Gelsenkirchener Zeitun Bezugspreis monatlich durch Boten zugestellt oder durch die Post bezogen 1200 Mk. We)A4UAE-AAS Anzeigenpreis für 1 mm Raumhöhe(21 mm breit) 40 Mk, im Ortsverkehr 30 Mk. ammer 80 Ml. □AFANAN Bohnungs= und Stellengesuche, sowie Verkäufe nicht geschäftlicher Art 20 Me. Erscheint täglich, außer an Conn= und Festtagen. Reklamen 1 mm Raumhöbe(80 mm dreit) 130 Mark. eis monatlich durch Boten zugestellt oder durch die Post bezogen 1200 Mk. Einzel=Rummer 50 Mk. Erscheint täglich, außer an Sonn= und Festtagen. Gratis=Beilagen:„Gelsenkirchener Bonntago-Zeitung“ und„Am Ierdfeuer“. Telegramm=Adresse: Gelsenkirchener Zeitung.— Postscheck=Konto Essen Nr. 131 46. Geschäftsstelle: Gelsenkirchen, Ahstraße 37, geöffnet von morgens 8—1 Uhr, 2—6 Uhr abends. Fernsprech=Anschluß: Amd Gelsenkirchen Nr. 124 und 125. Verlag und Notationsdruck von Chr. Münstermann in Gelsenkirchen. 12 I: Asfaohum en bchnmm r Druckfehler keine Haftung ul r Bezieher keinen Auspruch auf gilt ale Kassarabatt und lann aumhöhe(80 mm dreit) 130 Mark. Rochnung erfolgt. Verantwortlich: für den Textteil: J. Pafsendorf, für den Reklamen= und Anzeigenteil: W. Scheifes, beide in Gelsenkirchen. Nr. 10(Erstes Blatt) Samstag, den 13. Januar 1923 59. Jahrgang. Die Beletzung des Ruhrgebietes vollendet. Die Tage in Essen.— Die Ruhrindustriellen vor der„Mission“.— Eine Kundgebung der Bergarbeitervernands— Die Haltung der Regierung.— Die Frage des Moratoriums.— Die andern und wir.— Die deutsche Antwort an Poincare. Die Tage in Essen. Besetzung des südlichen Ruhrgebiets vollendet. A Essen, 12. Jan. Die Besetzung des Ruhrkohlengebl., hat heute keinen wesentlichen FortIchritt gemacht. Nachdem bis gestern abend im wesentlichen der Stadt= und Landkreis Essen nebst den nmliegenden Städten Mülheim und Oberhausen die Besctzung durchgeführt war, scheint inzwischen ein gewisser St. Ilhand in den militärischen Maßnahmen eintreten zu sollen. Inwieweit dieser Stillstand eine verübergrhende Erscheinuns sein wird, müssen die nächsten Tage zeigen. Es ist nicht ausgeschlossen, daß einstweilen der Termin des 15. Jannar abgewartet werden soll. Nur die Stadt Selsenkirchen mit den umliegenden Orten bat inzwischen noch Besatzung erhalten. Zurzeit ist die Besetzung des südlichen Teiles des Ruhrreviere pellkändis beendet. Die französischen und belgischen Vorposten sind bis gegen die Stadt Buee vorgeschaben, die selbst, noch von der Besatung frei ist. Besetzt sind die der Stadt Buer vorgelagerten Städte und Orte Herk= Enschet, Bollkos und Osterseld. Die Stadt Bochum ist von der Besatzung ebenfalls sind keine Anzeichen für eine losertige Besetzung dieser Stadt vorhanden. * Nachträzliches vom Einmarsch. Der Aufmarsch der französischen Divisionen. = Essen, 11. Jan. Am Nachmittag kurs nach 3 Uhr traf der kommandierende General Degoutte im Sonderzug, degleitet von zwei belgischen Offizieren, in Essen ein. Gleich nachdem die Franzosen in die Stadt Essen eingerückt waren, wurde das Haupttelegraphen= un Fernsprechamt Haletzt und der gesamte FernsorechverDann wurde er von Fernleiworden. war, nahm er in der Räde des Rathauses den Vorbeimarsch der Trusven ab. Dann machte er dem Bürgermeister Schäler Mitteilung von der Besetzung der Stadt, wogeden dieser sormellen Einspruch erhob. Den Befehl über die Truppen in Essen soll ein Oberst führen. Panzerautomobile und Kraftwagen durchjagten die Stadt. Eine Stunde nach dem Einrücken der Truppen ließ der französische kommandierende General eine von ihm unterzeichnele Verordnung veröffentlichen, die wir an anderer Stelle veröffentlichten. Um vier Uhr nachmittags zogen sich die Besatzungstruppen aus der Innenstadt in den Vorort Rellingbausen zurück. Nach dem Abzuge der Truppen hatte die Stadt wieder ihr früheres Ausseben, abgesehen von dem außerordentlich starken Verkehr, der sich in der Altstadt bis in die Abendstunden bemerkbar machte. Nur noch vereinzelte Radfahrervatrouillen, die ständig auf der Bildfläche erschienen, erinnerten an den nationalen und wirtschaftlichen Trauertag, der über das Ruhrgebiet bereingebrochen ist. Gegen Abend waren Gagum nal: in M u verteilt, während die Stadt Essen nur eine Abteilung von 4—5000 Mann beberbergt. Sie haben Quartier beAn die Bergarbeiter des Ruhrgebiets! Kameraden! „In den schwersten Tagen, die jemals über das schaffende Volk des Ruhrgebietes hereingebrochen sind, wenden wir uns an euch mit einem ernsten Appell. Wir schließen uns dem einmütigen Protest des deutschen Volkes gegen die Besetzung des Ruhrgebietes an. Die Besetzung des Nuhrgebietes ist ein schwerer Nechtsbruch, sie ist auch nicht geeignet, der internationalen Wirtschaft und der internationalen Verständigung zu dienen. Wir können an dem bestehenden Zustande im Augenblick nichts ändern. Die Regierungen von Frankreich wichtige Aufgabe, in diesem Sinne stets und überall tätig zu sein. Jede Unbesonnenheit gegen die Anordnungen der Besatzung ist streng zu verbindern. weil sie das Elend nur vergrößern kann. Die Arbeitobedingungen im Ruhrbergbau werden wie bisher durch Vereinbarung der Arbeitnehmerorganisationen mit den Arbeitgeberorganisationen geregelt. Diese Vereinbarungen müssen in dieser Zeit und Not mehr denn je Gesetz für jeden organisierten Arbeiter sein, in deren Durchführung er seine ganze Kraft stellt. Kameraden! Schwere Tage und Wochen können für und Belgien, die mit militärischer Gewalt die Besetzung unser Gebiet, für das ganze deutsche Volk kommen. Es durchführen, versprechen euch, daß keine Aenderun gibt keinen treueren Sachverwalter erzeichnis hierüber zu llager jeder Att oder Gemeindebehörden der Menge sind gleichfalls durch die Gemeindebehör Besetzungsbehörde zur Kenninis zu bringen 9. Strafbestimmungen. Jedo schwere UeberMilitärstrafgesetze oder der vorliegenden Verwird„keiessgerichtlich verfolgt. Fernsprechamt besetz: und kehr auf etwa 20 Mtnuten gesperrt. Dann Rähin den bmnfüche Gonemd de die Stcht „— 843—) gen im normalen Leben der Bevölkerung ersolgen sollen. Die Leitung der Besatzung hat angekündigt, daß die deutsche, insbesondere die soziale Gesetzgebung, in Wirksamkeit bleiben, daß der Achtstundentag grundsätzlich bestehen bleiben soll. Wir erwarten. daß diese Versprechungen eingehalten werden. Trotzdem ist es möglich, daß die Eingrisse landes= und betriebsfrember Herren in das Ruhrgebiet Schwierigketten hervorrufen, von deren Umsang und Folgen wir uns noch keine Vorstellung machen können. Auch ist schon vorauszusehen, daß durch die Besatzung und durch die von der französischen Rezierung geplanten Matznahmen die Teuerung und die Rot der werktätigen Bevölkerung zunehmen wird. In dieser Zeit der schwersten Not ist Ruhe und Besonnenheit eberste Pflicht. Die alten Kerntruppen der Organisation haben die für eure Interessen als die Organisationen. die schon jahrelang im Dienste der Arbeitnehmerschaft gearbeitet haben. Sie werden euch auch in der kommenden Zeit der Not nicht verlassen. Mitglieder, haltet die Organisationen hoch! Werb: in diesen schweren Tagen neue Anhänger. Sorgt energisch für die Durchführung eurer Beschlüsse! Weist vor allen Dingen Provokationen jeder Art zurück, ob sie aus falsch verstandenem Nationalismus oder aus international sich gebärdender Phantastik kommen. Mehr denn je laßt uns in diesen Tagen zusammenstehen als ein einig Volk von Brüdern. Verband der Vergarbeiter Deutschlands. Gewerkverein christl. Vergarbeiter Deutschlands. Polnische Verufsvereinigung, Abt. Bergarbeiter. Gewerkverein H. D., Abt. Bergarbeiter. tretung der Mil ordnung wird 10. Vorstehende lichung in Kraft. Die können falls es die Lage zogen in einer Schule in Altenessen, im Gymnasium in Bredeney und in der Eisenbahndirektion, sowie auch in der Schuvokaserne. Ein Teil der Infanterie wird wahrscheinlich später durch Gendarmerte abgelöst werden. A wird zur Verbindung zwischen Stadtverwaltung Militärkommandostellen ein Gendarmerieoberst nach Essen kommen. Man vermutet, daß die Truppen demnachst in der Nähe der Zechen untergebracht werden sollen. Der Landkreis Essen beherbergt insgesamt zwei Divisionen französischer und belgischer Truppen; die beiden Divisionen untersteben zwei Generalen mit den Standquartieren in Bredeney und Altenessen. Der französische General, der die Besetzungsaktion in Essen leitet, hat in der Villa Hügel Wohnung genommen. Die Bureaus befinden sich im Rathaus von Bredeney. * Die Verordnung des Generals Degoutte. * Essen, 11. Jan. Der Kommandierende General Degoutte bat aus dem Hauptquartier Düsseldorf unter dem heutigen Tage folgende Verordnung erlassen: Im Ruhrgebiet, wo zur Vollstreckung des einer Ingenieurmission anvertrauten Mandats französisch=beleische Truppen stationieren werden vom Kommandierenin General folgende Maßregeln angeordnet: 1. Belagerungszustand. Um die Rube und Ordnung aufrechtzuerhalten und soweit als nötig die Beitreibungen vornehmen zu können. wird der Belagerungszustand über das bes A#or, pad ganze von französisch=belgischen Truppen setzte Gebiet verhänot. Die deutschen und insbesonTätigkeit unter den obwaltenden Umn Besehlen, die ihnen von den ie zu ichen öffentliche Ordnung darf unter keinen Umständen gestort werden. Die öffentlichen Aemter werden ihre Tätigkeit unter den ohwaltenden Zuständen sortführen. Das Versonal aller Aemter hat in seiner Stellung zu verbleiben. Jede Sachbeschädigung wird strengstens bestraft. 3. Polizei. Die deutsche Polizei wird weiterbin Ordnung innerbalb der besetzten Zone unter der VerWeniger schwere„Uebortretungen haben Gefängnis Geldstrafen zur Folge. tritt mit idner Veröffent, d i e s i e v o r s c h r e i b t. rt. verschärft werden. Kundgebungen der Verwaltungsbehörden. Im Essener Nathaus. * Essen, 11. Jan. Die Stadtverwaltung hatt heute abend die Stadtverordneten zu einer S einberunn zum Zeichen der Tmauer und als Einio kundgebung gegen die Besetzung der Stadt Essen. bürgermeister Dr. Lutber voilte mit, daß der aber der französüichen Truppen ihn ute nachmitta t und erklärt der Bevöl der Stadt Eslen, mmet an erung vier die genon!! 4. Nachweis der Personalien. Jede Person muß ihre Personallen durch einen Personalausweis oder durch ein sonstiges gleichwertiges Ausweispavier nachwelsen können. 5. Verkehr. Im Prinziv freier Verkehe Tag und Nacht. Der, Straßenverkehr. der Personen= und Frachtverkehr auf den Eisenbahnen werden wie bisber aufrechterhalten, jedoch unter dem Vorbebalt besonderer Versügungen, die durch eine diesbezügliche satere Verordnung erlassen werden 6. Presse. Die Zeitungen werden weiterhin unbebindert erscheinen. Jeder Aptikel. der zur Ruhestörung auffordert oder der die Ehre der französisch=belund guchliunggen mten der Sadt Fraktionen erzermeistens einn dem Gru — Jus er unter dem militärt wange handele und habe gegen diese milit Zwanssaufhebung namens der Stadt Essen nachdrücklichst Einspruch erhoben. Er bitte die Stadtverordneten, diese Erklärung davon Kenntnis zu nehmen Essen ihre Amtstatigkeit fortsetzen. klärten sich mit der Haltung des Ob verstanden. Im Kreisbause. " essen. 11. Jan. Im der Landra# General . 14 6 des Kreisee Er' zusammen. um gegen die es wurde eine ernste und eindri: die Besetzuns angenommen. Poliseioräf er dann erklärt, daß nd ohme Widen Kreist und erdob Prot: nahm den Protest rur Am Abend trat d außerordentlicher Sitzu 95 Vorladung Ruhrindustrieller nach Essen 3 fremde Unterkommissionen eingesetzt. WTB Essen, 12. Jan. Auf Befehl des Generals Deuvines hatte Reglerungsvräsident Grödner Das Haus Selstermann. Von Wilbelm Derbert, München.(14 Dann aber preßte sich der Ring noch fester und schwerer um ihn und nun drückte plötzlich auch mitten von oben her eine bohrende Last aus seinen Kopf. Es fing ihm an, in den Ohren zu singen. Vor seinen Augen soielten blaue wirbelnde Ringe in der Luft. Er griff nach einem Halt und meinte, in jenem Schwindel bergtief zu versinken. Gleichzeitig fiel ihm mit Entsetzen ein: Müller hat sich erschossen! Johann, obne den er sich die Fumilie gar nicht denken konnte, war auf Nimmerwiederkehr fortgegangen. Die Polizei war im Hause. Der Revisor saß über den Büchern. Lore Müller suchte den „Mörder“ ihres Vaters. Die Oeffentlichkeit war auf der Spur— auf der Jagd nach all dem, was im Geheimen lag. Es gab keine Möglichkeit mehr, die ausschwirrenden Gerüchte aufzuhalten, einzufangen. Es gab auch keine Möglichkeit mehr, die sich überstürzenden Ereignisse zu bindern. Gretchen war mißtrauisch. Dr Weiß nur von dem Bestreben erfüllt, Aufklärung um jeden Preis zu schaffen. Es war zu viel! Es ließ sich nicht mehr ertragen, es ließ sich nicht mehr wegtäuschen. Der Zusammenbruch war da! Nein! Nein! Nein! Das nicht! Das nicht mit ane#en, das nicht erleben, das nicht die Seinen erleben Befreiung! Es gab noch ein Mittel zur Freibeit— es gab nur ein Mittel zur Freiheit noch! Er erhob sich schwerfällig und umkrampfte den Revolver fester. Mühsam ging er bis an die Wand, wo ein Spiegel auf die Papiere niederschaute, die unter ihm aufgehäuft waren. Nun stand er vor dem Spiegel und sab sich in das eigene Gesicht. Seine Augen waren groß und starr. seine Züge erschienen unheimlich fremd und verzerrt. Er schloß die Augen, hob den Revolver an die Schläfe und schob ihn mit den Fingern der anderen Hand zurecht. Da klang von drauten, von der Straße der ein ungemein weicher und rührender Gesang— das Lied einer üben und traurigen Frauenstimme, die ihm in die Seele füßen u 1 schnett. Einen Augenblick lauschte er Dann wurde die Tür vom Kassenzimmer beftig aufgestoßzen und das derbe Gesicht des Revisors erschten unter dem Nahmen. „Das ist eine schöne Lumperoi!“ sagte der Sensal raub und zornis. Da haben Gie sich jo einen Schwindler an den Hals gezogen. Auf Jahre zurück geht die raffinierte Fälschung. Ein Loch auf, das andere zu. Daß Sie das nicht gemerkt haben?“ Selstermann hatte den Revolver mit einem Ruck in die gesteckt. Der scharfe, rücksichtslose Ton des Sachverstänbigen erweckte in ihm Widerspruch und Lebenstrotz aufs Neue. Nur jetzt ruhig sein— nur jetzt die Gelegenheit benützen, die ihm das Schicksal solber bot— nur wiederherauskommen aus den augenblicklichen Schwierigkeiten... dann war alles gerettet. „Ein Gauner erster Güte war er!“ rief der Bücherrevisor.„Ich habe selten so was gesehen!“ Während dieser Worte hatte sich die Tür gegen den Kassenraum geöffnet und Lore Müller war erschienen Zwei brennende Augen hingen an den Liopen des schreienden Mannes. „Wer war ein Gauner?!" stieß die Eingetretene bastig bervor und streckte die Hand gegen den Sachverständigen aus.„Meinen Sie meinen Vater?“ „Wer ist denn das?!" sagte der Sensal unwirsch. „Rabiate Frauenzimmer können wir jetzt am ollerwenigsten brauchen. Man bätte hier absoerren sollen!“ „Sie meinen meinen Vater?!“ sagte das Madchen. „Ich bin Lore Müller, die Tochter des Kassierere Muuer ... ich bitte Sie, sagen Sie mir, warum Sie ihn einen Gauner genannt haben?! Mein Vater war kein Gauner! Mein Vater war ein Ehrenmann. Ich dulde nicht, daß ihn troend jemand einen Gauner nennt!“ Der Revisor zuckte nur die Achseln und wendete sich wieder dem Kassezimmer zu.„Sorgen Sie dafür,“ sagle er kalt zu Selstermann,„daß wir nicht medr gehtort werden, und kommen Sie da rein— ich habe mit Ibnen i sorachen! Lore Müller wollte ihm folgen. Er schob sie aber mit einer kräftigen Handbewegung zurück, schloß und verriegelte von innen. Das Mädchen stand eine Weile wie erschöpft, gegen die Tür gelehnt. „Herr Selstermann." sagte sie mit beißer Stimme. „Ste müssen mir Eintritt verschaffen. Sie müssen es mir ermöaltchen, mit dem Herrn zu sprechen! Er mus den Vorwurf zurücknehmen und erklären, wie er dazu gekommen ist. Ich bin das einzige Kind, ich bin die einzige Verwandte, ich bin die Einzige überbaupt, die meinen Vater schützen, die ihn verdeidigen kann— ich dulde nichts gegen ihn— ich kämpfe mit meinem ganzen Leben für ibn.“ Solstermann sab mit Bewunderung und mit Furcht zugleich die leidenschaftliche Erregung, in der das schöne voll, Mädchen um die Ehre ibres toten. Vaters ranz. Die würde sich nicht mit Redensarten bavon abbringen lassen — sie würde die Wahrheit, die volle Wahrheit verlangen und mit der Wahrheit als Waffe gegen jeden kämpfen, der dadurch ihrem Vater gegenüber bloßgestellt wurde. In seinem noch von dem eben Erlebten beunruhigten und verwirrten Kovf wirbelte es wild durcheinander. Es hiet, vor allem Zeit gewinnen, zu einem Plan, zu einer Möglichkeit gelangen, einen Ausweg finden. Die überstürzten und gänzlich unvermuteten Ereignisse der letzten vierundzwanzig Stunden waren nicht dazu angetan gewesen, sich auf einen sicheren Weg aus dieser Klemme zu besinnen. „Sie sehen, Fräulein.“ sagte er höflich und rücksichtsim Augenblick kann ich nichts für Sie tun. Der gerichtliche Sachverständige prüft die Bücher. Er würde keine Störung dulden und sie nur höchstens als den Versuch auslegen, die Wahrbeit verschleiern zu wollen.“ „Um Gotteswillen!“ rief das Mädchen.„Nichts liegt mir ferner als das. Ich will ja nur die reine, volle, unbarmberzige Wahrbeit. Aber das ist die Wahrdeit nicht— das ist sie nicht, daß mein Vater ein Gauner gewesen wäre. Wenn der Mann so spricht, dann irrt er entweder oder er hat keinen guten Willen, die Wahr. heit zu ermitteln— er ist voreingenommen, weil mein Vater sich erschossen hat. Als ob nicht auch andere Dinge als Schlechtigkeit einen unglücklichen Menschen dazu bestimmen könnten. Wenn ich nur wüßte, warum mein Vater unglücklich war... er. der mir immer ein beiteres, fröbliches, sorgenloses Gesicht gezeigt bat, der, wenn er ja einmal verdrossen war, es mir stets mit der vielen Arbeit erklärt hat. Und ich Törin habe das leichtgläubig, weil es mir so pabte, als bare Münze bingenommen! O. wie mag er gerade unter dieser Verstellung gelitten haben, unter diesem Zwang, mich täuen zu müssen, sich wir gegenüber, an der er mit dem ganzen Leben hing, nicht aussprechen zu können! Bielleicht wäre sonst alles anders gekommen.“ Sie rang die Hände und sad Seiftermann flebentlich an:„Ich bitte, ich beschwöre erie, loden Sie mir, warum bat sich mein Vater erschossen?! Maram war er unslücklich?! Gie wissen es ja sicher! Vor Idnen hatte er la keine Geheimnisse— von Ihnen bot er früder. wie er mir noch mehr vom Geschätt erzählte, stets in den Vater gestoblen hat? Wo ist der Dieb, der uns beiden die Ehre rauben will?“ Selstermann stand erschüttert vor der leidenschaftlichen Klage, die sich von den zitternden Livven des jungen und in seiner fiebernden Erregung dovvelt schönen Geschöpfes rang. „Ob,“ fuhr sie fort, ohne auf seine Antwort zu warten.„Ich war ja bis heute eine Träumerin. Ich habe das Loben nicht gekannt. Ich habe eo für offen und ehrlich gehalten. Ich habe geglaubt, daß da nur Gonnenglanz und Lachen und Reinheit und Fröhlichkeit ist. Ich dabe geglaubt, daß der Herbst und der Winter, die uns die Wärme und das Licht nehmen, nur Krankheiten der Natur sind, und daß auch nur kranke Menschen schlecht und unglücklich sein können. Ueber Nacht habe ich gesehen, daß die Welt gan: anders ist, dab sie von Unheil wimmelk, daß Diebe in ihr umgeben, die wie die Wölfe plötlich in ein rubiges, stilles, frodes Haus einbrechen und alles herausstehlen, was an Glück, an Reinbeit, en Wahrheit, an Ehre drinnen R. Heute aber ich Dutzende solcher Diebe um mich erkannt... überall, wo ich binschaue, haben sie mit Fingern auf mich gedeutet— auf dem Friedhof, in unserer Nachbarschaft, in unserm Hause selbst, wo wir so lange friedlich und glücklich gewohnt haben.