K 270.— 71. Jahrgang. Erste Ausgabe. Sonnabend, den 8. Oktober 1898. ** 7* verbunden „„ E Erscheint wöchentlich Vierteljährliche Bezugsgebühr 21 durch die Post bezogen 2 M. 50 Pf. Amtliches Kreisblatt für den mit dem OSTrmunder Anzeigen=Annahme: Wederstraße 23 Drrckerei und Geschäftsstelle: Mönchenwordt 2. Verantwortlicher Redakteur: Rud. Versen*** Drucker und Verleger: Stadt= und Landkreis Dorthiuus.“###r#. Anzerge Sonntags=Beilage:„Für Haus und Hof“, Blätter für Unterhaltung, gewerbliches und soziales Leben, Haus= und Landwirtschaft. Fernsprecher Nr. 181. und„Illutstrirtes AnterbaltungsBlatt". Postzeitungs=Preisliste 2048: Für Aufbewahrung und Rücksendung unverlangt eingesandter Manuskripte, sowje für die Aufrohme von Anzeigen on vor geschriebenen Plätzen wird keine Verantwortung übernommen. # ce Hierzu ein zweites Blatt, zusammen 8 Seiten. 4 Krieg in Von zwei verschiedenen Seiten ertönen Alarmrufe, die besorgte Gemüter wohl zu erschrecken geeignel sind. Der„Standard“ gibt dem deutsch=englischen Abkommen eine geradezu aggressive Tendenz gegen Frankreich und Rußland, und die„Kreuzztg.“ hält ernste Verwickelungen schon in nächster Zeit für so fest möglich, daß sie besorgt fragt, ob der Kaiser wohl die ihn auf mehrere Wochen in beträchtlicher Ferne von Deutschlands Grenze haltende Reise nach dem Orient in guter Rube wird anireten können... M Wohl ist die Lage, besonders an drei Punkten, in Ostasien, in Kreta und in Frankreich, ernst, aber es ist trotzdem eine rasche Krisis nicht zu erwarten. In Ostasien und im europäischen Orient pflegen sich die Dinge mit orientalischer Gemächlichkeit abzuwickeln, und eine Krisis, die in europäischen Ländern als akut angesehen würde und die dort auf die eine oder andere Weise sofort gelöst werden müßte, kann in jenen Ländern lange Zeit in demselben Zustande verharren. Was Frankreich anlangt, so ist man der Entwickelung der dortigen Verhältnisse überhaupt niemals sicher. Frankreich kann, wie sich in der Geschichte schon oft genug gezeigt hat, in kürzester Frist aus dem Zustande der Ruhe in den der tollsten Raserei kommen. So dürfte man also, wenn man vor Krisen in Frankreich besorgt ist, dem deutschen Kaiser niemals gestatten, auf eine längere Zeit außer Landes zu gehen. Eine akute und gefährliche Krisis würde unseres Erachtens nur dann vorhanden sein, wenn das deutschenglische Abkommen die ihm vom„Standard" untergeschobene aggressive Tendenz gegen Rußland hätte. Müßte Rußland die Annahme des Standard“ als richtig ansehen, so könnte es garnichts besseres thun, als sofort loszuschlagen, denn es findet nie die Franzosen in einer besseren Stimmung zum Rachekriege gegen Deutschland, als eben jetzt. Man hat deshalb in Deutschland Veranlassung, zu betonen, daß die „Standard"=Meldung weit über das Ziel hinausschießt und daß das deutsch=englische Abkommen keine für alle Zeiten und für alle Orte geltende Bedeutung besitzt, sondern sich nur auf bestimmte Punkte beziebt, die für Rußland gleichgültig sein können. Es liegt durchaus in deutschem Interesse, festzustellen, daß das deutsch=englische Abkommen nicht etwa gleichzustellen ist mit den Bündnissen mit Oesterreich und Italien. Manche deutsche Blätter freilich, die etwas zu stark nach der englischen Seite hinüberschwenken, möchten auch dem Abkommen mit England eine gewisse allgemeine Bedeutung beimessen. So sagt die„Kreuzztg.“, daß Deutschland kein Interesse daran habe. England niedergeworfen zu sehen, denn wenn erst England zu Boden geschlagen würde, würden Frankreich und Rußland sicherlich gemeinsam über deutschand herfallen. Deutschland hat kein Interesse, aktiv an einer Niederwerfung Englands teilzunehmen, aber es hat auch kein Interesse, Frankreich und Rußland in den Arm zu fallen, wenn sie sich aus für sie sehr gewichtigen Gründen(Frankreich wegen afrikanischer, Rußland wegen asiatischer Streitfragen) mit England auseinandersetzen wollen. Gewiß wäre es für Deutschland unerwünscht, wenn England zu Boden geworfen würde, aber ist denn dieses Resultat etwa so als selbstverständlich anzusehen, wie etwa die Niederlage Spaniens im Kriege mit den vereinigten Staaten von vornherein selbstverständlich war? Man sollte doch daran denken, daß England der einzige europäische Staat ist, der in den letzten Jahrhunderten niemals von einem europäischen Gegner niedergeworfen worden ist. Selbst Napoleon I. konnte England ucht bezwingen. Er hatte Preußen, Rußland und Oesterreich zu Boden geworfen, er war um das Jahr 1810 herum allmächtig auf dem europäischen Kontinent, aber er konnte der Engländer nicht Herr werden. Mag Englands Lage heute nicht mehr so günstig sein, wie damals, so verfügt es doch noch über drei sehr wichtigste Hülfsmittel: es hat die mächtigste Flotte von der Welt, es übertrifft an Reichtum jede andere Nation der Welt, und das englische Volk besitzt eine Zähigkeit, die sich nicht sobald unterbekommen läßt. Wenn England in einem Kriege, der etwa auf asiatischem Boden zu führen wäre, selbst ein Sedan erleben sollte, so kann man sicher sein, daß nicht wie in Frankreich zwei Tage später die Revolution die Folge sein würde. Es mag sein, daß bei einem Kriege Frankreichs und Rußlands gegen England der Sieg schließlich bei den verbündeten Staaten sein würde, aber zuvor würde der Kampf ein saigner à blanc gewesen sein, das heißt, auch die verbündeten Mächte würden ihre Kräfte bis zum letzten Blutstropfen verbraucht haben. Daß man sich unter Umständen auch von einem siegreichen Kriege schwer erholen kann, hat Rußland nach dem Kriege gegen die Türkei 1876 bewiesen. Und England ist denn doch ein ganz anderer Gegner, als die Türkei. Es würde also auch nach einem siegreichen Kriege gegen England für Frankreich und Rußland nicht eben geraten sein, alsbald über Deutschland herzufallen. Und wenn sie nach einer Reihe von Jahren soweit wären, um mit Deutschland anbinden zu können, so würde sich inzwischen auch wieder England erholt haben und versuchen, zurückzuerlangen, was es in dem unglücklichen Kriege verloren hatte. Man darf sagen, daß Deutschland auf ein einmal besiegtes England viel zuverlässiger würde rechnen können, als es jetzt auf England würde rechnen dürfen. So liegt es gleicherweise im Interesse Deutschlands, wie im Interesse des Weltfriedens, daß das deutsch=englische Abkommen eng umgrenzt ist. Ist dies, wie wir zuversichtlich annehmen, der Fall, so braucht man kaum zu besorgen, daß eine baldige Störung des Friedens zu erwarten sei. Provinzielles. Der § Dortmund, 7. Oktober. Fräulein Else Prieser bestand in Keppel das städt. HaudarbeitslehrerinnenExamen. Vorbereitet hierzu hatte sich genannte Dame in der hiesigen Frauenindustrieschule von Fräulein A. Neugebohrn, Ostwall 8. * Wie wir aus sicherer Quelle erfahren, hat Herr F. E. Otto den Vorsitz beim Radfahrer=Verein„Vehmlinde“ niedergelegt. „6 Barop, 6. Oktober. Die Wahlen zur regelmäßigen Ergänzung der Gemeindeverordneten für die Gemeinde Barop finden am Freitag, den 4. Novbr. dieses Jahres, nachmittags 4 Uhr, in dem Bergmannschen Saale statt. Es scheiden mit Ablauf dieses Jahres aus: aus der ersten Abteilung Herr Wirt W. Bergmann, aus der zweiten Abteilung Herr Landwirt W. Wortmann. Das Verzeichnis der stimmberechtigten Gemeinde=Eingesessenen ist vom 1. d. M. auf vier Wochen bei dem Herrn Gemeindevorsteher Watermann zur Einsicht offen gelegt. a Hombruch, 7. Oktober. Dem Vernehmen nach soll der Ankauf des baroper Gaswerks durch die Aktien=Gesellschaft für Gas und Elektrizität in Köln perfekt geworden sei. Es verlautet, daß nicht nur die alte Gasanstalt völlig umgebaut, sondern auch eine neue Rohrleitung gelegt werden soll. Daß eine Verbilligung des Gaspreises eintreten und eine bessere Beleuchtung der Straßen stattfinden wird, begrüßt man überall mit Freuden. Langendreer, 5. Oktober. Heute morgen ereignete sich im hiesigen Dorfe ein schrecklicher Unfall. Das Dienstmädchen des Herrn Hauptlehrers Wilms war am Herd beschäftigt und stieß die über dem Herde hängende Petroleumlampe vom Nagel. Der Petroleumbehälter zerbrach und ergoß seinen Inhalt über die Kleider des Mädchens. Zum Unglück lief dasselbe, nachdem die Kleider Feuer gefangen hatten, in den Hof und stand infolge der starken Zugluft im Augenblick in ganz hellen Flammen. Die Kleider waren dem armen Geschöpf buchstäblich vom Leibe gebrannt. Herr Dr. Klostermann leistete die erste Hülfe und verordnete die Ueberweisung ins Krankenhaus nach Witten.— Gestern wurden durch Polizeisergeanten Flottmann hier im Dorfe zwei Personen aus Grünningfeld verhaftet und zwar der 20jährige Bergmann Gustav Beckmann und die zwölfjährige Johanna Leiermann. Letztere gestand ein, am vorigen Sonntag auf der Wattenscheider Kirmes aus der Konditorbude des Herrn Ritzhofen eine Geldtasche mit 450.4 Inhalt gestohlen zu haben. Ferner bekannte sie, daß sie im letzten Vierteljahre vier Diebstähle ausgeführt hätte, unter anderen einer armen Botenfrau den Betrag von 18#44. Von der in Wattenscheid gestohlenen Summe fand der Beamte in Günningfeld im Keller 160 4 versteckt. Das übrige Geld will das Mädchen vergraben haben, wurde aber an dem Orte, an dem es liegen soll, nicht vorgefunden. Beide Verhaftete hatten am Montag eine Vergnügungstour nach hier gemacht und fielen unserer Polizei, die von Wattenscheid aus benachrichtigt worden war, in die Hände.