Gelsenkirchener eitun Bezugspreis monatlich durch Boten zugestellt oder durch die Post bezogen 1200 Mk. Einzel=Nummer 50 Mk. Erscheint täglich, außer an Sonn= und Festtagen. Gratis=Beilagen:„Gelsenkirchener Bonntags-Zeitung“ und„Am Herdfeuer“. Telegramm=Adresse: Gelsenkirchener Zeitung.— Postscheck=Konto Essen Nr. 131 46. Geschäftsstelle: Gelsenkirchen, Ahstraße 37, geoffnet von morgens 8—1 Uhr, 2—6 Uhr abends. Fernsprech=Anschluß: Amt Gelsenkirchen Nr. 124 und 125. Verlag und Rotationsdruck von Chr. Münstermann in Gelsenkirchen. Anzeigenpreis für 1 min Raumhöhe(31 mm breit) 40 Mk., im Ortsverkehr 30 Mk., für Wohnungs- und Stellengesuche, sowie Verkäufe nicht geschäftlicher Art 20 Mk. Reklamen 1 mm Raumhöhe(80 mm breit) 150 Mark. Nür Aufnahmen an für Drucksehler keine der Bezieher keinen gilt als Kassarabatt Rochnung erfolgt. Verantwortlich: für den Te xtteil: J. Paffendorf, für den Reklamen= und W. Scheifes, beide in Gelsenkirchen. Nr. 26(Erstes Blatt) Donnerstag, den 1. Februar 1923 59. Jahrgang. Kontrollstellen als Eckpfeiler für die Zollinie. Ernste Krisis in Tausanne.— Kriegsgefahr im Orient.— Die Organisation der franzssischbelgischen Oberleitung der Ruhraktion.— Franzssische Bilanz. Ernste Wendung in Tausanne. Franzssischer Sonderschritt in Angora? WIB Lausanue, 31. Jan.(Telegr.) Eine hier heute nacht eingetroffene Havasdevesche, wonach die französische Regierung der Negierung von Angora offiziell mitteilen ließ, daß der der türkischen Abordnung zu überreichende Friedensvertragsentwurf kein endgültiges Programm bedeute und daß, falls die türkische Abordnung hier bleibe, auch die französische Abordnung hier bleiben würde, rief in Kreisen der Konferenz großer Aufsehen dervor. Kurz nachdem das Pariser Telegramm bekannt geworden war, gab die englische Delegation offiziell folgende Mitteilung an die Presse aus: Die soeben erschienene Meldung über eine Mitteilung der französischen Regierung an die Regierung von Angora, monach der Vertrag, der morgen der türkischen Abordnung überreicht werden soll. nur eine Reihe von Besprechungen darstelle und wonach die französische Abordnung bereit sei, in Laufanne zu bleiben, falls die türkische Deleoation bleibe, finden bei der englischen Abordnung keinen Glauben. da diese Mitteilung eine flagraute Verletzung des vor einigen Tagen zwischen den Alliierten getroffenen Einvernehmens bedeutet und weil die Veröffentlichung stattfindet, ohne daß sie vorher der englischen Regierung oder der englischen Abordnung mitgeteilt wurde. Die englische Abordnung beabsichtigt nicht, irgend etwas an dem festgesetzten Plan zu ändern. Neuer Annell Kemals an die Waffen? WTB London, 31. Jon.(Telegr.) Die„Times“ melden aus Konstantinovel: Die Türkei trifft alle Vorbereitungen für die Wiederaufnahme des Kampfes. Ju politischen Kreisen in Augars werde offen erklärt, dab die Türken nicht vor einem Rriege zurunschrecten, wenn Großbritannien seine Haltung nicht ändere.“ Was geht in Tausanne vor? a Soit Wochen hat die Lausanner Konserenz in Eurova an Interesse verloren, da die Dinge dort * keinen rechten Fortgang nehmen wollten und die einzelnen Fragen in einer Reihe Unterkommissionen behandelt wurden, in denen man durch weg nicht zu einer Einigung kam, wenigstens in den Nernfragen nicht. Mehrmals hieß es sogar. die Konserenz würde abgebrochen und auf eine gelegenere Zeit vertagt werden. mit einer gleichen beantwortet worden ist; denn die Angoratürkei hat kein wesentliches Interesse an einer Verständigung auf der Erundlage, die ihnen die Ententemächte bieten wollen. Jetzt aber tvitt die Konferenz in ihr entscheidendes Stadium durch den Friedensvertragsentwurf. dor den Türken zur Annahme unterbreitet worden ist, der aber ihren Wünschen nicht entspricht, da er wichtigen Forderungen des bekannten Nationalvaktes nicht gerecht wird. von dem die Anvororegierung abzugeben nicht gewillt ist. Wenn in Deutschland durch die in den letzten Wochen sich immer mehr zufpitzende Lage und vor allem durch den Einmarsch der Franzosen und Belgier in das Ruhrgebiet mit all seinen verheerenden Begleiterscheinungen und Folgen die Aufmerksamkeit von Lausanne abgezogen war, haben wir neuerdings alle Veranlassung einen ernsten und aufmerksamen Blick nach Lausanne zu werfen, wo, wenn nicht alle Zeichen trügen, in Bälde die Würfel um den Orient fallen müssen, sei es nun positiv oder negativ. Das Ende der Konferenz scheint unmittelbar bevorzustehen und es scheint die Gefahr nicht ausgeschlossen, daß es in einer nicht friedlichen Weise geschieht, die vielleicht eine spätere friedliche Lösung ausschließt. Nach den oben mitgeteilten Nachrichten ist es infolge des erwähnten Friedensvertragsentwurfs zu einer Verstimmung zwischen Engkand und Frankreich gekommen, die ernstlich zu denken gibt. Es handelt sich dabei um einen Schachzug Poincares, von dem sich heute noch nicht erkennen läßt, welche Folgen er haben kann. Frankreich soll die Angoratürkei haben wissen lassen, daß selbst nach Abbruch der Verhandlungen nicht alle Türen verriegelt seien, vielmehr die Verhandlungen mit der Türkei von Frankreich allein weitergeführt werden könnten. Hierdurch wird also klar und deutlich das Angebot eines Sonderfriedens zwischen der Angoratürkei und Frankreich gemacht, ein Angebot, das einmal eine Neuorientierung der französischen Orientvolitik ankündigt, dann aber eine starke Rückendeckung der Türkei ist, die ihre Spitze gegen England richtet. Das Londoner Blatt„Daily Expreß“ spricht daher von einer Bombe Frankreichs in das britische Lager in Lausanne. Ihre Wirkung erkennt man aus der in der oben veröffentlichten Meldung enthaltenen Erklärung der britischen Abordnung, worin der französische Schritt als unwahrscheinlich dargestellt und gesagt wird, daß er kurz vorher getroffenen gemeinsamen Abmachungen widerspreche. Das letztere wird freilich französischerseits bestritten. und anderseits wird mitgeteilt, Potncare habe sich dahin geäußert, die englische Auffassung beruhe auf einem Mitzverständnis, er habe mit seinem Schritt Angora keine Unterstützung leisten, sondern es nur zur Mäßigung mahnen wollen. Hierfür dürfte Poincare freilich in England keinen Glauben finden. Die Dinge in Lausanne haben sich jedenfalls krisenhaft zugespitzt und iore Entwicklung wird nicht ohne Einwirkung auf die euroväischen Verhältnisse bleiben können. Eine Konstantinoveler Meldung spricht schon von einem neuen Apvell Nemals an die Waften, wenn die Engländer ihre Haltung nicht ändern. Soviel steht allerdings fest, daß Kriegsgefahr im Orient in demselhen Augenblick in die Nähe rückt, wenn die Konferenz auffliegt. Denn es ist kaum ayzunehmen, daß England, dessen Stärke im Orient liegt, ein türkisches Vorgehen mit französischer Hilfe unbeantwortet lassen wird. Man wird also in Lausanne versuchen müssen, diese Gefahr zu beschwören. Und es scheint, als ob Frankreich seinen Schritt unternommen hat, um Englands Interesse auf den Orient zu konzentrieren, es so von den europäischen Problemen abzulenken, besonders von der Ruhrfrage, obgleich England ihr überhaupt mit verschränkten Armen gegenübersteht. So besteht die Befürchtung, daß in Lausanne ein Kompromiß auf Kosten Deutschlands zustandekommt, wenn anderseits auch die geringe Möglichkeit nicht ausgeschlossen ist, daß Frankreichs Isolierung vollkommen werden könnte. Doch tut man gut, sich nach dieser Seite keine Illusionen zu machen. Wir können uns nur allein retten durch unsere Festigkeit. Die Cürken fordern 8 Cage Zeit. England nicht gewillt. WTB Lausanne, 31. Jan.(Telegr.) Die heutige Vollsitzung der Konferenz in Form einer gemeinschaftlichen Sitzung der drei Hauptausschüsse fand um 10,30 Uhr heute vormittag statt. Eine amtliche Mitteilung wurde noch nicht herauszegeben. Man erfährt über den Verlauf der Sitzung folgendes: Curzon, Bompart und Garroni wiesen in längeren Reden eingehend und nachdrücklich auf die zahlreichen Konzessionen hin, die die Alliierten in ihrem Friedensvertragsprojekt den Türken gemacht haben. Sie betonten, welche große Verantwortung die Türkei durch die Ablehnung auf sich laden wurde. Curzon streifte dabei die Verantwortung der Türkei am Kriegsausbruch. Ismed Pascha antwortete in einer längeren Rede, deren Inhalt eine große Ueberraschung bervorrief, weil er gegen das gesamte Mandatssystem protestierte und als Wortführer aller Mandatsvölker und auch der Aegypter zu sprechen schien. Er beantwortete die Ueberreichung der Friedensbedingungen mit dem Ersuchen, ihm eine Frist von 8 Tagen zu gewähren. Hierauf Sitzung wurde die geschlossen. Gegenwärtig findet zwischen den drei alliierten Delegationsführern eine Konferenz statt, in der versucht wird, ein Einvernehmen über die an Jomed Pascha zu erteilende Antwort zu finden. Von französischer Seite versichert man, daß die 8tägige Frist bewilligt werden wird, und daß die Debatte sich vor allem um die Frage dreht, ob die drei alliierten Führer während dieser Frist in Lausanne bleiben sollen, oder, wie ursprünglich beschlossen wurde, abreisen werden unter Zurücklassung von Vertretern. Die Franzosen treten lebhaft für die erste Lösung ein. Die Engländer bestehen offenbar auf dem früheren Programm. Nach den bisher zur Verfügung stehenden Informationen trat der gestern zwischen den alliierten Delegationen entstandene Konflikt in der Vollsitzung nicht in Erscheinung, er beherrscht dagegen die gegenwärtigen Verhandlungen unter den drei Delegationsführern. WTR Lausanne, 31. Jan.(Telegr.) Die Beratung der alliierten Delegationsfühner dauerte eine Stunde. Um 2 Uhr nachmittags wurde die Vollsitzung wieder ausgenommen. Namens der Alliierten ergriff Kurzon das Wort und erklärte, daß eo nicht möglich sei, die türkische Forderung nach einer achttägigen Frist völlig anzunehmen. Er werde auf jeden Fall noch bis Samstag avend in Lausanne bleiben. Er hoffe, daß man diese Zeit ausnutzen werde, um die bestehenden Schwierigkeiten beizulegen. Ismed Pascha entgegnete, daß er sich bemühen werde, innerhalb der verkürzten Frist zu einer Lösung zu gelangen. Damit wurde die Sitzung geschlossen. Das Ringen um Rhein und Ruhr. Die Vorbereitung der Zollinie. Die errichteten Kontrollstellen. 1 Essen, 31. Jan. Zur Vorbereitung für die kommende Zollinie sind seitens der Franzosen fol I. gende“„ Kontrollstellen errichtet worden: Ratingen=Oft. Kupferdreh. Hattingen, Vorhalle, Herdecke. Brakel. Scharnhorft, Lünen=Süd, RecklinobausenHbf., Dorsten, Friedrichsfeld und Suellen. Nach Insormationen der amerikanischen Journalisten ist mit dem Inkrafttreten der Zolllinie für heute nacht 12 Uhr zu rechnen. Die Verkehrslage wies im wesentlichen keine Veränderung auf, Gestellt waren für Kohle gestern 10 600, gefehlt 3500. Heute sind angefordert 13 400 Wagen. In Brakel und Hörde müssen die Züge nach wie vor 15 Minuten halten. Zwischen Bochum und Linden sind zwei Autokontrollstellen eingerichtet worden, an denen Autos halten müssen, und wo die Ausweise revidier: werden. Keine Straßenverkehrssperre in der Nacht. Eine aufgehobene Verordnung. = Essen, 31. Jan. Die Besatzungsbehörde hat mitgeteilt, daß Punkt 2 der Verordnung vom 29. Jan., der den Verkehr aus der Strabe von 10 Uhr abends bis 8 Uhr früb verbietet, nicht beachtet zu werden braucht, da eine Andurchführbarkeit infolge der eigenartigen Verhältnisse im Inoustriegebiet sich ergeben hat. Straden. ahnen von heute ab wieder nach dom elten Fabeplan. Klarhcit und Wahrheit. ** Der französische Ministerpräsident Potncare bat sich bekanntlich amerikanischen Journalisten gegenüder am Sonntag über die französische Rubraktion geäußert und dabei eine Darstellung gegeben, die den Schleier über die wirklichen Absichten lüftet, aber auch Schiefbeiten in französischer Auffassung enthält. Zur Gewinnung von Klarheit und Wahrheit erscheint eine Antwort geboten. ir haben das schon zum Teil in dem Leitartikel unserer seiner Ert an das De Telegraphenhuras.— WTB Berlin.— Paris liegen zwei Meldun in so klarer und eindeutiger die Absichten und Ziele der gegenwärtigen französischen Politik ein Zweisel nicht mehr möglich ist. Eine Meldung befindet sich im„Daily Chroniele“ Sie gebt von der Feststellung aus, daß man in Paris die fehlerhafte Rubraktion einzusehen s daran die Annahm Verhandlungen###.#—. Schritt tue.— Die Feststellung widerspricht öffentlich bekannten Tatsachen. Reinerlei Anzeichen dafür sind zu beobachten, daß man in Frankreich dir daben das schon zum Teil in dem Leitart kittwochsnummer getan und geben heute zu „ush, noch folgende ofisziöse Zuschri sche Telegraphenhureau wieder: n. Uns wird geschrieben: Aus ldungen vor. die sich ger Weise ergänze Ne 99 geaie die Fehler der Ruhraktion und ängig zu Das Haus Selstermann. Von Wilbelm Verbert, München.(29 scheint in der Nachbarschaft aufgeredet worden Vielleicht meinte sie auch, jetzt einen Teil der Johanns übernehmen zu müssen. Abergläubisch obendrein und mag sich an dem Selbstmord Müllers haben.“ eicht wollte sie auch nur einer Kündigung von eite zuvorkommen,“ nickte Selstermann.„Sie mas gehört haben, daß ich die drei jüngsten Leute im Kontor ausstelle. Kurz und gut, die erste Ratte, die das sinkende Schiff verläßt. Aber es soll deshalb nicht sinken— im Gegenteil, wir wollen es erst recht wieder flott kriegen! Richt wahr, Kinder?“ Diesmal wagte er es auch, Gretchen in die Augen zu sehen, die— ohne etwas zu erwidern— seinen Blick ruhig aushielt. „Ich brauche keinen Ersatz 1 Selstermann.„Ich komme mit durch. Es ist mir sogar lieber kein Geheimnis und brauche kein den war mir immer die bunden.“ Die Alte, die noch vor scheidung hörte, war sichtlich daß sie nun niemand mehr neben sich haben sollte. Denn sie war immer sehr zurückhaltend gegen das Mädchen bewesen und mochte#udurch mit zu deren Entschluß beigetragen haben. So fügte sich vorerst auscheinend alles wohl ineinander. Auch im Geschäft berubioten sich die Gemüter am nächsten Morgen allmählich von der ersten Erregung, die durch die Kündigung an die drei tüngsten Kontor mitglirder erzeugt worden war. Von dem schwatzhaften Bureaudiener genährt, hatten sich da die wildesten Gerüchte überstürzt. Mon dörte beveits von dem Schluß des Geschäfts— von Zahlungseinstellung und Millionenziffern. Als man dann aber am nächsten Morgen Selstermam ruhig, sogar mit freierer Stirn als sonst an die Arbeit geben sah, als sich Alfred pünktlich an seinem Pult einsand und die Kollegen wärmer wie an den Tagen vorher begrüßte, als auch Gretchen mit freundlichem Ernst an ihrem Platz erschien, da sagten sich die Angehörigen des Geschäfts, daß er wohl nicht so jebo weit gefehlt sein könne— und sie erblickten bald in der eingetretenen Verwinderung des Personals eben auch nur einen der hr für sie,“ sagte Frau Margaret recht wohl so— vor ihr habe ich s zu haben. Vor Fremlehr als notwendig geeben von der Entberübrt davon, von ihrem Chef mit eiserner Konsequenz durchgeführten Schritte zur Ueberwindung der durch Müller geschaffenen momentanen Schwierigkeiten. Diese Auffassung ermöglichte es sogar den drei gekündigten Leuten, ohne Groll und besondere Befangenheit über die schmerzliche Tatsache hinwegzukommen. Sie lahen darin keine versönliche Zurücksetzung mehr und gaben sich— wie der Mensch auch das Unangenehme gern zu seinem Gunsten zu wenden sucht— bald der Hoffnung bin, daß sie vielleicht in einiver und nicht allzuferner Zeit wieder in ihre früheren Stellen eintreten könnten. 8. Kavitel. Während der Morgenstunden kam Gretchen zu ihrem Vater und bat ihn um Urlaub zum Besuch Lores. Der Wunsch wurde ohne ein Wort der Widerrede bewilligt. Als sie schon wieder an der Tür zum Kassenzimmer stand, rief sie ihr Vater noch einmal zurück. „Gretchen!“ sagte er und streckte ihr die Hand din. Sie sah zu Boden. Dann fragte sie:„Hast Du mir etwas für Lore mitzugeben, darf ich ihr etwas von Dir ausvichten?“ In ihrer Stimme zitterte eine leise Hoffnung. Unwirsch zog er die Hand zurück. „Ich wüßte nicht, was!“ Gretchen hatte sich wieder gefaßt.„Das eine“, sagte sie ernst,„solltest Du nach meiner Meinung unter allen Umständen tun und das Gebalt an sie weiterbezahlen. das ihr Vater bezogen hat!“ „Du bist wohl nicht recht bei Trost?“ rief er barsch. „Wie stünde ich denn dann bei den Leuten da? Was würden sie denn für Folgerungen daraus zieben?“ Einen Augenblick wollte sie erwidern Dann schwieg sie aber und ging aus dem Zimmer. Er schaute ihr aufberegt und beunrubint nach: Mit dem Eisenkovf war kein Abgleich zu finden. Der eine unentwegt und ohne Rücksicht auf sein Ziel los. Mochte sie es versuchen. Auch er war zum Kampf bereit. Als Gretchen in die Vogelsanzstrahe kam und sich dem Hause näherte, wo Love wohnte, truf sie auf den Mann. der das Mädchen gestern boimgebracht hatte. Er trug einen kleinen einfachen Strauß schöner Gartenblumen und grüßte höfl'ch, als er Gretchen sah. „Darf ich Sie vielleicht bitten“, sagte er bescheiden. „dem Fräulein Müller diese Blumen zu brinen, als einen kleinen Gruß von einem dankbaren Nachbarn, der ihr oft und oft zugebört hat... haffentlich gebt es ihr heute besser. Ich babe gerade die Blumen durch irgendein Straßenkind hinaufschicken wollen. Denn selber will ich nicht ins Haus gehen. Die Leute hängen schon gleich der ehrlichen Absicht irgend ein schmutziges Mäntelchen 1977 „Mir liegt ja gar nichts an den Leuten", fürte er lachend bei.„Aber bei dem Fräulein muß man jetzt doppelt und dreifach Obacht geben, seitdem sie keinen Vater mehr hat und sie ihn so... auf diese Weise... verloren hat!“ Gretchen nickte und nahm die Blumen. „Kennt Lore Sie“, fügte sie bei,„oder darf ich Ihren Namen sagen?“ „Ich bin der Schreiner Hofmann. Gleich da drüben hinter dem Lagerplatz, um den die Bretterwand gebt. est mein Häusel und mein Garten. Er schaut schon ins Freie hinaus auf die Wiesen und die Belder und zum de Wald und zu den Bergen binüber. Da hausen wir „Ich hab' heut' Nacht geträumt“, sonte chen, als Johann den Arst binausgeleitete, Vater.— zu GretArst bin—,„von meinem ter. Er war bei mir, wie im Leben— und doch wußte ich, daß er tot war. Ich habe mich aber nicht im geringsten vor ihm gefürchtet. Er sagte, daß er von Zeit zu Zeit zu mir kommen werde, werrn ich ion brauche. Auf einmal stand dann ein großer, starker Mann bei uns im Zimmer und sagte zu uns, wenn wie wollen, nürde er Herrn Selstermann erschlagen und Euch alle. Da schrie ich im Schlafe laut auf, so daß man es sicher gehört haben muß:„Um GSottes willen, Greichen nicht! Seeichen nicht!“ Mein B solle überhaust keinen erschlaven, es schon m Sacher: fünf: Meine alte Mutter, ich, mein krummer Gesell— der Heiner— mein Dackel und meine Seive. Wissen Fräulein, Fräulein, wenn ich auch APET durch die oin nicht so schön sielen kann, eine Art ueb erach I zusammen zewissermaßen, auf die Ste dem wie sie singt... aber man gebört wenn auch von weitem, so ein bißl Manier!“ „Sonst bätt' ich mir auch gestern dus nicht getraut und das heut' mit den Blumen!