“ „Ihr Vater bat sich erschossen. Er war Kassierer. Er bot sich gewit nur des Geldes wegen erschossen. Er hat Geld gestohlen. Er hat Geld unterschlagen und hat geseben, daß er aufkommt, daß er eingesverrt wird. Da hat er sich umgebracht! So reden und schreien alle die Dieberaugen, die um mich der sind und ich kann nicht mehr, wenn ich auch mit beiden Händen, wenn ich mit jeder Faser meiner Herzens das koftbare Gut der Ehre meines Vaters deck.. dat es zerrissen—..—.... verbindern. in die die des das be zerrissen und zerbissen, befleckt und c mehr v0 Ausdrucken ver böchtten Sie mir, bitte, warum bat Warun war er ungerecht? soln Leben gestoblen bat? gesprochen. Sagen mein Vater erschossen?! er ist der Dieb, der ihm ist der Dieb, der mir gezerrt wird. sind nicht die schlimmsten Diebe, die da am das sind nur die kleinen, die zufälligen, s geben und von dem fromden Gut neamen, die Strade geschleudert worden ist. Wer hat es auf die Straße oeworfen?! Wer war der große, der eiste, der verbrechorische Dieb, der meinem Vater Ehre. Slück und Leben genommen bat?!“ #uk erschöpft auf einen Stuhl. termann stand vor ihr und schaute vor sich bin. Ge hörte ihre Anklagen. Gie sielen wie Peitschenhiebe ans ihn nieder. Und trotzdem war er ganz anderswe. imen-Düsseldorf, der die Verhandlungen eglettet von einem zweiten General, einem von etwa 15 Iugenieuren, Generoldirektor Coste, der Düsseldorf an den Verbaublungen mit den Inlen beteiligt war, einem belgischen und einem Vertreter. Gzneral Simon verlas zwal ErNr. Bejugnisse der„Reutrelllemmission“ und der Roblenverteilung“, die mit dem Andang Note vom 19. Janvar wöitlich übereinerklärte weiter, salle die Regierung in von diesen Maßznahmen abweichende Anweisungen bätte, seien die Behörden det neu besetzten Geunter der Autorität der Besatzung stebe, nicht diese Besehle auszuführen; ste dätten den Ben ran bete Willen zu sein“ ugsprülldent gab die Erklärung noch der Oberbürnermeister der Stadt der Landrat, noch tegendeine andere Behörde Lage seien, auf diese wirtschaftlichen Verbände Zwans auszulben. Im übrigen würde er dem Zwange des Belagerungelußende: Besebleausfuhren, soweit es in seinen Kräften inen Gebiets die Besetzunn der neuen Gebietsteile lege tals nachdrücklichst Protest ein. al Simen erklärte, die Kommislion soi nicht dazu useinandersetzung noch einmal sich vergegenwarttat binzugerügt werden, daß die izalienische Pfandnadme anderer Natur ist, als wie sie im Wunsche Potncures liegt. Diese Disierenzen werden zweisellos im Wiederde stellungsausschutz zum Ausdruck kommen, und es in nicht ausgeschlossen, daß die Adneigung Italiene gegen die militärische Aktion Frankreichs auch daber eine Rolle spielt. Da man aber weiß, daß Mussolnt möglichst viel für Itallen derausschlagen will, so wiro man in allen solchen Dingen medr taktische Manöver sehen. Im Vrinzio ist sich Frankreich mit Italien einig. Es wird übrigens ernstbalt versichert, daß ein eingedender franzosischer Vorschlaa für ein Moratorium vorliegen werde. Der Plan stamme von Herrn Seydeut und soll ein Garantieolan sein. Man erwartet für diesen Plan Stimmenmehrheit; über ihn selbst bringt die Pariser Presse nichts. werden wenigltens Hll den Auganblick nicht zuru werden. WTB London, 12. Jan.(Telege.) In einem Leitartikel schreiben die„Tsmes“, die Rethoden der frausischen Negierung erhielten vis widerwilllo# Unterera sep Nast a u. Lhttttzien der Seisk. e t. ten habe das von Frankreich genommeme Verfahren Aerger und Abschen erregt. Die neutrale Meinung sei Mussolinis Plan einer Zusammenarbeit. Jan. Mussolini hat eine Ro 5 = Rom, 11. Frankreich und Belolen gerichtet, worin er aneblich eine Konferenz der drei Länder vorschlägt. Über die Frage eines Zahlungsausschube un Wirtschaftliche Rückwirkungen in England. 12. Jan. In der englischen Industrie machen e Rückwirkungen demt eigenart kuhrgedietes evietes festst nerkbar. Seit die der Besetzung des Besetzung des Ruhrnglischen Zentren der Proteste entgegenzunehmen. Die Kontrollkommission de in drei Abteilungen gealiedert, von denen sich die mit dem Kohlensondikat. die zweite mit dem die dri eine mr.—— Bergbauverein, die dritte mit dem Reheisenverband in Verbindung. zu setten habe. Damit wurde die Sitzung geschlossen. dir Oberbürgermeister Die Haltung der Regierung. A. Berlin, 12. Jan. 1923.(Peivatteleor.) Es ist bereits gestern von uns mitgeteilt worden, die deutsche Regierung, die sich aus der Wiederderstellung vorzugeben Verpflichumgen infolge des französischen Vor—.— eingestellt bat. Dies betrifft sowodl die Barzablungen als auch die Sachleistungen. Da die regelmäßige Aussleichssablung idren nächsten Termin erst im Juli bot, so wird diese Leistung im gegenmärtigen Augenblick von den Maßnahmen nicht berübrt. eben der Regierung hat natürlich zur Folge, daß weitere Belieferung Frankreichs und Belgiens erberstellungskoble autgebört hat. Dagegen wird nach unserer Information die Wiederberstellungskoble an Italien weitergeliefert. De die Absicht der Franzosen darauf bin zu zielen gegen die einzelnen Bechenmit Swane en bo ergibt sich die Notwendigkeit des die Reichsregierung den Zechen die Kosten ellungskoblenmengen nicht zu ersetzen vierigkeiten, die sich daraus ergeben, werdet. Man muß mit einer Beschlaanadme der Koblenmengen an Ort und Stelle thver Erzeugung rachnen und zu gleicher Zeit damit, daß zum Zweche der Bezahlung französischerseits die Koblenstauer beigetrieben werden wird. Die Jeige würde sich in unserer Hausbaltsberochnung zweiselles bemerkbar machen. Die Franzosen abet werden gezwungen sein, in jedem einzelnen Zoyhenbahndof idrr Leute binomenseden. Bielleicht wird die Skeolls Poincates, die am seiner Kammerrede über den Ersolo seiner Mahdeutlich zum Ausdruck kam, in kumer Zeit zur seine Polttik in der Sackgasse gelandet dat derr Poincam gleichtalls in mitgeteilt, die Essen, oio in dem Jo# kommissartat schon seit Angene. Apstande, er, d## Robkeuntendicht e verkaue: ranzöstschen Beamten in sornantten Koblenübernahmelangerer Zeit gearbeitet bütten. leber an Man ist dier in Fachkreisen der Ansicht, daß dies möglich oder zum mindesten sehr zweiseldaft ist. Die erfisbinne des Roblensendikato nach buuen, die Herr Poincam der deutschen Reoierung in ###be schieben möchte, R alcht auf 8 zus der deutschen Reoierung erh er. Kohlensondtkat ein vein Pri Unternehmen ist, das völlio zu bandeln vermag eins. Der in seiner aberbente #tliches lrtschef von der Reäsident nicht unterlassen, unter scharfer Behaftlichen Charakter der getrofsemilitärtsche Fachleute reichlich star m Angesichte einer solchen: Poinaar; doch die Frage stellen Jängune der Esson als eine w #et. Gewöhnlich: militärischen Charakten. Abgeseden davon, daß # für die wirtschaft. start ausgefallen ist, wird wollen. agerungsiustande: aftliche Matnahme Moicren über volitischen und WTD on(Telege.) Korr.=Bureau. Der aron von Lucius hat gestern den m im Auftrage dür deutschen — verländischen Regierung Mitteilung über don von Deutschland angesichts der Aktion im RudrWTB Washington, 12. Botschafter Wiedfeldt# Deutschlands Aberwoicht. Jan.(Telege.) Der deutsche dat Husbes einen Protest Einmarsch ins Nuhrrevier Die Frage des Moratoriums. 2 Die Note der Reichsregierung vom 13. November wird vom Wiederberstellungsausschuß am kommenden Dienstag behandelt werden. In dieser Note war bekanntlich unter Anführung aller Mittel, die Deutschland selbst zur Stabilisierung der Mark ergreisen wollte, die Bitte Deutschlands auf einen Zahlungsaussahub ausdesprochen. Die Antwort steht noch immer aus. Gie müßte ordnungsgemäß bis zum 15. Januar erfolgt sein. nachdem es in Paris zu einer Einigung nicht gekommen A. Ineigonmüchtte sschutz wird trotz allem eine Note geben müssen. Das, dessen sind die Franzosen bereits Legangen. Der Wiederherstellungsaus Antwort auf die deutsche Diese Sitzung hat für uns eine große Bedeutung. was jetzt im Rubrgebiet geschieht, sind die sogenannten „unirtonen“ für die mit Gewalt konstruierten Versehlungen“. Was im Wiederherstellungsausschutz besprochen werden wird ist die Tbese:„Nein Moratorium ohne Pfünder.“ Es wird allo die Pfändensrage auigerallt werden. und damit die wirtschaftlichen Madahmen im Rbeinland, die ia noch aussteben. wenn Frankreich bierin einen weiteren Erfolg eras. Lin, aoSL.—. Lonn#, Wurden fernt Muynahmen Wir müssen uns allo klar darüber sein, daß die BeRubraebietos erst don Anfaus der franzsdes Politik darstellt. Wie wird die Haltung der Mitglieder des Ausschusses sein. Von Ital—— Kinstellung teis gwetfelles bie er Mitglieder des Ausschusses gemäß der Einstellung Musso mir wirtschaftlichen uferenz der drei Länder vorschlägt. Sie le über die Frage eines Zahlungsausschube und der fänder beraten, und unter Zuziehung von deutschen Vertretern soll der Plan eines organischen Zusammenarbeitens der Sieger mit den Besiegten ausgestellt werden, so daß die Hoffnung bestehe. Deutschland werde zu seiner und der andern Rettung ehrlich mitarbeiten. Auf diesen Vorschlag ist bisber keine andre Antwort eingelaufen als die Besetzung von Essen, die nirgend. außer bei dem von niedrigen Gebässigkeiten gegen Deutschland strotzenden„Giornale d'Italia". Beifall findet. Der der Regierung nabestehende„Corriere d'Italia" warnt Frankreich ernstlich, die Besetzung werde erfolglos sein. Italien müsse auf seinem Vorschlag bestehen und klar zum Ausdruck bringen, daß die italienische Regierung und vor allem das italienische Volk Frieden um jeden Preis wünschten. gevietes feststebt, bäufen sich in den englischen Zentren der Koblenausfuhr die französsichen Aufträge auf englische Koble weit über das gewe englische Kohle we hinaus. Man glaubt 5 französischen Industrie gewohnliche Maß Man glaubt hieraus schließen zu konnen, daß die französischen Industriellen kein großes Vertrauen zu dem Erfolg der Ruhrbesetzung in bezug auf die Koblenausbeutung haben, ist jedoch der Meinung, daß es kaum möglich sein wird, die umfangreichen französischen Bestellungen auszuführen. Außerdem befürchtet man. daß die großen Bestellungen die Kohlenvreise derartig in die Höbe treiben werden daß das erwartete Wiederauflühen der englischen Industrie stark beeinträchtigt werden önnte. Poincares Kammerrede. er wären. wenn sie durch Frankreich wädrend sich England abseits hielte, ch für Italien. Die von Frankgeschlagenm Blhoder ntrolliert würden. böchst gesädr. reich geolante Union der deutschen—.. Grotzindustrie bildete eine Gefahr für Italien. nur durch einen engen Anschlus Italiens an Engla wenden lätzt. Die französischen Politiker verfolg dem Einmarsch ins Ruhrrevier teils bewußt. teils WTB Paris, 11. Jan. 1923. Im weiteren Verlauf seiner Rede. deren ersten Teil wir gestern mitteilten. sag.e Poincare, Frankreich sei zu einer Regelung der interalliievten Schulden bereit gewesen. die schließlich auch noch zu einer wesentlichen Verminderunn der deuthten Schuld geführt hätte. Damit sei Frankreich bis an das Jußzerste Ende seiner Zugeständnisse der Parole der französischen Freundschaft geführt Die Orientvolltik bält England noch an Frantreichs Seite Desbalb wird unter Mißbilligung der von Grankreich unternommenen Aktion die froundschaftliche Gesinnung unter beiden Staaten weiterhin beiont. Wenn Ubeiens die Engländer ihre Vertreter, Mitglieder sowte idre Truppen in den verschiedenen Organen und Gebieten bolassen, so lieoi das nicht nur in ihrem eigeen, sondern gewissermaten auch in unserem Interelse Sich darüber hinaus erwa Über neue weltvolitische Kombinationen zu ergeben, erscheint uns sowohl vorzeitig als auch müßig. Die sichtbaren Wendepunkte in der europätschen Politik sind noc nicht da, wenn idre Fundamente auch bereits gelegt sind. Etwiges Rätselraten gibt immer noch die Haltung Mussolines. Soviel scheint allerdings klar zu sein, daß er das französische Vorgehen mit militärtschen Mitteln mißbilkigt. Auffällig ft. daß nur zwei isaltenische Ingenteure zur Exvedition nach Essen und ine Rudrgebiet abkommandiert worden sind, und daß Herr Mussolini si.5 an der amtlichen Mitreilung an Deutschland über die zu treffenden Matznadmen nicht beteiligt dat. Dagegen hört man, daß er nach einer Vermittbung suche. Wir berichten darüber weiter unden. Bei dem gegenwärtigen Auftakt wind man aber sein Projekt als aussichtslos kaum ernst nehmen können. Deutsches Reich. Zur Milchnot der Kinder. nicht sangen. Der französische Blan nktion Ar den Fall, daß ore bt von Deutschland erfüllt word an hätte als offizielle vorgesehenen Reformen worden wären. die Besetzung von Essen und Bochum Reichstag sotragsbaushalt Uard.n Mark zur Verbilliguns von Milch für kleine Kinder. Die„Maßnahme, bezweckt in beiner Weise, eme allgemeine Milchverbilligung durchzu ühren. wogegen die bekannten volkswirtschaftlichen Gründe und die Rücksichtnahme auf die Reichstinanzen entscheidend sprechen würden. Es handelt sich vielmehr nur um die Lindegung des ganz außerordentlichen Notstandes. der in vielen Bezirken enger Bivölkerungsanbäufung dadurch entstanden ist, daß Teile der Bevölherung angesichts der allittel zur Bezahlung der Milch den können. Hier muß einwenn nicht unfer Bepölkerungsnachwuchs gus das schwerste geschädigt werden soll nennens gemeinen rie Teile der rarmung einsach nicht mebo auf gegnasen werden. en und der fran uht mehe le sich and abverroigen mit tells bewußt. teils unbeItalien schädigende, als wirtschaftliche in Aussicht gestellt. Italien und Belaien hätten in gleicher Weise die Notwendigkeit orodak tiver Pfänder anerkannz nur England bade einen andern Blan vorir volitische. Italien schädige Falsch wäre es, Englande 5 Gründe zurückzuführen arken Deutschland e lest, der ohne Sanktionen Deutschland für eine lange hätte Verirauen schenten Halzung n#8#b ee 5 Interesse des euroväischen Gleichgewichts politisch interessiert i. Darin stimmt die Politik der Vereinigten Staaten mit der Englands überein. auf rein wirtnaland an and ebenso wie Italien in leichgewichts polIt! ch inertrauen inen Bankierausschu auch die internat Geschmack daran, die Fina elt zu machen. incäre geht zu den VVersehlangen“ wollen. Zu dem einzuletzen, sagte er, er finde zu Schiedsrichtern Der Wes einer Höchltoreisfestevung oder sonitioer Zwanosmaßnahmen kann zum Ziel nicht führen. weil alle Zwangsmaßnahmen die in erster Linie erforderliche Verzegemäß littel wer nicht au durch Mi Amerika und Europa. Die öffentliche Meinung Amerika WIB Neuvork, 11. Jan. Die„Neuvork World“ richtet aus Wasdington: Das Staatsdevartement gab die vorder verschwiegene Tatsache bekannt, daß es Frankreich mitgeteilt habe, es würde die amerikanischen Truppen vom Rhein zurückrusen, wenn Frankreich seine er. die die Nevarationskommission bei den deutschen U und Koblenlieferungen habe konstatieren müssen. r Ministeroräsident bebandelt dann die wirtschaft iche des Deutschen Reiches, um festzustellen, daß er sei. die S rung der Milcherzeugung erfahrungsgemäß hemmen. Die vom Reich bereit zu stellenden Mittel werden der Höhe nach zur Bebebung der Rot sicher nicht ausreichen vielmehr werden starke Ergänzungen durch Mittel der Länder und örtliche Aufwendungen oder vreisausgleichende Maßnabmen kommen müssen, wie ja derartige Hilfe durch Länder und durch örtliche Stellen zum Teil bereits wirkungsvoll gewährt ist. Ferner wird dafür gesorgt werden müssen, daß die Reichsmittel auf die Fälle ernstester Not zusammengefaßt und nicht durch Veswendung auch in minder schwierigen Verbältnissen zersolittert werden. Inrecht gewesen verwei stickstoff produz im Sachlieferungen auf Bevarations= leutschland könnte zweimal so viel eine Wirtschaft nötig habe. er tande Truppen vom Rhein zurückrusen, wenn Frankreich seine Drohung binsichtlich deo Einmarsches in das Ruhrgebiet ausführe. Die„Neuvork Tribune“ meldet aus Wasbinaton, der Beschluß über die Zurückziebung der amerikanischen Truppen sei nach einem in elkter Stunde unternommenen Versuch erfolgt. Frankreich zur Aufgabe des Einmarsches zu öberreden und dessen Zustimmung zu einer Art der Nevarationsbeitreibung zu erlangen, die Amerika genehm wäre. Alles deute darauf din, daß die amtlichen Stellen über Frankreich mehr als je vorder unwillig Lt IE EEE Der„Neuvork Herald“ erfährt aus Wasdington, keine Stimme des Protestes sei im Kongreß gegen die Aktion des Präsidenten Harding laut geworden. Die einzige Kritit, die zum Ausdruck kam, bestand in der Forderung nach drastischern Mahnahmen, um Frankreich davon zu Überzeugen, daß Amerika die Anwendung von milltärischer Gewalt mißbillige. Reuter meldet aus Wasdington: Da nunmehr die Besetzung des Ruhraebiets im Gange ist, stellt die Washing. loner Regierung sich auf den Standpunkt, daß die Lage der Welt jetzt von der Wendung der Ereignisse in Deutschland abhängt. Es wird erklärt, daß es das augenblickliche Ziel der amerikanischen Regierung set, in dieser kritischen Periode alles möglich größere Reit keibungen und Mißverständnisse zu tun, um zu verhindern. Der Abzug der Amerikaner. * Koblenz, 12. Jan. Die Abfabrt der amerikanischen Besatzungstruppen ist auf den 22. Januar verlchoben worden. Sie erfolgt nicht von Auzwerven, sondern von Bremen aus. Auch die Frauen und Kinder der verheirateten Mannschaften werden mitbefördert. Vorläufig bleibt eine kleine Abreilung bier, um die notwendigen Geschäfte noch abzuwickeln. * Paris, 12. Jan. Nach einer Londoner Meldung des „Petit Journal“ wird dafür Stimmung gemacht, die aus dem Koblenzer Gebiet abziebenden amerikanischen Truppen durch enalische zu ersetzen, wobei man anführt, daß Koblenz der Sitz der Interalliierten Rheinlandkommission sei, die besser von englischen als von französischen Trupven beschützt würde, weil die Engländer la in dem zegenwärtigen Konslikt in gewisser Dinsicht neutral seien. Die Politik Großbritanniens. Das englische Kabinett. besetzung. ritanniens. — Die RuhrlWTB London, 11. Jan. Das Kabinett ist vormittag zusammengetreten. Reuter erfährt, dab keine Beschlüsse gefatzt wurden, dis eine nennenswerte Aenderung der britischen Politik bezüglich des französischen Vormarschas ins Ruhrgebiet mit sich beingen werden. Bis jett besteht kein Anseichen dafür, daß die Regierung beabsichtige, die pritischen Trussen aus dem Rbeinland zurückzuzieben. Eine solche Maßnahme velte auch, immer noch als unwabtschenlIch. eber die heutige Sitzung des britischen Kabinetts verlautet weiter, daß es nach wie vor die Politik der beitischen Regierung sel, die Meinungsverschiedenbeiten, die mit Frankreich in der Nevarationstrage derr. ichen, auf ein Mindestmaß zu beschränken urd dap daher unter den augenblicklichen Umsinden die beitlschen Trupven am Rbein, der beitische Vertreter in der Rbeinlaudkommission und der Reparationskemmisiion ond im Botschafterrat belassen werden sollen. Den franzosischen Trupven sei die Erlaubnis erteilt worden, sich durch das von den Engländern besetzte Gebiet zu bewegen. Hierauf erörterten die Mini Wiate de, Tedigete, Héi. diske. Achern attfinden. In der heutigen Sitzung seien gesatzt worden. Die brittsche Haltung i Herzen freundschaftlich herung vertrete. sobe die fra — Scheiteen verurteilt an un getan, vielleicht verhänanisvolle Folgey sowobl Irankreich als auch seine Alliierten zu haben „Star“ zufolge wird die britische Reoierung keinen welteren Groten gegen die französisch=belgische unternanz1 dazu anfür habe die deutsche Ravierung mitgeteilt, sie lan annehmen, bevor nicht die Revarations. deutschen Verpflichtungen festgestellt habe. Lare verwies dann auf die Bestimmungen des ####tailler Pertrages. in denen Deutschland verpflichtet wird, gewille Maßnahmen nicht als feindselio. Handlungen zu betrachten. Frankreich habe unstreitig das Recht, zu handeln, wie es gebandelt habe. Frankrech wolle nicht aus dem Rahmen des Versailler Vertrages beraustreten. und wenn es heute in das Rubraebiet einmarschiert sei. lo geschebe er nicht, um iroend etwas vom deutschen Patriotismus zu nehmen. sondern nur um die gemeinsamen Interessen der Alliierten zu verteidigen. Die deutsche Regierung dabe die Fortführung des Archioo des Kohlensondikats aus Essen begünstigt. weil sie jedenalls Beweise der Verfehlung des deutschen Reiches enthalten hätten. Poincare ironisierte dann die Drobung Deutschlands. den Vertrag für null und nichtig zu erklären. Deutschland werde es nunmehr mit der Revarationskommission Ausland. Steuererhöhungsantrag in Frankreich. A Paris, 11. Jan. In der heutigen Nachmittags sitzung der Kammer hat der Iinanzminister den angekündigten Gesetzentwurf zu einer zwanziavrozentigen Erbösnahme der ßnahme sol njähriges Br er zwanzigvrosentigen Erhi hung sämtlicher indirekten und direkten Steuern mit Ausnahme der Gebälter und Lödne eingebracht. Die Maßnahme soll etwa 3.2 Milliarden einringen und ein einjähriges Provisorium darstellen. Provinzielles. Der Schulkinder schwerste Zeit. als erst richtig. zebuung Nichts sei meniger Zurückbe durch erste Körverschaft zu tun als die Behauptung. Ame seiner Truppen gegen das protestieren wollen. Zweisellos Englands zu Vorsichtsmaßregeln. sei benachrichtigt worden, daß es sich um keine Aktion militärischer Art handle. Von Soldaten sei nur in beschränktem Maße Gebrauch gemacht worden, um die Tätigkeit der Ingenieute bei der deutschen Industrie und dem Transvortdienst zu unterstützen. Er habe die Kammer bereits darauf hingewiesen, daß man sehr beträchtliche Zahlungen nicht erwarten könnne aber geringe lungen seien Es bar einme Deutschland das zu erhalten, was es vernünftige zahlen könne, zunächst einmal das Holz und die Kohlen. Alsdann wolle er die Reformen verlaungen, die seine Einanzen und seine Mark stabilisteren werden. Frankreich sei immer bereit. mit Deutschland, wie mit Allii Viele Eltern sind nicht in der Laoi, ihren schulpflichtigen Kindern selbtt die wünschenswerte Hilie bei ibren Hausarbeiten zuleil werden zu lassen. Wenn nun die einen. so wird ibnen zur Gewißbeit. 