E!, Gelsenkirchener Zeitung. Bezugspreis monatlich durch Boten zugestellt oder durch die Post bezogen 25000 Mk. W071 4241 B 4P anzsigenpreis für 1 mm Raumhöhe(27 mm breit) 350 Mk., im Ortsverkehr 250 Mk., fu Einzel=Rummer 1000 Mk. I KEA Wohnungs= und Stellengesuche, sowie Verkäufe nicht geschäftlicher Art 150 Mk. Erscheint täglich, guker an Sonn= und Festtagen. aIII# 2% IIII G8STTALZ" P.Hamee 1 sim Daumhöhe(211 mm nraitn 11100 an #1 Bezugspreis monatlich durch Boten zugestellt oder durch die Post bezogen 25000 Mk. Einzel=Nummer 1000 Mk. Erscheint täglich, außer an Sonn= und Festtagen. Gratis=Beilagen:„Gelsenkirchener Sonntage-Zeitung“ und„Am Herdfeuer“. Telegramm=Adresse: Gelsenkirchener Zeitung.— Postscheck=Konto Essen Nr. 131 46. Geschäftsstelle: Gelsenkirchen, Ahstraße 87, geöffnet von morgens 8—1 Uhr, 2—6 Uhr abends. Fernsprech=Anschluß: Amt Gelsenkirchen Nr. 124 und 125. Verlag und Notationsdruck von Chr. Münstermann in Gelsenkirchen. Ar asigenpreis für 1 mm Raumhöhe(27 mm breit) 350 Mk., im Ortsverkehr 250 Mk., für Wohnungs= und Stellengesuche, sowie Verkäufe nicht geschäftlicher Art 150 Mk. Reklamen 1 mmn Raumhöhe(80 mm breit) 1000 Mark. Für Aufnahmen an bestimmten Tagen und Plätzen, sowie für Aufträge mittels Fernsprecher wird keine Gewähr und für Druckfehler keine Haftung übernommen. Im Falle von höherer Gewalt, Streik, Aussperrung, Betriebsstörung hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung der Zeitung oder auf Rückzahlung des Bezugspreises. Etwaiger Ravatt gilt als Kassarabatt und kann verweigert werden, wenn Zahlung nicht binnen vier Wochen nach Erhalt der Rechnung erfolgt. Nr. 156(Erstes Blatt) Mittwoch, den 18. Juli 1923 59. Jahrgang. Amerika hält sich im Hintergrund. In Erwartung des englischen Antwortentwurrs.— Tösung der Reparationsfrage zum Herbst? Die Bedenken Amerikas. WTB Neuvork, 17. Juli.(Telegr.) Aus Washing= ton wird gemeldet: Die Stellungnahme Poincares gegen die Einsetzung einer internationalen Kommission zur Prüfung der deutschen Zahlungsfähigkeit habe den Sinn, daß die Aussichten auf die Teilnahme Amertkas an einer Regelung völlig in den Kinterarund treten. Es sei ein für allemal darauf hingewiesen worden, dah, wenn durch die Note Baldwins eine Einigung nicht zustandekomme, Amerika fortfahren werde, beiseite zu stehen. In Regierungskreisen vermögen man keinen Nutzen für die Vereinigten Staaten darin zu erblicken, dem Nevarationsproblem näber zu treten, bevor ihre Mitwirkung keinen praktischen Erfolg haben könnte. Angesichts des Gegensatzes zwischen Frankreich und seinen Verbündeten in der Nuhrfrage, vermögen die Regierungskreise nicht zu glauben, daß unter den gegenwärtigen Amständen etwa für sie gewonnen werden kann. Der und merkenswerter rungs=. Finanz Unterlage hierzu batten Arbeitsausschusse Französisches Für und Wider. Die Presse zu den Vorschlägen Baldwins. mi Barts, 17. Juli.(Telegr.) Die der Regierung nabestebende Presse versucht auch heute im verschärften Maße Einfluß auf die öffentliche Meinung in England zu gewinnen, indem sie die beiden Fragen des vassiven Widerstandes und des internationalen Ausschusses für die Abschätzung der deutschen Zahlungsfähigkeit in den Vordergrund rückt. Die Londoner Berichterstatter der Blätter glauben in diesem Sinne zu wirken, wenn sie der englischen Regierung zu Gemüte führen, daß sie sich in einem gewissen Widerspruch befinde zu der Mehrheit der öffentlichen Meinung in England, die besontere Rücksicht auf die öffentliche Meinung in Frankreich in diesen beiden wichtigen Fragen verlange. Inwieweit es den Tatsachen entspricht, daß starke Neigung innerhalb der englischen öffentlichen Meidie das. Soitern, Kaldwins misbilligt, zue sich heer nicht feststellen. Auffällig aber ist, raß sämtliche Berichterstatter dieselben Feststellungen mit denselben Erwägungen begründen. Nach dem gewöhnlich gut unterrichteten Berichterstatter des„Pettt Journal“ soll die englische Regierung der deutschen sogar durch den deutschen Botschafter in Lonton voroeschlagen haben, den Widerstand ernzustellen.(?) Auch habe Lord Curzon mitgeteilt, daß ihr die Verantwortung für die letzten Anschläge zufalle. Anstelle der interalliierten Untersuchungskommission halte man den Wiederherstellungsausschuß für vollkommen genügend und man brauche ihn nicht durch eine andere Körverschaft zu ersetzen. Dieser Standpunkt werde von einem großen Teil der öffentlichen Meinung gegenüber der englischen Regierung vertreten. Der Berichterstatter ist der Ansicht, daß von den Vereinigten Staaten eine Initiative ausgehen werde und glaubt sich zu einigen Mitteilungen berechtigt. Die britische Regierung hätte danach im voraus sich versichert, daß der englische Antwortent, wurt an Deutschlland in den Vereinigten Staaten gut ausgenommen wird. Es sei wohl sicher, daß man sich augenblicklich einer neuen Haltung den Vereinigten Staaten gegenüber befinde oder besser gesagt, daß die Vereinigten Staaten dieselbe Geneigtheit zeigen, wie im Dezember 1921. Niemand habe vergessen, daß die Vereinigten Staaten, wenn die Konferenz von nalitik ander Cannes zu einem euröväischen Einverständnis geführt hätte, in Genua eine aktive Haltung eingenommen hätten. Man hat in London nicht übersehen, daß Staatsfekretär Hughes den Vorschlag gemacht hat. das Entschädigungsproblem einer internationalen Kommission anzuvertvauen und in der öffentlichen Meinung Amerikas zeichne sich eine Bewegung zu Gunsten einer solchen Regelung ab. Underwood, der Führer der Demokraten, verlange eine auswärtige Politik der Mitarbeit mit den Verbündeten, damit Eurova wieder aufdebaut werde. Daß inzwischen offensichtlich darauf hingewiesen wird, die belgische Regierung stehe vollkommen auf dem Standpunkt Poincares, brauchte eigentlich nicht angeführt zu werden. Es ist aber ein starkes Stück, zu behaupten, daß mehr als ein Drittel der Abgeordneten der belgischen Kammer auf dem Standvunkt steht, das das Ruhrunternehmen geradezu verheerend auf den belgischen Franken gewirkt hat. Darum bemühten sich auch die Minister Theunis und Jasvar einen Ausgleich herbeizuführen. Tösung des Reparationsproblemt zum Herbst. Die Ansicht Benesch. (9. Berlin, 17. Juli.(Telegr.) Der Pariser Korrespondent der Prager Presse hatte eine Unterredung mit bem Außenminister Benesch. in deren Verlauf sich dieser vom Ergebnis seiner Reise und der politischen Lage befriedigt äußerte. Es bestehe die Hoffnung, das Nevarationsproblem zum Herbs zu lösen. Trotz der unleugbaren Verschiedenheiten der Ansichten der französischen und britischen Regierung habe Benesch von seiner Reise im allgeminen keinen vessimistischen Eindruck erhalten. ss Paris, 17, Juli.(Telegr.) Ministerpräsident Poincare hat heute den Präsidenten der Revarationskommission, Bartbou, empfangen. Smuts mahnt zum Frieden. &am London, 17. Juli.(Telegr.) Reuter meldet: Auf dem Kongreß der südafrikanischen Partei hielt General Smuts eine Rede, in der er auf die verwirrende Lage Europas hinwies und sagte, die Euroväer wüßten, wie man Krieg führe, sie wüßten aber im Gegensatz zu den Südafrikanern nicht, wie man Frieden machen müsse. Wenn Europa sich nicht erholt und die großen Absatzmärkte, die besonders englisch seien, nicht wieder berstellen werde, dann werde Großbritannien in eine furchtbare Lage kommen. Smuts sagte, er billige durchaus die Haltung des britischen Premierministers Baldwin und schloß mit wiederholter Betonung seiner Absicht, auf der britischen Reichskonferenz namens Südafrikas die„Schlacht des Friedens“ zu kämpfen. Um den englischen Antwortentwurf. Frühestes Eintreffen in Paris: Ende der Woche. ss. Paris, 17. Juli.(Telegr.) Unserem Korresvondenten hat man heute abend am Quai d'Orfay versichert, daß man vorläufig noch keinerlei Angaben über das Datum oder den Inhalt des enalischen Antwortentwurfes an Deutschland besitze. Jedenfalls sei aber anzunehmen, daß dieses Antwortprojekt frühestens Freitag oder Samstag in Paris eintreffen werde. Ueber die weitere Behandlung des Projekts sieht man voraus, daß diese sich wahrscheinlich ziemlich lange hinziehen wird. Man vermutet, daß England gar keine Antwort der Vereinigten Staaten etwartet. Zunächst müsse sich Frankreich auch einmal über die Antwort auf das englische Projekt mit Belgien auseinandersetzen. Es würde etwa Mitte oder Ende August werden, bis man über das Schicksal dieses englischen Antwortprojektes endgültig Bescheid wisse. Man bestätigt, daß der Meinungsaustausch durch Vermittlung des französischen Botschafters in London andauert, jedoch betreffe dieser Metnungsaustausch keine Womnäte Deutsche Zuckerlieferung an Frankreich und Italien? Untersuchung der strittigen Frage durch eine Sachverständigenkommission. vs Paris, 17. Juli.(Telegr.) Die Revarationskommission wird. wie der„—emos“ mitteilt, morgen deutsche Sachverständige anhören. die aus Berlin eingetroffen sind, um sich mit der Frage zu beschäftigen, ob Deutschland in Erfüllung des§ 165 der Anlage 2 des Teiles 8 des Versailler Vertrages verpflichtet ist, auf Revarationskonto Zucker zu liefern. und zwar an Stelle von Sachlieferungen. die in diesem Paragraphen vorgesehen sind. der infolge einer Entscheidung der alliierten Regierungen am 5. Mai 1921 in den Friedensvertrag aufgenommen wurde und folgendermaßen lautet: „Die Zahlungen in Gold oder gleichen Werten. die als Anzahlung auf die festgesetzten Ersatzansprüche der alltierten und associierten Mächte zu leisten sind. können jederzeit von der Kommission in Form von beweglichen und unbeweglichen Gütern. Waren. Unternehmungen. Rechten und Konzessionen in Deutschland und außer deutschem Gebiet. Schiffen. Obligationen. Aktien oder Wertpaviere aller et oder deutschen oder ausländischen Geldsorten angenommen werden. Ihr entsprechender Goldwert wird von der Kommission selbst nach Recht und Billigkeit festgesetzt.“ Frankreich und Italien haben Deutschland aufgegordert, in Ausfübrung dieses Varagranben Ubnen cker zu liefern. Deutschland bat seantwortet. Zucker nicht unter die Kategorie beme“ Eine Kundgebung des Reichswirtschaftsrats zur Finanz=, Währungs= und Tohnpolitik. er Reichswirtschaftsrat bezw. der finanzpolitische Ausschuß desselben enswerter Weise zu den aktuellen wirtschaftspolitische ##den haben in sehr beVeise zu den aktuellen Fragen der Wähund Lohnpolitik Stellung genommen. Die hatten eingebende Beratungen eines s für die Währun frage geboten, dem aus Anlaß des Ge vom wirtschaftspolitischen rage der Goldrechnung aufgewertbeständige Hypotbeken vom wirt Gesetzentwurfes über haftspolitischen Aus Frage der insbesondere hinsichtl. der Fragen. schuß eine Prüfung der tragen worden war. was man unter„Wertbeständigkeit“ zu verstehen habe und welche Folgen die Einführung der Goldrechnung in der Privatwirtschaft für den Staat. die Reichsbank usw. haben werde. Vom finanzpolitischen Ausschuß war gleichzeitig die Ausarbeitung von Anträgen verlangt worden. die das Ziel haben sollten, das weitere Sinken der Mark aufzuhalten. In einer gemeinsamen Sitzung der beiden Ausschüsse berichtete am Mittwoch Dr. Hilferding über das Ergebnis der Beratungen des Arbeitsausschusses. Er beonte mit Nachdruck, daß die volitische Lage es zur twendigkeit mache, in der Wirtschaftseinzuschlagen. Wie die Privat. re ge wirtschaft, müßten auch Staat und Reichsbank zur Goldrechnung übergehen. In dem vermehrten Druck der Notenpresse sowie in der bisherigen Kredit- und Diskont „erigen die Ursachen der Inflation Ausst keit entsbreihende Tofungnde. rbeitsausschusse, so zeigte auch die gemeinz des finanzpolitischen und des wirtschaftssschusses keine einheitliche Auffassung bezgl. oon Ar □fo Das mahnende Gewissen. Die„Times“ zur Lage. V London. 17. Juli.(Telegr.) In einem Leitartikel zur letzten Rede Poincares bemerken die „Times“, Poincare scheine die Ueberzeugung zu vertreten, daß der Plan der Alliierten unvollständig sei und noch viel getan werden müsse in der Richtung von Anwendung von Zwang gegenüber Deutschland. In Enaland sei man dagegen fest der Ueberzeugung, daß der Zwang bereits zu weit getrieben wurde. Deutschlande Einanzpolitik war sinnleg, aber die französische Methode der Ruhebesetzung besserte sie sicherlich Standpunkt der Alliierten. noch von Großbritannien wolle kein zuwelches eine Last und a sein würde.„Die frauzösischen Journalisten äuberten sich in einer Weise, als ob der deutsche Staat verschwunden sei und als bleibe nichte weiter übrig, als Zwangsanwendung gegen gewisse Einzelversonen, die sogenannten Großindustriellen. Es sei kaum anznnehmen, daß dies die Politik Poincares sei. Er werde sicherlich nicht die Verantwortung für eine zentuale nicht, weder dem Deutschlands aus. Großbri sammengebrochenes Deutschland, Gefahr für ganz Eurova solche„chaotische soziale Revolution", übernehmen. die diese Politik einschlieben müßte. Das Ziel der beitischen Politik sei, die volitischen und demokratischen Organiationen in Deutschland zu retten, so lange er noch Zeit Notenpressen der b politik der Reichsbank seien d zu erblicken, deren Weiterentwicklung die Aussichten auf einen Ausgleich des Staatshaushaltes mehr und mehr verringern. Staat. Länder und Gemeinden müßten zum Goldhaushalt kommen. Die Reichsbank müsse vom Pavier= zum Goldkredit zum Goldzins übergehen, ferner sei zur Kontrolle der Devisenwirtschaft die Einrichtung von Devisen=Depositen erforderlich, endlich die Einführung von Goldkonten. Die vom Arbeitsausschuß empfohlenen Maß. nahmen stellten ein einheitliches S#stem dar, das zunächst eine gewisse Vorsanierung bringen solle, schließlich aber auch zu einer endgültigen Sanierung der Währung führen könne, wobei selbstverständlich vorausgesetzt sei. daß die Revarationsfrage eine der deutschen Letstungsfähigkeit entsprechende Lösung finde. Wie im Arbeitsausschusse same Beratung politischen Ausschusses Goldrechnung und Einrichtung von Goldkonten nach der grundsätzlichen Seite. Anträge. die sich gegen die Einführung von Goldkonten(gegen Einzahlung in Papier) richteten, da hierdurch eine neue Währung der Privatwirtschaft künstlich geschaffen und die staatliche Währung schließlich völlig zugrunde gerichtet werde. wurden mit großer Mehrheit abgelehnt und die Vorschläge des Arbeitsausschusses angenommen. Sie lauten: Reichsbankvolitik. a) Uebergang von Papiermarkkreditgewährung zum Goldkredit: b) Diskontierung von Goldwechseln gegen Goldeing: c) Zulassung von Goldkonten: d) Annahme von Devisendevositen: e) Fortfübdung der Stützungsaktion, insbesondere durch Bereitstellung eines ausreichenden Devisenfonds. zu dessen Bildung die Devisenbestände der privaten Wirtschaft gegen Goldschatzanweisung der RReschobank beranzuzieben Uebernahme der Gakantie für die Verzinst fristigen wertbeständigen Auleihe. Goldrechnung. Die Ausdehnung der Goldrech= nuns in der Frivaten Wirtschaf: läßt sich nicht bindern. die## solange die Inslation fortschreitet. Sie macht es aber bände notwendig, daß Reich. Länder und Gemeinden. 2. sowie die Reichsbank ebenfalls zur Goldrechnung übergehen, um das Ziel der Ausgleichung im Reichshaushalt und der Stabilität der Währung erreichen zu können. Die Ausschüsse sind im Grundsatz einverstanden mit der notwendigen gesetzlichen Aenderung, die die Einführung wertbeständiger Hopotheken und Obligationen ermöglicht. Diese Wertbeständigkeit wird aber gefährdet, wenn die Hypotheken und Obligationen auf die Basis bestimmter Warenvreise gestellt sind. Die Ausschüsse empfehlen deshalb. künftighin wertbeständige Schuldverschreibungen, die nicht auf Goldmark lauten, nur für eine Uebergangszeit zuzulassen. Die Ausschüsse empfehlen den Sparkalsen die Annahme Anlagen zu ermöglichen. sind: 1) sung einer langder Frage der wertbeständigen Löhne hatte der Arbeitsausschuß, eine Formulierung vorgeschlagen, gegen die von Arbeitgeberseite Bedenken geltend gemacht wurden. In der Sitzung des finanz= und wirtschaftspolitischen Ausschusses wurde eine Einigung auf folgende Fassung erzielt: Wertbeständige Löhne. a) Die Goldrechnung der privaten Wirtschaft erfordert auch den Uebergang zu wertbeständigen Löhnen und Gehältern. Die Festsetzung der Löhne in Goldrechnung kann aber erst erfolgen, wenn die Goldrechnung für den Waren= und Geldverkehr allgemein und offen durchgeführt ist. b) Für die Uebergangszeit empfehlen die Ausschüsse eine schnelle Anvassung der Löhne an die Veränderung der Lebenshaltungskosten auf der Grundlage von Inderziffern. Zu deren richtiger Ermittelung 1 muß es örtlichen E E P H LH LAHLL altungsinder als Grundlage der Verbandlungen zu verwenden. Für die Angestellten und eamten der öffentlichen Körverschaften erfolgt die Regelung bezw. Festsetzung der Gehälter auf gesetzlichem Wege unter sinngemäber Anwendung der Grundsätze.! Die Ausschüssé empfehlen unter Berücksichtigung des Vorstehenden zunächst nur kursfristige Tarifabchlüsse bezw. Gehälterfestsetzungen. Warenpreise. Im Groß= und Kleinbandel ist ein angemessener Wiederbeschaffungspreis anzuerkennen. Zur Steuer= und Finanzpolitik wurde folgende Entschließung angenommen: Die gewaltige Steigerun Notenpresse seit Beginn der den neuen Zusammenbruch der kehrt steigert die Geldentwertung— lange die Reichseinnahmen nicht in gleichem Temvo wie die Geldentwertung wachsen. Die Besserung der Reichsfinanzen muß deshalb am Beginn jeder Sanierungsarbeit stehen. Dies erfordert: 1. Die bestehenden Steuern wirksamer zu machen durch a1 Vorauszahlungen auf die Einkommenund Körverschaftssteuer unter möglichst voller Anpassung verder Geldentwertung zwischen Stichtag und Zahlungstag: Valorisierung der gestundeten Steuern und SteuerMaßstab: d) schleunige Deutschland erhebt auberdem eine Einwendung allgemeiner Art. Es behauptet, daß er nach der Besetzung des Nuhrgebietes, das heißt. seit dem 11. Januar. nicht mehr vervflichtet sei. die im Versailler Vertrag vorgesehenen Lieferungen auszuführen. Der„Temps“ meint. die Nevarationskommission werde den deutschen Sachverständigen nicht gestatten, diese Einwendungen zu erheben. Es rolle hierdurch die Frder Interpretationsrechte der Revarationskommission die. so meint der„Temps“. nach Anhörung der deutschen Sachverständigen souverän seien. Indessen habe der O Rat am 13. August 21 bestimmt, daß im Falle vor nungsverschiedenheiten zwischen den Delegierten der rationskommission über die Interpretation des nittes 7 des Versailler Vertrages die Frage einer Verindigung unter den Alliierten einem Schiedsgericht unterbreitet werden könne. Der Schiedsrichter müsse einstimmig von allen Delegierten bezeichnet werden. obfalls eine Einigung nicht zustande kommt, vom Völkerbundsrat ernannt werden. Der Schiedsspruch des Schiedsrichters solle alle interessierten Parteien verpflichten. Zu der Mitteilung des„Temps" über die bevorstehenden Verhandlungen vor der Nevarationskommission über die Zuckerlieferungen durch Deutschland erfahren wir. daß keine besonderen deutschen Sachversandt worden sind, sondern. der Revarationskommission # Enterstautsserrelul I.scher und Regierungsrat Dr. Mayer von der Kriegslastenkommission geführt werden sollen. rückstände nach dem gleichen Maßstab: d) schleuni Einziebung aller übrigen Steuern: e) möglichst o ptoinbung aller übrigen Steueln, Bemessung vom Verkaufspreis bei den oirekten Steuern und Verbrauchsabgaben: 1) Kredite und Stundungen sind von Reich und den Betriebsverwaltungen nur wertbeständig, in der Regel Goldzin wertbeständiger auf Goldbasis und gegen Goldzins zu gewähren: a) regelmäßige kurzfristige Anpassung der Tarise von Eisenbahn und Pont an die Geldentwertung. ebenso der Gebühren= und Stempelsteuern: b) Resorm der Veranlagung der Einkommen=. Erbschafts= und Vermögenssteuer unter Zugrundelegung des wirklichen Werts und des tatsächlichen Einkommens. Der Uebergang zur Goldrechnung im Steuerwesen macht eine Nachprüfung der Steuergesetze. insbesondere der Tarissätze, notwendig. Die Ausschüsse empfehlen die sinngemäße Anwendung der vorstebenden Richtlinien auf die Haushaltgebarung der Länder. der Gemeinderernd Gemeinden. " Zinanzierung des Ruhrgebietes durch a) Zuschläge auf bestehende Steuern. d) Ausgabe einer langfristigen Reichsgoldanleibe gegen Zahlung von Papiermark. Zum Schluß weist die Entschließung der Ausschüsse des Reichswirtschaftsrates darauf hin. daß die vorgeschlagenen Maßnahmen allein den Fehlbetrag der Wirtschaft nicht beseitigen könnten. vielmehr nur dann einen Erfolg erwarten ließen, wenn gleichzeitig alle Maßnahmen zur Sparsamkeit in der Staatsverwaltung durchgeführt und eine einbeitliche Wirtschaftsvolitik verfolgt werde, welche die inflationistisch wirkenden Hemmungen der Wirtschaft beseitigt und eine gewaltige Steigerung der Inanspruchnahme der Ruh Einigung in Tausanne. Lausanne. 