„..w ueiets Herne, 4 Okt. Dem Berginvaliden H. W. Solfrian, Bahnhofstraße hierselbst, soll es gelungen sein, seine vor 20 Jahren von ihm erfundene Fangvorrichtung für Drahtseilführung derart zu verbessern, daß sie volle Sicherheit imfalle der Gefahr bieten soll. Mit Bewilligung des Herrn Generaldirektors Müser. Harpener Aktien=Bergbau=Gesellschaft Dortmund, und auf Veranlassung des Herrn Dir. Lütchen auf Zeche„von der Heidt" bei Herne erhielt der Erfinder die Erlaubnis. auf der Halde der Zeche„von der Heidt“ einen Schacht zu bauen, wozu ihm das Material gratis zur Verfügung stand. Der Schacht ist 35 Fuß hoch und von starkem Holz gebaut und mit der Fangvorrichtung versehen. Der auf dem Förderkorb stehende Wagen ist mit circa 5= bis 6000 Pfund belastet. Vergangene Woche war Herr Berghauptmann Täglichsbeck mit anderen Bergräten von Dortmund in Herne, um auf Wunsch des Erfinders an Ort und Stelle die Sache fachmännisch zu prüfen. Die Herren sollen die Fangvorrichtung für praktisch, gut und anlegbar befunden haben. Die Faugvorrichtung wird Interessenten in Thätigkeit gezeigt am kommenden Sonntag, den 9. Oktober, nachmittags von 3½ Uhr ab und an dem darauffolgenden Tage von morgens 9 bis 12 Uhr und nachmittags von 3 bis 6 Uhr. Herr Direktor Lütchen von Zeche „von der Heidt“ hat bereitwilligst das Betreten des Zechenplatzes an den genannten Tagen gestattet. Nicht lokalkundige Interessenten können bei dem Wirt Meinhard in Herne am Bahnhof Auskunft erhalten, wo der Versuchsschacht steht. Wattenscheid, 5. Oktober. Ein beklagenswerter Unglücksfall ereignete sich gestern auf der Zeche „Hannover“, indem durch plötzliches Zubruchegehen einer Strecke der Bergmann Auton van Rüthen unter herabfallende Gesteinsmassen geriet und getötet wurde. Den Verunglückten beweinen Frau und vier unmündige Kinder. Iserlohn, 5. Okt. Ein gewaltiges Schadenfener setzte. laut der„Westd, Vztg.“, gestern abend unsere Stadt in Aufregung. Das Feuer kam kurz nach acht Uhr in dem Fabrikgebäude der Firma Fischer und Grundmann Nachfolger an dem Gerlinserweg zum Ausbruch und gegen 9 Uhr war das ganze Gebäude mit Ausnahme des hinterwärts gelegenen neuen Anbaues ein mächtiges Feuermeer, aus dem haushohe Flammen emporschlugen und den ganzen westlichen Abendhimmel in eine feurige Glut tauchten. Die Feuerwehr war dem rasenden Element gegenüber ziemlich machtlos und mußte sich darauf beschränken, den oben erwähnten Anbau und die sonst anstoßenden Gebäulichkeiten unter Wasser zu halten. Das Kontor und das Lagergebäude der Firma Fischer und Grundmann Nachfolger wurden vernichtet, ebenso das Maschinenhaus mit Maschine; den ebenfalls im Brandobjekte etablirten Firmen Schäfermeyer und Heus und Johann Mans blieb gar nichts erhalten. Zwei Geldschränke liegen in den Kellerräumlichkeiten. Aus dem Wahlkreise Altena=Iserlohn, 5. Oktober. Zur Landtagswayl. In einer in Iserlohn stattgefundenen Versammlung aationalliberaler Vertrauensmänner aus dem Kreise Iserlohn wurde einstimmig beschlossen, in der am 16. Oktober kr. in Altena stattfindenden'allgemeinen Vertrauensmänner=Versammlung des Wahlkreises Altena=Iserlohn die beiden bisherigen Landtagsabgeordneten Kommerzienrat HerbersIserlohn und Landrichter Noelle= Elberfeld als Kandidaten für die Landtagswahlen vorzuschlagen. Asberg bei Mörs, 5. Okt. Als Opfer einer Rabenmutter wird das am Freitag beerdigte 9jährige Töchterchen des Bergarbeiters F. hier bezeichnet. Wie durch Zeugenaussagen der Nachbarn und der anderen Geschwister festgestellt ist, wurden die Kinder von ihrer Stiefmutter in schlimmster Weise gezüchtigt. Ganz besonders hatte das nun verstorbene Mädchen unter den Mißhandlungen der Stiefmutter zu leiden. Der nun am Dienstag erfolgte Tod der Kleinen gab dem Amtsgerichte Mörs Anlaß zum Einschreiten. Die am Donnerstag unter Beiwohnung des Ersten Staatsanwalts aus Kleve erfolgte Obduktion der Leiche ergab, daß die Leiche am ganzen Körper tiefe Wunden und blutunterlaufene Stellen aufwies. Die Frau wurde sofort verhaftet, da angenommen wird, daß das Kind einen gewaltsamen Tod durch einen Fall in den Keller erlitten hat. Die Frau ist bereits nach Kleve transportirt. Hamm, 5. Oktbr. Die Jubetriebsetzung unserer elektrischen Straßenbahn, welche in diesen Tagen, nachdem schon eine gut verlaufene Prohzrfahrt stattgefunden, vor sich gehen sollte, ist plötzlich untersagt worden, und zwar durch ein Telegramm des Herrn Oberpräsidenten Studt an den hiesigen Bürgermeister Matthaei. Die Reichspostbehörde hatte gegen die Eröffnung protestirt, weil sie von dem elektrischen Strom der Oberleitung eine Schädigung resp. Betriebsstörung ihrer Telephon=Anlagen befürchtet. Gegen das Verbot hat die unternehmende Elektrizitäts=Gesellschaft sich sofort besch verdeführend an den Minister gewandt. Münster, 5. Oktober. Ein Schwindler, welcher das Gewand eines Geistlichen trug und unter dieser Maske bei verschiedenen Geschäftsleuten. unter anderem bei einem Uhrmacher eine goldene Uhr, bei einem Optiker eine goldene Brille 2c. zu erschwindeln suchte, wurde hier verhaftet. Es ist anzunehmen, daß der Hochstapler auch in anderen Orten das gleiche Spiel getrieben hat, und wäre es deshalb wünschenswert, wenn sich die Betrogenen beim hiefigen Polizeibureau meldeten. Kirchlengern, 5. Oktober. Totschlag. Die Zeitungen bringen folgende Nachricht: Der Kolon H. Kämper in der sogenannten„Roßmühle" hat die zwölfjährige Luise Brandmeier, welche bei ihm eine Bestellung ausrichten wollte, ohne weiteres zu Boden geworfen und mit einer Eisenstange auf den Kopf geschlagen, so daß die Verletzte in größter Lebensgefahr schwebt. Der Uebelthäter ist verhaftet worden und gibt an, er habe das Mädchen mit seinem Sohne verwechselt. Soüingen, 5. Oktober. In Gefahr. Gesternabend kletterte ein Knabe an der Gußstahlfabrik an einem Maste des bergischen Elektrizitätswerks empor, um seinen Windvogel zu holen, der sich in den elektrischen Drähten verfangen hatte. Da berührte er in jugendlichem Leichtsinn die Leitung und erhielt einen starken Schlag, daß er sofort betäubt war. Glücklicherweise verfing er sich, wie die„Sol. Ztg.“ berichtet, in der unteren ungefährlichen Leitung, sonst hätte er sicher durch den Sturz das Genick gebrochen. Auch der elekDer Dritte. Roman von Isidore Kaulbach. 28)(Nacheruck verboten.) 20. Kapitel, Sie waren freigesprochen! Frei! Ihre Unschuld war leuchtend emporgestiegen aus dem Dunkel und der Verworrenheit, in welche unglückselige Verkettungen des Schicksals, Bosheit und Irrtum sie wie in ein dichtes Gewebe verstrickt hatten. Und alle Mißverständnisse, alle Zweifel, welche durch die Schuld anderer diesen beiden schwergeprüften Menschen gewaltsam auseinandergerissen und ihr gemeinsames Glück zerstört hatten, mußten endlich der siegreichen Wahrheit weichen. Frei! Dies Wort klang in ihrer Seele wie jauchzende Musik, als sie. Hand in Hand, endlich die Stätte ihres Leidens verließen. Und als die schwere Pforte des Justizpalastes dröhnend hinter ihnen ins Schloß fiel, als sie die breiten Stufen hinabschritten und auf die sonnige Straße traten, als sie Arm in Arm dahinschritten durch den schimmernden Wintertag, da ergriff eine so überwältigende Seligkeit ihre Brust, daß ihnen das mächtige Gefühl die Sprache raubte. Schweigend schritten sie nebeneinander dahin und genossen die Wonne dieser ersten Vereinigung, nach der sie sich so lange mit brennenden Schmerzen gesehnt hatten. Bis sie ein Hotel erreicht hatten, welches ihnen zu einem kurzen Aufenthalte geeignet schien, sprachen sie kaum ein Wort miteinander. Dort bestellten sie zwei Zimmer, und erst als sie beieinander auf dem Sofa saßen, forderte das hervorquellende Gefühl sein Recht. Ihre heiße, langverhaltene Liebe flammte glühend auf, und im nächsten Augenblick lag sie in seinen Armen, selig hingegeben, und beide genossen, weltvergessen, das lang versagte Glück. Endlich löste sie sich aus seiner Umarmung und trocknete die seligen Thränen, welche die Gewalt der Empfindung ihr aus den Augen preßte. Doktor Gonnermann brach zuerst das Schweigen, und dann tanschten die beiden, so lange Zeit Entfremdeten, unzählige Fragen und Erlebnisse aus, damit nicht eine einzige Unklarheit mehr ihre Liebe umschattete. „Das bitterste in unserem ganzen Schicksal“, sagte Gonnermann,„bleibt mir daß Bewußtsein, daß meine Mutter es war, die einen furchtbaren Betrug ersinnen konnte, um uns zu trennen; ich habe sie geliebt und verehrt, weil ich stets glaubte, daß ihre Liebe für mich selbstlos unb groß war.“ „Das war es auch, was ich stets felsenfest glaubte, solange ich Deiner Mutter inniges Verhältnis zu Dir kannte. Hätte ich ihr sonst wohl so blindlings geglaubt, als sie mir jenes Kind Deines Bruders zeigte und mir dabei heilig und teuer versicherte, es sei das Deinige-—. Du habest mir die Treue gebrochen?— Konnte ich, ein unerfabrenes, harmloses Mädchen, ahnen, daß eine Mutter das höchste Wesen, welches für mich, die ich die meinige nie gekannt habe, dieser Name bezeichnet,— daß eine Mutter einen solchen Betrug erfinden könnte, um ihres Sohnes Glück zu zerstören? Das konnte ich nicht ahnen!“ „Eher glaubtest Du an meine Untreue“, warf er schmerzlich lächelnd ein. „Zürne mir deshalb nicht mehr. Geliebter“, bat sie weich.„Sieh, das ist ja der Punkt, wo meine große Schuld liegt, die ich damals vor Gericht andeutete. Diese Schuld meinte ich, als ich sagte, ich sei die Ursache von all dem Jammer, der uns betroffen hatte. Aber vielleicht gelingt es mir. Dir die Gründe begreiflich zu machen, welche mich dazu trieben, Dich ungehört zu verurteilen. „Du weißt, daß ich in der strengen Umgebung des Waisenhauses aufgewachsen bin. Ich habe niemals das Gefühl gekannt, welches andere so selbstverständlich und gewohnheitsmäßig durchs Leben begleitet: das Gefühl zu lieben und geliebt zu sein. Meine unbewußte Sehnsucht nach Liebe verschloß sich tief in meiner Brust; das Verlangen darnach durfte ja nicht laut werden, denn wohin hätte die gegenstandslose Sehnsucht mich gebracht?