RK 293.—.71. Jahrgang. Sonntag, den 23. Oktober 1898. Erscheint wöchentlich zwölfmal. Vierteljährliche Bezugsgebühr 2 M. 25 Pf. durch die Post bezogen 2 M. 50 Pf. Ankündigungs-Gebühren die einspaltige Grundzeile im Allgemeinen 20 Pf., für Arbeitsmarkt und Wohnungs=Nachweis 15 Pf. verbunden OoTrmunder Amtliches Kreisblatt für den mit dem Anzeinrr. Anzeigen=Annahme: Weberstraße 2. Druckerei und Geschäftsstelle: Mönchenwordt 2. F# Verantwortlicher Redakteur: Rud. Versen, Stadt= und Landkreis Dortmumnd. a s Sonntags=Beilage:„Für Haus und Hof“, Blätter für Unterhaltung, gewerbliches und soziales Leben, Haus= und Landwirtschaft. ess e a e n eg Hierzu eine zweite Aushabe, sowie das„Illustrirte Unterhullungsblatt“ Nr. 43. Deutschland. in den Grenzugritene Poltischgesellige Vereine des Kammergericete. Ein beimerkenswertes Urteil Zeitung“ mitget g der„Deutschen Juristenseliger Vereint t: Die Frage lautet:„Ist ein„geverfolgt, durch gep'scher den unmittelbaren Zweck Gesinnter und den Zusammenschluß dänisch in nördichen Sessgenu schluß deutsch Gesinter das inentums gegen Zeuis bestehende Widerstreben des simnung zu erheaten zun und zwar zunächst hei öslich zu verschärfen, auch über Hiese p“ u= seinen Mitgliedern, dann aber Freisen“— nochau in deren„weiteren InteressenS— noch ein privater oder ein politischer?“ Das Kammergericht hat sich für das Letztere entHerein; weicher in uit folgender Begründung:„Der Reichs durch Erhaltun deuschen Anugs burah Erhattung und Verschärfung des aulsien ses seeigztee Besen und belliche Gesnung allgemeinen und damit. Staatswohl im rühren“ Diese atsg en ossentliches Interesse berühren.“ Diese Entscheidung ist von noch größerer Bedeutung für die Grenzmarken im Osten, wo die großpolnische Bewegung zahllose Gewerbe=, Gesang=, „uxrz. Arbeiter=, Iünglings= und Jungfrauenvereine und Kreditorganisationen zur Verfügung hat, von sie durch den gugen Auschluatz. ans Gilt, daß ###c, ven engen zinschluß polnisch Gesinnter und den Ausschluß deutsch Gesinnter das in Posen, Westpreußen und Schlesien bestehende Widerstreben des Polentumes gegen deutsches Wesen und deutsche Geerhalten und zu verschärfen suchen, bei ihrer Mitgliedern sowohl, wie in weiteren InteressentenBerlin, 21. Oktober. England und Deutschland auf dem Weltmarkte. Die aus Konstantinopel hier Fänge gag PKeriziescgrichten bestätigen den schönen VerLoxspiels, au der Reise, die unseren Kaiser diesmal an die geweihten Stätten des heiligen Landes führen soll. Der Sultan und sein Hof wetteifern miteinander in Aufmerksamkeiten gegen ihre Gäste. Wenn auf sie auch die Erinnerung an die wohlwollende Haltung, welche Deutschland der Pforte gegenüber in wichtigen Augenblicken und in schwierigen Lagen eingenommen hat, mit von Einfluß gewesen sein mag, so würde es doch verkehrt sein, Besuch und Aufnahme jetzt mit Fragen der aktuellen Politik in Zusammenhang zu bringen. Umso bedauerlicher ist es, wenn jetzt wieder in einigen englischen Blättern ein gehässiger Ton nicht nur Deutschland, sondern auch der Person des Kaisers selbst gegenüber angeschlagen Wibt dorch does Fiih, daß England sich beschwert Welimarst ghlands auf dem möcht. Aber. Jahr zu Jahr mehr fühlbar! diese Erscheinung rührt doch nicht von gestezie her, und umsichtige englische Politiker werden ##9 seiner sagen können, daß auch ohne den Besuch des Kaisers am goldenen Horn die englische Industrie Bedissganhsche Handel damit rechnen müssen, Mesimglind als ebenbürtigen Mitbewerber auf dem ###tmarkt erscheinen zu sehen. Das mag dem einen oder dem anderen unbequem sein, aber hat England ein Monopol auf den Welthandel; bat Eneland Berlin, 20. Oktober. Der Ober=Hof= und Hausmarschall Graf zu Eulenburg kann sich rühmen, im preußischen Staate derjenige zu sein, dessen Brust die meisten Orden zieren. Nachdem ihm jetzt vom Sultan der Nischan=Iftechar=Orden in Brillanten verliehen worden ist, hat die Zahl seiner Orden, unter denen des ihm am 22. März 1867 gelegentlich der Enthüllung des Denkmals Kaiser Wilhelms I. verliehene Orden vom schwarzen Adler die erste Stelle einnimmt, die hohe Zahl von 63 erreicht. Selbst Fürst Bismarck und Generalfeldmarschall Graf Moltke hatten eine solche hohe Zahl von Orden nicht zu verzeichnen, die bei ersterem 54, bei letzterem 44 betrug. Kaiser Friedbesaß bei seinem Regierungsantritt 72, Kaiser Wilhelm II., als er seinem Vater auf dem Thron folgte, dem Grafen Eulenburg an Auszeichnungen zunächst stehende ist der Chef des Militärkabinetts, Generaladjutant v. Hahnke, mit 52 Orden, dem Prinz Albrecht von Preußen mit 44 Orden folgt.— Am 22. Oktober, an demselben Tage, an welchem die Kaiserin Auguste Viktoria ihren Geburtstag feiert, vollendet Graf Eulenburg sein 60. Lebensjahr. Er ist der jüngere Bruder des Staatsminister Grafen Botho und der ältere des Grafen Karl, Kommandeurs der 1. Kavalleriebrigade. Graf August trat als Lientesaute is gas 1. Garderegiment zu Fuß und wurde im Apes 1865 zum Adjutanten des damaligen Kronprinzen Friedrich Wilhelm ernannt. In dessen Diensten übernahm er 1868 das Amt des Hofmarschalls, in dem ihm der verstorbene Herr v. Normann folgte. Nach dem Tode des Grafen Stillfried wurde Graf August Eulenburg zum Ober=Zeremonienmeister ernannt und benr en hen.P 1880 seine jetzige Stellung. Nach1860 den Kaiser Friedeichde uach dem Orient und Geßtezich Verisalen., Posert Bitein u dberi Oktbr. Das englische Kriegsgeschrei. Zeßen sop ugen üder die Schiffsausrüstungen im ver Toulon sind geeignet gewesen, die Besorgnis zu verstärken, daß die gereizten Erörterungen über die Faschoda=Angelegenheit zu einem förmlichen Bruch zwischen Frankreich und England führen könnten. An hiesigen unterrichteten Stellen läßt man sich jedoch in der ruhigen Beurteilung auch dieses Zwischenfalls nicht beirren und verharrt bei der Annahme, daß der neueste Konfliktsfall keinen, anderen Verlauf nehmen werde, als frühere Streitfälle wegen afrikanischer Besitzfragen. Am Nil selbst hat Frankreich garnicht die wacht, es auf einen ernstlichen Versuch, sich mit England zu messen, ankommen lassen. Die Hoffnungen aber, daß es gelingen könnte, England durch einen würde, seihst wenn Frankreiggiebigkeit zu zwingen, n S c““ weiti Franrreich dabei mit Bestimmtheit auf die Geneigtheit Rußlands, einen derartigen Waffengang zu begleiten, rechnen könnte, nur auf sehr achen, Füßen stehen. Hier neigt man der Ansicht 31 daß die dem englischen Indien von einem russischen Estahren, pielfach überschätzt In Rußland selbst werde man jedenfalls nach den Erfahrungen des letzten Krieges zwischen Amerika und Spanien die Ansichten über die Wirkung haben. DDas manitn gnt haben. Daß man auf deutscher Seite der FaschodaFrage vollkommen neutral gegenübersteht, bedarf wohl kaum noch der besonderen Betonung. . Berlin, 21. Okt. Aus dem ultramontauen Lager. Mit der Besiegung der Gegner seiner trierschen Landtagskandidatur ist Herr Kaplan Dasbach augenscheinlich nicht zufrieden. Jetzt sollen sie zur Strafe politisch vernichtet werden. Bekanntlich hatte in der VorV Lore. besprechung des trierschen Zentrumskomitees diese Kandidatur bei den städtischen Delegirten überwiegend Gegner, wurde aber d rch die ländlichen Vertrauensmänner durchgesetzt. Eine Zuschrift an das bekannte bonner Zentrumsorgan verlangt jetzt eine„gründliche Säuberung unter den städtischen Elementen der trierschen Zentrumspartei, und die bonner Redaktion unterstützt diese Anregung in der nachdrücklichsten Weise. Als neuer Reichstagsabgeordneter für Aachen= Land scheint Herr Kaplan Tasbach übrigens in Aachen bereits publizistische Fühlung gewonnen zu haben, da das dortige Zentrumsblatt mit sehr kräftigen Tönen in dasselbe Horn stößt. Gleichzeitig aber darf der wie jetzt Herr Dasbach gegen den Willen der Centrumsführung in den Reichstag gelangte Herr Redakteur Fusangel gegen eine Landtagskandidatur des Landrats v. Savigny agitiren. Der also Bekämpfte dürfte ein Sohn oder Neffe des vormaligen ersten Zentrumsvorsitzenden im Reichstag sein, was ihn aber gegen eine solche Behandlung nicht zu schützen scheint; die im deutschen Ultramontanismus ausstrebenden neuen Elemente scheinen recht gern an den geschichtlichen Namen der Partei Kraftproben anstellen zu wollen. DerTod des greisen Grafen Landsberg=Velen hat übrigens eben jetzt an die Art erinnert, wie dieser um das Zentrum hochverdiente Mann seinerzeit um sein Reichstagsmandat gebracht worden ist. Daß in der betreffenden Presse und besonders auch durch Herrn Dasbach selber die Marinepolitik der Lieber und Genossen gröblich angegriffen wird, ist selbstverständlich. Recht bezeichnend indes gerade im jetzigen Augenblick kann es wohl genannt werden, daß man sich in Bonn gegen die kölner Besprechungen der päpstlichen Rede an die französischen Pilger nachdrücklich entrüstet. Antinationale Gesinnung und iblizistische Konkurrenz widerstreben sich nicht. Verkehrssteigerung. Von der starken Entwickelung unseres Verkehrs gibt die Thatsache ein treffendes Bild, daß der gesamte Verkehr auf den deutschen Bahnen, welcher in dem zehnjäh rigen Zeitraume von 1884 bis 1894 von rund 107 auf rund 174 millionen Tonneu, stieg, in dem dreijährigen Zeitraume bis 11897 weiter bis auf rund 217,5 millionen Tonnen zugenommen hat. Betrug die Zunahme in der ersten Periode 62,5 Prozent oder im Jahre.25 Prozent, so stellte sie sich in der zweiten Hälfte auf 25 Prozent, oder im z2ahre 88 Prozent. Der Verkehr ist daher in den letzten Jahren nicht nur absolut, sondern auch relativ nicht unerheblich stärker als vorher gestiegen. In dem ganzen 13jährigen Zeitraume wuchs der Verdonnelt 108 Prozent, hat sich also mehr als ver14) Roman von E. Vely. (Nachdruck verboten.) Lore steht noch immer auf demselben Flecke, die Augen weit geöffnet, starr, bleich bis zu den Lippen, und schaut dem Paare nach, das Schritt um Schritt den Weg bis zu der kleinen Pforte des Forstgartens zurücklegt,— Dann wirft sie plötzlich die Arme in die den und stößz ,zinen gellenden Schrei aus, drüben an Sein Zäibent geiucen, häggen dunkelrote Tropfen— „sein Blut“, sein Blut und sie vergoß es— und weiterhin zieht sich die rote Spur. die Kniee und schlägt die Hände vor Gesicht, ein kalter Schauder schüttelt sie, denn sie hat eine häßliche, unsühnbare Schuld auf sich geladen. Fie den so unendlich demütgenden Gefüht ipres Verbemmten seinen Schlag. Ach, und das ei de—0 blut würde sie doch so gerne für ihn vergosse. — jetzt weiß sie es. Jetzt erst? Nein, ist das Gefühl ja schon damals, als sie die zierliche Gestalt neben der seinen stehen sah, als sie die beiden so vertraulich miteinander plandern hörte— als die Sherschigh dasses gegen die schöne Fremde sie Drüben sinkt die Sonne, ein Feuerball— #„blendet die Augen und sie schließen sich eine „,Die Musik— eine Walzermelodie klingt herüber. gespielt als ihre Fing, ennt, se dat sie selber eini richten mußten, von der noch,solche Arbeit nicht verrichten mußten, von der sie steif und hart geworden scelas es esien al K ealcbis elte .„Ihr haltet sie zu gut, Schwiegermutter— das dünkt sich denn was und steht am Zaun und guckt nach den Herrn aus— so fängt es immer an,— so wird sies ja wohl gelernt haben von der Mutter— die hat sich darauf verstanden und euch noch zuguterletzt ein E für ein U vorgemacht— mit der da, die hier garnicht herein gehört“ der 99 Schnähend Länden hat es ihr gezuckt, sie ist auf die verunglimpfen setreten:„Ich lasse meine Mutter nicht helles Lachen hat ihr geantwortet, in das die alte Lensch mit eingefallen ist. getragendau ut man ihr die Männerarbeit hier auf. Die Kiepe ist gefüllt, sie kniet auf den Boden nieder, um die breiten Tragbänder von rückwärts über ihre Schultern zu streifen— dreimal sucht sie sich dann mit ihrer Last zu erheben, immer wieder fällt nun hält sie den Atem an, nun noch ein .55, gelingt, sie steht, aber taumelnd kann sie nur die ersten Schritte zurücklegen.— u5eihzin eicht keuchend mit ihrer Last durch die Abenodammerung— sie muß die zitternden Glieder ab und an gegen ein Geländer, eine Mauer stützen, um nicht umzusinken— endlich steht sie neben der kleinen Pforte des Hintergartens, aber ihre letzte Kraft is stichäpit, ebe sie dieselbe aufstoßen kann, bricht sie „Lore, Kind— was is denn auch nur—“ Es ist die Stimme des alten Lensch, der sich durch nach Feit Gsscht dat und seine Hand tastei Pistit, z: nichte— es geht schon vorüber—“ er, ign gie Pflöcke, welche die Tragbänder halten. =Is. zu schwer geworden— was? Na, ich sage, die Alte hat kein Einsehn. Das is sie ja nich gewöhnt, sag ich— so soll sies lernen, schreit sie. Da geh nu einer gegen an. Ich kann es nich—““ Hand des alten Manien, verschundenen Gingern „Laß man, Kind— weißt ja, die Alte brauchts nich zu sehn— na, sieht manches nich, was ich nich wil, so is es sa nun mat:— 46 uich Sie erhebt sich mühsam an dem Pfosten, den kürzlich der Studente als Schreibpult benutzt hat. Es ist noch hell genug, um das Gesicht des graubaarigen Mannes zu erkennen— es ist ungewöhnlich gerötet und ein unruhiger Glanz in den Augen. „Schwiegertochter und die Alte haben sich an Kaffee und Kuchen gütlich gethau— weißt ja, wenn die Altsche ihre Touren hat, dann läßt sies draufgehen. Un ich— na nu, ich, ich verdiene ja auch a Mangel im rheinischen Fernsprechwesen. („Kölnische Zeitung". Erste Morgen=Ausgabe, nläßlich eini, 20 Otober 1808) I5„Azzatzusch einiger ihm zu Ohren gekommener Klagen üder Mangel im Fernsprechwesen hat der Verein der Zudusristsides Regierungsbezirks Köln vor kurzem seine Mitglieder über ihrerseits in diesen Beziehungen gemachte Wahrnehmungen befragt und darauf eine ganze Anzahl von Antworten empfangen, die das Bestehen solcher Mängel melden. Als die hervorstechendsten Unvollkommenheiten des Fernsprechverkehrs werden die langen Wartepausen bei Bestellung von Anschlüssen nach auswärts bezeichnet, und zwar nach allen Richtungen hin. Häufig dauert es eine bis zwei Stunden, bis ein solcher Anschluß hergestellt ist. Dadurch wird natürlich der Wert dieses Verwas, wenn sie es auch zusammenhält. Hehe, fest hält sies, aber seinen Notgroschen hat der alte Lensch doch, guck.“ Sie ist wieder kräftig genug, um die Kiepe durch die Pforte zu heben. Krachend fällt die Thür zu und der Alte klirrt mit den Schlüsseln. „Sieh, forsch bist Du doch— ja, das war der August auch, Dein Vater—.“. Er macht eine Handbewegung nach dem Hause hin. „Im Forstgarten haben sie Musik gehabt—.“ Mehr stöhnend als erzühlend kommt es über Lores Lippen. Lensch greift nach der Sense, die sie im Arm gehalten. .„Sind lustig gewesen, freilich, unsern jungen Herrn hat der Doktor zu Wagen gebracht— hin, und auch noch die Treppe rauf— na, was jung is, kann auch mal über die Stränge schlagen. Ich verdenkees keinem — keinem!“ „Oh!“ „Denn sieh mal, wer ledig is, der kann machen, was er will, und weiß nich, wie ers später kriegt. Un was der Bürgermeister is, bisher is er ja doch immer ordentlich nach Hause gekommen.“ Sie drückt die Hände gegen die Augen. „Hat der Daktor nicht angeordnet, daß Ihr nach ihm seht— die Nacht?“ fragt sie angstvoll. Ein Kopfschütteln.„So was schläft sich aus—“ und nochmal ein Kopfschütteln, als gelte es angenehmen Erinnerungen.„Wien Dragoner is die Alte! Will sich ja diese Nacht mit der Flinte unterm Kirschbaum setzen— ja, das bringt sie fertig. Die Hand voll Kirschen gönnt sie keinem, die sich einer da vom Baume nimmt. Reiche thun es doch nich, das wissen wir alle— sie bringts fertig, sag ich— jetzt stärkt sie sich drauf na, is ihre Sache— un wenn ich Dir was raten soll, so zieh die Schuh aus un geh in Strümpfen die Trepntauiz heser K a. apendie Freher ###s. gut“, murmelt das Mädchen,„wie gut!“ Er sucht ihren Kopf und tätschelt denselben.„Lüttge Rachzeule, ne## sag man bloß mal das zu mir, was die Alte nich horen will.“ Sie versteht sein Verlangen sofort, legt den Kopf Gosnate zu izsert, mit, aufschluchzendem Sp segen seine, Brust und flüstert mit Ton:„Großvater, lieber Großvater!“ Lore sucht droben ihr Lager nicht auf, in der vom Mondlicht beleuchteten Bodenkammer kommt ein Entschluß üder sie— sie will fort. Vorerst in die FaHiis, Wzä#pe dalbe Stunde vom Ort entfernt liegt. Viele Madchen und Frauen finden dort ihren Unterhalt, sie weiß es von dem alten Wollkrümer, der sagt, daß in einer Tuchfabrik sein noch nicht das schlecbtente wäre—„Die Spulmaschinen regierst Du ja leichter, kehrs= und Verständigungsmittels erheblich beeinträchtigt. Abhülfe wäre nach dieser Richtung hin lediglich durch angemessene Vermehrung der Leitungen zu erzielen. Einen zweiten, oft wiederkehrenden Beschwerdepunkt bilden die störenden Nebengeräusche, die die Verständigung ungemein erschweren dürften. Sie treten namentlich dort auf, wo die Leitungen nahe beieinander liegen, also vorzugsweise im örtlichen Verkehr und in denjenigen mit dem Industriebezirk, der mit Drahtleitungen sehr stark besetzt ist. Im Fernverkehr mit entlegeneren Plätzen, z. B. mit Berlin und Hamburg, wird dieser Uebelstand nicht empfunden. Wie verlautet, soll zur Beseitigung von Störungen in den Fernleitungen und der Nebengeräusche der Staatssekretär des Reichspostamts ernstlich in Erwägung gezogen haben, die oberirdische Drahtleitung durch unterirdische Doppelleitungen in Kabeln zu ersetzen, welche Maßnahme zur erwünschten Folge haben Pürde, daß die pielen Störungen, die aus anlaß der Nachbarschaft elektrischer Bahnen, durch Berührung der Drähte und durch Zerreißen derselben infolge Unwetters entstehen, aufhören würden. Wenn sich diese vorgedachten Beschwerden auf die Anlage und Beschaffenheit der Fernsprechleitungen beziehen, so betreffen die übrigen mehr Maßnahmen des Betriebes, also die Handhabung des Verkehrs durch die Beamten u. s. w. Die darüber vorliegenden Aeußerungen beruhen zumteil auf allgemeinen Einrichtungen, zumteil auf örtlichen Verhältnissen. Allgemeiner Art ist z. B. der von einem Mitgliede des, Vereins ausgedrückte Wunsch, daß man nur im Fernsprechverkehr bewanderte Beamte, die Interesse an der Sache haben, in diesem Dienstzweig verwenden möge. Diese sollten sich z. B. der Mühe unterziehen, den Teilnehmern ein stündliches Gespräch zu ermitteln, worau es aber manchmal fehle. Allgemeiner als Uebel empfunden wird auch der Umstand, daß eine einmal hergestellte Verbindung, selbst wenn sie auf einem vom Amte verschuldeten Irrtum beruht, häusiger erst nach längerm Warten und Abschalten gelöst wird. Vorgeschlagen wird zur Abhülie in diesem Punkt, daß das die Verbindung herstellende Amt sich alsbald nach Herstellung und Verbindung danach erkundige, ob die hergestellte Verbindung die richtige wäre. Eine andere Beschwerde besagt, daß es häufig unverhältnismäßig lange Zeit erfordere, bis man den Anschluß erhalte und daß die Verbindung oft mitten im Gespräch ohne Schlußzeichen abgebrochen oder daß man oft burch den Zwischenkuf, werde. Die örtlichen Einrichtungen werden namentlich in betreff des Verkehrs zwischen Köln und dessen Vororten bemängelt, wo man es mit zwei Aeintern zu thun hat und das zweite nicht anrufen darf, sondern zu warten hat, bis es sich selbst meldet, was aber öfter nicht geschehe, während das erste angerufene dann, wenn es kein Gespräch höre, die noch gar nicht hergestellte Verbindung wieder löse in der Aunahme, daß die Unterhaltung beendigt sei. Eine dieser vorörtlichen Beschwerden betrifft die Aufnahme von Telegrammen durch die Fernsprechämter, wofür man in neuerer Zeit statt des Vororteamts das kölner in Anspruch nehmen müsse, wodurch viel Zeit verloren gehe und die Verständigung erheblich leide. Im beueler Bezirk klagt man über den Mangel an einer Verbindung nach dem Süden, mit Koblenz, Mainz und Frankfurt, und über die Nichterfüllung der Erwartung, daß ein Kabel über die neue Rheinbrücke nach Bonn gelegt und dadurch der mangelhafte Verkehr mit dieser Stadt und mit Köln verbessert werden würde. Da die zahlreichen Klagen und Wünsche, die dem eingangs genannten Verein inbetreff des Fernsprechwesens zugegangen sind, sämtlich in Abschrift der königl. Oberpostdirektion Köln zugesandt als ein Spinnrad. Was der Mensch nicht alles erfindet—. Nur erst fort. Nicht wieder unter die Augen der hartherzigen Weiber und nicht wieder in den Weg der andern.0 wieder in den Beg „Der alte Mann!“ sagt sie einmal halblaut. Ja, um den kanns ihr vielleicht leid thun, ab und zu hat er doch verstohlen für sie ein gutes Wort gehabt— aber grämen wird er sich auch nicht. Sie gehört nicht hierher—! Wohin denn? Sie weiß es nicht— und es ist ja auch gleich. Sie bückt sich und holt aus der blau angestrichenen Truhe, die außer dem Bett das einzige Möbel in dem engen Raum ist, ihre besten Sachen, um ein Bündel daraus zu machen. Eine schlechte, eingerahmte Photographie fällt ihr in die Hand— da drüben über ihrem Bett ist noch die Stelle in der getünchten Wand, wo sie den Nagel einschlug, an dem sie hing. Nur zwei Stunden war das, dann hat die alte Frau das Bild herabgerissen— sie will keine Alefanzereien und es war doch ihr Sohn darauf mit seiner Frau.— Da hat sie dann nicht mehr versucht, den schmucklosen Raum zu verschönern. Die Hausthür knarrt— Lore stellt leise das Schiebfensterchen zurück, um hinauszublicken. Die alte Frau tritt heraus, eine Flinte in der Hand— der Hund schlägt an, sie gebietet ihm mit heiserer Stimme Ruhe. „Schwiegermutter, wollt Ihr es denn wirklich?“ sagte Line, die über den zwei ausgetretenen Steinstufen stehen geblieben ist. „Freilich, nur dumme Leute lassen sich nehmen, was Ihrs is— un wenn es Kirschen sind.“ mu i3„Ja den Mannsleuten ihre Sache, Schwieger„Is meiner denn zu was zu gebrauchen?“ klingt es zurück und die hageren Schultern zucken verächt„Un wo ich selder bin, da gehts recht zu.“ Dann trippelt sie nach der Scheune hinüber. . Ling reckt und dehnt die vollen Glieder. Dann gähnt sie, horcht auf das Verklingen der Schritte und lacht vor sich hin:„Nee, so was—“ sie zieht die Radeln aus dem Haar, die schweren Flechten gleiten herab und sie schüttelt sich fröstelnd und gleitet ins Haus zmück. . Der Mondschein macht alles hell um Lore her, langsam schleichen die Stunden din— sie kommt sich jetz (wis eine Gefangene vor. Die andere Thur ist ver schlossen, an der hinteren wacht Rieke Lensch. (Forsetzung folgt.) worden sind, so ist dieses letztere dadurch in den Stand gesetzt worden, an der Hand einzelner Wahrnehmungen und Beschwerden die Angelegenheit näher zu prüfen und zu ermitteln, ob Abhülfe erforderlich und möglich ist. Hoffennich werden die Klagen die verdiente Berücksichtigung finden und die Mangel, soweit sie als solche anerkannt werden müssen, mit thunlichster Eile beseitigt werden. Das Verkehrsmittel, das der Fernsprecher bildet, ist von solcher Wichtigkeit und Unentbehrlichkeit geworden, daß man auf dessen möglichste Vervollkommnung den größten Wert legen muß. Gerichtliche Entscheidungen. ** Dortmund, 21. Okt. Die dritte Strafkammer (Dreimännergericht) beschäftigte sich gestern u. a. auch mit der Reinatklagesachs 9Dübeho- angen Syenpe. mit der Privaiilägesache Mödeben gegen Spenner mann. Die beiden haben früher ein Kompagniegeschäft geführt; nach dessen Auflösung hat Spennemann von Mödebeck behauptet, dieser habe ihn benachteiligt. Dieserhalb hat das Schöffengericht den Spennemann mit 100.4 Geldstrafe belegt. Kurz darauf stellte er aber dieselbe Behauptung auf und ist dieserhalb vom Schöffengericht mit einer Woche Gefängnis belegt worden. Gegen dieses Erkenntnis ist Berufung eingelegt worden. Schon kürzlich stand Termin in der Sache an, das Gericht hielt es für angebracht, das persönliche Erscheinen der Parteien anzuordnen. Heute waren dieselben anwesend. Es kam ein Vergleich zustande. Spennemann erklärte sich bereit, eine Buße von 1000 A zu zahlen, auch soll der Vergleich auf seine Kosten durch die„Dortmunder Zeitung", den„General=Anzeiger“ und die„Tremonia“ veröffentlicht werden. Der Kläger Mödebeck erklärte sich unter diesen Bedingungen zur Zurücknahme des Strafrad gefunden haben angeblich die Bergleute Martin Cospoczack und Franz Phliziak aus Lütgendortmund, doch glaubte ihnen die Behörde solches nicht, es wurde vielmehr Anklage gegen die beiden„Finder" wegen Diebstahls erhoben. Das Rad gehorte dem Kaufmann Gerhard in Lütgendortmund. Im heutigen Termine konnte die Angabe der Angeklagten, daß sie das Rad gefunden hätten, nicht widerlegt werden, sie wurden deshalb nur wegen Unterschlagung bestraft und zwar mit je einer Woche Gefängnis. Der Reisende Jonassohn aus Brackel wurde mit 85 K. bestraft, weil er den Stationsassistenten Meyer —“ Dortmund, 21. Okt. Aus dem Reichs=Versicherungsamt. Infolge starker Anstrengung beim Schieben eines beladenen Wagens will sich der Bergmann Anton Th. aus Baroperheide am 9. August 1897 auf Zeche„Luise Tiefbau“ eine Lungenblutung zugezogen haben. Der Rentenanspruch des Th. ist in allen Instanzen abgewiesen worden, weil ein Betriebsunfall nicht vorliege. Gründe: In Uebereinstimmung mit den Ausführungen des schiedsgerichtlichen Urteils hat auch das Rekursgericht angenommen, daß der Blutsturz, welcher den Kläger am rAugust 1897 beim Schieben eines beladenen Förderwagens betroffen hat, durch einen Betriebsunfall, das heißt durch ein plötzliches zeitlich bestimmbares Ereignis nicht veranlaßt worden ist. Die Betriebsarbeit, die der Kläger am 9. August 1897 zu verrichten hatte, bestand auch darin, daß er imlaufe des Tages etwa sechs beladene Förderwagen zum Bremsberge zu schieben hatte, wie durch die Bekundungen seiner Mitarbeiter, der Hauer H. und., festgestellt worden ist. Drei von diesen Förderwagen hatte aber der Kläger an jenem Tage bereits zum Bremsberge hingeschoben, als das Blutspeien bei ihm eintrat und deshalb könnte, wenn überhaupt eine äußere Einwirkung, doch nur die langandauernde und fortgesetzte schwere Betriebsthätigkett, nicht aber ein einzelnes plötzliches Ereignis, für den Eintritt des Blutsturzes verantwortlich gemacht werden. Ein Unfall bei dem Betriebe im Sinne des§ 1 des Unf.Vers.