9 „„„„„„„„„„ Gelsenkirchener Zeitung durch Boten zugestellt oder durch die Post bezogen 12 500 000 Mt. freibleibend. Einzel=Nummer 700 001) Mk.— Erscheint täglich, außer an Conn= und Festtagen. Gratis=Bellagen: „Gelsenklechener Sonntags=Zeitung“,„Am Herdfeuer“ und„Sport=Extrablatt“. Telegramm=Adresse: Gelsenkirchener Zeitung.— Postscheck=Konto Essen Nr. 181 46. Geschäftostelle: Gelsenkirchen, Ahstraße 87, geössnet von morgens 8—1 Uhr, 2—6 Uhr abends. Fernsprech=Anschluß: Amt Geisenkirchen Nr. 124 und 125. Verlaa und Rotationsdruck von Chr. Münstermann in Geisenkirchen. Anzeigenpreis für 1 mm Raumhöhe(27 mm breit) 400000 Mk., im Ortsverkehr 300000 Mr kleine Anzeigen nicht geschäftlicher Art 200.000 wir. Reklamen 1 mm Raumhöhe(30 inm breit) 1 000 000 Mk. Sämtliche Preise sind freibleibend. Für Aufnahmen an bestimmten Tagen und Plätzen, sowie für Aufträge mittels Fernsprecher wird keine Gewähr und für Drucksehler keine Haftung übernommen. Im Falle von höherer Gewalt, Streik, Aussperrung, Betriebsstbrung, Erscheinungsverbot hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung der Zeitung oder auf Rück zahlung des Bezugspreises. Erwalger Ravatt gilt als Kassarsdatt und kann verweigert werden, wenn Zahlung nich binnen acht Tagen nach Erhalt der Rochnung evfolgt: Nr. 211(Erstes Blatt) Donnerstag, den 20. September 1923 59. Jahrgang. Die Zusammenkunft Baldwin=Poincare. Ankunft Baldwins. 6 Parie, 19. Sept.(Telear.) Baldwin ist gestern abend in Paris angekommen und aus dem Bahnhof im Namen der Regierung oifiziell begrüßt worden. § Pario, 19. Sept.(Telear.) Nach einer Meldung der„Cbicago Tribune“ werden an der heutigen Besprechung Poincares mit Baldwin voraussichtlich Sir William Tyrell und französischerseits Bartbou sowie der juristische Sachverständige Laroche teilnehmen. mi London, 19. Sept.(Telear.) In unterrichteten Kreisen wird bestätigt, daß die Zusammenkunft zwischen Baldwin und Poincare aus die Einladung Poincares zurückzujühren sot. Die Unterredungen sollen streng geheim gehalten werden. Man nimmt jedoch an, daß die deutschen Vorschläge dabe einer Prüsung unterzogen werden. Das Ziel der Aussprache. mi Pario, 19. Sept.(Telegr.) Die für heute angesetzte volitische Aussprache zwischen Baldwin und Poincare dürfte tatsächlich eine größere Bedeutung haben, als bisher angenommen werden konnte, wenn es den Tatsachen entspricht, daß gestern Lord Willlam Tyrell, Unterstaatosekretär des enalischen auswärtigen Amtes, in Paris angekommen ist Dieser Divlomat, der an fast allen Verhandlungen, die sich auf die Entschädigungsfrage beziehen, in den letzten Jahren teilgenommen hat, dürste gekommen sein, um Baldwin die Ansichten Lord Curzono kund zu geben. In den letzten Tagen konnte man in englischen Kreisen in Paris hören, daß eine allgemeine volittsche Aussprache erfolgen werde, die vielleicht dazu führen könnte, Grundlagen für eine vertrauenerweckende Zusammenarbeit zwischen Frankreich und England bei der Regclung des deutschen Probsems zu schaffen. Diese Hafsnung hat man offenbar am Quai d'Orsay. Dafür liefert den Beweis ein sehr runig gehaltener Leitartikel des„Matin“, der vielleicht als beeinfluht bezeichnet werden kann. Das Blatt schreibt, es sei kein Geheinmis, daß in den letzten Monaten Baldwin mehr den Meinungen Curzons und Lord Robert Cecils habe die Schraube anlegen müssen, da der erstere aus veralteter divlomatischer Tradition, der letztere alanatischer Anhänger des Völkerbundes England auf Wege leiten wollte, auf denen es ihm unmöglich gewesen wäre, mit Frautreich zusummenzugehen. Senz#0 d.„pagi“ schreibt, es liege nicht in der Absicht der beiden Staatomänner, sich an einer Aufgabe z versuchen, die die augenblicklichen Möglichkeiten überschreite, aber heute nicht durchführbar sein könnten. In Zeit würden vollendete Tatsachen die französischbelgische Politik vom 1. Januar rechtsertigen. Im heuzigen Eurova und auch noch vor einigen Jahren habe die freie Land, nützlich seine Politik auf dem Festlande ohne eine enge Zusammenarbeit mit Frankreich zur Geltung zu bringen. Der amtliche Bericht. us Paris, 19. Sept.(Telegr.) Nach Schluß der Unterredung Baldwins mit Poincare um 3.45 Uhr nachmittags wurde durch die englische Botschaft folgender Bericht der Presse mitgeteilt: wrachenfee Saaenggnig den beiden Minister. präsidenten Frankreichs und Englands sanden heute rachmittag statt. In ihrem Verlause nahmen die beiden Minister einen Meiaungsaustausch über die allgemeine politische Lage vor. Es ist nicht damit zu rechnen, daß im Lause dieser einzigen Beiprechung Poineares und Baldwins iegendwie eine desinitive Lösung zu Tag: getreten ist, aber die beiden Minister weren so glücklich, vollständige Uebereinkimmune ihrer Ansichten festzustellen und die Feststellung zu machen, daß in keiner Frage irgend eine Verschiedenheit der beiden hinsichtlich ihrer Absichten und dsätze berescht, welche das Zusammenarbeiten der beiden Länder zur Festigung des Weltfriedens bebindern könnte.“ Keine Einzelheiten. ss Pacis, 19. Sept.(Telear.) Poincare weigerte sich heute abend Journalisten gegenüber, irgend welche Mitteilungen über die Aussprache mit Baldwin zu machen, die über den Inhalt des Kommuniquees hiaausgeht mit dem Bemerken, daß er ebenso wie Baldwin sich verpflichtet habe, nichts über ihre Besprechungen verlauten zu lassen. Befriedigung in Paris. Wiederherstellung der feeundschaftlichen Beziehungen. d# Parie, 19. Sept.(Telege.) Am Qual d'Orsay konnte man heute abend noch keine näheren Mitteilungen über den Inhalt der Unterrebung zwischen Baldwin und Poincare erhalten. Aber man verhehlt nicht die große Besriedigung über den Verlauf der Besprechung. Man weist darauf hin, daß diese Aussprache die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern wie sie zur Zeit der Entente chrdial bestanden, wiederbergestellt hat. Der beste Beweis liege in der Tatsache, daß die englische Botschaft den Beschluß gesaßzt habe, einen Bericht über diese Besprechung herauszugeben, trotzdem piese in keiner Weise den Charakter einer volitischen Konserenz, sondern nur vrivaten Charakter getragen habe. Baldwin bei Millerand. □ Paris, 19. Sept.(Telear.) Die Unterredung Poincare—Baldwin in der englischen Botschaft war um 4 Uhr beendet. Potncare kehrte sofort nach dem Quai d'Or= say zurück, wahrend Baldwin in Begleitung des englischen Botschafters nach Ramboutllet fuhr, wo er um 5 schafter erschienen und hätten im Auftrage ihrer Reate. rungen Verstcllungen erhoben in Bezug auf die Haltung Frankreiche gegenüber der neuen Reichsregierung, vornehmlich in der Nuhrfrage. Es sei Poincate vorgehalten worden, daß die deutsche Reaierung mit dem Reichstage und ferner mit der össentlichen Meinung in Deutschland rechnen musse und daß man hirsichtlich des Ruhrkampses an die deutsche Regierung keine Forderungen stellen dürse, die sie selbst bei bestem Willen nicht erfüllen konnte, ohne mit der Asentlichen Meinung und dem Reichstage in Neuflikt zu geraten. Der französtsche Ministervräsident sei gebeten worden, dem Rabinett Stresemann gegenüber eine versöhnlichere und entgegenkommendere Haltung anzunehmen, um die Beendi. gung des Ruhrtoufliktes in eine für Deutschland trasdate Form zu ermöglichen. Die Blätter führen das in den beiden letzten Reden Poincares zum Ausbruck gekommene Mitztrauen gegenüber dem Vernständigungswillen Deutschlands auf diesen gemeinsamen englisch=belatschen Schritt zurück, denn Poincare habe wahrscheinlich vermutet, daß London und Brüssel von Deutschland zu diesen Vorstellungen veran. laßt worden seien. In Wahrheit hat aber, wie die Blutter feststellen, die deutsche Regierung die englisch=belgische Demarche nicht nur nicht veranlaht, sondern auch von ihr auch noch mehrere Tage, nachdem sie bereits erfolgt war, nicht einmal Kenntnie gehabt. D Paris, 19. Sept.(Telezr.) Nach dem„Echo de Uhr vom Präsidenten Millerand empfangen wurde. Paris“ wird Poincare am nächsten Sonntag die ErDer englische Premierminister reist voraussichtlich erst tlärung, die er in dieser Woche in der Revarationsfrage abgegeben hat, in gewissen Punkten vervollständigen. Der englische Premierminister morgen nach London ab. Zum„Cemps“=Artikel über die Stresemann=Politik. na Berlin, 19. Sept. 1923.(Telegr.) Der„Temps“ beschäftigt sich in einem längeren Leitartikel mit der Politik des Reichskanzlers Stresemann. Wir haben den Inhalt dieses Artikels gestern schon mitgeteilt. Es ist unmöglich, an dieser Ausiassungen achtlos vorüberzugehen, zumal es scheint, als ob hinter den Worten des„Temos“ Kreise stehen, die wohl wert sind, beachtet zu werden, und zum andern, weil der Juhalt Lessen, was der„Temps“ zu sagen weiß, gewertet werden muß. Im Anschluß an einen Artikel der volksvarteilichen „Zett“ wird dem Reichskanzler der Vorwurs gemächt, er versuche, die Engländer gegen die Franzosen auszuhetzen, ebenso wie Dr. Stresemann dunach strebe, Iralien und Belgien gegen Frankreich auszuspielen. Ganz abgesehen davon, daß eie Ausführungen der„Zeit", auf die sich der„Temps“ beziehl, eine innerpolitische Polemit gegen die Deutschnationalen Und. mun betont werden, daß sie keinerlei autzenvolitische Richtlinien ausstellen. Der„Temps“ wird doch nicht etwa meinen wollen, die Fühlungnahme Stresemanns mit dem beigischen Gesandten und den englischer volittschen Kreisen entspreche der Absicht, die dem deutschen Reichskanzler unterschoben Eird. Es ist das Bestreben der deutschen Politir, zu einer allgemeinen Verständigung zu kommen unter den Völkern, die sich einstmals feindlich gegenüberstonden. Wenn nun der„Temps“ meint, sogar so weit gehen zu müssen, daß er an die Adresse Englands eine Warnung richtet, Deutschland keine Illusionen zu machen, weil sonst die Konsequenzen leicht dramatische Form annehmen könnten, dann liegt keine Veranlassung vor, den deutschen Reichskanzler für eine solche Handlung Frankreichs verantwortlich zu machen. Wir müssen unserseits annehmen, daß das Verhältnis der einzelnen Vertreter der Entente unter einander uns davor schützt, in Mißkredit zu kommen, wenn die deutsche Rezierung wichtige Schritte der Gesamtheit der Entente zur Kenntnis gibt. Der„Temps“ verweist weiter auf einen Aussatz der „Köln. Volkszta.“, der vom Vorsitzenden des Deutschen Gewerkschaftsbundes in Esser. stammt. Dieser Aufsatz behandelt die Voraussetzungen auf Grund deren an die Aushebung des vassiven Widerstandes gedacht werden kann. Der„Temps“ sieht darin Forderungen, die auf eine belgisch=französische Kapitulation hinauslaufen. Wir erinnern uns daß in dem Aussatz die Rede davon war. die Rückkehr der Ausgewiesenen mit ihren Familien und die Freilassung der Gesangenen müsse garantiert werden, ferner müsse das staatliche Einheitsrecht der Länder gewagtt bleiben und es dürfe kein einseitiges Diktat zustande kommen. Wir können unserscits nicht einseben. daß solche Forderung gleschhusetzen sei mit einer franzosisch=belgischen Kavitulation. Es ist eine Uebertreibung, deren sith der„Temps“ hier schuldig macht. 4 Paris, 19. Sept.(Telegr.) Die„Insormation“ chreibt zur Lage in Deutschland: Man höre, daß die deutschen Inpustriellen angesichts der Arbeitslosigleit und des sozialen Versalles, die ihnen vor Augen tehen, die Notwendigkeit begritsen bätten, zu einer Einisung mit Frankresch zu kommen. Es seien Unterhandlungen im Gauge. aus denen ein prattisches Statut im Einklang mit dem Versalller Vertrog hervorgehn könne, dessen Ankürdigung in der Welt Erleichterung verirrsachen nürde. Jeder der gesunden Menschenverstand habe, wurde diesen Bemuhlugen um eine Lösuna Erfola wunschen. England würde es schlecht anstehen, wenn es ihnen die Zustimmung versagen wollte. abet welche Uebel könnten nicht aus der Verlängerung des franzosisch=deutschen Streiter erwachsen? Die Joziale Auflosung in Deutschland werde sich vielleich auch auf andere Völter ausdehnen und dan .„„„„ ans dann an weiche militärische Diktatoren zeitigen. Ven schlage einer derartigen Entwickelung am En Frankreich selbst befurchtet der Verfasser auch irgenddem Rückind und das Schlimmste. Um die Reparationsfrage. Belgiens Standpunkt zur Ruhr und Reparationsfrage. □ Paris, 19. September 1923.(Telegr.) Der Brüsseler Berichterstatter des„Echo de Paris“ glaubt auf Grund von Unterredungen mit mehreren sehr gut unterrichteten Politikern die leitenden Gedanken der Brüsseler Regierung in der Nuhr= und Nevarationsfrage folgendermaßen zusammenfassen zu können: 1. Die Revarationsfrage müsse nach der wietschaltlichen Seite entlastet werden, ohne daß der volitischen Seite übertriebene Bedeutung beigelegt werde. Die Lösung, der man zuneige, setze voraus, daß Deutschland sich bereit finde, für Rechnung seiner Gl#n##ser zu arbeiten. Die Gewalt sei unzunglich, wenn man Arbeit von Seiten des Gegnerelange. Die Stunde des entscheidenden Gieges werde erst schlagen, wenn es den Besatzungomächten gelungen sei, in Deutschland den Wunsch zu erweken, freiwillig seine Vervflichtungen zu erfüllen. Diesen Wunsch zu bekunden, ei Sache Stresemanns bei den Verhandlungen, die er seit einiger Zeit anzuknüpsen bemüht sei. 2. Wann würden diese Perhandlungen beginnen? Nicht bevor der valside Widersand Deutschlando beendet sel. In dieser Hinsicht sei kein Ausweichen möglich. Deutschland mösse den Ansang damit machen, dad es die Berordnungen zurüdslebe welche die eigentliche Verneinung des oben genannten Erkäungemillene barstellten. 3. Wenn diese Stappe, die den Sieg beinge, durches sich darum, einen regelrechten FrieDie beloisto Postervog babscheitten sei, handle es sich das Gefühl, das ihre technischen Studien nicht unberück. sichtigt gelassen werden würden, wenn es sich darum hundele, die Geundlagen der Schlußregelung zu prüsen. Man werde ein Sustem in Vorschlag bringen, das Deutschland die Verzinsung eines Ravitals im Gegenlandswert von 50 Milliarden Soldmart auserleat und die verschiedenen Jahreszahlungen durch den Ertrag gewisser Monovole garautiert. Es brauche nicht betont zu werden, daß die belgische Negierung die Verhandlungen über diesen Friedensvertrag in voller Ideengemeinschaft mit Frankreich, England und Italien beginnen wolle. 4. Man müsse sich im übrigen darauf gesahzt machen, daß Deutschland die Nevarations= mit der Sicherheiterrage zu verknüpfen versuchen werde. Es habe bereite den Plan eines Schutzvaktes auf Gegen: leitigleit ausgearbritet und hofse neben den Siegern, den Vereinigten Staaten, der Schweiz und Holland einen Platz zu finden. Die belgische Rezierung halte es aber nicht für zwockmätzig, diesen Weg zu beschreiten. Sie sei vielmehr der Ansicht, daß Belgien seine Sicherheit mit einen eigenen Mitteln und auf Grund der Vertrüge mit einen Alltierten suchen müsse. Ein weiteres Hinausschieben ihrer Schorune die deutsche Wiederaufrichtung und damit die aufrichtung der deuischen Verpflichtungen verhi Niemand kann übersehen, daß Deutschland al Englisch=belgische Demarche in Paris. 9 Berlin, 19. Sept.(Telegr.) Die Abendblätter bören von zuverlässiger Seite, daß die englische und die belgische Regierung in Paris eine gemeiname Demarche unternommen dätten. In der vergangenen Woche seien beim französischen Ministerpräsidenten sowohl der englische als auch der belaische BoReparationsfrage und Völkerbund. Ein japanischer Antrag. X Seuf, 18. Sept. Bei der Debatte des zweiten Ausschusses der Völkerbundsversammlung(technische Organisation) über den Bericht des Finanzkomitees erklärte Adacti=Javan, daß er Grund zu der Annahme habe, daß in einiger Zeit die Grundlinien für die Lösung des Revarationsrreblems gesunden sein würden. Der Vertreter Hollands. Mysinga, und der schwedische Delegierte Lösgrer wiesen aus die Bedeutung der Erklärung Adactis hin. Strakosch=Südamerika beantragte, in die Entschließungsentwürse für die Versammlung einen Text über die Revarationsfrage einzufügen, und zwar mit Ausnahme der Erklärung Ischlis in seiner Eröffnungsrede vor der Versammlung, als er die Hoffnung auf baldige Lösung des Problems aussprach. Ein Vertreter aranrreichs erklärte, daß die Anspielung Ischiis ausreiche und keine Veranlassung zu einer neuen Anspielung auf die Revarationsfrage im Entschließungstext für die Versammlung biete. Nach einer Aussprache darüber, ob der Antrag Strakosch sofort in die Entschließung over den Berichtstert ausgenommen oder einer Kommission übergeben werden soll, wurde beschlossen, die weiteren Debatten auf morgen zu vertagen. Zurückgezogen. Geus, 19. Sept.