— So wuchs ich auf; Pflicht und Arbeik allein füllten mein Herz und meine Sinne aus. Eine frühe Selbständigkeit machte mich vielleicht zu stolz und zu schroff. Da lernte ich Dich kennen, Karl. Ich kann es Dir nicht mit Worten beschreiben, was mir durch Dich und Deine Liebe das Leben ward: alles verwandelte sich, alles verklärte sich für mich. Eine Seligkeit, wie ich sie niemals erträumt, niemals für möglich gehalten hatte, erschloß sich mir durch Dich; ich erkannte mit einem Schlage, daß ich ein sonnenloses Leben gehabt, das erst durch Dich mit Licht und Glut erhellt worden war. Da ließ mich Deine Mutter rufen. O Gott, welch einem Augenblick ging ich entgegen! Sie zeigte mir das Kind— bei seinem Anblick fuhr ich zurück vor Schrecken: es glich Dir, Karl, Zug für Zug. Und als sie mir nun mit dem Tone der Wahrhaftigkeit eine lange Geschichte Deiner Untreue erzählte, als sie dies Kind als Beweis anführte, da überlief es mich siedend heiß. Die ganze Leidenschaftlichkeit meiner lange in strengem Banue gehaltenen Natur brach hervor. „Es war mir plötzlich, als wäre all das lichte Glück nur ein trügerisches Bild gewesen, welches Ihr mir vorgezaubert und nun zerrissen hättet, um mich die Dunkelheit meines einsamen armen Lebens um so bitterer empfinden zu lassen. In meinem wilden Schmerze wußte ich kaum, was ich that. Vergib mir, Karl— ich war mißtrauisch gegen Glück— gegen Liebe— mein Glaube daran war nicht gefestigt durch meine harte Erziehung— das ist meine einzige Entschuldigung. „Du warst gerade verreist in jener Zeit. vielleicht wäre es besser gewesen, ich hätte Dir ins Auge sehen können, hätte aus Deinem Munde die Wahrheit vernommen. So aber trieb mich die bitterste Verzweiflung zu einer unbedachten That. Wenn mir eine bessere Stimme zuflüsterte, daß Du unschuldig sein könntest, so trat das Gesicht des Kindes vor meine Seele— ich sah Deine Züge und ich glaubte Deiner Mutter. Unter den furchtbarsten Seelenschmerzen schrieb ich Dir jenen Brief, ging nach England, nahm den Mädchennamen meiner Mutter, Menshausen, an und verstellte meine Handschrift, um jede Spur von mir zu verwischen. Nur Anna Gonnermann, die Frau Deines Bruders, meine Freundin, wußte von mir und meinem Aufenthalte. Durch sie erfuhr ich später die Wahrheit und meinen furchtbaren Irrtum. Ich verließ augenblicklich England, um von Deiner Mutter, die unser Leben vergiftet hatte, Rechenschaft zu fordern. Von da ab kennst Du die Thatsachen, welche sich so verhängnisvoll für uns gestalteten. S Karl, das Schicksal hat uns grausam verfolgt! „Wie kam es aber, daß Du zu jener Zeit ebenfalls aus Quito zurückkehren mußtest? Du ahntest doch nichts von der Handlung Deiner Mutter?“ „Mich drängte eine rastlose Unruhe und Sehnsucht heimwärts“, entgegnete Gonnermann.„Die Verzweiflung hatte mich in die Ferne getrieben. Ich ahnte ja nicht, womit ich Deinen Brief mit dem vernichtenden Inhalte verdient hatte. Anfangs half mir das gänzlch fremde Leben, die neue Umgebung, das Leben ertragen. Ich fand in Quito einen weiten Wirkungskreis, und die Fülle von Arbeit war mir eine Wohlthat in meinem Schmerze. Endlich aber packte mich von neuem eine brennende Unruhe. Es trieb mich fort von dort täglich dringender und quälender. Ich hoffte abermals, vielleicht von Dir zu hören oder Deine Spur zu finden. So übergab ich meine Praxis auf einige Zeit meinem Stellvertreter, schiffte mich ein und fuhr wieder heimwärts. „Gott sei gelobt, daß ich es that! Denn alle Leiden, die ich erdulden mußte, führten mich den Weg zu einem neuen Glücke.“ Auch John Bradleys gedachte das wieder vereinte Paar voll Rührung und Dankbarkeit. „Eine so selbstlose Natur ist heutzutage kaum denkbar“, sagte Martha.„Trotzdem ich seine treuen Bewerbungen zurückgewiesen habe, trotzdem er endlich erfuhr, daß ich Dir angehörte, hat er rastlos für den Beweis meiner Unschuld, für meine Freiheit gewirkt und gearbeitet.“„ 7emmame bs.. „Ja“, stimmte Karl Bonnermann bei,„sein Charakter versöhnt mich wieder mit den Menschen, an denen ich zu verzweifeln drohte; denn es bleibt ein bitterer Tropfen in dem Glücke, welches wir genießen, zu wissen, daß diejenigen Menschen uns grausames Leid bereiteten, welche uns am nächsten standen auf der Welt die Mutter und der Bruder „Ich empfinde keine Bitterkeit mehr“, entgegnete Martha, mit strahlendem Lächeln zu ihm aufschauend: „der Tod Deiner Mutter hat mich mit ihr versöhnt vielleicht wollte sie dennoch Dein bestes, Karl. Rus war das Mittel furchtbar, dessen sie sich bediente.“ Es gelang ihrer Liebe endlich, seine schwermütigen und düsteren Gedanken zu bannen, welche die Erinne rung an all die erlittene Schmach noch immer in ihn heraufbeschgor,#.. 9e n0ch PiSie beschlossen, sich so bald als möglich noch bie trauen zu lassen, und dann, nachdem sie John Bradley in Brighton besucht hatten, Europa zu verlassen und nach Quitto überzusiedeln, wo Doktor Gonnermann sein Heim und seinen Wirkungskreis besaß, und wohin die traurigen Erlebnisse der letzten Zeit nicht Schatten sandten.——(##xt### (Schluß folgt.) Bist üie aite lchach elice. Ancruer eche linke Hand und den Finger der rechten Hand etwas verbrannt, als er den Draht berührte. Horrem, 5. Okt. Erstickt. In tiefe Trauer wurde eine hiesige Familie versetzt, deren zwei Jahre altes Töchterchen man morgens tot im Bette vorfand. Der Arzt konstatirte, daß der Tod infolge Erstickung eingetreten war. Das Zimmer, in welchem die Kleine lag, war mit Gasen gefüllt, welcher dem Ofen dessen Klappe zugedreht war, entströmt sind. Nachen, 5. Oktober. Verschwunden. Der vom 1. Oktober ab als Postkassirer zum hiesigen Hauptpostamt versetzte Oberpostdirektions=Sekretär Verwegen aus Kassel ist seit dem 25. September spurlos verschwunden. Zuletzt wurde er gesehen, als er mit seiner Frau in Kassel die Kirche besuchte. Ob ein Unglücksfall oder ein Verbrechen vorliegt, ist noch nicht bekannt. Zu der Annahme eines Selbstmordes sind äußere Anzeichen nicht vorhanden. Gewerbliche und Verkehrszeitung. 5. Oktbr. Die Generalversammlung der und Verkaufsgenossenschaft für Getreide und landwirtschaftliche Bedarfsartikel für Westfalen, s. S. m. h.., zu Dortmund fand dieser Tage gelegentlich der großen westfälischen Schweineausstellung in Hamm statt und war recht zahlreich aus allen Kreisen Westfalens und Lippe besucht. Der Bericht ###rsten, Geschäftsjahres, welches nur 9 Monate umfaßr, schließt außerordentlich günstig ab. An Waxen wurden im ganzen umgesetzt 175 372 Zentner im Werte von 1 135 716 M Der Bruttogewinn beSöe; z 636 am. Die Gesamt=Unkosten betrugen unter m Sgzung von hohen Abschreibungen für Gespann=, Sack= und Mobilienkonto 18 311,16 M Mithin der Reingewinn 3101,84 M, welche dem Reserveezm, Betriebsrügklagefonds zugewiesen wurden. Beim Vergleiche vieser Zahlen mit denjenigen ähnlicher Unbaß die vorimunder e vorteilhaftesten abgeschnitten hat, zumal wenn man berücksichtigt, daß das Unternehmen erst anfang Oktober v. J. mit 12 Landwirten ins Leben trat. Sehr geklagt wurde über die teueren Arbeitslöhne seiFrische uier uir Pr hr e fenbau=Verwaltung für die Bewegung des Getrö325, der Kraftfutter= und Dungemittel im stabrischen Lagerhause, worin die Genossenschaft bekanntlich eingemietet ist, in Anrechnung bringt. Aus Umständen wird jedenfalls die Hauptgenossenschaft an die Erbauung eines eigenen Lagerhauses denken müssen. Im ganzen sind bis jetzt 234 Genossen angeschlossen, die inklusive der Ortsgenossenschaftler wohl über 1000 Teilhaber ausmachen. Die Haftsumme ist daher ganz erheblich gestiegen, wodurch den rieferanten der Hauptgenossenschaft die sicherste Gewähr für die Erfüllung der eingegangenen Verpflichtungen geboten wird. Ueberhaupt darf man wohl sagen, daß diese Genossenschaft mit den ersten und bedeutendsten Handelsfirmen gleich berechtigt ist und an ### Börse jetzt schon ihren Einfluß auszuüben in der Lage ist. Die angeschlossenen Genossen haben trotz vieler Organisationsunkosten und Neubeschaffungen hobe Rahaltjäge für idre Produkte und schnelle Emnporsiz,ve Warenbezügen erhalten: das ##### gragen des Geschaftes ist lediglich auch diesem umstande zu verdanken. Im nächsten Jahre hofft man einen Gesamt=Umsatz von drei millionen gzerreichez, der flotte Geschäftsgang in der Aim Juli und August wurden wiederum für 454000 Marr Waren umgesetzt) berechtigt voll und ganz zu der gewagten Annahme, namentlich wenn der genossenschaftliche Sinn bei den Landwirten sich mehr und mehr Bahn bricht. Am vollkommensten wurde die Hauptgenossenschaft wirken können, wenn an jedem größeren Verkehrsorte, womöglich in jedem Amte, wie z. B. im Kreise Hamm, eine Ortsgenossenschaft wäre, damit gerade die kleinen Landwirte, für welche diese Einrichtungen denselben Gewinn bringen, auch den Segen des Genossenschaftswesens genießen Vermittelung von landwirtschaftlichen Maschinen wird von den Genossenschaften so eifrig in Anspruch genommen, daß die Hauptgenossenschaft einen Pozteur anstellen mußie.„Auch auf das Fürstentum Waldeck soll nunmehr der Geschäftsbetrieb ausgedehnt werden, da zahlreiche Anmeldungen von dort her in Aussicht stehen. Nach der Generalversammlung fand ein gemeinsames Essen statt, bei welchem man auf den Vorstand toastete, der mit so großer Umsicht und Eifer das Unternehmen zu dem gemacht hat, was es h keinerlei Klagen laut werden, bieten die sicheren Garantieen, daß die dortmunder Hauptgenossenschaft, welche vom Bund der Landwirte ins Leben gerufen ist, zum Nutzen und Frommen der westfälischen Landwirtschaft gegründet ist und sich schon bewährt hat. Neuß, 6. Okt. Frucht=Markt. Weizen neuer kleiner 17,10, engl. la. 16.60, do. lla. 15,60.A. Roggen Mähöl 5o 03.“ do: Ua. 12/40 4, Haser 15.60 44. do. faßweise 51,50, gereinigtes Oel 320 u.#5gige,###., Heu 20-300, Luzerner Hen 5,70 m die 80 ng. Preßkuchen 95,00 M für 1000 kg. Kleien 4,80 44 für 50 kg. Raps la. 22,50, lla. 19,50, Aveel(Rübsen) la. 21,00, lla. 18,50# die 100 kg. Neuer Haser 12.50 4.—.— oie 100 hg. Theater. LUr II„Die Jugenpfreunde". Lustspiel in 4 Akten von Ludw. Fulda, war die erste Novität auf dem Gebiete des Lustspiels, welche über unsere Bretter ging. Der Verfasser hat mit diesem Stück den modernen Boden, nur pikantes zu liefern, verlassen, und bewegt sich wieder in den Bahnen der älteren Verwickelungen und Lösungen: ein Bestreben, denk man nur Beifall zollen kann. Ob freilich bei der heutigen Uebersättigung und bei dem Hange nach außergewöhnlichem und zweidentigem, der harmlose Scherz reussirt, ist fraglich. Was nun den Aufbau und die Lösung der„Jugendfreunde“ anbetrifft, so ist es störend, daß nach dem ersten Akt bereits der Schlußeffekt zu erraten ist. Der Junggeselle, der auf einmal seine drei Freunde verliert, wird wohl oder übel in den Ehestand gedrängt. Und so kommt es auch. Abgesehen davon weht ein humoristischer Zug durch das Stuck, es bietet sowohl durch den Dialog als auch durch die Situationen eine Fülle von urkomischen Stoff, bei dem man herzlich lachen kann. Mit unserer Kritik über die Darstellung wollen wir noch zurückhalten. Das Personal ist noch nicht allzu lange beisammen, als daß man ein tadelloses Zusammensriel verlangen könnte. Aber störende Pausen im Auftreien könnten doch vermieden werden, die Regie muß dem Inspizienten besser auf die Finger passen. Das Arrangement auf der Bühne war ganz nett. Peee Aucben bilt. deh dn Wiederholung des Stückes ein volles Haus bringen Aus dem Theaterburean geht uns die Nachricht Berra Sa Komiters (eriat, Schneider die Direktion einen vollständigen Ersatz gefunden, und zwar Herrn Hans Felbinger, dem als Darsteller wie als Regisseur ein sehr guter in bepesseige Derr Felbinger debutirt als Miesebeck .