=Ges. würde aber auch dann um so weniger vorliegen, als den Bekundungen der oben genannten Mitarbeiter des Klägers die Strecke zum Bremsberge dem ausdrücklichen Abkommen, das Tier solle futterleer sein. Der Laie mag glauben, diese Bedingung enthalte eine Grausamkeit, allein die Sache hat ihre eigene Bewandtnis. Daß ein Ochse einen hubschen Posten zum Frühstück vertilgen kann, läßt sich denken, daß aber der Magen nach der Schlachtung des Tieres 334 Pfund Speise und Wasser enthalten kann, sollte man nicht für moglich halten. Das war aber bei dem Ochsen der Fall, und der Metzger hat dadurch eine nicht geringe Summe zuviel bezahlt. Es soll gar nicht schwer sein, durch geeignete Chemikalien bei dem Ochsen Verstopfung herbeizuführen und ihn so mit der Zeit an Speise und Trank vollzupfropfen, ohne daß er krank wird; der Zweck wird dann ohne Gefahr erreicht: der Ochse hat wesentlich mehr lebendes Gewicht, als ihm zukommt, und der Metzger zahlt viel rheiter des Klägers die Strecke zum Bremsberge nur ansteigt, und uverhaupt die ganze Betriebsthätigkeit des Klägers sich im Rahmen der täglichen und ublichen Betriebsarbeit hielt und durchaus keine außergewohnliche oder übermäßige körperliche Anstrengung erforderte. Der Rentenanspruch des Klägers mußte schon hiernach für unbegründet erachtet werden, weil ein Unfall bei dem Betriebe nicht vorliegt. mehr, als er thatsächliche verkäuflliche Ware erhält. Im vorliegenden Falle ist nur erwiesen, daß der Ochse wider die bestimmte Verabredung am Morgen vor der Ablieferung gefüttert worden ist. Das Schöffengericht hatte den Verkäufer von der Anklage des Betruges freigesprochen, die Strafkammer verurteilte ihn zu 00 Mk. Geldstrafe. Köln, 19. Okt. Eine ganz exemplarische Strafe e heute die Strafkammer über einen hiesigen Buchdrucker, der angeblich für einen Unbekannten aus Belgien eine Broschure, betitelt„Die Geheimnisse eines Hotels“, gedruckt hatte und deren unflätiger Inhalt jeder Beschreibung spottete. Der Name des Druckers war nicht angegeben. Der Angeklagte erhielt 3 Monate Gefängnis und eine Geldstrafe. Wilhelm? Wie war er denn so, wenn er so still seine Sommertage verbrachte? Können Sie mir was von ihm erzählen? So was, woran man ihn recht elgentlich erkennt?"—„Ich darf sagen, ja, von Stechlin. Habe so was mit ihm erlebt. Eine ganz kleine Geschichte; aber das sind gerade die besten. Da hatten wir mal einen schweren Regentag in Gastein, sodaß der alte Herr nicht ins Freie kam, in den Bergen, in seinem großen Wohnzimmer seinen gewohnten Spaziergang machen mußte, so gut es eben ging. Unter ihm aber(was er wußte) Schwerkranker. Und nun denken Sie sich, als ich bei vem guten, alten Kaiser eintrete, sehe ich ihn, wie er da lange Läufer und Teppiche zusammenschleppt und übereinander packt, und als er mein Erstannen einem unbeschreiblichen und mir unvergeßlichen Lächeln:„Ja, lieber Frommel, da unter mir liegt ein Kranker: ich mag nicht, daß er die Empfindung hat, ich trampele ihm da über den Kopfe hin..... Sehn Sie, Herr von Stechlin, da haben Sie den alten Kaiser.“...„Ja, so war es“, sagte Dubeslav,„und so einen kriegen wir auch nicht wieder. Uebrigens sag ich das in aller Reverenz. Denn ich bin kein Frondeur. Fronde mir gräßlich und paßt Fiicht=für uns. Bloß mitunter, da paßt sie doch vielJunkermanns Neuter=Abend. Vermischtes. — Eine hübsche Geschichte vom alten Kaiser Wilhelm, die den Vorzug hat, sicher verburgt zu sein, Nach dem Gutachtendes Dr. B. in Barop vom 30. Oktbr. 1897 spricht aber auch die grötzte Wahrscheinlichkeit dafür, grob beleidigt hat. Dem Beleidigten wurde außerdem das Recht zuerkannt, den entscheidenden Teil des Erkenntn sses auf Kosten des Angeschuldigten durch die „Dortmunder Zeitung“ zu veroffentlichen. daß nicht einmal ein ursächlicher Zusammenhang zwischen der Betriebsthätigkeit des Klägers und dem rechtsseitigen tuberkulösen Lungenspitzenkatarrh, mit welchem derselbe behaftet ist, besteht, weil dieser Katarrh wahrscheinlich schon älteren Datums ist und bereits vor dem Tage, an dem der Kläger von Blutspeien befallen wurde, vorhanden war. a Hagen, 19. Okt. Eine Ochsengeschichte, die für Metzgertreise und auch andere Leute interessant ist, kam vor der hiesigen Strafkammer zur Verhandlung. Der Landwirt W. Schuster verkauft zu Wilhelmsbei Meinerzhagen einem hagener Metzger einen Ochsen, lebend gewogen à 81 Pf. das Pfund, mit Lerzug hat, sicher verbürgt zu sein, wiro in dem sbeben erschienenen letzten Roman Theodor Fontaues:„Der Stechlin" erzählt. Der alte Dubeslav von Stechlin sitzt auf der Hochzeit seines Sohnes neben dem verstorbenen Hofprediger Frommel, dem ein schönes Denkmal in dem Roman gesetzt ist und sagt:„. Herr Hofprediger, mir fällt eben ein, Sie waren ja mit unserm guten Kaiser Wilhelm, dem letzten Menschen, der noch ein wirklicher Mensch war, immer in Gastein zusammen und viel an seiner Seite. Jetzt hat man statt des wirklichen Menschen den sog. Uebermenschen etablirt; eigentlich gibt es aber bloß noch Untermenschen, und mitunter sind es gerade die, die man durchaus zu reinem„Ueber“ machen will. Ich habe von solchen Leuten gelesen und auch solche gesehen. Ein Glück, daß es, nach meiner Wahrnehmung, immer entschieden komische Figuren sind, sonst könnte man verzweifeln. 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Dieser Auffassung sollte jeder verständige Mensch zustimmen und es muß deshalb eigentümlich beruhren, wenn ein angesehenes berliner Blatt gesetzgeberischen Maßnahmen gegen den Anarchismus deshalb abgeneigt ist, weil dadurch anarchistische Missethaten nicht zur Unmöglichkeit gemacht werden könnten. Wollte man von diesem Grundsatze ausgehen, so konnte man überhaupt jede Strafgesetzgebung verwerfen, denn noch nie ist ein Verbrechen irgend welcher Art dadurch unmöglich gemacht worden, daß es unter Strafe gestellt worden ist. Das Strafverfahren strebt eine Minderung der Verbrechen an, und wenn es diesem Zwecke genugt, so ist es gut. Es ist mit Sicherheit zu erwarten, daß die europäischen Regierungen sich durch theoretische Betrachtungen über die Unmöglichkeit einer vollständigen Niederwerfung des Anarchismus nicht an dem schlusse behindern lassen werden, nicht nur an der von Italien vorgeschlagenen Konferenz teilzunehmen, sondern auch bei dieser Konferenz zu positiven Ergebnissen zu gelangen. Die Wahrscheinlichkeit eines positiven Resultats wird dadurch gesteigert, daß die Stimmung in England und der Schweiz eine ganz andere geworden ist. Das führenbe Blatt der am Ru der befindlichen konservativen Partei Englands, der„Standard“, hat anläßlich der Reise des deutschen Kaisers seiner Bewunderung Ausdruck gegeben, daß der Kaiser durch die Gefahr eines anarchistischen Attentats sich nicht von der Reise hat abschrecken lassen und es hat zugleich erklärt, daß der anarchistischen Hydra der Kopf abgeschlagen werden müsse. Was die Schweiz anbelangt, so hat der Umstand, daß das letzte Attentat auf schweizerischem Boden stattgefunden hat, einen völligen Stimmungswechsel hervorgebracht. Ein überwiegender Teil der schweizerischen Bevölkerung lebt von dem Fremdenverkehr und könnte eine Minderung des Verkehrs nicht ertragen. Diese Minderung aber würde eintreten, wenn die Schweiz fortführe, den Anarchisten Gastfreundschaft zu gewähren. Wird erst das Asylrecht in der Schweiz und England aufgehoben, so wird es den Anarchisten in höchstem Maße erschwert, in völliger Muße Komplotte zu ersinnen. Die Anarchistenkonferenz wird also in erster Reihe auf die Aufhebung des Asylrechts hinzuwirken haben. Sie wird sich ferner über gemeinsame polizeiliche Ueberwachung der Anarchisten zu verständigen haben und sie wird schließlich den Regierungen aller Einzelstaaten nahe zu legen haben, innerhalb ihres Staates die Bekämpfung des Anarchismus auf das nachdrücklichste zu betreiben. Dieser Forderung wird hoffentlich vor allem die deutsche Regierung mit Bestimmtheit genügen. Ein Gesetz gegen die Anarchisten muß auf der Grundlage beruhen, daß die Anarchisten rechtlos zu machen sind. Anarchistische Versammlungen sind vornherein zu verbieten, anarchistische Zeitungen sind zu unterdrücken und diejenigen, die sich mit der Herstellung und dem Vertriebe solcher Zeitungen hergeben, als gemeine Verbrecher zu behandeln. Wer sich als Anarchist bekennt, verliert seine Zugehörigkeit als Reichsangehöriger und kann aus dem Gebiete des deutschen Reiches ausgewiesen werden. Diese Maßnahmen sind drakonisch, aber sie entsprechen dem Vorgehen der Anarchisten selbst. Sie erklären jeder Einrichtung des Staats, sie erklären jedem einzelnen Staatsbürger den Krieg. Haben doch die anarchistischen Attentate in Paris und Barcelona gezeigt, daß es den Anarchisten garnicht darauf ankommt politische Personen zu treffen, sondern daß es ihnen genügt, Furcht und Entsetzen zu verbreiten. Der schlichte Bürger ist vor einem anarchistischen Anschlage ebensowenig sicher, wie der Monarch auf dem Thron. Die Anarchisten führen den Kampf gegen all,e und deshalb ist es nur logisch, daß ein Kampf aller gegen den Anarchismus geführt wird. Die Thätigkeit der Anarchisten in den letzten Monaten hat diese Notwendigkeit auch denen vor Augen geführt, die sich wenig mit Politik befassen, oder die, wenn sie Politiker sind, Ausnahmemaßregeln grundsätzlich Widerstand entgegenstellen wie z. B. das Zentrum. Das Zentrum hat den Ausnahmegesetzen gegen den Sozialismus sich immer widersetzt, es wird aber dem Anarchismus gegenüber eine ganz andere Haltung einnehmen, besonders, wenn es gelingt, die gesetzgeberischen Vorschläge so strikte zu fassen, daß dadurch thatsächlich nur die Anarchisten getroffen In dieser Hinsicht muß man der Regierung Ein Besuch auf dem Jupiter.*) Planderei von Friedrich Thieme. (Nachdruck verboten.) Heute lade ich die geehrten Leser zu einem Ausflug nach dem Jupiter ein. Die Reise ist keine Kleinigkeit, piter ist, selbst wenn er uus am nächsten gegenüber rechtzeitig eine Warnung aussprechen. Denn selbst wer an sich Maßnahmen auch gegen den Sozialismus nicht abgeneigt ist, wird in diesem Falle wünschen müssen, daß solche Maßnahmen nicht in ein Gesetz gegen den Anarchismus eingezogen werden, weil das Zustandekommen des Gesetzes damit gefährdet würde. Es ist aber von Wichtigkeit, daß ein Gesetz gegen den Anarchismus baldigst zur That wird. werden. Deutschland. Berlin, 21. Okt. Niutschwang russisch? Wenn sich die Meldung des Bureaus Dalziel bestätigt, daß die Russen nunmehr auch von Niutschwang Besitz ergriffen haben, so hat Rußland mit dieser Besitzergreifung aufs neue den Chinesen wie der Welt gegenüber die klare Absicht zum Ausdruck gebracht, seine „Interessensphäre“, die Mandschurei in kürzester Frist in eine russische Provinz umzuwandeln. Die Absicht trat schon deutlich genug in dem erbittert geführten Streite um die Konzession für die Eisenbahn von Schauhaikwan nach Niutschwang zutage. Gegen den Bau der Bahn hatte Rußland nichts einzuwenden, im Gegenteil. es ermutigte die chinesische Regierung dazu, sein Einspruch setzte erst ein, als der Direktor der Bahn, Hu, behufs Finanzirung des Unternehmens Verhandlungen mit der Honkong and Shanghai Bank anknüpfte. In schärfster Form erhob der russische Geschäftsträger, Paulow, dagegen Einspruch, daß diese Bahn einem nicht=russischen Unternehmer als Sicherheit verpfändet und von einem solchen betrieben werde. Dieses Eingreisen Rußlands veranlaßte bekanntlich damals Lord Salisbury unter dem Druck der öffentlichen Meinung in England, die heftig aufbegehrte, China den englischen Schutz gegen jedwede fremde Vergewaltung anzubieten, die Antwort der chinesischen Regierung war aber die Annahme der russischen Forderungen. So war Niutschwang dem Einfluß Rußlands erhalten und die russisch=chinesische Bank wird vermutlich das Geld zu dem Bau der Bahn vorstrecken. Damit gelangt Rußland in den Besitz der als Zugangsstraße zu Tentsin und Peking strategisch so ungemein wichtigen Linie Niutschwang= Schanhaikwan, an welche die bereits bestehende Bahnlinie nach Tientsin und der Reichshauptstadt anschließt. Daß es solche militärischen und nicht etwa wirtschaftliche Rücksichten sind, die Rußland den Besitz des Hafens Niutschwang so begehrenswert erscheinen lassen, beweist der letzte Ausweis der chinesischen Seezollverwaltung, aus dem hervorgeht, daß an dem Handelsverkehr von Niutschwang im Jahre 1897 Rußland nur mit einem Dampfer beteiligt war, während 171 englische und 76 deutsche Dampfer den Hafen anliefen. Die Besetzung Niutschwangs wird— die Bestätigung der Meldung stets vorausgesetzt— in England wieder lebhaftes Aufsehen und bittere Preßbetrachtungen hervorrufen, aber man hat dort nachgerade eingesehen, daß man mit der Politik der offenen Thür in China lediglich offene Thüren einrennt, daß das Reich der Mitte thatsächlich jedem offen liegt, der den Mut hat, zuzugreifen. Es istsnicht bekannt geworden, ob und wie weit die englisch=russischen Verhe zu geführ in Interessensphären sichtlich angefreundet, sie scheint sogar nicht abeneigt zu sein, Rußlands Ansprüche auf die Mandschurrei ziemlich ungeschmälert anzuerkennen, wofern Rußland sich dazu versteht, die englischen Ansprüche auf das Yangtsethal ebenfalls zu achten. Trotzdem wird die Besetzung Niutschwangs und die Erkenntnis, daß die Mandschurrei nun endgültig russisches Land geworden, in England verbluffend wirken und man wird die Kritit dieses russischen Schrittes voraussichtlich da anknüpfen, wo sie in der That mit Berechtigung eingesesetzt werden kann, nämlich an der Thatsache, daß es das ersteMal ist, daß eine europäische Macht sich an einem der bislang für unverletzlich geltenden chinesischen Vertragshafen vergriffen hat. Auch das ist freilich nur eine Form, der Sache wird die russische Besetzung mehr förderlich als hinderlich sein, denn Rußland wird zweifellos die Verträge achten und Niutschwang nach wie vor dem Welthandel, dem es seine Bedeutung verdankt, offen halten; und man muß sich allgemach an den Gedanken gewöhnen, daß für China die Zeit gekommen ist, wo mit allen Formen gebrochen wird. Immerhin bleibt das Vorgehen Rußlands ein bedenklicher Präzedenzfall, man darf aber annehmen, daß die russische Regierung sich erst nach reiflicher Ueberlegung dazu verstanden hat, ihn zu schaffen, und man geht vielleicht nicht fehl in der Vermutung, daß ihr die Palastrevolution in Peking den Anlaß gegeben hat, dort durch eine unzweideutige Handlung ihre Absichten und ihre Politik nochmals ins Gedächtnis zu rufen. Der sogenannte Abrüstungsvorschlag des Zaren. Ueber die Einflüsse, die den sogen. Abrüstungsvorschlag des Zaren veranlaßt oder mindestens beschleunigt haben, ist man bis jetzt noch nicht unterrichtet. Man hat zwar auf das Werk des russischen Staatsrates Bloch über die wirtschaftlicheü Folgen der Rüstungen hingewiesen, allein in Petersburg ist allgemein bekannt, daß dieses Werk es nicht war, das den Entschluß des russischen Kaisers gereift hat. Wie man der„N. Fr. Pr.“ aus der russischen Hauptstadt meldet, ist der Abrüstungsvorschlag Nikolaus 2. auf das Werk des russischen Geheimrates Dedjulin über die Entartung des russischen Volkes zurückzuführen, das in Rußland seinerzeit großes Aufsehen erregt hat. Diesem Werke liegen Ergebnisse der russischen Militärstatistik zugrunde. In der Zeitperiode von 1890 bis 1896 wurden in Rußland 1858236 Rekruten lien dienen für die Geschichtsschreiber der Spätere Ereignisse haben manche Urteile getrüb: si sich in jener thatenreichen Kriegszeit, da jeder sein die Geschichtsschreiber der Zukunft. urteile getribt iegszeit, da jeder seine offenbarte, klar und zweifelsohne die seine gestellt: für gänzlich untauglich wurden 524330, als zeitweilig untauglich 761 762 Stellungspflichtige be den, im ganzen also 1286 092 Dienstuntaugliche, was, wie Dedjulin ausführte, im Verhältnisse zu der Zahl der Stellungspflichtigen etwas mehr als 69 Prozent ausmacht. Aus dem allmählichen Wachstum der Zahl der Dienstuntauglichen schloß Dedjulin, daß das russische Volk in Entartung begriffen sei. Diese Erscheinung führte Dedjulin auf die infolge der ungeheuren Rüstungen allmählich fortschreitende Verarmung der Landbevölkerung und auf den infolge steter Vermehrung der Armee eingetretenen Mangel an tüchtigen Feldarbeitern zurück. Dies Werk, das einen streng konservativen russischen Geheimrat zum Verfasser hat, wurde dem Zaren vorgelegt, auf den die Schrift großen Eindruck machte. Er veranlaßte zwar den Generalstab, die Ausführungen Dedjulins zu widerlegen, allein die in dem Werke angeführten, auf Ergebnissen der russischen Militärstatistik beruhenden Thatsachen warfen doch auf die Folgen des Militarismus ein grelles Licht. Sie sind es gewesen, die zu dem Abrüstungsvorschlage den Anstoß gaben. In Dedjulins Spuren sind seitdem viele russische Schriftsteller gewandelt, unter denen der Publizist Abramow besonderer Erwähnung wert ist. Dr. Sigls„Vaier. Vaterland“ hat schon wiederholt durch die Frivolität und Gemeinheit seiner Hetzereien die allgemeine Entrüstung hervorgerufen. In seiner letzten Nummer übertrifft es sich selbst, indem es die Ermorbung der Kaiserin Elisabeth als die gerechte Strafe Gottes für die Judenfreundlichkeit hinstellt. Das Blatt schreibt: Gott selbst mahnt durch verschiedene Zeichen zur Buße und Besserung, aber die Betroffenen verstehen diese Zeichen nicht mehr. Es ist deshalb notwendig, mit Ernst und Nachdruck sie zu besprechen und zu kommentiren.— Der Prinz von Wales, der wegen seines ausschweifenden Lebenswandels gefürchtete künftige König von England, besucht die Rothschilds und bricht sich den Fuß. Die Kaiserin Elisabeth macht gleichfalls Besuch bei Rothschilds in Genf und läuft dabei ihrem Mörder in die Arme.— Man wird darin vielleicht Zufälligkeiten suchen, aber in Vorkommnissen von solcher Wichtigkeit gibt es keinen Zufall, sondern es zeigt sich das Mene, Tekel, Phares, die schreibende Hand an der Wand. Es ist eine der stärksten, aber letzten Warnungen an die oberen Zehntausend der Christen, ihr Schicksal von dem künftigen Geschick der goldenen haute finance des ausbeutenden Judentums zu trennen. Geschieht dies auch nach solchen Warnungen nicht, dann tritt das göttliche Strafgericht ein.— Kaiserin Elisabeth hatte in ihrem Sohne Rudolph ein mächtiges Warnungszeichen erlebt, wohin die Verbindung mit dem ausbeutenden Judentum führt. Die Verbindung mit der Jüdin(Vetsera) war für Kronprinz Rudolf der nächste Anlaß zum Untergang geworden. Die Jüdin verlangte Kaiserin zu werden, sie wollte die allmächtige Esther auf dem habsburgischen Throne werden, welche die antisemitischen Amans an den Galgen befördern könnte. Der damit geplagte Kronprinz wandte sich in seiner Verblendung an Papst Leo XIII., damit seine rechtmäßige Ehe geschieden werde! Dann wäre die Jüdin zur Rolle der Esther erkoren worden. Es ging aber nicht an. In Meyerling kam es zu heftigen Auseinandersetzungen— zum Ende, dessen letzte Ursache ein Jude war. Dem Juden wurde kein Haar gekrümmt. Man hätte meinen sollen, daß ein solches Vorkommnis das österreichische Kaiserhaus zur Aenderung der Stellung gegenüber dem ausbeutenden Judentum veranlassen müsse. Es geschah nicht. Wer die Hauptschuld daran trug, ist in Oesterreich nicht unbekannt... Kaiserin Elisabeth erhob die Gemahlin des Albert Rothschild zur Palast= dame, die erste Auszeichnung ähnlicher Art. Am 10. September 1898 fuhr Kaiserin Elisabeth zum Besuche der Rothschilds nach Geuf, wo sie im Schlosse Brignon des jüdischen Krösus speiste. Ehe sie das Schiff zur Rückkehr besteigen konnte, hatte sie der mörderische Stahl des Verbrechers getroffen. Discite moniti! Aus großer Zeit. In dem Memoirenwerk„Heinrich Abeken“(Berlin, E. S. Mittler u. Sohn) erscheint nächst seiner Mission nach Jerusalem jene Epoche als die interessanteste, da Abeken als einer der Gehülfen Bismarcks den Krieg 1870/71 in unmittelbarer Gefolgschaft Kaiser Wilhelms mitmachte. Seine Briefe werden nicht als Beiträge zur Kriegsgeschichte, wohl aber als wertvolle Beurkundungen eines klugen, unbefangenen und redlichen Mannes über seinen großen Zeitgenossen als Materiaureigenste Natur der Beobachtung Abekens aufdrängteu. So eine Aeußerung Bismarcks über den Kronprinzen! Nach der Schlacht von Sedan schreibt Abeken:„Heute ehe wir von Donchery wegfuhren, frühwir beim Kronprinzen, der mich aufforderte, mit ihm anzustoßen, und der vorher eine lange Unterredung mit dem Minister(Bismarck) hatte, die letzteren sehr befriedigte:„Es stecke doch sehr viel in dem Herrn drin!“ Das war auch angenehm zu hören!“ Wundervoll ist Abekens Schilderung von Bismarcks Wesen; sie erklärt vieles von den Rätseln in der Seele des großen Staatsmanns.„Mit dem Minister ist manchmal schwer auszukommen. Das schlimmste ist immer, wenn er nicht hören will, während man ihm nur einfache Thatsachen vorlegen will, die er kennen müßte. Manchmal freilich will er sie nicht kennen, und manchmal hat er sogar recht daran. Ich muß oft, wenn der erste Aerger vorbei ist, über ihn und über mich lachen. Ich will immer sehr genau auf das antworten, was die Leute gesagt haben. Er antwortet sehr oft gar nicht darauf, antwortet oft auf ganz etwas anderes, hört nicht, was sie sagen; er denkt nur an das, was er sagen will, und das alles geschieht oft ganz unabsichtlich, sehr oft absichtlich. Da hört er denn manchmal sehr daneben, und, was mir leid thut, es kriegt mancher einen Klaps weg, den er gar nicht verdient hatte. Aber oftmals ist es auch gerade das rechte, und es kommt meistens wirklich mehr darauf an, was Bismarck sagen, als was der andere hören wollte. Es ist gerade dies Nichtachten des anderen auch in dieser Beziehung ein notwendiges Element seiner Größe, welches ihn befähigt. mit eiserner Energie auf sein Ziel, wenn auch oft auf sehr schiefem, ja krummem Wege loszugehen. Alles persönlich unbequeme vergißt und verzeiht man leicht über seinen großen Eigenschaften, die ihn zum Werkzeug in Gottes Hand befähigen.“ Zur Bergarbeiter=Bewegung. Der Vorstand des Bergarbeiter=Verbandes erläßt im Organ desselben einen Aufruf, worin erklärt wird, daß er den Auftrag, den ihm die kürzlich stattgefundenen Massen=Versammlungen erteilt, die Forderungen der Bergleute den Zechenverwaltungen zu übermitteln, ausführen und je nach dem Verhalten dieser Instanz die weiteren Schritte einleiten werde. Es heißt dann weiter:. „Ruhrbergleute! Wir müssen uns nun betrachten als den Vollstrecker eures Willens.“ Indem wir genau dieselbe Forderung zu vertreten haben, die im vorigen Jahre auch von den Kameraden im Gewerkverein gestellt wurde, sind wir auch der Zustimmung der Bergleute im Gewerkverein zu unserem Vorgehen sicher. Wie schon am Sonntag bekannt, kennen wir keine Unterschiede in der Kameradschaft— wir sind alle Arbeitsbrüder— und in diesem Sinne wird gehandelt. Nun die Würfel gefallen, ist es die heili gste Pflicht der Kameraden, rastlos die Reihen der Organisation zu stärken! In Masse hinein in den Verband, dann ist der Erfolg unser! Einen schwerwiegenden Beschluß haben die Kameraden gefaßt. Wir haben nach langer, reiflicher Vorbereitung nicht nur im engeren Vorstandskreise, sondern, wie die Ruhrbergleute wissen, gemeinschaftlich mit allen Vertrauensleuten unser Vorgehen eingehend überlegt. Kein tolles Haften, wohlbedachtes Handeln! Kameraden! Der Unterzeichnete hat die volle Verantwortung für die kommende Lohnbewegung übernommen und wird sie nicht von sich weisen. Aber wir sind verloren, wenn unsere orgauisirten Freunde, die alte Garde uns nicht stützt. Wie sollen wir bei kommenden Massenbewegungen die Masse im Feuer standhaft, besonnen, nüchtern und durchaus ruhig halten, wenn uns unsere organisirte Kerntruppe nicht zur Seite steht?! Verbandsmitglieder! In der kommenden Bewegung seid ihr Wächter der Sicherheit! Nur zu leicht schießt die Flinte, haut der Säbel! Nur zu schwer wird jeder sich im geringsten vergehende Arbeiter bestraft(Zuchthausgesetz!).... Kameraden, orgauisirt ihr den Sicherheitsdienst! Wir brauchen kein Militär=, Gendarmen= und PolizeiAufgebot— wir selbst sind Polizei! Jeder Verbandsort muß für alle Fälle eine bestimmte Zahl (10—15) Kameraden von Einfluß wählen, die zurzeit der Rot mit uns vereint den Sicherheitsdienst verrichten, alle Ruhestörungen, die auch kommen können von uns feindlicher Seite, verhindern, die wahren Uebelthäter den Gerichten überliefern. Zeigen wir Ruhe, Geschlossenheit, unbedingte Disziplin gegenüber den Anordnungen der selbst gewählten Leitung, strengste, peinlichste Beachtung der Gesetze! Dann behalten wir die uns sehr stärkende Sympathie der großen Bevölkerung und zwingen auch dem brutalsten Gegner Achtung ab! der:.8. 