(Telegr.) Roc, der Aussorache mit dem französischen Delegierten Hanoutaux und dem belgischen Delegierten Baron Beyens von Strakosch(Südafrika) in der heutigen Sitzung des zweiten Ausschusser (technische Organisationen) seinen gestrigen Anttaa betr. einen vorzulegenden Entwurf einer Entschlietzung über die Revarationsfrage, zurück. Strakosch begrundete den Verzicht auf seinen Antrag damit, daß eine Debatte über die Nevarationsfrage die Lage verschärfe und die Lösung erschweren könne. Alle alliierten Redner, in erster Linie Hauoutaur, Adacti(Javan) und die Delegierten Belgiens, Italiens, Polens und Rumäniens sprachen ihre Genugtuung über die Zurückziehung des Antrages aus. Auch der englische Vertreter erklärte sich mit der Jurückziehung des Antrages einverstanden, bemerkte jedoch, daß dies nicht dahin ausgelegt werden dürfe, als sei der Völkerbund für diese Frage nicht zuständig. Ador(Schweiz), die Vertreter Schwedens und Hollands, letzterer mit Worten lebdafter Anerkennung für Hanoutaux erklärten sich ebenfalls mit dem Verzicht auf die Resolution einverstanden, nur Munch (Dänemark) wies lebhaft darauf bin, daß die öfsentliche Meinung es nicht verstehen würde, daß der Völkerbund die wichtiaste aller Fragen von seinen Beratungen ausschließe. Er erklärte aber schließlich, da sonst keine Einstimmigkeit zu erzielen sei, sich der allgemeinen Auffassung anschließen zu wollen. Der Bericht über die Tätigkeit des Finanzkomitees wurde darauf einstimmig in seiner utsorünglichen Form angenommen. Die Denkschrift des Internationalen Gewerkschaftebundes. L Seul, 18. Seot. Die inhaltlich schon gestern kurs mitgeteilte Denkschrift des 29 Mllionen Arbeiter vertretenden Internationalen Gewerkschafts. bundes über die Nevarationsitade erinnert zunächst daran, daß die Rechtmäßigkeit von Nevarationo. forderungen allgemein onerkannt worden sei; aber diese waren, wie ans Willene 14 Dautten bervorgebt, nicht ale Strafe, Nevressalte oder Kriensentschädien sondern sellten nur den Zwed verteigen, zur — S des Friebene dir zersternr Sroictt wuber Fernet erinnert der Internationale Gewerkschaftobund an seine Anrerungen zur Neelung deg Verwendung deutscher Arbeiter in den verstörten Gebieten, der Naturallieferungen und an die von ihm aufgestellten Grundlätze: gerechte Festsetzung der deutschen Schuld, gegenleitige Annullierung der Kriegsschulden, internationale Anleide, internationale Zusemmenarbeit zur Behebung der Valutannordnung ium Zwecke deo Wiederaufbauss, weiter Grundsäve, die heute auch in Rezierungsprojekten auftauchen. Die Denkschrift eibt weiterhin einen eingehenden Ueberblick über den gegenwärtigen Stand der Forderungen der einzelnen alltierten Regierungen und sorvert angesichte der Wichtigleit einer amerikanischen Entscheidung die amerikanischen Arbeiter auf, aus eigenen Interessen an dem Wiederaufbau Eurovas, ihre Reaierung zur Mitarbeit zu veranlassen. Da aber Amerikas Entscheldung nicht abgewarket werden kann, mühten die einer Lösung der Revarationsfrage sich entgegenstellenden Schwierigkeiten sofort glöst werden. Es ergeben sich, wie die Denkschrift beiont, dkei wichtige Fragen: 1. Die Frage der deutschen Zahlungssähigkeit. Ein weiteres Hinausschieben ihrer Schötzung würde WiederIndern. m Abarund des Unterganges steht. Für Deutschland und für seine Gläubiger würde der Untergang die furchtdarsten Zolgen haben. Er würde die gesamte Weltwirtschaft erschüttern. Außerdem ist die Festsetzung der deutschen Zahlungsfähigkeit die Vorbedingung für eine internationale Anleihe. Damit erhebt sich die 2. wichtige Froge: Deutschland möglichst von langfriitigen Zahlungen zu befreien. Anderseits ist zur Wiederaufrichtung seiner Finanzen die internationale Anleihe nötig zur Organisation seiner Anleihebedürfnisse. 2. Die Ruhrbesetzung. Die Internationale Arbeiterbewegung spricht von neuem ihre tiese Ueberzeugung aus, daß die gegenwärtige Polttik verhängnisvoll ist, die Deutschland ohne Rutzen für seine Gläubiger verstört, die Unruden in Eurova rechtfertigt, die Weltwirtschaft desorganisiert und mit einer posittven Lösung der Revaration=frage nicht vereinbart werden kann. Zweisellos besteht zwischen den Forderungen derer, die das Nuhrgebiet besetzt halten, und den deutschen Vorschlägen noch ein krasfer Gegensatz. Die wirtschaftlichen Pfänder, von denen die ersteren sprechen, beziehen sich fast ausschließlich auf die rbeinisch=westfälischen Gebiete, die vom Reiche voraeschlagenen Pfänder umsassen die Wietschaft des ganzen Reiches. Erkennt man vier nicht die Notwendigkelt einer internationalen Aktion? Die Kontrolle der Pfänder mut international sein und nicht nur einigen Staaten anvertraut werden. Sie muß auf ein Minimum beschränkt werden und Deutschland die fveie Verfügung übe seine Aebeitomittel lonen. Die Festsetzung der deutschen Lasten kann nur ein nales Orsan besorgen, nut ein internationaler— partetischer und gerechter Organismuo, der allen Vertrauen einflößt, kann die Anleide verwirklichen und die Psändervolitik d Der 3 vor, daß der Bökterbund die Initiative zu einer Lösung der Nevarationofrage erareift, da diese die gesamte internationale Polttik beverrscht. Ullerdings wäre es dann wesentlich, daß Frankreich, Belgien und England diese Forderung vor den Bölkerbund bringen. Der Internationale Gewerkschaftsbund bat an den Völkerbund avvelliert in der Gewißheit, im Interesse der Arbetter der Welt und des Weltfriedens. durchführen. Dom Völkerbund. Ein Zusammenstoß Calandra—Beantina. .#####erl. 18. Seot. In Beginn der deut des Völkerbundes gab Salandt scharfe Erklärung zu Brantin etzuns Korsus und die bundsrates ab. Brautira betonte in gegnung, daß ein Unterschieo vor und was nach der Abi erlaubt sei. Die öffentlig——== werde sich kaum bemüben, zu glauben, daß die friedlichen Nevressalten. von denen Salandra habe. harmlos gewelen seien. Allgemein bemerkt wurde der scharfe Ton Salandres gegen Bran Liebenswürdigkeit gegen auch eine freundliche Wendung für den ar Verrreter Politis, und Salandras energische E daß die heutige Ratssitzung doffentlich die letzte in di Angeleaenbeit und daß der Fall bereits erledigt Richtsdestoweniger wird in Kreisen des Völkerbundprates davon gesprocen, daß morgen eine neue Ratssitzung statt finden werde. Genf. en Scthätie. a4. morgen im Völkerbundsrat in öffentlicher Sitzung die gestrigen Ausführungen Saland: zi Cecil werde Stellen dieser Ausf icht hätten. ras die e undet Artikel 10 X Sonf. 19. Sept. einanderietunnen des Bölkerbu seniene 2a. Praer intaun 1337 Le 6. Die 1 der der weite der in 8 10 505 1 Dollar= 181 545000 Mank. 4 * gefahr oder A daß er der altung der tbeit der tärischen Mach..—— dabei die Empfeblung des achtet und von oflichtungen auss präzt= besonderen Beien Fall Rechnung trägt. Eäßigen Instanzen jedes Mitn welchem Made er die Ausigen betreffend die Aufrechteit und territorialen Unverurch Anwendung eines milisichern dat. Immerbin soll blung des Nates als äußerst wichtin beallen Mitaliedern. ihrerseits die 2 uführen. in Bet: etracht gezogen werden.“ Ruhr und Rhein. Die Liste vom 4. Sept. — General: der etzten Gebiet ausgewiese. seamten und Arbeiter der Eisenbadn erals des ewiese. ten Gebiet — Arbeiter der auf. Sie hatten sämtlich im Innern leonabmt wurden. Die. Mobel müssen in belassen werden. Jolo agen folgen. Arbeiter Vorsteher, n 5— ein Bahnbofsverwalter hugütervorsteber. Die Familien müssen Unter den Ausgewiesenen n der verschiedenen Grade ein Rezierungsbaurat. ein walter. ein Stati am 20 Sept.— Ir.girgr.mee Gumtte um Ruhrort und 11 aus Alt=Dutsburg. Es han Beamte fast aller Dienstgrade und Anwärter. Die St werden urgum Dutoburg, 19. Sept. Ausgewielen wer Sept. 41 Eisenbabner mit Familie aus Duisbi t und 11 aus Alt=Dutoburg. es handelt sich 155 So Sept. ect. X Bochum, 10. noch immer de. einmöglich ihren Veroflichtungen konnte Kriegshinterbliebenen deute nicht ausgezahlt werden. dthauptkal en in es der nachenkomae: die Unter Ton anderder Verden Stand der Verbandlung Bericht zu erstatten. Verbandlungen werden foxteesetzt, Die Vergarbeiter der Zechen, welche für oie italienische Reparationskob lieferung in Frage kommen, haben erneut erklä nur bei völliger Freigabe der Zechen und Sider Lobngeldertransvorte die Fördern rung Kein Verboi der Goldanleibe im besetzten Gebiet. M Düsseldorf, 19. Sept. Nach einem von General Devianes beim Regierungspräsidenten von Düsseldorf eingegangenen Schreiben vom 17. September ist das unter dem 14. September erlassene Verbot der Zeichnung der Goldankei be im besetzten Gebiet als nicht ergangen anzusehen. Deutsches Reich. * Ein Ernährungsdiktator für Bayern. München, 19. Sept.(Telegr.) Nach Blättermeldungen ist die Ernennung eines Ernährungsdik. tators für Bavern in Aussicht genommen. Er soll die Befugnis haben, in eigener Zuständigkeit alle **— a n t r e f f e n, d i e e Maßnahmen zu treffen. die erforderlich sind, um die Ernährungsverhältnisse Baverns so erträglich zu gestalten, wie es angesichts der ganzen Wirtschaftslage überhaupt möglich ist. Als Diktator soll eine im Wirtschaftsleben weit bekannte Persönlichkeit in Aussicht gesetn. Eine amtliche Bestätigung dieser NachVorschkäge zur Lösung der Revarations= und Wiederaufhautrage erjahrene weit bekannte nommen richt war nicht zu erlangen. Die Währungsreform. Wieberaufnahme der Reichstagssitzungen. Im Reichskabinett wird morgen die schließende eingehende Besprechung über die Wäbrungsfrage stattfinden. Die von der Reichsregierung geplanten währungsvolitischen Maßnahmen haben in den parlamentarischen Kreisen einen lebhaften Meinungsaustausch hervorgerufen. Die Deutschnationalen und das Zentrum haben am Mittwoch Fraktionositzungen abgehalten, in denen die aktuellen Fragen zur Besorechung kamen. Die übrigen Fxaktionen werden am Donnerstag und Freitas zusammentreten. Von verschiedener Seite ist der Ueberzeugung Ausdruck gegeben worden, daß die einzuschlagenden Reformpläne nicht auf dem Verordnungowegr zur Durchführung kommen dürfen, sondern der Beratung durch das Parlament zur gesetzlichen Festlegung bedürfen. Es wird daher mit dem Zusammentritt des Parlaments in der nächsten Woche gerechnet. Eine weitere Meldung teilt mit: Der Reichstag wird am Mittwoch, den 26. Sept.. seine Bollversammlungen wieder aufneh. men. Es ist mötlich, daß vor dem Wiederzusammentritt des Reichstages der auswärtige Ausschut noch zu einer Aussprache über die volitische Lage einberufen wird. Dem Reichezag ist ein Weidbuch über die deutschen Angebote in dir Revarationgfrage zugegangen. Es enthält die den Alliierten seit dem Waffenstillstand übermittelten veutschen Angebote und Zustimmung der Wirtschaft. — Das Projekt zur Schaffung eines wertbeständigen Geldes wurde Mittwoch mit Vertretern der Wirtschaft im Reichsfinanzministerium erörtert. Das Projekt fand in seinen Grundzügen allgemeine Zustimmung. Ueber verschiedene Einzelbeiten schweben noch Verbandlungen. Die Sozialdemokratie Anhalts für die große Roalition Zeianer. und gegen X Dossan, 19. Seot. Die Landeskonferenaltischen Cozialdemokraten. an gnzler a. D. Bauer und Abgeordneter teilnahmen, dat mit 13 gegen 7 Büse Bender7 Stimmen Elntritt der Ition Opposttion wurde mit Ausland. Eröffnung der Parlamentssession in Holland. Aus der Throurede. 6 Haaa, 18. Sept. Königin Wilhelmina hat heute die neue Session der Generalstaaten mit einer Thronrede eröffnet, in der es u. a. heißt: Möge Gott uns Kraft schenken, damit wir nicht odne Hoffnung der in vieler Hinsicht düsteren Zukunft entgegengeben. Schwer ist der Druck der Zeiten. Handel, Inbustrie, Landwirtschaft und Schiffahrt slechen dahin infolge von Umständen, die sich weder durch Zäbigkeit noch durch Leid überwinden lassen. Arbeitslosiskeit derrscht in ernstem Maße. Die finanzielle und wirtschaftliche Lage des Landes bleibt beunruhi. gend. Energische Maßnahmen müssen getroffen werden, um in kürzester Frist die Einnahmen und Ausgaben auszugleichen. Unsere Beziehungen mit den anderen Mächten sind von freundschaftlicher Art und geden Anlaß zur Genugtuung. Die internationale Lage ist unsicher geblieben und die politische und wirtschaftliche Zerrüttung. die der Weltkrieg binterlassen hat, dauert sort. Das Interesse der ganzen Menschheit sordert, dat bierin eine Aenderung eintritt und rechtfertigt den Wunsch, daß für die schwebenden Probleie bald Lösungen gefunden werden, die den Weg zum Wiederaufbau eröffnen, für den sowohl in ideeller wie in materieller Beziehung dringendes Bedürfnis besteht. * Die Staatsfinanzen Rußlanös. ma. Der russische Volkskommissar für den Handel Sokolnikow hat sich einen Tag in Berlin aufgehalten. um mit dem Reichsfinanzminister über die Notierung des neuen russischen Geldes an den deutschen Börsen zu Jprechen. Einigen Pressevertretern gegenüber gab' der russische Volkskommissar interessante Erklärungen über den Stand der russischen Staatsfinanzen. Die russische Regierung sebe als Hauptaufgabe die Verminderung des Defizito, den Abbau der Bureaukratie, der Armee und der Staatsbetriebe und die Herstellung eines ausgeglichenen Haushalts an. Die ersten Schritte seien bereits erfolgt. Außerdem sei man jetzt soweit, daß die Arbeiter unad. dängig von Staatslohn und Staatsarbeit seien. Auch die Couvernements, Städte und Gemeinden seien vom Staate fast unabhängig. Sie hätten Steuerselbständigkeit und würden ihre Budgets in diesem Jahre balanzieren Die Ausgabe von Paviergeld würde eingenellt werden. Sie würde nur noch mit Rücksicht auf die Unsicherheit der ganzen Wirtschaftslage noch für etwa 9 Monate beibehalten werden. Die Regierung hätte drakonische Maßnahmen ergriffen, um zu dem geschilderten günstigen Resultat zu kommen; sie hätte selbst die Einfuhr lebenswichtiger Waren beschränkt und durch Gewährung von Goldkrediten die Ausfuhr gefördert. Letztere sei gestiegen und hätte einen Ueberschuß ergeben, und zwar einen Valutafonds von 10 Millionen Goldrubel. Alle Steuern seien wert. beständig gemacht. Sokolnikow hob die Bedeutung des internationalen Handels für Rutzland dervor. Er ist der Meinung, daß Krupp bei seinen Unternehmungen in Rußland zufriedenstellende Ergebnisse erzielt habe. ** Die Sühne“ Griechenlands. 2 Atben, 18. Sept.(Telesr.) Der artechische Kriegsminister hat sich in Ausführung der Bekimmungen der von der Botschafterkonferenz Griechenland zugesandten Note gestern zur italienischen, englischen und französischen Gesandtschaft begeben und dort die Gntschuldisung der griechischen Regierung ausgesprochen. # Atben, 19. Sept.(Telege.) Die letzten Ovser des Atteutate von Janina sind gestern in Trenesa an Bord gebracht worden. Es wurden ihnen von griechischen Insanterie=Kompanien und einem griechischen Torpedoboot die milltärtschen Ehren erwiesen. Auf der Blucht. es Rom, 19. Gept.(Telegr.) Man meldet aus Verona, das der frühere spanische Aubenminister Alba die Stadt incognito besichtigt hat. Er soll sich nach Florenz begeben. Das irische Parlament M London, 19. Sept.(Telegr.) Das neue irtsche Parlament trat heute in Dublin zusammen. Die Republikaner haben beschlossen ihre Sitze einzunehmen. Militärgonverneur in Spanien.“ Paris, 19. Sept.(Telegr.) Der„Temps“ meldet aus Madrid, der Staatsanzeiger veröffentlicht ein Dekret, durch das die Zivilaouverneure beseitigt und die Verwaltung der Provinzen an die Militärgonverneure übertragen wird. Devisenrazzia in Berlin. 9 Berlin, 19. Sept. 1923. Auf Ersuchen des Kommissars für Devisenerfassung veranstaltete die Wuchervolizei des Berliner Polizeipräsidiums heute in einer Reihe großer Cafés der Friedrichstadt und des Westens eine Durchsuchung nach ausländischen ablieferungepflichtigen Werten. Soweit sich die Betroffenen über den rechtmähigen Erwerb und Besitz nicht ausweisen konnten, fand vorläufige Beschlagnahme gegen Quittung statt. Die Unternehmung hat, wie vom Polizeipräsidium amtlich mitgeteilt wird, ein recht ersreuliches Ergebnis gezeitigt. Es wurden außer Dollar, Devisen und Geldsorten von fast allen euroväischen Staaten, englische Pfunde, holländische Gulden, tschechische, dänische, österreichische und ungarische Kronen, schweizerische und iranzösische Franken, volnische Mork, estländische Dinare, Sowzet= und ein Wrangelrubel beschlagnahmt. Als Hauptbetrag sind zu nennen 3120 Dollar. ferner 36 englische Pfund, 373 bolländische Gulden, 1400 tschechische Kronen und 475 Schweizer Franken, die beschlagnahmt wurden. Zu den Devisenrazzten in der Friedrichstadt und im Westen Berlins erklärte der Reichskommissar für Devisenerfassung, Geheimrat Fellinger, einem Vertreter der„Voll. Zeitung": „Es war mir bekannt, daß in einer ganzen Anzahl von Lokalen Berlins, im gröbten Maßstabe, vor allem Banknoten, gehandelt wird. Ich beschloß deshalb, eine überraschende Kontrolle der Lokale vornehmen zu lassen. Kurze Zeit vor Beginn des Unternehmens habe ich mich in ein solches Lokal begeben, um die Wirkung meiner Maßnahme zu besichtigen. An einem Tische saß gewöhnlich eine Anzahl Deutscher mit einigen Ausländern zusammen und handelten diesen die Noten ab. Der Handel ging unter dem Tisch vor sich, wie überhaupt bei der ganzen Sache sehr vorsichtig zu Werke gegangen wird. Als die Polizei im Lokale erschien, wurden die bereits gekauften Banknoten den Ausländern wieder zugeworfen, die sie schleunigst in ihren Taschen verschwinden ließen. Die verschwundenen Personen setzten sich darauf an andere Tische und spielten die Harmlosen. Sie wurden jedoch von der Kriminalvolizet, die das Gebaren beaussichtigte, erfaßt und um die erworbenen Banknoten erleichtert. Im Augenblick ist eine Uebersicht über den Ertrag des Unternehmens nicht möglich, jedoch dürften meiner Schätzung nach die beschlagnahmten Banknoten, die sich aus den Geldsorten aller Länder zusammensetzten, recht beträchtlich sein. Ich habe den gesamten Ertrag sofort dem Reich zur Verfügung gestellt.