1 es in diefem oder jenem Fach ei 4Aole gegeden und nun ist die Sorge nat ob. Die Kinder werden in dorte Stränge gelvannt, es gilt. Versäumtes nachzubolen. Die Ehrern sitzen etzt dauernd binter ihnen oder. wenn es ihnen durch dwelche Umstände irdglich, läht man ihnen Nachbilfewelche Umstände: untervicht geben. Die müssen gefüllt werden. mutet den Kindern HoftnunHerr werden können, wenn sie s zeigen, um die neuen Berheiten richtig zu verarbesten. deshalb möchte ich das gerade darauf gerichtet in großer Bädanoge stovlen zu wollen. verfehli ganz und gar den urch leinten Zweck. Diese Erscheinung möchte bezeichnen, was man ernst Raubhau nennt. Pseandlschen, Ghrtlein, wo verlebene großes U ieren könn man alles daran setzt, das Kind seinem elbe# seiten der no# brachte ## Grulschand, wie mit seinen erten zu verhandeln. Der sozialistische Abgeordnete Leon Blum einen Protest seiner Partei gegen die getroffenen nahmen zum Ausdruck und verlangte lofortige sprechung der Intervellation. Schließlich erfolgte die gemeldete Abstimmung. Die Haltung der anderen. Es war vorauszusehen, daß ein isoliertes Vorgeben selbst von denjenigen Mächten der Entente, uhrbesetzung durchaus unsompathisch ist, nicht irde und nicht gehindert werden könnte. Aber denen die Ruhr gebindert würde.. o, wie herr Poincare in seiner Kammerrede die nationalen Verbältnisse geschildert dat, liegen die Dinge nicht. Zunächst ist es nicht richtig, wenn er die Behauptung aufstellt, die Zurückziebung der amerikanischen Truppen müsse man als Zufall auseben. Die Wasbinatoner lärt, me Reglerung hat kar und eindentig erklärt, man dabe Potuare wissen lassen, daß im Falle des Einmarschee in das Ruhrgebiet Amerika das Rbeinland von seinen Teuppen entblöben werde. Dies ist doch immerdin eine Demonstration, die man unschwer als solche erkennen und nur dann als Zufall bezeichnen kann, wenn man selbst und den anderen die Wahrbett nicht gestehen will. Und wenn ein englisches Blatt wie die„TImes“, die durchaus nicht der Deutschfreundlichkeit verdächtig sind, davon spricht, daß das französische Vorgehen in der öffentlichen Meinung Amerikas sogar„Abscheu“ erregt habe. dann wird Herr Poincare von einer ungetrübten inter. nattonalen Harmonie nicht reden können. Die Amerikaner bandeln gewiß nicht aus Liebe zu uns, aber sie beingen weirigstens die notwendige kaufmännische Vernunft und Ebrlichkeit auf. Im übvigen scheinen die amerikanischen Bemübungen noch nicht ausgesetzt zu haben. Der „Neuyork Herald“, weiß jedenfalls zu sagen, dab d### amerikanische Negierung, sobald die ersten mit der Rudrbesetzung verbundenen Operationen beendet seien, die balichkeit einer schnelleren Lösung der Wiederderstellungsfrage ernsthaft prusen würde. In enalischen Reoierungskreisen hält man sich sehr stark zurück. Man spielt im Augenblick den küblen Beobochter. Das englische Kabinett ist desbalb zu einem abschließenden Resultat noch nicht gekommen. Daß den Gnoländern und idrer Polltik die Ruhrbesetzung zweisellos zuwiderläuft, ist nur eine uatürliche Folge, die sich aus wirtschaftlichen und politischen Gründen von selbst erklärt. Daß sich aber stärbere Konsequenzen ergeben würden als nur die einer neutralen Passiv'tät, das dat in Deutschland niemand erwartet, der sich Täuschungen nicht — sn 6c binoibt. Die englischen Wablen sind aubenvolitisch unter ". Budungsarten bringen oder es bütte man sich. der mache sich doch all ford ständig Entwickelten zu meistem, zu behern Ettelkeit dars hier nicht am Platze sein. 1 Zeit nicht zur Verfügung efoblene den ken könn nd können sich dir——.— d doch sollten sie erwägen, was zum Vorteil gereicht; es gweicht das Klassenviel mit see; körverlichem Schaden. oder es durchläuft noch Kurs. Keinen Naubbau! Gut Dina gerathe Kreisen besuchte Rlesenkundgebi Besetzung des Rubrgebletes hier eine aus allen s d Vermischtes. Das Bergunglück in — Beuthen, 11. Jan. Der nach Nikoltschut entsandte Sonderberichterstatter des Wolff=Bureaus meldet zu dem Unglück auf der Abwehrarube der Donnersmarckschen Eisen= und Koblen=Aktiengesellschaft noch folgendes: Das Unglück ereignete sich gestern abend gegen 8 Uhr "— n auf der 280=Meter=Soble in der Förderstreche des Hugoflözes durch Entzündung des Bensolbebälters einer Geubenlokomotive. Hierbei braunte die Zimmerung in der Grubenstrecke an. Rauchschwaden und Brandgas zogen mit frischen Wottern nach dem Arbettsort und überraschten die dort tätigen Bergleute. Von der 48 Mann starken Belegschaft konnten sich nur zwei durch eilige Flucht retten. Die übrigen, darunter ein Oberbauer. sielen von gittigen Gasen zum Oofer 9 Berunglückte sind Iedig, 87 verbeiratet. Die Lösch= bew. Aufräumungsarbeiten wurden von einer Rettungskolonne sofort in Angrift genommen. Man versucht, durch starke Bewässerung des Brandes Herr zu werden, ohne größere Abdämmunssarbeiten vornehmen zu müssen, die eine Bergung der Verunglückten für Wochen unmöglich machen würde. Durch die Vernichtung der Zimmerung brach das Blbz teilweise zusammen. Die Rettungsarbeiten werden dadurch sehr erschwert. Trotzdem hofft man. im Lause des Nachmittags an die Verunglückten zu gelangen und sie bergen zu können. Se ist aber kaum damit zu rechnen, auch nur einen lebend zutage beingen zu können. Die Verabebörden definden sich an der Unglückestelle. Weinend umlagern die Angehörigen und eine grobe Anzahl Reugieriger die Schachtanlagen. * WTB gegserung Botschafte Rote u der Note Herr Be mir am 11 und die von der ich mich in erwidern: Die fte eine beschlossen Kommi net. Die Koblensond des Progr und alle fü Maßnadme mit ausgerüstet Personal u. prüfung nehmerverb Anskunft z1 briken Bal rechtigt sein Nachden Nachrichte bereits aufe in beden mähziger gezogen. Die 11 auf die Fes Stand der dabei auf di V##ertrages: für den An eine Besetzu ekgnbt dara Willen der esse hätte, d Lringung de Die dent den die fran den wahren Die deut Reparations bestimmunge waren, die 1 Nach den a kommission eine Versehl nichts an zahlang: wendung we 18 ausgeblie der Paragra unT n oder nur solch Sicher PFE bester S. Diebe Hoinrich Eisesware Küch: Bannho 30. Ril und Steuereochen sochen(Onad Strajausschub Prosesee, öode Unterhallssoch anderen R. legenheiten dea verlässig u. per Fr. Toczk ebengüger las Bureauvorstch Rechtsan Gelsenki Dessauerst Abgespie und zerbrot Grammophon kauft: Musikh. Wildenbruchs am Hauptbal Sämtl. Repera Orammophone doriselbst ge " halt auste! Alte Plati Gold Silbe Gege stän Brillanten K teellen Prei W. Flels Geisenkiro Rechuwerat pllepa (Fallsucht, Krt Leidande, nach die alles unson gewandt. ver.k. be eirende Bres Adler-A. ot Sommerleid 1·9 silberne Dan zu verkaufen. Näh. In der Oesch führt worden. Prantwiche von Ganchaftliche GeWenn iglieder sowte und Gebieten geten, sondern reise Sich tiche Komvorzeitig als in der euroidre Fundie Haltung lein, daß er Mitteln mißtda llenische Rubrgebiet Mussolimi si.5 über die zu Dagegen hört Wir berichten rtigen Auftakt kaum ernst im Reichstag soWeiße, eimne wogegen die die Rücksichtsprechen würLinderung des vielen Bezirken itstanden ist, daß gesichts der alliblung der Milch Hier muß einvölkerungs= st werden soll onstiger Zwangs= ren. weil alle rforderliche Vergemäß hemmen. ttel werden der t ausreichen Mittel der Pest bereis dafür gesorgt Fälle ernstester ung auch in tert werden. tkreich. m Nachmittags ter den angekünnentigen Erhönd direkten und Lödne einMilliarden eindarstellen. * te Zeit. schulpflichbei ibran Wenn nun die ewißben, woran rangs gelvannt. die Ebern sitzen es ihnen durch ihnen Nachbilfeicken sollen und indern Hoffnundnnen, wenn e die neuen Bezu verarbesten. möchte ich das darauf gerichtet er Bädanoge— en. wenmn keine äbigen Monschen zu müssen— den möchte ich mit u nennt. 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Januar mündlich und schriftlich gemacht haben und die gleichzeitig dem deutschen Botschafter in Paris von der französischen Regierung zugegangen ist. beehre ich mich im Namen der deutschen Regierung folgendes zu erwidern: Die französische Regierung hat wie auch die belgische eine Aktion gegen das Rubrgebiet beschlossen, die sie als eine Entsendung einer Kontroll= Kommilllon von Ingenieuren und Beamten bezeichnet. Die Kommission soll die Tätigkeit der deutschen Koblensondikats überwachen, die korrekte Durchführung des Programms der Reparationskommission sicherstellen und alle für die Bezahlung der Revarationen netwendigen Maßnahmen tressen. Zu diesem Zwecke soll sie mit diktatorischer Beseblogewalt ausgerüstet werden. Sie soll Strafgewalt über das Personal und die deutschen Verwaltungsstellen und Nachprutungsrecht in den Arbeitgeber= und Arbeitnehmerverbänden haben sowie von den Raufleuten jede Auskunft zu verlangen und die Bureaus. Werkstätten, Fabriken Bahnhöse und andere Anlagen zu durchsuchen berechtigt sein. Nachdem die deutsche Negierung von ihren Behörden Nachricht erhalten hat, ist die Durchführung der Aktion bereits aufgenommen. Französische und belgische Truppen in bedeutender Stärke sind in voller Friege. mäßiger Auselkung in das Ruhrgebiet ein. grtoges. Die französische Regierung gründet hre Aktion auf die Feststellung der Reparationskommission über der Stand der Holz= und Kohlenlieferung und beruft sich dabei auf die 8S 17 und 18 der Anlage 2 des Teils 8 des V##ertrages von Versailles. Zugleich erklärt sie, daß sie für den Augenblick nicht an eine militärische noch an eine Besetzung oder politische Maßnahme denke. Sie e##aubt darauf hinweisen zu sollen, daß sie auf den guten Willen der deutschen Regierung zählt. die grodes Interesse hätte, die Arbeiten der Kommission und die UnterLringung der Truppen zu erleichtern. Die deutsche Regierung mud den Schleiar zurückschlagen den die französische Regierung mit dieser Darstellung über den wahren Charakter ihres Vorgebens zu werfen suchen. Die deutsche Regierung erklärt, daß die Beschlüsse der Reparationskommission und die angegebenen Vertrags. bestimmungen keinerlei Rechtegrundlase waren, die Aktion gegen das Ruhrgebiet zu unternehmen. Nach den ausdrücklichen Feststellungen der Reparationskommission in ihrer Note vom 21. Dezember 1922 wurde eine Verfehlung bei den Holz= und Kohlenlieferungen, die nichts anders als die Forderung von Barzahlang rechtsertigen, anzegeben, so daß die Anwendung weiterer Maßnahmen auf Grund der 59 17 und 18 ausgeblieben wäre. Selbst bei rechtmäßiger Anwendung der Paragraphen würden nnt wirtschaltliche und fnansielle Mahuahmen — oder nur solche Maßnahmen, die in dem Wesen und der im Tichte der Catsachen. Bedeutung nach gleichzustellen sind, gegen Deutschland getroffen werden dürsen. Das könnten nur Maßnahmen sein, welche die Alliierten inihremeigenen Hoheitsgebiet durchführten, nicht dagegen Maßznahmen, wie sie der gegenwärtige Einbruch von Truppen in das Ruhrrevier bedeutet, der die ktürkse Verletzung der deutschen Hobeitorechte darstellt. Endlich können die Maßnahmen gegen Deutschland nur von den an den Revarationen beteiligten alltierten Mächten gemeinsam, nicht jedoch von einer einzelnen Macht auf eigene Faust getrossen werden. Bergeblich versucht die französische Regierung die Schwere ihres Vertragsbruches dadurch zu verhüllen, daß sie der Aktion eine friedliche Benennung gibt. Die Tatsache, dah eine Armee in kriegemätziger Zusammensetzung und Bewallnung die Grenzen des unbesetzten deutschen Gebietes überschreitet, kennzeichnet das französische Vorgehen als eine militärische Aktion. Hieran wiro nichts geändert durch die Erklärung, daß Frankreich keine militärische Aktion oder Besetzung mit politischem Charakter beabsichtigte, eine Erklärung, die nicht undevingt, sondern nur für den gegenwärtigen Angeublick ausgesprechen wird. Die deutsche Regieruns stellt fest, daß die französische Regierung als einen sachlichen Ausweg für ihren Vertragsbruch die Tatjache heranzuziehen vermag, daß Deutschland für das Jahr 1322 mit verbältniomäßig geringen Mengen bei der Lieferung von Holz und Kohle im Rückstande geblieben ist. Den ungebeuren Leistungen gegenüber, die Deutschland in Erfüllung des Waffenstillstandsabkommens und des Vertrages von Versailles untar äußerster Anstreugung und bis zur Erschönfung seiner Leistungsfühigkeit 4 Jahre laug bewältigt hat, genügen diese gering#lgigen Rückstände der französischen Regierung, um mit starkem militärischem Rufgebot in Deutschland einzudringen und die Hand auf den wichtlotten Besit der deutschen Wirtschaft zu legen. Die deutsche Regierung erhedt gegen die Sewalt, die hier angekündigt wird, vor der ganzen Welt eierlich Proten. Ste kann sich gegen diese Gewalt nicht wehren, sie ist aber nicht gewillt. sich dem Friedensbruch zu fügen oder gar. wie ihr angesonnen wird, bef der Durchführung der französischen Absichten mirzuwirten. Sie weist diese Zumutung zurück. Die Verautwortung für die entstehenden Folgen fällt allein aus die Regierungen, die den Einmarsch vollzogen haben. Diese Folgen haben sich bereits gezeigt, in einer weitern Entwertung der Mark und einer sprung. haften Steigerung aller Preise in Deutschland. Die künftigen wirtschaftlichen und politischen Zustände, geschaffen durch den gewaltsamen Eingriff in das Zentrum der deutschen Wirtschaft und die tatsächlichen Jolgen werden so sein, daß Deutschland nicht in der Lage IR. Leistungen un Rezenigen Büchto zu bewirken, di. jenen Zustand derbeigeführt haben. Indem ich Sie bitte, hiervon Ihrer Regierung Mittellung zu machen, beunte ich diesen Anlad. um Ihnen, Herr Botschafter, die Versicherung meiner ausgezeichneten Hochachtung auszusprechen. gez. Dr. Cuse. * Eine Rote gleichen Wortlauts mit dem Unterschted, daß an die erforderlichen Stellen statt„französisch",„delgisch“ gesetzt wurde, ist gestern dem belgischen Gesandten in Berlin überreicht worden. Dermischtes. 110 Morde. = Moskan, 12. Jan. Vor dem Moskauer Revolutionstribunal begann ein groter Prozeß gegen den Raubmorder Kotow und Genossen.„Angeklagt find 14 Personlen, darunter 6 Frauen und 2 Knaben. Den Angeklagten wird eine große Reibe von Morden zur Lan gelegl. die Zahl der Ovfer, vom Greisenalter bis zu einem neunmonatigen Säugling. stedt noch nicht endgültig fest. Einer der Angeklagten hat bereits 116 Morde eingestanden. Handel und Gewerbe. 1 Dollar= 10388 Mark. Amtliche Devisenkurse. 1 Gulden W igland 1 Pid. Strl. peria 1 Belal rankreich 1 Frank chweiz 1 Frank Deutschösterr. 100 Kr. 12. Jan. Geld Brief 4119.67 91537 48528.3 10398.9 723.18 1965.07 14.86 11. Geld 4140.33 4119.67 667.67 516.29 48771.6 10451.0 726.82 1974.93 1. 24 78 ¾ 104248 715.70 1970.06 14.88 Bde 4140.33 659.15 523.8 10123 1979.94 14.96 Berliner Produktenbericht. Berlin, 12. Jan.(Teleps.) Bei underändert durchschnittse StenMimmung beheupten I1S bie Greise ungehi auf dem gestrigen Stande Für Weizen und Routen bsand leitens der Berliner Mühlen vermehrte Kaufluß und auch die lachfrage zur Dockung von Weiterverkäusen an bie ReichegertelbeReße hielt an. In Geike und Hofet war des Geschäft inselg. bes fortbausraben Ausstenbes der Aib-———Unser widerstandofähigstes Organ. Welches Organ des menschlichen Körvers leistet den an ihn gestellten Arbeitsanforderungen am meisten Widerstand? Wohl jeder, dem diese Frase vorgelegt wird. antwortet: das Herz. Die Antwort scheini auf den ersten Blick richtig. Das menschliche Herz vumot und arbeitet, ohne auch nur eine Sekunde auszusetzen.— wahrlich, eine gan nur das gesunde widerstandsfäbi auch nur eine Sekunde auszusetzen.— ganz ausgezeichnete Arbeitsleistung! Aber de Hers kennt keine Müdigkeit und ist Da nun Herzerkrankungen in zahl8. ftr bee fortbaneraben Aushenbes der Arbeiter bei ven Zeusagehänblern unverändert rudig. In gröheten Mongen gehen Jul##dische Gerse Aliaalt ig Ssanser Olertäht not Hanbug EnBerliner Börsenbericht. — Versku. 13. Jon.(Telege.) Unter dem Druck der politischen Greignisse dült die„Weglllsc#Pgara do: Si# underändert an. Die Kaufluß erstreckt sich in zunehmendem Made au be#perztmoliche Anlagewerte aller Gattungen. Der nach der üblichen Prossung am Jahrooschluß wieder recht slüssig gewordene GeldRand und die großen Summen, die zur Anlage in Sochwerten, als die noch immer Alertpapiere Ktark bevorzugt, drängen begünstigt Bewegung. Am Aktienmarkt erfuhr im Großverkehr die Kauflu atiensneigung einestelle und die Börlenspekulation mit Eu isle Tümpfungen, doch stiegen die Kurse esen Slattstellungen detroffenen Popiere Hun br durch onahme . überwiegend weiter.