3„ selbst wenn er us am nächsten steht, 583 minionen Kilometer von uns entfernt. Schon „Monde würde ein Extrazug, der in 1 Stunde zurücklegt, rund 210 Tage brauchen, und doch beträgt dessen Entfernung von der Erde nur 50000 Meilen oder 384000 Kilometer. Wollten wir nun unsere Reise nach dem Jupiter auf Schusters Rappen unternehmen, so würde, wenn wir die zurücklegende Entfernung auf rund 600 millionen Kilometer annehmen, zu der Wanderung ein Zeitraum von 14000 Jahren erforderlich sein, vorausgesetzt, daß wir alle 24 Stunden des Tages zum Marschiren benutzen und jede Stunde wohlgemessene 5 Kilometer hinter uns lassen. Zu Fuße geht es also nicht, auch zu Pferde würden wir, wenn wir in der Sekunde 10 Meter zurücklegen und niemals Rast halten, immer noch 1900 Jahre auf die Reise verwenden müssen; ja, selbst ein, Expreßzug, der in der Stunde 100 Kilometer fährt, trägt uns erst in etwa 700 Jahren ans Ziet und da dürfen wir unterwegs noch nicht einmal müssen min.. Auh) von der Reise per Fahrrad absehen, so modern diese Art des Ausnicht übrig“ denn 1560 Jahre haben wir förderungsmittel zuverlässiges und schnelles Betasie, das die Kangu. Flüigelpferd ber Phantrizität an Schneliake“ ia selbst Licht und Elek25 Jahre brauchen wirde" übertrifst, da erstere immer noch 3a resp. 20 Minnten rend wir mit Hülse der Gate u ben wihe Sekunde ans Ziel gesav“r Phautasie innerhalb einer Hirt gelungen. Himmel, welch ein Koloß 520 Mit Würburg, abgedeuch.de Pratichen Beoweisers“ Zeitug sei zedernann zues vesteitioe Koniten“ ist dieser Jupiter gegen unsere kleine Erde! Unser heimischer Planet hat einen Durchmesser von 1713 Meilen, von Pol zu Pol gerechnet. Schon diese Strecke zurückzulegen, würde ein Blitzzug eine ganze Woche brauchen— nun stelle man sich aber vor, daß der Durchmesser des Jupiter 19000 Meilen lang ist, also 11 mal größer als der der Erde. Seine Oberfläche ist 117 mal größer als die der Erde und nicht weniger als 1300 Erdkugeln könnte man aus ihm herstellen. Dabei bedeutet seine Größe— obgleich er der größte Planet unseres Sonnensystems ist, der Riese unter den Planeten— noch gar nichts gegen die der Fixsterne. Schon unsere Sonne besitzt einen 73 mal größeren Durchmesser, sodaß man den Jupiter beinahe 1000 mal in ihr unterbringen könnte. Immerhin— im Verhältnis zur Erde— bedeutet der Aufenthalt ein Avancement. Und doch werden wir bald genug vorziehen, zu unserer Erde zurückzukehren. Erstens schon wegen der unleidlichen Hitze. Der Jupiter, obwohl er fünfmal so weit wie die Erde von der Sonne entfernt ist(100 millionen Meilen) und nur 1n der Wärme und des Lichtes der Erde von ihr empfängt, befindet sich noch in feurig=flüssigem Zustande, so daß wir uns, falls wir nicht in angemessener Entfernung bleiben, gar sehr die Füße verbrennen würden. Durch ein Fernrohr erblicken wir von der Erde aus die langen, dem Aequator parallelen Streifen, die sich in einem scharfen Teleskop in wolkenartige Gebilde auflösen. Wir überzeugen uns bei unserem Besuche, daß es Dämpfe und Wolken sind überall schießen die glühenden Dämpfe empor aus dem feurigen Koloß, um in der Kälte des Weltenraums zu erkalten und sich zu zerstreuen. Ein furchtbar schönes Schauspiel, ein permanentes Feuerwerk aber auf die Dauer mutet eine begrünte Kruste mit Bergen, Bäumen und Flüssen die Augen doch schöner an. Wenn der Jupiter erst einmal ordentlich kalt geworden ist, eine Atmosphäre gebildet und anständige Landschaften hervorgebracht hat, dann könnten wir es uns schon eher dort gefallen lassen, denn es gibt keinen erheblichen Wechsel der Jahreszeiten. Seine Achse ist nur um 3° 6 gegen die Sonnenachse geneigt, deshalb bringt der Kreislauf des Jahres nur geringe Temperaturverschiedenheiten. Auch die Tage und Nächte sind, mit Ausnahme eines begrenzten Bezirkes an den Polen, fortwährend und zwar auf dem ganzen Planeten von gleicher Dauer— fünf Stunden Tag und fünf Stunden Nacht, denn der Jupiter dreht sich trotz seiner enormen Größe bereits innerhalb zehn Stunden um seine Achse— eine unheimliche Geschwindigkeit, die uns jedoch nicht zu geniren braucht, da wir ebensowenig etwas davon merken würden, wie von der Rotation der Erde. Nur die kurzen Nächte wollen uns nicht ganz passabel erscheinen, da sie uns kaum genügende Zeit zum Ausschlafen bieten, doch trösten wir uns mit der Thatsache, daß die Tage an unsere Arbeitskraft keine großen Ansprüche stellen. Die achtstündige Arbeitszeit könnten die Sozialdemokraten des Jupiter unmöglich verlangen, höchstens die vier= oder dreistündige. Sind die Tage kurz, so sind die Jahre dafür um so länger. Ein Jupiterjahr dauert nicht weniger als 11 Erdenjahre und 314 Erdentage, also beinahe 12 Jahre, denn so lange Zeit braucht der Planetenriese, um seine ungeheure Bahn um die Sonne zu beschreiben. Ein simpler Erdenmensch wird daher auf dem Jupiter, wenn er auf der Erde 72 Jahre zählt, erst 6 Jahre alt sein, und ein 80jähriger Autochthone des Jupiter hätte bei uns das Alter Methusalems von 960 Jahren— erreicht. Das hat seine guten, aber auch seine schlechten Seiten. Ein Verbrecher kommt z. B. da oben schlecht weg, wenn er zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt wird. Ein Spaziergang, den wir riskiren, belehrte uns, daß der Aufenthalt auf dem gigantischen Planeten für uns Erdenwürmer noch andere Unannehmlichkeiten nach sich zieht. Wir sind nämlich für den Koloß nicht groß und stark genug, jeder Schritt wird uns sauer, mit Mühe heben wir die Beine, und tanzen und springen können wir schon garnicht. Die Anziehungskraft des Jupiter ist nämlich, seiner Größe entsprechend, weit bedeutender wie die der Erde, sodaß z. B. ein Stein, den wir von einem Turme herabwerfen, in 2½ mal schuellerer Zeit den Boden erreicht, als ein auf der Erde geworfener. Noch schneil einen Büick auf den Himmel, da es gerade Nacht ist und dann fort! Welch ein zauberhafter Anblick! Fünf Frabanten leuchten herab mit mildem, magi“ schem Licht— in der Schule sprach man uns nur von vieren, und das mit gutem Grund, weil der fünfte erst am 9. September 1892 mit dem großen Refraktor der Lick=Sternwarte entdeckt wurde. Wir finden auch Gelegenheit, rasch noch eine Sonnen= und Mondfinsternis mit anzusehen, deren während eines einzigen Jahres(d. h. eines Jupiterjahres) nicht weniger als 8800 und zwar 4400 Monde und ebensoviele Sonnenfinsternisse stattfinden— für die Astronomen ein förmliches Eldorado, wenn sie nur dort wären! Wir könnten, wenn wir wollten, aus diesen Verfinsterungen die Geschwindigkeit des Lichts berechnen— aber wozu sollen wir uns bemühen, da Olaus Römer im Jahre 1675 diese Arbeit schon verrichtet hat. So statten wir nur noch den fünf Trabanten je einen kurzen Anstandsbesuch ab, sie sind nicht groß, ein paar etwa von der Größe unseres Mondes, ein paar größer. Die Monate werden die einstigen Jupiterbewohner kaum nach ihnen berechnen, denn der längste Monat betrüge dann nur 16 Tage, der kürzeste gar nur einen halben Tag— in so unglaublich kurzen Zeiträumen vagiren sie nämlich um ihren Herrn und Gebieter herum. Höchstens würden die Angestellten mit Monatssalair gegen derartige Kalenderrechnung nichts einzuwenden haben, destomehr aber die Herren Chefs, und die würden gewiß ihren Willen durchsetzen. Einen prachtvollen Anblick bietet, von einem seiner Monde aus gesehen, der Jupiter selbst, der den Bewohnern dieser Trabanten— sofern es deren gibt— als eine leuchtende Feuerscheibe erscheint, die an Größe unseren Vollmond 1400 mal übertrifft. Man denke sich einen Stern, der fast den dritten Teil des gesamten Horizonts einnimmt; wahrlich ein Schauspiel, wie die Phantasie es wunderbarer kaum auszudichten vermag. Selbst ein Nordlicht reicht ihm nicht das Wasser. Den armen Seleniten der Juvitermonde ist ein solcher Ersatz indessen zu gönnen, denn die Sonne kommt für sie kaum in betracht, sie erscheint ihnen kaum anders als ein heller, großer Stern, der nur etwa ein! des Durchmessers der bei uns sichtbaren Sonnenscheibe besitzt. Nun wir die Leitung der Bewegung in die Hand sind wir u anwerben. sie nun eure Aufgabe. Unbedingtes Vertrauen zu der selbstgewählten Leitung, Ruhe nach außen und der Sieg ist unser! Das klingt ja sehr kampflustig. Es ist gedoch anzunehmen, daß die große Menge der Bergleute sich vor unüberlegten Schritten hütet. Aus der Morgenpost.(ufelge balt der 5gligz Henueralpostmeister der vereinig, der Morgenpost.sten Staaten, S. A. Alerrit, in seinem Jahresbericht . y Berlin, 21. Oktober. Der Kaiser schenkte dem den Vorschlag gemacht, sofort mit England. FrankSultan auch einen Revolver, der den Namenszug des reich und Deutschland Verhandlungen zur Einführung Kaisers und den Reichsadler in Diamanten zeigt, des Penny=Portos anzuknüpfen. Amtlichen Orts ist während den Schaft blaue Perlen schmücken. Der hierselbst über einen solchen Vorschlag noch nichts beSutan schenkte u. a. das Meublement eines Schlaf=(kannt. 906 n0c nicht zimmers.— Bei dem Ritt des Kaisers um die Dresden, 21. Okt. Unter den Rindern des hieMauern Stambuls ereignete sich ein Unfall. Derl sigen Schlacht= und Viehhofes ist, wie amtlich festge". Leibgendarm Rudolph fiel mit dem Pferde 30 Fuß stellt wurde, die Maul= und Klanenseuche ausgebrochen. die Bureaus und srassen hinab und erlitt einen Bruch des Nasenbeins. Er„“ Wien, 22. Oktober. Das Fieber der einen von 0 Dortmund, 22. Okt. Die Bureaus und am Donnerstag, den au 2 al— Pher.er.8 mittags geschlossen. e Besitzwechsel. am Donnerstag, den 2u. d.., während des Vor= Penzs..; Kaus diz, deutschen Geschwadexs von schwestugt gelieger, es ist Jedoch keinerlei DrüsenDonnerstag, den 27. v.., wahrend des Vor= Veneoig nach Konstannnopel wird nachträglich mit=schwenung zu konstatiren. Die andere Wärterin behmer wirt(ssteilt, daß, als die„Hohenzollern“ die Fahrgeschwin=(nnget sich wohl. Blone bier gebsrige Wohnhaue, Hohestraße Nr. 11. mehel Huch ut steiderte, die„Hertha“ immer sphogzdien. 21. Okt. Nacheiner Meldung des Stadt, ist zum Preise von 8800 4k in den Besit des Schub=sdigkeit uczie: Beiden Vemühungen, die Geschwin=[versthats it der Asistent Dr. Miller, welcher den st Tper,„Bxeise gon 38000 un in Verg Oeyts Jesenrage gigrent der„Hoyenzollern“ zu erreichen, erkrankten fünf perztoxhenen Laboratoriumsdiener Barisch und dessen Schließlich signalisirte die beide Wärterinnen behandelte, ebenfalls von eiurm iit gleicher Geschwindigkeit Unwohlsein befallen. ist von dem Breinser Kart Kleineweischede, 1. Kamp= zu bleiben und sch iun d Vescheid, bei 13 Knoten) Budapest, au. Ortober. Unter groben Trauerstraße Nr. 16, für den Preis von 23000 K angekauft I.Hohenzolern“ zu vereinigen. er[Hieler Parsio iun Audesenbeit smticher,Mizster, — Gesohlen wurde am Freitag=Vormittag auf den hatte der Sultan nach Konstautingu, Ponn. Wirdente 2 beiticher und mitärischer as s ae e eseh e as se e hee her chiche bn De Beltersohstreke s2 Sues Nauserek wohes Zate aer. au sein en= seterug scheinen so übertrieben genesen[Krönungskirche beigsetzt. Die Frauer=Zereinons vol. beiter Wilbelm I. welcher dazmischen(Leuwe meistens die englischen„Schiffernachrich= 1306, Kardinal Fürstprimas Basary. Leute auseinander reiten wolle, einen Echlag mit den 41s Haser Lolonien. Londoner Vlätter mel. Paris, 21. Otoder. Eine der„Agene Havas“ einem Stocheisen auf den Kopf erhieltund schwer verletzts vorgeschrieße die dinsehgrene, gihre Gewehre on der gus Kaira augegaugene, Zepesche meidet, Kaptän einem Stocheisen auf den Kopf erhiekt und schwer verletzt vorgeschriebenen Stempelung vorlegen und daß die(Jaratier sei bei seiner Anzunft in Kairo von dem wurde. i Einem Handelsmann Strod versteckt vorgefunden und geltand denn der Kah Peansektes Couek-Mengede denenirk und derlder Schriftleser und Drucker hat einer algemneinen Knecht ein, der Dieb zu sein. Er hatte bereits einen aa' Pigigende Erlaßz zu spät veröfentlicht sAusstand beschlosen. Außer dem„Handelsblad“, der Teil der Waren an einen anderen Sändler un.Fust wurde, vie zugter schlosen daraus angeschts des.Gazet van Autverpen“ und dem Klate„Lescaut“ 35 Grumnderwes. Das dem Neutner Lonrad Alle gronager Hahang u 9 der dortmmnd= wich beute abendkeine antverzener Zeitungerscheien. wischer gehörende Grundstück, Rheinischenstraße und der Alten Kaufmann Krahn jun. erworben, um dort einen großen käufen aus heradb dis Veseicheneit, bodie Bishese eicst. Der Bchasl olied ale deneh ut. Aeten drauf einem hiesigen Werke erlit der Aschenfaht Menzfeld einen Bruch des rechten Oberarmes. Se## Folgende Erklärung sindet sich in der„Arbeiter= Bahn Courl=Mengede von einem Blatte dementirt Besuche des Vizekönigs Liu begeben. Iie verschiedenen Wieschaften habe ich Plakate Herden seien, und daß serner die Anordnung zur Hern au. bit. Der Bundesrat hat eine weitere gesehen, wonach heute eine Versammlung des sozial= arnsberger der Vorarbeiten der Bahn durch denlünahl Ainarchisten ausgewiesen. demokratischen Vereins stattfinden soll. Der Vor=]Ministers am 18 Juli fentlich bekarnt, semacht Popenbagen, A1. Okt. Kaserin Maria Feodo. stand halin seiner Situng am vergangenen Dienstag worden sei. 1“ Juui önentucg verannt gemag, Togia reist Pontag=Nachmitag, in Begleitung ihrer beschlossen, daß die nächste Versammlung am Diens= Inzwischen sei zur Ausführung des Baues die Kaukasus ab. der Lwpau nach dem den 25. Oktober stattfinden soll. Wenn auf den allerhöchste Genehmigung erfolgt, die gleichfalls öffent“ Konstantinopel, 21. Oktober. Bei der Ueberreichung der von der Bevölkerung Konstantinopels in Auguste Viktoria „Stadtpräfekt etwa noch Schlimmeres, Jedenfalles hras bea- ößsarhait das Leviutegs, erfüllt. waren., Iiehrigens sei die Annahme dargebrachten Geschenke hielt der Sta noch Schlimmeres. Jedensalls hat die Mehrheit des firrig, als müßien aberhöchste E lase ohn.uuue eagrgggragten Geschenke Helt der Stadtpräfsett ein Vorstandes die zu heuteabend einberusene Versamm=(verösentlicht werden, dies geschehe häufig gsetät: Der widerholte bung licht,Heichlasen und werde ich deshalb dort Monate nach Volischung derbeitesenden Konzesong. Peluch en. Moselit st ein neuer Beweis füir be e Jurkunden. So sei es auch hier der Fall gewesen, wo erst nach Eingang des allerhöchsten Erlasses durch Bericht der Bahndirektion Essen festgestellt wurde, Dortmund, 20. Oktober 1898. Hans Block, 1. Vorsitzender des sozialdemokratischen Vereins. Das läßt, um mit dem Genossen Sabor zu reden, „tief blicken!“ 0 Mengede, 21. Oktober. Gestern abend gegen 7 Uhr brach in dem Hause des Landwirts H. Isbruch in Groppenbruch Feuer aus. Da dasselbe auf dem mit Stroh gefüllten Boden entstanden war, dauerte es nicht lange, bis mächtige Feuergaben zum Dache hinausloderten und den dunklen Nachthimmel weithin erleuchteten. Vereint mit diesem Siguale riefen denn auch bald die Glocken unseres Ortes zur Hülfe. Obwohl die mengeder und groppenbrucher Spritzen verhältnismäßig schnell auf der Brandstätte erschienen, konnte doch das Haus selbst nicht gerettet werden. Es ist bis auf eine Giebelseite niedergebrannt. Bei der herrschenden Windstille war es indes möglich, das Feuer auf seinen Herd zu beschränken. Auch konnte das Mobilar 2c. zum großen Teile gerettet werden. Leider ist der Besitzer selbst ein Opfer der Flammen geworden. 's Annen, 21. Oktober. Der etwa 12 Jahr alte Schulknabe Wilh. Böhmer, welcher vor etwa 4 Wochen aus dem hiesigen Pflegehause, woselbst er untergebracht ist, ausrückte, wurde heute hierselbst wieder eingeliefert. Er war in Langendreer vagabundirend aufgegriffen. Der Junge wird wahrscheinlich in nächster Zeit einer Besserungsanstalt zugeführt werden.— Bei unbefugter Ausübung der Jagd wurde der Former Wilh. Köln von hier angetroffen und ihm das Gewehr mitsamt den scharfen Patronen abgenommen. Bochum, 21. Oktober. Ein Diebstahl mit romantischem Beigeschmack ist hier verübt worden. An der Grabenstraße, zwischen Buddenberg= und Hellwegstraße, werden bekanntlich Neubauten aufgeführt. Dadurch ist ein Teil der früheren Ostermannschen Kellereien freigelegt worden, von denen ein Gang in eine auf der anderen Straßenseite liegende alte Scheune führt, die dem Kaufmann Reichenberg zum Aufbewahren von Porzellan=, Galanterie 2c.=Waren dient. Herr Reichenberg hatte von dem Vorhandensein des Ganges oder doch vondessen Oeffnung nach der Straße keine Ahnung; desto besser die Herren Langfinger, welche nachts beim Scheine einer Laterne durch den unterirdischen Gang kletterten, die Thür zur Scheune öffneten und nun unter den Warenbeständen unerbetene Auswahl trafen. Die gestohlenen Sachen schafften sie dann auf demselben Wege nach draußen. Der genaue Wert der entwendeten Gegenstände ist laut dem„M. Spr.“ bei der Vielseitigkeit der Lagerbestände schwer zu ermitteln; jedenfalls aber find die romantischen Diebe bei ihrer nächtlichen Raubritter= fahrt auf ihre Kosten gekommen. Gelsenkirchen, 21. Oktbr. Ungesundes Schullokal. Das Kind eines hiesigen Buchdruckereibesitzers hatte die Schule versäumt, weil der Vater das betreffende Klassenzimmer für die Gesundheit nachteilig hielt. Gegen die polizeilich angesetzte Versäumnisstrafe wurde richterliche Entscheidung angerufen. Weil ein königlicher Regierungsbaumeister das Schullokal noch vor kurzem für durchaus gesund erklärt hatte, hätte man annehmen können, daß es bei der Versäumnisstrafe sein Bewenden hätte haben müssen. Dem ist aber nicht so. Es erfolgte nämlich kostenlose Freisprechung auf grund des Gutachtens des Schularztes, das dahin lautete, daß er sein Kind nicht in die betr. Schule schicken würde. Ein Lehrer ließ sich vor kurzem aus Gesundheitsrücksichten an ein anderes Schulsystem versetzen. Auf den weiteren Fortgang muß man gespannt sein; denn es wäre ein Frevel, die Schule länger zu benutzen, so lange noch Zweifel an der Gesundheitlichkeit des Gebäudes begründet sind. ** Hamm, 22. Okt. Der Rechtsanwalt, Justizrat Dr. Bitzer in Hamm ist zum Notar für den Bezirk des Ober=Landesgerichts Hamm, mit Anweisung seines Wohnsitzes in Hamm, ernannt worden. Barmen, 21. Oktbr. In einer außerordentlichen Sitzung wählten die Stadtverordneten heute den ersten Bürgermeister von Mülhausen in Th., Dr. Lentze, zum Oberbürgermeister der Stadt Barmen. Derselbe ist in Soest als Sohn des geh. Justizrats Lentze geboren daß Bedenken nicht mehr bestanden. .* Berlin, 21. Okt. Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Zur Zusammenfassung und Ergänzung der über den monarchischen Mordanschlag gegen die kaiserlichen Majestäten bisher mitgeteilten Angaben mag folgender uns von amtlicher Seite zur Veröffentlichung übergebene Auszug aus der Berichterstattung des kaiserlichen Konsuls in Alexandrien dienen. Nachdem die italienische Konsularbehörde in Alexandrien die Aufmerksamkeit der dortigen Polizei auf das verdächtige Treiben einer größeren Anzahl dorthin gekommener Anarchisten gelenkt hatte, war ermittelt worden, daß diese Anarchisten eine Zusammenkunft in Kairo gehabt und beschlossen hatten, auf dem Mehemed Ali=Platz oder vor dem Abdin=Palais in Kairo bei der Ankunft der kaiserlichen Majestäten ein Bombenattentat gegen das deutsche Herrscherpaar auszuführen. Nach dem Bekanntwerden der Aenderung des kaiserlichen Reiseplans hielten dieselben Anarchisten am Morgen des 13. Oktober bei einem gewissen Ugo Parini in Alexandrien eine zweite Versammlung ab. In dieser wurde beschlossen, die inzwischen angefertigten Bomben statt nach Kairo, nach Palästina zu schaffen, damit sie dort gegen die kaiserlichen Majestäten verwendet werden könnten. Die Bomben sollten von einem aus Triest gebürtigen Italiener, der sich kürzlich auf dem nach Palästina bestimmten Dampfer der„Khedivial Steamship und Graving Dock Kompany" als Kellner hatte in Dienst nehmen lassen, am 18. Oktober, abends, an Bord dieses Dampfschiffes, gebracht werden, und zwar von dem kleinen Weinschank aus, den Parini seit etwa zwei Jahren in dem Stadtviertel Moharrem Bey in Alexandrien hält. Am 15. Oktober. abends um 7 Uhr, begab sich der Leiter des italienischen Konsulats, Vizekonsul Burdese, mit zwei Kawassen, denen sich der Polizeikommandant von Alexandrien, Harrington Bey, und der PolizeiInspektor Treves mit einigen Polizisten angeschlossen hatten, nach dem Weinschank. Parini war anwesend. Die Kiste mit den Bomben wurde bald aufgefunden. Parini gab auf Befragen an, er kenne den Inhalt nicht; ein ihm unbekannter Araber habe die Kiste bei ihm abgestellt und erklärt, sie in einigen Tagen wieder abholen zu wollen. Auf weiteres Drängen meinte Parini, es sei wohl Kognak in der Kiste und griff nach einem Hammer. An der Ausführung der offenbaren Absicht, sich und alle Anwesenden zu vernichten, wurde er mit Gewalt verhindert. Nach seiner Festnahme erklärte er unter wilden Drohungen, er sei Anarchist. Er wurde in Gewahrsam gebracht und die Kiste in Beschlag genommen. Darauf schritt die Polizei in der Nacht vom 13. zum 14. Oktober zur Verhaftung von acht Teilnehmern der in Kairo und Alexandrien abgehaltenen anarchistischen Zusammenkünfte. Es wurde noch festgestellt, daß der zur Ueberführung der Bomben von Alexandrien nach Jaffa bestimmte Italiener bei der Ankunft des Dampfers in Jaffa seinen Dienst an Bord verlassen sollte, um eine bereits für ihn erwirkte Stellung als Kellner im Hotel Bristol in Jaffa anzutreten. Die Kiste mit den Bomben sollte er in unauffälliger Weise unter seinen Sachen mit an Land bringen und sie im Hotel Bristol für die zur Ausführung des Attentats in Jaffa eintreffenden Genossen bereit zu halten. Am 14. Oktober, morgens, wurde in Alexandrien im Beisein des kaiserlichen Konsuls v. Hartmann die bei Parini in Beschlag genommene Kiste untersucht. Sie enthielt, sorgfältig in Sägespähne verpackt und durch Holzstäbe vor dem Zusammenprallen gestützt, zwei ganz gleiche Bomben. Es sind zwei etwa 25 Zentimeter hohe, runde, in der Mitte ausgebauchte Zylinder von 7 Zentimeter Durchmesser am Boden und 10 Zentimeter in der Mitte. Sie sind aus galvanisirtem Eisen hergestellt, zunächst mit Zinkdraht eng umsponnen, dann mit Papier und Bindfaden umwickelt. Der eine Boden hat in der Mitte eine Oeffnung, aus der eine starke Zündschnur hervorsieht. Jede der Bomben wiegt 2130 Gramm. Ihr Inhalt besteht aus einer gelben Masse, die als Knallquecksilanatolischen Bahn, Zander, den Titel eines geheimen Regierungsrats, dem Vizepräsidenten Huguenin und dem Betriebsdirektor Hagenbeck den roten Adlerorden 4. Klasse verliehen. Man konstatirt in deutschen Kreisen die große Freude darüber, daß Kaiser Wilhelm und Kaiserin Auguste Viktoria durch die Exkursion auf der anatolischen Bahn ihr Interesse für dieses bedeutende Unternehmen bekundeten. * Konstantnopel, 21. Okt. Dem Minister des Aeußeren Tewfik=Pascha, welcher hohe deutsche Orden bereits besitzt, wird heute der deutsche Botschafter Frhr. von Marschall ein kaiserliches Ehrengeschenk überreichen. Ghazi Osman Pascha erhielt die Brillanten zum Großkreuz des roten Adlerordens. .* Pera, 21. Oktbr. Die deutsche Kolonie veranstaltete gestern abend in den prächtigen Räumen der „Teutonia“ zu Ehren des deutschen Geschwaders einen großen Festkommers, an dem fast sämtliche deutschen Marineoffiziere teilnahmen. Baurat v. Kapp führte den Vorsitz und eröffnete die Feier mit einem Hoch auf den Sultan. Das Fest erreichte dann seinen Höhepunkt mit dem Kaisertoast des Vorsitzenden. Baurat v. Kapp führte darin folgendes aus: Der Kaiser habe leider die„Teutonia“ nicht besuchen können, die Kolonie habe aber die große Freude, eine große Zahl die die Kaiserreise hierherführte, in ihrer Mitte zu begrüßen. Die im Auslande lebenden Deutschen ständen den in der Heimat Wohnenden an vaterländischer Gesinnung nicht nach. Wohl verschwinde im Auslande jeder Stammesunterschied, aber gerad die im Auslande gegebene Möglichkeit, daß Angehörige aller Stämme des Vaterlandes neben einander leben und mit ihrer Eigenart aufeinander einwirken, sodann die Entfernung von den Partei= und Interessenkämpfen in der Heimat, das Leben inmitten anderer Nationen, der friedliche Wettbewerb mit den fremden Kolonien, alle diese Umstände trügen dazu bei, aus den Deutschen im Auslande in der Regel treue Anhänger des Kaisers und des Reichs zu machen. Obwohl dem öffentlichen Leben der Heimat fernstehend, verfolgten die Deutschen im Auslande doch mit größtem Interesse die bedeutenderen Vorgänge in der Heimat. So habe nirgend die dem Kaiser zu verdankende Vermehrung der Flotte einen so einstimmigen Beifall gefunden, als bei den Deutschen im Auslande. Speziell berührt seien die Deutschen im Orient durch des Kaisers Freundschaft zum Sultan. Sic habe nach jeder Richtung hin glänzende Frzichte gezeitigt, möge sie noch lange zum besten beider Reiche fortdauern! Ueberall sehe man den mächtigen Aufschwung des deutschen Reiches Dank der Friedenspolitik des Kaisers und seiner mächtigen Individualität, und ein Gefühl der Bewunderung, des Dankes und des Stolzes für solchen Kaiser lasse aller Herzen höher schlagen.„Darum leben wir Deutsche im Auslande“, schloß Redner,„in unbegrenztem Vertrauen, in ehrfurchtsvoller Dankbarkeit, in begeisterter Bewunderung und in unentwegter Treue zu Kaiser und Reich.“ Mit jubelnder Begeisterung stimmte die Festversammlung in das Hoch auf den Kaiser ein. Bahndirektor Grosholz feierte hierauf die deutsche Kriegsmarine, deren Aufgabe im Frieden es sei, die Deutschen im Auslande zu schützen und zu fördern. Der Kommandant der„Hertha", KorvettenKapitän von Usedom, betonte dankend, wie sehr die Marine sich dieser Aufgabe bewußt sei und sprach den Wunsch aus, daß bei allen Deutschen im Auslande ein so lebendiger Sinn zu finden sein möchte, wie bei denen Konstantinopels. In gehobener Stimmung blieb die Festversammlung bei Musik= und Gesangvorträgen bis in die tiefe Nacht hinein beisammen. * Kairo, 20. Oktober. Kapitän Baratier, der die Depeschen des Majors Marchand für die französische Regierung überbringt, ist gestern abend hier eingetroffen und setzt heute seine Reise nach Paris fort. Freundschaft, welche Ew. Majestät unserem Padischah Beim Aufbruche Baratiers aus Faschoda befanden entgegenbringen, sowie für die freundschaftlichen Marchand und die Mitglieder seiner Expedition sich wohl Beziehungen zwischen der ottomanischen und dertt t. deutschen Regierung. Ihre Ankunft erfüllt die Bevölkerung der Hauptstadt mit einer großen Freude und im Namen derselben spreche ich deren innigen Dank für diesen Besuch aus. Die Freundschaft, welche Ew. Majestät unserm Padischah erweisen, ruft die Dankbarkeit aller Osmanen gegenüber Ew. Majestät sowie gegenüber Ihrer Majestät der Kaiserin hervor, welche geruhte, ihren hohen Gemahl zu begleiten. Mit tiefer Ehrfurcht legt die Bevölkerung der Hauptstadt zu den Füßen Ew. Majestät hiermit ein Zeichen ihrer Dankbarkeit nieder und bitte ich im Namen derselben Ihre Majestät die Kaiserin, ein Bouqnett anzunehmen, das aus den berühmten Blumen des Orients gebunden ist. Es ist eine große Ehre für mich, von Sr. Majestät dem Sultan beauftragt zu sein, zu den Füßen Ew. Majestät die Gefühle der Ehrfurcht und der Freude unserer Bevölkerung niederzulegen. * Konstantinopel, 20. Oktober. Zu der Fahrt Majestäten auf der anatolischen Bahn nach Hereke hatte die Bahnverwaltung ein reichbesetztes Buffet sowie ein Blumenarrangement aufgestellt, welches ebenso wie der von dem Maler Nari mit Ansichten bemalte Fächer, den ungeteilten Beifall des Kaiserpaares fanden. Die Majestäten, welche sich größtenteils im letzten Aussichtswagen aufhielten, ließen sich im Vorbeifahren bei Guebzeh das Grab Hannibals zeigen. Der Kaiser erkundigte sich nach dem Einfluß, den die anatolische Bahn, besonders auf die Landwirtschaft, ausübe. Auf der festlich geschmückten Station Pendik wurde kurzer Aufenthalt genommen. Der Empfang, welchen die Majestäten am Mittag bei ihrer Ankunft in Hereke fanden, war glänzend. Man hatte eine Triumphpforte errichtet, und eine Abteilung Marinetruppen bildete Spalier und erwies die Ehrenbezeugungen. Der Minister der Zivilliste, Johannes Effendi, und der Direktor der Fabrik empfingen die hohen Herrschaften und übernahmen die Führung derselben. Die Majestäten ließen sich mit großem Interesse über die Maschinen, die Einrichtung, die Herstellungsart der Teppiche und die Arbeit der in der Fabrik beschäftigten 800 Kinder berichten. Die Kaiserin unterhielt sich mit vielen Kindern. Sodann erfolgte die Besichtigung der Ausstellung von Teppichen, insbesondere des Riesenteppichs, den der Sultan dem Kaiser zum Geschenk machte. Bei dieser Gelegenheit machten die kaiserlichen Majestäten eine Stiftung für die Mädchen, die an diesem Teppich gearbeitet haben, aus welcher Stiftung die jungen Mädchen bei ihrer Verheiratung eine Aussteuer erhalten sollen. An dem in dem neu erbauten Kiosk am Meer veranstalteten Frühstück nahmen 70 Personen teil. Der Kaiser und die Kaiserin statteten dem Sultan für den ihnen bereiteten Empfang ihren herzlichen Dank in einem Telegramm ab, das der Sultan sofort freudigst beantwortete. Die Rückfahrt gestaltete sich zu einer großen Kundgebung, indem die am Ufer versammelten Arbeiter und Arbeiterinnen sowie zahlreiche türkische Frauen den Majestäten ihr stürmisches„Tschok Jascha“ zuriefen und dabei in die Hände klatschten. Diese Kundgebung dauerte ununterbrochen etwa 20 Minuten. bis die„Loreley“ sich in Bewegung setzte. Das kaiserliche Paar dankte sichtlich gerührt. Um 7 Uhr abends trafen die Majestäten hier wieder ein und nahmen um 8 Uhr das Diner im Merassim=Kiosk ein. In der Botschaft gab Freiherr von Marschall ein Diner zu Ehren des Staatssekretärs, Staatsministers von Bülow. Morgen, Freitag, werden der Kaiser und die Kaiserin zwischen 9 und 11 Uhr die Sofien=Moschee und das Museum sowie die von dem BotschaftsDragoman von Eckardt für die Kaiserin in der Botschaft arrangirte Ausstellung türkischer Erzeugnisse in nschein nehmen. Um 1 Uhr findet die Truppenrevue statt, am Nachmittag der Besuch des deutschen Spitals und abends ein Galadiner im Yildiz=Kiosk, an welchem auch das diplomatisch Korps teilnimmt. Während der Eisenbahnfahrt hat der Kaiser dem Direktor der deutschen Bank, Dr. Siemens. den Kronenorden 3. Klasse, dem Vorsitzenden der Direktion der l. (Wolffs Telegraphen=Bureau.) * Berlin, 22. Okt. Das Schwurgericht sprach in seiner gestrigen Sitzung die unverehelichte Elli Goltz sowie die Wirtin Eichler, welche angeklagt, waren, dem verstorbenen Oberfaktor der Reichsdruckerei Grünenthal bei der Verübung der Münzfälschung und des Diebstahls geholfen zu haben, sich der Bestrafung zu entziehen und sich die Vorteile seines Verbrechens zu sichern, frei. Wien, 22. Oktober. Bis Mitternacht war der and der pesterkrankten Wärterin und der des dr. Müller unerändert. * Budapest, 22. Oktbr. Der Eröffnungszug der Vizinalbahn Groß=Peizeret=Zsomtolya entgleiste. Zwei Beamte sind tot. Im Kohlengruben=Schachte zu Petrosceny explodirten Grubengase. Eine Person wurde getötet, vier wurden verwundet. * Paris, 22. Oktbr. Eine Havasmeldung besagt: Delcassé erhielt keine Berichte Marchands über die Begegnung mit Kitchener Pascha. Der Bericht war noch nicht fertig, als Baratier abreiste. Deshalb kommt Baratier nach Paris, um Delcassé die notwendigen Aufklärungen zu geben. Marchand sandte nur das Tagebuch ein, welches die Berichte über die Forschungsreise enthält. * Rom, 22. Oktober. Der Bischof von Osnabrück. Dr. Höting, ist auf der Reise nach Rom in Venedig gestorben. * Konstantinopel, 22. Oktober. Gestern begaben sich die deutschen Majestäten zu Wasser nach Stambul zur Besichtigung der„Hagia Sofia“, wo sie von der Menge jubelnd begrüßt wurden und von den zahlreichen Geistlichen ehrfurchtsvoll empfangen wurden. Zur Führung war der Botschaftsdragoman Eckhardt befohlen worden. Majestäten verweilten solange in der„Hagi Sofia“, daß zum Besuch des Museums keine Zeit übrig blieb. Die Rückkehr nach dem Palais erfolgte zu Wasser. Der Kaiser verlieh dem Botschaftsdragoman Eckhardt die Krone zum roten Adlerorden 4. Klasse. Gewerbliche und Verkehrszeitung. New=Yorker Schlußkurse.