkeit erenzen. die egen etbi müssen e Mon moralische und religiöse Gift unserer Gegner. en wir dahinstreben, in die Svor“ ## e M o m e n t e h i n e i n z u b r i n g e n; d a h e r.— nterstützung der Deutschen Jugendkraft. Hauptsorge die Arbeit für die Schule sein. Der Vortrag. aus dem wir nur eine Skizze geben können. hinterließ einen tiefen Eindruck und fand reiche Zustimmung. Seine Gedanken gaben Anlaß zu eine zu 5 war * enschlossen, die gewiesenen Bahnen zu echter und wahrer Karitas mit selbstlosem Opfergeist zu wandeln, um an der Linderung der regen Meinungsaustausch, in dem die Gedanken zu praktischen Anregungen ausgewertet wurden. Man war allseitig entschlossen, die gewiesenen Bahnen zu e vvorstand werden demnächst Richtlinien für diese Arbeit aufgestellt werden. Es wurde ein Antrag angenommen, wonach alle Arbeitervereine sich dem Karitasverband anschließen müssen und gehalten sind. zu seinen Sitzungen mindestens einen Vertreter zu entsenden. Im übrigen wurde noch darauf hin daß im November und wurde noch darauf hingewiesen. Dezember Kurse im Karitasvernde stattfinden, deren Teilnahme empfoblen wurde. Darauf schloß der Arbeitersekretär. der die Beratungen mit großem Geschick geleitet und zu deren Beginn dem verstorbenen Propst Maas und seiner Verdienste um die katholische Arbeitervereinssache einen ehrenden Nachruf gewidmet hatte. die prächtige Tagung mit dem katholischen Arbeitergruße. geschulte Leute dazu delegieren, die sich mit fachen Gesetzen vertraut machen und auch tbeoretisch schule Das muß in Vereinskursen geschehen. Der Arbeiter muß nicht immer der Nehmende sein. sondern auch der Gebende. Die katbolischen Arbeiter dürfen sich nicht auf die konfessionellen Wohlfahrtsorganisationen beschränken. nein sie müssen auch in den interkonfellionellen Organisationen mitarbeiten, sonst sind unsere Leute benachteiligt und gehen uns auf die Dauer verloren. Wir müssen. wo immer es geht, auch die Leitung solcher Institutionen übernehmen. um die darin liegenden Gefahren für unsere katholische Bewegung möglichst zu vermindern. Wir müssen uns karitativ besser betätigen und auch unserseits Opfer bringen. nicht nur fremde Mittel verteilen. Daber in unseren Vereinen und bei unleren Familien regelmäßig für unsere Witwen. iinsere armen Sozialrentner sammeln. In unserer Beit scheint man die Alten vergessen zu haben. Alles Mögliche geschiebt für die Jugend und das ist gut: man errichtet Jugendberbergen. Kinderheime, sorgt für Landaufenthalt der Kinder. für Sport usw., aber an die armen Alten denkt reiner. Längst hätte man auch für sie Altersheime errichten sollen. Auch Arbeiterheime waren ein Gebot der Stunde. Kolving ist da viel weitschauender gewesen. Ein wichtiges Kavttel ist die Mitarbeit der Arbeiter in der katbolischen Karitasbewegung. die sie vielfach und allzu sehr allen anderen Berufen überlassen. Die Arbettervereine müssen sich, wie es Standesvereinen geziemt. in den Dienst der Pfarrgemeinde stellen: hier aus dem Gebiete der Karitas können sich alle Stände zusammenfinden. Aber nicht nur mitraten. sondern auch mittaten. Daber sind Geldsammlungen in den Vereinen für die karitativen Zwecke der Pfarrgemeinde vonnöten. Viele Arbeitervereine opfern schon heute. ohne Aufsehen davon zu machen, den 10. Teil ihres Einkommens den Vinzenzvereinen. So aber müssen alle Vereine der Pfarrei handeln, dann kommen wir zu tätiger Ovferbilfe. Anzustreben ist in jeder Stadt ein Karitassekretariat: denn dortbin kann sich jeder Bedürftige wenden. gleichviel welcher Konfession. Wir müssen Thristen allen helfen, die in Not sind; auch Tokales. Gelsenkirchen, den 10. Oktober 1923. Aufstellung der Schöffen= und Geschworenenliste. 1 Nach den bisberigen gesetzlichen Bestimmungen waren die Schöffen. und Geschworenenlisten in der Weise aufzustellen, daß die Gemeinden alljährlich alle Personen, welche für das Amt eines Schöffen und Geschworenen geeignet waren, in eine Urliste einzutragen hatten. Die Urliste des Stadtkreises Gelsenkirchen enthielt im Vorjahr 56163 Personen. Die Stadt hat die Urliste, welche nach den einzelnen Stadtteilen aufgestellt war, an das Amtsgericht abgegeben. Letzteres stellte sie den von der Stadtverordnetenversammlung gewählten fünf Vertrauensleuten zu, welche die erforderliche Anzahl Geschworene, Schöffen und Hilfsschöffen in Vorschlag brachten und zwar: Geschworene Schöff. Hilisschöff Altstadt u. Neustadt 100 100 40 Bulmke u. Hüllen 50 45 5 Ueckendorf 50 40 5 Schalke u. Heßler 75 70 5 Bismarck 40 35 5 durch Anstellen von gearbeitet werden. g z u r S e l b s t. von Reichsselbst Mittel hergeben, das sie dazu noch mit der vsycho315 290" 60 so daß aus dem Stadtkreise Gelsenkirchen zusammen 665 Personen in Vorschlag zu bringen sind. Dieses Verfahren war umständlich und kostspielig. Zur Vereinfachung der Urliste hat der Oberlandesgerichtspräsident in Hamm auf Grund des Gesetzes vom 11. Juli 1923 und der Ermächtigung des Herrn Justizministers vom 17. Juli folgendes angeordnet: „In das von der Stadt Gelsenkirchen nach§ 36 des Gerichtsverfassungsgesetzes alljährlich aufzustellende Verzeichnis derjenigen Personen, die zum Schöffenamt berufen werden können(Urliste), ist die zehnfache Zahl der aus dem Verzeichnis auszuwählenden Personen aufzunehmen. Die Aufnahme erfolgt nach der alvhabetischen Reihenfolge der Anfangsbuchstaben in Familien der Personen. Die Reibenfolge darf erst geändert werden, wenn sämtliche Anfangsbuchstaben durchlaufen sind.“ Da aus dem Stadtbezirk Gelsenkirchen 665 Personen als Geschworene, Schöffen und Hilfsschöffen in Vorschlag zu bringen sind, so werden von jetzt ab 665 X10= 6650 Personen in die Urliste ausgenommen, anfangend beim Buchstaben A der Meldekarten des Einwohner=Kontroll= amts. Den langjährigen Bemübungen der Kommunalverwaltungen ist es endlich gelungen, eine wesentliche Vereinfachung in der Urliste für die Schöffen und Geschworenen herbeizuführen. Mit welchem Anfangsbuchstaben die Urliste anfängt und schließt, wird vor der Offenlegung jedes Jahr bekannt armacht. Was heute jeder wissen muß. Neue Zahlen=Begriffe. Die Goldmark. In Friedenszeiten mußten durchfür einen Dollar 4.20 Mart bezahlt werden. at die Goldmark im Vergleich zu den Devisen wohl leich bleiben lassen, aber der Wert der Paviermark hat ch geändert. Man rechnet im Geschäftsleben den Wert er Goldmark. ausgedrückt in Paviermark. nach dem ligen Dollarstand aus; dabei wird entweder die rker Mark=Parität oder der amtliche Dollarkurs erliner Börse zu Grunde gelegt. In beiden Fällen wird der Dollarkurs durch 4.20 Mark dividiert. sestzustellen. ken der um den Wert der Goldmark festzustellen. Reichsbankdiskont. Der Reichsbankdiskont ist der Zinsfuß, zu dem die Reichsbank Darlehen abgibt. Während in Friedenszeiten der Diskontosatz auf lange Zeit hinaus gleichblieb, wurde er in der Zeit der Geldentwertung immer wieder heraufgesetzt. d. b. die Bedin gungen für Darlehen wurden verschärft. Es müssen s. Zt. 90 Proz. Zins für das Jahr bezahlt werden. d. b. 9.5 Proz. pro Monat. Der Reichsbankdirkont ist richtunggebend für den Zinsfuß überhaupt. Goldzollaufgeld. Die Berechnung der Ausund Einfuhrzölle ist genau dieselbe geblieben. d. h., wenn 1914 füt eine einzuführende Ware 7.60 Mark Zoll bezahlt werden mußten, so ist diese Summe auch heute noch gültig. Um aber den Zollsatz der Geldentwertung ültig. um passen, wurde geld vom Reic sollaufgeld beträgt„.—„. 100 Goldmark Zoll nach dem Friedenssatz müssen 6 689 999 900 Papiermark bezahlt werden. Inderziffern. Die Reichs=, Landes= und städt. rde als Entwertungsfaktor das Gol keichsfinanzministerium eingeführt. Di vierm St. 6689999 ldzollaufas Goldv. H., d. h. für sser ur Grund der—rrier emtrg. ird. Auf einem Landort wird die Teuerun in Erscheinung treten als in einer Großstadt. ia treter Stichtage chieden. Die immer etwas r, weil erstere ches berechnet nicht der verschiedenen Inderberecheichsinderziffer wird jeweils auf Grund der Teuexung vom Montag berechnet. Außer Lebenshaltungs=Indexziffern gibt es bekanntlich noch handelsinderziffer". Diese wird in der Hau den eine „Großhandelsinderziffer“. Diese wird in der Haupt hnet aus dem Preisstande der ge für die ie nach ren im Großa4 bem Ste Stand handel. Die Grundlage für diese der Hauptsache die Einfuhrwaren. der Devisenkurse gehandelt werden. Grundzabl und Schlüsselzabl. In manchen Geschäftszweigen ist man seit einiger Zeit schon zur „Grundzab!