“ setzte er bei. Ste waren jetzt an Lores Haus angekommen. Er zoo grüßend den Hut und blieb einen Auvenblick steben. „Ich wützt“ gern, wies ihr gebt“, meinte er bescheiden. „Ich komm' nachber zu Ihnen und sags Ihnen“, antwortete Gretchen einfach „Aber Fräulein“, rief ar erfreut,„das kann ich ja doch nicht verlaugen! Obwohls Ihnen schon gefallen tät in dem faubern Häusl und dem schönen Garten und bei der guten Luft und der prächtegen Auosicht“, setzte er nicht ohne Stolz bot. „## komm', nickte sie ihm noch einmal zu und eine in das Haus. Love war bereits auber Bett und saß im Wohneimmer auf dem Sosa. Der Hofrat und Jobann waren hab' ich gesagt?“ lächelte Dr. Stöcker und reichte Greichen die Hand.„Sie hats weggeschlafen. Ein wenio zerschlagen natürlich noch! Aber weiter sohlt nichts!“ Lore sab blasser aus wie sonst, hatte blaue Ringe unter den sprechenden Augen und war stiller und gemessener in ihren Bewegungen. muß:„Um 4l“ Mein Vatc aber in erschlaven, aud Heden Se nicht, der müßte es schon noch büben! Ich u Vater eben fragen, was er büben müßte... da bin ich aufoewacht und der helle Taa stand schon im Fenster. Das man doch für rumderliche und tolle 2icht wunderlich vielleicht, wie Du meinst, Lore!" ine Weile, jede mit ihren „Jetzt nicht wetter !“ sagte Lore dann.„Ich habe mir heute früb vorenommen, die Sache ganz anders aneulangen, wie ich es diese ersten beiden Taoe gemacht habe, nicht mehr so wild deausstürmend; denn da gebe ich zu Grunde dabei. Ich habe das gestern gech am Grunde dabei. 3ch zu Grunde geben will weil es sicher nicht der Wille nie weil er mir gewiß nicht umsonst Jobann jetzt wieder den Traum geschickt bat. Ich will auch nicht zu Grunde geben, damit nicht die Leute sagen können:„Wie der Wonshete Sir. Albern 1. us nich. Du vretaun. Tun und Lassen beraus irgend einen Stein Grab meines Vaters werfen kann. meinem Und darum will ich Seben uit dür. S den Spuren seines eigenen este in un b aenf Salhr cechersfhuge Serihe 6i ich gat nichts versohe, daß jeder Schritt und Teitt, den ich in dieser Sache tue, sicher und fest ist!“ „Ich danke Dir für die Blumen“, lagte sie dann,„und für alles, was Du mir gestem esten bast!“ „Das beste dabei hab' nicht ich getan, sondern Jobann und dann, Lare, ein Mann, der uns beiden gans undekannt war— Du wirkt ihn auch nicht kennen!“ einzubri ganzen fran Im Sinne 5 E Ansprüche behandelt wil die brgelung seines der Neparations RPrs bise ergriffen, um jeden Ge. en zu schlagen. Unter über die IngenieurE kondern um die Bfändervolltik de das besetzte ast be 1 EDäch Ne Dasts die fünszel noch Dies ist der Sie zeigen deut! in Frankreichd Bet ber eer den ersten nach der D wartet. In Paris„Be Aufgahe des de nung Poincares fest ren. Erst wenn man te ommen ist. daß sondern auch für wenn er Lie#ungen sind so interpretieren könnte. wie chon beute für die PfandAnf Jadren in Aussicht. igswidrige französische tzungsveriode für das Rearschen, Ernstrungen. wie 50 demeint ist. wenn man reitschaft versichert. Deutschland deutsche Voll damit abfinden. and verewigt wird. so mag es erhandlungen tun. den Paris Daily Chronicle“ angeblich erne muß verstanden. was man in itschaft", zu nennen beliebt, m Volkes wird es sein. die Rechund besonnen ad abfurdum zu fühsächlich in Frankreich zur Einsoincares Rubraktion nicht nur * Febler gewesen ist, der gut dann wird der Weg zu VerLandlungen ftei sein. Französische Bilanz der Ruhraktion. Sinken der Valuta.— Verteuerung der Lebenshaltung.— Neue Steuern. WIB Paris, 81. Jan. Francis Delaisi führt im„Deuvre“ aus, die Besetzung des Ruhrgebietes habe betrüchtlichen Sturz des französischen Franks zur gehabt. Am 2. Januar sei das Pfund Sterling in s. mit 62,86 Frank notiert worden, am 20. Januar mit 70/81. Das sei in drei Wochen eine Hausse um Prozent. Gleichzeitig seien infolge des Mechaniss der Arbitrage, der einen Ausgleich der Wechselkurse ussen in den der Schweizer Franken und der Peseta 11 Proz. gewonnen. Infolgedessen sei der Preis sämtlicher Waren, die Frankreich einführe, um mindestens 10 Proz. gestiegen. Da der Wert der französischen Einfuhr im Durchschnitt zwei Milliarden monatlich betrage, stelle das für die Gesamtheit der Käufer eine monatliche Mehrbelastung von 290 Millionen, eine wahre Steuer, dar, die auf dicse Weise vufoige der Eutwerrung des Franks vom Publikum erhoben werde. Im„Popplzice" ziebt der Abgeordnete Leon Blum folgende Bilam: Die bisberigen Ergebnisse der Ruhrbesetzung: Unmittelbarer Nutzen: Sinken des Frauk: d. b. rasches und sicheres Anwachsen der Kosten für den Lebensunterbalt. Mittelbarer Nutzen: Neue Steuern, sei es eine zwanzigprozentige Steuererhöhung oder irgendeine andere fiskalische Kombination. Warum diese neuen Steuern? Was hat das Nuhrgebiet uns bis jetzt an Sicherbeit eingetragen? Neue Steuern. Feierschichten und Kündigungen in Lothringen. W7B Metz, 31. Jan. Bei der Lotbringischen Hütte wurden 500 Arbeitern gexündigt und 40 sofort entlassen. Außerdein wurden ab Samstag drei Feierschichten für die Woche eingelegt. Bei den Berawerken De Wendel in Rombach wurden 500 Kündigungen wegen Arbeitsmansel ausgesprochen. Dasselbe wird aus dem Fentschtal gemeldet. Auch dort sind die Hochöfen stillgelegt und Feierschichten eingelegt worden. Als Grund werden überall Roks= and Kohlenmandel angegeben. gleiche Rechte daben. bt allein in als auc beide belgischen Kommissionen sollen unter einer Rochh bhr 9.3 Vorny sort. Diese Kommission in nicht haben. Die den Händen iden fran* DreinCGTE zu verrrat für iten im N Seshcen Die Ban. . ollen allo biet beweisen genug. im Anschluß an diese Meldung doch sofort die Frage aufzuwersen. ob dies der Wes sei. der zum Gelingen führen könne. Der Antwort hat man sich entbalten. Diese Resianation bek immerbin, daß dem Hu Blät weist imt wrear 4— ohot iR. Blätter doch eine zurrapa triotismus der gewisse Nachdenklichkeit franDie Ausweisungspolitik. Bekundungen des Havasvertreters. WTB Paris, 31. Jan. Der Conderberichterstatter von Haras in Düsseldors meldet, angesichts des passiven Widerstandes der deutschen Beamten hätten die alltierten Behörden beschlossen, im gesamten besetzten Gebiet alle oberen Beamten, die bei ihrer Haltung blieben, zu verhaften und sofort auszuweisen. Die Durchfübrung der neuen Maßnahme habe begonnen. Dies ei der Beginn jener Phase des energischen Vorgehens, in die man heute eintrete. Die französischen Bebörden hätten bis jetzt Milde bewiesen, die die Deutschen selbst, die von der Zeit ber, als sie Belgien und Nordfrankreich besetzt hielten, und eine ganz andere Metbode gewohnt waren, in Bewunderung versetzt habe. Die Alliierten hätten ihren Friedenswillen und ihren Willen zu freundschaftlicher Verständigung hinreichend dargetan. Ihr Langmut habe nicht dazu führen dürfen, daß sie als Schwäche ausgelegt würde. Sie hätten also Beamte, die die alltierte Oberhoheit nicht anerkennen, und die sich mit der Berliner Regierung solldarisieren wollten, aufgefordert, ihren Eifer im nichtbesetzten Deutschland zu entfalten. Man werde zuerst mit jenen beginnen, die die wichtigsten und bestbezahlten Posten hätten, die sämtlich staatliche Agenten für die deutsche Provaganda keien. Diese Maßnahmen würden auf die anderen Beamten nur dann ausgedehnt, wenn sie notwendig würden. Der Havasberichterstatter sucht auch festzustellen, daß die Entscheidungen der Alliierten rechtsgültig seien, denn die Haager Konvention erkenne ausdrücklich an, daß man einer Macht gehorchen müsse, die sich ausenblicklich im Ruhrgebiet etabliert habe. Während der Okkuvation hätten die Deutschen nur 24 Stunden passiven Widerstandes geduldet, und dann waren als Sanktionen nicht die Ausweifung, sondern die Einsperrung, Devortierung und selbst Füsilierung erfolgt. Was ist darauf zu sagen? ** Es ist außerordentlich bezeichnend, daß bier versucht wird, einen Vergleich zwischen dem Friedens= und Krieaszustande zu zieben. Die Maske der friedlichen Ingenieurkommission läßt man also in Frankreich jetzt endaültig fallen. Der Havasberichterstatter kann damit aber seinen Zweck, für das Verhalten der französischen Politik im Ruhrgebiet eine Rechtsgrundlage zu finden, nicht erreichen. Er hatte zuerst beweisen müssen, daß der Einmarsch selbst kein Rechts= und kein Vertragsbruch war. Solange dieser Beweis nicht geführt ist, und das wird niemals ge lingen, ist jedem Versuch, die nach dem Einmarsch in das Ruhrgebiet getroffenen Maßnahmen mit dem Schein des Rechts zu umkleiden von vornherein entzogen. Selbst wenn man sich aber mit dem Havasvertreter einmal auf den Standpunkt stellen wollte, daß die Regeln der auch von Frankreich und Belgien unterzeichneten Haager Landkriegsordnung auf die Ruhrbesetzung analog anzuwenden seien, so brauchten den französischen Machthabern nur die Artikel vorgehalten zu werden, in denen es beißt: „Es ist verboten, die Bevölkerung des besetzten Gebietes zur Teilnahme an Kriegsunternehmungen gegen ihr eigenes Land zu zwingen. Ehre und Rechte der Famille, das Leben der Bürger und Privateigentum usm. sollen geachtet werden.“ Hätten die Franzosen diese Artikel beachtet, so wären Gewaltakte, die sie im Ruhrgebiet gegen Beamte und Privatversonen begangen haben, und noch fortgesetzt be geben, nicht möglich.— den verkehrereichsten Rheinstädten ist Ein Autoverkehr zwischen Mainz nd zwischen Mainz und Wiesbaden ist In Mainz durchzieben französ! stem Seit Wiesbaden und unterbunden. und Frankfurt und Rwischen u— r— dergestellt. In Mainz durchzieben französische Patrouillen mit aufgeoslanztem Seitengewehr die Stadt. Verhaftungen werden in großer Zahl vorgenommen. Trotz der Drobungen der franzosischen Behörde, jeden Dienstverweigerer vor das Kriegsgericht zu stellen, hat sich bisher kein Beamter oder rbeiter der hat sich bisher kein Beamter oder Eisenbahn zum Diensteintritt gemeldet. Duisburg. Es gelingt nicht. 31. Jan. Es will den französischen Genletruppen der Eisenbahn nicht gelingen, die Maschinen und Apparate auf den hesetzten Bahnbosen in Gang zu bringen. Eine Lokomotive nach der anderen versagt im Dienst. Da immer neue Lokomotiven aus dem Bahndosu Wedau geholt wurden. brachten die deutschen Etsenbahner die noch unversehrten Lokomotiven ins unbesetzte Gebiet in Sicherbeit. Die Vorgänge in Ludwigshafen. WTB Ludwigshafen. 31. Jan. Dem Präsidenten der biesigen Eisenbahndirektion wurde gestern durch die Besatzungsbebörden die Ausübung seines Amtes untersagt und ihm gleichzeitig ein Requllitionsbefehl vorgelegt des Inhalts. daß das gesamte Personal der Eisenbahndirektion sich unterschriftlich verpflichten sollte. den Befehlen des französisschen Generals unbedingt Folge zu leisten. Das Personal der Reichsbahndirektion bat jedoch elnmütig das Ansinnen abgelehnt und sofort den Dienst eingestellt. Am Nachmittag verlangten die Vertreter der Organisationen von den Franzosen die Wiedereinsetzung des Präsidenten und der Beamten der Direktion. die Zurücknahme des Requisitionsbefebls und die Zurückziebung der militärischen Wache von den Bahnanlagen. Diesen Forderungen wurde heute morgen von der Besatzungsbebörde entsprochen mit der Erklärung. das Personal könne unter den alten Bedingungen weiterarbeiten. Das Personal wurde daraufhin von den deutschen zuständigen Stellen und den Vertretern der Organisationen aufgefordert. den Dienst nach den Beseblen der deutschen Regierung weiter zu versehen. In gleicher Weise haben sich auch die Vorgänge auf den übrigen pfälzischen Bahnen abgespielt. Infolge des geschlossenen Widerstandes der Eisenbahner wurden überall die französischen Posten auf den Bahndösen wieder aufgeboben. Die Einspruchswelle. Gegen die Verhaftung organ hrer der Postbeamten= WTR Essen. 31. Jan ten! in de und .. Die unterzeichneten Gewerkdenen die Organisationen der Beamten rbeiter aller Dienstzweige des Reiches. der Länder Gemeinden zusammengeschlossen sind gegen die Völkerrecht zu der Erkl der Gemeinden zusammengeschlossen sind. erbeben die am 29. Januar erfolgte Verhaftung und Aus### drer der Organisationen der Postbeamten schärfsten Einspruch. Sie erklären, daß diese Maßnahme die deutschen Gesetze und gegen das verstoßen, und daß sie im Widerspruch zu der Erklärung des Oberstkommandierenden der Besatzungs rmee stehen. nach welcher die deutschen Gesetze in Kraft bleiben. Die gesamte Beamtenschaft und die Staatsarbeiter unterstehen nach wie vor der deutschen Regierung und den deutschen Gesetzen. Die unterzeichneten Gewerkschaften fordern, daß den bei der Post beschäftigten Beamten und Arbeitern es ermöglicht wird. alsbald ihren Dienst wieder aufzunehmen und daß ausreichende Garantien geschaffen werden. daß sie ihren Dienst unbehindert und ohne versönliche Gefahr ausüben können. Deutscher Beamtenbund.— Allaemeiner Deutscher Beamtenbund.— Asa=Bund.— Allgemeiner Deutscher Gewerkschaftsbund.— Deutscher Gewerkschaftsbund. Gegen die Ausweisung des Bürgermeisters von WerdenLand. Weitere fen wurd Kohlenbeschluß der Reparations=Kommission. Englische Stimmenthaltung. WTB Paris, 31. Jan. Havaz. Die Reparationskommision veröfsentlichte gestern folgende Eeklärung: Im Laufe der heute um 2.30 Uhr unter der Leitung Barthous abgehaltenen Sitzung traf die Revarationskommission mit deei Stimmen bei einer Stimmenthaltung(des beitischen Vertreters) folgende Entscheidung: 1. Für Gebrner 1923 ein Programm festzusetzen, das auf denselben Grundsätzen beruben soll wie das Pro= worden. gramm der vorhergebenden Monate. Deutschland soll Ausweisungen und Verhaftungen. Düsseldorf, 31. Jan. Oberregierungsrat Dr. Roas in Mülhelm=Ruhr ist von der Besatzungsbehörde usgewiesen worden. Das Zollamt Düsselderfund ist geschlossen. Zollamt Di wurde besetzt und ist geschlossen.— Der Leiter der ollamtes Hubertus in Düsseldorf und Zollrat Busse wurden verhaftet. Das Zollamt in Düsseldorf ist besetzt. .= Berltu. 31. Jan. Nach dem„Vorwärts“ wollen die Besatzungsbehörden. sobald alle fübrenden Amtsversonen über die Grenze des besetzten Gebietes gebracht worden sind. das gleiche Sostem auf die Geworkschaftler anwenden, wenn die Arbeiterschaft weiter bei ihrer passiven Resistenz verharrt. Der Anfang mit der Ausweisung von Gewerkschaftlern ist bereits t. In Essen wurde der Vertrauensmann des liefern 1 500 303 Tonnen Kohlen olug 29 Prozent von dem 3 300 b0s Tonnen übersteigenden Mehr des Novemberertrages vom deutschen Oberschlesien, also zusammen 1 876 009 Tonnen. Anberdem ist eine Ergänzungslieferung von 125 009 Tonnen in dem Programm enthalten, vorbehaltlich der endgültigen Entscheidung, die die Revarationskommission später auf die von der deutscher Rezierung" hiergegen erhohenen Einwände A kreisen wird. 2. In Essen die Dienststellen zu beauftragen, Deutschland alle zweckmäßigen speziellen Angaben mitzuteilen. Die zweite Phase. Die Frage der Salche ligen ginnet. EZollinie n9 über die Herne. 31. Jan. * Der „Herner Anzeiger“ Schreiben beißt es u. a.: Gegen die mir mitgeteilte Ausweisung des Herrn Bürgermeisters Schavbaus von WerdenLand erbebe ich auf das Schärfste Einspruch und ersuche ergebenst. die Verfügung unverzüglich rückgängig zu machen. Die Ausweisung des Herrn Bürgermeisters Schaphaus ermangelt nicht nur jeder völkerrechtlichen oder landesrechtlichen Grundlage. sie ist auch in der ihr gegehenen Begründung ebenso haltlos, wie in der ihr tatsächlich zugrunde liegenden Ursache. Gegen die Amtsenthebung des Oberbürgermeisters von Duisburg. * Duisburg. 31. Jan. Die gestern erfolgte Amtsenthebung und Ausweisung des Oberbürgermeisters Jarres hat in allen Kreisen der Bevölkerung Empörung ausgelöst. Die Stadtverwaltung und die Fraktionsführer protestierten beim General Beaurain und betonten dabei daß Dr. Jarres nach Recht und Gesetz Oberbürgermeister der Stadt Duisburg bleibt. Sie verlangten die Zurücknahme des urg ble Besehls. Essen, 31. Jan. Die Westfalen der Polizeioff an General Degoutte folgende ist von der Besatzungsbehörde auf vier Tage verboten worden.— Der Oberbürgermeister Dr. Sporleder ist verhafte: worden. * Die Eingriffe in den Verkehr. Die Eisenbahnbetriebslage. 69 Köln, 31. Jan. Die Eisenbahnbetriebslage ist im allgemeinen unverändert. Mit den bereits gemeldeten Einschränkungen wird der Verkehe wie gestern aufrechterhalten. Aus Koblenz wird gemeldet. daß der Bahnhof militarisch abgesperrt ist. und daß die Franzosen rangiert bätten. X Koblenz. 31. Jan. Als gestern nachmittag die Franzosen den Bahnhof Ehrenbeitstein besettenlegten die Eisenbahner sofort die Arbeit nieder von Koblenz s. 31. Jan. Als gestern nachmittag den Bahnhof Ehrenbeitstein bese ten. teuren die Eisenbahner sofort die Arbeit nied Der Beitrieb gubt seit. 4. Lo. Das Abdeintal v... int jetzt von jedem Verkehr abgeschnitten. — Düsselderf. 31. Jan. Zurzeit sind die französtschen und belgischen Besatzungsbehörden sowohl im Ruhrbezirk als auch im altbesetzten Gebiet Instematisch 1# Die Hauptzu Selsch. Tr. ett ee e Lebensmitteltransvorte aus Holland umgeleitet werden. m in das Industriesebiet zu gelangen. Im Postverkebr. ommen, weil nen der jetinen Führer angege per mit ihren Namen hervortreten. usweisung unausbleiblich. Autoverkehr. X Dutoburg. 31. Jan. Die Besatzungs Laufe des gestrigen Tages an all raben. Die In die Stadt fübren, die Setngen. Auch 16 85.. tung sind beschlagnahmt. bebörden lieben len Haustein= und ausabmen und onenautoe der Der Eisenbabnerstreik in un Krankfurt reik erso Mainz. krankfurt a. M. 31. Jan. Der Eilenhabnerim Direktionsbezirk Mainz dauert an. Der starke nenvertehr zwischen Frankfurt a. M., Protest. in dem sie errlaren. einmutig zum Stadtoberhaupt zu steben. der ihr leuchtendes Vorbild sei und bleibe. Das Stadtverordnetenkollegium trat zu einer Sitzung zusammen. in der der Vorsitzende der Zentrumsfrat ion. Dr. Feldhaus eine Entschließung verlas. die die tiefste Entrüstung über das Vorgehen der Besatzungsbehörde ausspricht. die Absetzung nicht anerkennt und die Eingriffe in das städtische Selbstverwaltungsrecht verurteilt. Die Versammlung hörte die Entschließung stehend an. dann wurde die Sitzung geschlossen. Einspruch der Volizeioffiziere. Bezirksgruppe Rheinlandeioffiziere Preußens hat folgendes Schreiben gerichtet: Die Bezirksgruppe Rheinland=Westfalen der Polizeioffiziere Preußens erhebt scharfen Protest gegen die Verhafung des Kommandeurs der Schutzvolizei Bochum. PolizeiOberwachtmeisters Bethge und verlanot die sofortige Freilaslung des Beamten. Sie erhebt vor allem Einspruch dagegen, daß durch die Festnahme der für die Aufrechterhaltung der Sicherheit und Ordnung mit verantwortlichen Führer der Schutz der deutschen Bevölkerung aufs äußerste gefährdet wird. Gegen den verschärften Belagerungszustand. von limmung inde an die Besatzungsbehörde einen Protest wegen Verhängung des verschärften Belagerungszustandes, in dem darauf aufmerksam gemacht wird, daß derartige Maßnahmen im Ruhrgcotet vollkommen undurchführbar sind. wenn nicht etwa entgegen den bisherigen Erklärungen beabsichtigt ist, das ganze Wirtschaftsleben zum Erliegen zu bringen. Schlechte Behandlung Ausgewiesener. WTB Berlin, 30. Jan, Oberregierungsrat Sembach und Regierungsrat Dr. Basten vom Finanzamt Aachen wurden am 22. Januar verhaftet, weil sie sich weigerten, den Anordnungen der Franzosen zu folgen. Bei er Einlieferung in das Gefängnis wurden beiden Herren Retten an der rechten Hand angelegt. Oberregierungsrat Sembach mußte sich vor dem Gericht einer gründlichen körverlichen Untersuchung unterzieden Erst am 26. wurde es Sembach gestattet, seine Ehefrau auf eine halbe Stunde zu sprechen. Die Behandlung im Gefängnis. in dem die Herren die Nacht vor dem Abtransvort verbrachten. war die denkbar schlechteste. Die Zelle war nur pärlich beleuchtet und war vollkommen verschmutzt Matratzen und Betten waren voll Ungeziefer, das Essen ungenießbar. Die Ausweisung vollzog sich unter unfreundlichen Formen. Die Gendarmen. die die Ausgewiesenen geleiteten. gestatteten ihnen nicht. ihre Notdurft verrichten, obwobl das Auto in den geschlossenen Hof Kaserne einfuhr. Essen erhielten sie weder vor ch der Fahrt. Protest der Reichsbank. amten. Protest der Eisenbahndirektionsbeamten. = Essen. 