(Telegramm.) ICG 77 Petrose mra ftnirte: Petrol in New=Dork i. Philadeiphto Mebl Mais Lez, Weizen Oktbr. . Lezbr. Weizen Jan. Mai Fracht für Getreide Schmalz, Wentern Steam Kasfee 777 5 .45 6 Chicago.(Telegramm.) Weizen Okt. " Dezbe. " Miai 20.10. 21.10. 32¼ 31½ 32⅝ 31½ 34¾ 33 Standesamtliche Nachrichten. Anmeldungen vom 21. Oktober 1898. Aufgebote. Maurer Jakob Reinemann mit Magdalena Günther. Bahnarbeiter Wilhelm Hagt mit Amalie Hellweg. Schuhmacher Wilhelm Sasse mit Theresia Wiechers. Bureaugehülfe Wilh. Niemeier mit Karoline Bathe. Schreiner Johann Schmidt mit Emma Eckey. Bergmann Peter Haupt mit Ida Hohoff. Schlosser Wilhelm Ziep mit Maria Gräfe. Techniker Oskar Schröter mit Karoline Schilling. Modellschreiner Herm. Edingloh mit Maria Groß. Maurerpolier Wilhelm Johann Knögel mit Katharina Vogelsang. Kesselheizer Heinrich Wieschkämper mit Katharina Vorderbrügge. Dreher Heinrich Schmidt mit Anna Wippermann. Uhrmacher Ernst Berger mit Jedwig Saßmanshausen. Dreher Oskar Hehn mit katharina Kleist. Bergmann Friedrich Stahlmann' mit Ida Becker. Schreiner Heinrich Baumgart mit Emma Göffringmann. Schneidermeister Wilhelm Schlüchtermann mit Klara Meininghaus. Oberberg amts=Kanzlist Friedrich Zeugner mit Anna Stenger. Anstreicher Adolf Bonnekoh mit Maria Höbrink. Eheschließungen. Dreher Wilh. Frey mit Hedwig Weber. Kaufmann Wilhelm Ketteler mit Maria Marlie. Heizer Hermann Wnuck mit Anna Laufer. Lagerarbeiter Ewald Horstmann mit Elisabetha Dittmar. Bäcker Friedrich Rellensmann mit Maria Hustadt. Maschinenbauschüler Karl Kallies mit Maria Bornemann. Fabrikarbeiter August Kleinmann mit Wilhelmine Huntebrink. Geburten. 1 Sohn: Fabrikarbeiter Wilhelm Stupening, Tiefestraße 1. Hülfsrangirer Albert Ahlendorf, Kaiserstraße 178. Bäcker Friedrich Claus, Sunderweg 62. Bahnsteig=Schaffner Karl Höing, Kreuzstraße 15. Steinsetzer Mar Seidler, Düppelstraße 27. Fabrikarbeiter Andreas Weiß, Falkenstraße 16.— 1 Tochter: Fabrikarbeiter Ludwig Milewski, Blumenstraße 8. Küfer Franz Bomheuer, Rosenthal 88. Maurerpolier Josef Gärtner, Rheinischestraße 122. Schlosser Heinrich Schäfer, Treibstraße 85(Zwillinge). Schaffner Adolf Stapel, Uhlandstraße 16. Bergmann Franz Kurz, Bessemerstraße 25. Fabrikarbeiter Josef Bode, Heiligegartenstraße 21. Todesfälle. Bremser a. D. Dietrich Hinkmann, Sunderweg 33, 58 J. August Siedenbühl, Westenhellweg 124, 1 M. Anna Deutschmann, Papengarten 44, 7 M. Gerichts=Sekretär Franz Wibbe, Weißenburgerstraße 35, 81 I. Witwe van Dieken, Wilhelmine geb. Wessel, Brünninghauserweg 208, 76 J. Ehefrau Stern, Rosa geb. Ernst, Sternstraße 3, 45 J. Sattler Friedrich Wiecke, Betenstraße 7, 48., Eisenbahn=Direktor Viktor Pohlmeyer, Beurhausstraße 9, 75 J. Theater. § Wir haben nun in den ersten drei Wochen der diesjährigen Spielzeit Gelegenheit gehabt, fast alle ersten Kräfte unseres Ensembles in hervorragenden Rollen und Partien kennen zu lernen. Die sich im Anfange einer Theatersaison ja überall geltend machende Notwendigkeit der Umbesetzung einiger Fächer ist, wie wir aus dem Theaterbureau erfahren, von seiten der Direktion bereits geschehen und werden die neu engagirten Mitglieder demnächst debutiren; ja auch ein von vorigem Jahre her noch im besten Andenken stehendes Mitglied Frl. Kjerda ist bekanntlich von Herrn Direktor Pollak wieder gewonnen. Die Direktion ist, wie wir sehen, ernstlich bemüht, allen gerechten Ansprüchen ihres Publikums nachzukommen und die gesteigerte Teilnahme am Besuche nur als ein wohlverdientes Zeichen der Anerkennung zu betrachten.— Wir können Herrn Kapellmeister Maaß die ihm an dieser Stelle so oft zuteil gewordene Anerkennung nicht oft genug wiederholen, da das Gelingen der bisher zur Aufführung gelangten Opern„Troubadour“, „Martha",„Cavalleria“ 2c. wohl in erster Linie sein Werk ist, ohne die treffliche Mitwirkung der beiden so beliebt gewordenen Sängerinnen Frl. Presuhn und Harden dabei zu vergessen. Aber auch auf dem Gebiete des Schau= und Lustspiels sind recht erfreuliche Resultate zu verzeichnen. Wir erinnern nur an die gelungenen Aufführungen der beiden Lustspiele„Großstadtluft" und„Die berühmte Frau“. Was eine umsichtige Regie, die ihre Kräfte und die ihr zu Gebote stehenden Mittel nicht überschätzt aus verhältnismäßig Bescheidenem zu gestalten vermag, haben die Inszenirungen von Don Carlos und Jungfrau von Orleaus bewiesen, nach welchen wir in den Damen Böhme und Neumann und den Regisseuren Sternfels und Domann, sowie Herrn Balthyni recht schätzenswerte Kräfte besitzen. Herr Regisseur Felbinger hat uns in der einen Posse: Die schöne Ungarin ebenfalls eine tüchtige Probe seines Regietalentes abgelegt und in Frau Dinghaus und Frl. Voll hat unser Theater mit Herrn Felbinger als Komiker Vertreter des heiteren Elementes, um die uns manche Bühne beneiden kann.— Nicht verfehlen wollen wir, Danzig gastirt, sowie auf„Zirkusleute" v. Schönthan aufmerksam zu machen. Vereins=Nachrichten. § Der mehrfach preisgekrönte Gesangverein„Westfalia" begeht am Sonntag, den 23. Oktober kr., im großen Saale des Gewerbevereins hierselbst sein 22. Stiftungsfest, bestehend in Vokal= und InstrumentalKonzert und Ball. Zu dieser Feier haben noch zwei auswärtige Vereine, der.=.=V.„Treubund"=Barop und„Hansa“=Huckarde, beide auf dem Gebiete des Männerchores tüchtiges leistende Vereine, ihre gefl. Mitwirkung zugesagt und wird speziell das VokalKonzert sich zu einem kleinen Wettgesange gestalten. Da die früheren Feste obigen Vereins in nur gemütlicher Weise verlaufen sind, so können wir den Besuchern desselben einige vergnügte Stunden in Aussicht stellen, besonders da auch Gelegenheit geboten ist, von der Tanzkunst in ausgiebiger Weise Gebrauch machen zu können. Statt jeder besonderen Anzeige! deute früh 8 Uhr entschlief sanft, nach längerem Leiden, mein innigst geliebter Gatte, unser unvergesslicher Vater, Bruder, Schwiegervater, Grossvater. Onkel und Schwager, der Kgl. Eisenbahn-Direktor z. D. Viktor Pohlmever, Ritter des rothen Adlerordens 4. Klasse, im Alter von 75 Jahren. Dortmund, Breslau, Honnef a. d. Sieg, Geldern, Düsseldorf, Belecke, Opladen, Bergneustadt, Essen und Detroit, den 21. Oktober 1898. Die trauernden Hinterbliebenen. Musikalisches. Zu dem von uns bereits erwähnten Konzert von Fräulein Sosie Melchior, welches am 7. November im„Kölnischen Hofe“ stattfinden wird, haben das philharmonische Orchester unter Leitung seines Dirigenten, Herrn Kapellmeister Hüttner sowie der Herr Musikdirektor Seift aus Hamm ihre Mitwirkung gütigst zugesagt. Das Programm wird unter anderem zwei Arien mit Orchesterbegleitung sowie Lieder von Brahms, Rubinstein, Rich. Strauß 2c. enthalten Spreihsaut. (Für Artikel unter dieser Rubrik ist die Redaktion gegenüber dem Publikum nicht verantwortlich.) Als vor einigen Tagen die Polizeiverfügung veröffentlicht wurde, wonach in Zukunft den Fuhrleuten die Knallschnur an der Peitsche verboten wird, hat man sich allgemein gefreut, daß endlich die unangenehme Belästigungen aufhören sollen. Die Freude hat aber nicht lange gedauert, denn die Fuhrleute kümmern sich nicht im geringsten um das Verbot, behalten die Schnur bei und knallen munter weiter.Wenn einmal eine derartige Verfügung, die man allseitig längst gewünscht hat, von der Behörde bekannt gemacht ist, sollte auch mit Nachdruck darauf geachtet werden, daß sie befolgt wird und endlich die fortwährenden Belästigungen durch die Fuhrleute aufhören. Die Beerdigung findet statt Montag, den 24. d. Mts., Mittags 12 Uhr, vom Trauerhause Beurhausstr. 9. Stadiverbronelen=Versammtung. Es wird hiermit darauf aufmerksam gemacht, daß am Mittwoch, den 26. Oktober d.., Abends 6 Uhr, eine außerordentliche geheime Sitzung anberaumt ist, wozu jedoch besondere Einladung noch ergehen wird. Dortmund, den 21. Oktober 1898. Der stellv. Vorsitzende der Stadtverdneten=Versammlung: A. Hilbek. In unser Firmen=Register ist unter Nr. 1848 die Firma EinhornApotheke Rudolf Weeren zu Dortmund und als deren Inhaber der Apothekenbesitzer Rudolf Weeren zu Dortmund heute eingetragen. Dortmund, den 19. Oktober 1898.:87019 Stönigliches und Herren=GarderobenVersteigerung. Am Montag, den 24. Oktober. und Dienstag. den 25. Oktober, von Morgens 9½ bis Abends 6 Uhr. werden im Lokale des Herrn C. HI. Wolters, 1. Kampftraße 48: eine große Partie bessere Anzugsstoffe,(Buxkin) für Anzüge, Paletöts, Hosen 2c., Reste „ jeden Maaßes, ferner ein ganzes Lager fertiger I/ Paletöts, Anzüge und Hosen für Herren und Knaben öffentlich gegen Baarzahlung versteigert. 18695 Küster, Gerichts=Vollzieher a.., Anktionator. Unndenza, Von ersten ärztlichen Autoritäten erprobt und fortwährend mit bestem Erloig angewandt. In den meisten Cultorstaatan patentirt. Name geschütst Erhältlich in allen Apotheken. Dschl. Bettst. m. Matr. u. Bett, 2 Kinderbettst., 1 gr. Badew. u. 1 lange, gep. Bank verzh. bill. zu v. Näh. i. d. Dortm. Ztg. 18694 Bill zu verkauf.: 1 Mantelstock, 1 Wasserbank, 1 eis. Kinderbettstelle. Münsterstr. 17, im Laden. I Perfekte Bielefelder Plätterin s. Kunden, das. w. auch Unterr. erth. Saarbrückerstr. 10, 1. Et.“ Butter, Laiker. 7½ Hühner, Eierl., 6 M.., leb. 18 St. 21 M, 6 St 8 04 K. Root, Dzieditz, Schlesien. 1 viel bess., bill. u prakt.als Seife ½ Pfd.=P. 154 Ein gebrauchter Ofen zu kaufen gesucht.: Humboldtstraße 4. ###4 reiche Partien, sende sof. Einleit. kostenfrei. D. M. Berlin 9. 87021 Sehrleicht kannjeder Mi. 250 Seht Toioht perMon. verdienen d. d. Verk. v. Cigarr. a. Gastw. u. Priv. f. e. I. Hamburg. F. Adr. u. D. 1887 a. H. Eisler, Hamburg. Liebig-Bilder, 10 verschiedene, prachtvolle Serien .50, versendet Ed. Friedlaender, Berlin, Karlstr. 71. Preisliste gratis. Gut erh. Tafelheerd bill. zu verkaufen.; Sternstr. 11, 3. St. Milbelm Ketteler Maria Ketteler geb. Marlie Vermählte. Dortmund, den 22. Oct. 1898. 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Den Deputirtenkammer dürf in Frankreich, vielleicht französischen Republik Zwei Fragen sinde lebhaftesten Erörterung Dreifusangelegenheit u Missethat des Obersten dadurch kar wurde, da mig den Anschlag jener hauptsächlich auf die H beschlossen hatten, als befand sich die Volksve Wäre damals unter de die Deputirtenkammer hätte sicherlich ein Ents die Revision des Dreyf mage wett zu machen,d den. Nun sind aber se chen ins Land gegange Eindruck jener Enthüllt sondern es ist auch Freunde gelungen, die ihre Sache einzugehen. daß die Anhänger von indem sie die Bevölke stacheln suchen und dad des französischen Volkes sich immer mehr die S. der Verteidiger des Dr völkerung unter dem E Rehabilitirung von Di des Sozialismus ause Abneigung gegen den dem besitzenden Teile viel tiefer, als etwai kommen, daß die Volks wandelt hat. Wer aber tarismus in Frankreich Abgeordnet französische Volksstimmung abhän Faktoren zu ungunste ja auf der anderen die Aufdeckung der so grelles Licht auf d der Dreyfusangelegenhe worfen ist, daß schon sel gehört, sich so blind zu Licht nicht wahrnähme. annehmen, daß nuter de Abgeordneten sich eine Manneswürde genug be wollen. Bei den gemäß die Entscheidung. Die: tisemiten und Nationalis den gegen Dreyfus, di demorräten und Radikal der Zahl der gemäßigt diesem Falle dem linken ßen werden, wird es ab rium Brisson gelingen Brisson ist derart für er unmöglich mehr zu Kammer eine die auf vision gerichteten Sd delnde Resolution an, rücktreten. Seine Situc schwert, daß das Minist tigen Frage nicht einigi ner der Revision, Sarri Nun wird gerade Sarri# in die Debatte über die Verteidigt er dann die 9 einer lauen Weise, so w dadurch gedeckt fühlen, in der Justizminister, der d muß, so wenig Herz für ich nicht für die Revisi schwichtigt der Abgeordn spricht zugleich der Stim ist es also recht ungewiß eine Mehrheit für die 2 in der Angelegenheit fin Ungewißheit nicht andaus Tagen wird die Entsch müssen und selbst wenn: scheidende Abstimmung n man doch einen Ueberblich erhalten. Aus gro In dem Memoirenwei E. S. Mittler u. Sohn) nach Jerusalem jene Epo Abeken als einer der Ge 1870/71 in unmittelbarer mitmachte. Seine Brief zur Kriegsgeschichte, wol kundungen eines klugen, Mannes über seinen groß lien dienen für die Ges Spätere Ereignisse haben sich in jener thatenreiche ureigenste Natur offenbe der Beobachtung Abeke Aeußerung Bismarcks ül der Schlacht von Sed morgen, ehe wir von stückten wir beim Kronp# mit ihm anzustoßen, und redung mit dem Minister sehr befriedigte:„Es Herrn drin!" Das war a Wundervoll ist Abeke marcks Wesen; sie erklärt der Seele des großen Ste nister ist manchmal sch schlimmste ist immer, wen rend man ihm nur einfach die er kennen müßte. Ma nicht kennen, und manchm Ich muß oft, wenn der ei ihn und über mich lachen. auf das antworten, was antwortet sehr oft gar u auf ganz etwas anderes, er denkt nur an das, was alles geschieht oft ganz un lich. Da hört er denn ma was mir leid thut, es krie den er gar nicht verdient *) Wir wiederholen hie aus Versehen ohne den E Dritte Ausgabe. Nr. 293.— 71. Jahrgang. Drucker und Verleger: C. L. Krüger(G. Krüger) in Dortmund. Trrouuntuser Sonntag, den 23. Oktober 1898. Verantwortlicher Redakteur: Rudolf Versen in Dortmund. Amtliches Kreisblatt für den Stadt= und Landkreis Dortmund. Hierzu ein viertes Blatt. Zum Beginn der französischen Kadiuershgungen. 25. Oktober. Belang ist die Faschoda=]„Sehr lebhaft wendet sich mein Vater in mehreren Ligsrit Se doch in, die.. eir. s0 seiner Gedichte und Reden gegen den Antisemitismus. mer der denktage werden. Denn Deputirtenkammer dürfte über die in Frankreich, vielleicht auch über französischen Republik zu entscheiden haben. ###5estischer, Regierung beruft. Freilich wird auch ermöglichte vielfach das Bestehen von Theatern und und wienn die.. die Kamme beschäftigen misien, sonstigen Kunstanstalten; wer erwerbe Gemälde, veri zur DurchJuden? Er Familien gekomSommerrube ihre Arbeiten wiessechen solle, den Ausprüch auf Fasat3a. enougtgworge Gorscher uund Ersiuder mit Kapital, aufnimmt, kann leicht zu einem historischen Ge dürfte auch diese Frage genügen die französische sei auf seinen Reis e 3. es zicht schon standen.„Bewundern mußte ich die Junigkeit des jüdischen Zwei Fragen sind es, die in der Kammer zu den folgen mnug9 I. Keraupeztech, daitez.ie drius Familienlebens, dies unverbrüchliche Zusammenhalten, lebhaftesten Erörterungen Anlaß geben wird; die oigen muß. In Fraukreich reiten die Toten schnell worauf zum großen Teile die Macht des Judentums Dreisusangelegenheit und die Faschodaftage. Als die Pratz.) ziellas—(beruht, die vieldtvolle Achtung der Finder den Eltern Missethat des Obersten Heury enthüllt wurde und als! Probinzieues.(gegenüber. Und; Interesse ,für alles!— man konn badurch kar wurde, daß die Deputirten, die einstim=] h Dortmund, 22. H/t., V. der am nächst. g. liedes belebige Thena auschagen, immer fndet von wig den Anschlag jener Cavaignaeschen Rede die sich woch statsiudenden auberor eit.= die arialte Auinertsanteit, den ledtartstentern hauptsächlich auf die Heurysche fälschung gestützt hatte, sch wack Ktarte zußerordentst am nächstelz, Peit, Meige“ Gehichte standen vich Bib Aen##### c gezge gie der„Stadtverordueten=Versammlung steht wie wir schränken, sondern was mehr beißen will, sie waren häüte scherlich ein Enschuaß des Milisteriuns burch lsch abends vordter dei der Bige 3. Kietsisgern, de Ppie hahen Uehrigenz erlürg sich de Gabe des die Revision des Dreyfusprozesses die erlittene Bla=Thatte, versik den. Gei der Fugt wohn:. Pides und der Satire bei den Jnden daraus, daß ision des Dreyfusprozesses die ernn Vin- shatten, vernbt worven. Bei ver Frau wohnen außer- Witz die Waffe der Unterdrückten sei.— Darüber Seschese, eoden uis Aanes enegste aananden eiashen, de stauag, Periaunthen, nun, ue ultschchlitg, senbernt os nuse buitzen voldl, Ie oacn. befand sich die Volksvertretung in den Sommerferien. Aitiengesellschaftfür Gaebeleuchtung zurVerbandt de auch gesen worden!: Auf den Wis der Jugen lies Eindrucke der Enthüllungen! x Lünen, 31. Okt. Ein ganz gemeiner Diebstatzt ommen. Seien wir doch froh, die Deputirtenkammer sofort einberufen worden, so ist in gestriger Nacht hätte sicherlich ein Entschluß des Ministeriume#rch letbesttinet Ttun den: Run sind aber seit dieser Katastrophe acht Wo=selben sich auch üh muisse man sich wundern, daß chen ins Land gegangen und es hat sich nicht nur der s gaben, haben die beiden ut gegen 4 Uhr, worgens dersharte Leiden jahrhugdertelang Gi1 Eindruck jener Erlithülung naturgemäß abgeschwächt, arg aufgersiumt. Einem naßmen puter geren Sachen lden Siau für das Schöne sich be Witz die Waffe der Unterdrückten sei.— Darüber ein Volk, das durch so hindurchgegangen, noch habe erhalten können, Sshaute 1 Hogens ser fcoafsict. Die gestohlenen Kleidungsstuckel gesehen. Natürlich gebe es unter ihnen, wie überall, stacheln suchen und dadurch das nationale Empfinden inter dem Vette 01, Wüy= Zun glück fiagen alten lauch abtoßende Elemente. Er spreche nach seinen sc danuer ache die Sastalsten in den Vodegenadl Koanet Heitrich Lange, geigen gzud eu densfonshlenzgsenen Jodei due völlerung unter dem Eindrucke stehen muß, daß einel baldigen Festjahme dieseg go den, weilche zur rechte hiesige Kreischulizspektor be kommen, daß die Volksstimn wandelt hat. Wer aber die ungzuig sch wieder sehe gesCe i der telenteaddische Vekit sütr dacg Preichese, Piltzsbnihig bosten Auschaeftugsloten, sondern, se die Geschichte des Parlamen=Iaramm“ erden auch von dem Wandern in ihren heimatlichen aerisnus in Franreich kent, weist, wie seche der Hefirchiete Einrichtung, Das Reichsposant in a ud Pesitten aboehalten. Mit den Rad inner an de franzsfische Abgeordnete sich von der algemeinten gibt eines guten Tages, vielleicht zweie dis Verliut Landtraße gebunden, Konnen de dei Bick licht lnis Volksstimmung abhängig macht. Sprechen diese im Jahr, ein Kreistelegramm uit rheliz und rechts wenden, können u. der die Pflanzen— noch Faktoren zu ungunsten der Dreyfussache, so ist lau sämtliche t. Juhalt die Tierwelt, hegbachten; alles beimatliche bleibt dem sa auf der anderen Seite zuzugeben, daß durch Telegezo rektionen auf: diese geben das Radfahrer abseits unbeachtet liegen. Und das bedeudie Aufdeckung der Henryschen Fälschung ein schiebenen Peh an die Endstationen der ver= tet nach meiner Ansicht einen großen Verlust, ganz so grelles Licht auf die Unregelmäßigkeiten, die in Zwischenstationen ämtliche besonders für einen Lehrer, der das geographische der Dreyfusangelegenheit begangen worden sind ge=120 gibt— gleichzeitig den au einzelnen Linien bis! Gebiet seines Wirkungsortes unabläsig durchforschen wariten 1i. ak, sagr sehe viel Verstellungskaunt dazul durch sie ausgeforderk werden, das Lelegramm aus. imnmer reicher und Schüer Licht nicht wahrnähme. Man sollte doch immerhin für Oberpostdirektion) den Inhalt der Depesche zurückAbgeordueten sich eine Auzabe finden. Jie k. seg.....dee Weise macht die PostAbgeordneten sich eine Anzahr finven wird, die vehorbe eine Probe auf die Wachsamkeit der Beamten. Düsseldorfer Börse. Manneswürde genug besitst, sich nicht blind stellen zu Man munkelt, daß Nemtert zter Nase stand unter Aipvitrtung wollen. Bei den gemäßigten Republikanern aber steht Kreistel 8uter nase das stand unter weinwirung der vereideten Kursmatter scheidur. Die Monarchisten, Klerikalen Au) sic wenn sienig saer sehe. Veasch sier und euier eien. Gaschr. oe hosen. daie de Keisieleseihescäch die Bln Bei sie Kade bese figen Venitdlülaner, die sch iusgerosen hat u Steie u iren Vurat vinich wird es abhängen, ob es dem Ministe=unserer Polizei ein guter Fang. Sie war nämlich Firi, it derselingen wird, sich zu behaupten. von einem in London im christlichen Kellnerheim verBrisson ist verart für die Revision engagirt, daß übten Diebstahl in Kenntnis gesetzt worden. Spuren er unmöglich mehr zurück kann; nimmt also die zeigten auf Oberhausen als den mutmaßlichen AufentKammer eine die auf die Herbeiführung der Re= haltsort des Diebes. Ein Paket, das in London aufvision ggerichteten Schritte der Regierung ta=gegeben war, trug die Adresse des Verdächtigen und einde Resolution an, so muß Brisson sofort zu=war hierhin gerichtet. Die Zollbehörde stellte fest, rücktreten. Seine Situation wird noch dadurch er=daß der Gesuchte in Sterkrade wohnte, und trotzdem iß das Ministerium gerade in dieser wich=er polizeilich nicht angemeldet war, gelang es, die tigen Frage nicht einig ist. Vigir ist ein offener Geg=IWohnung zu ermitteln, während ihr Inhaber nach ner der Revision, Sarrien vielleicht ein verkappter. Wesel verreist war, aber am Abend zurückerwartet Nun wird gerade Sarrien als Justizminister natürlich wurde. Die Polizei nahm ihn dort in Empsang und dis, Debatte über die Revision einzugreifen haben, verhaftete ihn unterwegs plötzlich. Der Verhaftete, Verteidigt er dann die Revisionsangelegenheit nur in der alsbald seine That gestand, heißt Max Rink und einer lauen Weise, so wird sich mancher Abgeordnete stammt aus Chemnitz. Im christlichen Kellnerheim dadurch gedeckt fühlen, indem er sagen kann:„Wenn zur Aushülfe thätig, hat er dem Verwalter die Geldkennen schrankschlüssel entwendet und aus der Kasse 4000 Mk. sing Mehthest. kür die Aufasung seines Präsidenten mehr Missthaten auf dem Gewissen hat. Der Vein der ungelegenheit finden wird. Lange wird diese stohlene, auch ein Deutscher, war gestern persönlich Lesen Gih Ie Glalshsesz demn scoz in den ertensbierter geignnender ver eien Vetäute wir Eutscheidung der Kammer fallen Elberfeld, 21. Oktober. Emil Ritterhaus Ansichmussen und selbst wenn in den ersten Tagen eine ent=lten über die Inden. Der Sohn des verstorbenen scheidende Abstimmung nicht stattfinden sollte, so wird Dichters Emil Rittershaus veröffentlicht im„Elberf. man doch einen Ueberblick über die Deputirtenkammer.=.“„Blätter der Erinnerung“ an seinen Vater, erhalten.l denen wir folgende interessante Stelle entnehmen: Fritz Daber und Eduard Thielen, Düsseldorf. Düsseldorf, 20. Oktober. 1. Gewerkschaftlich betriebene Bergwerke. In 1000 Kur eingeteilt:„Alte Haase“ 885 bez.“), 975 Br., „Altendorf=Tiefbau“ 900 Br.,„Baaker Mulde“ 1910 bez.*), 2250 Br.,„Berneck“ 600 Br.,„ver. BickefeldTiefbau 1125 Br.,„Blankenburg“ 2050 Br.,„vereinigte Bommerbänker Tiefbau“ 1100 bez.*), 1250 Br., „Borussia“ 1500 Br.,„Caroline“ 1550 Br.,„ver. Carolinenglück“ 8400 Br.,„Carolus Magnus“ 6150 Br., „Centrum“ 28000., 28 150 Br.,„ver. Charlotte“ 19 630., 19900 Br.,„Freie Vogel und Unverhofft“ 1625 Br.,„Friedlicher Nachbar“ 1025 Br.,„Friedrich der Große“ 9700 Br.,„Fröhliche Morgensonne“ 7700 Br.,„General Blumenthal“ 13 350 Br.,„Gottessegen“ 3400 Br.,„Graf Bismarck“ 34600 Br.,„Graf Moltke“ 6900 Br.,„Graf Schwerin“ 6500 Br.,„ver. Hamburg und Franziska“ 4800 Br.,„ver. Haunibal“ 5375 Br., „Heinrich“, 3150 Br.,„Helene Amalie“ 13800., 13 950 Br.,„Hercules“ 2650 Br.,„Herzkämper Mulde“ 475.,„Johann Deimelsberg“ 4000 Br.,„Julius Philipp“, 2900 Br.,„Kaiser Friedrich“ 4860 Br.,„Königin Elisabeth“ 18 650 Br.,„König Ludwig“ 11 400 Br., „Langenbrahm“ 12600., 12800 Br.,„Lothringen“ 8725 Br.,„Mont Cenis“ 8000., 8200 Br.,„ver. Pörtingssiepen“ 3900 Br.,„Ringeltaube“ 520 bez., 570 Br.,„ver. Rosenblumendelle“ 3550 Br.,„Rudolph“ 1000 Br.,„ver. Schürbank und Charlottenburg“ 1615 bez., 1700 Br.,„Siebenplaneten“ 2950 Br.,„Steingatt“ 1515 Br.,„Stock und Scheerenberg“ 1075 Br.. „vereinigte Trappe“ 2450 bez., 2500 Br.,„Tremonia“ 2700 Br.,„Unser Fritz“ 14 400 Br.,„Westfalia“ 9500 Br.— Obligationen und GrundschuldBriefe: 4proz. krefelder Eisenbahn=Prioritäts=ObliPiandbriese, uuf. 199s rhein=westfäl. Boden=Kredit. brieie, Wpf. 12, 19 8/50 G. 4proz, wesidenische BodenKredit=Pfandbriefe, Ausgabe ll, 101,80., 3½proz. westdeutsche Boden=Kredit=Pfandbriefe, Ausgabe Ill, unk. 1905, 100,00., Baumwollspinnerei Gronau, Hyp.=Anl., rückz. 103 Prozent, 102 Br., Bedburger Wollindustrie „, 102,.50,., rhein. Metallw.= und schiedene Geselschafen Proz. 10250 6.— VerSschschlile Sie äischacte Koniterch ihe und Elektrizitätswerke Gerresheim 188,00 G. Gerresheimer Glashüttenwerke 122,00., Gesellschaft für Ssune“ud##ie LSramer, 42 Br., Gladb. Wöllindustrie,.=Gladbach, 105., Rheinische Bahngesellschaft 112 Br., Rheinische Metallwaren= und Maschinenfabrik 207., Schwabenbräu 154 G.