“ Ueber die Vorgänge während der Razzien wird dem „Lokalanzelger“ noch mitgeteilt: Zahllos waren die Fälle, in denen die fremden Geldserten in hohem Wert hinter und unter die Tische geworfen wurden. Alle anwesenden Gülte und auch das Personal hat sich eifrigst auch zum Teil an dem Devisenhandel beteiligt. Sie mußten sich alle eine körperliche Durchsuchung gejallen lassen. Eine große Anzahl von Personen östlicher Herkunft, die sich nicht im Besitze gilltiger Pässe besand. wird In den nächsten Tagen zwangsweise über, die Grenze abgeschoben werden. Wohnungsluxussteuer. ss. Berlin, 19. Sept. 1923. Wie die Expreßkorrespondenz erfährt, hat der Reichsarbeitsminister dem Reichsrat den Entwurf einer Verordnung über die Wohnungs= Luxussteuer zugehen lassen. Der Entwurf sieht eine Ergänzung und eine Verschärfung der Grundsätze über die Erhebung der Wohnungs=Luxussteuer vor, die in dem Gesetz über die Wohnungsbau=Abgabe niedergelegt sind. Mehrere Länderregierungen und Gemeindeverbände haben zum Ausdruck gebracht, daß bei der jetzigen Handhabung dieser Grundsätze kein nennenswerter Ertrag aus der Steuer erzielt werden könne und daß die Steuer mancherorts nicht einmal die Verauslagungs= und Erhebungskosten deckt. Nach dem Entwurf enthält die Neufassung des Artikels 3 der Bekanntmachung der Reichsregierung vom 15. Dezember 1921(28. März 1923) unter anderem folgende allgemeine Grundsätze für die von den Gemeinden zu erhebende Wohnungs=Luxussteuer: Die Wohnungs=Luxussteuer, deren Ertrag lediglich zur Förderung der Wohnungsbeschaffung und der Siedelung verwendet werden darf, ist nach der Zahl der steuerpflichtigen Wohnräume allein oder in Verbindung mit der Größe der Wodnfläche, nicht aber allein nach der Größe der Wohnfläche zu bemessen. Räume unter 10 Quadratmeter Wohnungsfläche sind steuerfrei. Für alle übrigen Räume ist vorgesehen, daß Räume über 40 Quadratmeter Wohnfläche bei der Berechnung der Zimmerzahl doppelt zu zühlen sind. Die von den Hausangestellten bewohnten Räume sind ohne Rücksicht auf ihre Größe den Wohnräumen zuzurechnen. Steuerfrei sollen mindestens soviel Wohnräume sein, wie die um 1 vermehrte Zahl der zum Hausstand des Wohnungsinhabers gehörigen Personen beträgt. Je 2 Kinder im Alter bis zu 10 Jahren werden als eine Person gerechnet. Hausangestellte sind den Personen des Haushaltes hinzuzurechnen. Um die Steuer den zeitlichen und örtlichen Verhältnissen anzuvassen, wird in dem Entwurf davon Abstand genommen, Bestimmungen über die Höbe der Steuer von Reichs wegen zu treffen; die Festsetzung der Höchstgrenze soll vielmehr den obersten Landesbehörden überlassen bleiben. Wohnungen, die nach dem 1. Juli 1918 fertiggestellt sind, und nicht mehr als 6 Wobnräume enthalten, sollen von der Abgabe frei sein. Auf begründeten Antrag bin sollen Steuerermäßigungen gewährt werden. Jugenöverwahrlosung und Zweifellos hat die Jugendverwahrlosung in letzter Zeit zugenommen. Es ist deshalb die wichtigste Ausgabe aller, die für die Erziehung der Jugendlichen verantwortlich sind, für Wiederberstellung von Zucht uund Ordnung zu sorgen. Das gilt besonders für die Berufsschulen. In der„Köln. Volksztg.“ lesen. wir: „In den Berufsschulen sind stellenweise in einzelnen Klassen unhaltbare Zustände eingerissen— und zwar speziell in der Abteilung für ungelernte Arbeiter. Es gibt in den Großstädten und selbst in mittleren Städten Klassen, in denen Zuchtlosigkeit und aussässiger Geist einzelner Jugendlichen sich stark bemerkbar machen, die obschon in der Minderheit, oft den ganzen Schulbetrieb terrorisieren. Nur ein durchaus erfahrener Pädagoge, der den nötigen Idealismus für diese schwere Arbeit hat und eiserne Konsequenz bei seiner Erziehungs= und Unterrichtstätigkeit beobachtet, wird mit diesen Burschen fertig. Die Revolution hat den„Erfolg“ gehabt, daß diese 14 bis 16jährigen Bürschchen mit„Sie" angeredet werden, daß sie Schülerausschüsse bilden können, die nicht selten von politisch radikalen Parteien de#nflußt werden. Das Züchtigungsrecht besteht zwar noch, übei es widerstrebt jedem ideal gesinnten Lehrer, ein Zuchtmeister zu sein. Menschen erzieht man, Hunde werden dressiert, wobei es ohne Prügel nicht abgeht. Es gibt unter den Jugendlichen etliche, die sich nicht wie Menschen, sondern wie dressurbedürftige Vierfüßler benehmen, und für diese ist dann im Interesse der Schuldisziolin eine andere Erziehungsart am Platze. Das schlimmste Uebel, unter dem die Berufsschule leidet, ist das andauernde Versäumen des Unterrichts ohne Entschuldigung. Vom Lehrer wird natürlich Versäumnisanzeige erstattet, aber der bureaukratische Gaul wird langsam geritten, und nach vier bis fünf Monaten kommt dann ein polizeiliches Strafmandat. das lächerlich aus der Westentasche bezahlt wird. Häufig wird noch gerichtliche Entscheidung beantragt, und dann kann es noch geschehen, daß„juristischer Scharfsinn" aus einer Reihe hintereinanderliegenden Versäumnisse eine „einheitliche Handlung“ konstruiert und die Strafe demnach auch vereinfacht. Strafe wirkt nur dann, wenn sie dem Vergehen auf dem Fuße folgt. Das gilt auch für grobe Verstöße gegen die Schulzucht, absichtliche Störungen des Unterrichts, Sachbeschädigungen, Widersetzlichkeit oder gar Tätlichkeiten gegen den Lehrer. Wenn solche Delikte zur gerichtlichen Verhandlung kommen, da ist Milde nicht am Platze. Wenn ein Lehrer genötigt ist, in solchen Fällen die Hilfe des Gerichtes in Anspruch zu nehmen, dann liegt der Fall auch so, daß im Interesse der Schulzucht, der Jugend= und Volkswohlfahrt ein abschreckendes Exempel aufgestellt wird, damit endlich wieder der Sinn für Zucht und Ordnung in der Jugend neu belebt wird. Es hieße das Kind mit dem Bade ausschütten, wenn man mit Rücksicht auf die Mißstände die Existenzberechtigung der Berufsschule verneinen würde. Es gibt Leute, die so urteilen; meistens sind es Arbeitgeber, denen es lästig ist, ihren jugendlichen Arbeitern die Zeit zum Besuche der Berufsschule freizugeben. Freuen wir uns, daß die Berufsschule da ist, und stärken wir ihre Autorität. Gerade in den Flegeljahren bedarf der junge Mensch der Erziehung. Die Berufsschule ist und bleibt in erster Linie Erziebungsschule. Das gilt auch für die Klassen der gelernten Berufe(Handwerkslehrlinge, Industriearbeiterlehrlinge und Kaufmannslehrlinge. Auch hier gilt es weniger, Facharbeiter beranzubilden, als Menschen zu erziehen, die noch Ideale für eine höhere Lebensführung besitzen. Auf der Jugend beruht unsere Zukunft. Klagen und Jammern über die Verderbtheit der Jugend beseitigen nicht das Uebel: hier hilft nur entschlossenes Handeln, nämlich Ausbau der Berufsschule als Erziehungsschule und Förderung aller Jugendoflegeeinrichtungen. Unerläßlich ist dabei die Stärkung der Autorität der Schule und der berufenen Jugenderzieher, denn„Eine Schule ohne Zucht ist eine Mühle ohne Wasser.“ Der Silberschrein des““ Freigrafen Gerharö Hennecke. Kriminalroman von A. Klein=Rossell. Amerikanischer Cepyright 1919 ds Rodert Luz in Stuttgart. Nachdruck verbeten. Sie wer nicht besorgt um die Sicherbeit ihrer Lieben, panz gewiß nicht. An solch. Jagden war sie als Tochter eines Polizeimannes gewöhnt. Und diesmal war nur dir Sack zuzuschnüren, in den das Wild blindlings rennen würde. Eigentlich war es ein belustigender Gedanke, daß sie da im Königsgraben noch eine zweite Leontine Greve Er gius ihr aber nur durch den Koof, um herumteieb. sich sofort wieder zu verflüchtigen. Nun sab sie da in dem zierlichen, blaugemuste Sessel mit den vergoldeten Lednen und strockte eit von sich. 2 Polster, währe emusterten essel mit den vergoldeten Lednen und strockte die Füßchen weit von sich. Der Kopf grub sich mollig in das weiche Polster, wührend die weiten Finger in idrer linken Hand mit einer Locke spielten, die dem Kunstbau der Frisur entsprungen war Auch in dem Kamin in ihrem Rücken heulte der Wind und er wari schwere Regentropfen gegen die Scheiben. Graue Dämmerschatten kämpften bereito mit dem kümmerlichen Licht dieses Januarnachmittags. Aber eine wohlige Wärme umstrahlte ihren Körper. Das gab einen angenehmen Gegensatz zu dem leichten Eruseln, das die zunebmende Dämmerung und der deulende Wind ihr verursachten imte sich Und es träumte lo fük, wenn der ungebärdige Gast rumorte und man sich wohl geborgen wubte im warmen Rest, mehr noch, wenn das Herz zum Zersoringen neschwellt war von jungem Glück! durch den els. de ste Sie lieb ihre Gedanken zurückwandern Winter zu jenem Abend im Hause ihres Onkels. da sie sich den sprbden Doktor Friedrich Nicolat als Tischberen Damale wukte ste noch gur nicht, das ste 15n beo schrocklich nern datte. Ob er es damals wodl schon wubte? Kaum, denn er benahm sich manchmal doch sebr ungeschickt. Wie konnte er nur so Bind sein! Er hatte am Ende wohl gar geglaubt, das sle um des Silber#chreins willen bei den Herron Droov und Hofstedt, den Vätern ihrer Freundinnen, nor Zustimmung zu dem Ankauf gebertelt babe! Ei war überbaupt ein wenig undieser liebe, böse Kerl! Hätte er denn nicht ohne einen Puff merken müssen, daß ihr sein abscheulicher Bart nicht gefiel? Eigentlich war dieser greuliche Bart schuld an dem ganzen Unglück. Denn hätte er ihn schon früher abnehman lassen, so hätte es Hartungk gar nicht fertiggebracht, ihren Friedrich so glaubwürdig nachzumachen. Hinkel und Hegenscheidt und all die andern hätten sich dann ganz gewiß nicht täuschen lassen. Kein Zweifel, der abscheuliche Vart war schuld. Sie war auf den Bart fast so böse wie auf Hartungk. Ja, Hartungk war ein gemeiner, niedriger Mensch Tränen des Zornes traten ihr in die Augen, wenn sie an das Unglück dachte, das er angerichtet. Und Hartungk hatte ihr gesagt, daß er sie liebe! Auf den Knten hatte er vor ihr gelegen, wie ein Hund gewinselt. Und das hatte alles so wahr ausgeseben, wie eine echte, tedunglückliche Verzweiflung, daß er ihr letd tat, als sie ihm ihr=Nein ins Gesicht sagen mußte. Es mukte ja wohl auch wahr sein. Warum sollte er denn sonst——? Luise Hinkel war ja noch viel reicher als ste. Richtie genommen, mußte er sie so gern haben, dad er sie ermorden wollte, denn er gönnte sie ihrem Friedrich nicht. Const bätte er ja auch Luise nach dem Königsgraben bestellen können. Wolch ein gemeiner, abscheulicher Mensch war er doch Nun würden fir ihn fangen und einsperven wie ein eselbe Zelle, in der Nicolai wildes ecben. ### ion fangen s Tier. Vielleicht in diese machtet hatte. Ihm würde ganz rocht damit genicht dern üder Nachegebanten, kamentlich ne Frau, die sich von dem Gegenstand dieses Gegeliebt weik. Dieses Bewußtsein schmeichelt noch bt der Ettelkeit, wenn es schon vom Berzen verSie war freilich so glücklich, daß all das Schwere wie ein böser Traum hinter ihr lag. Wer aber selbst glücklich ist, brütet nicht gern über Nachegedanken, namentlich nicht eine Frau, dankens gel!“ unbewuht— abscheut wird. Vielleicht war er gar nicht bingegangen. Oder er würde früb ginug die gestellte Falle merken. Es war dunkel und regnete, das rochte Wetter, um fortzulaufen Mit einem leise anklingendon Seelusch drebte sich der seine Stadl im Schlüsfelloch. Das Schloß der Korridortüre sorang auf. Der Vergassessor von Hartungk schob sich vorsichtig in den Nahmen. Eine Gekunde stand er lauschend sill. Kein Muskel rogte sich in dem wie aus Stein gemeihelten Gesicht. Gleich binter der ersten TUos rechts noben sich börte er lachende Mädchenstimmen, oemmticht als dem Klanpetn Sie lachten und klapverten von Schüsseln und Tellern unbekümmert weiter. Die Nerven des Mannes varen von Eisen, denn er hörte selbst nicht den geringsten Laut, als er die Türe schlotz. Ebenso geräuschlos öffnete er die Tür zum gegenüber. Ob, er kannte sich vieder ne ge veisezimmer, der Küche aus in diesen Räumen! Mit langen, lautlosen Schritten, wie ein blutdücitiger Panther, huschte er durch die Zimmer. Aus dem Eßzimmer in den Salon. aus dem Salon in das Arbeitszimmer des Hausberrn. Die Verbindungstüren standen weit offen. Nun stand er vor Leontines Gemach. Die Tür war nicht geschlossen, nur angelehnt. Und durch den winzigen Spalt sah er ein Stück eines weihen, runden Armes. der auf dem goldschillexnden Grunde der Armlehne ruhte. Seine Hand fuhr in die Innentasche des Rockes und kam mit einem blitzenden Dolch bewaffnet zurück. Lang. sam und lautlos vergrößerte sich der Svalt. Aber das träumende Mädchen merkte nichts. Wie konnte ste auch! Ihr Geist war ja auch gar nicht in diesem Zimmer, sondern im Königsgraben und angelegentlich damit beschäftigt, Herrn von Hartungk einen Weg zur Flucht zu dahnen. Was wäre denn gewonnen gewesen, wenn ste ihn nun fingen? Es gab viel Skandal. die Zeitungen würden wieder schreiden, und sie und ihr Verlobter mutten am Ende aufs Gericht. Bri Da würte sie einen Luftzug. Es kam ihr vor, als habe sie temand berührt. Sie öffnete die Augen, um im nächsten Augenblick mit einem entsetzlichen Schrei in die Höbe zu fahren. Aber sie war noch so beberrscht von ihrem Gedankenspiel, dib sie der verzerrten Gesichts nicht achtete und den Dolch nicht sab, der in der erhobenen Rechten blitzte. wieden Sials— vver von dartungk! Um Goties willen, Ein ungebeures Staunen alättete da mit einem Male die verzertten Züge, die Hand sank berab. Das, das hatte er wohl nicht erwartet! Er war auf ein jammervolles Angstgeschrei gesaßt gewesen, nicht aber auf die Sorge um seine Sicherheit. Die Gekunde des Zöserns aber brachte Leontine in die schreckensvolle Wirklichkeit zurück. Die Sinne versagten tür fast vor Entsetzen. Sie sah wie durch einen Nebel, daß die Hand mit dem Dolch sich wieder bob. Hartungt!“ War es eine rührende Bitte, ein Aovell an die Liebe, die in diesem verstockten Herzen wohnte? War os ein schmerzlicher Vorwurf, der in den zwei kurzen Silden lag. geb i ham! aurtam Blid, der üs Seeielieis! war es die frische Erinnerung an die Sorge um seine Sicherheit, die von ihren Lipven geflossen war, als er mit Mordgedanken ihr Zimmer betrat? Welcher Grund auch vorliegen mochte, genug, der Arm senkte sich zum zweiten Male, blieb zögernd auf balbem Wege stehen und schleuderte plötzlich die Waffe von sich. Dann stürzte Hartungk mit einem unartikulierten Aufschrei, der ein Schluchzen oder ein Fluch sein konnte, aus dem Zimmer. Leontine senkte sich ruckweise in den Knien, ihre Hände griffen plötzlich ins Leere, und dann glitt sie lautlos zu Boden. Eines der Mädchen kam aus der Küche und blieb verwundert vor der Korridortüre steben, die sverrangelweit offenstand. „Else!“ rief sie zurück. Else steckte zuerst den Kopf in den Türrahmen und kam dann auch heraus. „Stand die Tür offen?“ „Du.— Kannst Du Dir das erklären?“ Nein. Else konnte es sich nicht erklären. Ede sie sich aber noch zur Ueberlegung des schwierigen Falles sammeln konnten, tutete ein Auto, das vor dem Hause stovvte. Zwei Männer sprangen in langen Sätzen berauf. Sie machten verstörke Gesichter, und der erste, ein langer, hagerer Mensch, warf die beiden Mädchen fast über den Haufen. „Wo ist Fräulein Leontine?“ rief er atemlos. „Was ist hier vorgefallen?" der Kommissar. „Ja, ich weiß nicht,“ fing Elso an zu erzählen.„Liese rief mich auf einmal, und als ich herauskam. stand die Korridortüre offen. Wir haben sie aber nicht aufsemacht.“ „Wo ist meine Tochter?“ „Ich denke, in ihrem Zimmer. Die Männer Kürzten dahin. Auch diese Tür stand weit offen. „Allmächtiger! Ermordet!" schrief Ricolai gellend. Er stand als erster im Türrahmen und umsing mit einem Blick den am Boden liegenden Dolch und die leblose Mädchengestalt. Wild aufschluchzend warf er sich darüber. Der Kommissar datte den Körver seiner Tochter und den Dolch ebenfalls geseben, aber im merkwürdigen Gegenlatz zu der Verzweiflung seines zukünftigen Schwiegersohnes dabei eine Art augenblicklicher Erleichterung empfunden. Denn das Gesicht Leontines war durchaus friedlich und an der fleckenlosen Weibe des Dolches klebte kein Blut. Er hatte diese Feststellung übrigene kaum getroffen. als ein jubelnder Ausruf seine Aufmerksamkeit von neuem Nr. 211 (Zweites Blatt) Gelsenkirchener Zeitung. Donnerstag, den 20. September 1923. Eine Stätte wahrer Dolksko. Unser draußen unterbindet der anderen. lose Jagd erneuerung. armes Volk in höchster Not! man ihm eine Lebensader Von nach u. Dabei im Innern eine allgemeine, ruhegd nach Millionenfetzen. Bei vielen ein Taumel wilder Genußgier, wie es in Zeiten des Wohlstandes unerhört war. Gleichsam als ob es noch möglichst das Leben zu genießen gälte, bevor sich der Strudel über dem Abgrund schließt. Ein schrecklicher Kampf der Stände und Klassen um die letzte Planke des nackten Daseins. Alle Bande der sittlichen Zucht und Ordnung scheinen zerstört. Der Staat sucht zu helsen, wo er kann. Eine Notverordnung folgt der andern. Immer mehr Eingriffe in die Freihelt des einzelnen, mit drakonischer Strenge! Wird es noch helfen? Wir glauben kaum daran. Wir stehen vor dem Chaos. Ein tosendes Meer wälzt sich heran, die Dämme brechen, die Flur stürzt über Land.— Wer wird die wilden Elemente bannen? Wir Katholiken glauben noch an Rettung. Sie kann allein von uns ausgehen. Wahrheit und kein Hochmut! Wir sind uns demütig der gewaltigen Verantwortung bewußt, die auf uns lastet. Man sucht wenigstens die Verantwortung zu wecken. Man meist auf die Wurzel der Uebel. Man zeigt die Kräfte auf, welche die Dämonen der Habsucht, der schrankenlosen Freiheit und des Genußtaumels bändigen sollen. Die großen katholischen Organisationen rufen in Tagungen und Versammlungen alle Mann an Bord. Man redet und redet; die Jugend am lautesten, obwohl sie am bescheidensten sein sollte.— Ein stolzes Programm: Der katholische Menim:— Jawohl die einzige Rettung!