— burcschnlitlich abermals auf wehrere kungen in zah nan das Hers allein schon deshalb nicht als das widerstangsfabiglte Organ des menschlichen Körvers ansprechen konnen. Dieser Ruhm st— der Zunge vorbehalten. Die Zunge svottet jeder Anstrengung, ja mehr noch, sie ist am wenigsten der Verletzungsgefahr ausgesetzt. Das kling. überraschend. Denn die Gefahren. die der Zunge durch Knochensolltter. Brotkrusten. Fischgräten. Gabeln, zerbrochene Glaser usw. ständig drohen sind eigentlich sehr groß. Dazu kommen noch die Entzündungggelegenheiten, für die die von Mikroben wimmelnde Mundbohle günstigste Bedingungen schafft. Und doch ist die Zunge fast unempfindlich Jedermann weiß aus eigener Erfahrung, wie leicht der Zunge beigefügte kleine Verletzungen heilen und wir groß die Unempfindlichkeit der Zunge gegenüber den verschiedensten Insektionen ist. Auch bezüglich der„Ardeitsfähigkeit hat die Zunge keine Konkurrenz zu befürchten. Man braucht nur an die Arbeit gewisser Frauen und gewisser Männer zu denken. Unaufhörlich wird in Rede und Antwort die Zunge bewegt. Und doch zeigt sie keine Spur von Ermüdung! Auch keine Abnützungl Wober kommt das? Die Zunge ist eben durch und durch ein Muskel von grundsollder Schmiessamkeit. Wenn wir an einen anderen sportlich trainierten Muskel des Körvers dieselben Anforderungen wie an die Zunge stellen würden. liefen diese Muskeln rasch Gefahr, durch Uebe ernstlichen Schaden zu nehmen. sonders teilweise bescherdener. Belulapeslere mit Einschluß det kandsienten stellten sich döher ebenso wie die Freiverkehrswerte, deuen Rellwerte zeitweise großes Geschäft hatten. Besondergroß In die Zausdewegung wieder in den zu Einheitskorsen gehandeiten Industlepapleten geworden, so daß teilweise wieder die frühere Ordersperte verhöngt werden mußte und man auch hier mit wesentlch erdöhren Nuresteigerungen rochnen muß. An Devisenmerki hingegen halten sich die Umsätze in engen Grenzen. Die Rotierungen unterlagen bei einem durchschniitlichen DollerRaube von 10 5do nur geringfügigen Schwankungen. Essener Kredit=Anstalt. Essen, 12. Jan. In der um 12. Januar abgehaltenen AufsIAtstatefIgung der Eslener Kredit=Anstal: wurde auf Enirag des Vorstandes beschlossen, der auf den 8. Febzuar 1923 einzuderusenden Generalversammlung die Erbsduns d## AItleafesilele von zurzeit 400 Millionen Mark um 300 Tlll. Mark auf 700 Millionen Mark vorzuschlagen. Die Verwaktung begründet idr Vorhaden mit der veränderten geldwirtschaftlichen Lage und der Notwendigkeit, die Bank gegen die duech die Währungszerrüttung hervorgerufene Ueberfremdungsgefahr zu sichern. Die sungen Aktien werden ausgegeden mit der Verpflichtung des Uebernehmers, 100 Millionen Mark den alten Aktionären im Verhältnis von je 1000 Mark junge aus je 4000 Mark alte oder 3000 Mark junge su. 12 000 Mark aln Aktien zu einem günstigen Bezugspreise zu üdereranstrengung Nahrung und Gesichtssorm. arb. Die Nahrung des Menschen hat einen bestimmten Einfluß auf die worm des Gesichtes. Das zurückweichende und spitze Kinn der Backen kommt, wie allgemein angenommen wird. von den Zwiebeln, die sie in Mengen essen. Auch der Alkohol soll bei späteren Generationen Kinnschwund herbeiführen. Die lange Unterlivve und die Stunsnase der Iren sind eine Folge ihres fortgesetzten Kartoffelessens. Die Eskimos sollen von der Fischnabrung ihre Schlitzaugen haben. Zucker beeinflußt die Lippenstärke. Neuerdings will man beobachtet haben. daß Kinder, die viel naschen. volle Livven bekommen. Der Taningehalt des Tees läßt den. chaftlsche, Teeirinter daben daber sakt smmier gortebende volle Lipvey bekommen. Der : Gaumen schrumpfen, leidenaber fast immer vorstebende ihrt zu einer Verengung er Te ee. Ei##### bei Unterernädrung wie gepretzt aus. Die beobachtenden Aerzte geben stalistisch bereits Zahlen an. die beweisen, daß sich durch die verIinderten Nahrungsverbältnisse in Mitteleuzong die durchchnittliche Gesichtsform der einzelnen Völker zu indern beginnt. Unterernährung des Kovfes. die Schläfen sehen Die verLetzte Nachrichten Die französische Rbeinflottille. WTB Essen. 12. Jan.(Teleer.) Die französische pasen lag, ist im Rubrorter Hasen eingetrossen. * Englische Kohlen für die deutsche Industrie? Berlin. 13. Jan.(Telegr.) Die Voss. Zir“ Essen: Es verlautet dort aus englischer meldet aus Ellen.— Quelle, daß deutsche Indust rielle, genannt werden Huao Stinnes und August Thossen. mit einer Gri englischer Kohlenindustrieller sich in Verbind um Über ein Kreditabkommen zu verk dessen in großem Umfangee D Se Ce e Franzosen dessen in ar Versorgung werden solle der wben sollen. Ruhrkobte durch die engli n d bandeln sche Rod. 8 Hilfe und Rat. Steuersachen, Strajsochen(Unadengesuche, Strajaufschub), Zivilprosesse, Scheidungs- u. Unterhallssochen u. alle anderen Rechlegggelegenheiten bearbeitet zuverldsein u. verschtolegen Fr. Tocskowskt, ebemgüger langtohrigger Vereaurorsieherbienger Rechtsonsoälte, Gelsenkirchen, Dessauer straße 2. und zerbrochene Grammophon- Platten kauft: Musikh. Kreuer, Wildenbruchstraße 8. am Hauptbahnhof. Sämtl. Reperatur. an Orammophonen werd. doriselbst gewissen" halt austeführt. In MAGGIS Originalflaschen nichts anderes als MAGGIe Würze sellgehalten werden. Beim Nachfüllen achte man deshalb darauf, daß die Würze aus der großen mit dem Namen MAOG! versehenen Original-Plasche gefüllt wird. Auch verlange man ausarücklich MAGGIO Würze und weise Nachahmungen zurück. (Staatsmedallle, goldene Ausstellungspreiss.) kk hr. janoo Roth& Junlus Unde gapen I. w. S. 138 35. Filiale: Berlin. Hardenberzstraße 14. um NB. 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Wer vorstobende Preise Überschreitet. macht sich des Vergebens der Vreistreiderei (Verocdnung vom 8. Mai 1918 S. 395)#chuldig Außerdem, bat der Betreffende die Schließung seines Geschättes wegen Unzuverlässigkeit zu erwarten. 5157 Gellenktirchen, den 12 Januan 1923. Der Oberdürgermeisder. Bekannt machung. Der neue Nachirag zum Statut der Psandlethanstalt heat zur Einsichmahme in der Pfandbethanstalt und im Zimmer 11 der Pestalo#####chut Schalberstraße 16. auf. Er tritt sofort in Kraft. 5140 Gelsenkircen. den 11. Janvar 1923. Der Oderbülgermeißer. Bekaunt machung. Der am 27. Juni 1886 zu Liedenbera. Kr. Ortelsbung. gedorene Boramann Veler Krafezik, zulevi wodndaft Klrchstraße 48. entziedt sich der Sowe gegen sein Kind Wilhelm. 8155 Eo wird ersucht, seinen Aufenthalt viendin milzuleilen. Gollenkinden den 8. Januar 1923. Städtisches Bürsorgeamt. Bekannt machung. m 1. Derember 1896 stelsdur. geborene Berg zuletzt wodnbaft Glü enziedt sich der Sorp; gegen seine..— Es wird ersucht, seinen Ausenidalt dierdin mitzuteilen 5151 enkirchen den 5. Itnuar 1923. Städtisches Fürsorgeamt. Betenntmeßung. " Der Elsenindustrie Westtalen. Inb. Gerhard Funkenberg. dier, ist auf ihren Anirag vorbehaltlich Rechte Dritter die Genehml—ellun 45 R. R zu Menoguth, bergmann Gottlieb Glückautstraße 72. Familie. be Reste an den Selsent Arbeiterverein Schalke. Städtische Bücherel Gelsenkirchon. Von Montag, den werden folgende Leibkarten: " Für anuar 1923. ab bren erhoben: Für die erste Aussertigung sowie Exneuerung nach o 4(Schlubadlat Allgemeinen Bestimmungen) 200 bei der Mt. Unser Uebes Mitzlied Heinr. Mohrs Ist gestorben. 5129 Zur Beerdigung versammeln sich die Mitglied. am Sonntag nachwittan 2 Uhr in der Eintrecht. Um zahlreiche Tellnahme bittet Der Vorstand. Mahnungen: Mahnung 1. Mahnung 100 Mr. 2 Mahnung....... 200 Det. (Bei der 2. Mahnung wird das Buch bei im Stadtgebiet wohnenden Lelern durch einen Boten aborholt). Für die vom Leser beschmutzten oder beschädigten Bücher: Strafgebühr mindestens... 50 Mk. Vormerkgebühr für ein Buch 20 Mk. Für die durch Schuld des Lesers unbrauchbar gewordenen Bücher ist der Neuanschaffungswert des Buches zu entrichten. 5. Nicht in Gelsenkirchen wohnende Benutzer der städt. Bücherei bezahlen die vorebühren doovelt. Mütterverein Pronstelplarre. Die Beerdigung ist Montag morgen 8 Uhr vom Sterbenause, Teutstraße 5. Cas Hochamt#indet gleich nach der Beerdigung statt. 9161 Von Beileidsbesuchen wolle man hötlichst abschen Bekanntmachungen der Stadtverwaltung. Bekannt machung. Nach Anhorung der Veriroter der hiesigen Bäckerinnung und der Verbraucher wurden die Vreise für freies Geböck ab 13. Januar 1923 wie folg seitgesetzt: Brocchen(50—50 Gr. schw.) 1 Stück 30 Mk. Stuten........ 1 Brd. 300 Mel. Grau= oder Kasselen=Brot aus 70 Pros freiem Mehl 1 Bld. 250 Ml. Grau= oder Kasseler=Brot Mebl stebenden Gebühren dovvelt. Auberdem , d i e e n t s t a n d e n e n P o s t g e b ü d r e n. § 10 der allgemeinen Bestimmungen für die Benutzung der städt. Bücherei erhält solgenden Zusatz: und eine Vormerkgebühr von 20 Mt. für jedes Buch zu bezahlen.“ Der Bücher. i=Ansschub. Wohnungsgesuch! Kinderl. Ebepaar(Beamter) sacht 2—3 ZImmer sofort gesucht. in besserem Hause. Prau Ww. Jos. Loch Schriltl. Anerb. u. Nr. Orillostruße 51. 1828 an die Oeschältast. Tüchtigen 5181 Friseurgehilfe Tausche 2 darcheinandersch. Zimmer gegen 2 setrennte oder 3 kleine. 5132 Zo ertr. Oriliostr. 14#. I. Etage, 1. Tür rechts. Statt Besatzung! Wer überläßt ruhigen Oeschäftsleuten 3—4 feere Räume In bess. Hause geg. Eutschädigung. Bereits zwei Jahre am Wohnungsamt armoldet. Schriltl. Anerb. u. Nr. 5147 an die Geschältast. Unser liebes Mitglied Frau Eva Vogel Ist gestorben am 11. Januar 1923. Die Beerdigung ist am Montag, 13 mu., morz. 8½ Uhr. v. Sterbehause. Tautstr. 5. aus. 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Dieser glaubt dem wErdigen alten Herrn, der sien als Professer Sakunin ausglbt. Hanna, die rechtmäßige Techter des Oralen wird verZentral-Theater Operetten-Bühne. I84 Hleute, Samstag: Premlère! Die Justige Wilcse Operette in 3 Akten. Morgen, Sonntag: Einmalige Schausplel-Aufführung! Um dem morgigen ernsten Tag Rechnung zu tragen, gelangt zur Aufführung die große Volks-Tragödie: Das Gesetz von C. Terbin Ein Stück aus dem Arbeiterieben. Unter Mitwirkung erster auswärtiger Schauspleikräfte. Kristall- Palast. Täglich 8 Uhr. Letster Samstag! Letster Sonntag! Lachen! Lechen! Lachen! Der mit se großem Beifall aufgenommene Schwank: Täglich der größte aufsehenerregendste Auslandsfilm: Frau Staatsanwall mit Heinrich Prang in der Hauptrolle. schleppt.— in ergreitenden Szenen zeig diesen spannende Büd die traurigen nisse der kleinen Hauna. uns rlebDer große Monumental-Film: Packendes Drama aus dem Leben, 6 Akte. in der. Mac Murray—. gese umerih. Nauperalle Bühnenschönheit. 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Januar 1923, findet im Vereinslokal Kamp, Schalkerstraße 43, die Begrüßungs-Feier unseres als letzten aus Frankreich heimgekehrten Kameraden Otto Raffin statt, unter Heundli her Mitwi kung der Vereinigung ehem. Milltär-Busiker sbwie des Männer-Oesangverelas„Einigkeit“ Kassenöffnung 6 Uhr. Anfang 7 Uhr. Alle Gönner und Prsunde, sowie Mitglieder der R. e. K. weiden hiermit herzlichst eingeladen. Der Verstand. Amerikanische Tragödie in 6 Akten. In der Hauptrolle: Lon ChaneN der berühmteste Charakterdarsteller Amerikas. Wer kennt nicht die geheimnisvolle Unterwelt jener Riesenstadt am westlichen Rande der Kaltur? Jenes Oewirr von unterirdischen Kanälen und Verbindungen, in dem heute ein großes Verbrechen, morgen ein politischer Skandal ausgebrütet wird? Blizzard war ihr unbestrittener König und es war doch nur ein armseliger Krüppel ohne Beine. Die ärztliche Wssenschaft nahm se ihm einst, als er ein kleiner Junge war und auf der Straße überfahren wurde. Er kam damals gerae zum Bewustsein, als der Chelazt des Krankenhauses seinem jungen Assistenten schwere Vorwürte machte:„Sie haben den Jungen für sein ganzes Leben ruiniert. es wäre garnicht nötig gewesen, ihn zu amputieten“. War es wunder ich, daß ei eine Wissenschaft haßte, die ihn aurch einen hirtum zum Krüppel gemacht hatte Mit der zähen Beharrlichkeit des Bösen bereitete er seine Rache vor Sie sollte so groß werden wie die Schuld dieser Wissenschaft. Nach seinen Planen sollte eines Tages eine xplosion in einem der reichen Vororte das Signal geben. Dann werdei aus hundert Verstechen seine Bewattneten hervorbrechen, die Polizei durch Autruhr in entlegene Stadtteie locken, während er dieser reichen Stadt Unheil zufü:t. Mit großer Kunst und Geschicklichkeit verkörpert Lon Chaney den Helden, einen beinlosen Krüppel und weiß trotz seiner gesunden Oliedmaße, die Rolle erschütternd durchzuführen. Dieser Pilm ist in Kalif#rnien an Ort und Stelle aufgenommen und hatte überall, wo er bis jetzt lief, einen durchschlagenden Erlolg zu verzeichnen. Wehners anzschule Rolandstraße 3. Eche Könlgstraße. Klassen-Kursus. Geschloss. Privatzirkel.— Einzelunterrichtn Rundu. mod.Tänzes.— Tärlich Aufnahme Eigener Saal im Hauss. G## und Ausbildung. Winter-Kursus und Donnerstag, den 18. Januar, abends 8 Uhr. Bis Pastnacht ballfähig. Gelangene der Liebe Ein Liebesroman in S Akten. In der Hauptrolle: Betty Compson, die berühmte amerikanische Künstlerin. Außerdem: Der bunte Tell. 18 Oewidmet von Ihren dankbaren Kindern, Schwiegersohn, Schwiegertöchtern und Enkelkindern. Plone.- Narmenlum Stimmungen und Reparaturen. an emann Langjährig. Stimmer der UINGUN Fa. Brüning& Bongardt Rlagstraße 32. Telephon 1773. von Tlegen, Hasen, Kaninen und Schafen kauft zu höchst. Preisen Rotthausen Schonnebeckerstraße 46 Niederlage der Herrenkleider-Fabrik Zabel& Huckenbeck, Elberfeld. 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Januar, von Berüchlagen“. abends 7½ Uhr: Montag. 13. Jan. 728-11.1 3. städtisches Sintonle Konzert abends 7 Uhr: Oastspiel des Stadttheaters Dortmund Maria Stuart Elektro-Molore jeder Spannung und Oröße nebst zugehörigen Apparaten und den enorderl enen sonstigen Meteriallen, mit einjähriger Fabrikgararstie, II lielert prompt ab Lager oder kurziristig unter Tagespreisen 6456 Ingenleurbureau für Elektre- a Mälban technlk und Maschinenbau H. VoIher, Zivilin senlieur, Geisenkirchen. Ostst. 14. Tel. 5 3 Oeschl. Vorst. für die „Preie Volksb.“ S. 2. „Des Käthcben von Hellbrona“. Dienstag. 16. Jan., 6-10½. C. 14.„Oötz von BerUchingen“. Mittwoch, 17. Jan.,7— D. 13.„Die lastig.s Donnerstag, den 18. Jan. TV. 15.„Die lastigen“„bands 2½ UIhr: Städt Orchest. Mochum. Solistin: Orete MerremNikisch, Dresden.(Sopran). abends 7½ Uhr: Gastspiel des Stadttheaters Dertmund Welber von Windser“. Donnerstag. 18. Jan., 7 bis 10: Uraufführung B. 13:„Orola“. 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Die katholische Elternschaft verlangt in nicht zu Überbietender Einmütigkeit. die Bekenntnisschule! Ein Staat, der sie zwingen wollte, ihre Kinder in andere, religibs gleichgültige Schulen zu schicken, machte sich des brutalsten Eingrisses in die heiligsten Rechte schuldig! Im Namen der Gewissenofreiheit! Man hat uns wahrhaftig seit 1918 genug vorgeredet von der Freiheit, man hat uns oft genug versprochen, daß alle einengenden Schranken fallen sollten. Wohlan denn, wo ist diese Freibeit? Wir wünschen sie, wir wollen und verlangen sie, aber eine Freiheit für alle, auch für das katholische Volk. Freiheit der Gewissen ist unser höchstes Gut. Wer es antastet, wer katholische Kinder in eine staatliche Zwangseinheitsschule ohne Unterschied der Relizionsbekenntnisse hineinzwingt, verübt unerträgliche Gewissenstyrannei! Im Namen der Erziehung! Die Schule ist uns nicht nur Unterrichts=, sondern vor allem auch Erziehungsarstalt. Höher als alles Wissen steht das Gewissen. Die stärkste und erste Erziehungsmacht ist die Religion. Erziehung ohne Religion erzeugt auch ein Volk ohne Religion. Nur die Bekenntnisschule atbt uns die Gewähr einer Erziehungsschule, deren ganzes inneres Schulleben religiös fundamentiert und durchdrungen ist. Im Namen der Rirche! Die Kirche hat ein ihr von Gott gegebenes, unveräußerliches Recht auf die Erziehung, auch in der Schule. Ihr allein ist der Auftrag gegeben:„Gehet hin in alle Welt und lehret alle Völker!“ Ein Besehl und Auftrag f#r alle Zeiten und alle Völker! An jedem Ort und ohne Unterlaß soll Gottes heiliges Wort verkündet werden. Wie soll die Kirche diesen Auftrag erfüllen, wenn ihr die Schule verschlossen bleibt, wenn die religiöse Schuleeziehung im Seiste der Kirche in weltlichen und simultanen Schulen unmöglich gemacht wird! Im Namen der gläubigen Lehrer! Viele tausend und tausend gläubige katholische Lehrer fühlen sich im Lehrergewissen verbunden, dem katholischen Volke im Kampfe um die Erhaltung seiner Bekenntnisschule die Treue zu halten. Sie sehen allein in der Bekenntnisschule ihr Schulideal, wo sie ihre ganze Persönlichkeit auswirken, entfalten und in den Dienst der Schularbeit stellen können. Eine andere Schule ist für sie unannehmbar! Im Namen der Geschichte! Die geschichtliche Entwickelung unseres Schulwesene im Deutschen Reiche, die überall die Schulen im Schatten der Dome und Kirchen entstehen sah als konfessionelle Unstalten, gibt der Bekenntnisschule ein Jahrhunderte altes historisches Recht, das ihr nicht bestritten werden kann. Im Namen der Rot unserer Zeit! Die tiefe Erziehungsnot unserer Tage, das grenzenlose Jugendelend kann nicht anders überwunden werden als durch Rückkehr zu den christlichen Erziehungs= und Lebenogrundsätzen in der Jugendunterweisung und Jugendgewöhnung. Kehrt unser Volk zu Christus zurück, dann sind wir noch nicht verloren. Die Bekenntnisschul: allein ist imstande, unsere Jugend zu Christus zu führen und ein neues starkes, reines und opferfreudiges Geschlecht in deutschen Landen emvorzubilden. Die Bekenntnlsschule ist in Gefahr, beute mehr denn je. In den sozialistisch regierten Einzelstaaten Mitteldeutschlands eingt sie um ihre letzte Daseinomöglichkeit.„Vergeßzt uns nicht!“ Das ist der laute, flehende Notruf unserer bedrängten Glaubenobrüder in der Diasvora. Wie hören ihn mit hinstrecktem Ohr und wollen in der Unterscheiltensammlung den schirmenden Lebenswall eings um unsere, Bekenntnisschulen aufführen. Ratholisches Boll! Anf die Schauzen! Rette deine Bekenntnisschule! Keiner stebe abletto! Jeder gebe seine Unterschrift gern und freudig, damit die katholischen Schulen— das heilige Vermächtnis unserer Väter — das unveräußerliche Erbe unserer Kinder werden. Wie wird die Unterschriftensammlung getätigt? Die Unterschristensammlung beschränkt sich auf die Katholiken. Underogläubige dürfen, damit man nicht einer Fälschung und Dovvelzühlung beschuldigt, nicht zur Unterscheift aufgesordert oder zugelassen werden. Die Evangelischen haben auch schon, wie bereits bemerkt, zur Unterschrift Selegenheit gehabt. Unterschreiben dürfen nur die wahlberechtigten Katboltken beiderlei Geschlechts, also niemand, der zur Zeit der Unterscheift noch nicht 20 Jahre alt ist. Auch darf niemand auf zwei oder mehr Listen unterschreiben. Eine einzige Falschzäblung könnte das ganze Unternehmen schädigen. Unbedingte Ehrlichkeit und Genauigkeit muß oberstes Gesetz bleiben. Nach der Parteizugehörigkeit darf dagegen nicht gefragt werden. Es ist gleichgültig, ob einer Zentrumsmann. Nationalliberaler oder Kommunist ist. Alle sind zur Unterschrift eingeladen, wosern sie noch Katboliken sein und für die cheistliche Schule eintreten wollen. Jeder und versönlich unterschreiben. Es hat derhalb keinen Wert, wenn etwa die Frau für den abwesenden Mann oder für die erwachsenen Kinder unterschreibt. Auch hier eilt: Eine einzige Zuwiderhandlung gübe dem Geaner die Möglichkeit, das Ganze zu verdüchtigen. Treffen die Vertrauensleute den einen oder anderen nicht mu Hause, so mögen sie sich die Mübe nicht verbrieden lassen, wieverzukommen, bis sie die versönliche Unterscheift erhalten Erlaß des Bischofs von Paderborn zur Ruhrbesetzung. Geliebte Diözesanen! Bis aufs tiefste erschüttert und aufs schwerste verletzt hat uns die Kunde erreicht vom soeben erfolgten Einmarsch sranzösischer Truppen in jenes Gebiet unseres Vaterlandes, welches wir mit Recht das Kerngebiet der deurschen Wirtschaft nennen und welchen zum Teil zum Bereich unserer Diözese gehört. Die traurigen Folgen dieses Vorgehens unserer Feinde lassen sich zur Stunde in ihrer Tragweite noch nicht überschauen. Eins aber steht fest: Der Einmarsch in das Ruhrgebiet ist ein Gewaltakt, ein Vertragsbruch gegenüber einem entwaffneten, wehrlosen Volke. Wir freuten uns bereits nach den zahllosen Opsern und Sorgen der Kriegs= und ersten Friedensjahre einer glücklicheren Zukunft. Wir waren bereit, beim friedlichen Wiederausbau alles Zerstörten zu leisten, was in unsern Kräften stand. Und nun auf einmal eine Fortsetzung des Unrechts und der Gewalt, unn eine neue Eutsachung tiefsten Hasses, ausgehend von solchen, die gesetzt sind, Recht und Gerechtigkeit zu üben und den Frieden zu schirmen. Wehe der Welt, wenn ein solcher Frevel vollbracht werden kann, ohne daß ein Mächtigerer zum Schirm der verletzten Gerechtigleit sich erhebt. Je weniger wir aber in dieser schicksalsschweren Zeit von den Gewalthabern dieser Erde zu erhoffen haben, deste mehr sind wir verpflichtet, uns selbst ganz in den Dienst des unterdrückten Vaterlaudes zu stellen. Ein bloßer Protest gegenüber der Gewalt genügt nicht. Jetzt heißt es, alles Treunende, namentlich allen Klassenkampf und alles Parteigezänk, beiseite zu lassen. Als ein einiges Volk von Brüdern laßt uns die große gemein. ame Not des Vaterlandes mit ernster Wurde und erduldender Treue ertragen und zu lindern suchen. Weil wir aber die Ratschläge Gottes nicht kennen und nicht wissen, wie lange alle diese Trübsale andauern werden, wollen wir fortfahren im Gebete, damit die Dauer der Fremdhereschaft abgekürzt und der Weg zum wahren Frieden gesunden wird. Treu katholisch, treu deutsch, war allezeit uner Wahlspruch. Er soll es bleiben bis zum Tode, komme, was kommen mag. Im Anschluß an vorstehende Kundgebung ordnen wir folgendes an: 1. Am nächsten Sonntag ist in allen Pfarr=, Filial= und Klosterkirchen mittags von 11—1 Uhr ein Trauergeläute zu veranstalten. 