— Kaliwerte. „Beienrode“ 3350 Br.,„Glückauf" bei Sondershausen 8550 Br.,„Hansa=Silberberg“ 900 Br.,„Hedwigs*) In Auktion. Aus großer Zeit). In dem Memoirenwerk„Heinrich Abeken“(Berlin, E. S. Mittler u. Sohn) erscheint nächst seiner Mission nach Jerusalem jene Epoche als die interessanteste, da Abeken als einer der Gehülfen Bismarcks den Krieg 1870/71 in unmittelbarer Gefolgschaft Kaiser Wilhelms mitmachte. Seine Briefe werden nicht als Beiträge zur Kriegsgeschichte, wohl aber als wertvolle Beurkundungen eines klugen, unbefangenen und redlichen Mannes über seinen großen Zeitgenossen als Materialien dienen für die Geschichtsschreiber der Zukunft. Spätere Ereignisse haben manche Urteile getrübt, die sich in jener thatenreichen Kriegszeit, da jeder seine ureigenste Natur offenbarte, klar und zweifelsohne der Beobachtung Abekens aufdrängten. So eine Aeußerung Bismarcks über den Kronprinzen! Nach der Schlacht von Sedan schreibt Abeken:„Heute morgen, ehe wir von Donchery wegfuhren, frühstückten wir beim Kronprinzen, der mich aufforderte, mit ihm anzustoßen, und der vorher eine lange Unterredung mit dem Minister(Bismarck) hatte, die letzteren sehr befriedigte:„Es stecke doch sehr viel in dem mauchmal schwer auszukommen. Das schlimmste ist immer, wenn er nicht hören will, wührend man ihm nur einfache Thatsachen vorlegen will, die er kennen müßte. Manchmal freilich will er sie nicht kennen, und manchmal hat er sogar recht daran. Ich muß oft, wenn der erste Aerger vorbei ist, über ihn und über mich lachen. Ich will immer sehr genau auf das antworten, was die Leute gesagt haben. Er antwortet sehr oft gar nicht darauf, antwortet oft auf ganz etwas anderes, hört nicht, was sie sagen; er denkt nur an das, was er sagen will, und das alles geschieht oft ganz unabsichtlich, sehr oft absichthört er denn manchmal sehr daneben, und, was mir leid thut, es kriegt mancher einen Klaps weg, den er gar nicht verdient hatte. Aber oftmals ist es wiederholen hier den ersten Teil, weil er aus Versehen ohne den Schluß abgedruckt war. auch gerade das rechte, und es kommt meistens wirklich mehr darauf an, was Bismarck sagen, als was der andere hören wollte. Es ist gerade dies Nichtachten des anderen auch in dieser Beziehung ein notwendiges Element seiner Größe, welches ihn befähigt, mit eiserner Energie auf sein Ziel, wenn auch oft auf sehr schiefem, ja krummem Wege loszugehen. Alles persönlich unbequeme vergißt und verzeiht man leicht über seinen großen Eigenschaften, die ihn zum Werkzeug in Gottes Hand befähigen.“ Ueber Bismarcks Beziehungen zu Kaiser Wilhelm schreibt Abeken am 20. Oktober 1870 aus Versailles: „Bismarck war zu angegriffen, um heute selbst zum König zu gehen, und ließ für mich anfragen; da bestimmte der König gerade sechs Uhr, ohne zu wissen, daß das unsere Eßstunde ist. Der Vortrag dauerte bis sieben Uhr länger als ich gedacht, da ich ihm einige Entschließungen ablocken mußte, die ihm gar nicht angenehm waren; es war eine peinliche Stunde, aber es war mir diesmal lieb, daß ich sie zu überstehen hatte, nicht Graf Bismarck, der in dieser Zeit furchtbar nervös ist und den nichts so angreift, als wenn er bem König Vortrag halten muß über Sachen, die dem Letzteren nicht ganz angenehm sind. Der König gibt zwar immer zuletzt nach: aber in der Ueberwindung dieses Widerstandes erschöpfen sich die Kräfte des Ministers, und wir sind manchmal recht um ihn besorgt. Es ist dann kein Wunder, wenn er uns gegenüber recht reizbar ist und an uns ausläßt, was ihn von oben her quält und drückt.“ die Eigenare anderen Anlasse schreibt Abeken über much Prunn zm ,igmar cks Wissen und Können:„Es muß Zeiten in seinem Leben gegeben haben, wo er ungeheuer viel gelesen und gelernt hat, namentlich in geschichtlichen, staats= und rechtsgeschichtlichen Dingen. Darin wußte er ungeheuer viel und nicht sporadisch, sondern systematisch und zusammenhängend; nach anderen Seiten hin ist er freilich weniger belesen, namentlich was schöne Litteratur betrifft. In allen Din43.350 Br.— Erzbergwerke. 1. Gewerkschaftl. betriebene Bergwerke: a) in 1000 Kux eingeteilt:„Peterszeche und Lohmannsfeld“ 3225 Br.,„Glückauf" bei Neviges 450 Br.,„Neue Hoffnung“ 1825., 1900 Br.,„Thalburg“ 800 Br.,„Viktoria“ 4225 bez.),„Wildberg“ 6700 Br. b) in 100 Kux eingeteilt„Dorothea“ 1150 Br.— 2. Aktien=Gesellschaften:„Bliesenbach“ 246..„Juno“ 104 G.— A. Kohlen und sokes*). 1. Gas= und FlammKohlen: Gaskohle für Leuchtgasbereitung 10.50—11,50 Mark, Generatorkohle 10,00 bis 11,00 c, GasflammFörderkohle 9,00—10,00 M. 2. Fettkohlen: FörderKohle 8,50—9,50 es, beste melirte Kohle.50 bis 10,50 M, Kokeskohle 8,50—9,00 Mark. 3. Magere Kohle: Förderkohle.00—9,50 Mark, melirte Kohle 9,00—11,00 Mark, Nußkohle Korn II(Anthrazit) 19,50—21,00 K, 4. Kokes: Gießereikokes 16,00—16,50 M, Hohofenkokes 14,00., Nußkokes, gebrochen 16,50—17,00 M. 5. Briketts 10,00—13,00 M, B. Erze: 1. Rohspat, je nach Qualität 10,10—11,00#. 2. Spateisenstein, gerösteter, je nach Qualität, 14,00 bis 15,50 M C. Roheisen: 1. Spiegeleisen la. 10 bis 12 Proz. Mangan 66.00—67,00 M 2. Weißstrahl. Qual. Puddelroheisen: Rheinisch=westfälische Marken Siegerländer 58,00 bis 60,00 M 3. Stahleisen 60,00 bis 62,00 A mit Fracht ab Siegen. 4. Deutsches Bessemereisen 68,00 M. 5. Thomas=Eisen, srei Verbrauchsstelle 58,00 e, 6. Puddeleisen, luxemburger Qualität, 49,60 M, 7. Englisches Roheisen Nr. III ab Ruhrort 63,00 K, 8. Luxemburger Gießerei=Eisen Nr. III ab Luxemburg 52,00#4, 9. Deutsches Gießerei=Eisen Nr. I 68,00 M 10. Deutsches GießereiEisen Nr. III 62+4 11. Deutsches Hämatit 68,00 D. Stabeisen: Gewöhnliches Stabeisen 00,00 Mark. Bleche: 1. Gewöhnliche Bleche aus Flußeisen 137,50—142,50 M 2. Gewöhnliche Bleche aus Schweißeisen 165,00 4. 3. Kesselbleche aus Flußeisen 160,00 4 4. Kesselbleche aus Schweißeisen 192,50 c 5. Feinbleche 140,00—145,00 M— Die Festigkeit und die außerordendlich lebhafte, nicht immer zu befriedigende Nachfrage auf dem Kohlen= und Eisenmarkt halten unverändert an.— Die nächste Börsenversammlung findet statt am Donnerstag, den 3. November, nachmittags von 4 bis 5 Uhr, in der städt. Tonhalle. **) Ohne Berücksichtigung der vom Syndikatsbeirat beschlossenen Aufschlüge. Gewerbliche und Verkehrszeitung. Dortmund, 22. Okt. Der aplerbecker Aktienverein für Bergbau(Zeche„Margareta“) hielt gestern nachmittag im Hotel„Zum Römischen Kaiser“ eine außerordentliche Generalversammlung ab, auf deren Tagesordnung die Neuwahl von drei Aufsichtsratsmitgliedern stand. Der Vorsitzende, Herr John Spiegelberg aus Hannover, widmete zunächst dem verstorbenen Aufsichtsratsmitgliede Herrn Oberrentmeister Hintze auf Cappenberg warme Worte der Anerkennung für sein erfolgreiches Eintreten zum Besten des Unternehmens und forderte die anwesenden Herren auf, sich zu Ehren des Verstorbenen von den Sitzen zu erheben. Anstelle des Herrn Hintze war also eine Neuwahl vorzunehmen, außerdem anstelle der Herren Oberst von Rappard in Naumburg und Rentner Wirth in Koblenz, die wegen hohen Alters und Krankheit ihr Amt niedergelegt haben. Durch Zuruf wurden gewählt die Herren Ingenieur Paul Schmidt=Hannover, Bergrat Lindner=Dortmund und Oberrentmeister Orth von Cappenberg. Vorstand und Aufsichtsrat teilten mit, daß die Zeche jetzt gut in Förderung stehe und guter Absatz bei lohnenden Preisen zu verzeichnen sei. Wegen der großen Um= und Neuein reizender Humor in diesen Zeilen. Nach der Kapitulation von Paris war Bismarck guter Dinge. Noch wußte keiner von seinen Getreuen am 23. Januar 1871, was zwischen Bismarck und Favre besprochen worden war. Graf Bismarck fuhr um 10½ Uhr zum König.— Als er um 12 Uhr etwa wiederkam, trat er gleich zu uns ins Speisezimmer, wo wir um den Theetisch versammelt saßzen. Er begrüßte uns, setzte sich nieder, blieb dann eine Weile still und pfiff dann eine Melodie, worauf er seinen Vetter Bohlen fragte:„Kennst Du diese Melodie?" Oa“ saate an ist as gicht das Nuanz.a... 9. 25 gen aber kommt ihm sein gutes Gedächtnis zu Hülfe. Schade ist es, daß er nicht eine ordentliche Schule in den Geschäften gegangen ist, niemals in einem Bureau oder auch nur als Legations=Sekretär gearbeitet hat, sondern gleich Gesandter geworden, dann würde es bequemer sein, unter ihm zu arbeiten.“— Es lieat „Jar. sagle er,„ist es nicht das Ausrucken zur Jagd?“ —„O nein“, fiel Graf Hatfeld ein,„es ist das Halali!“—„Sie haben ganz recht", erwiderte der Minister mit einem bedeutungsvollen Vlicke umher,„es ist das Halali!“ worauf er von anderen Dingen sprach. Nun wußten wir freilich, was die Glocke geschlagen hatte. Wir wollen diese Kreise von Erinnerungen, die um so wertvoller sind, weil sie so ganz unbefangen aufgezeichnet erscheinen, nicht abschließen, ohne erst noch einer pikanten Anekdote Raum zu geben, die Abeken aus den versailler Tagen berichtet.„Als ich mich gerade in den Wagen setzen wollte, um zum König zu fahren, kam ein würtembergischer Offizier mit dem päpstlichen Nuntius, der aus Paris herausgekommen und durch die Vorposten hierher gebracht war. Da ich den Mann vor dreißig Jahren in Rom gekannt hatte, als er noch nicht Geistlicher, sondern päpstlicher Offizier und ein junger, eleganter Courmacher in allen englischen Gesellschaften war, konnte ich mir nicht versagen, ihn zu begrüßen. Er erinnert sich meiner freilich nicht und ich hätte, ohne Kenntnis seines Namens, ihn auch nicht wieder erkannt in seiner sehr geistlich u. gewordenen Erscheinung. Aber dieser Wechsel irdischer ), Dinge war doch gar zu pikant. Damols trug er die Uniform und ich das geistliche Gewand; jetzt umgekehrt, er das geistliche Gewand und ich die Uniform. Er war sehr artig: wir sprachen italienisch... Abeken stard am 8. August 1872. Kuiser Wilhelm schrieb am 14. August an Frau von Olfers, Abekens Schwiegermutter:„Selten wird man einen klareren, arbeitsfähigeren, treueren Staatsdiener autressen, der mit so viel Gemüt, Herz und Geist zugleich begabt war. Diese selten gepaarten Eigenschaften stellten ihn mir und meinem Vertrauen daher so nahe, daß ich in ihm stets und namentlich in den letzten Jahren und in den entscheidenden Tagen und Stunden in Ems 1870 den ratenden Vertrauensmann sand". Dieses Zeignis, das Kaiser Wilhelm dem Verblichenen gab, ehrt Abekens Andenken für alle Zeiten. Allerlei. — Humor des Auslandes in der„Münchner Jugend“. Einer Freundin die Vorgänge bei ihrer Verlobung schildernd, sagte sie:— Dann fragte er mich, ob ich je zuvor schon geküßt worden sei.— Ach, Du Arme! Wie peinlich! Natürlich sagtest Du nein?— Liebe Gladys,— antwortete sie mit sanftem Tadel— Du meinst es nicht böse, davon bin ich uberzeugt, aber Du vergißt, daß ich. auch unter den heikelsten Umständen immer der Wahrheit die Ehre gede. Ich antwortete einfach: O. Clarence, wie kannst Du nur fragen! Empörter Passant: Ihr Junge hat einen Stein nach mir geworfen und mich beinahe an den Kopf getroffen. Mr. Grogan: Sie sagten, beinahe? Emp. Passant: Ganz recht, das sagte ich. Mr. Grogan: Dann wars nicht mein Junge.— Schwiegermutter: Herr Schwiegersohn— Ihre Frau ist seit gestern bei mir. Schwiegersohn: Das wundert mich nicht, liebe Schwiegermama, sie nimmt alles wörtlich, und ich habe ihr gesagt, sie solle sich zum Teusel scheren.— Untersuchungsrichter: Was liegt vor gegen diesen Arrestanten? Votizist: Man fand eine Höllenmaschine in seinem Besitze. Richter: Anarchist oder Bizyklist? — Arzt(ins Wartezimmer rusend): Wer wartet am längsten? Schneider(der die Rechnung präsentiren will): Ich. Herr Doktor. Ich habe Ihnen den Anzug vor drei Jahren geliefert— Sport=Jargon. Verthie: Mein Verlodter ist wirklich ein prächtiger Mensch. Auch spricht er drei Sprachen. Eilie: Welche denn? Vertyie: Engtisch, Golf und Kricket.— Mand: Hast Du denn nicht um Hülfe geschrien, wie er Dir einen Kuß gab? Mary: Rein, er hat keine nötig gehabt.— Qukel: Wer ist denn der Billy, von dem Ihr immer sprecht? Der scheint ja ein großer Held unter Euch Buden zu sein? Froodie: Was? Deu kennst Du nicht Das ist der einzige von der ganzen Klasse, der die Obten rühren kann wis ein Pferd. Gleis oder eine bauten und der noch nicht zu übersehenden Höhe der notwendig werdenden Abschreibungen ließe sich zurzeit jedoch nicht übersehen, wie die Bilanz sich gestalten werde. Das ronne aber schon mitgeteilt werden, daß eine höhere Dividende wie für das Vorjahr nicht seichlt werden wirde.0 6 Walzwerk, Aktiengesellschaft. Nach dem für 1897,98 hat die Feinblechindustrie terung der ohnehin schon ungünstigen Geschäftsbedingungen erfahren. Als Gründe hierfür fuhrt der Bericht in der Hauptsache an den Mangel einer Vereinigung der größeren Feinblecherzeuger zu gemeinsamer Regelung ihrer Herstellung und zu gemeinsamem Verkauf; ferner den Mangel an klugem Anpassen an die Schwankungen des Bedarfs und noch folgendes Inbetriebsetzung seit dem 1. Jannar d. J. vorgesehen krinnen und junge Leute, abweichend von den Vorwo er Vorgens von der kleinen Station gebi stand war— mit eingedruckter Brust. Beim Ueberzwischen die Pusser eines Reve dutte; war er die Möglichkeit Börse.) Loko 7,00 Br. „Lenhon, 31. Oktober, Kupfer fest, 58 Pfd. St. Karl und Lieschen zu füttern und zu erziehen. 1. fo. 9., 9 Mlt. 58 Prd. St. 15 sh. Makler=Schluß= fand sie in der Zeitung folgende Annonee: 10 sh strang sbazt Leichte Arbeit. Wer etwas Sinn für Zeich A(9 strong sohrers Straits 79 Pfd. St. 8 sh. 9., engl. Pfd. St., engl. 13 ewöhnliche Marken Marken 23 Pfd. St. und Malen hat, kann täglich 5 Persönliche Vorstellung bei August W. Simmerts, weg 107.eris, ronenweg freilich, sie hatte als junges Mädchen auch heutesgnsg hübsches Zeichnentalent gehabt. Ob das Zuczr noch anging? Aber, natütlich doch, ein das Seug, lelder nur zu ost llebung gehabt. ehe, sund siih Fran Elise Bericht über thatsächlich erzielte Getreidepreise in der Provinz Westfalen. reis in Mark für den Doppelzentner oder Freitag, den 21. Oktbr. 1898. vus Nachzeichnen von vielerlei Mustern! Ani Uhr, fand sich Frau Elise schön eingerichteten im ersten Stock, in einem recht iueensin6 eine hypothekarische so die Besundung neuer Roggen wurden hergestelt 12187102 Kilograum Feinblech kleiner 17.30,engl. la. 17.10 do. ar. We den gegen 11 618227 Kilogramm im Vorjahre, und be= neuer la. 14.09 do. V1 chP trugen die Durchschnittsselbstkosten 15920 K, denen Rüböl 59.50, do..09 c. Haser 16.0 ein Durchschnitsverkaufspreis von 14605 K gegen 5350 4 für 10 ko“, 68c0, gereinigtes Del überstand. Hierzu kamen noch größere Verluste, die.70 a die 50 k. dei. 240 84ch, Luzerner Den das Werk besonders in der Ausfuhr nach Rußland! Kleien.20 uk für 50 ke 1 üur 1000 6e Verkaufspreisen zu rechnen war. toffeln aus den zu. Oit. Der Versaud von Karser 200 Pfd. Samtjacketts steckte ein Ordensband und der Brillant(„Westfale“.) el Ggg Svese.) Weizen 17.50 inl., 18,00—18,50 ausl., Roggen 14,75 inl., 16,00—16,50 ausl., Gerste 11,50, Hafer 15,25—16.00 ausl. Preise Dortmund, 20. Okt.(Börse.) Frau Eise war aufangs etwag gnädige Frau= dster sea scheun azu vont dereit, die gen vorgele zitterte das Monat und Zeir genug sie hatte ja täglich, für " nachdem sie ihm em puar Zeichnunlegt hatte,„fest zu engagiren“. Der Guten Herz vor Freude!. Ungefähr 150 J4 den i0 Zel genug zu weiteren Arbeiten. en Arbeiten. Denn sie, hatte ja täglich fur Herrn Simmerts nur fünf Pholographieen zu übermalen! Und das Uebermalen brauchte nicht einmal künstlerisch zu sein. „Farben sind die Hauptsache! Farben! Wir verkaufen das eben alles im Ramsch nach Amerika. Meine verehrte gnädige Frau! drüben kaufen eben einfach alles. n reines daß Kolumbus Amerika entdocht hat g. Petch= dige Frau, kaufen Die Leute 1 entbeclt hat. Sie, gnägraphieen für fünf Mark ab— das wird ja nalürlich das nächste imit 21., Oktober. In dem Lokale des Die schste mal mit eingerechnet! Se Kemminghaus fand heute unter dem Vor=g. Stden anns Bonnermann Amtsversammlung! Parbetg#hazu müssen wir ebenfalls liefern, sonst waren Gemeindwvorsteher und Amts= Die Farben kosten fur einen Baukee nicht heraus. Ergebnis der letzten Sparkassen= lich ebenfalls beim Kenntnis. Die de wied. Es ist ar:esern Ihrer Arbeit abgerechnet April d. J. ange Gesellschaft; even nur eine vorm, die wir aber als wurde genehmigt. Dies chust natürlich innehalten müssen.“ Wagengestellung für den Kohlen= und Kokes.(soiz: 3u uuer sind einzelne Stationen, welche verkehr im Ruhrrevier. Esen, 21. Dkt.(Kgl. Eisen. D: Vatleben, Gr.=Ammensleben, Dolbergen 15502 Wagen à 10 Tonnen anges... vetwagen Kartosseln jährlich versenden; eire aröbgefehlt haben 2616 M. dlichen Arbeitern in“rng von guch darin zu suchen sein.es k. c. gepelttengnoranals sahn=Direktion.) Für Freitag, den 21 Pet“ maren nach der amtlichen Verkehrsstatistik mehr als 200 Dop5 502 Wa,.—.. Tomen ungefordert, gestellt 12 786, Anzahl versendet 100. „iee guven eoio wgagen.(dergn-Rarfeis mzrh 100 150 Loppelwagen. Ein besont: Dortmund. 39 Prtober. Die Beschäftigung vo Peitellandtanals „auch burin zu füchen sein,baß die mit tandwirtschaftl. Erzeugnissen nach den Städten entsandten Schiffe Straßenkehricht, Haushaltungsabfälle, vieder zurückbringen. Das“." dd“““ wurde abgelehnt. Die Gewährung eines Photos und die Farhen und Zuschusses zur Errichtung von Irrenzellen beim Kran=fund kenhause in Eving wurde abgelehnt. Sodann folgte noch eine geheime Sache. z finden. Sie zahlte, nahm die und die Farben und begab sich nach Hause nach tüchtigen Probearbeiten— fleißig aus Transport der Rohmaterialien, einschließlich des eingesumpften Lehms, zur Handformerei(Streichen oder Schlagen) der Steine mit Ausnahme von Dachziegeln (Dachpfannen) und von Bimssandsteinen(Schwemm= steinen), zu Arbeiten in den Oefen und zum Befeuern Land hinein zu bringen. Heute ist der Umkreis, innerhalb dessen die Abfälle der Städte nutzbringend verwendet werden können, dort, wo keine Wasserstraßen sind, sehr beschränkt. Die Zahl der Abnahme städtischer Abfälle wird sich aber mit Eröffnung der Schifffahrt mit ihren billigen Frachtsätzen sehr vermehren, Nüf das Femsts in .:„„ Packeten, rehmhutter eingeWeltstadthhänen. Von Addi Granoso. " Sie hatte früh, ach! allzufrüh, ihren Mann vertoren, der sie mit einer Pension von 400 Mark im Jahre und zwei kleinen Kindern hier zurückgelassen hatte. Sie hatten ihn vor vier Jahren eines morWerk. Als sie nach acht Tagen es bunten Photographien sich bei steißig aus wagte, mit ihren „Herrn Simmerts“ Imeniter knetet, Wellenbutter und S gralter empfiehlt Heini: Könler am Markt, Schwarzebrüderstr. 4. bes Iaufenp am. ucherreg“ tretung auszuscheiden:enven Hayres haben aus der Prennerait v. 1. in Aplerbeck. I Stegrreivesitzer Adolf Nathe, 1. Abtheilung, b) Schlossermeister Heinrich Scharpenberg, 2. c) Landwirth Diedrich Trapphoff, 2. d) Obersteiger Friedrich Sprave, 3. „.ig, 2 in Berghofen. a) Kaufmann Christian Pack, 1. Abtheilung, b) Bergmann Karl Sprave, 2. c) Steiger Friedrich Fliege, 3. Alutet nter S. 3. in Holzwickebe. a) Gutsbesitzer Friedrich Schulze=Holzwickede, b) Gutsbesitzer Wilhelm Bürger, zu melden, teilte ihr die Wirtin erstaunt mit, der„feine Herr“ habe nur drei Tage bei ihr gewohnt und sie hätte es nun„balde dicke“, den hunderten von Aufragen nach ihm Rede zu stehen. Das müßten ja doch„nette Damens“ sein, die alle hinter„so nem Kerl“ herliefen. Klapp, flog die Thüre zu. Weinend kam die arme Frau Elise nach Hause— eines der Opfer der Weltstadthyänen. In unser Gesellschaftsregister ist bei Nr. 9, die Firma Rosenberg gstragen marden Folgendes einAn Stelle der bisherigen Liquidatoren 1. des Bankiers David Rosenberg, 2. des Bankiers Isaac, 8. des Brauereidirektors Friedrich Schmitz, sind 1. der Direktor Otto Rosenberg. 2. der Dr. jur. Julius Isaac zu Liquidatoren ernannt worden. Dortmund den 15. Oktober 1898. B 7087 4 Steckbrief. Gegen den unten beschriebenen Agenten Friedrich Weber, geboren am 27. September 1858 zu Frömern bei Unna, zuletzt hier wohnhaft, welcher flüchtig ist, ist die Untersuchungshaft wegen Wechselfälschung verhängt. Es wird ersucht, denselben zu verhaften und in das nächste Gerichtsgefängniß abzuliefern. Dortmund, den 17. Oktbr. 1898. Königliche Staatsanwaltschaft. Beschreibung: Alter 40 Jahre, Größe 1,72 bis 1,74 Meter, Statur schlank(kräftig, Haare dunkelblond, Stirn hoch), Bart dunkeler, blonder Schnurrbart, Augenbrauen dunkel, Augen braun, Nase gewöhnlich, Mund gewöhnlich, Zähne gesund, Kinn rund, Gesicht oval, Gesichtsfarbe gesund. Besondere Kennzeichen: Schielt mit einem Auge etwas und hat an einer Hand einen steifen Finger. Steckbrief. e) Zechendirektor Joh. Pr;, 7,ppee gi 1. Abtheilung, Geramann a.. 4. i Opyerbicke. a) Bergmann Heinrich Schutte, 3. Abteilung, b) Schmiedemeister Wilhelm Pothmann, 8. 5. in Sölde. 2) Gutsbesitzer Ludwig Schulze=Sölde, 2. Abtheilung, v, wursbesitzer Gustav Falkenroth, 2. Beramann#.# 6. in Heugsen. a) Bergmann Fr. Lammert, 3. Abtheilung, Zerdingung der Lieferung von 1000 gm Pflastersteinen und Herstellung der Pflasteschäftegebänge.“ 5# der d.., Vormittags 11 Uhr, in unserem Ge## Angebotbogen können zum Betrage von je.50# von Herrn Eisenoayn=Serretar Peus, Hamburgerstr. 30 hier, bezogen werden. i s7025 Königliche Eisenbahn=Betriebs=Inspektion Dortmund II. * Gse Dr. Weber, Specialarzt für innere und Nervenkrankheiten, Dortmund, Markt 6. b) Berginvalide Heinrich Korte 3. 1. Für die Gemeinde Aplerbeck in dem, Saale des Wirths Schulte Vorhitass bis J uhe guder 156, für die II. Abthellung von 10 uhr 8l, uhr Bach.““ Nachmittags; für die II. Abtheilung von 4 Uhr bis•= Uhr Nachmittags und für die l. Abtheilung von 6 bis 7 Uhr 2. Für die Gemeinde Verghofen in dem Saale des Wirths Gockel am Freitag, den 25. November 1898, für die III. Abtheilung von 10 Uhr bis au 9Per Nachmittags. für die II. Abtheilung von 4 u. bis•2 Uhr Nachmillags und für die I. Abtheilung von 6 bis 7 Uhr "#u. ei. S meine, Nachmittags. 5. Fur die Gemeinde Holzwickede bei dem Wirth Linhoff Freitag, den 25. November 1898, Nachmittags von 5 bis 6 Uhr für 4. Für die Gemeinde Opherdicke in dem Saale des Wirths Grauheer um Freitag, den 25. November 1898, Nachmittags von 4 bis 6 Uhr für 5. Für di. Mameind. adie II. Abtheilung, „. die Gemeinde Heugsen in dem Saale des Wirths Flunkert m Freitag, den 25. November 1838,„Nachmittags von 4 bis 6 Uhr für 6. Für die Gemeinde Sölde in dem kleine Märk. Maschinenbau-Anstalt vorm. Kamp& Comp. Bilanz pro 30. Juni 1898. Activa. am Gegen den unten beschriebenen Hausburschen Konrad Hoppe, zuletzt in Dortmund wohnhaft, geb. Dezember 1871 zu Hanau, welcher fluchtig ist, ist die Untersuchungshaft wegen Unterschlagung verhängt. Es wird ersucht, denselben zu verhaften und in das Gefängniß zu Dortmund abzuliefern.(5 J. 1489/98) Dortmund, den 18. Oktober 1898. Königliche Staatsanwaltschaft. Beschreibung: Alter 26 Jahre, Größe 1,65 m, Statur schlank, Haare blond, Stirn gewöhnlich, Bart blonder Schnurrbart, Augenbrauen blond, Augen is cächite escäi eie esineskastentsch wichz. Sprareiral und Tsele Ssters leinen Saale des Wirths „ Schulte= sitering.. tritz am Freitag, ven 20. November 1898, Nachmittags von 4 bis 6 Uhr für elser###., die II. Abthellung. Die waylverechtigten Gemeinde=Eingesessenen der vorbezeichneten Abtheilungen werden zu den Wahlterminen unter Hinweis auf den§ 28 der Landgemeinde=Ordnung für die Provinz Westfalen vom 19. it dem Bemerken eingeladen, daß die Gemeinde=Urwähler= und Ahtheiluugs= Listen vom 24. Oetober bis einschließlich 20. November dieses osien liegenven betreffenden Herren Gemeinvorstehern zur Einsichtnahme oisten emnsiiagtg Richtigkeit der Urwähler= und AbtheilungsGerre#““ innerhalb der Frist der Offenlegung bei den betreffenden secbhen mersannst dern schriftlich eingereicht oder zu Protokoll geAplerbeck, den 18. October 1898. Der Amtmann; Gutjahr. Grundstücke=Conto Gebäude=Conto Maschinen=Conto Modell=Conto Arbeiter=Colonie Eisenb.=Anlage=Conto Mobilar=Conto Fuhrw.=Mobil.=Conto Gasanstalt Utensilien Materialvorräthe.. Halbfabrikate Cassabestand Effecten=Conto Debitoren 249500— 602 840 30 441 656 04 10 000— 81 70780 12 619 30 8500— 1 500•— 18000— 194 040/71 140 121 555 019 28 005 44 958 449511 Alsenstraße 56. Passlva. Actien=Capital=Conto Creditoren Reserve=Conto Delcredere=Conto Special=Reserve. Dividenden=Conto Gewinn= und VerlustConto: Gewinn pro 1897/98 308 105,02 ab Abschreibungen 106 305 03 2 832 979.58 NON 100 30 Gew.=Rest .1896 97 27.080,74 TOOAG 332087 36 141 924 87 43 899 32 86 149 80 87 50 228 880 Steckbrief. Gegen die unten beschriebene Dienstmagd Auguste Arndt, geboren am 17. Mai 1879 zu Dortmund, zuletzt hier, Sölderstraße 88 wohnhaft gewesen, welche flüchtig ist, ist die Untersuchungshaft wegen Betruges verhängt. Es wird ersucht, dieselbe zu verhaften und in das nächste Gerichtsgefängniß abzuliefern. 5 J1179—98. Dortmund, den 19. Octbr. 1898. Königliche Staatsanwaltschaft. Beschreibung: Alter 10 Jahre, Größe 1,70 Meter, Statur schlank, Haare schwarz, Stirn(gewöhnlich, Augenbrauen schwarz, Augen braun, Nase lang, Mund klein, Zähne gesund, Kinn rund, Gesicht rund, Gesichtsfarbe blaß. Besondere Kennzeichen: DrüsenNarbe am Halse. k Steabries=Erledigung. Der gegen den Bergmann Franz Przybyl, geb. 28. November 1879 zu Prusinowo, unterm 28. September 1898 wegen Diebstahls erlassene Steckbrief ist erledigt und wird hierdurch zurückgenommen. 4 J1308/98. Dortmund, den 19. Oktober 1898. Der Erste Staatsanwalt. 73 2 832 979 58 Wetter a. d. Ruhr, 27. Sept. 1898. S 7023 Der Vorstand. .„ Die auf 9% festgesetzte Dividende ist sofort zahlbar b. d. Bankhäusern: Bergis-Markische Bauk, Elberfeld, Albert Schappach& Co., Berlin. Steäbriefs=Erledigung. Der gegen den Zahntechniker Alex Vigano aus Hörde, 28 Jahre alt, geboren zu Brilon, unterm 29. Okt. 1895 wegen Unterschlagung erlassene Steckbrief ist erledigt und wird hierdurch zurückgenommen. Dortmund, den 19. Okt. 1898. Der Erste Staatsanwalt. Weizen und Röggen kauft zu höchsten TagesPreisen 18738 Neue Dortmunder Walzenmühle, am Hafen. Kolonialwaaren=Geschäft mit Branntweinbetrieb in gut. Lage ist wegen Krankheit auf sofort oder später zu vermiethen. Leistungsfäh. Bewerber wollen sich melden. Näh. in der Dortm. Ztg. 18718. Telephon für den Industriebezirk kann übernommen werden. S 7039= Lessing, Balkenstraße 8. breissKalender für 1899 großer Auswahl und prachtvoller Ausstattung. mit Gedichten und Sprüchen mit bibl. Betrachtungen für alle Tage des Jahres, mit täglichen Rathschlägen für die Gemüse=, Obst=, Blumenund Pflanzenzucht, mit Speisezettein und Kochrezepten empfiehlt die C. L. Krüger'sche Buchund Musikalienhandlung in Dortmund, Westenhellweg 48 in Eig. 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Ziehung d. 4. Klasse 199. Kgl. Preuß. Lotterie. Ziehung vom 21. Oktober 1898 nachmittags. Nur die Gewinne über 220 Mark sind den betressenden Nummern in Parenthese beigefügt. 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Hgaoe 186.68 206 562 1500) 90 555 91 67 483 654 548 72(500) 9S 665 704 43 139102 24 718 958 139018 28 225 42 612 917 23 4 4 1008 202, 4 15 876. 87 589 79 980 142020 210 15000j 410 587 609 814 913 150 87 1000) 265 328 95 71 83 51 14 861 65 77053 181 78097 107 70116 387 9001 14 851 66 144088 oro 824 145032 75 702 801 82 988 147574 731 61 937 60(500] 1. 83 5003 471 526 629 778 807 97 950 1 49099 58 161 150003 78 206 58 384 97 451 515 151203 408 76 81 510 911 83 152195 291 583 772 953 153052 68 218 88 373 413 611 705 68 78 926(300) 154016 699 739 69 88(500) 975 155169 228 501 664 766 820 62 156208 327 490 705 862 11000) 157249 437 557 95 668 884 971 158043 168 88(300) 440 50 71 576 628 864 a9 964 6b 8n“ 8000) 40 94 925 408 29 1000) 768 819 160087(500) 101 61 288 87 391 509 54 708(50001 69 822(300) 161073 95 291 301 55 76 403[3000] 615 96 840 987 162077 153 218 30 697 796 163018 166 229 93 360 77 11000) 421 633 778 96 940 90 164664 728(500) 59 165019 158(300) 230 60 508 11 1300) 9 680 97., 106051 66 245 67 303 450 580 714 97 800 167199 318(500) 90 607 754 941(1000) 168008 41 262 833 □900 P 33 628 30 43 109099 114 N7 315 800 45 777 170023 63(500) 197 304 39 533 632 65(500) 922 90 +71128,63 217 49(1000) 67 97 353 410 554 787 821 65 926 172144(500) 238 370 92 479 660 761(300] 939 173062 78 160 78(3000) 92 215(3000) 21 416 681 783 80S 174085 140 76 94 468 875 910 28 175014 16 348 (500) 453 59 523 92 788(3000) 856 79 941 59 176146 233 367 600 92 735 807 14 20 85 93 177080 133(3001 39 91 305 407 76 502 62 620(1000) 79 728 60 89 897 912 48 97 178072 367[300) 87 507 30 605 19 1500) 709 842 45(1000) 54 179077(1000) 91 236 91 421 536(300) 617 951 180005 306 513 95(500) 675 701 938 59 181110 29 288 451 676 783 865 182294 452 619 32 792 847(3000) 55 941 1833006 340 627 1500) 771 833 47 961 79 184114 376(500) 474 573 635(500) 739 907(300) 185027 423 54 512 648 783 843 186000 4 106 46 289 307 37 425 615 737 39 187115 16 26 93 412 36 552(300) 752 868 98(500) 911 48 188024 70(3000) 168 203 29 58 91 987 72 189158 267 413 542 99 623 902 21 52 190317 23 60 74 428(3000) 45 584 775 937 191056 225 312 632 935 93. 