###, langsposse:„Die schöne Ungarin“ von Mannstädt, in welcher auch mehrere unserer Opernkräfte mit Gesangseinlagen mitwirken. Auch die Possensonbrette Frl. Voel als Lehrjunge Süßzmilch werden wir hierbei in einer größeren Rolle ihres Faches Leanten Verten. 2404 Jahzei Vereins=Nachrichten. izer zahlreicher Beteiligung hielt der stenographische Verein„Tremouia“(Stolze=Schrey) am vergangenen Mittwoch seine monatliche Generalversammtung ab. Nachdem die Preisarbeit für das nächste Korrekt= und Schönschreiben bekannt gegeben, referirte der Vorsitzende über die Vorbereitungen zum Stiftungsfeste. Nach Mitteilungen des Herrn Heese über die Damenabteilung herrscht dort zurzeit ein reges stenographisches Leben und konnten in der letzten Sitzung wiederum acht Damen ausgenommen werden. Nach Erledigung des geschäftlichen Teiles blieben die Mitglieder noch längere Zeit zu einem flotten Kommers vereint, der zu Ehren von vier zur Fahne einberufenen Mitgliedern gefeiert wurde. per Dutzend. Spezial=Geschäft Gustav Reusse. Ingenieur Otto I. 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Man versteht es noch gar nicht, daß es unbedingt nothwendig ist, ebenso wie das Gesicht und den Nacken, die Kopfhaut klar, rein, schmutzlos, frisch und geruchlos zu halten. Man versteht es noch gar nicht, wie damit die Erhaltung des Haarschmuckes bis ins hohe Alter in innigem Zusammenhange steht. Man darf sich auch gar nicht wundern, wenn Bestrebungen hierin Wandel und Aufklärung zu schaffen, verkannt und gar nicht richtig gewürdigt werden. Aber es kann trotzdem jeder Dame, jedem älteren Herrn, jedem jungen Manne gar nicht genug wiederholt werden, daß sie es alle in der Hand haben, sich ihren kostbaren Naturschmuck, gesundes volles Haar, von Jugend auf bis ins hohe Alter zu erhalten, wenn sie mit zielbewußter Consequenz und richtigem Verständniß die Wege einschlagen, welche in der jeder Flasche Javol beiliegenden Brochüre klar, einleuchtend und verständlich angegeben sind. Das ist es, was wir wollen! 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Amtliches Kreisblatt für den Stadt= und Landkreis Dortmund. Deutschland. W Berlin, 6. Oktober. Ueber die Aufgaben der Kaiser Withelm=Vibliothek in Posen hat sich der Schriftsteller Haus Hoffmann, in dessen pommersche Heimat die großpolnische Agitation Boden zu gewinnen sucht, in einem Schreiben an den Herausgeber der„Ostmark" Professor Dr. Liesegang wie folgt geäußert: Die Gründung der Kaiser Wilhelm Bibliothek in Posen begrüße ich mit hoher Freude, Hoffnung und Zuversicht als ein echt deutsches und ein echt modernes Werk, dem man nur von ganzem Herzen das glänzendste Gelingen wünschen kann. Die ideale Geistesbildung ist bei uns modernen Deutschen der politischen Entwickelung vorangeschritten, das in Wissenschaft, Litteratur und Kunst langsam errungene Einheitsbewußtsein hat den staatlichen Zusammenschluß erst vorbereitet und in langem, stillem Wachstum den Wunsch endlich zur Wirklichkeit gezeitigt; es war der Geist, der sich im neuen Reiche seinen Körper baute. So soll nun auch in dem Teile unseres Vaterlandes, der noch durch nationalen Zwiespalt zerrissen ist, auf dem gleichen Wege die Einigung und Versöhnung angebahnt werden auf Grund der Siegeskraft deutscher Kultur. Denn nicht bloß ein Kampfmittel gegen Staats= und deutschfeindliche Strebungen soll die neue Gründung uns werden, auch der künftigen Versöhnung wird sie zu dienen haben, und wenn die Polen ihr Interesse richtig verstünden, müßten sie selbst sie mit frohem Danke begrüßen; wird doch auch ihnen damit der Geistesextrakt unserer Kultur, der sie schon so unendliche Wohlthaten verdanken, neu eröffnet und bequemer zur Verfügung gestellt. Den Deutschen im Lande aber soll das Bewußtsein ihres hohen Rechts und ihrer Würde als Kulturträger erhalten und gestärkt werden. C Berlin, 6. Oktbr. Die„Natl. Korr.“ schreibt; Ueber die Orientfahrt des Kaiserpaares wird nun das ausführliche Programm veröffentlicht. Die Reis wird den Kaiser auf zwei Monate aus den Reichsgrenzen führen. Die große Dauer der Abwesenheit des Monarchen und die Entfernung vom Sitze der Regierung, zugleich die Sorge für die persönliche Sicherheit der hohen Reisenden machen natürlich besondere Maßnahmen erforderlich. Wie wir annehmen zu können glauben, hat der dem Volke schuldigen verfassungsmäßigen Verantwortung gemäß weder die preußische Staatsregierung noch die Reichsregierung sich der Verpflichtung entzogen, allem Erforderlichen die gebotene Beachtung zuzuwenden. Was die Verbindung zwischen Kaiser und König und Reichs= und preußischer Staatsregierung anlangt, so können wir bestätigen, daß der Staatssekretär des Auswärtigen und preußische Staatsminister v. Bülow im Gefolge des Kaisers sein wird. L Berlin, 6. Oktober. Zum erstenmal ist heute nach der Ferienpause wieder der Bundesrat zusammen. Nicht die lippe=detmolder Frage— die heute übrigens noch nicht auf der Tagesordnung stand— wie wir gleich von vornherein bemerken möchten, sondern die Vorgänge der letzten Monate überhaupt und noch mehr, die gesamten Reichsverhältnisse, wie sie sich in den kommenden Monaten so eigenartig gestalten werden, sie geben den Anlaß, gerade jetzt auf die Stellung des Bundesrates im deutschen Staatsleben hinzuweisen, daß sich nichts verwische, weder die dem Bundesrat zukommende Autorität noch die ihm mit der Gründung des Reiches zugefallenen Pflichten. Der Bundesrat hat im deutschen Verfassungsleben eine Stellung, die nur für sich aus der Geschichte des jungen Reiches, selbst erklärt werden kann. Der Bundesrat ist keine parlamentarische Körperschaft, gleich dem Senat in republikanischen Bundesstaaten; er ist auch kein Fürstenrat, wie er sein würde, wenn lediglich mehrere Monarchen behufs Bildung eines Bundesstaates zusammentreten; noch auch eine ministerielle Behörde, wizetwa ein Ausschuß aller bundesstaatlicher Ministerien. Im Bundesrate stimmt nicht, wie im Jahre der Gründung des Reiches der Schöpfer der deut schen Reichsverfassung so klar ausführte„der Freiherr von Friesen, sondern das Königreich Sachsen stimmt durch ihn. Nach seiner Instruktion gibt er ein Votum ab, welches sorgfältig destillirt ist und aus all das Staat sächsischen Krone, modifizirt durch die Einflüsse der sächsischen Landesvertretung, vor welcher das sächsische Ministerium für die Vota, welche es im Bundesrate abgeben läßt, verantwortlich ist.“ So ist der die Bundesregierungen vertretende Bundesrat der Repräsentant der eigentlichen Se und denach, se 9. S5Zzhn Frice fsir den Bundesrat überall die Prasumton spricht, daß er demgemäß immer und überall zuständig ist, wo nicht die Zuständigkeit eines anderen Organs ausdrücklich begründet ist; daß der Bundesrat das natürliche Kommunikationsorgan unter ali glieder, Teils alle Oberaufsicht über BundesmitSkreitiagtens Recht auf Aurufung des einen streitigreiten„nicht prwbatrechtlicher" Natur ies uiegipt iubetgacht, dab ###s und Vorsitzenver ist.„Auf diesem Wege vermag des Artikef 7. det 6 der Bundesglieder in Richtung An#er 17 der Reichsverfassung zu bewegen, wonach die vom Kaiser namens des Reiches erlassenen und Verfügungen zu ihrer Gültigkeit der Gegenzeichnung des Reichskanzlers bedürfen, der dastir, Die, Verantmartung übernimmt. Diese Verantwortlichkeit unmittelbar, wenn es Not thut, zu konkrolliren und zu stärken, ist thatsächlich der Bundesrat zu allererst im stande. So weitgreifend sind seine Rechte und ebenso tief ist auch seine Autorität in der geichsverfassung gewurzelt. Diese Erinner#####n können vor der Hand genügen. werden wir, men feine (Eeniut in der Sicgerungen Von Fall zu Fall welche konkreten Verpsto; thut, darauf zurüickommen, in Wahrung der glge si daraus ergeben, lichen ertr. Juteressen und des öffentraie#gertrauens, das für das Wirken des Bundesirs die unerläßliche Voraussetzung ist. Oktober. Nachdem die Etats=EntTagen festbegonnen t, der gerittel des gierung wird dem geper: Bei Verfügungen der ReZeit, seitdem mit überse seit längerer wird, auch von dem Aktenlegz ausgeräumt noch der notwendiaste Gen= Ver Vertraulich nur für die Verfug..... gemacht. So lag auch igung über den Waffengebrauch der Polizei bei Aufläufen kein Grund vor, eine Geheimhaltung derselben vor der Oeffentlichkeit durch den Vermerk„Vertraulich“ zu kennzeichnen. M Berlin, 6. Okt. In Magdeburg hat der evangelische Bund getagt und wie üblich folgt eine gereizte Erwiderung in der Zentrumspresse. Das kölnische Zentrumsorgan spitzt seine Ausführungen dahin zu. Die Sehnsucht nach einem neuen Kulturkampf, wie sie in Magdeburg zutage trat, ist für uns eine neue Mahnung, fest zusammen zu halten, uns zu durchdringen mit dem Bewußtsein: Wir werden den „neuen Kulturkampf“, haben an demselben Tage, an dem wir unsere geschlossene Phalanx spalten. Wir haben die Reden, die in Magdeburg gehalten worden sind, nicht zu vertreten; das enthebt uns indes der Verpflichtung nicht, in Erinnerung zu bringen, wer in dem vorliegenden Falle das Wasser getrübt hat. Und das war niemand anders als die„Köln. Volksztg.