17. Juli.(Telear.) Nach 3½tündiger Nachtsitzung kam um 1½ Uhr morgeus zwischen den Alliierten und türkischen Bevollmächtigten eine Einigung über die letzten Streitfragen zustande. Am Dienstag nachmittag 5 Uhr findet eine Vollsitzung der deei Kouferenzkomitees statt, um die erzielten Lösungen gültig festzulegen. Der Vertrag wird voraussichtlich am Dienstag oder Mittwoch der nächsten Woche unterzeichnet. Die Einigungsformeln. + Lausanne, 16. Juli.(Telegr.) Die Einigung vollzog sich im allgemeinen auf der Grundlage der am Montag nachmittag von den Sachverständigen arbeiteten Vorschläge und bedeutet in den Punkten ein neues Zugeständnis de ierten an die letzten türkischen Forderungen. In der Frage der Räumung denD### dauellen wurde folgendes Uebereii getrofhen: Sstesc e tinovels durch die Landstreitkräfte sofort nach der Rattfioierung des Friedensvertrages durch die große Nationalversammlung von Angora beginnen und innerhalb sechs Wochen beendet sein. Die Alliierten erhalten jedech das Recht, bis zum Inkrafttreten des Meerengen=Abkommens. das die Schiffahrtsverhältnisse regelt, je einen Kreuzer und je zwei Torpedobootzerstörer für jede einladende Macht in den Meerengen zu unterhalten; aber wenn das Meerengen=Abkommen dann noch nicht in Kraft getreten ist, auf keinen Fall länger als bis zum 31. Dezember 1923. Bis dabin gilt jedoch auch für die alliierten Kriegsschiffe das freie Durchfahrtsrecht. In der Frage der Konzessionen wurde folgendes beschlossen: Was die von der Gesellschaft Wickers=Armstrong und der allgemeinen Eisenbahnregie beanspruchten Konzessionen betrifft, so verzichten die Alliterten auf die Vorzugsrechte und begnügen sich mit dem Recht am Wettbewerb mit den andern Gesellschaften. Die Alltierten lassen damit die Klausel fallen, die Anerkennun dern. trakte ist eine Entschädi vorgeseben. Falls jedoch ausländische Industrien und Kapitalien zur Ausübung dieser Konzessionen berangezogen werden, sollen die beiden Gesellschaften als gleichberechtigt behandelt werden. Diese die nur fünf Jahre gilt, wird nicht genommen, sondern von der tü andern Delegationen sowie den in einem Schreiben mitgeteilt. Ueber die besonders beiß umstrittene Frage der Türkisch= Petroleum=Compano konnte trotz des Drängens der Engländer keine Vereinbarung getroffen werden. Alle Formeln und Vorschläge wurden hartnäckig von den Türken abgelehnt. Um den Abschlub des Friedens nicht zu verbindern, erklärte sich der englische Bevollmächtigte damit einverstanden, daß genau wie die Kuvonfrage auch diese Frage aus dem Vertrage fortgelassen wird. Er behielt sich aber vor, in der Konferenzsitzung von Dienstag eine Erklärung abzugeben, worm England sich das volle Recht wahrt, für die Interessen seiner Staatsangebörigen einzutreten. Ismed Pascha wird darauf mit einer Erklärung antworten, worin er den türkischen Standpunkt aufrechterhält. * as Vausaune, 17. Juli.(Telegr.) Die Friedenskonferene hat heute abend eine Vollsitzung abgebalten und hat bei dieser Gelegenheit die zwischen den Alltierten und den Türken abgeschlossenen Abkommen destätigt und zur Kenntnis genommen. Sie hat die Unterzeichnung des Friedensvertrages für den 24. Juli festgesetzt. in den Vertrag aufen Delegation den Gesellschaften Ruhr und Rhein. Verkehrssperre in Rochum. Exolosion. Die Franzosen verbängten sofort über n Belagemorgene 5 Uhr enbabnverhumBochum=Weitmar den ver rungszunand. Von abends 8 lst jeder Verkehr verboten. der kehr völlia stillgelegt. Neben dem verschärften Belagerungszustand haben die Franzosen für Bochum und Weitmar autd eine Verreorsiperre von 8 Uhr abende bis 5 Uhr morgens angeordnet. Weitere Zwangomaßnahmon sind angegens angeordnet. Wettere Zwangomaßnahmen sind droht worden, falls der Amtmann von Weitmar bis zum 20. do. Mts. den vermutlichen deutschen Täter der Bosatzung nicht übergeben hat. *„** 709 Millionen Mark Geldbude für Necklingbausen hausen ist aus unbelannten Geünden eine innerhals 1 Dollgr— 217455 Mark. K A Tagen zahlbare Geldbube von 700 Millionen ark auf auferlegt worden. beschlagnahmt. Berlängerung des = Kronenberg. Kommundant Tri den Ausbau des Freihafens wenigstens lichen Seit Juli. Als inkel den bi# in # Krh abstattete. sind. nach einer Bureaus, Pfifse laut geworden. und zwei Beamte der Schutzpolize und der am Samstag abgelgusene B beitere 6 T4 lagerungszustand wurde um we langert. 6 Tage verKommanda Gefängnis verurtei = Barmen. 17. ranzo ern Barmen. 17. Juli. Der am Freitag von den osen festgenommene Direktor der diesigen ReichsCrusius ist nach Düsseldorf gebracht worden n nachtittag wurde Crusius im Automobil in die von Dornau gebracht und auf offener St gesetzt. Die an gleichen Tage u Barmens verhafteten Offiziere der falls nach Düsseldorf gebracht u freigelassen worden. aus375 Millionen in Limburg beschlagnahmt 27 Milliarden beschlagnahmt. = Frankfurt, 17. Juli.(Telegr.) Im Taunus nörd. lich von Eltville wurde ein Geldtransvort vor. 27 Milliarden Mark von den Franzosen beschlagnahmt. Deutsches Reich. Radikale Unruhestifter. Seite bin zu einem Teile wettzuVaterland, erwpgstet nun von der zum Lesonnene breeichen des l haft Flensburgs frischen Wagemut und ternebmergeist. Dann wird das deutschen Volksgeistes an der Grenze begon en Kindern ein bleibendes Wahrzeichen des deutschen Volksa inleren Kindern ein n Wiederaufbaues und unseren Enkeln ein leuchVorbild deutscher Arbeit sein. Ich und die Reichsprechen allen Mitarbeitern am Werke für Gleiß aufrichtigen Dank aus. Auslans. Französtsch=italienische Spannung. Der Zankapfel: Tunis. dr Paris, 17. Juli.(Telegr.) Die französisch=italienische Soannung wegen der Französisierungsbestrebungen in Tunis haben bereits einen bedroblichen Grad erreicht. Der italienische Botschafter hatte gestern in dieser Angeledenbeit eine lange Besprechung mit Poincare. Die Frage„Tunis“ hat nach Ansicht der Fasoisten für Italien — das R größere Bedeutung als kevarationsproblem. des französischen Botschafters in Washington? noch ioner ns notwendigen ab. Ausschluß aus der italienischen kath. Volkspartei. X. Rom, 17. Juli.(Telegr.) Der Vorstand der Fraktion der katbolischen Volkspartei bai die Abaeordneten Cavazooni, Bassallo, Marino, Matire, Roberti, Ferri, Mattoi=Certile, Hauro und Sienoint wegen ihrer regierungsfreundlichen Haltung in der gestrigen Kammersitzung ausgeschlossen. Soziales. Um den wertbeständigen Tohn. Noch kein Verhandlungsresultat. A Berlin. 17. Juli.(Telegr.) Zwei sroße blicklich um die wertden ganzen Tag dindurch verbandelt haben. Eine Ein warten noch nicht erzielt worden. so Fortletzung der Verhandlungen am beutig — Die nisuns P en EEE G am beutigen„Vormittag als notwendig erwiesen bat.— Die andere Grupve. bestehend aus der gesamten Arbeiter. und Angestelltenschaft der Privatwirtschaft und vertreten durch die Gewertschaften auer Richtungen verbandelte heute Nachmittag im Reichsarheitsministerium mit den Regierungsvertretern. Die bekannte Entschlietzung des Reichswirtschaftsrates zur Frage der wertbeständigen Löhne hat die Aussichten auf eine Einigung erböht, während sich die Arbeitgeber bisber und zwar auch noch bei dem Streik in der Metallindustrie gegen den zentralen ausgesprochen haben, ist in dieser Wirt jetzung a——- an Wocheninder schaftsratsentschlie bung zum ersten Mal mit den Sti trum steben geg ahrbeiten ablehnend— lgion“ wollen wir bier eindeutig dung und Rücksichtnahme auf einen Mehr religiöses Wissen! Von Studienrat Dr. Jehne. Bautzen. wärtig so viele Menschen keligis= liegt in der Sünde wider den bl. Geist. end gegenüber?— Unter„Re= der erkannten christlichen Wahrheit csichtnaun stigon Gott. den Gott der christlchen Lehre.— Weil sie nicht mehr zu Hause sind in den r Wahrheiten den die Bezielichen und geiin den — Was man nicht kennt. nicht me weiß, zweifelt man an und hält es zuletzt len und Tun jeder Art geht ein ent uch im rellgid des Wissen voraue. So ist erste troendein Wissen vom im rellgiösen Politische Umtriebe der Kommunisten Deutschvölkischeand N. Juli. WTeltrt.. Sa Derliker n beschäftigt man sich angenblicklich sehe der Iuneepolitischen Bage, die e Drohungen der rechtsradikalen. r auch durch solche der linkoradis entschvölkischen. dt. Berlin, 17. Juli.(Telegr.) In Berliner Regierungskreisen beschäftigt man eingehend mit einmal durch die zum anderen aber kalen Kreise bervorgerufen wird. Die Kommu nisten planen für Sonntag din 29. Juli grobe Demonstrationen in Berlin und wollen bieran auschliebend in großen Zügen nac Potsdan marschieren, weil sie der Ansicht sind, daß diese Stadt die Hochburg der Rechtsextremisten ist. Von der Potodamer Bürgerschaft wird bereits jetzt erklärt, daß sie umsangreiche Selbstschuvorsanssationen schaften würde, um den kommunistischen Treibereign entoegengutreten. Megierunssseitig wird augenblicklich nahmon eegriffen werden können, um etweiee 8 öbe von vornherein zu vermeiden. Der Abgeordnete Wulle bat an den Reichokanoler Cuno em Schreiben berichtet, ein volitisches, sondern utliches Nachsviel haben wird vler, was en zu tun bedenke, um den bevori Bürgerkeies zu vermeiden. Während die KIIARNAA BanRAS teüderDrie! wrre, Anpante — Domeresmnitm 1. 6n.—1.— G24. pberren dis Fommunypen m Preupen, Sachson und Thüringen mit Wissen des Herrn Gevering den Bürgerkrieg. Wulle legt besonder Wert auf die Feststellung, daß Minister Severing um die Vorbereitungen der Kommunisten wisse, wie er ausdrücklich sagt. Severing tue aber nichts daregen und scheine sie also zu billigen. Diese Aeußerungen dor Rechtsradikalen baben in den oztaldemokratischen Kreisen gtode Ertegung hervorgerüfen. Der„Verwärts“ erwartet, daß der Reichskanzler aus soiner Reserve berausteitt und Severing in Schutz nimmt, gegen den schon seit Monaten eine Mordbeve betrieben werde. Severing wird gogen das„Deutsche Tageblatt“ Strafantece wegen Verleumdung stellen; well es gegen ihn in seinem Artikel den Vorwurf erhoben bat, en bereite mit Unterstützung der kommunistischen Kreise in Thüringen und Sachsen den Bürgerkries vor. nur Kr an den bet, dessen Inhalt nicht wahrscheinlich auch ein ird. Wulle fragt den nwart Jahrbeit und enschaf Tinge t 9e. im Wisser de. Menschen über jedische Dinge und bängt ab das Urteil über diese und die Stele zu ihnen. cht bestritten werden, daß es jederzeit in Menschbeit auch ein pbklosophisches und m gab. Dem. wovon man mehr oder mina deraus, daß die beste Sittlichkest var von einem starken religiösen ne zweite Notwendigkeit relikann nicht darin bestehen, daß skunde, die Geschichte des relin Gebieten die Menhaben. #dkunde und der Erdseine religiöie gestellt, werden. Das Verlangen mugte für jedes aufbeden. etnze Wissensgebiet zu lehren, was wir dürfen sie in einem daß Rekigion nicht geMensch sich völlig frei kann nur von solchen öse Wahrbeit leugnen. lno freier Forscher sei. Schüle und Unterricht Der Reichspräsident 5 Perlin. 17. Juli. dem Di Pete die Stadt Flensburg. eichspräsident ensburg ensburger Freihafens sol und ng genug nug. Man! De Steker. ue 2. Bp. aie. Blerasz eit willen, aus reiner Freude daran. ist Par miee Mielden Kahestalk“ um selten. wenige kommen katholischon Schul —.— a5r onders von dieses Unin von der FähigKatecheten, besonders von leiner Fähigzu begeistern und das veligiöse Tun zu bringen. Nicht das Buch ndern der Leberer. Aber das muß fl. kehr viel Leit als viel, kür viel von dee Schulzeit als ver# sehr viele, die einen erbalten baben, zeigen sich lger der Wahrbeit. Ein Grund mäh noch scheint mir scheint mir d lich die christliche Urse t. darin, daß man widersteht. Mebr Wabrheit“ esten Xarvon anlweniger als auf jedem anderen Wissensgebiete darf auf diesem Wissen und Lernen aufbören. Selbst von Katholiken, die sich auch über die Schulzeit als Kinder der Kirche fühlen und benehmen, muß gesagt werden, daß ihre Religionskenntnis eine manzelhafte geworden ist. Dem hätte zunächst der Besuch der Predigt abzuhelfen. welche zu einer planvollen Wiederholung und Vertiefung werden müßte. Lebre und Willensantrieb ist hier miteinander verbunden. Dasselbe gilt vom Besuch der in vielen Pfarrgemeinden besonders für die beranwachsende Jugend gegebenen„Christenlehre“ Ein Schatzkästlein göttlicher Wahrheit für alle Alter und Bildungsgrade ist und bleibt der katbolische Katechismus. Nur soll er nach Stoffanordnung und Sprache nicht so sehr tbeologisch=wissenschaftlich als mehr volkstümlich gehalten sein. Das ist er schon geworden. und es wird noch fleißig in dieser Richtung gearbeitet. Es ist. tief bedauerlich, daß er am Ende der Schulzeit zerrissen ist. weggeworfen und dann nicht mehr durch ein schönes neues Stück ersetzt wird. Vom Jüngling und der Jungfrau will ich. soweit ihnen nicht Studium Beruf ist. nicht zu viel Sinnen und Betrachten verlangen. ber greift der katholische Mann und Semeht t zu Die aber greift der katholische Mann und die katboische Frau, der Vater und die Mutter nicht mehr zum Katechlomus? Sie sind doch jetzt vielmehr als in der Kindheit zu einem Ueberdenken der christlichen Wahrheit fäbig. Die Mutter ist doch die erste Religionslehrerin des Kindes. Warum will sie aufhören es zu sein. Fände sich nicht für Vater und Mutter am beiligen Sonntage eine trau"*—] und zur mus? Wie dankbar wären die Katecheten für diese Hil Ja legt denn nicht gerade die Gegenwart mit ihrer Sorge um Beibehaltung der christlichen Schule diese Pflicht den besonderg ans Hers? u diesem Zwecke empfehle ich ihnen aufs wärmste Bücher. Das erste heißt: Kurze und packende Katebeispiele mit beigedrucktem Text des Lindenschen smus, von Joseph Hans. Pfarrer in Neustadt a. s Jekeod Kotel und britedr. Bustet. Ne. 802 Seiten. gegen 700 kleine Erzählungen, welche für Beobachtung und Besolgung des in jeder Katechismusfrage zum Ausdruck kommenden Lehr= und Tatgedankens aus Gegenwart. Geschichte und Heiligenleben ein lebendiges Vorbild bringen. Der Katechismus von Anfang bis Ende durchstreut von diesen Beispielen. ist damit zur blübenden, blumigen Wiese geworden, zu einem Religions= und Sittenlesebuche. Die Kinder werden gern darin lesen. Besorgt es ionen jetzt schon für den Weihnachtstisch! Wenn ihr Väter und Mütter noch Anregung, Leitung und Erklärung hinzubringt. so wird das ein Religionsunterricht sein, der euch und den Kindern Freude bereitet. Ein zweites. kürzlich erschienenes Büchlein sei noch genannt: Hilfsbuch zum Katechismus mit vollständigem Katechismustert von Pfarren Wilhelm Schwenz. Mistonsdruckerei Steol. Post Kaldenkirchen(Rbld.), 205 Seiten. Zu Grunde gelegt ist der größere. Katechismus für die Diözese Mainz. Es will„dem Lehrer Anregung geben, den Katechismus in einfacher Form dem Kinde zu erklären". Die zwischen Frage und Antwort gestellte Erklärung ist in der Form knapv gebalten und inbaltreich. dazu klar und ziemlich anschaulich. Durchgehend ist Bezug genommen auf die bl. Schrift. im Hauptstug von den Geboten außer auf biblische Vorbilden auch auf das Leben der Heiligen. Ueberall ist auch das Kirchenlied in Verbindung mit dem Katechismusgedanken gebracht worden. Das erscheint mir sehr wertvoll, denn Kind und olk müssen lernen, hetend zu singen. Außer den Kate npfedle ich dieses Büchlei ten empfeble ich dieses Büchlein allen Katholiken zur Auffrischung und Vertiefung ibrer eigenen Religionskenntnis. Sie brauchen diese zur Hervorbringung der religiösen und sittlichen Tat, zur Verteidigung ihres Glaubens und zur avostolischen Provaganda. Fie Rul stbolite ( Roman von Alfred Sassen. „Schweig!“ brauste die alte Frau auf und erbod sich mit einem Ruck von ihrem Sitze.„Wie kommst Du, unreifer Bursche, dazu, diese Angelegenheit zu berühren—?“ „H. wenn Du die arme Rena sehen könntest, Tante—“ „Ich weiß schon,“ schnitt ihm die Blinde hart das Wort ab.„man hat Dich aufgestachelt— im Auftrag anderer bist Du hier und sprichst so!“ Sie tastete plötzlich nach seinen Schultern und rüttelte ihn daran.„Du tbrichtes Kind, das nichts vom Leben weiß, vermiß Dich nicht, einer Frau, die soviel erduldet hat wie ich, Vorschriften zu machen!“ „Das will ich ja gar nicht, Tante! Gewid nicht,“ rief der Schüller in ergreisendem Ton.„Ich bitte Dich ja nur, Du sollst gut sein mit unserer lieben armen Rena! Ach, Tante, ich weiß ja doch, wieviel Du hast leiden müssen im Leben—— aber wenn Du trotzdem gut sein Da nicht in Raune „Ich shwöm, de Ref und stark.„Siebst Du, Tante, Glück williost, dann iu ich etwas— tus! Auf unseren Turm ged derunter! Wenn ich dann tot barmberzig soin gegen die arn und Mitleid baben möchtest mit den Leiden anderer wäre so schön, so schön, wie ich's gar nicht sagen kann! Tante, tu's, ku's! Ich lasse nicht ab mit Bitten— nein Nena!“ Oin dumpfes Schweigen entstand. Endlich sagte die Bünde mudsam:„Der Respekt vor meinem weiben Haupt, Du Kindskovs, sollte Dir verDe vteak se shmn: ar. leinen ekttornden Knabebänden den Arm der alten Frau. „Tante, willt Du gut mit Rena sein? Willst Du ihr das Alort zurückgegen, das se so unglücklich macht?“ Die Blinde defreite ihren Arm. Ihre Stimm grollte: „Wie darsst Du Dich so gegen mich betragen? Komm zu — nein— nein!“ Und er glitt in seiner stürmischen Erregung an ihrer hohen Gestalt nieder und umsaßte ih zuckenden Armen. Sie berührte#nit einem scheuen Streicheln seinen Kovf. So sehr sie sich auch dagegen wehrte, konnte sie sewisss Ergriffenheit nicht verberven. Ihre Stimme unsicher, als sie nach einam kurzen Schweigen saate: steb auf, Kind! Später, wenn das Leben Dir einmal von Du Deine erfüllen „Tante, wirst Du tun, um was ich Dich bitte?“ fraste dur Knabe noch! beschwörender— wis ein Schrei voll unihre Kaie mit seinen Seelenqual klang die Frage wu ich's! Ich tu's! Ich kann nicht anders mich von unsorem Turm derunter! Wenn es ist, Tanto, dann wird Dein hartes Hen—“ —— ein trockenes Aufschluchten er konnte nicht aussprochen, ein trodene: der Vorzweiflung enstickte fokne Stimme. Vor dort aus wüngter er I Später, wenn das Leben Dir selbst!—.——— han aud—.— üür t men Sode ausbaltmn mssisnz, sund, Menschen Steb' auf und gob! Und nie mehr ei iche Tante in! Wir, die wir dier auf der sind Menschen— keine Engel! Und nie mohr ein# „Du vereitest dir und mie nutzlose Qualen! ; schob ihn von sich und griff wieder nach ihrer F. sprang auf und rief:„Du sollst mich so nicht fortschicten. Tante! Ich gebe auch nicht— nein! Jch bin trete für sie ein!“ mit keiner Selbstals wo sondern scheitt nach der lle sie durch thre Untese 1. Schefe un winen Augendbück stand die Blinde regungslos. Aber in threm sonst so starten, weihen Gesicht spiegelte sich der kurchtbare Kampf wider, don der davonstürzende Knabe mit setor Toderdsodung in idser Seele ausoewühlt hatte Wie ein Rit sius es burch bie marmornen Büge. Wenn die groden Uusen darin audd bot waren— erschütternden Ausdrusk, gomischt aus Zorn. Schmerz und Entsevzen, mochte selten ein Menschenantlitz gezeigt haben. Jetzt taumelte die große Frau zu der ofsenoebliebenen Aus Hoie en Dm. Kao un. us Mhleuns bocb zu der Turmtreppe bin:„Max komm zurück— ich habe Dir etwas zu sagen Die emvorstürmenden Schritte auf den Steinstusen hielten inne. Zögernd kam der Schüler zurück Sein keuchender Atem flog voraus. Noch ehe der Knabe ganz beruntergestiegen war, fragte er in scheuem Unglauben: „Tante, willst Du—?