31. Jan. Nachdem gestern der Präsident der Reichsbahndirektion Essen und seine sämtlichen Vertreter und eine Reibe weiterer Oberbeamte ausgewiesen worden waren, hat heute der Präsident der Feldeisenvaoncommeison dem Dezernenten folgende Erklärung abgegeben:„Gestern hätten mehrere Oberbeamte der Reschobahndirektion bestraft werden mussen. weil sie den Befehlen des Generals Degoutte nicht nachgekommen wären. darunter auch der Präsident und sein Vertreter Richtsteig. Es werde daher gebeten. einen Vertieter zu bezeichnen, an den sich die Unterkommistion wenden könne. Hierauf wurde etwa folgende Antwort gegeben: „Gegen die Bestrafung der acbt höheren Beamte durch Verhaftung und Ausweisung werde namens der gesamten Beamten= und Arbeiterschaft schärfste Verwahrung eingelegt. Das gestellte Ersuchen werde dahin beantwortet. daß die übriggebliebenen weder befugt seien die Präsidialgeschäfte zu übernehmen. noch das Recht hätten. einen Vertreter des Präsidenten zu bestimmen, daß jedoch der Oberregierungsrat Abel als derjenige Herr begeichnet werde, welchem Mitteilung gemacht werden Bassive Resittenz der Oberhausener Schuvo. = Oberhausen. 31. Jan. Die hiesige Echuvo lehnte es ab. die ihr auf Grund des verschärften Belagerungszustandes von der Besatzungsbehörde zugedachten Aufgaben zu übernehmen. Rezierungsprotest wegen Beschlagnahme von Krankenhäusern. . WTI Berlin, 1. Fedr.(Telegr.) Der deutsche Geschäftsträger in Paris ist beauftragt worden, der französischen Regierung eine Note wegen der von der Besatzungsbehörde vorgenommenen Beschlagnahme eines eiles der städtischen Krankenanstalten in iberreichen. Die Reichsregierung legt gegen n schärfsten Protest ssen zu überrei die Maßnahme ein und behält der Besatzu vor ausrei ungtuung zu fordern. Ein Aufruf des deutschen Städtetagen. WTB Berlin, 31. Jan. Der Vorsitzende des deutschen sregierung in der Abwehr der von den franen und belgischen Machtbabern verübten Gewalt en. Auch die deutschen Städte würden es als ihre flicht betrachten, jede Gemeinschaft mit den Anigen der an dem Einfall in das Ruhrgebiet beteiigten Staaten solange abzulehnen, als der rechtsvidrige Zustand dauere. Der vom Reichspräsidenten der Reichsregierung und den Landesregierungen erlassenen lufrufe zur Linderung der durch den Einbruch in folgend, würden auch das " die Gebieten von finan räften der gemeinschaftDas deutsche Dolksopfer. )( Berlin. 31. Jan. Der Vertrauensausschuß zur Verwaltung und Verwendung des deutschen Volksopfers wird sich aus Vertretern der zunächst betroffenen Gebiets, der großen karitativen Vereinigungen der Prene und der Reichsder kommunalen.—. und Länderregierungen Verbände. der Presse und der ReichsLanderregierungen zusammensetzen. Die Zusammenarbeit mit der von den großen Wirtschaftsverbänden zu leistenden Ruhrhilfe wird durch eine persönliche Vertretung dieser Verbände gesichert werden. eichssansitzung zusamDer Ausschuß wird unter dem 2. lers in den nächsten Tagen zu der mentreten. 1( Berlin, 31. Jan. Wie die Blätter melden. kommen von zahlreichen Hotels. sowie von Bauern und Bebörden dauernd Augebote die aus dem besetzten Gebiet Ausgewiesenen mit ihren Familien unentgeltlich aufnehmen zu wollen. Die Eisenbahnerheime des unbesetzten G.bietes haben ihren Gästen gekündigt, um den Ausgewiesenen ihre Räume zur Verfügung stellen zu können. Ferner haben sich viele Spediteure bereit erklärt, die Möbel der Ausgewiesenen unter Stundung der Kosten zu besördern. Der stellvertretende Vorsitzende des Reichsausschusses der deutschen Landwirtschaft. Freiherr von Wangenbeim richtete an die angeschlossenen Körverschaften einen Aufruf zur Aufnahme der aus dem besetzten Gebiet ausgewiesenen Familien. = Bremen. 31. Jan. Die von der„Weserzeitung“ eingeleitete Sammlung für die deutschen Ruhrkämofer brachte bisher das Ergebnis von über 30 Millionen Mark. #r Wien. 31. Jan. Die Deutsche Verkehrsgesellschaft in Oesterreich beschloß, oas jegt# Mitalied den in schwerster Not sich befinde#den Brudern und Schwestern im Ruhrgebiet 1000 Kconan als Spende zu leisten hat. Außerdem werden die Mitglieder. aufgefordert. freiwillig aroßere Spenden für den gleichen Zweck zu leisten. Der erste Vorsitzende der Deut chen Verkehrsgesellschaft wird in den nächsten Tagen dem seutschen Gesandten einen ansehnlichen Betrag als erste Rate dieses Notopfers deutscher überreichen. enSahner Der Protest des deutschen Kindes. 1. Berlin. 31. Jan.(Privattelegr. unseres Vertreters. Der Reichstag hat beute seine Arbeiten wieder aufgenommen, nicht ohne eine Frage vor sein Forum und das gunze Forum der Welt zu ziehen, die nur eln kleiner Ausschnitt dessen ist, was sich jetzt im Ruhrgebiet abspielt. Was an organisierter Wirtschaft nicht nur gestört, sondern auch zerstört wird, ist jedem offenbar, der nur einigermaßen wirtschaftlich denken kann. Wie schwer aber auch das kulturelle Leben der Rubreinwohner betroffen worden ist, auch darüber die Welt aufzuklären, ist durchaus nicht müßig. Der Reichstag hat dies heute getan— und man hätte wünschen mogen, daß dir Aufmerksamkeit im Plenum bei dieser ernsten Frage größer gewesen wäre. Sämtliche Parteien haben in einem einstimmig genehmigten Antrag Verwahrung dagegen eingelegt, daß die Franzosen Schulen schließen und Krankenbäuser für sich reguirleren. Es war ein es, schütterndes Bild, das der Redner der Zentrumsfraktion des Reichstages, Prof. Dr. Schreiber, von der Tribüne in kurzen, aber charakteristischen Strichen entwarf, als er dem Hause die lange Liste der Schulen vorlegte, die von den Franzosen requiriert und für jeden weiteren Unterricht geschlossen werden mußten. Die Gesährdung einer geregelten Schulerziebung. die durch das Vorgehen der Franzosen auch nach dieser Richtung hin heraufbeschworen wird, muß in ihren Folgewirkungen geradezu zur kulturellen Verwilderung und Zerstörung führen. Das deutsche Kind. das lange Jahre hindurch Hungerblockade und die Valutablockade hat ertragen müssen und dessen körverliche Leiden infolgedessen erschreckend zugenommen haben— Tuberkulose und Unterernährung sind unter dem Nachwuchs Deutschlands heute nar all zu häufig Gäste,— wird nunmehr auch in seiner geistigen Entwicklung ruasichtslos geschädigt. Auch diesen Protest wird die Welt zur Kenntnis nehmen müssen, wenn sie beurreilen will, was Frankreich an Werten im Ruhrgebiet vernichtet hat. Sonst haben den Reichstag heute nur kleinere Arbeiten beschäftigt, von denen aber eine Aufgabe ebenso dringend wie nötig war. Die schwierige wirtschaftliche Lase der deutschen Kleinrentner nimmt von Tag zu Tag in dem Umsange zu. wie sich die Mark entwertet. Es sind alle Parteien darüber einig, daß für den sterhenden Mittelstand so viel getan werden müsse, als überhaupt möglich ist. Aber wenn man bedenkt, daß der Dollar in riesigen Sorüngen aufwärts eilt, dann mag man selbst die gegenwärtigen Bemühungen des Parlaments, den Kleinrentnern delsend beizuspringen, als wiederum längst überholt ansehen. Es ist nichts anderes, als daß wir zusehens der wirtschaftlichen Verelendung entgegengehen. Deshalb werden wir aller tun müssen, um dieser abwärts gleitenden Bewegung zu steuern, so viel noch zu steuern ist. 294. Sitzung. ( Berlin. den 31. Jan. 1923. Auf eine kleine Anfrage der Deutschen Bo betr. die Bläne wegen Errichtung dee rbein Republik wird leitens eines Mitgliedes des ministeriums des Innern erklärt, daß diesen (Telear.) ) 1.) räterischen Plänen mit allen Mitteln entgegengetreten wird. vom Zentrum mit Unterstützung aller ## gerlichen Parteien und der Sozlaldemokratie eingebrachte Antrag. nach dem der Reichstag mit Ontrüistung und Bedauern davon Kenntnis nimmt, daß infolge der Besetzung des Ruhrgebietes die Schliebung zahlreicher Schulen stattsand und die Reichsregterung aufgesordert wird. gegen die Uebergriffe der Besatzungsbehörden scharfen Einspruch zu erheben, wurde eigstimmig angenommen. Der Reichstag nahm in zweiter und dritter Lesung den Grsetzentwurf über die Kleinrentnerfür: sorge an. Morgen beginnt die zweite Lesung des Stats und zwar mit dem Etat des Reichopräsidenten und des Reichskanzlers. Dazu liegt ein sozialdemokratischer Antrag auf Aufhebung des baverischen Ausnadmezustandes vor. von dem kommandierenden General Degoutte verhängt worden. Mark maßgebend ist. wurde angenommen. Damit ist auch bei der Wertzuwachssteuer die Berücksichtigung der Geldentwertung bei der Steuergesetzgebung eingeführt. Ueber die Frage. ob die Umsatzsteuer von 2 auf 2½ Prozent erhöht und der Anteil der Gemeinden entsprechend vermehrt werden soll. konnte der Ausschuß trotz längrer Debatte noch zu keiner Entscheidung gelangen. Deutsches Reich. 2.89 Milliarden Ueberschuß bei der Eisenbahn. * Nach einer Pressenotiz vom Reichsverkehrsministerium betrugen die Einnahmen vom 1. April 1922 bis 31. Dez. 1922 485 231 Millionen Mark und die Ausgaven 482341 Millionen Mark. mithin ein Ueberschus von 2.89 Milliarden Mark. Bekanntlich hatt: die Reichsgegierung der Reparationskommission gegenüber die Verp# parattonskommission gegenüber die Verpflichtung der Haushaltsbalance seinerzeit üibernommen, und der Exfolg zeigt, wie ernn es der Regierung in ihren Versprechungewesen in.„ Der Einmarsch der Franzosen d Belgier ins Ruhrgebiet wirft natürlich gen und wie alle elg##### Kuhrsehlet wirkt, natürlich. le Aufbauarbeit, so auch das Gleichgewicht im Haushalt der Reichsbahn aller Vorscht nach über den Hausen. aussi Dder Bestinzgepugen ader die rung von Flüchtlingen auf die durch Besetzung 418gewiesenen Reichs= und Staatsbeamten bin ich einterKanden. Auslans. Völlerbundskompromiß über Danzig. 4.78, Paris, 31. Jan. Der Völkerhundsrat schäftigte sich gestern mit einer Reibe Fragen. Er billigte u. a. Polen und Danzig abgeschlo Danzig bei internationalen Stimmrecht zusteht, das jedoch Vertrages von Polen au eibe„Danziser eser Tage zwischen de zwisch rag. nach dem ein besonderes Grund des Versailler üben ist. Zur Ordnung zig: der ein Moraworden ist, verlangt Stedtverwaltung den Völkerbundes auf dem LauVölkerbundsrat lag den bisherigen Gouverneur Oberk Verzögerung der ut—. jjedhof hervorriefen. Zunächst gerieten Kerzenlicht in einem unbewachten Augenleidung der Leiche in vehr gerusen werden beseitigt war und der Sarg ## werden sollte, drach das ad des Wagens. so daß erst ein anderer Totenwagen geholt werden mußte. Auf dem Friedhof angekomme, stellte sich der Beisetzung des Toten ein neues Hindernts in den Weg. Trotz der eingetretenen Verzögerung der Beerdigung hervorgerusen durch die ersten beiden Zwischenfälle, hatte der Totengräber das Grab nicht sertig. Die Welternte an Weizen im Jahre 1922. In Europa starker Rückgang gegenüber 1921. . Kaum eine andere Statistik dürfte derart ständig wechselnde Bilder zeigen, wie es die Welterntestatistiken tun. Denn lassen sich für Länder, die unter derselben Zone und auf einem Kontinent liegen, immer noch verhältnismäßig ähnliche Erntetabellen aufstellen, da die Witterungsbedingungen bei ihnen doch im Wesentlichen die gleichen sind. so wird dies bei einer Statistik, die alle Erdteile umsaßt. niemals der Fall sein. Die Schwankungen in derartigen Welterntestatistiken zeigt beispielsweise eine englische Stattstik, die die Welternte an Weizen in den letzten 4 Jahren angibt. Sie betrug in 1000 Quarters zu 217.7 Klg. ausgerechnet: " in Australien 1919— 6581 derartige Maßeinheiten. 1920— 18 583. 1921— 17 390. 1922— 16 853: in Afrika 1919— 10 208. 1920— 8906. 1921— 14505. in Asien 1919— 39933. 1920— 51 712. 1921— 35 846, 1922— 50 606: in Amerika 1919— 176 591. 1920— 164 053, 1921— 161 893. 1922— 179 900. in Europa 1919— 110 620. 1920— 120 597. 1921— 152015. 1922— 120 504. Demnach betrug die Welternte insgesamt 1919— 313 933000 Quarters 1920— 363 911 000. 1921— 381 649 000. 1922— 377 364 000. Einen erbeblichen Rückgang in dem Ernteausfall des letzten Jahres zeigen alle Staaten Eurovas. den stärksten auerdings leider Deutschland, womit der Einfuhrbedarf und durch ihn die schwere Lade unserer Wäh rung verschärft wird. Das Geschäft wird in erster Linie Amerika machen, wo ein Ausfuhrüberschuß von 4.4 Millionen To.— 20 Millionen Quarters zur Verfügung steht. Die Welternte des letzten Jahres bleibt binter der von 1921 etwas zurück, während sie die Ernten von 1919 und 1920 erheblich übertrifft. Vermischtes. Der letzte deutsche Kriegsgesangene in Frankreich. = Berlin, 31. Jan. Der letzte deutsche Kriegsgefangene Otto Reuter aus Ehrenfriedersdorf. der wegen einer dreimal vorgenommenen Operation im Krankenhaus St. Anne in Toulon zurückbleiben mußte, hat der Bundesleitung der Reichsvereinigung ebemaliger Kriegsgefangener mitgeteilt, daß er nach Aussage des französischen Arztes am 31. Januar seine Heimreise antreten kann. Ein verhütetes Scheidemannattentat. ug der„Münche N Attentat burch In einer Melner Post“ von einem Scheidemannationalisten erklärt die Münchener Mitglied der Nationalistische Polizeidirektion, daß ein Mitglied der Nationalistischen Partei für sich den Entschluß gesahzt hatte, ein Attentat auf Scheidemann auszuüben. Auf Zureden anderer Parteiangehöriger kam er jedoch von diesem Entschluß wieder ab. ohne vorher irgendwelche Vorberei.ungen zur Durchführung der Tat gerroffen zu haben. Der Mann mußte, da ihm etwas Strafbares nicht nachzuweisen war. wieder freigelassen werden. Massendtebstähle auf den Jechen. Vertrages von Polen auszuüb der Finanzlage der Stadt Danzig. torium von einem Jahr bewilligt der Völkerbundsrat, daß sich die Stadtv Hauptausschusses des über ihre Maßnahmen jeßlich bestimmte der! englischen Vorst von Aegypten. Mac D dt Danzig. forderungen anvasse und diesen über senden halte. Schließli auf den englisch Aeg der Stadt.— Zu Beginn der Sit Mossulfrage erklärt. er schiedsgerichtlichen Regelung stimmen werde, da ihr die vo mit den Mitgliedern des Bö onnell, zum erkommissar hatte Balso Tür osse, daß die Türkei einer urch den Völkerbund zuständige Gleichherechtigung erbunder zugesichert sei. Soziales. l. Jon. Eine Diedes, und Hehlerbaude, die ihe HandZechen des Gelsenkirchener und Buerschen Neviers trieb, hatte sich wegen einer großen Anzahl von Straftaten vor der Essener Strafkammer zu verantworten. Die Angeklagten sind der Arbeiter Jäger, der Arbeiter Heinrich Speith, der Arbeiter Johann Wiedendruch, der Straßenbahnschaffnor Heinrich Wiedendruch und der Arbeiter Loo Miloschewsk!, sämtlich aus Getsenkirchen. Der Hauptangeklagte ist der Arbeiter Jäger, der in zahlreichen Fällen Diebstähle, Betrügereien und Urkundenfülschungen verüdt hat. Vermutlich hat er bei seinen Strastaten unbesannte Helershelfer gehabt Der Angeklagte brandschatzte vorwiegend die Zechen „Unser Feig“,„Plute“,„Konsolldation“,„Graf Bismarck“ und andere. Er dreng nächtlicherweile in die Bureauräume ein, stahl Telephonund andere Bureauutensilten, aud anderen Räumen der nde stahl er Kleidungsstücke und sonstige GebrauchsgegenIn den Betriedsräumen riß er die Treibriemen von den aschinen usw. Auch Abschlagsbücher verfälschte er und suchte auf den assenbureaus Löhne zu erheben, was ihm auch hin und wieder gelung. n diesen Diebstählen und Betrügereien waren die Mitangeklagten als ehler beteiligt. Die Strafkammer verurteilte den Engeklagten Jäger wegen Diedstahlo, Betrugs, versuchten Betrugs, schwerer UrkundenAlschung und einfacher Urkundenfätschung zu einer Gefängnisrefe von 8 Jahren. Wogen Hahlerei erhalten Johann teden bruch 7 Monate. Heinrich Wiedendruch 8 Meete. Heinrich Speith 6 Monate Gestugnie n S t e u e e i n e r a n s i c h v e r w i r k t e n G e f ä n g n i s s t beldstrafe von 50000 Mk. 4 7 c 6 Mi. und Miloschewski isstrafe von 1 Monat eine Erhöhung der.. Juvalt = Bochum. 30. lagen, die Slagen für die Knaposchafts. und Hinterbliebenen. 0. Jast. Die berabäulichen Bedürftigkeitszulagen, die zu den Bezügen der Knappschafts=Inpaliden und=Hinterbliebenen gewährt werden, sind mit Wirkung vom 1. Februar 1923 in folgender Weise erhöht worden: Für Invaliden monatlich 10000 Mt, bisber 4000 Mk. für Witwen monatlich 7000 Mk. bipher 2800 Mk., für Kinder und die sonstigen zulageberechtigten Angehörigen oder für Halb= und Vollwalsen 3000 Mk., bisber 1000 Mk. Die Einkommensarenzen. bis zu denen diese Unterstützungen gezahlt werden, betragen: 24.000 Mk. für Inpaliden, bisher 12.000 Mk., 20 000 Mr, für Witwen. bisber 10.000 Mk. 3000 Mk. für jeden zulageberechtigten Angehörigen mehr, bieher 1000 Mk. Die beim Tode eines Invaliden zu zahlende Begrabnisbeihilfe ist auf 30000 Ml. erhöht worden. bisber 10000 Mk. Die erhöbten Beträge werden erstmalig in den Februarterminen swablt. n.: Ein reuiger Sünder, der sich selbst stellt. n II Essen, 81. Jon. In der Nacht zum 3. November vorigen Jahres purde im Gemeindegasthaus zu Bertlich bei Buer ein schwerer indruchsdiebstahl verübt. Die gesamte reiche Beute, die damals einen Port von mahr als 100 000 Mk. hatte, verpackten die Eindrecher in oser und schleppten sie fort. In derselben Nacht wurden in Buersassel in einer Eastwirtschaft und in Westerholt bei einem ufmann edenfalls Einhruchsdiebstähle versucht, die jedoch mißlangen, „##ll die Eindrecher verscheucht wurden Einige Wochen vorher hatten hebe nächtsscherweile bei dem Goldwarenhändler Bockslege in — jesterhold für mehnere 100 000 Mark Goldwaren gestohlen. Alle d. de Diebstähle waren in verselben Weise ausgeführt wie der Einbruch das Gomeindegasthaus in Bertlich, so daß der Verdacht entstand, ooganisierte Diedesbande treibe in der Gegend ihr Unwesen. Drei chen noch diesem Diebstahle meldete sich eines Tages der arbeitsOtte Panzram aus Buer auf der Polizetwache und gestand ein Einbruch in dem Gemeindegasthause in Bertlich gemeinsam mit einem ihm dem Namen noch nicht näher bekannten Spießgesellen verübt zu haben. Die Beute hatten sic= Buer und Gelsenkirchen aus von Wochenmärkten und in den Straßen zu Gelde gemacht. Der Dieb erklärte der Pollzei, daß Gewissensbisse ihn veranlaßt Litten, sich selbst zu 1.7——.—)..—..— verbande Die Not im Journalistenstande. Verlin. 