“ selbst, welche vor einigen Tagen mit ihren Artikeln zu der kulmer Bischofswahl, ohne Recht und Anlaß Streit vom Zaune brechend, in sehr anmaßendem Tone dem preußischen Staate einen„Kulturkampf“ in Aussicht stellte. P Berliu, 6. Oktober. Die Bezugsvereinigung der landwirtschaftlichen Genossenschaften und die vereinigten Thomasphosphatfabriken haben sich, wie gemeldet, über einen Lieferungsvertrag geeinigt und der Zwist ist damit zu ende. So die Mitteilung, welche am Mittwoch die hiesigen Organe des Bundes der Landwirte gebracht, nachdem sie achtundvierzig Stunden vorher noch an die Landräte die strikte Aufforderung haben ergehen lassen, gegen Kreisblätter einzuschreiten, welche bezahlte Anzeigen der Thomas= phosphatfabriken zu veröffentlichen sich unterstanden. Das ist sehr bezeichnend für die Rolle, welche diese politische Organisation in dieser ganzen Auseinandersetzung gespielt hat. Da sie indes nun selbst den Friedensschluß bekannt geben läßt, so wird sie hoffentlich auch bald die Landräte anweisen, den Kreisblättern die Annahme solcher Anzeigen wieder zu gestatten, und soweit man bereits gegen diese eingeschritten sein sollte, diese Maßnahmen wieder rückgängig zu machen. Sodann darf wohl auch das Landwirtschafts=Ministerium den ihm unterstellten Betriebsverwaltungen wieder erlauben, Thomasphosphatmehl zu beziehen. Es wäre nicht schön, um das Ministerium noch lange warten zu lassen. Postdienst. Ueber die Personalreform im inneren Postdienste werden jetzt in einem berliner Blatte folgende Mitteilungen gemacht: Die Annahme von Postgehülfen erfolgt kunftig nur in beschränktem Maße. Die Bewerber müssen im Besitze des Einjährig=Freiwilligen=Zeugnisses sein. Sie legen nach vier Jahren die Sekretärprüfung ab, werden dann zunächst als Assistent diätarisch beschäftigt, später etatsmäßig angestellt und schließlich nach Bedarf in Obersekretär=, Postmeister= und Oberpostdirektionssekretärstellen befördert. Die bereits im Dienst befindlichen Assistenten sollen zur Sekretärprüfung zugelassen werden; für die älleren Beamten werden Erleichterungen in den Prüfungsvorschriften eintreten. Darüber, wer zu den älteren Beamten zu rechnen ist, steht die Entscheidung noch aus. Von dem ursprünglichen Plane, Unterbeamtenstellen mit einem Gehalt bis zu 1800+ zu schaffen, ist man neuerdings zurückgekommen, weil dadurch viele Berufungen der Unterbeamten anderer Verwaltungszweige zu erwarten wären und eine Schädigung des Ansehens der Subalternbeamten befürchtet wird; dagegen soll in vermehrtem Maße die Heranziehung weiblicher Kräfte erfolgen. Die vom Reichspostamte beantragte anderweitige Festsetzung der Gehaltsstufen für die Assistenten auf 1500, 1800, 2000 K u. s. w. hat die Finanzverwaltung für das nächste Etatsjahr abgelehnt, es soll dem Reichspostamte aber anheimgestellt worden sein, die Forderung für das Etatsjahr 1900 zu wiederholen, da dann auf Berücksichtigung derselben zu rechnen sei. An neuen etatsmäßigen Assistentenstellen sieht der Etat für 1899 nur 1000 vor, so daß eine ganz erhebliche Verschlechterung der Anstellungsverhältnisse eintreten wird. Den älteren nicht angestellten Assistenten sollen dann höhere Tagegelder— man spricht von 4+ und 4 50 4— gezahlt werden. Insachen der sogen.„Abrüstungskonferenz“ wird der„Polit. Korresp.“ aus Berlin geschrieben:„Nachdem für den Abnistungsvorschlag des Zaren beinahe von allen Mächten Zustimmungskundgebungen eingelangt sind, werden nun die Masnnahmen zu erwägen sein, wodurch die im Abrüstungsvorschlage enthaltenen land in den russischen Vorschlag hineinkommentiren wollte. Dann gilt es, Zeit und Ort zu bestimmen, wo die bereits angekündigte Konferenz abzuhalten sei. Die Basis für die Konferenz ist zwar bereits geschaffen, doch so lange der Zar in Livadia weilt und so lange Graf Murawjew auf Urlaub befindet, kann der Steuvertreter desselben, Graf Lamsdorff, keine weitere Inttiative ergreifen". * Berlin, Vormittagssitzung des sozialdemokratischen Parteitages referirte Sachse=Zwickau über den Bergarbeiterschutz. Die gesetzgeberischen Vorschläge, welche dem Parteitag von den Vertretern aus den Bergbaubezirken unterbreitet wurden, waren in eine sechs Punkte enthaltende Erklärung gefaßt. Dieselbe wurde nach einer längeren Debatte, an welcher sich zahlreiche Redner beteiligten, angenommen. Sodann referirte Schippel über die Zoll= und Handelspolitik und empfahl eine hierauf bezügliche Resolution, welche der Hauptsache nach die Ermäßigung und schließliche vollständige Aufhebung aller Lebensmittel=Zölle fordert. Der Kongreß beschloß sodann, vor seiner Stellungnahme zu dieser Sache einen Korreferenten aufzustellen. Damit schloß die Vormittags=Sitzung. h Frankfurt a.., 6. Okt. Der„Frankf. Ztg.“ wird aus New=York gemeldet: Chippewa=Indianer im Staate Minnesota haben infolge der Verhaftung von zwei Häuptlingen die amerikanische Schutztruppe angegrisfen. Es folgte ein reguläres Gefecht, wobei die Amerikaner vier Mann verloren. Die Verluste sind noch nicht bekannt. Eine spätere, indessen noch unbestätigte Meldung besagt, daß 200 Indianer den General Bacon mit seiner 80 Mann starken Truppe bei Leech Lake niedergemetzelt haben. Es soll sofort eine starke Militärabteilung dorthin abgesandt werden. Ausland. * Wien, 6. Okt. Abgeordnetenhaus. Imlaufe der Debatte über das Gesetz, betreffend die Erhöhung der Diener=Gehälter, führt der Finanzminister aus, die Regierung würde es mit Vergnügen begrüßen, wenn es möglich wäre, die Vorlage nach erfolgter Beschlußfassung sofort zur allerhöchsten Sanktion zu unterbreiten; es sei jedoch unmöglich, ohne Erschließung neuer Einnahmequellen abermals eine so hohe dauernde Belastungspost ins Budget aufzunehmen. Die Kassenbestände seien wohl von 1888 bis 1897 von 128 auf 250 millionen Gulden gestiegen, davon jedoch mindestens 70 mill. Gulden durch die Valutaregulirung gebunden. Diese müsse endlich einmal durchgeführt werden. Nach Abzug dieser 70 Millionen verblieben in den Staatskassen nur 180 Millionen, welcher Betrag mit den 128 Mill. des Jahres 1888 in demselben Verhältnisse stehe, wie die Staatsausgaben des Jahres 1898 mit denen des Jahres 1888; im Jahre 1888 betrugen sie 538, im Jahre 1898 dagegen 748 Mill. Mit Kassenbeständen sei somit in dieser Frage nichts zu thun, auch die Gebahrungsüberschüsse einzelner Jahre seien gleichfalls bestimmt, bei der Valuta=Regulirung mitzuwirken. Die Regierung werde das Dienergesetz erst dann der allerhöchsten Sanktion unterbreiten, wenn die antizipirte, dem Hause eingebrachte Zucker=Verschleißsteuer=Vorlage bewilligt werde. Die provisorische Verschleißsteuer bezwecke nichts anderes, als für dreiviertel Jahre, vom Januar bis September, eine Zuckersteuer, welche einen integrierenden Bestandteil der Ausgleichsvorlage bildet, zu antizipiren, sie werde für diesen Zeitraum Bedeckung für die Regulirung der Beamten= und Dienergehälter bieten. Der Minister schließt, wenn das Haus diese Steuer sofort bewillige, werde das Gesetz sofort fertig werden.(Lebhafter Beifall rechts.) Pommer(deutschfortschrittlich) beantragt, ein Ausschuß möge über die Vorlage binnen 14 Tagen berichten. Die Verhandlungen werden abgebrochen. Nächste Sitzung morgen. n Budapest, 6. Oktober. Die Meldung eines wiener Blattes, daß durch die Uebernahme des österreichischen Handelsportefeuilles seitens Dipaulis erhehliche Aenderungen an den Ausgleichs-Vorlagen zu gewärtigen seien, wird von kompetenter Seite als vollständig unrichtig bezeichnet. Graf Thun habe der ungarischen Regierung gegenüber die bindende Verpflichtung für die unveränderte Annahme des BadeniBilinskischen Ausgleichs übernommen und werde die ungarische Regierung unbedingt auf der strikten Einhaltung dieser Verpflichtung bestehen. Paris, 6. Okt. General Lambert veröffentlicht, wie schon kurz gemeldet, im„Matin“ einen längeren Schmähartikel gegen Oberst von Schwartzkoppen. Einige Stichproben daraus mögen den Artikel und seinen Verfasser kennzeichnen. Der General geht von der von pariser Blättern erfundenen Nachricht aus, Herr v. Schwartzkoppen wolle ungefragt auch unter Eid vor französischen Gerichten über die Dreyfussache aussagen. Obgleich diese Nachricht von deutscher Seite berichtigt und das Dementi in allen pariser Blättern zu lesen war, ist diese Berichtigung für den General Lambert nicht vorhanden. Er schreibt u..: „Wem glaubt v. Schwartzkoppen durch sein Zeugnis Vertrauen einzuflößen? Den Mitgliedern des Syndikats? Diese brauche er nicht zu überzeugen, da er mit ihnen ja offenbar einverstanden ist. Die Ereignisse beweisen, daß er im Verein mit diesen in offener Weise den verurteilten Dreyfus rehabilitiren will. Es steht fest, daß der frühere deutsche Militärattachee die Agitation für Dreyfus nicht nur in Frankreich, sondern in allen Ländern, die mit dem Dreibunde zusammenhängen, geschürt hat und daßer in Frankreich Mitverschwörer gefunden hat. Wenn die„neuen Thatsachen“ nicht Stich halten, liefert er weitere„neue Tatsachen". General Lambert fragt sodann nach dem Zweck des um in Verhandlungen zu treten. Clemenceau vermutete eine Falle und machte der Polizei Mitteilung. Diese schickte einen Agenten nach dem angegebenen #=angeblichen Eingreifens Schwartzkoppens und sagt: ir„Will man den Krieg heraufbeschwören? Wir glauben is ses nicht. Oder will man im Gegenteil durch die beParagraphen 12 Abs. 2 des Reichsstempelgesetzes, wurde die Zustimmung erteilt, und die Uebersicht der Ergebnisse des Heeresergänzungsgeschäfts für 1897 zur Kenntnis genommen. Den zuständigen Ausschüssen wurden überwiesen: Der Antrag Badens, betreffend die Abänderung der Ausführungsvorschriften zu dem Gesetz über die Besteuerung des Tabaks vom 6. Juli 1897; die Vorlage, betreffend die Abänderung der Ausführungsvorschriften zu dem Gesetz vom Militärtransportordnung nebst zugehöriger! Einführungsverordnung und eines neuen Militärtarifs für Eisenbahnen. Schließlich wurde über eine Reihe von Eingaben Beschluß gefaßt. h Köln, 6. Okt. Die„K..“ schreibt zu der Nachricht von der Entsendung eines deutschen Kriegsschiffes nach Taku, dieser Meldung werde eine übertriebene Bedeutung beigelegt. Namentlich sei es unrichtig, daß die Möglichkeit einer kräftigen Einmischungspolitik seitens Deutschlands näher gerückt sei. Die Lage Chinas sei kritisch, aber gerade die gewalt so stark ist, daß auch in schweren Zeiten nicht drüber ginge. Sollten indessen die Aufständischen sich an europäischen Truppen vergreifen, so würden England, Deutschland und Rußland gemeinsam in kürzester Zeit soviel Landtruppen zurstelle bringen können, daß die Sicherheit der europäischen Niederlassungen verbürgt werden könne. h Frankfurt a.., 6. Okt. Der„Frankf. Ztg.