2. Am Nachmittag ist vor ausgesetztem hochwürdigstem Gute Andacht in allen Nöten aus dem„Sursum corda“ mit der Litanei von allen Heiligen zu beten. Wegen der Kürze der Zeit bitte ich diesen Erlaß durch die Tagespresse zu verbreiten. Paderborn, den 12. Jannar 1923. Der Bischof von Paderborn: 1 Dr. Kaspar Klein. 1— den Gemeinden, die die Unterschriftensammlung bis zum 21. Januar nicht beendigen können, der Endtermin bis zum 28. Januar einschl. verlängert wird. Bis zum 8. Februar spätestens müssen aber die ausgefüllten Bogen an die hochwürdigsten Ordinariate abgesandt sein. Tokales und Provinzielles. Gelsenkirchen, den 13. Januar 1923. Der graue Cag! 12. Jannar 1923. Wie düstere Fahnen bangen die grauen Industrienebel in den Straßen. In der qualmerfüllven Luft schwingt eine wehe Klage. Autolnattern und Straßenlärm reißen sie auseinander! Heimat! Volk! Vaterland! Bezriffe, die bisher nun tote Worte waren, werden lebendig und glühen aus aller Augen. Heimat! Volk! Vaderland! Nebelfahnen flattern! Herzen klopfen zukunftsbang! Vor dem stolzen Rathaus halten Automobile, Möbel werden aufgeladem! Ein kaltes Frösteln steigt boch Warum? Wohin? Man fühlt eine drohende Macht, die den Arm bebt. Hier hat sie nur mit der Hand gewinkt! Schafft ein Besatzungsamt! Macht Zimmer frei! Wir kommen! Heimat! Volk! Vaterland! Es leuchtet aus allen Augen. Geduldig schleppen die Männer die einzelnen Möbelstücke hevaus! Resionation geht mit ihnen. Aber in den Augen glüht es. Heimat! Volk! Vaterland! Man lädt die Schränke. Truhen, Tische auf! Knarrend dreben sich die schweren Räder der Lastwagen. Die Huve blafft! Wie ein gequälter Schrei fliegt es auf! Springt in die Herzen, läßt Seelen still weinen. Die grauen Fahnen slattern! Die Motorwagen der Feuerwehr rafen durch die Straben. Strohbeladen! Wohin? Blicke fragen. Aus tiefsten Tiefen steigt eine wehmütige Antwort hoch!————--— Langsam fällt Dunkel in die Straßen. Laternen flammen auf! Stille Blicke werden lebendig! Heimat! Volk! Vaterland! Die Blicke reden eine herzliche Sprache: Bruder. deutscher Bruder!————-— Als das Leid in der Nacht zur Ruhe ging, glühte am Himmel ein froher Stern. H. T. Der zweite Tag! Wie wir von amtlicher Seite erfahren, ist am Freitag eine wesentliche Aenderung in der Lage nicht eintreten. Die in Gelsenkirchen liependen Truppen haben Die Arbeit, die zu leisten ist, erfordert eine große Anzall Helfer. Unsore katbolischen Vereine wetteisern, ihre Vertrauenspersonen zur w## stellon. Gewaveste Abgrenzung der Bezirke ist notwendig. um Desvelzählungen zu vermeiden. Die einzelnen Listen sind genau numeriert und werven vom Bertronensmann und vom Merrer unterschrieben. Die Unterscheiftensemmlung muß am 21. Jonnar beendet soin. Am 1. Februer wil das Erzbischöfliche Generalvikariat alle Listen in Händen haben. Ein schweres Stück Arbeit liegt vor une ersparen wir uns aber damit endlose Losten und Ouser für später. Dieser Gedauke möge und, besondere aber nusere watteren Vertrauensleute aufvorven, alles baranzusehen damit die geforderte Arbeit zeitia, gewissendaft nub vollkammen getan werde. Ein auter Erfolg der ganten katbolischen Dii Zentralstelle der Schulorganisation teil: mit:. „Auf Wunsch, der von mehreren Seiten uns geäubert ede, erklären wir uns damit einverstanden, daß in bisher keine Verstärkung erhalten. Im Natbaus hat man für eine eventl. einzurichtende Kommandostelle einige Bureauräume freigemacht. Das Besatzungsamt regelt die Unterbringung der ankommenden Trunnen, die sich in den meisten Fällen eigenmächtig ihre Quartiere suchen. Auch die Offiziere, für die Privatquartiere bereitgestellt waren, suchen sich selbst unterzubringen.— Der Hasen wiod bewacht! Die Feuerwehr ist damit beschäftigt das für die Einquartierung notwendige Stroh henanzuschaffen. Sicherem Vernehmen nach soll die Schupo in den nächsten Tagen von Gelsenkirchen nach Röhlinghausen in das Jungsesellenheim der Zeche„Pluto“ verlegt werden. Allerdings sind die Verhandlungen hierüber noch nicht abgeschlossen. * Eln neuer Raubüberfall. Die Raubüberfälle mehren lich. Gestern wurde wieder ein junges Mädchen, das abends gegen ¾11 Uhr aus dem Geschäft nach Hause kam, überfallen. Als das junge Mädchen in die Nähe des Liebfrauenstiftes gelangts, vernahm es plötzlich einen kurzen Signalvfiss. Gleich darauf stürzte aus einer dunklen Ecke ein junger Mann auf das Mädchen los und versuchte, diesem die Handtasche, in der er scheinbar Geld vermutete, zu entreißen. Der Verbrecher hatte nicht mit der Schlaafertigkeit des Mädchens, das um Hilfe rief und mit dem Schirm dem Angreifer ins Gesicht stach, gerechnet. Auf die Hilferufe der Ueberfallenen eilten 2 Männer herbei, worauf die Unholde die Flucht ergriffen. * Zur Erhöhung der Eisenbahntarife. WTR Gleichzeitig mit der bereits bekanntgegebenen Erhöhung der Personen= und Gepäcktarife an 1. Februar um 109 Prozent wird die Entfernung für die Berechnung der Mindestfahrpreise sowohl für die Einzel= als auch für die Zeitkarten von 11 auf 9 Kilometer derabgesetzt. Die Erhöhung um 100 Prozent ernreckt sich auch auf die Schnelliusszuschläge, die Militärfahrpreise und sonstigen Gebührensätze. An Schnellzugszuschlägen werden also erhoben für Zone 1(1—75 Kilometer). Zone 2(76—150 Kilometer). und Zone 3(über 150 Kilometer). in der 3. Klasse 200. 400, 600 Mk., in der 2. Klasse 400, 800 und 1200 Mk. und in der 1. Klasse 800, 1600 und 2400 Mk. Die Geväckfracht beträgt vom 1. Februar 1923 ab 2 Mk. für jede 10 Kiloer. und 1 Kilometer. Die Mindestfracht wird ebenfalls verdoopelt und auf 200 Mk. festgesetzt. * Der Januar=Mischpreis in Westfalen unverändert. Der Westsälische Milchvreisausschub beschäftigte sich in Hamm mit der Frage der Sestaltung des Milchvreisez für die zweite Jauuarbälfte. Von seiten der Vertreter der Landwirtschaft wurde die **„Bibel= und Naturwissenschaft" lautet das Thema des religöös=wissenschaftlichen Vortrages, der am Montag. den 15. Januar, abends 7½ Uhr, in der St. Georgskirche stattfindet. Auch dieser Thema, das vom Jehutenvater Bönner=Düsseldorf behandelt werden wird, ist nicht nur gerade in unserer Zeit aktuell sondern dürfte das Interesse weirester Kreise finden Hört man doch oft die Fraoe:„Wer glaubt noch an Bibelmärchon?" Mit dieser verächtlichen Frave sucht man die Hl. Schrift lächerlich zu machen und den Gläubigen zu verleiden. Besonders die naturwissenschaftlichen Angaben der Bibel werden vielen zum Anstoß. Demgegenüber wird der Redner zeigen, wie die sogen. Irrtümer und Wider sprüche in der hl. Schrift zu versteben und zu lösen sind. Es darf daber erwartet werden, daß sich, wie bei den bisherigen Vorträgen dieser Art, die wachserd. Teilnahme gefunden haben, auch am Montag wieder eine zahlreiche Zuhörerschaft der ganzen Stadt zu dem Vortrag einfindet. = Die neuen Preise für freies Ge im Anzeigenteile der„Gelsenkirchener die Bekanntgabe der Stadtverwaltung mitgeteilt. = Werbungskosten der Kriegsbeschädigten beim Steuerabzug. Das Finanzamt teilt mit: Bei Kriegsbeschädigten mit einer Rente von 50 v. H. können als erböhte Werbungskosten 50 v. H. des jeweilig für die Werbungskosten gesetzlich festgesetzten Betrages zugelassen werden. Bei dovvelseitig erblindeten kann der 2½jache Betrag der gesetzlichen Werbungskosten zugelassen werden. Bei Kriegsbeschädigten, die weniger als 30 Prozent erwerbsbeschränkt sind, sind im Einzelfalle die etwa beantragten Werbungskosten nachzuweisen. Volkshochschule der Stadt Gelsenkirchen. Am 22. reihen und Arbeitsgemeinschaften vorgesehen Literatur. Kunstgeschichte, Philosopdie. Piychologie. Religionsgeschichte. Naturwissenschaften. Volkswirtschaft. fremden Sprachen und Einführungen in die für die Freie Volksbühne und den Bühnenvolksbund veranstalteten Theatervorstellungen. Der Lebrolan liegt in den öffentlichen Gebäuden. zi den Gewerkschaftsbureaus und in den Bureaus der Zechen und Werte. sowie in Buchhandlungen und größeren Geschäften aus. Einzeichnungen können in den Bureaus der freien, christlichen. HirschDunker'schen Gewerkschaften und in den Bureaus des Gewerkvereins christlicher Bergarbeiter und der Metallarbeiterverbände. sowie während der„Dienststunden im Bureau der Volksbochschule. Pestalozzischule. Schalkerstraße vorgenommen werden. Zur Deckung der Kosten wird von jedem Hörer eine einmalige Einzeichnungsgebühr von 100 Mk.. sowic ein Belegoeld von 250 Mf. für —.—.—— bildern. Ausflügen usw.) verbunden sind. = Nach Mitteilung des Landesarbeitsamtes Münster nd die Privatarbeitsnachweile des rlogtarpeitsnac, andes am 31. Dezember 1922 auf beitsvermittlung für st worden. gesamte Arbeitsvermittlung für das Zechengewerbe ist ab 1. Januar 1923 auf die öffentlichen Arbeitsnachweise übergegangen. Der Bedarf an Arbeitsgelegenheit und Arbeitskräften aller Art für die im Bezirk Gelsenkirchen gelegenen Zechen kann nunmehr beim öffentlichen Arbeitsnachweis Gelsenkirchen. Baracke an der Wiese, angemeldet werden. = W Genfer bkommen vom 1 ai 1922 bat die Auf zur Stadthalle! aller Arbeiler, Angestellten, Beamten, Bürger! Aus Anlaß der plötzlich eingetretenen Ereignisse und der noch mehr hereinbrechenden wirtschaftlichen Not ergeht der Ruf an alle, am Sonntag, 14. Januar, vormittags 10 Uhr an der in der Stadthalle stattlindenden Willensäußerung teilzunehmen. keiner zurück! Erkennet das Geboi der Stunde! Kartell der ehristlichen Berufsverbände.— Kartell des Gesamtverbandes deutscher Angestelltengewerkschaften(Gedag).— Gesamtverband deutscher Beamtengewerkschaften.— Kartell der freien Gewerkschaften.— Afabund.— Allgemeiner deutscher Beamtenbund.— Deutscher Gewerkschaftsring.— Deutscher Beamtenhund, Ortskartell Gelsenkirchen. scheidung der Frage der Staatsangehörigkeit. der Ootionsberechtigung, der Liquidation und des Wobnrechtes derjenigen Personen, welche aus Oberschlesien stammen. an verschiedene Bedingungen geknüpft. von dene ders wichtig diejenige des Wohnsivzes, sei es in Oberschlesien, sei es in Polnisch=Oberschlesien. ist einen dopvelten Wodnsitz hat over batte, kann scheidung beeinflusse Rechte sichen, wenn Regierungspräsident Umständen Der Antra einen beeinflussen und sich unter ern, wenn er dis zum 15. In Arnoberg stimmten Ort als Woynny erklärt. auch von jeder zur Führung eines Dien tigten Bebörde(Amt. Polizeiverwaltung. gestellt werden. Wird dieses Wobnsitzwahlxecht nicht geübt, so bleibt von den mehreren Wobnsitzen verjenige außer Betracht, der den Erwerb der polnischen Staatsangebörigkeit von Rechtswegen begründen würde. d. b. in der Regel der Wohnsitz in Polnisch=Oberschlesien. Der Betreffende bleibt dann wobl vom Wechsel der Stoatsangehörigkeit, aber auch vom Erwerb des W Polnisch=Oberschlesien ausgeschlossen. Alle die in Oberschlesien mehrere Wohnsitze haben oder sollten in den nächsten Tagen sich bei ihrem Ma Amt oder der Landratsamt nach den näberen mungen erkundigen, da es für sie unter Umständen ist, die Wohnsitzwahl nicht zu unterlassen. Aus der Zentrumspartei. ladt. Sonntag. den 14. Uhr im Lokale Dinnenwichtige Versammlung sämt= Zentrumspartei Neustadt. Mts., findet nachmittags 5 Uhr im Po###r dabl. Bochumerstraße. eine wichtige Versammlung— licher Parteimitglieder statt. Stadtverordneter Reifenratb wird einen Vortrag halten. Auch soll die Vorstandswahl getätigt werden. Aus dem Vereinsleben. der gemeinschaftlichen bellior Pexrgurien N. 2ice. e Morgensitzung mit Vortrag und Kaffee im Vereinshause. wozu alle Mitglieder freundlichst eingeladen sind. Die Marian. Jünglinassedalität begeht Sonntag. Leieskenbenfea idr Perschsez, Veisscchte fest. verbunden mit einem Elternabend. 4. Januar. sindet Im Mebring schen Saale das dievichrioStiftungsfest statt. NE An die Postbezieher der Gelsenkirchener Zeitung. Der Bezuespreis für den Monat Jannar beträgt 1200 Mark. Bei der Post sind 659 Mk. einarzahlt worden. Wir bitten unsere Postbezieher, die Nachtahlung iu dem Bezugsbreileanl unfer Beßichetfente Essen 13146 zu überweilen. Sollte der Betrat spätestens bie zum 13. Januar nicht eingezangen sein, so bedalten wir uns das Recht vor, die Zusendung unseren Blattes am 26. ds. Mto. einzustellen. Geschäftsstelle der Gelsenkirchener Zeitung. Aus der Umgegend. Stat tverordnetensitzung in Wattenscheis F7 Waien ta Peter Elbers verhaftet. 12. 26 Jo zlich geweldet. 27. 228 Tinkshänder. u äck lo viele Einaurter gessenschaft das Brodbem der chenchrie erzielt, nicht - Rünkler der linken Hand.— der IR. ende Erfolge wurden erzielt. u Se aer Nr. #is Maler und Musider sind Ei # mit doo Linken zur Vollendut mit grobem u kolle den n Kreisen beidbänsichelte sich die Anund der uleter:. Bechk vom Begriffe„rechts“. von rechts, alles en die. Guter, te Söse. Vorzuasstellung gewährt. Geschickrn. Künstlern. richtige AusLeden mancherlei prochene techSie inserieren an besten und billigsten In der Zeitung, welche die größte Auflage hat und von allen Schichten der Bevölkerung gelssen wird. Diese Zeltung ist die Gelsenklrchener Zeltung „Meine en ie Damen und Herren, wir glaubten die Ehre zu Sie deute den„Tartüfs“ sehen zu lassen, aber der räsident will nicht, daß man ihn sviele.“— Kurze Hofe„Scaramus. der nubrung sagte Ludwis XIV. warum die Leute, diez sich Verbrasthent Ein-Rat. Sus Hurn“. eit nach diesem Verbot wurde bei insiedler“ gegeden, Nach der Aufführ Condé:„Ich möchte wissen. waru bamedotene.. unter und bewegte sich langsam zur Tür binaus zu Conde:„ Seaigen üb die Komodien Molieres ärgern. nichts Scaramus sagen.“ Conde antwortete:„Die Ursache ist die. daß Scaramuz über den Himmel und die Religion spottet. Dinge. um welche diese Leute sich nicht kümmern. Molieres Komödien lpotten über ihre Ver# nicht leiden“ son und das wollen sie Dermischtes. Wie stehst du zum Teben. In der Tier= und Pflanzenwelt gidt es Nutzbringende Schmarotzer. Ein Fruchtbaum bat den Drano in diel P verdrät nr Schmnatbberpflungen Gälepen sangen Kul nd selbst zu nichts nuvze. Der Mensch, der den bebaut. muß darauf bedacht seln, den ersten recht latz, Licht und Luft zu schaffen, die letzten aber zu lich unterscheiden sich die Menschen. Die. welche Volksgemeinschaft leiblichen und geistigen sind alle jene. die Greude daben am zu pflanzen. Sie selbst willen, haben Charakterzüge und Aneköoten aus Molieres Teben. Zu seinem 239. Todestage am 17. Februar. Von Ernn Edgar Reimerdes. . Erankreichs bedeutendster Lustsoieldichter, dessen Werke die Jahrdunderte überdauert und sich auf dem Spielplau der Bühne aller Rulturlander länger gebalten haben, wur nicht nur groß als Künstler, sondern auch als Mensch. Hinter der ihm auigezwungenen Maste des Hosmanns be darg er ein freimütiges, für sein niedergedrucktes Vo Von dem Gelde, das seine Kunst idm ein„Die er einen tlugen und edlen Gebrauch. Einen U seines Einkommens als Schaulvieler. Dichter mmerdiener Ludwigs XIV., das 30 000 Libiis wobl. r und Tages En ragen baden soll. verwendete er im geheimen für wo lss Zwocke: er unterstützte talentvolle junge Dichter u den Armen viel Gutes.— Als Moliere eines Tas seinem Landbaus in Auteuil nach Paris zuructt e bis bacs uab f. er. Blotzlich dorte er den Bettler atemlos hinter Wagen verlaufen und rusen:„Derr. Herr. Sie baben vergriffen. Sie gaben mir ein Goldstück, dier haden es zurück.“ Gerübrt sagte Mollere, dem ersten noch Weitel „Woit. wo dech die in. Steund, dadi Ihr „Jontück dinzufugend. Tugend ihre Hütten daut! Hier. mein## noch eins. Ich hatte mich nicht verariffen. Eines Tages meldete der berühmte Schausvieler Baron. ein Schüler Molieres, diesem in Auteuil einen deruntergecommenen Menschen namens Mondorge an. der um eine Gabe bat. sich aber nicht vor ihm zeigen wollte.„O. ch zenne ibn.“ sagte der Dichter.„er war mein Kollege oc: er ist ein edrlicher Mann. Was meinen man ihm geben?“ Auf's Geratewohl antwortete b zenne idn.“ lagte Languedoc: er ist Sie, soll man ihm geben?“ ah ge be P 15 B. uic Sie ihm einem präd Ludwig kannt deren und ielt olgern. kheiten r unlter. einen Witz. et Se allerdines auch elegen sein eren Zeiten e Scche ioen Kuute. dwig XIV., der das Gente Molieres frü hatte, schützte ibn vor seinen zablreichen Haß er sich durch seine Angriffe auf die Gebrechen der Gesellschaft zugezogen batte. hielt sich gern mit ihm und freute sich Als der Dichter einmal zusammen mit se sailles weilte, sagte Ludwig scherzend:„Sie baden also einen Hausarzt. Moliere, was machen Sie denn mit dem!“ „Sire,“ antwortete der Dichter.„wir plaudern meist miteinander: er verschreibt mir auch wobl Arzneien, die ich jedoch nicht einnehme und doch gesund werde.“ Bekanntlich hat sich Mollere in seinen Stücken wiederholt über die Aerzte lustig gemacht. Zum ersten Male geschab das in der Posse„Die Liebe als Arzt“. und zwar aus folgender Veranlassung: Der Dichter wohnte damals im Hause eines Arztes, dessen geizige Frau eines Tages eine döbere Miete verlangte. Da Moliere sich nicht weiter die Sache gekümmert hatte, wurde seine Wohnung vermietet und er zu seinem Aerger gezwungen. Seitdem begann er über die Schwäcen entweder die Ratt v Fagte, orbracht der 95 bittere Spötter. o it dem Vorkommen der alten Pölkern nabelberschaften 1 Vonin nksbänden die Mederakl der Beden Kriensbeschädigten dat es ja einen gewissen Prozentsat linksden gegeben. Von idnen sind die Herz. Aber auch ihm, dem elänzenden Mense war es beschieden, den Beweis dafür zu erbring Liebessachen der Intellekt noch weniger Macht in hat, als sch. leine nde Bejart. osigkeit das iner hatte ein zärtliches Menschenkenner. sen, das in über den Ebe war er sehr unschöne Schausvielerin m durch Leichtsinn und rer all jene in seinen lichen rend sitt ertubr welche er Willen hat, als sonst. In glücklich, seine Frau, die zu Armande Bejart. verbitterte Treulosigkeit das Leben. An sit Widerwärtigkeiten und Lächerlic Stücken versottet. Eine Trösterin in seinem bäusli lhm seine alte Hausbälterin Lajorest, die rübrend ste und auf deren Urteil er sovtel gab, daß er tücke vor der öffentlichen Aufführung vorlag. —— bei einer komischen Stelle nicht lachte, änderte er sie unverzüglich, weil er erfahren datte, daß eine solche Stelle auch auf der Bühne versagte. Eine seiner genialsten Schöpfungen, der„Tartll brachte dem Dichter endlose Verfolgungen ein. Die e rang Aebnlich unn#####en sich die sich und der Voltsgemeinschaft leiblichen Ruten bringen. sind alle jene. die Freude Schaffen. am Leben, um sich herum zu pfla lieben und tun das Gute um seiner selbst will.