“ Die Blinde=gebot:„Geh binunter in die Wohnstube. Warte dort auf mich. Ich habe eingesehen, Du bist kein Kind mohr. Ich mutz mit Dir sprechen wie mit einem Erwachsenen. Latz mich mit mir zu Nate geben, wie alles werden soll. Ich komme dann hinunter und bringe Dir meine Antwort.“ „Ich— danke Dir— Tanie— Die Blinde ging in ihr Zimmer zurück und vorriegelte die Tür binter sich. Der Schüler stieg langsam treppab. Wie in halbem Traum eing er. Ueber sein Gesicht, daß in der fürchterlichen Spannung vordin hart und eckig geworden war, laverte sich ein weicher Glanz bin. Das Leben war ihm geschenkt— er fühlte er— ach, und das Loben ist so schön, wenn man jung ist und das Here voll blüdender, glübender Wünsche geber der Zentralinder nach sodlen g— worden. soll sich die ihrem neuen Arbeiter= und Gewerkschaftsfragen. Rongrei rverbände der Gestern abend fand die Eröffinternationalen Kongresses der Internationaler Fabrikarbeiterverbänk 1 Wien, 17. Juli. nungssitzung des zweiten Vereinigung der Fabrikarbeiterverbände statt. Vertreten waren 11 Organisätionen und zwar Belgien, Holland, Deutschland, Oesterreich, die Tschechoslowakei, Dänemark, Norwegen, Schweden, das internationale Sekretariat Amsterdam, der internationale Gewerkschaftsbund Amsterdam und der Sekretär Fimmen vom internationalen Arbeitsamt Genk. Anstelle des Vorsitzenden der internationalen Vereinigung O Grady führte der zweite Präsident Reichstagsabseordneter Brey den Vorsitz. Fassin=Belgien hob dervor, daß in Frankreich, Belgien und Deutschland nur die Nationalisten ein Interesse an den Kämpfen im Ruhrgebiet hätten, weil dadurch der Völkerbaß verstärkt werde. Die belgischen Arbeiter hätten sofort gegen die Ruhrbesetzung protestiert. Auch das belgische Volk leide unter der Macht der Bourgeoisie. Sekretär Fimmen bezeichnete die Weltlage des Proletariats als denkbar schlecht und gefährlich. Das Proletariat werde nur dann sein Ziel erreichen, wenn alle Gegensätze überbrückt würden und Sozialisten und Kommunisten sich zusammenfünden. Die Versammlung beschloß, zwei Vertreter des allrussischen Verbandes als Juhörer zum Kongreß zuzulassen. Dann wurde der Tätigkeitsbericht erstattet. Die neuen Bergarbeiterlöhne. Im besetzten Gebet. 1 Berlin, 17. Juli.(Telegr.) In der Verhandlung im Reichsarbeitoministerium am 17. 7. vereinbarten die Vertreter der Arbeitsgemeinschaften der Kohlenberg= baubezirke Nbeiuland=Westfalen Köln und Düren die gleichen Lohnerhöhungen, die in der gestrigen Verhandlung für die übrigen Kohleubergbaubezirke festgesetzt worden sind. Lediglich für das Nachener Steinkohlenbezirk sowie für den oberbessischen und Westerwälder Braunkohlenbezirk wurden Schiedesprüche gefällt, die die gleichen Lohnerhöhungen vorsehen. Sonach beträgt der Lohn der Bergarbeiter im rheinisch=westsälischen Steinkoblenbezirk einschließlich Hausstands= und Kindergeldes auf den Durchschnitt der Gesamtbelegschaft berechnet in der Zeit vom 17. 7. bis 22. 7. Mk. 152 255, und vom 23. bis 31. Juli 197 935 Mk. je Schicht. Metallarbeiterstrefk in Schlesien. 6 Breolau, 17. Juli.(Telegr.) Die Urabstimmung der Arbeiter der Metallfabriken Schlesiens ergab nach den Morgenblättern Neunzehntel Stimmenmehrheit für den Streik. Von bedeutenderen, vom Streik detroffenen Werken sind zu nennen Linke=Hoffmann, Archimedes, Enzingerwerke, Hydrometrag. Provinzielles. =: Witten, 17. Juli. Das Gutstablwerk Witten ab 15. Juli den Betrieb wegen Kohleningels eingestellt. * H o h e n l i m b u r c. 1 7. J u l i. kalten Witterung wird bie langen SauerAls Folge der er und im ganzen bt. das die Waldhre gar keine Erträge " u n d B r o m b e e r e n m e h r hat mai wird beerenernte in diesem liefert: während Him=. Pr Aussicht auf Erfolg bieten. * Beügge, 17. Juli. Hier ereignete sich erfahrt in Oberbri'gse ein Undlücksfe ubrwerk des Gasthofs L. in Brügge passierte. kam plötzlich em Personenzug un mit dem Fuhrwerk zusammen. Die beiden Pferde waren sofort tot. Der Fuhrmann konnte sich durch schnelles Abspringen retten. Der Schaden beträgt viele Millionen. * Wesel, 17. Juli. Die 4. niederrheinische Messe, die im Herhst stattfinden sollte, wurde wegen den Verkehrsverbältnisse auf das Frühjahr 1924 ver###. die Uel Bahndas rfahrt stieß Million an 2 Bschähstel.. In betmm Eesthr—.— mehrere Platten vorgefunden. von denen er bereits eine Platte an den Komplizen für 600 000 Mk. verkauft hatte. I#tten Rbeinmetall k Bankas Ersteper ist bei der Besitze wurden Recht habe. Dich mit jenem Schwur, den Du mir an Ospeleistet, kars Grab geleiftet, an mein wreudloses Alter zu binden. Ich gebe Dich frei. Und frei magst Du dem Zuse Deines Herzens folgen. Das ist der aundrückliche Wille Deiner dich liebenden Tante Die Blinde, die bisher mitten im Zimmer gestanden hatte, nähert sich dem Schreidvult.„Bist Du fertio?“ „Ja, Tante.“ „So komm und führe mir die Hand. Ich will meinen Namen unter den Brief setzen.“ Der Knabe reichte der Greisin die Jeder, und mit Nliche 1 erinwerten. Ramen unter Fünfsehntes Kavitel. Lanze mußte Max Bodenbach in der grohen, stillen Wohnstube warten. Der Abend war dereingebrochen, als die Blinde endbich herunterkam Sie fragte:„Wir sind doch allein?“ „Je Tante,“ gab der Schüler zur Antwort. „Gut, dann setze Dich an das Schreidoult. Es in wahrscheinlich, daß Rena medrere Tage sortbleibt. Sie oll aber von dem sie detreffenden Entschlußz, den ich gesaßt habe, möglichtt bold in Kenntnis gesetzt werden. Darum wirst Du ihr in meinem Namen schreiben und den Brief gleich zur Post besorgen.“ Der Schüler nahm geborsam den angewiesenen Platz ein, legte sich einen Briefbogen zurecht und griff nach der Feder. Dunkel empfand er, daß im Wesen der Tante, namentlich im Ton idrer Stimme, etwas ganz Außerbewödnliches war, eine grobe, kalte Foierlichkett, aber er war zu juna, um den Spuren dieses Gefühls nachzugeben, und vor allem besand er sich in bebender Erwartung dessen, was kym die Tante diktieren würde. Sie sprach:„Beginne also... Liobe Rena! In meinem Namen schreibi Dir Dein Bruder Max dies Brief. Dor heutige Tao hat mir eine Stunde in der ich zu der Erkenntnis gekommen bin, daß Jetzt konnte sich der Schüler nicht mabe halten. In einem Jubel, der zur Hälfte Schluchten war, brach er aus:„Du gute, gute Tante! O, ich kann gar nicht sagen, wie gut Du bist! Und wie unsere Rena glücklich ein wird, wenn sie den Brief bekommt—“ „Glücklich— ia, ich wünsche es,“ underbrach die Blinde den jazchzenden Knaben. Ihre Worte tönten wie einer fernen, fremden Höbe gesprochen. Ein r fort:„Nun schliebe den Brief.“ Dann nannte Adresse, die er darauf setzen mußte, beingliche Sie fuhr se sis ihm die Adresse, die er darauf setzen mußte, und fücte binzu:„In einer Stunde kommt ja wohl der Abendschneuzug durch Göschwitz. Gebe solbst zum Babndof und wir den Brief in den Kasten.“ Gewitz tu' ich dos, Tanto. Sofort geb' ich.“ Tür. Er eilte zur Ein kurzer Kampf— dann rief ihn die Blinde zurück. ##r ane: mein Numaul.,###ote sie mit einer binbsren mußte, mit Worten gedankt— aber Du sol). Ein Lurger Kangf— Gam au; on 3 „Komm' der, Mar, mein Jungs“, sagte Weichbeit, auf die sie unwillkürlich solbst o fremd klang sie idrem Obr.„Du bast Schüler warf sich undestüm an iore Und sie umarmte ihn mit einer Indrunst be in seiner marmen Jusend— auch noch an das Herz. „Insperatus das Emporsch wartetes Ersch Noch immer mittel zu wei schmackhaft un nahrhaft, nan an Nährsalzen zwischen 12 b Eiweißgehalt wert der Pili kommt dem Schattenseite essen. Es gil für giftige Pi Löffels, noch usw. sind verl gefahr. Nur ihre Botanik büchlein“ dure Gute und Bös Wenn 5# Wenn Du Stadt und sei mann— Ist So manche Morgens schor nungsamt.— Das Dräng Dich erst regis und Tag— T Der brave sich freudig rei — Ein Amtsr Er harrt u gar— verschi ward— Das Dreish II In den der rhein.=wer mitgeteilt wir und Markt! weil sie ihre 2 schildern verse schuldigung vor einen sage die meiste tun", die an paar Tage veränderlichen ist falsch und 1 ordnung. D liegen näm! digen Lebe widrig. wenn Luxuswaren. Die Geschäfte handelt, wie Einwand anb verursache bei so ist vier nich drücklich:„Die schildes an ei diese Ware zeichnis aufe fenster. Waren dem P Preisverzeich bleibt allerdt geführt und d deutlich lesbar n e t w a m t t gerichtet wird. schilderverorde schilder oder Verordnung geduldet wer Oe Durch das im Wirtschaft sorgung mit dürftigen Teil weiterhin zu eine Abgabe v beträgen am zahlen ist. Vielfachen der punkt bildet abgabe das jedoch der dur in der Zeit v stellt als 120 Teilabgabe sta oder Niedriger richten. Das wenn der dure 1. bis 15. De 120 000 Mt. die erste Teila gegeben werde fällige Teilab anleihebetrage: trums: sich vollstät munalvolti schriftenver — Sonderz gerten Verkehr: Allenstein Er wird vorau derzug von sollte. wird am hause. = Ein bi im Bahnhofs! Hassel einge frühstückte er. schwand in ohne die Rech bezahlen. = Diebstä nehmen die D schlußlettungen große Wer Fleden sind. asserver werden gem anzukaufen, da Allgemeinheit — Boitggt eine von jehe part dick Heitmann'sie nur diese. nvsodlen worden. inisters soll sich die nals zu idrem neuen bung wer ichsarbei sministerium zur Uebermittlung an tet bat. und Ffragen. ingreß der rbände. bend fand die Eröffmnalen Kongresses der erbände statt. Verund zwar Belgien, die Tschechoslowakei, das internationale tionale GewerkschaftsFimmen vom interstelle des Vorsitzenden Grady führte der neter Brey den Vordaß in Frankreich, Nationalisten ein Inbiet hätten, weil da. Die belgischen Arrbesetzung protestiert. der Macht der Bourschnete die Weltlage und gefährlich. Das Ziel erreichen, wenn und Sozialisten und Die Versammlung schen Verbandes als Dann wurde der #terlöhne. b et. ) I n d e r V e r h a n d n 17, 7. vereinbarten ten der Kohlenberg= alen Köln und die in der gestrigen bergbaubezirke festdas Bachener Steinen und Westerwälder lche gefällt, die die zergarbeiter im inkohlenbezirk einldes auf den Durchet in der Zeit vom om 23. bis 31. Juli Schlessen. Die Urabstimabriken Schlelättern Neunzehntel kk. Von bedeuteneken sind zu nennen gerwerke, HydromeNr. 156 (Zweites Blatt) Gelsenkirchener Zeitung. Mittwoch, den 18. Juli 1923. Tokales und Provinzielles. Gelsenkirchen, den 18. Juli 1923. „Insperatus enuscor!“—„Unverhofft wachse ich!"— das Emvorschießen der Pilze, ihr massenhaftes, unerwartetes Erscheinen ist längst sprichwörtlich geworden! Noch immer aber ist der Wert des Pilzes als Volksmittel zu wenig gewürdigt. Der Pilz ist nicht nur schmackhaft und vielartig bereitbar, er ist außerordentlich nahrhaft, namentlch durch Eiweißstoffgehalt und Vorrat an Nährsalzen. Der Eiweißgehalt der Pilze schwankt zwischen 12 bis 38 Prozent, währeno beim Fleisch der Eiweißgehalt höchstens 20 Prozent beträgt. Der Nährwert der Pilze ist größer als der des Getreides und kommt dem Nährwert der Hülsenfrüchte gleich. Die Schattenseite des Pilzes ist die Gefahr, giftige Pilze zu essen. Es gibt keine sogenannten„Erkennungszeichen“ für giftige Pilze. Weder das Anlaufen eines silbernen Löffels, noch Verfärbung der Pilzbruchstelle an der Luft usw. sind verläßliche Vorbeugemittel einer Vergiftungsgefahr. Nur eins ist verläßlich: Pilze kennen lernen, ihre Botanik wissen und recht oft ein brauchbares„Pilzbüchlein" durchzustudieren, das in Wort und Bild das Gute und Böse der Filzarten scheidet. * Wenn du noch eine Wohnung hast. Wenn Du heut' eine Wohnung hast.— So dank der Stadt und sei zufrieden.— Nicht jedem braven Bürgersmann— Ist solch ein hohes Glück beschieden. So mancher rennt straßauf. straßab— Und steht des Morgens schon um achte— Polnäse vor dem Wohnungsamt.— Doch dieses sagt:„Man immer sachte!“ Das Drängeln hat hier keinen Zweck.— Wir müssen Dich erst registrieren.— Vielleicht kann Dir nach Jahr und Tag— Das Amt’ne Wohnung präsentieren. Der brave Bürger hört's und schweigt— Und läßt sich freudig registrieren.— Denn jeder echte Deutsche tut — Ein Amtsregister respektieren. harrt und harrt mit frohem Mut und ist am Ende gar— verschieden.— Bevor vom Wohnungsamt ihm ward— Das registrierte Glück beschieden. Albert Oocht. Preisschilder oder Preistafeln II In den letzten Wochen mußte wieder, wie uns von der rhein.=westf. Wucherzener1e hei g, r mitgeteilt wird, eine ganze Anzahl Geschäftsleute und Markthändler angezeigt und bestraft worden. weil sie ihre Waren nicht mit den vorgeschriebenen Preisschildern versehen hatten. Die Einwande. die als Entschuldigung vorgebracht werden, sind immer dieselben. Die einen sagen„Ich habe keine Preisschilder ansebracht, weil die meisten Geschäfte im Siadtzentrum dies au“ nicht tun", die anderen machen geltend:„Ich kann nicht alle paar Tage mein E“ veränderlichen Preise ist falsch und berubt ordnung. Dem Preisschilderzwang unterliegen nämlich nur Gegenstände des notwen. digen Lebensbedarfs. Es ist daber nicht gesetzeswidrig, wenn in der Stadtmitte eine Anzahl Geschäfte. die Luxuswaren. Madewaren. Delikatessen. Kunstgegenstände und dergl. ausgestellt haben. keine Preisschilder haben. Die Geschäfte im Stadtinnern werden nicht anders behandelt, wie die in den Vorstädten! Was den zweiten Einwand anbelangt. die Anbringung von Preisschildern verursache bei den veränderlichen Preisen zu viel Arbeit, les. tablwerk Witten egen Kohlen= Folge der langen im ganzen Sauerdaß die Waldkeine Erträge Brombeeren mehr e sich an der Bahncsfall. Als das erfahrt stt ESfaIL.„ igge die Ueber enzug und stieß beiden Pferde konnte sich durch jaden beträgt viele ederrbeinische Alte, wurde wegen Uhjahr 1924 verder 5 aus erräufer 6 bls bezw. in letzter Zeit Bankazinn= rsteper ist bei der# Besitze wurden Segcktimmten G enster. im Waren dem Besitze #n er bei Mk. verka reits eine uft hatte. i Du mir an OsAlter zu binden. dem Zuge Deines siche Wille Deiner Zimmer gestanden „Bist Du fertio?“ Ich will meinen Boder, und mit sloit noch an den en glücklichen Judie Worte des nabe halten. In en war, brach er in gar nicht sagen, eng glücklich sein rbrach die Blinde ie aus rei bezeichnet in einem Preisver i“. Wer alsd Preisschilder aus be. cht anbringen kann. bände im Schauer am Marktstand. d. b. dort, wo er ausstellt oder anpreist. ein ine Preistafel auf. Bedingun e ausgestellten Waren darin an“ angebracht ist, daß die Prei deutlich lesbar sind. Wenn dieses Verzeichnis praktisch. d. h. etwa mit auswechselbaren Preisschildchen, eingerichtet wird, dürfte es eine leichte Arbeit sein. der Preisschilderverordnung stets zu genügen. Also entweder Preis schilder oder Preistafeln! Das einfache Mißachten der Verordnung wird von den Wucherbekämpfungsstellen nicht geduldet werden! * Dielfache Zwangsanleihe. Durch das Gesetz zur Sicherung der Brotversorgung im Wirtschaftsjahr 1923/24 fällt die öffentliche Brotversorgung mit dem 15. September fort. Um dem bedürftigen Teil der Bevölkerung den Bezug von Brot auch weiterhin zu erleichter, sollen die besitzenden Klassen eine Abgabe vom Vermögen entrichten, die in zwei Teilbeträgen am 1. August 1923 und am 2. Januar 1924 zu zahlen ist. Diese Absabe soll grundsätzlich in einem Vielfachen der Zwangsanleihe bestehen. Den Ausgangspunkt bildet dabei das Sechsfache, also für jede Teilabgabe das Dreifache der Zwangsanleide. Wenn sich jedoch der durchschnittliche Preis für märkischen Noggen in der Zeit vom 1. bis 15. Juli höber oder niedriger stellt als 120000 Mk. pro Zentner, so ist für die erste Teilabgabe statt des Dreifachen ein entsprechend Höheres oder Niedrigeres der Zwangsanleibe als Abgabe zu entrichten. Das Gleiche gilt für die zweite Teilabgabe, wenn der durchschnittliche Roggenpreis in der Zeit vom 1. bis 15. Dezember 1926 höher oder niedriger ist als 120000 Mk. für den Zentner. Der Multiplikator für die erste Teilabgabe wird in den nächsten Tagen bekanntgegeben werden. Voraussichtlich wird die am 1. August fällige Teilabgabe etwa das Achtfache des Zwangsanleihebetrages ausmachen. = Das neue Kommunalprogramm der deutschen Zenseit einiger Zeit fertiggestellt ist, findet der„Komkommunalrger? üioer Zeit fert uckt im Sonderheft 13 der *“ vom 10, Juli 1923(Kon Rudensstraße 11). trums: sich vollstät munalvoltische schriftenverlag Köln. — Sonderzüge nach Onvreußen. Wegen der... gerten Verkehrssperre kann der Zug. der am 20. Juli nach Allenstein verkehren soll. nicht abgelassen werden. Tage wäter fahren. T Er wird voraus Der Sononten wie aus Eirs fednülchere . es 85 bomds undauche s.“ Dann nannte geb' ich.“ #ie Blinde zurück. ## mit einer deins alte Tante es lange nicht iore Brust. ad aine Erder folgt.) ## r a u s s i c h t l i c h 8 T a g e w ä t e r f a h r e n. derzug von Allenstein, der am 16. Juli sollte, wird am 25. Juli abfahren. Näheres im Vereinshause. = Ein billiges Frühstück. Am 8. und 9. Juli wohnte im Bahnbofshotel ein Herr. der sich unter dem Namen Hassel eingetragen hatte. Am Morgen des 9. Juli frühstückte er. ließ sich die Rechnung vorlegen und verschwand in einem unbewachten Augenblick. ohne die Rechnung im Betrage von 145 000 bezahlen. Diebstähle von Wa türlich zu E R Wassermesse nehmen die Diebstähle von Wasser schlußlettungen der Häuser einen große Werte, die von den ersetzen sind. verloren gehen und Wasserversorgung eint werden gewarnt, Wasserme zukaufen, da sie sich dadurch rn. In letzter Zeit ermessern aus den Anolchen Umfang an, daß nschlußteilnehmern zu törungen ind io Störungen in der treten. Die Altbändler ler oder Teile derselben mitschuldig an einem die den Verbrechen machen. whrend der Ferienzeit. Es ist eine von jeher als angenehm empfundene Einrichtung der Postbehörde, daß sie ihr besonderes Augenmerk auf die Nachsendung der Post in Ferienzeiten richtet. Einrichanzukaufen.——„ lgemeinheit schwer chädigenden Postnachsendung während der Die Axt im Hause spart den Zimmermannz sagt Deutschlands Lieblingsdichter Schiller. Die praktische Hausfrau aber sagt: Heitmann's Farbe spart den Färber. Darum benutzt sie nur diese Färbe zu Hause mit Heitmann's Farben. zuwenig der ung S u — inreichung bei dem imt. Wenn aus irgend einem Grunde„postidung" erbeten wird, wird bei der Abbolung ndung eine Lagergebühr von 20 Mark erhoben. Es ist zweckmäßig, wenn man sich eine„Postausweiskarte" ausstellen läßt, die auch außer dem Postamt des Wohnortes in jedem anderen Orte des Reiches gilt. Recht praktisch ist auch die Einrichtung des„Postkredit eotl. von der Gemeinde zwangsweise eingetrieben werBostamt exhältlich ist. und seine r Recht praktisch ist auch die Einrichtung des.—. briefes", dessen sich jeder bedienen kann. der bei der Post ein Postscheckkonto besitzt. Nicht unerwähnt sei auch, daß Fernsprechteilnehmer ihren Anschluß für die Dauer ihrer Abwesenheit sperren lassen können. = Erhöhung der Versicherungssumme in der Angestellten= und Krankenversicherung. Nach einer neuen Verordnung des Reichsarbeitsministers wird die Grenze für das versicherungspflichtige Einkor tenversicherung im unbe Mark. im besetzten, im Einkommen in der Angestelletzten Gebiet auf 27 Millionen inbruchs= und in dem Gebiet. worin besondere Vorschriften für die Erwerbslosenfürsorge gelten. auf 34 Millionen Mark festgesetzt. Für die Krankenversicherung wird die Einkommengrenze auf 21 Millionen im unbesetzten und 24 Millionen im besetzten Gebiet usw. erhöht. 