— Aber laute Reden schaffen ihn nicht, sondern stille, gottvertrauende, kraftvolle Tat. Unterdes geht die Bewegunng der rettenden Tat durch die Lande. Still und unbemerkbar! Die groge Welt wird sie nicht gewahr. Viele von uns Katholiken haben sie noch nicht bemerkt. Sie zeigt auf ihre Kraft: vor 400 Jahren hat sie ebenso still und nachhaltig in gleichen traurigsten Zeiten das große Werk katholischer Glaubens= Lebenserneuerung mitgeschafft. Sie weist hin auf das benachbarte Holland. Dort ist sie eine Hauptquelle frischpulsierenden katholischen Lebens geworden.— Sie weist höchste Legitimation vor aus dem Munde des Statthalters Christi. In einem eiz nen Schreiben hat er sie— die geschlossenen Exerzirren— als machtvolles Heilmittel zur Beseitigung der übergroßen Schäden, unter denen die menschliche Gesellschaft jetzt übecall leidet, gepriesen. Der Hl. Vater drückt seinen dringenden Wunsch aus, daß diese Exerzitienbewegung immer weitere Verbreitung findet unter dem christlichen Volke aller Stände. Unsere Oberhirten suchen schon seit geraumer Zeit diesen Wunsch zu verwirklichen. Machtvoll ist dieses Heilmittel, das sich trotz der größten Hindernisse und Schwierigkeiten durchsetzt. Hat man denn noch Zeit und Lust und Geld zu solchen Versuchen? Könnten wir doch sehen, wie ihre Wellen immer weitere Kreise ziehen, immer mehr unser katholisches Volk erfassen. Am machtvollsten betätigt sie sich im Westen und im Süden unseres Vaterlandes. Das Westfalenland steht an der Svitze. wo der Oberhirt der Diözese Münster eine großartige, über alle Bezirke sich erstreckende Exerzitienorganisation geschaffen, die Woche für Woche die verschiedenen Stände den großen Kraftzentralen in der Stadt Münster usw. zuführt. Im Süden steht das katholische Badener Land den Westfalen kaum nach. Auch der Osten weist, wenn auch noch vereinzelt, diese wahren Heilstätten innerer, übernatürlicher Volksgesundung auf. Immer Jahr zu Jahr. Welches ist denn das Geheimnis ihrer Kraft? Welche sind die Früchte der drei Tage in der Einsamkeit des Schweigens, der Arbeit an der eigenen Seele, des Ringens und Betens um Gottes Kraft?— Fragt die, welche freudig die Stätte der Wiedergeburt verlassen.„Ihr müßt es selbst erleben, das kann man nicht schildern.“— Mit hellem Blick treten sie in die Welt zurück— für die Wirklichkeit und das Leben, mit einem klaren Fernblick in die Ewigkeit. Sie haben gelernt entsagen, nein das Gebrauchen der irdischen Kulturgüter, ja wenn es sein muß, auch das Verzichten — alles nach den untrüglichen Maßen ihrer einzigen Ewigkeitsbestimmung. Tiefen Herzensfrieden tauschen sie nicht mehr ein gegen trugvolle Scheingüter. Ein Gleichmut ruht in ihrer Seele, den keine irdische Not und Trübsal erschüttern kann, denn er liegt verankert in dem felsenfesten Vertrauen auf die gütige Vorsehung des Allmächtigen dort oben. Ein Apostelgeist brennt in ihnen, ein Eifer für das Reich Gottes, für ihre heilige katholische Kirche.— Besonders bei der Jugend, die dort gebildet.— Gott Dank, unsere Jungmänner und Jungfrauen sind bisher am meisten von der Exerzitienbewegung mitgerissen worden. Und Opfer wissen sie zu bringen. Wenn die Eisenbahn versagt, scheuen sie nicht einen ganzen Tagesmarsch zu Fuß, um ihr Ziel zu erreichen.— Es sind ja unter der großen Schar der Genußgierigen nur kleine Scharen. Aber ein Sauerteig, der langsam und sicher den Geist wahrer katholischer Ernzuerung hineintragen wird in die gefährdete Jugend. Katholische Männer und Frauen! Bahnt euren Söhnen und Töchtern den Weg zu den geschlossenen Exerzitien! Je größer die Opfer, desto reicher die Früchte! Es wird euch nicht gereuen, ihr werdet mehr finden, als ich euch in ein paar Worten schildern konnte.— Es gilt die Rettung unseres Volkes, unsere eigene Rettung! W. Hutmacher S. J. Tokales. Gelsenkirchen, den 20. September 1923. Zur Gasfrage. Die angedrohten Sanktionen. ** In der Stadtverordnetensitzung am letzten Dienstag hat der Oberbürgermeister auch die Gasfrage angeschnitten und dabei darauf hingewiesen, daß die Betzungsbehörde an die Stadtverwaltung ein Schreiben in der Gasversorgungsfrage gerichtet und im Falle der nichtbefriedigenden Lösung Sanktionen angekündigt habe. Von der Verwaltung wird uns der Teil dieses Schreibens der sich damit befaßt, zur Veröffentlichung mitgeteilt. Er lautet: „Ich bitte Sie daber, davon Kenntnis zu nehmen, daß. wenn die Stadt nicht ordentlich beleuchtet ist. ich unmittelbar folgende Maßnahmen ergreisen werde: 1. Verkehrsverbot für die Straßenbahnen und Lastwagen. Tag und Nacht in der Stadt Gelsenkirchen. 2. Da ich höchst besorgt bin(und ich denke. Sie sind es auch) Unfälle und Zusammenstöße, welche die Dunkelheit begünstigt, zu vermeiden. werde ich ebenfalls den Verkehr für Fußgänger von 8 Uhr abenos bis 5 Uhr morgens untersagen. Um die Ausführung dieser Befehle zu sichern, werden Patrouillen gestellt. welche die Weisung haben. Zuwiderhandelnde zu verhaften und wenn nötig. von ihrer Wasse Gebrauch zu machen auf diejenigen, welche nach Anruf nicht stebenbleiben. oder versuchen, zu flieben.“ Wie der Oberbürgermeister in der Sitzung weiter mitteilte, hat sich der Gavausschutz mit der Frage beschäftigt. Hoffentlich gelingt es, einen Ausgleich zu schaffen, damit die angekündigten Maßnahmen vermieden werden. Im übrigen liegt die Gasversorgung im allgemeinen Interesse; denn, abgesehen von der Straßenbeleuchtung, ist die Mehrheit der Bevölkerung auf die Gasbeleuchtung in den Häusern angewiesen: fast die Gesamtheit der Pürgerschaft bedarf des Gases zum Kochen, von dem Gas für die zahlreichen gewerblichen Betriebe, die Krankenhäuser, das Schlachtbaus usw. gar nicht zu reden. * Zum Postwertzeichenmangel. Der augendlickliche Mangel an Wertzeichen bei den Postanstalten hat zu lebhaften Vorwürken gegen die Reichsvostverwaltung geführt. Der im Augus. sprunghaft eingetretenen Geldentwertung mußte eine alsbaldige Erhöhung der Postgebühren Rechnung tragen. Zwei Wege boten sich dar: die Gebührenerhöhungen hinauszuschieben, bis die erforderlichen Marken hergestellt und den Postanstalten geliefert waren, oder sie vorzunehmen, nachdem der erste Markenbedarf gedeckt war und die aus der unzureichenden Markenbelieferung entstehenden Uebelstände in den Kauf zu nehmen. Die Entscheidung wurde durch den Umstand erschwert, daß die vorhandenen höchstwertigen Marken bei der olötzlichen Geldentwertung zur Frankierung von Briessendungen kaum noch in Betracht kamen, also alle Postanstalten mit neuen Marken beliefert werden mußten. Wenn trotzdem der zweite Weg gewählt wurde, so zwang hierzu die finanzielle Not des Reiches, das auf die erhöhten Einnahmen aus den Postgebühren nicht verzichten konnte. Um die Schwierigkeiten zu mildern, wurde u. a. zur Anwendung des Barfreimachungsverfahrens geschritten. Daß dieses Aushilfsmittel andersgeartete Mitzstände mit sich brachte, mußte nach Lage der Sache in Kauf genommen werden. Die Postverwaltung leidet unter den gegenwärtigen Verhältnissen schwer. Sie setzt alle Kräfte ein, um wieder eine normale Markenversorgung der Postanstalten zu erreichen und hat die Reichsdruckerei veranlaßt, mit allen verfügbaren Mitteln dahin zu streben, die erforderlichen Markenmengen herzustellen. Der jetzige Mangel dürfte voraussichtlich in naber Zeit behoben sein, wenn sich keine technischen Widerstände ergeben. Bis dahin muß er. so lästig und mißhellig es ist, als ein unter der Not der Zeit nicht zu vermeidendes Uebel ertragen werden. Der Mangel an bochwertigen Einkommensteuermarken, Wechselsteuermarken, Rückvergütungsmarken für die Presse usw. beruht auf ähnlichen Gründen. Die Behörden, die für die Bereitstellung dieser Marken zuständig sind— der Postverwaltung liegt nur der Vertrieb für Rechnung der anderen Behörden ob— konnten bei der olötzlich eintretenden großen Geldentwertung die Aufträge zur Herstellung von Marken in höheren Werten der Reichsdruckerei nicht so frühzeitig zustellen, daß sie, als der Bedarf sich geltend machte, hätten erledigt sei können. Mit der Lieferung neuer hochwertiger Marken ist aber bereits begonnen worden. * Verteilung des Wassergeldes zwischen Vermieter und Mieter. — Von dem Mieteinigungsamt werden uns folgende Nichtlinien für die Verteilung des Wassergeldes mitgeteilt: „Wird das Wasser für mehrere Wasserverbraucher eines Grundstückes durch einen Wassermesser gemessen. so hat der Grundstückseigentümer das Wassergeld und die Wassermessermiete auf die einzelnen Abnehmer nach folgenden Grundsätzen zu verteilen. 1. Von der Gesamtwassermenge in Kuhikmeter, welche das Wasserwerk berechnet hat. sind zu Lasten des in Betracht kommenden Mieters abzusetzen die Wasserentnahme: a) für jede Badeeinrichtung eine Menge von 5 Kubikm. je Monat. für ein Vierteljahr also 15 Kubikm.: b) für die Benutzung von Wassermotoren für Waschzwecke 10 Kubikm. je Monat für ein Vierteljahr also 30 Kubikm.: c) für ein Pferd 8 Kubikm. vierteljährlich: d) für ein Rindvieh 8 Kubikm.: e) für ein Schwein von 3 Monaten ab 4 Kubikm. vierteljährlich: 1) für sonstige regelmäßige Entnahme größerer Mengen für besondere Zwecke eine Menge nach Schätzung unter Würdigung des vermutlichen Verbrauchs. 2. Auf jeden der Abnehmer entfällt von der nach Vornahme der unter 1. vorgeschriebenen Abzüge verbleibenden„Gesamtwassermenge eine Wassermenge, welche verbältnisgleich ist der Grundmiete der einzelnen Wohnungen in dem betreffenden Haus. 3. Die Wassermessermiete wird auf die einzelnen Mieter nach Verhältnis der Grundmiete verteilt. 4. Wo sich bei der Anwendung der vorstehenden Richtlinien offenbare Unbilligkeiten ergeben, wird das Mieteinigungsamt nach billigem Ermessen eine Regelung treffen. Hierbei ist in Zweifelsfällen anzunehmen. daß jede Familie monatlich mindestens 4.5 Kubikmeter Wasser verbraucht.“ * Der Saatenstans im Deutschen Reiche. Das Wetter in der ersten Augusthälfte war mit nur geringer Ausnahme fast überall warm und trocken. so daß die Ernte der Halmfrüchte gut gefördert wurde. Wähend es in der zweiten Monatshälfte in Süd= und in einigen Teilen Mitteldeutschlands auch weiterhin trocken, zeitweise, sogar heiß blieb, herrschte im sihrig Deutschland unbeständige. vorwiegend naßkalte Witterung. Hier haben zahlreiche und ergiebige Regen fälle. in manchen Gegenden von Gewitterböen begleitet. auf den Feldern vielfach Schaden angerichtet und die schon verspäteten Erntearbeiten empfindlich gestört. Hagelschäge sind nur vereinzelt aufoctreten und haben erfretzlicherweise nicht allzu großen Schaden angerichtet. Die Getreidernte war Ende August in den südlichen Teilen des Reiches bis auf kleine Reste von Sommerweizen.=aerste und Hafer geborgen. In der nördlichen Reichshälfte dagegen standen außer größeren Teilen der Sommerung noch beträchtliche Mengen des Wintergetreides auf dem Felde. Die Stroberträge werden als reichlich und gut bezeichnet. die Erträge an Körnern sind als gute Mittelernte anzusehen. Nach der Ernteschätzung im August durch die Saatenstandsberichterstatter betragen die Durchschnittserträge je Hiktar im Reiche(jedoch ohne Mecklenburg=Schwerin. für das noch keine Angaben vorliegen). für Winterweizen 19.1 Doppelzentner(Porschätzung 1922= 13.7 Dopvel. zentner), Sommerweizen 18.4 Dovvelzentner(14.5). Winterspelz 13.2 Doppelzentner(10.1). Winterroggen 16.6 Doppelzentner(12.9). Sommerroggen 12.4 Dovpelzentner (9.6). Sommergerste 18,1 Dopvelzentner(13.8). Hafer 17.8 Dovvelzentner(12.9). Die Weiterentwicklung der Hackfrüchte wurde teils durch zu große Nässe behindert. Der Stand der Spätkartoffeln wird verschiedenartig beurteilt Da sie zumeist genügenden Knollenansatz zeigen, dürfte bei günstiger Septemberwitterung noch mit einer Mittelernte gerechnet werden können. Die Bewerturg der Rüben lautet etwas besser als bei den Kartoffeln. Unter Zugrundelegung der Zahlennoten 1 gleich sehr gut., 2 gleich gut. 3 gleich mittel. 4 gleich gering. 5 gleich sehr gering, ergibt sich im Reichsdurchschnitt fur Kartoffeln 3.0(im Vormonat 3.1). Zuckerrüben 2.9(2.9). Runkelrüben 2.8(2.9). Der Nachwuchs an Futterpflanzen und Wiesen hat vielfach unter der Trockenheit gelitten. Stalistischen Reichsamtes für den 15. September auf 14 244 000 Mk. Die Steigerung gegenüber der Zifser für di Vorwoche(5 051 046) beträgt somit 182 Prozent. — Kirchensteuer. Für die FranziskusPfarrgemeinde in Gelsenkirchen=Bismarck finden Kirchensteuerbebetermine Freitau, den 21. September. nachmittags 4—6 Uhr und Sonntag, 23. September. vormittags 9—12 Uhr, im Josephohause statt. Wir machen darauf aufmerksam, daß der Geldentwertung entsprechend. die Kirchensteuern sich beträchtlich erböbt haben. Die Nachzahlung von Teuerungozulagen für die Kriegerwitwen und=Waisen erfolgt am Freitag, den 21. September, vormittags von 8—10 Uhr in der Stadt= IIe, Eingang Essenerstraße und im evangelis“ einsstre Hereinshaus. tigten erhalten die vangelischen ereinsstraße. Die Empfangsberech= ahlkarten zugestellt. en und gärtnerischen Betriebe(Landabgabe) beträgt für die Zeit von Mittwoch. bis einschl. Freitag, den 21. September. 21 800 000 Mark. = Das städtische Gesundheitsamt teilt mit, das voraussichtlich am 20. September, mittags Kinder aus Brunshaupten, am 20. 8 Uhr, die Kinder aus Linneburg, am—.— mittags 2 Uhr, fast alle Kinder aus Dänemark zurückkommen. Sämtliche Kinder treffen am Bahnhof Gelsenkirchen=Bismarck ein. * Neuer Gebührentarif für die Verkebrsgenehmigungen der Besatzungsbehörde. Der kommandierende General Degoutte bat eine Spezialverfügung erlossen, wonach die den Verkehr betreffenden Gebühren in Goldmark festgesetzt werden. Die für die Ausbändigung der Verkehrserlaubnisscheine für Kraftlastwagen vorgesehene Gebühr von 5000 Mk. wird auf 10 Goldmark erhöht, da diese Erlaubnisscheine 3 Monate gültig sind. Der Tarif ist folgender:„Auto=Car. 10 Goldmark, kleiner Kraftwagen von winiger als einer Tonne leer 5 Goldmark, Personenwagen mit 6 Plätzen 50 Goldmark, kleiner Personenwagen mit höchstens 4 Plätzen 30 Goldmark, Cycle car mit höchstens zwei Plätzen 20 Goldmark, Motorrad mit Seitenwagen 15 Goldmark, Motorrad 10 Goldmark, Hilfsmotorrad und Motorroller 5 Goldmark Nichtsdestoweniger wird die Gobühr des Verkehrserlaubnisscheines für die Taxameter auf 5 Goldmark reduziert unter der ausdrücklichen Bedingung, daß diese Fabrzeuge aus den Grenzen des Kreises nicht herausfahren(Stadt und Land), in welchem sie ihren Standplatz haben. Die Zahlung der ganzen, der Kategorie der Taxameter entsprechenden Gebühr verschafft diesem Fahrzeuge jedoch die Verkehrsvorteile, die dieser Gebühr zukommen. Die Dauer der Rechtsgültigkeit der Erlaubnisscheine ist ein Jahr, und zwar vom 1. Oktober 1923 bis zum 30. September 1923.— Die Gebühren für Grensverkehrsstemvel 0,25 Goldmark, andere Verkehrsstempel als der Grenz VVerk.„Stempel 0.50 Goldmark, Geleitbrie 5 Goldmark. Außer dem Grenzstempel, dessen Rechtsgültigkeit grundsätzlich dauernd ist, ist die Dauer der Rechtsgültigkeit der obigen Genehmigungen auf höchstens 6 Monate festgesetzt. Jeden Samstag wird für die folgende Woche der Umwandlungssatz der Goldmark für die verschiedenen in Zahlung zugelassenen Währungen nach den an der Börse üblichen Kursen festgesetzt. Alle Stempel, Verkehrserlaubnisscheine, Spezialerlaubnisscheine und Geleitbriefe, die laut den Verfügungen 30. 39, 44 und 46 den Verkehr regeln, werden am 30. September 1923 erneuert. Den gegenwärtigen Inhabern dieser Stempel oder Erlaubnisscheine wird eine Frist von 15 Tagen gewährt(also bis Mittemnacht des 15. Okober), um das erforderliche zu tun. Ist diese Frist verstrichen, werden auf die Zuwiderhandelnden die in dieser Materie vorgesehenen Strafen angewandt. Die gegenwärtigen Verfügung wird um Mitternacht des 30. September 1923 in Kraft treten. 1 Die Reichsinderziffer für die Lebenohaltungskosten (Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtung. Bekleidung) beläuft sich nach den Feststellungen der kom. Generals der Trupven vorgesehenen Geldstrafen Goldmark fest. Sie lautet: „Die von den Militärgerichten in Anwendung der Verordnungen des kom. Generals der Trupven auferlegten Geldstrafen werden in Goldmark ausgesprochen. Die Zahlung der von den französischen Gerichten auferlegten Geldstrafen wird nach Auswahl des Verurteilten eleistet, entweder in Paviermark oder in französischen ranken nach dem letzten offiztellen Dollarkurs an der ariser Börse, bekannt am Tage der Zahlung. Die ahlung der von den belgischen Gerichten auferlegten beldstrafen wird nach Auswahl des Verurteilten geleistet entweder in Papiermark oder in belgischen Franken nach offiziellen Dollarkurs an der Brüsseler Börse Tage der Zahlung. Gegenwärtige Verordng tritt sofort in Kraft.