— deshalb Freude daran, auch andern selbstlos mitzuteilen. Sie wollen recht viel Frucht bringen. baben Drang zum gemeinnützigen Wirken. Sie gleschen darin der Sonne. der Blume. dem Pater und der Mutter, dem Helden und Avostel. dem großen Dichter und Künstler. dem Vater Im Himmel: sie sind Gottes Kinder. darum Wodltäter und Lieblinge der Menschen. Sie können nie genug tun. finden das reinste Glück des Lebens darin. andere glücken. Ihnen ist Geben seliger denn Nehmen. die Wirtschaft eines Volkes vorankommt. wobl wirh. dann dankt sie es nur diesen Menschen. Den Schmarotzern gleichen im Denken und Handeln alle Ichmenschen, die nur darauf bedacht sind. vom Leben etwas zu haben. soweit möglich, ohne Mübe und Arbeit. auf Kosten anderer. Sie suchen recht viel von andern zu fordern und zu ergattern. diesen aber möglichst wenig zu leisten. Sie tun keinen Schlag umsonst. sind immer besorgt, daß sie nicht zu viel tun. Sie müssen darum im Dienst= und Handelzverkehr, kontrolliert. angetrieben werden. Sie wählen für sich stets jene Arbeit, die am leichtesten Gewinn abwirkt. nicht Volksgemeinschaft am nötigsten winn ist ihnen lieber als Gewin erzeugung. Sie verfallen ohne Scrupel der sich durch Ausbeutung der Not anderer zu bereichern. Ihr Grundsatz ist: Geschäft ist Geschäft. und dumm ist. wer dabei nicht so viel für sich berausschlägt, als er kann. Weil idnen Nehmen lieber ist als Geben. bereichern sie nicht die Wirtschaft eines Volkes. Weil ihre Zahl immer größer ward, mußte die deutsche Polkswirtschaft verarmen. Denn sie verzehren mehr. als sie für die Gesamtheit nutzbringend schaffen. Gefilmte Gledermäuse. ord. Die Londoner St.=Pauls=Kirche hat es sich lich nicht träumen lassen, daß ihre altehrwürdigen noch einmal nächtlicherweise zum Schauplatz dram Begebnisse werden würden. Aber was bringt der nicht alles fertig! Um eine Nachtszene in der St.=PaulsKirche anschaullch zu gestalten, hat dort jüngst eine interessante Nachtaufnahme stattgefunden. Mittels starker Scheinwerser wurden einzelne Stellen des Kirchenst taghell beleuchtet. Das nach allen Seiten in ro Wechsel erfolgende Scheinwerfersoiel verfolgte den Zweck. die in der St.=Pauls=Kirche, namentlich im Kuoveldach nistenden zahllosen Fledermäuse aus ihrer beschaulichen Rube aufzuscheuchen und sie in wilder Flucht nach dunkeren Rubevunkten im nächtlichen Raume din und der zu lagen. Tatsächlich durchschwirrten viele Hunderte von Fledermäusen nach allen Richtungen das Gotteshaus. und dieser seltsam nächtliche Flug bildete das u## tastische Begleitspiel der interessanten Nachtauf Bemerkenswert ist. daß die für die Aufnahme des##.— verwendete Beleuchtung durch starkes Bogenlicht verschiedene bisher unbekannte Baugebrechen der Katbedrale zur Kenntnis der Baubebörden gebracht bat. in der Stadthalle. den 15. Januar aber die. welche die nötigsten hat. Spekulationsge ls Gewinn aus Arbeit und GüterUen ohne Skrupel der Versuchung. uch der nesviel Foxtrett a la Chovin. Wenn man dem Teufel den kleinen Finger reicht. so nimmt er bekanntlich gleich die ganze Hand. Der kleine Zinger ist in diesem Falle das„Dreimäderlbaus" gewesen. in den. zum ersten Male die Melodien eines großen Komponisten von ihrer klassischen Höbe zu der seichten Flachbeit der modernen Cpe##tte und. Immerbin stedt das unfreiwilligen Mitdille des noch weit über der Trivialität broouktion unserer Zeit. und das mag wobl Grund für den Erfolg gewesen sein. den dieses n. der ganzen Welt grhabt bat. Dieser Erfolg hat aber leider den Theaterleuten die Bugen darüber geöffnet, daß es eine rentadle Sache ist berühmte Komvonisten zu pooularisieren„Demzuielge durften schon im vorigen Jahre die Pariser die Cdepinschen Walzer in einer ette genießen, und das Publikum nabm diese Gabe „Ehr pilische Oherelte in kalzer Zeit koren Einzug halten“ hrer internationalen Laufbahn steht somit nichts meh: im Wege. Da aber der Teufel, wie schon bemerkt, sich niemals mit Halbheiten begnügt, hat man jetzt in Paris das große Vergnügen. auf den Erfolg dieser Overette bin bei den eleganten 5 Uhr=Tees den Fortrott nach schen Weisen tanzen zu seben. Diese geradezu emp Prosanierung klassischer Musik ist denn doch ein Leuten von Geschmack über die Hutschnur gegangen. und die französische Gesellschaft der Dramatiker und Komvonisten hat sich zu einem öffentlichen Protest gegen die Ausnützung klassischer Musik für Jimmz= und Fortrotttschlossen. Dieser Protest dürfte um so eber von lerung geneigt moonisten zu Künste. Leon Berard. hat nämlich an den Präsidenten der genannten Gesellschaft ein Schreiben gerichtet, worin er die Art und Weise, wie klassische Musik profaniert wird mißbilligt, die Dramatiker und Komvonisten zu ihrer Aktion beglückseits erklärt. ###dsische Orcheser Bechum ebenso freundlich auf wie die Schubertsche M bekannten Wiener Operette Auch in England „Chi vinsche Operette“ in kurzer Zeit ihren Ein 5 Uhr, Aitgliederversammlung im Weinderf. den 27. Jannar verlogt Am Samstag, den 13. hauptverse wünscht und seinerseits erklärt, alles aufbieten zu wollen. damit der Respekt vor dem Genie gewabrt bleicbe. Ein aufregenden Viertelstündchen rlebte dieser Tage ein Schankwirt aus der Neustadt zu köln. Kam da gegen Abend ein Kam da gegen Abend ein alter Mann an den tisch, bestellte sich einen Korn. goß ihn binter die Binde und ver nicht bezahlt!“ sich nicht hie lufführung erregte in die zweite fügtes Ver reich erschie tfinden sollte. im Theater ein, das. ienenen Publikum mit den Worten som Parlament verMollere dem zahlJorten bekannt gab: Horn. 9ob, ion. Birter die der Wirt „ nicht vieran. Da sprinat der Wirt binter dem Schankisch hervor. saßt von Mann auf dem Bürgersteig beim ockärmel und verlangt Bezahlung.„Ja. wenn ich Geld 44 antwortete der Mann lächelnd. Empört über die erfrorenheit gab der Wirt dem Alten einen gelinden #ot. Der alitt aus, so daß er unglücklicherweise auf das ad eines vor dem Hause stebenden Handwagens schlug und dann lautlos zusammenbrach. Ein Vorübergehender brach der Der auf als „Soll. ich Ihnen nach ein Schnävschen einschenken?" fragte der Wirt. und der Mann antwortete: annllationen ft 29. Jannar, abends 6.20 Uhr im Seale e Emnais Veaseinsstraße 59, Ecke Elisabeihplatz. Mit Rücksicht auf die plötzlich eingetretenen Ereignisse darf kein Vertrauensmann und kein Arbeiterund Angestelltenratomitglied der christlichen Orgauisationen fernbleiben. Grode Kundgebung aller Gewerk Unferrichtsiat Punkt 7,30 Uhr, Herrn Ingenieur begriffe der Ei wird im Arnold Eisen: un Fleitg, 88 gel bes Beilgen xr das Themu: Kohlenwirtschaft Die heutige Ausgabe umfaßt 10 Seiten. Jed. aen blimern. auch Bandwurm, un- Orbis-Wurmkugeln für Kinder u. bedingt sicher durch(hergest. aus Santoperonin) Erwachsene Vorrätig in den Apotheken. Orbis-Werte A.-O. Braunschweiz 21 Hmt Wanns. Durch Beschluß der Gemeindevertretung Wanne und Röblinghausen ist mit Genehmigung der Kommunalaufsichtsdehörde der Gebübrenordnung für das Wohnungsamt Wanne ein Nachtrag angefügt worden, der eine zehnsache Erböbung der bisberigen Gebühren vorsieht für widerrechtlichen Bezug von Räumen. wozu nachträglich aus besonderen Gründen ausnahmsweise die Genehmigung des Wohnungsamtes erteilt wird. Gebührenordnung mit Nachtrag liegt auf Zimmer 32 im Amtshause und in der Verwaltungsstelle Röhlingbausen vom 15. bis 22. Januar 1923 zu jedermanns Einsicht auf. Kathol. Gottesdtenstorènung für Sonntag, den 14. Jannar 1323. ion. M.— Messe. M. u. u. Fr.= Hochamt und Chr.= Cbristen——-ilfinnen u. Bleamtinnen. 1 Mg. 9 Juug=Hausa und der Kengr. Salferflrchken Aktstadt.— Gt. Goorgs=Plorrstuche. 6.20 Uhr: FrühK. d. Jüngl.=Sod. 8.20 Uhr: M. m. Pe. K. d. Schulknad. 15 Uhr: 5. m. Nr. 2.20 Uhr: And. u. S. Gellentirchon=Roustadt.— Licbfraven=Pfarrstrche. 6 Uhr: K. 6.15 u. K. 8 Uhr: R. m. Pe. u. K. d. Jängl.=Sch. 19 Uhr: u. Pr. u. K. d. Männerapost., 6 Uhr: M. 7 Uhr: Arbeiterver. a. d. #. Uhr: K. 7 Uhr: Frühn. u. Or. u. So. R. a— Gesellenver. 8 Uhr: N. m. Pr. u. Ge.=Kom d. ulten e: M7. m. pelz. Gei. 19— 5 Uhr: M. 7.15 Uhr: Br. m. Pe. 11 Uhr: R. m. Pr. ##r. a. f: And. gur.#. 5.13 E 1.20 Uhr Fomilie. — 5.10 Uhr: R. k. Gen.-Rom. Gr. 1. 8.13 R FEE m Tür..-.P. TENLESSEENLEENEN E FITIBLL E. ATTENEE #. 3.20 Uhr: Chr. u. And. 4.20 Uhr: End. m. feierl. Aufa. in 8 Uhr: 88 ##. Te. 3#. tiadnn. u. N. Al Ur: 8. u. G. Sevinghausen— Herz=Jesu=Filialkleche. 7.15 Uhr: Frühwesse u.%##p u.#. Su#ll. Raaben-Konmustt. m Uhr: 6. u. — Gl. Megbalenen-Plerrftrche. 6.45 Uhr: R. u. R. 9 Uhr: Frühm g. Pr. u. K. d. Jäugi. u. Kaab. 10 Uhr: H. u. Sännigten— berz=Marik. Plar=strche. 6.30 Uhr: R. 6.20 Uhr: N. 720 Uhr: R. 5 Uhr: Frühm. m. Pr. 30 Uhr: H. m. pr. 2.20 Uhr: Sakramentsand. m. Weihnachtslied.— K. d. 2. Knab. u. Mädchenkl. d. Mariensch u. monatl. Rommuniontag d. Jüngl. Röhlinghausen— Pforrtlecha. 6.20 Uhr: M. 8 Uhr: N. 8 Uher: " d. P o l e n. 1 0. 1 5 U h r: H. 3 U h r: A n d. „f. d. Polen. Wanne— St. Laurentine. Wu 2 nn. dr. 11 10 Uhr: H. u. Pr. 2.20 9 Uhr: Wa Fi. 1am Uhr: 8. u. Fr. Uhr: M. 6.48 Uhr: T. k###adn ede. 3 m. Er. 90 Uhr: 6. u. dr. 213 Ur. 5m f. d Uhr: Pr. LiE., Sr-cha g. P. N6, 2. a. F. a5 Nr. 6 br T.-“8. Uhz, P. 125 Uh: K. 42 Uh: N. f. d. Bel. r. A# u. Sellps. 1# d:. 4#. Slh. Uhr: M. 8 Uhr: N. m. Pr. 10 Uhr: 5. m. Pe. 2,30 Uhr And. 10 Uhr: Siagn. u. 2, 330 Pr, and. 40 Uhr: Nr. u. Bl. 10 Uhr: H. 3 Uhr: Jnd M. u. Uhr: Sinam. m. Pr. Krrr., 2 Uhr: N. 6.4 Uhr: N. u. Hr. 8 Uhr: R. u. Pr. ###, Ta.:##. Am Ah: d. 1.1 Uhr: 5. u. Nl. 10 fhr. . 7 Uhr: M. 9 Uhr: N. m. Pr. 9 u. 19 Uhr: 6. 11,15 Uhr: 5. m. Pr. 2 Uhr: And. 5 Uhr: End. Versammlungskalender der katholischen Vereine. 19.22 Uhr: 9. 5 Mr. uch. # U ATLR-4. NE, A. F.SE, un. 2 m. Pr. in Frankend. 8.20 Uhr: N. u. Pr. 29 Uhr: H. u. Pe. 2.20 Uhr: And. Eichkel=Holsterhausen— Pfarrkirche, 7 Uhr: M. 8 Uhr: M. m. Pr. 9 Uhr: R. u. posa. Ges. 19 Uhr: H. m. Dr. 3.30 Uhr: And. Bvur— St. Uebauno. 8 u. 7 Uhr: M. 8 Uhr: M. m. Wr. f. d. #5 Schul. 8 Uhr: H. m. Pe. 19.15 Uhr: Kinderm. 11 Uhr: 1. u. Dr. 2.29 Uhr: Kinderand. 8 Uhr: Anb. 6 Uhr: And. Vuer=Geckhausen. 6.20 Uhr: Frühm. 7.15 Uhr: M. f. d. Bolen 8 Uhr: M. u Wr. 4.30 Uhr: b. u. Pe. 8 Uhr: And. Baur— St. Ludgeri. 6.30 Uhr: N. 7.30 Uhr: M. 8.00 Uhr: B. v. polz, Ges. 9 Uhr: H. m. Fr. 16.20 Uhr: Elagn. m. Pr. 2 Uhr: 7#e#. u. Vollogel. u. Br. 9 Uhr: uhr Thorpisel. Vonngrstag 8 Uhr im Kleofianun Turnen. Augustinusschale: Stenographts. Biebfrauen: Rabreaneriammlunn— Kreusbauda# „ El. Geurg-Plerrgensiche.„Sns#g##tt Marik, Liomelsatri cfarrgsneiche Ret Tar. Prair P-1pisch Srep, 593 Uh, sa wuiht, Autluchast, Zehtustezit m abinds um 8 Uhr foit— Juuglingessdalltkt: Nach der Andacht Gen ####ue. SürGeorg: Sonntag nach dom Hochamt Kon 5 Uhr Versametlung mit Woldnochtsfeier. Rutjue wird ven unn an wieder MontagDen ntag, abende 7 Uhr. Konseni! 18. Junuer. versamm lun And. 3 Uhr: And. 7 Uhr: der-Seie. 6. u. 7 Uhr: *****„„ nnr ii Gelnargeuse Oratiulselsammiang.„ , Dreifaltigleite-Pferroilarlegemelabe Horst=Haverkamp. Jünge G. Magdalenen=Pfarrgemeinde Höntrev. Jünglinge####15351e bellt#t: Gennlag nach der Vereinsandecht Generaloss 1/11 1: Am Senntag, nachmittags 5 Uhr, Manatmersaumlung in St. Oranziskno=Psarrgemeinde Piomart Os. Jünglinge: Horz=Jeiu=Killalgemeinde Sevinghausen, Jüngln ber Mbteiss be Gadh. 2. Besiscé Ssatobi: Pume## 153 — Städtische Konzertveranstaliung in der Stadthalle Am Montag, 1n 8. abendo 7,30 Uhr beg nnend. findet Turnen= Sport= Spiel. Versammlungskalender des Deutschen Gewerkschaftsbundes. Seschüftostoller Elisabethstraße s. Ferusprechee: 1935. Kartell der chriltlichen Beruisverbände. Geschäftostelle: Elisabethstraße S. Fernsprecher: 19/5. Christlicher Metallarbeiterverband Bareaus: Elisadethstraße s.: Ferusprecher: 1365. Waitenscheld: Gornigg### Jenust, nachmittog, abends 8 Uhr MitgliederverKreisbildungsebmann Heuze auch die Damen willkommen enzte gesellige Abend muß auf Janues 1983. abends 8 Uhr, ist bei Morten dur Jugendabteilung. Besondere Einladungen hau am Samstag. Lokals Dirkes, Vertsrichtungen am Sonntag, den adtballe. Ramhafte. Redner Arbeiter den 19. Jonnar. abendomnastumg. Vortrag des 11.15 Uhr ist Goueralversammlung bei Etler.— St. SrauzislasTreppenvorein: Conntaa 11 Uhr Sitzung der Vorstandes im psephohanse.— Oberschlesischer Ht. Bardaraverein: Sounsag 4 Uhr Generalversammlung bei Linden. St. Anna=Pfarrgemeinde Biomark=West. Jünaliuaslebal! nallngesebel! Weihnachteseier.— tag 9 Uhr Generaltät:„Nochmittags 5 Uhr im Vereinolokale Wei Deutsche Jugendkraft: Sonntag vermittog eeisammlugg. Marib=Himmelfahrt=Pfarrgemeinde Hohler. IünalingsfodeIIIIt: Sonntag nach der Vereinsandacht Generalversammlung. Der Unterrichtekursue beginnt nächse WochSt. Joseph=Piaergemeinde Schalke. Bolksverein: Donnersvon. abende 7,29 Uhr, Versammlung der Vertrauenzmänner in der Blkaria.— St. Joseph= Ardeiterveretn: Sonntag nachm 4.20 Uhr Generawversammlung im Kolpingesaale.— ZeniralArankengende Julaukkalle: Sonntag wergen 11.30 Uhr vierteljährliche Generalversommlung.— Jungfradenkengregatlon: Am Montag abend 7,30 Uhr Turnen.— Jünglingedereln: Conntag nach der Vereinsandacht Vorsommtung.— Geselsenvereln: Sonntag abend 8 Uhr Versammlung mit VorGe. Autonive=Pfarrgemeinde Scholke=West, Winsenzosrein: Rontag abend 8 Uhr Konferenz im Pfarrhause— Jüngling# lodalitst: Sonntog nachm. 5 Uhr Welhnachtofeler in der 15 zUESZ S.. de K 23 8. 9E S 15 25 Theater und Veranstaltungen. Siädttsches Theatergastspiel n—„ Reilenal-Trauetlages am Sonntag, den 14. Januar,## die für diesen Tag angesagte Vorsteuung„o ulomanns Töchter“ für die Vormietegruppe Blau aus. Eo gelangt dasür am margigen Tage— 14. Januar— das Trauerspiel„Marla Stra“!“ Friedr. von Schiller für die Vormielegruppe Blau zur Aufführung. Beginn 7 Uhr abends. Die für das wastipiel„Hasemanns Tchter“ gelosten Eintrittskarten haben für die Vorstellung„Marta Stuart Gültigkott. Diejenigen Theaterbesucher jedoch, die Theaterkarten für „Hesemanns Töchter“ gekauft haben und die Karten nicht für die Verstellung„Moria Stuar““ denutzen wollen, haben bis heute— Samstag— nachmictag 2 Uhr Gelegenheit, die Karten im Rädtischen Theaterbureau, Rathaus, Zimmer ena, zurückzugeden. Nach diesem Zettpunkte werden Karten nicht mehr zurückgenommen. Für die Vorkellung„Maria Stuort“ sind noch Eintrittskarten im stadt. Theaterbuteau, Nathaus, Zimmer Eba, bie heute nachmitiog 2 Uhr und morgen abend von 8 Uhr ab an der Abendkasse in der Stadthalle zu haden.(Siehe auch die heutige Bekannimachung im Anzeigentett.) dar hatt. Eo wird ausgeführt vom städtischen rchester Bochum unter Leitung des Kapellmeiestre Schulz=Dornburg. Solistisch wirkt die bekannte Sopranistin Grete Merram=Rikisa aus Dresden mit. Eintrittskarten sind noch im Kädtschen Konzertbureau, Rathaus, Zimmer 4ha, und in Eesingr Anzahl bei der Papiezwatenhandlung Huer, Naumarkt, er733 1 EZE Ein grobes Ereignis für Gellenkirchen. as Steinke(Deutschmeister) sämtliche Moltmelster derrt hat und bereits um 8. Januar in Elderfeld mit dem ter Haus Schwarz=München zusammentraf und der Kampf bis zum Eintritt der Schlußzstunde nach einer Gesamtzeit von 2 Stunden 43 Minuten alz unentschieden abgebrochen wurde, wird der Kamp# am 19. Jauuar, abends 8 Uhr, in der Stadthalle Gelsenklichen dis zur Entscheidung gebracht. 15 5 51 655 53 53# 1. #n 8.5 12.• T" 9— ## 8E * 25 FE S 5•——* 55s E5 2 8 8 9 5 S " E* SSES 545 Ei S 2S 2 ** S 8 5 2 8 8 95 A P ss I 1 s 8.5 2 8 2 □ G A Aus der Geschichte der Fehmgerichte. le altdeutschen Fehmoerichte, die in einigen Gauen unseres Vaterlandes auch Westfälische oder Freigerichte genannt wurden, belehn!e Kaiser Karl der Große mit dem Blutbann. Al.o mit dem Recht über und Tod wurden die Richter der„heili gen Fehme“ ausgestattet.— Vielfach wurde im Mittelalter angenommen, daß der große Franke die Fehmaerichte gründete und eifrig förderto. Diese Ueberlieferung stützte sich jedoch auf unsichere Quellen: denn schon bei den alten Germanen stellten die Freinerichte einen wesentlichen Betandteil der Rechtspflege dar. Bekanntlich hielten sich diese alten Gauberichte am längsten in Westfalen, im Lande der roten Erde. Die späteren Fehmgerichte wurden durch andauernde Unruhen, verbunden mit sortgesetzten Macht= und Landzerstückelungen, die eine trautige Folge wr ausgebreiteten Lehnsverhältnisse waren, zur Entwicklung und Ausbreitung gebracht. Gegen Ende deo 15. Jahrhunderts verfiel allmählich die starke Macht der Fehmgerichte; denn eine obr'gkeitliche Gerichtsbarkeit wußte sich mehr und mehr in den Landen des hl. römischen Reiches deutscher Nation durchzusetzen und ihrer RechtsVon Haus Runge. pflege Geltung zu verschaffen. Schon auno 1461 protestierten deutsche Fürsten, freie Reichs= und Hansastädte. sowie die Schweizer Eidgenossen gegen die Ausartungen und Auswüchse der Fehme, die ihre Gewalt gar berrschsüchtig und rücksichtslos anwendete den uns überkommenen Nachrichten zufolge besaßten sich die Fehmaerichte— wenn man von dem letzten Jahrbundert idres Bestehens absiebt— lediglich mit der Aburteilung solcher Verbrechen, auf welche nach damaliger Volks= und Rechtsanschauung die Todesstrafe stand(altdeutsch„femoroge"). Schnell und sicher wurden die gefällten Todesurteile von den Beauftragten der Fehme voll'treckt. Ein uneingeweibter Angeklagter wurde zuerst vor das sogenannte „öffentliche Ding“. d. h. zur Verhandlung geladen. Erschien der Beklagte nicht, so wurde das geheime Verjahren eröffnet. War er auch hier nicht nach dreimoliger Ladung zur Stelle. so galt er als schuldig. und wurde ohne viel Feverlesens zum Tode verdammt.