“ sammen der zuseben. Die Grundzabl ist größtenteils„aber nicht immer) gleich dem Friedenspreis von 1914. In einzelnen Fällen sind auf die Friedenspreise noch Zuschläge gemacht worden. Die Schlüsselzahl dagegen richtet sich selbstverständlich nach dem allgemeinen Entwertungssaktor. wobei *- Land auch wieder eine Hauptrolle zzweigen ist man seit einiger Zeit schon zur ab!" und„Schlüsselzahl“ übergegangen, die zuden Tagespreis ergeben. Diese Berechnungsart als Ersatz für die reine Goldmarkberechnung annatürlich der = Der Soldumrechnungssatz bei wertbeständigen Steuerkonten. Für die Umrechnung des bei Bezahlung der Einkommensteuer, Körperschaftssteuer und der RheinRuhr=Abgabe auf wertbeständiges Steuerkonto gutgeschriebenen Goldmarkbetrages ist maßgebend der Mittelkurs zwischen dem amtlichen Berliner Geldund Briefkurs des Dollars, Auszahlung Neuyork des letzten Notierungstages vor dem Anrechnungstage. Dieser Kurs wird täglich bekanntgemacht. War die Steuer schon vor dem Tage fällig, an dem der Ausweis zur Anrechnung vorgelegt wird, so wird der Umrechnung der Dollarkurs des Fälligkeitstages zu Grunde gelegt. = Eintrittsmöglichkeit für den Reichsbankdienst. Die Reichsbank bedarf zur Erfüllung ihrer Aufgaben, deren Kreis seit Beendigung des Krieges eine erhebliche Erweiterung erfahren hat, einer entsorechenden Vermehrung ihres Beamtenstandes. Zur Erreichung dieses Zieles hat das Reichobank=Direktorium es ermöglicht, daß jungen Kaufleuten, die neben der Reise für Obersekunda einer höberen Lehranstalt eine mindestens 3½jährige kaufmännische Tätigkeit in einem Bank. oder namhaften Handlungshause aufzuweisen haben. bei ihrem Eintritt in den Reichsbankdienst außer den Bezügen nach Besoldungsgruppe VII der Reichsbeamtenbesoldung eine Bankzulage in Höhe von 25 Proz. zu Grundgehalt und Ortszuschlag, sowie des hierauf gezahlten allgemeinen Teuerungszuschlages gewährt wird. Bei Aufrücken in die Besoldungsgruppe VIll und darüber erhöht sich die Bankzulage auf 40 Proz. Die Reichsbanklaufbahn bietet neben den Vorzügen der freien kaufmännischen Tätigkeit auch die Vorteile der Beamtenläufbahn, insbesondere die dauernde Anstellung nach einer Bewährungsfrist und das Recht auf Pension und Hinterbliebenenversorgung. = Fahrpreiserhöhung. Die Bochum=Gelsenkirchener Straßenbabnen erböben mit Wirkung von heute ab wiederum ihre Fahrvreise. Näheres hierüber besagen die Aushänge in den Wagen. awei ausfiübre. Bestanntmachmngen, die sich mit der Berechnung des Steuerabzuges vom Arbeitslohn für die zweite Kalenderwoche des Monats Oktober und der Neuregelung des Steuerabzuges vom Arbeitslohn befassen. Städtische Sompboniekomerte in der Stadtballe. das am Dienstag. den 16. Oktober stattfindende 1. ische Sompboniekonzert können beute Eintrittstische artenno olge der unsiche Honorar mit dem konnte. Der nicht verausogbt werden, da insie noch rein feites vereinbart werden Kartenverkaus findet nunmehr beamstag(12. und 13. Okt.) und Dienstaa(15. und stimmt am Freitag und Samsta für die Vormieter und am Montag un 16. Oktober) für Nichtvormieter statt. — Zuckerbelieferung im Oktober. Die Hauntgeschäftsdaucker ausgegeben ist.— Soweit die Ver er Zuckerkarten nicht mehr beizubringen Munde braucher kannn von einer Belieferung dieser Menge auf Zud abgesehen werden. Im übrigen wird aber von dem handel gesordert, daß er den Zucker bei eve freier Abgabe nach dem 1. Oktober nur in ge gen abgibt. Pflicht des Kleinbandels muß Beschränkung der Abgabe von Zucker zu 9 in der Zeit des Ueberganges Zuckermangel in kerung eintritt. Im Laufe Im erung eintritt. —es 8 del auf den Markt kommen des Oktober wohl bereits Zucker aus der neuen Ernte im freien Han dann = Was die Eisenbahnfahrt heute kostet. Mit der nun# v. H h be gtichlabl auf 30 Millionen iegen. Es kostet daher jeder Kilometer in isse 5 940 000 Mk. in der zweiten Klasse 2910( in der dritten Klasse 990 000 Mk. und endlichi in der ersten 9.0000 Mr. in der billigen vierten Klasse 660 000 Ruhrdukaten und Nuhrspende. Rubrdukaten werden von der Landesbank in Münster i. W. an Sammler nur noch abgegeben, wenn einschlietzlich des Nennwertes von 10000 Mark eine Nuhrwende von 50 Millionen Mark (bisher 20 Millionen Mark) gezahlt wird. Es bandelt sich dabei um das bekannte von der Provinz Westfalen ausgegebene Notgeld aus Bronce mit echter Vergoldung. welches auf der einen Seite den Kovf des.! Stein. auf der anderen das Wavven der # Erhöhung der Telegramm= un gebühren. Die Reichspost= und Telegraphenverwaltung wird vom 12. Oktober ab die Telegraphen= und Fernsprechgebühren erneur erhöhen. Gewöhnliche Telegramme des Fernsorechverkehrs werden 16 Millionen Grund= und 8 Millionen Wortgebühr kosten, Ortsgespräche 10 Millionen. Die anderen Gebührensätze erhöhen sich entsorechend. Notaein— die einzelnen Stücke zu 5 Millionen— drucken lassen, ohne die vorgeschriebene Deckung zu leisten. Die gegenwärtigen Besitzer dieser Scheine, die vergeblich versuchten, die in Zahlung zu geben, wollen der Kriminalvolizei in Bochum, welche die Ermittelungen führt, oder der nächsten Polizei=Verwaltung Gute Beleuchtung Unterstützt Auge und Hand OSRAN NITRA enktteilen, wieviel Rotgeldscheine sie noch im Besitz haben und wann sie die Stücke vergeblich der oben genannten Firma zur Einlösung präsentiert haben. — Eine geführliche Schwindlerin. Am 5. Oktober wurde in einem hiesigen Warenbause eine raffinierte Schwindlerin festgenommen. Ste hatte dort größere Einkäufe gemacht, war mit den Kauszetteln aus dem Geschäft gegangen und hatte dieselben mit einem kalschen Stempel(Bezahlt) versehen. Dann war sie wieder zurückgegangen und hatte sich an den Ausgabetischen die Waren aushändigen lassen. Trotzdem die Fälschung ziemlich plump war, ist es der Betrügerin mehrrach geglückt, die Packerinnnen zu täuschen. Bei ihrer Festnahme hatte sie noch mehrere unbezahlte Zettel in der Handtasche. Im ganzen hate sie an dem Tage für 68 Milliarden Mark gekauft. Die Schwindlerin, eine junge Frau von 21 Jahren trat ziemlich elegant auf und hat nach ihren eigenen Antaben mit einem Helsershelfer zusammengearbeitet. = Wäschediebstahl. In der Weststraße wurden von einem verschlossenen Trockenboden Wäschestücke entwendet. Aus der Umgegend. zum 6. Oktober eines Gastwirts Wattenscheid. 9. Okt. In der Nacht zum wurde in der Chausseestraße in den Keller eine: Flaschen Wern. 25 Flalaschen Eleischbauer. Bus-t- d#ß anstatt in Schwerte umzuladen, das Kistchen Henosten kommt eine Taube trot des schlechten Wetters am Dienstag. 2. Oktober. nachmittags gegen 3 Uhr. ermüdet auf dem beimatlichen Schlage wieder an. Wenn auch diese Taube im Jahre 1922 vom Osten ber von Schneidemühl diese Leistung vom ternierung sicherlich ext. kommt eine Taube trot des schlechten ). 2. Oktober— n beimat! tlometer glatt zurücklegte, so ist Süden der nach siebenmonatlicher Int beachtenswert eingebrochen und 60 schen Liköre und 25 Flaschen Fleis Steinbäger und Kognak gestohlen * Wattenscheid, 9. Okt. Bekanntlich sind vom Ruhrsiedlungsverband mehrere größere Verkehrssen geplant. vo. denen eine mit der Bezeichnung 9W. 4 wattenscheid führt. So weit Wattenscheid in Betracht kommt. ist folgende Linienführung voreseben: Die Straße nimmt ihren Ursprung in d und führt über Duisburg. Essen und Leitbe nach Wattenscheid. Sie wird von Leithe kommend. südlich am katholischen Friedhof vorbeiführen, die Hauptstraße Westenfeld schneiden, durch den älteren Teil des. epangelischen Friedhofes gehen und dann weiter die Heidestraße in Westenfeld benutzen, die bekanntlich varallel mit der Bochumerstraße läuft. Von dort aus wird die Straße nach Bochum bis Soest weitergeführt. * Sünnigseld. 9. Okt. Nach einer Mitteilung der Verwaltung der Zeche„Hannover“ ist die Kokereianlage von den Franzosen geraumt worden. Die Zeche hat sofort die Vorarbeiten für die Instandsetzung der Oefen wieder aufgenommen, so daß damit zu rechnen ist, daß etwa zwischen 15. und 20. November die Gaslliefenung wieder ausgenommen werden kann. Vorgestern wurde auch die unterirdische Bergbauarbeit wieder ausgenommen. Allerdings kann vorerst nur ein Teil der Belegschaft mit der Kohlenförderung beginnen. da zunächst noch Revaraturarbeiten auszuführen sind. „“ Buer, 9. Okt. Einem Anwohner der Dorstenerstraße wurde ein Fayrrad im Werte von 10 Milliarden. einem Anwohner der Gladbeckerstraße ebenfalls ein Fabrrad im Werte von 20 Milliarden aus der verschlossenen Wohnung. einem Anwohner der Essenerstraße eine Manchesterjoppe im Werte von 5 Milliarden Mark geenohlen! Ferner einer Anwohnerin der Bärenkampstraße aus ihrer verschlossenen Wohnung Bekleidungsstücke und äbnliches im Werte von etwa 145 Rilliarden. einem Anwohner der Lindenstraße ein abrrad für 12 Milliarden. das er vor dem hiesigen latbaus aufgestellt batte, entwendet. „.. Buer, 9. Okt. In einer Bäckerei auf der Essenerstrabe explodierte infolge plötzlich einsetzenden Gasdrucks ein Dampfrohr. Der Backofen wurde erhebslich heschädigt, Durch den starken(Luftdrück wurden zahlreiche Fensterscheiben zertrümmert. Die Gewalt der Explosion erhellt schon daraus, daß in den angrenzenden Räumen einzelne Möbelstücke umstürzten. * Waltrov. 9. Okt. Die 14 Jahre alte Franziska L. von hier wurde vor einigen Tagen. mittags gegen 12.30 Uhr. als sie ihrem Vater das Essen bringen wollte.„Im Siezen". in der Nähe der Eisenbahn. von einem jungen Mann überfallen und zu Boden geworfen. Der Mann versuchte dem Kinde ein Taschentuch in den Mund zu stecken, um es am Schreien zu bindern und sich dann an ihm zu vergreifen, was ihm jedoch nicht gelang, da das Kind sich energisch zur Wehr setzte. Der erst 17 Jahre alte Täter ist ermittelt und zur: Anzeige gebracht. * Hüsten, 7. Okt.„Treu deutsch“ taube des Herrn sandte Genannter Hamburg. Seitens Curnen= Sport= Spiel. Deutsche Jugenökraft. Bulmke— Sportring 22 Essen 4: 1. Bulmke hatte am Sonntag die erste Elf Essens als Gast. Leider konnte das Sviel nicht zur festgesetzten Zeit ausgetragen werden. Die reguläre Spielzeit mußte um eine halbe Stunde gekürzt werden. Durch den starken Negen war der Platz sehr aufgeweicht weshalb kein einwandfreies Sviel geführt werden konnte. Um 4.45 Uhr pfeift der Schiedsrichter. ein Herr aus Essen. das Spiel an. Bulmke hat Platzwahl und spielt mit dem Wind im Rücken. Sogleich nach dem Anstoß der Gäste findet man diese vor dem Tore Bulmkes. doch landet der Angriff im Aus. Aus einem gut bereingegebenen Ball kann der Mittelstürmer Bulmkes in der 15. Minute das erste Tor einsenden. Da der Platzverein nur mit 10 Mann spielt. kommen die Gäste des öfteren durch und schaffen sehr brenzliche Situationen vor dem Bulmker Tore. doch weiß der Torwart im Verein mit der Verteidigung vorläufig sein Heiligtum reinzuhalten. Fünf Minuten vor Halbzeit gelingt es dem Halbrechten der Gäste gleichzuzieben. Nach, der Halbzeit ist Bulmke weiter in Front. Im Strafraum wurde ein Svieler des Platzvereins unfair behandelt. Der darauf vom Schiedsrichter gegebene Elteter wurde zum zweiten Tor verwandelt. Zehn verliefen ergebnislos. Durch einen prochen erhielt.n charfen Schuß des Linksaubens der Blauweißen kommen diese zum vierten Tor. Nach Anstoß dringen die Gäste noch einmal vor aber eeggestnge hnen nicht mehr eu einem zu kommen. oaraut pfeift der Schiedsrichter das Sviel. dem er ein umsichtiger und gerechter Leiter war. ab. Der beste Mann war der Mittelläufer. Die Mannschaft des Platzvereins zeigte ihr gewohntes Können wie in den letzten Spielen. Bulmke 1. Jug.