8 Reiseverkehr deutscher Staatsangehörige nach Volen. Die deutschen Konsulate in Polen erheben seit langer Zeit bei der Erteilung von Visen(Sichtvermerken) an volnische Staatsangehörige, die nach Deutschland reisen. eine Kaution. Aus diesem Grunde geben die polnischen Behörden nunmehr zu dem gleichen System über. Ab 6. Juni 1923 werden von dem Konsulat der Polnischen Re publik in Essen. Bahnhofstr 90—92(Telegramm=Adresse: Polconsul Essen. Empfangsstunden täglich von 9—1 außer Samstags) Visen an Deutsche nur gegen Hinterlegung von einer Million voln. Mark erteilt. Die Kaution ist einzig in volnischer Währung zahlbar. Jeder Person wird über die Kaution eine Quittung(Bestätigung) mit bestimmter Gültigkeitsdauer ausgehändigt, mit welcher sich der Reisende in Volen den Behörden gegenüber unbedingt ligittmieren muß, da andernfalls unverzügliche Auseisung aus dem Gebiet der Polnischen Revublik erfolgt. i Ueberschreitung der Gültigkeitsdauer des Visums zw. der Quittung verfällt die eigentliche Kaution unwiderruflich zu Gunsten des polnischen Staates. falls der Betreffende nicht den Nachweis erbringt, daß die Ueber schreitung worden war. teilung bleiben drb Obstesser gehalt des Obstes wirr———.— gesund“. so lautet ein oft gebrauchtes Wort. Gewiß ist das Obstessen gesund. aber doch nur in dem Sinn einer willkommenen Ergänzung der regelmäßigen täglichen Ernährung. Der eigentliche Nährgehalt des Obstes ist verhältnismäßig gering. Jüngst hat der Chemiker Balland Untersuchungen veröffentlicht. die beweisen, daß Früchte senuß— und Reizmittel. nicht aber Nahrungsmittel „. Balland untersuchte u. a. Kirschen Aepfel. Birnen, flaumen. Arrikosen. Nüsse. Mandeln. Datteln ufw. und and zunächst, daß der Hauptbestandteil all dieser Früchte stand der Reife— Wasser ist(72—02 Prozent). urch das Trocknen der Früchte zu Dörrobst vermindert ich naturgemäß der Wassergehalt und Prünellen. Rosinen. getrocknete Feigen z. B. enthalten noch 33 Proz., Mandeln. nicht den Nachwets erbringt, daß die Uebervon den polnischen Ortsbehörden genehmigt r. Die sonstigen Bestimmungen betr. Visumeriben unverändert. en ist gesund, aber nährt nicht: Der Nährstes wird vielfach überschätzt.„Obstessen ist Wort. Gewiß nur „enerr Geigen z. B. halten noch 33 Proz., Mandeln. üsse nur mehr 10 Proz. Wasser. Vegetabilisches Eiweiß enthalten Nüsse. Mandeln etwa 15—20. Banauen etwa 1.5 und Birnen nur noch 0.25 Proz. Noch geringer ist der Gehalt an Fetten und ätbertschen Oelen: eine Ausnahme bilden hier nur die Oliven. Nüsse und Mandeln. die bie 68 Prozent Oel als Trockensubstans enthalten können. Als bei den Früchten eigentlich und(verzuckerbare) CelluObfrüchten unseres Klimas am zuckerreichsten die Weintraube mit 14.5 Prozent. e Birne mit 8.3 Prozent und der Arfel mit 7,2 Prozent. is zu 00 Prozent kann Zuckergehalt in den Obstkonserven oen Haist ge ben Poslaumen. Härmnbeanren, Jachen. u Du it bis 1.5 Prozent an 0.8. Bir mit 1.25 Prozent enthalten nur säure. airnen gar nur Aus der Umgegend. "* Wattenscheid, 17. Juli. Das Herbers der Familie Michaelis. Hal 3. Stock wohnhaft, ist am letzten Sa Fenster gefallen. An den erli ist das Kind noch am selben Tage ster gefa das Kind no * Bottrov. Krin müf Heinrig inbrecher 17. Juli seine Diese mmerstraße 4 im amstag aus dem erlittenen Verletzungen gestorben. Nacht hat ein hiest Tod= einalbeamte seine Pflicht mit dem Tode beza n. Es handelt sich um den Kriminalbetriebsasiste nrich Roß von hier der. als er einige gefähr stellte. siger „ahlen stenten e er einige gefährliche von einem der Einbrecher erschossen stand in den besten 7 Kindern. .„ E* Eins Ui Ausbrecher Jäckel von hier ermittelt worden. * Buer, 17. Juli. Bei dem vorgestrigen schweren Gewitter wurden in Buer=Resse zwei Männer. die sich auf dem Dachboden am Taubenschlag beschäfti —. dem Blitzerschlagen. hier großen Schaden: Taubenschlag beschäftigten, vom Der niedergebende Hagelschlag bat in Garten und Feld angerichtet. wurde Acladbach. 16. Juli. Vor einigen Ta dem Kaufmann Guido Riffartb in Köln ein Töchterchen geboren. durch dessen Eintritt in die Welt die Familie Riffartb auf fünf lebende Generationen blicken kann. Außer der glücklichen jungen Mutter lebt nömlich noch die Grozmutter, die Urgroßmutter und die fast 95jährige Ur=Ur=Großmutter. Letztere. die frühere Inhaberin der bekannten Verlags= und Kunstanstalt A. Riffarth in M.Gladbach erfreut sich trotz ihres hohen Altero noch ziemlich guter körverlicher und geistiger Erische. Während von ihren steben Kindern nur noch ein Sohn unter den Lebenden weilt, ist die Zahl der Enkel und Urenkel auf weit über 100 gestiegen, wozu sich nunmehr die erste Ur=Ur=Enkelin gesellt bat * Köln. 16. Juli. Am 25. Mai kaufte in einem Kölner Pelzhaus ein Beamter für seine Frau einen Pelz, der 650000 Mark kostete. Es wurden 100000 Mark angezahlt und der Pelz zurückgehangen. Der Rest sollte innerhalb eines Monats gezahlt werden. Jetzt erschien cas Ehepaar mit dem Restbetrag und der Beamte erzählte, wie schwer es ihm geworden. die 550000 Mark usammenzubringen. Der Geschäftsinbaber bemerkte mmenzubringen. dazu: Kauf sicht Million der an einen Scher auf den machen und beide verlletzen n Haus, nicht abnend, daß schäftemann obendrein um sie von dem gerissenen GeFillionen betrogen waren. Gemeinderatssitzung Stoppenberg. zten GemeindeDer Vorsitzende Mitteilung von dem ErKinder zur Aufnahme se und Lehrversonen aternberg sich zum Uebertritt en die nicht bereit gefunden hätten. Nach einsehender Beratung wurde beschlossen. die Errichtung der e der Gemeinde1— freie Schule nicht bereit gehender Beratung wurde beschlosse— freien Schule zu Beginn des neuen Schuljahres in Aussicht zu nehmen und vorber die Ausschreibung der ersorderlichen Stellen zu bewirken. Wegen Beschaffung der Räumlichkeiten soll seitens der Schuldeputation sofort das weitere veranlaßt werden. Der Vorsitzende teilte die bisher geführten Verhandlungen bezüglich eines auf der Eisenbahnstrecke Katernberg=Süd=Geljenkirchen angebli, begangenen Bombenattentats mit. Er gab bekannt. das General Degoutte am 27. v. Rts. die Gemeinde Katernberg wegen dieses Vorfalles eine Geldbuße von 25 Millionen Mark(gleich 170 Dollar). zahlbar bis zum 17. ds. Mts. auferlegt habe und daß für den rechtzeitigen Eingang der Buhe der Gemeindevorstcher Sander. und wenn dieser nicht habhaft ist. der Bürgermeister. Mener haftbar gemacht würde. Gegen Heren Sander und. falls dieser nich zu rreichen ist, soll gegen den Bürgermeister Mever im Richtzahlungsfalle eine Haftstrafe von 30 Tagen vollstreckt werden. Die Bube würde der Gemeinde zwangsweis# weiteren Verlause erklärte den. Im weite rat mit dem Plan und flächen auf Grund des verstanden. wurde Nach dem erklarte si der GemeindeSchutzverzeichnis der Grünvom 29. Juli 1922 ein hlage des Bauaussch Bauausschusses erbindungsweg von Kirch= und Wallstraße nach Provinzialstraße und von Buschstraße zur neuen Verbindungsstraße beschlossen. Die Verwaltung wird heauftragt, mit der Zeche„Zollverein" über die weitre Planbearbei zu verhandeln. insbesondere über di Straßenauerteilung. Der Bauaus die Pläne endgültig festzusetzen. Nac———.—. des Bauausschusses wurden als weitere Rotstandsarbeiten beschlossen: a) die Regulierung und Ein friedigung des Platzes hinter dem Real Kase und als Ersatz eine Rohrleitung zu verlegen das Reststück des Ers Bachlaufes mit gymnasium. massen zuzuft gung steht. wieder durchzuft ren. Gemeinderat genehmigte den vorgelegten Vertragsentwurf bezüglich des Grundstücksverkaufs an der Hermannstraße. Turnen= Sporr= Spiel. Deutsche Jugendkraft. Neustadt— Spielvereinigung Hüllen 1920/22 3: 0. Das Spiel, welche: auf dem Ueckendorfer Platze ausgetragen wurde, ollte die Entscheidung um die 2. Stelle in der A=Klasse bringen und den Gaugute Neutteche somit den Repräsentanten des Gelsenkirchener Bezirkes zu ufstiegspielen ermitteln Gleich nach Anstoß leitet Nei Argriff: ein die in der 10. Minute zum 1. Tor führen. bleibt durch kurzes, flachen Zuspiel auch weiter im Vordeil, bis Hüllen gegen Schluß der 1. Holbzeit durch Lufbietung aller Kräfte das Spiel überlegen gestaltet. Nach Haldzeit ist einstweilen Hüllen im Vorteil odne etwas zu erreichen. Dann wird Neustadt überlegen und sendet noch zweimal ein. Gegen Ende wurde der Kampf äußerst hart durchgeführt und bielt sich nicht im Rahmen des Erlaubten Die Sommerspielmannschaften der Abt. Altstadt sind. wegen Spiesens gegen einen anderen Verband vom 16. bis 29. Juli mit Spielverbet belegt. Sportfreunde 1910 Rot hausen— Bulmke 2: 0. Auf dem Platze in Rotthausen standen sich obige Gegner gegenüber. Bulmte da! Platzwahl und spielt mit der Sonne im Rücken. Beide Mannschaften spielen anfangs ausperegt, haben sich aber bald gefunden. —*-„ Get•* #### aver dald gefunden. Vorstöhe auf Rotthausens Tor und gelangt in einem Erfolge, den der Schiedsrichter aber nicht äter sendet der Linksaußen Bulmkes zum zweiten Bulmke unternimmt der 15. Minute zu einem G.5t. 10 Minuten später sendet der Linksaußen Bulmkes zum zweiten Male ein, wieder eikennt der Schiedsrichter das Tor nicht an. Halbzeit kommt Rotthausen auf und erzielt aus Abseitsstellung das ersto Tor, den 15 Minuten später ein zweites folgte. Zwei Elfmeter für Rotthausen hielt der Torwart Bulmkes. 10 Minuten vor Schluß wurde das Spiel abgebrochen. Der Schiedsrichter war dem Spiel nicht gowachsen Bulmke 1. Schalle— Ing.— Neustadt 1. 0. Jug. 1:4. — Horst 3: 1. Jug.— Horst 1. Jug. 0: 0. Sommerpause im schweren Sport. Schonzeit für Sportler und Publikum— Sommersport= zweige.— Vorbereitung für die kommende Svielzeit. wach: Von Karl Meitner=Heckert Im Mutterlande des Sports. in England, schließt mit dem ersten Maifriertag offiziell die Fußballspielzeit, wäh. rend in den anderen Sportländern der Lederball von Tor zu Tor weiterrollt. unbekümmert, ob die Sonne im Höchststand brennt und hundstagsmäßige Hitze jede sportliche Schwerleistung zu einem Schwitzbad macht. Man geht sicher nicht fehl. wenn man die„Nervosität" des kontinentalen Fußballspiels mit als Folge des für die beiße Zeit wenig angebrachten Ungestüms unseres Fußzballes betrachtet. Für den schweren Sport ist eine sommerliche Pause unbedingt erforderlich. Diese Pause soll und darf keinen vollständigen Stillstand in den Svortbetrieben bedeuten. Sie soll lediglich den„offizteller" und„schweren“ Sport für zwei Monate aufhalten und dafür die verschiedenen Abarten des Sports im Leichtbetrieb und in einschalten. Während die englische Fußballbebör über die sommerliche Ruhepause ihrer Sportdisziv und nur in besonderen Fällen Auslandssviele im Sommer bewilligt. fördert sie den Sommersport des Fußballers, das Kricket, im höchsten Maße. Kricket?!— Der Kontinent kennt Kricket als Sport überbaupt nicht, er kennt auch keinen vollwertigen anderen Ergänzungssvort. Darum bleibt der Fußballspieler auch im Sommer beim runden Leder, der Boxer bort. der Ringer ringt.— der Sportler übermüdet sich und das Publitum. Denn wie die sportliche Leistung erfordert auch das Beobachten eines Sportkampfes Verstand und Nachdenken. und allzuschnell erkennt der Zuschauer, daß der Eifer im Sport im Sommer erlahmt. die Sportleistungen an Vollendung und Vollkommenheit zurückgehen. und nichts ermüdet mehr die große Menge als halbe Leistung. Schon die unfreiwilligen Pausen der Eisläufer und Schnecsportler im Sommer bezeugen, daß Unterbrechung nicht„Rückschritt bedeutet. In mancher anderen Sportdiszivlin(besonders im Schwimm wiederholt eingelegte Pausen die—. und notwendige Ruhepunkte im Training darsteuen. Sport=Wissenschaft ist uns allerdings auf diesem Gebiet noch manche Aufklärung und manchen Fingerzeig schuldig: die Statistik könnte über die Konstitution des Sportmanns im Sommer und Winter viele Unterschiede klarstellen und dadurch ein Machtwort für eine allgemeine und offizielle Sommerpause im schweren Svort sprechen. Eine solche Pause würde auch von der Spezialisierung. wie sie jetzt herrscht, zu einer größeren Vielseitigkeit führen. Das Verbot des Fußballspiels würde den Sommersportdisziplinen Schwiminen. Rudern. Segeln, Reiten. Schteßen und so weiter Tür und Tor öffnen. Daß Vielseitigkeit das Ideal der sportlichen Beteiligung ist, lieft sich aus dem System der klassischen Olympischen Sviele heraus, die nur den Mehrkampf als lichen Wettkampf vertreten deutet dabei gleichzeitig—-„„„ nimmt andere Muskelleistungen in Anspruch und entlastet da. wo eine andere Sportart belastet.— Von sportlicher Seite erfolgte jüngst der beachtungswerte Vorschlag. während der saison morte die Jahresport!) erhohen kurze u Leistung. da sie natürlic Tr stellen. e und rliche Die versammlung der Verbände und Klubs abeuhalten, korvorative Wandertouren zu den Wahlorten dieser Versamm. lungen zu unternedmen. und auf diese Weise die Kort; und in„sommerlicher Wea im Sport zum Höch Zwang einer sommer Svortler und den Spoxt notwendi zie hommecde Sotelzet erte. übe" beraten werden. wie ten zu suchen und finden sei. merlichen Rubevause ist für Svortler und den Sport notwendig und segenereich; wenn die Sportsaison im Frühherbst beginnt, gehen Spieler und Publikum mit doppeltem Eiser an die Sportsache. Tennis in den Frühmorgenstunden Nichts ist für von Tenniespieler empfehlungswerter, als sich im Hochsommer von der herkömmlichen Einteilung des Topee freipzmachen. Wenn e: am Nachmittag auf den Spielplatz kommt, ist die Luft erfüllt von Glut und Hiße. Für die innere Angespanntheit und das Einteilung des „— den Spielplatz kommt, lt von Glut und Hiße. Für die innere Ungespanntheit und das ische Bewegrngsspiel is dies sicher die dendhar ungünstigste tmosphäre. Hierzu kommt, daß die Luft sich zum Ende des Tages it Staud vollgesogen hat. Die Tennisplätze liegen zumeist dicht angrenzend an Vorstadtstraßen und Chaussoen, in dener an Sommertagen ein äußerst lebhafter Automobil= und Moterradverkehr zu verzeichnen R. Die vorbeisaufenden Wagen und Rüder wirbeln auf den ausgetrockneten Straßen dicke Staudwolken auf. In den Nachmittagsstunden heider Sonmertage beommt der Tearizpeler, H#rven mohr stunden heißer Sommertage bekommt der Tennizspieler hiervon mohr ester, us Prigzach 6., Wi. a. L.up. 1. E, Prüichaten. des Tages die Lust rein und frisch! Von der Hitze ist bis gegen Uhr kaum etwas zu merd Ob Körperbewegung vor tsamer M. ist eine alte äblunn des Körvers dann 8 Uhr kaum etwas zu merben. ober nach der beruflichen Tagesarbeit Strettfrage. Die einen bezeichnen die Flam, wenn sie d als weniger wirksam, wenn das durch Itureg westihmpse wäre unn tatsächlich für Leute, die gleich anschließend durch Stunder hindurch beruflich zu arbeiten haben, wenig empfehlenswert. Ein sich Tummeln von einer bis wird auch mit einer in ihren beiten haben, wenig empfehlensbis höchstens zwei Stunden dam Anforderungen noch so hochnischen Sport von einer nevo u einten Wlich Sengeungespiel von dem für den Tag bestimmten Der„faorttüchtig: Venkee Eine Untersuchung des Ramens und der Abstommung der amerikavorthelden hat das merkwündige Ergebnis gebracht, daß man —— besonderen Tüchtigkeit des worttreibenden Vollblutamerikaicht reden kann. Es int vielmahr fremder Blut, das der verSportgroßmacht den Namen bewahrt. Der Weltmeisterbexer Dempfen, ist. Cherckese schottisch=irtscher Abstammung, Gred ist Deutscher. andere Meisterdoxer sind— Neger. Die Golfmatadere Amerikan Hutchison und Barner sind Schotten, das„Woltwunder im Schwimmen" Johnny Wetgmüller ist Deutschösterreicher, bei den Fusbholl= und Rugbyspielen figurieren an erster Stelle die Namen von Deutschen. Italienern, Nordländern und Slaven. Selbst bei rein angelsächsischen Namen ergab die Untersuchung, daß en sich meist um Engl nicht um Amerikaner handelte. Dennoch ist weiß kvaft seiner nattonalen Ehrgeizen### portgrößen bezwingend in seine geeinte Handel und Gewerbe. Amtliche Devisenkurse. 17. Juli 16. Juli Geld Bvief Geld Brief ulden. 85386 85814 76807½ 77192½ frank 10573½ 10626½ 9676.— 9624.— 1 Lire. 9336½ 9383½ 8354.— 1 Psd. St. 997500 1002500 897750 902250 1 Dollar. 217455 218445 195111 196089 ch 1 Frank 12768 12832 11571 11629 1 Frauk 37905 38095 3411414 34285¼ ester. 100 Kr.. 311.22 312.78 276.30 277.70 Berliner Börsenbericht. is drni. Kreien wor Handel und Jodzoschease Liled trot schobank. trosbom lland 1 #lgien 1 eiten die Versorgungsar in schwimmenSftanAAA 1 Berlin, 17. Juli.(Telegr.) Am Produktenmarkte traten heute weitere Preissteigerungen ein. Das Angebot vom Inlande bleibt andauernd gerinofügig aber auch die Unternebmungglust verhält sich vorsichtig. Bei den Müblen hält die Inavobeit katertals in Weisen an. so daß sick sten. Roggen war—. in Cts=Ware— Bremen gesucht. die Nachfrage für Brauereien weiter an. pezrer fest. Für Mais zeigt sich zunebmendes sofortige und spätere Lieferung. Die Mehlten sich für ausländische Ware teilweise billiger als für das inländische Emeugnis. Futterartikel waren in nader Ware etwas reichlicher angeboten. Im allgeweinen bleibt der Verkehr still. Die neuen Kohlenpreise. Rudrfettförderkohle 1 361 000 Mr. — Berlin, 17. Juli.(Telegr.) Im Anschluß an die gestern im Reichsarbeitsministerium getroffenen Lohn vereinbarungen, die vom 17. bis 22. Juli eine Lohneroobung um 40 Prozent und vom 23. bis 31. Juli weitere 30 Prozent, daß ist 82 Prozent gegenüber dem Lohn vor dem 17. Juli vorseben, berieten gestern der Reichskoblenverband und der grobe Aurschuß des Reichskohlenrates über entsprechende Kohlenpreiserhöhungen. Es wurde festgestellt, daß die bisherigen Grubennettopreise des Bergbaues, insbesondere im unbesetzten Gebiet, gegenüber 1913 als gegenüber März und Avril 1923 erbeblich weniger stiegen als im Durchschnitt die sonstigen Industriestoffe. Die Anträge der Sondikate lauteten auf eine Erböbung Zahle ab für von heute Kupfer Aluminium Rotguss Messing Blei und Zink Eisen menr wie jede Konkurrenz. H. Böhm, Schalkerstraße 61. Telephon 1255. Hole jeden Posten per Puhrwerk ab. 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Juli den vollen Lohnsteiverungsprozentsatz von 82 Prozent auch auf die Preise anzuwenden. Auberdem wurde beschlossen, die für die beiden Perioden berechneten Preise in einen einheitlichen Mischder dann vom 17. bis 31. Juli gilt, umzurechnen und nur diesen Preis zu veröffentlichen, um nicht durch zu rasch auseinander folgende Preisänderungen den Koblengeschäftsverkehr zu erschweren und Unrube in die Verdggucherschaft zu tragen. Die biemach auf dieser Grundlage fast einstimmig gefaßten Beschlüsse führten in allen Revieren zu Preiverhöhungen um 68 Prozent mit Wirkung ab 17. Juli bis 31. Juli. Der Beitvag für Bergarbeiterheimstätten wurde von 6750 auf 11 250 Mk. pre Tonno erhöbt. Die neuen Brennstoffvertautorreise stellen sich demnach für rbeivisch=westfältsche Fettförder. kohle auf 1 361 000 Mk., für mitteldeutsche und ostelbische Braunkoblenbriketts auf 735000 Mk., ostelbische Rob55#le auf 213000 Mr., mitteldeutsche Robkoble 225 000 wiederschlesischen Stückkoble 1 172 000 Mk. und auf 1 868000 Mk. pro Tonne. Am Kupfergraben 4) gegründet. Das neue Unternehmen zat eine Spezialaufgabe. Sie besteht darin. die wirtschaftid und den =ungarischen gleich durch eine Art Clearingverkehr herbeizuführen. diesem ihren Programm wird die neue Bank durch estergesellsch."— 1 gerufe um hlungs. staltung stracht kommenden emeilige Länder verkehr der Hande lche dem gegenseitigen Wege stehen. und die Ausehungen hemmen, zu überwinden. Waggonfabrik Uerdingen—Rheinische Stahlwerke? Die„Bergwerks=Zeitung" verzeichnet das Gerücht von gung vom weensritens auf 750 000 MI., ostelbische uf 213 000 Mk., mitteldeutsche Robkoble 2 für niederschlesischen Glebereikoks 2062 000 Mk., lestschen Brechkoks 2 031 000 Mk., für oberschlesische *— Grerd buh.##n.141.21=— Sen. Stucktofs Schweinemarkt. = Köln, 17. Juli. Die beutige Getreidebörse hatte Seishen: Bac, Mhäh, Fei. ch seltere Kelerinn Du Taac Smmtat. Abn aun Deutsch=Oesterreichisch=Ungerische Wirtschaftsbank A.