“ wird aus Stuttgart telegraphirt: In der heutigen gnügens wegen zuzufügen und uns in vollem Frieden zu bekriegen! Schwartzkoppen ist für die Dienste, die er Dreyfus und den Dreysusards geleistet hat, von seinem Souverän kaiserlich belohnt worden.“ Der General schließt, indem er sich an Schwartzkoppen wendet, folgendermaßen:„Fahren Sie nur fort, die Unschuld Dreyfus zu verkünden, diesen Verräter zu schützen, Esterhazy anzugreifen und sich selbst an die Stelle der französischen Justiz zu setzen! Auf diese Weise legen Sie die Schuld Ihres Klienten ganz unzweifelhaft klar. Ihre Worte und die Worte Ihrer Vorgesetzten, Ihre Paviere belasten immer mehr Ihren Schützling, so zwar, daß wir immer nur das Gegenteil von dem zu glauben brauchen, was Sie sagen. Erst wenn Sie Dreyfus des Verrats schuldig erklären würden, würde ich selbst ein entschiedener Verteidiger der Unschuld Dreyfus und seiner Rehabilitirung werden". Dieser Herr Lambert ist General außer Dienst, denn er hat die Altersgrenze hinter sich. Bei den letzten Wahlen sollte er als nationalistischer Kandidat auftreten, es wurde jedoch nichts daraus. Bei den Manövern will Lambert Herrn von Schwartzkoppen persönlich kennen gelernt und ihn beobachtet haben. Er ist Jude und gehört zu denjenigen traurigen Gestalten, die die Antisemiten in der Hetze gegen seine Glaubensgenossen noch zu übertrumpfen und sich selbst dadurch einen Freibrief zu verschaffen suchen. Das genügt zur Kennzeichnung des Mannes und seines blöden Schreckens. Paris, 6. Okt. Die Droits de’homme teilen mit, Clemenceau habe vor einigen Tagen einen Brief erhalten, in dem ein Unbekannter ihm anbot, sich als den Urheber des petit bleu anzugeben. um Picquart zu entlasten. Er gab Clemenceau ein Stelldichein an ###der daselbst ein Individuum fand, das er ohne Bedenken am Kragen packen und abführen konnte. Auf dem Polizeikommissariate wurde das Individuum 915. Kie, Agent im Nachrichtenbureau des Generalstabes h Kopenhagen, 6. Oktober. Bei einer ArtillerieUebung in Aarhus explodirte ein Geschoß beim Laden eines Geschützes und brachte auch noch mehrere andere Geschosse zur Explosion. Ein Artillerist, dem ausgerissen wurde, ist getötet, sieben Soldaten sind schwer vervozudet worden. Lodaten . h Kanea, 6. Okt. Die Insurgenten verständigten die Admirale, daß sie sofort nach dem Abzug der türkischen Truppen die Waffen abliefern und alle Pacifikationensmaßregeln aufs kräftigste unterstützen werden. Die Kaiserreise in den Orient. #. Berlin, 6. Sttober. Der Umstand. daß der Kaiser demnächst, und in stiller Sommerzeit, soweit die innere Politik infrage kommt, sondern gerade zum Beginn der politischen Hochsaison, während gleichzeitig die auswärtige Politik durch diverse wichtige Angelegenheiten besonders komplizirt erscheint, ungefähr zwei Monate von Deutschland abwesend sein wird, ist schon sehr viel erörtert worden, nicht nur im Publikum, soweit es die ernsten Tagesfragen mit Aufmerksamkeit und Verständnis verfolgt, sondern zumteil auch in der Presse. Heute kommt die„Nat.=Ztg.“ in einem irdem sier scheiste die Frage zurück, S. Rich Rlei.555 Kaisers wird ihn zeitweilig von Deutschland ungleich weiter entfernen, als es etwa durch die Nordlandsfahrten im Sommer geschieht, auf denen wenigstens regelmäßige schriftliche Verbindungen mit der Regierung durch Depeschenboote binnen wenigen Tagen möglich ist. Der Telegraph kann hierfür keinen Ersatz bieten, und doch ist schon der schriftliche Verkehr zwischen dem Monarchen und seinen verantwortlichen Beratern ein sehr mangelhafter Ersatz für den mundlichen Vortrag der Minister. Der letztere scheint allerdings in den letzten Jahren auch für gewöhnlich, soweit man nach den üblichen Hofmitteilungen zu urteilen vermag, immer mehr hinter den von den Kabinettsräten vermittelten schriftlichen Bericht zurückgetreten zu sein; eine Unterbrechung von zwei Monaten unter dem erschwerenden Umstand sehr weiter Entfernung ist aber denn doch noch etwas anderes. Die deutsche Reichs= und preußische Staatsregierung ähnelt einem einheitlichen Ministerium sowohl nach ihrer Organisation, als nach der persönlichen Zusammensetzung sehr wenig, sodaß ihre Vertretung durch einen Minister bei dem Kaiser größere Schwierigkeiten haben und von bedingterer Wirkung sein dürfte, als die Begleitung eines anderen konstitutionellen Herrschers durch ein Mitglied seiner verantwortlichen Regierung auf einer weiten und langdauernden Reise: gleichwohl wäre es überraschend, wenn an eine solche Begleitung des Kaisers überhaupt nicht gedacht würde. Durch schnelle, in weiter Entfernung von Deutschland gefaßte Entschlüsse und darnach ergehende Kundgebungen oder Befehle können, wenn die verantwortliche Regierung in der Umgebung des Kaisers durchaus unvertreten ist— ein Beamter des auswärtigen Amtes kann als solche Vertretung nicht erachtet werden—, ohne Zweifel ernste Schwierigkeiten entstehen. Wie wenig„homogen“ unsere Regierung auch ist, so würde es doch einen erheblichen Unterschied machen, ob ein Minister in der Lage wäre, ihre Auffassung auf grund vertraulicher Mitteilungen seiner Kollegen mündlich beim Kaiser zu vertreten, oder ob die Regierung zwei Monate lang für ihre verantwortlichen Ratschläge lediglich auf den Vortrag der Kabinettsräte und formelle schriftliche Berichte angewiesen wäre. In der Oeffentlichkeit war bisher kein bestimmtes Anzeichen hervorgetreten, daß diese sehr wichtige Frage, deren Erledigung durch Begleitung des Monarchen seitens eines verantwortlichen Ministers in jedem anderen konstiStaate selbstverständlich wäre, überhaupt offiziell angeregt und daß sie entschieden worden. Allerdings hatte vor längerer Zeit verlautet, daß der Staatssekretär des auswärtigen Amtes, Herr von Bülow, der bekanntlich auch Mitglied des preußischen Staatsministeriums ist, den Kaiser begleiten würde, und es scheint nunmehr, daß dies feststeht. Wenigstens wird es in einem süddeutschen Blatte als Thatsache behandelt, aber, was uns höchst verfehlt erscheint, getadelt. Das auswärtige Amt, so wird da ausgeführt, werde ohne genügende leitende Kräfte sein, da der Untersuchungssekretär Freiherr von Richthofen leidend sei— was uns nicht bekannt ist— und dem Reichskanzler bei seinem Alter die Vertretung des Staatssekretärs nicht zugemutet werden könne, wenngleich er die oberste Leitung der auswärtigen Politik führe. Eben weil das letztere der Fall ist, scheint uns die Frage der Geschäftserledigung im auswärtigen Amte während einer Abwesenheit des Staatssekretärs nicht dazu angethan, weitere Kreise zu beunruhigen; sollte in der That für zwei Monate ein Mangel an Arbeitskräften in den leitenden Stellungen dieses Amtes drohen, so wäre dem wohl leicht in derselben Art, wie in früheren ähnlichen Fällen, durch zeitweilige Einberufung eines Botschafters oder Gesandten zur Vertretung des Staatssekretärs abzuhelfen. Ob es notwendig sein würde, wissen wir nicht, und unsere Meinung ist auch nicht, daß die Begleitung des Kaisers durch einen bestimmten Minister, sei es der Staatssekretär des auswärtigen Amtes oder ein anderer, geboten sei; aber daß sich irgend einer der Minister während der ganzen Reise beim Kaiser befinde, das wird ohne Zweifel allgemein für erforderlich erachtet. Man darf wohl annehmen, daß alle diese Umstände, deren Erörterung in der Presse bisher aus einem gewissen Taktgefühl unterlassen war, auch in den leitenden Kreisen erwogen worden sind. Vielleicht hat der heutige Ministerrat, wenn es nicht schon früher geschehen sein sollte, die erforderlichen Beschlüsse gefaßt Demselben Blatt geht über die Zustände in Jerusalem von dort der folgende, wenig erbauliche Bericht zu:„Es herrscht ein lästiger Uebelstand, dessen Beseit gung nicht in der Macht der türkischen Behörden liegt, sonst wäre er wohl schon behoben. Dieser Uebelstand besteht in einer Anzahl deutscher und österreichischer Landstreicher oder„Stromer“, welche nur auf Verlangen oder mit Bewilligung ihrer Konsulatsbehörden von türkischen Behörden belangt werden können. Es handelt sich nicht um harmlose„wandernde Handwerksburschen“, sondern um zur Landplage gewordene, freche und geriebene Vagabunden, welche zu fürchten man alle Ursache hat, und welche neuerer Zeit in Ferusalem in größerer Zahl sich zusammenfinden. Diese Sorte von Stromern treten in die Häuser ein und bitten nicht etwa um eine Gabe. sondern es kommt öfters vor, daß sie unter Drohungen Geld verlangen und auch erpressen, besonders wenn sie nur eine Person antreffen. Ein Mann Namens Lauterstein ist auf solche Weise vor längerer Zeit in seinem Hause schwer bedroht und es ist Geld von ihm erpreßt worden, sodaß er aus Schrecken wenige Tage darauf starb. Und gerade der im Ver dacht dieser That stehende Kerl ist jetzt auch wieder in Jerusalem aufgetaucht. Diese gefährlichen Burschen bilden eine ganze Bande, führen oftmals gefälschte Pässe und sind fur die hiesigen Angehörigen des deutschen Volkes eine Schande, da sie den türkischen Polizeiorganen als Deutsche bekannt sind. Allgemein besteht die Ansicht, daß mit diesen Burschen vor der Zeit des kaiserlichen Besuches gründlich aufgeräumt werden muß. Zwar hört man, es sei auf Abhülfe des deutschen Konsuls kaum zu rechnen, weil für solche Zwecke keine Geldmittel zur Verfügung ständen, aber wenn man einerseits weiß, daß im Abwesenheit des Konsuls der sehr energische Vertreter desselben, Dr. Bügge, die Abschiebung solcher gemeinschädlicher Subjekte vor einiger Zeit fertig brachte, wofür ihm die Einwohner dankbar sind, und wenn anderseits mit Rücksicht auf so viele hohe Gäste sofortige Schritte als für die Sicherheit derselben nötig erscheinen, so glauben wir annehmen zu dürfen, daß der deutsche Konsul nunmehr ebenso energisch und ohne Rücksicht auf etwaige Kosten vorgehen wird, und zwar zusammenwirkend mit dem österreichischen und eventuell auch mit dem italienischen Konsul, welche eine bezügliche Einladung gewiß nicht ablehnen würden. Eine gründliche Pässerevision unter jener Bande wird lohnend sein. Sollen die zweifelhaften Gesellen unschädlich gemacht werden, so müssen sie ganz aus dem Lande geschoben werden; eine Ausweisung aus Jerusalem allein hätte keinen Wert. Diese Stromer nächtigen zumteil in der Nähe der Stadt in Höhlen: auch besteht eine Spelunke in Jerusalem, welche ihnen Unterschlupf gewährt; sie sind also zu finden, wenn man nur suchen will.