— Essen 1. Jug. 2: 6. Turn= u. Ballspielv. Ueckendorf 10 1— Neustandt 1 1: 0. „ Gleich zu Beginn setzt ein recht flottes Sviel ein. jedoch ist vorerst keine Mannschaft im Vorteil. Spannende Momente vor den Toren wechseln sich in schneller Reibenfolge ab. In der 25. Minute kann dann das einzigste Tox des Tages getreten werden. Bis zur Halbzeit offenes Feldsviel. wobri Ueckendorf leicht im Vorteil ist. Nach der dalbzeit setzt eine leichte Schwächeveriode Ueckendorfs ein. Neustadt drängt stark. doch zerschellen alle Angriffe an der guten Arbeit des Torwarts und der beiden Verteidiger. Dann bat sich Ueckendorf wieder erbolt und stattet dem Neustadter Tor gefährliche Besuche ab. Doch sind bis Schluß Erfolge nicht mehr zu erzielen. dorfs Mannschaft im Regel im Sturm das seiner Klasse führte sich Mannschaft ins Feld. T. u. B. Uetkendorf Tor zu erringen. Die für den Sleger ausgesetzte eine Milliarde fiel ihm zu. Handel und Gewerbe. 1 Dollar=1197000000 Mark. Holland Belgien Italien England Amerika ankreich Amtliche Devisenkurse. 9. Oktober. 6. Oktober Geld Brief Geld Brief 473812500 476187500 329175000 330825000 638400000 64160000 41895000 42105000 54453500 54736500 37506000 37694000 5468250000 5530750000 3790500000 3809500000 1197000000 1203000000 835905000 840095000 72817500 215460000 17157 73182500 216540000 17243 Die Preise verstehen sich für je Franken eine Kr (ein Gulden. ein Franken eine Deutsch=Oesterreich(eine Krone) Im 5=Uhr=Freiverkehr waren der Doklar zu 2085 Millionen, das engl. Pfund zu 9500 Millionen und der Gulden zu 820 Millionen Mark gesucht. Phantastische Kurssprünge. Berliner Devisenbericht. = Berlin. 9. Okt.(Telegr.) Die Steigerung der Devisenvreise setzte sich in ungewöhnlichem Ausmaße heute fort. Nach Gründen dafür braucht man bei der Verworrenheit der Lage. die durch die Vorgänge im Rheinland angesichts der Erhöbung, der Arbeitszeit im Kdhlenbergbau noch verschärft wird. nicht zu suchen. Im Freiverkehr setzten London und Neuyork mit 5.3000 bzw. 1.160 Milliarden ein und erreichten gegen 12 Uhr den Höchstbestand mit ungefähr 7.6 bzw. 1.6 Milliarden Mark. Dabei handelt es sich zumeist um gesprochene Kurse. da nur sehr wenig Ware berauskommt. Amtlich erfolgte die Festsetzung bei ungefähr gleichen Zuteilungen wie gestern auf der Grundlage von 5.3 bzw. 1.2 Milliarden. Kurz danach börte man aber bereits wieder Kurse von 7,3 bzw. 1.550 Milliarden Mark. Unter diesen Verhältnissen ist nach Meinung der Börsenkreise für morgen mit einer Fortsetzung der Erhöhung des Kursstandes an die Geldentwertung zu rechnen. Die Kurse für Dollarschatzanweidungei! bzw. Goldanleilte wurden heute erstmals an Börsenruhetagen mit 1.500 bzw. 1.200 Milliarden Mark amtlich festgesetzt. Berliner Produktenbericht. 1 Berlin, 9. Okt.(Telegr.) Bei der erneuten riesigen Steigerung der Devisendreise hört das Angebot zu Markvreisen an der Produktenbörse mehr und mehr auf und was herauskomm., wird in Goldmark offeriert. Die von der Reichsgetreidestelle weiter vorkenkommenen[Roggenkäufe vollzieben sich in der Hauptsache gegen Hingabe von Goldanleibe. Sonst hält sich die Unternehmungslust bei den jetzigen Verhältnissen in sehr engen Grenzen. Die Mühlen sind mit der Auffüllung ihrer Weizenvorräte sehr vorsichtig geworden und auch die Brauereien haben ihre Käufe bei dem jezigen Preisstand eingestellt. Nur seitens der Grauvenfabriken und zu Futteritoffzwecken zeigt sich anhaltender Bedarf. Die Preise haben sich in Anpaisung an den Währungsver##### weiter wesentlich 49875000 50125000 149625000 150375000 11770 11830 eine Paritätseinheit rone usw.) ebenso für . Ueckendorf 19 1. J.— Neustadt 1. J. 1 einzigste Tor resultierte aus einem Stre irf zugesprochener Elfm Ein Ueckendorf zugesprochener Elfmeter wurde vom stadter Torwart gehalten. Adler Gelsenkirchen— Sportfreunde Rotthausen 1910 3: 5. Rottbausen kann als die glücklichere Elf als Sieger den Platz verlassen Spielrg. Selsenkirchen 2— Adler 2 1:5(agebr.) Horst=E. 1. Jug.— Adler 1. Jus. O: 8. Ringen. Am heutigen Dienstag standen sich im ersten Kamof Bar und Phlugrath gegenüber. Dieses Ringen endete nach ziemlich gleichwertigen Kampfe mit unentscheiden. Beide Kämpfe wurden wiederum wie auch in den vorangegangenen Tagen reichlich belohnt. Der nun folgende Kampf brachte Schadi und Stolzenwald auf den Teppich. Auch dieser spannendste Kampf des Tages. der die beiden Hauptgegner zusammenbrachte, mußte nach 20 Minuten als unentschieden abgebrochen werden. Im letzten und Entscheidungskampfe Kuben gegen Sidow gelang es dem flinkeren Kubeck den Sieg er des sche Buchbl ist ab ich erhöht. Die Kreditaussichten für Deutschland. )( Berlin. 9. Ou.(Teleer.) Nach den letzten Blättermeldungen über die Kreditaussichten für Deutschland im Ausland erfährt die„Zeit“, wenn auch das offizielle Amerika aus seiner bisherigen Reserve wohl nicht heraustreten werde, so sei es doch Tatsache, daß amerikanische Bankengrusven Interesse für die deutsche Währungsbauk gezeigt haben und daß große Aussicht auf einen befriedigenden Abschluß der Verhandlungen über eine Beteiligung dieser Gruppen bestehe. Ebenso schweben erfolgversprechende Verhandlungen mit anderen ausländichen Finanzgruppen zu dem Zwea, große Warenkredite für Deutschland ähnlich dem seinerzeit mit Holland abgeschlossenen zu erreichen. Der Umrechnungskurs für Devisenerfassung. .„ Berlin, 9. Okt.(Telegr.) Der Kommissar für Devisenerfassung teilt mit: In der Bekanntmachung über Umrechnungskurse auf Grund des§ 17 Abs. 2 der Durchführungsbestimmungen zur Verordnung des Reichspräsidenten über Ablieferung ausländischer Vermögensgegenstände vom 30. August 1923 bis 7. September 1223 ist der Unrechnungskurs des englischen Pfundes mit 1= 19.50 Goldmark angegeben. Dieser Kurs ist unzutreffend. es muß heißen 1 englisches Pfund gleich 19 Goldmark. Eine entsprechende Drucksehlerberichtigung befindet sich im Reichsgesetzblatt. Trotz dieser Berichtigung ist jedoch in zablreichen Fällen die Ablieferung in der Weise bewirkt worden. daß der unrichtige Umrechnungskurs von 19.50 bei der Errechnung des abzuliefernden Betrages zu Grunde gelegt worden ist. Infolgedessen wird in vielen Fällen gerade aus diesem Grunde ein Betrag von weniger als 1 ezw. 2 Goldmark für je 10.000 Mk. der ersten Teilrate der Brotversorgungsabgabe entrichtet worden sein und es wäre demgemäß nach§ 8 der Verordnung vom 25. August 1923 die eidesstattliche Erklärung abzugeben. Die auf die falsche Veröffentlichung zurückzuführende Minderablieferung soll jedoch den Abzuliefernden nicht zum Nachteil gereichen: es bedarf daber in diesem Falle Abgabe der Erklärung nicht. Schlüsselzahlen Leivzig. 9. Okt.(Telear.) Der Buchschlüssel Börsenvereins ist ab 10. Oktober 170 Millionen. — Berlin, 9. Okt.(Telegr.) Der deutsch druckerverein teilt mit: Die Schlüssezahl 10. Oktober auf 7 500000 erhöht worden. )( Berlin. 9. Okt.(Telegr.) Der Avotbeker= inder für Waren und Gefäße beträgt ab 11. Oktober 2 900 000 für das unbesetzte und 3 900 000 für das besetzte Gebiet. Das Reichobankdirektorium stimmt der Abänderung des Bankgesetzes zu. # Berlin, 9. Okt.(Telegr.) In der außerordentalversammlung der Reichsbank legte der Vorsbankdirektoriums Dr. ankdirektorium aufgezur Abänderung des Bankgesetzes vor. Die Abänderung. die zusammenhängend mit der Gründung der Währungsbank notwendig wird, fand die einmütige Zustimmung der Generalversammlung: Zugleich wurde das Reichsbankdirektorium ermächtigt. Aenderungen des Gesetzentwurfes. die sich bei der weiteren Behandlung durch die gesetz gebenden Faktoren ergeben sollten, ohne nochmalige Einberufung einer Generalversammlung lediglich im Einvernehmen mit dem Zentralausschuß zu beraten. Die Einzelheiten werden der Oeffentlichkeit zugänglich gemacht. sobald der Entwurf aus dem Stadium der Vorberatung herausgekommen ist und dem Reichstage vorgelegt wird. Essener Börse. h. Essen, 8. Okt. Die Essener Kurenbörse verkehrte im Einklang mit der katastrophalen Markentwertung in durchaus fester Haltung. Sämtliche Marktgebiete hatten Kurssteigerungen in erheblichem Maße aufzuweisen und die Kurserhöhungen betrugen in vielen Fällen Verdoppelungen gegenüber dem letzten Kursstand. Die einzelnen Gebiete hatten lebhaftes Geschäft. Trotzdem waren die Umsätze sehr klein. so daß jegliches Angebot fehlte und die Effektenbesitzer ihre Aktien nicht aus der Hand zu geben gewillt sind angesichts der weiteren Entwertung der Papiermark. Nächste Börse in Essen. Essener Getreidebörse. h. Essen, 9. Okt. Die Essener Getreidebörse verkehrte unter dem Einfluß der starken Steigerung der Devisenpreise in durchaus fester Haltung. Die Umsätze blieben mit Rücksicht auf die Geldknappheit beschränkt. Es wurden unverbindlich folgende Preise genannt:(per äckermehl) 3.2—3.3 Milliarden n Mk., gewöhnliches Weilichen Generalversammlung der.. sitzende, der Präsident des Reichsbank Havenstein, den im Reichsbankdir stellten Entwurf zur Abänderung g.) Weizenmehl(Bäckermeh Roggenmehl 2.2 Milliarden Mk., gewohnliches— zenmehl 2.3 Milliarden Mk., Landweizen per Zentner 1.4 Milliarden Mk.. Roggen per Zentner 1.3 Milliarden Mark. Dortmunder Schlachtviehmarkt. h. Dortmund. 9. Okt. Aufgetrieben waren 319 Stück Großvieb. 129 Kälber, 179 Schafe und 559. Schweine. Es wurden im Engroshandel für 100 Pfund Leben Bullen 3200—4500. Färsen und Kühe 2700—500—. 0—7000. Stallmastschafe und Jungvieh nicht notiert. idemastschafe 2500—5200. Schweine 8000—9500 Mil* T e n d e n z: f l o t t. Niederrhein. Wetterdienst Aachen=Essen. 