30. Jan. Apf., Sirigere### abend im Reichstagen der deutschen P igsgebäude eine Parlamentariern Sitzung von führenden Männern ankwesens statt. att. die Nots Reichs fand heute #end 18 n eine„Hitzung von Regieungemttalle sich mit der Frage beschäftigte, wie die durch die Not lage des Zeitungsgewerbes in großer Zahl stellungslos gewordenen Jourralisten im Wirtschaftsleben eine nutzbringende Verwendung finden können. Nach Chefredakteur Bernhard. der betonte, daß bei den vielen Erörterungen über die Not der Presse die Notlage der Redakteure viel zu wenig herücksichtigt worden sei und daß durch ein Zusammenarbeiten mit den Führern der Wirtschaft und den Behörden eine Lösung gefunden werden müsse. schilderte Direktor Richter vom Reichsverband der deutschen Presse in eingehender Weise die Notlage der Redakteure, um sich dann der Forderung auf Zusammenarbeiten zwischen den Behörden und den Führern der Wirtschaft anzuschließen. In der Aussprache deeichneten sowohl der Vizepräsident des Reichstages Dr. Bankgewerbes, wie auch hsverband der= Bank= und Industriebetrieben als. Bankbetrieben komme nur dien—. Archiven in Frage. und die Industrie gebe unsicheren Zeiten entgegen. Geb. Rat Buecher empfahl die Aufstellung von Listen mit Angaben über besondere Verwendunesmöglichkeiten der Journalisten. Er forderte im übrigen, daß die Rückversltungssonds aus dem Pressenotgesetz unbedingt auch zur Unterstlitzung von stellenosen Journalisten benutzt werden. Diesem Vorschlas wurde von den meisten Rodnern zugestimmt. anzuschließen. I zeichneten sowohl der Vizepräst kießer als ein Vertreter des beh. Rat Buecher vom. Industrie die Unterbringung In * Bochum, Januar deu teute und am teure festgestellt Essen Vlakate „Mit Zuchthaus ni Zivilisten bestraft armee 3 stellen.“ Provinzielles. stellen. Gestern hatte er Gefan helser lammer zu verantworten, die ihn zu 1 Jahr 6 Monaten Auguis verurteilte. Die Nachforschungen nach dem Helfersnd bislang erfolgles geblieben. aus der keiden Völker selber nachgevrüft und richtigrikaner mit all seiner Selbstrmentens in eine gewaltige , 31. Jan. Wie hier verlautet. sind am 26. eis 2 reiee Deseram 27. Januar 26 fxanzösische Heserestellt worden. Die Besatzungsbehö#de bat in folgenden Inhalts andringen lassen: ichtugter 10 Jahren werden die aaft die Angehörigen der Besatzungs. eider verkaufen oder zur Verfügung bestraft die 1 lvilkleider verkaufen oder zur Bochum, 31. Jan. a Langendreer=Essen. Diensta kurz nach gesamte langte der Personen 12 Uhr mittags in zug Langendreer=Essen— Bochum=Nord an. Das uges stieg aus und vermeigerte J1.— fahrt. so lange die französischen Posten die ausgerflar ten Bajonette nicht entfernten. Bald konnte der Zug weiterfahren, da dem Besebl des französischen Wach offiziers. die Bajonette zu entfernen, ungesäumt Folse gegeben war hr mittags in broersonal des di# Welier= dis aufgenflanzm h. Jahr Fachschule oder Universitätsstudium gleichen. Das enlastet die Eltern und befreit Das harte Muß unserer Zeit hat uns Deutsc schon zum Teil auf diesen Weg—. „ ter für die beutige Zeit nicht der.. * Dortmund. 31. Jan. Gestern abend iR in Dort, grheitet tut uns heute die amerikani und der verschärfte Belagerungszustand Labensproblemg geradezu not. Demonstrationen in Japan! WTB Hamburg. 31. Jan. Nach einem hier eingetroffenen Kabeltelegramm aus Tokio versuchten am 27. Januar Delegationen von über 36 jaganischen Gewerkschaffen vor der iegnzssischen Botschaft in. Tokio gegen die Besetzung des Ruhrgebietes zu demonstrieren. Die Ansamm. lungen wurden von der Polizei zerstrent. Aeroplane als Steuereintreiber. In der Modernität der Steuereintreibung kann sich Mesovotamien rühmen. an der Spitze zu marschieren: denn hier ist dieses Geschäft neuerdings den Flugzeugen übertragen worden. Die englischen Zeitungen wenden sich mit Entrüstung gegen diese neueste Art der Steuereinziehung und gegen die sie betreibende Behörde, die noch dazu die von England geschaffene Rejung ist. Der Draht hat nämlich.-us Mossul die hricht gehracht, daß die dortigen Eingeborenen aus t“ fünf solcher britischen Maschinen mit Gewehren tene in maltten Wollen! auberdem ist sie weithin bekannt als Geburtsort jenes seinen, lockeren. halbdurchsichtigen Baumwollgewebes „Musseline“, das hier im Mittelalter zuerst gefertigt wurde und nach der Stadt seinen Namen erhielt. Woher nun die Wut der Eingeborenen? Steuereintreiber erfreuen sich ja nirgends besonderer Beliebtheit: aber solche Abneigung allein erschöpft denn doch nicht das Maß dieser Wut. Sie ist in diesem Fall insofern begründet. als die Aeroplane bekanntlich bei ihrem Landen. außerhalb der für sie bestimmten Landungsplätze, der Umgebung großen Schaden bringen; wenn sie hier also bei irgend einem Gehöft. bei einer Farm, wo sie gerade pfänden wollen. sich niederlassen, so zerstören sie viel an Hab und Gut und bilden außerdem noch für die Kinder, die ihnen nicht schnell genug entgehen können. und ebenso für Frauen eine große Gefahr. Nun haben die mesovotamischen Flugzeuge aber noch einen besonderen Svort getrieben: nie haben als Schreck= und Drohungsmittel oder auch als strafende Vergeltung für vergebliches Pfänden auf die Gehöfte der Nichtzahler Bomben oder sonstige angenehme plosirstoffe Expli derner den wir ostoffe geworfen. Daß Zivilisation von den d. ist selbstverständlich. diese neueste Frucht nicht Eingeborenen moverstanEine Temperatur von 20 000 Grad. Der amerikanische Physiker I. A. Anderson hat ein Verfahren erfunden, das gestattet. Temperaturen zu erreichen, die die Sternentemveraturen noch übertreffen. Das Verfahren besteht darin. daß man einen elektrischen Kondensator von hoher Kavazität auf eine Spannung von 30 000 bis 100 000 Volt enrlädt. Dabei leuchtet der Draht einmal in blendender Helle auf und zerstäubt zu einem Dampf der eine Temperatur von mehr als 20000 Grad erreicht. Diese Temperatur läßt sich sowhl aus der Lichtstärke bestimmen. als auch aus dem bohen Druck. den das Gas auf die Wände des Gefäßes ausübt. in das der Drabt eingeschlossen ist. Photographische Aufnahmen mit dem Drehsiegel haben ergeben, daß die Explosion nur etwa /300 000 Sekunde dauert. Die mechanischen Wirkungen ind außerordentlich. In dem Augenblick. in dem der 1/30 sind Dra und id außerordentlich. In dem Augenblick. in dem der raht explodiert, zersoringt das Gefäß in tausend Stücke. und wenn das Gefäß mit Wasserr gefüllt ist, so verstäubt auch dieses vollständig. Zwei amerikanischen Physikern, L. Wendt und Clarence E. Irion. gelang es. diese Explosion in besonders für diesen Zweck hergestellten Glaskugeln von etwa 300 cem=Rauminhalt auszuführen, die durch den Druck nicht zerstört wurden, und es somit gestatteten. die entstandenen Gase zu untersuchen. Eine gläserne Chaussee. vor der Essener Amerikanische und deutsche Tebensschulung. Von Toni Harten=Hoencke. (Nachdruck verboten.) Ohne der in Deutschland schon wahrng geung verbreiteten Ausländerei das Wort reden zu wollen, geben wir die folgenkurzen Verlegungen wieber. Von einer ausgezeichneten Kendertn des amerikanischen Lebens stammend, werden sie vielen Lesern nützliche und neus Anregungen dieten. D. Red. Der Amexikaner wächst beran, lebt. verdient und erwirbt sich nehenbei seine Ausbildung. Der Grundgedanke der amerikanischen Erziehuno ist, den Willen, der Kern der deutschen Erziehung, das Pflichtgefühl zu entwickeln nd zu richten.] Der Amerikaner wird etwas durch seinen Lun. der Deutsche durch sein Wissen und ung. Dabei fühlt sich der Amerikaner ing an freier. unabhängiger dem Leben gegenr. ist sich seiner Art auch stets als unüberbrückbarem nenhas zur europätschen, besonders deutschen bewußt. Wir Deutschen hblen uns unsererseits dem amerikantichen Idegl überzsten. Beide Anschauungen aber entrechen nicht den Apetinsweisen der Feiden. Völker selber und sollten von joder Seite gestellt werden. gsen, Kändtskeit und Fr=c“ Halleumeistens in eine gewat AAb#ngteic. V#Dollar hinein, und es ist schltum gen##.. ok dieses turannische Dollarregiment über seinem Lcoen nicht klater erkennt. gpr Bmichr dowen fcht derte grmit undüit den eben abbängwer. Ja bilfloser gegmnüber, alb der merikener. Was soll man als Deutscher anfangen, wenn mmas so und so viele spezielle Kurse. wen, Probejahre uw. durchmachen dazu Geld nehmen Noch dazu eun ür Soin dur Di. Eokhesr üpe heffernte Ausbildung mit allen nötigen Stempeln und Ehren bebeben wer Feit and he e den oru. die Mütter krumm eini Nationalvark. den Rarimn Monntain und Golden Gate miteinander verbindet. Merkwürdig wie die Anlage selbst ist auch die Baugeschichte dieser einzig dastebenden Straße. Nachdem die Strecke planmäßig abgesteckt war, machten die Regierungsingenieure die veinliche Entdeckung, daß Voraussetzung für die Ausführung der Anlaoe die Erfindung eines Verfahrens zur Durchschneidung eines Teiles eines aus pulkanischen Glas bestebenden Berges war. der sich der Führung der Straße als ein unüberwindliches Hindernis in den Weg stellte. Dieses Hindernis bestand in dem über 80 Meter hohen und etwa 1400 Meter breiten „Obsidian Cliff“. einem aus vulkanisierten Glas den Felskege Streifen dun. Riesendiamant die Ingenicure.— wergru a, prengen, aber alle diese Verfuche erwiesen sich Hläber ar n “. einem aus viraninerten Glas 5 dessen kohlschwarzes, mit roten und bestebenPe e wurzes, mit roten und gelben sogenes Massiv in der Sonne wie ein gleißte und funkelte. Zunächst versuchten die Masse durch gewaltige Dynamit= lengen. aber alle diese Versuche erwiesen sich gis fruchtlos. Da kam ein Arbeiter. der früher als Glasbläser gearbeitet batte auf den Gedanken. die Glasmasse des Berakenels durch starke Hive zum G’üben zu bringen und dann mit kaltem Wasser zu überwießen. Der Vorschlag wurde auch angenommen und zur Ausführung gebracht. Man zündete im Umkreis eines Kilometens um den Berg berum große Holzfeuer lang Berg herum große Holzfeuer an. die man 50 Stunden s in Brand erhielt. Dann übergoß man die Abbänge des glühenden Berges mit dem eiskalten Wasser, das aus dem benachbarten Fluß herausgevumpt wurde. Der Berg explodierte mit ohrenbetäubendem Getöse. und als sich der Rauch verzogen hatte. sab man, daß der Teil. der die Straßenanbeit gestört hatte. verschwunden war. Die Glasbrocken, die in ungezählter Menge den Boden bedeckten. wurden als Straßenunterlage benutzt, und sie erwiesen sich für diesen Zweck als vorzügliches Material. denn sie waren hart wie Kielelsteine und boten eine Schotterunterlage, wie man sie sich besser nicht hätte wunschen können. laute Geräusche d innen ist Vorden sie genug Die Bienen sind im Winter nicht durch Klovfen oder zu stören. Aeußerste Ruhe von außen und gussetzung für für Wohlbefinden. Haben.—.. Wintervorräte(Immengut). so überdauern sie den härtesten Winter. Das Brausen, das bei größerer Kälte oft stattfindet und das sonst gleichmäßige Surren und Schnurren„verstärkt, geschiebt nur zur Entwicklung größerer Wärme. Ausgerottete Tiere. von den Menschen a . Di die Labrador unge erotteten Tiere e besteht nur Die Zahl der ist heute sehr groß. Die Lavinerr..—.— in 36 Exomplaren im ausgestovften Zustande in den chiedenen groben Museen der alten und der neuen Das letzte lebende Exemolar kam 1878 zur Stre“ rillentomoran war einst an den nordöstlichen Asiens in Menge vorhanden u. allas 1741 auf der Bering=Insel sehr gemein Jahre sväter war er von den nach dem Genusse frischen Fleisches so begierigen Seefahrern aus dem Buche des Lebens gestrichen. Richts ist von ibm übvig geblieben als vier ausgestopfte Häute und 23 Knöchelchen in öffentlichen Sammlungen. Der gezähmte Blitz. ist es zu er,a bewundern: denn in natürlicher ein zu gefährlicher Gast als daß man ihn ungestraft in vier Wände einschlieben könnte. Aber er soll der Natur nach seinem Vorbilde gleichen. nur kann er nicht gleich ganze Bäume zerschmettern. aber er vernichtet doch kleinere Exemolart Drabt z. B. löst er in Atome auf. wen Gegenstände in seinen Weg bringt. Erzeugung dieses„gezähmten Blitzer einsach: sie besteht ledig satoren einande —. und ein Stüch wenn man alle diese 0 legungen Spannung renzwert en chern von elektr Ammteren eine Be.— Glas. betreme.g.— gestatten ein bobes Aufspeichern v auf idnen, die sich erst bei einem durch Entladung ausgleicht. Die eine legung dieter Kondenkatoren ist nun vergleichbar mit der lektrich goladenen Sewitterwolke, die andere Belegung tellt die Erdoberfläche dar. Wird die elektrische Ladung zu boch. so kommt es zum Ausgleich durch die Luft: der Blitzstrahl fährt zur Erde nieder. Die in Amerika erfundene Anlage kann nicht nur zu Forschungen über den Blitz, sondern auch zuur Prüfung von Blivableitern und sonstigen Blitzschusvorrichtungen denutzt werden. Bei dem Kraftwasserstraßen tigen Stande der Technik bereitet es keine keiten mehr. auch Flüsse mit starkem ahrt nutzbar zu machen. Oft ist es in wirtschaftlich ungünstiger das beute..— eines Schiffsweges erm ung von Blüsse Gefälle für di Se. ber 4 doch bei der Staffelung von Flüssen gleichzeitig wertvolle Wasserkräfte erschlossen, deren Ertrag zur Verzinsung und ilgung der Baukosten wesentlich heizutragen vermag. ist hierbei bestrebt, den Energiehaushalt des zu angsläufig lo zu beeingen Schiffahrtsstraße Tilgung der Baukosten wesentlich b# man ist hierbei bestrebt. den Enerai kanalisierenden Flußlauses zwangsla# flussen, daß neben einer leistungsfähig Werden Fnergie gewonnen wird. Don.„ ungsarbeit unserer Wasserbaulaboamen Versuchen die wick ein Maximum an unermüdlichen Bo ratorien, die in setze der Wasse Lage. durch entso tung der Kanal Schützen und R lag Turbinen Wirkungsgrade von 85 Prozent und mehr erzielen lassen. so kann man wohl— bei der exforderlichen Rücksichtnahme auf die Schiffahrt— die Entwicklung einer Höchstausbeute an Eneegie bei diesen sogenannten„Kraftwasserstraßen“ vorläufig als abgeschlossen betrachten Handel und Gewerbe. Dollar= 48877 Mark. Amtliche Deoisen kurse. 31. Jan. 30. Jan. Geld Brief Geld Brief Holland 1 Gulden. 19276.6 19373.3 13561.0 153 Belgien 1 Frank 2543.62 2556.98 2154.60 21 Italien 1 Lire England 1 Pid. St. Amerika 1 Dollar rankreich 1 Frank eiz 1 Frank sterr. 100 Kr. 2304.22 226931 48877.5 2877.72 9117.15 66.13 Erhöhung der Stickstoffvreise. WTB Berlin, 31. Jan. Die Ende Januar beschlossen Kohlenvreise hat eine Erhöhung der 2315.78 19122.5 2907.28 1855.36 83043 18215 39650.6 39849.3 2428.91 2441.09 7381.50 7418.50 55.11 55.39 Erhöhung der Kohlenvreise hat eine.— Stickstoffpreise im Gefolge. Die neuen Preise für stoffdünger betragen für alle Abladungen vom 3. ab per Kilogramm Stickstoff: in schwefelsaurem moniak nicht gedarrt und nicht gemahlen 4546.70 Mk., darrt und gemahlen 4643.40 Mk. in salzsaurem moniak 4546.70 Mk., in Kaliammonsalveter 4546.70 Daneben wird der Kaligehalt wit den für Kali in kalium geltenden Letzte Nachrichten Die Ruhrgebietsaktion. Deutscher Einspruch auf franzssische Noten. WTB Berlin, 1. Fehr.(Telegr.) In fünf Noten hat die französische Regierung der deutsche Regierung Vertrausbruch vorgeworfen. Dagegen erhebt die deutsche Regierung in einer heute vom deutschen Geschäftsträger in Paris übergebenen Note Einpruch. 1. Erhebt die französische Regierung Protest dagegen. daß die deutschen Mitglieder in dem gemischten Schiedsgericht ihre Arbeit eingestellt haben. Die Reichsregierung steht aus dem Standpunkt, daß nach dem Einmarsch der Franzosen in das Nuhrgebiet ein vernünftiges Zusammenarbeiten nicht mehr möglich war. 2. rügen die Franzosen es, daß verschiedenen Kom missionsmitgliedern in Berliner Hotels die Verpflegung verweigert wurde. Die Auffassung der französischen Regierung, daß es den Hotelinhabern behördlicherseits verboten worden sei, Franzosen zu verpflegen, trifft nicht zu. Im Gegenteil, von bebördlicher Seite wurden die botelbesttzer wegen ihres Vorgehens gewarnt. Es stellt somit das Vorgehen deutscher Privatversonen keine Verletzung der B 277 des Friedensvertrages dar. 3. beklagen die Franzosen die Verletzung der Artikel 276 und 277 des Friedensver trages wegen der Herstellung telephonischer Verbindungen. 4. protestiert die französische Regierung wegen Schwierigkeiten, die der Kommission, die sich mit der Feststellung der Vermißten beschäftigi, in den Weg gelegt sein sollen. Jegendwelche Schwierigkeiten sind jedoch der Kommission nicht in den Weg gelegt worden. Auch hat nirgendwo die Bevölkerung der Kommission gegenüber eine feindselige Haltung an den Tag gelegt. 5. wird Klage darüber geführt, daß die deutsche Regierung den deutschen Gesellschaften verboten habe, französische und belgische Interessen wahrzunehmen. „Tetsache is, daß die deutsche Regierung in dieser Weise nichts unternommen dat. Großes Grubenunglick in Beuthen 620 Bergleute eingeschlossen.— 80 Ber“ leute wegen Vergiftung ins Krankenhaus geschafft.— 35 Cote geborgen. WTB Beutben, 31. Jan.(Telegr.) Heute ereignete sich im öktlichen Teile der Heinidern nüäht fellaellenle.— ape Umsang Eraue ö. 31. Jr.(Telapr.) Bei der Erolesio katastrovbe auf der Heinitzgrube handelt es sich eine Kohlenstauberolosion. Da das Brands die Bergungsarbei 3 Uhr wurden 158 Berg Ins. um ein /10n Dg das Brandseld bereits kohlenorndfrei ist, nehmen die Bergungsarbeiten ihren Fortgang. Bis nachmittags 3 U f. 99 Berunglückte muhten zugeführt werden. Die Zahl der Toten und verlotzten Bergleute läßt sich noch nicht bestimmen, da die Rettungskolonnen ihre Hilfelestungen noch nicht beenden konnten. Bisber wurden 35 Tote Betrieb ist stillgelegt. konnte erstreckt sich die 1 Glück"=Schacht dis zum„Rö 620 und 660 Meter erdinag wir ibn im Gewitter Größe wäre er doch e man ihn ungestraft in loll er nit Bergleuten der borgen worden. leute unter T en Kohl 35 Tote geborgen. Der Soweit bisder festgeftellt Ingkücksstätte von dem„G. ster Sohle Frühzschicht n. Es be heutt abend— das Krankendaus glücke e werden „Gott=gebe =Schacht, auf der 540. den eingefahrenen 826 sicht sind biober etwa 200 geEs befinden sich noch 620 Beraage. Heuts abend mußten 30 Berg us geauf leute wegen Kohlengasvergiftung in schafft werden. Da der eigentliche Herd des Anglücke au der 540=Meter=Sohle bei Birkenhain liegt, ist zu vermuten daß auf dieser Sohle bis meisten Toten zu uohn bed. 1## W— — 8% Anlelhe der Stadt Köln. DiE ETNTE AUS gungsiond bis Verwendung alljährlich falll : 2. Januar /1. Juli: erster Zinsschein fällig: 1. Juli 1923. Der Stadt Köln int die staatliche Oenehmigung zur Ausgabe einer Anleihe von 3000000 000 am 18. Januar 1923 erteilt worden. Die Verzinsung beträgt 8%. Die gung ertolgt zum Nennwert mit mindestens Jährlich 3 1/8%o zuzüglich ersparter sen durch Auslosung oder Rückkauf bis spätestens zum Schluß des Jahres 1938. erste Auslosung erfolgt zum 1. Januar 1933, und zwar in Höhe der in einem Tilnd bis dahin angesammelten Beträge, soweit diese nicht bereite zu Rückkäufen gefunden haben. Von diesem Zeitpunkt ab kommen die planmäßigen, werdenden Raten durch Auslosung oder Rückkauf zur Tilgung. Oesamtkündigung mit dreimonatizer Frist, trühestens zum 1. April 1933 zulässig. Die Börseneinführung der Anleihe ist beabsichtigt. Im Auftrax und für Rechnung der Stadt Köln wird von der obigen Anleihe ein Betrag von M 2000999390 in Abschnitten zu M 100.000 und M 50.000 durch uns zur öffentlichen Zeichnung aufgelegt. Die Zeichnung findet in der Zeit vom 1. bis 20. Februar 1923 in Geleenkireben bii dem Barmer Bankverein, Ninebere, Flecher& Comp., — Oiananta,aa allsnheff. Zueinatalle "„ Dresdner Gand Zweigetelle Seloenhlrchen, sowie bei den an den übrigen Plätzen bekanntgegebenen Stellen statt. Früherer Schluß der Zeichnung bleibt vorbehalten. Der Zeichnungspreis beträgt zuzüglich 8% STückzinsen vom 1. Januar 1923 ab. Ein Schlußscheinstempel zwischen der Stadt Kömn und dem ersten Erwerber kommt nach§ 36 Kapitalverkehrssteuergesetz nicht in Feuge. Als erster Erwerber gilt derjenige, in dessen Namen die Zeichnungserklätung den Zeichnungsstellen gegenüber abgegeben wird. Die Zuteilueg, welche sobald als möglich nach Schluß der Zeichnung erfolgt, unterliegt dem freien Ermessen jeder Zeichnungsstelle. Die Abrechnung der zugeteilten Beträge erlolgt per 1. März 1923. Die Stücke werden so bald als möglich ausgegeben. Berlin, Köln, Düsseldorf, Barnen, Frankturt a. M., Hamburg, im Januar 1923. Deutsche Bank, Direction der Disconto-Gesellschaft, Dresdner Bank, Mendelssohn& Co., Deichmann& Co., Delbrück von der Heydt& Co., #. Luvy, Sal. Oppenheim fr.