— Einem Angeklagten, der seine Vergeben nicht eingestand, mußten die Schuldbeweise, häufig unter Anwendung grausamster Folter= und Marterwerkzeuge, erbracht oder abgenötigt werden. Unsere deutschen Sammlungen beberbergen noch heutzutage viele Volterwerkzeuge aus dem Zeitalter der Fehme; doch sind die Sonderwassen und=peräte der Febmrichter nur noch in geringer Anzadl vordanden und als solche nur selten einwandfrei zu erkennen. Ein Fehmrichtschwert, das im Museum zu Sigmaringen liegt, trägt auf der Klinze die bei den beimlichen Getchten üblichen symbolischen Zeichen, und zwar ein Kreuz, umgeben von vier Halbmonden und zwei lateinischen S., die als Anfangsbuchstaben der Worte Sacrificium sanctum gedeutet werden. Fehmgerichtskreuze, oft fein ziseliert, und mit scharfen Spitzen verseben, wurden über einem Gerichteten in einen Baum gestoßen. Auch wurden diese Fehmkreuze einem Uebeltäter von den Häschern der Fehme in die Haustür seiner Burg geschlagen und eine schriftliche Ladung oder sonstige Urkunde darunter angebracht. Zum Schluß sei noch erwähnt, daß sich die Angehörigen der Fehme im Verkehr untereinander einer Geheimschrift bedienten. Mehrere lückenlose Alphabetes sind uns erhalten geblieben: sie erinnern stark an die Runenzeichen der alten Germanen. Den westfälischen Fehmrichtern werden diese Zeugen aus dem Zeitalter des grimmen Faustrechtes und der romantischen, grausamen Rechtspflege zugeschrieben. Spiel= Scherz= Humor= Satyre Schachaufgabe. Schwarz. Weiß. Weiß zieht und setzt mit dem deitten Zuge matt. * Streichholzaufoabe. ES SE Bura, umlegen von 3 Hölzaen soll die Esse in ein Kleidungsnück verwandelt werden. * Bilderrätsel. andeirhtfei. Stein soll in Brot verwandelt werden, mit Hilfe von 5 Zwischenwörtern. Es darf jedesmal nur ein Buchstabe weggelassen, binzugefügt oder ausgetauscht werden. Die Dovpellaute ei, au, en 2c. gelten als 1 Buchstabe. Es kommen zur Anwendung ein Teil des Körvers und ein türkischer Titel. der Rätsel in der nächsten Nummer. * Auflösungen aus voriger Uummer. Auflösung der Skat=Aufgabe. Mittelband bat den Alten, Treff=Ab und Zehn. Pique=Zedn. Neun, Acht und Sieben, und Coer=Neun, Acht und Sieben; im Skat liegen Coer=König und Dame. Der Svieler kann nur einmal Atout fordern, die Gegner verstechen die übrigen. * Auflösung des Problems„der See“. st zuerst die Buchstaben in beider Zeilen längsten berabbängenden Zweigen. sodann en kürzeren und zum Schluß die übrigen, Auflösung des Diamant=Rätsels. A 1 0 7 IA S S 0 MAGENTA MOSELWEIK 1 R R W A H N P F EIL NIE * Ein Meisteraussatz über die alten Deutschen. Von einer Lehrerin wurde uns im Original der nachfolgende Aufsatz einer zehnjäbrigen Schülerin zur Verfügung gestellt: Die alten Deutschen wohnten im Urwald mit dicken Bäumen und Schlinkpflanzen. Sie wohnten eine Stunde weit von sich weg. Die alten Deutschen batten teine Ställe, denn sie nahmen das Vieh mit in ihre Gemächer. Sie hatten keine Fenster, sie klebten davor Papier, im Winter machten sie Mist vor die Fenster. — Sie lagen auf dem saulen Stroblager und ließen sich von ihren Frauen Met bringen. Das war so wie Bier und sie tranken es. Die alten Deutschen spielten sehr gern Karten, Skat und Billjard, manchmal versielten sie das ganze Wochenlohn und ihr Haus und Frau, auch sich selbst. Da war ein großer Febler.— Das Gesicht der alten Deutschen war nehmlich: blaue Augen, blonde Haare. Die Männer hatten aber einen Pfaden(Faden!), den wickelten sie darum, sie batten aber keine Oefen. Wenn sie sich Kaffee kochen wollten, so mußten sie es auf einem Dreifuß kochen. Die alten Deutschen mußten oft nahgend(nackend) durch die blanken Schwerter tanzen, das war ihr liebstes Sviel. Aus den Zähnen den Tiere machten sie sich Broschen, Zabnskocher und Pfefsen. Wenn ste ein kleines Kind bekamen, so legten sie es auf die Füße(dem Vater zu Füßen). Dann legten sie es in das kalte Wasser. Wenn es das nicht vertragen konnte, ließzen sie es darin liegen: wenn es das aber doch vertragen konnte, so namen sie es wieder heraus, denn sie wollten nur gesunde Kinder haben. Ein Jertom. Auf einer Gesellschaft bekam der Postassistent Schat# als Tischdame ein etwas angejahrtes, aber äußerst lebhaftes und neckisches Fräulein, das sich mit dem ebenfalls unverbeirateten Postassistenten lebbabt unterbielt. Herr Postassistent Schatz war ein sehr korrekter Mann und es mußte ihn ärgern, daß das Fräulein ihn andauernd mit einem falschen Namen ansprach. Endlich wurde ihm die Sache zuviel und er sagte:„Verzeidung mich immer Schah„ TT 5 8OTTPCoRSUS E— 9— 1 O □ SBE 51 % Gelsenkürchener eitung Gratis=Beilage zur Gelsenkirchener Zeitung Nr. 2. ber der Gast, der mitkam, wer mochte das sein? War es ein Herr oder eie Dame? Dieser nicht genannte Gast stand vor Hans Christians Augen jetzt schon in einem gebe.mnisvollen Lichte. Es war ihm, als habe er schon Botschaft von seinem Dasein vorausgeschickt, als gingen seine Schritte bereits im Hause um, als ob seine Hände sich mit den Türgriffen schon zu schaffen machten. Wenn sich Hans Christian einmal eine Ansicht gebildet hatte, dann ging er nicht so leicht wieder davon ab. Als er am Herrenhaus vorbeiging, blieb er einen Augenblick stehen und horchte. Alles war still. Im Leutehaus hatte Hans Christian seine eigenen zwei behaglichen Zimmer. Als er endlich beimkam, fand er seine Frau, die alte Stine, noch wach. „Es ist heute dort drüben sehr unruhig gewesen," flüsterte sie.„Und die Hunde haben schrecklich gebellt.“ ##as weiß ich,“ erwiderte Hans Christian. Eine weitere Erklärung gab er nicht. Als er seine Uhr an den Nagel über der Kommsde bängte, bemerkte er, daß es inzwischen zwei Uhr geworden war. „Es ist zwei Uhr,“ sagte er.„Da kann ich nur noch zwei Stunden schlasen. Ich muß um vier Uhr aufsteben.“ „Warum denn so früh?“ fragte seine Frau verwundert. Und Hans Christian, der alte Soldat, gab die Antwort, die selbst den kräftigsten Einwand niederschlug. Er sagte: „Der General kommt.“ Sechstes Kavitel. Gefährliche Waffen. Zwei Tage darauf war auf dem Guten alles in Ordnung, um den Besitzer, seine Nichte und den neuen Gast wurdig zu empfangen. Der General hatte seine Zimmer im Erdgeschoß. Da war vornehmlich sein großes Arbeitszimmer mit den hoben Bogenfenstern, die auf den Park hinausgingen. Während der beinabe dreijährigen Abwesenheit des Generals hatte vans Christian dieses Zimmer wie ein Heiligtum bewacht. Keine ungeweihte Hand durfte den Staub von dem großen Mabagonischreibtisch mit den Löwenfüßen wischen, keine andere als die seine durfte die vielen Gewehre, Schwerter und andere Waffen, die gekreuzt an allen Wänden hingen, berühren. Aber nun war das Gemach auch noch genau in dem Zustande, in dem es der General verlassen hatte, und auf dem Fußboden lag das prächtige Tigerfell und grinste mit weiaufgesperrtem Nachen sein Willkommen. Das Fräulein bewohnte den südlichen Flügel, die Zimmer der verstorbenen gnädigen Frau. Hier batten Stine und die Mägde in den letzten beiden Tagen gewaltig gewirtschaftet, und so oft Hans Christian drummend erschienen war, um sich das Schlachtfeld zu beseben, war er davongejagt. Die alte Stine war in böchsteigener Person in der Stadt gewesen und hatte um teures Geld Rosen eingehandelt, die das Fräulein sehr liebte, wie sie wohl wußte. Außerdem batte die Pfarrfrau Rosen geschickt, und die kleinen Zimmer dufteten ganz spätsommerlich. Der alte Hans Christian war wegen des Gastes in grober Verlegenheit gewesen. Dame oder Herr? fragte er sich immer wieder. Stine war der Ansicht, es müsse eine Dame sein, natürlich eine Freundin des gnädigen Fräuleins. Aber Hans Christickn datte auch über diesen Punkt seine eigenen Gedanken. Er folgerte eines aus dem andern, und sein Gedankengang fügte Glied um Glied folgende Kette zusammen: Das Fräulein ist zwanzig Jahre alt, und in diesem Alter pflegen sich die Fräulein in der Familie Jerne zu verloben. Sonntag, den 14. Januar Das Chamäleon. Von Sven Elvestad. Autorisierte Uebersetzung von Gertend Bauer. Warum sollte der General jetzt im Winter nach Hause kommen, wenn es nicht geschah, um an Weibnachten ein Fest zu feiern, ein prächtiges Verlobungsfest... Und die Folge aller dieser Ueberlegungen war, daß Hans Chkistian eine Herrenwohnung im ersten Stock instand. setzte; zwei Zimmer— es sehlte in dem großen Herrenhause nicht an Räumen— ein Schlafzimmer und ein Wohnzimmer mit Waffen an den Wänden— im Hause des Generals waren Waffen genug vorbanden— Postermöbeln und einem großen Kamin. Hans Christian kannke den unverbesserlichen Hang der jungen Herren zu einem Nachsviel des Abends mit Wein und Zigarrenrauch und den Füßen auf dem Kamingitter. Als sich die Uhr der Mittagsstunde näherte, ging Hans Christian nochmals durchs ganze Haus zu einem letzten Ueberblick über das fertige Werk, und fand alles in Ordnung. Die Zimmer waren durchwärmt, gelüftet und wieder durchwärmt worden, und nun war keine Spur mehr von der Moderluft zu merken. Eine dehagliche Wärme von den vielen Oefen und Kaminfeuern breitete sich in den Zimmern und in den Gängen aus, und kam man in die Nähe der Küche, so ließ sich ein mildes Prasseln und Zischen vernehmen, und ein herrlicher Duft drang durch die Ritzen. Die neu in Dienst gestellten Mädchen trivvelten in zierlichen Schürzchen und mit weißen Mützchen im Haar einher und ließen sich gute Ratschläge geben von Stine und den älteren Mädchen, die wußten, wie es die Herrschaft haben wollten. Der Kutscher Gabriel. der vor einem Monat eingetreten war, batte einen neuen Dienstrock bekommen und übte sich auf dem Hofplatz. Der junge Hans Christian, des alten Hans Christian Jüngster, stand unter der Tür und spielte General mit seinen weißen Handschuben und starrte den Landauer an. der jettt herausgezogen wurde, um auf die Schlittenkusen gesetzt zu werden. Der junge Hans Christian sollte heute seinen feierlichen Eintritt ins Leben machen, indem er dem General den Wagenschlag öffnete. Und er zitterte, wenn er an diese ihm bevorstehende Aufgabe dachte. Aber Hölle und Teufel! In all der Eile hatte Hans Christian die Flagge vergessen! Und während der Landauer mit den beiden glänzenden Navven davor die Allee hinunterfuhr, um den General vom Bahnhof abzubolen, stieg die Flagge in die Höhe. und die verrosteten Rollen, über die die Schnur lief. knarrten und quietschten: es war lange der, seit zum letztenmal auf Jernegaard geflaggt worden war.— Der alte Aufseher war sehr. ewegt, als er die grauen Locken des Generals unter der schwarzen Pelzmütze entdeckte. Der Landauer fuhr langsam und festlich in den Hof ein. Vier Menschen sahen darin. eine Dame und drei Herren. Hans Christian dachte zuerst:„Sollten am Ende zwei Gäste mitkommen?“ Aber im nächsten Augenblick sab er, daß der eine der Herr Pfarrer Winter war. Er hatte wohl die Herrschaften am Bahnhof begrüßt und war von dem General eingeladen worden, mit ins Herrenbaus zu kommen. Der dritte der Herren drehte eben den Rücken. so daß Hans Christian sein Gesicht nicht gleich sehen konnte; iber er sah, daß es ein junger Herr war, und so hatte er also doch großartig damit recht behalten, daß er die Junggesellenwohnung im Obergeschoß eingerichtet hatte. Das Gefährt hielt, und der junge Haus Christian öffnete den lackglänzenden Wagenschlon; das war jetzt zum zweitenmal, und er konnte es schon besser und war etwas weniger in Verlegenbeit dabei. Der alte Hans Christian trat vor und stand in strammer Haltung mit dem Hute in der Hand da. Aber seine stramme Haltung wurde dadurch etwas gestört, daß ihm Luise um den Hals fiel und rief: „Du lieber Hans Christian! Du bist aber auch um kein Härchen älter geworden!" Und der alte Mann hatte Tränen in den Augen, als ihm der General die Hand drückte. „Willkommen, Herr General.“ sagte Hans Christian. „Danke,“ volterte der General und schüttelte dem alten Diener die Hand.„Es ist großartig, wieder dabeim zu sein. Ich bin so mürb in allen Knochen, als hätte ich, ohne anzubalten, einen Ritt von vierzehn Meilen gemacht; ich bin zweimal vierundzwanzig Stunden auf der Eisenbahn durchgerüttelt worden. Was sagst Du dazu, Hans Christian?“ „Dazu sage ich„Pfui Teusel!“ Herr General.“ „Bravo!" rief der General und blinzelte zu Pfarrer Winter binüber, der tat, als ob er nichts behört hätte. Aber nun trat der Gast herzu. Hans Christian betrachtete ihn neugierig. „Das ist Leutnant Rosenkrantz“ steckte der General vor.„Und das ist Hans Christian, der einzige Haus Uhristian auf der gauden Welt.““ Der Leutnant lächelte fteundlich und drückt: dem alten D'ener die Hand. „Ich habe schon viel von Ihnen gebört.“ sagte er. „And ich freue mich, einen so ausgezeichneten Mann kennen zu lernen.“ Leutnant Rosenkrantz mochte dreißig und einige Jahre alt sein. Er trug einen Pelzmantel. einen dicken Zobelvelz, sah aber trotzdem aus, als ob er friere. Sein Gesicht war sein und zart, beinabe kränklich, aber er hatte ein Paar große, muntere Augen. Die Herrschaften gingen ins Haus, und als der General durch seine geliebten Räume schritt, in denen alles noch genau so war, wie er es einst verlassen datte, wurde er noch aufgeräumter. Er ging bin und der und sab sich alles an, setzte sich einmal auf diesen. dann auf jenen Stuhl und betrachtete die Bilder an den Winden; als er aber auch den Kopf zur Küchentür dineinsteckte und den Bratenduft roch, da wandte er sich an Hans Christian und sagte: „Hans Christian. wenn ich Selbstberrscher wäre, so würde ich jetzt sagen, wie alte Künige in solchen Fällen zu sagen pflegten:„Ich mache Dich zum Edelmann!" Edelmann! Hans Christian lächelte glückselig über die Anerlennung Das junge Fräulein wurde von Stine in ihr: Ziuner geführt, während sich Leutnent Rosenkranz müde in einen der bequemen Lehnstüble in des Generals Arbeitszimmer sinken ließ. Der Leutnant hatte seinen Pelz aufgeknöpft und bielt Hut und Handsube auf den Knien. Der General gab ihm einen gemütlichen Schlag auf die Schulter, daß der schmäch tige Herr beinabe zusammenknickte. „Nicht wahr. Rosenkrantz, dier haben wir es in Winter gemütlich,“ sagte er.„Ein prächtiges Haus Es wundert mich nur, daß ich es so lange auswärt: ausgehalten habe.“ Der Leutnant gab darauf keine Antwort. Er bechaute sich mit Neueier die Waffensammlung des erals. „Dieser Degen ist eine seine Waffe,“ sagte er, indem er auf das Stück deutete, das er meinte. „Da haben Sie recht. Rosenkrantz. Aber seben Sie sich einmal bier meine Revolver an. Der General ergriff bei diesen Worten die zwei prächtigen Wassen, die auf seinem Schreibtisch lagen. „Diese beiden Nevolver babe ich beständig auf meinem Schreibtisch liegen,“ erklärte der General. „Hier haben sie unberührt drei Jahre Christia wahr, Hans das?“ —.—— aSaESlsne * 50 1n# 9#∆ 80 S 9 Bewahr uns des Herrn Ge„In Befehl!" erwiderte dieser. Sott, kein Mensch hat die Sachen nerals berührt, dafür habe ich gesorot.“ „Sind sie geladen?“ fragte Leutant Rosenkrant. „Rein, natürlich nicht. Warum sollten sie denn geladen sein? Meinen Sie, wir lebten hier in einem Räuberstaat?“ Der Leutnant schlug mit seinen Handschuben durch die Luft. „Weg damit!“ sagte er. Marun denn!“ „Weil sie nicht seladen sind. Angeladene Waffen sind das einzige, wovor ich eine heilige Scheu habe.“ Der General studte und öffnete eins der Magozine. Verblüfft drehte er sich nach Hans Christian um. „Pfui Teusel!" rief er.„Da hat sich also doch jemand mit meinen Sachen zu schaffen gemacht! Alle Läufe des Rivolvers sind geladen.“ „Da seben Sie es, ungelodene Wassen sind die arsädrlichsten,“ sagte Leutnant Rosenkranz. Aber dem armen Hans Christian stockte vor Erstannen das Wort im Munde. Stebentes Hovitel. In der Dämmerung. Der General Korrte zuerst den Avolver, dann den Leutnant, dann Hans Christian und zuletzt wieder den Nevolver an und machte sich mit dem zu schaffen. „Alle Läufe geladen,“ murmelte er vor sich hin. „Das ist doch sonderbar.“ Leutnant Nosenkrantz streckte seine schmächtige, weiße Hand aus, und der General reichte ihm das Waffenstück. „Vorzüglich!“ sagte er bewundernd, während er den Revolver genau betrachtete.„Ich gäbe sofort mit Vergnügen fünfhundert Franken für so ein Ding.“ „Aber es ist ja geladen!“ mahnte der General. „Was weiter, Herr General? Das ist ja ausgezeichnet, geladene Gewehre sind niemals gefährlich.“ „Sie mit Ihren verrückten Ansichten!“ volterte der General.„Sehen Sie denn nicht ein. daß dies eine ganz rätselbafte Sache ist? Ich habe die beiden Pistolen ungeladen auf meinem Schreibtisch liegen sehabt. „Das beißt, verehrter Herr General. Sie sind vor drei Jahren von hier weggereist. Es ist nicht wahrscheinlich, daß sich die Schießdinger selbst mit Kugeln versehen haben, und darum muß man wohl annehmen, daß sich in der Zwischenzeit irgendein Neugieriger mit diesen prachtvollen Dinoern zu schaffen ermacht * „Was sagst Du dazu, Haus Christian?“ „Ich haue„Pfui Teusel!“ Derr General.“ „Das ist ja ganz schön, aber damit sind wir nicht weiter. Du bast doch immer meine Waisen selbst gepurt. nicht wahr?" „In Besehl, Herr General.“ „Und da bast Du doch auch diese Revolver nachgeieben!“ „Zu Befehl, Herr General. Und als ich diese Nerolver das letztemal vutzte, da waren sie nicht geladen.“ „Wann war das?“ Se Toon“ Christian wurde es plötzlich heiß und kalt. als ihm einfiel, daß in der Nacht darauf er und der Pfarrer jene unbeimliche Wanderung durch das leere Haus gemacht hatten. Leutnant Nosenkrantz stand auf und legte den Nevolver auf den Tisch. „Aber der andere?“ fragte er.„Nun gilt es zu erfahren, ob der andere Nevolver gefährlich ist oder nicht.“ Der General untersuchte den andern Nevolver. „Nein, dieser ist nicht geladen.“ sagte er. „Also lebensgefährlich. Weg damit!" Der Pfarrer lachte, und auch der General konnte nicht umbin, den Mund zu verziehen „Es ist also anzunehmen, daß irdend jemand einen een Sirniechert ub arch. i 9t ginen e ker der, hent ige dem er langsam seinen Pelzmantel auszog.„Ist viels#c wältend der lerzten USnal Stunden auf dem Gute irgend etwas vorgefallen?" „Nichts.“ sagte Hans Christian, aber das klang nicht ganz so entschieden. „Gut,“ sagte der General und warf den Revolver auf den Tisch.„Das ist also ein Rätsel, aber kein so besonders wichtiges, und wir wollen die Sache auf sich beruhen lassen. Sieb mal, da kommt Luise — bu, was für ein Sturmwind!“ Das junge Mädchen kam bereingestürmt und brachte einen frischen Hauch von Kälte und Wind mit sich. Sie batte schon die Runde durch die Sälle gemacht und ihre alten Freunde. die Pferde. geliebkost. Ihre Augen strablten. ent Dir. sie kannten mich noch, sie haben gewiebert, börst Du, Oheim!s behauptete sie. Der General ergriff sie an der Hand und küßte sie. freust Du Dich wohl, daß Du wieder zu' Hause bist?“ sagte er. „Entsetzlich freue ich mich, Obeim. Und wie bebaglich meine Zimmer sind! Ueberall sind Blumen. Nun, was sagen Sie, Herr Baron?“ „Von nun an bin ich nicht mehr Baron.“ erwiderte er.„Ich bin in ein demokratisches Land gekommen. Liedes Fräulein, hier bin ich Leutnant Rosenkranz 1 Die Aagen des jungen Müdcheno blitzten ihn an. „Ja. das ist erwas anderes, als der geseterte Löwe im Jockenklub zu sein.“ sagte sie.„Es ist aber auch hier nicht sehr weit bis zum nächsten Klub, nur fünf Kilometer bis zur Stadt. Pfarrer Winter führt Sie gewib gerne im„Freundschaftlichen" ein. Du meine Güte, was Sie auf dem Weibnachtsball für ein Aufsehen erregen werden! Sie sind da gewiß der erste Hahn im Korb.“ „Enädiges Fräulein. in diesen Breitegraden tanze ich nicht,“ erklärte der Leutnant mit einer Verbeugung. „Nicht einmal mit mir?“ „Sie wissen wohl, daß ich Ihr ergebener Sklave bin.“ Der General lachte laut. „Ja, er ist ein artiger Mann, dieser Leutnant Rosenkrantz!" rief er und blinzelte vergnüglich dem Pfarrer zu, als ob er sagen wollte:„Der ist's!“ Und der Pfarrer verstand diese Andeutung. Er erinnerte sich, daß der General einmal geschworen hatte, kein anderor als ein Soldat solle seine Nichte zur Ebe bekommen. Hier war der Soldat. aber der Pfarrer hatte sich doch einen von anderem Gepräge vordestellt. Dieser war ja so schmächtig, daß er aussab, als ob ihn das raube nordische Klima über den Hausen werfen müßte. Aber zugleich lag doch etwas in seinen sanften Augen. ein stahlhartes Aufblitzen von Zeit zu Zeit, das auf Willenskraft schließen ließ. Der Pfarrer fühlte sich von dem Ltutnant angezogen. Während Luise in ihre Zimmer zurückging, um die Reisekleidung abzulegen, begkeitete Haus Corstian den Leutnant in das Obergeschoß hinauf. Der Leutnant war sehr befriedigt, als er die Einrichtung dort betrachtete, und es ging ganz wie Hans Christian es erwartet hatte. Leutnant Rosenkrantz setzte sich sofort in den tiefen, bequemen Lehnstuhl am Kamin und legte die Füße auf das Kamingitter. „Vortrefflich.“ murmelte er. „Wünschen Sie sonst noch etwas?“ fragte Hans Christian.„In einer Stunde wird gespeist.“ „Nichts, lieber Freund.“ erwiderte der Leutnant. der mit halbgeschlossenen Augen dasaß.