1 Die Wetterlage zeigt keine Aenderung. Wir ser in den nächsten Tagen mit Fortdauer der vr ben und regnerischen Witterung zu rechnen daber trüben Wir haben vielfach Die heutige Ausgabe umfaßt 8 Seiten. I Bekanntmachungen der Stadtverwaltung. Bekanntmachung. Der Kleinbandelsvreis ist vom 9. 10. 1923 ab erneut festgesetzt und —„„ 25106 1 Liter Vollmilch 25 000 000 Bis. für 1 Liter Maner= oder Buttermilch. 12 000 600 Mr. Für die biesige Landwirtschaft erhöht sich demnach der Milchoreis bei Abgabe ihrer erzeugten Milch an die hiesige Milchversorgung auf 18000 000 Mark. 25106 Gelsenkirchen, den 9. Oktober Der Oberbür Urgermei Bekanntmachung. Nach Anhörung der Vertreter der hiesigen Bäckerinnung werden die Preise für freies Gedück ab 10. Okt. 1923 wie folgt festgesetzt: 25105 Stuten(nur für Kranke). Pid. 60000000 Mk. Grau= oder Kasselerbrot aus 70 7 Mehl 3 Pfd. 135 000 000 Mk. Grau= oder Kasselerbrot aus 852 Mebl 3½ Vfd. 130,000 000 Mar Schwarzbrot, 3½ Pfd. 95000 000 Mr. Schwarzbrot. geschnitten. 1 Pid. 31 000000 Mk. Die Abgabe darf nur in vollen Pfunden erfolgen. Mindergewichte sind nicht zugestanden. Wer vorstehende Preise überschreitet. macht sich des Vergebens der streiberei(Verordnung vom 8. 18. R. G. Bl. S. 395) schuldig erdem hat der Betrefsende die ließung seines Geschäftes wegen Unzuverlässigkeit zu erwarten. Gelsenkirchen. 10. Oktober 1923. Der Oberbürgermeister. Bekanntmachung. Die Schlachthofbenutzungsgebühr beträgt ab 11. Oktober 1923 9000 000 Mark je Kilogramm. 25119 Die Inhaber der Küblzellen für den Rest der Gebühr von 5 Gol nach dem Dollarstand zu entrichten. D innerhalb 5 Tagen ist der Betrag en werten. Gelsenkirchen, den 9. Oktober 1923. Der Oberbürgermeister. vorsiebt, liegt vom 10. d. Mts. ab 2 Wochen lang zur Einsicht der Beteiligten auf der städtischen Steuerkasse. Buchbalterei 7. aus. Binnen 2 Wochen nach Ablauf der Auslegekrist kann gegen die Beitragsberechnung ebeim Genossenschaftsvorstande In Münster. Warendorferstraße 25. Widerspruch erhoben werden. Der Widerspruch entbindet nicht von der Pflicht zur vorläufigen Zahlung des Beitrages. Der Zahlzettel ist dem Widerspruch beizufügen.! 25093 Gelsenkirchen. deen 8. Oktober 1923. Der Oberbürgeermeister. Ablzellen haben ühlveriode eine ark. bewertet Oktober. Bekanntmachung. Die neuen sofort in Kraft tretenden Sebübren für die Rüdtischen Friedböse können im Zimmer 15 der Pestalozstschule eingeseben werden. Auskunft wird darüber auch in den Dienst=imstädtichen Frieddbte erteilt. Die Heberolle über eine zweite No tragsumlage, die in einem noch letzten Eeitraco, Heitast pu Bekanntmachung des Finanzamtes. Betn.: Berechnung des Steuerabzuges vom Arbeitslohn für die zweite Ra lenderwoche des Monats Oktober 1923. (8.—13. Oktober). Der Betrag von 10 vom Hundert des Arbeitslohnes ermäßigt sich: 1. für den Steuerpflichtigen und für seine zu seiner Haushaltung zählende Ebefrau a) im Falle der Zahlung des Arbeitslohnes für volle Wochen um je 33 400 Mr.(bisder 1036 800 b) im Falle der Zahlung des Arbeitslohnes für volle Arbeitstage um je 230 400 Mk.(bisher 172 800 Mk.). c) im Falle der Zahlung des Arbeitslohnes für kürzere Zeiträume um je 57 600 M. für je zwei angefangene oder volle Ardeitsstunden(bisher 43 200 Mk.) 2. Für jeder zur Haushaltung des Steuerpflichtigen zählende minderjährige Kind im Sinne des§ 17 Abs. 2 E. St. G. a) im Falle der Zahlung des Arbeitslobnes für volle Wochen um 9 216000 Mk.(bish. 6 912 000 Mk.). b) im Falle der Zahlung des Arbeitslohnes für volle Arbeitstage um 1 536 000 Mk.(bisb. 1 152000 Mk.). c) im Falle der Zahlung des Arbeitslohnes für kürzere Zeitväume um 384000 Mk. für je zwei angefangene oder volle Arbeitsstunden(bisber 288 000 Mk.). Kinder im Alter von mehr als 17 Jahren. die Arbeitseinkommen bezieben. werden nicht gerechnet. 3. Zur Abgeltung der nach letten Leitracs, bostebt und ale Mün=[Steuerofichtige nachweist, daß die Morte Wda, Vernbrischte Ae mn 20 Gr. Abhl. 1 Nr. 1—7) E. St. G. den B. ALLGEMEINE RUNDSCHAU Wochenschrift für Politik und Kultur Begründer: Dr. Armin Kausen Völkerversöhnung ensberse! im Sinse eines chnstlichen Kuropa und der Fnedder Ueberwindung de: Kla Die Allgemeine Rundschau bietet allwöchentlich von noherer Warte und in kritischem Abstand von den drängenden Kreignissen ein susammengefanster vollstündige: Bild des Zeitgeschehens und der geisngen Strömungen. Sie will wissenschaftlichen Ansprüches genügen und doch gemeisverständlich sein. Die katholische Weltanschauung. die sie vermit, gibt ihr leste Haltung und einheitlichen Charakte: bei grösster siannigtalugkeit der Beiträge. Die A. R. tritt wirksam ein für die ales Geltung und Gleichberechtigung des deutschen Volkes in de Wen. Allem, was uine Zukunti nat, wendet sie ihr Ancist## hoffend und prüfend su: Der Herausbildung einer neuen Volhs- und Staatsbewusstsein: in Deutschland. der Gerechten und verurteilstreien Stimmen Anderedenkender und die Spaiten der Allgemein Geschäftsstelle der Allg. Rundschau, München, Galeriestraße 85 a/Ch. halt PineXl., bsengegensatses im Berufsjedanken, der organischen Gestaltung des Gesellscbattsebeh: des lu-esdbewegung der sittlichen Veredlung unserer Wirtschaft. Alle Kultursebiete naschl. Literarus u. Kunst, Theater e. Film dent die A R. in den Kreis Ihrer Besrechtungen. Eise Kulturelle Rundschau aberblickt n sedem Monai die Fortechritte in Wisnenschaft. Kultur und Technik Kirchliche Fragen und religibse Probieme werden arbeitern behandelt. u. lichen Rundschen. vos berutenen theolegischen Méte. ler s. Nummer in einer Kirch Photographische HIav Uoion „Keust-Austalt Max Mäschl Gelsenkircben, Neustr. 22, 1. Big., Tel. 352e. Zur Abgeltung der nach§ 13 Abs. 1 Nr. 1—7 E. St. C. zulässigen Abzüge(Werbungskosten ulw.) a) im Falle der lobnes für K 840 00 M.) ung des Arbeitsvolle Wochen um 11 520 000 L. wöchentlich(bieber 8 640000 Mr.) b) im Falle der Zahlung des Arbeitslohnes für volle Arbeitstage um 1 920 000 Mk.(biod. 1 440000 Mk.) e) im Falle der Zahlung des Arbeitslohnes für kürzere Zeiträume um 480 000 Mr. für je zwei angefangene oder volle Arbeitsstunden (bisber 360000 Mk.). Auf Antrag ist eine Erböbung diefer Beträge, zumlassen, wenn der Steuerpflichtige nachweist, daß die ihm ie des S 13 Betrag von wöchentlich 115 200000 Mk. um mindestens 11 520000 Mk. wöchentlich übersteigen. Ueber den Antrag entscheidet das Finanzamt. Stehen Abzüge in wirtschaftlichem Zusammenhange mit anderen Einkommen als Arbeitslohn. so sind sie zunächst von den anderen Einkommen abzusetzen. nur insoweit diese Abzüge das andere Einkommen übersteigen. sind sie in die Abgeltung einbegriffen. Vorstehende Bestimmungen treten ab 8. Oktober 1923 mit der Maßgabe in Kraft, daß die darin vorgesehenen Ermäßigungen bei jeder nach dem 7. Oktober 1923 erfolgenden Zahlung von nach dem 7. Oktober 1923 fällig gewordenem Arbeitslohn Anwendung finden. 25076 Die Bewertung der Natural= und Sachhezüge erfolgt zu denselben Sätzen Mo wie in Oktober. der ersten Woche des onats Gelsenkirchen. den 8. Oktober 1923. Finanzamt. Behanntmachung des Finanzamtes. Neuregelunn des Steuerabzuss vom Arbeitslohn. Wri:,„Wigherge ren für den Steuer beitslohn grundlegende gen ein. Bisher wurden d um die sich der 10 v. H. d# lohns betragende Steuerabzug dem Familienstand des Arbeitnehmers Familienstand des u füx Werdungskoste ia durch veröffent! 1. Oktober 1923 abzug vom Aenderundie Beträge. des ArbeitsSteuergbzug nach des Arbeit ür Werbungskosten ermäß zahlenmähig durch Verordnung festgesetzt und veröffentlicht. sobald die Lohnentwicklung eine Neuregelung erforderlich machte. Die fortschreitende Geldentwertung und die damit van bundene Erhöbung der Löbne und Gehälter sowie die Werbungskosten haben es erforderlich gemacht. die Ermäßigungen in kürzeren Abständen als bisder der Entwicklung anzuvassen. Die Verordnung vom 27. Sept. 1923 sieht daber eine automatische Anpassung der Ermäßigungen durch Anschluß an den jeweiligen Lebenshaltungsinder vor. Hiemnach hat der Arbeitgeber künftig die Ermäßigungen selbst zu berechnen. Dabei ist von den in der zweiten Septemberhälfte in Geltung gewesenen Ermäßigungssätzen auszugehen. Diese Sätze sind mit einer vom Reichsminister der Finanzen auf Grund der Entwicklung des Lebenshaltungsinder ermiktelten und öffentlich bekanntgemachten Verhältniszahl zu vervielfachen. Die Regelung findet erstmalig auf den Arbeitslohn Anwendung. der nach dem 30. September 1923 fällig geworden und gezahlt worden ist. Die Verhältniszahl ist jeweils bei der Betechnung des Steuerabzugs von dem Arbeitslohn zugrunde zu legen, der bis zum Ablauf der Kalenderwoche fällig geworden und gezahlt worden ist. für die die Verhältniszahl festgesetzt wird. Die Verbältniszahl beträgt für die erste Kalenderwoche des Oktober „sechs“. für die zweite Kalenderwoche des Oktober„acht". Bei der Berechnung des Steuerabzuges von dem in der Zeit vom 1.—6. Oktober einschl. fällig gewordenen und gezahlten Arbeitslohns sind also die Ermäßigungen der zweiten Septemberhälfte mit „sechs“. für die Zeit vom 8.—13. Okt. mit„acht" zu vervielfachen. Dabei beträgt z. B. bei wöchentlicher Lohnzahlung die Ermäßigung für den Steuerpflichtigen und die Ebefrau in der ersten Kalenderwoche 172 800.6 —1 036 800 Mk., für jedes Kind 1 152 0006—6912000 M., der sogen. Werbungskostenvauschsatz 14400006— 8 640 000 Mk., für die zweite Kalenderwoche 172 80028—1382 400 Mk.. für jedes Kind 1152 0008—9 216 000 Mk.. der sogen. Werbungskostenvauschsatz 1 440 000X8=11 520000 Mk. „Die Verhältnissahl für die wätere Zeit wird jewetls als„Verhältniczahl für Ermäßigungen beim Steuerabzug vom Arbeitslobn" unter Angabe der Geltungsdauer durch die Tagesvresse bekanntgemacht werden. Außerdem erteilt das Finanzamt über die Höhe der jeweils geltenden Verhältniszabl Auskunft. 25077 Gelsenkirchen, den 9. Oktober 1923. Finanzamt. Versteigerung. Morgen, Donnerstag. den 11. nachmitt. 