198163 85 204 76 365 490 674 79 768 830 972 193182 412 500 57 58 712 15 86 99 879 191057 121 214 353(3000) 442 858 195182 92 232 36 303 654 712 843 910 56 93 106079 272 362 606 75 98 79S 197027(300) 161 875 90 481 722 98 932 59 198313 453 947(1000) 77, 199058 335 38 419 523 664. 99 711 808 54 922 29(1000) 209055 109 201 31 65 357 431 63 723 52 201072 117 295 322 36 41 76(300) 420(300) 81 552 625 745 66 72 888 203075 274 766 854 2033027 505 6 769 204046 300) 153 83 232 367 421 583 205020 87 170 400 17 41 615 706 819 941 206121 258(21 334 78 418 601 778 809 91 207000 8 50 151 223 86(500) 533 55 668 75 1000 748 92 810 99 208033 53 81 93 204 527 737 49 3000 908 58 61 71 200153 289 512 40 49 17 743 77 336 78 210047 189 292 327 500 41 706 929 93 98 911085 166 359(1000) 80 511 71 683 87 942 91 212026 182 267 623 25 769 844(300) 83(500) 905 213074 97 2 367 557 91 685 725 811 13 42 65 214121 39 253 76(500) 624 970(10000) 94 215132 473 535 617 29 716 990 910110 357 68 487 548 52 618 28 773 823 992 217129 47 86 492 538 688 780 866 69 939 88 218202 44 351 687 786 90 838 39 41 905 919043 150 236 367 220118 320 610 813 904 71 221020 220 329 96 409 649 768 78 96 922024 295(3000) 315 45 440 516 711 81 995 823198 267 406 505 642 804 966 87 224012 16(3000) 46 293 302 60 99 475 817 80 929 225415 501 5 86 Im Gewinnrade verblieben: 1 Gewinn: 500 000 Mr., 8 zu 200 000 Mk., 2 zu 150000 Mk., 2 zu 100000 Mk., 2 zu 75 000 Mk., 8 zu 50 000 Mk., 2 zu 40000 Mk., 10 zu 30 000 Mk., 25 zu 15.000, Mk., 46 zu 10 000 Mk., 94 zu 5000 Mk., 1364 zu 3000 Mk. 1434 zn 1000 Ml., 1755 zu 500 Jr. Zga 00000 MI., 2 ju 20000., 10 zu 30 000 Nr., 20 zu 10000 Mf., 47 zu 10.000 Mk., 97 zu 5000 Mt., 1401 zu 3000 Mr., 1512 1000 Mt, 1906 zu 500 Mi. Vierte Ausgabe. Nr. 293.— 71. Jahrgang. Drucker und Verleger: C. L. Krüger(G. Krüger) in Dortmund. TortmanderZer....... So Lonntag, den 23. Oktober 1898. Verantwortlicher Redakteur: Rudolf Versen in Dortmund. Amtliches Kreisblatt für den Stadt= und Landkreis Dortmund. — Deutschland. I Berlin, 21. Okt. Vom Tage. Die Rundreise des russischen Ministers des Aeußern, Grafen Murawiew, nach Paris, Brüssel und Wien hat augenscheinlich eine hochpolitische Bedeutung und dient den Zwecken der vom Zaren angeregten Friedenskonferenz. Recht deutlich tritt die Wichtigkeit, die man dieser Rundreise beimißt, in Wien hervor, wohin der Kaiser Franz Josef sich von Gödöllö aus sofort auf die Nachricht von dem Besuche des russischen Ministers begeben hat. Auch der russische Botschafter in Wien, Graf Kapnist, welcher augenblicklich in Abazzia weilt, hat seinen Urlaub unterbrochen und ist nach Wien abgereist. Schon aus den in Paris geführten Verhandlungen, von denen zwar nicht viel, aber immer: hin doch einiges in die Oeffentlichkeit gedrungen ist, konnte entnommen werden, daß Graf Murawiew es sich hatte angelegen sein lassen, die Voraussetzungen für ein befriedigendes Resultat der Beratungen der Abrüstungskonferenz zu schaffen, d. h. also, alle Differenzen möglichst zu beseitigen, die einer friedlichen Entwickelung hinderlich werden könnten. In Paris ist daher die Faschodafrage eingehend erörtert worden, in Brüssel wurde beschlossen, daß diese Stadt der Ort sein sollte, an dem die Konferenz stattfinden werde. In Wien wird zweifelsohne die Orientfrage besprochen werden. Deutschland bietet, wie man in Petersburg wohl weiß, keinerlei Schwierigkeiten für das Zustandekommen der Abrüstungskonferenz. Nachdem sich Graf Murawiew auch in Wien über die ihm wissenswert erscheinenden Dinge unterrichtet haben wird, begibt er sich zum Zaren nach Livadia, um diesem Bericht zu erstatten und die Befehle seines kaiserlichen Herrn entgegenzunehmen. Die Terminfestsetzung für den Zusammentritt der Konferenz wird dann jedenfalls unverzüglich festgesetzt und das Programm derselben, wenn nicht öffentlich bekannt gemacht, so doch den einzelnen Regierungen mitgeteilt werden. In China herrscht die Anarchie; der Fanatismus der großen Menge drängt immer aufs neue zu blutigen Greuelthaten und die Regierung ist nicht imstande, diesem Jammer ein Ende zu bereiten. Wie amtlich im französischen Ministerrat mitgeteilt wurde, hat der chinesische Pöbel soeben erst wieder in Paklung einen französischer Missionar und mehrere katholische Chinesen getötet und ihre Leichname verbrannt. Der französische Gesandte, welcher sofort energische Vorstellungenmachte und Geldentschädigungen verlangte, erhielt die Anweisung, dem Ministerrat zu erklären, daß die französische Regierung sich vorbeSoldaten umschlungen und singend daherkommen zu sehen. Der Staatssekretär des Aenszeren, von Bülow, ist in Konstantinopel von dem Mitarbeiter des neupler Blattes„Mattino“ ausgefragt worden. Er bestätigte auf das bestimmteste, daß der Verzicht auf die Reise nach Egypten nichts mit dem Anarchisten=Komplott zu thun hatte, vielmehr lediglich durch Gründe innerpolitischer Natur motivirt war. Im weiteren Verlauf des Gespräches äußerte Herr von Bülow sich entzückt über die großartige Aufnahme des Kaiserpaares in Konstantinopel und zollte dem Takte und der Geschicklichkeit der türkischen Diplomatie, sowie der Klugheit des Großveziers rückhaltslose Anerkennung.— Mit dem russischen Botschafter hatte der Staatssekretär eine längere Aussprache.— Das petersburger Blatt„Nowoie Wremja“ tritt den Gerüchten entgegen, wonach Deutschland von der Türkei Landgebiete zu erwerben hoffe. Dagegen sind die Franzosen noch immer mißtrauisch. Der Direktor der französischen Propaganda im Orient äußerte, das französische Mittelmeer=Geschwader müßte die orientalischen Häfen besuchen, sodaß der ganze Orient deutlich erfahre, daß Frankreich kein Titelchen von seinem traditionellen Protektorat aufgebe. Ferner erklärte der Provinzial der pariser Franziskaner, letztere würden in der Stunde, da Kaiser Wilhelm das heil. Grab besuche, demonstrativ fern bleiben. Gleich darauf soll aber ein Bischof das Grab besuchen; diesem werden die Franziskaner das Ehrengeleit geben. Berlin, 21. Oktober. Major von Wißzmann, der ende Juni nach Deutsch=Südwestafrika abreiste, wird, wie er in einem Privalbriefe mitteilte, erst ende Januar n. J. nach Deutschland zurückkehren. Sein Befinden ist nach seiner Mitteilung vorzüglich. Der Reichsgerichtsrat a. D. Adolf Lesser ist heute früh hier gestorben. Die Meldung, daß der Oberpräsident von Wilamowitz=Moellendorf zurücktreten werde, scheint sich zu bestätigen. Die„Post“ bemerkt dazu:„Jetzt vollends sind zahlreiche Gründe vorhanden, einen Rücktritt wünschenswert zu machen. Sie liegen fast ausschließlich auf persönlichem Gebiete, und wir nehmen deshalb Anstand, sie zu erörtern. Zu bemerken ist, daß auch der Oberpräsidialrat Thon eine neue Verwendung finden wird". Volkes durch Aufdeckung der wahren Ziele nicht er=Reichtum verdanken, den sie besitzen. reicht werden könnte. Die langjührige Thätigkeit in Kaiserin daheim ihren Kindern erzählen von Bethlehem der Leitung einer größeren Zeitung läßt voraussetzen, und Jerusalem, wie wird das Christfest im KaiserPahh)-Gersihh zr. Tesberbr Die=Psfeischaft, wpie sel hause unter dem lebendigen Eindruck der im beisigen dort die Hahn und Schoof und ihre Leute in Hannover betreiben, trägt die hippokratischen Züge des unvermeidlich gewordenen Zusammenbruchs. In Kehdingen=Jork ist der nationalliberale Hofbesitzer Dr. Hoppe aufgestellt, ein Ehrenmann, der lange Mitglied des Bundes war, natürlich ohne sich auf die extremen Forderungen anleimen zu lassen, an denen die Dr. Hahn und Schoof kleben. Herr Schoof möchte nun das Mandat wieder haben. Zu diesem Zweck wurde Die„Germania“ zitirt folgenden Ausspruch des als mutmaßlichen neuen Oberpräsidenten von Posen genannten Ministerialdirektors Dr. Kügler in einer Sitzung im Kultusministerium in Gegenwart katho##,# franzosiche Regierung sich vorbez lischer Ministerialräte:„Die Katholiken müßten sich hält zu handeln, wenn China nicht in kurzester Frist varan gewöhnen, daß Preußen ein protestantischer Madznahnen tresfe, welche vösige Sicherheit für das Stgat sei. ein protestantische Leben der Missionare gewährleiste. In anderen in seinem Wohnort, wie damals, als er sich bei der Vereinsgesetznovelle von seinem Treuwort entbinden ließ, eine ebenso berühmte Versammlung abgehalten und diese versuchte deu Hofbesitzer Hoppe einfach aus dem Bunde auszuschließen. Einer der bezahlten Wanderapostel der hannöverschen Bundesführung schreibt dann dazu eine geharnischte Epistel, worin er wohlgemerkt dem Gegenkandidaten des Herrn Schoof vorhält: Mangel an Empfindung für Korpsgeist, moralischer Tod bei allen rechtlich denkenden Politikern! pflaumenweiche Kreatur einer politischen Partei, die vor einem Treubruch nicht zurückscheut. Wie gesagt, es ist der Gegner des— Herrn Schoof. Außer Herrn Hoppe gibt es noch sechs Kandidaten in Hannover, die zum Bunde gehören, und denen der Bund eigene „reine“, Bundeskandidaten gegenüber gestellt hat. Dann gibt es wieder andere Kandidaten, sdenen man nach trüben Erfahrungen keine eigenen Kandidaten gegenüberzustellen wagte. Da hieß es: Samiel hilf! und das berliner Bundesorgan besorgte auch prompt das übrige: es erteilte feierlich diesem Kandidaten den Bundessegen und griff dann, um so eindrucksvoll als möglich zu bleiben, hinein ins volle Menschenleben und ernannte 230 sichere Kandidaturen zu Bundeskandidaturen! Und diese Komödie sehen die Herren Dr. Rösicke und Genossen in Berlin mit an und— strengen als„Bund der Landwirte“, der nicht klagen kann, Land auf Land ab gegen jeden, dessen sie habhaft werden können, Beleidigungsklagen an, auf die kein Richter ein Verfahren eröffnen kann! Und dafür haben 180000 Landwirte sechs Jahre lang sechsmal eine halbe million Mark bezahlt! L Berlin, 21. Oktober.„Je mehr gemeinsame Rechtseinrichtungen wir schaffen, desto mehr befestigen wir das deutsche Reich". Dieser Gedanke des Fürsten Bismarck tilcbe. 3. de g rehn tegeiigen Emrran eir im heiligen Lande geschauten Stätten, den kaiserlichen Kindern eine doppelte Freude und Entzücken sein! Wie mütterlich treu wird die hohe Frau auch dafür sorgen, daß die weitesten Kreise des Volkes der Segnungen teilhaftig werden, die Palästina allen bescheret hat. Gott erbgitgan, lesge zusere teure und geliebte Kaiserin! E##en. 21. Ort. In der Frage der Loslösung der Wasserbau=Angelegenheiten vom Ministerium der öffentlichen Arbeiten ist eine Entscheidung auch heute noch nicht getroffen. Die von einer Seite aufgestellte Behauptung, es sei die Uebertragung dieser Angelegenheiten an das Landwirtschaftsministerium bereits beschlossene Sache, ist unzutreffend; im Gegenteil dürfte die Annahme richtig sein, daß die gegen diese Uebertragung sprechenden Gründe im Staatsministerium in letzter Zeit nicht unwesentlich an Gewicht gewonnen haben. Detmold, 21. Oktober. Ueber die Verhältnisse in Lippe wird der„Lipp. Landesztg.“ von geschätzter Seite geschrieben:„Der Graf=Regent war bei den Kaiser=Manövern in keiner Weise beteiligt, trotzdem die aus Lippe stammenden Soldaten im 55. IufanterieRegiment dienen und diese am Manöver teil nahmen“. Das Blatt deutel an, daß der Regent keine Einladung erhalten hat.„In der Kaiserrede wurden Westfalen und Bückeburger, nicht die Lipper, erwähnt. Der General=Oberst von Waldersee hat sich in Detmold aufgehalten, hat allerlei Erkundigungen unter der Hand eingezogen und verbürgten Nachrichten nach beim Graf=Rgenten sich nicht vorgestellt oder offiziell die Beziehung des Regenten zum Militär berücksichtigt. Das an sich auffallende Verhalten, die Thätigkeit des General=Obersten in Detmold und manche gelegentliche Aeußerungen von Militärbeamten bezüglich der Kasernen und des Exerzierplatzes haben allerlei Befürchtungen hervorgerufen und unverkennbar wird von Hetzern die Ansicht genährt, die augenblicklichen Zustände könnten zu einer Lippe höchst nachteiligen Aenderung führen". Gleichzeitig erfährt die„Augsb. Postztg.“, daß der sehr energische Versuch, die Angelegenheit auf die Tagesordnung einer der nächsten Sitzungen des Bundesrates zu bringen, um die Zuständigkeit durchzudrücken, an dem Widerstande mehrerer Bundesregierungen gescheitert ist. Auch die baierische Regierung sei einem Eingriffe des Bundesrates in die inneren Distrikten tobt gleichfalls der Aufruhr, zu dessen Unterdrückung beträchtliche Truppenmassen in die gefährdeten Gebiete entsandt worden sind, ohne daß man jedoch bisher von einer Besserung der bedrohlichen Zustände gehört hätte.— Bei der Grenzregulirung in China sind die Loschan=Berge und der Hafen von Tapetur als zu Kiautschou gehörig, Deutschland zugesprochen worden. Die Loschauberge wurden als unbedingt notwendig für das Gedeihen der Kolonien angesehen. Der Tagatur=Hafen liegt noch innerhalb der 50 Kilometer=Zone, in welcher die chinesischen Behörden nichts ohne Zustimmung der Deutschen thun dürfen. Ueber das Besinden des schwer erkrankten Gouverneurs von Kiautschou Rosendahl, der sich zur Luftveränderung nach Jokohama begeben mußte, ist neuerdings nichts weiter bekannt geworden. Das preußische Ministerium für Handel und Gewerbe hat vier Kommissionen mit der Befahrung der Gruben des saarbrücker, dortmunder, ober= und niederschlesischen Reviers beauftragt. Die Erfahrungen dieser Kommission sollen grundlegend sein für die zu treffenden Reformen der bergbaulichen Gesetzgebung, bei der es sich zurzeit vornehmlich um die Frage handelt, ob auch aus den Kreisen der Bergarbeiter Grubenkontrolleure auszuwählen und einzustellen seien. Die Kaisertage am goldenen Horn neigen sich ihrem Ende zu; am heutigen Sonnabend werden Kaiser Wilhelm und Kaiserin Augusta Viktoria die gastliche Residenz des Sultans Abdul Hamid wieder verlassen. Wohl selten ist einem Herrscherpaare in fremdem Lande eine solche Aufnahme zuteil geworden, wie unserem Kaiserpaare eben in dem Osmanenreiche. Alle Festberichte, die aus Stambul kommen, legen Zeugnis von der übergroßen Herzlichkeit ab, mit der man den deutschen Majestäten in Konstantinopel begeguet. Berlin, 21. Oktober. Die„Nordd. Allgemeine Zeitung“ schreibt: Gelegentlich einer Erörterung der Frage, betreffend die Reform des Pakettarifs, bringt ein hiesiges Blatt die Mitteilung, an zuständiger Stelle werde der gegenwärtige Zeitpunkt als nicht geeignet für die Einführung der Einkilopakete mit ermäßigtem Porto erachtet, und zwar mit Rücksicht auf den großen Ausfall in den Paketportoeinnahmen, der durch eine solche Maßregel bedingt sein würde. Demgegenüber erfahren wir, daß die in Rede stehende Angelegenheit überhaupt noch nicht den Gegenstand eingehenderer Erörterungen im Reichs= Postamt gebildes hat. Sie wird erst in gründliche Erwägung gezogen werden, nachdem die zurzeit in Beratung befindlichen Reformen zußEnde geführt sind. Berlin, 21. Okt. Der„Berl. Lokal=Anz.“ hatte gemeldet, daß der„größte deutsche Soldat", der Bierfahrer Wilhelm Ehmke aus Kiel, auf Befehl des Kaisers an der Reise nach Palästina teilnehme, und hatte sogar Ehmnkes Bild in seiner Reiseausrüstung gebracht. Wie die„Kieler Neuesten Nachr.“ jetzt mitteilen, ist an der ganzen Geschichte kein wahres Wort. Die„Hertha“ hat eine Geschwindigkeit von 17—18 Knoten; es ist also höchst unwahrscheinlich, daß sie hinter der„Hohenzollern“ zurückgeblieben und plötzlich nur 12 Knoten hätte machen können. Ferner wird aus Konstantinopel noch depeschirt: Sonntag früh fand auf hoher See ein Gottesdienst statt, den der Kaiser einleitete. Dryander hielt darauf die Preoigt, der er Matthäus Kapitel 9, Vers 1 bis 8, zugrunde legte:„In Gottes Namen fahren wir, Gottes Hülfe begehren wir.“ Die Rede, die auf die Reise in das heilige Land Bezug nahm, machte auf alle einen tiefen Eindruck. C Berlin, 21. Okt. Der Direktorposten des litterarischen Bureaus des Staatsministeriums, der seit mehreren Jahren vakant war, ist neu besetzt; er ist dem bisherigen Leiter der„Schlesischen Zeitung“ übertragen worden. Diese Behörde, die im Etat des Ministeriums des Innern figurirt und unter der speziellen Leitung Innern steht, hat insbesondere die Mitglieder des Staatsministeriums über Fußsoldaten und Reiter hielten mit Mühe das an= dem laufenden zu erhalten, mit Tagesblättern drängende Volk zurück. Aber Stunde um Stundel ziehungen zu pflegen und die von der Regierung hat bei der Begründung der deutschen Augelegenheiten Lippe=Detmolds entschieden abgeneigt Rechtseinheit auf dem Gebiete des hürgerlichen und und sich der verfassungsrechtlichen Tragweite und der Konsequenzen dieser Frage auch für größere Bundesstaaten voll bewußt. am goldenen Horn für hinreichend legitimirt hält, stets einen Fez zu tragen, im übrigen aber alle Eigentümlichkeiten seiner pommerschen Heimat bewahrt hat. Er wollte der Kaiserin einen Strauß überreichen und furchtete, daß dieser an Frische verlieren könnte. Als es bereits zu dunkeln begann, kam die„Loreley" in sicht, aber sie nahm den Kurs nach dem Botschaftspalais nicht, sondern hielt sich auf der kleinasiatischen Seite und fuhr auch über Therapia hinaus nach dem schwarzen Meer zu. Dann erst richtete das Schiff hrt nach Therapia. Hier empfing Freiherr von Marschall das Kaiserpaar, und während dieser sich nach dem Botschaftspalais begab, erklang aus griechischem Kindermund in griechischen Lauten das „Heil Dir im Siegerkranz“. Es war nicht ganz leicht, die Melodie wiederzuerkennen; aber kaum hatte Kaiserin sie erkannt, so blieb sie stehen und lauschte freudig bewegt dieser eigenartigen Ovation. Der Zgiser dekorirte den alten Wenzel mit dem Kronengden und scherzte besonders über den Fez. Eingehend ####er Monarch sich von Dr. Wiegand über die ließeg Zhungen in Mykenae berichten. Um 8 Uhr veran den if,„Herrschaften Therapia. Inzwischen hatte Alle..# ern des Bosporus die Beleuchtung begonnen. viel, salais, Museen, Kasernen, alle öffentlichen und fach FPrivatgebäude waren in entzückender und vielMarmau?““ Weise beleuchtet. Für den, der nach dem Aublich hau F zufuhr, bot sich ein unvergleichlicher pinasse bigf;## Dolma Bagdche, wo die Botschaftspinasse hiaf:*““ Dolma Bagdche, wo die Botschaftsger Velsucht. as das deutsche Geschwader in prächtimit ben“us: Schiffsrumpf und Masten waren die Kaisarzen Lämpchen dicht besetzt. Zumal nehmen ginßt, grachte in dieser Beleuchtung einen vorgen die Kläuag„in3 d Kreuzer„Hertha“ drania heruber; eir „ Posr, nsere Slansa trose spieftg einer Harmonita heruber; ein MaDolma Pagdich“ am Rhein“. Auf dem Hofe von verbrüdergagsche ging es laut her. Unsere Blaujacken denen: sich mit den türkischen Soldaten. von „enen ver einzich mit den türkischen Soldaten, von ein lustiges##der andere deutsch verstand. Es war ### Bild, deutsche Matrosen und türkische innergz. Politik, dahin zu wirken, daß die Intentionen der Regierung so wirksam als möglich zur Geltung gelangen. Der Inhaber dieses Postens hat ein Amt, den Inhalt seiner Amtsführung gibt ihm die jeweilige Politik der Regierung; die Verantwortung dafür hat die Regierung; Sache seines persönlichen Taktes und seiner Erfahrung ist es, seines Amtes in ersprießlicher Weise zu walten. Seine bisherige politische Wirksamkeit kommt daher für die Beurteilung seiner kunftigen Wirksamkeit nur sekundär inbetracht; für diese ist zunächst von Bedeutung, daß in die Regierung ein Fachmann eintritt, der für das Wesen der Presse das entsprechende Verständnis und die entsprechenden Kenntnisse hat. Die Einflüsse der Regierung auf die Tagespresse in Sonderheit die Kreisblätter sind zur genüge aus den wiederholten Debatten darüber im Abgeordnetenhause bekannt. Es ist auch der Regierung zugegeben worden, daß es ihr Recht ist, mit allen möglichen Mitteln ihre Ansichten auch in den Tagesblättern zur Geltung zu bringen, und, wie der Minister Herrfurth sich ausdrückte, die Großmacht der Presse nicht lediglich von der Opposition beherrschen zu lassen. Aber mit erlaubten Mitteln und in erlaubten Grenzen! Daß will besagen, daß die Regierung mit ihren Absichten den Weg der Oeffentlichkeit be schreiten soll, soweit es irgendwie thunlich ist und nicht aus dem Auge verliere, daß ein geachtetes Volk auch einer geachteten Presse bedarf, und daß es Raubbau an nationalen Imponderabilien ist, den Gebrauch solcher Mittel zu versuchen, welche in die Presse intellektuelle oder gar materielle Korruption hineintragen. Wir sind sicher, daß die bisherigen Mißerfolge bei solchen Versuchen vor dem Beschreiten solcher Abwege warnen. Eine kluge Regierung wird auch bei dem Wunsche, in der Oeffentlichkeit ein möglichst großes Echo zu haben nicht außer acht lassen, wie wenig ein Momentserfolg in der Preßerörterung verschlägt, wenn die Politik, die damit verteten wird, thatsächlich die 1 dem Gepiele des burgerlichen und strafrechts seine Triebkraft bewiesen, und auf dieses Mahnwort greft nun eine Abhandlung des ehemaligen langjährigen bonner Berghauptmanns Dr. H. Brassert zurück, die in der Zeitschrift für deutsches Bergrecht erschienen ist und nochmals für ein den deutschen Bergbau in seiner Gesamtheit umfassendes gemeinsames Recht eintritt. Daß diese Materie bei der Verschiedenheit der landesgesetzlichen Bestimmungen noch mancherlei Schwierigkeiten bieten wird, obwohl die größeren deutschen Staaten, die ein Berggesetz besitzen, dieses im wesentlichen dem preußischen Berggesetz vom Juli 1865 nachgebildet haben, bekundet sich schon darin, daß im Einführungsgesetz zum bürgerlichen Gesetzbuch ausdrücklich bestimmt wurde, die einzelstaatlichen Vorschriften auf dem Gebiete des Berg= rechts sollten davon unberührt bleiben. Im Reichstag hat wiederholt und zuletzt in diesem Winter diese Streitfrage zu lebhafteren Auseinandersetzungen anlaß gegeben. Isolirt stand der reichsparteiliche Abg. Freiherr von Stumm, der in Rücksicht auf die ganze historische Entwickelung des Bergrechts für die Ordnung auf dem Wege der einzelstaatlichen Gesetzgebung eintrat, weil man nicht die Rechte der Einzelstaaten beschneiden solle, wo es im nationalen Interesse nicht geboten sei. Als berufener Kenner des Bergrechts trat demgegenüber der nationalliberale Abg. Dr. Hammacher für ein Reichsgesetz ein mit folgenden gewichtigen Gründen. Ein solches Berggesetz nur garantire eine gleichmäßige und ausreichende Ausübung der Bergpolizei; ein solches Gesetz schaffe vor allem Einheitlichkeit, wo wie in den thüringischen Staaten die verschiedenen berggesetzlichen Bestimmungen störend durcheinander laufen.„Aus der Selbständigkeit der Bergpolizei in Anhalt und Preußen sind bei dem Salzbergbau an der Grenze zwischen Leopoldshall und Staßfurt heute gefahrvolle Uebel entstanden, welche bei dem Vorhandensein eines sich auf alle deutschen Staaten erstreckenden Bergpolizeirechts zu vermeiden gewesen wären.“ Eine Erwiderung des Frhrn. von Stumm gab dem Abg. Dr. Hammacher anlaß, insbesondere noch zweierlei zu betonen: daß das Gewerkschaftsrecht ein gleichmäßiges und gemeinschaftliches werden müsse, das heute in verschiedenen Staaten verschieden sei, und daß die zivilistischen Verhältnisse und Beziehungen, welche aus der Gewerkschaft entstehen, mit bezug auf das Grundeigentum u. s. w. einheitlich nach den Grundsätzen des bürgerlichen Rechtes geordnet würden. Daran anknüpfend entwickelt Dr. Brassert noch folgende Gesichtspunkte. Die Bestimmungen über die Sicherheitsmaßregeln müßten freilich den Einzelstaaten vorzubehalten bleiben, da die praktische Ausübung der Bergpolizei denLandesbehörden keinenfalls aus der Hand genommen werden dürfe. Ausscheiden und der Gewerbegesetzgebung überweisen solle man weiter die Regelung der Rechtsverhältnisse der Bergarbeiter und die Feststellung von Grundsätzen über den Arbeitsvertrag. Auch für eine neue Rechtsordnung des bergbaulichen Knappschaftswesens biete ein Reichs=Berggesetz keine geeignete Stätte. Hingegen liege zunächst im allgemeinen und im bergbaulichen Interesse, daß die Gegenstände, auf welche die Bergpolizei sich zu erstrecken und zu beschränken habe, einheitlich für das ganze Reich sichergestellt würden. Weiter aber sei es in Rücksicht auf die zu erwartenden Rückwirkungen des bürgerlichen Gesetzbuchs insbesondere auf dem Gebiet des Grunderwerdes unerläßlich, durch ein neues, einheitliches, besonderes Gesetz den deutschen Bergbau gegen die Wiederkehr unerträglicher Rechtsunsicherheit und Rechtszersplitterung zu schützen. So Dr. Brassert, der eine Autorität auf diesem Gebiete ist. 2 Berlin, 21. Okt. An den Gestaden des Bosporus, den. Blick auf zwei Erdteile gerichtet, feiert unsere Kaiserin in diesem Jahre ihren Geburtstag, an dem sie das 40. Lebensjahr vollendet. Und an dem nämlichen Tage tritt sie an der Seite ihres kaiserlichen Gemahls die Fahrt nach dem gelobten Lande an, um anbetungsvoll und dankerfullten Herzens die Stätten zu schauen, an denen vor nunmehr fast 2000 Jahren derjenige gelebt, gelehrt und gelitten hat, den unsere Kaiserin zu unverlierbarem Besitz in ihr Herz geschlossen, dessen allerbannende Liebe sie durchglüht, in dessen Kraft sie Tag um Tag ihr Werk verrichtet. Ja köstlicher denn Gold und Edelstein wird der hohen Frau an ihrem heutigen Tage die Erfüllung des Wunsches sein, das gelobte Land mit eigenen Augen schauen, den Fuß dahin setzen zu dürfen, wo der Heiland der Welt einhergeschritten ist. Glänzend, wie es einer Kaiserin geziemt, ist die Fahrt nach dem heiligen Lande, glänzender aber als all der Prunk und Pomp leuchtet im Herzen der deutschen Kaiserin als köstlichster Edelstein die Demut, die sehnsuchtsvolles Verlangen trägt, sich an die Heilandsgestalt dessen anAusland. London, 21. Okt. Die„Times“ schreibt heute: „Man kann bedauern, daß britische Staatsmänner es unterließen, die günstigen Gelegenheiten in der Türkei zu ergreifen, aber abgesehen von diesem Bedauern haben wir keinen Grund zur Eifersucht auf Deutschland. Es verrichtet eine Arbeit, welche im Interesse der Welt nötig ist. Die deutschen Kaufleute thun mehr zur Förderung einer guten Regierung in der Türkei als die gesamte Diplomatie seit einem halben Jahrhundert. Deutschlands materielle Interessen haben ihm eine Stellung von politischen Einflusses in der Türkei verliehen, welche es zu unserem besten einnimmt, da wir versäumt haben, sie selbst einzunehmen. Die deutschen Staatsmänner werden Bismarcks Ausdruck der Gleichgültigkeit über das Schicksal der Dardanellen nicht wiederholen. Die Dardanellen bilden künftig ein deutsches Interesse nicht weniger als ein österreichisches und ein britisches. Deutschland wird die Türkei nicht drangsaliren, aber es wird sie sanft den Weg der Reformen entlang führen. Hätte der Kaiser dem Sultan den leisesten Wink zur Unterstützung bezüglich Kretas gegeben, so würde der Sultan die Admirale ausgelacht haben. Wir können dem Kaiser danken, daß er in seiner Weisheit zu der seinerzeit lang verzögerten Regelung der kretisischen Schwierigkeiten beigetragen hat.