“ Die zwette Verordnung Nr. 70 betrifft Beschlagnahmung der Brennstoffvorräte sowie der Koblenunterprodukte und lautet: „Die Interalliierte Kontrollkommission für Hütten und Bergwerke kann im ganzen besetzten Gebiet jeden Brennstoff= sowie Kohlenuntervroduktenbestand auf der Erde. auf Rädern oder schwimmend von wo er auch berrührt beschlagnahmen. unter der einzigen Bedingung, daß dieser Bestand einem deutschen Staatsangehörigen hört. Jede Person. welche den Verfügungen ge tiger Verordnung zuwiderhandelt. verwirkt eine dem letzten bekannt am nun Seenovelle. Von Hans Adebar=München. Man fühlt in dem Speisesaal, dessen Flügeltüren gegen den See geöffnet sind, nichts von der drückenden Schwüle, die über dem Lande liegt. Wohl sind die Gesichter glutheiß. Aber sie sind es von innerer Wärme, von der allgemeinen Festtreude, die bei der ganzen Hochzeitsgesellschaft beerscht. Auch die Braut und der Bräutigam glüben. Wenn sich ihre Blicke finden, wenn seine Hand schmeichelnd die ihre berührt, wenn sie, eine Sekunde alles vergessend, an seiner Schulter lehnt, dann geht eine Lebenswelle durch ihr Gemüt, denen draußen gleich, die sich azurblau mit weihen Schaumkronen am Strande brechen— aufgestiegen aus unergründlicher Tiefe, froh bewegt, geheimnisvoll verrauscheno Nur eine im Saal sitzt bleich und stumm— die Schwester der Braut, deren Augen sich kaum je einmal von ihrem Teller erheben. Sie scheint traumverloren in sich selbst zu lauschen. Und doch liegt auf ihrer Stirne ein Frieden, über ihrem ganzen Gesichte eine Rube, daß niemand von denen, die hier weilen, etwas abnt von dem furchtbaren Kampfe, der in ihr tobt. Die Schwester hat ihr den Liebsten geraubt, der freilich nie etwas wußte von der Liebe, die in dem stillen, stolzen Mädchen für ihn seit Jahren entbrannt war. Auch die Schwester, die glückliche Braut, weiß nichte davon.„Sieb nur". flüstert sie ihrem jungen Gatten zu,„wie Else ganz in sich versunken ist! Ich bin überzeugt, daß keine unser Glück tiefer fühlt wie sie— sie ist der seltenste Mensch, der hier an der Tafel sitzt.“ Draußen sind Wolken aufgezogen. Die Sonne verfinstert sich hin und wieder. Aber bier innen merkt man von all dem nichts. Plötzlich erhebt sich Else und tritt an das Klavier. Man ist solche plötzlichen Entschlüsse von ibr gewöhnt. Es wird still im ganzen Saal. Ihre weiche, tiese Stimme klingt zu den leisen Akkorden, die ihre bebenden Finger aus den Tasten rufen. Wunderbar ist das Weibelied, das alle bannt. Die herrlichen Worte des Dichters. des Tonsetzers engreisende Melodien scheinen übertroffen zu werden von der Hingabe, mit der das stille Mädchen sie zu Gebör bringt. Kein rauschender Beisall folgt ihrem Vortrage. Alles ist so ergriffen, daß die ödeste Phrase stumm bleibt. Nur Braut und Bräutigam treten auf sie zu und tassen ihre beiden Hände. „Else!“ flüstert die junge Frau.„Du hast uns das Beste gegeben, was wir Reichbeschenkten heute empfingen. abe Dank!“ „Dank!" wiederholt der junge Gatte. Sie lächelt und geht an ihnen vorüber in den Garten hinaus— den Strand hinunter. Gleich darauf hört man ein Ruder in den See gleiten „Sie will allein sein“, sagt die Braut.„Sie ist immer o. Ich kann es verstehen.“ Er nickt. Draußen— fünfzig Meter vom Ufer— wo das schlanke Segelschiff hält, legt Else den Nachen an den Rand des leichten Sealers. Bald nachher rauschen die weißen Leinwandseiten an den Masten emvor. Das Schiff wendet sich und schneidet mit flatternden Segeln hinaus in die vom nahenden Gewitter noch unberührte, glatte Flut. Die Gesellschaft ist vor das Haus getreten und folgt bewundernd der sicheren Fabrt. Kleiner und kleiner wird das Sealboot. Mitten auf der weiten Flut scheint es einem bestimmten Ziel unaufhaltsam zuzustreben. „Hoffentlich kehrt sie bald zurua....“ bemerkt jemand. „Ja. ja, das Wetter ziebt schnell berauf...“ sagt ein anderer. Die Braut lächelt.„Keine Angst um Else! Sie ist die vorsichtigste und gewandteste Sealerin weitum. An dem Tage, an dem wir uns verlobten— nicht wahr, Heinz?— hat sie uns beiden bei einem jähen Unwetter durch ihre sichere Hand das Leben gerettet.“ Er nickt und greift nach der Rechten seiner jungen Gattin, als ob er sich noch einmal ihres Besitzes vergewissern wollte... Plötzlich pfeift ein scharfer Windstoß über das Wasser bin. Im Nu hat sich das Bild der spiegelnden Fläche verändert. Das tiefe Blau ist verschwunden. Dunkles Grün. stellenweise bis zum Schwarz verdüstert, breitet sich über die geveitschte Blut, aus der weiße Schaumkämme aufsteigen, sich böber und böber türmen und heulend am Ufer „Nun wär's mir doch lieber“. meint der Vater der beiden Schwestern,„wenn sie zurückkehren würde.“ Aber man siebt das Boot nicht mehr. Der Sturm bat den Blick in die Ferne genommen. Prasselnder Regen streift über die deöbnenden Wogen. Zuckende Blitze Bilden eine Feuerleiter zwischen Wolken und Wellenarund. Die Gesellschaft ist in den Saal zurückgetrieben worden. Man hat die Lichter angezündt und die Läden geschlossen. Hier innen herrscht behagliche Helle. Um die Tafel gebt fröhliches Geplauder. Die meisten haben das Mädchen draußen auf dem Wasser vergessen. Aber Braut und Bräutigam finden den Ton nicht mehr, der hier leicht beschwingt um die Tafel gebt. Sie haben sich leise meggeschlichen und stehen Hand in Hand im ersten Stock an einem breiten Fenster, von dem sie das wildschöne Naturschauspiel überblicken können. „Ich wollte, sie wäre nicht weggefahren....“ flüstert die Braut. Er schlingt-den Arm fest um sie.„Damals war es doch ebenso schlimm und sie hat uns alle drei gerettet. Hab keine Angst für sie allein!“ Sie kauern sich still in zwei niedere Samtvolster. Hin und wieder tritt eins von ihnen ans Fenster. Leichter atmen sie auf, als nach nicht gar zu langer Zeit der Sturm sich bricht, der Regen nachläßt, das Heulen und Brausen draußen erlahmt, ein blauer Streifen am Himmel aufblitzt und mit einem Male wieder die leuchtende Sonne über den ruhigeren Wogen glänzt. „Sie hat nun gewiß eine stille Zuflucht gesucht und gefunden und wird nun bald zurück sein“, sagt er zu der noch immer ängstlichen zungen Frau. Da stößt sie einen dellen Schrei aus und weist in das Wasser binaus. Ein gekentertes Segelboot treibt auf den Wellen... Welt und Teben. Hans Pfitzner und die Romantik. aturalismus. Von Margarete Schuope. „Nun schmiede mich, den letzten Stein an einen Deiner tausend Ringe. Du Gott.— vil guter Dinge und, Hssepesg, Ba.“ letzte Drittel des vorigen Jahrbunderts wurde Die Wahrheit aus9 der ungen tte mit der Jahrhundertwende ein: trotdem bestand r Naturalismus weiter fort. Der Krieg mit seinen Wirklichkeit nun so in den Vorsie sich auch in der Kunst bis zur gesteigert hat. Mit Freuden begrüßt und ich Das aebrschen burch den rücken zing dem Künstler über die Hochbaltung önheit. Die Revolution gegen diese Anschau ie mit der Jahrhundertwende ein: trotdem## MAs We Folgen hat die brutale— dergrund gedrängt, daß sie Unerträglichkeit gesteigert ich meine Leiter an von Tönen.— Ich trage dich binauf zu höchstem Schönen.“ Die Romantik mit ihrem ganzen Zauber an Sehnsucht, an Erde und Himmel durchschweisender Beweglichkeit wird wach in Pfitzners Musik. Er erinnert an Schumann. der der reinte Vertreter der musikalischen Romantik ist. Straffster Rythmus und wiegendes Melos. *ersehbar— Schmerz. “ seine sche dabei eine unübersehbare Fülle von Lust und Schm. Rube und Sturm geht durch seine Musik. Gleich se große Cello Sonate ov. 1 ist eine einzige musikal! Gebärde des sich Ausweitens. des sehnsüchtigen Hinausstrebens ins Land der Romantik. So auch in den Liedern: „Zugvogel".„Stimme der Sehnsucht".„Abendrot“. „Nachts“.„Es fällt ein Stern herunter“. Die beiden letzten sind besonders von ergreifender Schönheit. Wie ein Vogelruf tönt der bebende Klang des Leides und der Sehnsucht in all diesen Liedern wieder und erinnert an das Wort des Skalden in Ibsens Kronprätendenten: „Ich empfing die Gabe des Leids. und so wurde ich Den stärksten Ausdruck Pfitznerscher Eigenart fi# tr in seinen Opern.„Der arme Heinrich“, den er finden als innerlich vollendeten Kir eine Geistiaten, bir————— Meister erkennen läbt. Rittertum und Kirche. schlichte Gefolgschaftstreue und fromme Einsalt, adlig stolzes Reckentum und christlich webmütige Weltentsagung werden hier durch Tonzauber zu neuem Leben erweckt. Die beiden nächstern Opern„Rose vom Lieb prd„Thrlstelsein'. und getagst in duftioke. Ge elige Verschwärmtheit. Im Frühjahr 1915 bat ann seine„Palestrina" beendet, das Werk, das ang in sich getragen hatte und das sein kenntnis I. Palestring ist Pfivner. Die euerk antstanden und Pfitner erzählt seld Ses ch Pfitznerwoche auffübrung. 88 rischen Gestaltung des Stoffes. so, vollständig erocde in München erlebte das Werk seine Urgewang# bestin ist von die Musik gewa das Wort. und Pfitzner erweist sich überall Künstlernatur und als echter# um die Tagesmode den Weg de gende Gesetz ihn geben beidt.# st. diein sich die gottgewollte , a l s r e i f e kann. der Wee her 2 — nisstrafe bis zu 5 Jahren und eine Geldstrafe bis zu 500 000 Goldmark oder auch nur eine dieser beiden Strafen. Gegenwärtige Verordnung tritt sofort in Kraft.“ = Hochsaison der Diebe. Die fehlende Straßenbeleuchtung wird bereits von lichtscheuem Gesindel ausgenutzt. Nachdem in der Nacht zum Montag, dem 17. September. in einem Schuhgeschäft am Alten Markt eine Schaufensterschei be eingeschlagen und einige Paar Schuhe entwendet wurden, zertrümmerten Svitzbuben in der Nacht zum Dienstag. dem 18. September. wiederum Es Verbrechern in der Dunkelbeit zu entkommen, delt sich hier zweifellos um dieselben Täter, die in der en Zeit den handelt sich bier zweifellos um dieselben r.— k—. letzten Zeit schon 15 Schaufenster eingeschlagen und beraubt haben. Von der Polizei ist festgestellt worden, daß bei einigen Geschäften die Rolladen während der Nacht nicht heruntergelassen worden waren, wodurch den Dieben die Arbeit natürlich sehr erleichtert wurde. Die Ladeninhaber werden in threm eigenen Interesse aufgefordert. die Rolladen und Gitter vor den Schaufenstern während der Nacht zu schließen. — Achtung! Am 18. September wurde der Mantel einer Dame. die mit ihrem Mann durch den Stadtgarten ging. in der Näbe des Einganges von einem Unbekannschmutzigen Flüssigkeit bespritt. sandelt es sich um die Tat eines kro“ Vermutlich handelt es sich um die Tat eines krankhaft Veranlagten, wie dies schon mehrfach von der Polizei in verschiedenen Städten festgestellt wurde. Da anzunehmen ist, daß sich der Täter noch mehr Opfer aussuchen wird. werden die Frauen hiermit gewarnt. = Gastrolle eines Kinderwagens. Auf der Bochumerstraße hatte eine Frau ihr Kind spazieren gefahren. Als sie nun nach Hause zurückkehrte, ließ sie den Wagen mit Kissen und Decken im Hausflur steben und brachte zuerst das Kind in ihre Wohnung. Als die Frau aber wieder in den Flur kam, mußte sie zu ihrem Erstaunen feststellen. daß der Wagen versowunden war. Noch mehr staunte sie aber am anderen Tage. Sie sab ihren Wagen wieder: dieselben Decken, dieselben Kissen lagen darin. nur einen anderen Insassen und eine andere Fahrerin hatte er bekommen. Die Polizei veranlaßte, daß der Wagen wiederum den Besitzer wechselte. Für die Frau, bei welcher der Wagen nur die kleine Gastrolle gegeben hat, wird die Sache allerdings noch ein Nachsviel haben. — Zu uliebsamen Szeuen kam es am letzten Dienstag im Residenztbealer. Infolne der Verkehrsschwierigkeiten und anderer Umstände war es dem Besitzer des Theaters nicht möglich gewes# reits angefün.— Es war ihm aber im letzten Augenblick gelungen. erhalten. Wäbrend der einige junge Bur den Anforderungen des Haushaltsplanes entsprechend ge ändert werden. Das Kollegium ist damit einverstanden. — Der zweite Punkt der Tagesordnung befaßt sich mit dem Erlaß eines Ortsstatutes über die Vereinfachung des Verfahrens zur Abänderung der Sätze von kommu. nalen Abgaben. Der Erlaß bezweckt die Einsetzung einer Kommission zur näheren Festsetzung der kommunalen Abgaben. um damit nicht das ganze Kollegium beschäftigen zu müssen. Der Vorsitzende glaubt, daß die Bildung einer derartigen Kommission für Sevinghausen nicht notwendig sei. da der Gemeinderat Sevingbausens nur aus 6 Gemeindevertretern bestehe. Die Gemeindevertretung ist derselben Ansicht.— Ein Vorschlag der Verwaltung zur Erhebung einer Getränkesteuer findet vorerst noch keinen Anklang. Die Angelegenheit wird vertagt „Die Hundesteuer soll auch in Sevindie für den 1. Hund in einem Haushalt 5 Millionen Mi betragen soll. Der 2. Hund mit 35 Millionen Mark und der 3. Hund mit 75 Millionen Mark besteuert. Der Bockhalter verlangt eine Erhöhung der Entschädi gung. Der Amtmann wird beauftragt. noch lungen deswegen mit ihm zu führen.— Die für die Waisenräte und Schied in der Einfuhr leichter Rotweine wird Spanien große Mengen liefern können. zösischen durchaus ebenbürtig. Hinderlich für die Entwicklung des deutsch=spanischen Weinhandels sind die seit Januar 1923 geltenden deutschen Weinzölle von 60 bzw. 70 Mark Gold. Sie haben stark prohibitiv gewirkt. Es ist nicht ausgeschlossen, daß diese Positionen herabgesetzt werden, wenn Spauien in dem seit lange in Beratung stehenden neuen Handelsvertrag u." sall auch in Seninghausen u, sich zu einer Erleichterung in der Einfuhr deutscher höbt werden Man einiat sich auf eine Pauschallumme, Weine bereit erklart, In diesem Falle wird der deutschspanische Weinhandel mit der zunehmenden Kaufkraft Deutschlands bedeutend erstarken. Auch nach den östlichen Staaten Europas wird mit deren wachsender Konsolidierung ein zunehmender Handel einsetzen, für den Hamburg und Bremen in erster Linie als Transitplätze in Frage kommen. * Persiens Verbindung mit Deutschland. 1 Persiens Verbindungen mit Europa haben sich in der letzten Zeit bedeutend gebessert. Seit Ende 1922 kann man über Warschau direkt mit Persien telephonieren. Seit März besteht eine Lustverbindung Stockholm=Riga=Moskau=TiflisTeheran. Am bedeutensten aber ist die von der Hamburger Firma R. Wönkhaus u. Co. eingerichtete direkte Schiffsverbindung Ostsee=Newa=Wolga=Kaspisches Meer, durch die Deutschlands persischer Handel frei wird von dem Zwang der Benutzung englischer Linien zum Persischen Golf. Hoffentlich nutzt der deutsche Handel diese Verbindung gut aus. Gelegenheit dazu gibt es genug: so findet in Kürze in Teheran eine Warenausstellung von zweimonatlicher Dauer statt, an der sich voraussichtlich auch deutsche Firmen beteiligen werden. erhandEntschädismänner werden em Maßstab der gungen fü.. der Geldentwertung entsprechend nach de Inderziffer gleitend erhöht.— Der Vorsitzende macht das Kollegium mit einem Schreiben des Siedlungsverbandes bekannt. wonach dieser Verband der Gemeinde mitteilt. daß für Neubauten in der Gemeinde keine Mittel mehr seinerseits zur Verfügung ständen. Die Versammlung gibt im weiteren Verlause der Beratungen die Zustim. mung zur Errichtung einer Näh= und Handarbeitsschule. Am Unterricht sollen alle Frauen und Mädchen Sevinghausens ohne Unterschied der Konfession teilnehmen können Zum Schlusse kommt Go. Finke(S.) noch auf die Ruhrivende zu sorechen. indem er nach dem Verbleib der vom dem Amte der Gemeinde angewiesenen Spende von 60 Pfund weißen Bohne und 12 Pfund Exbsen fragt Die Spende war ursprünglich für die Gewerkschaften bestimmt. Sie soll aber nunmehr an die Ortsarmen verteilt werden. irs nicht möglich gewesen, zwei bestellte und beangekündigte Filme rechtzeitig bereinzubringen, rr ihm aber im letzten Augenblick gelungen. zwei gleichwertige Ersatzfilme zu erhalten. Wäbrend der Vorstellung verlangten nun einige junge Burschen stürmisch die Vorfübrung der angekündigten Filme. Natürlich fanden sie gleich Anbänger. die in jeden Radau einstimmten, zur Kasse gingen und die Rückzablung der Eintvittsgelder verlangten. Der Besitzer des Theaters klärte den Sachverbalt auf und wies darauf hin, daß bei den heutigen ungebeuren Leibgebühren ein Film jeden Tag laufen müsse: zum Transvort von einer Stadt zur anderen bleiben oft nur einige Stunden Zeit. Daber sei es möglich, daß bei den Verkehrsschwierigkeiten einmal ein Film ausbleiben könne. Dem müsse das Publikum Rechnung tragen. Trotz dieser einleuchtenden Erklärung berubigten sich die Lärmenden nur langsam. Die große Mehrzahl der Besucher verbielt sich rubig. — Einlösung von Gutscheinen der„Demag." Die Deutsche Maschinenfabrik A.=G., Duisburg, forden# alle Inhaber von Gutscheinen der„Demaa". Reibe A bis E und G bis K auf, die Gutscheine bei den auf den Scheinen angegebenen Stellen zur Einlösung einzureichen. Die Einlösung erfolgt in Duisburg bei der Deutschen Bank. der Duisburg=Ruhrorter Bank. der Essener Kreditanstalt und dem Schaffhausenschen Bankverein. = Der Städtetag über die Bildung von Stadtkreisen. Der Preußische Städtetag hat zur Vorlage der preußischen Kreisordnung beim Staatsrat Verwahrung dagegen erhoben, daß den Städten, die jetzt von einer bestimmten Einwohnerzahl an(im allgemeinen 25.000) einen gesetzlichen Anspruch auf Bildung eines selbständigen Stadtkreises haben, das Ausscheiden erschwert werden soll. Der Entwurf will die Bewilligung des Ausscheidens schlechtbin in das individuelle Ermessen des Staatsministeriums stellen, welches abwägen soll, ob die infolge Ausscheidens der Stadt etwa notwendige Umbildung des Landkreises nicht einen größeren Nachteil als die Stadtkreisbildung einen Vorteil bedeutet. Die aufstrebenden Städte erblicken hierin eine ganz außerordentliche Benachteilisung, da ihnen damit eines der wichtigsten lbständigkeitsrechte, dessen sie zu freier Entfaltung beessen sie zu freier Entfaltun. dürfen. genommen werden soll. In der Eingabe des Städtetages ist darauf hingewiesen, daß in einer etwa erforderlichen Umbildung oder Aufteilung des Restkreises vom Standpunkte der Allgemeinheit ein besonderer„Nachteil“ in der Regel nicht zu erblicken sei, daß jedenfalls aber bei Städten von mehr als 25 000 Einwohnern der Gesetzneber das Ueberwiegen der Vorteile einer aufwärtsstrebenden Entwicklung des Stadtgebildes obne weiteres anerkennen und deshalb den Anspruch auf Auskreisung von dieser Einwohnerzahl an bestehen lassen müsse. Aus dem Vereinsleben. = Jünalinasledalität Propstei. Sonntag, den 23. September, nachm. 