3½ Uhr, werde ich in iktionshalle. Resta aurant Okt., meiner Zum Tier= A. wegen Au wanderung folgende gebrauchte Sachen öffentlich versteigern: 25115 agoniStür. Auktionshalle. garten“. Marktstraße 11. wegen Aus1 kompl. Küche mit hochs. Mah Tiefbauherd m. Aufs., 1 hochl. Schlafzimmer, 1 komol. Ladeneinrichtung(4 m Theke), ferner 1 Schreibaschi „We neu“ Kampstraße 21. Schnelle und saubere Neuaniertigung. so wie Wenden u. Ausbessern von Herren- u. Damen- Wilhelminenstr. 149. 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Niemals war Einigkeit und Geschlossenheit notwendiger als jetzt. Redner drückt die Hoffnung aus, daß man auch in Hannover diesem Gedanken sich nicht verschließe. Dann wendet sich der Ministerpräsident gegen die Erklärungen Poincares über die Düsseldorfer Vorgänge. An Hand des amtlichen Berichtes stellt er die Lguld der Sönderbündler fest und spricht der Schuvo für ihr pflichttreues Verhalten den Dank der Staatsregierung aus.(Bei Ausnahmezustandes sei in Uebereinst Staatsregierung zur Aufrechterbaltung Ordnung erfolgt. Berstör schlossen Land— (Lebhafter Komm.) Das Haus tritt darauf in die Besprechung der Regierungserklärung ein. Abg. Limbertz(Soz.): Trotz Geldentwertung müsse reziert werden. Jetzt gilt es, die Produktion im Ruhrgebiet wieder aufzunehmen. Dem Vorstoß gegen die soziale Fürsorge und den Achtstundentag müßte auf das schärfste entgegengetreten werden. Redner verlangt Einhaltung der Geetze und Tarifverträge. Die Verhandlungen zwischen Stinnes und Degoutte hätten viel böses Blut gemacht. Zur Lebensmittelversorgung seien besondere Maßnahmen notwendig. Das besetzte Gebiet stehe vor einer Hungersnot. Der Redner spricht der Staatsregierung das Vertrauen aus, daß sie gegen Putsche von rechts und links energisch vorgebe. Abg. Loenartz(Zentr.) erklärt, der Widerstand habe moralisch einen großen Erfolg gehabt. Von den Separatisten wollen die RheinNotstandsarbeiten verboten tes hängt e e ee eer.# wahr, daß im Rbei ssondaarbeiten aud Spaskantallerlckhlen nd? Von der Wehrpflicht auch des Besit eben und Sterben unseres Volkes ab. Abg. Lindeiner(Wilder) verurteilt die Aufgabe des passiven Widerstandes. Die Deutschnationalen seien zu den Beratungen entweder gar nicht oder ungenügend herangezogen worden. Redner erklärt, daß nach seinen Informationen Dr. Breitscheidt soeben sein Agrement als Botschafter in Paris erhalten habe.(Große Bewegung und Unruhe im ganzen Hause.) Er wendet sich gegen die Behauptung. ie Deutschnationalen hätten die Kabinettskrise herbeigeführt. Er schließt, daß Preußen nicht zu Grunde gehen werde, weil noch Kräfte vorhanden sind, die an dieses Preußen glauben.(Stürmischer Beifall bei den Deutschnationalen.) Abg. Kalle(D. V.) erklärt unter lebhaftem Hört hört, daß die Behauptung. daß Breitscheidt zum Botschaftet in Paris ernannt worden sei, nicht zutreffe. worauf Abg. Lindeiner(Wilder Deutschnatl.) erwidert, daß die Nachricht in der Presse gestanden habe widerru# und bisher ni Darauf— Mittwoch mittag 12 Uhr. licht vertagt das t sen Ha worden sei, aus die We iterberatung auf Ein Protestant zu dem Weckruf der Von evangelischer Seite wird der„Schles. Volksztg.“ geschrieben: „Der Hirtenbrief der katholischen Bischöfe Deutschlands hat eine weit über den katholischen Teil des deutschen Volkes hinausgehende Bedeutung. Denn wenn der Hirtenbrief auch, wie es bei einer Kundgebung hoher kirchlicher Würdenträger selbstverständlich ist, einen starken religiösen Einschlag hat, so enthält er doch in seinen klar disvonierten Darlegungen und seiner offenen Sprache außerordentlich beherzigenswerte Mahnungen für das ganze deutsche Volk ohne Unterschied des Bekenntnisses und in mancher sicht auch für die ganze Welt. Mit jener Knappheit, mit der Sallust in seiner Schrift über die Verschwörung des Catilina die moralischen und sozialen Zustände des damaligen Roms darstellt, äußert sich der Hirtenbrief über die seelische und sittliche Einstellung erst der Gegner Deutschlands und dann des deutschen Volkes. Das Verhalten der Gegner frürd sehr zutreffend auf die Formel gebracht: man läßt sich von dem ebenso herzlosen, als grundfalschen Mativ leiten: was dem andern Schaden bringt, gereicht mit zum Nutzen. Und wenn der Hirtenbrief sagt, daß unter den Folgen dieser Handlungen nicht nur das deutsche Volk zu leiden hat, sondern alle Völker, so ist diese Auffassung oft genug von holländischen, skandinavischen und spanischen, ja sogar von javanischen— also vom anderen Ende der Welt her ertönenden— Stimmen bestätigt worden. Es ist besonders anzuerkennen, daß der Hirtenbrief sich nicht begnügt, die Härten und Torheit der Gegner zu verdammen, sondern auch mutig dem eigenen Volke den Spiegel vorhält. Er schildert, wie durch das Elend des Krieges und fast noch mehr der Nachkrieaszeit das deutsche Volk zerfallen ist in Avathische, die nichts mehr erhoffen, in frivole Gedankenlose, die vor dem allgemeinen Zusammenbruch noch schnell schale Vergnügungen auskosten wollen, in Wucherer und Schieber, die sich an dem Elend der Nation mästen und endlich in die Revancheschreier. Diesen letzteren geht der Hirtenbrief mit fast noch bärteren Worten zuleibe als den schuftigen Wucherern — mit Recht, denn wenn sie auch moralisch viel weniger verdammenswert sind, so richten sie außenvolitisch mehr Schaden an. Mit rücksichtsloser Offenheit wirft ihnen der Hirtenbrief vor:„Sie schädigen durch unbesonnene Taten Volk und Vaterland und machen sich mit ihrem ohnmächtigen Grimm nur lächerlich und verächtlich. Sie sind sevenso Wemeinschädlinge wie die, welche von neuen Kriegen und Revolutionen träumen und durch Aufruhr, Meuterei und neues Blutvergiehen bessere Zeiten berbeiführen wollen.“ Eine Besserung der trostlosen Zustände der Gegenwart erhofft der Hirtenbrief von Gebet. Sühne, Opferwilligkeit und Liebe. Da unsere Besprechung des Hirtenbriefes nur vom volitisch=sozialen Gesichtspunkte ausgeht. so kann hier das Gebet als ein rein religiöses Mittel außer Betracht gelassen werden. Die Sühnenflicht des deutschen Volkes leitet der Hirtenbrief aus der Mitschuld am Kriege her und hier ist die vielleicht einzige Lücke in der sonst schlüssigen Beweisführung des Hirtenbriefes. Ergänzen wir diese Lücke, in dem wir sagen: die Mitschuld des deutschen Volkes am Kriegsausbruche besteht nicht etwa in einer kriegslustigen Gesinnung— von der gar nicht die Rede war— sondern darin, daß wir alle ein Vierteljahrhundert hindurch uns eine Politik haben gefallen lassen, die zwischen Umschmeichelng und Anrempelung aller anderen Völker haltlos hin= und berschwankte; die durch alle ihre Launenhaftigkeit nervös machte, sie veranlaßte uns für gefährlich zu halten und die io schlieblich der Revanchevartei einen Bundesgenossen nach dem andern in die Arme trieb. Die Duldung dieser Politik, die under Welt gegenüber in falschem Lichte erscheinen ließ— schaft geboten, so ist die vom Hirtenbriefe geforderte Liebe für die Feinde ein viel schwerer zu erfülleiides Gebot.(Der Hirtenbeief nennt(selbst diese Liebe die„schwerste Forderung der christlichen Religion“. Und doch hat der Hirtenbrief nicht nur vom religiösen. sondern auch vom politischen Standvunkte aus recht, wenn er sagt:„Wir entsagen allen Gedanken und Plänen des Hasses und der Rache; wir sinnen nicht auf Wiedervergeltung... Wir wollen nicht Feinde vernichten, sondern Feinde versönen... nicht den Frieden stören, sondern Frieden stiften...“ Wenn wir diesen gewiß sehr schweren Forderungen nicht entsprechen, wenn wir unsere Friedfertigkeit und Versöhnlichkeit nicht bekunben, sondern wenn wir im Gegenteil, was der Hirtenbrief in seinem ersten Teil den Revanchepredigern vorwirft.„Feuer vom Himmel herabrufen möchten für die Bedränger", so leisten wir nur denen Vorschub, die uns vollends im Elende umkommen lassen möchten. Die hohe außenvolitische Bedeutung des Hirtenbriefes besteht darin, daß die Führer eines Drittels des deutschen Volkes ihren Wunsch nach Frieden und Versöhnung ehrlich und unzweidentig bekunden. Diese Bedeutung kann sich aber nur dann auswirken, wenn die Kundgebung nicht durch Torheiten von anderer Seite aus balanciert und damit hinfällig gemacht wird. mus, der Nationalismus, der Atheismus jetzt für unser Land nur noch elender, sich selbst überlassener Kehreicht= haufen seien. Der Himmel wird ganz blau, und neues, lebendiges Verlangen zielt nach der Höhe und Klarbett des Glaubens.“ Den katholischen Dichtern Deutschlands habe ich selber schon im Avrilbeft des„Gral" zugerufen: „Wenn sich die Katholiken einmal mehr der Literaturwissenschaft annehmen und dabei die moderne Seele verstehen, was durch das Studium der Alten allein nicht erreicht werden kann, sondern nur durch liebevolles Sichversenken in die Kultur der Zeit, so unterliegt es keinem Zweifel, daß sie in kurzer Zeit die füdrenden sein werden, nicht so sehr als Einzelversönlichkeiten, als vielmehr durch die innere Kraft einer Idee, die sieghaft sein müßte, auch wenn sie nichts für sich dätte, als nur die nüchterne. nackte Wahrheit. Gerade die Kunst ist unser eigenstes Land, gerade auf diesem Gebiete hat noch niemand unsern herrlichen Ueberlieferungen die Ehrfurcht versagt, gerade Freunde der Schönbeit haben noch immer am ersten den Weg zu uns gefunden. Auf tausend Straßen schreitet heute diese Wahrheit durch die Welt, bahnt sich den Weg durch Lüge und Leidenschaft, sie soll und muß auch wieder eintreten durch das Morgentor der Schönheit. Der Zauberschlüssel dazu ist unser Erbe. warum lassen wir ihn rosten?