“ geubte Kritik verdient hat, oder wenn gar Beeinflussung zuschmiegen, der nicht hatte, wo er sein Haupt hinauf krummen Wegen ersetzen soll, was bei dem aus=legte und dem doch mit der Kaiserin das ganze deutsche gesprochenen Rechtsgefühls der Masse des deutschen Volk und alle Christenvölker auf Erden den höchsten v Die Meldungen aus Alexandria. : D a s i c h u m d i e A n g a b e n ü b e r e i n i n A l e x a n d r i a geplantes, aber rechtzeitig entdecktes Anarchistenattentat gegen den Kaiser Wilhelm ein lebhafter Streit in der Presse erhoben hat, so sehen wir uns genötigt, an dieser Stelle einmal das gesamte Material zusammenzufassen, die Stimmen von hüben und drüben einander gegenüberzustellen und so unseren Lesern Gelegenheit zu bieten, sich selbst ihr Urteil über die aufregende Angelegenheit zu bilden. Als zu Beginn der Woche londoner Telegramme von einem weitverzweigten Anarchisten=Komplott in Alexandria meldeten, glaubte man nirgends so recht an die Thatsächlichkeit der betr. Angaben, die von der in Egypten thätigen englischen Polizei an einige londoner Blätter übermittelt worden waren. Ja, als das londoner Regierungsorgan, der„Standard“, in einem das Attentat betreffenden Artikel die Versicherung gab, wer den deutschen Kaiser kenne, der wisse, daß ihn die Möglichkeit eines Anschlages auf sein Leben nicht von der Ausführung seiner Entschlüsse abhalten könne, und als diese Darlegung des londoner Blattes durch die amtliche Telegraphen=Agentur verbreitet wurde, da sprach die„Nat.=Ztg.“ ihre laute Verwunderung aus, indem sie durchblicken ließ, daß es höchst unangemessen sei, mit dem Feuer zu spielen oder den Teufel an die Wand zu malen. Aber schon 24 Stunden später brachte die gouvernementale„Nordd. Allg. Ztg.“ die Bestätigung der alexandrinischen Angaben, indem sie besonders betonte, daß das„glücklicherweise entdeckte Anarchisten=Komplott einen Anschlag gegen das Leben unseres Kaisers zum Ziele gehabt habe“. Durch diese anscheinend amtliche Mitteilung, die auch noch mancherlei Einzelheiten über das Komplott wie über die Zusammensetzung der zum Mordwerkzeuge ausersehenen Bomben brachte, war die Stimmung plötzlich allgemein wie umgewandelt. Ueberall flammte das Gefühl innigster Dankbarkeit gegen die Vorsehung auf, die das Leben unseres Kaisers so gnädig vor Gefahr behütet hatte. Daß aber amtlicherseits und offiziell dieses Gefühl scheinbar nicht geteilt, jedenfalls nicht zum Ausdruck gebracht wurde das befremdete. Abend für Abend wurde der Reichsanzeiger“ mit besonderer Spannung und Hast durchflogen; das Gesuchte enthielt er bisher nicht. Jetzt begaun sich der Zweifel aufs neue zu regen. der dauernd nur von den sozialdemokratischen Organen aufrecht erhalten worden war. Man forschte mit vermehrtem Eifer nach den Quellen und glaubte genden zu haben, daß sie identisch seien mit den funden zu haven, vuß sie identisch seien mit denjenigen, sich gelegentlich des frankreich die erschreckenven uttentatsgerüchte in die sich gelegentlich des Zarenbesuches in Englano Frankreich die erschreckenden Pt die Welt ergossen. Gerüchte, die sich hinternach gluckund licherweise als gänzlich grundlos herausstellten. Man sagte, damals habe die englische Polizei ein Interesse an solchen Ausstreunngen gehabt, da sie sich damit dem Zaren wegen ihrer Wachsamkeit, Treue und Zuverlässigkeit zu Dank verpflichtete. Diesmal liege die Sache in ihrem ersten Teile genau ebenso, man wollte dem deutschen Kaiser imponiren und seinen Dank gewinnen; gegenwärtig spreche aber noch ein zweiten Moment mit, der Beachtung verdiene. Trotz aller offiziösen Dementis habe der englischen Regierung wesentlich daran gelegen, daß der Kaiserdesuch in Persie bei- Lise. Ssite De Ladke Ve. Stolalsae SeHeasuag; der—=Manuast Keide rzgeln alt uspeheade bezsechoet werder guisiel Herrn des Pharaonenlandes, den Khedio, oder solle redners brach sich der Mann nun Bahn durch die Diagnose des an sich sehr schwierig zu deutenden Isolirung im jedoch umVerder Engländer liegt. Die Attentatsgerichte seien das werden. Der Rorfall hat natirlich berechtigtes Aut=(Pan macht den Aerzten des allggeinen Krankenien da werbeu. Der Vorfau hal naturlich berechtigles Guf= shauses wegen der ungenügenden Isolirung schwere dienen. sehen erregt. Wäre nicht rechtzeitig eingeschritten Vorwürfe. Heftig wird getadelt, daß das Isolirsein solte, die lette Schlußfolgerung st jedenfals iue patriotische Fest gefunden hätte. Harisch i der Alinit Prosesor Rothnagels, worin sofern falsch, als es Schrekschüsse der Art, wie sie] Remscheid, 20. Oktober. Großfener. In der ver= sälen gelegen ist. Nach sicher Mitteiluna srd dier aus Atentatgrichten Konstruiet werden, fürssosenen Nacht enstand gegen 12 Uhr in der Schreielim Ausouef Dr Millerg amicher Mittilug lnd Kaiser aus Hohenzollernstamm einfach nicht gibt. nerei der W. Tillmannschen Welblech=Walzwerke ein nunmehr Pestbazillen festgestell. biger Chrisk. Käte is noch das techuische Bureau voltsinosg gie, Abendpost beltätiat, daß die Wörterin Leha an belda diese Thatsache auch in London nicht unbe. dergebrannt. Dem Umstande, daß man frühzeiligvon Pneinomite erkrankt seit. Auch Dr. Mülerhatenachkannt ist, ja, da sie von dem dortigen Regierungs: dem Brande Kenntnis erhielt und bald die benach= Kranken sich freiwilsve Pounen Pregen, ie grgan, wie oben bemerkt, ausdrücklich konstatrt wiro, barten Wehrenzurstelle waren, ist es zuzuschreiben daß erbot. Das ffolirte Haus ist grog eue brite.Tonne so würde das Vorgehen„angeblicher Fabrikanten von der, wertvolle Inhalt des technischen Bureaus, beste=(Sruchenspital Jverrt. Gra 2 greu vei rcen Attentatsgerüchten ein Rnnloses und zweckwidriges shend in Zeichnungen und Geschäftsbüchern und der zr desperrt. Die Speisen werden burch sein. Da aber diese Annahme nach Lage der Dingel Geschäftsbarbestand sttet wurde. Die Glut sein Fenner vineingereicht, die außerste Vorsicht wird Vorgehen angeblicher Fabrikanten von der wertvolle Inhalt des Sgerachten, ein Knmoses dne Zwrawigriger shend in Zeichnungen und — laut der„Barm. Ztg.“— so intensiv. daß bald teicht entschließen können, hier an ein planvolles Drahtleitungen schmolzen und zerrissen Der Betriah Lügengewebe zu glauben. Herrscher für das Ausstellungsjahr 1900 zu erbauen. solchen gemache, uicht einmal der Entwurf für einen 9.„Wien, 22. Oktbr. Bis 3 Uhr morgens lauten die Nachrichten über das Befinden des an der Pest shlecht. An dem eide balsigen Gchsesgang de Racsealsesehl ai vollitspeig“egiohete Kombinationen beruhe. Bitrgand, spei Hochschiler woeren uegen schechischer sisel ache siecl luch der Kihlhilg ei ue. Kaserne von einer demonstrirenden Menschenmenge empfangen und begrüßt. Auch die gestrige Kontrollversammlung im Veinberge gerlief stürmisch. Trotz des Verbotes des Oberlieutenants antworteten die Reservisten tschechisch, lärmten, polterten und beschimpften den Offizier. Als der Oberlieutenant ein planvoues Drahtleitungen schmolzen und zerrissen. Der Betrieb T5a ist mahl darsher daß im Interasse der zuniar wird voraussichtlich wenig leiden, man gedenkt ineinem Es ist wohl venrvar, baß im Interesse der Unter=benachbarten Hause das technische Bureau wieder einsuchung in der weitverzweigten Verschwörungsange=(zurichten. Der Brand dauerte bis 6 Uhr morgens. Draht=Nachrichten. (Wolffs Telegraphen=Bureau.) * Wetteraussichten für Sonntag, den 23. Oktober: heit Schweigen durchaus am Platze ist, will man Düsseldorf, 20. Oktober. Unglücksfälle; Tod durch Mild und feucht bei südlichen bis westlichen Winden. nicht die Fäden wilkürlich zerschneiden, welche in dem Gasvergiftung. In einem Etablissement in Oberbilk! Wien, 22. Okt. Hinter dem Epideniespital Labyrinth des internationalen Anarchistentums die kamen vorgestern zwei bedauernswerte Unfälle vor. Fackelbesn ledter Nacht von etwa 100 Arbeitern vei Orientirung ermöglichen. Ist die Angelegenheit aber Ein Arbeiter fiel von einem 5 Meter hohen Kessel Fackelgeleuchtung Baracken fertig gestellt. erst volständig aufgeklärt und damit die Möglichkeitsherab und wurde schwer verletzt; ein anderer wurde ge,„Paris, 22. Oktober. Wie verlautet, nimmt die gewonnen, alle an dem Komplott mehr oder weniger infolge Platzens eines Dampfrohres derart verbrüht,##evisionsverhaudlung vor dem Kassationshofe drei Betehlist,. Segeik son Stesier unschädlich zu ,machen, daß er heute noch ohne Besinnung imn Krankenhause 31. Hrt. Fr lperuch. Die„Entschebung bürfe an das rechte Mort gesn merden dei(tiegt.— In einem hiesigen Hotel ist laut„D. Z.„ein stand hier das Gerücht, Dreysus befinde sich auf den Duisburg durch ausgeströmtes Gas kand hier, das Gerücht, Dreysus befinde sich auf den das rechte Wort gesprochen werden. regte wor geprogen werden.„„ salterer Herr aus Dusburg durch augektöntes Gas Hhrd. Br, odz. Perscht, Dezitg hefade sich als den Schwer verurteilen müssen wir, wie wir zum Schlusse auf seinem Zimmer einer Gasveraiftung erlegen und(Pont Valerien, dadurch, daß daselbst mehrere Zellen cht ungesagt sein lassen wollen, die erhitterte Fehdel gestorkensen undinstand gesetzt werden und seit Schimofworte und nahm eine g die Menge drohende Haltung mußte. Fünfzig Reservisten wurden die Militärpässe Handlung übergeben. den deseischen Prison, Valik und Vourgeois werden dementirt. Die Verhandlungen wegen Faschoda nehmen einen immer gereizteren Charakter an, nach dem Eintrefen des Verichtes Varaiiers. 106 * Paris, 22. Okt. Die ernstere Presse hat bisher in der Besprechung der Faschoda=Affäre eine ruhige bewahrt. Nur„Patrie und Jour“ haben, Herausforderungen ertönen lassen. Temps“ 1reibt, es scheine(ast man wolle nicht Faschoda langen, man wolle Frankreich nur vor einer Erniedrigung oder einem Bruch mit England bewahren. pird keutes 22: Okt. Der Marineminister Lockroy wiro#ue hier erwartet.— Heute abend soll ebenfalls der Generalgouveneur von Judo=China, H. Doumer, eintreffen.— Der Ueberschuß des Budgets dieser Kolonie beträgt für dieses Jahr 2 millionen Franks, nachstes Jahr dürfte er 5 millionen erreicht haben. Es wird beabsichtigt, mit diesem Gelde die Eisenbahnlinie Honoi—-Saigon zu bauen. das Versicht Fad gg Gestern verbreitete sich hier di.,„Gerucht, daß es der Expedition Marchands glücklicherweise gelungen sei, den Versuchen der Engländer, die ganze Expedition vor ihrem Eintreffen in Faschoda zu ermorden, entgangen ist. gaxr Paris, 32, Lkt. Mehrere Blätter machen den Vorschlag, Faschoda und das umliegende Gebiet als friedlch, beizulegen ud auf diese Weise den Kontit Paris, 22. Okt. Am 24. ds. beginnt hier die Seris loziglistischer Konferenzen. Mehrere bekannte Sozialistenführer sind als Redner eingeschrieben. Die Tagesordnung lautet:„Die Freiheit in Gefahr". Man befürchtet Unruhen, da die Konferenzen kontradiktorisch sind. Courtrai, 22. Oktober. Heimkehrende Arbeiter bemerkten gestern abend dichte Rauchwolken aus dem verschlossenen Hause des Landwirtes Demeyer emporsteigen. Nachdem sie vergeblich angeklopft hatten, drangen sie durch ein Fenster in die Wohnung. Im ersten Zimmer entdeckten sie ein siebenjähriges Kind, das nach einigem Bemühen ins Leben zurückgerufen wurde. In dem Schlafzimmer fanden sie die Leiche der Mutter, im Bette die halb verkohlte Leiche eines Säuglings und in dem letzten Zimmer zwei weitere Kinderleichen. Die Behörden haben eine Untersuchung über die Ursache des Feuers eingeleitet. sozialdemoteatso.d. Personen wohnten dem Meeting vorgestern abend bei. Abg. Priester, Gayrand hielt eine kollektivistische Ansprache. Nach ihm nahm Priester Nandet das Wort. Gestern sprachen die Vertreter der Nationallisten, sowie der als anarchistische Redner bekannte Sebastian Faure, die Reihe an die Sozialisten Fourniere 55d Jauxes: Einige fremde Delegirte sollen ebenfalls getonngen resen Unruhen hund bis sett uicht bor: gastrnTo“, 22. Okt. Die Schießübungen sind Kaiust###or der Rede von Toulon mit dem besten Resultat beendigt worden. Die Versuche mit den unterseeischen Booten„Gustave Dede“ und„Hymnote“ konnten gestern nicht stattfinden. 22. Okt.„Daily News“ schreibt, daß die erste Bedingung, um die Verhandlungen zwischen Frankreich und England beginnen zu können, die Ableugnung von seiten der französischen Regierung sei, die den politischen Charakter der Marchand Frage in Faschode zurücknehme. Sollte die französische Regierung sich weigern, dieses zu thun, so fällt die ganze Verantwortung für die folgenden Ereignisse auf die französische Regierung. * Rom, 22. Oktober. Die„Fanfulla“ meldet, in Rom, Florenz, Mailand, Turin, Livorno und Bologna stellte die Polizei eifrige Recherchen nach Anarchisten an, die am egyptischen Komplott beteiligt sind. Berliner Börse. * Berlin, 22. Okt.(Mitgeteilt vom„Dortmunder Bank=Verein“.) a hß b h Alä 22c. Diskonto=Gesellsch 193.—193/40 Hibernia 16.30 Dortm. Be.=Verein—.——,— Hörder Vorzug L. A. 145.60 174.50 nicht ungesagl sein lassen wollen, die erbitterte Fehbe gestorben. der Parteiorgane, von denen ein Teil den andern bezichtigt, den Gerüchten vollen Glauben beizumessen, weil er davon eine strenge Ausnahmegesetzgebung im Reiche erwartet, und umgedreht der Vorwurf erhoben wird daß Liherale und Sazialisten untar einer GackVermischtes. instand gesetzt werden und seit kurzem ein Offizier oder Militärbeamter, bezüglich dessen absolntes Stillschweigen beobachtet wird, sich in Haft befinde. Dreyfus befinde sich zweifellos noch auf der Teufelsinsel. * London, 22. Okt. Die„Daily Mail“ meldet aus Pite, bug Libetuze und Sozialisten unter einer Decke wird einer herline Flatte geschrieben: g! Papstadt von gestern: Die Voeren schlugen Magato steckten, aus den Sozialdemokraten aber die Anarchisten des Neuten Miener Fagsbfatto Der urtikel gestern nachmittag im ersten Gefecht. Gerörsinger, 175, d95 daher die üiberale Pres die Tenorist Mierzwinskt sich in Cannes als Hotelporiter Leudon, 22. Okt. Nach Erkundigungen scheiut Besorgnis zu bestehen, daß die übermäßig ernste Wendung nehvon einem Teil der Presse angegegenüber einer Angelegenheit ber dest g127gzßes klärte demgegenüber, Mierzwinski habe ihr bereits sehen mird Amtlich wird derholt bekundet daß und es gottlob noch keinen halten einen soichen Streit für geradezu unwürdig klärte beingegenüßer Mienich aufhaltende, Gattin er= men werde, wie dies von einem Teil der Presse, angeGexennu#rgepeuchen, gei der das Leven telegraphisch mite daß: k. Thmten östere“ wiro. Amtlich wird wiederholt, verzuder, baß unseres Kaisers infrage rommt. In dieser Frage gibt reichischen Adnatae ein veruhmien ostere in den Marinedepots keine außergewöhnliche Thätig* gottlob noch keinen Unterschied zwischen allen auf beauftragt hätte i. des Könstlers Rarze keit herrsche. Es wird hinzugefügt, die Regierung dem Boden der Staatsordnung stehenden Parteien. richtliche atte, ir gichau unzters Napen eine ge werde keinen unbilligen Aufschub zulassen, sondern einen Schadenersatz werde, falls die französische Regierung ablehnt, ihre von hunderttausend Gulden zu fordern. Die Forderung loffenbare Pflicht zu thun, zur Entfernung Marchands Provinzielles. 1 Dortmund, 22. Oktbr. Wie wir hören, hat die Kontrakt Herrliche Simme im Begrich sta u Faschoda schreiten. usland zund Ameriea abe“uzenden Stradford(Lincolnshire), 22. Oktober. aus Magistrats= und Stadtverordneten= Versamm= Mierzwinski befinde sich zurzeit in Paris und wohntnsnitslied Chaplin hielt gestern hier eine Rede, in lungs=Mitgliedern bestehende gemischte Kommission in daselbst im Hotel Seribe, aber nicht als Portier, die Friigs ausführte, es sei unmöglich, daß England ihrer Sitzung am Freitag folgende Vergleichsvor= sondern er zahlt für seine Zimmer monatlich 500g die Frücste des Sieges im Sudan andern ausliefere. mhiage gemacht: 1. Das Privilegium der Gasgesell Er ist Mitglied sten'ohs n. Rua Pos:“ Wir, beauzpruchen, für Egypten und England die schaft wird auf zehn Jahre, also bis zum Jahre 1917, wo er zwar spielt, aber nur eine sehr beich.. Kontrolle des Wasserweges im Nilthale und den vom verlängert. 2. Gasanstalt und Elektrizitä nach jeder Richtung in freie Konkurrenz. 3. Die Gas= Im vergangenen Jahreein ite entsprechend. llung können wir unmöglich zurückgehen, aber es ist gesellschaft zahlt vom 1. Januar 1899 an 10 Prozents hof in Berlin, wo er 18 JK täglich für seine( auch unsere Peseiziguingenöslichen Anstrengungen zu Presersiugewpinns an die Stadt zur Erbauung eines zhähgnzset gsserzigtegsends mit seinenhreunden und Frieden aufrecht zu ersalten, wie auch das Wohl. 24t Hortmnund, 22. Okt. Während der mit dem zwinskinur einmal in seinemLeben vor mehreren Jahren, Imnlaufe der Rede bezeichnete Chaplin die Bezieingen zu Deutschland als der wärmsten und freundgegen insgesamt 25 Angeklagte verhandelt, von denen Mierzwinski hakentaegen jenem Artikel, niema lsanders Holitis der Fedsehlich verteidigte der Redner die 8 freigesprochen wurden. Gegen die übrigen wurde ale in se: ten auf deu axste. Du: 12:“““ der Regierung in China und sagte:„Wir erkannt auf 24 Jahre eine Woche Zuchthaus 16 Jahrelz“ neinen eigenen Konzerten auf den ersten Buhnen hätten der Erwerbung Port Arthurs und Talien8 Monate Gefängnis und 48 Jahre Ehrverlust. d Welt zu horrenden Preisen gesungen.— Ein Herr wans durch Rußland Widerstand leisten und diese d Dortmund, 22. Oktober. Nachdem am vorigen Sonnabend die städtischen Vertretungen, Freunde und Bekannte sich zu Ehren des Herrn Wasserwerksdirektors Reese zu einem Festessen vereinigt hatten, findet heute abend im Saale der Kronenburg die Feier des Dienstjubiläums seitens der Beamten und Arbeiter, etwa 100 Personen, statt. —* Der im essener Meineidsprozeß mitverurteilte und nach Verbüßung seiner Strafe am 1. Oktober aus dem Zuchthause entlassene Bergmann Beckmann aus Herne hat laut der„Arb.=Ztg.“ die Annahme einer Unterstützung aus dem von Sozialdemokraten für die Verurteilten gesammelten Fonds abgelehnt. Beckmann arbeitet wieder auf einer Zeche. F Einem hiesigen Techniker wurde gestern abend AI aus dem Hausflur einer hiesigen Restauration ein Union=Fahrrad gestohlen. Das Rad ist eine halbschwere Tourenmaschine, ohne Schutzbleche und Laterne, schwarz lackirt, hat gelbe Felgen, Bremse und nach oben gebogene Lenkstange. Die Firmenbezeichnung„Union“ ist in Nickel auf dem unteren Verbindungsrohr angebracht.— Dem Restaurateur Mathemeyer, Schützenhof, sind am Freitag, den 21. Oktbr., nachmittags in der Zeit von—6 Uhr, aus seiner Weide drei Kühe im Mindestwerte von 700 K abhanden gekommen und wahrscheinlich gestohlen. Die Kühe sind junge Milchkühe, eine derselben ist rotfarbig und etwas weiß gefleckt, die zweite schwarz und mit einigen weißen Flecken versehen, die dritte ist schwarz=weiß. §§ In einem hiesigen Walzwerk erlitt der Hülfsarbeiter Siradzki einen Bruch des rechten Fuszes.— Ferner stürzte in einer hiesigen größeren Brauerei der Arbeiter Ballermann von der in den Jeneratorraum führenden Treppe und erlitt eine Luxation beider Oberarme. Witten, 20. Okt. In arge Verlegenheit ist ein hier beschäftigter russischer Arbeiter gekommen, welcher vor einigen Tagen die Aufforderung erhielt, nach Rußland zurückzukehren. Während seines hiesigen Aufenthaltes hat aber der Ausländer geheiratet, und so wird auch seine Frau von dem Ausweisungsbefehle hart betroffen. Er hatte bereits im vorigen Jahre seine Naturalisirung beantragt, doch darauf von der Regierung einen abschlägigen Bescheid erhalten. Da ihm seine Frau nicht nach Rußland folgen will, so hat er beschlossen, mit seiner Frau nach Amerika auszuwandern, dort wird er keine Ausweisung zu befürchten haben. Münster, 20. Oktober. Die Grundsteinlegung der zweiten evang. Kirchesfand heute nachmittag um 4 Uhr statt. Oberpräsident Studt und Generalsuperintendent Nebe, welche an der Kaiserfahrt nach Jerusalem teilnehmen, hatten von Bord ihres Schiffes Begrüßungs= telegramme gesandt. Unter den zahlreichen Anwesenden wurden besonders bemerkt der kommandirende General des Armeekorps v. Mikusch=Buchberg, Oberpräsidialrat v. Viehbahn, erster Bürgermeister Jungeblodt. Nach entsprechenden Gesängen und Gebeten hielt Konsistorialrat Büchsel die Weiherede. Superintendent Brahmsfeld verlas die Stiftungs=Urkunde. Der Grund und Boden für die Kirche kostet 88600. die Kirche selbst 225000 M, wozu der Kaiser 80000 k. beisteuerte. Die Kirche erhielt den Namen Erlöserkirche,„Die Feier schloß mit Gebet und Gesang. egegsr, 22. Okt. Postdiebstahl. Die kaiserliche Oberpostdirektion hat in Sachen des hier vor einigen Wochen verübten Postdiebstahls die auf Ergreifung des Thäters ausgesetzte Belohnung von 3000 K auf 5000 M erhöht. Saarn, 25. Okt. Verhindertes Attentat. Bei der gestrigen Denkmalsenthüllungsfeier wurde durch die Umsicht der Polizei einem Attentat noch rechtzeitig vorgebeugt. Während der Festrede des Hauptlehrers Grünweller am Denkmalsplatz versuchte, wie die„Rh. Westf. Ztg.“ berichtet, ein etwa 30jähriger Mann, ein Pserdeknecht auf Haus Rott, die Stusen der Rednertribüne emporzuklimmen, um den Redner zu üderfallen. Der Mann hatte schon früher Drohungen gegen den yersse Tahgn genyeg WeryRedner ausgestoßen, daß er zu horrenden Preisen gesungenz.— Ein Hexr Dr. Jelenkiewicz schreibt dem„Kuryer Warszawski“: „Vor kurzem bin ich erst aus Paris zurückgekehrt. Während meines vierwöchentlichen Aufenthaltes in Paris habe ich täglich mit Mierzwinski verkehrt, der im Hotel Scribe eine Wohnung inne hatte. Mierzwinski sang täglich einige Stunden und seine Stimme, die an Herrlichkeit nur noch gewonnen, hat uns entzückt. Nach längerer, durch Indispositionen veranlaßte Pause hat M. seine völlige Gesundheit wieder erlangt und er beabsichtigt, demnächst seine künstlerische Thätigkeit wieder im vollen Umfange aufzunehmen.“ — Wien, 21. Okt. Bei dem erkrankten Dr. Müller sind unzweifelhaft Pestbazillen festgestellt. Sein Zustand ist bedenklich, ebenso der der Wärterin. Heute abend fand eine Versammlung von Aerzten statt, in welcher der Vorsitzende beide Erkrankte als Opfer der Wissenschaft bezeichnete und die Aerzte aufforderte, angesichts der unbestreitbaren Thatsache von Pestfällen und voraussichtlicher Beunruhigung der Bevölkerung die notwendige Ruhe zu bewahren. Zu dem Todesfall an Pest in Wien wird noch gemeldet, es sei gar kein Wunder gewesen, daß Barisch vom Pestbazillus infizirt wurde. Die zum Zweck von Experimenten infizirten Tiere— es waren ausschließlich Meerschweinchen und junge Schweine— wurden in einem ganz primitiven kleinen Stall in einem inneren Hof hinter dem allgemeinen Krankenhaus gehalten. Dort reinigte Barisch den Stall, fütterte die Tiere, und wenn ihm eines entwischte, fing er es wieder ein. Dann kam seine Frau mit dem Mittagessen, das er in aller Gemütsruhe verzehrte. Von Händewaschen oder sonstigen Vorsichtsmaßregeln war keine Rede. Der Mann war zu vertraut mit den Tieren. Er klagte am Sonntag einem Kollegen im bakteriologischen Institut, daß er sich häufig erbrechen müsse, aber nur Wasser. Dann ging er ins allgemeine Krankenhaus und wurde dort angenommen. Es ist unrichtig, daß zur bakteriologischen Untersuchung der Leiche Blut entnommen wurde. Vielmehr wurde aus den Drüsen am Hals und unter den Armen, sowie an den Weichen, wo der Sitz des Pestbazillus ist, Materie entnommen.— Der„N. Fr. Pr.“ wird non „N. Fr. Nr.“t wird von ärztlicher Seite mitgeteilt:„Der Diener Barisch ist an einer seltenen Form der Pest, an einer Art inneren Pest gestorben, die nicht äußerlich, wie die Beulenpest in Erscheinung tritt, sondern wie eine Lungenentzündung verläuft, da bei dieser Form der Krankheit die zur Lunge gehörigen Drüsen in Mitleidenschaft gezogen sind. Barisch ging, als er von Unwohlsein befallen wurde, zu einem im allgemeinen Krankhause beschäftigten Arzte, der Lungenentzündung diagnostizirte. Als aber die Bakteriologen, welchen Barisch zugeteilt war, von dessen Erkrankung hörten, wurden sie aufmerksam, untersuchten das Sputum des Erkrankten und fanden die Pest erregenden Bazillen. Erst dann wurde Barisch in ein Isolirzimmer gebracht, woselbst er auch gestorben ist.“ Uebrigens wurde das Krankenzimmer, in welchem Barisch der furchtbaren Krankheit erlag, versiegelt und bei dem Leichenbegängnis ruhte die Leiche in einem doppelt verlöteten Metallsarg.— Die Klinik des Prof. Nothnagel ist nur durch einen Zufall mit dem Fall Barisch in Zusammenhang gekommen. Barisch war erwiesenermaßen im pathologisch=anatomischen Institute beschäftigt, das mit der Klinik Nothnagel in absolut keinem Zusammenhange steht. Der erkrankte Diener wurde, da er Symptome von Lungenentzündung zeigte, auf die Klinik Nothnagel gebracht. Er hätte ebensogut einer anderen Klinik übergeben werden können, und dann wäre die Klinik Nothnagel in dieser Affäre überhaupt nicht genannt worden. Es ist nur ein Verdienst der Klinik Nothnagel, daß der Assistent Dr. Müller, welcher von seiner indischen Pestexpedition her die Symptome der Pestkrankheit genau kennt, das Leiden sofort erkannte, und daß die Klinik Nothnagel alles notwendige, namentlich bezüglich der Isolirung, verfügte, um jeder Weiterverbreitung mit aller Euergie entgegenzutreten.— Der österreichische Landessanitätsrat sprach sich in einer außerordentl. Sitzung, welche aus anlaß des Todesfalles einberufen worden war, nach eingehendster Beratung und nach Prüfung der vorliegenden Bewans durch Rußland, Widerstand leisten und diese Plätze selbst nehmen können, aber nur auf ernstliche Gefahr eines Krieges oder der Drohung eines Krieges mit Rußland. * Madrid, 22. Oktober. Der Deputirte Figuerra, welcher wegen einer in seinem Blatte enthaltenen Mitteilung, welche der Zensur nicht vorgelegt war, verhaftet wurde, ist gestern abend wieder freigelassen worden. Unter den Ministern entstanden Meinungsverschiedenheiten über diese Frage, infolgedessen Gamazo demissionirte. Sagasta übernimmt interimistisch das Handelsportefeuille. Figuerra wird Klage beim obersten Gerichte erheben gegen den Generalkapitän. welcher die Unverletzlichkeit der Deputirten angriff. Die Mitglieder der Kammerminoritäten traten unter dem Vorsitz Salmerons zusammen. Turin, 22. Oktober. Die Herzogin von Aosta ist in letzter Nacht von einem Prinzen entbunden worden. * Petersburg, 22. Oktober. Der Kaiser ist gestern in Livadia eingetroffen. Konstantinopel, 22. Okt. Das Kaiserpaar wohnte dem gestrigen Selamlik bei. Der Sultan hatte seine beiden ältesten Söhne dem Kaiser als Flügeladjutanten zu besonderem Dienste attachirt. Der Sultan selbst fuhr mit der Kaiserin nach dem Paradefeld. Die Parade verlief glänzend und hinterließ allgemein den Eindruck von der vorzüglichen Verfassung der türkischen Armee. Die Truppen marschirten mit preußischer Strammheit vorbei. In dem Pavillon, wo der Kaiser mit dem Sultan platz nahm, hing ein Bild, welches deutsche und türkische sich die Hände reichende Soldaten darstellte. Nach der Parade strömte die zahllose Menge auf den Paradeplatz, umringte den Kiosk und brach in begeisterte Jubelrufe aus, als der Kaiser mit dem Sultan auf den Balkon des Kiosk heraustrat. * Konstantinopel, 22. Oktober. Die Kaiserin traf um 4 Uhr in der deutschen Botschaft ein, wo einige Handlungshäuser unter Aufsicht des Dragomans von Eckardt eine Ausstellung geschmackvoller, ausgewählter, prachtvoller Erzeugnisse türkischer Textilstickerer und der Zierwaren=Industrie im Gartensalon veranstaltet hatten. Die Kaiserin drückte wiederholt ihre Bewunderung über die ausgestellten seltenen Gegenstände aus und machte bedeutende Einkäufe. Nach 5 Uhr begab sich die Kaiserin nach dem Krankenhaus. * Kairo, 22. Oktbr. Hier ging die Nachricht ein, daß der Transport mit dem Monatssold unter Deckung von acht Soldaten auf dem Wege nach Ghedaref von Derwischen abgeschnitten und sämtliche Mannschaften getötet seien.