=S. wurde kürzlich unter obiger Firma ein neues Bank. in mmarde Küralich u wurde kürzlich u einem— und dem elsässischen Kaliwerke nach dem Liquidationsschädengesetz nur der 35fache Friedenswert gezahlt werden würde, nicht zu teilen. Worauf sich aber die Ansicht dieser beteiligten Kreise. die offenbar mit einer doberen Entschädigung rechnen zu können glauben. stützt. ist nicht rechr ersichtlich. Die Kure der elläsischen Kaliwerke konnten sich auf die oben erwähnte Verlautbarung hin wieder etwas erholen. nachdem sie bekanntlich in der vorigen Woche auf die Meldung, das nur mit einer Entschädigung des 35fachen Friedenswertes zu rechnen sei. einen starken Kurssturz erlitten hatten. Im Interesse der Kuxenbesitzer wäre 31 nachdem doch das Liquidationsschädenge schiedet ist. endlich in einwandfreter darüber geschaffen wird, was denn nun die 2### Kuren der alsässischen Kaliwerke eigentlich als Entschädt Reich zu erwarten haben. rs erlitten hatten. zu wünschen, daß. gesetz längst verab: W e i s e K l a r b e i t liche Unterlage, daben. ee ae# sich einstweilen nicht erm teln. Es sei aber daran exinnert, daß die Waggonfabrik Uerdingen schon seit Jahren den Gegenstand aller möglichen Fusionsgerüchte bildet; längere Zeit hindurch erhielt sich hartnäckig das Gerücht von einer Interessennahme des Phöniz. In der Tat sind auch in den letzten Jahren den Verwaltungskreisen von Uerdingen wiederbolt Anregungen zugegangen, die auf eine Interessengemeinschaft oder Angliederung hinausliefen. die ausschlaggebenden Großaktionärkreise haben sich bisber aber allen derartigen Annäherungen gegenüber ablehnend verhalten. Zur Verbinderung einer Ueberfremdung sind seinerzeit noch Vorzugsaktien mit zehnfachem Stimmrecht geschaffen worden. Die Uerdinger Aktien sollen übrigens auch an der Berliner Börse eingeführt werden. Die Entschädigungsfrage für die elsässischen Kaliwerke. Zur Entschädigungsfrage für die alsässischen Kalierke wird von einer den Deutschen Kaliwerken naheSeite Niederrhein. Wetterdienst Norden zieben wieder in häufigerer Folge rbel vorüber. Die Witterung wird daber as unrubiger. Wir haben daber verändererter und vereinzelt lischen Familienlebene besorgt. Das Hauptziel des Buches ist die ausgesprochene Betonung und Pflege des kathollschen Jamilien= deals vie Mitarbeit der Mutter an der Wiederherstellung der kathollschen Zomilie. Dem Buche ist die welteste Verbreitung zu wünschen. Uteratur, Berlin C 2. Auf ##bebeteieberecht von Prosessor Dr. fur. Heidelberg. Grundpreis 2.60.— 1923— u. Linde, Fachduchhandlung für Steuerliteratur, der Grundlage der detriebsrochtlichen Bestimmungen der Gewerbeordnung wird ein Ueberblick über die gesetzlichen Beschränkungen von der Einrichtung dis zur Schließung von gewerdlichen Bestrieben gegeden. Die deutsche Zwangsankiihe insbesondere guischichtlich und eettisch duchhandlung für Steuerliteratur, Be mlhumlhumlhwoniaumlhw von Waldemar Sauerzopf, Direktor der Nordwestdeutschen ech., Hannover. Industrieverlag Spaoth u. Linde, FachDerlin C 2. und Zahlung 1 Im Tiedruckwir wieder etwas liches, mäßig warmes Gewitterregen zu erwarten. Verantwortlich: Für Politik i. B. Dr. H. A. Berger: für Sommunalpositik, Beltewirtschaft, Haubel und Previm derfelbe: für Lokales, Feuilleton, Theater und Musik H. Tölle: für Vermischtes und Sport H. Hartensele: Anzeigenteil W. Scheifes. Sämtlich * n Gel ben Retlame- und Die heatige Ausgabe umfaßt 8 Seiten. wer stehenden Seite darauf bingewiesen, daß bis schen Kaltwerke ern eine Teilzahlung für ihre verlorenen elsässischen Werke erhalten hätten. es stebe aber noch nicht fest, welche endallltige Entschädigung gegeben werde. In beteiligten Kreisen scheint man demnach die kürzlich auf Grund einer Auskunft von amtlicher Seite brei ver! en sa Auskun reiteten Meinung, daß als Neue Bücher. Die folgende Aufzählung der uns eingereichten neuen Erscheinung auf dom Büchermarkt dient lediglich zur Uebersicht. Eine Empfehln läntlicher aufg.führten Bücher soll damit nicht geanden lein. Rutters=Eeziehungswetcheit. Herausgegeben vom Schriftsteller des „Mütter=Sonntag“. Heinrich Meiß S. J. Erstos Bändchon: Erziehung in den Kinder= und Schuljahren. Verkag der blatter I. Schnellsche Buchhandlung(C. Leopol)) WarendDie hier gesammelten Aussätze sind in den Jahren 1917 Monatsblättern„Kommet, alle zu mir"— seit 1 der Monats. arendorf 1. 23. 7—1922 in „Mütter=Sonntag“, genannt, erschienen. Die meißten Beiträge sind von bewährten Keunern der jugendlichen Seeie und der bathoFir-a.-B., Hannober. JiiC duchhandlung für Steuerkiteratur, anleihe ist mit ihrer Zeichnung na# ihrer Interessenten noch nicht abgenan. Gie wird u deschäftigen, vor allem in den Füllen, die streitig treffliche Abhandlung, hervorgegangen aus der Feder ragenden Stouerproktikero, gibt uns praktische Gesichtspunkte, vor allem in dem krittschen Teil, sich mit dieser Anleihe zweckmäßig Die deutsche Zwangsdem großen Kreise und nach lange werden. Die eines herverauseinanderzusetzen. Religionen und Reufessionen im drns. Von Poter Sinthern S Ged. S 5,25. S— GrundMarkpreie; dazu Teuerung EinheitsgedanHerder Erteg, der kultur, Zusammendruch einer sittlichen Antriebe Lichte des religlösen I. Freidurg 1. Br. 1923. mal Schlüsselzahl— VerlagsDer sinnbetäubende Welter kolzen Diesseitszu einer Zeit, die sie en kann: das alles hat wentostenn die Ernsten im Lande zur Miederbesinnung aus die vernachlässigten Kräfte der Beligien geführt, zur Einsicht, daß die aus ihr quellenden Ewigkeitswerte den geistigen Wiederaufbau grundlegen müssen. Die zur dloden Erkenntnivtheorie abgeblaßte Philosophie beginnt, ihres Subiektloiomus müde, zur gegedenen Welt unveränderlicher überstnnlicher Wahrhetten durchzubrechen. Gegen den Materializmus erscheint wieder der Ideallomus und Spirtiuallomus auf dem Kampfpkatz, gegen den Moniomus der Dualiomus von Seele und Leth, Goti und Wolt, gegen den pantheistischen Phrasennedel und Gefllhledusef der Glaude an don persönlichen Gotf, gegen den öden moderne Heidentum ein Nationaltoms und das klaver Möystiztomus, abe glaube, gegen die Ner vielen Mesnungen als werdigetett 7 Bink chon ein erleuchteter der„freien führt, ndungen, lbexpersänli ligionen und Konfessionen der Drang zur religlösen Einheit. Sele ndarungsForschung", die zu so die Enerkenntnis der Notgegen die Viesheit der Rezur religlösen Einheit. In gung Klärung zu bringen, von den verschiedensten relie ue un Benz ner Beligermaltben Glasbur zu zeigen, ist der tiefere Impuls des vorliegenden Bucher. #ck von allem Unwesentlichen ab= und stets fest dem Ziele zugewandt, wird es zu einer sachlich gerundeten Kritik der großen Religienesysteme und zur warmen, tragfühigen Apologie des kathostschen Christentumo— eine praktische Phllosophie des religlösen Eindettogedaukens und ein beredter Weckruf für das Tatwerden der Hetlandgebeves: eine Herde und ein Hirte! Ergeben in Oottes heiligem Willen verschied am Montag, den 16. Juli, abends 9 Uhr, nach langem, schweremn Leiden, im Alter von 69 Jahren, gestärkt durch die hl. Sterbesakramente der röm.-kath. Kirche, die wohlachtbare Praa Wv. Lndvig Kühnel Maria, geb. Wirsching. Um ein Gebet für die liebe Verstorbene bittet Im Namen der traueraden Hinterbliebenen: Joseph Mols. Gelsenkirchen, Gundelsheim(Wttbg.), den 17. Juli 1923. 19476 Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 19. Juli, morgens 8½ Uhr, vom Trauerhause. Ringstr. 65, aus statt. Das Seelenamt findet gleich nach der Beerdigung in pstelkirche der Props gtatt Ileinrich Brinkhaus Maria Brinkhaus geb. Richter Vermählte. Geisenkirchen(Ilhstr. 25 18. 1923. Gadber Kath. Mötterverein (Propstel). Ulebes Mit. 19543 Kühnel Gottes Vatergüte hat en gefallen, heute nachmittag 2 Uhr, unser innigstgeliebten, einziges Töchterchen und Schwesterchen Ursula nach langem, schwerem Leiden zu sich in den Himmel au nchmen. Dis tausrüden Eitern: Bernh. Josephs und Frau Maria, geb. Tüns. Geisenkirchen, den 16. Juli 1923. 19497 Die Beerdirung findet Donnerstag morgen 8¼ Uhr. vom Hause, Johanniterstt. 2. aus statt. Unse alled Ist ge Die Beerdigung ist Donnerst, morg. 8¼ Uhr. von der Rinzstraße 65 Zu zahlreicher Betelligung ladet ein Der Vorstandd. #. Eisabeih-Verein Prosstelpfarre. Usses elled liebes Mit19541 Frau Kühnel Haus, in guter Lage, mit oder ohne Lagerraum, sucht als Selbstkäufer für volle Auszahlung zu kaufen. 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Do ein underernährter Nörver bekanntlich für Krankbeiten sehr empfänglich ist, kann nicht dringend genug vor falscher Ernährung gewarnt werden. Es ist eine alte Weisheit, daß, wer am Essen gpart, sein Geld zum Artt und Apotheler tragen mut. rum heißt es für die Hausfrau: rechtzeitig Maß nahmen ergreifen und nur Speisen auf den Tisch beingen, welche alle für den Kräfteaufbau erforderlichen Bestandteile enthalten. Es ist ein weitverbreiteter Irrtum, Fleisch sei zur Ernährung unbedingt nötig. Zu allen Zeiten dat es zahlreiche Menschen gegeben, welch ohne Fleischnahrung gesund und kräftig waren und ein hobes Alter erreichten. Nach Rubner und Boit braucht der arbeitende Meusch täglich 118 Gramm Eiweiß, und zwar größtenteils in Form von tierischem Ewweiß. d 9. Fleisch. Diese Bedauptung ist in neuerer Zeit widerlegt worden; darnach kommt man schen mit 50 Gramm Eiweiß am Tage aus, die jedoc keineswegs in Gestalt von tierischem Siweih dem Körver zugeführt werden müssen, da auch andere samkeitsgründen sowie mit Rücksicht auf die senig oder deit ist es empfeblenswert, wenig oder gar kein F sondern hauptsächlich Milch= und Meblspeisen Hülsenfrüchte, Kartoffeln, Käse, Obst und Schwarzbrot zu essen. Die Schneiderei— ein Beruf für die gebildete Frau, Wie sind die Aussichten? Von Annie Juliane Richert. Die bisber übliche Wertmessung der Schneiderei, dieses weiblichsten aller Beruse, ist um mehrere Grade in die Höde geschnellt. Er hat alle Anwartschaft, vielen Mittelstandsfrauen wieder den festen Boden unter die Tübe zu geben, den ibnen die schlechte Lage der Gesamtwirtschaft allmählich und sicher zu entzieben drobt. Gerade die letzte Zeit hat bewiesen, daß Frauen, die bisber nicht berufstätig waren, mit grobem Erfolg sich zur Schneiderei berangebildet daben und mit Vorliebe von den Frauen in Anspruch genommen werden, die guten Geschmack und vornehme Ausführung fordern, odne dabei in Konflikt mit ihrem Geldbeutel geraten zu müssen. Es berrschen nun in bezug auf die Vorbildung geradezu widersorechende Ansichten. Die akademische Richtung(so will ich sie einmal nennen) fordert den ganz bandwerksmäßigen Gang der Ausbildung mit drei Lebrjahren, den Gesellenjahren und dem Abschlus als Meisterin. Die andere freie Richtung wirft dagegen ein, daß die Frauen meist weder jung genug sind, um diesen Werdegang durchmachen zu können, noch durchwen den Ehrgeiz haben, sich als Meisterin selbstündig niederzulassen. Wo es irgend angängig ist, sollte der erste Weg begangen und die T loser einen häberen Prassmstel[Miematische Ausbildung bevorzugt werden. Bei aller Rodiungsmittel z. T. sogar einen doderen Prozenitas Begabung, die mitgebracht wird, bei aller Höhe des Etweiß entaiten, als Fleisch. Am nahrdaftesten* Geschmacks, den eine Jadbehundertelange Vertrautheit oos W. 24 Prrgert E ider Vorfabren und der Familie mit den Gewohnweißz entdält(Fleisch nur 15—23), Bodnen weisen D sheiten gepflegter Kultur allmäblich als selbstver24 Prozent, Erbsen 23 Provent, Hafer= ständliches Erbteil übermittelt, muß das technische bandwerkliche Können doch der Grund sein, auf dem Geschmack und Kunst dann sich auswirken können. Die Lehrlingszeit kann an einer Gewerbeschule durchgemacht werden, doch ziehen viele gewiegte Praktikerinnen als Helferinnen Kräfte vor, die bei einer tüchtigeren Reisterin eine zielstrebige Schule durchgemacht haben und möglichst nicht mit Sammetpfötchen angesaßt wurden. Lehrjahre sind keine Herrenjahre! Das müssen sich die Frauen, die selbst Herrinnen im eigenen Haus waren, vor ihre Ausbildungsjahre als Schild setzen, und sie sollten mit Empfindlichkeit und Gekränktsein ihr Berufsschifflein nicht belasten. Wem nun aber aus häuslichen oder wirtschaftlichen Gründen dieser lange Ausbildungsweg nicht tunlich erscheint, findet auch anderweitig die Moglichkeit, sich als Schneiderin zu betätigen, und viele davon haben jetzt gesuchte Ateliers, obwohl keine der Damen schulgerecht vorgebildet war. Die Mode degunstürt diese Unternehmunssl#stigen ohne Vorbildung; und leistet dadurch dem notleidenden Mittelstand, ohne es zu wissen, eine praktische Hilfe. Alles in allem ist sicher, daß der Beruf als Schneiderin vielerlei Vorzüge vor anderen Rotberusen hat, er bietet als Domäne der Frauen dem Brotneid der männlichen Kollegen keinen Angriffspunkt, er ernährt seine„Frau" und bietet ihr volle Gelegenheit. Geschmack und verseinerte Kultur des Anzuges zu pflegen und damit sich und auch ihren Mäitschwestern das Dasein erfreulich zu gestalten. nt. Linsen 24 Prozent, Erdsen 23 Prozent, Haser mebl 15 Prozent, Rosgenmehl 12 Prozent und Weizenmebl 11 Prozent Eiweiß auf. Welche Eiweißsorten dem Körver zugeführt werden, ist ziemlich bedeutungsles, da derselbe die Fähigkeit besitzt, sie alle je nach keinem Bedürfnis umzubilden. Muskeln und Organe wachsen, einerlei, ob ihnen Fleisch= oder Pflanzen, Eier= oder Kudmilch=Eiweiß als Nährstoff zugeführt wird. Erhält der Körver mehr Eiweiß, als er haben muß, so scheidet er es wieder aus, ein Ueberschuß kommt ihm nicht zugute. Bei andestrenoter Muskelarbeit zerstört der Körver nicht mehr Eiweiß, als in der Ruhe. Uebermäßige Mengen Eiweiß zu sich zu nehmen, ist alle Verschwendung. Ein wichtiger BeBandteil der Nadrung ist das Fett, mit dem beute seines boden Preises wegen bäufig allzusehr gespart wird. Ein weitverbreiteter Irrtum ist es, m slanden, Margarine allein genüge zur Ernährung. Der Körper braucht uubedinot gewisse Mengen(on. 58 Sramm täglich, alte Leute nur 30 Gramm) tierischer Fette in Gestalt von Butter, Schmalz, Speck usw. Sie sind desbalb so wichtig, weil sie im kleinsten Gewicht die größte Meuge ven Spannkräften enthalten, und dazu beZimmt, innerbalb des Körvers grode Mengen von Wärme zu bilden, um die zum Leben erforderliche Bigentemeratur zu erhalten und Muskeikräfte zu entwickeln. Der Fettbedarf bäugt wesentlich vom äußeren und inneren Zustand des Körvers ab. Bewohner kälterer Länder boauchen das meiste Fett. Wenn der Mensch mehr Nahrungsfett zu sich nimmt, der Körver verlangt, wird der Ueberschuß aufgees tritt in Form von Fettansatz in die Erinung. Reichliche Hettzufuhr verringert den Eiweitumsatz. Bei gleichzeitiger Fett= und Eiweißzufuhr ört der Körver weniger Eiweiß, als wenn nur genossen wird. Fett äubert also eine eiweißerende Wirkung. Die Hausfrau sollte bei der Zutung der Speisen nur reines Fett verwenden und der bäusig angepriesenen Kunstweisefen., die zwar billiger sind, aber keine Nahrkraft besitzen. Surkogate zu gebrauchen, ist verkehrte Svarsamkeit! Weiterbin bedarf der Körver der Koblebodrate (Zusker und Stärkemebl in der pflanzlichen Nahrung), während er das Fleisch schließlich entbehren kann. Reichliche Gemüsezufuhr ist nicht nur gesund, sondern zuch blut= und kräftebildend. Man gibt deute kleinen Kindern schon frübzeitig stott der früher üblichen Meuge Milch Gemüse, da man damit gute Erfolge erpleit hat. Schließlich braucht der mmschliche Körver Nährsalze, die in Obst und Gemüse enthalten sind. Aus SparAmerikanische Frauenklubs. die deutsche Frau deran lernen soell und was nicht. Von Toni Harten=Hvenke. Unsere deutschen Frauenvereine amerikanischem Sinn. Auch in nicht Klubs in bei uns Klub nennt, behält mehr oder weniger den Vereinscharakter, den man drüben besonders unter Deutsch=Amerikanern findet. Die Amerikanerin, d. b. die Englisch=Amerikanerin oder die Andersrassige aus der zweiten, dritten Generation ist geborene Klubangehörize. Ohne Klub ist sie nicht zu denken. Einen Klub gründet sie, sobald sie lesen und schreiben kann. Die Organisation einer Gemeinschaft, der Gemeinstun ist ihr ebenso natürlich wie dem Mann. Die Notwendigkeit, also auch die Pflicht, zenau so wie der Mann für das ganze Leben ihres Landes mitzusorden, liegt ihr im Blut. Sie fühlt sich durchaus für alles, was in der Nation vorgeht, unmittelbar mitverantwortlich. Das prägt sich in den Klubs der Jüngsten wie der Reissten aus. Kleine Mädchen= arbeiten“ in ihren Klubs für irgend etwas von allgemeinem Interosse. Sie kommen nicht zum Vergnügen, zum Handarbeitenmachen, zum Kaffee und Kuchen zusammen, sondern haben etwas Bestimmtes vor, wofür sie„arbeiten“. Dieses Arbeiten heißt nicht bloß, mit eigenen Händen etwas zurechtsticheln, sondern es schließt das ganze Werk ein: Organisation, Provaganda, geschäftliches, gewerkliches und vertriebliches Tun. In den Schulen und auf der Hochschule gibt es ungezählte Klubs. Die Klassengenossinnen, die besonderen Studiengefährtiunen tun sich zusammen. Die Sprachklubs, die Debattierklubs, die volitischen, sozialen, wohltätigen, nädagogischen, musikalischen, dramatischen, sportlichen Klubs nehmen alle ihren Anfang in der Schulzeit und setzen sich dann durch das weitere Leben fort. Die Mädchen nehmen früh Kurse im freien Sorechen und erlangen zeitig eine Sicherbeit und Gewandtbeit, sich in gröberem Kreise auszudrücken, die für uns Deutschen gand erstaunlich wirkt. Auch die Geschicklichkeit im Organisieren, Versammlungleiten, Provagandamachen, geschäftlichem Abwickeln wird schon in der Schulzeit erworben.„Man“ ist Präsidentin dier, Schriftführerin da, Kassiererin wieder in einem anderen Klub, arbeitet Ansprachen aus, studiert Theaterstücke ein in einem vierten oder fünften. Die„Deutschen Klubs“ der jungen Amerikanerinnen an Hochschulen, Colleges und Universitäten haben in den neutralen Jahren und noch im amerikanischen Krieg viel für deutsche Not getan. Vor dem Kriege ging der Eiser, alles an den Gesellschaftstagen des Klubs recht deutsch zu haben, bis zur Abhaltung deutscher Kaffeklätsche. An den groben Untversitäten haben die Studentinnen ihre prächtigen Kludbäuser mit allen denkbaren schönen, bequemen Einrichtungen, ebenso wie die rauen später ihre Frauenklubs mit Vorlesungs=, Arbeits=, Lese=, Tanzsälen, Bibliotheken, Bädern usw. Je nach den Orten und Gruppen und Kreisen geht es bescheidener zu, bis zu den Klubs, die sich wie unsere „Kränzchen" reibum in den eigenen Häusern treffen. Aber immer hat die Amerikanerin bestimmte Zwecke im Auge. Immer sind ihre Klubs Arbeitsvereinigungen, wenn man— wie es in Amerika der Fall ist— den Sport als Arbeit dazuzieht. Die deutsche Frau hat ihren Ruhm von ihrer Tüchtigkeit in der eigenen Häuslichkeit. Das Erbteil bastet ihr auch in Amerika noch lange an, gewiß nicht zum Schaden des Landes. Wenn auch heute nicht mehr die Zeit ist, die der Frau ein ausschließliches „Aufgeben" im eigenen Heim gestattet, was früher natürlich war, wenn der deutschen Frau heute ganz entschieden mehr Sinn und Willen zur Arbeit im Allgemeinleben zu wünschen wäre, mehr Verantwortlichkeitsgefühl für die Entwicklung und Gestaltung von Schul= und Erziebungswesen, sozialen Einrichtungen, innerer und äußerer Politik, kurz aller Dinge im Baterland, so halte ich doch dafür, daß das rudige Hauptgewicht für die Frau im bäuslichen Leben bleiben sollte, und daß die zunebmende Nervosität der Amerikanerin zum groben Teil von ihrem Klubleben kommt, dem sie einen gar zu breiten Raum gewährt. Das Gute liegt auch dier ganz entschieden in der Mitte — 1 Kleinigkeiten. Von der Auswanderung. Im Jahre 1922 wanderten aus Deutschland aus nach den euroväischen Ländern 44 männliche, 13 weibliche; Mordamerika 11685 männliche, 12568 weibliche; Mittelamerika, Westindien 168 männliche,#2 weibliche; Brasilien 8296 männliche, 1965 weibliche; Argentinkert 3386 männliche, 1610 weibliche; im übrigen Südamerika 489 männliche. 