“ und die klugen geistlichen Führer des katbolischen Volksteils wissen sehr wohl, daß es viel weniger darauf ankommt, was wir sind, als wofür man uns hält— war eine Folge von Schwächlichkeit und Gedankenlosigkeit der Volksgesamtheit und deshalb hat der Hirtenbrief recht, wenn er verlangt, daß wir dafür durch geduldiges Ertragen unserer Leiden und durch harte, ernste und sparsame Lebensführung zu büben haben. Ist diese Büßzung, die der Einzelne mit sich abzu machen hat, etwas Passives, so verlangen Loferwilligkeit und Liebe aktive Berätigung. Der Hirtenbrief erkennt dankbar an, wie andere Bölker, in erster Reibe Amerika und Holland, uns werktätig belfen. und erklärt es mit Recht als unsere vornehmste Aufgabe. uns nicht von Ausländern in der Betätigung der Nächstenliebe für notleidende Deutsche beschämen zu lassen. Wird diese Liebe nicht nur durch die Menschlichkeit, sondern auch durch das Gefübl der VolkssmeinDie Macht der kotholischen Isee. Von Friedrich Muckermann, S. J. Während noch breite Schichten unseres Volkes in den protestantischen Provinzen des Reiches in ihren alten Vorurteilen gegen die katbolische Kirche so hindämmern, ist in den Kreisen der Führenden ein tiefgehender Wandel zu beobachten. Ja, man kann behaupten: Je höher irgendwo in Deutschland das geistige Niveau, um so entgegenkommender die Haltung dem Katholizismus gegenüber. Was diese Gebildeten anzieht, ist zunächst nicht der Kultus oder das Dogma, nein es ist die Abnung, daß im Katholizismus eine seelische Einheit des Kulturlebens lebendig ist, wie sie sonst nirgends beobachtet wird. Die Tagungen katholischer Akademiker von Heidelberg und Ulm haben in der höchststehenden Presse verschiedenster Weltanschauungen eine äußerst sympathische Beachtung gefunden. Und gerade dieser Umstand war es, der immer wieder bervorgehoben und begrüßt wurde. Man sah dort Gelehrte aller möglichen Fächer, Männer der Praxis und Männer der Wissenschaft, dazu noch Menschen aus allen Teilen Deutschlands; so verschieden aber auch die Themata waren, in allen klang der gleiche Grundton. Es war ein Kontrapunkt vorhanden, und über ihm bewegte sich alles in einer mächtigen Symphonie. Sie wirkte wie Stimmen aus einer anderen Welt in das Chaos unserer Tage: Ja, hier ist noch Leben, organisches Leben, mit dem Volk verwurzelt und doch bis in die höchsten geistigen Svitzen sich entfaltend... Solche Gedanken drängten sich geradezu auf und mußten es auch, wo mechanische Handhabung aller Dinge uns immer mehr Atem und Freiheit raubt. Daß diese Lebenskraft des Katholizismus auch in der Literatur sichtbar werden muß, steht zu erwarten. Ich will hier nicht hinweisen auf Namen, die doch immer ein Geschenk der Vorsebung bleiben, die scheinbar zufällig die Talente weckt. Immerhin haben Leo Weißmantel, Franz Herwig. Peter Dörfker, Heinrich Federer, von vielen Welteren und Jüngeren zu schweigen, ihren gesicherten Platz in der deutschen Literaturgeschichte. Aber mir geht es um etwas anderes. Während überall in der Literatur von heute eine gewisse Müdigkeit und Uebersättigung auffällt, fand ich gerade bei diesen Dichtern etwas in unserer Zeit einfach einzig Dastehendes. Sowohl bei einem Besuch bei Franz Herwig als auch bei Leo Weißmantel, um von anderen zu schweigen, wurde mir in der persönlichen Berübrung des Gespräches klar: Hier sind Männer, die etwas in sich fühlen. Die etwas zu geben baben. Die sich gar nicht zu lassen wissen mit dem Reichtum ihrer Seele. Die von tiefsten Glauben durchdrungen sind, daß ihre Ideale das deutsche Volk wieder gesund und froh machen, daß sie es retten können. Gar nichts von Spenglerschem Pessimismus, gar nichts von blasierter Müdigkeit: Nein, nur Hoffnung, nur Kraft. nur Zukunft. Das ist auch der Ton, der in unseren Zeitschriften herrscht.„Hochland“. „Stimmen der Zeit",„Literarischer Handweiser", „Volkskunst“.— vom„Gral“ will ich nichts sagen, da ich ihn selbst berausgebe— sie alle bringen in jedem Heft Ermutigendes, Echtes und gerade auch auf literarischem Gebiet Hoffnungsvolles. Und gerade an meiner Stelle, in der Redaktion einer literarischen Zeitschrift, erfahre ich es immer wiedel noch jüngst bei Johannes Wesinrich, wieviel lkterartsche Zukunft in unsersem Glauben steckt. Wenn doch das katholische Volk und das deutsche überhaupt mehr begreifen wollte, was es an diesen Dichtern hat! Bleibt es nicht bedauerlich, wenn manche von den genannten in nichtkatholischen Kreisen mehr gelesen, eifriger gewürdigt werden als bei uns? Wie mancher gebildete Katholik weiß überhaupt nichts von unserer katholischen Literatur! Wie mancher zuckt mit der Achsel: Ein katholischer Dichter— kann das wohl interessant sein? Hat der wohl etwas zu sagen? Weiß ich das nicht schon alles im voraus?— Nein, es ist nicht so? Diese Männer haben etwas zu sagen, und sie sagen es in einer Form, die den Besten ihrer Zeitgenossen nicht nachsteht. Wir Katholiken haben viele Aufgaben. In der Politik, in der Wirtschaft, im Sozialen, im Schulwesen, ja auf allen Gebieten. Da ist eine Gefahr, daß wir Dinge vergessen, die gewiß nicht so drängend sind, wie das lägliche Brot, die aber, genauer betrachet, selbst mit dem täglichen Brot zusammenhängen. Schließlich kommen doch die Zustände immer auch von den Ideen, die darin verwirklicht sind. Vergleiche Rußland und den Marvismus. Daraus folgt wieder, daß man die Ideen ändern mus. wenn man die Zustände dauernd bessern will. Nun wohl: Wenn die Not unserer Tage, das nationale und das internationale Elend zum großen Teile daber kommen, daß man die Grundsätze und die großen Gedanken und Gefüdle des Christeniums vergessen oder verachtet hat, und wenn diese Verachtung durch eine leichtfinnige und schlechte Literatur wesentlich mitbestimmt wurde, so liegt doch die Forderung auf der Hand, daß wir alles daran setzen müssen, um den Ideen, die aufbauen und die uns mit der Ruhe und Ordnung auch Brot verschaffen, alle Unterslützung zu leiden. Ich tue es dadurch, daß ich die Werke unserer Dichter kenne. schätze, empfehle, und wenn ich kann, auch kaufe. Es mus Leben. wirkliches Leben sein in unseren Vorromäusvereinen. Zirkel können sich da bilden, von denen das Leben getragen wird und weiterwirkt. Der Unterhaltungsteil unserer Zeitungen soll gerade diese Dichter bevorzugen, sie zur Mitarbeit einladen und für die Verbreitung ihrer Werke sorgen. Wir haben schon die Dichter und Zeitschriften, aber das Publikum, das sich lebendig interessiert, das läßt noch zu wünschen übrig. Ein Zeichen, wie unsere besten Kövfe auch in frühe ren Tagen diese Aufgaben begriffen haben, sind die oft berrlichen Literaturreden, die auf unsern groben Katholibentagen gehalten wurden. Es ist warlich zu begrüßen, wenn die lokalen Veranstaltungen dieser Art auch ien kleineren Rahmen so wichtige Traditionen fortführen Im Augustheft der„Stimmen der Zeit" schreibt P. Overmans:„Heute seben wir führende Männer aller Richtungen auf den Straben nach Rom, die sie früher selbstbewußt oder ängstlich mieden: bei uns Hermann Bahr. in Italien Giovanni Pavini. in England Gilbert Keitb Cbesterzon in Holland Freverich van Eedem. in Frankreich eine ganze Schar.“ Einen Artikel über Papini hatte Arrigo Levasti im„Hochland“ geschlossen mit den Worten: „Die Triebkraft der Bewegung— die auch Papini zum Katholizismus geführt hatte— ist der Glaube und die Liebe; und es sieht aus, als ob der PositivisBochum. 8. Okt. orf. Der Pariser„Temps“ meldet aus Okt. zwischen ArbeiKopf. ge Zeit Düsseldorf, daß in der Nacht zum 8. Okt. zwischen. tern der Grube„Hannibal“ bei Bochum ein Streit ausgebrochen sei. in den auch einige Franzosen und deutsche Polizisten hineingezogen worden seien. Dabei seien zwei Deutsche und ein Franzose getötet worden. * Hagen. 9. Okt. Vorgestern abend machten zwei junge Burschen in der Kölnerstraße die Probe, wer am schnellsten den Laternenvfahl hinaufklettern könne. Einer kam hinauf. der andere nicht. Einem zuschauenden 71 Jahre alten Manne riesen sie zu, wenn er auch hinauf komme. zahlten sie ihm jeder zwei Millionen Mark. Fröhlich eing der Alte auf den Scherz ein und saß im Nu oben. Hierauf bekam er von jedem das versprochene Geld. Schmunzelnd erzählte er. daß er noch nic so leicht Geld verdient hätte. * Hamm. 7. Okt. Ein Schaffne linie geriet dieser Tage mit Fahrgö preises in Streit und wurde von einigen gegriffen. Er erhielt einige Schläge über den stürzte bewußtlos zusammen und starb einig darauf. " Lippstadt, 7 Okt. Die biesige Abteilung des „Phönix“(Westf. Union) hat wegen Mangels an Aufträgen ihrer gesamten Belegschaft(1600 Arbeitern) zum 17. Oktober gerundigt. Auf den Abteilungen in Hamm und Belecke ist dieselbe Maßnahme getroffen, während in Hörde schon vor 10 Tagen die Kündigung erfolgt war. Wenn auch die Maßnahme nur als eine„vorsorgliche", angesehen werden darf. so wird man doch mit einer Einschränkung des Betriebes zu rechnen haben.* Auch auf der hiesigen Metallindustrie ist den jugendlichen und unverheirateten Arbeitern gekündigt worden. * Dülmen. 9. Okt. Hier machte sich auf dem Marktplatze ein etwa 12jähriger Schuliunge an einem Auto. das abgekurbelt vor dem Ratbause stand. zu schaffen. zog an der Bremse. und schon setzte sich der Wagen langsam rückwärts in Bewegung. Als der Junge nun sah. was er angerichtet, versuchte er vergeblich, den Wagen in seinem Luufe anzuhalten, wurde aber von diesem durch die große Schausensterscheibe am Kaffee Wiesmann, welche die vorstebenden Teile der Rückseite des Wagens inzwischen total zertrümmert hatten. gedrückt und erlitt gewaltige Schnittwunden am ganzen Körver. so daß er schwerverletzt zum Krankenhause gebracht werden mußte. Der Wagen. welcher einem Herrn aus Borken gehörte, fand an der Mauer des Wiesmannschen Hauses den nötigen Widerstand und blieb stehen. Der angerichtete Sachschaden dürfte sich auf über 30 Milliarden belaufen. * Ostönnen. 9. Okt. Einer Frau aus der Umgegend wurde von einer Hamsterdame billiger goldselber Kognak mit prächtigem Etikett. drei Sternen und feiner soldiger Verkavselung zum Kaufe angeboten. Als Gegenleistung wurden zwei Zentner Kartoffaln verlangt und gegeben. Als der Herr Gemahl sätel den Inhalt der Flasche prüfte. konnte er mit dem Dichter ausrufen:„Heda. Wein her!