„Ich bin müde von der Nesse und möchte ein wenig ruben. Sind meine, Koffer beraufgebracht worden?" „Die Koffer stehen im Schlafzimmer, Herr Leutnant.“ „Hut“ „Soll ich die Lampe anstecken?" fragte Hans Chriktian. „Danke, nein.“ erwiderte der Leutnant.„Ich liebe die Dämmerstunde.“ „Aber es wird jetzt rasch ganz finster.“ „Ich liebe auch die Finsternis.“ Hans Christian ging auf die Tür zu „Warten Sie ein wenig.“ bat der Leutnant. Hans Christian blieb stehen. Er konnte von dem junnen Offizier jetzt nichts mehr lehen als die glanzeuden Lackstiefel, so begraben lag der Leutnant in dem tiefen Lehnsessel mit dem hoden Rücken: aber er hörte es der schleppenden Stimme an, des der junge Mann müde war. (Fortsetzung folgt.) Jesus und die Blumen der Mlutter. Von Erich Bockemübl esus lag am Abdang des Waldes unter Haselbüschen und über ihm in Zweigen sangen die Vögel und vor ihm lag die grüne Wiese mit den Blumen des Frühlings. Es war ein Morgen des dellen Sonnenscheins über dem erwachten Tal, die Nebel waren verflogen, und wie verklärten Auges schaute die Landschaft an.... im jungen Grün der Buchen stand der Wald. Schmetterlinge schwebten über den Blüten... und das kleine Haus mit grünen Laden stand wie im weihen Rauch der Blütenbäume, die Fenster weit geöffnet in den neuen Tag.„Wie meiner Kindheit Haus“, dachte Jesas, und en möchte sein, daß ein kleiner Knabe an der Hand der Mutter durch den Sarten käme... es mußte sein, daß ein kleiner Npabe im Eras= spielte, Blumen zu pflücken und der Mutter zu bringen..“ Und er dachte der Tage seiner Kindheit... die Vögel sangen, Vergißmeinricht spielte mit den Wellen der kleinen Bächleins, Schmetterlinge wiegten sich auf den gelben Kövschen der Blumen... Jesus stand auf. und wie ein Kind wandelte er von Blüte iu Blüte. und ohne den Vorsatz, dies zu tun im stillen Nachgefühl eines vergangenen Glückes. pflückte er einen ganzen Strauß von Blumen wie damals, da er dies tat, um ihn der Mitter zu bringen...“ Und dann ###nd er am Rand der Waldes und sab den Weg 5 durch das Tal den Berg hinauf über die Einsomkeit der unendlichen Heide... und sprach vor sich selber:„Der Weg zu wandern noch beungen Tages ... Heide=Einsamkeit... Verlassenheit, o kleine Seele, die mich liebt... mein Weg ins Leid der Welt und in meiner Hand ein Blumenstrauß... so will ich doch noch einmal zu meiner Mutter geben. ebe ich sterbe, denn es wird nicht lange mehr sein... und er ging den Weg binab, binauf. indes die Sonne stieg und der Mittag warm wurrde über der grünen Heide und die Blumen ihre Kövfe hängen kiehen in der Trockenheit der Luft... so daß er trauvig ward und seiner Mutter Leid und Schichal dachte, daß sie ihn missen müsse, daß er ihr bald so ganz entschwunden ei in die Nacht des Sterbens... und dachte der Abende des Abschiednehmens von Nazareth. und wie schön es sei, wenn er sie nun noch einmal erfreuen würde... vielleicht das letzte Mal... Abendfonne würde sein im Garten, in den grünen Beeten, auf der Bank, der Traum der Stille... und sein Herz ward leicht und im frohen Schreiten summte er ein Lied. Indessen aber kam er in ein Dorf. als schon die Sonne lange Schatten binter die Bäume legte und goldig in den enden Staaben lag, da die Kinder vielten auf dem Kirchplatz, unter den Marktvlatzlinden, und die Bauern von den Geldern mit den Karren kamen und Sonnenlicht in die Scheiben ihrer Häuser lächelte... Am Kirchplatz aber blieb Jesus steben, denn die kleinen Mädchen mit den gelben Zöpfen spielten Ringelreihen... und indem sich sein Herz freute, sab er, wie an der Seite, am Treppenstein der Kirche ein junger, kranker Mensch stand, auf einen Stab gestützt, schwermütig lächelnd auf das liebliche Bild der Kindheit schauend... Seine Brust war schwach, er war ein Sterbender und wußte es.. Und Jesus sah ihn an aus großen. tiefen Augen, daraus die Seele schaut, daraus die grobe Liebe Gottes schaut... und sprach zu ihm:„Lieber...“, und der Kranke erschrak, als er das große Auge Jesu sab:„Lieber, du bist kran....“ Und der Arme erkannte eine Liebe zu ihm. und ihm ward aus kranker Seele ein Glaube also, daß er wie betend sein Herz ans Herz des guten Gottes. ins gute Auge. in die Liebe Jesus legte:„Ja. Herr, dieser Frühling nimmt mich binweg zu den Toten. Ich freue mich dieser Stunden im Frübling... denn ich fürchte mich nicht ... es ist nur, daß meine Mutter mich also siebt und also liebte: sie gab ihr ganzes Geld dem Arzt und ist nun arm...“ Und Jesus sprach:„#. du sagst es, dieser Frühlingstage bolde Schönheit... ich saß am Morgen im Blütental und suchte die Blumen wie ein Kind, die nun welk sind... ich liebte das Leben und dachte vor Abend bei meiner Mutter zu sein die in Liebe krank ist um mich... aber ich werde die Stadt nicht mehr erreichen... nimmt die Blumen und bring sie deiner Mutter, ich habe nicht Vater und Mutter, mein Herz ist ruhelos in der Welt... mir ist beschieden, Leid der Welt zu tragen, in die große Liebe... nimm hier die Blumen und bringe sie deiner Mutter... ob sie auch welk sind, sie böüben auf, und dann bist du gefund.“ Und der Kranke warf einen Stab zur Erde fiel vor ihm nieder und sprach: „O. Herr. du bist der große Meister...“ und er küßte eine Fühe, bis Jesus ihn aushob, ihm die Blumen gab und sprüch:„So geh denn bin... deine Mutter ist in Unrube um dich. Sieh, dort kommt sie schon den Wen...- und als der Sohn sie sah, sprang er auf und lief— und sah im Laufen, wie sich die Blumen wieder hoben und fühlte warmes Blut in seinen Adern strömen und lief und rief und jubelte... indes die Mutter ihre Arme breitete... und weinte lang an seinem Halse... Und sie standen. Mutter und Sohn, um ihn zu suchen, daß sie ihm danken würden... Er aber war, als die Kinder alle dem Kranken nachliefen und die Bauern neugierig standen, unbemerkt um die Kirche geganden... schon war er den Berg binab im Schatten der alten Bäume verschwunden...„Vater, ich will deinen Willen tun. Dr ist nicht Mutter und Vater, denn du, wir ist keine Freude als Leid der Welt...“ Also war sein Denken, und lächelnd war sein Auge, als er der Freude des jungen Menschen dachte... aber dunkel ward der Abend, weit umwölbend mit den ewigen Sternen stieg die Nacht berauf— und Jesus ging den Weg jenseits von Nazareth, die wette He#estraße nach Kavernaum. * Neue Urkunden zur japanischen Klärtyrerkirche. eit den Zeiten des Urchvistentums hat die Kirche kein erbebenderes Schausviel christlichen Heldentums erlebt, als es Javan in den letzten drei Jahrbunderten bot. Wichtige Urkunden, die Professor Anezaki von der Kais —“ z u T o k i o i n j a p a n t s c h e n#### und über die P. Dahlmann S. J. im der„Katholischen Missionen" berichtet „Katholischen Missionen— ein neues Licht auf diese unvergleichliche Heldenzeit. Bekanntlich zählte die von Franz Xaver gegründete Kirche Javans 60 Jahre nach des Heiligen Tod gegen eine Million Christen. Aber schon hatte eine blutige Verfolgung begonnen. Nachdem dann der mächtige Reichsverweser Beyasu im Jahre 1614 sein bekanntes Verfolgungsedikt erlassen, wütete sie ununterbrochen und mit unerbittlicher Grausamkeit. 1650 schien das Ziel erreicht, die berrliche Blüte unter der erdrückenden Uebermacht zermalmt. Länzst war das Land aller Priester beraubt, keine Kunde von einem javanischen Christentum drans mehr ins Ausland. Nun zeigt Anezakis Entdeckung, daß die Verfolgung noch noch 1650 mit bentnberter##utiokeit weiter tobte und Christen in großer Zahl mit ritterlicher Treue für ihren Glauben starben. Die gefundenen Schrif.stücke sind zeitgenössische, amtliche Urkunden, die Akten des Gerichtsboses von Nagosaki, dem die Ueberwachung der Inseln Kvulbu anvertraut war. Die Berichte erstrecken sich auf 15 Dörfer im engen Aukreis von Oita, dem alten Funai im Reiche Bunso, und auf 2 Dörfer in Kufn. Die meisten Gerichtsfälle deziehen sich auf die Zeit zwischen 1660 und 1674, einige auf die Jahre 1637 und 1638. Die Urkunden nennen mit allen Einzelbetten des Alters, und der verwandtschaftlichen Beziehungen, Tages und Ortes der Hinrichtung 76 Blutzeugen aus diesen 17 Dörfern, dazu noch 50 andere, die für ihren Glauben im Kerker starben. Ein Gefühl der Ehrfurcht beschleicht den Leser, wenn er diese fremde Namen an seinem Blick vorüberzieben ribewohner, scht. Es waren schlichte b4. So Dor aller geistsind die Angaben, daß sie wohl vor einem Urchlichen Gerichtsbos den Wert eines vollgültigen Beweises für das Martyrium besitzen würden. Noch ergreisender wiekt das Bild. wenn. man die vormandtschaftlichen Beziebungen der Blutzeugen ins Auge saßt. Ganze mam prersamilien enthüllen sich unserm Blick. Eine kleine Familtengruppe zählte 8 Märtyrer. Eine Mutter sah ihre fünf Kinder in den Tod folgte ihnen als sechstes Opfer; einer anderen sechs Kinder im Tode voraus. Vier Brüder starden mit ihren Frauen, dazu von zweien aus ihnen je ein Sohn. Eine fünfzehnjährige Tochter gab mit ihrer Mutter und Schwester das Leben bin.... Odne Zweifel blieb diese Standbaftigkeit nicht an die 17 Dörser beschränkt. Der gleiche Heldenmut beseelte die ganze javanische Kirche, und die Blutgesetze, die niemals gemildert wurden, konnten sie nicht vernichten. Als im Jahre 1865, nach 250 Jahren ununterbrochener Verfolgung, wieder Glaubensboten im Lande erschienen, erfuhr die staunende Welt, daß noch viele Dorssemeinden in verschiedenen Provinzen, insgesamt 20 000 Christen im Verdorgenen der Religion ihrer Väter treu gedlieben waren. Sie hatten das Taufsakrament rein erhalten, zeigten sich wohl unterrichtet im Glauben, beobachtete die kirchlichen Feste und Fasten und konnten die gebräuchstlichsten Gebete. Es ist dies eine der ergreisendsten Tatsachen der Ktrchengeschichte.— Sollten wir da nicht boffen dürfen, daß soviel Heldantum Sottes Segen auf Javan berabzieden wied und auch dier sich Terneskans Wort erfüllt: Das Biut der Märtyrer ist der Same neuer Christen?— Das Bettelweib von Tocarno. Von Heinrich v. Kleist. m Fute der Alven bei Locarno, im oberen Italien, besand sich ein altes. einem Marchese gehöriges Schloß, das man jetzt, wenn man vom St. Gotthard kommt. in Schutt und Trümmern liegen sieht: ein Schloß mit hohen und weitläufigen Zimmern, in deren einem einst auf Stroh, das man ihr unterschüttete, eine alte kranke Frau lag, die sich bettelnd vor der Tür eingefunden hatte, von der Hausfrau aus Mttleiden gebettet worden war. Der Marchese, der bei der Rückkehr von der Jagd zufällig in das Zimmer trat, wo er seine Büchse abzusetzen pflegte, befahl der Frau unwillig, aus dem Winkel, in welchem sie lag, aufzusteben und sich binter den Ofen zu verfügen. Die au, da sie sich erhob, glitschte mit der Krücke auf dem glatten Boden aus und beschädigte sich auf eine gefährliche Weise das Kreuz, dergestalt, daß sie zwar noch mit unsäglicher Mübe aufstand ind quer wie es vorgeschrieben war, über das Zimmer ging, hinter dem Ofen aber unter Stöhnen und Aechzen windersank und verschied. Mehrere Jahre nachher, da der Marchese durch Krieg und Mißwachs in bedenkliche Vermögensumstände geraten war, fand sich ein florentinischer Ritter bei ihm ein; der das Schloß seiner schönen Lage wegen von ihm kaufen wollte. Der Marchese. dem viel an dem Handel gelegen war, gab seiner Frau auf den Fremden in dem obenerwähnten leerstebenden Zimmer, das sehr schön und prächtig eingerichtet war, unterzubvingen. Aber wie betreten war das Ebevaar, als der Ritter mitten in der Nacht verstört und bleich zu ihnen herunterkam, boch und teuer versichernd, daß es in dem Zimmer spuke, indem etwas, das dem Blick unsichtbar gewesen, mit einem Getäusch als ob es auf Strob gelegen, im Zimmerwinkel aufgestanden, mit vernehmlichen Schritten lanosam und gebrechlich quer über das Zimmer gegangen und hinter dem Osen unter Stöhnen und Aechzen niedergesunken sei. Der Marchese, erschrocken, er wußte selbst nicht recht warum, lachte den Ritter mit erkünstelter Heiterkeit aus und sagte, er wolle sogleich aufstehen und die Nacht zu seiner Berubigung mit ihm in dem Zimmer zubringen. Doch der Ritter bat um die Gefälliskeit, ihm zu erlauben, daß er auf einem Lehnstuhl in seinem Schlafzimmer übernachte, und als der Morgen kam, ließ er anspannen, empfahl sich und reiste ab. Dieser Vorfall, der außerordentliches Aufsehen machte, schreckte auf eine dem Marchese böchst unangenehme Weise mehrere Käufer ab. dergestalt, daß, da sich unter seinem eignen Hausgesinde befremdend und unbegreiflich, das Gerücht erhob, daß es in dem Zimmer zur Mitternachtsstunde umgehe, er, um es mit einem entscheidenden Verfahren niederzuschlagen, beschloß, die Sache in der nächsten Nacht selbst zu untersuchen. Demnach ließ er beim Einbruch der Dämmerung sein Bett in dem besagten Zimmer aufschlagen, und er harrte, ohne zu schlafen die Mitternacht. Aber wie erschüttert war er, als er in der Tat mit dem Schlage der Geisterstunde das unbegeifliche Geräusch dahrnahm; es war als ob ein Mensch sich vom Strob. das unten ihm knisterte, erhob. gner über das Zimmer ging und hinter dem Bfen unter Geseufz und Geröchel niedersank. Die Marquise, am anderen Morgen, da er berunterkam. fragte ihn, wie die Untersuchung ab gelaufen; und da er sich mit scheuen und ungewissen Blicken umsah und, nachdem er die Tür verriegelt. versicherte, daß es mit dem Snuk seine Richtspkeit habe: so erschraf sie, wie sie in ihrem Leben nicht getan, und bat ihn, bevor er die Sache verlauten ließe. sie noch einmal in ihrer Gesellschaft einer kaltblütigen Prüsung zu unterwersen. Sie hörten aber samt einem treuen Bedienten den sie mitgenommen hatten, in der Tat in der nächsten Nacht dasselbe unbegreifliche, gespensterartige Geräusch; und nur der dringende Wunsch, das Schloß, es koste was es wolle, los zu werden, vermochle sie. das Entsetzen, das sie ergriff. in Gegenwart ihres Dieners zu unterdrücken, und dem Vorfall irgendeine gleichgültige und zufällige Ursache, die sich enidecken lassen müsse, unterzuschieben. Am Abend des dritten Tages, da beide um der Sache auf den Grund zu kommen, mit Herzklopsen wieder die Treppe zu dem Fremdenzimmer bestiegen, fand sich zufällig der Hausbund, den man von der Kette los gelassen hatte, vor der Tür desselben ein, dergestalt, daß beide. obne sich bestimmt zu erklären, vieltricht in der unwillkürlichen Absicht, außer sich selbst noch etwas drittes Lebendiges bei sich zu haben, den Hund mit sich im das Zimmer nahmen. Das Ehevaar, zwei Lichter auf dem Tisch, die Marquise unausgezogen, der Marchese Degen und Pistolen, die er aus dem Schrank genommen, neben sich, setzten sich gegen elf Uhr jeder auf sein Bett; und während sie sich mit Gesprächen. so gut sie vermögen, zu unterdalten suchen, legt sich der Hund, Koof und Beine zusammengekauert, in der Mitte des Zimmers nieder und schläft ein. Drauf in dem Augenblick der Mitternacht läßt sich das entsetzliche Geräusch wieder hören; jemand, den kein Mensch mit Augen seben kann, brot sich auf Krücken im Zimmerwiniel empor: men hert das Strod, das unter ihm rauscht; und mit dem ern Schritt: tanv! tavv! erwacht der Huno, bedi sich vl. i= lich, die Ohren soivend, vom Boden emvor, und knurrend und dellend. grad als ob ein Breusch auf ihn eingeschritten käme, rückwärts gegen den Osen weicht er aus. Bei diesem Anblick stürzt die Mar nise mit sträubenden Haaren aus dem Zimmer, und während der Marquis, der den Degen ergriffen:„Wer da?“ ruft und, da ihm niemand antwortet, gkeich einem Rasenden nach allen Nichtungen die Luft durchhaut. läßt sie aufpannen, entschlossen. augenblicklich nach der Stadt abzufahren. Aber ebe sie noch einige Sachen zusammengevackt und nach Zusammenraffung einiger Sachen aus dem Tore berausgerasselt, sieht sie schon das Schloß ringsum in Flammen aufgeben. Der Marchese, von Entsetzen überreizt, hatte eine Kerze genommen und dasselbe, überall mit Holz getäfelt wie es war, an allen vier Ecken, müde seines Lebens, angesteckt. Vergebens schickte sie Leute hinein, den Anglücklichen zu retten; er war auf die elendigste Weise bereits umgekommen, und noch jetzt liegen, von den Landleuten zusammengetragen, seine weißen Gebeine in dem Winkel des Zimmers. von welchem edas Bettelweib von Locarno hatte aufstehen heißen. Zeitgemäßes von Büchern und Bücherschränken. für Naive, die der veralteten Ansicht buldigen, das em Bücherschrant ver Bücher wegen da sei, daß er zum Unterbringen mit Liebe und Sachkenntnis gekaufter Bücher zu dienen habe, sei vorweg bemerkt, daß es diesen Bücherschrank mehr gibt. So wenig als heute noch jemand so tändig sein wird, Bücher etwa zu dem Zweck zu kaufen, sich an ihrer Lektüre zu ergötzen oder zu bilden. Bücher dienen als Zimmerschmuck. Hauptsache ist das Format, der Einband und der bunte Rücken. Natürlich vom Künstler entworfen. Ein Buch ohne bunten Rücken hat seinen Beruf verfehlt. Rot mit Golddruck ebenso müssen die Formate verschieden sein, sonst ließe in die Fa nicht der interessante Rhythmus ugen. gsade Jammerschade ist es— und ich begreife den Verlag einfach nicht— daß Mayers Konversationslexikon rückwärts so unansehnlich ist. Soust wäre es zur Füllung von Bücherschränken sicher noch viel beliebter, als es vermöge seiner Größe und seines Gewichtes schon ist. Die Sache muß überbaupt einmal energisch in die Hand genommen werven, ein geschickter Buchhändler muß zusammen mit einem Kunstbeirat die gängige Literatur nach Format, Größe, Gewicht, Farbe des Deckels, des Schnittes ordnen und wirkungsvolle Gruppierungen festlegen. Das wird dann das Büchergeschäft erheblich vereinfachen. Auch die Möbelindustrie würde diese Neuerung dankbar begrüßen. Es hat sich eingebürgert, daß die Bücherschränke zusammen mit Inbalt verkauft werden So kommt der Käufer nicht in die veinliche Lage, etwas von seinen Literaturkenntnissen zu verraten. Aber dem Möbelfabrikanten ist die große Verantwortung gegenüber der Literatur, die ihm da plötzlich zugemutet wird, gar nicht erwünscht. Gäbe es von seiten des Buchhandels fertige Sortimente, je nach Größe des Bücherschrankes, Farbe des Holzes und der Tapeten zusammengestellt, so wäre allen Teilen geholfen. Der Buchhandel muß sich hierbei eben an die gebräuchlichen Größen halten. Der Bücherschrank ist entweder 2 Meter, 2½ Meter oder 3 Meter breit und durchschnittlich 2 Meter boch. Kleinere Muster geben nicht. Danach sind Kubikinhalt und Oberfläche, die mit Büchern zu bedecken sind, leicht zu errechnen. Die unteren 80 dtimeter kommen für die Aerechnung nicht in Betracht, sie werden mit Türen verschlossen und dienen zur Aufnahme von Likören und Zigarren. Es sei nicht verschwiegen, daß infolge der Saumseligkeit des Buchbandels der Literatur eine ernste Gefahr droht. Die Buchbinder sind diesmal flinker gewesen. Sie lieferten fertige Einbände mit jedem gewünschten Aufdruck in allen gebräuchlichen Formaten und mit den schönsten Rücken, jedoch ohne Inbalt, alse die Haut des Buches ohne die Seele. Es sind sämtliche Sattungen. Literatur und alle nur möglichen Farbenzusammenstellungen zu haben, ja, der technische Fortschritt hat sogar dazu geführt, daß ganze Grupven von Büchern in wirkungsvoller Zusammenstellung gekiefert werden können. So gibt es Schillers sämtliche Werke in einer einzigen Atrappe, innen natürlich bohl, ebenso das schon berührte Lexikon sowie neuere Literatu meterweise, genau den Fächern der Bücherschränke entsprechend. Hier winkt ein neuer Beruf für Kunstgewerblerinnen. Die Lieferung von Literatur ohne Werte! Welch eminente Papierersparnis mit den ist, sei nur nebenbei erwähnt Jaumann. neuen Sostem verbunden