& Cle., A. Schaaffhausen'scher Bankverein, A.-G., Leopold Sellgmann, I. H. Stein, Landesbank der Rheinprovinz, Barmer Bank-Verein, Hineberg, Fischer& Comp., Lazard Speyer-Ellissen, M. M. Warburg& Co. Städlschesinionie Konzerte in der Stadthalle zu delsenkirchen. Dienstag, den 6. Februar 1923, abends 8 Uhr: Viertes Sinioniekonzert Städtisches Orchester Dortmund. Leitung: Musikdir. Wilh. Sieben. Dortmund. Sollst: Max Strub-Dresden(Violine). Vortragslolge: I. Symphosie Nr. 1 In C-Dur. L. v. Beethoven. 2. Konzert für Violine in D-Dur. L. v. Beethoven. 3. Sinionische Phantasie„Aus Italien“. R. Strauß. Elntrittspreise: I. Platz 600.— Mk., II. Platz 400.— Mk. Kartenverkauf ab Donnerstag, den 1. Februar. bis Dienstag, den 6. Februar, mittags 12 Uhr, im städt. Konzertbureau. Rathaus. Zimmer 45a, bei der Firma Alsberg an der Sammelkasse, in der Papierwarenhandlung Huer. Neumarkt, and am Konzerttage von 7 Uhr ab an der Abendkasse in der Stadthalle. 6620 elden! Kaufe nur einenTag künstlichen Gebisse 6-35000.- ute wie einzeine Zähne. Zahle pro Oebiß von „für einzeine Zähne von 1500 aufwärts, Knoptzähne die Hälfte. Zahie letzten Tag die boben Preise. Fduard Franeh Restaurant zum Adler. Hochstr. 28 Eadara-Franca Ecke Neustr. Eingang Neustr. 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Die erkannte Person, die Dienstax trüh in dem Zuge 6.47 Uhr ab Gelsenkirchen bis Kray eine brauniederne Handtasche mit Geldbetrag u. Personalausweis usw. sich angeeignet hat. wird ersucht, dieselbe In 3 Tax. Ia d. Oeschältsst, dieser Zeitung abzugeben, anderntalls Anzeige erstattet wird. 6689 Pollzei. Betriebs-Asslstent D. Verloren! 5000 M. Belohnung In dem Zuse 327 von Essen nach Oebsonkirch. —Wanne(Dienstaz) 1 ar. Kavert m. Beitragsmark. Deutschen Metallerb.Verband verloren geganlgen. Abzugeb. Deutch. Metallarb.-Verd.. Oeisenkirchen. Angustastr. 1b. Nr. 26. (Zweites Blatt) Gelsenkirchener Zeitung. Donnerstag, den 1. Februar 1923. Kirchliche Nachrichten. Elne bischöfliche Verordnung zur Ruhrbesetzung. In dieser schicksalsschweren Zeit. die durch die Besetzung des Ruhrgebietes horeingebrochen ist, halte ich es für meine heilige Pflicht, euch alle zu beißen, beharrlichen Gebeten und gxoßmütigen Werken wahrer Nächstenliebe anzuspornen. Jedes Opfer der Främmigkeit und der christlichen Barmberzigkeit muß in Stadt und Land im Interesse des Gesamtwohls freudig gebracht werden Ich verordne, daß am 2. Fehruar, dem Feste Muriä Lichtmeß. in allen Pfaxr=, Filial= und Klosterkirchen vor dem ausgesetzten hochwürdigsten Gute ein Hochamt abgehalten werde. Dieser Gottesdienst soll mit der Litanei von allen Heiligen und dem allgemeinen Kirchengebete ge" schlossen, werden. Ich bestimme ferner bis auf weiteres folgendes: 1. In allen heiligen Messen ist, so oft die Rubriken es gestatten, die Oratio pro quacumque tribulatione(Nr. 13 inter Orr. ad diversa) als Imperata pro re gravi einzuschalten. 2. In allen Kirchen ist nach jeder bl. Messe ein„Vater unser“ und„Ave Maria“ zu beten. 3. An allen Sonn= und Feiertagen ist nachmittags vor dem allerheiligsten Sakramente eine Andacht zu halten. bei der das allgemeine Kirchengebet gesprochen werden soll. Falls wegen der öxtlichen Verhältnisse die Abhaltung einer besonderen Andacht nicht tunlich ist, kann dieselbe mit der sonst Ablichen Nachmittagsandacht bezw. Christenlehre verbu#chen werden. Die Gläubigen sind anzuhalten. diesen gemeinsamen Andachten fleißig beizuwohnen und ihre versönlichen Gebete und hl. Kommunionen sowie alle guten Werke Gott dem Herrn für unser Vaterland aufzuopfern. Mit dem Gebotseiker der Priester und Gläubigen in der Welt werden die Ordensleute aller Klöster meiner Diözese gern wetteifern. Dieser Erlaß ist von der hochwürdigen Geistlichkeit obne jeden Verzug ihren Gemeinden bekanntzugeben. Paderborn. den 26. Januar 1923. Der Bischof: F Caspar. 4. 5. Finanzbehörde aus= und mit dem rundne e. V. ist für die Veranlagung des Hausbesitz für das Jahr 1922 mit Rückizwischen ergangene Reichsmietengesetz Tokales und Provinzielles. Gelsenkirchen. den 1. Februar 1923. Zur Haus= und Grunöbesitzersteuer. In einer Besprechung der Verbande rheinischer hesitzervereine Einkommens aus Hausbosi sicht auf das inzwischen ergangene Reichsmietengesetz folgendes vereinbart worden: 1. Einkommen aus selbstbewohnten Häusern: Als Einkommen ist in der Negel die gemäß dem Reichsmietengesetz festzustellende Grundmiete, also die um 20 Prozent geminderte Vorbriegsmiete anzusetzen. Irgendwelche Abzüge für Werbungskosten(Grund= und Gehäudesteuer, Feuerversicherung. Revaraturen usw.) sind hiervon nicht weiter zu machen, außer dem Abzug für Abnutzung, der mit Rücksicht auf die Schwierigkeiten der lausenden Instandsetzungen im vergangenen Jahre auf Proz. des vor dem Kriege angenommenen Feuerkassenwertes zuzulassen ist. s auf de 2. Februar. abends Punpt 7½ Uhr im Realgomnastum an der Hochstraße. Vortrag des Ingenieurs Arnold über das Tbema;„Technisch=wirtschaftliche Gesichtspunkte der Roheisenerzeugung“. =: Aufnahme für die höheren Schulen. Wir machen auf die Bekanntmachungen im Anzeigenteil aufmerksam. wonach die Anmeldungen für die Klassen 7, 2 und 1 des Lyzeums und die Studienanstalt bis zum 10. März und die Anmeldungen für die Sexta des Gymnasiums. des Realgymnasiums und der Oberrealschule vom 1. Febr. bis 10. März erfolgen müssen. = Neu eingelegtes Personenzugpaar Mülheim=Dortmund. Zur Vermittlung der Anschlüsse nach Süd= und Mitteldeutschland in Dortmund bzw. Schwerte ist ab Mittwoch bis auf weiteres nachstehender Pz. v. M.=Styrum bis Dortmund Hbf. eingelegt: Pz. 383 M.=Styrum ab 5.20 vorm., Mülheim=Ruhr 5.24425,„Mülheim=Eoving= hoven 5.28/29. Essen=W. 5.40/42. Essen Hbf. 5.46/48. Kray=S. 5.53/56, Wattenscheid 01.06404. Bochum Hbs. 6.12/14. Langendreer 6.24/25. Lütgendortmund 6.31/32, Dortmund 6.44 vorm. Rückzug Vo. 384 Dortmund ab 7 Uhr vorm., Lütgendortmund 7.12/13. Langendreer 7.19/20. Bochum Hbf. 7.30/32, Wattenscheid 7.40/41. Kray 7.48/49. Essen 7.5608 Uhr. Eisen=West 8.04/5. Mülgeim=Eppinghoven 8.17/18. Mülheim=Nuhr 8.21/23. M.= Styrum 8.27 vorm. Die Züge führen 3.—4. Plasse. Zugstärke 24 Achsen. Aus dem Vereinsleben. = Bonisatius=Verein. Da die Abrechnung für das hiesige Dekanat mit dem Diözesan=Komitee des Bonifatiusvereins jetzt erfolgen muß. werden die Pfarrämter gebeten, die noch ausstehenden Beträge für das 2. Halbjahr 1922 einzuziehen und bei der nächsten Dekanatskonferenz an den Förderer des Bonisatiusvereins zur Weitergabe und Verrechnung nach Paderborn abzuliefern. — Die Abrechnung für den Bonisatius=Sammelverein erfolgt zum 1 Aoril.— Beide hochwichtigen Vereine seien in der grohen Not unserer Zeit den mildtätigen Katholiken von neuem dringend empfohlen. = Theaterabteilung der Marian. Jünglingssodalität Propstei. Heute(Donnerstag). den 1. Februar 1923. abends 8 Uhr. Versammlung in der Wohnung des Präses. Kirchstraße 7. Um vollzähliges Erscheinen wird gebeten. wends entoeu r eer W W eisenden ratlos bis gegen ½10 Uhr. Später ist das verchwundene Motorboot von der holländischen Zollbehörde in Sprck festgehalten worden. Ob es abgetrieben wurde oder nach Holland geschmuggelt werden sollte, bedarf noch der naberen Feitstellung. er dann nach Recklingbausen. Sowohl vor der Fabrt als auch in Recklinghausen wusch Pollert sich mehrere Male die Hände. an denen er immer wieder noch Blutwuren zu sehen glaubte. Von Recklinghausen fuhr er nach ünster. Nachdem er sich vorber den Schnurrbart hatte : 17 Millionen verloren! Ein ehrlicher Mann. = Buer, 31. Jan. Ein französischer Zahlmeister. der mit der Vestischen Kleinbahn nach Herten fuhr, ließ in— der Straßenbahn seine Aktentasche liegen. Der Schaffner#### entdeckte zu seinem größten Erstaunen, daß die Tasche nicht Curnen* Sport weniger als 17 Millionen Mark in deutschen und französischen Kassenscheinen enthielt. Der Beamte brachte das! Turnen. Geld sofort zur französischen Besatzungsbehörde. die ihm einen Finderlohn in Höhe von 100000 Mark auszahlte. Falls der tatsächlich im auf dem ziffermäßigen Abzuge Jahre 1922 erwachsenen Werbungskosten bestanden wird ist die Grundmiete um die prozentualen Zuschläge, die für den betr. Ort gemäß der Bekanntmachung der Ortsbehörde zugelassen ist, zu erhöhen. Die„Wobnungsbauabgabe ist nicht abzugsfäbig. 2. Einkommen aus vermieteten Häusern: werden. schiedenen Unkosten nicht angesett werden. Falls auf dem ziffermäßigen Abzuge der im Jahre zachsenen Werbungskosten bestanden wird, sind lichen Einnabmen aus den vermieteten Wohelge 1922 enwachse die wirklichen nungen, gegebenenfalls einschl. berechneten Mietwertes der eigenen Wohnung festzustellen. Unkosten des nach Ziffer 1 Abs. 2 von die im einzelnen nacheuweisenden Aus der Umgegend. Dalleigst Flll. Ferner liegen still: Mealinghausen die Strecke Essen=Süd—Düsseldorf sowie Mülheim= Storum. Duisburg und der weitere Westen. Die Perbindung nag Hagen geht über Witten und Dortmund=Süd. Der Verkehr*... wie vor frei jedoch unregel 13. 5. 9 und 2. 14. 6. 18. Nach land verkehrt ab heute der Verst Mülheim=Styrum. 5.48 Uhr ab — Gegenzug u Styr wotrd erlin ist nach laßig. Es fahren D 1, Mittel= und Süddeutschonenzug 383 5.20 Uhr an ##r ab Essen, 6.44 Uhr an Dortdort weiterer Anschluß. Dazu der Gegenzug 384 7 Uhr ab Dortmand. 8 Uhr ab Essen, 8.27 Uhr an Styrum. Beide Züge fahren vormittags. Von heute wird ein Pendelverkehr zwischen Mülheim=Styrum und Essen aufgenommen. Nach Gelsenkirchen ist der Verkehr regelmäßig. Der Kohlenabtransvort ist ungehindert und sehr gut. In 8 Stunden gehen 22 Kohlenzüge über Brackel nach Osten. = Zur Bebebung von Zweiseln wird darauf hingewiesen, daß auf Zahlkarten Beträge in jeder Höhe eingezahlt werden können und daß für Postschecks der Höchstbetrag 500000 Mk. ist. = Eisenbahnant. Unter den jetzigen Verhältnissen kann den Empfängern von Eisenbahngütern die schlennigste Abholung nur deingend pfohlen werden, damit diese Sachen den sonst drohe Eingriffen von feindlicher Seite entzogen werden. empfohlen werden, damit diese Sachen den sonst drohenden Eingriffen von feindlicher Seite entzogen werden. = Redner= und staatsbürgerlicher Kursus. Am Donnerstag findet kein Vortrag statt. Aerztliche Vorträge. Der inzwischen eingetretenen üssen der für Samstag, den 3. d. Her Verbältnisse balber müsse Mts. vorgesehene Vortra scheid(Göttingen), wie # Ishochschule 3 Donnerstag. den 1. Februar 1923. finden folge lesungen statt: a) 8 Uhr abends im Gesangsaal des Oberlyzeums: Vortragsreibe des Prof. Dr. Hutzsch„Kant und Schopenbauer“: b) 7.30 Uhr abends in der Klasse 15 des Oberlyzeums: Arbeitsgemeinschaft des Pfarrers Dr. Plate„Schwierige Fragen aus dem Leben Jesu“: im Physikraum des Oberlyzeums: des Studienrats Dr. Steusloff e in unserer Umwelt“.— Zu allen Vortrag von Herrn Prof. Reiffer###twörtingen), wie auch die übrigen Vorträge auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Wenn die Vorträge wieder stattfinden können, ergeht Nachricht durch die Presse. = Volkshochschule der Stadt Gelsenkirchen. Heute. Donnerstag. den 1. Februar 1923. finden folgende VorPlate„Schwierige Fragen aus dem Leben Jesu' c) 8 Uhr abends Arbeitsgemeinschaft „Chemische Vorgänge in unserer Umwen.“—. Vorlesungen des laufenden Schulabschnitts werden noch Anmeldungen im Geschäftszimmer der Volksbochschule. Pestalozzischule. Zimmer 12. Schalkerstraße 16, entgegengenommen. = Volkswirtschaftlicher R dem Deutsch angeschlossenen tschaftlicher Kuesns für die Mitglieder der en Gewerkschaftsbund.(christlich) Organtsationen, findet statt Freitag, den = Stoppenberg. 31. Jan. Aus der letzten Sitzung der Bürgermeistereiversammlung Stopvenberg ist folgendes zu berichten: Vor Eintritt in die Tagesordnung berichtete der Vorsitzende über den augenblicklichen Stand der Besatzungsangelegenheiten. Es wurde sodann die Einführung einer neuen Satzung der Sparkasse nach der vorgelegten Mustersatzung beschlossen, ebenso die Einführung es Scheck=, Devositen= und Kontokorrantverkehr, sowie der übrigen in der neuen Satzung vorgesehenen besonderen Geschäftszweige. Der Antrag des gemeinnützigen Vereins für die Verwertung des Essener Ausstellungsgeländes G. m. b. H. auf Beteiligung bei Aufbringung der Garantiesumme wurde in Rücksicht auf die Unsicherheit der gegenwärtigen Verhältnisse vertagt. Der Jahresbeitrag zum Verband deutscher Jugendherbergen wurde für das Rechnungsjahr 1923 auf 1 Mk. je Kovf der Bevölkerung erhöht. Der Geldentwertung entsprechend wurden die Entschädigungssätze für Invaltdität. Todesfall und Kurkostenersatz der Kollektiv=Unfällversicherung der Gemeindebeamten um je 200 Proz. erhöht. Mit den von der Verwaltung getroffenen bezw. vorgeschlagenen Maßnahmen bezgl. Beschaffung von Geldmitteln zur Bestreitung der laufenden Bürgermeisterei= und Gemeindebedürfnisse erklärte sich Versammlung einverstanden. Die Entschädigung der Beisitzer des Mietseinigungsamtes für Teilnahme an den Sitzungen wurde auf 150 Mk. je Sitzung neben der rstattung der Straßenbahnkosten erhöht; in gleicher Zeise wurde die Erhöhung der Sitzungsgelder für die itglieder der Bürgermeistereiversammlung und der von dieser gebildeten Ausschüsse auf je 150 Mk. erhöht. Dem Antrage der Kriegsbeschädigten= und Kriegshinterbliebenen=Organisationen auf, Gewährung einer Bekleidungsbeibilfe für die Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen wurde insoweit entsprochen. als für durch den Ausschuß geprüfte Dringlichkeitsfälle ein Betrag von 1 Million Mark bewilligt wurde. Die für die minderbemittelte Bevölkerung von dem Wohlfahrtsausschuß bezw. der Verwaltung angeforderten Mittel wurden bewilligt. Der Haushaltsvlan der Volkshochschule für das Winterhalbjahr 1922/23 wurde nach dem vorgelegten Entwurf festgesetzt: es wurde hierbei der schlechte Blsuch der Volkshochschule zur Sprache gebracht., Von dem Erfolg der jetzt einsetzenden Werbetätigkeit für den Besuch der Volkshochschule wird das Fortbestehen der Schule abhängig sein. Der Nachtr###aushaltsvlan der Bürgermeisterei für 1922 wurde nas„Finsetzung eines weiteren Betrages von 1 Million Mark für die Kinder= bezw, Quäkerspeisung und 1 Million Mark für Sonderbeihilfen an Kriegsbeschädigte usw. übereinstimmend in Einnahme und Ausgabe zum Betrage von 100 Millionen Mark festgesetzt. Entsprechend der Anpassung der Dienstbezcichnungen der diesseitigen Gemeindebeamten an die Amtsbezeichnungen der Reichs= und Staatsbeamten wurde die Aenderung mehrerer Dienstbezeichnungen beschlossen. In geheimer Sitzung wurde außer der Erledigung verschiedener persönlicher Anträge in eine Neuregelung der Dienstbezüge des Bürgermeisters eingetreten. * Wattenscheid. 31. Jan. Wie man erfährt, hat die Kriminalvolizei Personen festgenommen, die im dringenden Verdacht stehen. den frechen Kirchenraub im kath. Waisenhaus verübt zu haben. Hoffentlich gelingt es. den Diebstahl restlos zu klären. Buer, 31. Jan. Ein Menschenauflauf ent—.— am Samstag abend in der Essenerstraße. Eine Anahl junger Leute verfolgte ein junges Mädchen, welches nit Franzosen sich auf der Schiffsschaukel an der de la hevalleriestraße vergnügt hatte. Dem Frauenzimmer urde das Haar abgeschnitten. Nur mit Mühe onnte sich die Ehrvergessene vor der wütenden Menge retten. Eine zweite Frauensperson, die ebenfalls mit den französischen Soldaten„promeniert“ hatte, entkam in der Dunkelheit.— In der Nacht von Samstag zum Sonntag überfielen auf der Dorstenerstraße junge Burschen ohne jede Veranlassung einen älteren Mann und schlugen ihn blutig. Die Täter entkamen unerkannt. * Bottrov, 31. Jan. Samstag vormittag ist der Kassierer der Firma Althoff. namens Stein. mit einem Betrage von 1½ Millionen Mark durchgebrannt. Der junge Mann befand sich erst seit zwei Tagen im Dienste der Firma Altboff. Er soll sich angeblich nach Hannover gewendet ba fälschten Pavieren reisen. * Westerholt. 31. Jan. Einfremder Kartenleger hatte bei Vorführung seiner Künste einem zuschauenden Manne dessen Geldtasche entwendet und war dann verduftet. Der„Künstler" wurde von dem Geschädigten und seinen Freunden verfolgt und eingeholt und dann wohlverdienter Weise vervrügelt. Das Geld wurde ihm wieder abgenommen. * Recklingbausen. 31. Jan. Die Recklinabäuser Allgemeine Zeitung ist von der hiesigen Besatzungsbehörde für die Tage Montag bis einschl. Mittwoch verboten worden. * Emmerich, 31. Jan. Den Dieben ist nichts beilig. das beweist die Tatsache, daß verflossene Nacht das Motorboot„Emmerich“. das den Personenverbehr zwischen den beiden Rbeinufern vermittelt, gestohlen worden urde abgesucht. Der Mord auf der Tandstraße bei Marl. Ein Maschinin aus Wanne als Cäter. Das Geständnis des Mörders. ** Buer, 31. Januar. Der Raubmord. dem am letzten Mittwoch der Fuhrunternehmer Mersch zum Opfer fiel, hat jetzt seine volle Aufklärung gefunden. Die Ermittelungen führten schon bald auf die Spur des Maschinisten Anton Pollert, der nach den Zeugenaussagen und nach eigenem Geständnis der Urbeber der gräßlichen Bluttat ist. Pollert ist erst 25 Jahre alt. Den vereinbarten Abstrengungen der Kriminalabteilungen von Buer. Herten und Wanne gelang es nach der„Buerschen Volksztg.“. des gewissenlosen Menschen habhaft zu werden und zwar als er bei dem Metzger Bäumer den ihm noch zustehenden Restbetrag von 550000 Mk. abholen wollte. Ueber die Tat und deren nähere Umstände hat der Mörder ein volles Geständnis abgelegt. Er sei am 23. d. Mts.