“ es war Wasser, zwar schön gefärbtes. aber richtiges Wasser. #ulve, 9. Okt. Schon seit mehr als einem Jahrzehnt beschäftigen sich Ministerium. Kreise. Städte und Gemeinden mit einem Eisenbahnoroiekt von Rubr zur Lenne. um eine Entlastung der Lennebahn herbeizuführen. Es sind Projekte Iserlohn=Finnentrov. Neuenrade=Plettenherg und Balve=Allendorf=Finnentrov ausgearbeitet. Nachdem nun fast jährlich Bereisungen von Vertretern der in Betracht kommenden Kreise mit Vertretern des Ministeriums der projektierten Strecken stattgefunden haben. ist vor einigen Tagen die Straße Sanssouci=Rönkhausen von einer größeren Kommission aus dem Ministerium mit den Landräten von Arnsbera und Meschede und Stadt= und Gemeindevertretern der in Betracht kommenden Strecke bereist worden. Im Ministerium scheint man sich für diese Neubaustrecke stark zu interessieren: wann sie aber zur Ausführung kommt. kann natürlich bei den heutigen Verhältnissen nicht vorausgesagt werden. Wird die Linie ausgeführt, so hat sie nicht allein für die hiesige Gegend. sondern auch weiter darüber hinaus wegen der Abkürzung des Schienenweges zwischen der Ruhrtalbahn unnd der Lennestrecke in wirtschaftlicher Beziebung große Bedeutung. Das Projekt„Iserlohn=Finnentrov wird dann zurückgestellt werden müssen, dagegen hat der von den Kreisen und Städten Münster. Hamm. Arnsberg. Siegen und Neheim befürwortete Ausbau einer Strecke Hamm=Neheim=Sanssouci(Nord=Südbabn) immer noch Aussicht auf Verwirklichung. * Köln. 9. Okt. Eine junge Frau ist auf die Strabenbahn aufgestiegen mit einem langgestreckten Bündel im Arm. Obgleich man das Gesicht nicht siebt. läht die Form des Bündels auf ein Kindlein schließen. insbesondere, wo ein Wolltuch als äußere Hülle gewählt ist. Es ist selbstverständlich, daß die sonst fast erstorbene Höflichkeit allgemein lebendig wird. wo es sich um ein kleines Menschenleben handelt. Jeder macht geflissentlich Platz: man bietet die beste Ecke des Hinterflurs an. im Wagen erheben sich nicht weniger als drei Herren fast zu gleicher Zeit. Doch die junge Frau verzichtet.„Ich blieve levver b!“—„Das Kind kann Schaden leiden!“—„Datei teße Firkelchen!“— * Ran der Oberabe. 9. Okt. Die Trauben sind je noch sehr weit zurück, aber mit der Reise des Holzes hält die Reise der Trauben gleichen Schritt. Mit jedem Tage gewahrt man ganz nette Fortschritte im Färben. Wan braucht also die Hoffnung noch nicht aufzugebzumal der Behang durchweg sehr schwach und die Re desto leichter möglich ist. 1921er gibts allerdings nie mi. Trier, 9. derbündler Die um Sm wieder eine Routich Wr Voefer Vietr9 ). Okt.(Televe.] In Triel rische Spiel mit dem Feu its wollen am kommenden oße Versammlung abhalten Richtlinien für eine Steuerreform. * Bieleseld 9. Okt. Die Bielefelder Handelskammer dat sich mit der Steuerreform befaßt und Richtlinien hierfür ausoestellt. in denen es u. a Das jetzige Steuersost behörden wie aue die Dauer unertr unübersichtlich. Peranlagung und Beitreibung und untergräbt Steuermoral. In Zeiten schwerer wirtschaftlicher und politischer Not ist es gerechtfertigt, zu primitiven. verhältnismäbig rohen Steuern zurückzugreifen., wenn damit den Bedürfnissen des Staates und der Allgemeinbeit gedient ist. Die Handelskammer zu Bielefeld ist der Unsicht, dab eine erweiterte Umlatzsteuer zur seit am besten geetanet ist, den Bedürfnissen des Staates und der Allgemeinheit Rechnung zu tragen soern durch sie wenig ergiebige und volkswirtschaftlich zliche Steuern ersetzt werden. Die Umsatzsteuer ist am testen zu berechne Veranlagungs= und kswirtschaf Trier soll das soneuer weitergeh am commenden Sonntag hier Versammlung abhalten. volkswirtschaftl ungstechnisch mö Zweck voll zu erfüllen. setzt werden. Die Umsatzsteuer ist am ien, erfordert ein gexinges Maß von Einziebungskosten, sie ist gerecht, tlich richtig und verwalWortes vol ganz erbeb! —richtig und glich. Sie muß. um ihren ausnahmslos jeden Umsatz in des edeutung erfassen und wird dann trotz eigerter Ergiebigkeit voraussichtlich zu a der bei der jetzigen Umsatzsteuer vorbe führen. Die Gesamtheit aller Um höchste Ziffer in der Wirtschaft dar. Die Umsatz zu legende prozentuale Steuersumme brauche also verhältnismäßig nur gering zu sein, um den größten Ertrag zu liefern. Jede Staffelung würde die Steuern komplizieren und unproduktive Arbeit erfordern. Eine einzige Steuerziffer für alle Umsätze entsoringt daber am besten dem Grundsatze der Spaxsamkeit und Ergiebigkeit. Lediglich bei höbe steuer berechtsellial. Die Volldwir! dadurch gewinnen, daß sowohl in den Finanzbehörden in der Wirtschaft ein gewaltiges Heer von Arbeitskräften für produktive Arbeit frei wird, wenn Berechnung und Einziehung der Steuern auf. die einfachf gebracht werden. iste Formel 8 Köln. 9. Okt.(Telear.) In dreitägiger Sitzung wurde vor dem Schwurgericht gegen die Frau Franzieka Wagemann und deren Liebhaber Josevh Schneider verhandelt. Beide hatten gemeinsam dem kranken Ehenn mit Arsenik vergiftete Sveisen verabreicht. Der ann war am 16. 4. gestorben. Die Leichenöffnung Arsenikvergiftung. Die Frau wurde des Mordes. tebhaber der vorsätlichen Tötung für schuldig erklärt e wurde zum Tode und der Liebhaber zu 12 Jahren uchtbaus verurteilt. Vermischtes. Berlin. 9. Okt.(Telegr.) Zu einem Gerücht Bombenanschlag auf das bi u einem Gerücht von Tombenanschlag auf das hiesige Börsengebäude wird mitgeteilt, daß am 2 Oktober ine Reinmachefrau am Eingang zur Börse ein Paket fand, daß eine Konservendose und ein Hütchen mit Schwarzpulver enthielt. Das Schwarzpulver hätte niemals eine Explosion der Büchse verursachen können. Wahr scheinlich i das Ganze nur ein grober Unsug. einem geplanten Bör — Lei Zwenka eines L —.Das lei Kind. da —ADETET Man lacht und agt vorsichtig nach dem Preis. um das Erstaunen zu verbergen.„Dreihundert Millionen!“ Der dickere der drei höflichen Herren soringt erneut von seinem Platz: „Jitz grad! Och en Sau muß bück hoffeet wäde!" erich. 7 Okt. Während des vorübergebenden r Devisen setzte eine derartige Massenwannach der delländischen Preuze#n * Emmerich. Sturzes der derung nach der holländische daß man geradezu von einem Rekord sorder Straße nach Heerenberg war ein enschen. die dort Mehl. Brot. Reis. irnger Mißbrauch getrieben. geschlossen werden mußte. folgte erhebliche Steigerung des billige Einkauf nunmehr von sel * Vom Niederrhein. 9. Okt. Der ldhühnertagd trägt mit dazu bei. surch die ulden verb tete Anfang der und da wied. Friedenszeit beranzure! ber fast niro nimmt von zirken am in Tätsskeit getreten und raubt so seinen Hei schaft pollem Zuge ume Eichelmast noch Bucheckernernte in größerer handen sind, werden sie im Spätderst versch ie Hauptstrecke an Niederwild liefern Sie werden einen mitt! war. de ber an den Besatz Im Septe Hennen das Wohngebiet. die Rube in der Landund das Aesungsgebiet. Witde Tauben sind in Zuge und werden häufiger geschossen. Da weder ichecke n Rle Ni .. Sie werden einen mittlere.... Jand liefern. Auch die Haseniugend bat unter dem nassen und kühlen Wetter im Mai und Juni zu leiden gebabt Die wilden Kaninchen, die einige Jahre unter einer Seuche zu leiden hatten, erholen sich allenthalben. Schon werden sie in den Gärten wieder lästig. Von Rebwild sind nur klägliche Reste gmttet werden asen einzig. 9. Okt.(Telegr.) Auf der Landstraße hinter u bei Leipeig wurde in der letzten Nacht das Auto einziger Fabrikbesitzers von etwa zehn bewaffneten jungen Burschen angehalten und am Weiterfahren verbindert. Als der Führer das Auto weiterfahren wollte, wurden dreischüsse auf das Auto abgegeben. Die Insassen wurden unter Bedrobung mit der Pistole zum Aussteigen gezwungen. Es wurde ibnen erklärt, daß das Auto zwecks Durchsuchung nach Waffen angehalten worden set. Die jungen Leute behaupteten. sie seien zur Unterstützung der Polizei da und hätten eine Kontroll= station eingerichtet. Nach vorgenommener Durchsuchung wurde die Weiterfahrt freigegeben. Unkenbach. 9. Okt. Ein Millionenregen von geklügelten dickleibigen Ameisen ist in diesen Tagen über den im Pfälzischen grlegenen Ort Unkenbach niedergegangen. Der Wanderzug dieser Tier digkeit in dem Dorfe zur Erde niederließen ereilte sie aber die Nemesis in Gestalt der Dorfhühner. sie teilg mit oder vom Is mit gestreckten H Erdboden auflasen en Hälsen aus der Luft aufvickten Ein sterbendes Land. ::: Wie von deutschen Siedlern aus Afrika geschrieben wird, ist, wenn nicht bald eine Aenderung in der Politik der englischen Verwaltung einsetzt; das ehemalige Deutsch=Südwestafrika dank der englischen Mitwirtschaft dem Untergange geweiht. Die imi Aufblühen begriffene junge deutsche Kolonie ist seit ders englischen Besitznahme von Jahr zu Jahr kulturell mebß heruntergekommen. Beschleunigt haben dieses langsame Hinsterben die Naturereignisse des letzten Jahres, zu deten Bekämpfung von englischer Seite aus rein gar nichts geschehen ist. Das Jahr 1921/22 war ein außerordentlich schlechtes Regenjahr; als nun im Dezember 1922, Januar und Februar 1923 immer noch kein Regen kam, fielen die Rinder wie die Fliegen. Dans ganze Land war kahl wie eine Tischolatte! Eine deutsche Verwaltung hätte sicher Mittel und Wege gefunden, um der Not zu steuern. Was tat dagegen die engkische? Sie bot den Farmern gegen hohe, fast unbezahlbare Pacht unerschlossenes Oedland, auf dem sich kein Tropfen Wasser befand, zur Viehan. Vielleicht dachte sie, daß die Farmer auf Weise odne jegliche Vergütung auf rohem Regie. land Brunnen schaffen würden. Dann kam der 1I Tagelang ohne Unterbrechung! Die Flüsse rten und brausten, und das ausgemergelte Vieh legte sich kraftlos hin und starb in den ungeheuren Regenfluten. Ganze Orte und Farmen rißz das Wildwasser fort. Die Besitzer stehen heute tatsächlich vor dem leeren Nichts. Dazu ist dann noch das Land von einer entsetzlichen Heuschreckenplage heimgesucht worden. Man hat Schwärme beobachtet von mindestens 100 Kilometer Breite und unabsehbarer Länge. Wie Gewitterwolken zogen sie über das Land, fielen auf alles Grüne und ließen nur kahle Felder zurück. Die so sehr gefürchtete Trockenheit des kommenden Winters steht vor der Tür. Futtermittel sind nicht vorhanden, das Land ist ein Wüstenei. Aber die vielgepriesene englische Kolonialverwaltung ruort keinen Finger. um den# deutschen Ansiedlern zu helfen. Verhütautsvolles Fischsterben in der Moldau. 