6 Uhr. im groben Saale des Liebfrauenstiftes Feier des 31. Stiftungsfestes. Zur AuffübEESESE EIE von 8—9 Uhr N.. statt. Mitglieder erhalten ihre Eintrittskarte zum halben Preis im Vorverkauf. Gemeinderatssitzung Leithe. Leithe, 18. Sept. In der kath. Schule fand! eine Sitzung des Gemeinderates statt. Amtmann Bau= Curnen= Sport= Spiel. mann führte den Vorsitz. Der erste Punkt der Tages=(B. SLaII ordnung beschäftigt sich mit der Festsetzung des Ge= Jußball. meindehaushaltsplanes für 1923. Der Haus= Sportwoche des Sportklubs„Viktoria" 19 Rotthausen. haltsplan schließt in Einnahmen und Ausgaben ab! Vom schönsten Sommerwetter begünstigt, veranstaltete mit 302682000 Mk. Er ist nach dem Geldwert vom der Sportklub„Viktoria“ Rottbausen vom 8.—16. SevApril=Mai aufgestellt und schon längst überholt. Der zemper anläßlich seines Stiftungsfestes eine Sportwoche. große Grundbesitz soll zur Entlastung des kleinen Besitzes erhöht zur Steuer herangezogen werden. Die Versammlung ist damit einverstanden.— Der Erlaß eines Ortsstatuts über die Vereinfachung des Verfahrens zur Abänderung der Sätze der kommunalen Abgaben und Wahl eines Ausschusses steht hiernach zur Beratung. Auf einen Antrag Lückes hin wird dieser Punkt vertagt.— Der Erlaß einer Getränkesteuer, nach dem Schaumwein und Branntwein mit 15 Prozent und Bier und andere alkoholhaltige Getränke mit 5 Prozent besteuert werden sollen, findet keine einmütige Zustimmung. Die Angelegenheit wird auf Ersuchen der Mehrheit vertagt.— Die Hundesteuer soll erhöht werden. Die Verwaltung schlägt vor, daß für das 2. Vierteljahr die bisherigen Sätze, multipliziert mit der vom Staatsministerium herausgegebenen Verhältniszahl, als Steuer erhoben werden sollen. Danach kommt der 1. Hund auf 12,5 Millionen, der 2. Hund auf 37,5 und der 3. Hund auf 75 Millionen Mark zu stehen. Mit 5 gegen 2 Stimmen wird die Steuer in der vorgeschlagenen Höhe beschlossen. — Amtmann Baumann weist sodann auf eine Aenderung der Lustbarkeitssteuerordnung hin. Diese Steuerordnung legt den Begriff der Lustbarkeitssteuer näher dar. Die Gemeindevertretung hat nichts dagegen einzuwenden.— Die Lehrerschaft regte an, Svielstunden des Nachmittags wieder einzuführen. Das Kollegium ist der Ansicht, daß die Spielstunden jetzt im Herbst doch nicht mehr durchgeführt werden könnten. Im Frühjahr will die Versammlung sich nochmals damit beschäftigen. Der Vorsitzende teilt dann noch mit, daß die Reichskredite zur Versorgung mit Kartoffeln nicht vor Mitte Oktober zur Auszahlung kommen werden. Die Gemeinde müsse auf anderem Wege bis dahin Kredite beschaffen, sei es selbst durch Inanspruchnahme der Privatbanken. Dann aber würde eine erhebliche Verzinsung bezahlt werden müssen. Auch der Abtransport werde schwierig werden, da nur ein Bahnhof zur Verfügung stehe. Gemeindevorsteher Reiner sieht in der Beschaffung der nötigen Kredite die Hauptsorge für die Karkoffelversorgung. Uebrigens sei der seitens des Amtes zur Verfügung gestellte Kredit nur gering im Hinblick auf die Geldentwertung. Hierauf beschließt zum Schluß die Gemeindevertretung, Bürgschaft für die Beschaffung von Krediten zum Kartoffelankauf zu übernehmen. Gv. Kuhles(Zentr.) beantragt, auf den Kreis einzuwirken, daß er alles Erforderliche zur Beseitigung der Kartoffelnot unternimmt. Aus der Umgegenö. * Weitenfeld, 19. Sept. Dem straße wohnhaft, wurde aus der nn Remontolxuhr gestohlen. Nr. 10 538. nkauf wi—— Nr. 96144. ergmann I., Hauptbnung eine silberne „ Nr. 10 538. Gebäuse wird gewarnt. Sept. Einem Landwirt aus Ueb Wanner Gebiet weiden läßt. wu gestohlen. Der Dieb ist unbek Auf dem biesigen Wochenmarkte ndkorbe 35 Millionen Ueberruhr, rde ein annt. 35 M eumarkte ist unermittelt geuhr Vor An * Wanne, 19. S der sein Vieb auf schweres Rindg * Eichel, 19. Sept. wurden einer Frau aus dem Hand Mark gestohlen. Der Täter blieben. * H o r s t, 1 8. S e p t. A m F r e i t a g w e i l t e e i n h ö h e r e r Vertreter der Reichs=Eisenbahn=Direktion bei der Verwaltung der Zeche„Nordstern“, mit welchem der Plan der Errichtung einer Laderampe zwischen der Wirtschaft Bein, Kirchstraße, und dem jetzigen Bahnhofsgebäude besprochen wurde. Man nimmt an, daß das Projekt seine Genehmigung findet, da der entsondte Vertreter von der Notwendigkeit einer solchen Einrichtung in Horst=Süd überzeugt wurde. Der Gemeinde würde die Einrichtung zum größten Vorteil sein, da in Zukunft Waggonsendungen, die die Händler in Gladbeck, Buer=Süd usw. abholen müssen, über Buer—Bismarck—Schalke nach Horst=Süd geleitet werden können. * Medebach, 18. Sept. In einer der letzten Nächte wurde dem Metzgermeister G. B. von hier ein großer Teil seines Weizens, der draußen in Richten stand, entwendet. Die Diebe hatten die Aehren abgeschnitten und einen Teil der Garben gleich auf dem Felde ausgedroschen. 8 Nachen, 18. Sept. Am Sonntag shielten Sonderbündler, wie schon am vorhergegangenen Donnerstag, Versammlungen ab. Vor und nach diesen kam es zwischen Sonderbündlern und der Bevölkerung zu Zusammenstößen, bei deuen zwei bis drei Personen aus der Menge durch Schüsse verletzt sein sollen. Ein Sonderbündler erhielt eine schwere Verletzur einen Messerstich. letzung durch Gemeinderatssitzung Sevinghausen. * Gevinghausen, 19. Sept. Im Hause des Gemeindevorstebers Feldmann fand eine Sitzung des Gemeinderares statt. Den Vorsitz führte Amtmann Beumann. Die Festsetzung des Gemeindebais. haltsvlanes für 1923 beschäftigte zunächst das Kollegium. Der Vorsitzende ging kurz auf den Hausbaltsplan ein, der nach. dem Geldwert vom Apxil=Mai stellt. nur ein Provisorium sel. Er schließt in E#nnadmen und Ausgaben mit 159 780000 Mark ab. Im Winter dürfte ein Nachtragsetat notwendig werden. Die Gewerbesteuer= und die Betriebesteuerordnung müssen Vermischtes. Der deutsch=spanische Weinhandel. ( Nach den Einführungen von 1911—1913 berechnet, führte Deutschland vor dem Kriege jährlich durchschnittlich 33857 Tonnen Wein und 21064 Tonnen Weinmaische aus Spanien ein. Dieses stand damit an erster Stelle unter den in Deutschland Wein einführenden Ländern. Weitere Mengen spanischen Weines kamen auf indirektem Wege, besonders über Frankreich nach Deutschland. Die alten Beziehungen sind seit dem Kriege wieder angeknüpft worden, wenn sie auch noch lange nicht den Vorkriegsbetrag erreicht haben. Die Handelsziffern nehmen beständig zu. Vor allem gilt das für die vielfach zu medizinischen Zwecken verwendeten Dessertweine, wie Sherry=, Malaga= und Tarragonasorten. Auch die starken und farbhaltigen Rotweine kommen für den Verschnitt leichter deutscher Weine immer mehr in Aufnahme. Aber auch Als Eröffnungswviel standen am Samstag Rasen svort Rotthausen(Alte Herren) den Alten Herren vom Sporttius lltoria“„Rotthausen gegenüber. „Viktoria“ verlor dieses Sviel mit 1:0. Danach trasen sich am Sonntag Rasensport Rotthausen 1 und„Viktoria“„Rotthausen 1 im Gesellschaftsspiele. Beide Mannschaften lieferten den erschienenen Zuschauern einen schönen und fairen Kampf und der gute Schiedsrichter konnte beide Parteien mit dem Resultat 2:2 trennen. Im Anschluß hieran spielte Rasensport 2 gegen„Viktoria“ 2. Leider wurde das Spiel. welches unter der Unfähigkeit des Schiedsrichters litt. beim Stande von 2:1 für Rasensvort 25 Minuten vor Schluß abgebrochen. Ferner standen sich am Dienstus„ Vokifreunde“ Rotthausen 2 und„Viktoria“ 2 im Gesellschaftsspiele gegenüber. Hier war es„Viktoria“ vergonnt. nach schönem Spiel den Sieg von 2:0 an ihre Farben zu heften. Danach folgte am Mittwoch das Spiel„Sportfreunde" Rottbausen1 gegen„Viktoria" 1. Leider war„Viktoria“ gezwungen, für drei ihrer besten Leute Ersatz einzustellen und konnte somit nur ein Ergebnis von 2:2 herausholen Hierauf trafen sich am Freitaa Sportklub Rotthausen 2 und„Viktoria“. Am Schlusse dieses Spieles mußte sich Viktoria mit 5:0 als geschlagen bekennen. Trotz des Regens stellten sich dann am Samstag Spielverein Rotthausen Alte verren den Alten Herren von„Viktoria". Svielverein mußte, da er gezwungen war, mit 8 Mann anzutreten, den Sieg mit 3:2 den Alten Herren von„Viktoria" überlassen. Den Auftakt der ganzen Sportwoche bildete das mit großer Svannung erwartete refsen zwischen V. f. B. Gelsenkirchen 1 und„Viktoria 1, welches am Sonntag zum Austrag kam. Beide Mannschaften lieferten sich einen technisch schönen und fairen Kampf. Zum Svielverlauf sei kurz zu erwähnen: V. f. B. hatte Anstoß und es gelang dem Halbrechten von V. f. B. nach vorberigem verteilten Feldspiel, in der 20. Minute den ersten Treffer für seine Farben zu buchen. Darauf verteiltes Feldsviel, bis es dem Mittelstürmer von„Viktoria“ gelingt. in der 25. Minute den Ausgleich zu erzielen. Halbzeit. Nach Wiederanstoß wogt der Kampf auf und ab. bis es in der 35. Minute nach Halbzeit dem Linksaußen von„Viktoria“ gelingt, das zweite Tor zu treten und somit den Sieg sicherzustellen. Kurz darauf ist Schluß.„Viktoria“ hat es fertig gebracht, den Svitzenführer der A=Klasse im Gelsenkirchener Bezirk mt 2:1 zu schlagen. Besonderes Lob gebührt dem Schiedsrichter, der einwandfrei leitete. Vereinswettkämpfe des Turnvereins Ueckendorf. Die am vergangenen Sonntag vom Turnverein Ueckendorf auf seinem Spielplatze an den Gasbehältern der Zeche Rhein=Elbe ausgetragenen Vereinswettkämpfe brachten folgende Ergebnisse, die leider durch den voraufgegaugenen Regen, der die Laufbahnen durchweicht und unlaufbar gemacht hatte, sehr beeinträchtigt wurden: ) Drei ballwurf, 7 Max Auriga 55 p., 51 P., 5. Heinrich Fluche 49 P., 5. Wilhelm Heil 49 P, 6. Leo Zimmermann 48 P., 7. Wilhelm Körber 46 P, 8. Wilhelm Wendel 40 Punkte. b) Dreikampf der Jugend 07/08(Hochsprung, Schlagballwurf, 100 Meter Lauf): 1. Kurt Hartmann 68 P., 2. Willi Schmull 66 P., 3. Gerhard Männich 62 P., 4. Fritz Kraus 52 P., 5. Heinrich König 51 P, 6. Ernst Isekeit 50 P., 7. Günther Krallmann 40 P. c) Dreikam Kugelstoßen, 100 2. Erich verrmann d) Dreikampf der B=Klasse(Weitsprung, Kugelstoßen, 100 Meter Lauf): 1. Fritz Spittka 38 P., 2. Heinr. Spittka 36 P. e) stoßen, 39 P., 5. Georg Pfeiffer 38 P ) Dreikampf der Altersturner(Weitspr., Steinstoßen, 75 Meter Lauf): 1. Emil Hölker 51 P., 2. Rudolf Naujoks 39 P, 3. Gerdsmeier 36 P., g) Dreikampf der Turnerinnen 07/08(Hochspr. Kugelstoßen, 75 Meter Lauf): 1. Cläre Krämer 43 B., 2. Hilde Krämer 36 P. h) Dreikampf der Turnerinnen 06 und ättere (Weitspr., Kugelstoßen, 65 Meter Lauf): 1. Lina Krämer 44 P., 2. Auguste Seidel 41 P. Einzelkämpfe: a) Schüler: 75 Meter Lauf: 1. WillisKraus 11 4/5 Sek. 1. Heinr. Fluche 11 4/8 Gek., 2 Heinr. Ippers und Walt. Herrmann je 12 3/8 Sek., 3. Willi Peitz 196/5 Sek: Weitsprung: 1. Willi Kraus 6.90 Meter. 2. Willi Peitz 3.50 Meter, 3. Walt Herrmann 3.50 Meter: Schlagballwurf: 1. Kraus 62 Meter, 2. Fluche 41 Meter, 3. Herrmann und Auriga je 39 Meter: b) Jugendturner 08/07: 100 Meter Lauf: 1. Willi Schmull 12 1/8 Sek., L. Kurt Hartmann 18 Sek., 3. Ernst Isekeit 14 Sek.: Kugelstoßen: I. Hartmann 11,30 Meter, Schmull 9,60 Meter, 3. Isekeit 8,90 Meter; Weitsprung: 1. Schmull 5,20 Meter, 2. Hartmann 4,70 Meter, 3. Fritz Kraus 4,60 Meter; c Jugendturner 05/U6: 100 Meter Lauf: 1. Jos. Krämer 12 Sek., 2. Erich Herrmann 13 1/8 Sek., 3. Buschmann u. Beruh Sporra je 14 Sek.; Schlagballwurf: 1. Jos. Krämer 54 Meter, 2. Sporra 53 Meter, 3. Buschmann 48 Meter; Hochsprung: 1. Krämer 1,45 Meter, 2. Herrmann 1.45 Meter berührt, 8. Buschmann u. Sporro je 1,35 Meter berührt; d)B=Klasse: Diskuswurf: I. Theod. Reismann 26,50 Meter, 2. Fritz Bartsch 23 Meter, 3. Hugo Vories 91,70 Meter. Hochsprung: 1. Heinrich Spittka 1,50 Meter berührt, 2. Joseph Krause 1,45 Meter, berührt(durch Los) 3. Ludwig Guder 1,45 Meter berührt(durch Los). Steinstoßen: 1. Bartsch 5,80 Meter, 2. Reismann 5.30 Meter, 3. Fritz Spittka 5,10 Meter: Schleuderballwurf: 1. Reismann 38,70 Meter, 2. Joseph Michels 38,60 Meter, 3. Guder 37,50 Meter. 100 Meter Lauf: 1. Krause 12% Sek, 2. Heinr. Spittka 13 1/8 Sek., 8. Fritz Spittka 13 4/5 Sek. Kugelstoßen: 1. Bartsch 9,30 Meter, 2. Michels 8,90 Meter, 3. Bories 8.80 Meter. e) A=Klasse: 100= Meter=Lauf: 1. Jos. Krämer 11⅛5 Sek., 2. Knappert 12 Sek., 3. Joh. Golz 12 1/5 Sek., 4. Aug. Welter 12 3/5 Sek.: Hochsprung: 1. Knappert 1,50 Meter, 2 Golz 1,40 Meter, 2, Deynhausen 1,40 Meter; Kugelstoßen: 1. Nausoks 9,57 Meter, 2. Oeynhausen 9,16 Meter, 3. Pfeiffer 9.06 Meter: Kugelschocken: 1. Naujoko 13,56 Meter, 2. Knappert 12,88 Meter. L. Höcker 11,61 Meter: Schleuderballwurf: I. Naujoks 44,74 Meter, 2. Knappert 43.25 Meter, 3. Oeynhausen 37,93 Meter; Diskuswurf: 1. Knappert 30,65 Meter, 5. Naujoks 29,85 Meter, 3. Melang 26,45 Meter: Steinstoßen: 1. Pfeiffer 7,45 Meter, 2. Knappert 7,05 Meter, 3. Naujoks 6,50 Meter. 1) Turnerinnen: Kugelstoßen: 1. Hedwig Schmidt 6,70 Meter, 2. Cläre Krämer 5.25 Meter, 3. Hilde Krämer 3,50 Meter: 75=Meter=Lauf: 1. Hedw. Schmidt 12 Sek., 2. Cläre Krämer 13 Sek., 2 Hilde Krämer 13 Sek.; Schlagballwurf: 1. Cläre Krämer 36,90 Meter, 2. Hedw. Schmidt 35,50 Meter, 3. Hilde Krämer 33,50 Meter. Faustballspiele. II. Tv. Ueckendorf gegen II, T. u. Ballsp. V. Wattenscheid 43:33. I. Tv. Ueckendorf gegen I. T. u. Ballsp. V. Wattenscheid 60: 66. Jugend Tv. Ueckendorf gegen Jugend T. und Spp. Gelsenkirchen III. 26:23. I. Altersmannschaft To. Ueckendorf gegen II. Altersm. Tv. Ueckendorf 42:30. Handballwettspiel. Tv. Ueckendorf gegen Turn= u. Ballspielverein Wattenscheid 3:1. Bei der anschließenden Siegerverkündigung nahm der anwesende Gauvertreter des Ruhrturngaues, Rektor Urselmann, Horst=Emscher, Gelegenheit, verdienstvollen Mitreichen. Handel und Gewerbe. 1 Dollar= 181 545000 Mark. Günther Krallmann 40 g ipf der Jugend 05/06(Weitsprung, 0 Meter Lauf): 1. Joseph Krämer 57 P., inn 48 P., 5. Herm. Buschmann 35 P. Berliner Börse Mitgetellt von der Darmstädter und National-Bank Kommandit-Oesellschaft auf Aktien Fillale Geisenkirchen. Die Notierungen erfolgen in Millionen Prozenten. Deutsche Anleihe 12. a. 17. 9. P eb. Reichsanleibe!—— Schiffahrtsaktien Deutsch. Austral. D Hamb. Amerik Nordd. Lioyd Hansa Dampt. stral. D I— k. Pats 18 1 1 Bankaktien Barmser Bank-Ver. Berliner Hand.-Oes. Comm.- u. Privath. Darmetädter Bank Deutsche Bank Diek. Com.-Anteil Dreadner Bank Esgener Cppd.-Anst.)— 115 Industrieaktien Adlerwertee Allg. Eleictr. Oes Annener Qußstahl Augab.-Nürr Bad. Anilin Baicke Maschin Baroper Walz v. Bemberz 1 P. mann Eleicts. Bismareichütte Bochumer Qußstahl Böhler Oebrüder Bösperde Walzw. Buderne Eisen Busch Lüdensch. Busch Waggen Chem. Ortesa. Elekt. Chem. industr. Oels. Consolldat. Schalke Daimler Motoren Dtech.-Lux.-Bergw. Deutsche Erdet. Deutsche Kabel Deutsche Kall Deutsche Maschln. 17.#. Dynamit N Eleenw. Kraß Elberfelder Parben Eleistz. Licht-Kraft Ischweller Berge Essener Steinkohl. Fahlberg. List Co “elten- Qullleaume 18. 8. Haberm. 4 Hann. Masch. Egest Hartrort Drückend HarpenerBergwerk Haeper Eis. u. Stah Heckmann Höchster P Höech Ele. u. Stahl Hoheniche Werkce Huberrus braurrani. Hambeld Maschin. lies Berabes Kall Aechersieben Köln-Nouss. Bergw. Köin-Rettpreil Körttag Gebe Kreth. Küppersbusch Kytlhäuser Hôtte Lahmever...— 510 Laurahütte 12001 1350 Lindenberg Stahl Lindström Cer Linke Hotm. Werte Löwe Lud.& Co Lorenz C. Lothr. Hütte Magdeburg, Bergw. Mannesm. Köhren Mansfeld Meyer Dr. Moterentabr. Deutz Mülh. Bergwerkver. Nerddeutsch. Wolle Oberschles. E.-Bed. Oberschl. E.-I. Care Oberschles. Kohrw Orenstein& Keppei nin Bergban * Hermann shols Papier Braunkohle Metall Vorz. Nass Berge ein. Stahlwerke Westf. Sprengst. *— Hütte Schneider Huge Schöndortl Oebr. Schuckert& Co. Slegen=Sot. QußSiemens& Halelce Stolberger Zink. Tietz Leenhard Ver. Dtsch.Nickelw. Ver. Olanzet. Elbert. Vegel Telexr. Draht Vogländ. Maschtn. Rsturw. Geisenn egelin& Hübner 1388 1388 18. a. 1 17. 8. 2100 Holland Beltien Italien Amerika England Frankreich Schweit Dtsch.=Oester Amtliche Devisenkurse. 19. September 18. Sevtember Geld Weies Geld Brief 71 421 000 71779000 58 842 500 59 147 500 8 778000 8.822000 7182000 7218000 8 039 850. 8 080 150 6583 500 6616 500 181 545 000 182 455 000 149 625 000 150 375 000 822 934 500 827 042 050 678 300 000 681 700 000 10 573 500 10 626 500 8 578 500 8 621 500 31 920 000 32060 000 26334 000 26 466 000 255 360 256 640 214 462 215 538 Der Mittelkurs. ) Verlin, 19. Sept. Der für die Durchführung der Devisenverordnung maßgebende amtliche Mittelkurs des Dollar ist deute am 19. September 182 000 000. Berliner Börsenbericht. Berlin. mach auch wbeide:— markt im Verein mit einer Abschwächung der Devisen veranlaßte an der Effektenbörse anfangs sehrstarke — Aufnahmefähigkeit die um 20—5 kotes virPalutapaviere wurden ger stark betroffen. Oesterreichische Werte stellten sich zum Teil höher. Nach Erledigung der anfänglichen Abgaben wurde die Haltung allgemein widerstandsfähiger. Zu den ermäßigten Kursen zeigte sich auch erwas Kauflust. die vereinzelt zu mäßigen Erhöbungen führten. Berliner Produktenbericht. — Berlin, 19. Sept.(Telegr.) Am Produkten= markte konnte wegen der herrschenden Geldknappheit das Geschäft keinen größeren Umfang gewinnen. Tendenz unterlag eletch., Nachmittag nach Her, Höhz.