227 weibliche: Afrika 311 männliche, 296 weibliche: Asien 10 männliche, 5 weibliche. Australien hält sich noch immer gegen jede Einwanderung aus Deutschland verschlossen. Ebenso wie im Jahre 1921 waren auch im Jahre 1922 unter den nach den Vereinigten Staaten von Amerika ausgewanderten Deutschen die Personen weiblichen Geschlechts in der Mehrzahl. In Anstralien kandidierten 3 Frauen für die Parlamentswahlen, sie vermochten aber nicht durchzudringen, obschon sie, trotz sehr einflußreicher Gegner, eine große Stimmenzahl auf sich zu vereinigen vermochten. Auch in Neuseeland haben 3 Frauen bei den kürzlich stattgefundenen Parlamentswahlen kandidiert, aber ohne Erfolg. und Verlag: Chr. Mündernenn, — Für den Inhalt Hermens Tö1le, Wenn man das Wattenmeer in all seinem grauen, mystischen Zauber kennen lernen will, so sei es an einem trüben Tage, wenn man an das Letzte denkt und an das Glück, das einem vorbeigegangen ist. Man siebt es unvergeßlich an der Ostküste von Solt, bei Keitum, dem größten Dorse der Insel. Keitum liegt erböht über dem Meere, das Land sieigt hinter dem grünen, grasbewachsenen Strand einige Meter steil emvor. Um das Dorf mit seinen niedrigen, weißen, strobgedeckten Friesenhäusern dehnt sich die stille Heide, aber nach Osten das Wattenmeer. Finstere Wolken schleichen den Himmel entlang. Du schüttelst verwundert das Haupt, wenn du binaussiebst, du kannst es nicht fassen, daß hinter diesen Finsternissen eind Sonne steht. Feine Trovfen lösen sich aus der Höde und erfüllen die Luft und nehmen den Blick in die Feine. Dein Blick ist begrenzt auf einen engen, traurigen Kreis. Die Kirche von Keitum, die abseits des Dorfes am Meere liegt, kannst du noch gerade erkennen. Trotzia, weiß, klobig, geisterhaft ragt das Bauwerk, das älteste der Insel, in die rieselnde Luft. Wie ein Greis, den der Tod nicht treffen kann. Wie ein Phantom aus längst gelebten Tagen. Ein Hüne. Eine warnende Hand. Die See ist aus dem Watt fast verschwunden. Nur in schmalen Rillen gebt noch ein Sickern durch den Schlamm, und an den tiefsten Stellen stehen trübe Tümpel, in die das Wasser des Himmels rinnt. Ein leises, unterirdisches Knistern läuft durch den Schlick, kleine Blasen steigen aus der Tiefe. Sobald sie das Licht erreichen, vervuffen sie. Dort liegt eine Barbo, die bei Flut dem Schiffer das Fahrwasser weist. Dor die Planke eines toten Schiffes. Wem war sie ein letzter Hoffnungsstern? Dort ein Segelsetzen. Ein paar tote Fische. Ein verfaultes Faß. Ein Klumpen, ein Etwas. ein—— ich mühe mich ab, es zu unterscheiden, ich kann es nicht. Die Luft ist so dick, die Umrisse aller Dinge sind verschwommen. Keitum bockt da wie ein dicker Ballen, alles Einzelne darin vermengt sich. Am Wattenmeer. Von Haus Betbge. Am Strande liegt ein morsches Boot an rostiger Eisenkette. Es steckt schief im Schlick, das Steuer ist abgebrochen. Ein Wasservogel mit breiten Flügeln segelt flach über dem Schlamm aus dem Nebel berbei, lautlos, und läßt sich auf den Kiel des Fahrzeugs nieder. Dort steht er auf einem Bein, duckt den Kopf unter den Flügel und regt sich nicht. Die Regenstriche sinken unablässig auf ihn nieder. Er träumt, er schläft, er ist tot, was weiß ich. Nun buscht es am Strande bin, geschwinde, ge " Da—— da—— schmtade. fort ist es. Graues 8ACACT Ich bin. Ich bin und weitz nicht, wer ich bin, Weiß nur, daß unsichtbaren Stenden Ich als Gesetz ward eingebunden, Ohne Sinn und doch mit Sinn, Daß ich einmaliger Acker bin, Mit abgewogener Erde, Daß ich, mein eigener Ackersmann, Ackern muß mit bestimmtem Gespann Und stets nur tragen, ernten kann, Wag meiner Erde möglich war; Doch wie ich die Furchen In mich Acker fahr', Rubt in meiner Hand. Karl Kurt Wagner. Bch B Geflügel, mager, bochfüßig, bäßlich, undeimlich, wie höhnische Seelen aus einer zweiten Welt. Sie irren die Tümpel und Prielen entlang. Im Laufen vicken ihre Snäbel allerband Beute auf, tote Krabben, F.sche und Gewürm. Im Nebel verschwinden sie Zwei Austernfischer hasten mit langen Flügelschlägen herbei. Plötzlich werden sie unter sich auf dem Watt ein Stück Beute gewahr. Im gleichen Augenblick stürzen sie kerzengerade hinab. Dieser will Herr sein und jener. Ein däßliches Kreischen der Wut. Sie fallen aufeinander der und benutzen die Krallen und Schnäbel. Ein paar Federn stieben und mischen sich mit dem Schlaum. Nun steigt der Stärkere mit dem Beutestück stolz in die Höbe, der andere steuert ermattet, fluchend in eine andere Richtung. Seine sämmerlichen Klagen verklingen. Und nun wieder Oede und Oede und Tod und Tod. Ein paar dumpfe Glockenschläge kommen aus dem Keitumer Turm. Sie dringen aus der Finsternis, aus grauem Nebelorab. Der Turm, der graue Niese, ist im Abend verschwunden. Ich weiß die Stelle nicht mehr zu nennen, wo er vergraben liegt. Auch die Richtung der Glochen ist nicht zu erklären. Kommen sie von dorther oder von dort? Kommen sie wirklich aus einer Kirche oder ringen sie sich tief aus dem Schlick empor, aus einer längst versunkenen Stadt?— Ich kehre beim, durchnäht bis auf die Haut und fröstelnd. Da drüben muß Keitum liegen. Wädrend ich darauf zuschreite, löst es sich allmäblich aus Nedel und Finsternis. Aus einzelnen Häusern dringen schon die friedlichen Lichter der abendlichen Herde. Aus den Schornsteinen fährt Nauch, doch strebt er nicht in die Höhe, die Nässe drückt ihn nieder, er klemmt sich an die Dächer und rollt langsam daran berab. Die Straßen sind leer, kein Mensch, kein Hund. In den Bäumen rieselt der Negen in ewig gleicher Melodie. Von Blatt zu Blatt, von Blatt zu Blatt. Die düstern Abendwolken segen dicht auf den ärmlichen Häusern bin, darüber aber, fern, fern, in grenzenloser Unendlichkeit, gibt es ewige Sterne ... Ich trat hinaus auf den Balkon eines großen Zimmers. Ein verschlafener Wind svielte durch die Blumentövfe auf der Brüstung. Es dämmerte. Aber ich war mir nicht klar darüber, ob die Dämmerung dem Morgen oder dem Abend gehörte, denn alles, was gescheben und gewesen war vor eben diesem Schritt auf den Balkon, war wie ausgewischt aus meinem Gedächtnis. Während ich nachsann über die Vorzeichen des Zwielichtes, späbte ich von der vierstöckigen Höhe hinab auf die Strabenkreuzung und die eine der Straßen entlang. Sie war leer von Menschen, und es fiel mir ein, wie wir als Kinder an schönen Sommernächmittagen, wenn die Städter ausgerückt waren in Wald und Feld, uns damit vergnügt hatten, stundenlang zu lauern auf ein vollkommenes Leersein ihres ohnebin nicht sehr belebten Pflasters. Selten war es uns geglückt, sie für kurze Zeit menschenverlassen in ihrer ganzen Länge zu sehen. Jetzt war wieder solch ein Augenblick. Doch nein— dort hinten schritt jemand einsam heran. Er schien mir in einen schwarzen Mantel gehüllt zu sein und eine Stange auf der Schulter zu tragen. Es wird der Laternenanzünder sein, dachte ich, also liegt der Abend über den Häusern. Und ich war frob, des Zweifels wegen dieses Dämmerscheines enthoben zu sein. Bald aber sollte ich wieder im ungewissen dasteben. Denn es flammten keine Lichter auf. Der Mann ging achtlos an den Laternen vorbei, ging in ein Haus.— Wer mag der einzelne Wanderer gewesen sein? Und warum bleibt die Straße hartnäckig leer? fragte ich mich. Die dunkle Gestalt war dabergeschritten, als käme sie aus weiten Fernen, als gehöre sie nicht in diese Stadt, nicht einmal in dieses Land. Vergebenz überdachte ich, welche Gebärde oder welcher Aufputz diesen Eindruck in mir wachgeruten haben könne. Ich wußte keiDer Fremde. Skizze von A. M. Fres. nen Grund dafür. Er schien mir eben seltsam anders als die anderen, dieser Fremde— dieser Wanderer, wie ich ihn bei mir nannte— obgleich er doch wobl ein Städter war, ein barmloser Anwohner dieser Straße. Er weckte eine unruhige Neugier, ein brennendes Verlangen in meiner Brust, ihn abermals zu sehen.— Wird er wieder berauskommen aus dem Hause? Schwerlich. Er wird wohl darin wobnen. Aber wenn er doch ein Fremdling ist—?— Kaum hatte ich dies gedacht, da trat er beraus auf die dämmernde Strabe, ging quer über den Fahrdamm mit geschulterter Stange, wie es die Laternenanzünder tun an stillen Abendes, und verschwand drüben in einem Portal. Wer mag er sein? Wer mag er sein? quälte ich mich. Er schien der einzig Lebendige in dieser Ausgestorbenheit, den die Straße blieb verlassen nach wie vor. Es währte nicht lange, so sab ich seinen dunklen Mantel wieder unter dem Tor, und wieder schritt er über die Straße in das nächste Haus. Da bewegte sich etwas aus der Tür, in die er vorhin zuerst gegangen— ein länglicher, schmaler Block, eine schwarze flache Kiste— ein Sarg. Ich wußte, daß es ein Sarg war. Auf seinem Deckel glomm ein Licht, klein wie ein leuchtender Tupfen. Der Sarg schoh sich allein heraus auf die Straße. Die letzten Kräfte des Toten sind in das Holz gewichen, dachte ich, so daß er nun von selbst über den Boden gleitet wie ein steiser Tier ohne Glieder und Gelenke. Und zum Seben gebraucht es den Tupsen Licht. Da schob sich aus dem Hause gegenüber ein gleicher funkengekrönter Kasten, und bald aus einem anderen ein zweiter und dritter. Mittlerweile ging der Fremde immer weiter von Haus zu Haus— immer näber auf meines zu. Und die Schar der kriechenden Särge vermehrte sich. Es waren auch solche für Ki. er darunter. Sie sahen aus wie die Jungen dieser großen schwerfälligen Tiere, und mix war es, als alitten die Alten sorglich und bebutsam um sie berum. Wieder webte der dunkle Mantel quer über das stille, nur von den Särgen schwerfällig beledte Pflaster — hinein in ein neues Haus— und mit einem Male wurde mir atemstockend klar er wird auch zu dir kommen, der unentwegte Wanderer, und dein Sara— dein Sarg wird bald mit denen da unten marschieren! Aber ich will ihn nicht empfangen, den dunklen Mantel, bin für ihn nicht zu sprechen, laß ihn nicht berein!— Ins Zimmer eilend, wollte ich die beiden Türen versperren, jedoch die Schlüssel, die sonst immer gesteckt hatten, feblten.— So will ich die Eingänge verrammeln! Mit keuchender Brust, in der Anost, zu spät damit fertig zu werden, schob ich eine schwere Kommode vor die eine der Türen. Aber kaum stand sie am Platze, so fiel sie unter meinen Händen in sich zusammen wie vermorschtes Holz. Aus ihren bröckelnden Resten leuchteten bunte Stoffe und weißes Linnen in wirrem Hausen. Ich sab mich suchend um— gleich wird er kommen!—stürzte auf den Balkon— was ist zu tun?— Im Nebenzimmer wußte ich einen Nevolver und Patronen. Ich holte beides, und wädrend ich die Waffe lud, trat ich wieder auf meinen Beobachtungsposten und sab binunter auf die Strabe — sah ihn gerade in mein Haus eintreten. Noch einen letzten verzweiselten Versuch, mich zu verbarrikadieren, wollte ich machen, aber als ich mich umwandte und ins Zimmer zurücktrat, stand er schon mitten im Raum und grüßte. Er trug keine Stange mehr. Sein Gruß hatte etwas Abgenutztes— war von einer mecha. nischen Höflichkeit, die mich daran denken ließ, daß er den Hut schon oft in dieser gleichgültigen Art gezogen habe— genau so in an d den anderen Häusern. Er 2 S 8 SSSS 2o sagte nichts. Er kam näher und reichte mir ein weides Kärtchen, eine Visitenkarte. Ich bemühte mich, den Namen zu lesen. Aber kaum hatten die Augen die ersten Buchstaben erfaßt, so schoben sich die anderen davor und dazwischen. So oft ich lesen wollte, begann der Tanz von neuem. Das Sviel schien dem Fremden zu gefallen, denn er lächelte, als ich von der Karte aufsah. Er lachte mich wohl aus! Das erregt: meine Wut, ich riß den Revolver aus der Tasche — ohne lange Ueberlegung— nur in dem Drange, ihm bei irgend einem weiteren hämischen Beginnen zuvorzukommen— und schoß ihn mitten ins Gesicht. Er trat einen Schritt zurück, mit einem leicht erstaunten Ausdruck, dann hob er die Hand und grub sich die Kugel mit einem seiner unmäßig langen Finger aus der Augenhöhle. Jetzt erst sah ich. daß er keine Augen hatte— nur tiefe Löcher, die dunkel in den Schädel führten. Er wog die kleine Kugel auf der flachen Hand. packte sie mit spitzen Fingern— lächelte, und warf sie leichihin gegen eine große Vase, die auf einem Schranke stand. Gleichzeitig dröhnte ein Schuß, und die Vase flog zervlatzend in Scherben zu Boden Nun kam es mir erst zum Bewußtsein, daß ich vorhin beim Abdrücken der Waffe keinen Knall vemnommen hatte. Im Tiefsten verwirrt, stand ich untätig da und war nicht fähig— obgleich ich es eigentlich wollte — noch einmal auf den Fremden zu schießen. Der kümmerte sich garnicht um mich, sondern schlug seinen Mantel zurück und griff in die Hosentasche. Dabei enthüllte er eine Weste, die hatte ein Schillern, als seien Ovale zu einem schmiegsamen Tuche verarbeitet. Und durch den milchigen„Glanz hindurch sah ich seine Eingeweide wie einen Klumven gelblicher Schlangen sich regen. Es war nur für Augenblicke. Er ließ den Mantel gleich wieder zusammenfallen und zog das innere Teil einer Zündbolzschachtel, die er hervorgeholt hatte, aus ihrer Hülse. Dann begann er an der Schachtel behutsam mit langen Fingern zu ziehen und zu zerren,— sie wurde größer und größer, bald mußte er sie auf den Boden stellen, aber er ließ nicht nach, gebückten Körpers mit flinken Händen ihre Wände zu dehnen, bis endlich ein Kasten vor ihm stand, gleich den vielen. die unten auf der Straße durcheinander krochen. Als er dies vollendet hatte, richtete er sich auf und sah mich an, wie ein Operateur seinen Patienten kritisch betrachtet, wenn alles hergerichtet ist— eine Sekunde, bevor er zur Tat schreitet.—„Ich will nicht!— ich will nicht!“ schrie ich auf und flüchtete durchs Immer. Das schien ihn nicht zu behelligen. Er folgte mir langsam und sicher. Als er schon nahe war, sprang ich auf den Divan, riß einen Spiegel von der Wand und ließ ihn auf seinen Schädel niedersausen. Die Glassolitter spritzten wie tausend Diamanten durch den balbdunklen Raum. Sein Kopf durchschlug den Spiegel, daß der Nahmen auf seine Schultern zu ruhen kam. Er aber stand gelassen vor mir und schüttelte nur die Splitter mit einer gelangweilten Miene von sich ab. Die Achseln unmerklich zuckend, als wollte er leise bedauernd sagen: dein Widerstand hilft dir nichts; es muß gescheben! griff er nach mir und hob mich wie eine leichte Bürde vom Divan herunter. Da ei faßte ich zur Abwehr mit beiden Häuden in seinen Bart. Aber die Haare blieben mir in den Fäusten wie weicher Flaum. Er packte meine Arme und reckte sie wagerecht aus. Und als er sie wieder los ließ, versuchte ich umsonst, sie in eine andere Stellung zu bringen. Dann knörfte er mir die Weste auf und das Hemd— langsam und geschäftsmäßig — und durchstach ebenso vorsichtig wie unbedenklich mit seinem langen Zeigefinger meine linke Brust. Ich fühlte den Finger zum Rücken herauskommen, sah noch den Spiegelrahmen lächerlich um seine Schultern baumeln und die kahlen Stellen im ausgerauften Bart— dann schwanden mir die Sinne. Vetter Emil saß auf seiner Klitsche und baute seinen Kohl. Das einzige, was er für seine Bildung tat, war, daß er alle zwei bis drei Wochen nach dem nächstgelegenen Städtchen fuhr unt ins Kino ging, immer nur dann, wenn es ein Detektivstück gab, und da in jedem solchen Stück ein Verbrecherkeller mit einem Leben und Treiben vorkommt, so hatte mein Vetter den lebhaftesten Wunsch, eine solche Höhle einmal in Wirklichkeit zu sehen und nicht nur zu sehen, wie im Kino, sondern auch zu hören, was die Leute sprechen. Abs er mich nun in Berlin besuchte, bat er mich sofort darum. Er hielt es für selbstverständlich, daß ich ihm diesen Wunsch erfüllen könne und wolle, denn er wußte, daß ich einmal einen Detektiv= film versahzt hatte, der auch wirklich aufgeführt wurde. Daß ich mir die Geschichte aus den Fingern gesogen hatte, davon hatte ich ihn nie überzeugen können. Schön, sagte ich, Du sollst Deinen Verbrecherkeller haben. Wie es zu machen wärc, davon hatte ich keine Ahnung. Genug, des Abends gingen wir los, und ich zermarterte mir unterwens den Kopf. Schließlich fiel mir nichts anderes ein, als ihn nach Müllers Auftern. teller zu schleppen, wo ich sicher Bekannte zu treffen hoffte. In einem anregenden Gespräch würde er dann seinen Wunsch vielleicht vergessen. Wie wir dann am Eingang waren, rief er kopfschüttelnd: „Also das ist der Verbrecherkeller? Weißt Du, so elegant hätte ich ihn mir nicht vorgestellt.“ Da blitzte es in mir auf. Es wird ja kaum gelingen, aber man kann ja einen Versuch wagen. Ich erwiderte daher: „Ja, lieber Emil, die schäbigen Höhlen will ich Dir nicht zumuten, daran hast Du Dich doch wohl schon im Kino sattgesehen. Aber Du hast doch wohl schon etwas von Gentkemen=Verbrechern gehört. Die sollst Du jetzt kennen lernen. Du mußt Dich aber hüten, sie merken zu lassen, daß Du weißt, welch ein Gewerbe sie treiben. Derartige Ansvielungrn nehmen sie riesig übel.“ Wir traten ein, und richtig sah ich gleich ein vaar gute Freunde, die ich begrüßte, und die mich einluden, Platz zu nehmen. Ich stellte vor: Gestatten Sie meine Herren,— mein Vetter, Herr Gutsbesitzer Lange. Herr Dr. med. Schneider, Herr Assessor Bulle, Herr Hauptmann Svitz. „Räuberhavotmann?" flüsterte mir Emil ins Odr, und ich nickte. Als wir nun saßen und Bier bestellt batten, sagte der Assessor: Nun, Herr Doktor, die beiden verren werden wohl nichts dagegen haben, wenn Sie Ihre interessante Schilderung beenden. Der Verbrecherkeller. Humoreske von Max Hirschseld. „Ja, sagte der Arzt.„wo war ich doch nur stehen gebleben? Richtig. Also ich zog kaltblütig das Messer und stach zu. Ich hatte ihn vorher gut betäubt — er verzog keine Miene—“ Herr Doktor werden aus Telephon gebeten, unterbrach ihn der Kellner. Emil war ganz blaß geworden und tuschelte mir zu: „Mir läuft es kalt über den Rücken, der Mann scheint ja ein gewerbsmäßiger Mörter zu sein. Und ich habe ein wenig Menschenkenntnis, das ist ja ein richtiges Verbrechergesicht. Nimm es mir nicht übel, ich gebe an den Schanktisch und trinke einen Kognak.“ Inzwischen war der Arzt zurückgekehrt und erzählte die Geschichte einer chirurgischen Overation zu Ende. Dann begann der Assessor von einer Gerichtsverhand. lung zu sprechen, bei welcher er das Amt eines Beisivzers gehabt hatte. Emil hatte, als er sich wieder an den Tisch setzte, nicht nur einen, sondern mehrere Kognaks getrunken. „... Ich sage Ihnen, meine Herren", fuhr der Assessor fort, es war der samoseste Einbruch, den ich je erlebt hatte. Alles mit den neuesten Werkzeugen ausgeführt. Der Schmieresteher warnte etwas zu spät, und so wurde die ganze Bande———“ Hätte Emil den Satz zu Ende gehört, so wäre er um meine Verbrecherillusion gekommen. „Was sehe ich“, fiel ich daher laut ein,„sitzt dort hinten nicht der Detektivkinodarsteller Meier? Komm, Emil, ich stell ihn Dir vor.“ Bei näherem Zusehen mußte ich allerdings gestehen, daß ich mich getäuscht hatte, es war nicht Meier. Emil aber benutzte die Gelegenbeit, noch einige Gläschen Kognak zu sich zu nehmen, der, wie er versicherte, ganz ausgrzeichnet war. Ich setzte mich also ohne ihn an den Tisch zurück. „Ihrem Vetter scheint nicht ganz wohl zu sein", fragte der Hauptmann. „Ihm ist gal wohl“, erwiderte ich,„aber wenn das so fort geht, wirt mir nicht wohl werden.“ Und auf die erstaunten Fragen der Herren erzählte ich aufrichtig, welchen Streich ich Emil zu spielen gezwungen war. Das darauf folgende Gelächter wurde durch das Erscheinen des Vetters unterbrochen. Es wurde nun beschlossen, gemeinsam ein Kabarett zu besuchen. Die Erei Herren gingen voraus, während ich mit Emil folgte, denn ich mußte ein Auge auf ihn haben, weil er schon nicht mehr sicher auf den Beinen war. „Lieber Junge", sagte er,„ich möchte doch gerne wissen, wie Gönnen diese Gentlemen=Verbrecher Dir das alles erzählen, und noch dazu in meiner Gegenwart, obgleich ich ihnen ganz fremd bin. Fürchten sie denn gar nicht, daß wir die Polizei auf sie aufmerksam naachen!“ „Das war früher einmal, lieber Emil. Heutzutage spielen die Herren Verbrecher sozusagen mit offenen Karten. Wir können ihnen doch nichts beweisen.“ „Da hast Du eigentlich recht", gab mir Emil zu, und wir traten in das Kabarett ein. Als wir dort um den Eiskühler herumsaßen, legte der Hauptmann los: „Nun, meine Herren,— es ist doch kein Spitzel in der Nähe?