1 Wie aus Pras gemeldet wird, führt die Moldau in ver letzten Zeit Tausende von Fischleichen stromabu schues! oldau du ——— den Fischstand zu beden.— Brut auf lange Jahre erfolalos geworden. Nebbock. ischereivereine, ernichtung der Statt besonderer Anzeige. Oestern entschlief sanft und gottergeben, nach längerem, mit größter Geduld ertragenem Leiden, mein bis zur letzten Stunde treusorgender, lieber Mann, mein guter Vater, Schwiegervater, Großvater und Onkel Herr Isaak Neuwald wenige Tage vor seinem 80. Geburtstag, nach vierzigjähriger Tätigkeit als Taxator des hiesigen Leihamtes. Frau Lina Neuwald Leopold Neuwals Gelsenkirchen, Iniz de Fora(Brasilien), Essen, Steele, Duisburg, Berlin, Norden, 10. Oktober 1923. Die Beerdigung findet statt am Preitag, den 12. Oktober 1923, nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause, Marktstraße 5, aus. „„„* Von Beileidsbesuchen wird gebeten abzusehen. 26109 Statt Karten. Luckwig ten Fompel Imtagerichtsrat Glisabeth ten Hompel geb. Spiekermann Vermählte. 25017 Jaus Hamm bei Buer, den 10. Oktober 1923. Gruppe: Verein der Haushaltwaren-Geschälte. Hilfe u.Rat Wohrungeangelegerheit. Steuereachen, Strafeschen( Gnaden) gesuche, Strasausschub, Zivilprosesse-, Scheidunge- u. Unterhaltssachen und alle anderen Rechtsangelegenheiten bearbeitcl suverldseig und verzchiniagen Fr. Toczkowski, ehemol. langjähriger Bureauvorsteher hiesig. Rechtsanwälle Gelsenkirchen, Dessauerstr. 2. Am 7. d. Mts. ist nach längerer Krankheit unser liebes Mitglied Herr Louis Grünhaus stellt ein 35114 Guntermann. Lützowstraße 10. — Detektiv-Tentrale* Auskunftei Jochstr. 47, 2. Gt. Gelsenkirchen Fernruf Nr. 4061 Leiter: Josef Brune. Prival-Detektiv. Grstklassiges Bureau für alle Ermittlungen, Beobachtungen, Sinziehen von Geldforderungen. Spezialität: Kriminalsachen, Ghesachen, Reisebegleitungen. Besorgungen von sämtlichen Vertrauensangelegenheiten. Sigener Kurierdienst vom besetzten ins unbesetzte Gebiet. Detektivscnurz— Werksüberwachungen. d. geschultes Fersonal. Durchaus gewissenhaft und verschwiegen. 25097 verschieden. Der Verstorbene war uns ein sehr geschätzter Kollege und ein langjähriges Mitglied unseres Vereins, dem wir ein ehrendes Andenken bewahren wollen. An der Beerdigung, die am Mittwoch, den 10. d. Mts. vom Sterbehause von der Reckestr. 7, aus stattfindet, bitten wir möglichst vollzählig zu erscheinen. Ueckend. Fisch- u. Obsthalle. Bochumerstraße 100. sucht für sofort ein 25089 Der Vorstand. Bürordume In ir venlos. Haush. Spätere Heirat angenehm. Schriftl. Anerb. u. Nr. 25118 u. d. Gesch. Gott dem Allmächtigen hat es in seinem unerforschlichen Ratschlusse gefallen, Montag nachmittag 1½ Uhr, unsere innigstgeliebte, herzensgute Mutter, meine gute Tochter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante, die wohlachtbare Hebammen-Schwester 25100 Pra Wve. Anna Gberste geb. Kronshage im Alter von 51 Jahren, nach monatelanger, schwerer Krankheit, gestärkt durch den öfteren Empfang der heiligen Sterbesakramente der röm.-kath. Kirche, zu sich in ein besseres Jenseits zu nehmen. In tiefem Schmerz Die trauernden Kinder. Gelsenkirchen, Borken, Lüneburg, Bielefeld, Essen, Gladbeck, Amerika, den 9. Oktober 1923. Die Beerdigung findet Freitag morgen nTra 7¼ Uhr vomTrauerhause, Bismarckstr. 250, aus statt. Besondere Anzeigen ergehen nicht. Kommt Ihr einst zu meinem Orabe. Stört mich nicht ia meiner Ruh. Denkt, was ich gelitten habe. Eh' ich schloß die Augen zu. Gott, dem Allmächtigen hat es gesallen. Sonntag, den 7. Oktober, morgens 5 Uhr. nach langem, mit Geduld ertragenem Leiden. unsern lieben Sohn, Bruder, Schwager, Onkel und Vetter, den Emil Willam Im blühenden Alter von 25 Jahren zu sich in den Himmel zu nehmen. Dieses zeigen tiefbetrübt an mit der Bitte um stille Teilnahme: Familie Wilh. Willam Familie Fritz Willam PFamilie Seida. Gelsenkirchen, den 9. Oktober 1923. Die Beerdigung findet am Mittwoch 2½ Uhr: vom Trauerhause. Overhofstraße 8, aus stattHausandacht ½ Stunde vorher.. 23070 Frotz der mycheuren Preissteigerung vertauten wir. Ferügellerrenanzüge, Sport Paletats Schilinzas-—- Illeian Greieis, Schlupfer und Oistel infolge günstiger Abschlüsse Wohnhaus mit einem Morzen Gartenland und Stallung in guter Lage. gegen ein Geschäfts-! Suche für haus in Geisenkirch. Laboratorium zu tauschen gesucht. Wohnung soll auch getauscht werden. Schriftl. Anerb. u. Oel partenre oder 1. Etage, evtl. für Büro geeignetes Ladenlokal für sofort oder später gegen hohe Miete, evtl. auch Abstandssumme zu mieten ges Auch kommt geeignetes Haus als Kauf in Betracht. Schriftliche Angebote unter Nr 25092 an die Geschäftsst. dieser Zeitung. Für sofert ein prop. Mädchen für alle Hausarbeiten. zeit welse zur Bedienung der Gaste. gesucht gegen hoh. Lohn. 89990 Blerstall straße 6. Stadthalle Gelsenkirchen I. Gastspiel der vereinigten Stadttheater Wanne-Herne. Donnerstag, den 11. Okt. 23., abends 7.30 Uhr: Kabale und Liebe Frtrrre #] Vom 11. Oktober 1923 ab gelten folgende Lohnstufen. Wattenscheld. Hazen- Grundlöhne und Beiträge: Sauberes, zuverl. Mädchen, Hausarbeit verHaushalt für Ende mein Nr. 28122 a. d. Oesch. zahntechnisches 2 086 Suche Zahnarzt Dr. Rinschede Kaiserstraße 58. gesucht. Hauskleid. u. Schürzen werden gestellt. Fahrtunkost. ersetzt. Vorstellung vormittags. 28012 Frau Direkt. Rothe. Karnap. Goethestr. 2. Haltestelle Rathaus Karnap. Wirtschaft mit Wohnung gegen Wohnungstausch zu miet. Schriftl. Anerb. Nr. 24890 an die Oeschäftsstelle. Sauberes, Alteres Großbankfiliale Mädchen Suche solort oder zum 1. Januar ein bestehendes sucht zum sofortigen Eintritt kaufmännisch vorgebildete liebst. Kolonlalwaren mit Wohnung Wohnungstausch zu übernehmen. Schriftl. Anerb. u. Nr. 24891 a. d. Gesch. Beamte für die Buchhaltung gegen hohen Lohn gesucht. 25091 König Wilhelmst. 84. Bäckerei. Angebote unter T. R. 2167 an die Annoncen-Expedition B. Dickmans Geisenkirchen. 299011 Aclteren 25088 Mädchen, In allen Hausarheiten erfahren, erhält gute Stellung. . R o t t h a u s e n. K a r l Meyerstraße 31. Wohnun tausch Schöne durcheinandergeh. 3-Zimmerwohnung In Schalke gegen gleiche in der Altstadt zu tauschen. mösl, 1. of. 2. Eig., Suche solort ein ordentliches 25113 Ein Im Kochen und allen Hausarbeiten erfahrenes tüchtiges Mädchen mit Stall. 28074 Geschältsst. Näh. I. d. Große 29073 zur Stütze der Hausfrau zum baldigen Eintritt gesucht. Schriftl. Anerb. unter Nr. 25065 an die Geschäftsstelle d. Ztg. für alle Hauarbeit geg. zeitgem. wöch. Lohnzahlung. Frau Joh. Gerlach. Schalkerstr. 132. Ordentliches 2-Um-Wohnung zu tauschen gesucht. Otto Masannek. Ueckt Gelsenk.-Ueckendort. Wattenschelderst. 192 Tausche Mädchen meine 3-Zimmerwohnung in der Neustadt gegen gleiche oder 2-Zimmerwohnung In Bulmke oder StadtMitte. 25078 Näh. Hällerstr. 12. Tausche meine große 2.2.wohnung mit Gas u. Elektrisch geg. eine kleinere 3-Zimmerwohnung. 25069 Aug. Pirie. Hüttenstraße 29. 1. Ein. für halbe Tage gesucht. 25083 Wannerstraße 23. 2. Etage rechts. Die zur Umstufung der Mitglieder erforderlichen Lohnangaben haben die Arbeitgeber innerhalb 8 Tagen der Kasse einzureichen. andernfalls wird angenommen, daß die höckste Lohnstufe in Frage kommt. Gemäß Artikel V der Verordnung des Herrn Reichs. arbeitsministers vom 27. September 1923 hat det Kassenvorstand bestimmt, daß die Arbeitgeber von jetzt an. nicht erst an dem in der Kassensatzung festgesetzten Zahltage. sondern schon am Tage der jedesmaligen Lohnzahlung die Beiträge bei der Krankenkasse einzuzahlen haben. Bei verspäteter Einzahlung werden die Beiträge um den Betrag erhöht. der dem Verhältnis der Reichsinderiffer am Fälligkeitstage, zu der Reichsinderziffer am Tage zinler am Falligreitstage...— der Einzahlung entspricht. Diese Werterhöhung tritt auch ein. wenn keine Mahnung erfolgt ist... 25894 Gelsenkirchen, den 10. Oktober 1923. Der Kassenvorstand: H. Vonderhagen. Ordentliches Mädchen gegen hohen Lohn sofort gesucht. Mühlenstr. 1. 1. Et. rechts. Kräfti 25104 chen Waschfür unsere küche gesucht. Knaposchaftskrankenhaus. Anst. lung. Mann sucht sofort eintach möbl. Zimmer Näbe nlt Beleucht. Hobölen. Schriftl. Auerb. u. Nr. 2510 Aa. 4. Gesch. legen-HermLeber-, Nieren-, Lungenleiden. Fiechte, Krätze, Entzündungen. ollene Beine. Hämorrholden. Nervenleid. usw. Orößte Erfolgenachweisbar. selbst in verzweilelten Fällen. Homöopathle. Naturheilverfahren, Elektrizität und Höhensonne. A Namba Gelsenkirchen. Hofstr. 2 Demae, am Alten Markt. Sprechz.: 9½-I. 4-7. Sonntans 10-12 Uhr. Ine bei angetellte Dame 25098 möbl. Eimmer Unterricht in Deutsch, Mathematik, Englisch, Französisch. lere Einjäbrigen- Kurse. Unterricht morgens, mittags und abends Besonders günstig für berutlich lätige. E. Hartmann, Glückaufstr. 28, II. Ein bürgerliches Trauerspiel in S Autzügen und 8 Bildern von Friedrich von Schiller. Spielleilung Emil Marx. Karten Im Vorverkauf an der Sammelkasse der Pirma Alsberz. Bahnhofstraße, und in der Buchhandlung von Huer, am Neumarkt. Erölinung der Abendkasse 6 Uhr. Heute 25087 Bierpreise ier Orugge Lrporbier Nalbiere Oruppe Cruppe 87.5 1 3 9. 0 II 41,5 46,0 49.2 In 51•0 52,0 I 80.0 III 59,0 Tanzschule Fischbach Tel. 1533. Gr. Parketts. Kampstr. 35. Neue Kurse beginnen: Für Anfänger Donnerstaz. den 11. Okt., abends 8 Uhr. 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