— Befreundete Stämme nahmen Gezirch und im Gebiete zwischen dem weißen und dem blauen Nil 600 Derwische und schwarze Soldaten, ferner 500 Baggaras und 2000 Frauen gefangen und führten sie nach Khartum. Prätoria, 22. Oktober. General Joubert sandte am 20. Oktober ein Ultimatum an Magato, dessen Leute sich unbotmäßig verhalten und rief weitere 3000 Burghers zu den Waffen. Nach den letzten Nachrichten griffen die Aufständischen das Boerenlager an, sodaß bald ein heftiger Kampf tobte. Da verlautet, daß 20000 Eingeborene vollständig mit Waffen ausgerüstet sind, so verspricht der Feldzug ernst und andauernd zu werden.— Wie bereits gemeldet, wurde Magato am Nachmittag geschlagen. (Hirsch Telegraphen=Bureau.) * Berlin, 21. Oktober. Die Polizei hak bei hiesigen Anarchisten, u. a. auch bei dem Expedienten des„Sozialist“, Haussuchungen abgehalten, um nach dem aus Budapest ausgewiesenen Anarchisten Mathias Malaschitz zu recherchiren. Derselbe wurde aber nicht aufgefunden; es konnte nur festgestellt werden, daß er sich vor einigen Tagen in Berlin aufgehalten hat, aber inzwischen bereits nach dem Ausland entkommen ist.— Die berliner Anarchisten haben für den 28. ds. Mts. eine große Protest=Versammlung mit dem Thema„Die internationale Anarchisten=Hetze und die Verschwörung gegen die Freiheit“ einberufen. 5* Paris, 22. Okt. Mehrere Blätter beklagen sich heftig darüber, daß bis jetzt noch keine Anstalten getroffen sind, einen Palast zum Empfang der fremden Annen. Gußstahlv. 157.30,158.—) Aplerb. Margarethe 126.75 129— Baroper Walzwerk 84.25 83.— Bochum. Gußstahlf. 216,10 216.90 Bochum=Gelsenkirchen Straßenbabn=Aktien 173 10/175,— Bonifacius[122—s124.— Consolidation==—s290,10 Courl 156.—155— ann ubaum[103,20s103.25 Dortm. Union L. C. 95,80 96.40 Dortmund=Ensched. 165,90 164,75 Duisbirger Bulkan—.—] Eschweile: Be 199.—/199.50 Gelsenkirchen 186 75|187— Harpen[173—|17340 12919. Eisen= u. Stah. w. 184,— 186.— Kölner Bergwerk 256.— 255.— König Wilh. conv. 226.50 226.60 dto. St.=Prior. 290.25 295.75 Königs= u. Laurah 15250 212.— oni Sbern.„[214— 152.— Lonse Tiesbau, At. 70.— er dto. St.=Prior. Nassiner.rzwere Mont.=Ind. orostern Bergwerk Pluto, Aktien dto.„St.=Prior. 32 Nh.=Westf. Kalkwo. 148.— 020 106.— 106.— 141.75 142.— 129.50 129.— 215.25 215.50 324.10325.— 323,50/324.50 v. 118.— 118.60 Scholker G. bn[347,50/248.75 Trebertrocknung[387—/388.—. * Berlin, 22. Okt.(Mitgeteilt von der Kredit=Anstalt", Dortmund. Kassakurse: „Essener □∆ 14= 3½% deutsch. ReichsAnleihe 101.70 3% deutsche ReichsAnleihe 163.30 3½% preuß. Konsols 101.70 3% preuß. Lonsols Deutsche Bank Diskonto=Komm. 94.25 198.75 193,90 Essen. Kredit=Aktien 141.— National=Bank Hestr., Kredit. Aplerbecker Margarete=Akt. Arenberg Bliesenbach Boch.=Gels. Straßenbahn Aktien Boch. Baw. Bochumer Gus Bonifacius Kölner Bergw, Concordia Consolidation Courl Dannenbaum Dortm.=Enschede Dortm. Union L. A. Dorim, Union L. O. Dortm..=Brauerei " Germania= Löwen=„ Unson=„ Eschweiler Gelfkirchener Gußst. .. Bergw. Glückauf=Brauerei Hagener Nceumulat. Harpener Zibernie 144.40 22.10 101.75 92.70 101.50 94.10 193.10 193 40 141— 144.20 122.— 874.30 245.10 175.— 865.— 21690 126.75 870.25 246.— 174.— 85.10 215.60 12410s124.— 250.—256.90 245.—/244,80 290.—290.10 155 155.— 134,10 1 625 167,50 164,75 MSso 540 218.—417.— —.— 325.25 200.25199.50 187,30185,10 186,60/187.— 196.90194.— 125—174 80 Hörder La. A. Hösch Königsborn König Wilhelm St.= Ektien König Wilbelm Prior Aktien Laurahütte####. Luise Tiefbau St.=A. Suije Tielbau Prior.=Aktien Magdeburger Bgw. Märkisch. Maschbau. Massener Menden SchwerterPrior. Akt. Menden=Schwerter= St. gkt. 91.— 91.50 Nordd. Lloyd[109,70109.40 Nordstern Bgw.=Akt. 215.—215,50 Phönix Baw. Ie. A. 175,50 1 /4.60 19./10 22.-10. 174.70/174.30 187,75186.— 152,10 152.— oen gegenen 201 75 190.75 211.50212.— 70.— 7020 106—106.— 1472514250 143.60142.— gng ae. # Prior. Rhein. Bergbau Rhein. Stahlwerke Rh.=Westf. Kalkw. Schalker Grub. Schulz=Knaudt Treber=Akt. Trust Dyuamit Bulean Duisburg Wasserwerks.d nördi Kohlenrevier Westf. Stahlwerte Wittener Gubs. 125—174,8/3senbeck 173,—173,40 Boch. Viktoria=Dr. 192.80193.—|Hagener Gut 175.50 174.60 332—|325. 327.— 324.50 142.25 14250 233.—231.75 118.25 118 60 352, 50318.75 203.20 201 389,.50 388.— 175,75 175.10 41010— 21·,50 220.25 148.— 146.75 197.— 125.—1240 Gerichtliche Entscheidungen. *. Dortmund, 22. Oktober. Vor dem Schwurgericht standen heute zwei Sachen zur Verhandlung an. In der ersten war der Bäcker Fr. Klemp aus Sölderholz wegen vorsätzlicher Körperverletzung mit Todeserfolg angeklagt. Der Angeklagte ist am 28. September 1862 zu Asseln geboren, verheiratet, wegen Körperverletzung vor langeren Jahren mit 18 Monaten Gefängnis vorbestraft. Der Sachverhalt ist sehr einfacher Natur: : Bei den Eheleuten Klemp wohnte der Maurer Heinrich Reinstädtler aus Dortmund als Kostgänger, als solcher war er am 10. Juli zugezogen. Am 16. Juli war Reinstädtler mit dem ihm gebotenen Abendessen nicht zufrieden, er schimpfte uber das Essen, was sowohl dem Klemp als auch dessen Frau Veranlassung gab, dem R. zu sagen, er möge, wenn es ihm nicht gefiele, ausquartiren. Am andern Morgen, einem Sonntage, bekam Reinstädtler auch keinen Kaffee, da man ihn nicht mehr im Hause dulden wollte. Der Mann hätte des Sonntags wohl nach Dortmund zu seiner Frau gehen können, mit dieser scheint er aber nicht gut gestanden zu haben, da er es vorzog, den Vormittag über in Sölde zu bleiben und verschiedene Wirtschaften zu besuchen. Des Nachmittags kehrte Reinstädtler in das Klempsche Haus zurück, Klemp selbst forderte ihn wiederholt auf, das Haus zu verlassen, da er dort nichts mehr zu suchen habe. R. ging aber nicht. Dieser Vorgang spielte sich auf dem Flure des zweiten Stockwerkes des Hauses ab. Klempselbst hatte bereits die dem R. gehörigen Sachen zu einem Bündel gebunden, das aufzunehmen dem R. aber nicht einfiel, hierüber wurde Klemp so ärgerlich, daß er das Bündel die Treppe hinab warf. Reinstädtler befand sich in demselben Augenblicke auf der nach unten führenden Treppe und mochte etwa auf die 3. oder 4. Stufe gelangt sein; in demselben Augenblick erhielt er von Klemp einen Stoß, so daß er hinab in den Hausflur stürzte und sich eine derartige Schädelverletzung zuzog, daß er am folgenden Tage an den erhaltenen Verletzungen starb. Der Angeklagte behauptet heute, er habe den Reinstädtler nicht gestoßen, derselbe habe sich vielmehr auf der Treppe nach dem Hute bücken wollen, hierbei hätte er das Gleichgewicht verloren und wäre herabgestürzt. Die Kostgänger des Klemp, Maurer Wilhelm Lohkemper und Handlanger Johann Leßmann, bekunden jedoch auf das bestimmteste, sie hätten gesehen, daß Klemp den Reinstädtler gestoßen habe, nach ihrer innersten Ueberzeugung nach sei R. infolge des Stoßes zu Falle gekommen. Diese und auch noch andere Zeugen bekunden auch, Klemp habe gleich nachdem R. gefallen war, ausgerufen:„O Gott, was habe ich gethan, nun soll er wohl tot sein!“ Die Obduktion der Leiche ist durch die Herren Kreisphysici Geheimrat Dr. Hagemann und Sanitätsrat Dr. Schulte in Hörde vorgenommen worden; dieselben fanden die Leiche in bereits vorgeschrittenem Zustande der Verwesung, so daß die äußeren Verletzungen schwer festzustellen waren. Der Tod war infolge Schädelbruchs und Bluteintritts in das Gehirn eingetreten. Der Gutachter Herr Sanitätsrat Dr. Schulte hält es für sehr unwahrscheinlich, daß Reinstädtler von der Treppe gefallen sei, die Verletzung des Schädels wäre eine sehr schwere und es sei anzunehmen, daß der Mann von oben her in gerader Richtung von der Treppe gestürzt sei. Der Staatsanwalt, Herr Dr. Schmidt, betonte, daß die Sache für den Angeklagten milde liege, deshalb beantrage er auch selbst, die Frage nach mildernden zu bejahen, die Schuldfrage nach Körperverletzung mit Todeserfolg zu bejahen. Der Verteidiger, Herr Rechtsanwalt Mausen, beantragte hingegen das Nichtschuldig. Die Herren Geschworenen verneinten auch die Schuldfrage, weshalb der Angeklagte freigesprochen wurde. * Während des vorigen Schwurgerichts wurde auch verhandelt gegen den aus dem Posenschen stammenden Knecht Bernhard Swiercynsky aus Dorstfeld, welcher daselbst am 10. April 1898 die Besitzung des Landwirts Frerich genannt Thiemann vorsätzlich in Brand gesetzt hat, so daß ein Schaden von 12000 K und höher entstanden ist. Da Zweifel entstanden, ob der Angeschuldigte bei der That sich in vollem Besitze seiner Geisteskräfte befunden habe, wurde beschlossen, ihn einer Irrenanstalt zur Beobachtung zu überweisen. Der Angeklagte ist nun inzwischen in der Irrenanstalt Marienthal bei Münster durch Herrn Medizinalrat Dr. Gerlach beobachtet worden. Er hat sich daselbst ganz ruhig benommen, zeigte sich abgestumpft und stellte nie Fragen. Auf an ihn gerichtete Fragen antwortete er hingegen, wie der Herr Gutachter heute ausführte. Der Angeklagte sei fast ein Mikrocephale, sein Kopf habe nur den Umfang, wie der eines zehnjährigen Kindes, die Stirn sei nach rückwärts gelagert, die eigentümlich hohl geformten Ohren standen ihm weit vom Kopfe. Der Angeklagte leide in hohem Grade an angeborener Geistesschwäche und es sei anzunehmen, daß er bei Begehung der That sich in einem Zustande befunden habe, welcher die freie Willensbestimmung ausgeschlossen habe. Herr Dr. Morsbach jun. hier hat den Angeklagten auch einmal behandelt, auch er ist der Ansicht, daß es sich um einen Mann handle, der fast als Kretin zu bezeichnen sei. Mit Rücksicht auf diese Gutachten wurden weitere Zeugen nicht vernommen; sowohl der Staatsauwalt, Herr Dr. Schmidt, als auch der Verteidiger, Herr Rechtsanwalt von Bodecker, beantragten, die Schuldfrage zu verneinen welchen Anträgen die Herren Geschworenen entsprachen. Der Angeschuldigte wurde freigesprochen und aus der Haft entlassen. Hiermit waren die Verhandlungen der vierten Schwurgerichtstagung für 1898 beendet. Der Vorsitzende, Herr Landgerichtsdirektor Offenberg, entließ die Herren Geschworenen mit Worten des Dankes für die treue Pflichterfüllung. #. Dortmund, 22. Oktober. Erste Strafkammer. Heute wurde zunächst die am Donnerstag vertagte Sache gegen den Bergmann Johann Fründt aus Gahmen zu ende geführt. Ueber die That des Angeklagten ist bereits berichtet. Das Urteil lautete auf 1½ Jahre Gefängnis. Um eine Prügelei zwischen dem Bergmann Ernst Appeler aus Sodingen und der Ehefrau Bergmann Czibulka daselbst handelte es sich in der folgenden Sache. Als A. am 21. Juni in die Wohnung der Frau kam, um dort verschiedene Sachen zu halen, entstand ein Streit zwischen den beiden. Die Frau, eine streitbare Dame, ergriff einen Hackenstiel, um den Mann durchzuholzen, dieser drehte den Spieß um und machte mit seinem Stocke eine stoßende Bewegung nach der Frau, traf sie dabei aber in ein Auge, das arg gefährdet wurde. Da Appeler schon 18 mal vorbestraft ist, so wurde er zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Der Handelsmann Isaac Schlesinger hier war von der Strafkammer wegen Unterschlagung zu drei Monaten Gefängnis verurteilt worden. Die Anklage lautete ursprunglich auf Betrug. Das Reichsgericht hat das Erkenntnis aufgehoben und die Sache zur ermuzstigen Eutscheidung an die Strafkammer zuruckvon dem#lesinger hatte im vergangenen Jahre Polsterer Viebranz zwei Schränke zum Verbranz ghatt“, er hat den Erlös aber nicht an Viebezahlt, vielmehr auf eine Forderung verrechzet die er an diesen zu haben glaubte. Heute stand richishof barmals zur Verhandlung an. Der Geverkünden“Gloß, das Urteil am nächsten Samstag zu aus ungir“““ urß der Schäfer Wilhelm Steinhoff Heckmann. am 22. Juli den Bergmann hatte unerlaubter weise geschossen und war dieserhalb bei dem Gendarmen Corbeck angezeigt worden. Um zu verhüten, daß der Beamte die Anzeige nicht weiter gebe, versuchte er, diesem einen Thaler zuzustecken, wodurch er sich aber der Bestechung schuldig machte. Dieserhalb wurde er heute zu einer Woche Gefängnis verurteilt. Zu zwei verschiedenen Malen kroch der Handlanger Richard Hinsche in den Keller des Kaufmanns Gustav Enselmann in Hamm und entwendete einige Flaschen Wein. Der junge Mensch ist schon mehrfach vorbestraft, es lag also Diebstahl im Rückfalle vor, weshalb den Dieb eine empfindliche Strafe traf, nämlich 15 Monate Gefängnis. Verschiedene Unregelmäßigkeiten hat sich der Kommis Karl Deutschmann hier zum Nachteile seines Prinzipals zu schulden kommen lassen, weshalb D. zu 9 Monaten Gefängnis verurteilt wurde. Ein Monat der Untersuchungshaft wurde ihm angerechnet. Frankfurt, 20. Oktober. Ein Konzessionsprozeßz. Zum zweitenmale stehen die Inhaber der chemischen Fabrik von L. Vossen u. Ko. in Kirchdorf bei Homburg v. d.., Kommerzienrat L. Vossen, Aachen, und dessen technischer Betriebsleiter, Dr. Heber, Homburg, wegen Vergehens gegen§ 147, 1 der Gewerbeordnung vor Gericht. Die Fabrik bereitet das Schlafmittel Sulphonal, das aus Merkaptan oder Merkaptol, dessen wissenschaftlicher Name Dithioäthyldimethyl= methan ist, gewonnen wird. Die Fabrikation des Merkapian verbreitet einen üblen Geruch, den man in Homburg als„Katzenduft" bezeichnet. Dieser Geruch hat nun an verschiedenen Tagen von Januar bis März ds. Is. die Luft in Homburg derart erfüllt, daß bei einzelnen Personen, z. B. nach der Aussage des Apothekers Rüdiger, Brechreiz hervorgerufen wurde. Der Geruch sei so intensiv gewesen, daß man sämtliche Fenster und Thüren habe schließen müssen. Die vom Kreisphysikus, Geheimrat Dr. Deetz, angestellten Versuche ergaben, daß sich der„Katzenduft“ bis auf 14 Kilometer im Umkreise verbreitete; es genügen 6 3/10 Gramm Merkaptan in Gasform, um ein Tier zu töten. Die Anklage behauptet nun, daß die Angeklagten von den Bedingungen der am 14. April 1890 erteilten Konzession abgewichen seien, indem sie bei der Fabrikation nicht genügende Vorsichtsmaßregeln angewendet hätten, so daß schädigende Mengen des Gases aus den Fabrikräumen ausgeströmt seien. Die Regierung war durch Regierungsrat Dr. Heyroth vertreten. Dieser stellte sich auf die Seite der Homburger und behauptet, die Fabrikation des Merkaptan sei ausgeschlossen, wenn das auch in der Konzession nicht direkt angeführt sei. Der Verteidiger, Justizrat Dr. Fester, legt dar, in der Konzession seien bestimmte giftige Gase als von der Fabrikation ausgeschlossen aufgezählt. Dies hätte mit Merkaptan ebenfalls geschehen müssen. Bei der Fabrikation würden alle erdenklichen Vorsichtsmaßregeln angewendet. Die ausströmenden schädlichen Gase würden durch einen Exhaustor angesogen und dann verbrannt. Es könnten jedoch die Leitungsröhren undicht werden und dadurch minimale, aber völlig unschädliche Mengen in die Luft gelangen. Chemiker Dr. Becker erklärt, die Fabrikation funktionire in tadellosem Zustande. In der Konzession sei die Fabrikation von Leuchtgas untersagt. Das hätte bei Merkaptan auch geschehen müssen. Was nicht unter das Verbot falle, sei erlaubt. Die Gerüche seien wohl unangenehm, jedoch nicht schädlich. Im gleichen Sinne sprach sich Professor Dr. Petersen aus. Trotzdem die Fabrik die Merkaptanbereitung auf die Wintermonate beschränkt hat, sehen die homburger Bürger in den fortgesetzten Gerüchen eine Schadigung ihrer Kulturinteressen. Dr. Heber wurde im April vom homburger Schöffengericht zu 200 Mk. Geldstrafe verurteilt. Die Strafkammer hob das damalige Urteil auf und erkannte auf Freisprechung. Auch diesmal handelt es sich um eine Berufung. Vossen und Dr. Heber waren jeder zu 300 Mk. Geldstrafe wegen Uebertretung des§ 147, 1 der Gewerbe=Ordnung vom Schöffengericht zu Homburg verurteilt worden; aber auch heute wieder sprach die Berufungskammer beide Angeklagte frei, da die Konzession keine bestimmten klaren Ausdrücke aufweise. Berlin, 19. Oktbr. Darf ein Barbier an Sonntagen jemand, den er schon vor 2 Uhr eingeseift und teilweise rasiert hat, noch nach 5 Uhr fertig rasieren? Diese ungeheuer wichtige Frage ist jetzt vom Kammergericht in bejahendem Sinne entschieden worden. In der„Nordd. Allgem. Ztg.“ liest man darüber folgendes Der hiesige Barbier M. hatte Sonntag, den 6. Febr., als von 12 Uhr ab viele Kunden kamen, seine beiden Gehülfen wiederholt ermahnt, sich so einzurichten, daß sie um 2 Uhr fertig seien. Ferner befahl er Schlag Uhr, sie sollten die Arbeit einstellen. Aber die Gehülfen hatten jeder gerade noch einen Herrn unter dem Messer, den sie nicht halb rasiert fortgehen lassen konnten. Sie beendigten deshalb noch ihr Werk. Ein Schutzmann sah den Frevel, und Herr M. bekam einen Strafbefehl. Die Strafkammer sprach ihn frei. Darauf legten Staatsanwalt und Oberstaatsanwalt Revision ein, die indessen jetzt vom Kammergericht zurückgewiesen ist, das sogar die Kosten des Verfahrens der Staatskasse auferlegt hat. Jahren gewohnt gewesen, diese Partie, welche an den Darsteller große Anforderungen stellt, von Herrn Junkermann vorgeführt zu sehen, der als Reuterdarsteller sich hohen Ansehens erfreut. Herr Richard hat dieselbe Bahn mit Erfolg beschritten, er wußte den alten pensionirten Inspektor, dieses mit köstlichem Humor begabte Muster von Biederkeit und Geradheit, in so wirksamer Weise darzustellen, daß die Zuhörer gar nicht aus dem Lachen herauskamen. Wiederholt wurde dem Künstler, der in Spiel und Maske gleich ausgezeichnet war, lebhafter Beifall gezollt. Das einheimische Personal suchte nach Kräften mitzuwirken, um die Vorstellung zu einer abgerundeten zu machen. Es machte allerdings einen etwas eigentümlichen Eindruck, wenn Leute aus ein und demselben ländlichen Orte in so „verschiedenen Zungen“reden, der ein wirkliches mecklenburger Platt, der andere nicht ganz dialektfrei hochdeutsch, aber das läßt sicht nun einmal nicht ändern. Es ist immer noch besser, wenn der Künstler, der das Plattdeutsche nicht beherrscht, hochdeutsch redet, denn das „Messingsche“, hört sich bei manchen doch allzu holperig an; dieses bewahrheitete sich so recht bei dem Darsteller des Habermann, Herrn Domann, der sonst rächtige. Leistung bot. Vorzüglich, an Dinghaus als Frau Jochen Kußler, eine ganz prächtige Leistung bot. Vorzüglich, wie unter war Sehige Peilzse, Jat. Versolsgh. sie sprach platt, wenn auch nicht meklenbörgsch, daß es nur so eine Art hatte. Herr Schrader gab den Gutsbesitzer Axel von Rambow recht gut, seine Gattin, dargestellt von Fräulein Böhme hätte, namentlich im Anfange, etwas mehr aus sich heraus gehen, mehr Wärme in ihr Spiel legen können. HerrWinter, als„Fritz Triddelfitz", gab sich große Mühe, den Intentionen des Dichters gerecht zu werden, aber wenn er den jungen„Oekonomiker" auch als„entfahmigten Windhund“ bezeichnet, so hat er damit doch wohl nicht verlangen wollen, daß er den Windhund auch inbezug auf die Fertigkeit in der Anwendung der Sprunggelenke erreichen soll. Was Herr Winter hierin bot, war unstreitig des Guten zu viel. Eine ganz hervorragende Leistung bot Herr Sternfels als Moses, er mauschelte so virtuos, als sei er eben aus einem polnischen Städtchen nach hier verpflanzt. Zu erwähnen sind noch Ella Willmann und Jofie Diener als Linning und Minning, Frl. Neumann als Luise Habermann, und Herr Hänkels als Theologe Baldrian, das Organ des Darstellers der Rolle des Rudolf Kurz ermangelte des Wohlklangs. Schließlich sei noch des Herrn Felbinger gedacht, der den Schurken Pomuchelskopp sehr gut gab, ebenso ist Herr Balthyni als Franz von Rambow zu erwähnen Die Pegamold-Fabrikate(s. Inserat), welche in der hamburger Ausstellung für Gesundheitspflege mit der goldenen Medaille und in der Ausstellung vom roten Kreuz mit der Staatsmedaille prämiirt worden sind, treten immer mehr in den Vordergrund des Interesses, wozu ihre hervorragenden Eigenschaften berechtigen. Es handelt sich nämlich um ein ganz neues Imprägnirungs=Verfahren von Geweben und Papieren, durch welches die so entstandenen Erzeugnisse, in erster Linie ein vorzüglicher Ersatz für Leder, Ledertuche und ähnliche Stoffe, folgende Eigenschaften erhalten: Haltbarkeit, Undurchdringlichkeit für Wasser, wässerige Lösungen, Fette und ihnen verwandte Substanzen. Infolge dessen Abwaschbarkeit. Flecken aller Art lassen sich durch einfaches Abwaschen, wenn nötig unter Beihülfe von Seife und Desiufektionsmitteln, vollständig entfernen. Unangreifbarkeit durch die beim Reinigen etwa verwendeten chemischen Agentien, selbst mäßigen Säuren. Unempfindlichkeit gegen Einflüsse des Wechsels in Temperatur und Luftfeuchtigkeit, selbst gegen große Hitze. Es ergibt sich daraus von selbst die große Bedeutung dieser Erfindung auf allen jenen Gebieten, auf welchen diese Eigenschaften teils aus ökonomischen, teils aus bygienischen Gründen als eine überaus wertvolle Errungenschaft erscheinen müssen. Das Pegamoid=Leder ist daher für Polsterzwecke und Wandbekleidung bereits in großem Umfange in Hotels, Wohnhäusern, öffentlichen Gebäuden, Krankenhäusern 2c., besonders auch auf Schiffen der kaiserlichen Marine zur Verwendung gelangt, wie auch die Verwaltung der Staatsbahnen bei Durchführung der neuen Vorschriften zur Eisenbahnhygiene den Pegamoid=Fabrikaten lebhaftes Interesse widmet. Stadtilm. Das Protektorat über das KirchenbauKomitee zur Restaurirung unserer im altgothischen Styl erbauten Stadtkirche hat die regierende Fürstin Anna zu Schwarzburg=Rudolstadt übernommen. Die Lose, à M 3,30, werden am 10. November gezogen und sind neuerdings auch vom Senat der Freien und Hausestadt Hamburg im hamburgischen Gebiete zugelassen worden. Die Lose sind von dem bekannten Bankhause Carl Heintze übernommen. Heute Morgen starb nach langem, schwerem Leiden der Amtsgerichtssekretair Herr Musikalisches. Von dem Schäferstock geschlagen hat. mann Kerz Regen in die Traufe geriet der Berg gerv. Hasenau aus Berghofermark. Derselbe Unter den vielen Gesangvereinen, welche unsere gute alte Stadt Dortmund aufzuweisen hat, nimmt der Männergesangverein„Concordia“ die erste Stelle ein. Wer entsinnte sich nicht des von der„Concordia“ im vergangenen Jahre so glanzvoll veranstalteten großen Gesangwettstreits, wer nicht des in diesem Frühjahr am Fredenbaum in Verbindung mit der „Concordia"=Essen stattgehabten schönen Konzerts. Haben doch gerade diese Veranstaltungen bewiesen, daß die„Concordia“ voll und ganz auf der Höhe der Zeit steht und nicht allein über eine gar stattliche Zahl außerst tüchtig geschulter Sänger verfugt, sondern auch einen Dirigenten besitzt, der weit und breit seines gleichen sucht. Ja, Rebbert versteht es meisterhaft, seine Sänger zu beherrschen; die Art und Weise, in welcher die„Concordia“ ihre Lieder, seien es leichtere, muntere Volkslieder, oder größere, schwierige Chöre, zur Geltung bringt, legt hiervon beredtes Zeugnis ab. Daher ist es umso freudiger zu begrüßen, daß auch in diesem Jahre die„Concordia“ wiederum ein größeres Konzert veranstalten wird, um aufs neue zu beweisen, welche Fortschritte sie auf dem Gebiete des edlen Männergesanges gemacht hat. Wie wir hören, findet das Konzert am Sonntag, 6. November, nachmittags, am Fredenbaum statt. Auf das Programm=Verzeichnes, welches die besten Werke aus dem reichen Liederschatz der„Concordia" enthält, kommen wir demnächst noch näher zurück. Vereins=Nachrichten. r. Lehrer=Konferenz. Der Lehrerverein„Dortmund-Land“ hält seine nächste Versammlung am Mittwoch, den 26. d. Mts., nachmittags 4 Uhr, im „Kölnischer Hof“ hierselbst ab. Die Konferenz hat leigende Tagesordnung zu erledigen: 1. Zahlung der 2. Festsetzung des Arbeitsplanes für das nächste Jayr. 3. Besprechung über das vom preußischen und deutschen Lehrerverein festgesetzte Vereins. „Welche Stellung nehmen wir gegenüber der Einführung des Handarbeitsunterrichts für Knaben, sowie des Haushaltungsunterrichts für Mädchen in den Lehrplan der Volksschule ein?“ 4. N. wichtige Vereinsangelegenseiten. such wird gebeten. Um Verschiedene zahlreichen BeTheater. Reuters prächtiges Lebensbild: Fritz Aennrs Fruchliger, Kirrnrend:„Onkel Bräsig“, bearbeitet von dem Reuterdarsteller Herrn Emil Richard vom Hoftheater in Stuttgart hatte gestern abend eine recht zahlreiche Zuhörerschaft in das Theater geführt, zumal Herr Richard selbst in der Titelrolle auftrat. Wir sind hier in den letzten ranz von hier, im Alter von 81 Jahren Als ein steis gefälliger, anspruchsloser und allseitig beliebter College wird sein Andenken bei uns fortleben. Dortmund, den 21. Oktober 1898. Die Collegen des Amts- und Landgerichts und der Staatsanwaltschaft. Veranntmachung. Die Stellen 2er katholischer Leichenbitter und 1 katholischen Leichenbitterin sind zu besetzen. Von den Leichenbittern muß einer im nördlichen Stadttheil wohnen. Gesuche um Uebertragung einer dieser Stellen sind unter Beifügung etwaiger Führungs=Atteste und Angabe der Wohnung baldigst an uns einzureichen. Dortmund, den 5. Oktober 1898.: s 7046 Die Begräbniß=Deputation: Schmieding. Wir empfehlen: Bahkr gung! Für die zahlreichen Beweise von Liebe und Theilnahme bei dem Heimgange meiner lieben Frau, unserer guten Mutter, sagen wir allen Betheiligten, namentlich auch dem gem. christl. Sängerchor zu Dortmund, unsern tiefgefühlten Dank. Aug. Tiemeyer nebst Kinder. 1 (ür die anläßlich des Hinscheidens meines geliebten Gatten so zahlreich erhaltenen Beweise der Theilnahme sage ich hiermit meinen herzlichsten Bahn. Merklinde, im Oktober 1898. Ida Grote, Packmeister und Zugführeranwärter der Staatseisenbahnen, nebst nnen besonderen Teile für die schriftliche Prüfung. Preis 2,50 Zum Bureauassistenten und Eisenbahnsekretär der Staatseisenbahnen. Preis 9 K Die schriftliche Prüfung zum Eisenbahnsekretär der Staatseisenbahnen. Preis 5+ Zum Lademeister der Staatseisenbahnen, nebst einem besonderen Teile für die Vorbereitung zur schriftlichen Prüfung. Preis 3,50 K Zum Lokomotivheizer, Maschinenwärter und Lokomotivführer der Staatseisenbahnen. 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