— wollen wir unseren nächsten Einbruch besprechen. Ich hoffe, daß Sie sich alle daran beteiligen werden.“ „Bedaure", fiel Emil ein,„ich muß schnell nach Hause reisen, ich habe da gerade eine Verabredung.“ „Nun, das tut nichts, Herr Lange. Dann schenken Sie uns hoffentlich ein andermal das Vergnügen. Ich schlage also vor, meine Herren, daß wir einmal etwas Lohnendes unternehmen. Der unterirdische Gang nahe der Reichsdruckerei ist fertig. In der, Nacht können wir eindringen. Dann bemächtigen wir uns sämtlicher Papiervorräte; und außerdem druckt noch ein jeder für seinen eigenen Bedarf so viel Tausendmarkschrine, als er braucht, um sich zur Ruhe zu setzen. Was meinen Sie, Herr Lange?“ „Ja“, stammelte er,„das ist verlockend. Da bin ich auch dabei. Ich möchte jetzt aber erst einmal ordentlich aus—schla—fen.“ Ich hatte nachher die größte Mübe, ihn mittels Auto nach seinem Gasthof zu bringen. Als ich nächsten Vormittag ihn durch den Fernsprecher anrufen wollte, erfuhr ich, daß er schon abgereist sei. Einige Tage später erhielt ich ein Paket, das zu einem Teil Lebensmittel, zum anderen Teil aber Traktätchen enthielt. Lieber Vetter, schrieb er, Du siehst mich nicht sobald wieder in Eurem Sündenbabel. Ich bitte Dich, lies die beiliegenden Schriften. Laß Dich nicht verlocken, auf dieser abschüssigen Bahn fortzuschreiten. Sonft könnte ich Dir keine Butter mehr schicken. Auch ich habe mich bekehrt und sehe keine Detektivstücke mehr, sondern nur noch Gesellschaftsdramen, welche das Gefühl der Sittlichkeit stärken. Nachschrift. Sollte die Geschichte— Du weißt schon — vor sich gehen, so schicke mir doch die Zeitung, die den Bericht enthält. Ich dankte ihm und versprach ihm alles Gute. Der Kraftwagen mit dem schwarzen Diner auf dem Bock hält vor dem Hotel. Gaffend umstebt die Jugend das fremdländische Gefährt. Alles Hotelversonal. vom Pikkolo aufwärts bis zum Direktor, stürzt dienstbeflissen heraus, um beim Abladen des umfangreichen Geväckes behilflich zu sein und Miß Elinor, die reiche Brasilianerin, krummrückig zu bewillkommen. Eben streckt der Direktor die Hand aus, um ein Paket, das neben ihr steht, in Empfang zu nehmen, als sie kühl ablehnt und dieses Stück höchst persönlich in ihrer zartbehandschuhten Rechten zum Eingang trägt. Die Blicke aller Umstehenden richten sich von dem wettergebräunten Gesicht mit den tiefdunklen, langbewimperten Augen.und der blauschwarzen Haarkrone auf das Kleinod. Der Retter. Humoreske von August Uebelacker. Aber es birgt nicht kostbaren Schmuck, sondern ein in einem Drahtkörbchen eingeschlossenes Aquarium in dem sich munter ein alivzernder Goldfisch mit dunkellilg schimmernder Brustschuppe herumtummelt. 95 ihren Gemächern angelangt, versorgt ihn Elinor noch in Hut und Reisemantel, sofort mit Nahrung und Wasser— ihn, ihren vergötterten Liebling, der sie auf allen Reisen begleitet; in den zweiundzwanzig Jahren ihres Daseins hat sie sich kaum eine Stunde von ihm getrennt. „Fetisch“ nennen es die einen,„Soleen“ die anderen. Wie aber erschrickt Miß Elinor, als eines Morgens ihr Lebensgefährte nicht wie täglich oben schwimmt und mit seinem aufgesperrten Karauschenmäulchen sie begrüßt, sondern traurig auf dem Boden seines Wasserhauses kauert. Halb wahnsinnig schreit sie um Hilfe, Die berbeigeeilte Dienerschaft wird sofort ausgeschickt nach einem Tiererste. Wenige Minuten wäter betritt dieser das„Krankenzimmer". Aufschreiend wiaft sie sich ihm entgegen:„Herr Doktor, retten Sie— um Himmelswillen— meinen Liebling— Sie retien mir das Leben!“ Ein höchst einfältiges Gesicht macht er— der Herr Doktor— als er seinen Patienten siebt; denn in seiner dreijährigen Praxis war er schon zu Pferden, Rindern und Hunden gerufen worden; aber der Goldfisch eines„Goldfisches" zählte bis jetzt noch nicht zu seinen Klienten. Er untersucht den Patienten genau und findet nichts; also sagt er:„Das Tier hat eine schwere, nervöse Depression— ständige ärztliche Beobachtung ist nötig.“ So muß sich Miß Elinor trennen von ihrem Liebling, den der Arzt im Aquarium mit nach Hause nimmt. Ständig gellen in seinen Ohren die Abschiedsworte der Brasilianerin:„Sie müssen meinen Liebling retten, hören Sie— Sie müssen, wenn Sie sich nicht mit einem Morde belasten wollen.. Und er bemübt sich wirklich sehr um seinen Patienten; aber es ist hart. Er will ihm eine Pille geben— weiß aber nicht wie; er will ihm einen Wickel machen— aber das geht ja nicht im Wasser, ist auch gar nicht mehr nötig. Denn schon am nächsten Morgen liegt der Goldsisch aus dem Rücken und Als der Vater mit dem Knaben das Zimmer des Dichters betrat, fiel sein erster Blick auf den Schreibtisch, auf dem in einer Reibe geordnet sechs angespitzte Bleistifte lagen. Davor ein Block weißes Schreibpapier und in der Runde, sauber übereinander gelegt, einige Nachschlagebücher. Es lag alles da, wie Fizuren auf einem Schachbrett. „Hier kannst Du sehen,“ sagte der Vater zu dem Knaben,„wie ein geordneter Mensch arbeitetl— Dieser Dichter braucht Ruhe, er muß seinen Blick über geordnete Dinge schweifen lassen, seine Fever gehorcht sicher einer logischen Folge der Gedanken. Als am Stammtisch im„Goldenen Löwen“ eines Abends die Frage aufgeworfen wurde, ob es einen glücklichen Zufall gäbe, bejahte Herr Karsdorf dieselbe so entschieden, daß man ihn von allen Seiten drängte, Gründe dafür anzugeben. Und der alte Herr erzählte:. „Ich habe es nur einem glücklichen Zufall oder vielmehr einer achtlos bingeworfenen Apfelsinenschale zu danken, daß ich nicht eines schmachvollen Todes gestorben bin.“ „Die Sache verhielt sich folgendermaßen: Ich lernte meine verstorbene Frau zuerst auf einem Balle kennen und liebte sie auf den ersten Blick. Sie war stets von einem Kreis von Verehrern belagert, so daß es Mühe kostete, ihr vorgestellt zu werden. Endlich erreichte ich es. Ich tanzte mit ihr, mein Herz stand sofort in hellen Flammen.“ Von da an suchte ich ihr öfters in Gesellschaften zu begegnen, die ich früber nur selten aufgesucht. Bald glaubte ich zu bemerken, daß auch ich Eindruck auf sie gemacht habe. Bald jedoch entdeckte ich, daß ich einen Rivalen besaß in der Person eines reichen Bankiers. Erich Walldorf war ein schneidiger, hübscher Mann mit Temperament,— seine Mutter war Spanierin von Geburt— mit kühnblitzenden schwarzen Augen und einer sehr geläufigen Zunge, ganz die Art von Männern, die jungen Mädchen gefährlich zu werden pflegen. Luice begünstigte uns beide — heute mich, morgen ihn. Ich litt Folterqualen und haßte meinen Nebenbuhler wie Gitt, welches Gefühl er mit Zinsen erwiderte. Eines Abends, als wir uns im Klub zufällg allein in einem Zimmer trafen, stieß er mir gegenüber die heftigsten Drohungen aus, die er ausführen würde, wenn ich ihm nicht bald das Feld räumte. Natürlich lachte ich ihn aus. „Eines Tages war er so weit, daß er mich auslachen durfte: er hatte sich mit Lucie verlobt. Ich war wie vom Donner gerührt. Ich las die Ankündigung in der Zeitung, wollte es aber nicht glauben, ich dachte, ein Höllenspuk äffe mich. „Ich hätte bei einiger Ueberlepung gar nicht so verwundert zu sein brauchen, denn Lucie war bei unserem letzten Zusammensein ziemlich kübl gegen mich gewesen, obgleich dafür kein Grund vorlag. Ich hielt es für Launenhaftigkeit, konnte mich aber der Ueberzeugung nicht erwehren, daß Verrat im Spiele sei. Nachdem ich mich von meiner Bestürzung einigermaßen erholt, eilte ich fort, um zu erfahren, ob die Verlobung tatsächlich stattgefunden habe. „Der erste, den ich auf der Straße traf; war Lucies Bruder. Er bestätigte, daß die Verlobung stattgefunden, bedauerte mich von ganzem Herzen und fügte binzu, er könne es nicht begreisen, wie Lucie diesen Menschen, gegen den er selbst die größte Abneigung empfand, lieben könne. „Mein nächstes war, meinen Nevenbuhler aufzusuchen; ich war rasend vor Wut und mein empörtes Blut schrie nach Nache. Ich fand ihn im Spielzimmer des Klubs. Er schien viel getrunken zu baben, denn ein Gesicht war dunkelrot und er sprach und lachte in überlauter Weise. Als ich das Zimmer betrat, berrschte einige Augenblicke Totenstille. Walldorfs schwarze Augen glühten mich berausfordernd an. Diese Blicke waren wie Oel ins Feuer. Was ich in jenem Moment sagte, ich weiß es nicht! Aber ich muß halb wahnsinnig vor Wut gewesen sein. Ich stürzte auf ihn zu, da packten mich meine Freunde und rissen mich ist tot. Mancher Patient ist ihm schon gestorben; aber nichts ging ihm noch so nahe wie das„Stummwerden" dieses Fischleins. Er denkt angestrengt nach. Nie darf die Miß den Tod ihres Abgottes erfahren. Da— ein rettender Gedanke. Wenige Minuten später kehrt er heim mit einem lebenden Goldfisch, der dem verstorbenen gleicht wie eben ein Goldsisch dem anderen. Nur die dunkellila schillernde Brustschuppe fehlt— doch zu was hat man denn eine Tätowiernadel! Eben hat er seine liebevolle Fälschung beendet, da stürzt schon Elinor über die Schwelle:„Wie geht es ihm, um Himmelswillen— lebt er noch?“ Hoch aufgerichtet mit Mannesstolz deklamiex der „Retter“:„Ihr Liebling lag heute morgen im SterHeilige Ordnung. Man sieht, daß er Klarheit liebt. Diese in einer Reihe geordneten, sauber gespitzten Bleistifte verraten mir mehr von seinem Charakter, als alle Bücher von ihm, die ich lese.“ Der Dichter betrat das Zimmer. Er begrüßte den Vater. Man sah, er war ein wenig zerstreut. Während des Gesprächs glitt sein Blick zum Schreibtisch! Der Vater verabschiedete sich. Der Knabe machte eine artige Verbeugung. Der Dichter begleitete beide zur Türe. Er stürzte zum Schreibtisch. Mit einer Handbewegung warf er die Bleistifte durcheinander. Er öffnete Schatten. Erzählung von A. Baumgart. zurück. Einige der anwesenden Herren redeten Walldorf gütig zu, doch den Klub zu verlassen. Als die Wut etwas nachgelassen, bedauerte ich mein heftiges Wesen, denn ich hatte dadurch Lucies Namen ins Gerede gebracht. „So vergingen einige fürchterliche Wochen. Ich spielte und trank. ich ging auf Reisen, es half nichts. Als ich eines Abends von einer solchen Reise zurückkam, begegnete mir auf der Straße Walldorf. Er blieb stehen und redete mich an. „Einen Augenblick, bitte,“ sagte er.„Ich habe Ihnen etwas Wichtiges zu sagen. Würden Sie mit in meine Wohnung kommen?“ „Anfangs weigerte ich mich; er behauptete jedoch, er habe mir etwas zu sagen, was einen ganz neuen Menschen aus mir machen würde. Endlich folgte ich ihm. Sein Benehmen war derart verändert, daß ich mich wunderte. Er war fast unterwürfig, von seinem herausfordernden Wesen war keine Spur mehr vorhanden. „Als er das elektrische Licht aufgedreht hatte, sab ich, daß sein Gesicht eine fahle Blässe aufwies und seine schwarzen Augen unheimlich glübten. Er bat ich Platz zu nehmen und blieb vor dem Kamin stehen. „Karsdorf“, begann er,„ich wollte Ihnen nur mitteilen, daß meine Verlobung mit Lucie Gebring gelöst ist!“ „Ich sprang von meinem Stuhl auf und starrte ihn ungläubig an. „Ich rede die Wahrheit. Ich war soeben bei Lucie. Sie hat die Verlobung gelöst. Sie hat entdeckt, daß einige Dinge, die ich ihr von Ihnen erzählte, nicht wahr sind. Sie sind es, den Lucie liebt, ich wußte das längst. Ich wußte auch, daß ich sie nur durch List gewinnen konnte. Und das tat ich.“ Da sprang ich abermals emvor, flammend vor Zorn.„Schurke!" kwirschte ich. „Sachte. sachte! Sie haben keinen Grund zur Erregung Es ist alles vorbei, ich habe das Sviel verloren. Aber,“ und hier ging seine Stimme in Zischen über und seine Augen glübten voll Haß, aber sie wird nie die Ihre!“ „Er hatte sich dem Fenster genähert, so daß der große Tisch uns trennte. „Ich habe Sie hierber gelockt.“ kam es zischend über seine Lippen.„Wenn Sie dies Zimmer verlassen, wird man Sie als gemeinen Mörder verhaftet haben. Sie machen ein verwundertes Gesicht? Ich will Ihnen meinen Plan erklären. Da das Leben für mich keinen Wert mehr hat, werde ich mich erschießen. Man wird mich mit einer Kugel im Kovf auffinden. Der Schuß wird das Haus alarmieren, man wird die Polizei holen, die verschlossene Tür— ich habe sie vorbin woblweislich verschlossen— aufbrechen und Sie neben meiner Leiche finden. Die Welt weiß, daß wir einander glühend haßten, daß Sie mich vor einiger Zeit im Klub tätlich angreifen wollten. Man wird glauben. Sie hätten mich hier aufgesucht, um Nache zu nehmen, weil ich Ihnen die Braut weggeschnappt habe!“ „Schweigend börte ich diese Worte an. Ich war wie versteinert, kein Wort konnte ich bervorbringen, ich starrte Walldorf nur an. „Man wird Sie zum Tode verurteilen,“ fuhr er fort und ein teuflisches Grinsen überflog sein Gesicht, „man wird Sie wie einen Hund einscharren!“ ben. Sofort machte ich ihm neben der lila Brustschuppe eine Injektion— Sie sehen den Radelstich noch von der Tät— von der Tätigkeit meines Eingriffes— und nun ist er gerettet— ich bürge dafür.“ Da sinkt sie gebrochen in einen Stubl. „O Gott!“ seuizt sie.„Und ich habe mir schon in der Verzweiflung vor einer Stunde einen anderen gekauft, weil ich das Schlimmste ahnte und nicht, so will es mein Horo koo, ohne einen Goldfisch sein darf — aber jetzt habe ich durch Ihre Schuld zwei, Sie Unseliger!“ Der Retter steht da mit offenem Munde wie ein Karvfen. Webe dem. der in die Speichen des Schicksale greitt. die Manskrivtmappe, suchte, prüfte, verglich, legte ein Papier hierbin, eines dorthin. Klappte die Bücher auf an Stellen, in denen ein Zeichen lag, blätterte, stampfte mit dem Fuße auf, fuhr sich durch die Haare. „O. diese Auna diese Anna!“ stöhnte er,„sie bringt mich um! Ich lasse sie nicht mehr in mein Zimmer." Er lächelte befriedigt.„So, jetzt kann ich wieder arbeiten,“ sagte er, als er das gerupfte Rübenfeld überschaute.„Jetzt lann ich wieder arbeiten.„Stimmung! Stimmung!“ Und er vergrub sich in dem verwilderten Acker. M. L. Jetzt endlich begriff ich die drobende Gefahr, in der ich schwebte. Walldorf schien seinen teuflischen Plan nach allen Seiten hin erwogen zu haben. Ich konnte tatsächlich keinen glaubwürdigen Grund für meine Anwesenheit in diesem Zimmer angeben. Unsere Feindschaft— die Tatsache, daß er sich mit dem Mädchen verlobt, welches ich glühend liebte— die Drohung, die ich gegen ihn geäußert— alles sprach gegen mich. Ich war wie betäubt und starrte auf Walldorf, der jetzt einen Revolver aus der Brustasche zog und an * Schläfe setzte. Nie werde ich den Ausdruck teuflischen Frohlodens vergessen, der dabei aus seinen Augen glühte. „Große Schweißtroufen verlten auf meiner Stirn; meine Keble war wie zugeschnürt; mein Herz raste in wilden Schlägen. Der Anblick der erhobenen Waffe riß mich aus meiner Betäubung. Ich wollte vorwärts stürzen, ihm den Nevolver entreißen— ader der Tisch hinderte mich. Und in demselben Augenblick fiel auch schon der Schuß. Als der Nauch sich verzogen, sah ich Walldorf am Boden liegen. „Der Schutz hatte das ganze Haus aufgeschreckt Man klopfte an die Tür. Ich dachte gar nicht daran, zu öffnen. Wie zu Stein erstarrt stand ich da, keines Lautes mächtig. Man sprengte das Schloß. Törich= terweise hatte ich die noch rauchende Wasse in die Hand genommen— so fanden mich die Eindringenden, unter denen zwei Polieisten waren. „Alles traf ein, wie Walldorf es vorausgesagt. Man verhaftete mich als Mörder Walldorfs. Alle meine Beteuerungen waren umsonst, ich wurde verhaftet. „Der Polizetinspektor ließ eine Droschke holen, ich wurde abgeführt. In dem Augenblick, wo wir abfabren wollten, drängte sich ein älterer Mann an den Wagen beran und sagte, er habe eine wichtige Mitteilung zu machen. Zuerst wollte der Inspektor nichts hören. schließlich befahl er dem Mane, einzusteigen und seine Mitteilung unterwegs zu machen. „Mein Herr, General von Holstein, schickt mich. Er bat ganz genau vom Fenster aus gesehen, daß Herr Walldorf sich selber erschossen hat— d. h., er dat die Schatten auf dem Vorbange geseben.“ Der alte Herr schwieg eine Weile. Dann fuhr er mit erhobener Stimme fort: „Diese Worte dünkten mich die füßesten, die ich je im Leben gebört. Ich zitterte vor Freude und Furcht. Würde man dieser Aussage Glauben schenken? War es möglich, daß hierin meine Rettung lag? Ich konnte es kaum glauben! Aber meine Furcht erwies sich als unbegründet. Ich wurde freigesprochen. General von Holstein erklärte mit der größten Bestimmtheit, er habe deutlich gesehen, daß Herr Walldorf mich auf der Strabe angesprochen und zugeredet habe, ihn zu begleiten. Er habe ferner ganz genau unsere Schatten während des Vorgangs gesehen und daß Walldorf die Wafie selber gegen sich erboben. „Ich verdanke also dem General mein Leben, oder vielmehr dem glücklichen Zufall, der einen kleinen Jungen ein Stück Apfelsinenschale anf das Trottoir werfen ließ, wodurch der General zu Fall kem, sich den Knöchel verstauchte, infolgedessen das Zimmer büten mußte und so von seinem Fenster aus die Schatten auf dem Vorbange beobachten konnte. Sie seben, ich habe alle Ursache, an den glücklichen Zusall i# slauben!“ von der Ahr, der unteren Mosel von Cochem abwärts und des Rheins von Oberwesel abwärts. Die erste Ausfindet im September in der Festhalle statt. I. 12. Juli.„Auf dem edemaligen Grundstück des verstorbenen Professors Saemisch soll eine neue Studentenküche für erwa 2000 Studierende errichtet —*—„#ie er stellun: fur etwa 2000 G.— werden, da die bisberige Mensa Akademiter für böbten Ansprüche nicht mehr ausreichte. Es handelt sich um einen dreistöckigen Bau von etwa 500 Quadratraum= metern Baufläche. * Großherzige Spende des Papstes. — Köln, 11. Juli. Der Papst überwies nach der „Kölnischen Volkszeitung" der Wirtschaftsbilfe der deutschen Studentenschaft durch Vermittlung des Kölner Erzbischofs 100 000 Lire. Katholische Arbeiterschaft und Zusammenarbeit der Stände. Von Joseph Andre. M. d. N. Die deutsche Not ist nicht nur im verlorenen Krieg und in der fremden Besatzung begründet. sandern auch in der Entwicklung der deutschen Parteiartei verhältnille. Das Bürgertum—„verschiedene Parteien auseinander. trotzdem Deut die stärkte und bestorganssierte, sozialdemokratische der Welt besitzt. Die Sozialdemokratie ist die Partei des Klassenkampfes und Klassenhasses. Jahrzehntelang wandte sie sich fast ausschließlich in all ihren Proklamationen an das klassenbewußte Proletaxiat mit der Aufforderung. sich im Kampfe gegen den Kapitalismus zusammenzuschließen. An die Stelle der nationalen Volksgemeinschaft trat hierbei weitgehend der Gedanke der sozialdemokratischen Internationale. Begünstigt wurde an der Schaffung einer in em und christlichem eiterbewegung mit olische rgersozialdemokratischen Internationale, Begünstigt wurde diese dem gesunden Staats= und Volksgedanken abholde Entwicklung durch die fast völlige Verständnislosigkeit matterhürg-=IIh. a.f. ban.bn igen des ar in wurden sellschaft er r Verbesser ilksschichten der schnelle Industrieentwickentwurzelten MenschenFamilienglück hätte beib weiter bürgerlicher Kreise gegenüber den Lebens fragen des arbeitenden Volkes. Lohnverbesserunen wurden in der Regel verweigert. die bürgerliche schaft erkannte nicht oder erst viel zu spät, daß mit r Verbesserung der wirtschaftlichen Lage der breitesten olksschichten auch deren wirtschaftliche Kaufkraft sich eröbte und daß mit einer besseren Sicherstellung Lebenshaltung der durch die schnelle lung vom Lande gekommenen, entwurzel; massen viel persönliches und Familienal ründet, v 7klassen! er a ürgerliche Kreise entweder mit größtem Mißtrauen oder gar direkt ablehnend gegenüber. So wurde das deutsche olk in zwei Klassen. von eselbe Sprache redete verstanden. Einen Mo T. beherrschte fühlte sich unterdrückt: sie haßte die.