“ Der„Voss. Ztg.“ wird aus Rom telgraphirt: Im Vatikan widerspricht man aufs entschiedenste der Behauptung, die Stellung des Papstes zur Frage des französischen Christenschutzes im Crient habe sich im geringsten geändert. Mein Gewährsmann weist darauf hin, daß die päpstliche Politik vor allem recht reiflich erwogen werde und folgerichtlich demnach eine deutschfreundliche Schwenkung in der Protektoratsfrage binnen wenigen Wochen völlig ausgeschlossen sei. Der Papst könne gewisse politische Kreise Frankreichs, aber niemals die französische Nation für unchristlich und gottlos halten, und erkenne ihr nach wie vor das unverbrüchliche Recht auf den Vorrang im Orient zu. führungen an und setzte die Strafe auf sechs Monate herab; außerdem wurde ein Monat der Untersuchungshaft in Anrechnung gebracht. Wegen eines versuchten Verbrechens gegen die Sittlichkeit wurde der Bergmann HeinrichsTeßling aus Heeren zu 9 Monaten Gefängnis verurteilt. Provinzielles. s Dortmund, 7. Oktober. Ein hiesiger Büeger machte Donnerstag=Abend einen Selbstmordversuch, indem er sich einen Schuß mit einem Revolver an den Kopf beibrachte. Der Schuß streifte jedoch nur die rechte Seite. Er muß aber wohl sehr schmerzhaft gewesen sein, da der Selbstmordkandidat einen weiteren Schuß nicht abgab, sich vielmehr ankleidete und der Polizei stellte. *“. Auf einem hiesigen Werke wurde der Arbeiter Lattemann von einem aus der Walze kommenden glühenden Eisenstab derart unglücklich getroffen, daß er eine Stichwunde am linken Oberschenkel, sowie Schnitt= und Brandwunden am rechten Unterschenkel erlitt. ** Dortmund, 7. Oktober. Die Arbeiten an dem Ausbau der neuen Straßenbahnlinien in hiesiger Stadt schritten in letzter Zeit ziemlich langsam voran: es lag solches daran, weil der„Hörder Verein", bei dem die Schienen bestellt sind, wegen Arbeitsüberhäufung nur langsam anlieferte. Inzwischen sind auch bei der„Stahlindustrie“ in Bochum Schienen bestellt und werden solche geliefert, auch das erstere Werk wird von nächster Woche ab mehr liefern, so daß dann die Gleislegung schneller betrieben werden kann. Man hofft immer noch, die sog. Ringlinie bereits im November dieses Jahres eröffnen zu können. Zurzeit werden für diese Linie die Gleise in der Weißenburgerstraße gelegt. Gladbeck, 5. Oktober. Auf schreckliche Weise kam gestern nachmittag das 7 Jahre alte Kind des Bergmanns Josef Richter von hier ums Leben. Unweit der Richterschen Wohnung war in einem Garten ein Feuer gemacht, welchem das Kind beim Spielen zu nahe gekommen und so von den Flammen erfaßt und erheblich verbrannt wurde. Der Tod trat bald nachher ein. Gerichtliche Entscheidungen. * D o r t m u n d, 7. O k t o b e r. Zweite Strafkammer. Eine Explosion schlagender Wetter ereignete sich am 4. Mai dieses Jahres auf Zeche„Margarethe“, bei Sölde, es erlitten dabei die Bergleute Wilhelm Gosewinkel und Aloysius Meier aus Asseln Brandwunden. Aus anlaß des Vorkommnisses sind heute wegen fahrlässiger Körperverletzung angeklagt der Betriebsführer jener Zeche, Wilhelm Vollmann, der Steiger Johann Baliter, sowie die beiden oben erwähnten Bergleute. Die Bergbehörde hat polizeiliche Bestimmungen dahin erlassen, daß, wenn der Wetterkontrolleur vor einem Ort Wetter feststellt, er einen diesbezüglichen Vermerk auf einer Tafel in der betreffenden Strecke anzubringen hat, laußerdem soll aber das Vorhandensein von Wettern dem Beamten gemeldet werden und zwar mündlich. Die Arbeiter eines solchen Betriebes sollen mit der Aufnahme der Arbeit nicht eher beginnen, bis der Beamte auf die Beseitigung der Wetter hinzielende Anordnungen getroffen hat. Auf Zeche„Margarethe“ ist die Meldung der Wetter an den Beamten nicht immer mündlich geschehen, vielmehr auf schriftlichem Wege, so zwar, daß dem im Querschlage weilenden Beamten von dem Bremser in dem betreffenden Reviere eine Tafel zugesandt wurde, auf der vermerkt war, daß in dieser oder jener Strecke Wetter seien. Dieses Zuwiderhandeln gegen die bergbaulichen Vorschriften wird den Beamten zum Vorwurfe gemacht. Die anwesenden Gutachter, die Herren Bergrat Pommer und Bergassessor Bracht sind auch der Ansicht, die Art der Wetterführung in dem betreffenden Betriebe sei eine nicht zweckentsprechende gewesen, da die frischen Wetter von oben nach unten zugeführt wurden, anstatt umgekehrt. Die Explosion selbst ist durch einen Sprengschuß seitens der beiden Arbeiter Gosewinkel und Meier herbeigeführt worden. Die beiden Leute sollen gefehlt haben, weil sie entgegen der Vorschrift die Arbeit vor dem mit Wetter behafteten Ort begannen, ehe ein Beamter Anordnungen getroffen hatte, dann sollen sie es unterlassen haben, das Ort nach Wettern abzuleuchten, ehe sie den Schuß abgaben. Die beiden letzteren Angeschuldigten behaupten, sie hätten bei Beginn der Schicht keine Wetter mehr vorgefunden, deshalb hätten sie die Arbeit begonnen; vor dem Wegthun des Schusses hätten sie das Ort nach Wettern abprobiert, aber keine gefunden. Wahrscheinlich haben aber solche in einer sogenannten Auskesselung gestanden, welche nicht abgeleuchtet worden ist; wenn der Wetterzug von unten nach oben geführt sei, würden, so meinen die Herren Gutachter, die Wetter in der Auskesselung beseitigt worden sein. Dem Angeschuldigten Meier will der Gutachter Herr Bergrat Pommer eine Schuld nicht beimessen, da für die Befolgung der Vorschriften nur der Ortsälteste verantwortlich sei, dieses war aber Gosewinkel. Die beiden Beamten behaupten, sie hätten die mündliche Meldung bezüglich der Wetter wohl angeordnet, daneben aber noch die schriftliche Meldung, die den Vorteil habe, daß sie schneller an den Beamten komme Seitens des Staatsanwalts Herr Bennerscheid wurde gegen die beiden Beamten eine Gefängnisstrafe von 2 Monaten, gegen Gosewinkel ein Geldstrafe von 50 u und bezüglich des Meier Freisprechung beantragt. Die Sexzen gLexteidiger Rechtsanwälte Geselbracht und W, Fruntragten Freisprechung. Der Gerichtshof sprach die Beamten frei, da zwischen ihrem Thun und Handeln und der Explosion bezw. der Körperverletzung der beiden Arbeiter ein ursächlicher Zusammenbang nicht bestehe. Meier wurde ebenfalls freigesprochen, Gosewinkel wurde zu 30# Geldstrafe verurteilt. Die Verhandlung in dieser Sache nahm beinahe 8 Stunden in Anspruch. Mit einem Hackenstiel mißhandelt hat der Arbeiter Wilhelm Krumnacker aus Marten den Bergmann Fritz Schulte, er wurde mit sechs Monaten Gefangnis belegt. Einen wüsten Exzeß beging in der Nacht zum 3. Juli der Fuhrmann Johann Brause von hier. In der Riehlschen Wirtschaft an der Hohenstraße verlangte Brause noch Bier, nachdem der Wirt Feierabend geboten hatte, er entfernte sich nicht trotz mehrfacher Aufforderung, behauptete vielmehr, der Wirt habe ihm noch Geld zurückzugeben, was letzterer entchieden bestritt. Letzterer sah sich schließlich veran laßt, Polizei herbeirufen zu lassen, die Beamten schoben dann den Brause und dessen Anhang aus dem Hause. Kurz nachher wurde durch ein Fenster der Riehlschen Küche ein Stein geworfen, der einem Mäbchen dicht am Kopfe vorbeiflog. Nach einiger Zeit wurde abermals ein Stein durch ein Fenster geworfen. Herr Riehl hat hierbei bestimmt Brause als denjenigen, der den Stein geworsen, erkannt, der Mann lief auch gerade der in der Nähe befindliche Polizeipatrouille in die Arme. Er hat sich dann den Beamten in gaus grober Weise widersetzt. Die Sache hat das „nge Schössengericht beschäftigt, welches den Brause mit Rucksicht auf dessen zahlreichen Vorstrafen und weil er durch den ersten Wurf in die erleuchtete Küche Menschen gefährdet, zu einem Jahre Gefängnis verurteilt. Hiergegen hatte der Angeklagte Berufung eingelegt und zum Verteidiger Herrn Rechtsanwalt Lenzmann aus Hagen bestellt, Dieser machte geltend, es sei nicht nachgewiesen, daß der Angeklagte auch das erste Fenster eingeworsen habe; diese Handlung habe aber gerade der erste Richter als strafschärfend angesehen, die Strafe sei alfv erheblich herabzusetzen, auch wäre dem Angeklagten die Untersuchungshaft anzurechnen, da er nur mit Rücksicht auf die festgesetzte hohe Strafe verhaftet worden sei. Der Gerichtshof schloß sich diesen Aus. Berliner Börse. * Berlin, 7. Okt.(Mitgeteilt von der Kredit=Anstalt", Dortmund. Kassakurse: Essener .10. ./10 3 ½% deutsch. ReichsAnleihe 101,70 3% deutsche ReichsAnleihe„ 116 188340 S ½/% presß. Konsois 401.80 3% preuß. Konsols 94.40 Deutsche Bank 200.— Diskonto=Komm. 196,7 Essen. Kredit=Aktien 143.75 National=Bank 145.— Oestr. Kredit 220.— Aplerbecker Margarete=Akt. 129.25 Arenberg 372.7— Bliesenbach(444,50 Loch.=Gels. Straßenbahn Aktien 174.80178.75 Boch. Baw. Bochumer Guß Bonifacius Kölner Bergw. Concordia Consolidation Courl Dannenbaum Dortm.=Enschede Dortm. Dortm. Dortm. C. 87,50 125.40 256.— 246.— 291/— 155.25 88.— 222 40 123.20 257.— 245.25 294,75 154,50 194,1014— 182.—179.75 5,/10 7310, 175,50/172.— 188.— 188.— 155,50155.— Ver Mogenzn 290 5% 92,75 215.60 214,10 73,10 71 80 Peter=altien(108—/105,75 Magdeburger Bgw.—.—— Märkisch.2aschbau. 147,50 147,40 Massener 143 25 143.— Menden SchwerterPrior.=Akt. Menden=Schwerter= St. kt. 93.25 92.25 Nordd. Lloyo 110,25119,10 Nordstern Bgw.=Alt. 211,90 210,75 Phönix Baw. La. A 178.60 17,75 „abgest. 178.60 177.75 Pluto, St.=Akt.[332,75 333,30 " Prior.[332 75/333,30 Rhein. Bergbau(145——.— Rhein. Stahlwerke 234,60 /236.50 Hörder La. A. 101.80, Hösch Königsborn 93.40 König Wilhelm St.= 101,90 Aktien 94.40, König Wilhelm 199,60 Prior Aktien 195 90 Laurahütte 142— Luise Tiefbau St.=A. 144,75 Luise Tiefbau 221,—/ Prior.=Akti128.59 875.