(letzten Dienstag) morgens von Hause fortgegangen und habe einen Hammer mitgenommen, da er die Absicht hegte. zu steblen. Er ging zu Fuß nach Haltern und übernachtete auf dem Bahnbof Haltern. Am anderen Morgen stand er um 6 Uhr auf und begab sich auf dem Wege nach Marl. Vor einer an diesen Straße liegenden Wirtschaft sah er einen Möbelwagen stehen. Der Fuhrmann fütterte das Pferd. ein dickes. schweres Tier. Sofort kam ihm der Gedanke, daß da etwas zu verdienen sei. Vollert ging die Straße weiter. um den Wagen abzuwarten. Er erfuhr schließlich, daß er nach Buer gefahren sei. Pollert lief nun zu Fuß hinter dem Wagen her, den er in Hassel erreichte. Pollert sprach den Fuhrmann später an. Er fragte ibn, wo er hinfahre. Mersch sagte ihm:„Nach Buer=Polsum“. Pollert bat den Mersch nun. ihn mitzunehmen, was dieser auch tat. Sie fuhren nun die Gelsenkirchenerstraße durch bis zur Wirtschaft Schulte=Sutum. Hier machten sie Halt. Mersch tränkte das Pferd und bezahlte in der Wirtschaft zwei, Schnüpse für sich und seinen Begleiter. Er wechselte Aus dem Jahresbericht des Nuhrgaues(Gelsenkirchen und Umgebung) über das Jahr 1922. Kr. Zu Beginn des Jahres 1922 zählte der 2904 Mitglieder über 14 Jahre— zählte der Bezirk in 14 Vereinen 511 Turnschüler. Im Laufe der = und Sportverein Gelsenkirchen tglieder über 14 Jahre und Jahre trat der Taubstummen=Turn= und Sportseern dem Bezirk bei. Em 8. Januer veranstaltete der Bezirk einen in allen Teilen wohlgelungenen Werbeabend in Kvay und am 12. Whrz ein Gerätewetturnen im Zehnkampf in Katernderg. Am 2. April nahmen 2 Bezirkojugendmannschafton mit rocht defviedigendem Erfolge an dem Gerätewetturnen des Gaues in Essen=West teil. Am 23. Eprit waren in Gelsenkiechen die Exsscheidungskämpfe. für das geplante Gausportfest, und am 18. Juni fand das glänzend verlaufene Beztrksfest in Koay statt.— Auch bei den Kampfspielen im Berliner Stadion war der Bezirk vertreten. Es flegten im Fünskamp# der Turner: Emil Höhm, Gerhard, Frgrra,„Sit, Telang und Geoch Pfeisser vom To. Weilly und Sportverein und Aloys Monning ve chener Turn= und Spielverein 1874— 96; im Dreikamp der Turnerinnen: Erna Krämer, Herta Hobel und Cilly Krämer; im Neunkampf der Turnerinnen: Erna Krämer, sämtlich vom To. Ueckendorf.— Das prächtig verlaufene Kreisfest in Essen verzeichnete in der Stegerliste 29 Turner und 9 Turnerinnen des Bezirks als Sieger, sowie dmn Turnverein Ueckendorf als 3. Sieger in den Sondervorführungen(Freiüdungen). Die Bezickskasse wier bei einer Einnahme von M. 6316,05(einschl. Bestand aus 1921= 1387,67 Mk.) und eine Ausgabe von M. 2223,45, am Schlusse des Jahres einen Bestand von D. 4002,60 auf. TurnAlovs Menning vom Gelsonkirim Dreikamp Handel und Gewerbe. 8prozentige Anleihe der Stadt Köln. 30. Jan. Genezentg ndma in, von dem er 800 bekam. die er in die Brieftasche steckte. Dann Beiden die Fabrt fort.. Sie unterhielten sfragen zurück= ten die tische Tagesfragen. Dann gibt Pollert folgendes an: Als wir auf dem Wege von Buer nach Hassel waren. überlegte ich mir. wie ich das Pferd am besten kriegen könnte. Ich dachte, daß man mich doch kriegen würde und es am besten sei. wenn ich den alten Mann mit dem Hammer einen vor den Kovf geben würde, daß er genug bat. Ich hielt es deshalb für richtiger. ihn gleich totzuschlagen. Ich habe mir den Entschluß reiflich überlegt, da wir noch eine Strecke zum Tatort zu fahren hatten. Ich hatte mir auch gesagt: Machst du das, dann geht der Kopf ab. Als Pollert und Mersch dann auf der unbelebten Stra, gen Polsum fubren. nabm Pollert seinen Hammer den Mersch auf den Kovf. Darauf versetzte ihm Pollext gleich bintereinander noch mehrere Schläge. bis Mersch umfiel und Pollert annahm, daß er tot lei. Pollert wendete nun das Pferd und fuhr über Polsum und Hassel nach Buer zurück. Dem erschlagenen Mersch nuom er die Brieftasche aus dem Rock. da er sich die 800 Mk. nicht entgehen lassen wollte.(!) In der Brieftasche aber fand er insgesamt 30800 Mk. Ev schirrte das Pferd aus und ging zu Fuß nach Herten. Am Westerholter Weg kam ihm der von ihm verständigte Pferdemetzger Bäumer entgegen. Pollert verlangte für r#.## 000 Mk. Sie einigten sich dann auf 650000 Mk. von denen er 100000 Mk. sofort ausbezahlt bekam. Pollert ging dann mit nach Bäume;s Haus. wo er etwas gegessen hat. Mit der letzten Straßenbahn fuhr = Köln, 30. Jan. Die Stadt Köln hat am 13. Jannar d. Jo. die staartiche Genehmigung zur Ausgabe einer Anleihe im Botrags von 3 Milliarden Mark erhalten. Hfervon werden durch ein Bankenkonsortium im Auftrage und für Rachnung der Stadt Köln 2 Milliarden Mark in Abschnitten zu Mk. 100 000 und Mk. 50000 zum Preise von 97 Prozent zuzüglich in der Zeit vom Ein früherer Sch! verschreidungen sind mit 8 prozen. gntt zahlbar, erstmalig am 1. Juli d. Jo. Die Anleihe wird stork getilgt, und zwar zum Nennwert durch Auslosung oder Rückkauf bis spätestene Ende 1938. in dem mindestens jährlich 3½ Prozent zuzüglich ersparter Jinsen für Tilgungszwecke bestimmt sind. Die Auslosungen beginnen ern nach zehn Jahren. Die erste Auslosung zum 1. Januar 1933 erfolgt in Höhe der bis dahin in einem Tilgungsfonde angesammelten Betrage, soweit diese nicht dereits zum Rückkauf verwendet wurden, so daß ein erhedlicher Teil der Anleihe bereits zu diesem Zeitpunkte getilgt wird. Da auch Gesamtkündigung— ist, bleiden die Besitzer der 8. ungestölten Besitz und Zinogenuß Der Erlös der Anleihe dient durchweg werbenden Zwecken. Es sollen die Mittel beschafft werden für Hasen= und Industriegeländeanlagen bei Köln=Riehl, den Bau einer Gürtelbahn, den Bau einer Straßenbahnwerkstätte in Köln=Rehrheim, für Kanaldauten, für Ausstellungs= und Messebauten und für Erweiterung der Elektrizitätswerke. Die Durchführung dieser Bauprogramms in für die wirtschiftliche Zukunft Kölns als der bedeutendsten Handolz= und Industriestadt am Rhein von sehr großer Bedeutung. Der Besitz dor Stadt Köln an bebauten und unbedauten Grundstüicken in Gebbo von 8150 Hekter ist unbelastet. Valutaverpflichtungen bestehen nicht. Daß nur Stücke zu Mk. 50.000 und Mk. 100 000 zur Zeichnung aufgelegt werden, dürfte von den Zeichnern besondero begrüßt werden, weil sich sowohl die Einziehung der Kupons als die Aufbewahrung der verbilligt absictigt. Die heutige Ausgabe umfaßt 8 Seiten. Wer an Hühnereugen leidet, hüte sich, mit dem Messer zu schneiden. Völlig gefahrlos, dabei erstaunlich schnell wirkend, ist das in allen Drogerien und Apotheken ernaltliche Hühneraugen-Lebewohlwährend Hornhaut auf der Schle durch LebewohlBallen-Scheiben verblüffend schnell entfernt wird. Kein Verrutschen, kein Festkleben am Strumpf. Drog. W. Fritzen, Kreuzstr. 1. Pr. Gückler. Ecke Hof- u. Schalkerstr., F. K. Krabe, Nordstr. 43 u. Ueckendorferstr. 94. J. Schmitz Nacht., Schalke, Kaiserstr. In Rotthausen: Central-Drog., K.-Meyerstr. 59 u. Kreuz-Drog., K.-Meyerstr. 1. Eln hocheleganter Ueberzieher hellgrau, für den Preis von 80 Mille abzugeben. Jos. Schneider. Gels. III. 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Februar 1923, morgens um 8½ Uhr, vom Trauerhause, Martinstraße 9, aus statt. Das feierliche Seelenamt ist am Samstag morgen um 7 Uhr in der Liebfrauenkirche zu Geisenkirchen=Kenstackt. 839 Das Jahresgedächtnis für unsere liebe Mutter findet am Preitag, den 2. Febr., morgens 7¾ Uhr, in der St. Josef-Plartkirche zu Schalke statt. 6896 Geschwister Hollekamp. Kost und Logls trei. Ueckendort. Hohenfried39. 1. Eis. k. Schreiner und Kunststeinformer sofort seaucht. Westl. Kunststeinfabrik. G. m. b. H., Rheinische4 Herrschaftlicher Kutscher, abelld gegen ½9 Uhr verlange uh, gech bingem echneremn ie liebe Frau, unsere herzensgute Mutter, undere liebe Schwiegermutter, Großmutter, Tochter, Schwester, Schwägerin, Tante Anna Pfordte geb. Ropertz im 54 Lebensjahre. Mit der Bitte um stille Teilnahme stisten. 4 namens der künternen an Paul Pfordte und Kinder. Gelsenkirchen(Wannerstraße 5), el. Lehe, Kreteld, Jüchen, Bielsfeld, Nn. Maastrich(Holland), Essen Berlin, den 31. Januar 1923. 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Neumarkt 2. Zimmer 1. Gelsenkirchen. den 31. Jan. 1923. Der Oberbürgermeister. I. V. Schlüsselburg. Za en&g Treuhand-Reuislons-Bureau Heinrich Skapouher, Geisenkirchen, Klosterstrabe 13.-: Fernsprecher 3834. Haushalt. Schriftl. Auerb. a. Frau Schramm. Buer- Erle. Barbarastraße 14. Tüchtiges 6556 Mädchen V Fiase. H/ pert. in Hausarb., für kl. besseren Privathaushalt solort gesucht. Dürerstr. 9. 1 um Stadtgarten. Für leichte Hansarbeit ein tlelbiges, sauber Abteilung I: Steuerberatung. Vertretung vor den Finanzbehörden. Abteilung II: Revisionen Bilanzprüfungen. Neueinrichten von Geschäftsbüchern. sciort gesucht. Lohn 3500—4108 Mk. 6692 Hohenzollernstr. 126. I. Etage. Abteilung III: Wirtschaftsberatung, Liquidationen, Mädchen 4 Vernögeneverwatungen. nach Velbert bei klein. Familie geg. hoh. Lohn solort gesucht. 6693 Näh. Weldenstraße 1a. Erfahrenes. braves Zweitmädchen, nicht unter 20 Jahren. wit guten Zeugnissen gesucht. 6797 Frau Ernst Nase. Bahnhofstr. 46 Ausschreibung. 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Buntes Allerlei. Ob es geholfen hat? Der berübmte schottische Dichter Sir Walter Scott saß eines Tages am Schreibtisch und arbeitete. Da trat die Gattin des Dichters in das Arbeitszimmer und rief ärgerlichen Tones: „Jetzt bekommen die Kinder von mir eine gebörise Tracht Schläge! Denke nur mal an, Walter, was sie wieder angerichtet haben: Sie haben meinen Nähtisch untersucht, alle Kleinigkeiten durcheinander geworsen und die Sarnknäule verwiert“. Welch schreckliche Unordnung!“ Da erhob sich Scott, schaute seine Gattin lächelnd an und entgegnete ein wenig spöttisch: „Dieses Mal, geliebtes Weib, sind unsere Kinder nicht schuld an deinem Kummer! Das Tohuwadobu, das jetzt in deinem Nähtischchen berrscht, habe ich geschaffen und zwar mit voller Absicht!“ „Wie,“ rief Frau Scott, und schaute ihren Gatten verblüfft an,„die maßlose Verwirrung hättest du angerichtet? Das ist doch wodl nicht möglich! Du willst wohl nur unsere Kinder in Schutz nehmen?“ „Die Unordnung habe ich anberichtet,“ erwiderte Scott.„Diese mir sonst fernliegende Tütiokeit entsprang einem inneren Bedürfnis; denn kürzlich hast du meinen Schreibtisch so gut aufgeräumt, daß mir — du weißt, ich din ein dankbarer Mensch— der Gedanke kam, auch deinen Nähtisch auf äbnliche Weise in Ordnung zu bringen!“ Das Wesentliche. Von Lys. Lia stand neben Hans Ulrich am Flügel. Ste hielt die Geige über dem maisgelden Sommerkleide. Der Aermel fiel weit von dem schmalen, bräunlichen Arme. Sie spielte Und indes die Töne über den balbdunklen Raum webten, blieb sie, dem Zimmer abgewandt, im schmalen Lichtkreio mit ibren schmalen Schultern und dem leicht erhobenen blassen Kopfe. Marthias saß in der Tiefe des Lederfessels, die Beine übereinandergeschlagen. Er sad Haus Ulrichs Gestalt, die sich vom Klavier sort halb zu Lias Geige hinüber neinte. Und von da sah er zu Lia.— Hans Alrich endete das Klavierspiel mit einem leisen Dovvelakkord. Lia ließ die Geige sinken und legte sie auf den bräulichen Tisch. „Sie haben wundervoll gespielt", kagte Hans Ulrich leise,„die ganze sednsüchtive Zartbeit Ihres Herzens mankhestiert sich in Ihrem Spiel. Ich brauche nur Ihren Geigenstrich zu dören— und— ich weiß Ihr Wesentliches. Niemand wird Sie so versteben, neben keinem Menschen werden Sie Ibr tielstes Sein so ausleben können, wie neben min" Indes Hans Ulrich musikbeslissen neue Noten bervorsuchte, trat Lia mit Matthias auf den Balkon „Wie dat Ihnen mein Spiel gefallen?" fraote sie Mattdias ub sie an.„Sie baben die aufretzendste * Die Pferdekur. Von Hans Runse. Christel Bienenmever, der ein schönes Anwesen im Norden der Lüneburger Heide besitzt, bat sich kürzlich ein stattliches bolsteiner Pierd gekauft. Leider erkrank: es schon nach kurzer Zeit, und der betrübte Christel muß einen Tierarzt aus der benachbarten Kleinstadt zu Rate zieben Der Doktor erscheint alsbald, untersucht das Pferd und verschreibt ein Pulver, das schleuniest durch einen Eilboten aus der Anotbeke geholt wird. „Dieses Pulver, Herr Bienenmever", hatte der Tierarzt gesagt,„müssen Sie Ihrem Pferde vermittels eines Nodres mit aller Kraft einblasen, und der Zu##nd des Tieres wird sich bald bessern.— Es hat nicht viel auf sich: Sie brauchen keine Besoronis zu haben! Auf Wiederseben, Herr Blenenmeyer! In wenigen Tagen soreche ich wieder bei Ihnen vor!“ Nach Ablauf einer Woche fuhr der Tierarzt wieder auf den Hof Christels und erkundigte sich nach dem Befinden des vierbetnigen Patienten. „Haben Sie meinen Ratschlag genau befolgt?“ fragte der Doktor. „Jo, Herr Doktor, dat beff ich dohn“, rief Christel, „dat een End vum Pußrobr neum ik inne Mund un dat annere End steck ick dem Gaul int Mul. Oeber dat Biest war flinter als ick, un buß mi den ganzen Pulver in' Hals, dat ick öbel un wed worden bin!—— An der Caul is jetzt gesund!“ * Dormittagskinos in Berlin. Die große Zahl von Müßiggängern in gewissen Straben Berlins, die täglich schon von den frühen Vormittagsstunden an zu beobachten ist, hat einige tüchtige Kinobesitzer auf den Gedanken gebracht, ihre Flimmerstätten auch an den Vormittagen offen zu halten. Da gibt es nunmehr in der Gegend des Aleranderplatzes, in der Münzstraße, in der Landsbergerstraße, in der Frankfurter Allee Kinos, in denen schon morgens ein reges Leben herrscht. Blutdürstige Plakate künden Detkktivfilme der überten Sorte an. Ein Grammophon quietscht mißtöned(denn die Herren von der Musik pflegen sich am Vormittag noch von der Arbeit in den Nachtlokalen auszuruhen). Das Publikum bilden zahlungsfähige Arbeitslose und noch zahlungsfäbigere Herren dunkler Berufe, die innige Beziehungen mit damn Polizeipräsidium verknüpfen. Bisweilen huscht auch verstohlen ein Laufbursche in das Kino hinein, der dann später im Geschäft erzählt, daß er da und dort wieder einmal habe warten müssen, oder daß auf der Untergrundbahn wieder eine Betriebsstörung war.— Es fehlt nur noch, daß auch die Kabaretts ihre Matinees abhalten, und das Berliner Vergnügungsleben, das bisher in den Stunden von 7 Uhr Vormittags(offizieller Schluß der Nachtlokale) bis 4 Uhr nachmittags(Beginn des 5 UhrTanztees) eine Lücke aufwies, hat sich zu einem vollständigen Ring geschlossen. Mordzentralen in Indien. Die Heilsarmee, die ihre Rettungsarbeit ursprünglich in den schon von der„Ueberkultur" ergriffenen Ländern untemnommen hat und dort Segensreiches besonders im Kampf gegen den Teufel Alkohol zu leisten vermochte, hat später ihre Tätigkeit auch auf die Länder ausgedehnt, die noch nicht von der Kultur beleckt sind. Ein sehr weites Arbeitsfeld scheint sie in Indten gefunden zu haben. Nach Berichten, die ihr auch bei uns sehr bekannter Kommandeur Booth Tuokar letzthin gemacht hat, gibt es dort richtige Mordzentralen im größten Stil und in größter Ausdehnung. Ganze Stämme lehren ihre Angehörigen die Kunst, wie man am einjachsten mordet. Andere begnügen sich mit der Ausbildung im Rauben und Stehlen. Ein Verbrechen begehen ist für sie eine verdienstvolle Tat. Eine der Lieblingsspezialitäten ist das unglaublich schnelle Abschneiden der Ohrläppchen von Frauen, um in den Besitz der kostbaren Ohrringe zu kommen. Anderer Spezialität ist es, die Geldleiber zu beseitigen und ihnen das nach ihrer Ansicht mit Unrecht erworbene Gut wieder abzunehmen. Es ist zu verstehen, wenn solchen Gepflogenheiten gegenüber die Heilsarmee die reichsten Betätigungsmögsichkeiten findet. Absonderliche Zeitmesser. Wenn man in früherer Zeit im langsamen Post wagen durch die Lüneburger Haide fuhr und, von dem Einerlei der Landschaft gelangweilt, den Postillon fragte, wie weit es noch bis zur nächsten Station sei, so bekam man die lakonisch=ohlegmatische Antwort: „Dri Piven!“ oder„En Viv“. d. b.„Drei Pfeisen“ oder„Eine Pseise“! Nach seiner Pfeise Tabak, der er mit der Präzision des Pendels einer Turmuhr die Rauchwolken entlockte, maß der Postkutscher die Entsernung der Zeit. Ganz ähnlich verfahren noch beute die Naturvölker. Die veruanischen und chilenischen Indianer benutzen als zuverlässigen Zeitmesser die sogen. Cocada, d. i. die Zeit, in der sie eine gewisse Menge Coca verbrauchen. Sie benutzen bei weiten Wanderungen die Blätter des Cocastrauches als eine Art Reizmittel, durch das sie Atembeschwerden leichter zu ertragen fähig sind. Sie nehmen aus der CocaBüchse, die sie stets bei sich tragen, ein kleines Quantum, das sie mit den Fingerspitzen sohr genau abzumessen verstehen, und stecken es in den Mund. Nach zehn Minuten fängt das Stimmulans an, seine errischende und anregende Wirkung auf den ganzen Organismus auszuüben. Diese Wirkung dauert 35 bis 40 Minuten. Nach dieser Zeit wird eine neue Dosis genommen. So gewinnt der Indianer eine Zeitmaßeinheit, die ca. dreiviertel Stunden entspricht. Auch die Weglänge, die er durchlaufen hat, bestimmt er mit Hilfe der Cocada sehr zuverlässig. Sobald er eine Last zu tragen hat, kommt er in der Ebene während der Dauer einer Cocada 3 Kilometer, bergaufsteigend aber nur 2 Kilometer vorwärts. Wie alt ist die Bienenzucht? Soweit die bisberigen Forschungen ergeben haben, ist im alten Aegypten zuerst die Bedeutung der Bieite als Haustier erkamt worden. Die älteste geschichtliche Nachricht über die Biene, die Kenntnis von ihrer Lebensweise und damit wohl auch von ihrer Bewertung verrät, findet sich auf dem Sarkophag des Königs Mena, der ungefähr 3600 v. Chr. geledt hat. Ausführlichere Nachrichten über die Bienenzucht haben wir von einem altägypttschen Relief aus dem Jahre 2600 v. Chr. aus dem Tempel des Königs Neuserre, das im Berliner Museum aufbewahrt wird. Es zeigt die altägyptische Bienenzucht und Honiggewinnung, die der noch beute in Aegypten üblichen Bienenkultur auffallend ähnlich ist. Auch der Bienenstand, der anscheinend aus gebrannten Tongefähen aufgebaut ist, erinnert an die jetzigen Wohnungen der Bienen in Aegpten— übereinander geschichtete, rödrenartige Zolinder aus getrocknetem Rilschlamm!— und beweist, daß es sich auf jener Reliefdarstellung nicht etwa um die Gewinnung von wildem Honig handelt. Nach den beweiskräftigen Forscherarbeiten läßt sich das Alter der Bienenzucht mit mindestens 5500 Jahren angeben. Selbstmord einer Hundertjährigen. In Temesvar dat sich die älteste Einwohnerin, die 103 Jahre alte Elena Jovanovics, erbängt. Die Lebensüberdrüssige war bis zu ihrem gewaltsamen Ende im Besitze ihrer geistigen und körverlichen Krätte. Sie hatto 13 Kinder und 20 Enkelkinder begraben. Ihr Vater war 102. ihre Mutter 105 Jahre alt geworden. Am Tage des Selbstmordes stand sie wie immer um 6 Uhr morgen auf, kleidete sich vollständig weiß an, schlug mit großer Kraft einen Nagel in die Wand und erhängte sich. Die Motive der Tat sind unbekannt. Tustige Ecke. Irischer Humor. Die Grüne Insel ist ein Land unverwüstlichen Humors, und eine ganze Anzahl lustiger Züge hat George A. Birmingham in seinem Buche:„Die heitere Seite des irischen Lebens“ gesammelt. Er erzählt z. B. von der alten Dame, die nach Dublin kommt und auf dem belebtesten Platze einen Schutzmann fragt, wo die meisten Straßenbahnen vorbeigehen. „Wenn Sie nicht gleich aus dem Wege geben. werden Ihnen gleich alle in den Rücken gefahren sein,“ erwiderte der Hüter des Gesetzes. Eine Dame hat in einem Abteil erster Klasse sämtliche Sitze mit ihrem Geväck belegt, und als sich andere Gäste darüber beschweren, erklärt sie dem Schaffner:„Ich bin eine von den Direktorsfrauen.“ —„Das hilft alles nichts,“ erwiderte der Beamte „Sie müßten Ihr Geväck auch wegnehmen, wenn Sie die einzige Frau des Direktors waren“ Ein Mann vor der„Altersvensionszuweisungs= stelle“ gab an, er sei 70 Jahre, und man stellte fest. daß er schon 80 Jahre alt war. Darüber befragt, meinte er:„Ich wollte gewiß nicht die Behörde belügen. Aber wenn ich meine Pension habe, möchte ich wieder beiraten, und kein Mädchen in meinem Dorfe nimmt mich, wenn man erfährt, daß ich schon 80 bin.