— schende. und die herrschende fürchtete die beherrschte. Bei dieser Entwicklung ging das Verständnis für den modernen Staatsgedanken und die große Idee der Volksgemeinschaft weitgehend im Kampf der Meinungen über die Fragen der Wirtschaftsgestaltung verloren. Als nun die große Not an das deutsche Volk herantrat, da fehlte das Verständnis für die Gemeinsamkeit des Schicksals. Der Berufs= und Standesegoismus feiert bis auf den heutigen Tag seine Triumobe. Führende Wirtschaftskreise seben nur sich und die Wirtschaft und sie baben manchmal kein Verständnis für das Miteinander und Füreinander des deutschen Volkes und für die staatsbildenden und staatserhaltenden Kräfte. die im Aufgeben des Individualismus und des Standesegoismus zugunsten der Volksgemeinschaft liegen. Nur eine politische Partei in Deutschland bat diese den Staatsgedanken zersetzende Entwicklung in der Hauptsache nicht mitgemacht, und das ist die deutsche Zentrumspartei. Sie umfaßt heute noch alle Beruse und Stände: sie zählt insbesondere eine breite Schicht von Arbeitern, Angestellten und Beamten zu ihren treuesten und parteifreudigsten Anhängern. DDie Ursachen hierfür liegen in der Entwicklung der katboli sozialen Bewegung Deutschlands, wie dem starken lgztglpe#itzischen„Einschlag der oslalen der ing oder der Wille sehlte, an der gesunden, auf nationalem u oden stehenden Arheiterbewegung starkem sozialem Einschlag mitzuwirken. Die katbo Arbeiterschaft hat diese Haltung der übrigen b### lichen Parteien noch nicht vergessen. Besondere Verdienste um die katholisch=soziale Bewegung und damit auch um die Zentrumspartei bat sich der Volksverein für das katbolische Deutschland. Sitz München=Gladbach, erworben. Von keiner mir bekannten Organisation der Welt sind so viele unregungen und Belehrungen für berufsständische Arbeit, staatsbürgerliche Erziebung und religiös=sittliche Ertüchtigung ausgegangen wie eben vom Volksverein. Dessen Arbeit machte sich ebenfalls die Zentrumspartei zu Nutzen. Für die katholische Arbeiterschaft war somit der Weg, der in politischer Beziehung zu gehen war, ein einfacher. Er führte von den anderen bürgerlichen Barteien weg und zum Zentrum hin. Hier fand die beiterschaft Verständnis für ihre Aufse Schaffung einer sittlichen und so# dnung. Verständnis für die Fragen Volksgemeinschaft, für die die katbolische Arbeiterschaft von jeber eintrat. Verständnis für eine wirtschaftliche Demokratie, die auch den Arbeiter. Angestellten und Beamten zu einem mitbestimmenden Faktor im Wirtschaftsleben werden ließ. Die katholische Arbeiterschaft vroklamierte als Ziel der staatlichen Ordnung die Erbaltung und Förderung des geistigen und leiblichen Wohles sämtlicher Bürger durch ein geordnetes, einträchtiges Zusammenwirken aller Glieder des Volkes. Und de Zentrumspartei betrachtete die Berufsstände als einander gleichberechtigte Glieder der wirtschaftlichen, volitischen und kulturellen Volksgemeinschaft. Sie verkündete, daß jeder Stand verpflichtet sei. bei der Wahrnehmung seiner Interessen auf die Anforderungen des Gesamtvolkes Rücksicht zu nehmen; also meyr gegenleitige Achtung aller Stände. Verbreitung von Verständnis für die besonderen Sorgen einzelner Berufsgruppen. gerechter Ausaleich der Inkrwerbs= und Volksschichten. Weckung des es gegenüber den staatlichen und gemeindlichen in. Die katbolische Arbeiterschaft machte auf all bebieten dem Zentrum nicht nur keine Schwierigbeitete in vorderster Front und tarischen partei. tretung afs el e inschlag der parlamender Deutschen Zentrumser Adolf Kolving führt und Leben. deren haut beiterschaft des Sozialistengesetz—.— Ideen eines v. Kette bracht räger die kathol war. Kulturkampf un verschlugen auch diese Bewegung. Die ##tteler wirkten weiter. Im Jahre 1877 Josialpolitischen Antr Programm der Zentrumspartei darste Die katdolische Arbeiterschaft sah sich im Zentrum getäuscht. Es begann der Zeitpunkt der Grü katbolischer Arbeitervereine. Prof. Graf Galen einen umfassenden sozialvolitischen Antrag im Reichstage ein. viel Aufseben erregte und ein sozialvolitisches der Zentrumspartei darstellte. rum nicht #.#er„Gründung pitze sprach auf dem Bamberger Katholikentag über die Notwendigkeit und Aufgaben katbolischer Arbeiterorganisationen. 1882 in den Reichstag gewählt, wurde Dr. Hitze. der zwei Jahre zuvor sein Buch über Kavital und Arbeit“ batte erscheinen lassen. in der Zentrumsfraktion Führer auf dem Gebiete der Sozialvolitik. Andere bervorragende Männer arbeiteten auf diesem Gebiete mit ihm zusammen. Es sei nur erinnert an Dr. Lieber. Fedr. v. Hertling. Gröber. Trimborn, Giesberts. Erzberger u. a. mehr. So bestanden von der Gründungszeit der Zentrumspartei ab. immer starke Wechselbeziehungen zwischen Zentrumspartei und katbolischer Arbeiterschaft. Aus der katholischen Arbeiterschaft heraus ist sodann auch von Mitte der 90er Jahre ab die christliche Gewerkschaftsbewegung erstanden. Diese Bewegung wurde von Anfans an mit vollem Bewußtsein auf interkonfessioneller und unpolitischer Grundlage aufaut. Sie ist aber trotzdem jahrelang fast nur von der trumspresse vertreten, mitgetragen und verteldigt worden. Die große Presse der anderen bürgerlichen Parteien nahm fast zwei Jahrzehnte bindurch von der christlichen Gewerkschaftsbewegung kaum Notiz. Tar sie es aber. so geschah es oft nur dann, um entweder der gung einen dieb zu versetzen oder sie gegen die demokratte oder auch das Zentrum gelegentlich It bewiesen die anderen bürgerlichen lange Zeit bindurch das Verständnis An Bord des„Alvert Ballin“. Reisebilder von Fedor von Zobeltits. Es giht doch auch für einen alten Globetrotter noch rraschungen. Und es war weiß Gott eine Uebernschung, als ich im Hamburger Hafen den neuen Passaampfer der Hamburg=Amerika Linie vor mir liegen sah. Man konnte ebemals gewiß auf noch größeren Schiffen reisen, beisptelswesse auf dem„Imperator“, der nun unter englischer Flagge die Meere kreuzt, aber vielleicht hat man sich in der karger gewordenen Zeit der Niesenausmaße entwöhnt— kurzum, ich staunte ehrlich, als ich das neue Schiff in seiner sauberen weißen Kleidung und mit den bochragenden Deckaufbauten so gewaltig und majestätisch sich aus dem Wasser erheben sah. Daß man ihm den Namen des langjährigen Leiters der Linie ge geben hat, war eine Ehrenpflicht— es ist auch ein Name voll Klang. der grobe Erinnerungen aus besseren Tagen weckt, und auf Ueber die des Dampfers worden, ich kann allo die Ei auf eine kurze Schilderung ken. Imponierend wirkt zundo.— ssm..1.“ lem der Raumausnützung gelöst worden ist. Ein zweites interessantes Problem ist daneben getreten; wie wird sich das moderne Kunstgewerbe zu dieser räumlichen Gegebenheit stellen? Natürlich bat der Schiffeinhal auch nicht die Maße des„Imperator" besitzt, respektahle Größe, in dem archttekt sielt werden ungen erzielt werden ind. Der große Gese chluß an das Promena dem man aber trotz seines reien Zutritt gestattet. Natürlich glbt es dazu haben, auch Jegenannte„Luxus mit edlen Hölzern als Wandbekleidung sherllche“ Kadimne writ 9.=.— 2der Mi. ten in mancherlei a Rbechencher aller esses gegenübe sondern sie— manchmal unter Zur eb ei te arbeitele Zurückstellung des eigenen i nur daran erinnert, wie -iterschaft der Handwerkerschu. gebung gegenüber Interesse an den Tag legten und es gerade kätholische Arbeiter= und Gewerkschaftssekretäre waren, die in den Kreisen der städtischen Bevölkerung überhaupt und innerbalb der Konsumentenkreise im Besonderen die Notwendigkeit der landwirtschaftlichen und industriellen Schutzzölle vertraten und verteidigten. Da die Zentrumspartei auch den religiösen Belangen der katholischen Arbeitnehmerschaft am meisten Verständnis entbegenbrachte und am entschiedensten für r Bar e neinsamer Arbeit zusammen. Auch deute noch t bei den Arbeitervertretern im Zentrum der starke vor, sich mit den anderen Volkskreisen in allen wichtigen, sozialen, kulturellen. wirtschafts= und staatsvolitischen Fragen zu verstandigen. So bedeutet die volitische Einstellung der katholischen Arbeiterschaft gegenüber dem Zentrum die tatsächliche Vereinigung mit den anderen Berufsständen zu gemeinsamer Arbeft an dem uns allen gemeinsamen Vaterland. So sind wir auch in der Lage. in der gemeinsamen Volksnot an einem Tisch zusammenzusitzen, um Hilfsmaßnahmen zu beraten. In der Zusammenfassung aller Stände im Zentrum liegt aber auch die Grundlage für die Führung der Politik nach großen Gesichtspunkten. und außerhalb des Parlaments abgeben. In dieser Zusammenarbeit liegt auch die Basis für eine nationale außenvolitik, die zu einem wieder freien Deutschland fübren muß. Deutschland kann und darf nicht untergeben! Wir sind von unseren Feindon zu einem armen Volk gemacht worden und wir können noch ärmer werden und doch brauchen wir nicht zu verzweiseln. Ein in sich sittlich gelundes Volk arbeitet sich immer wieder doch. In starkem Zukunftsglauben wollen wir gerade im Zentrum die vielseitigen Kräfte sammeln und zu gemeinsamer Arbeit zusa Dem Tüchtigen freie Bahn! Dann wird das#.# früber oder sväter wieder gedeihen. Nur mit einem sich einigen Volke läßzt sich auch auf die Dauer großzllgige Aubenvolltik machen. Mit einem Volke aber, das sich selbst an den Haaren nimmt, nicht. Geben wir daber im Zentrum den anderen Parteien ein gutes Beisviel und das politische Leben wird wieder gesunden. Vermischtes. Gemit inen Gierrrinttatsgesenschaft Und der Siemenstont zerns= in dankenswerter Weise der Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft einen Betrag von zunächst 15 000 Dollars zur Verfügung, mit dem Ziel. durch einen von der Notgemeinschaft zu begründenden besonderen Ausschuß die„wissenschaftliche Forschung auf dem Gebiete der Elektrophysik zu fördern. M Berlin, sonntag k rin am vier der durch Braut rlin. 11. Juli. Bei dem Gewitterstur Inntag kenterte auf dem Müggelsee ein mit ersonen besetztes Segelboot. Einem nsassen. einem Berliner Kaufmann, gelang es. sich hwimmen zu retten, während sein Vater, seine! nd seine Schwiegermutter ertranken. 1 Stettin. 12. Juli. Gestern vormittag wurde in Stettin die Inhaberin eines Goldwarengeschäfts in der Mönchstraße ermordet ausgefunden. Die Leiche wies am Kopfe zahlreiche Wunden auf. die von einem stumpfen Gegenstand herrühren. Es handelt sich anscheinend um Raubmord, da die wertvollsten Sachen aus dem äft entwendet sind. * Hamburg, 1.. Juli. Anläßlich des Besuches des argentinischen Schulschiffes„Presidente Sarmiente" im Hamburger Hasen begibt sich der argentinische Gesandte in Berlin am Samstag nach Hamburg. Der Cenat der Stadt wird den Blättern zufolge die Vertretung der argentinischen Regierung und der argentinischen Marine in Gegenwart des Reichskanzlers, der sich auf seinem Besitztum in Aumühl grüben. Am Sonntag nach Reichspräsident in Hamburg ein und des argentinischen Kommandanten so schiff einen Besuch abstatten. fuhr in „ auf dem nem Heudüissen wir Deutsche sein und für das eigene Land und Volk und dessen Zukunft eintreten. Weg aber auch mit dem Rechtsradikalismus. nicht minder zerreißt schwächt wie der der unser Volk eeetzung sches Volk nicht...——. Arbeiterstandpunkt aus gesehen, besser, eine halb so große sozialdemokr#..——„ tion im Reichstag hätten und es säßen dafür um so mehr Arbeiterabgeordnete in ven verschiedenen Fraktionen der bürgerlichen Parteien des Reichswenn wir nur atische Fraktags um diesen da und dort das politische mehr Ee zu schärfen. Ohne Verständigung auf politischem biet gebt es eben heute nicht. Mit roher Gewaltvolitik von links und rechts ist kein neues Deutschland aufzubauen. Deshalb müssen Landwirtschaft und Industrie. Beamtentum und freie Berufe. Angestellte und Arbeiter in der heutigen Zeit ganz besonders, wenigstens im Zentrum zusammenstehen und so die Grundlage für eine verständnisvolle Zusammenarbeit aller Stände innerbalb * Sangerhausen, 12. Juli. Gestern Allstedt das Auto der Baronin Ka Rittergut Hackpjäffel beim Auswei wagen gegen einen Prellstein am Torr.— wurden berausgeschleudert. Die Baronin Kalksreuth und Baron Podewils waren sofort tot. Baron von Kraff und der Hauptmann der Schunpolizei Lange aus Sangerhausen sowie ein Begleiter wurden sehr schwer verletzt. * Wiesbaden, 1:. Juli. Man fürchtet, daß eine Vollendung des Wiederaufbaues des abgebrannten Wiesbadener Staatstheaters unmöglich sein wird, da die aus 5 Milliarden veronschlagten Baukosten inzwischen auf 50 Milliarden gestiegen sind und dieser Betrag wahrscheinlich weder durch Sammlungen noch durch irgendwelche Subventionen aufgebracht werden kann.— Mit Rücksicht auf die Verkehrsverbältnisse wurde der für diesen Herbst geplante deutsche Weinbaukongreß, für den die Stadt Wiesbaden schon das Kurhaus zur Verfügung gestellt hatte und mit einer großen Ausstellung von Winzergeräten und Maschinen verbunden werden sollte, auf das nächste Jahr verschoben. 1 Münche stein in Transeuropa=Union chen=Budavest und erweitert väischen Flugverkehr von Wien na mittag 9 Uhr flog ein Junker=Metallflugzeug von Wien aus wird ein Wasserflugzeug langs nach Budapest weiterfliegen. Schoe S. gemälde des Schlosses Neuschwanstein und— neuen Rathaussaales in München und der Albrechtsburg in Meißen ist im Alter von 82 Jadren in München gestorben. = Budapest. 1.. Juli. Das heute früb von München abgeslogene Junkerflugzeug ist hier eingetroffen. Die Strecke München— Wien wurde in 100 Minuten zurückgelegt, die Strecke Wien—Budapest in 120 Minuten mit einem Wasserflugzeng. Die reine Flugzeit von 220 Minuten stellt einen Rekord dar. Vom nächsten Jahr ab soll ein Flusverkehr zwischen Deutschland und dem Balkan eingerichtet werden. künchen, 16. Juli. Der heutige Taa ist ein Markder Entwicklung des südeuronäischen Fluges. Die trova=Union eröffnet die Fluglinie Münden südeurongarn. Heute vors nach Wien, is der Donau 1 Prag. lichen einen zwecks Unterstützung einer in oden Ratton Kafraif zabfern4 tützung einer in groben Nationals schen in der Tich 05 owake -#ozen Klnber, die aus ihrem Lande vertrieben wurden und sich in Selimnia be finden. Unter ibnen herrscht größtes Elend. da sehr vi inden. Unter ibnen der schwarzen Pocken und Stuhles werden täglich derrscht größtes Elend, da sehr: edes vereinfacher im allgemeinen, ist die zweite eingerichtet, während in der dritten, die an Stelle Uheren Zwischendecks getreten ist. naturgemäß das Braktische xegiert, doch auch hier in einer Verbindung mit Annehmlichkeiten, die das Gefühl einer gewissen Häuslichkeit nicht vollig vermissen lassen. Man hat sozusagen In dieser dritten Klasse ein Stückchen lozialer Frage zu lösen versucht, was man um so verständiger finden wird, man die Blut der Auswanderer betrachtet, die für Tage auf dem„Albert Ballin" beiratsberechtigt zu an allen Ortschaften, die das Schiff berübrte, batten sich massen angesammelt, Intimere erie umgibt ukuskabiner“, in denen aparte Auschalteten und—. Amtes. spannten nung auf.“ im un nock Kino=Op Flalten aie eine letzte 1 enerbet. ord. das mit rfreu Lichtbin Ind 51. Pag bie ing der 2 Rich dur erladung noch lsenketten der undert von Ki emüsen aller Art. on. unaufbörlich krei in einer Disbarmonie de ub mißtönender Geräu 5 hat, weil es ein Ate urbaven ging es naturt dähre mit aberma die uns— begrüßten— ich butte d pesunk, vas die Hanseaten mit fast ei härtlichkeit an den Angen. In Cu Strand an“ der HoDer. 8.n 8.. Ws—.—.. Sr.. V.aur. e letzten Stunden vor der#h. bender unmuwbinc Jobent Bie M omitteln, offene Körbe mit von imonierender Dimon= erte. schrie und brüllte es— der Arbeit, die bei allem ZuammenHasen von ngen Das— heiten der Sonnenwetter Luxdaven und zauberte ihn in seltsamen. 3 anderen 8 wonnigen Abend versuchten wir—— urrr Generalvrobe in der„Laube“. und da pries ich noch einmal die Idee des Schiffsarchitekten, hier einen Raum gehaben, der der Seebrise Zutritt gestattet die beiden Stirnen kühlend und die Lungen mit Ozon Allend. Bisber hatten wir nur Angestellte der Linie und eine Anzahl Ghrengäste an Bord. Vor Curhaven rasselten die Anker in die Tiefe, aber als ich am Morgen erwachte, lag der„Albert Ballin" bereits e Kai, den eine wimmelnde Menschenmenge in hunten Tupfen umrahmte. Schon in hrt. des neuen Passagierdampfers. lern der Atmospbäre a deutschlands beobachten ka# bir es auch nicht die ige Fahr: nas ntergang vor ttierung zur htern und einem auf kaum einem nn. An die mit eine es natu pichen Deauen, Krnutsie arbigen Tracht. weiter taliensche Elemente ern und Kisten und eligkeiten. Die der im Toous. fragwürdi werkern und Leuten a den, die aus dem Schiff anderes retten konnten bessere Zukunft in nun schon auf de in schleppt dier nen(die bi belise. ück vorbereit wischendeck. ne ziehen In der ihren raen erwachte. Menschenmende in bunten Tupfen umrahmte. Schon Hamburg hatte die Abfahrt des neuen Passagierdampfers. des ersten gronen nach dem Krtege von der Linie erbauten. eine zabllose Menschenmenge an den Hafen selockt. Und 2776 Hilfeleistungen der Sanitätskolonn ean einem Cage. M München, 11. Juli. Der„Voss. Ito.“ aus München zufolge mußte bei dem Festzug anläßlich der Münchener Turnfestes die freiwillige Santtätskolonne in 2776 Fällen, darunter bei 641 Hitzschlägen Hilse leisten. Auf dem Turnplatz wurde die Hille der Sanitätskolonne in 785 Fällen, darunter bei 130 Hivschlägen in Anspruch genommen. Auffindung eines wichtigen Bibeltertes. * Kau El Kebir, 11. Juli. Bei Schachtarbeiten, die auf dem Kirchbof Kau El Kebir in Aegypten ausgeführt wurden, wurdest kürzlich in einem Gesäßz aus Ton forgsam in Leinwand gewickelte Paport gefunden, die eine uralte koptische Version des Evangeliums Jobannes enthielten. Der Text bestand ursorünglich aus bundert Blättern, von denen aber nur etwa drei Viertel erhalten sind. Man nimmt an, daß dieser Text aus dem vierten Jahrbundert stammt. Er ist bisber noch nicht übersetzt worden; man hofft bier neue wertvolle Aufklärungen über den Text des Evangeliums zu erhalten. Zurdeit ist der kostbare Fund in London ausgestellt * Die neue Sverest=Expeöition. Soekety I London bestebende Vrttungaane Mount, Gvevest=Besteigung hat, wie bekann sones des Jahres 1924 getroffen, daß imstande se ausgezei Bis zum olbd Weier aben werden üb ###4ter Höhe, die seinerzeit der erreicht hatte. hinaus vorzudringen. illory gelangten aber im vorig von 8225 bis 8301 Meter u io Mietex. Birc date daef bek I den Himalaia darauf die die am Pol geweht worden wie die erste Der beratende urzt befürwortet indessen Einspritzung von Sauerstoff, dem 20 Proz Kure beigemische sind. ein Verfahren, das bei guf den Montblanc bereits gute Dienste gele rcete enen die lussatz unter den ben wohl weniger geUßerorbestklich nd im letzten en: in einem andelten sogar hat sind Stiun oie. bei gute Frtoloeinungen trat 95 6rd inige Zeit die Nachfrage nach dem Dollarstand zurücknat hat. etzt beginnt der Weg durch geschichtlich gebeiligte sler, aber unser gutes Schiff bat mehr zu tun, als storie zu kümmern, rastlos durchflhat es die See so majestätischer Rube, daß man sich zuann: sind wir in Bewegung oder liegen 2n eieces, ie blsce eleite. Sicherdeit, über das sonnenflirrende krouze er ein mit Oel gefülltes ungebeures ttino=Dampfern Italiens und den kleinen lich in einar Ih In einer schwimmenden modernen eret ersten Ranges wic. ie nicht zun wenteften kung bankgn und dem on So!. 1 kauchtend im Sommeralanse. MiAl:““ „ sche eesthge uns am. 2 Commerz- und Privat-Bank, Aktiengesellschaft Ellanz für das 53. Geschäftsjahr, abgeschlossen am 31. Dezember 1922 Kasse und Bankguthaben Wechsel, unverzinsliche Schatzanweisungen und Devisen Reports und Lombards gegen börsengängige Wertpapiere Vorschüsse gegen Waren Elgene Wertpaplere Konsortialbeteiligungen Dauernde Beteiligungen bei anderen Banken und Bankfirmen Debitoren Verrechnungsposten mit Niederlassungen und Filialen Bankgebäude und Inventar„ Sonstige Immobilien —(siche oben) M. 112 926 445 938.77 Gewinn- und Verlust-Rechnung für das 53. Geschäftsjahr, abgeschlossen am 31. 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