— 24½.90 lede, Ehrenpräsident: Kardinal Richart, Erzbischof von Paris, dann folgen Vize=Admiral de Ceverville, Divisions=General de la Girennerie, Vize=Admiral Graf Lafont, Divisions=General La Venve, KontreAdmiral Mathien, General Salomonson und andere mehr. * Paris, 7. Okt. Der Justizminister Sarrien fordert die Staatsanwälte in einem besonderen Rundschreiben auf alle Teilnehmer an der Bildung einer neuen Patriotenliga streng zu verfolgen. Labori, welcher die Aufhebung der geheimen Haft Picquarts verlangte, wurde bedeutet, die Untersuchung würde noch mehrere Wochen beanspruchen. Sein Gesuch ist also abgeschlagen. Der Minister des Innern mußte gestern abend wegen der bedenklichen Stimmung unter den streikenden Bahnarbeitern ein starkes Militäraufgebot verlangen. An mehreren Punkten der Stadt und der Vororte kam es mehrfach zwischen den Streikenden und den Arbeitenden zu blutigen Zusammenstößen. * Paris, 7. Oktober. Ueber den Skandal, der demnächst ausbrechen soll, verlauten folgende Einzelheiten: Der Hauptangeschuldigte ist Carlier, Verwalter der West=Eisenbahn. Es handelt sich um 15 millionen Franken, um welche Summe der Staat durch allerlei Betrügereien, wie falsche Rechnungen, Erhöhungen solcher u. s.., betrogen wurde. Es heißt sogar, daß der Bautenminister Tillaye, nachdem er den Betrug entdeckt hatte und nicht gegen gewisse höhere Persönlichkeiten vorgehen wollte, seine Demission einreichte. Die Angelegenheit wird nun bereits in den weitesten Kreisen lebhaft erörtert. * Paris, 7. Oktbr.„Petite Republique“ fordert Aufklärung über die täglichen Besuche, welche der klerikal=nationalistische Abgeordnete Deronlede dem Gouverneur von Paris, General Zurlinden, abstattet. * Paris, 7. Oktober. Die„Liga zur Verteidigung der Republik“, der„Sozialistisch=revolutionäre Verein von Paris“ und der„Bund der sozialistisch=revolutionären Vereine der Provinz“ erließen Aufrufe an alle Mitglieder, sich zur Verteidigung der Republik gegen die klerikal=militärische Reaktion zu vereinigen. Die Tagesordnung des gestern abend abgehaltenen Meetings lautete:„Die Republik in Gefahr. Das Völkerrecht verletzt. Die Prügeleien der Polizei“. ahlreiche sozialistische und revolutionäre Redner hielen Ansprachen. * Paris, 7. Oktober. Die Bauunternehmer haben die Vorschläge des Munizipalrates angenommen, wonach der Munizipalrat bezl. der Unternehmungen direkt mit den Arbeitern verhandeln soll. Der Vorschlag war von dem Präsidenten des Munizipal= rates gemacht worden. Der Präsident Navarre erklärte sich mit dem Beschlusse der Unternehmer vollständig zufrieden und versicherte, daß innerhalb—4 Tagen die Arbeit überall wieder ausgenommen würde. * Paris, 7. Oktbr. Der Ausstand der Erd= und Bauarbeiter gewinnt noch täglich an Ausdehnung und gibt der Regierung zu ernster Besorgnis Anlaß. Seit gestern sind ebenfalls die Fuhrleute, die den Straßenunrat wegschaffen, teilweise ausständig; wie verlautet, wollen auch die Eisenbahn=Angestellten die Arbeit niederlegen.„ K, M Ja si * London, 7. Ortober.„Daity Mail- meldet aus Konstantinopel, daß das Ultimatum, welches die Mächte der Pforte überreicht haben, ebenfalls den Schutz des Lebens und des Eigentums der Türken verspricht. In seiner Antwortnote wird der Sultan sorgen, daß die Anwesenheit einiger türkischer Truppen bei der Räumung auf die Muselmanen einen guten Eindruck machen werde. Union=„—-—.— Bulcan Duisburg[220, Eschweiler„..6# 138,50/199,—(Wasserwerkf. d. nördl Gelskirchene- Gupn. 188,10/187,25, Kohlenrevier—. Bergw. 184,—/189.—|Westf. Stahlwerte 213 25/212— Glückauf=Brauerei—.—190,00 Wittener Gußst. 224,25s219,75 Hagener##ccumulat. 176, X0 176,2½Isenbeg.„ 150,00 150,10 Harrener 173,10 175, 1 9Hr. ibernia s1932191 9agener Guß[131,90s131,30 Wechselkurse: urz Amsterdam—.—. kurz Brüssel—.—. London—.—.„ Paris—.—. " Wien 169,60. Privatdiskont 4. Tendenz still. Draht=Nachrichten. (Wolffs Telegraphen=Bureau.) * Wetteraussichten für Samstag, den 8. Oktober Zunächst keine wesentliche Aenderung der Temperatur und des Wetters. * Berlin, 7. Okt. Der deutsche Botschafter Madrid, v. Radowitz, und der deutsche Botschafter in Washington, Dr. v. Holleben, wurden gestern bei den Majestaten zur Abendtafel geladen. * Berlin, 7. Oktober. Heute vormittag 10 Uhr sond im Marmorpalais eine Sitzung des Kronrates statt. * Wilhelmshaven, 7. Oktober. Das erste neue Linienschiff„Kaiser Friedrich III.“ wurde heute mit einer Flaggenparade auf der kaiserlichen Werft in Dienst gestellt. * Stuttgart, 7. Oktober. Gestern früh wurde in zahlreichen Ortschaften Oberschwabens ein vier Sekunden andauerndes Erdbeben verspürt. In vielen Häusern wurden Gegenstände umgeworfen, erheblicher Schaden ist jedoch nicht angerichtet worden. * Rom, 7. Oktbr. Die„Agenzia Stefani“ meldet Die deutsche Regierung hat sofort ihre Bereitwilligkeit, auf den Konferenzvorschlag Italiens einzugehen, erklärt. * Petersburg, 7. Okt. Der deutsche Botschafter Fürst Radolin hat einen mehrwöchentlichen Urlaub angetreten. Die Geschäfte der Botschaft leitet wähend dieser Zeit der Legationsrat von Tschirsky und Bögendorf. * Petersburg, 7. Oktober. Der Zar ist auf der Reise nach Kopenhagen gestern in Libau eingetroffen. * New=York, 7. Oktober. Zwölf Städte im Thale des Mississippi sind vom gelben Fieber heimgesucht. Die Sterblichkeit nimmt immer mehr zu. Die Bevölkerung verläßt, von großer Panik erfaßt, die Städte. Alle Geschäfte ruhen.[Der Zustand der Negerbevölkerung ist kritisch. * Havanna, 5. Okt. 600 Waffenfabrikarbeiter sind wegen Nichtzahlung ihres seit 5 Monaten rückständigen Lohnes in den Ausstand getreten. (Hirsch Telegraphen=Bureau.) * Wien, 7. Okt. Die Verhandlungen der Regierung mit den Parteien der Rechten nahmen einen befriedigenden Verlauf. Gestern kam es zwischen dem Grafen Thun und dem christlich=slowenischen Verbande zu einem vollen Einvernehmen. * Budapest, 7. Oktober. In der Regierungs=Abteilung des Finanzministeriums ist man gelegentlich des Umtausches von alten Stempeln und Bliefmarken großen Unterschlagungen auf die Spur gekommen. * Brüssel, 7. Okt. Einige aus Paris kommende frühere Freunde Boulangers veranstalten für nächsten Samstag eine Kundgebung am Grabe des Generals. Da einige brüsseler Organe mit einer Gegenkundgebung drohen, wird dieselbe wahrscheinlich polizeilich untersagt werden. * Brüssel, 7. Oktober. Priester Daens, Leiter der christlich= demokratischen Parlei, ist wiederum gestern auf die gröbste Weise von einigen Katholiken auf dem Bahnhofe von Aalst beschimpft worden. Mehrere herheigeeilte Personen verteidigten den ehrwürdigen Priester und boten sich als Zeugen an. Der Priester wird seine Angreifer gerichtlich verfolgen lassen. Die Attentale rufen überall allgemeine Entrüstung hervor. 7. Oktober.„Aurore“ veröffentlicht die Mitgliederliste des klerikal=monarchistischen Vereins, der unter Leitung Michaels augenblicklich den Staatsstreich in Erankreich vorbereitet. Präsident: Derou* London, 7. Oktober.„Daily Mail“ meldet aus Kairo, daß die Rückkehr des Generals Kitchener Anlaß zu einer großen militärischen Festlichkeit gegeben habe. Alle Straßen waren mit Fahnen geschmückt; die Truppen bildeten Spalier. Kitchener sah sehr ermüdet und abgespannt aus; er ist bedeutend magerer geworden. Von Omdurman ist er nach 74stündigem Marsche in Kairo eingetroffen. Der Korrespondent des Blattes fügt seinem Berichte hinzu, daß Kitchener ihm selbst erlaubt habe, zu erklären, es sei unrichtig, daß die französischen Truppen Marchands auf die englischen Kanonenboote geschossen hätten. * Bern, 7. Okt. Die aus der Schweiz ausgewiesenen Anarchisten Baffino und Sonoico wurden in Mülhausen verhaftet, aus Elsaß=Lothringen ausgewiesen und nach der Schweiz zurückgeschoben. Da 50 aus Frankreich ausgewiesene Anarchisten in der Schweiz eingetrossen sind, so beriet der Bundesrat über Maßregeln, wie die Schweiz sich solcher Individuen in Zukunft erwehren könne. * Rom, 7. Oktober. Einer offiziellen Meldung zufolge sind die vier Mächte entschlossen, ihrem Ultimatum an den Sultan energische Maßregeln sofort folgen zu lassen. Hier ist man uberzeugt, daß der Sultan angesichts der Entschlossenheit der Mächte nachgeben wird. * Rom, 7. Okt. Der Papst wird heute den melchitischen Patriarchen von Jerusalam empfangen um ihm Instruktionen für einen würdigen Empfang des deutschen Kaiserpaares bei dessen Besuch im heiligen Lande zu geben. * Kandia, 7. Okt. Gestern sind weitere 1000 Mann englische Truppen vom Sudan hier eingetroffen, die Engländer sind somit über 4000 Mann stark. Den türkischen Truppen ist nach wie vor der alleinige Wachtdienst innerhalb der Stadt überlassen. * Gap(Alpes Maritimes), 7. Oktbr. In Luegras wurde gestern heftiger Schneefall gemeldet. Am Gebirgskamm Lacroix liegt der Schnee 60 Zentimeter hoch, am Col'Aquiel 1,60 Meter. (Eingesandt.) der Annonce dieses Wie aus der Annonte riest. Blattes ersichtlich, findet am Sonntag, den 9. Oktober im Vereinslokale Restaurant Klöpper, Westwall 2, Monats=Versammlung des Marine=Vereins zu Dortmund statt, wozu sämtliche bei der Marine gedienten Kameraden freundlichst eingeladen werden. Die jetzt zur Reserve entlassenen Marine=Soldalen haben den Vorzug, bei einer innerhalb drei Monaten bewirkten Aufnahme kein Einschreibegeld zu entrichten. Außerdem ist nicht außer acht zu lassen, daß der Marine=Verein neben vielen anderen Vergünstigungen das höchste Sterbegeld von sämtlichen hiesigen militärischen Vereinen und zwar Mark 250 den Hinterbliebenen auszahlt. Es kann deshalb nur im Interesse eines jeden gedienten Marine=Soldaten liegen, dem Vereine, der naturgemäß sich als Hauptpflicht gemacht, Kameradschaft und Vaterlandsliebe zu fördern, beizutreten. Anmeldungen zum Beitritt in den Verein werden jederzeit im Vereinslokale, Restaurant Fr. Klöpper, Westwall 2, entgegengenommen. Das Deste ist zu bei dem in allen Haushaltungen beliebten, anerkannt besten Wasch= und Reinigungsmittel Dr. Thompson's Seifenpulver. Man achte aber genau. auf die Schutzmarke„Schwan“, da minderwerthige Nachahmungen angeboten werden. Bekanntmachung. Am Sonnabend, den 8. 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