“ Bezeichnend ist die Antwort des Iren, der auf die Frage, welcher politischen Partei er angeböre. erwiderte:„Ich weiß nicht, aber ich bin immer gegen die Regierung.“ Ueberraschende Auskunft. Seit langer Zeit bemühte sich die Polizei vergebeine Bande von gefährlichen Strabenräubern und Einbrechern aufzuspüren und dingfest zu machen. Endlich gelang es einem der tüchtigsten Beamten, den Anführer der Gesellschaft zu erwischen und in sicheren Gewahrsam zu bringen. Wie vorauszusehen war, fand sich dieser Mensch nicht bereit, anzugeben, wo die übrigen Raubgesellen zu suchen und zu finden seien. Man fahndete deshalb weiter und brachte nach einiger Zeit einen Gauner auf. der dringend im Verdacht stand, mit dem vorher verhafteten Führer unter einer Decke gesteckt zu haben. Die beiden wurden im Gefängnis einander gegenübergestellt, und ein Untersuchungsbeamter fragte den Anführer:„Gehörte dieser Mensch auch zu Ihrer Bande?“ Mit größter Seelenruhe erwiderte der Führer:„So viel ich weib, ja: aber wenn ich mich nicht irre, war er nur Ehrenmitalied.“ * Das gute Reinigungsmittel. Kundin:„Ihr Fleckenreinigungsmittel habe ich nach Vorschrift angewandt!“ Drogist:„Und der Erfolg?“ Kundin:„Der Fleck im Tischtuch ist verschwunden.“ Drogist(teiumphierend):„Sehen Sie!" Kundin:„Ja, aber an der Stelle ist jetzt'n Loch!“ Petersilie. Von Ludwig Fulda Kinder, sagte der Assessor Kurt Saßwitz zu seinen in den Stammtisch versammelten Getreuen, die idn als einen unwiderstehlichen Schwerenöter neidvoll bemunderten; Kinder, glaubt mir, mit den Weibern kennt man sich nie aus. Man ist auf alles gefaßt, nur nicht auf das, was sich ereignet. Hätte mir sonst diese unwahrscheinliche Geschichte passieren können, die... Meinethalben, ich will sie euch erzählen. Im vorvorigen Frühjahr, ihr wißt, war ich zum Stiftungsfest meiner Verbindung gejahren. Ein paar Tage akademische Luft in dem alten, lieben Rest und dazu die entsprechenden Getränke— das versetzt den Menschen in eine ganz eigentümliche Stimmung. Unmittelbar nach dem Frühschoppen mußte ich abreisen Noch ein Salamander und noch einer; kurzum, ich verspätete mich, wöhrend der Zug ausnahmsweise pünktlich war.„Fertig!" rief eine Donnerstimme, als ich eben den Bahnsteia betrat. Mit einem tigerartigen Satz erreichte ich ein Coupe, riß es auf, sprang hinein, ließ mir vom Geväckträger meinen Handtoffer nachwersen, und schon war der Zug im Rollen. Als ich nun Atem schöpfe und mich in dem Kasten, in den ich so mir nichts dir nichts bineingeflogen bin, umschaue, was entdeckte ich da mir schräg gegenüber? Eine junge Dame, nach meiner sachmännischen Schätzung zwischen Zwanzig und Zweiundzwanzig, in tadellosem Reisekostüm, das einen ebenso tadellosen Wuchs andeutete, mit einem reizenden, rotwangigen Gretchengesicht, dessen große, dunkelblaue Augen halb erschrocken, halb neugierig den ungestümen Eindringling musterten, um gleich darauf, als unsere Blicke einander begegneten, in holder Verwirrung sich auf den Fußboden zu heften. Seit Jahr und Tag war mir so etwas nicht in Schußweite gekommen. Und ich mit diesem Engel allein! So ein Dusel war überhaupt noch nicht dagewesen! In solchem Falle pflege ich systematisch vorzugehen. Ich entwerfe meinen Feldzugsplan unter Berücksichtigung von Raum und Zeit. Den Raum batte ein liebenswürdiges Geschick vorsorgend festgelegt. Aber auf wie lange? Das erste, was ich also tat, war, dan ich mein Kursbuch konsultierte. Eine Stunde und zehn Minuten Fahrt bis zur nächsten Station. Donnerwetter, auch mit der Zeit konnte ich zufrieden sein. Jetzt begann ich, mein Gegenüber zu beobachten. Odne allen Zweifel, ich hatte Eindruck gemacht. Ab und zu streifte mich einer ihrer Blicke scheu und flüchtig wie ein Missetäter, der ertappt zu werden sürchtet, um dann die Wand oder die Decke mit einer durch nichts begründeten Aufmerksamkeit anzustarren. Es war sonnenklar, daß ihre Gedanken sich unausgesetzt mit einem bestimmten Gegenstand beschäftigten, und dieser Gegenstand— mit der Sicherbeit eines Naturgesetzes ließ es sich behaupten— war ich. Nach längstens acht Minuten des Studiums stand meine Diagnose fest. Das war keine von den Kühlen. Dieser Engel hatte Temperament. Kinder, bedenkt. ich kam geradewegs von einem Frühschoppen. Es war mir schon vorher warm gewesen.: Ihr werdet euch daher nicht wundern, wenn ich euch sage, daß mir immer warmer wurde— bis zu einer wahrhaft trovischen inwendigen Glut. Ich rückte und rückte Zoll für Zoll, bis ich ihr unmittelbar gegenübersaß. Sie tat als ob sie es nicht bemerkte, und blieb, wo sie war. Nur oin Schauer lief durch ibre schlanken Glieder. Haba, das konnte ich begreisen. Auf einmal waren wir in einem Tunnel. Wäre die Babnlinie ausschließlich zum Zwecke dieses charmanten Abenteuers angelegt worden, der Tunnel hätte an keiner passenderen Stelle gebaut werden können. Ich eröffnete ohne wetteres das Vorvostengefecht, indem ich meinen rechten Fuß sachte, ganz sachte vorschod, bis er eines ihrer Füßchen berührte. Das Füßchen zuckte und zog sich zurück. Es zog sich zurück, aber es zuckte. Der Tunnel war zu Ende. Nie, so lange ich lebe, werde ich den Ausdruck der zwei dunkelbraunen Sterne, vergessen, die ich nun wie bynotisiert auf mich gerichtet fand. Der Effekt überstieg meine kühnsten Hoffnungen. Jetzt nur nicht locker lassen, dachte ich, und du bast bewonnenes Spiel. Also ich legte mich ins Zeug.„Mein gnädiges Fräulein, da uns ein famoser Zufall nun einmal zusammengeführt hat, so wäre es doch entschieden unvernünstig, wenn wir uns noch länger stumm gegenübersäßen. Und wenn ich mir auch nicht schmeicheln darf, daß Sie diesem Zufall nur halb so dankbar sind wie ich, so gestatten Sie mir—“ Sie ließ mich nicht ausreden.„Petersilie", sagte sie mit einer seltsam tonlosen Stimme. Ich glaubte, ich hätte mich verhört. „Wie meinen Gnädigste?“ „Peterfilie," wiederholte sie und lächelte dabei vor sich hin. Vergebens sah ich mich im Couvee um, sab in die Landschaft hinaus, um für die Erwähnung der schmackhaften Suppenkrautes ein Motiv zu entdecken „Verzeihen Sie, mein gnädiges Fräulein; aber ick versteb nicht... „So hat meine Stiefmutter mich getauft, die Rapunzel.“ Aha, sie scherzte. Der kleine Schelm versuchte, sich über mich lustig zu machen. Na, warte! „Petersilie es' ich für mein Leben gern!“ rief ich aus, ergriff rasch ihre Hand und drückte einen Kuß darauf. Die Hand, die ich noch festhielt, war eiskalt. Und wieder begann die seltsam tonlose Stimme:„Sind Sie der verstorbene Landbriefträger?“ Ich ließ ihre Hand los und schaute sie an. Sie lächelte— ein sonderbares, gefrorenes Lächeln. Ja, zum Kuckuck, was sollte denn das bedeuten?! Ohne sich an mein sprachloses Erstaunen im mindesten zu kehren, fuhr sie fort:„Können Sie mir sagen, meln Herr, ob wir an Station Hölle schon vorüber sind?“ Allmächtiger, schoß es mir durchs Gebirn, das ist eine Wabi sinnige! Kinder, ihr könnt euch vorstellen, daß meine Früdschoppenstimmung in diesem Augenblick verflogen war. und daß mein innerliches Thermometer einen jähen Temperatursturz zu verzeichnen hatte. Was sollte ich denn nur tun? Was sollte ich ihr denn erwidern? Aber vielleicht bandelte es sich nur um eine momentene Geistestrübung. Vielleicht batte ich selbst ihr den Kovf so gründlich verdrebt, daß es sich auf diese überraschende Art äußerte. Wenn es mir gelänge, sie zu berubigen, sie zur Vernunst zu bringen... „Mein Fräulein," begann ich sanft wie der barmberzige Samariter,„mir scheint, Sie fühlen sich nicht ganz wodl....“ „O doch, o doch!“ nickte sie mir zu.„Unbeschreiblich wobl. Bin ihnen ja glücklich entwischt, den Schergen und den Häschern. Alle Fenster batten sie vergtttert: half ihnen aber nichts. Habe sie überlistet, bibi.“ Eine Irre! Eine aus der Anstalt entsorungene Irre! Ich frage euch, ob man auf so etwas vorbereitet sein kann. Mit einem Wort, mir wurde ungemütlich. Zoll für Zoll rückte und rückte ich von ihr fort. „Seben Sie dort meine Neisetasche?“ sprach sie weiter in unheimlichem Flüsterton.„Wissen Sie, was da drin ist? Hidi, meine Zwangsjacke. Habe sie mir zum Andenken mitgenommen. Ein niedliches Jäckchen das. Wollen Sie's mal anprobieren?“ Eine Tobsüchtige! Ich war bis in die äuberste Ecke gerutscht. Der Angstschweiß trat mir auf die Stirn; die Zähne klapperten mir aufeinander. Mit einer Tobsüchtigen allein. Ich sab beimlich auf mein. Uhr; Grundgütiger, noch sast dreiviertel Stunden bizur nächsten Station! Bis dabin gab es kein Aus weichen, kein Entrinnen. Was fing ich denn nu: mittlerweiler an? Wie verhielt ich mich? Wober sollte ich denn eine Abnung haben, wie man der artige Patienten behandelt? Vielleicht reizte es sie wenn ich sprach. Vielleicht reizte es sie noch mehr wenn ich schwieg. Wenn sie infolgedessen einen Anfall bekam? Wenn sie tobte— was dann? Solche Irr: sollen ja Riesenkräfte hoben, sollen die stärksten Männer niederwerfen. Wenn sie mich packte, mich erwürgte... Nein, das konnte mir niemand zumuten. Sie hatte sich langsam von ihrem Sitz erboben. Jetzt geht es los, dachte ich mir und faltete die Hände zu einem Stoßgebet. Mit noch hohlerer Grabeostimme als zuvor sagte sie:„Wollen Sie mir Ihre Augen schenken? Ich habe eine Sammlung davon. Darf ich sie Ihnen auskratzen?" „Nein, nein.“ schreie ich, als ob ich selber wahnjinnig geworden wäre, und zog die Notbremse. A temvo setzte sie sich auf ihren Platz und ward näuschenstill. Ein starker Ruck des Juges; nach ein saar Sekunden hielt er auf freiem Felde. Der Zugführer riß die Abteiltür auf und fragte:„Was ist gesachen!!“ Mit ein naar bastig ihm ins Ohr getuschelten Worten suchte ich ihn meine schreckliche Situation klar zu machen. Bebutsam näberte er sich der Aermsten, mit der ich jetzt, sobald ich mich gerettet mußte, ein grenzenloses Mitleid empfand. Plötzlich begann sie, und zwar keineswegs mit ionloser Stimme, zu reden wie ein Wasserfall.„Der Herr da hält mich für verrückt; ich din es aber nicht. Entschuldigen Sie, Herr Zugfübrer, ich reise zum erstenmal allein. And weil der Herr da zudringlich wurde, und weil ich mich so entsetzlich vor ihm fürchtete, hab' ich mir überlegt, was ich tun kann. damtt er sich vor mir fürchtet. Mein Vater ist Direktor der Irrenanstalt in N.; darum lag es mir nabe, ein bischen zu simulieren.“ „Wer hat die Notbremse gezogen?“ schnauzte der Zugführer, indem er abwechselnd mich und sie mit grimmigen Blichen durchbobrte. „Der Herr da,“ antwortete sie.„Das ist mir lieber, als wenn ich sie bätte zieden müssen. Und nun geben Sie mir, bitte, ein anderes Couve.“ Bevor ich den Mund auftun konnte, war sie, ohne mich noch eines Blickes zu würdigen, mitsamt der Reisetasche verschwunden. Der Zugführer aber kehrte sofort zornschnaubend zu mir zurück:„Sie werden auf der nächsten Station aussteigen; die Sache muß untersucht werden...“ Er schlug die Couvetür dröhnend zu; der Zus setzte sich wieder in Bewegung, und in dem längeren Monolog, den ich in meiner Einsamkeit vor mich hinmurmelte, versetzte ich mir einige Duvend Inurien, von denen jede einzelne bdinreichen, gewesen wäre, sie mit Blut abzuwaschen, wenn ein anderst als der Affessor Kurt Saßwit sie mir entgegengeschleudert hätte. Da habt ihr's, Kinder! Wenn selbst ein so gewiegter Kenner wie ich eine grundfalsche Diagnose stellt, was gebt daraus dervor? Daß man mit den Weibern nie auslernt. * 2 24 E S 8 5 ∆ 85g 3e, SA Mädchenträume. Skizze von Alfred Brie. Leise plätschert der Soringbrunnen und läbt seine keinen Stradlen au die Goldfische heruntersprühen. Hoch oden in den Eivseln der Palmen und Oleander kattern dunte exotische Vögel, ein schwerer süßer Blumenduft derrscht in den überhitzten Räumen, während von draußen die kahlen, dunklen Stämme einer Schneelandschaft bineinblicken... Eine Oase des Frühlings mitten in der winterlichen Natur! Unter einem Lorbeerbaum sitzend, betrachtet Susi von Langen lächelnd einen Kolibri, der munter spielend von Ast zu Ast bupft. Susi ist zwaneis Jahre alt— in jugendlicher Frische prangen ihre Wangen, das zarte Inkarnat ihrer Lippen, das tiefe Blau ihrer Augen...“ Sie ist ein gut erzogenes tunges Mädchen, das eines Tages ihrem Gatten das Parodies auf Erden bereiten wird.— Und gerade in diesem Augenblick denkt Susi, daß der Schritt in die Ebe ihr gar nicht unangenehm sein wurde... Gewiß, de liebt ihre Eltern, denen sie ein glückliches, sordenfreies Dasein dankt, und es ist nicht der Wunsch, ihr Heim zu verlassen, den der Gedanke an die Ebe in ibr aufkommen läßt— aber zwei ihrer Freundinnen haben sich verlobt, und es würde ihrer Eitelkeit schmeicheln, bald dem Beisviel folgen zu können. Sie wußte auch schon, wie„er“ aussehen mußte... Sie ist allein, und doch färbt ein beißer Blutstrom ihre Wangen, als die elegante Gestalt Felir von Plessens, des Freundes ihres Bruders, vor ihrem Geist auftaucht, und wonneschauernd erbebt sie bei dem Gedanken, daß er den Ring an ihre Hand streift... Da reißt sie plötzlich eine kleine Hand aus ihren Träumen. „Was willst Du, Liselotte?“ Die kleine Schwester betrachtete sie lange... „Ahio Du wirft Dich verbeiraten?“ Susi fährt erschreckt zusammen. „Was sprichst Du für Unsinn, Kind? es Dir gesagt?“ „Ich babe es gedört.“ „Du? Wo?“ „Nicht wahr. Du bist mir nicht böse, daß ich an der Tür geborcht habe, wenn ich es Dir erzähle?“ „Doch, es ist nicht recht, was Du getan hast!“ „Dann sage ich überhaupt nichts!“ „Ich will Dir aber verzeiben, wei! Du Deine Sünde eingestanden dast.“ Die Reugier hat alle anderen Bedenken überwunden. Susi will alles wissen... „Also ich börte, wie Papa mit dem alten Herrn wprach, der eben in seinem Auto vorfuhr.“ Susis Blut erstarrte zu Eis. Wie konnte sie auch nur an Herrn von Plessen denken? „Und wie komtsch er aussiebt! Denke nur, er hat einen Buckel!" „Weiter, weider,“ drängte Susi ungeduldig. Wer hat nügend, um mit Freuden Ihren Antrag anzunahmen.“ Arme Susi! Alle ihre schönen Hoffnungen zerflattern in einem Augenblick! Mitleidlos fährt die kleine Liselotte fort:„Ist es denn wirklich wahr, sag' doch, warum antwortest Du nicht? Hast Du aber einen komischen Geschmack, alt, bucklig... Susi eilt schnell an das Fenster, um den Gast, der sich verabschiedet, zu betrachten: er ist wirklich alt, bat einen runden Rücken und trägt eine häßliche Brille. Aber ein tadelloser Lakai folgt ihm, hilft ihm in den Wagen— also ist er entschieden etwas sehr Vornehmes! Und während das Auto kangsam davonrollt, kreuzen sich die Gedanken in dem armen, gequälten Kövfchen: der Vater hat ihre Hand dem fremden, alten Manne zugesagt? Sollte er sein Kind doch nicht so lieben, wie sie es immer geglaubt hat? Nein, nein, darin konnte sie sich nicht getäuscht haben, aber sie wird ihm sagen, daß sie diesen Antrag nicht annehmen kann, und ihre Mutter wird ihr gewiß zur Seite stehen. „War Mama auch dabei. Liselotte?“ „Als der Herr mit Papa sprach, meinst Du? Ja, sie war auch dabei.“ „Und was sagte sie dazu?“ „Nichts, gar nichts.“ Also auch ihre Mutter hat sie im Stich gelassen! Gut, also wird sie ihre Freiheit, ihre Jugend ganz allein verteidigen. Und plötzlich steigt ein schrecklicher Gedanke in ihr auf. Sie erinnert sich an einzelne Worte, die sie aufgefangen, denen sie keine Wichtigkeit beigelegt hat, an die Unrube, die ihr Vater in der letzten Zeit schlecht verhehlen konnte... Ganz neue Horizonte öffnen sich ihren Blicken. Sie fühlt sich plötzlich älter geworden, sie versteht Dinge, von denen sie vorher keine Abnung gehabt. Sie weiß mit einem Male, daß das Leben nicht innmer das Glück bedeutet, und daß Hoffnungen und Wünsche nichts als Träume sind... Rein, sie wird überhaupt nicht heiraten, und um ihren Eltern zu zeigen, daß sie nie daran gedacht, wird sie den Wunsch aussprechen. Krankenpflegerin zu werden. Ihr Leben ist ihr klar vorgezeichnet; sie wird ihr Leben den Kranken. Schwachen weihen. Ein heißes Gebet entringt sich ihrer Brust. Aber sonderbar, je inbrünstiger sie betet, desto schwankender wird ihr Entchluß. Ist es nicht doch Egoismus, der ihren Entluß bestimmt? Sie wird ihre Eltern verlassen— das würde sie aber auch tun. wenn sie heiratete, aber die kleine Liselotte? Wer wird für sie sorgen, wenn sie, die Schwester. der die Möglichkeit hierzu glänzend geboten wird, es nicht tun will? Und wobl deshalb auch hat der Vater dem Antrag so freudig zugestimmt! Sie mus sich also opfern... Anstatt des erträumten sonnigen Lebens stebt eine düstere Zukunft vor ihr, die ihre Jugend ersticken wird. „Du weinst?“ Liselotte sieht zwei schwere Tränen über die Wangen der Schwester rollen.— „Du freust Dich wohl nicht darauf, zu beiraten?“ Susi trocknet Kleine!“ verstoblen die Augen:„Geh svielen, Der Sand knirscht unter festen Tritten und jäh erbleichend sieht das junge Mädchen ihren Vater vor sich. Herr von Langen küßt seine Tochter zärtlich auf die Stirn. „Ich habe Dir eine ernste Mitteilung zu machen. Susi versucht der Pein ein schnelles Ende zu machen. „Ich weiß alles, Papa!“ Wse?“ „Das heißt, ich kann es erraten...“ stammelt sie verlegen. Herr von Langen lächelt: „Also ich sehe, daß ich mich nicht in meinen Vermutungen getäuscht habe. Du nimmst also den Antrag an?“ „Ja, Papa!“ „Gibst Du mir nicht einen Kuß?“ Flüchtig berühren die kalten Lippen des jungen Mädchens eine Augenblick den Schnurrbart des Vaters, der sich jetzt schnell umdreht. „Nur immer herein, Kinder!“ Mit einem Aufschrei fährt Susi herum— wacht sie oder träumt sie— vor ihr steht Felix von Plessen, die Arme verlangend ausgestreckt, während die Mutter mit dem alten Herrn, der vorhin das Auto bestieg, zögernd im Hintorgrunde bleiben.———„Mein Lieb! Hatte ich recht, durch meinen Onkel und besten Freund Dein kleines Herz erst sondieren zu lassen, ebe ich um Dich warb?“ flüstert Felir dem erglühenden Mädchen zu, und nachdem ihre Livven ihm den besten Bescheid gegeben, streckt sie dem alten Herrn beide Hände bin, während sie schelmisch flüsterte:„Ich habe ja schon vorhin, als Papa mich fragte,„Ja“ gesagt.