„Das Angebet war gering und die Zurückhaltung der Käufer grof für Hafer zeigte sich wenig Unternehmungsluft. Me war ruhig. Der Konsum verhielt sich abwartend. Butsse Reichsgetreidestelle batte gestern Nachmittag noch betreliche Posten Roggen gekauft. Die Weizenvreise hielten sich etwa auf der gestrigen Höhe. Das Ange 19. Sept.(Telegr.) Die neue erstmalta per Erscheinen mit 170 Mi terstoffe waren wenig verändert. Neue Ansfubrliste. 2: Berlin, 18. Sept. Eine Bekanntmachung der zuständigen Ministerien setzt mit Wirkung vom 27. September 1923 alle bisborigen Ausfuhrverbote außer Kraft und bringt eine neue Liste der Waren, die in Zukunft noch einer Ausfuhrbewilligung bedürfen. Die neue Veröffentlichung weist im wesentlichen nur noch Nahrungsmittel, Rohstoffe und gewisse Halbfabrikate auf, an denen die deutsche weiterverarbeitende Industrie interessiert ist. Durch eine gleichzeitig veröffentlichte Verordnung wird auf Grund des Notgesetzes die Faktur=Erneuerung und Bezahlung von Exportwaren mit hochwertiger Valuta vorgeschrieben Die Soldanleide an der Börse. = Berlin. wurde heute amtlich notiert Die Erhöbung der Srotzhaudelopreise. ## bendeispreise dat ka nach, Prchzanger s S t a t i s t i s c h e n R e i c h s a m t e s i n d e r Z e i t v o m 1 1. b i s eotember um 212.8 v. H. auf das 36=millionenfache riedensstandes gehoben. Der Dollarvreis ist in der n Zeit von 66.2 Mill. auf 150 Mill. oder um 126.“ gestiegen. lo das das Goldnireau 5 grfachr. Diese Die infelge, der Peuregelung der Kodlender amtlichen Absabevreise für Brotgetreide um 2448 v. L. auf das 33.3=m stieg, während die Einfubrwaren an wärtsbewegung um 138.3 v. H. auf das 49.5=mil aren dre ns f um 2d A KERHAT des Briedengandes. Niederrhein. Wettordfenst Aachen=Essen. ( Der Zurtz##.#. von Woben der wieder pestieoen. Bewöt Der S 21, die Schse Binise ihbie fasechüichr d. vereinzelt geringer Regen. Die heutige Ausgabs umfaßt 8 Seiten. und Handelsprojekte. Man hat sich nachgerade daran gewöhnt, daß die gierung andauernd neue Projekte zur wirt etregierung andauernd neue schaftlichen Hebung des zerrütteten N kündet, Projekte, mit deren Ausführung es noch im zum mindesten stark gehapert hat, falls sie nicht Ende oder schon am Anfang ein Begräbnis erster Kl irgend zur hes verimmer am erster Klasse in den Aktenbündeln irgenb eines Volkskommtssariats fanden. Solchem Schicksal scheint auch ein Plan entgegenzugehen, von dem das Reich nur größten Nutzen haben könnte. Es handelt sich um die Gewinnung von elektrischer Energie aus den vielen Wasserläufen Rußlands und Sibiriens. Für Rußland sollen 14, für Sibirien 6,5 Millionen PS gewonnen werden. Damit würden in der Schiffbarmachung der russischen Flüsse ein großer Scheitt vorwärts getan werden. Bei der Riesenausdehnung des Reichs und der dadurch bedingten natürlichen Weitmaschigkeit des Straßenund Bahnnetzes ist die Schiffbarmachung von Flüssen eine Notwendigkeit. Namentlich sollte dies, dann geschehen, wenn die Arbeiten verhältnismäßig so einfach sind, wie beim Dujepr, dessen Ausnutzung in dem erwähnten Projekt als eine besonders wichtige Aufgabe bezeichnet wird. Der 2260 km lange Strom hat auf einer Strecke von 75 km eine Reihe von Stromschnellen, die ein Gesamtgefälle von 37 m haben. Diese Strecke will man durch einen Schiffahrtskanal umgehen, der bei der Stadt Alexandrowsk ein Kraftwerk mit 300000 PS Leistung unterhalten soll. Der Ausbau dieses Kanals würde sich für die Getreide= und Zuckergebiete des ukrainischen Westens als höchst segensreich erweisen und dem ganzen Gebiete einen bedeutenden Aufschwung sichern. Einen solchen erhofft man auch für den gesamten Handel Rußlands von den deutschen Versuchen, eine direkte Schiffssverbindung einzurichten, die von Hamburg aus über St. Petersburg, das Marienkanalsystem, die Wolga ins Schwarze Meer nach dem persischen Hafen Euseli führt. Nachdem im vorigen Jahre ein Dampfer der Hamburger Reederei A. Bolten die Fahrt erfolgreich durchgeführt hat, will jetzt die Russischdeutsche Transtthandelsgesellschaft den Verkehr einrichten. Man ist jetzt eifrig damit beschäftigt, die Kanäle in Ordnung zu bringen. Die russische Regierung erklärt, die Bestrebungen der deutschen Schiffahrt mit allen Kräften fördern zu wollen, weil durch die neue Verkehrslinie auch Rußzlands eigener Handel mit Persien eine Belebung erfahren wird, die wieder dem Einfluß Rußlands in Südpersien zugute kommt. Die ganze Angelegenheit bedeutet einen wichtigen Schritt in der Entstaatlichung der russischen Binnenschiffahrt. Die Regierung hat sich vor kurzer Zeit ent schlossen, die Schiffahrt auf der Wolga, dem Dujepr und anderen Strömen wieder in Privathände zu geben, da bisher der Staat nur mit Verlusten gearbeitet hat — eine Erkenntnis, die den Kommissariaten ja bereits auf anderen Gebieten der Volkswirtschaft zum Bewußtsein gekommen ist. Bei den Beratungen waren auch die Direktoren der großen Häfen anwesend. Diese forderten lebhaft den Ankauf von See= und Flußschi im Auslande, da man nicht warten könne, bis die havarierten Fahrzeuge geflickt seien. In Wladiwostock, Odessa, Petersburg und Archangelst sollen Freihäfen eingerichtet werden. Es sind dies dringend notwendige Forderungen, wenn man bedenkt, daß beispielsweise die Republik des Fernen Ostens ganze 7 Schiffe ihr eigen nennt. Damit wird man keinen großen Außenhandel betreiben können, zumal man fremden Schiffsraum durch zahlreiche Einfuhrverbote fernhält, die nnter anderem jast sämtliche Metallwaren, Mineralien, Ackerbauerzeugnisse, Holz, Farben und Chemikalien betreffen. Weiterhin sind lebhafte Bestrebungen zur Erschliehung Sibiriens im Gange, das ja durch die große Ueberlandbahn nur gauz ungenügend dem Handel zugänglich ist. In Kürze soll eine große englische Expedition, die„Karische Expedition“, direkt von London aus zur nordstbirischen Küste abgeben. Diese wird aus vier Dampfern mit 420000 Pnd Exportwaren bestehen, die in Begleitung eines Eisbrechers zur Obmündung fahren werden. Durch den russischen Genossenschaftsverband„Arkos“ werden ihr aus Omsk Flußfahrzeuge mit 200000 Pud Häuten, Fellen usw. entgegenfahren. Die Umladung soll im Obischen Meerbusen stattfinden. Jedes Jahr soll dann in der eisfreien Zeit die gleiche Operation wiederholt werden. Man wird in Deutschland aufmerksam diese Sache verfolgen müssen. Etwas Aehnliches war 1920 schon einmal von deutscher Seite für den Jenissei geplant. Die Bedeutung des Planes wurde jedoch nicht so gewürdigt, daß er greifbare Geätte. Um so licher Genehmigungen eingeholt werden. Damit wird * einge in erster Linie der deutsch=russische ller schö „ Handel getroffen, dessen Aussichten trotz aller schönen Verträge und Abmachungen sehr vermindert werden. Die Bemühungen tschlands müssen demnach zunächst dahin gehen, daß ussen die bisherigen Verträge einhalten und diese nicht immer wieder durch neue Verordnungen durchPreugen. Provinzielles. * Menden, 19. Sept. Der Fuhrknecht des Landwirts heile aus Langschede wurde vor einigen Tagen auf der ahrt nach Hemer von 2 Männern ums Mitfahren geeten. Nachdem kossen. verließen sie einige sie binte 15 eit die Gastfreundschaft en letzten Häusern an deder erlodner Landstrabe den Wagen und schlugen sich in die #le bemerkte der Fuhrmann. 5 Milkach einer Weile bemerkte der ünner aus der Rocktasche 1 nahen Büsche dab ihm die e. lionen Mk. berausgestohlen hatten und deshalb so eilig verschwunden waren. Die Gauner sind unerkannt entkommen. * Oberhausen, 18. Sept. Ein hiesiger Mieter bekam von seinem Hausherrn ein Schreiben folgenden alts:„Da das Geld keinen Wert mehr hat die Bitte, kaufen. * Coesfeld, 19. Sept. Der Münsterländische Händlerverhand, Interessenvertretung für die Provinz Westfalen. macht bekannt: Nach langem Kampf ist, die Konzessionierung des Handels erreicht. Der Handel mit Lebens= und Futtermitteln darf am 1. Oktober nur auf Grund einer besonderen Erlaubnis ausgeübt werden. Der Wandergewerbeschein oder die Legitimasse beskeiten vorbanden sind. sonn in der Zweck verseblt und statt der beabsichtigten Ersparnis tritt infolge per Verlust durch Verderden eine erhebliche Mehrausgabe ein.— Außer den geeigneten Räumlichteiten gevort eine gewisse Sachtenntnis dazu, um größere Lebensmittelmengen in gebrauchsfähigem Zustand zu erhalten. Da der Hausboden sich nur selten zum Aufbewahrungsort eignet. komerster Linie Kellerräume in Frage. Daß solche. men in erner Linie Kellerraume in Frage. Daß so in denen die Zentralbeizung untergebrucht ist, vollig ungeeignet sind, weitz natürlich jede Hausfreu. Dasselbe gilt von feuchten, duntlen Kellern ohne Lüftung. Wo lein Fenster vorhanden ist. kann man keine Vorräte aufbewahren, ohne sie der Gefahr des Verderbens auszuletzen. Selbstveritändlich mur ein Gemülekeller frostfrei sein. Bevor man an die Unterbringung von Kartoffeln. Obr und Gemüse geht. lüfte n zn den Keller medrere Tage gründlich. Empfehlenswert ist es. Deae und Wände jedes Jahr einmal weißen zu lassen.: Jo sauberer die Raume sind, desto besser halten sich die Vorräte. Kartoffeln machen in dieser Hinsicht die geringsten Ansprüche. sie verderven auch in weniger guten Kellern nicht so leicht. Politische Streikbewegung in Baden. Million= 8 Pfeunige), spare ich mir die Mühe, Miete einzuziehen. Ich schenke sie Ihnen mit der te, den Kindern ein paar Bonbons dafür zu onskarte hat nur dann Gültigkeit, wenn diese besondere elaubnis vorhanden ist. Nur ganz zuverlässigen Händirn, bei denen ein volkswirtschaftliches Bedürfnis zum Bescheinigunförden die Mö dirke andeln vorliegt, darf in Zusunft diese Bescheinigung ausgestellt werden. Endlich ist den Bebörden die Möglichkeit gegeben, den unreellen und preistreibend wirkenden Händler auszuschalten, und die seit der Nachkriegszeit allzusehr angeschwollene Zahl der Händler zu beschränken. Aufgabe der Händlerorganisation und der Verbraucherschaft ist es. nun aber diese, im Interesse der gesamten Volkswirtschaft geschaffenen gesetzlichen Bestimmungen zur Durchfübrung zu bringen. Es muß einmal mit eisernem Besen gereinigt werden. Es muß zum Wohle der Allgemeinheit und zur Unterstützung des reellen Händlerstandes einmal energisch durchgegriffen werden. Die Landwirte werden darauf bingewiesen, daß sie empfindlich bestraft werden, falls sie mit Handlern, die nicht im Besitze der erforderlichen Handelserlaubnis sind. Geschäfte zu Handelszwecken abschließen. * Golingen, 19. Sept. Die Solinger Kriminalpolizei hat zwei Geschäftsleute aus Gräfratb und Höhscheid verhaftet. welche wollen. Die Wenn un... leute, einem Gräfrather Spediteur, zur Beförderung über geben worden. * Krefeld, 17. Sept. Billiges Kirmesfleisch hatten die Süchtelner. Ein dortiger Metzger hatte sich mit der —. Geschäftsleute aus Gräfratb und Höhscheid die Waren im Werte von 75 Milljiarden. ibnen nicht gehörten, nach Köln hatten verkaufen . Die Waren waren einem der verhafteten Kaufstalt angenommen hätte. mehr wird man sich anstreugen müssen, wenn der englische Plan gelingt. Das ist noch keineswegs sicher, denn das Volkskommissariat für Außenhandel geht machwal sehr merkwürdige Wege. So hat es jetzt wieder angeordnet, das die Eintädten schon 5—6 Millionen Mark je Pfund gezahlt wurde. Die übrigen Süchtelner Metzger paßten sich dieser Preisverbilligung an, so daß der Fleischverkauf für die Kirmestage in Süchteln sohr rege war, = Köln, 18. Sept. Der Verein der Kaffeehausbesitzer Köln hat in seiner gestrigen Sitzung beschlossen, ab 1. Oktober alle Kölner Kaffeehäuser zu schließen, da die erhöhte Lustbarkeitssteuer die Aufrechterhaltung der Betriebe nicht mehr lohnend erscheinen läßt. * Mörs. 19. Sept. Von dem Landwirt K. in Lintfort war ein von ihm beim Kartoffeldiebstahl betroffener Bergmann angeschossen worden. Hierauf zon eine große Menschenmenge auf den Hof des Landwirts und demolierte dort die ganze Einrichtung. Außerdem stahlen sie alles. was ihnen in die Hände geriet und mißhandelten einen der Söhne des Landwirts auf das schwerste. Den Gutshof steckte die Menge darauf in Flammen und son sich dann zurück. * Neuß, 19. Sept. Wie teuer heutzutage auch das Rindvieb ist, zeigt die Tatsache, daß ein Gutsbesitzer bei Nieverheim eine Milliarde Belohnung ausgesetzt hat auf die Ermittlung der auf die Ermittlung der Täter, die iym nachts Stall eine junge schwere Kuh gestohlen haben. Päter, die lohnu ihm mnung ausgeser.. nachts aus dem Behanölung der Wintervorräte im Haushalt. Von Ernst Edgar Reimerdes. In Anbetracht des hohen Wertes. den die mittelvorräte des Haushalt Teuerung zu sorgen. vorräten. kann nur vorausgesetzt, daß man sie während des Winters einigemale nachstebt und die angefaulten Knollen schleunigst ausschneidet. Das ist in diesem Jahr besonders zu beachhten. weil wir einen sehr feuchten Sommer hatten. der die Neigung der Kartoffeln zum Faulen begünstigt. Zur Aufbewahrung unseres wichtignen Nabrungsmittels. der Kartofsel. benutzt man am besten Kisten oder Fässer mit Luftlochern bzw. Lattenboden und Deckeln. Man achte auch darauf, daß die Kisren nicht direli auf dem Kellerboden stehen, da sonst die Luft von unten keinen Zutritt hat. Am einfachsten ist es. die Kisten durch untergeschobeue Steine etwas zu erhöben. Um die Feuchtigkeit von den Kartoffeln sern zu halten, pflegt man wohl Stücke und angestoßzene, feuchte oder bereits angesaulte Knollen entfernen.— Nach Moglichkeit schichte man die Kartoffeln nicht höher als 75 Jrm. auf. da sie sich sonst bei längerer Lagerung erwärmen und Feuchtigkeit ausscheiden. wodurch Fäulnis und andere Krankheiten entstehen. Wenn man keine Holzkisten besitzt und die Kartoffeln auf dem Boden ausbreiten mus, lege man Bretter oder Papier unter. Gut halten sich Kartoffeln auch in Erdgruben (Mieten), die jedoch für städtische Haushaltungen nur selten in Frage kommen. en wertSüte ia volle Nährstoffe, die sich im letzten Stadium des tums in or Erde noch entwickeln. Am besten Gemüle in einem Beei aus Sand und Torfmull. das eine Höhe von 30—40 Ztm. haben muß. Man steckt Wurzeln. Rote Rüben, Teltower Rüdchen. Schwarzwur#eln. weiße Rüben mit der Spitze nach unten in den Sand hinein. Wurzeln(Karotten) halten sich auch ohne Sandbeet. nur muß man das Kraut von ihnen völlig entfernen. Meerrettig und Sellerie werden. nachdem die Wurzeln beschnitten worden sind, nebeneinander in gezogene Rillen gesteckt. Vor allem ist darauf zu achten, daß die zur Aufbewahrung bestimmten Wurzeln. Rüben usw. unbeschädigt sind. weil sie sonst faulen. Steckrüben bewahrt man außerhalhades Sandbeets auf, ebenso Kohl, Endiviensalat und selbstverständlich Zwiebeln, die sich in einem Netz oder zu Bunden vereinigt auch in einer kühlen Speisekammer gut halten. Kohl legt man am besten auf Lattengestelle, wo die Luft Zutritt hat. Man achte darauf, daß sich die Kohlkörfe nicht berühren. Faulende Blätter sind natürlich zu entfernen. Zeigen Wurzeln die Neigung einzuschrumpfen, so verbrauche man sie möglichst bald. Blumenkobl. den man mit sämtlichen Blättern und den Stengeln daran einkellert, hält sich am besten, wenn man ihn an einer Schnur aufbängt.— Wer Obst aufbewahren will. bringe es niemals mit Gemüse und K sammen in einem Raum unter, da unangenehmen Geschmack annimmt.,—.—Obst muß vor dem Einkellern stets erst einige Tage lagern damit die ihm anhaftende Feuchtigkeit abdunstet. Dasselbe gilt von Kartoffeln. Daß Aepfel und Birnen sich am besten auf Lattengestellen halten und nicht zu Haufen geschichtet aufbewahrt werden dürfen, ist wohl genügend bekannt. Verlangen ablehnte. werken zu ziehen und den zu erswingen. roht. ruck des heute nach den s beanspruchten Geldes ba (Telegr.) Die vom —e ende Bewe n Freiburg Fuß'gefaßt. Heute kundigte Generalstreik. 5 gefahren werden. weil Heizer un zur Arbeit kamen. Ueber die Laze wird weiter folgendes gemeldet ganze Bewegung hat einen ausgesprochen voliti] baratter, da die wirtschaftlichen Forderungen der Arbeiter durch Vereinbarungen mit den Arbeit. gevern bereits geregelt lind. Nach Verhängung es Ausnahmezustandes ist in den oberbadischen Arbeitsbezirken im allgemeinen wieder Ruhe eingetreten. Wie in Freiburg selbst ist es zirks zu einer vollständi na hat nunnieh eute beginnt der angerühzüge konnten nicht Lokomotivführer nicht die chen au ligen u anderen Orten des Berheitsniederlegung gekommen. In Lörrach hat das Gas=, Wasser= und Elektrizitätswerk den Betrieb eingestellt. Bei den Demonstrationen. die gestern vor dem Rathause in Freiburg Der Essene unter erhebZeitungen schienen. Die Erschließung Afghauistans. (*) Die Erschließung Afghanistans nimmt unter dem tüchWährend eines der Dost aufbewahren ind Kartoffeln zu. Frisch leicht einen gepflückter A Berlin, 19. Sept.(Tel telmarkte erfuhren die Preise eine Verdoppelung. In den ten bemächtigte sich defrauen, über die rung große Exregung und es kam verschiedentlich zu tumultarischen Szenen. Von der Zentralmarkthalle aus zogen einige Hundert Frauen vor das Rathaus und schickten eine Deputation zum Magistrat. Ste verlangten, daß die Stadt Gemüse und Kartoffeln ihrer Güter zum Verkauf bringen solle. Beamte der Schutzpollzei# streuten schließlich die Menge vor dem Rat aus. zerWeinheim. 