“ Das Idyll. Von Lisa Honroth=Loewe. Ich kam von einem Spaziergange in der kleinen Stadt heim, als der Wagen mit den Seiltänzern auf dem Marktplatze hielt. Die müden Pferde volterten in ein dunkles Stadttor, von einem braungesichtigen Burschen geleitet. Das Kindervolk der Stadt, staunend um den Wagen gedrückt, zerstob plötzlich vor einem eiligen Manne, der aus dem Wageninnern heraussorang. Dieser Mann lief, Hast in den hellen Augen, über den Marktolatz. An der Schelle eines Hauses hielt er an. Wenig päter kam die weise Frau des Städtchens berunter. Und bald hörte man aus dem Wagen dünnes Kindergeschrei. Ein Kindchen, das neunzehnte, in der Gauklersamilie, gab sene erste Rolle. Dieses Kind, in unserem Städchen, ja im Schutze des alten Rathauses geloren, erwärmte und bewegte in wunderlicher Weise e Herzen. Und alsbald nachdem die Geburt in: Stadt bekannt war, wanderten aus den sommerlich geöffneten Ladentüren Brote, Würste und Kuchen in den grünen Wagen. Als am kommenden Abend die Vorstellung begann, mit Zauberhüten über geschminkten Clowngesichtern, Verbeugungen blasser, weiß wehender Kinder mit Heund Ola=Ruf zum Seile hinauf, wo feuerfarben umerster Ball. em Tagebuch einer Fräuleins vom Von Marie Stadl. Laubersdorf, Januar 1923. Vor einigen Tagen kam die Ball=Liste. Es war ein grober Monent, denn das bedeutete meinen ersten Ball. Da jede Farailie ein Gericht für das Essen liefert, so hat Mama meinem ersten Auftreten einen gemästeten Puter geopfert, die Perle unseres Geflügelhoses. Da stand en nun in der Liste und nahm sich sehr sorsch aus: „Derr und Frau Plantow mit Tochter, Sohn und Puter, Linders mit drei Töchtern und Gänsebraten, Wernikes mit zwei Söhnen und Puddino, Herr Herfelde mit Sänselebewastete, Müllers mit Weingelee, Lamprechts mit Kurpsen und Wiedemanns mit fünf Töchtern und Heringssalat ulw. Drei Tage saß nun die Schneiderin bei uns und die Nähmaschine zaste. Es war angreifend, ich habe immerzu androbiert, aber endlich hielt ich es nicht mehr aus. Ich entschlüpfte heimlich und hätte mit Willi eine große Schneeballschlacht im Park. Willi datte mir eben mit enem wohlgezielten Ball die Pelzr#obe vom Bo geworsen, uc kom einen großen, weichen in den Nacken geschleudert, daß er sch schüttelte da böre ich ein lautes:„Bravo, bravo!“ Herr von Sallwitz, uner Gutsnachber, den ich als Kind„Oukel" nannte, datte uns schon eine Weile zugeschaut. Scburte rich. i e im Kacon, darum Uief ich schnell derstr be, wo Mama und Frau Mi baan von Sallwitz, der bald am!Idhisttisch saß, sieß Ke—— unre kliches Ball in die Milch in den Kaffe, goß. Ich fühlte im ganzen philosopbische Rube, tro dem Willi alles aufbot, mich aus dem Gleichgewicht zu bringen. Er hat als Oberorimaner bereits eine Saison in unserem Kasino mitgemacht und behauptet nun, die Welt. die Menschen und den Ballsaal gründlich zu kennen. Er macht häufig Gedichte, die mich oft in Erstaunen setzen wegen der furchtbaren Verzweiflung und Schmerzen, von denen sie bandeln. Man merkt ihm doch äußerlich gar nichts von an. Ich glaube, er war in Gisella von Slanowitz verliebt. ader sie ist dreißig Jahre alt und hat eine unglückliche Liebe gehabt. Nach dem Frühstück wollte mir noch Instruktionen geben, z. B. wie ich in den Saal eintreten und wie ich die alten Damen begrüßen sollte. Aber Papa und Willi trieben solchen Ulk, daß wir uns halb tot lachten. Papa stopfte sich mit Sofakissen aus, um die dicke Frau Landrat Heerfeld zu repräsentieren, und dravierte sich mit der Tischdecke. Ich sollte meine Neverenz vor ihm machen, aber er sah nicht auf den Füßen Hauptmann von Grunow ihm zu kokettieren. riet mir, auf meinem Zimmer zu bleiben und nicht an die Luft zu gehen, um meinen Teint für zu schonen, aber Willi gab mir einen heimlichen Wint, und wir stablen uns mit unsern Schlittschuben fort. Die Landschaft war prächtis, der Schnee knisterte unter unseren Büben, alle Bäume waren wie verzuckert, der Himmel blitzte und funkelte von Sonnenschein. Auf dem kleinen Feldteich an der Grenze trasen wir Otdmers. Tunde, Liesa, Adele und Hennia, der auf Urlaub zu Hause ist. Wir waren sehr lustig und zuletzt ausgelassen. Als ich rach Hause kam, sotz ich aus wie eine Päonie, d das Unglück wollte, daß Mama mir begegnete. Sie siel fast in Oßnmacht. Am Abend, als meine Toilette beendet wer, wurde ich ausbestellt. Alle Leute aus dem Hause, vom Hof und sogar einige aus um mich zu sehen. so komisch aus, daß ich vor Lachen steden konnte. Willi stellte Haus dar und wollte mich lehren, mit ib Sie sagten alle„Ah!“ und„Ob!“, sie schlugen die Händo zusammen, und ein vaar alte Frauen weinten. Willi holte sich eine große Serviette und schluchzte böchst natürlich hinein. Alle lachten, und dann sagte er, er ware sehr gerührt von meinem Anblick. Ich trug weißen Krevp mit Schneeglöckchengarnitur, ganz weiß von Kopf bis Fuß und gar keinen Schmuck. Kurz vor der Abfahrt schickte mir Herr von Sallwitz einen wunderschönen Strauß von Schneeglöckchen und Rosen. Ich mußte Mamas große Filzschube über meine weißen Atlasschuhe anziehen und wie ich in Bucke die Treppe, die von der Straße direkt nach dum ersten Stock unseres Kasinos führte, hinaufgekommen bin, weiß ich nicht, mit dem unbequemen, weiten Radmantel, Fächer, Strauß und Taschentuch in der Hand, während oben auf der obersten Stufe eine lange Gestalt von ihm rutschte gemütlich wieder hinunter, während der Wind sich in meinen Nadmantel setzte, daß er mich wie zwei große Fledermausflügel umflatterte. Ich siel gerade in Willis Arme und dieser zitierte:„Dieses ist der erste Streich, doch der zweite folgt sogleich—“ während Mama einige schwache Hilfeschreie ausstieß. Pava und Herr von Sallwitz eilten herbei, ibren vereinten Bemübungen gelang es, meinen Strauß, den Fächer und das Taschentuch aus dem Schnee aufzulesen und sicher die Trepve hinaufzubringen. In der Garderobe traf ich Gisela von Slanowitz, sie küßte mich und sagte, ich säbe füß aus. Sie ist so und interessant und wunderschön. Wir gingen u in den Saal. Es war wie ein Märchen, so viel Licht, Clanz, Musik, Blumen und schön geschmückte Menschen, alle lächelten und vlauderten se liebenswürdig und freundlich. Es stieg mir wie ein süber Nausch in den Kovf, mir war Vovel in en einem blübenden Carten, im 0, wie habe ich getanzt, und es freute mich, daß alle mit mir In einer der ersten Tanzpausen saß 333 5 555 3 sprüht ein Knabe in den dunklen Sommerbimmel bineinschritt, als dies alles geschab und ein dünnes Klavier vom Wagen der klingelte, da war zur Schau die ganze Stadt versammelt... Denn neben Vergnügen und erwartungsvoller Schaulust genoß man das Empfinden, der einundewanzigkönfigen Gauklersamilie wie dem Neugeborenen, dem man sich irgendwie verbunden füblte, Gutes zu tun. Es erwies sich aber bald, daß die Beziehung zwischen der Gauklerfamilie und dem Städchen noch inniger waren. Denn einmal hatte der Gauklervater Kriegskameraden am Ort, einen Lehrer und einen Bäckermeister. Außerdem hatte er vor dtei Jahren drei seiner Kinder vom Pfarrer des Nachbardorfes taufen lassen. Und hatte bei der dreifachen Tause dem Pfarrberrn versprochen, die nächsten Kinder wiederum ihm zu bringen. Ob er nun die Geburt des neunzehnten Kindes so eingerichtet hatte, um sein Wort halten zu können, man weiß es nicht. Genug, er war da. Und neden dem Neugeborenen waren vorhanden zwei andere, gleichfalls ungetaufte Kinder, von zwei bis vier Jahren. Der Kindtaufvater, im Schwarz des Bratenrockes, besuchte die Kriegskameraden, sie zu Gevatter zu birten. An dem Säugling aber, der im Angesicht des Rathauses geboren, übernahm der Bürvermeister als Vertreter der Stadt die Patenschaft. Und so bewegte sich denn am warmen Nachmittage vom Gauklerwagen der ein Zug über den Marktplatz zur Kirche. Voran schritt, in schwarzer Zylinderseierlichkeit der Bürgermeister, gefolgt von der ältesten Sauklertochter, die den Säugling trug. Dann folgten ebenso feierlich die Kriegskameraden, Lehrer und Bäcker an der Hand führten sie ein blondes Lenchen und ein brauner Thereschen, beide laubfroschgrün gekleidet. Hinter seiner Herde schritt der alte Pfarrherr. Die Stadt mit bundert fröhlichen Augen säumte den Weg zur Kirche, die zwischen Linden und Fliedersträuchen lag. Die Feier endete mit einer Kaffeetafel im Gauklerwagen. Pfarrer, Bürgermeister und die anderen Paten hielten wacker mit. Der Kindtaufvater, dankbaren Gemütes, versprach in schwungvoller Festrede, daß er zur nächsten Taufe sich wiederum hier einfinden wolle. Am Abend sahen als Ehrengäste die Paten in der ersten Reihe, um die Vorstellung zu bewundern. Vier Tage währte die Gauklerfreude. Dann zog man weiter, von den Bewohnern der Stadt bis an den Grenzflagobaum geleitet. Der Wagen mit den Pferden ging fern und ferner, bis er hinter dem blauen Walde verschwand. * Bei Nacht in Schnee und Eis. Eine Rettungsexpedition in den Alven. Eine der gefährlichsten Rettungserpeditionen, die ie unternommen worden sind, ist in der vergangenen Silvesternacht von statten gegangen. Wieder einmal, wie schon oft, war es die Naxwand bei Reichenau, die ihre Ovfer fordern wollte. Die Kunde davon, daß sich Menschenleben in Gefahr befanden, wurde durch zwei junge Burschen am Silvesterabend um ½7 Uhr ins Otto=Schutzbaus gebracht; die beiden erzählten, daß sie seit ½6 Uhr Hilferufe und Signalpfiffe aus der Gegend des Alpenvereinssteges vernommen hätten. Sofort brachen die Mitglieder des Rettungsausschusses Raimund Thäder und eine Anzahl freiwilliger Helfer auf und kletterten über die gefährlichen Eis= und Schneeflächen des Alvenvereinssteges der Richtung entgegen, aus der die Hilferufe kamen. Um ½12 Uhr nachts war der erste der verirrten Kletterer erreicht. Er berichtete, daß er sich zusammen mit 5 Kollegen verstiegen hätte, weil die Nacht über sie bereingebrochen sei. Von den 5 anderen hatte er jede Spur verloren. Da man nun an diese 5 nicht vom Alvenvereinssteg aus herankommen konnte, mußte die Expedition zu dem Plateau der Höllentalaussicht zurückklettern, um von dort aus die Rettung zu unternehmen. Der Wind und das Echo trugen von verschiedenen Stellen aus Hilferufe durch die Nacht:„Hilfe, rasch! Wir können uns nicht mehr halten, wir erfrieren, wir stürzen ab!“ Die Situation der Unglücklichen wurde von Minute zu Minute kritischer; das Thermometer zeigte minus 5 Grad Reaumur. Und dabei vergingen allein schon 2 Stunden, ehe überhaupt ausgeforscht werden konnte, aus welchem Graben der wilden Zerklüftung die Rufe kamen. Trotz des die Aussicht völlig verbindernden aufsteigenden Nebels gelang es um ½3 Uhr früh, wieder einen Erschöpften etavvenwdeise auf das Plateau bochzuzieben. Der dritte, der geborgen wurde, stand dem„weißen Tode“ schon am nächsten; nach seiner Nettung verfiel er zunächst in eine längere Ohnmacht. Nach einer Stunde wurde der vierte und fünfte geborgen. Die Rettung des letzten Touristen machte besondere Schwierigkeiten, da er wie ein Stück Holz auf das Plateau der Höllentalaussicht gezogen werden mußte. Der zuerst Gerettete batte angegeben, daß seine Gefährten sich wahrscheinlich 15 Meter unter dem Plateaurand befinden würden; und dabei reichten zu der Aufseilung kaum die 260 Meter Seillänge aus, die die Expedition zur Verfügung hatte. Um ½7 Uhr früh, nach einer 12stündigen nächtlichen Bergungsarbcit, erreichte die Expedition mit ihren Geretteten in stockfinsterer Nacht das Otto=Schutzhaus. Der Rettungsausschuß Thäder, der einer der tüchtiosten im Gebiete der Ostalven ist, hat mit dieser Expedition die Zahl der von ihm durchgeführten Lebensrettungen auf 33 erhöht. *„** Rembrandts kurioser Diener Eine unbekannte Rembrandt=Anekdote. Von Fritz Ebers. Rembrandt hatte einen kuriosen Diener. Peter war sein Vorname, und der Küstenflecken Pellen sein Geburtsort. Der Vater war Fischer gewesen und hatte ihm ein langsames, schwerfälliges Wesen als einziges Erbstück binterlassen. Wie der Colem, der zum ersten Male die Natur erblickt, tapste Peter durch a S t r a b e n v o n A m s t e r d a m. B r e i t b e i n i g, w i e e i n e aufgezozene, mächtige Pupve. Die groben, treuen blauen Augen immer erstaunt auf seine Umwelt gerichtet. Er batte die Gabe, die linke Augenbraue ein wenig bochzuziehen, und das gab seinem Gesicht etwas unendlich Schaltdaftes und Pfiffiges. Zuerst war er Farbenreider beim Meister Nembrandt gewesen. Aber in dieser Beschäftigung batte ihm seine elephantischo Tävvischkeit oft einen Streich gespielt, bis ihn sein Brotherr eines Tages hinausgeworfen, um ihn anderen Tages als Diener wieder in seinen Dienst zu nehmen. In dieser Stellun er eine Verläßlichkeit, die Nembrandt sichtlich und ihn sogar gegen seines Dieners vlumpe nachgiebig machte So pflegte der neue Diener sich von Zeit zu Zeit einen Witz zu leisten, auf den der Künstler auch regelmäßig wieder hineinfiel. Der Malermeister Nembrandt soll sehr geizig gewesen sein. Peter, der diesen Geiz unangenehm empfand, rächte sich nun dadurch, daß er auf die Türschwellen oder äbnliche Stellen, die seinem Herrn leicht in das Auge fielen,„Stüber" makte. Das waren kleine Seldmünzen, die einen Wert von 15 oder 16 Pfennigen hatten. Ein Schüler Rembrandts batte ihm früber einmal eine Schablone zu dieser witzigen Malerei bergestellt. Rembrandt soll sich nach diesen Trugbildern immer wieder vergeblich gebückt baben. Der Meister pflegte aus besagten Gründen weidlich auf„seinen" Peter zu schelten. Eigentlich aber hätte er seinem Diener gar noch dankbar sein müssen, da ihm dieser einmal— allerdings unfreiwilliger Weise— mit einer seiner Kuriositäten zu einem hübschen Bildmotw verbolfen hat. Und das kam folgendermaßen: Es war im September 1640, und Rembrandt war, wie alljährlich, auf dem Landaut seines alten Freundes Jan Six als Gast. Eines Mittags hatte sich Jan Six mit seinem erlauchten Gast gerade zu Tisch gesetzt, als beide das Fehlen eines guten alten Troosen Weines bemerkten. Da zufällig kein solches Getränk, das im Verein mit der Tabatspfeise dem überludenen Gaumen etwas Abwechselung und Entlastung bringen sollte, mehr im Hause war, wurde Peter beauftragt, das Feblende aus dem Dorfe eiligst berbeizuschaffen. Die beiden Freunde warteten vergeblich auf des Dieners Rückkehr. Peter kam und kam nicht. Der Wirt hatte sich längst verärgert und wartend an das Fenster gesetzt, als Rembrandt ein verdächtiges Geräusch im Nebenzimmer vernahm. Es girrte und ticherte, raschelte und flüsterte da wie alls einem Huschekuschenest zweier Verliebten.„Rembrandt schlich an die Tür und sach neugierig durch vas Schtüsselloch: War er durch die winzige Oeffnung erblickte, machte ihn schmunzeln. Er dolte sein Skimenbuch aus der Tasche und warf die Dinge, die sein lachendes Auge im Nebenraum, dem Schlafzimmer seines Wirtes, entdeckte, auf das Papier. Gisela von Slanowitz, als sich die Tür öffnete und Hauptmann von Grunow eintrat. „Steb nur, Eisela!“ rief ich barmlos,„wie gut Hauptmann von Grunow aussieht! Er ist der schönste von allen anwesenden Herren!“ Gisela antwortete nicht gleich, sie war blaß geworden bis in die Lippen binein. Da fiel mir ein, daß Willi vermutete, Hauptmann von Grunow sei Giselas unglückliche Liebe. Als Herr von Grunow mit mir tanzte, gab ich mir große Mühe, ihm zu gefallen, denn ich wollte sein Vertrauen erwecken. Es gelang vortrefflich, wir waren auf den besten Wege, Freunde zu werden. Er kam wiederholt in den Pausen, mit mir zu vlaudern und tanzte Extratouren mit mir, was einiges Aufsehen erregte, denn er ist einer von den Herren, denen alle Damen den Hof machen. Ich brachte endlich das Gespräch auf Gisela, fagte, daß ich für sie schwärme und daß sie die schönste aller Damen im Saal sei. „Fräulein von Slanowitz ist sehr bochmütig,“ entgegnete er. „Sie ist nicht bochmütig, sie ist nur unglücklich.“ sagte ich schnell.„Sie bat einen Unwürdigen geliebt und kümmert sich um niemand mehr.“ „Sind Sie in Fräulein von Slanowitz Vertrauen?“ fragte er scharf „Nein, dann würde ich schweigen.“ „Vielleicht hatte er Grund sich zurückzuzieben.“ „Es gibt keinen denkbaren Grund,“ rief ich ärberlich. „Sie sind noch sehr jung, mein gnädiges Fräulein.“ sagte er sehr ernn,„aver vielleicht können Sie doch verstaben, daß ein Mann von Ehre sich zurückziebt, wenn die Dame, die ihn scheinbar erhört, zu gleicher Zeit mit einem andern ein Verhältnis eingebt. Derden Sie so bart verurteilen, erfuhr zur rechten #änlein vor—. „Das ist ein Irrtum!“ rief ich unwillkürlich und wurde dunkelrot. In demselben Augenblick holte mich ein anderer. Mir war plötzlich, als wäre ein großer, schwarzet Schatten in den strablenden Ballsaal gefallen. als ob die Geigen im Orchester schluchzten und weinten. Dann holte mich Herr von Sallwitz zum Tanze. Er kam mir plötzlich wie ein Fremder vor, und als er aus seiner Höhe so berzlich und freundlich auf mich berablächelte und meine Hand nicht aus der seinen lassen wollte, überkam mich ein hastiger Zorn. Mich boch aufrichtend, sagte ich eiskalt: „Ich bin kein Kind mehr, Herr von Sallwitz.“ Er sah mich einen Augenblick erstaunt an, dann sagte er ganz ernst:„Nein, Gott sei Dank, Sie sind kein Kind mehr. Molli.“ Mir war ganz wirr im Kopf und im Herzen. Es war, als stände ich vor einem großen Rätsel. War ich töricht oder war alles Lüge auf der Welt? Wenn Gisela Herrn von Grunow liebte, warum verlobte sie sich, mit Herm von Sallwitz? Und wenn derr von witz mit Gisela verlobt war— warum, ja, warum — liebte er mich? Da hatte ich zum ersten Male diesen Gedanken klar ausgedacht, der mir bisher noch nicht in den Sinn gekommen war, und zum ersten Male wußte ich, daß ich ihn lieb batte, ganz anders wie als Kind, als ich ihn„Onkel" nannte. Er ist zwanzis Jahre älter als ich, aber er ist so gut, er hat einen so rubigen Ernst und so viel Verständnis für all meine großen und kleinen Torheiten. Als wir in einer Rubevaufe im Schatten einer Gruppe von Blattpflanzen beisammen sahen, war es mir, als würge mich etwas an der Keble, ich schluckte heftig an den Tränen, die gewaltsam kommen wollten. Da legte sich seine Hand auf meine zuckenden Finger, und er sagte zärtlich: „Molli, was bat Sie gekränkt? Sapen Sie mit alles.“ Da erwachte mein Stols. „O. Sie hätten es mir anvertrauen dürfen, ich bin kein Kind mehr, das von solchen Dingen nichts ver steht“, murmelte ich bastig. Er sab mich gans betrossen an. „Ich verstebe kein Wort davon“, sagte er. „Nun, ich meine Ihre Verlobung mit Fräulein von Slanowitz“, platzte ich beraus. Jetzt machte er noch größere Augen „Und das macht Ihnen Kumner?" flüsterte er. „Kummer?“ rief ich entrüstet.„Ich freue mich— die verwünschten Tränen sahen mir im Halse fest. „Molli“, flüsterte er mit einem groben ehrlichen Blick,„ich bin me mit Eisela von Slanowitz verlobt gewesen. Ich liebe ein kleines wildes Mädchen mit braunen Zöpfen und klaren Kinderaugen, in denen man noch jeden Gedanken lesen kann, ich weiß nicht, ob es vermessen ist, wenn ich, der so viel ältere Mann. dieses bebe, kleine Mädchen ganz und für immer mein eigen nennen möchte!" Es war, uld wenn ulich vör diesem setigen Augenblick an rosenrote Wolken eindüllren. Wo ich ging #ver nur seine groben. Druck seiner faßte uta 4s Entzücken. Doch das beste war, daß noch ein anderes Paar durch uns wurde. Als ich Sallwitz erzäblte, was Herr mir gesoct, ging er sofort zu diesem, um ihm zu daß seine Anklage auf einem Irrtum berube. Wie ich fwäter erfuhr war Frau von Heerfeld schuld an Zerwürfnis zwischen Eiselg und Herrn von Grunow. Sie wollze ihn selbst als und spaun deshalb eine gane Intrige l. Sie führte in idrem eigenen Hause ein Dusammentreffen zwischen Eisela und Herrn von Sallwitz berbei und brachte Herrn von Erunow scheinber zufällig dazu, nachden, sie vorder seine Eifertucht aufgestachelt hattNoch vor Schluß des Balles war Siseln ebenso wie ich eine glückstrahlende Braut, und als wir uns in der Garderobe zum Abschied umarmten, luden wir uns begenseitig zur Hochzeit ein brie an Esenlon Wollen=Eindttul oder tanzte, icpsoh inner nur seine Augen und wenn ich den leisen: fühlte, faßte mich ein unendliches