19. Seot. Einen Scheck über mehr als 3 Milliarden Mk. ließ an einem Schalter des Hauptbahn. hofes ein Ingenieur liegen. als er sich eine Fahrkarte nach Darmstadt gelöst hatte. Wenige Augenblicke später merkte er den Verlust. aber die Brieftasche war schon verschmunden. Der Finder, ein junger Mensch aus Hammelbach, hatte schleunigst den Scheck bei der biesigen Filial der Rheinischen Kreditbank zur Einlölung präsentiert. Dort schöpfte man jedoch aus dem scheuen Benehmen des Burschen Verdacht. Als der junge Mensch das merkte, erklärte er. draußen nach einem Rade seben z müssen und flüchtete. Im selben Augenblick wurde geben. gänglichsten Länder der Welt war, strebt man jetzt danach, mit europäischen Staaten Verbindungen anzuknüpfen. So wurden in Moskau, Berlin, Paris, Rom, Brüssel seit 192! Gesantdschaften eingerichtet. Viele Studenten gingen nach Deutschland und Frankreich, um in diesen Ländern technische Kenntnisse zur Hebung der Wissenschaft ihres Vaterlandes zu erwerben. Schon 19=1 wurde mit Rußland ein Handelsvertrag über freie Durchfuhr durch Rußland geschlossen. Mit England steht Afghanistan in Verhandlungen. Mit der Türkei besteht seit 1921 ein Bündnis. Italien hat es verstanden, sich weitgehenden Einfluß auf die Bodenschätze des Landes zu sichern. Eine italienische Studienkommission hat seit 1922 große Läger von Blei, Schwefel, Kohle, Salz, Silber, Eisen und Kupfer festgestellt. Zur Einrichtung von Kraftwagenlinien erhält Italien ein langfristiges Monopol. Die erste Linie von Kabul zur indischen Grenze verkehrt bereits. Seit Vanderlips berühmter Reise im Sommer 1922 zeigt auch die Union Interesse an dem Lande. Es wäre zu wünschen, daß auch Deutschland nicht zurückstände, damit es nicht nach Jahren zu spät kommt. Steigende Kautschukproduktion— sinkender Absatz. — Die Kautschukproduktion Niederländisch Indiens zeigt in letzter Zeit eine ganz bedeutende Entwicklung. Auf Sumatra gab es im letzten Jahre Pflanzugger, im Umfange von 164627 Hektar, von denen 77 Hektar ertragfähig waren und 38400 Tonnen Kautschuk lieferten. Ueber 51000 Hektar waren in holländischem Besitz, der größere Rest entsiel auf Ausländer. Deutsche besaßen leider nur 1060 Hektar, von den 1660 Hektar 853 Tonnen lieferten. Aber der Kautschukmarkt ist mehr denn je flau. Man will daher eine vermehrte Propaganda für die Verwertung von Kautschuk ins Werk setzen. Die Internationale Vereinigung voor de Rubber Cultuur in Red.=Indie wird zusammen mit der englischen Rubber Growers ten: werden. An einem großen Erfolge dieses Feldzuges darf allerdings gezweifelt werden. Ein vermehrter Kautschukbedarf wird wohl kaum eintreten, ehe nicht in Mittel= und Osteuropa wieder stabile Wirtschaftsverhältnisse eingezogen sind. Rurzschluß durch eine Eule „„„Auf der Sottbardlinie ist jüngst durch eine schluß verursacht worden. Ueber dieses Ere der„Bote der Urschweiz“ mit folgenden la satte da am vorletzten Donnerstag ab im Tellsplattentunnel so zwischen 9 lendezvous verabredet und setzte sich in drabt ermas inzwischen seine Geliebte geraubt und ermordet. so er die Flügel. kam dabei dem Isolatorenträger ein dis chen zu nahe und vardam— ein übermächtiger Strabl. und des Uhus Leben zerstob wie Puder im Wind. Der Isolator samt dem Träger verspritzte mit einem Mordsklapf". und der schönkte Kurzschluk war entstanden. der vom Ritomwerk bis nach Sihlbrugg spürbar war. Wohl war durch Abarenzung die Gegend- des Kurzschlusses bald berausgefunden, aber es dauerte fast zwei Stunden. bis die Störung gehoben war.“ in Anspruch nahm. Nun sah er, daß Nicolat das Mädchen in seinen Armen hielt und die braunen Augen groß und verwundert aufgeschlatzen waren. Und dann vernahm er das folgende Gespräch: „Wo bin ich denn, Friedrich?“ fragte eine im höchster Grade verwunderte Stimme. „Zei mir, Liebling!“ antwortete eine andere, in der Zärtlichkeit und Aufregung wunderlich um die Herrschaft stritten.„Ist Dir etwas geschehen? Bist Du verletzt?“ „Passiert?— Verletzt?—— Hartungk!“ Sie schrie auf.„Er wollte mich umbringen!“ Nicolai hatte sie in denseben Sessel gesetzt, in dem sie tören angenehmen Träumereten nachgehangen hatte. Und nun gad es ein kurzes Klagen und ein langes Trösten. „Und dann— wurdest Du ohnmächtig?“ Sie schüttelte den Kopf mit dem etwas in Unordnung geratenen blonden Haar. Ihren Vater, der nun in ihrem Rücken stand, hatte sie noch gar nicht gesehen. „Rein, nein, ich war bei Besinnung.— Ob. es war entsetzlich.— Aber das Gewissen schlug ihm wohl plötzlich, denn er warf mit einem Male den Dolch von sich und stürzte fort. Dann siel ich hin.“ Der Kommissar trat zurück und schloß leise die Tür. In großer Eile verließ er das Haus und warf sich in das unten harrende Auto. „Nuch dem Rathause! Schnell!" befahl er kurz. An demselben Abend noch wurde Hartungk im Bienbaumschen Wäldchen mit durchschossenem Herzen tot aufgesunden. Der Körper lag neben dem Strauch, auf dem er seinerzeit das Stück Foulardseide gefunden haben wollte. Drei Tage später gab Nicolai dem verblichenen Feind das letzte Geleit. Er war der einzige Leidtragende, der hinter dem schmucklosen Armesündersarg berging. Ein Gefühl der Traver erfüllte ihn in der Tat. Schweres hatte er durch diesen Mann erdulden müssen, aber er dankte es ihm, daß er eine edle Regung hatte Gewalt über sich gewinnen lassen und ihm dadurch das allerschwerste erspar blieb. Um die Zeit, da der Nevolverschus im Birnbaumschen Wäldchen knallte. befanden sich Mohn und die Familie Theissen bereits in den Händen der Polizot. Die Tochter wurde indessen noch an demselben Tage entlassen, de sich ofort herausstellte, daß sie von dem verbrecherischen Treiben der Eltern keine Kenntnis hatte. Diese und Modn leugneten anfänglich, brachen dann aber vollständis zusammen, als sie die Schwere des gegen sie vorliegen. den Boweismaterials erkannten. Ste legten nun ein rücksichtsloses Geständnig eb. das auch mit dem Ergebnis der inzwischen über ihr Vorloden gepflogenen Ermittlungen Übereinstitamte: Danach hatten die drei schon in der Stadt Saarbrücken jahrelang das unsaubere Gewerbe des Hehlens ausgeübt. Dort wie hier hatte Theissen die gleiche Praxis befolgt und stets in der vordersten Reihe der Schreier gestanden. was den Verdacht lange von ihm fernhielt. Als er schließ. lich doch auf ihn fiel, nahm man eine unerwartete Daussuchung vor, die indessen völlig ergebnislos verlief. Auf Grund schwerwiegender Anzelchen wurde er trotdem ia eine Anklage verwickelt, wegen Mangels an Beweisen aber freigesprochen. Da man nun einmal auf die drei aufmerksam geworden war, wechselten sie den Schauplatz ihrer Tätigkeit. Theissen beteuerte nun, daß er die feste Absicht gehabt habe, nicht mehr in den früheren Febler zurückzufallen. Es lag auch in der Tat kein Grund vor, diese Beteuerung anzuzwetfeln, soweit sie die ersten drei Jahre seines nunmehr fast vierjährigen Aufenthaltes anging. Der geschäftliche Mißerfolg, der ihn an den Rand des Ruins brachte, hatte diesen guten Vorsatz aber so bedenklich erschüttert, daß er der Versuchung erlegen war, als Morkowokt ihm durch Mohn zugeführt wurde. Nach seinen und Mohns Mitteilungen hatte sich der Raub auf„Bardara=Tiesbau" sast genau so zugetragen, wie ihn der Scharfsinn des Kommissars vekonstrutert hatte. Theissen und Mohn fingen die Leinwandbeutel am Fenster auf und warteten in einiger Entfernung die Rücktedr Morkowokis ab. Die Verfolgung durch den Direktor Hergelauf wollten haben, vielmehr sei das durch Unternehmen den Rück nicht bemerkt rtungk gescheben, der dem Unternehmen den Rücken zu decken hatte; er sei es auch geslen, der den tödlichen Streich geführt habe. Da diese tung nicht zu widerlegen war und auch nicht ein mal unwahrscheinlich klang, mußte man sie gelten lassen. Ueber die Vorgänge, die auf den Mord folgten, gaben ste übereinstimmend die folvende Darstellung: bartungk erteilte ibnen. nachdem er den Mord verübt hatte, den Auftrag, den Körver, aus dem sie alles Leben entfloben glaubten, beiseite zu schaffen und die Spuren zu entfernen. Er selbst suchte in aller Eile seine Wobnung auf, denn sie muhten damit rochnen, daß der Raub jeden Augenblick entdeckt und dann die Direktionsvilla alarmiert werden würde. Gie datton nun die Absicht, den. Erschlagenen nach dem unbebauten Gelände der Hafenstraße zu schaffen, als sich bereits Anzeichen erwachenden Lebens in der Rosengasse demerklich machten. Sie beschlossen nun, ihn liegen zu lassen und zur Erkläruns den Einbruch zu fingieren, wobei der sehr aufderegte Theissen des Guten zu viel tat, indem er den ganzen Laden durcheinanderwarf. Workowoki bestätigte alle diese Angaben und fügte noch binzu, das Hartungk ihn am vorbergebenden Tage aufgesucht habe, um ihn zur Flucht zu veranlassen. Er sollte die Aufmerksamkeit auf sich lenken, da jener aus verschiedenen Anzeichen schloß, das das Geheimnis verraten sei. Dagegen verfiel der Schuhmacher sofort in die alte Taktik des Schweigens, sobald er nach seiner eigenen Vergangenheit oder nach seinem Verhältnis zu dem kurländischen Baron gefragt wurde. Diese Art der Verteidigung der schlauesten Fragestellung gegenüber erwies unangreifbar. Eine nicht gerlnge Ueberraschung bereitete dem Kommissar die Feststellung, daß Morkowski sich ebensowenig binter einem falschen Namen verborgen hatte wie Hartungk, sondern in der Tat jener gut beleumundete Schuh. macher aus dem polnischen Dorfe war. Der Umstand, daß er eine deutsche Mutter hatte, erklärte die gute Beherrschung dieser Sprache zur Genüge. Danach war der Hang zum Verbrechertum erst in Amerika und vermutlich durch die Einwirkung von Hartungk, den er jedenfalls dort schon kennen gelernt hatte, in ihm erwacht. Der undurchdringliche Schleier, der über dieser Zeit lag, lieb sich dagegen trotz aller Mühe, die man sich gab, und trotz aller jonseits des groben Teicher angestellten Nachforschungen nicht lüften, und Morkowoki war zum Reden nicht zu bewegen. Dagegen war es sehr wahrscheinlich, daß der Schubmacher in den beiden Jahren, die er in Deutschland verGewerbe eines Hoteldiedes nachwar. Aber auch vier reichte das Belastungszu einer Anklags nicht aus, se dab er sich gleich tüngsten Straftaten bummelt hatte, dem Gewelrn ges nad gegangen war. Aber auch vier reichte das Belastungsmaterial zu einer Anklags nicht aus, so dabe seinen Spiebsesellen nur wegen der jüngsten zu verantworten hatte.— Am Abend des Tages. an dem die Verbrecher zu hoden Zuchtbausstrafen verurteilt wurden, schrieb Doktor Heinrich Greve sein Abschiedsgesuch. In einem der früheren Kapitel ist gesagt worden, daß es um die öffentliche Meinung ein eigentümlich Dina sei Die vielberufene Volksstimme hatte sich in unserem Falle auch in der Tat als recht schwankend erwiesen und nach einer dem Archivar anfänglich wohlwollenden Haltung den verderblichen Stein ins Rollen gebracht. Sie zeigte sich aber auch, als die überraschende Aufklärung kam, frei von falscher Rechthaberei, und Doktor Nicolat war nun der neidlos und ebrlich gefeierte Held des Tages. In der Stadtverordnetenversammlung kam es sogar anläßlich des Magistratsantrages, den Silberschrein des Freigrafen Gerbard Hennecke als Geschenk des wieder mit allen Ehren in seine Aemter eingesetzten Archtvars und Direktors des städtischen Museums anzunehmen, zu einer Sympatdiekundgebung, die indessen wohl auch durch das peinliche Gefüdl mitbestimmt war, das ein unwürdiges Mitglied dieser Körverschaft in die Vorkommnisse verwickelt gewesen war und das Vorgehen der Stadt gegen den schuldlosen Beamten stark beeinflubt, datte. Der sonst sehr vorsichtige Here Hinkel hielt nun eine schwungvolle ede. in welcher er dem grohmütigen Geber den Dank nd die Erwartung hin sie der Bürgerschaft zum Ausdruck brachte aussprach, daß nun endlich das bis dahin ziemlich stief mütterlich behandelte Museum den Absichten seines verdienten Leiters entsprechend ausgestaltet werde. Doktor Nicolai sah in diesen Tagen mit einem glücklichen Lächeln auf die ihm von allen Seiten entgegengebrachte Zuneigung. Mochte sie auch bittere Empfindungen in ihm auslösen, so wurden diese doch überwuchert durch das Bewußtsein, gerade durch die ihm auserlegte harte Prüfung an das Ziel seiner kühnsten Träume gelangt zu sein. Es fehlte ihm aber auch an Zeit, Betrachtungen über diesen Punkt anzustellen, da eine gewisse junge Dame jede seitner freien Minuten mit den kleinen und doch so unendlich wichtigen Sorgen der Ausstattung des zukünftigen Heims in Anspruch nahm. Dabei oab er den ersten treit, der zwar einen sehr wenig ernsten Charakter hatte, aber keineswegs kurz war und mit einem unbestreitdaren Siege Leontines endete. Während er nämlich für einen mehr oder weniger altertümlichen Anstrich des erwähnten Nestes war, buldigte sie dem Geschmack der Gegenwart, der sich, wie gesagt, als der stärkere erwies. Doch füblte #ic Nicolat darüber keineswegs unglücklich. Es war an einem Maientage, als sie Hand in Hand in dem großen Mittelsaale des Museums standen, während unten der Wagen wartete, der das nun verbundene Paar zum Bahnhof bringen sollte. Sie befanden sich mit ihrem jungen Glück allein oder doch nur in der etwas wunderlichen Gesellschaft von seltsam verschnörkelten alten Truben und Schränken, mächtigen Zinngefähen und Glaskästen mit dem naiven Schneick auen und de Einngefaß Lstästen“ der Frauen und dem groben Handgerät der Männer einer seit. In der Mitte stand ein eichenes Gestell, rissig und hart oworden war durch die unArbeit vieler Jahre, und darauf auf einem vurpurnen Deckchen das Glanzstück des Museums, der Silberschrein des Freigrafen Gerbard Hennecke. Durch die Oberlichter Rachen die Strablen der versinkenden Sonne und umspielten die Köofe der Apostel, die ungeschlacht und stämmig, wie fast alles in diesem Raum, zwischen ihren Skulen standen. Leicht fuhr die Hand des Mannes darüber din. „Möge dieses ehrwürdige Gerät, das uns im Unglück, zusammenführte, auch dos Sinnbild unseres Glü“es sein!“ sprach er foierlich.„Im sicheren Hasen, fern dem Hader der Menschen, uns selbst genücsam und denen zur Freude, die uns nabe steben!“ „So sei es.“ erwiderte sie leise, und der warme Druck idrer Hand strömte wie eine Blutwelle zu seinem Horzen. In diesem Augenblick flammten die Connenstrablen einmal auf und hüllten don Silberscheein in eine noch goldene Glut. — Enda— Erna Losner Alfred Löwenstein Verlobte. al Ta. Fronkfart a. 3. Ruchassenburg Rain September 1923. I rhäre hiermit die Verlobung mit Fräulein Agnes Müller, Bismarckstraße 141, meinerseits für aufgehoben. am" Karl Lau. Große Versteigerung. Freitag. den 21. Sept., morgens 10 Uhr, werde ich im Lokale Eickelkamp. Arminstraße 8. wegen Fortzugs 1 daukel. eichengeschnitztes Dielenzimmer. 1 weihes, engl. 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Unser lb. Mitglied Prau Karoline Uhlenbruch wurde in die Ewig. keit abberufen. Die Beerdigung ist Preitag morg. 8 Uhr vom Sterbehause, Gartenstr. 13. ans. Um zahlreiche Beteiligung bittet Der Vorstand. öffentlich meistbietend gegen bar versteigern. Besichtigung 1 Stunde vorber. 23846 Algemeine Oriskrankenkasse Schalbe-Bismwarek. Mit Wrkung ab 20. September d. I. oilt folgende Lohnstufeneinteilung: Stufe Tävl. Arbeitsverdienst Grundlobn Tägl. gesucht. Dampfbäck. Walte Keiserstraße 46 Mehrere 23835 Mädchen von 16 bis 20 Jahren. die meiken können. gegen sehr hoh. Lohn sofort gesucht. Frau M. Kuschmlerz. Gelsenk.-Bismarck. Haverkampstraße 37. kewerbam. Stellenvermittlerin. über 1000000 bis „ 3000 000„ „ 5 000 0o „ 7000 000„ „ 9 000 000„ „ 12000000„ „ 16000000„ 20 000 000 24000 000 28 000 000 34 000 000 1000 000 3 000 000 5 000 000 7.000 000 9 000 000 12000 000 16000 000 20 000 000 24000 000 28 000 000 34 000 000 40 000 000 Für Lehrlinge ohne Entgelt Außer den Beiträgen werden auf Grund des Gesetzes vom 23. März d. I. 2 Prozent Notzuschlaa erhoben Seitens der Arbeitgeber sind sofort, falls die Verrten nicht zur 12. Lohnstufe gehören. neue Lohnvernisse einzureichen. Falls Lohnangaben nicht gemacht den. erfolgt in allen Fällen die Einstufung in Stufe 12. Etwa zuviel erhobene Beiträge werden nicht zurück. erstattet. 23851 Der Vorstand. August West. Auktionator und Tarator. Viktoriastraße 60. Fleißiges 23895 Mädchen geg. hohen Lohn für sofort ges. Schuhmecher Oststraße 2. Speisehaus. Tüchtiges, chrl. Mädchen, nicht unter 18 Jahr. K—% welches zu Hause Auktionchalle Alter Markt 10, schlalen kann, sof. Bureau: Liborlusstr. 49. 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Möars Kotthauso. chsbausbrandbezugssc angefangene 1000 Mk. des für ner jestgesetzten Förderkodlenbreises ab Zeche. Dieser Betrag ist mtt der aus dem Schein vermerkten Menge mi vervielfältigen. Der Höchstvreis der zu zahlenden Verwaltungsgebühr ist das 20fache der für 1 Tonne erhobenen Gebühr. Gelsenbirchen, den 19. Sept. 1923. 23827 Der Oberbürgermeister. Bekannt machung betr. Breise für freies Brot. Rach Anhörung der Vertreter der erinnung und der Verdie Preise ——. September wie solet sehlosscht. Stu gegen 2 auch 3 2 mu. zu täuschen gesucht. Schäfers, Seidlitzstraße 13. 2. Etg. mit Pferdestall und Telephon, an der nicht unter 16 Jahr. Hauptstraße, stelle ich für ein rentables Unternehmen zur Verfügung gegen Oewinnantell. Bin Inhaber der Oroßhandelserlaubnis für Putter- u. Lebensmittel. Schriftl. Anerbieten unter Nr 23854 an die Geschäftsstelle dieser Zeitung. Wohnungen zu vermleten in Neubauten in verschiedenen Orößen zum 1. 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